Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Archibalds Tagebuch

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. AngefĂŒhrt werden die Beißer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel fĂŒr den Ältesten zu finden.
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Archibalds Tagebuch

#1

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:50

Archibalds Tagebuch


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Die einen nennen mich Archibald, die anderen Bestie...
Weder der eine noch der andere Name wird mir gerecht...

Ich bin ein Sammler...

Meine Welt besteht aus einem Sammelsurium aus KuriositÀten...
Spielzeuge... mechanisch... oder organisch...
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Der Letzte von Dornburg

#2

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:51

Der Letzte von Dornburg

"Dein Frevel wurde von Volkward aufgedeckt. Du wirst fĂŒr Deine GrĂ€ueltaten bezahlen Archibald. So jemanden wie Dich dulde ich weder als meinen Sohn noch in meiner Familie. Dein Bruder wird das Urteil vollstrecken. Und Dein Freund wird bei Deiner Hinrichtung zusehen und wĂŒnschen, an Volkwards Stelle zu sein. Weiß er von Deiner Spielzeugsammlung? Weiß er davon dass Du wahnsinnig bist und Puppen sammelst?", fragte Undorich mit Grabesstimme.

Der alte Mann tippte seinem Sohn mit dessen Schwert unters Kinn. Eine lange gerade Klinge, versteckt in einer braunen Schwertscheide die mit floralem Muster verziert war. Woher Archibald auch immer dieses Schwert hatte, es war schÀrfer als eine Rasierklinge und er liebte diese Waffe. Vermutlich hatte er sie von eine seiner Reisen mitgebracht. Dunwin kochte vor Wut, diese Waffe in den HÀnden eines anderen Mannes zu sehen. Das stand niemandem zu.

Aber anstatt vor Wut zu platzen oder in Angst zu verfallen lachte Archibald ĂŒber die Worte seines Vaters. Eine leise, dunkel und bedrohliche Lache - so wie seine ganze Erscheinung.

"Da kennst Du Dunwin schlecht", antwortete er ruhig.

Archibald hob den Kopf und grinste seinen Vater an. Innerhalb eines Sekundenbruchteils hatte Archibald die beiden Wachen von sich gestoßen und ein Schwert einer der Wachen an sich gebracht. So schnell konnte Undorich nicht reagieren, wie Archibald seine Soldaten tötete. Ein Kopf wurde von den Schultern geschlagen und ein Brustkorb aufgebrochen. Sie fielen um als wĂ€ren sie das besagte Spielzeug.

Undorich starrte mit offenem Mund seinen Sohn an und sah dabei zu, wie Archibald das Schwert aus dem Brustkorb der letzten Wache riss. Eine fast tĂ€nzerische Halbdrehung und Archibald stand vor seinem Vater. Mit einer fließenden Bewegung riss er seine eigene Waffe an sich. Die eingravierten Runen flammten auf, als er das Schwert blankzog. Ganz Ă€hnliche Runen die seinen gesamten Körper schmĂŒckten in Form von TĂ€towierungen.

Undorich keuchte laut und verzweifelt auf. Es war das Letzte was Undorich in seinem Leben tat. Archibald schlug ihm mit einem einzigen Ă€ußerst brutalen Hieb den SchĂ€del von den Schultern. Ohne eine Sekunde zu zögern, ohne das geringste Anzeichen von Reue oder ĂŒberhaupt dabei die Miene zu verziehen.

Undorichs Rest brach in sich zusammen, sein SchĂ€del rollte ĂŒber den Fußboden in Dunwins Richtung und blieb dann genau vor dessen FĂŒĂŸe liegen.

Die schreckgeweiteten, toten Augen starrten Dun an. Dunwin hatte die Luft angehalten und stieß sie nun vor Erleichterung wieder aus. Es war vorbei. Undorich war tot. Dun hob den SchĂ€del an den Haaren hoch und grinste seinen Kumpel an. Archibald stand zwischen den Toten, wie die Ausgeburt der personifizierten Rache.

"Archi...
Dein Vater wollte Deinen Tod...
...weil Du Spielzeug sammelst?", hakte Dunwin nach.
"Scheinbar...", erklÀrte Archi.

Dunwin nickte knapp und betroffen. Vermutlich war Archis Vater genauso ein Scheusal wie sein eigener.

"Tut mir leid fĂŒr Dich Archi...
Nun ist es vorbei...
Undorich ist tot... und Du bist frei...", antwortete Dunwin mit belegter Stimme und wollte Archibald eine Hand auf die Schulter legen.

"Frei?", antwortete Archi mit steinerner Miene.

"Volkward lebt noch! Er durfte spielen, sich seine Huren halten, dazu sagte Vater nichts. Was ist mit mir? Volkward darf seinen Begierden freien Lauf lassen. Und ich soll mich verstecken? Vielleicht habe ich keine Lust mehr mir diese Diskriminierung anzusehen. ErzĂ€hl mir nichts von Freiheit Dunwin. Ich muss es beenden, dann bin ich frei - erst wenn der Letzte von Dornburg gefallen ist", flĂŒsterte Archibald mehr zu sich als zu Dunwin.

Archibalds Gesicht verhĂ€rtete sich, er ergriff sein seltsames Schwert fester. Dann schlug er die TĂŒr krachend auf und rannte nach draußen.

"Archibald, warte! Ich bin doch auf Deiner Seite! Verdammter...", setzte Dunwin an, aber da hörte er schon wie der Kampf in die Burg seines Freundes getragen wurde. Archi suchte seinen Bruder und er wĂŒrde ihn finden. Dunwin zĂŒckte die eigene Klinge und rannte ihm hinterher.

Das blanke Entsetzen stand den meisten Diener ins Gesicht geschrieben, jene die auf den kalten Mamorfliesen lagen und jenen die Archibalds Klinge entkommen konnten.

Die Flure zwischen den einzelnen Zimmern waren mit Leichen ĂŒbersĂ€t. Überall Blut, abgetrennte Gliedmaßen und Köpfe. Eine Spur der Zerstörung zog sich durch das Herrenhaus von Dornburg. Dunwin folgte der Spur und den GerĂ€uschen des Kampfes.

Im großen Saal hatte er fast seinen besten Freund eingeholt. Er kĂ€mpfte wie ein Wahnsinniger gegen die Hauswachen, und sah dabei aus als wĂŒrde er einen bizarren Tanz auffĂŒhren, pflĂŒgten sie durch die Reihen all derer, die Undorich gedient hatten und mĂ€hte sie nieder.

Sie hatten ihm nichts entgegen zu setzten. Es war ihr Beruf, aber es war von Archibald die Berufung. Er tat fast nichts anderes den ganzen Tag als mit der Klinge zu ĂŒben. Dunwin verstand ihn auf einer ganz anderen Ebene. Und dennoch kĂ€mpften die Wachen fĂŒr einen Mann der tot war, gleichgĂŒltig wie aussichtslos ihre Lage war.

Mit der seltsamen, verzierten Klinge schien er alles Leben in diesem Haus auslöschen zu wollen. Selbst die Hunde seines Vaters erschlug er mit dem Schwert.

Dunwin starrte aus dem Fenster hinunter in den Hof. Dort sammelten sich die restlichen verbliebenen Wachen des Hauses Dornburg zum Gegenschlag. Sie alle sahen mutlos und verzweifelt aus. Sie wussten wer ihr Gegner war. Dunwin folgte dem Leichenpfad in Richtung Archibald. Nicht weit entfernt gab es einen kleinen Platz, auf dem die Wachen frĂŒher KĂ€mpfen ĂŒbten.

Nun war es ein Totenacker. Dunwin stieg ĂŒber die Toten. Er fĂŒhlte kein Mitleid mit ihnen. Sie hatten sich alle gegen Archibald verbĂŒndet, folglich waren sie der Feind. Ein Vater der seinen Sohn verurteilte weil er Spielzeug sammelte, war genauso wahnsinnig, wie ein Vater der seinen Sohn hasste da er nicht ĂŒber Magie gebot. Alte MĂ€nner und deren Launen!

Volkward kam aus einem Versteck gerannt und wÀre fast in Dunwin hineingerannt. In seinen Augen stand das blanke Entsetzten.

"Baron von Hohenfelde Ihr mĂŒsst mit meinem Bruder reden. Er ist wahnsinnig geworden! Ihr habt seinen Keller nicht gesehen! Bringt ihn zur Vernunft. Er muss sein Schwert niederlegen, er... er hat nicht verdient zu leben. Tötet ihn", flehte Volkward.

"Sehe ich so aus...
Meint Ihr... ich wĂŒrde Archibald töten...
Weil... er Spielzeug sammelt?
Ihr seid so lÀcherlich... Volkward...", zischte Dunwin.

Dunwins Hand schloss sich um das Schwertheft. Im gleichen Moment spritzte ihm das Blut von Volkward ins Gesicht. Volkward war geköpft. Archibald wurde sichtbar als die Reste seines Bruder mit einem groben Hieb zur Seite rÀumte.

"Sie sind tot, die Verwandten, die Wachen, alle", sagte Archi leise.

"Alle tot... mhm...
Was ein Massaker...
Herzlichen GlĂŒckwunsch Archi...", grinste Dunwin.

Archibald stand schwer atmend da und musterte Dunwin. Das Katana war mit Blut ĂŒberzogen. Ebenso Archibalds gesamter Körper, er sah aus als hĂ€tte er in Blut gebadet. Ein Bild des Grauens, aber in seinen Augen stand der Glanz absoluter GlĂŒcksseligkeit.

"Ich möchte sie sehen Archi...", erklÀrte Dunwin und schmunzelte seinen Freund an.
"Wen sie?", hakte Archibald nach. Er schĂŒttelte das Katana, so dass das Blut von ihm abtropfte.
"Die Sammlung...", half Dunwin nach.

Archibald nickte und griff im gleichen Augenblick an. Er sprang auf Dunwin zu, die Klinge vor seinen Körper gezogen und kam einen Schritt vor Dunwin auf. Dun hechtete im letzten Moment zur Seite und stĂŒrzte in den Leichenberg.

Archibald warf sich zu Dunwin herum und drehte hastig den Kopf in dessen Richtung, da Dunwin ihm in Sachen Schwertkunst in nichts nachstand. Dun war mit einem Sprung wieder auf den Beinen und funkelte Archibald an. Dun ging zum Gegenangriff ĂŒber um sich Zeit und Platz zu verschaffen schlug er blindlings in einem weiten Bogen zu. Er erkannte, dass er Archibald verfehlt hatte.

Archibald stĂŒrzte sich auf Dunwin. Dun wich ihm wie einem wĂŒtenden Stier aus. Als Archi an ihm vorbei sprang, stĂŒrzte sich seinerseits Dunwin von hinten auf Archi. Er umklammerte seinen Kumpel so fest er konnte und presste ihm die Arme an den Körper.

Dun gab Archi noch einen Augenblick. Archibald strampelte, knurrte und hob die Klinge an, um Duwin abzuwehren.

"Reg Dich ab Arch...", befahl Dunwin ruhig, obwohl er MĂŒhe hatte seinen besten Freund festzuhalten.

Archibald ließ das Katana fallen und sackte zusammen. Seine HĂ€nde samt den scharfen NĂ€geln krallten sich in Dunwins. Dun umarmte ihn ganz fest von hinten und legte seinen Kopf auf die Schulter von Archi. Er versuchte immer noch sich zu befreien, allerdings sehr halbherzig.

"Es ist leichter, ohne Gegenwehr Arch...", flĂŒsterte Dunwin.
"Du hast keine Ahnung", gab Archibald zurĂŒck.

"Habe ich nicht? Was haben wir schon alles geteilt mhm...
Und nun kommst Du mir so?", hakte Dunwin nach und Archi spĂŒrte mehr das Schmunzeln seines besten Freundes als dass er es sah.

Dunwin hielt Archibald gepackt, gleichgĂŒltig ob er sich wehrte oder ihm die NĂ€gel in die HĂ€nde bohrte. Dun machte es nichts aus, er hatte bereits andere Dinge ertragen. Er hielt Archibald einfach fest. Er war bei ihm und hielt er ihn fest. Er war fĂŒr Archibald da, er musste ihm nahe sein, denn sein Wahlbruder brauchte ihn.

GleichgĂŒltig was Archibald gelernt hatte, er war kein Hohenfelde - fĂŒr ihn war es kein Fest seine gesamte Verwandtschaft an einem einzigen Tag aus dem Weg gerĂ€umt zu haben. Dunwins eigene Ahnen wĂ€ren vor Stolz geplatzt. Aus dem Grund benötigte Archibald seinen Beistand nötiger als jemals zu vor.

"Ich hÀtte Dich fast getötet...", entschuldigte sich Archibald.
"Du ĂŒberschĂ€tzt Deine FĂ€higkeiten maßlos Archi...", schmunzelte Dunwin.

Zwischen das erschöpfte Seufzen mischte sich so etwas wie ein schnaubendes Lachen.

"FĂŒr die anderen bin ich ein Monster", erklĂ€rte Archi.

"Wer solche Kunst verkennt ist ein Idiot...
Liebe bekommst Du geschenkt, Angst musst Du Dir verdienen...
Und schau nur was Du geleistet hast...
Du bist der einzige Bruder Archi dem ich Zuneigung schenke...
Du bist neben Canan und Jesper mein Vertrauter...
Denk nach bevor Du handelst...
Was nun? Zeigst Du mir die Sammlung?", fragte Dunwin.

Der Junker fĂŒhrte seinen besten Freund in sein Haus und offenbarte ihm seine Sammlung. Was Dunwin sah war kein Spielzeug...

Dunwin sah allerdings auch kein Monster...
Er sah eine Waffe... eine der grausamsten Waffen die er je erblickt hatte...
Er sah einen Seelenverwandten...
Anders... verdreht und dennoch auf gewissen Art gleich...

Ab dato verstand Dunwin...
Und Archibald folgte ihm absolut treu und loyal.
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GeschÀrfte ZÀhne -- 175 n.d.A.

#3

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:52

GeschÀrfte ZÀhne -- 175 n.d.A.

„Ich habe mich immer gefragt warum Du geschĂ€rfte ZĂ€hne hast und wie es sich anfĂŒhlt, die ZĂ€hne so schĂ€rfen zu lassen. Also wie fĂŒhlt es sich an?“, fragte Dunwin neugierig.

„Zuerst sieht man danach einige Tage ziemlich Scheiße aus, Deine ganze Fresse ist geschwollen“, antwortete Archibald.
„Aha. Wie schĂ€rft man die ZĂ€hne denn nun? Wie geht das?“, hakte Dunwin nach.

„Kurz und knapp erklĂ€rt, Du legst Dich auf den RĂŒcken mit dem Kopf in den Nacken auf die Behandlungspritsche. Hinter Dir steht entweder ein Bader oder jemand der sich auf Körperverzierungen versteht. Mit einem Messer und einem Hammer schĂ€rft er Dir die ZĂ€hne.

Das heißt, dass Messer wird an den Zahn gesetzt und mit dem Hammer vorsichtig draufgeschlagen, so dass ein StĂŒck Deines Zahns in der gewĂŒnschten Form abgeschlagen wird. Am Ende sind alle gewĂŒnschten ZĂ€hne messerscharf. Wenn Du das Pech hattest, auch unscharfe EckzĂ€hne zu haben, dann werden die natĂŒrlich auch scharf geschlagen. Am Ende der Behandlung, ich bezeichne es als Zeremonie, hast Du dann das LĂ€cheln eines erwachsenen Menschen und das Grinsen eines Raubtiers - kurzum ReißzĂ€hne.

Wie alles von Wert zahlt man auch das mit Schmerz und Blut. Sonst hĂ€tten uns die Ältesten einfach von Natur aus scharfe ZĂ€hne geschenkt. Frag mich nicht wer die Ältesten sind, es ist schwierig zu erklĂ€ren Du musst das Buch selbst lesen. Und dann entscheide ob es ein hĂŒbsch dĂŒsteres MĂ€rchen ist, eine dĂŒstere Legende, Spinnerei oder eventuell eine Wahrheit die niemand erfahren sollte.

Jedenfalls haben die Ältesten es bewusst unterlassen uns die ZĂ€hne eines Raubtiers zu schenken, obwohl einige von uns durchaus Raubtiere sind. Du musst Dir Deine scharfen ZĂ€hne verdienen, ebenso wie Deine Krallen. Und hast Du sie Dir verdient, musst Du den Schmerz ertragen und bluten um sie zu bekommen“, erklĂ€rte Archibald freundlich.

„Klingt extrem schmerzhaft. Wie schmerzhaft war es?“, erkundigte sich Dunwin.

„Welche Antwort möchtest Du hören? Die offizielle und meine als "Krieger" oder meine private? Bei mir gibt es immer zwei Seiten von allen Dingen, sprich das Menschliche-Tarn-Gehabe oder die ehrliche Antwort“, lachte Archibald.

„Beide“, grinste Dunwin.

„Offiziell – nicht der Rede wert. Steht man drĂŒber, fertig. Ist ja schnell vorbei.
Privat – ein Abgrund aus Schmerzen, Qual ohne Ende! Und man fĂŒhlt sich, als ob das eine Ewigkeit dauert. FĂŒr jeden Zahn braucht der Bader eine gefĂŒhlte Ewigkeit. Dir ist schlecht, Dir ist flau im Magen und Du betest, dass es endlich vorĂŒber ist.

Das war das einzige Mal in meinem ganzen Leben, dass ich in ErwĂ€gung zog einen NĂŒtzling anzugehen. Ich hab echt ĂŒberlegt aufzustehen und ihn zu wĂŒrgen oder umzubringen!
Dabei war er vorsichtig und hat sich bemĂŒht, mir so wenig Schmerzen wie möglich zu bereiten.

Wie sich das anfĂŒhlen muss, sollte er keine RĂŒcksicht nehmen, wollte ich mir gar nicht vorstellen. Laut des alten Folianten darf man wĂ€hrend der Zeremonie keinen einzigen Schmerzlaut von sich geben, sonst hat man versagt.

Gut der Bader kannte weder die Zeremonie, noch die Bedeutung weshalb ich mir diesen Körperschmuck wĂŒnschte. Aber ich durfte vor mir selbst nicht versagen. Immerhin brachte ich mein Opfer den Ältesten damit dar. Ich persönlich glaube, dass Ainuwar einen Teil der Ältesten verkörpert.

Nachdem ich die Scheiße ĂŒberstanden hatte, habe ich erst mal das ganze verschluckte Blut ausgekotzt als ich mich aufsetzte. Lecker. Nach der Behandlung hatte ich eine Woche bestialische Schmerzen. Ich konnte nicht mal mehr im Liegen schlafen, sondern ich musste im Sitzen schlafen, weil mein Gesicht so geschwollen war.

Ich konnte nichts essen, nur trinken und ich fĂŒhlte mich total zerschlagen. Mein ganzes Gesicht war angeschwollen und meine Schnauze war entzĂŒndet. Ich war den Ältesten dankbar, dass man das nur einmal im Leben ertragen muss. HĂ€tte ich das nochmal machen mĂŒssen, ich glaube ich hĂ€tte mich gedrĂŒckt“, antwortete Archibald ehrlich, was Dunwin loslachen ließ.

"Weißt Du was ich mal gehört habe? Das Krokodile und andere Tiere stĂ€ndig neue ZĂ€hne bekommen", grinste Dun.
"Glaube mir, dann hĂ€tte ich auf das Ritual verzichtet - einmal die Woche ZĂ€hne anfeilen und Du gehst am Stock oder nie wieder wo hin", grinste Archibald zurĂŒck.

"ErklĂ€re mir die Bedeutung dahinter, warum hast Du Dir die ZĂ€hne ĂŒberhaupt anschĂ€rfen lassen? ErzĂ€hl", bat Dunwin.

"Von mir aus, aber Du kannst es auch selbst nachlesen. Laut einer uralten Tradition eines unbekannten Volkes, musste jeder erwachsene Krieger seine ZĂ€hne gefeilt haben, wie ich einst in einem alten Folianten gelesen hatte.

Wenn es zu Lebzeiten versÀumt worden war, geschah dies spÀtestens am Leichnam kurz vor der Verbrennungszeremonie. Das Zahnfeilen hatte mit dem Glauben an Wiedergeburt zu tun.

Eine Seele wurde nur dann in einem Körper wiedergeboren, wenn am frĂŒheren Körper die Zahnfeilung stattgefunden hatte. Der Glaube an Tod und Wiedergeburt, persönlich herbeigefĂŒhrt durch die Teilnahme an diesem Ritual und das Ertragen solcher Schmerzen, faszinierte mich.

Es hieß, nur dann, kann eine Seele fĂŒr ihre erneute Wiedergeburt einen Krieger von den anderen Leibern unterscheiden. Das Thema „ZĂ€hne“ war bei diesem alten Volk ein sehr komplexes.

Nicht nur der Glaube an eine Wiedergeburt gehörte dazu, sondern auch das Bild des Kriegers mit seinen unterschiedlichen QualitÀten und Aufgaben, die er im Idealfall in den verschiedenen Lebensabschnitten durchlaufen hatte.

In Anlehnung an die Aufteilung des Kosmos in zwei sich ergÀnzende Prinzipien galt, dass ein Krieger, als spiegelbildliches Abbild des Kosmos aus zwei Körpern bestand. Er hatte einen physischen, weltlichen Körper und einem spirituellen Körper, sprich Körper und Seele.

Dies bedeutete, dass sich in den einzelnen Teilen des weltlichen Körpers auch alle spirituellen Wesen befinden, die in gleicher Weise den Makrokosmos fĂŒllen. Zentrum des Kosmos ist der Nabel.

Vier „geistige BrĂŒder“ begleiten jeden Krieger durch das Leben bis ĂŒber den Tod hinaus. Diese vier BrĂŒder unterstĂŒtzen den Krieger so lange, wie sie geehrt und mit Opfern bedacht werden.

Ansonsten können sie den sie vernachlĂ€ssigenden Krieger schĂ€digen oder ihn verlassen. Die verschiedenen Elemente des Kosmos sind miteinander verknĂŒpft und aufeinander abgestimmt.

Sie garantieren die KontinuitĂ€t der Lebensprozesse, solange der Zustand der Harmonie aufrechterhalten wird. Die Missachtung der hierarchischen, kosmischen Prinzipien fĂŒhrt zu Unordnung und Disharmonie, zum Auseinanderfallen sĂ€mtlicher Elemente des Kosmos, und das ist gleichbedeutend mit UnglĂŒck, Krankheit, Untergang und Tod, so teilten es die Ältesten laut diesem Folianten mit.

Der Beitrag zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen den KrÀften der Ordnung und des Chaos war eine alltÀgliche Verpflichtung, der jeder Krieger nachkommen musste.

Ich liefere meinen Teil des Chaos, des Unvorhersehbaren, ich dĂŒnne die Herde von den Schwachen und UnzulĂ€nglichen aus, so wie Du Dunwin.

Nach Überlieferung der Ältesten reinkarniert sich eine Seele in der vierten Generation seines Älteren. Mithilfe dieser Ritualzyklen wird die enge Verbindung zwischen beiden Dimensionen der Wirklichkeit, der sichtbaren und der nicht sichtbaren - der Welt der Krieger und der der Gottheiten, immer wieder bewusst gemacht.

Die zwei Dimensionen werden durch rituelle Handlungen erlebbar und mitgestaltbar.

Wichtige Erkennungszeichen beider Dimensionen von Wirklichkeit sind alle am natĂŒrlichen Körper gestaltbaren Teile wie vor allem die ZĂ€hne und die Haut.

Nicht nur Ziernarben und TĂ€towierungen, sondern auch die nicht natĂŒrliche Zahnstellung dienen als Zeichen der Unterscheidung zwischen Krieger, Raubtier, Beutegreifer - nenne es wie Du es möchtest und einfachen Menschen.

Haut und ZĂ€hnen verfĂŒgen ĂŒber besondere LebenskrĂ€fte.

Bei großflĂ€chigen Körperzeichnungen, TĂ€towierungen und extremen, geschĂ€rften ZĂ€hnen geht jeder Krieger von einem extrem harten Krieger auf der Matte und dem Schlachtfeld aus. Dieser Krieger wĂ€re ein perfekter Weg-GefĂ€hrte.

GroßflĂ€chige Zeichnungen, TĂ€towierungen, Narben und geschĂ€rfte ZĂ€hne sind somit Zeichen von besonderer spiritueller Kraft und Macht. FĂŒr mich jedenfalls.

Die natĂŒrliche Zahnfolge bei allen Lebewesen ist so angeordnet, dass die oberen EckzĂ€hne hinter den unteren stehen. Egal bei welchem Lebewesen, die SchneidezĂ€hne sind glatt und stumpf. GleichgĂŒltig ob sie wie beim Menschen groß, oder bei Raubtieren klein sind.

Kein Lebewesen hat von Natur aus eine Front aus ReißzĂ€hnen. Das heißt, die sechs VorderzĂ€hne egal ob groß oder klein sind glatt. Ausnahme bei Raubtieren die ReißzĂ€hne.

Die besondere Bedeutung von ZÀhnen spiegelt sich im Zahnfeil-Ritual wieder, das alle Krieger durchliefen. Das Ritual, in welchem die sechs unteren VorderzÀhne messerscharf gefeilt werden, diente dazu den Unterschied zwischen Krieger und nicht Krieger-Wesen hervorzuheben.

Die unteren sechs VorderzĂ€hne galten zudem als Sitz verschiedener Leidenschaften, wie Verlangen, Ärger, Gier, Dummheit, Trunkenheit und Neid.

Ziel der Zahnfeilung war das Markieren der Beherrschung dieser Leidenschaften. Gefeilte ZÀhne reprÀsentierten damit ein emotionales Leistungsvermögen, welches bewusst eingesetzt werden konnte.

Die Zahnfeilung dient nicht nur zur Markierung der Kontrolle von Leidenschaften. Gleichzeitig erlaubt die Zahnfeilung auch offen das Ausleben sÀmtlicher Leidenschaften.

Wie gesagt, Leidenschaften und deren Auslebung sind absolut werteneutral.
Wer sagt das meine Leidenschaft wertlos oder schlecht ist?
Vielleicht sind alle anderen wertlos?

Zur Anbetung der Ältesten wie sie im Folianten genannt wurden und deren Kult gehörte als fester Bestandteil das Zahnfeilen dazu.

In den gefeilten ZĂ€hnen wurde das Zusammentreffen von spiritueller und materieller Weltsicht am deutlichsten. Eine allgemeine Verantwortung fĂŒr den Clan, der Welt und dem Kosmos wurde auf diese Weise durch bewusste Körpergestaltung zum Ausdruck gebracht.

Ich habe dieses Ritual wie auch einige Teile Ihrer Weltanschauung ĂŒbernommen. Nichts was existiert, existiert grundlos. Weder Du noch ich Dunwin. Wir haben genauso unsere Daseinsberechtigung. Und da es nur wenige von uns gibt, sind wir keine AussĂ€tzigen, wie man uns gerne weiß machen möchte, sondern wir sind die Wölfe - wĂ€hrend die anderen die Schafherde reprĂ€sentieren.

Du frisst gerne Schafe, ich bevorzuge Lammfleisch. Darum geht es, Werden, Vergehen, Tod, Wiedergeburt und Dein ureigener Platz im Kosmos", erlÀuterte Archibald.

"Deshalb auch die TĂ€towierungen auf Deinem RĂŒcken, diese okkulten Symbole. Was bedeuten sie?", fragte Dunwin.
"Jedes einzelne hat eine andere Bedeutung. Einige sind Schutzsymbole, andere stehen fĂŒr Lautlosigkeit, andere fĂŒr Tarnung, eines steht dafĂŒr jederzeit zurĂŒck nach Hause zu finden oder nach Hause zurĂŒckzukehren, wiederum andere fĂŒr JagdglĂŒck - gemeinsam ergeben sie ein passendes Gesamtbild", antwortete Archibald und nippte von seinem Wein.

"Sie scheinen zu wirken", grinste Dun.
"Man sagt den Symbolen nach ihre Wirkung wĂ€re Ă€hnlich wie der Glaube an die Götter. Glaubt man an sie, betet man sie an - leben sie. Sie wirken. Glaubst Du nicht, wirken sie nicht. Ich glaube und ich bete sie an, ebenso wie die Dunkelheit und Ainuwar. Der Gott des Todes und der Zeit kann nur ein Teil der Ältesten sein und zwar jener, der die Dunkelheit und Leere darstellt. Das Dunkle, das Grauen hinter dem Schleier, die Faszination des anderen - manche wĂŒrden sagen des Bösen.

Dabei gibt es weder gut noch böse. Es gibt reine Interessenkonflikte, Du weißt dies besser als jeder andere. Du möchtest erben, Deine BrĂŒder möchten nicht sterben. Bedauerlicher Interessenkonflikt, fĂŒr Deine BrĂŒder", grinste Archi ĂŒber beide Ohren.

"Leihe mir mal diesen Folianten. Manches von diesem okkulten und arkanen Aberglauben ist mir suspekt, das gebe ich offen zu. Anderes wiederum klingt so logisch und plausibel, dass eigentlich gar kein Zweifel besteht", dachte Dunwin laut nach.
"Deshalb heißt es Glauben, sonst hieße es Wissen Dun. Oft liegt es daran, dass vieles nur noch BruchstĂŒckhaft vorhanden ist. Alle BĂŒcher wird man nie zusammen tragen können um sich ein Gesamtbild zu machen. Andere wiederum sind vermutlich sicher in manchen magischen FakultĂ€ten verwahrt. Manche meiner Folianten kann ich leider nicht lesen, da sie in einer unbekannten Sprache verfasst sind. Die Sprache der Magie. Dein Sohn Dave, könnten mir eines dieser BĂŒcher ĂŒbersetzen", schlug Archibald vor.

"Nur zu, er ist Magier und er liest dieses andere Zeug schließlich auch. Also kann er sich auch mal nĂŒtzlich machen...", antwortete Dunwin.
"Auf diese Art...", lachte Archi leise.

"Auf welche auch immer, leihe ihn Dir aus, wann immer Du möchtest, wofĂŒr immer Du möchtest. Das weißt Du doch", grinste Dunwin und trank ebenfalls einen Schluck vom Wein.
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Todesengel -- 176 n.d.A.

#4

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:53

Todesengel -- 176 n.d.A.

Noch bevor Dunwin zur Seite springen konnte, zischen eine Klinge knapp an seinen Augen vorbei. Dun duckte sich unter dem Hieb weg um nicht geblendet zu werden.

Archibald bewegte sich minimal rĂŒckwĂ€rts, neigte die Klinge in einem anderen Grad und schon schnellte sie erneut vor. Fast wie eine Peitsche wurde sie ĂŒber Dunwins Kreuz gezogen und hinterließen einen blutigen Cut auf Dunwins RĂŒcken und ein ZĂ€hnefletschen in seinem Gesicht.

Bei der Aktion erkannte Dunwin erneut die GefĂ€hrlichkeit seines besten Freundes. Dunwin ließ blitzartig den Blick durch den Raum gleiten und setzte sich in Bewegung. Seine Schwerthand zuckte schĂŒtzend nach vorn. Mit einem Satz war er ĂŒber dem Tisch gesprungen und drehte sich blitzartig um.

Archibald setzte Dun sofort nach. Dunwin trat mit voller Wucht seine Seite des Tisches nach unten.

Die andere Kantenseite des Tisches knallte heftig krachend unter das Kinn von Archi und schickte ihn gefÀllt zu Boden. Arch schlug mit dem SchÀdel auf und blieb benommen liegen. Es dauerte einige Minuten, bis er sich gequÀlt wieder aufrichtete.

Als er stand schlug er sofort mit dem Schwert nach Dunwin. Der Schlag war so brutal, dass die Waffe regelrecht durch die Luft zischte.

Dun zog eine Augenbraue hoch und sprang mit einer schraubenden Bewegung nach oben. Er schien kurz wie in der Luft zu stehen und trat mit unglaublicher Geschwindigkeit zu.

Archibald krachte in das Mobiliar, dass unter seinem Gewicht barst. Einen Moment lang schien die Zeit wie eingefroren, völlig reglos hielten die beiden inne, und Archibald starrte zu Dunwin hoch.

„Du sollst krepie
“, setzte er an, in dem Moment kassierte er einen Fausthieb mitten ins Gesicht.

Von Dornburg reagierte nicht. Keuchend starrte er nur Dunwin an, einen Atemzug lang
 zwei, drei, dann bewegten sich beide gleichzeitig. Mit einem Satz war er wieder auf den Beinen und ging zum Angriff ĂŒber.

Dunwin versuchte sein Schwert wieder in Position zu bringen um Arch die Waffe seitlich vor den SchĂ€del zu schlagen. Arch zog sein Schwert schĂŒtzend nach vorn um Dunwins Waffe abzuwehren. Er ging direkt daraus in eine SeitwĂ€rtsdrehung ĂŒber und schlug aus der Abwehrhaltung direkt in einen Angriff ĂŒbergehend zu.

Sein Schwert prallte gegen Dunwins Armschutz. Dunwin zuckte zur Seite und trat erneut zu. Vom Schwung des Treffers wurde Archibald rĂŒcklings ĂŒber die Überreste der Einrichtung geschleudert und kam krachend in den Splittern auf.

Dabei wurde einer der Tanks, der an der Zimmerwand stand, ebenfalls mitgerissen und kippte mit lautem Krachen um. Entsetzt versuchte Arch noch den Tank abzufangen und sich herumzuwĂ€lzen – vergebens. Die FlĂŒssigkeit die aus dem Tank schwappte, ĂŒbergoss ihn.

Von Dornburg schrie gequĂ€lt auf und stĂŒrzte komplett in das zertrĂŒmmerte Mobiliar. GeschwĂ€cht kroch er keuchend wie unter Zeitlupe aus der FlĂŒssigkeit die sich als PfĂŒtze ausbreitete.

Weit kam er nicht, ehe er zusammenklappte und liegen blieb. Er leckte sich ĂŒber seine fĂŒr einen Menschen viel zu scharfen ZĂ€hne, als Dunwin genau vor seinem Gesicht stehen blieb und ihm mit der flachen Seite des Schwertes gegen die SchlĂ€fe tippte.

"Du solltest lernen Deine Unberechenbarkeit zu pflegen Arch...
Kenne Deinen Feind... ich kenne Dich...
Du setzt sofort nach...

So bist Du mir in die Falle gelaufen...
WĂ€rst Du zurĂŒckgewichen, anstatt nachzusetzen...
Dann hÀttest Du den Tisch nicht unterm Kinn gehabt...", grinste Dunwin und reichte Archibald eine Hand.

Erneut leckte sich Archibald ĂŒber die Lippen und ein Schmunzeln umspielte sie nun. Ein bisschen Spielen als Wiedergutmachung fĂŒr seine Niederlage konnte nachher nicht schaden. Arch ergriff die Hand von seinem besten Freund und ließ sich auf die Beine ziehen.

"Danke fĂŒr die Lehrstunde Papa!", murrte Arch.
„Das war kein Angriff, sondern eine ErlĂ€uterung Archi
“, warf Dunwin ein.

"Leck mich", zischte Archibald.
"Was?", hakte Dun schneidend nach.

Einige Sekunden starrte Archibald Dunwin an, sah nichts als reine Entschlossenheit in dessen steinharten und kalten Blick. Kein Spiel
 schoss es ihm durch den Kopf, fĂŒr Dunwin war das kein Witz


Mit ergebener Geste neigte Arch den Kopf und zog sich ein StĂŒck zurĂŒck. Dunwin grabschte Archibald im gleichen Moment am Unterkiefer.

„Meinst Du vielleicht, dafĂŒr hĂ€tte ich Dich als meinen Vertrauten ausgesucht?“, schnauzte Dunwin Arch an und stieß ihn mit einer groben Geste demonstrativ von sich.

„Verzeih mir meine Worte. Das weißt Du doch. Ich folge Dir, das ist alles was ich mir wĂŒnsche. Zeig mir eine Möglichkeit, wie dass hier nicht mit meinem völlig bedeutungslosen Tod endet, und ich werde mich voller Freude daran machen, fĂŒr Dich diese ganze gottverlassene Welt in StĂŒcke zu reißen.

Wenn Du es wĂŒnscht... wenn Du es befiehlst, bin ich Dein ganz persönlicher Todesengel... wie immer“, erinnerte Archibald Dunwin und kratzte sich mit seinen Krallen gedankenverloren am Kopf.

Bei ihm wirkte diese Handlung grotesk, die nicht zu seinem Erscheinungsbild passte. Auf der einen Seite einfach zu bizarr und unheimlich, auf der anderen wiederum so fremdartig dass es lustig wirkte.

"Ich weiß noch etwas... mein Todesengel...", grinste Dunwin.
"Aha... was?", hakte Arch verunsichert nach.

"Du hast heute gegen mich sowas von verschissen", lachte Dunwin.
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Hunger -- 165 n.d.A.

#5

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:54

Hunger -- 165 n.d.A.

Jesper strich sich seine struppigen, langen, roten Haare aus dem Gesicht. Arch hatte scheinbar mitten in der Nacht das Bett verlassen. Jesper tapste gÀhnend nach unten in den Keller um sich noch einen Snack zu holen und dort nach Arch Ausschau zu halten. Arch liebt es dunkel und bevorzugte KellerrÀume als Wohnort, aufgrund seiner MigrÀne.

Als Jesper vor der KellertĂŒr stand hörte er ein seltsames Wimmern, dass in einem Gurgeln unterging. Seine Hand verharrte ĂŒber der TĂŒrklinke. Jesper schluckte und drĂŒckte lautlos die Klinke herunter. Ganz behutsam schob er die TĂŒr auf, um keinen Laut zu verursachen.

Jesper erblickte eine Person mit einer krÀftigen, drahtigen und dennoch muskulösen Figur, die von Narbengewebe, sonderbaren TÀtowierungen und Jahrzehnten intensiver körperlicher Konditionierung gezeichnet war. Der Mann hielt den Kopf gesenkt. Archibald.

Er starrte auf Archibalds RĂŒcken, der nackt auf seinen Fersen hockte und angespannt etwas in seinen Klauen hielt. Die seltsamen TĂ€towierungen auf seinem RĂŒcken schienen im Zwielicht des Kellers zu einem Eigenleben erwacht zu sein. Sobald man sie nur aus den Augenwinkel sah, schienen sie sich wie Schlangen zu winden, starrte man sie genau an verharrten sie, als wollten sie einen verhöhnen.

Jesper sah die Anspannung in Archs Körper, er sah die Schulter- und Nackenmuskulatur unter Anstrengung arbeiten. Schlagartig dĂ€mmerte es Jesper, was Archibald dort gerade tat. Er fraß etwas mit animalischer Gier.

Die Szene wirkte surreal, das schummrige Licht, die TĂ€towierungen, die dĂ€monische Körperhaltung von Arch und dies alles untermalt von leisen, reißenden, knackenden GerĂ€uschen die Jesper einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagten.

"Archi?", flĂŒsterte Jesper.

Archibald wirbelte mit krank machender Geschwindigkeit herum und fixierte Jesper mit dunklen Augen. Seine ZĂ€hne, Lippen und sein ganzer Hals waren blutverschmiert. Blut- und gewebeverschmierter Geifer rann Arch trĂ€ge in zĂ€hflĂŒssigen FĂ€den die Lippen herab. In Archibalds Blick lag kein Wiedererkennen. Auf seinen ZĂŒgen spiegelte sich eine Mischung aus Gier, Trieb und Wahnsinn.

Sein Kopf fuhr fĂŒr eine Sekunde herum, um einen Mundvoll Fleisch und Knorpel aus seinem Opfer heraus zu reißen. Archibalds Wangen sanken ein als er den großen Klumpen seine Kehle herab zwang und ihn herunter schluckte. Archibald richtete sich ruckartig halb auf, sein Blick brannte sich in den von Jesper und seine Lippen zogen sich zu einem ZĂ€hnefletschen zurĂŒck.

"Ruhig Arch, ganz ruhig", flĂŒsterte Jesper beschwichtigend und ging ganz vorsichtig einen Schritt zurĂŒck.

Arch legte den Kopf schief, blinzelte und setzte sich wieder auf seine Fersen. Archibald wandte sich von Jesper ab. Erneut hörte Jesper wie sich die messerscharfen ZĂ€hne von Archibald in Fleisch und Knorpel gruben. Es folgte eine ruckartige SeitwĂ€rtsbewegung seines SchĂ€dels und das reißende Nachgeben von Fleisch. Gefolgt von schmatzenden SchluckgerĂ€uschen und einen wollĂŒstigen Stöhnen.

Ein Wimmern von etwas das gerade noch lebte. Eine nicht klar auszumachende Handbewegung von Arch. Ein Blutschwall samt DarmstrĂ€nge klatschte zwischen seine nackten FĂŒĂŸe auf den Boden. Arch hockte sich in Zeitlupe auf die Knie und umschlag das was er in den Armen hielt felsenfest. Die anschließenden Bewegungen waren sehr eindeutig und ließen keine Frage offen, was Arch dort tat.

Jesper presste sich die Hand auf den Mund. Er atmete tief durch, aber der Blutgestank raubte ihm fast den Atem und er hatte MĂŒhe auf den FĂŒĂŸen zu bleiben. Er verließ rĂŒckwĂ€rts so schnell er konnte den Raum und schloss hinter sich die TĂŒr.
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Rettung

#6

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 19. Dez 2017, 10:55

Rettung

Der Henker las gerade den Passus der UrteilsverkĂŒndung aus der entrollten Schriftrolle in seinen HĂ€nden vor.

"...Aufgrund 46-fachen nachgewiesenen Mordes wird die Angeklagte...", weiter kam der Henker nicht.

Eine komplett schwarz vermummte Gestalt sprang mit einem gewaltigen Salto auf die Henkersplattform. Zum Salto nutzte sie ihr Schwert, dass sie waagerecht wie eine Stange fest in beiden HĂ€nden hielt.

Kaum dass die Gestalt katzenhaft aufkam, riss sie das schlanke Schwert aus der Scheide.

Der Kopf eines BĂŒttels wurde im gleichen Augenblick von den Schultern geschlagen, als die Schwertscheide dem Kollegen in den Kehlkopf gerammt wurde.

Der Henker ließ sofort die Schriftrolle fallen und griff nach seinem gewaltigen Richtschwert. Die Gestalt richtete sich in einer schraubenden Bewegung auf, fast wie ein mörderischer Ballett-TĂ€nzer und hielt damit die anderen BĂŒttel auf Abstand.

Mit einem zornigen AufbrĂŒllen warf sich der Henker auf die schwarze Gestalt und stĂŒrmte mit seiner gewaltigen Waffe voran. Er riss das Richtschwert in die Höhe und riss die Klinge mit beiden HĂ€nden brutal nach unten, um den Angreifer an Ort und Stelle zu zerschmettern.

Der Angriff war schnell fĂŒr einen Mann seiner Statur. Ein Werk wĂŒtender BrutalitĂ€t, als wĂ€re der Henker die Gerechtigkeit persönlich.

Dennoch war er zu langsam.

Zur Seite springend war die Gestalt herumgewirbelt und hatte mit dem dĂŒnnen Schwert die gewaltige Waffe pariert und sofort von sich abgelenkt. Zeitgleich drehte sich der Angreifer in den Wirkungsbereich des Henkers hinein, stach diesem blitzartig in den Bauch und riss sofort seine Waffe wieder zurĂŒck. Dabei flammten seltsame Symbole auf seiner Klinge auf.

SchmerzerfĂŒllt stöhnte der Scharfrichter auf. Der Henker verpasste dem Angreifer einen Tritt und schwang erneut das gewaltige Schwert.

WĂ€hrend er sein Schwert im Zuge seines fegenden Schlages allein durch die Wucht schon vor sich ausgestreckt hielt, war der Angreifer bereits zurĂŒck und klebte ihm erneut an den Fersen.

Der Vermummte wehrte den Angriff erneut mit dem schmalen Schwert ab und stĂŒrzte sich direkt wieder auf den Henker, um ihn mit einer blitzartigen Abfolge von SchwertstĂ¶ĂŸen, Schnitten und SchlĂ€gen einzudecken.

Der Angreifer drĂ€ngte den Henker zurĂŒck, ohne selbst einen Millimeter Boden aufzugeben.
Der Scharfrichter war eigentlich ein ruhiger und besonnener Mann, aber der Vermummte schaffte es ihn in Panik zu versetzen. Die permanenten, blitzartigen, körpernahen Angriffe ließen dem Henker nicht eine Sekunde der Erholung und forderten auch geistig ihren Tribut.

Dreimal zischte das gewaltige Schwert am Gesicht des vermummten Angreifers vorbei. Der vierte Schwertschlag verfehlte ihn nur um Millimeter. Dies alles schien den Vermummten nicht aus der Ruhe zu bringen, denn er wich mit den Reflexen einer Viper aus und genauso schlug sein Schwert zu.

Die Klinge des Scharfrichters wurde schlagartig so umgelenkt, dass sich der Henker fast selbst den Kopf abrennte. So gerade noch konnte er die eigene Waffe herum reißen.

Dem Henker wurde eines klar - wofĂŒr auch immer dieser Vermummte stand, er kĂ€mpfte um zu töten.

Sollte es ihm nicht gelingen sich den Mann noch einige Augenblicke bis zum Eintreffen der VerstĂ€rkung vom Leib zu halten, wĂŒrde er selbst als Leiche auf dem Platz zurĂŒckbleiben. Ein gerichteter Scharfrichter.

Einen Augenblick spĂ€ter zischte die schwere Klinge des Richtschwertes ĂŒber den Kopf des Angreifers hinweg. Dieser ließ sich blitzartig in einen Spagat fallen.

Wie eine Schlangenzunge zĂŒckte urplötzlich dessen Klinge vor. Aber anstatt Fleisch, Sehnen und Knochen des Henkers zu durchtrennen, durchtrennte die Klinge die Fesseln der Frau die vor dem Richtblock kniete.

Wackelig kam sie auf die Beine, wĂ€hrend der Scharfrichter wie ein wĂŒtender Stier zu der Frau und dem Vermummten herumwirbelte.

Der Angreifer bezog vor der Frau Stellung, griff sich auf den RĂŒcken und drĂŒckte ihr ein Schwert in die Hand. Sie ergriff es wortlos und zĂŒckte sofort die Klinge. Der Henker blickte von dem Vermummten zu der Verurteilten.

Wie dieser Kampf fĂŒr ihn enden wĂŒrde, sollte er bleiben und weiterkĂ€mpfen, war klar. Der Tod schwebte ĂŒber ihm wie ein Aasgeier und streckte bereits seine Krallen nach ihm aus.

Aus heiterem Himmel versuchte ein BĂŒttel sein GlĂŒck und ging zum Angriff auf den Vermummten ĂŒber. Er kassierte einen derart harten und schnellen SeitwĂ€rtstritt, der ihn nach hinten schleuderte und gegen die gegenĂŒberliegende Wand knallte.

Auf den Gesichtern der Zuschauer spiegelte sich Verwirrung, Verzweiflung, Angst und schieres Grausen.

Die Befreite musterte ab und an verstohlen den Vermummten und wartete darauf, dass dieser eine ErklÀrung abgab. Irgendwie musste diese Rettungsaktion einen Sinn ergeben.

Ein Falke ĂŒberflog die Szenerie und stieß einen hellen, lauten Schrei aus. Einen Moment spĂ€ter legte der Vermummte den Kopf schief. Er hörte das ferne Stampfen von Stiefeln, VerstĂ€rkung! Die MĂ€nner schlugen ihre Richtung ein.

Sie mussten schleunigst verschwinden. Sein Kampfstil war auf Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und absolute PrÀzision ausgelegt, nicht auf grobe Kraft und Ausdauer. Aus diesem Grund entledigte er sich seiner Gegner meist mit exakten Schnitten und Stichen binnen weniger Augenblicke.

Sein Jahrzehnte langes, knallhartes Training hatte seine mörderischen FĂ€higkeiten auf ein Optimum angehoben. Jetzt bereitete er sich darauf vor, dass volle Ausmaß seiner Begabungen abzurufen, um lebend mit der befreiten Frau zu fliehen.

Er verharrte fĂŒr einen Augenblick, dann ergriff er die Befreite am Oberarm und stĂŒrzte wie ein Besessener los.

Der Vermummte sprang wie ein Panther mitten in die Gruppe der restlichen BĂŒttel hinein und der tödliche Tanz seines Schwertes begann erneut.

Dem ersten Mann trennte er knapp unter der Schulter den Waffenarm ab, noch wĂ€hrend dieser kreischend zu Boden stĂŒrzte war der Vermummte weiter getĂ€nzelt und hatte dem nĂ€chsten Gegner die Klinge genau in die Drosselgrube gegraben. Erneute eine fließende SeitwĂ€rtsdrehung, diesmal mit genĂŒgend Wucht und dem nĂ€chsten Gegner wurde der Kopf von den Schultern geschlagen.

Die Befreite hinter ihm hieb einem der BĂŒttel ihre Klinge genau zwischen die Augen und löste sie dann mit einem Fußtritt. Sie blieb genau im Schatten ihres vermummten Retters, dessen seltsame Klinge in einem unheimlichen, matten GlĂŒhen erstrahlte und Gliedmaßen von Körpern schlug, als raste die Waffe erhitzt durch Butter.

Die BĂŒttel hielten weder diese Klinge noch diesen Mann auf.

Klinge und KĂ€mpfer schienen fast wie eine organische Einheit, deren Hunger nach Blut und Tod nicht zu stillen war. Ein abgehackter, kurzer Doppelhieb und die Klinge fraß sich wieder durch zwei menschliche HĂ€lse.

Die enthaupteten Leichen stĂŒrzten zu Boden, der Vermummte setzte leichtfĂŒĂŸig darĂŒber hinweg. Der Vermummte ergriff die Befreite und sprintete dermaßen schnell los, dass die Frau MĂŒhe hatte, ĂŒberhaupt mit ihm Schritt zu halten.

Aus den Seitengassen erklang LĂ€rm, es wurde Alarm geschlagen. Der Falke folgte ihnen am Himmel und schien ihre Verfolger zu lotsen.

Der Vermummte blieb kurz stehen, sah sich mit ruckartigen Bewegungen um und setzte die Flucht fort. Er bewegte sich mit unglaublicher Geschwindigkeit und Flinkheit durch die engen Gassen von Chateaub.

Ein Einschlag genau unterhalb des Schulterschutzes seiner rechten Schulter. Er stolperte, stĂŒrzte beinahe, aber er fing sich so schnell wie er gestrauchelt war. Seine Schulter wurde taub, aber er schĂŒttelte das GefĂŒhl mit einem ZĂ€hnefletschen ab.

Der Schmerz in seiner rechten Schulter war reißend, brannte hinab bis durch seinen Arm und seine Brust. Er biss die ZĂ€hne so fest aufeinander, dass sein Kiefer schmerzte. Mit der linken Hand schob er die Befreite vor sich und schon ging die Flucht weiter.

Der Vermummte dirigierte die Frau an der Schulter durch die Gassen und wĂ€hlte nun jene die mit Markisen und Ă€hnlichem ĂŒberdacht waren.

Obwohl sie hier ihr ganzes Leben Zuhause gewesen war, hatte sie bald den Überblick verloren wo sie sich befanden.

Eine TĂŒr tauchte vor ihnen auf, die er mit einem gezielten Tritt öffnete. Der Vermummte stieß sie hinein und warf die TĂŒr hinter sich wieder zu. Er drehte sich einmal kurz um sich selbst, dann fĂŒhrte er die Frau tiefer in die Gewölbe des Hauses.

Der Vermummte blieb abrupt in einer dunklen Nische stehen.
Modrig nasser Geruch stieg der Frau in die Nase.
Die Kanalisation war nicht mehr weit entfernt.

Der Vermummte bewegte probeweise die Finger seiner rechten Hand. Er ergriff den linken Arm der Frau und schlitzte ihr den Ärmel des Galgenhemdes mit einem Dolch bis zum Ellenbogen auf.

Der Mann hielt ihren Arm fest und steckte seine Waffe weg. Mit den Fingern seiner freien Hand strich ĂŒber behutsam ĂŒber die TĂ€towierung, die auf dem linken Unterarm der Frau prangte.

"Derya... Derya de Littneaux, Tochter von Merna de Littneaux...", stellte er ruhig fest.
"Wer will das wissen?", gab sie verunsichert zurĂŒck.
"Archibald von Dornburg", antwortete der Mann.

Er nahm seine Vermummung ab und entblĂ¶ĂŸte seinen eigenen linken Unterarm.
Zum Vorschein kam die gleiche TĂ€towierung wie sie die Frau trug.

Sie strich ebenfalls mit einem Finger darĂŒber und schaute ihm dann mit großen Augen an.

"Vater...".
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Zuber -- 165 n.d.A.

#7

Beitrag von Archibald von Dornburg » Do 21. Dez 2017, 11:05

Zuber -- 165 n.d.A.

Archibald lag im heißen, dampfenden Wasser des Zubers. Sein Kopf hing ĂŒber dem Rand in absolut entspannter Pose, wĂ€hrend der Rest seines Körpers im heißen Wasser entkrampfte. Seine Muskeln fĂŒhlten schon wesentlich besser an, die letzte Schlacht hatte ihren Tribut gefordert.

Leise Schritte nÀherten sich ihm von hinten. Arch schlug die Augen auf. Im DÀmmerlicht erkannte er Merna de Littneaux, die sich ihm nackt nÀherte. Aus seiner Blickposition heraus, stand sie auf dem Kopf, was er irgendwie belustigend fand.

Merna blieb vor dem Zuber stehen und streichelte Archibald zĂ€rtlich ĂŒber sein stoppeliges Kinn und seine Kehle. Er rĂŒhrte sich nicht, sondern schaute sie einfach an. Merna ihrerseits starrte auf Archibald herab. Es war einfach bizarr, dass er keinerlei Regung im Blick hatte.

Er schaute einfach nur, kein Funken Begehren im Blick. Sie hĂ€tten beide splitternackt gemeinsam in dem Zuber sitzen können, oder voll bekleidet in der FußgĂ€ngerzone der Hauptstadt stehen können, sein Blick zeigte keinen Unterschied. Er sah nur Merna die Kameradin. Dies wiederum hatte eine extrem beruhigende allerdings auch enttĂ€uschende Wirkung auf sie.

"Jesper hat mir verraten wo ich Dich finde, ich wollte mich fĂŒr die Rettung bedanken Archi", flĂŒsterte Merna und strich ihm durch seine schwarzen, nassen Haare.

Ein kaum merkliches Schmunzeln umspielte seine Lippen. Da er nicht antwortete, stieg sie kurzerhand mit in den Zuber und machte es sich gemĂŒtlich. Arch rutschte bereitwillig und machte ihr Platz.

"Wie soll der Dank denn aussehen?", fragte Arch grinsend und warf Merna den Badeschwamm zu.
"Das darfst Du Dir aussuchen Arch", gab Merna zurĂŒck und fing geschickt den Schwamm auf.
"Leiere Dunwin eine Flasche von seinem edelsten Roten aus den Rippen, dazu eine Tafel Schokolade", schlug Arch gut gelaunt vor.

Merna hielt mitten in der Bewegung inne. Dann kroch sie ganz langsam der LĂ€nge nach Archibalds Körper hoch, so dass sich ihre Nasen fast berĂŒhrten. Arch musterte sie erstaunt, ließ sie aber gewĂ€hren.

"WĂŒrde ich es nicht besser wissen, wĂŒrde ich glauben Du veralberst mich Archi", grinste sie ihn an.
"Nichts lÀge mir ferner...", sÀuselte er freundlich.

"Jesper hatte Recht was Dich betrifft Archi. Du bist ein wenig schwer von Begriff", kicherte Merna.
"Dann klÀr mich auf... Merna", griente Archibald gut gelaunt.

"Du hast mir das Leben gerettet. Wir mögen uns, wir feiern oft zusammen, wir tanzen, lachen, singen, saufen... da liegt ein besonderes Dankeschön doch nahe. Wir beide gönnen uns zu zweit etwas Spaß, oder wir gönnen uns den Spaß zu dritt mit Jesper. Dem Guten hast Du bereits Deine Gunst geschenkt. Worauf hast Du Appetit Arch?", sĂ€uselte Merna und kĂŒsste Archibald sanft auf den Mund.

Archibald erwiderte den Kuss und umarmte Merna.

"Die Rettung war selbstverstĂ€ndlich und ein reiner Freundschaftsdienst. Zudem feiere ich gerne mit Dir, ebenso mit Jesper. Wir spielen zu dritt", grinste Archibald vergnĂŒgt.
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NestwÀrme - Monster und Bestie

#8

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 25. Dez 2017, 20:39

NestwÀrme - Monster und Bestie

Archibald genoss noch einen Moment die WÀrme, wÀhrend er neben seinem besten Kumpel tief in Decken eingekuschelt im Bett lag, ehe er Dunwin knuffte.

„Arch?“, hakte Dunwin leise nach.
„Ja?“, gab dieser genauso leise zurĂŒck.

„Wegen Deinem Problem
“, setzte Dunwin an.
„Ich
 ich kann kĂ€mpfen, gib mir noch ein paar Minuten
 dann bin ich einsatzbereit“, flĂŒsterte Archibald.

„Archi rede keinen Unfug, so war das nicht gemeint. Ich wollte sagen, wegen Deiner Kopfschmerzen musst Du wirklich dringend zum Heiler, sowas habe ich bei keinem erlebt. Du hast es zwar nicht oft, aber auch nicht selten
 meine ich“, erklĂ€rte Dunwin.
„Kopfschmerzen?!?“, keuchte Arch tonlos und starrte Dunwin eisig an.

Dunwin quittiert den Blick mit einem Kuss auf die Stirn.

„Wie soll ich es sonst nennen? Es sind doch Kopfschmerzen oder nicht Archi? Nur mit solchen extremen Schmerzen verbunden, dass Du unter KrĂ€mpfe zusammenbrichst. Und ich weiß was Du fĂŒr Schmerzen einstecken kannst. Also werden wir zum Heiler gehen. Keine Widerrede, ich kann mir das nicht mit lĂ€nger ansehen. Warum meinst Du habe ich neben Dir gepennt? Weil Du mir am Arsch vorbei gehst? Ich war besorgt
 ich hatte
 nun ich hatte Angst um Dich Du Blödmann. Weißt Du woher es kommt? Hattest Du mal einen Unfall oder eine Verletzung? Was weißt Du darĂŒber?“, hakte Dunwin nach.

„Danke Dun. So gesehen Kopfschmerzen. Sie sind angeboren, mein Großvater hatte es. Der Scheiß ĂŒberspringt immer eine Generation. Es gibt keine Heilung, nur Vermeidung der Auslöser. Zu helles Licht, zu schrĂ€ge, zu hohe, zu laute GerĂ€usche. Manchmal wenn was im Anmarsch ist, kann ich es noch unterdrĂŒcken, indem ich mich in die Dunkelheit verziehe oder mir Rotwein und Schokolade reinziehe. Frag nicht warum, es hilft bis zu einem gewissen Grad. Aber ist der Grad ĂŒberschritten, kann ich machen was ich will, ich werde einen Anfall bekommen. Das Schlimme ist nicht mal der Anfall, sondern dass Wissen was gleich passiert. Die absolute Hilflosigkeit in der Situation. Ich denke ich kann mit Recht behaupten ein ziemlich wehrhafter Gegner zu sein, aber in dem Zustand bin ich
 weniger als nichts
 Dreck
“, erklĂ€rte Archibald matt.

„Rede keinen Unsinn. Du bist krank, das ist eine tatsĂ€chliche Krankheit. Nicht so ein Pseudoscheiß wie ihn meine Alte hat. Die ist nicht krank, die hat nur keinen Bock sich irgendwie zu betĂ€tigen und schweift soweit mit ihren Gedanken ab das dusslige Luder, dass sie nicht mehr zurĂŒck findet. Dreck bist Du ganz sicher nicht, ich kenne Dreck, ich musste ihn heiraten. Die Alte verliert sich in ihrem geistigen Nirgendwo. Die hat weder Schmerzen, noch ist die Pflaume krank, die tickt einfach nicht ganz sauber. Jesper sagte Sex wĂŒrde gegen einen Anfall helfen, stimmt das?“, lachte Dunwin leise.
„Es stimmt, aber den benötige ich davor und nicht danach. Sowas verschweigt Dir Jesper?“, gibbelte Archibald.

„Scheinbar, echt unerhört wo ich ihm eigentlich alles erzĂ€hle. Du hast ihm Deine Gunst geschenkt, sagte er. Was heißt das genau? Wer mit wem?“, fragte Dunwin neugierig und zĂŒndete eine Rauchstange an. Er schob sie Archibald in den Mundwinkel und zĂŒndete sich danach eine eigene an, „fĂŒr Dich Archi.“
„Zuletzt ich mit ihm, aber ist auch schon anders herum vorgekommen“, schmunzelte Arch und rauchte genussvoll die Rauchstange.

„Eigentlich doch gar nicht Dein Beuteschema Archi. Du erstaunst mich. Und?“, hakte Dunwin nach und streckte sich lang neben Archibald aus.
„Und was?“, fragte Arch Retour.

„Und wie war es
“, grinste Dunwin.
„Hast Du es mit einer Alten schon mal von hinten getrieben?“, grinste Arch zurĂŒck.
„Ja klar“, antwortete Dun ehrlich.
„Ist genauso. Nur fassen sie sich eben anders an. Grober, derber, da ist nichts sanftes oder zartes, nichts weiches, anschmiegsames. Geht trotzdem, wie so oft – denk Dir einfach Deinen Teil. Das Beste daran ist die RĂŒckenmassage“, gĂ€hnte Archibald.

„Wer sie? Die Frauen? Frauen fassen sich doch zart an“, grĂŒbelte Dunwin.
„Die Alten
 geschlechtsunabhĂ€ngig“, erklĂ€rte Arch und rollte sich auf den RĂŒcken.

„Du kannst die Alte ausgeliehen haben, falls Du sie eine Eigenbehandlung benötigst“, lachte Dunwin.
„Ist das irgendwie ein schrĂ€ges Angebot?“, gibbelte Arch.

„Ja“, prustete Dun.
„Nach der steht mir echt nicht der Sinn“, grinste Arch mit Raubtiergrinsen.

„Ein Gutes hat sie doch, sie rĂŒhrt sich nicht und hĂ€lt ihr dummes Maul. Was willst Du mehr?“, antwortete Dun und angelte den Aschenbecher vom Beistelltisch.
„Im Moment möchte ich gar nichts, außer im Bett liegen bleiben bis ich wieder klar sehen kann“, murmelte Archibald.

„Gut anderes Thema, man sagt das Fleisch schmeckt wie HĂ€hnchen. Stimmt das? Und falls ja, warum kaufst Du Dir kann nicht einfach 2 Kilo HĂ€hnchenfleisch“, fragte Dunwin neugierig.
„Probier es, dann weißt Du es“, lachte Archibald.

„Na los sag jetzt Archi“, gab Dunwin zurĂŒck und knuffte seinen besten Kumpel.
„Nein das schmeckt nicht wie HĂ€hnchen. Man sagt auch Schlangen schmecken wie HĂ€hnchen. Schlangen schmecken nach Schlangen und HĂ€hnchen schmecken nach HĂ€hnchen. Jedes Fleisch hat seinen Eigengeschmack. Und das Leckere daran ist nicht allein der Geschmack an sich, sondern es ist mehr. Die Belohnung fĂŒr eine erfolgreiche Jagd. Ich hebe Dir mal ein StĂŒck auf“, gab Archibald zurĂŒck und drĂŒckte die Rauchstange im Aschenbecher aus.

„Kann man das auch gebraten essen? Ich weiß nicht ob ich rohes Fleisch runter bekomme. Das wĂ€re ja dann auch ungewĂŒrzt“, grĂŒbelte Dunwin.
„Man kann glaube ich alles in die Pfanne werfen oder? Naja ich vermute es jedenfalls. Solange Du es nicht anbrennen lĂ€sst, mĂŒsste es essbar bleiben. Wir gehen von völlig unterschiedlichen Empfindungen aus. Rindfleisch kann man auch roh essen und zwar hauchdĂŒnn geschnitten. Das hast Du schon gegessen und hat Dir geschmeckt. Man isst es allerdings nur so dĂŒnn, da man so mehr vom Eigengeschmack hat und die meisten nicht ĂŒber eine passende Kauleiste verfĂŒgen ein grĂ¶ĂŸeres StĂŒck zu verspeisen. Ich mag kein gewĂŒrztes Fleisch. Es muss pur schmecken, sonst taugt es nichts. Meiner Meinung nach, aber Meinungen sind verschieden, genau wie GeschmĂ€cker“, sagte Archibald und stopfte sich das Kopfkissen zu Recht.

„Stimmt, Schabefleisch isst man ja auch roh auf Brot
 mit Peffer und Zwiebel
“, antwortete Dunwin und stellte den Aschenbecher beiseite. Er deckte sich wieder gemeinsam mit Archibald zu. „Geht es Dir ein bisschen besser? Ich dachte mir Ablenkung hilft.“
„Tut es, Dankeschön. Lass uns noch eine Stunde schlafen oder zwei oder drei
“, schlug Archibald vor.

„Schlaf Dich gesund, ich bin da falls Du mich brauchst. Ich lese noch ein bisschen was“, erklĂ€rte Dunwin und schnappte sich sein Buch vom Beistelltisch. Archibald hob als Antwort nur den Daumen, mummelte sich in die Decke und schloss die Augen.
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Befreit -- Jahr 155 n.d.A.

#9

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 1. Jan 2018, 02:03

Befreit -- Jahr 155 n.d.A.

Ich schlich ihm nach versuchte dabei so friedlich und ungefÀhrlich wie möglich auszusehen.
Irgendwas anderes war in meinem Bewusstsein auf einmal aktiv...
Uralte Instinkte ĂŒbernahmen die Herrschaft...
`Gehorche... jage... greif ihn Dir....ÂŽ, schrie es in meinen Gedanken.

Als ich mit ihm auf gleicher Höhe war schmunzelte ich zu ihm herunter und er schaute zu mir auf. In dem Moment schloss sich meine Hand von unten blitzartig um seine Kehle, sofort jeden Laut erstickend. Meine Krallen schossen seinen Hals hoch. Mein Mittelfinger und Daumen bohrten sich in seine Ohrgruben und seine Beine gaben unter ihm nach.

Aus der gleichen Bewegung heraus, riss ich ihn nach oben und nahm ihn auf den Arm, so als wĂŒrde er schlafen.
Ich hatte ihn mir gegriffen... ich hatte ihn erbeutet...

Ich erinnere mich daran, dass ich mich fĂŒhlte als hĂ€tte ich mit dem Gehorchen etwas in meinen Verstand eingeladen, etwas das unterbewusst schon immer dort schlummerte. Ein Erbe von dem entweder niemand in der Familie wusste, oder wissen wollte.

Als ich meine Krallen um seinen Hals schloss, beschwor ich die Kraft der Bestie herauf...
Sie krachte wie eine gewaltige, schwarze Welle in meinen Verstand und verschlang ihn...
So reißend, dass ich ihr nicht widerstehen konnte... nicht widerstehen wollte...
Sie sang von Macht... Befriedigung... Dingen die ich nicht kannte...
Ich wusste damals nicht, was ich tatsÀchlich in meinen Verstand eingeladen hatte...

Lief ich weiter, blieb nur noch eine offene Richtung
 die Kippe. Zu auffĂ€llig. An der nĂ€chsten Biegung drehte ich um und gab Fersengeld. Ich rannte bis ich die ersten Schiffswracks sah. Sprang ĂŒber Kies und Geröll, fand einen großen Stein und ließ mich darauf nieder.

Ich packte mein "Futter" aus und sah mich sichernd um.
Niemand war da – jedenfalls nicht in unmittelbarer NĂ€he.

Meine HĂ€nde zitterten als ich das Fleisch auspackte, es roch unwiderstehlich...
Sollten mich jetzt die BĂŒttel erwischen und mich abknallen, es wĂ€re mir gleichgĂŒltig gewesen...

In diesem Moment zÀhlte nur dass ich das Fleisch fressen wollte...
Die ZĂ€hne in dieses StĂŒck Fleisch schlagen wollte...
Es mir einverleiben wollte... eins mit ihm werden wollte... es war warm... und weich...

Es leistete einen Moment Widerstand...
Ich hatte voller Verlangen vergessen, dass wir als Menschen Fleisch gar nicht roh fraßen.

Ich riss es ĂŒber die hinteren und unteren ReißzĂ€hne – so ging es!
Mit großer Anstrengung drangen sie in das Fleisch ein und rissen einen großen Brocken heraus...

Meine ZĂ€hne schmerzten, sie waren fĂŒr diese Nahrung noch nicht geschaffen...
Sie waren noch nicht angepasst... und sie waren diese Nahrung nicht nicht gewöhnt...

Ich war glĂŒcklich... kĂŒmmerte mich nicht darum, dass mir Sabber und Blut am Kinn hinab liefen und selbst die kleinen Gossen-Ratten Angst vor mir hatten...
Das mit der Kauerei wurde mir zu mĂŒhsam...

Heute habe ich nur noch oben die vier menschlichen SchneidezĂ€hne, der Rest meiner ZĂ€hne wurde angeschliffen zu messerscharfen ReißzĂ€hnen...
Damals musste ich mit dem auskommen, was Mutter Natur mir geschenkt hatte...

Kein Mensch wĂŒrde auf die Idee kommen ĂŒber 2 kg Fleisch am StĂŒck zu fressen...
Aber irgendwas in meinem Inneren zwang mich dazu...
Es sagte mir dass es geht...
Dass es ganz normal so ist....

Also schlang ich einen großen Brocken des herausgerissenen StĂŒcks mit urtĂŒmlicher animalischer Befriedigung herunter...
Und Tatsache es ging....

Dass Schlucken von dem saftigen Brocken Fleisch war ein purer Rausch...
GlĂŒck... Ekstase... VerzĂŒckung... es gibt kein Wort fĂŒr dieses GefĂŒhl...

Die Bestie verÀnderte mich... verwandelte mich...
Ich spĂŒrte sie als dunkle Welle der Linderung und Geborgenheit, die durch meinen ganzen Körper floss....
Befreit...
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"Damaged people are dangerous. They know they can survive." - Josephine Hart

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Archibald von Dornburg
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RumhÀngen -- 180 n.d.A.

#10

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 2. Jan 2018, 02:22

RumhÀngen -- 180 n.d.A.

Jesper betrat das Wohnzimmer am Morgen und stellte fest, dass Archibald im Lesesessel eingeschlafen war. Die Beine hatte er ĂŒber die eine Lehne gehangen, wĂ€hrend er selbst tief in den Sessel heruntergerutscht war. In seinen Krallen hielt er immer noch die Karte, die er am Abend fĂŒr ihren Einsatz studiert hatte.

Jesper wollte sie ihm behutsam aus den Fingern ziehen, in dem Moment wurde Archibald wach. Verschlafen blinzelte er van Verling an.

"Morgen Arch, komm lass los. Du zerknitterst die Karte", erklÀrte Jesper freundlich.
"Morgn... Karte?", nuschelte Arch.
"Karte", bestÀtigte Jesper und nahm sie Archibald behutsam ab.
"Danke. Ich bin eingeschlafen", gÀhnte Arch und reichte Jesper eine Hand.
"Was ist los?", grinste Jesper.
"Ich komm mit dem Hintern nicht mehr hoch, ich bin eingerostet und meine Beine sind eingeschlafen. Hilf mir", schmunzelte Arch verlegen.
"Na komm her", lachte Jesper leise und hob Archibald aus dem Ohrensessel.

Er stellte seinen besten Kumpel auf die FĂŒĂŸe und wartete geduldig ab. Arch schlang ihm die Arme um den Hals und hielt sich an Jesper fest.

"Ist das eine Scheiße. Du hast ja die VorhĂ€nge zu gelassen, Dank Dir. Schmeißt Du mich aufs Bett uns massiert mir das Kreuz? Sonst bin ich nachher total verspannt, darfst Dir auch eine Belohnung nehmen. Nur bitte diesmal vorher die Massage", flĂŒsterte Arch.
"Sicher gerne, mache ich auch ohne Belohnung. Beim nĂ€chsten Mal lasse ich Dich nicht so schlafen, ich wollte Dich nur nicht wecken. Na komm auf ins Schlafzimmer", grinste Jesper breit und warf sich Archibald ĂŒber die Schulter.

"Nicht Deine Schuld, sondern meine eigene. Was setze ich mich auch immer so hin. Du hast auf alle FĂ€lle was bei mir gut", gibbelte Arch.
"Alles klar", stimmte Jesper zu. Er pflĂŒckte Archibald von seiner Schulter und warf ihn bĂ€uchlings aufs Bett.

"Mach es Dir gemĂŒtlich und streck Dich lang aus", befahl Jesper und hockte sich hinter Arch.
Archibald streckte sich gehorsam lang aus und Jesper schĂ€lte ihn aus seiner Kleidung. FĂŒr einen Moment legte er ihm seine große, flache Hand genau auf das Zeichen, das etwas unterhalb Archibalds SchulterblĂ€tter prangte, ehe er ihm den RĂŒcken sanft herab strich.

"Warum machst Du das immer?", murmelte Archi.
"Ich glaube zwar nicht an das gleiche wie Du, aber Dir bedeutet es enorm viel, also zolle ich dem Respekt, was immer es ist. Mehr steckt nicht dahinter, mach Dir keine Gedanken", gab Jesper zurĂŒck und fing an Archibald zu massieren.

Arch schloss genussvoll die Augen.

"Bisschen Unfug quatschen?", bot Jesper an.
"HirnfĂŒrze? Klar, ich bin dabei. Leg los Großer", freute sich Arch.

"Böse Frage, was wĂŒrdest Du tun, wenn Du weiblich und schwanger wĂ€rst...", gibbelte Jesper.
"Echter Hirnfurz... mhm, austragen und Dir geben, wĂ€re schließlich von Dir", lachte Arch.
"Wieso wÀre das von mir?", hakte Jesper nach und massierte Archibald fester.
"Weil es nicht von Merna sein könnte, Du Scherzkeks", prustete Arch.
"Moment... Das heißt Du tust es nur mit Merna oder mir?", fragte Jesper baff.
"Ja Ihr seid die einzigen, denen ich meine Gunst schenke. Das andere Thema lassen wir ja?", bat Arch.

"Lassen wir, kein Problem. Das heißt, Du lĂ€sst niemanden ran, außer mich?", hakte Jesper nach und spĂŒrte wie er gewaltig geil wurde.
"Als Kerl stehst nur Du in meiner Gunst. Nur Du, kein anderer. Du bist der Einzige der sich das nehmen darf. Ich gewĂ€hre es Dir gerne. Dich befriedigt es, fĂŒr mich ist es angenehm. Ist doch in Ordnung so", gab Arch zurĂŒck.

"Du bist mir treu...", flĂŒsterte Jesper und kĂŒsste Archibald auf den Nacken.
"So gesehen ja. Dir und Merna", antwortete Arch.

"Könnte ich die Belohnung sofort haben?", fragte Jesper und packte Archibald fest in der HĂŒfte.
Arch musterte Jesper erstaunt ĂŒber die Schulter.
"Wenn ich dabei so flach liegen bleiben kann, dann ja", antwortete Arch.

Jesper streichelte Archibalds Körper entlang nach oben und legte sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihm ab und drĂŒckte ihn in die Matratze. Zeitgleich packte er ihn von unten an den Schultern und schob ihn nach unten. Er liebte ihn kurz und leidenschaftlich, ehe er einfach auf ihm liegenblieb und in Archibalds Haaren herumspielte.

"Was machst Du denn da?", lachte Arch leise.
"Dir ein paar Knoten in die Haare. Ich hab Dich lieb", flĂŒsterte Jesper.
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