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Re: Das verborgene Tal

Verfasst: So 10. Dez 2017, 19:05
von Wolfram von Wigberg
Wolfram zuckte mit den Schultern.

"Es kann gut sein, dass ich aus dem Grund wütend war oder mich angegriffen fühlte. Marlo, nichts liegt mir ferner als zu streiten. Sobald Brandur zurück kommt, werde ich mich entschuldigen. Dass Du Dich um mich sorgst, freut mich. Aber ich denke schon, dass ich merken würde ob Kasimir mich aussaugt oder nicht. Also schmerzfrei stelle ich mir das nicht vor", grinste Wolfram.

Wolfram führte Marlo zwischen die großen Nadelbäume und scharrte kurz mit dem Stiefel im Boden, ehe er wieder aufblickte und Marlo kurz sanft küsste.

"Mit den Nadelbäumen hast Du Recht Marlo, ich liebe ihren Duft auch, darum habe ich sie hier angepflanzt. Viele Nadelbäume verströmen einen angenehmen Duft und dass, obwohl sie keine Blüten besitzen. Das Geheimnis des Duftes liegt im Harz. Nadelbäume wie Fichten, Kiefern und Tannen stellen Harz her.

Seine bekannteste Aufgabe ist der Verschluss von Wunden am Baum. Wird eine Tanne verletzt, können sich die Zellen der Harzkanäle mit Wasser füllen und das Harz an die beschädigte Stelle bringen.

Hier tritt das Harz nun aus und härtet aus um die Wunde des Baumes zu verschließen. Du kannst Dir das Harz wie das Blut des Baumes vorstellen Marlo. Mit unserem Blut verhält es sich ähnlich, hast Du eine Wunde, tritt es aus und verkrustet.

Bei der Herstellung des Harzes stellt der Nadelbaum viele ätherische Öle her. Teilweise entsteht auch ein Überschuss der duftenden Öle und so werden diese über Drüsen an den Nadeln ausgeschieden. So entsteht der Duft den Du kennst.

Zudem kann man die frischen Triebe von Nadelbäumen als Nahrung wie auch als Medizin verwenden.

Eine Ausnahme ist da die Eibe, sie ist giftig - wie sie unsere Verwandten schon im Namen tragen - Eibenberg.
Bei der Eibe sind Nadeln und die Samenkörner giftig. Schon der Verzehr von einigen Nadeln oder Samen reicht aus, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Zudem bevorzugt sie im Gegensatz zu anderen Bäumen den Schatten. Eine Eibe kann um die 2.000 Jahre alt werden. Ein stattliches Alter.

Kochen oder Trocknen zerstören nicht die Giftstoffe der Eibe. Der Giftgehalt ist im Winter am größten. Im Herbst leuchten die roten Früchte von weitem, der süße Fruchtfleisch-Samenmantel ist der einzige Teil der Pflanze, der ungiftig ist. Aber das Samenkorn im Fruchtfleisch, dies ist giftig.

Die Eibe gilt nicht umsonst als Baum des Todes.

Jedenfalls waren wir bei den ungiftigen Nadelbäumen. Um die Tannen nicht in ihrem Wachstum zu stören, sollten nur im Mai Spitzen gepflückt werden. Zum Essen eignen sich nur die frischen, weichen, hellgrünen Spitzen am Ende der Zweige. Also die Knospen, die noch nicht aufgegangen sind. Sie sind sehr lecker und gesund.

Knospen von Nadelbäume schmecken säuerlich bis herb. Und je später man sie im Jahr erntet, umso würziger ist ihr Aroma. Du kannst sie gebraten, eingelegt oder sogar roh verwenden. Ich benutze sie zum Verfeinerung von Hauptgerichten oder für Desserts.

Ich glaube das interessiert Dich im Moment nicht besonders oder? Nun frag mich was über Pflanzen und ich bin in meinem Element",
erklärte Wolfram wieder gut gelaunt und hockte sich auf den trockenen Nadelboden.

Er lehnte sich mit dem Rücken an den Baum und schaute zu Marlo auf.

"Danke für Deine Geduld und fürs Kopf zu Recht rücken Marlo. Setz Dich zu mir und... naja Du weißt schon", grinste Wolfram breit.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Di 12. Dez 2017, 16:07
von Marlo von Falkenberg
Marlo
 
setzte sich neben Wolfram unter den Baum und kuschelte sich an.  Marlo hörte Wolf zu und streichelte ihn dabei. Er war ganz schön nervös. Aber Marlo unterbrach ihn nicht, sollte Wolfram schwatzen wozu er Lust hatte. Wenn er danach weniger unsicher war, war das gut. Und was er schwatzte war gar nicht so uninteressant wie er sagte.
Marlo hatte nicht gewusst, dass man Tannenbäume essen konnte. Er kannte keinen, der es getan oder versucht hatte. Marlo stellte sich das lustig vor, Tannennadeln in seinen Essen zu haben. Wobei die sicher weich wurden beim Kochen. Wölfchen war schon total schräg. Marlo grinste und küsste ihn auf den Hals.
 
„Doch das interessiert mich. Ich hab nicht gewusst, dass Tannenbäume essbar sind. Aber auf so eine Idee kannst nur du kommen Wölfchen. Wenn du magst, kannst du ja mal ein Gericht aus Tannennadeln kochen. Das würde ich gerne probieren, weil das verrückt klingt und von dir ist. Aber jetzt wollten wir was anderes machen als über essbare Tannenbäume reden.
Trotzdem hör ich dir zu, wenn dich das beruhigt. Dass Eiben giftig sind hab ich gewusst. Drum dürfen die nicht auf Weiden stehen und ihr Holz ist begehrt für Waffen.
Entschuldige dich nachher bei Brandur, den Rest vergessen wir.
Wegen deine Aufgeregtheit, du hast mich schon in dich reingelassen. Also weisst du, dass es schön ist. Du musst keine Angst haben, dass es anders wird. Es wird anders, aber besser. Wenn wir uns länger kennen und es öfter machen, wird es immer besser werden. Das liegt daran, dass wir dann wissen was wir beide mögen. Wir finden raus, was du gerne magst. Und ich geh drauf ein und mach genau das mit dir. Und du mit mir.
Du hast gesagt, dass du keine Ahnung von Begehren gehabt hast. Das hat mich traurig gemacht, für dich. Und jetzt wo du den Spass dran kennengelernt hast, wolltest du es direkt wieder. Also kennst du nun den Spass und das Begehren. Das ist was schönes und nichts zum fürchten. Du kannst mich alles fragen und um alles bitten. Ich beantworte dir alles was ich weiss und ich mach alles für dich. Du musst keine Angst haben.
Dafür wirst du Sachen machen, die ich mir wünsche. Wenn ich dir das sage, wirst du das machen. Davor musst du genausowenig Angst haben. Die Spielstunde macht mehr Spass, wenn beide mitmachen. Drum musst du einiges von mir lernen. Und du lernst gleich was neues. Oder willst du noch was schwatzen? Ich schulde dir immer noch eine Rasur, erinnere mich dran.“
 
Marlo hockte sich vor Wolfram und drückte ihn gegen die Baum. Dabei knutschte und streichelte er ihn.
 

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: So 17. Dez 2017, 18:24
von Brandur von Hohenfelde
Als Brandur aufwachte, war es Tag. Er wusste nicht, ob es der nachfolgende war oder schon der übernächste. Er war hungrig und fühlte sich ungepflegt. Als er durch die Rippen blickte, sah er die Nachtburg, den dunklen Stein glänzend vom Morgentau. Einen Moment lang war er versucht, sich dort einfach wieder zu verkriechen, um nie wieder hervorzukommen und die Familie samt und sonders ihrem Schicksal zu überlassen. Müde war er, auch nach seinem langen Schlaf. Er strich sich über das zerknitterte Gesicht und die inzwischen einen Zentimeter langen Bartstoppeln.

"Bring uns zurück ins Tal von Wolfram, unterwegs lege einen Halt ein beim Rathaus von Shohiro. Ich möchte sehen, ob sich inzwischen familienpolitisch etwas getan hat."

Und tatsächlich - dort war der ersehnte Aushang! Alles gehörte ihm. Anwolf hatte ohne Murren und Knurren herausgegeben, was ihm zustand. Es war amtlich. Brandur von Hohenfelde war Familienoberhaupt der von Hohenfeldes. Ihm gehörte alles, einschließlich des unheilvollen Herrenhauses. Sehr zufrieden steckte Brandur den Aushang ein, organisierte eine Flasche Wein (Sekt würde während der Reise aufschäumen) und stieg wieder in den Wyvern.

"Bruder, dies ist ein guter Tag. Ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, Linhard an die Spitze zu bringen und den Alten Weg auszulöschen." Er klopfte dem Wyvern seine Knochen. "Nun kann es zurück nach Daijian gehen."

Zurück in Daijian suchte Brandur nach seinem Leibdiener. Er wollte sich nach so vielen Tagen endlich waschen und rasieren lassen, aber der Vampir war verschwunden. Brandur suchte ihn überall, ehe Kasimir ihm aus dem Garten entgegengehastet kam.

"Ah, Kasimir, mein Guter", begrüßte Brandur ihn in einem Anfall von guter Laune.
Kasimir stutzte kurz ob der Freundlichkeit seines Herrn, der sogar lächelte. Er verneigte sich vorsichtshalber besonders tief. "Willkommen zurück, mein Herr! Wie darf ich Ihnen zu Diensten sein?"
"Ein Bad, eine Rasur und frische Kleidung." Brandur beäugte Kasimir misstrauisch. "Du siehst verändert aus. Hast du gespeist?"
"Oh, ich wollte Sie gerade um eine Portion Instantblut bitten! Der Wyvern war fort und das Instantblut lag noch bei dem übrigen Gepäck im Inneren."
"Dein tagelanger Hunger ist die rechte Strafe für dein Versäumnis, dich um das Gepäck zu kümmern. Du kannst dir eine Mahlzeit holen und anmixen." Brandur betrachtete Kasmirs Gestalt. Der Vampir wirkte nicht mehr so schlank und elegant wie sonst. Irgendwie sah er gröber aus, muskulöser. Vielleicht täuschte es, vielleicht auch nicht. "Wo ist Archibald?"
"Er hat sich aufgrund seiner Migräne zurückgezogen und um Ruhe gebeten."
"Und Sklave?"
"Simon spielt im Garten."
Brandur musterte ihn. "Simon. So, so. Archibald hat mich also belogen, als er sagte, er wüsste seinen Namen nicht mehr. Zu dir war er aufrichtig. Ich sollte dir eine Rüge erteilen, du warst zu freundlich zu ihm. Danke meinem Großneffen, dass ich in gnädiger Stimmung bin. Nimm dir das Instantblut, nach der Mahlzeit kehre zu mir zurück und bereite das Bad und die Rasur vor. Ich suche in der Zwischenzeit nach meinem Sohn."

Kasimir verneigte sich und ging, Brandur suchte Linhard.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: So 17. Dez 2017, 21:22
von Dunwins Geist
Dunwin tat worum ihn Brandur bat und flog ihn zurück zu Wolfram. Vorher legten sie einen Zwischenstopp in Shohiro ein, der nicht besser hätte verlaufen können. Ohne die üblichen, familiären Machtspielchen hatte Anwolf Brandur sein Erbe ausgehändigt.

"Das Dir ohne die üblichen familiären Querelen Dein Erbe ausgehändigt wurde, freut mich sehr Brand. Du kannst Dir gar nicht vorstellen wie sehr.
Fühl Dich gedrückt... Bruder.
Anwolf hat entweder sehr viel Verstand oder sehr viel Angst... vielleicht auch beides.
Aber das soll Deine Feierstimmung nicht trüben...
Du hältst endlich in Händen was Dir gehört...

Nun ich glaube es ist mehr als einfach nur ein Meilenstein, es ist ein Zeichen...
Solange wir so zusammenhalten, wird uns der Rest auch noch gelingen, glaube mir.

Miteinander ist doch wesentlich besser, als gegeneinander... schade dass wir so lange dafür benötigt haben, um dies zu begreifen. Aber das soll den Tag und Deine Freude nicht schmälern...

Ich hoffe Du leerst die Flasche gemeinsam mit Linhard und nicht allein... nur Spaß.
Sei ihm nicht nur ein Vater... sei ihm auch ein Freund Brand, dass braucht er wie eine verdurstende Pflanze Wasser...

Wir werden es schaffen Lin an die Spitze zu bringen und die alten Wege auszulöschen",
freute sich Dunwin aufrichtig für Brandur.

Erneut starteten sie durch und Dunwin flog von Shohiro bis nach Daijan und landete im Tal von Wolfram. Kaum dort gelandet, verließ er den Körper des knöchernen Drachen und folgte Brandur. Gemeinsam suchten sie Kasimir, aber der Leibdiener Brandurs war nicht aufzufinden. Dunwin vermutete, dass ihm immer noch die Tracht Prügel in den Knochen saß. Plötzlich und unerwartet kam Kasimir aus dem Garten angerannt. Dunwin musterte den Leibdiener Brandurs streng.

Da sich Kasimir aber überaus freundlich gab, war Dunwin auch geneigt ihm zu verzeihen. Zumal es Brandurs Diener war und er seinem Bruder nicht die Laune verhageln wollte. Dafür war der Tag zu schön.

"Heute ist ein zu schöner Tag Kasimir, als dass Du Deinen Herrn verärgern solltest. Die letzten Tage waren äußerst anstrengend für meinen Bruder. Und als Leibdiener ist es Deine Pflicht, dass Du Dich um sein Wohl kümmerst. Du hast ihn in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Ich möchte Dir heute keine Vorhaltungen machen, aber Du solltest Deine Aufgaben gewissenhafter ausführen. Mein Bruder bringt Dir sehr großes Vertrauen entgegen", erklärte Dunwin.

Als Brandur Kasimir fragte, ob dieser gegessen hatte, schaute Dunwin ebenfalls genauer hin. Kasimir wirkte nicht mehr so schlank und schlaksig, im Gegenteil, er wirkte gut genährt und gestärkt. Er sah für Dun tatsächlich verändert aus, aber darüber würde er später allein mit seinem Bruder sprechen.

Als sich Brandur nach Archibald erkundigte und Kasimir davon sprach, dass sich dieser aufgrund seiner Migräne zurückgezogen hatte, nickte Dunwin beipflichtend.

"Die Erläuterung von Kasimir ist korrekt. Arch leidet unter Migräne. Vermutlich war er einfach zu lange bei Tag draußen. Er lebt normalerweise im umgekehrten Rythmus. Des Nachts ist er wach und tagsüber schläft er. Helligkeit verträgt er nicht.

Schau an, ich glaube Archi nahm uns übel, dass wir ihm seine Sammlung weggenommen haben. Dass wird ihm zusätzlich auf die Nerven geschlagen haben. Er erholt sich wieder, Arch ist zäh. Dennoch erstaunlich, welches Vertrauen er Dir entgegenbringt Kasimir. Nur vergesst eines nicht, Ihr dient beide meinem Bruder",
erinnerte Dunwin.

Als Brandur loszog um Linhard zu suchen, heftete Dunwin sich wieder gut gelaunt an ihn.

"Zeig uns gleich mal die Bekanntmachung. Lin wird auch aus dem Häuschen sein, ich wette drum", freute sich Dun und knuffte Brandur. Auch wenn sein Bruder dies nur als kurze Kälte wahrnahm, wusste er hoffentlich die Geste zu schätzen.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: So 17. Dez 2017, 21:27
von Linhard von Hohenfelde
Kaum dass Linhard die Stimmen von Brandur und Dunwin hörte, lief er ihnen entgegen.
Mit den Worten, "Ich weiß ich sollte nicht, ich tue es trotzdem", sprang Linhard Brandur förmlich an und drückte ihn felsenfest an sich.

"Man was habe ich Dich vermisst. Was war los? Geht es Dir besser? Du siehst besser aus. Unrasiert, genauso bescheiden wie ich vermutlich - aber Du siehst besser aus. Glücklich. Erzähl wo warst Du Paps und was gibt es zu berichten?", fragte Lin aufgekratzt.

"Ach nebenbei, Marlo und Wolfram haben sich irgendwohin verdrückt, Arch ist nicht wieder aufgetaucht, Kasimir hat sich auch nicht bei mir blicken lassen und Margot haben wir auch nicht gesehen, vermutlich hielt sie es nicht für nötig uns was zu essen anzubieten. Jesper und ich haben uns aus der kleinen Küche selbst versorgt. Ohne Dich geht alles den Bach runter, ich freue mich so, dass Du wieder da bist", grinste Linhard von einem Ohr zum anderen.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Mo 18. Dez 2017, 14:23
von Wolfram von Wigberg
Antwort von Wolfram von Wigberg zu finden im Ü18-Bereich:

Tannenduft
Link:
viewtopic.php?f=41&t=1228

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 01:11
von Marlo von Falkenberg
Marlo

ging mit Wolf im Arm ins Haus. Das sie sich in so kurze Zeit so nah gekommen waren freute ihn sehr. Viel war sicher auch Wolfs Angst, dass er ihn wieder verlieren konnte. Deshalb hatte er sich bei Brandur so aufgeführt, dass Marlo total platt war. Und Wolfram schien ihm zu vertrauen. Das freute Marlo besonders. Er hatte zwar Angst bekommen in der zweiten Spielstunde, aber er hatte ihm vertraut. Sogar als er ihn fester angepackt hatte. Wölfchen schien ein bisschen gierig zu sein, was Zärtlichkeit und Spass anging.
Aber das war für Marlo total in Ordnung. Er hatte sich sehr gewünscht, dass Wolf den Spass an einer Spielstunde kennenlernte. Er wollte ihm beweisen, dass man keine Nudel für gute Pasta brauchte. Und er hatte es ihm scheinbar so gut bewiesen, dass Wolf zweimal am Tag Pasta essen wollte. Dafür hatte er vorher sein ganzes Leben keine Pasta essen können. Marlo schaute zu Wolf rüber und gab ihm einen Kuss. Wolf hatte viel nachzuholen. Marlo grabbelte ihm zärtlich die Seite und ging mit ihm in den Keller, wo die anderen untergebracht waren.

Brandur, Dunwin, Jesper und Linhard waren da. Archibald, Kasimir und Margot fehlten. Marlo dachte nach, ob Kasimir vielleicht auch Margot und Archibald umgebracht und aufgesaugt hatte. Er hoffte inständig nicht. Wobei jeder Kämpfer in der Familie den Name von Dornburg kannte. Der einstige Schwertmeister von Dunwin von Hohenfelde, so wie sein Vater einst der Schwertmeister von den Wigbergs war und nun war er es. Wenn Kasimir also Hunger gehabt hatte, konnte Archibald sich besser verteidigen als alle anderen hier.
Marlo hatte noch kein Wort mit den Mann gewechselt, aber er war neugierig auf ihn. Er wollte gerne mit ihm die Klingen kreuzen und mit ihm üben. Sobald der Schwertmeister wieder aufgeschlagen war, wollte Marlo mit ihm ein bisschen schwatzen. Über ihn wurde auch viel erzählt. Wenn nur die Hälfte stimmte, war er ein ganz schön gefährlicher Finger. Aber vielleicht war das genauso nur dummes Geschwätz wie über Wolfram und ihn. Und falls nicht war das nicht schlimm, er war auf ihre Seite und sie konnten jede gute Klinge in ihren Team gebrauchen.

Marlo grüsste ihn die Runde.

"Hallo, ich wollte für uns beide Entschuldigung sagen Brandur. Unser Start war nicht gut und wir haben es nicht böse gemeint. Wolf war total durch den Wind und ich wollte nur den Streit schlichten. Ich hoffe wir können den Streit begraben und wieder wie Kameraden miteinander umgehen. Wir sind doch alle auf der selben Seite. Ihr seid hier alle willkommen von Wolf aus. Und falls es zur Hochzeit kommt, niemand wird von Woflram ausgeladen. Eine Hochzeit feiern zwei Leute und das war von ihm nicht so gemeint. Er hatte was falsch verstanden. Wolf dachte du machst dich über ihn lustig. Ich denke nicht, dass du das getan hast. Wollen wir uns versöhnen?".

Marlo wartete ab und drückte Wolfs Hand. Er betete still, dass Wolfram ruhig bleiben würde und nicht wieder von Kasimir seine Harmlosigkeit anfing. Dann würden sie wieder streiten, wobei Brandur sah ganz glücklich aus.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Mi 20. Dez 2017, 09:57
von Wolfram von Wigberg
Die Worte wie die Blicke von Marlo nahm sich Wolfram zu Herzen. Er hatte versprochen, dass er sich bei Brandur für seine Art entschuldigen würde, also würde er dies auch tun. Mit Marlo schlenderte er zurück zum Haus und ließ sich mehr als bereitwillig von ihm streicheln. Den Kuss erwiderte er mit einem Schmunzeln.

Im Keller schaute er sich ebenfalls um. Nicht alle waren anwesend. Irgendwie verursachte es ein beklemmendes Gefühl, sobald Kasimir fehlte zuzüglich einiger Bewohner. Wolfram ließ zuerst Marlo reden und nickte zustimmend, bezüglich der Infos über ihn.

Zeitgleich tastete Wolfram die Gegend nach den fehlenden Seelen ab. Er fand Margot und Sklave, Kasimir konnte er nicht aufspüren, da seine Macht nicht über Untote gebot. Die Geistmagie beschränkte sich auf den lebenden Geist einer Seele. Allerdings fand er auch nicht Archibald. Wolfram stutzte, sagte aber nichts weiter dazu. Wer wusste schon, wo sich der Mann herumtrieb? Nochmal wollte und würde er Kasimir nicht in Misskredit bringen.

Zudem hatte Wolfram dem Vampir noch etwas ganz anderes versprochen. Er hatte ihm zugesichert, dessen Meister zu rufen. Und dieses Versprechen würde er gleich einlösen. Die Information verschwieg Wolfram aber geflissentlich.

Das Kasimir nichts Böses im Schilde führte, spürte Wolfram instinktiv. Der ehemalige Lichtalb sehnte sich nur nach einer vertrauten Gestalt, jemand der ihn anleiten und das Leben als Vampir lehren konnte. Woher sollte er dies auch wissen? Vielleicht gab es sogar ganz andere Möglichkeiten, als die Opfer zu töten.

Immerhin hatte Kasimir seine Blutspende gut verkraftet. Falls jeder aus der Gruppe nur ein bisschen für ihn spendete, durfte es eigentlich kein Problem sein, Kasimir satt zu bekommen. Sein Meister verfügte sicher über noch ganz anderes Wissen. Und ein Vampir, der sich Kasimir für die Vampirwerdung ausgesucht hatte, konnte kein Schlächter sein.

Dann hätte dieser Mann eine ganz andere Person gewählt. Eine mit passender Einstellung und bereits passenden Fähigkeiten und nicht den friedliebenden und freundlichen wie auch hilfsbereiten Kasimir.

Wolfram taten die Schläge die Kasimir einstecken musste, immer noch sehr leid. Vor allem, da er es gewesen war, der ihm diese Strafe aufgebürdet hatte. Hätte er nur seinen Mund gehalten und kein Wort über seinen Leibdiener verloren. Tot war der Mann eh, wurde er durch Brandurs Prügelattacke etwa wieder lebendig?

So fokussiert und selbstreflektiert wie Kasimir war, hatte er selten eine Person erlebt. Der ehemalige Mönch ruhte stets in sich selbst. Gut dass er sich einen kleinen Schluck vom ohnmächtigen Janko gegönnt hatte, konnte Wolfram nachvollziehen. Aber er hatte den Mann weder verletzt, noch gebissen. Er hatte einfach die Blutquelle genutzt, die sich vor Ort ergeben hatte. Ganz ohne sein eigenes Zutun.

Aus dem Grund hatte Wolfram vor, Kasimir so gut es ging zu unterstützen. Was die anderen von dem Vampir hielten, war ihm gleichgültig. Nochmal wollte er den guten Mann nicht verraten. Die anderen durften ruhig ihre Meinung behalten.

Wolfram lächelte zu Marlos Worte und nickte bestätigend.

„Mir liegt ebenfalls nichts daran mich mit Dir zu streiten Brandur. Meine Worte wie auch mein Tonfall von vorhin bitte ich zu verzeihen. Wir waren alle aufgebracht und wütend. Und wie Marlo schon richtig anführt, ich habe Deinen Kommentar bezüglich der Hochzeit in den falschen Hals bekommen. Ob es je eine Hochzeit geben wird, wird sich zeigen. Aber ausladen würde ich Dich nicht. Das war eine unnötige und bösartige Spitze von mir, die nicht hätte sein müssen. Ich hätte Dich auch einfach fragen können, ob Du Deine Bemerkung sarkastisch oder aufrichtig gemeint hast. Aber dafür waren unsere Gemüter wohl zu erhitzt.

Da Euch Margot scheinbar vergessen hat, werde ich nach oben gehen und sie bitten Euch etwas zu essen zuzubereiten. Falls Ihr sonst noch etwas benötigt, lasst es mich wissen.

Ich kann es nur noch einmal wiederholen, meine Worte tun mir aufrichtig leid und waren ganz sicher nicht so gemeint. Ihr seid hier jederzeit willkommen“,
erklärte Wolfram freundlich.

Von Wigberg löste sich von Marlo, drückte Brandur kurz und verschwand dann nach oben. Er suchte Margot auf und bat sie, für die Gäste eine üppige Mahlzeit zuzubereiten, damit sich diese endlich von ihrer Reise erholen konnten. Eine Zurechtweisung bezüglich der versäumten Arbeit verkniff sich Wolfram. Margot war die gute Seele des Hauses, sie hatte die Gäste bestimmt nicht mit Absicht vergessen.

Nachdem er Margot angehalten hatte, sich um das leibliche Wohl der Gäste zu kümmern, machte er sich direkt auf den Weg in die Vorratskammer. Da diese von innen mit dem Querholz verriegelt war, klopfte Wolfam an.

„Mach auf Kasimir, ich bin es, keine Sorge. Lass mich rein, ich habe Dir doch versprochen mir Deine Narbe anzuschauen. Du erinnerst Dich? Leider kann ich nicht mental mit Dir reden. Mach auf, ich helfe Dir, Du weißt schon wobei“, erklärte der Magier freundlich vor der Tür und klopfte erneut leise.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Fr 22. Dez 2017, 20:43
von Brandur von Hohenfelde
Brandur wurde von Linhard fast umgerannt und hatte Mühe, auf den Füßen zu bleiben. Der Junge drückte ihn und freute sich, was Brandur verstörte. Er war es nicht gewohnt, dass man ihn vermisste und noch weniger, dass man sich freute, ihn zu sehen. Dunwins Hinweis, dass er nicht nur ein Vater, sondern auch ein Freund sein solle, würde wahrscheinlich für Brandur ein Ding der Unmöglichkeit sein, auch wenn er sich größte Mühe gab. Er tätschelte ungeschickt den Rücken seines Sohnes, wusste aber nicht, was er sagen sollte. Nachdem das Begrüßungszeremon abgeschlossen war, rückte Brandur seinen verrutschten Dreispitz zurecht und räusperte sich vornehm, obwohl er gerade ganz und gar nich vornehm aussah mit seinem unrasierten Gesicht und seinen ungewaschenen Kleidern.

Pünktlich kamen auch Marlo und Wolfram hinzu und entschuldigten sich. Brandur machte eine wegwerfende Handbewegung.

"In Anbetracht von unserer aller Vorgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass es hier und da zu Missverständnissen kommt. Tatsächlich meinte ich die Bemerkung freundlich und versuchte, zum Ausdruck zu bringen, dass ich sie billige, obwohl ich nicht gerade für meine Toleranz bekannt bin. Vergessen wir die Sache und freuen uns gemeinsam an diesem Tage. Ich habe hervorragende Neuigkeiten und das passende Getränk, um darauf anzustoßen. Das machen wir dann, wenn alle anwesend sind. Werte Verwandte, liebe Gespenster, Freunde und sonstige Anwesende, Anwolf hat das Erbe offiziell an mich abgetreten!"

Er zog den Zettel aus dem Mantel und zeigte ihn herum.

Re: Das verborgene Tal

Verfasst: Sa 23. Dez 2017, 07:54
von Marlo von Falkenberg
Marlo

war froh dass Wolf wieder gelassen war.  So wie er ihn sonst kannte. Er schwieg die ganze Zeit als Marlo erzählte. Danach entschuldigte er sich bei Brandur und sagte, dass der Streit ein Missverständnis war. Falls es eine Hochzeit geben sollte, wollte er Brandur doch einladen. Und Margot sollte ihnen endlich was zu essen machen. Scheinbar hatte die das vergessen, oder die Dienerin hatte Angst gehabt. Sie war allein und hier waren nur fremde Männer. Da hatte keiner drüber nachgedacht. Dann verabschiedete sich Wolfram und ging. Marlo starrte hinterher und wusste nicht was er sagen sollte. Das Wolf ihm nicht weglaufen wollte war klar, aber ihn einfach stehen lassen, ging gar nicht.

"Er muss noch an seinem Benehmen feilen. Lässt mich der mich einfach stehen. Vermutlich geht er Margot bescheid sagen. Die Dienerin wird euch nicht absichtlich vergessen haben. Sie hat bestimmt Angst. Wir sind alles nur Männer hier und sie ist die einzige Frau. Dann noch der Tod von dem anderen Diener, da wird sie Angst haben. Jetzt wo Wolfram wieder da ist, wird sie uns bestimmt was zu essen machen. Ich könnte genauso was zu essen vertragen, ich hab ganz schön Hunger."

Marlo setzte sich hin und machte es sich gemütlich. So wartete er auf das Essen von Margot. Wovon er so hungrig war, sagte er den anderen nicht. Aber er musste grinsen, als er an die Tannen dachte.

Brandur zeigte das Schreiben von Anwolf herum.

"Das ist wirklich ein Tag zum feiern. Rückte er es so heraus? Das ist erstaunlich. Es könnte Friede geben, wenn er weiter so bleibt. Sein Vater hätte dir das Schreiben nie gegeben. Da war es doch gut, dass er sein Sohn das Erbe gab. Der hat dir ungewollt einen Gefallen getan. Herzlichen Glückwunsch Patron Brandur."