Der Vampir und die Bestie


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprägt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein Händchen für Bündnisse und Hinterhalte.
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Archibald von Dornburg
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Re: Der Vampir und die Bestie

#11

Beitragvon Archibald von Dornburg » Mo 11. Dez 2017, 23:02

Archibald rutschte nach hinten, bloß weit weg von dem Korb und rollte sich geschwächt zusammen. Er stopfte sich die Hände als Kopfkissen unter den Kopf und versuchte es sich so gemütlich wie möglich zu machen unter den gegebenen Umständen.

Arch versuchte sich zu entspannen, aber dass ihm das nicht gelang, sah man ihm eindeutig an. Ebenso sah Kasimir, dass immer noch etwas nicht stimmte. Archibald gab seinen Versuch auf und legte sich ganz flach auf die Seite.

Sklave kroch ganz vorsichtig hinter ihn und drĂĽckte sich in Archibalds Kreuz. Dabei gab er keinen einzigen Ton von sich, sondern berĂĽhrte ihn ganz behutsam mit einer Hand. Archibald reagierte nicht darauf. Weder schalt er Sklave noch bestrafte er ihn, er lieĂź es einfach geschehen.

"Kasimir... ich kann nichts sehen...", flüsterte Archibald erschöpft.

"Wer immer uns zusammengefĂĽhrt hat Kasi... ob die Ă„ltesten oder Oril...
Sie prüfen uns ständig... durch Aufgaben... Leid... Schmerzen... Opfer...

Wir sind unser beider Zeichen... SchlĂĽssel und Schloss...
Meister und SchĂĽler...

Ich nehme Deine Bedingungen an und schwöre Dir dass ich mich an Deine Dogmen halten werde... ich schwöre es beim Leben von... Derya. Danke für die Segnung...

Falls ich es mir aussuchen darf, beiß mich so tief wie möglich in den Hals, fast an der Schulter... bitte",
antwortete Archibald glĂĽcklich.
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Kasimir
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Re: Der Vampir und die Bestie

#12

Beitragvon Kasimir » Mi 13. Dez 2017, 22:25

Kasimirs Augenbrauen zogen sich einen Augenblick zusammen, als Archibald seine vorübergehende Blindheit gestand, nur um im nächsten Augenblick einem breiten Lächeln zu weichen.

»Keine Angst, Archibald«, sagte er sanft und kam näher. »Du bist in Sicherheit.« Nun mit unverhohlener Gier betrachtete er den im Augenblick vollkommen wehrlosen Mann. Ein Festmahl, das sich bereitwillig anbot, dass genossen werden wollte. Archibald würde nicht zappeln, sich nicht gebärden wie die anderen. Er würde stillhalten und Kasimir konnte langsam und mit Genuss trinken.

Simon kuschelte sich von hinten an seinen Herrn. Kasi holte sich eine Rebe Weintrauben und einen harten, sehr abgehangenen Knacker. Er legte eine Spur nach drauĂźen. Scheu lugte Sklave mit einem Auge hinter Archibalds breitem Kreuz hervor.

»Komm«, lockte der Vampir. »Iss!«

Simon kam hervor gekrabbelt und naschte eine Weintraube nach der anderen auf. Draußen angekommen warf Kasimir die Weintrauben kreuz und quer in den Garten, so dass Sklave sie suchen konnte. Das würde ihn eine Weile beschäftigen. Die harte Knackwurst legte er ihm vor die Tür. Damit hatte er ebenfalls eine Weile zu tun und würde nicht stören. Als Kasimir sah, dass Simon beschäftigt war, schloss er die Tür, verriegelte sie von innen und begab sich wieder zu Archibald, der noch immer schwer atmend und von Schmerzen geplagt da saß mit seiner blutenden Zunge. Den Schaum hatte er inzwischen mit dem Ärmel weggewischt.

Kasimir hockte sich zu ihm, strich über Archibalds Kragen und berührte dabei den Hals. Für ihn mit seiner eisigen Körpertemperatur fühlte er sich heiß an. Er spürte den Puls unter der weichen Haut. Kasimirs Lippen bebten vor Appetit. Es war kein Hunger, sondern die Vorfreude eines unwahrscheinlich köstlichen, verbotenen Leckerbissens, vergleichbar mit einem Kind, dass wegen einer Krankheit niemals Süßigkeiten essen durfte und einen Teller wunderschöner Pralinen gereicht bekam.

»Zieh deine Kleider aus«, bat Kasimir. »Es wird kleckern und du möchtest dich sicher hinterher wieder ordentlich einkleiden.« Er half Archibald und legte die Kleidung ordentlich zusammen. Der Mann war über und über tätowiert. Eine Form von Aberglauben, doch Kasimir hatte gerade anderes im Sinne, als ihn darauf anzusprechen und seinen Aberglauben zu korrigieren.

»Geh vor auf die Knie, mein Schüler«, sagte er Ernst. Anhand seiner Stimme konnte Archibald hören, wo er war, und leistete der Aufforderung Folge. Kasimir nahm sich bewusst Zeit, um den Augenblick zu genießen. Es war das erste Mal, dass er nicht hastig und voller Schuldgefühle schlingen musste. »Ich gebe dir den Segen, den mein Meister mir zuteilwerden ließ. Die Gabe des zeitlosen Lebens und nehme dir im Tausch die Freude, im Sonnenlicht zu wandeln. Die Sonne wird dein Tod sein. Doch für uns bleibt der Nachthimmel, mit Sternen wie Diamanten und den zwei Monden, die für uns scheinen. Du wirst nun sterben, Archibald, um zu neuem Leben zu erwachen. Vergehen, um wieder aufzuerstehen. Ich werde dich nun beißen.«

Kasimir kniete sich vor Archibald und legte seine Hände unter dessen Kiefer. Er schob leicht, so dass Archibald den Kopf schräg nach hinten neigte und seine Halsschlagadern hervortraten. Kasimir war froh, dass der Mann gerade blind war, denn Kasimir spürte die Auswirkungen sehr deutlich in den Lenden. Kasimir beugte sich nach vorn, fuhr mit der Nase über seine Haut und roch an ihm. Beobachtete das Klopfen der Adern, das sich nun beschleunigte. Die zunehmende Röte der an dieser Stelle dünnen und zarten Haut.

Kasimir öffnete den Mund, legte die eiskalten Lippen auf Archibalds Hals und ganz langsam biss er zu. Ganz leicht glitten die Fangzähne in Archibalds Schlagader hinein. Das erste Blut trat aus und Kasimir saugte sich fest. Vor Wolllust schloss er die Augen. Er löste die Fangzähne wieder vorsichtig und sog sich an der Wunde fest. Mit nuckelnden Bewegungen trank er das Blut. Es schmeckte köstlich! Archibald musste sich hervorragend ernährt und gut um sich gekümmert haben. Kasimir ließ sich viel Zeit und stach vorsichtig nach, wenn die Wunde sich wieder verschloss. Irgendwann wurde Archibald müde. Kasimir umarmte ihn, damit er nicht umfiel, und trank weiter, von intensiver Lust gebeutelt. Als Archibald schwach wurde, ließ er von ihm ab und legte ihn vorsichtig nieder. Er durfte ihn nicht ganz austrinken, sonst würde er nicht wieder aufwachen.

Kasimir keuchte. Doch Archibald atmete extrem flach und sein Herz schlug nur noch in sehr großen Abständen. Der Vampir blieb bei ihm, bis es vorbei war und hielt seine Hand.

Dann bettete er ihn auf die Decke, die er ursprünglich für Sklave bereitgelegt hatte, zog den blassen Leichnam ganz nach hinten in die Höhle und bettete ihn dort nieder. Er gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Sein Biss würde Archibalds Wiedergeburt sein. Die Decke schloss sich über Archibalds Gesicht als sein Leichentuch.

Kasimir legte sich etwas weiter entfernt, aber in Sicht- und Hörweite nieder, um zu ruhen, zu verdauen und über sein werdendes Geschöpf zu wachen. Er schämte sich für seine Tat, für den Mord an Archibald, für seinen Appetit ohne Hunger zu haben und seine Lustgefühle dabei und weinte lautlos vor sich hin.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#13

Beitragvon Archibald von Dornburg » Do 14. Dez 2017, 09:17

Viele, wenn nicht sogar die meisten Personen sagten ihm völlige Gefühlskälte nach, nannten ihn eine Bestie. Arch fühlte… er hasste… nur verbarg er dies hinter einer Maske aus arroganter Gleichgültigkeit.

Er selbst kannte nicht viele positive GefĂĽhle, er kannte fast nur Hass und vor allem Hunger.
Am meisten hasste er sich selbst, dafĂĽr was er war, fĂĽr seine pure Existenz.

Selten begegnete er einer Person wohlwollend. Es gab einige Ausnahmen, und eine davon war Kasimir.
Sein freundlicher Blick war sonst nichts weiter als Heuchelei. Sein Lächeln verbarg reines taktisches Kalkül und war Teil seiner Tarnung. Sein Verstand drehte sich bei Personen nur darum wie er sie seiner Sammlung hinzufügen konnte, wie er sie konservieren konnte oder wie er diese am effektivsten nutzen konnte.

Aber war er selbst effektiv?
Das musste er sich erneut mit sarkastischem, innerem Lachen fragen.

Oh er hatte versucht Effektivität zu erreichen!
DafĂĽr trainierte er Jahr fĂĽr Jahr, Monat fĂĽr Monat und Tag fĂĽr Tag.

Und dennoch lag er wieder im Dreck, wieder auf dem Boden, unbeweglich… verkrampft... hilflos…
Seiner Krankheit ausgeliefert…

Krank, nicht gesellschaftstauglich…

Aber die Gesellschaft hatte ihn gemacht. Gemacht zu dem was er war, grĂĽbelte er nach. Vielleicht auch nicht, vielleicht war doch jeder letztendlich dafĂĽr verantwortlich was er tat und nicht was seine Geburt ihm vorschrieb, denn nicht immer hatte ihn der Hunger in seinen Klauen. Manchmal lieĂź er sich sogar bewusst auf den Hunger ein, weil er Lust dabei empfand.

Was die anderen auch immer über ihn dachten, wie weit sie auch Recht hatten mit dem wie und was er war, eine Person liebte er aufrichtig. Er liebte sie nicht nur, er hatte sie beschützt – auf die einzige Art die ihm möglich war. Er hatte sich von ihr ferngehalten.

Einige Personen hatte er aufrichtig gemocht, sie ehrlichen Herzens geschätzt, sie waren zu seiner Familie geworden. Dunwin... Jesper...
Aber das lag für ihn mittlerweile so weit zurück, dass er sich fragte ob es je Realität gewesen war oder nur ein Traum.

Wellen von Schüttelfrost peinigten seinen Körper. Kalt war ihm. Mit dem Abebben des Anfalls kam zeitgleich sein Körpergefühl zurück. Nach einigen Minuten kam aber nicht nur die Erinnerung, sondern auch teilweise das Körpergefühl und die damit verbundenen Schmerzen zurück.

Archibald fühlte sich hilflos und schwach. Der Migräneanfall hatte ihn sämtliche Kraft geraubt.
Bei Kasimir jedoch fühlte er sich sicher und geborgen. Mehr als dass, der Vampir hatte sein Flehen erhört und war bereit ihn in den Stand eines untoten Dämons zu erheben.

Obwohl er nichts sah, verspürte er keine Angst. Kasimir werkelte herum und nach einiger Zeit hörte Arch, wie der Vampir die Tür verriegelte.

Nun war es soweit, es gab kein ZurĂĽck mehr.
Archibalds Herz schlug vor Aufregung schneller.

Kasimir entkleidete ihn weise voraus schauend, da er die Kleidung nicht mit Blut besudeln durfte. Arch hatte keine Kleidung zum Wechseln. Dabei berührten ihn die eiskalten Finger des Vampirs in einer beinahe zärtlichen Geste. Archibald neigte den Kopf in die Richtung, die der Vampir mit der Liebkosung vorgab. Kurz knirschte er genussvoll mit den Zähnen.

Kasimir beorderte ihn auf die Knie. Nie war Arch freiwilliger auf die Knie gefallen, als vor diesem Mann. Absolut gehorsam und demĂĽtig hockte er sich vor den Vampir und wartete voller Vorfreude auf seinen Segen.

Kasimir sprach von ihrer ewigen Feindschaft zum Licht, sprach davon dass sie stattdessen unter dem Licht der Sterne und der Monde wandeln wĂĽrden. Der Vampir verkĂĽndete, dass Arch sterben musste um ewig zu leben.

Selbst den Biss kĂĽndigte sein Meister an, denn er hatte ihn als SchĂĽler akzeptiert.

Kasimirs umfasste sanft seinen Kiefer und bog ihm damit den Kopf in den Nacken. Die Ăśberdehnung schmerzte Arch nicht, da er aufgrund seines Berufes wesentlich geschmeidiger und beweglicher war, als ein Durchschnittsmensch. Seine kantige Kieferpartie trat deutlich hervor.

Als der Vampir mit der Nase behutsam über seine Haut fuhr und an ihm schnupperte, bekam Arch eine Gänsehaut. Archibald presste seine Zähne fest aufeinander. Nicht aus Angst, sondern da er spürte wie sich die Bestie seines Hungers aus ihrem Gefängnis stahl, obwohl Kasimir überhaupt nicht in sein Beuteschema passte. Arch kämpfte seine animalische Gier mit größter Mühe herunter.

In dem Moment, wo sich Kasimirs eisige Lippen auf seinen Hals legten und sich die messerscharfen Eckzähne in seine Haut gruben, war die Bestie schlagartig frei. Er fühlte den "Kuss" als Beben hinab bis zwischen seine Schenkel.

Ein Knurren absoluten Wohlbefindens drang aus Archibalds Kehle und ohne es zu wissen, zog er mit Kasimir gleich. Voller Erregung schloss er genüsslich die Augen und ließ den Kopf noch weiter in den Nacken fallen. Die Luft war erfüllt von seinem leisen Keuchen, weil er zum Stöhnen zu atemlos, ja zu schwach war.

Er war so erregt wie noch nie zuvor in seinem ganzen Leben.

Er konnte nicht mehr klar denken und zerfloss beinahe vor Leidenschaft.
Arch fĂĽhlte sich vor Lust wie benommen.

Die Nebel wurden dichter, dann war es vorbei - ihn umgab nichts weiter als Dunkelheit.

Als Archibald aufwachte, verspürte er einen nie dagewesenen Schmerz. Einen Schmerz unbekannten Ausmaßes. Qualvoll richtete er sich auf alle viere auf und presste reflexartig eine Hand auf den Magen. Irgendwie hatte er das seltsame Gefühl zu schweben und sein Blick klärte sich nicht ganz. Dann kam die Erinnerung zurück und ein einziger mächtiger Gedanke manifestierte sich in seinem Geist…

HUNGER!

Hunger in einer bis dato nicht bekannten Dimension peinigte seinen Körper. Ein Hunger, verbunden mit etwas derart Raubsüchtigem, dass es sogar seine alten Gelüste in den Schatten stellte und wie ein harmlose Begehrlichkeiten wirken ließ.

Sein alter Hunger war bedeutungslos geworden.
Denn er lag hier nicht mehr als die Person die man einst kannte…

Die Stillung dieses neuen Hungers war essenziell, ĂĽberlebensnotwendig!

Dieses Raubsüchtige in ihm, uralt und mächtig, verlangte nach Blut.
Blut bedeutete Leben.

Er musste jagen, er musste töten, er musste trinken!

Und er hatte keine Zeit. Er konnte sich nicht auf eine lange verspielte Jagd wie früher einlassen. Der Hunger würde sich ins Unermessliche steigern und ihn vollständig um den Verstand bringen.

Der Biss hatte sich wundervoll angefĂĽhlt. SĂĽĂźer und befriedigender als jeder Akt. Aber das Erwachen in neuer Form war eine unermessliche Qual.

Lautlos brüllte er seine Verzweiflung über seinen Hunger in die Welt hinaus, wohl wissend dass ihn niemand hören durfte. Kasimir beobachtete ihn, Arch fixierte Kasimirs Blick mit seinen trüben, gebrochenen Augen. Hilfesuchend streckte er eine krallenbewehrte Hand nach seinem Meister aus.

"Hunger... hilf mir...", flehte er Kasimir an.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#14

Beitragvon Kasimir » So 17. Dez 2017, 19:48

Während Archibald kalt, fast blutleer und ohne ein Zeichen von Leben unter seinem Leichentuch lag, ging Kasimir hinaus und hatte in dieser kurzen Zeit seiner Abwesenheit kurz etwas zu tun und noch etwas anders zu organisieren:

viewtopic.php?f=64&p=12673#p12673

Als sein Geschöpf sich zu bewegen begann, war Kasimir sofort zur Stelle mit einer großen Suppentasse. Kaum hatte Archibald sich aufgesetzt und seinen Hunger geäußert, setzte Kasimir ihm eine volle Tasse mit Instantblut an die Lippen, dass er mit warmem Wasser angerührt hatte. Die andere Hand hielt er hinter seinen Rücken, damit der neugeborene Vampir sich abstützen konnte.

"Trink das, es wird dir gut tun. Instantblut ist weder so wohlschmeckend noch so sättigend wie lebendes Blut, noch geht das Trinken mit einem Lustgefühl einher. Damit ist es die ideale Wahl, um sich moralisch richtig zu ernähren! Niemand muss sterben, es schmeckt nicht und man macht sich keiner körperlichen Unkontrolliertheit schudig, Geist und Seele bleiben vollends rein. Der trotz des vollen Magens vorhandene Appetit ist eine gute Ergänzung zur Askese, die ohnehin ein jeder üben sollte. Oh und ich war so frei, dich zu waschen, zu rasieren und wieder anzukleiden. Natürlich habe ich deine Sachen vorher durchgewaschen und gebügelt und die Schuhe geputzt."
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Re: Der Vampir und die Bestie

#15

Beitragvon Archibald von Dornburg » So 17. Dez 2017, 21:58

Kaum dass er aufgewacht war und Kasimir um Hilfe angefleht hatte, war sein Meister auch schon bei ihm. Er reichte ihm eine groĂźe Suppentasse und setzte ihm diese sogar an die Lippen. Zeitgleich hielt Kasimir ihn mit einer Hand am RĂĽcken fest, so dass er sicher sitzen und trinken konnte. Arch musterte Kasimir gerĂĽhrt. Solche FĂĽrsorge war fĂĽr ihn ungewohnt.

Archibald ergriff mit beiden Händen die Tasse und trank gierig seinen ersten Schluck Blut. Es schmeckte grauenvoll, aber es linderte seine Schmerzen schlagartig. Während er das Blut aus der Tasse schlürfte, erklärte ihm Kasimir was er dort gerade trank.

Arch zog bei der Erläuterung baff eine Augenbraue hoch und blinzelte Kasimir an.

"Es schmeckt bewusst so grausig? Kann man es mit Wein strecken? Können wir überhaupt noch etwas anderes zu uns nehmen als Blut? Vielleicht wird man dadurch richtig satt, falls man dieses Blut mit etwas anderem streckt. Wieso trinken wir kein lebendes Blut?", fragte Arch und trank in langsamen, kleinen Schlückchen die Tasse aus.

Immerhin wusste Archibald nicht, wann es die nächste Mahlzeit geben würde. Aus diesem Grund wollte er sie so lange wie möglich auskosten.

"Du bist nun mein Meister Kasimir, Du musst mir alles beibringen was ich als Vampir wissen muss. Erzähl mir die grundlegenden Dinge, die ich verinnerlichen muss. Licht ist unser Feind, daran erinnere ich mich. Unsere Zeit ist die Nacht. Meine Welt war schon immer die Dunkelheit und die Nacht. Als Zeichen meiner absoluten Loyalität und Treue, werde ich Dir das Kämpfen beibringen. Damit Du auch ohne mich nicht wehrlos bist", erklärte Arch zwischen einigen Schlückchen.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#16

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Mi 20. Dez 2017, 10:05

Nachdem er Margot angehalten hatte, sich um das leibliche Wohl der Gäste zu kümmern, machte er sich direkt auf den Weg in die Vorratskammer. Da diese von innen mit dem Querholz verriegelt war, klopfte Wolfam an.

„Mach auf Kasimir, ich bin es, keine Sorge. Lass mich rein, ich habe Dir doch versprochen mir Deine Narbe anzuschauen. Du erinnerst Dich? Leider kann ich nicht mental mit Dir reden. Mach auf, ich helfe Dir, Du weißt schon wobei“, erklärte der Magier freundlich vor der Tür und klopfte erneut leise.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#17

Beitragvon Kasimir » Fr 22. Dez 2017, 11:43

GlĂĽcklich beobachtete Kasimir, wie Archibald das Instantblut schlĂĽrfte, ohne sich sogleich wieder zu erbrechen, wie es ihm selbst ergangen war, ehe Brandur die Rezeptur verfeinert hatte.

"Wir können nur bedingt etwas anderes Trinken als lebendes Blut. Selbst pures Wasser ist ein ernstes Problem. Probiere erst einmal wie du dieses von einem Lebenden abgezapfte und alchemistisch haltbar gemachte Instantblut verträgst, ehe du dich daran machst, es mit weiteren Zutaten zu mischen. Winzige Mengen an Wein oder Kaffee kann man gegebenenfalls beimengen, aber wir reden hier wirklich nur von einem Teelöffel voll, um das Aroma zu verfeinern. Wenn du Kaffeedurst verspürst, wirst du künftig Rakshanerblut trinken müssen. Wenn du Durst auf Wein verspürst, das Blut eines Trunkenboldes und so weiter. Brandur hat jede Portion für mich beschriftet. Dies hier ist geschmacksneutrales Almanenblut, gut verträglich und ohne besondere Eigenschaften wie erhöhtem Koffeingehalt, wie das meist bei Rakshanerblut der Fall ist. Deren Blut ist zumeist relativ proteinhaltig und weist einen hohen Gehalt an gesättigten Fetten auf, da sie viel Fleisch zu sich nehmen. Lichtalbenblut ist leicht verdaulich, aber wenig nahrhaft. Frostalbenblut ist geschmacklich bisweilen fischig, aber weist viele gesunde Inhaltsstoffe auf. Es ist mein Lieblingsessen, aber in diesen Breiten schwer zu bekommen."

Kasimir zupfte ein ausgefallenes Haar von Archibalds Schultern.

"Ich werde dir alles beibringen, was du wissen musst. Dass du widerum mir das Kämpfen beibringen möchtest, ist sehr zuvorkommend. Ich bin Lichtreiter. Ich habe das Kämpfen dereinst gelernt. Aber eine Übungsstunde zur Auffrischung des Gelernten kann sicher nicht schaden, meine körperliche Ertüchtigung kam etwas kurz in den letzten Jahren."

Als es klopfte, fuhr Kasimir erschrocken herum. Wolfram! Rasch nahm er seinem Schüler die Tasse weg und versteckte sie, dann tupfte er schnell den Mund seines neuen Schülers ab, damit kein Blutrest daran haften blieb. Erst dann öffnete er die Tür und machte dabei eine ausufernde Verbeugung, damit Wolfram standesgemäß an ihm vorbei eintreten konnte.

"Wir waren so frei, uns hierhin zurückzuziehen, damit Herr von Dornburg seine Migräne im Dunkeln auskurieren kann", erklärte er leise, so als ob Archibald laute Geräusche noch immer stören würden. Er schloss die Tür hinter Wolfram wieder und krempelte sein Hosenbein bis über das Knie hoch, damit er die Narbe seiner Zeugung sah. Die Einstiche von Varods Zähnen waren sehr viel größer und ovaler als jene, die er selbst an Archibalds Hals verursacht hatte, da Kasimir sich damals heftig gewehrt hatte und die Löcher daher tief eingerissen waren.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#18

Beitragvon Archibald von Dornburg » Fr 22. Dez 2017, 18:05

Archibald hörte Kasimir aufmerksam zu. Als sein Meister über Blutgeschmacksrichtungen philosophierte, musste Archi grinsen. Er kannte ähnliche Unterschiede beim Fleisch.

"Nach was habe ich denn geschmeckt? Ähnlich ist es mit Fleisch gewesen Kasimir. Je nachdem was das Objekt zumeist ass, danach schmeckte es auch. Folglich musstest Du ein Objekt von der Kippe eh erstmal einlagern und durchspülen, ehe es essbar wurde. Und Du musstest aufpassen, ob es verseucht war. Manche Krankheit überträgt sich eins zu eins auf den Menschen. Abbraten hilft Keime zu töten, aber ich ass nur Rohkost. Auch bei anderem Fleisch, irgendwie bekam ich es später nicht mehr anders herunter. Von warmen Essen erbrach ich mich. Aber diese Zeiten sind nun Dank Deines Segens für immer vorbei.

Du bevorzugst also Fischgeschmack? Ich werde es mir für Dich merken. Mal überlegen, ich wähle Wein oder Schokolade. Gibt es die Geschmacksrichtungen?

Mal strategisch an unser Nahrungsproblem herangegangen. Wir dürfen niemanden töten, dass ist Dein Dogma. Aber Brandur wird mich nicht ernähren. Und falls Du für zwei isst, fällt das auf.

Eine Person wird erst durch den Biss zum Vampir, richtig?
Dann machen wir das wie folgt. Ich kann jagen Kasimir, ich weiss wie man Menschen und Alben jagt. Wir werden sie jagen, aber nicht beissen. Haben wir ein Objekt gefangen, zapfen wir ihm Blut ab. Nach der Blutabnahme lassen wir es frei. Unfreiwillige Spende sozusagen. Es kommt mit dem Schrecken davon.

Wir können aber auch meinen alten Keller benutzen.
Dort stehen 12 Verschläge. Ich organisiere uns 12 Objekte. Die füttern wir dann mit unserem Lieblingsfutter. Du Deine 6 mit Fisch, ich meine 6 mit Schokolade. Und jeden Tag melken wir ein anderes der Objekte.

Damit wäre unsere Nahrung gesichert und wir können gemütlich Zuhause essen, sobald wir mal keine Lust zu jagen haben. Wegen der Blutabnahme mach Dir keine Gedanken, ich weiss wie sowas geht, ebenso ein Aderlass. Dunwin liess manchmal Leute hinhängen zur Befragung und im wahrsten Sinne des Wortes, lief ihnen ihre Zeit davon. Ganz einfach weil sie per Aderlass ausliefen. Auslaufmodell nannten wir das liebevoll",
erklärte Archi freundlich.

"Du ich habe wirklich schon einiges gegessen, aber einen Fisch nie. Sie sehen für mich nicht appetitlich aus. Da siehst Du mal wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.

Mit kämpfen meinte ich nicht, dass ich Dir beibringe wie man ein Schwert hält Meister... sondern wie man unter allen Umständen überlebt... ",
grinste Archibald.

Es klopfte an der TĂĽr und Kasimir nahm ihm sofort die Tasse ab und reinigte seinen Mund. Arch blinzelte und fragte sich, ob jemals seine Mutter oder seine Amme ihn dermaĂźen umsorgt hatte. Die Antwort viel ihm leicht - nein.

Kasimir liess Wolfram in die Höhle und erklärte so pfiffig wie gerissen, dass sie hier aufgrund seiner Migräne verweilten. Archibald nickte knapp zum Gruss.

Als Wolfram eintrat und auf Kasimir zuging, stelle Archi fest, wie gut Wolfram roch. Das war ihm vorher nie aufgefallen. Wolfram roch... lecker...

Sein Magen knurrte vernehmbar und Speichel sammelte sich in seinem Mund. Mit einer krallenbewehrten Hand rieb er sich die Stirn und warf Kasimir einen hilfesuchenden Blick zu. Er schaute kurz auf seine Krallen. Schlagartig hatte er das Bedürfnisse diese in Wolfram zu schlagen und ihm die Zähne in den Körper zu hämmern. Nicht um einen Brocken Fleisch aus ihm zu reissen, sondern er lechzte nach Blut.

Archibald stand auf und zwang sich unter grösster Willensanstrengung, sich in eine dunkle Ecke zu verziehen.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#19

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Fr 22. Dez 2017, 21:26

Wolfram betrat die Vorratshöhle. Von Dornburg nickte ihm zum Gruß zu, zog aber nach einem Augenblick eine Miene wie 10-Tage-Regenwetter und verzog sich selbst dann in die dunkelste Ecke der Vorratshöhle.

Wolfram war kurz geneigt hinterher zu gehen und sich nach seinem Befinden zu erkundigen, aber dass unterlieĂź er dann lieber doch. Vermutlich wĂĽrde Archibald das als Hohn auffassen und wie schlecht es ihm ging, hatte Wolfram ja gesehen.

Er musste ja nicht dreimal am Tag seinem Ehrentitel, Meister der Fettnäpfchen, die Ehre erweisen.

Aus diesem Grund verschonte er von Dornburg mit unnötigen Fragen und widmete sich voll und ganz Kasimir, für den er schließlich extra hergekommen war. Wolfram untersuchte die Narbe. Es handelte sich um eine tiefe, wulstige Narbe der man ihre gewalttätige Entstehung ansah. Wolfram berührte die Narbe und versuchte darüber eine Verbindung mit Kasimirs Meister herzustellen, aber es gelang ihm nicht.

Bedauernd schĂĽttelte er den Kopf.

"Also Kasimir, die Narbe reicht nicht aus um Deinen Bekannten zu erreichen. Ich weiß nicht wie viel Dein Patient weiß, oder wie viel Archibald wissen darf. Meiner Meinung nach würde er Dich sicher nicht bei Brandur anschwärzen. Die beiden haben kein inniges Verhältnis, wie man bereits zu Anfang sah, dennoch überlasse ich es Dir, ihn über Deine Pläne aufzuklären. Falls Du dies wünscht.

Ich muss Dir aber leider sagen, dass ich Deinen Bekannten so nicht erreichen kann. Seine Natur macht mir dies unmöglich. Kennst Du vielleicht einen seiner Freunde? Hast Du von einem Freund Deines Bekannten vielleicht etwas dabei? Dann würde ich diese Person kontaktieren. Sie könnte Deinen Wunsch weitergeben, sprich Deinen Bekannten bitten Dich zu besuchen",
schlug Wolfram freundlich vor.
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Re: Der Vampir und die Bestie

#20

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Di 26. Dez 2017, 01:37

Jesper van Verling

Jesper lief zur Höhle, klopfte an und betrat die Speisekammer. Er grüßte Kasimir und Wolfram leise, schaute sich nach Archibald um und gesellte sich zu seinem alten Kumpel.

„Na Du kleiner Spargel“, grinste Jesper, was Archibald leise auflachen ließ.
„Hast Du mich gesucht, oder die Speisekammer?“, schmunzelte Archi.

„Dich, da Du Dich verkrochen hattest. Wer Dich kennt, weiß wo er suchen muss“, antwortete Jesper gut gelaunt.
„Und da Du mich kennst, vermutest Du mich in der Speisekammer?“, hakte Arch nach.

„Nein, in irgendeinem dunklen, fensterlosen Loch. Da wir im Keller waren, blieb nur der Tunnel der in das Tal führt und die Speisekammer. Komm mit nach draußen, es ist dunkel. Ein bisschen frische Luft wird Dir guttun. Ist alles in Ordnung mit Dir oder hast Du Probleme?“, fragte Jesper.
„Alles Bestens, Danke der Nachfrage", antwortete Archibald und folgte Jesper nach draußen.

Hinter sich schloss Arch leise die Tür um Kasimir und Wolfram nicht zu stören.

"Jesper?“, flüsterte Archibald, als sie ein Stückchen weit gegangen waren.
„Was ist los?“, gab Jesper zurück.

„Mein Rumgezicke… es tut mir leid… es war nur…“, setzte Arch an und zuckte die Schultern.
„Tag?“, fragte Jesper und knuffte Arch, dass er fast umfiel.

„Das war es vorhin auch, aber damit hatte es nichts zu tun. Irgendwie… ist es fast vorbei. Ich habe mich gefreut als Dunwin zurück gekehrt ist, dennoch ist er tot. Und Du bist nicht mehr wirklich Du. Von der Persönlichkeit her schon, aber von den Fähigkeiten nicht. Machen wir uns da nichts vor. Und ich selbst? Darüber möchte ich nicht nachdenken. Aber eines steht fest, die guten, alten Zeiten sind vorbei.

Zeiten in denen wir Spaß hatten, in denen wir eine Familie waren. Dinge über die man früher gemeinsam gelacht hat, sind nun verpönt. Dinge die man gemeinsam getan hat, sind scheinbar bei Todesstrafe verboten.

Ich verstehe es nicht.

Einerseits möchte ich es nicht verstehen, andererseits schon und ich könnte Euch den Hals dafür umdrehen, dass es so kam.

Wieso hat sich Dunwin umbringen lassen? Und wieso nutzt er nun nicht seine Chance auf Rache? Du solltest Dir mal anhören, was er ab und an für ein Kraut von sich gibt. Total wirres Zeug von dies ist mein Sohn und er soll nicht sterben und all so ein Pseudo-Gut-Gelaber, dass mir schlecht wird.

Vorher hat er doch selbst alles dran gesetzt, dass es seinen Gören so dreckig wie möglich ging. Und auf einmal faselt der daher als hätte er einen Priester verschluckt.

Linhard hat gute körperliche Voraussetzungen, sein Können wird überdurchschnittlich für sein Alter sein, sonst sollte ich ihn nicht unterrichten. Er muss lernen, er muss austrainiert werden, aber zu erstklassigen Fähigkeiten, gehört ein erstklassiger Körper ebenso wie ein erstklassig geschulter Geist.
Hast Du Dir angehört was die ihm beibringen? Wozu soll ich dem Jungen überhaupt etwas beibringen? Wenn die beiden mit ihm fertig sind, muss er nur den Mund aufsperren! Von seinem Blut und seinem Erbe wird nichts mehr übrig sein.

Das Problem bei einem Geist ist, man kann ihm weder in die Eier treten, noch eine ĂĽberziehen damit er wieder klar im Kopf wird. Ich glaube es liegt am schlechten Einfluss, den Brandur auf ihn ausĂĽbt. Der Mann ist irre.

Gut er sollte tot sein, ist es aber nicht. Das ist doch suspekt, wieso ist der nicht tot? Er ist vom Dach gefallen. Jeder Mensch mit etwas Charakter stirbt bei so einen Sturz.

Der Kerl nicht. Vermutlich hätten wir ihn in hundert Teile zerhacken müssen, damit er endlich stirbt. Aber ich schwöre Dir, bei unserem Glück wäre der drei Wochen später wieder aufgeschlagen und hätte uns von seinen Wundheilschmerzen erzählt.

Und Du? Was wird das?

Du kannst mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass Du Dich so wohler fühlst. Kein Wunder, dass Du Dich vergraben hast. Mag ja ab und an mal lustig sein, sich einer Fressattacke hinzugeben und zu mampfen bis der Arzt kommt, aber erstens schenkten uns die Götter 10 Finger – einen davon wirst Du Dir ja in den Hals schieben können.

Und zweitens, falls Du einer von der Sorte bist, der nach dem Motto verfährt - was bezahlt wurde bleibt drin – dann feiere so eine Orgie 3 mal im Jahr und trainiere den Tag drauf wieder! Ehrlich Jesper, ich habe echt nichts dagegen, sich mal den Arsch vollzufressen, aber alles hat seine Grenzen.

Du hast Deine Grenze um Meilen überschritten, eine Rückkehr ist gewaltig schwer, vielleicht sogar unmöglich.

Die Ausrede dass Du Dich so wohler fühlst, gilt doch wohl in erster Linie für Dich und zwar als billige Ausrede nicht handeln zu müssen. Kurzum den Arsch nicht hochbekommen zu müssen! Du bist nicht nur körperlich ein schlaffer Sack geworden, sondern auch geistig.

Das scheint hier Epidemie artig um sich zu greifen, plötzlich das "Gute" in sich zu entdecken.

Ich mag Dich, dass weißt Du, drum sage ich Dir das ins Gesicht. Falls Du umkehren möchtest, helfe ich Dir. Falls Du wirklich so bleiben möchtest… was ich nicht hoffe, dann werde ich meinen Mund drüber halten wie Du aussiehst und Deine Entscheidung akzeptieren. Aber Du tust Dir ehrlich keinen Gefallen damit, glaub mir das. Du schaufelst Dir Dein Grab in Fettmassen“,
erklärte Arch besorgt.

Jesper musterte seinen alten Kumpel und legte ihm einen Arm um die Schulter.

„Du alte Kratzbürste, dass Du uns vermisst hast, kannst Du freundlicher sagen. Und doch Arch, ob Du es glaubst oder nicht, einfach nur Freude am Leben zu haben und es zu genießen macht Spaß. Du könntest es doch einfach mal für einen Tag ausprobieren. Du wirst morgen nicht trainieren und einfach mal essen worauf die Appetit hast. Du tust den ganzen Tag oder die ganze Nacht nichts anderes, als das worauf Du Lust hast“, schlug Jesper vor.

Archi grinste Jepser ĂĽber beide Ohren an.

„Gut, abgemacht. Allerdings zählt zu dem was mir Spaß macht und ich gerne tue trainieren. Also werde ich das wie jeden Morgen tun. Danach werde ich frühstücken. Habe ich gefrühstückt, werde ich mich für ein paar Stunden wieder hinlegen und dann gehe ich auf Jagd. Kurzum ich stehe auf wenn es dämmert, frühstücke, leg mich nochwas hin und ziehe dann los. Mal schauen wonach, entweder auf was Kleines oder auf was zum Basteln. Wobei ich ehr auf was zum Basteln Lust hätte. Du kannst mitkommen, falls Du möchtest“, schlug Arch vor.

„Bei was zum Basteln bin ich dabei. Ich hatte Dir was besorgt, was ich Dir letztens schenken wollte“, erklärte Jesper.
„Ein Geschenk? Für mich? Aha. Wieso?“, fragte Archibald misstrauisch.

„Um genau das zu vermeiden! Ich habe Deine Spuren in meinem Bezirk gefunden und die Abmachung lautete, Du jagst nicht in dem Gebiet, wo einer von uns wohnt. Da ich Dich aufsuchen wollte, dachte ich, ich stimmte Dich mit einem Geschenk milde. Was Du magst, weiß ich ja. Also möchtest Du es nun haben, oder weiterhin die Zicke geben?“, fragte Jesper grinsend.

„Die Zicke?“, fragte Arch baff.
„Heißt das nein?“, grinste Jesper.

„Nein! Also ja. Also nein, das heißt nicht nein… sondern ja. Ich meine JA verdammt. Bei den Ältesten, zeig mir das Geschenk“, knurrte Archibald und musste dann lachen.
„Hier für Dich, das ist ein Mini-Solar-System“, sagte Jesper und reichte Archi eine Kette mit einem gelben Stein.

Archibald nahm sie entgegen und untersuchte sie genauestens.

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„Dankeschön, passt optisch sehr gut zu meiner Sternenuhr. Damit hast Du mir echt eine Freude gemacht Jesper“, freute sich Arch aufrichtig.
„Bitte, ich habe Dir noch eine Honigschnitte mitgebracht", gab Jesper freundlich zurück.

Archibald lieĂź die Kette in seine Manteltasche gleiten, umarmte Jesper und drĂĽckte ihn an sich.

"Ich möchte nichts essen. Du riechst... lecker, stelle ich gerade fest. Ähnlich wie Wolfram... nicht genauso... halt ähnlich...", grinste Arch.
"Ehm ja Danke. Falls das eine Anmache ist Archi, dafür bin ich nicht hier und falls es einer Deiner Migräne-Ticks ist, behalt ihn für Dich", lachte Jesper.
"Nichts dergleichen, es ist eine Feststellung Jesper", antwortete Archibald.

Der neugeborene Vampir stellte fest, dass lebendes Blut einen ganz eigenen Geruch hatte. Es war ein ähnlicher Ruf wie einst sein alter Hunger rief. Aber dank seiner gerade zu sich genommenen Mahlzeit konnte er dem Ruf widerstehen.

"Wegen dem, was Dir Sorgen bereitet, Arch so ist das Leben. Nichts bleibt ewig gleich. Alles verändert sich, auch wir“, sagte Jesper freundlich und hockte sich auf die Mauer hinter Wolframs Haus. Als er saß, ließ er sich gut gelaunt die Honigschnitte schmecken. Archibald hockte sich neben ihn und schaute zum Sternenhimmel auf.

"Das stimmt, nichts was lebt bleibt ewig gleich...", stimmte Archibald gut gelaunt zu.

Er befühlte mit der Zunge seine Eckzähne. Jesper wusste gar nicht, wie Recht er hatte.
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