Der Vampir und die Bestie


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprĂ€gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein HĂ€ndchen fĂŒr BĂŒndnisse und Hinterhalte.
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Archibald von Dornburg
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Re: Der Vampir und die Bestie

#21

Beitragvon Archibald von Dornburg » Di 26. Dez 2017, 14:29

Jesper knuffte Arch und hielt ihm Schokolade hin.

”Nimm", sagte er gut gelaunt.
"Nein Danke, ich glaube daher hatte ich oft MigrÀne. Ist ein Auslöser, ich verzichte mal eine Zeit lang drauf", antwortete Archibald.

"Von mir aus, ein Versuch kann nicht schaden. Du siehst ein bisschen besser aus. Wie geht es Dir? Hunger gehabt in letzter Zeit?", hakte Jesper nach und ass selbst die Schokolade.
"Geht mir auch wieder besser. Nein ich habe keinen Hunger gehabt, sondern MigrÀne. Hunger... manchmal muss ich dann an Derya denken. Komisch", erklÀrte Arch leise.

"Inwieweit denkst Du an sie?", fragte Jesper freundlich.
"Dass ich mir jedes Objekt gegriffen hĂ€tte, nur nicht sie. Im Rausch erkenne ich niemanden, aber ich erkenne Zeichen. Darum befahl ich damals Merna der Kleinen so frĂŒh wie möglich die TĂ€towierung stechen zu lassen.

Sie bekam sie mit 3 Jahren. FĂŒr den extremen Wenn-Fall das ich meine eigene Tochter greifen wĂŒrde. Ich hĂ€tte sie im Rausch nicht erkannt Jesper. Ich hĂ€tte sie gefressen. Aber ich hĂ€tte im Rausch das Zeichen erkannt, ich hĂ€tte vielleicht keinen Zusammenhang herstellen können, wer sie ist, aber ich hĂ€tte sie niemals verletzt.

Denn sie trĂ€gt ein Zeichen der Ältesten. Ich wollte nicht irgendwann aus einem Rausch aufwachen und die Reste von Derya in HĂ€nden halten. Das hĂ€tte ich nicht ertragen. Also musste ich sie als unantastbar brandmarken und zwar so, dass ich es im Rausch noch begreife. Das ist die einzige Möglichkeit die ich hatte.

Als Vater sorgt man sich eben immer, auch wenn meine Art der Sorge wohl sehr speziell ist. Anders konnte ich ihr meine FĂŒrsorge nicht gefahrlos zu teil werden lassen",
sagte Arch.

Jesper musterte Arch.

"Arch, andere möchten ihre Kinder auch nicht halb zerfressen im Arm halten. Wenn Du das begreifst, dann lass Dir endlich helfen! Ich verstehe Dich nicht", stöhnte Jesper.
"Tun die wenigsten Jesper und ist nicht weiter schlimm", gab Arch zurĂŒck.

"Doch es ist schlimm! Mein Problem mit Dir ist, ich weiß was Du fĂŒr ein hochanstĂ€ndiger und lieber Kerl Du sein kannst. Ich weiß wie hilfsbereit Du sein kannst und man kann sich keinen besseren Kumpel als Dich wĂŒnschen. Du bist absolut loyal, Du sagst einem auch unbequeme Wahrheiten und Du lĂ€sst einen nie hĂ€ngen.

Ich mag Dich sehr Arch, Deine Freundschaft bedeutet mir viel. Aber Du hast auch eine andere Seite, die unbeschreiblich grausam ist. Mörderisch grausam und sadistisch. Kampf ist das eine, aber das was Du im "Rausch" tust ist Wahnsinn.

Du bist krank im Kopf. Das meine ich nicht als Beleidigung, sondern Du bist da tatsÀchlich krank.

WĂŒrde ich nur die dunkle Seite kennen, sprich die Bestie, wĂŒrde ich sagen Du musst gehen. Aber ich kann nicht zulassen, dass Dich wer in den Abgrund schickt und Dich gehen lĂ€sst, denn Deine andere helle Seite hat das nicht verdient.
Mich kotzt es allerdings an, dass Du kein bisschen bereit bist, der Bestie Einhalt zu gebieten. HĂ€ttest Du Dich fĂŒr Derya behandeln lassen? Bestimmt. Aber fĂŒr alle anderen nicht.

All jene die Du holst und in Deinen Abgrund reißt Archibald von Dornburg sind fĂŒr irgendwen da draußen eine Derya.

Du bist zwar jĂŒnger als ich, aber nicht mehr der JĂŒngste. Denk wenigstens nun drĂŒber nach, ob Du Dich nicht wenigstens auf Deine alten Tage behandeln lĂ€sst. HĂ€nge den Job an den Nagel, nimm hin dass Du fett wirst und gestehe den anderen wie auch Dir Frieden zu.
Du hattest es mit Merna versucht und bist gescheitert, aber Du warst ehrlich zu Dir. Sei es jetzt auch",
bat Jesper.

"Merna ist leider vor ein paar Jahren gestorben. Ich habe unserer Kurzen da etwas Geld geschickt. Naja so kurz ist sie nicht mehr. Und nein, ich lasse mir nichts abschneiden. Derya ist 37 Jahre alt, von mir geht fĂŒr sie keine Gefahr mehr aus Jesper.

Die Kurze hatte vor einigen Monaten gewaltige Scheiße gebaut Jes.
Das war so... lass mich nicht lĂŒgen... am Jahresanfang...
Dunwin lebte noch... ja... genau...
Ich glaube sie hat... mein Problem...
Sie wurde verurteilt und sollte hingerichtet werden... 46facher Mord...
Wie bei den Ältesten kann man sich 46 mal erwischen lassen?",
keuchte Archibald.

"Derya?", hakte Jesper total baff nach.
"Ja!", bestĂ€tigte Arch erschĂŒttert.

"46... die Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", stöhnte Jesper.
"Wenn ich es doch sage! Keine Ahnung wie viele Baby wirklich ausgeknipst hat, aber eigentlich sollte man sich ĂŒberhaupt nicht erwischen lassen! Das hat mich total entsetzt. Was ist nur mit ihr los", erklĂ€rte Archibald mit Grabesstimme.

"Du hast sie sehr geliebt oder?", flĂŒsterte Jesper.
"Ich liebe sie immer noch, unabhÀngig von ihren Fehlern", grinste Arch.

"Du hast sie da rausgehauen?", fragte Jesper baff.
"Sicher, sie ist mein Kind. Wenn sie mich braucht bin ich da", erklÀrte Arch freundlich.

"Dann tue es fĂŒr sie, lass Dir helfen. Oder mach es fĂŒr uns, der alten Freundschaft Willen, oder fĂŒr uns alle. Ja?", fragte Jesper und knuffte Arch.
"Ich habe schon damit angefangen, ob Du es glaubst oder nicht, ich bekam Hilfe von einer anderen Seite und bis jetzt klappt es gut. Aber mehr wird noch nicht verraten. Ich muss einen Probelauf unternehmen. Mich quasi in Versuchung fĂŒhren und widerstehen. Und ich werde widerstehen - ich schwöre es Dir", erklĂ€rte Arch vehement.
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