Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Das verborgene Tal

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprĂ€gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein HĂ€ndchen fĂŒr BĂŒndnisse und Hinterhalte. Unter der FĂŒhrung des neuen Oberhauptes Linhard verließ die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Dunwins Geist
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Re: Das verborgene Tal

#101

Beitrag von Dunwins Geist » Mi 14. Feb 2018, 07:01

Dunwin musterte seine Leute und sein Blick war keinen Deut weniger eisig als zu Lebzeiten. Im Gegenteil, seine geisterhafte PrÀsenz verströmte eine eisige KÀlte und sein Blick war pures Packeis.

"Mit den Worten ist wohl deutlich klargestellt worden, wer hier das Kommando hat...
Ihr seid meine Leute, Ihr untersteht mir....
Mein Ableben hat daran rein gar nichts geÀndert...

Selbst Archibald sieht dies so, auch wenn ihm meine jetzige Form nicht behagt....
Aber glaubt mir... ich wÀre auch gerne noch unter den Lebenden!

Da ich dies aber nicht bin... und Brandur mich zurĂŒck in diese Welt rief, werdet Ihr ihm den gleichen Respekt zollen wie mir! Dies gilt ebenso fĂŒr Linhard... er wird meine... nun unsere Nachfolge antreten!

Wir haben eine Aufgabe zu erledigen...
Diese Aufgabe erledigen wir gemeinsam... wie zu alten Zeiten...
Und wenn Euch dazu mein Bruder... oder mein Neffe ein Befehl erteilt, dann werdet Ihr ihn umsetzen!

GleichgĂŒltig was Archibald sagt...
GleichgĂŒltig was Ihr denkt...

Ich bin als Geist nicht wehrlos... ich kann von jeden Besitz ergreifen...
Wer also nicht zukĂŒnftig Zuschauer seines eigenen Lebens sein möchte... sollte sich gepflegt geschlossen halten...
Es könnte sein, dass ich sonst mit dessen Körper spazieren gehe...
Ich bin keine Bergziege... ein guter Kletterer war ich noch nie... hier ist sehr viel Gebirge... es wĂ€re doch schade, wenn Brandur erneut wen beschwören mĂŒsste... nicht wahr?

Und nun bewegt Euch und holt diesen verdammten Boten zurĂŒck!
Auf dem RĂŒckweg seht zu dass Archibald hier aufschlĂ€gt... und zwar schleunigst...
Mir scheint es, als benötigen wir gleich seine besonderen FÀhigkeiten...",
befahl Dunwin kalt.

"Was stand in der Botschaft... Bruder?", fragte Dunwin Brandur besorgt.

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Das verborgene Tal

#102

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mi 14. Feb 2018, 07:37

Der Stab hatte sich nun drei von Hohenfeldes gegenĂŒber und alle drei hatten schlechte Laune. Der erste war ein hervorragender KĂ€mpfer, der zweite ein unsterblicher Geist und der Dritte ein Nekromant mit respektablen FĂ€higkeiten. Ganz nebenbei besaß Brandur nun obendrein noch eine mehr als ehrfurchtgebietende physische Macht, die im Hintergrund wirkte, die er nun ins Spiel brachte. Sein Blick durchbohrte Damir und Undorich.

"Ich darf Sie beide daran erinnern, dass ich seit kurzem nicht nur das Oberhaupt der von Hohenfeldes, sondern der gesamten Sippe bin. Dun-Haru-Mar, meine Lieben. Sie sollten die FĂŒĂŸe stillhalten. Ich mag ihnen im Duell mit dem Degen auf meine alten Tage nichts entgegenzusetzen haben, doch ich versichere Ihnen, dass das nicht nötig ist. Wenn ich das will, genĂŒgt ein Brief an die passende Person, um Sie und Ihre gesamte Familie in den finanziellen und emotionalen Ruin zu stĂŒrzen. Ich zerstöre Sie, Ihr lautes Mundwerk und alles, was Ihnen lieb und teuer ist."

Brandur wurde von einem Schwall vĂ€terlicher Liebe erfĂŒllt, als Linhard die Grobiane in allerfeinster Von-Hohenfelde-Manier zurechtstutzte. Unmittelbar darauf gab noch Dunwin seinen eisigen Senf dazu. Ja, es war gut, dass die Familie wieder beisammen und nun endlich geeint war.

"Dem ist wenig mehr hinzuzufĂŒgen", erwiderte Brandur. "Sie haben die Intruktionen meines Bruders vernommen, der die Befehlsgewalt ĂŒber den Stab auf Linhard und mich erweiterte. Als Auftragnehmer unter Eid haben Sie einem jeden von uns gegenĂŒber Achtung zu wahren und Schelte und gegebenenfalls ZĂŒchtigung beschwerdefrei anzunehmen. Ich akzeptiere keine Unhöflichkeiten! Weder mein Sohn noch ich bat einem von Ihnen das Du an! Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihrem Kollegen Chevalier de Dupont und lassen Sie sich in ihrem eigenen Interesse von ihm beraten, was Benimm anbelangt, ich werde das nicht ewig zu ertragen bereit sein. Jetzt bringen Sie uns diesen Boten!"

Er wartete, bis die drei verschwunden waren, dann wĂŒrde er Linhard und Dunwin den Brief zeigen.

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Chirag de Dupont
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Re: Das verborgene Tal

#103

Beitrag von Chirag de Dupont » Mi 14. Feb 2018, 07:55

Chirag verneigte sich vor der Front aus erzĂŒrnten von Hohenfeldes.

"Mein Kollege el Akir gedachte Euch nicht zu provozieren", sprach er mit allervornehmstem souvagner Akzent. "Er ist manchmal schwer von Begriff und man sollte klare und einfache Worte wĂ€hlen, damit er einen versteht. SelbstverstĂ€ndlich werden wir Dunwins und somit Euer aller Befehl umgehend nachkommen und ihn zu Eurer vollsten Zufriedenheit erfĂŒllen."

Mit einer weiteren Verneigung entschwand er ein StĂŒck rĂŒckwĂ€rts, ehe er sich aufmachte, um den Boten einzuholen. Er hoffte, dass Damir und Holzi jetzt nicht weiter stĂ€nkerten. TatsĂ€chlich folgte ihm Damir, der wohl Muffensausen bekommen hatte.

"Was fĂŒr ein Stinkstiefel", murrte der Rakshaner, als sie weit genug weg waren. "Amer Holzi. So ein Miesmuffel. Hoffentlich hat er dir jetzt nicht den ganzen Tag versaut."
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Undorich Holzapfel
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Re: Das verborgene Tal

#104

Beitrag von Undorich Holzapfel » Mi 14. Feb 2018, 08:22

Holzi setzte zu einer Erwiderung an, aber als Dunwin ebenfalls lospolterte, hielt er sich bedeckt. Er deutete eine Verbeugung an, die bei seiner Gestalt und seiner Geschicklichkeit eher aussah, als hÀtte er vor Brandur oder Linhard den SchÀdel vor die Stirn zu hÀmmern.

Dann folgte er im nachgeÀfften Flanierschritt Chirag und hielt dabei schön die beiden kleinen Finger abgespreizt, um die Sprechweise seines Kollegen zu verhöhnen. Als Undorich aus der Hörweite der Hohenfeldes war, warf er Damir einen hilflosen Blick zu.

"Tut mir leid, ich wollte Dich vor dem Alten beschĂŒtzen, aber dass das KĂŒken und Dunwin ebenfalls ausrasten, konnte ich nicht ahnen. Was beim Abgrund stand in dem Brief? Hat ihm seine Verwandtschaft Schulden hinterlassen? Haben die vergessen die Steuern fĂŒr die letzten fĂŒnf Jahre zu zahlen? Was? Der hatte einen Blick drauf wie Chirag. Kein Wunder, dass die beiden sich sofort grĂŒn waren.

Ich soll ihn nicht duzen, sonst macht er meine Familie und mich fertig. Sowas, dass heißt er macht Dich fertig Damir. Wo ist Jesper wenn wir ihn brauchen? Jes sorgt doch sonst immer fĂŒr Ruhe. Wobei wo er gerade ist und was er macht können wir uns denken. Er fehlt ja nicht alleine, sondern gemeinsam mit Archibald",
erklĂ€rte Holzi und ließ vielsagend die Augenbrauen hĂŒpfen.

"Weiß ĂŒberhaupt einer wo dieser verfluchte Bote langgelaufen ist? Mal ehrlich, was sollen wir uns den Hintern fĂŒr den Kerl abrennen. Lasst uns einfach den nĂ€chstbesten Burschen schnappen der hier vorbeilĂ€uft. Brandur wird sich kaum das Gesicht von dem gemerkt haben, so wie der auf den Brief gestarrt hat. Dem hĂ€tte man mit Kanthölzern die Stielaugen abschlagen können.

Wir sollten dringend Archibald und vor allem Jesper davon erzĂ€hlen wie wir behandelt und beleidigt wurden, so kann das nicht weitergehen. Er lĂ€sst den Boten flĂŒchten und wir sind auf einmal die BlödmĂ€nner. Echt Damir, Dir wĂ€re das nicht passiert. Man und wieso möchte Dunwin uns besetzten? Was hat er davon? Nichts. Wir waren ihm immer treu. Wer weiß was dieser Brandur dem Dun fĂŒr einen Floh ins Ohr gesetzt hat. Arch vertraut Brandur nicht und er ist unser erster Mann, auch wenn er Jespers Frau ist. Wir mĂŒssen das klĂ€ren. Aber vorher fangen wir Brandur einen Boten. Ich bin schwer enttĂ€uscht",
murmelte Holzi.

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Wolfram von Wigberg
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Re: Das verborgene Tal

#105

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mi 14. Feb 2018, 08:45

Wolfram ging langsam zurĂŒck zum Haus. Vorher stattete er seinem Garten noch einen Besuch ab und schaute ob alles in Ordnung war. Viel war im Moment nicht zu tun und was anstand, konnte er auch morgen noch erledigen. Wolf schaute sich um und entschied, wo er das kleine Haus fĂŒr die Bienenstöcke hinstellen wĂŒrde. Nun musste Marlo nur noch sein Versprechen einlösen und den Unterstand fĂŒr die Bienenvölker bauen und schon konnten sie loslegen.
Die restlichen Tiere, die sie sich anschaffen wollten, mussten sie ebenfalls noch erwerben. Eigentlich hatte Wolfram vorgehabt, Margot mit dieser Aufgabe zu betrauen, aber seine Dienerin war die letzten Tage stÀndig irgendwo unterwegs oder beschÀftigt gewesen. Wolfam störte es nicht weiter, dann ritt er eben selbst mit Marlo in die Stadt.

Gerade als er seinen Garten inspizierte, machte sich der Bote auch schon wieder auf den Weg. Der junge Mann schien es sehr eilig zu haben. Entweder war die Nachricht alles andere als gut, so dass er die Beine in die Hand nahm, oder er hatte noch weitere AuftrĂ€ge zu erledigen. Wolfram schaute ihm einen Moment hinterher, dabei ging er rĂŒber zu seinem Pferd und streichelte der uralten Stute den Kopf.

Es dauerte nicht lange, dann nahmen drei Stabler aus Dunwins Truppe die Verfolgung des Boten auf. Was war denn nun schon wieder los? GlĂŒcklich sahen die drei jedenfalls nicht aus. Wolfram zog eine Möhre aus dem Garten, gab sie seinem alten treuen Pferd und ging zurĂŒck ins Haus.

Brandur schien außer sich, auch Linhard und Dunwin wirkten in Sorge.

"Was ist passiert? Ich habe zuerst den Boten regelrecht aus dem Tal stĂŒrzen sehen und dann wurde er von drei Stablern verfolgt. Ist die Botschaft so schlecht oder hat sich der Bursche daneben benommen?", hakte Wolfram nach.

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Re: Das verborgene Tal

#106

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mi 14. Feb 2018, 10:38

Marlo
 
hatte mit Wolfram die ReisigsĂ€cke ausgeladen und ins Haus geschleppt. Eigentlich war er ziemlich stinkig ĂŒber diese sinnlose Arbeit, aber Wolf hatte ihn das erste mal Schatz genannt. Das ging runter wie Öl. Kaum waren sie fertig mit der Schlepperei, ging jeder seiner Wege. Sein Mann natĂŒrlich genauso. Das war zum Verzweifeln. Wobei Verzweiflung musste nicht sein. Wolfram war nur nicht daran gewöhnt, auf wen RĂŒcksicht zu nehmen und bei ihm zu bleiben. Er hatte es nie kennengelernt.
Marlo wusste sich selber zu beschĂ€ftigen. Wenn keiner Zeit oder Lust auf ein Übungskampf hatte, dann ĂŒbt er allein. Also ging der Junker in den Garten und ĂŒbte. SpĂ€ter wĂŒrde er nochmal Wölfchen und Archibald anhauen wegen dem Übungskampf. Marlo freute sich drauf, sein Können zu messen. Als er genug geĂŒbt hatte folgte er Wolfram ins Haus. Aber sein Mann ging nicht direkt rein, sondern beobachtete einen Mann der schnell verschwand. Argwöhnisch starrte Marlo dem Typ hinterher. Da Wolfram aber dann seinen alten Gaul kraulte war der wohl keine Gefahr. Die neuen verfolgten auf den Typen was spĂ€ter und Wolf ging ins Haus. Marlo folgte ihm.
Brandur sah kÀseweiss aus und seine HÀnde waren vor Wut geballt. Wolfram fragte was los war. Marlo stellte sich dazu.
 
„Kann ich helfen?.“

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Das verborgene Tal

#107

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 15. Feb 2018, 14:42

"Schauen Sie sich das an, Marlo!", schnaubte Brandur und zeigte auf den Brief, den er Linhard in die Hand gedrĂŒckt hatte. "Helfen können Sie und Ihre Hilfe ist dringender denn je! Ansgar wird sich in Souvagne zunĂ€chst eine sichere Basis aufbauen und was dann geschieht, werden wir uns denken können. Er ist ein von Hohenfelde, erzogen von Dunwin höchstselbst und scharf gemacht von Archibald. Er wird sich dort sicher nicht in den Ruhestand begeben. Jetzt wird sich bezahlt machen, dass die Familie sich vereint hat, anstatt gegeneinander zu agieren. Wir mĂŒssen nĂ€her zusammenrĂŒcken, eine sichere Basis schaffen und die Klingen nach außen richten. Der erste Schlag wird womöglich entscheiden, wir dĂŒrfen nicht warten, bis Ansgar ihn fĂŒhrt!

Wir haben seinen vollen Namen. Ich habe Verwandtschaft in Souvagne und obendrein haben wir einen gebĂŒrtigen Souvagner unter uns, den guten Chirag de Dupont! Ich werde nach Souvagne reisen und mich mit den de la Cantillions beraten. Sie und Wolfram werden mich ebenso begleiten wie Linhard und Dunwin. Chevalier de Dupont wird die Einreisegenehmigung fĂŒr uns erwirken.

Sie können schon mal anfangen zu packen, Marlo. Tragen Sie alles in den Wyvern, was Sie und Wolfram benötigen. Vergessen Sie ihre Dokumente nicht, damit wir an der Grenze keine Probleme bekommen. Ich werde mich zunĂ€chst mit dem Boten befassen. Er wird nicht zu seinem Herrn zurĂŒckkehren, nicht in einem StĂŒck."

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Re: Das verborgene Tal

#108

Beitrag von Chirag de Dupont » Do 15. Feb 2018, 14:51

"`ört auf zu lÀstern, das könnt ihr spÀter immer noch tun", schnauzte Chirag. "Wir `aben eine Auftrag!" Er beschleunigte in den Laufschritt. Er hatte nur noch einen Arm, doch laufen konnte er wie der Wind.

Bald sahen sie den Boten, der es ziemlich eilig hatte. Als er die drei Verfolger bemerkte, begann er zu rennen. Chirag legte einen Springt ein. Der Bote war gut zu Fuß, aber er war auch von der Reise erschöpft. Nach einigen hundert Metern hatten Chirag ihn eingeholt und packten ihn an der Kleidung. Damir kam nur wenig spĂ€ter an. Er schickte den Boten mit einigen gezielten Hieben zu Boden, schlug ihn aber nicht bewusstlos, damit er noch allein laufen konnte. Undorich, der aufgrund seiner Statur langsamer war, kam als letzter an.

"Undorich, du `ast die meiste Kraft, du wirst den Kerl zurĂŒck fĂŒhren", bestimmte Chirag. Damir und ich gehen rechts und links von dir. Falls er Ärger macht, schickt in die Bewusstlosigkeit."
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Re: Das verborgene Tal

#109

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Do 15. Feb 2018, 19:07

Linhard reichte die Botschaft an Wolfram weiter, da dieser danach die Hand ausgestreckt hatte. WĂ€hrend dieser die Zeilen las, fĂŒhlte sich Linhard gerade wie mehrfach geohrfeigt. Brandur und Dunwin erging es sicher ganz Ă€hnlich. Vermutlich fĂŒhlte sich sein Vater noch wesentlich tiefer gedemĂŒtigt, da es sich Ansgar nicht hatte nehmen lassen, ihn extra als Grund fĂŒr seinen Familienaustritt zu erwĂ€hnen.

Der Brief war wirklich typisch Ansgar. Sein Erzeuger wusste wie man jemanden etwas um die Ohren schlagen konnte, selbst in Papierform. Und Lin hatte die ganze Zeit einen lachenden und sich vor Schadenfreude kugelnden Ansgar vor Augen, als dieser den Brief schrieb. Vermutlich musste er mehrfach die Feder absetzen, da er vor LachanfĂ€llen geschĂŒttelt wurde, wĂ€hrend der diese Zeilen verfasst hatte.

Hauptsache er hatte nicht nachgegeben, im Gegenteil er konnte sogar noch einen draufsetzen!
Ansgar schmiss man nicht aus der Familie, Ansgar schmiss die ganze Familie von sich!
Auf sowas musste man erst einmal kommen!

Wer wusste was der Mann als nĂ€chstes plante? Niemand. Nun fast niemand, denn Brandur schien eine Nase dafĂŒr zu haben, wie Ansgar tickte. Allerdings waren solche Gemeinheiten auch unter den Wigbergs bekannt und mit denen waren sie genauso nah verwandt wie mit den von Eibenbergs.

Mechthild von Hohenfelde, die Ehefrau von Alastair und die Mutter von seinem Vater Brandur wie auch seinem Opa war eine gebĂŒrtige Wigberg. Vielleicht hatte Ansgar seine cholerische Art von ihr, ebenso Dunwin. Und Dunwins Ehefrau Melisande war eine GebĂŒrtige von Eibenberg. Aber die befassen sich ehr damit anderen den Geldhahn zuzudrehen, anstatt bitterböse Hassbriefe zu verfassen, die leider auch noch genau ins Schwarze trafen.

Nun sie wĂŒrden Ansgar besuchen und ihm auf den Zahn fĂŒhlen. Sein Erzeuger wĂŒrde garantiert satt werden, wĂ€hrend sie ihn besuchten. Neben seinem neusten Werk wĂŒrde er ihm die Verstoßung bis zum Anschlag in den Hals rammen.

Wer zuletzt lachte, lachte bekanntlich am lÀngsten.

"Meine Adoptionsurkunde mĂŒsste ausreichend sein als Legitimation. Paps wenn wir die Cantillions besuchen, dann solltest Du nicht nur bezĂŒglich Ansgar mit ihnen sprechen. Soweit mir bekannt ist, hat doch Melville Töchter in meinem Alter. Du warst einst mit seiner Schwester verheiratet, sprĂ€che etwas dagegen, dass ich eine seiner Töchter heirate? Ich meine ich könnte sie vor Ort direkt kennenlernen. Falls ich GlĂŒck habe, ist eine dabei die mir zusagt.

In Souvagne ist es immer gut Almane zu sein und einen echten Souvagner an seiner Seite zu haben. So sagt man jedenfalls. Chevalier de Dupont wird uns sicher gute Dienste erweisen und da er ein Adliger ist wie wir, haben wir dort sicher auch einen anderen Stellenwert, sobald er fĂŒr uns spricht. Jedenfalls wusste er sich gleich zu benehmen, dass steht außer Frage.

Nun ich wĂŒrde sagen, sprechen wir mit den de la Cantillions bezĂŒglich Ansgar und danach lass uns den Ex-von-Hohenfelde fĂŒttern Paps. Er hat neben dem Brief hier noch meine Verstoßung zu fressen. Keks...",
erklÀrte Linhard grimmig.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Das verborgene Tal

#110

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Do 15. Feb 2018, 20:06

Wolfram las sich den Brief durch und verkniff sich ein Schmunzeln. Der Brief hatte einen sehr ernsten und traurigen Hintergrund, aber trotzdem ließ sich Ansgar nicht davon abhalten ihnen noch einen Tritt zu verpassen. Der Kerl war unverbesserlich.

"Nun jedenfalls kann Ansgar nicht abstreiten, dass der Brief von ihm ist. Ich werde meine Papier heraussuchen und mich gemeinsam mit Marlo um die Abreise kĂŒmmern. Ich halte es ebenfalls fĂŒr eine gute Idee Herrn de Dupont mitzunehmen. Einen Einheimischen in einem fremden Land dabei zu haben, kann vieles erleichtern.

Also wir reisen in einer kleinen Gruppe bestehend aus Dir Brandur, Linhard, Marlo, Herr de Dupont und meiner Wenigkeit. Das heißt Margot hat sich um den Rest zu kĂŒmmern. Die höchste Instanz nach Dir Dunwin war Archibald als erster Stabler oder?",
hakte Wolfram nach.

"Richtig... Arch ist der erste Mann des Stabes gefolgt von Jesper... der ist Nummer zwei...", bestÀtigte Dunwin.
"Dann haben die beiden wĂ€hrend unserer Abwesenheit hier das Sagen und fĂŒr Ruhe zu sorgen. Wir sind ja mittlerweile doch ein paar mehr. Ich gehe mit Marlo packen. Sagt ihnen bitte Bescheid", erklĂ€rte Wolfram und gab Brandur das Schreiben zurĂŒck.

"Wir haben zu packen kommst Du?", bat Wolfram Marlo.

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