Hunger -- 165 n.d.A.


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprĂ€gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein HĂ€ndchen fĂŒr BĂŒndnisse und Hinterhalte.
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Archibald von Dornburg
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Hunger -- 165 n.d.A.

#1

Beitragvon Archibald von Dornburg » Sa 16. Dez 2017, 23:37

Hunger -- 165 n.d.A.

Jesper strich sich seine struppigen, langen, roten Haare aus dem Gesicht. Arch hatte scheinbar mitten in der Nacht das Bett verlassen. Jesper tapste gÀhnend nach unten in den Keller um sich noch einen Snack zu holen und dort nach Arch Ausschau zu halten. Arch liebt es dunkel und bevorzugte KellerrÀume als Wohnort, aufgrund seiner MigrÀne.

Als Jesper vor der KellertĂŒr stand hörte er ein seltsames Wimmern, dass in einem Gurgeln unterging. Seine Hand verharrte ĂŒber der TĂŒrklinke. Jesper schluckte und drĂŒckte lautlos die Klinke herunter. Ganz behutsam schob er die TĂŒr auf, um keinen Laut zu verursachen.

Jesper erblickte eine Person mit einer krÀftigen, drahtigen und dennoch muskulösen Figur, die von Narbengewebe, sonderbaren TÀtowierungen und Jahrzehnten intensiver körperlicher Konditionierung gezeichnet war. Der Mann hielt den Kopf gesenkt. Archibald.

Er starrte auf Archibalds RĂŒcken, der nackt auf seinen Fersen hockte und angespannt etwas in seinen Klauen hielt. Die seltsamen TĂ€towierungen auf seinem RĂŒcken schienen im Zwielicht des Kellers zu einem Eigenleben erwacht zu sein. Sobald man sie nur aus den Augenwinkel sah, schienen sie sich wie Schlangen zu winden, starrte man sie genau an verharrten sie, als wollten sie einen verhöhnen.

Jesper sah die Anspannung in Archs Körper, er sah die Schulter- und Nackenmuskulatur unter Anstrengung arbeiten. Schlagartig dĂ€mmerte es Jesper, was Archibald dort gerade tat. Er fraß etwas mit animalischer Gier.

Die Szene wirkte surreal, das schummrige Licht, die TĂ€towierungen, die dĂ€monische Körperhaltung von Arch und dies alles untermalt von leisen, reißenden, knackenden GerĂ€uschen die Jesper einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagten.

"Archi?", flĂŒsterte Jesper.

Archibald wirbelte mit krank machender Geschwindigkeit herum und fixierte Jesper mit dunklen Augen. Seine ZĂ€hne, Lippen und sein ganzer Hals waren blutverschmiert. Blut- und gewebeverschmierter Geifer rann Arch trĂ€ge in zĂ€hflĂŒssigen FĂ€den die Lippen herab. In Archibalds Blick lag kein Wiedererkennen. Auf seinen ZĂŒgen spiegelte sich eine Mischung aus Gier, Trieb und Wahnsinn.

Sein Kopf fuhr fĂŒr eine Sekunde herum, um einen Mundvoll Fleisch und Knorpel aus seinem Opfer heraus zu reißen. Archibalds Wangen sanken ein als er den großen Klumpen seine Kehle herab zwang und ihn herunter schluckte. Archibald richtete sich ruckartig halb auf, sein Blick brannte sich in den von Jesper und seine Lippen zogen sich zu einem ZĂ€hnefletschen zurĂŒck.

"Ruhig Arch, ganz ruhig", flĂŒsterte Jesper beschwichtigend und ging ganz vorsichtig einen Schritt zurĂŒck.

Arch legte den Kopf schief, blinzelte und setzte sich wieder auf seine Fersen. Archibald wandte sich von Jesper ab. Erneut hörte Jesper wie sich die messerscharfen ZĂ€hne von Archibald in Fleisch und Knorpel gruben. Es folgte eine ruckartige SeitwĂ€rtsbewegung seines SchĂ€dels und das reißende Nachgeben von Fleisch. Gefolgt von schmatzenden SchluckgerĂ€uschen und einen wollĂŒstigen Stöhnen.

Ein Wimmern von etwas das gerade noch lebte. Eine nicht klar auszumachende Handbewegung von Arch. Ein Blutschwall samt DarmstrĂ€nge klatschte zwischen seine nackten FĂŒĂŸe auf den Boden. Arch hockte sich in Zeitlupe auf die Knie und umschlag das was er in den Armen hielt felsenfest. Die anschließenden Bewegungen waren sehr eindeutig und ließen keine Frage offen, was Arch dort tat.

Jesper presste sich die Hand auf den Mund. Er atmete tief durch, aber der Blutgestank raubte ihm fast den Atem und er hatte MĂŒhe auf den FĂŒĂŸen zu bleiben. Er verließ rĂŒckwĂ€rts so schnell er konnte den Raum und schloss hinter sich die TĂŒr.
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