Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Das verborgene Tal

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte.
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Re: Das verborgene Tal

#31

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Sa 11. Nov 2017, 22:53

Wolfram blieb noch eine ganze Weile nach dem Verw├Âhnprogramm von Marlo im Bett liegen. Er f├╝hlte sich unheimlich wohl in Marlos Arme. Wolfram war aufgekratzt und schl├Ąfrig zugleich, er hatte nicht gewusst dass er so empfinden konnte. Und er war ├╝bergl├╝cklich dar├╝ber, dass es so war.

Er hatte Angst vor der Macht und der Intensit├Ąt die dieses Gef├╝hl bei ihm ausl├Âste. Z├Ąrtlich strich Wolfram Marlo durch die schwarzen Haare und k├╝sste ihn auf den Mund.

"Das war umwerfend und unbeschreiblich Marlo. Allein die Erinnerung an das Gef├╝hl das Du mir geschenkt hast, ist be├Ąngstigend und zeitgleich habe ich Schmacht auf mehr. Deine Pasta ist gro├čartig. Danke Marlo-Maus", fl├╝sterte Wolfram gl├╝cklich in Marlos Ohr und kuschelte sich tief in seine Arme.

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Re: Das verborgene Tal

#32

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mo 13. Nov 2017, 19:48

Wolfram verschlief gl├╝cksselig einige Stunden und sch├Ąlte sich dann vorsichtig aus dem Bett um Marlo nicht zu wecken. Er deckte seinen Gef├Ąhrten wieder zu, zog sich notd├╝rftig die Schlafkleidung wieder ├╝ber und machte sich auf dem Weg zu Kasimir.

Wolf hatte mit dem Vampir zu reden.

Einerseits musste er mit einer neutralen Person ├╝ber seine Gef├╝hle und Marlo sprechen. Wolfram war durcheinander und wusste nicht wie er sich nun verhalten sollte. Er war gl├╝cklich und trotzdem hatte er Angst, er k├Ânnte etwas falsch machen und damit Marlo vergraulen. Und es interessierte Wolf, wie Kasimir seinen Sinneswandel sah.

Zudem musste er mit dem Vampir dar├╝ber reden, was er seinem Leibdiener angetan hatte. Nicht nur wegen Kasimir selbst, Margot oder Marlo, sondern auch wegen ihm selbst. Er hatte sich ma├člos ├╝ber den Leichtsinn seines Dieners ge├Ąrgert und insgeheim hatte er sogar so etwas wie Genugtuung versp├╝rt, als es Beaunois dahingerafft hatte.

Beaunois hatte leichtfertig das Leben seines Herrn riskiert und als Strafe das eigene verloren.

Man konnte es ausgleichende Gerechtigkeit nennen, aber Wolfram empfand Scham, dass er so dachte. Er war stolz darauf, kein gef├╝hlskalter Ekel zu sein, wie viele seiner Familienmitglieder und nun empfand er Schadenfreude?

Wolfram klopfte an den T├╝rholm und betrat den Keller.

"Hallo Kasimir, ich m├Âchte mit Dir reden", erkl├Ąrte Wolfram freundlich und machte es sich in der N├Ąhe des Vampirs gem├╝tlich.

"Also zuerst wirst Du sicher mitbekommen haben, was Marlo und ich getan haben. Ich meine wir waren nicht leise. Also wie erkl├Ąre ich das am Besten. Marlo und ich haben uns... ja was haben wir? Keine Ahnung", erkl├Ąrte Wolfram sichtlich nerv├Âs.

"Marlo und ich waren intim und er hat mir dieses Gef├╝hl geschenkt. Das Gef├╝hl ist unbeschreiblich und wundersch├Ân. Trotzdem ist es be├Ąngstigend. Einerseits habe ich Angst es erneut zu erleben und auf der anderen Seite f├╝rchte ich es nie wieder zu erleben. Am liebsten w├╝rde ich es sofort wieder tun. Warum er so etwas kann oder was er genau tat, kann ich Dir nicht erl├Ąutern. Aber es war umwerfend. Ist das normal? Empfinde ich normal?", fragte Wolfram von dem Erlebten eingesch├╝chtert.

"Dann ein anderes Thema. Beaunois Tod.
Du hast Beaunois get├Âtet - ich sage bewusst get├Âtet und nicht ermordet.
Ich vermute Du warst nicht Herr Deiner Sinne.

Wir brauchen Deine Zusage, dass Du weder Margot, Marlo noch mich angreifen wirst. Ferner muss ich Dich etwas fragen und ich hoffe Du kannst es mir beantworten.

Benaunois war mein Leibdiener, er h├Ątte mich bewachen und besch├╝tzen sollen. Aber als sich Marlo einfach in mein Schlafzimmer schlich, unternahm er nichts. Was mich im Nachhinein sehr w├╝tend gemacht hat. Er hat seine Pflicht verletzt. Statt Benaunois h├Ąttest Du auch mich angreifen k├Ânnen. War es ihm gleichg├╝ltig oder war er nur so faul?

Jedenfalls hast Du ihn ausgesaugt und erledigt. Und dabei f├╝hlte ich... Freude.
Es hat mich gefreut, dass er f├╝r seine passende Strafe erhalten hat.
Ich war schadenfroh, dass es ihn erwischt hat.
Sonst bin ich nicht so und genau deshalb sch├Ąme ich mich f├╝r meine Schadenfreude. Was sagst Du dazu als ehemaliger M├Ânch?",
fl├╝sterte Wolfram besch├Ąmt.

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Re: Das verborgene Tal

#33

Beitrag von Kasimir » Mi 15. Nov 2017, 10:13

Kasimir hatte gerade mit freiem Oberk├Ârper im Keller herumgestanden, um seinen von der Selbstflagellation offenen und anschlie├čend mit Salzwasser gereinigten R├╝cken trocken zu lassen. Er wollte nicht die frischen Kleider beschmutzen, welche er sich hatte nehmen d├╝rfen. Als er im Gang die sich nahenden Schritte h├Ârte, kleidete er sich rasch an. Er begr├╝├čte den Herrn Wolfram mit einer Verneigung. Der Herr wollte reden. Das war Musik in Kasimirs Ohren! Sofort setzte er sein verst├Ąndnisvollstes und aufmerksamstes Gesicht auf und h├Ârte zu. Sein innerer M├Ânch frohlockte und vollf├╝hrte derweil Saltospr├╝nge. Geduldig h├Ârte er sich die vielen Sorgen des freundlichen Herrn an. Als Kasimir antwortete, war seine Stimme ruhig und freundlich.

"Was Eure Zweisamkeit mit Herrn von Falkenberg anbelangt, so kann nur die Zeit zeigen, was Ihr tats├Ąchlich empfindet, Herr Wolfram. Es kann sich um kurzfristige Extase gehandelt haben, oder auch den Auftakt zu einer reinen und tiefen Liebe. Letzteres w├Ąre nat├╝rlich anzustreben und sollte dies der Fall sein, ebenso eine Heirat.

Lust ohne Liebe kann gef├Ąhrlich sein, man denke nur an die schrecklichen Sch├Ąndungen in den Kriegsgebieten oder an Prostitution, welche Personen als Waren handelt, als ob sie mit Geld aufzuwiegen w├Ąren und nicht zuletzt an die epedemieartige Ausbreitungen von Krankheiten. Das eindr├╝cklichste Beispiel, was Lust ohne Liebe anzurichten vermag, ist die malgorische Stadt Obenza, in welcher die Syphillis w├╝tet.

Doch dort, wo partnerschaftliche Liebe herrscht, ist Lust eines der sch├Ânsten Gef├╝hle und wird oft, aber nicht zwingend, als die Krone einer Beziehung empfunden. Wenn es in Eurem Falle so ist, kann man Euch nur begl├╝ckw├╝nschen und alles Gute f├╝r Eure weitere gemeinsame Zukunft aussprechen. Nat├╝rlich gibt es auch Beziehungen, die ohne Lust auskommen und von manchen wird dies als die reinste und wahrhaftiste Liebe ├╝berhaupt empfunden. Unschuldig und rein.

Um den Bogen zu Eurer Frage zu schlagen: Lustgef├╝hl selbst ist also keineswegs unnormal, lieber Herr Wolfram und auch Euer Wunsch nach Wiederholung des Erlebten nicht. Freilich gilt stets, dass der Geist ├╝ber dem K├Ârper erhaben bleiben muss und niemals Sklave des Fleisches werden darf. Meditiation und Gebet sind geeignete Wege, um den Geist zu st├Ąrken, doch nat├╝rlich gibt es auch andere."


Als der Herr auf den ungl├╝cklichen Beaunois zu sprechen kam, wurde Kasimir traurig und begann sich wieder zu sch├Ąmen f├╝r das, was aus ihm geworden war.

"Es tut mir so schrecklich Leid, Herr! Es war Malgorion, der aus mir sprach. Oril hat mir diese Pr├╝fung auferlegt und ich war zu schwach, sie zu bestehen! Es war mein pers├Ânliches Versagen. Ich hatte solchen Hunger und konnte nicht warten, bis mein Herr Brandur wieder bei mir ist und mir meine Rationen zuweist. Es war unsagbar eigens├╝chtig von mir, unbeherrscht und falsch und der arme Beaunois musste den Preis f├╝r mein Versagen zahlen. Wenn Ihr es w├╝nscht, werde ich mich noch h├Ąrter bestrafen! Der arme Beaunois ... das h├Ątte nicht geschehen d├╝rfen.

Ich w├╝rde Euch so gern das Versprechen geben, welches Ihr verlangt, doch dann w├╝rde ich Euch bel├╝gen m├╝ssen! Ich kann momentan keine Zusage geben, niemanden zu ... zu ..."


Er k├Ąmpfte sichtlicht mit seiner Selbstbeherrschung und seine Augen, die seit der Verwandlung tiefschwarz waren, gl├Ąnzten feucht.

"Wird Herr Brandur bald hier eintreffen? Er f├╝rchtet mich nicht und kennt Wege, mit meine Erkrankung umzugehen. Oril ist stark in ihm, auch wenn Brandur das nicht wei├č und vehement an seinem Glauben an Ainuwar festh├Ąlt. Er arbeitet f├╝r mich an Instantblut. Ich vertrage es nicht gut, aber es reicht, um zu ├╝berleben. Das ist revolution├Ąr, bislang waren Vampirgewordene stets auf st├Ąndige Frischblutzufur angewiesen! Ist dies nicht Beweis genug, dass Oril m├Âchte, dass er den Verlorenen hilft? Mit seiner Hilfe werde ich die Pr├╝fung bestehen. Oril schickte mir Herrn Brandur, als er sah, dass ich an dieser gewaltigen Aufgabe zu scheitern drohte. Ich war so hungrig ... und Malgorion verwirrte meinen Geist. Sobald Herr Brandur wieder hier ist, seid ihr alle sicher vor diesem entsetzlichen Fluch! Wenn Ihr es w├╝nscht, werde ich Euch bis dahin verlassen. Ich hoffe, dass Herr Brandur bald wieder hier ist."

Kasimir verschr├Ąnkte die Finger vor dem Bauch, damit man nicht sah, dass sie zitterten. Er bem├╝hte sich, gefasst zu wirken.

"Beaunois war ein guter Mann. Warum er in dieser Nacht nicht auf Euch achtgab, entzieht sich meinem Verst├Ąndnis. Vielleicht war er krank oder ├╝berm├╝det, so dass er seiner Pflicht nicht nachkommen konnte? Ich gedachte ihn daf├╝r zu r├╝gen ... er h├Ątte Euch mitteilen m├╝ssen, wenn er nicht mehr imstande ist, seine Pflicht zu erf├╝llen. So w├Ąre es richtig gewesen. Aber den Tod hatte er trotz allem nicht verdient!

Dass Ihr Schadenfreude empfindet mag daher r├╝hren, dass Ihr euch von ihm im Stich gelassen f├╝hltet. Bitte wisst, Herr Wolfram, dass Gef├╝hle selbst niemals falsch sind. Nur die Weisesten sind davon frei. Es erfordert jahrelange Zucht und Askese und den unersch├╝tterlichen Glauben in Oril, Herz und Geist vollst├Ąndig kontrollieren zu k├Ânnen. Das kann und darf man von der Allgemeinheit nicht erwarten, sonst br├Ąuchte es keine Priester mehr. Was auch immer Ihr f├╝hlt, es ist in Ordnung und sei es noch so erschreckend. Manchmal sind es auch Einfl├╝sterungen von Malgorion, der Schw├Ąchen in der Willenskraft sucht.

Doch lasst diese Gef├╝hle nie Euer Handeln bestimmen! Denn Handlungen k├Ânnen sehr wohl falsch sein. Das Handeln muss stets von der reinen Vernunft geleitet sein. Es schadet niemandem, dass Ihr Schadenfreude empfindet. Das Gef├╝hl hat keine Auswirkungen, so lange ihr nicht nach ihm handelt. Darum sch├Ąmt Euch nicht allzu sehr, mein lieber Herr Wolfram.

Wenn Ihr das Gef├╝hl habt, dass Euer Wille zu wanken droht unter zu intensiven Gef├╝hlen, dann betet. Es wird Euch beruhigen und Oril liebt all seine Kinder. Selbst jene, die nicht an ihn glauben. Seine Liebe ist allumfassend, selbslos und rein und jeder kann sie sp├╝ren, wenn er in sich geht. Gern k├Ânnt Ihr auch zu mir kommen und wir beten gemeinsam, wenn eine besonders schwere Stunde ansteht."


Kasimir l├Ąchelte freundlich.

"Kann ich sonst noch etwas f├╝r Euch tun?"
"Herr, wer euch dient f├╝r Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen f├Ąllt, l├Ą├čt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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Re: Das verborgene Tal

#34

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mi 15. Nov 2017, 12:25

Wolfram h├Ârte Kasimir aufmerksam zu. Er f├╝hlte sich von dem Vampir verstanden und angenommen, ganz so wie er war. Die meisten Ansichten teilte er vollumf├Ąnglich mit Kasimir, ├╝ber andere Auffassungen des einstigen M├Ânchs hatte er sich selbst noch keine Gedanken gemacht. Dies holte Wolfram nun nach, da ihn das Gespr├Ąch mit Kasimir nicht nur sehr gefiel, sondern da es ihm auch gut tat.

"Zuerst eines vorneweg - nein ich m├Âchte nicht dass Du uns verl├Ąsst, gleichg├╝ltig welche Gefahr von Dir ausgeht. Deine Pr├╝fung ist es dem Hunger zu widerstehen. Meine ist es Dich dabei zu unterst├╝tzen.

Ich habe Dir bereits einmal Blut gespendet und solange ich k├Ârperlich fit bin, spricht nichts dagegen, dass wir Deinen Hunger durch meine Spende stillen. Nat├╝rlich kann ich nicht alles Blut opfern. Aber das was ich Dir gefahrlos zu geben vermag, bin ich bereit Dir zu ├╝berlassen",
erkl├Ąrte Wolfram freundlich.

"Zum Thema Liebe, vielen Dank f├╝r Deine Einsch├Ątzung. Ich bin was dieses Thema angeht leider v├Âllig unwissend. Mir ist das Gef├╝hl der Liebe als tiefste Zuneigung zu einer Person bekannt. Diese Form der Liebe ist selbstlos, sie verlangt nichts, sie gibt alles. Und so bin ich ebenfalls bereit f├╝r eine Person die ich liebe alles zu geben. Ihr in jeder erdenklichen Situation beizustehen.

Aber dieses Gef├╝hl das mir Marlo schenkte, hat damit nichts zu tun.
Es war reiner k├Ârperlicher Natur. Vielleicht schenkte er mir dieses k├Ârperliche Gef├╝hl, da er mir ebenfalls seelisch zugetan ist?

Er behandelte mich ├Ąu├čerst anst├Ąndig, w├╝rde ich meinen.
Marlo schenkte mir etwas das ich bis dato nicht kannte. Dieses k├Ârperliche Gef├╝hl hat eine andere Dimension Kasimir. Es ist suchterzeugend, f├╝hlt sich fantastisch an und genau das ist das erschreckende an dem Gef├╝hl. Ich m├Âchte es wieder mit ihm erleben.

Mehr noch als alles andere w├╝nsche ich mir, dass Marlo an meiner Seite bleibt.
Ich hatte nie eine oder einen Partner, was ich sehr bedauert habe Kasimir. Wei├čt Du, ich hatte zwar nichts k├Ârperlich zu geben - aber seelisch doch sehr viel.

Aber aus den Dir bekannten Gr├╝nden habe ich darauf verzichtet. Welche Frau oder welcher Mann h├Ątte jemanden mit meinem Problem akzeptiert? Letztendlich w├╝nschen sich die meisten Menschen N├Ąhe und Z├Ąrtlichkeit - oder besser gesagt Intimit├Ąt. N├Ąhe kann ich schenken, der Rest ist mir seit jeher durch meine fr├╝heren Krankheiten versagt.

Marlo sprach davon, dass es mir dennoch m├Âglich w├Ąre..
Ich sage Dir die Wahrheit Kasimir, ich hielt Marlo f├╝r einen Aufschneider und Sch├╝rzenj├Ąger, f├╝r einen frechen Rotzl├Âffel, der Spa├č daran gefunden hatte mich ein bisschen zu piesacken und zwar auf die freundliche Art und Weise.

Du hast unserem Gespr├Ąch ja beigewohnt, als er mir den Hof machte und ich ihm einen Korb geben musste. Nicht um ihm zu schaden, sondern um mich vor Gef├╝hlen zu sch├╝tzen die er nicht erwidern w├╝rde.

Aber er erwidert sie Kasimir! Er erwidert meine Gef├╝hle und ich bin dar├╝ber sehr gl├╝cklich. Als wir im Bett lagen war er z├Ąrtlich zu mir und ich dachte stelle ihn auf die Probe. Wie weit w├╝rde er gehen? Er ging bis zum Schluss und ich glaube er ging den gesamten Weg nur f├╝r mich. Ich hatte ihn darum "gebeten".

Wie sage ich ihm das?
Wie sage ich ihm, dass ich mir w├╝nsche, dass er an meiner Seite bleibt?
Wie sage ich ihm, dass ich erneut intim mit ihm werden m├Âchte?

Ich stimme Dir zu, was Du ├╝ber Liebe und Gef├╝hl gesagt hast. Mein Wunsch w├Ąre eine partnerschaftliche Liebe mit Marlo, eine feste Partnerschaft und einer Heirat w├Ąre ich nicht abgeneigt.

Der J├╝ngste bin ich auch nicht mehr Kasimir, Marlo ist gut und lieb zu mir und was habe ich zu verlieren? Marlo und ich werden es versuchen. W├╝nsch uns alles Gute Kasimir.

Was Du ├╝ber Intimit├Ąt als Gesch├Ąft gesagt hast, ist f├╝r mich ebenso ekelerregend und nicht nachvollziehbar wie f├╝r Dich. Vielleicht sind die Krankheiten eine Strafe von welchem Gott auch immer um die Prostitution abzustrafen.

Denn wurde damit nicht das Gef├╝hl der Liebe mit F├╝├čen getreten, indem man die Intimit├Ąt zum Gesch├Ąft gemacht hat? Ich finde schon.

Es freut mich dass das Du Lustgef├╝hle als normal empfindest. Deine Einsch├Ątzung ist mir wichtig. Ich selbst habe noch keine. Ich bin was Intimit├Ąt angeht ein unbeschriebenes Blatt.

F├╝r mich war es... ist es einfach... unglaublich. Und ich stimme Dir voll, dass man sie nur mit einer Person teilen sollte die man gerne hat oder sogar liebt",
antwortete Wolfram freundlich.

"Mein Hauptgott ist Ainuwar, aber ich glaube an alle G├Âtter Kasimir. Wir k├Ânnen sehr gerne gemeinsam beten. Dazu musst Du mir mehr von Oril erz├Ąhlen. Vielleicht passt er von seiner Ausrichtung wesentlich besser zu meinem Leben als Ainuwar. Meine Familie betet den Gott des Todes an. Leider aus anderen Gr├╝nden, als des Wissens oder der Zeit.

Ich selbst bete Ainuwar nur aus Gewohnheit an, zudem da ich Wissen liebe. F├╝r andere G├Âtter bin ich offen, oder genauer erkl├Ąrt einen Gott der mir tats├Ąchlich nahe geht und etwas bedeutet habe ich bis heute nicht gefunden. Vielleicht hat uns Oril zusammengef├╝hrt, damit Du mir von ihm erz├Ąhlst. Immerhin scheint er viel ├╝ber Liebe und Zuneigung zu wissen.

Wohl wahr, Gedanken werden Worte, Worte werden Taten. Vielen Dank f├╝r den Zuspruch, dass meine Gedanken nicht verwerflich sind. Dennoch sch├Ąme ich mich f├╝r meine Gef├╝hle. Du wirst Recht haben, dass sie aus der Entt├Ąuschung entstanden sind.

Du scheinst es ebenso gesehen zu haben wie ich. Ich war sehr von meinem Diener entt├Ąuscht. Eine Handlung hatte ich sogar vor, allerdings h├Ątte sie nur aus einer R├╝ge bestanden. Wie dem auch sei, erz├Ąhle mir von Oril Kasimir. Und gr├Ąme Dich nicht, es mag sein, dass Du Deine Pr├╝fung nicht bestanden hast, aber auch aus Versagen kann man lernen",
erkl├Ąrte Wolfram aufgemuntert.

Wolfram gefiel das Gespr├Ąch mit Kasimir.

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Re: Das verborgene Tal

#35

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mi 15. Nov 2017, 13:18

Marlo
 
wachte auf und hatte noch den Geschmack von Wolfram seine Haut auf der Zunge. Er wollte seinen Mann in die Arme nehmen und k├╝ssen aber er war nicht mehr im Bett. Marlo setzte sich auf und schaute sich um. Die Klamotten von Wolfram lagen nicht mehr im Bett. Marlo k├Ąmmte seine Haare mit den Fingern aus dem Gesicht.
Er hatte nicht gedacht, dass Wolfram ihn als Mann haben wollte. Weil Wolf das bei Kasimir so betont hatte. Jetzt traute er sich doch und Marlo war sehr gl├╝cklich. Weniger gl├╝cklich war Marlo, dass W├Âlfchen nicht mehr im Bett war und nichts gesagt hatte. Er hatte immer noch Hunger auf ihn. Marlo wollte Wolfram so gerne mit eine neue Spielrunde wecken.
Jetzt war er nicht mehr da. Marlo stand auf und ging unbekleidet nach draussen um sich zu waschen. Als er durch das Haus lief, h├Ârte er Wolfram mit Kasimir reden. Marlo wollte gerne lauschen. Er hatte Angst, dass Kasimir Wolfram bearbeitete und ihre Beziehung zerst├Ârte.
Aber Marlo lauschte nicht. Er ging raus zu den kleinen Bach und wusch sich sauber. Das Wasser war kalt und sauber. Marlo sch├Âpfte einen Schluck mit der Hand aus dem Bach und trank das Wasser. Er war gut und rein. Das war kein Wunder, dass die Pflanzen so gut wuchsen. F├╝r die Tiere war das Wasser genauso gut. Hier konnten sie versteckt vor der Welt leben.
Marlo ging erfrischt und gewaschen zur├╝ck ins Haus und zog sich an. Er setzte sich in den Stuhl im Flur und schaute sich von Wolfram die Zeichnungen und Sammlungen an. Sch├Âne Steine, Tiere, seine Zeichnungen, B├╝cher, eine Laute. Marlo wusste nicht ob Wolfram spielen konnte. Er konnte etwas spielen. Er nahm sich ein Buch und fing an zu lesen. Sogar an der Decke waren Pflanzenschalen angebracht, sah Marlo erst jetzt. Er musste ├╝ber Wolfram grinsen. ├ťberall wo Platz war stopfte er Pflanzen hin. Marlo strich seine nassen Haare hinter die Ohren damit er das Buch nicht volltropfte und wartete auf W├Âlfchen. ┬á
 

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Re: Das verborgene Tal

#36

Beitrag von Kasimir » So 26. Nov 2017, 10:11

"Vielen Dank, Herr, Ihr seid gro├čherzig und voller G├╝te", sprach Kasimir ger├╝hrt, als Wolfram ihm anbot, sein eigenes Blut zu spenden, damit er ├╝berleben konnte und ihn nicht f├╝r seinen Fehltritt davonzujagen.

Wohlwollend lauschte Kasimir den Worten seines Gegen├╝bers, die von einem sehr gro├čen Herzen, aber auch gro├čer Verletzlichkeit zeugten. Es gefiel dem Vampir, mit welch sch├Ânen, fast poetischen Worten Wolfram seine Gef├╝hle zu Herrn von Falkenberg erkl├Ąrte.

"Nun, es gibt verschiedene M├Âglichkeiten, jemandem gegen├╝ber seine Gef├╝hle zu offenbaren und den Wunsch auszusprechen, dass man mit ihm die Zukunft verbringen m├Âchte. Das reicht von dem Gest├Ąndnis 'Ich liebe dich' bis hin zu einem Heiratsantrag mit allem gebotenen Zeremon. Oder, wenn Euch das zu schnell geht, einer kleineren Form davon, dem Angebot einer festen Partnerschaft. Das kann bei einem gemeinsamen Essen geschehen oder mit Kniefall oder je nach Budget auch aufw├Ąndiger. Wisst Ihr, bevor ich den Entschluss fasste, M├Ânch zu werden und im Z├Âlibat zu leben, hatte ich immer die Vorstellung, meinen Heiratsantrag dereinst beim gemeinsamen Flug auf einem wei├čen Greifen zu stellen. Freiheit und Vertrauen ... das Versprechen von Geborgenheit und einem wunderbaren Leben, das an meiner Seite zu bieten ich bereit war, ohne dass ich diese Dinge aussprechen br├Ąuchte, denn ich w├╝rde sie in diesem wunderbaren Augenblick zeigen und das Versprechen beweisen."

Kasimir l├Ąchelte freundlich. Als Wolfram ihn bat, mehr von Oril zu erz├Ąhlen, war er endg├╝ltig in seinem Element.

"Oril ist das Licht. Im physischen wie im spirituellen Sinne. Er w├Ąrmt und erhellt die Welt und den Weg, damit wir uns nicht im Dunkel verlieren. Er sorgt daf├╝r, dass die Pflanzen wachsen und ern├Ąhrt somit Alb, Mensch und Tier. Das wichtigste Mittel, um Oril zu begreifen und nach seinem Wunsche zu Leben, ist die Vernunft, das Gebrauchen des Verstandes, das ich Euch bereits erl├Ąuterte. Nur so vermag man richtig und falsch zu erkennen und zu unterscheiden und ein lauteres Leben zu f├╝hren. Der Verstand ist es, welcher die Fesseln des Fleisches zu ├╝berwinden vermag und uns zu h├Âheren Wesen macht. Das ist der Grund, warum ich mich f├╝r ein Leben als M├Ânch entschieden habe, obwohl nat├╝rlich auch ich die Lockrufe Malgorions - des Fleisches - und Rakshors - der Unvernunft - zu h├Âren vermag."


Ein gewisses Unbehagen spiegelte sich in Kasimirs freundlichem Gesicht wieder.

"Meine Vampirwerdung hat die Pr├╝fung meiner geistigen Kraft um ein Vielfaches erschwert. Der Lockruf des Fleisches hat das Ausma├č von Gier angenommen. Als w├Ąre das Gef├╝hl von unertr├Ąglichem Hunger nicht schlimm genug, beschert mir das Aussaugen von Personen sexuelle Befriedigung. Das macht es doppelt schlimm, wenn mir ein Fehltritt unterl├Ąuft und zehnfach schwierig, dem Lockruf Malgorions standzuhalten! Dass Ihr Euch f├╝r Eure Gef├╝hle sch├Ąmt, kann ich daher mehr als gut verstehen. Ich sprach davon, dass Gedanken und Gef├╝hle keine Handlungen bestimmen d├╝rfen ... aber genau das tun sie bei mir in wiederkehrender Regelm├Ą├čigkeit. Der arme Beaunois ... Oril habe ihn selig!"

Kasimir wischte sich mit dem Handr├╝cken ├╝ber die Augen.

"Ich war noch nicht einmal ein Jahr M├Ânch, als es geschah ... als ich Vampir wurde und mein Geist weit davon entfernt, immun gegen derlei Dinge zu sein. Das ist ein Lernprozess ├╝ber viele Jahre. Ich kann gar nicht so viel beten, wie ich m├╝sste! Ich w├╝nschte, Pater Elostriond w├Ąre hier, um mir seinen Rat zu geben oder wenigstens Meister Varod, dem ich diesen Zustand zu verdanken habe. Ich versuche, so viel ich kann wieder ... gut zu machen, auch wenn dies die Toten nicht zur├╝ck ins Leben ruft. Die Sorge um Herrn Brandurs Wohlergehen hilft mir dabei, mich zu fokussieren. Und nicht zuletzt arbeitet er an Instantblut und verzeichnet dabei erste Erfolge. Ich stelle mich gern als Versuchsperson zur Verf├╝gung, denn in Zukunft werden wir damit viele Leben retten und vielen Vampiren dabei helfen, ein lauteres Leben frei von Mord f├╝hren zu k├Ânnen."
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Re: Das verborgene Tal

#37

Beitrag von Wolfram von Wigberg » So 26. Nov 2017, 16:30

Wolfram zuckte bei dem Dank von Kasimir die Schultern.

"Du musst Dich daf├╝r nicht bedanken. Blutspende ist der einzige Weg um Dir zu helfen. Und das es mir nicht schadet, warum sollte ich Dir meine Hilfe verwehren? Das w├Ąre verwerflich, meiner Meinung nach.

Danke f├╝r Deine aufmunternden Worte. Einen Heiratsantrag auf dem R├╝cken eines Greifen zu bekommen? Nun was soll es da noch Erhebenderes geben? Da ich aber weder ├╝ber einen Greif verf├╝ge, noch direkt mit der T├╝r ins Haus fallen m├Âchte, werde ich Marlo vermutlich zuerst auf eine feste Beziehung ansprechen.

Vielleicht sollte ich auch erst einmal abwarten, was er mir sagen m├Âchte. Als ich ihn vorhin verlassen habe, hat er noch geschlafen. Es k├Ânnte sein, dass er sich ebenso Gedanken gemacht hat, was unsere Beziehung angeht. Er schien jedenfalls sehr gl├╝cklich zu sein und ich bin es auch.

Oril ist das Licht?
Das Licht an sich schenkt uns Leben. Zuerst den Pflanzen, es spendet ihnen Kraft. Diese geben sie weiter an die Tiere und beides - Pflanze und Tier gibt die Kraft weiter an uns. Wobei ich keine Tiere verspeise.

Ainuwar ist die Dunkelheit, die K├Ąlte, das Nicht, der Tod. All das was meine Familie sonst anbetet und teilweise auch verk├Ârpert. Genau das was mich abst├Â├čt. Ich m├Âchte nicht so sein wie sie, aber trotzdem ist es ein Teil von mir, sonst h├Ątte ich mich nicht ├╝ber den Tod meines Dieners gefreut.

Ich m├Âchte lieber dem Licht und dem Verstand folgen, als der Finsternis und deren Gel├╝sten. Ich werde versuchen an Oril ein Gebet zu richten.

Tja ich wei├č nicht was ich dazu sagen soll. Kann es eine schwerere Pr├╝fung geben, als in so einen Rausch zu verfallen, dem Du als Vampir ausgesetzt bist? Schon kleine Selbstbeherrschungen wie sie jeder im Alltag kennt, k├Ânnen gro├če H├╝rden darstellen. Wie verh├Ąlt es sich dann erst, mit dem Lockruf des Blutes? Es ist lebensnotwendig f├╝r Dich. Du kannst nicht darauf verzichten. Es ist als schreit etwas in Dir vor Hunger und was immer es ist, es verlangt dass der Hunger gestillt wird. Ich bef├╝rchte, je l├Ąnger Du Stand h├Ąltst Kasmir, je schlimmer wird der Ruf.

Aus diesem Grund m├╝ssen wir Dich ├╝ber die Blutspende ern├Ąhren, denn ansonsten bist Du f├╝r Dich und andere eine Gefahr.

Nun der Wunsch diese Personen zu sehen ist verst├Ąndlich. M├Âglicherweise k├Ânnte ich ihn Dir sogar erf├╝llen, da ich Geistmagier bin. Hast Du von einem der beiden Personen etwas pers├Ânliches bei Dir?

Falls ja, dann w├╝rde ich versuchen Pater Elostriond oder Varod mental zu rufen. Sollte mein Ruf von Erfolg gekr├Ânt sein, w├╝rde ich die Person hierher bitten. Nur bei Letzterem, diesem Varod, musst Du mir versprechen dass er keinen meiner G├Ąste angreift Kasimir. Selbstverst├Ąndlich verstehe ich Dein Problem und Deine Bedr├Ąngnis, aber wir m├╝ssen uns ebenfalls sch├╝tzen. Besitzt Du etwas pers├Ânliches von ihnen?",
hakte Wolfram nach.

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Re: Das verborgene Tal

#38

Beitrag von Kasimir » Mo 27. Nov 2017, 16:08

"Ihr seid Oril bereits sehr nahe, Herr Wolfram. Aus Euren Worten spricht sein Licht. Gern schreibe ich Euch sp├Ąter ein Gebet auf, das Ihr an ihn richten k├Ânnt, wenn Ihr das Gef├╝hl habt, die Dunkelheit zieht herauf. Oril liebt uns alle und so gibt er einem jeden die M├Âglichkeit, seinem Pfad zu folgen. Der Weg steht jedem offen, er wird niemandem verwehrt. Nicht einmal den Kreaturen der Nacht, denn uns schenkte er den Mond und die Sterne."

Kasimir ├╝berlegte kurz.

"Ich trage leider nichts mehr von meinem alten Mentor oder meinem Meister bei mir. Meine Kleider blieben samt und sonders in Shohiro zur├╝ck, als ich mich in eine Fledermaus verwandelte. Doch ich habe noch die Bissnarben, die Varod mir damals zuf├╝gte."

Der Vampir entbl├Â├čte jedoch nicht seinen Hals, sondern zog das Hosenbein hoch und zeigte seine Kniekehle.

"Er hat mich auf etwas ungew├Âhnliche Weise gebissen, da ich nicht mit dem Biss einverstanden war, mich heftig wehrte und wir daher ineinander verknotet kopf├╝ber an einem Abgrund baumelten, als es geschah. K├Ânnt Ihr ├╝ber diese Bissnarbe Kontakt zu ihm herstellen? Sein Wort, niemanden anzufallen, muss er Euch selbst geben oder ich muss mich an einem anderen Ort mit ihm treffen, ich kann nicht f├╝r ihn b├╝rgen. Ich kann ja noch nicht einmal mich selbst beherrschen."
"Herr, wer euch dient f├╝r Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen f├Ąllt, l├Ą├čt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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Re: Das verborgene Tal

#39

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Di 28. Nov 2017, 12:46

Wolfram ├╝berlegte ob eine Narbe ausreichend war, um eine Person zu finden, die sie einem zugef├╝gt hatte. M├Âglich w├Ąre es, denn es war etwas, das beide Personen teilten und diese f├╝r immer verband.

"Mir gef├Ąllt sehr was Du ├╝ber Oril erz├Ąhlst, ebenso gefallen mir die Sichtweisen dieses Gottes. Schreibe das Gebet auf Kasimir und lass und sp├Ąter gemeinsam beten. Ist es erforderlich offiziell sein J├╝nger zu sein? Oder reicht ihm aus, dass ich seinem Weg folge und nach seinen Vorgaben leben m├Âchte?

Ich m├Âchte sehr gerne offiziell dem Licht folgen und jene Dunkelheit komplett absch├╝tteln, f├╝r die meine Familie bekannt ist. Allein ein R├╝ckzug reicht leider nicht aus. Auch wenn ich Dir f├╝r Deine freundlichen Worte danke. Ich versuche mein Bestes und f├╝r einen Wigberg bin ich wohl schon zu weit von der Dunkelheit entfernt, als das mich einer von ihnen ├╝berhaupt noch ernst nehmen w├╝rde.

Sei es drum, dass ist schlie├člich auch nicht von mir beabsichtigt.
Ich w├╝nsche mir viel mehr, dass ich die kleinen, dunklen Spitzen loswerde, ich mich ab und an manchmal stechen. Eben solche, von denen ich Dir erz├Ąhlte, wo ich schadenfroh reagiere wo ich besch├Ąmt sein sollte. Siehe Beaunois, dass was ich ├╝ber den Mann dachte war nicht Recht. Immerhin hat er mir jahrelang gedient. Eine Zurechtweisung h├Ątte ausgereicht, aber ich habe mich heimlich ├╝ber sein Schicksal gefreut und daf├╝r sch├Ąme ich mich. Schadenfreude ist sonst keine meiner Charaktereigenschaften, ich wei├č nicht was mit mir los war.

Wei├čt Du Kasimir, viele halten Pflanzen f├╝r dumme und einfache Gesch├Âpfe. Ich pers├Ânlich glaube, dass Pflanzen die wundervollsten Lebewesen sind. Ganz ohne nachzudenken, ein Hirn anzustrengen oder sich abzum├╝hen, wenden sie sich ganz nat├╝rlich dem Licht zu. Sie ben├Âtigen es zum Leben und sind die Grundlage unserer Existenz.

Sie verwandeln Licht in Nahrung, wenn man es auf den Punkt bringt.
Sind sie dadurch nicht viel mehr die Kinder Orils als wir es sein k├Ânnten? Sie tragen sein Licht vielleicht nicht in die Herzen der Menschen, aber dessen Lebenskraft in deren M├Ągen. Das muss ihnen erstmal einer nachmachen.

Bezogen auf Deinen Wunsch, den Pater kann ich leider nicht erreichen, da mir seine Person v├Âllig fremd ist. Varod k├Ânnte ich versuchen zu erreichen ├╝ber Deine Narbe. Zwar ist eine Narbe kein tats├Ąchlicher Gegenstand.

Sie war ja nicht vorher in seinem Besitz, aber er hat sie Dir zugef├╝gt und aufgrund dessen, seit ihr ein Leben lang miteinander verbunden. Diese Narbe sitzt zwar auf Deiner Haut, aber er hat sie Dir verpasst. Folglich m├╝sste es m├Âglich sein ihn zu finden. Wie dem auch sei, ein Versuch ist es auf alle F├Ąlle wert",
erkl├Ąrte Wolfram gut gelaunt.

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Re: Das verborgene Tal

#40

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 30. Nov 2017, 09:09

<< Sie kommen von hier.

Knirschend landete der kn├Âcherne Wyvern in der N├Ąhe von Wolframs Haus. Die Insassen entfalteten ihre gequetschten und zum Teil eingeschlafenen Gliedma├čen und qu├Ąlten sich aus dem Korpus des Fluggef├Ąhrtes. Doch niemand kam ihnen entgegen, um sie zu begr├╝├čen. Weder der Leibdiener Beaunois noch Wolfram selbst. Brandur nahm dies missbilligend zu Kenntnis. Die Sitten waren fr├╝her hier auch andere gewesen. Wom├Âglich waren sie nicht mehr willkommen nach dem Zwischenfall auf der Hochzeit. Aber zumindest seinen Leibdiener wollte Brandur abholen.

Brandur ging zur T├╝r und klopfte energisch mit dem Gehstock dagegen. Das H├Ąmmern war durchs ganze Haus zu h├Âren.

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