Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. Während die Urvölker auf Altbewährtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimbünde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Heißer Herbst -- 181 n.d.A.

Dunwins Stab
Dunwin von Hohenfelde verfügte über einen Stab von effektiven Kämpfern, um seine Macht zu sichern. Doch auch sie konnten seine Ermordung nicht verhindern. Dunwin ist nurmehr ein beschworener Geist, aber einige seiner früheren Weggefährten weilen noch unter den Lebenden. Dass Dunwin tot ist, verhindert nicht, dass er sie erneut zusammenruft. Doch die Zeiten haben sich geändert.
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Dunwins Geist
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Heißer Herbst -- 181 n.d.A.

#1

Beitrag von Dunwins Geist » Do 11. Jan 2018, 14:37

Heißer Herbst -- 181 n.d.A.

„Wir haben nicht mal 7 Uhr morgens und wir haben kaum 30 Grad im Schatten, was sagt uns das?“, lachte Jesper als er unten in den Aufenthaltsraum stiefelte.

„Das Du es wagst uns viel zu früh zu wecken…“, murmelte Damir verschlafen, schaute kurz nach Harro der sich im Schlaf grummelnd zusammenrollte und danach weiter selig neben ihm schlummerte. Damir wartete kurz ab, ehe er sich wieder an ihn lehnte und es sich erneut gemütlich machte.

„Jaja – das auch, aber ich habe Frühstück besorgt“, sagte Verling gut gelaunt.

Dunwin rieb sich müde die Augen und grinste zu Jesper hoch. Die Gruppe hatte sich in den Aufenthaltsraum zurückgezogen und für die Nacht hier gemeinsam ihr Quartier aufgeschlagen, da auch nachts die Temperaturen zur Zeit kaum unter 30 Grad sanken, es war zum verrückt werden. Aber dennoch spürte man langsam, dass die Temperaturen nicht mehr so brennend und intensiv waren.

Langsam kam Leben in die Gruppe und einer nach dem anderen räkelte sich und gesellte sich zu Jesper, der das Frühstück auspackte.

„Hast Du auch Zimtbrötchen?“, fragte Dunwin gut gelaunt. Dun mochte den Herbst. Dunwin fand es einfach schön mit der Gruppe gemeinsam im Pulk zu schlafen. Mit Canan an der Seite, war es doppelt so schön fand Dunwin und rüttelte die kleine Düsterlingsfrau wach.

„Du isst gar keine Zimtbr… lass mich raten für sie?“, lachte Jesper.
„Ja logo für sie“, kicherte Dunwin zurück.
„Was ist für mich?“, hakte Canan nach, schüttelte sich kurz und war hellwach.
„Für Dich Dun Hörnchen, ich hab dran gedacht und Zimtbrötchen gibt’s für den Zwerg natürlich auch“, stichelte Jesper.

„Du bist ein Schatz Jesper“, lachte Dunwin und fing sich eine Kopfnuss von Canan ein.
„Schau mal einer an, eifersüchtig?“, grinste Dunwin zu Canan rüber.
„Na klar, Du bist mein Baby“, grinste Canan zurück und küsste Dunwin, „guten Morgen übrigens“.

Damir rüttelte Harro wach und machte dann vorsorglich etwas Platz. Brijesh gesellte sich an seine andere Seite, während sich Harro streckte und einen Blick in die Runde warf, der eindeutig zeigte dass er kein Frühaufsteher war.

„Frühstück“, flötete Brijesh um Harros Laune zu heben.
„Wie kann man am Morgen nur so ekelhaft gut gelaunt sein?“, hakte Holzi nach und rieb sich die Augen. Man sah ihm an, dass es ihm kein Stück besser ging als Harro.
„Eine sehr gute Frage. Bei der nächsten Aktion in der Art gibt’s Zwergenweitwurf…“, gähnte Harro, was Holzi losprusten ließ.

„WAS? Ich bin´s doch Brijesh!“, sagte Bri mit Panik in der Stimme.
„Und ich bin´s doch – Harro!“, lachte von Rotheberg.

„Ihr seid bekloppt – alle! Hier wird niemand durch die Gegend geworfen, es sei denn Canan befiehlt es!“, warf Arch prustend ein – schaute aber Canan mit einem so breiten Grinsen an, als wollte er sagen `nun mach schon´.
„Er ist immer noch so schadenfroh, wie am ersten Tag. Und genauso zuckersüß gehässig. Du hast Dich zwar extrem geändert – aber das… das ändert sich nie Archi“, grinste Merna und küsste Archibald.
„Jeder hat so seine Schwächen…“, lachte Arch, während ihm Jesper ein Pfund geschnittenes Rindfleisch in die Hand drückte.

„Danke Arch! Ich dachte Du liebst mich!“, schmollte Brijesh.

„Wie man sich irren kann…“, säuselte Jesper und trank dann schnell einen Schluck Kaffee, als hätte er nichts gesagt. Alrun verpasste Jesper trotzdem eine Kopfnuss, was Luitgard losprusten ließ.
„Bah was fies und das von Jesper“, grummelte Bri, während die Gruppe sich schlapplachte.

„Außerdem ist Archibald mein erster Mann“, grinste Dunwin.
„Ich dachte er wäre meiner!“, knurrte Jesper.
„Dein Kerl, aber mein erster Mann! Also vor Dir, ist er meiner", grinste Dunwin noch breiter.

"Von wem ist er denn nun der Mann?", fragte Damir total verwirrt.
"Von mir, genau wie Jesper", hielt Merna dagegen, was alles losgackern ließ.

„Kloppt Euch doch drum…meiner ist dann Damir“, grinste Harro.
„Keine Sorge Harro, den will sonst eh keiner“, lachte Jesper.

„Du Scheißer“, knurrte Damir kichernd.

„Hey komm schon Damir, es stimmt doch. Da musst Du keine Angst haben Harro, den würde Dir Brijesh niemals wegnehmen, da bin ich mir ganz sicher“, prustete Merna.
„Könntest Du wenigstens den Anstand haben, so was Fieses nur zu denken?“, hakte Damir nach, was die anderen donnernd losprusten ließ.

„Mein Fehler Damir“, lachte sich Merna schlapp.
„Wenn Brijesh wen mopst, dann Harro… nicht wahr?“, grinste Sunja megabreit.
„Korrekt“, stimmte Merna zu und beide lehnten sich aneinander und taxierten Brijesh grinsend.
„Hört auf damit! Das stimmt doch gar nicht! Zudem bring mich nicht immer in Schwierigkeiten“, antwortete Brijesh, was die anderen erneut losgackern ließ.

„Merna überprüf ihn doch mal ob er lügt“, warf Jesper ein.
„War klar von wem jetzt ein Einwand kommt, wenn Merna angefurzt wird“, lachte Damir.

„Ihr hattet Euren Spaß, lasst Brijesh in Ruhe“, sagte Harro ruhig.
„Eh… wieso?“, fragte Damir verdutzt.

„Wieso nicht?“, hakten Harro und Canan synchron nach und prusteten ebenfalls los.
„Alles alberne Hühner, daran ändert sich nie was“, lachte Alrun.
„Wäre auch schlimm. Was sich liebt, das neckt sich. Also so lange alle frotzeln, mögen sie sich auch“, grinste Holzi und Alrun zwinkerte ihm zustimmend zu.

Als alle soweit wach und angezogen waren, setzte sich die Gruppe im Kreis zusammen und frühstückte gut gelaunt.

„Ach was ich Euch noch sagen muss, in einer alten Ruine habe ich Wasser entdeckt. Frischwasser. Es scheint an die Oberfläche tretendes Grundwasser zu sein. Absolut klar. Nicht weit von hier Leute. Die Stelle wäre ideal um da mal baden zu gehen. Hat irgendwie etwas von Schwimmbad.

Es ist wie ein kleiner See, wirklich klein umrahmt von hohen Mauern mit nur einem Eingang. Und oben ist so was wie eine Art Balkon über die Wasser. Also die Stellung hat sogar etwas Sicheres. Wir könnten es uns bei den Temperaturen dort echt gut gehen lassen. Oder wir gehen mal wieder runter zum Fluss. Was meint Ihr?“, fragte Jesper gut gelaunt.

„Super Idee. Das Frischwasser schauen wir uns auf alle Fälle an. Baden in so einem abgeschotteten Raum klingt verlockend, aber wir sollten vorher testen ob es wirklich Grundwasser ist, dann hätten wir zusätzlich einen Wasservorrat“, schlug Dunwin vor.

"Und wofür benötigen wir den Vorrat?", fragte Holzi.
"Wenn wir dort übernachten, benötigen wir auch Wasser", warf Dunwin ein.

„Genau. Vorsorglich sollten wir Kanister mitnehmen und wenn es wirklich Grundwasser ist diese befüllen, bevor wir uns dem Badespaß hingeben. Planschen können wir wirklich immer im Fluss, das Grundwasser wäre echt zu schade Jesper“, warf Damir ein.
„Oder wir leisten uns mal den Luxus einer Wasserreinigungs- und Aufbereitungsanlage für unser Planschbecken. Die Anlage wäre mehr als ihr Geld wert. Goblinszeug“, warf Canan ein und alle nickten zustimmend.

„Soweit ich weiß, gibt es doch für Krisengebiete so portable Anlagen. Die einfach nur durch Schwerkraft und Filterung funktionieren. Also unten sind die Filter drin, das Wasser drückt von oben durch. Die Filter sind aus Aktivkohle. Warum weiß ich nicht, aber irgendwie fand ich das Wort so ulkig, dass ich mir das gemerkt hab. Hat wer schon mal aktive Kohle gesehen? Oder Kohle die nicht aktiv ist? Total bescheuerter Name“, grinste Holzi.

„Weil Aktivkohle antibakteriell ist. Der Wirkstoff tötet Keime ab, ich glaube bis zu einer Wirksamkeit von 98%. Aktivkohle kennt auch jeder der Mal die Schei… ehm die Magen-Darm-Grippe hatte – Kohletabletten sind nichts anderes als gepresste Aktivkohle“, erklärte Harro.
„Kluger Bursche“, grinste Damir, was Harro brummend kichern ließ.

„Stimmt schon Damir, Grundwasser sollten wir nicht verschwenden. Aber schaut es Euch erst mal an. Durch die Mauern drum herum ist der Ort sogar richtig schön kühl und schattig. Es wird Euch gefallen, glaubt mir“, grinste Jesper breit.

„Wir glauben Dir doch! Schieb mal keine Panik“, prustete Luitgard.
„Es ging nur darum, dass wir das Wasser nicht verunreinigen, bevor wir unsere Vorräte nicht aufgefüllt haben. Wenn es echt eine Quelle ist, wäre das schon klasse. Überlegt mal, diese seltsame heiße Herbst ist sicher noch lang, hat gerade erst angefangen und wir hätten Wasser ohne Ende“, freute sich Merna.

„Richtig, so oder so ist auf alle Fälle Stillschweigen über die Quelle zu bewahren“, warf Sunja ein, und alle aus der Gruppe nickten zustimmend.

„Mal eine blöde Frage in die Runde, ich war ja echt schon überall und wie lange wohnte ich hier? Aber wo ist hier der Fluss? Oder was meint Ihr genau? Vom Dach aus habe ich hinten nur die Ebenen gesehen, aber einen Fluss sah ich da nicht Leute“, sagte Archibald.
„Wenn Du auf dem Dach stehst – dann guckst Du frontal auf eine Mauerfront. Rechts ist dahinter eine Bergkette wie eine Linie, aber fast vor dem Massiv ist eine Spitze. Genau da zwischen den Felsen hat sich ein Fluss ein Bett rein gegraben. Wenn es richtig Hochsommer ist, trocknet er aus. Man kann mit den Gäulen da durch brettern im Galopp“, erklärte Damir.

„Aha in Ordnung“, grinste Arch, „brettern wir mal gemeinsam da durch Damir? Also wenn Dun seine Erlaubnis gibt. Dürfen wir?“
„Das diese Frage nach der Info kommen wird, war so was von klar. Nein verboten“, knurrte Jesper.

„Von mir aus“, antwortete Dunwin.
„Dann klar“, stimmte Damir erfreut zu.

„Hallo? Auf mich hört wohl hier keiner. Aber wenn es Euch darin erwischt, ich hole keinen von Euch Retour…“, warf Jesper ein und schnipste Archibald.
„Du würdest ihn retten – wie immer“, lachte Canan.
„Das muss er aber nicht wissen, sonst baut der immer so einen Scheiß“, prustete Jesper.

„Wieso Scheiß? Die Jungs wollen nur etwas Spaß, sei nicht so griesgrämig. Wir gehen doch schwimmen, nur planen sie eben einen Ritt durch das Flussbett wenn der Sommer kommt. Bis dato haben die das schon vergessen und wenn nicht – lass sie doch. Fünf Minuten wirst Du sicher mal ohne Archibald auskommen“, kicherte Merna und kuschelte sich an Jesper.
„Schatz – Spaß beiseite, das ist extrem gefährlich. Niemand wird durch das Flussbett reiten, weil viele Leute darin schon umkamen. Nur wenn man wirklich muss, macht man so was erklärte mein Vater damals. Und er kannte die Gefahren“, warnte Jesper sie freundlich.

„Jepser hat absolut Recht. Ihr lasst das bleiben Jungs. Diese ausgetrockneten Flussbetten heißen auf anderen Welten Wadi. Man weiß oft nicht mal, dass es ein Flussbett ist. Regnet es dann, ist der Boden in Wüstengegenden steinhart. Dort ist er noch härter. Und da der Wadi nicht nur eine Straße sprich eine Rennstrecke für Menschen ist, sondern dann auch für die Wassermassen Damir und Archibald, sind dort schon mehr Menschen in der Wüste ersoffen, als wirklich verdurstet. Also merkt Euch dass bitte, wenn nicht nötig, sollte man nie die Wadi als Straße nutzen. Wenn man sie queren muss, dann so schnell wie möglich. Ihr wisst alle wie schnell hier ein Unwetter losbrechen kann. Schlagartig ist auf einmal Gewitter mit Wolkenbruch. Das in einem Wadi und an einer Stelle wo die Felswände steil und hoch sind, ist ein Todesurteil“, erklärte Alrun der Gruppe vorsorglich.

„Ganz genau so ist es“, stimmte Holzi ihr ernst zu.

„Also an die Möglichkeit hab ich nicht gedacht“, sagte Damir ehrlich.
„Ich glaub an so eine Möglichkeit denkt keiner Damir, es sei denn er steht in so einem Wadi und hinter ihm rauscht das Wasser an“, warf Dunwin ein.

„Eben Ihr Lieben und meist ist das die letzte Erkenntnis im Leben die man dann hat. Und da Ihr meine Jungs seid, verbiete ich Euch das – notfalls musst Du sie aufhalten Luitgard“, lachte Alrun.
„Natürlich, zu Befehl. Harro – würdest Du die Truppe für mich aufhalten als meine Vertretung?“, lachte Luitgard.
„Selbstverständlich. Ist ja auch meine Pflicht die Truppe davor zu bewahren den Arsch zuzumachen. Zur Not knüppele ich alle nieder, kurz und schmerzvoll“, pruste Harro.

„Danke – Du bist so gut zu uns. Wenn wir uns mal revanchieren können…“, grinste Archibald.

„Wieso warnst Du nur uns und eigentlich nicht die Frauen?“, fragte Damir verwundert.
„Weil nur Männer auf solche verrückte Ideen kommen. Frauen machen so einen Unfug nicht“, sagte Alrun liebevoll, während sich die Mädels und Archibald über die baffen Gesichter der Jungs schlapplachten.

„Eh… sag mal Archibald, was lachst Du eigentlich?“, fragte Dunwin grinsend.

"Damirs Schuld. Er heult doch immer, „Jesper… Deine Frau ärgert mich…“ – also darf ich auch mit den Frauen mit lachen oder?“, prustete Archibald.
"Damit meine ich Merna!", grinste Damir.
"Oh...", stockte Archi.
"Oder heißt dass, Du bist freiwillig seine Missy? Hat er sicher nicht gegen“, gibbelte Dunwin.

„Öhm…“, setzte Arch verdutzt zur Erklärung an und wurde dann knallrot, als er merkte was er damit gesagt hatte, was alle anderen losprusten ließ vor Lachen.

„Eigentor“, grinste Jesper und strubbelte Archi durch die Haare.
„Also wo gehen wir als erstes hin Leute? Fluss oder zur Quelle?“, fragte Damir.

„Ich wäre für die Quelle, bin neugierig was Jesper gefunden hat“, warf Merna ein.
„Ich ehrlich gesagt auch. Und viel Trinkwasser haben wir auch nicht mehr“, sagte Luitgard und trank den Kaffee von Merna aus.
„Die Frau säuft wie ein Loch“, lachte Sunja.
„Solange es nur Kaffee ist, muss ich mir keine Gedanken machen“, grinste Merna.

„Sunja ist genauso höflich wie Du Merna“, bemerkte Brijesh trocken.
„Sag´s nicht weiter, dann merkt es keiner“, prustete Sunja.

„Wir nehmen gleich die Kanister mit. So können wir mehr transportieren und das Wasser ist auch sicherer verwahrt. Du machst die Kanister startklar Jesper. Damir Du bringst die Kanister zu den Pferden, ach ja und binde sie auch dran - Dir muss man sowas ja sagen Mäusehirn. Du sorgst für den Proviant Archibald. Egal ob wir uns nur die Quelle angucken und dort vor Ort bleiben, oder ob wir danach runter zum Fluss reiten, plane einen ganzen Tag ein“, wies Dunwin sie an.

„Ich helfe beim Proviant Archi, wenn Du möchtest“, bot Merna an.
„Klar gerne“, freute sich Arch.

„Ja und ich schlepp mit Dir Kanister Damir“, sagte Sunja.
„Dito, ich helfe Dir auch Schatz“, flüsterte Alrun Damir zu.
„Dann sind wir ruck-zuck fertig mit der Schlepperei“, freute sich Damir über das Angebot.

Keine Viertelstunde später saß die Gruppe gut gelaunt auf den Pferden und eine weitere Viertelstunde später hielten sie vor einer Ruine. Die Gruppe stieg ab und Verling gab gleich die Führung.

„Einfach mir nach“, sagte er gut gelaunt.
„Wir kommen doch schon Jesper, keinen Stress verbreiten. Aber ich warne Dich, wehe da hockt eine Horde Untoter“, lachte Dunwin.

„Dunwin dafür ist da drin viel zu hell, Du musst Dir was Neues zu moppern suchen. Zudem ist das Rumgezicke doch Archibalds Job“, kicherte van Verling.
„Von mir hörst Du heute kein Gemeckere Jesper. Egal welches Wasser wir ansteuern, ich freue mich riesig drauf“, warf Arch ein.

„Da sagst Du was. Mir kommt das Ewigkeiten vor, dass wir das letzte Mal was unternommen haben. Und wann waren wir je in einer Quelle schwimmen?“, grinste Holzi.
„Mal überlegen…“, grübelte Archibald.

„NIE!“, feixte Canan, was die anderen mit losprusten ließ.

„Dito – da sagst Du was. Wenn der Fluss doch in der Nähe ist, sollten wir bei so einer Hitze öfter hin. Findet Ihr nicht auch?“, fragte Luitgard in die Runde.
„Warum eigentlich nicht? Könnten wir ja morgens abstimmen, wenn wir Bock haben reiten wir runter zum Fluss“, stimmte Dunwin freundlich zu und zog Canan in seine Arme.

Sie betraten unter der Führung von Jesper die Ruine. Sie durchquerten das Gebäude, das nur noch aus Stein zu bestehen schien und traten in einen Hof hinaus. Mitten im Hof war der von Jesper beschriebene kleine See. Drum herum hatten sich bereits Pflanzen ihren Weg durch den Steinboden gebahnt und hohe Wände umrahmten schützend den ganzen Innenhof, was dem Ort einen urtümlichen Charme verlieh.

Dun schaute sich staunend um und ging runter zum Wasser. Es war glasklar und kleine Wasserpflanzen hatten sich an einigen seichteren Stellen am Boden des Sees gebildet. Dunwin schöpfte eine Hand Wasser und trank es.

„Herbe“, sagte Dunwin baff.
„Dun?“, fragte Archibald.
„Was ist los?“, hakte Damir nach.

„Nichts“, grinste Dunwin, „ich meinte das positiv. Es ist absolut reines Wasser. Probiert selber. Das ist wirklich Grundwasser“.
„Es ist eine Mini-Oase. Quelle, Pflanzen und schön. Wirklich wunderschön hier“, sagte Luitgard und hakte sich bei Merna ein.

Einer nach dem anderen begab sich ebenfalls zum Wasser und trank davon. Die Jungs machten sich einige Minuten später daran, die Frischwasserkanister aufzufüllen, während Alrun und Luitgard Decken ausbreiteten und ein kleines Lager einrichteten.

„Dein Mann hat wirklich einen besonderen Ort gefunden“, sagte Alrun zu Merna.

„Ja Jesper ist wirklich ein Schatz. Wirst Du ihn oder Arch heiraten?“, fragte Alrun und streckte ihre Beine aus.
„Es sind beides gute Kerle und ich möchte keinen von beiden verlieren. Sie ergänzen sich perfekt. Einen von beiden zu heiraten, würde bedeuten die ganze Beziehung von uns dreien zu zerstören...“, versuchte Merna zu erklären. Alrun nahm sie in die Arme und drückte sie.

„Deine Kerle sind genauso gut wie meiner, aber falls Dich einer von beiden fragt, wir der andere das schon akzeptieren... in dem Fall wohl Archibald. Der wird Dich sicher nicht fragen, Jesper vielleicht schon“, grinste Alrun.
„Ich würde zwei Anstandssekunden so tun als ob ich überlege und dann Ja sagen“, lachte Luitgard.
„Guter Plan – darf ich den kopieren?“, kicherte Alrun.
„Klar – steht zur freien Verfügung“, gestattete Luitgard mit breitem Grinsen.

Archibald brachte mit Canan den Proviant herein und die beiden gesellten sich zu Luitgard, Merna und Alrun.

„Hallo Dame Archi“, lachte Luitgard, „wie steht es mit Dir? Würdest Du Deinen Schatz heiraten? Also würdest Du Ja sagen wenn Jesper Dir einen Antrag machen würde?“
„Genau, interessante Frage. Also?“, hakte Alrun nach.

„Haltet Ihr den Schnabel?“, fragte Arch und zündete sich eine Rauchstange an.
„Versprochen“, bestätigte Luitgard.
„Jetzt kommt´s“, sagte Alrun.

„Meine Antwort wäre nein. Ich kann weder Merna noch Jesper heiraten, das ist zu gefährlich für die beiden. Je nachdem, sollte man mich mal dabei erwischen, wenn ich draußen etwas essen gehe, könnte das harte Konsequenzen für meine Ehefrau oder meinen Ehemann nach sich ziehen, dass tue ich den beiden nicht an“, erklärte Archibald leise und die Frauen starrten ihn an.

„Starrt doch nicht so“, sagte Archibald verunsichert und fläzte sich hin.
„Archibald Du Hornochse! Wenn Dich einer von ihnen fragt, mach es“, schnauzte Canan im Befehlston.

„Was soll er machen?“, fragte Dunwin der sich zu ihnen gesellte mit den restlichen Jungs.
„Den Proviant auspacken“, sprang Alrun schnell ein und Canan grinste breit mit Unschuldsmiene.

„Ich mach schon“, stimmte Archibald freundlich zu und packte das Essen für alle aus.
„Wasser ist gesichert, also wer mag kann jetzt planschen gehen. Bis zum nächsten Besuch hat es sich wieder erholt. Aber die Quelle wird nicht verschmutzt. Ihr wisst was ich meine“, grinste Dunwin.

„Klar – wer pissen muss, verlässt das Wasser“, lachte Damir.
„Neutraler hätte ich es nicht ausdrücken können Damir“, prustete Arch.

„Na dann auf geht’s“, sagte Luitgard gut gelaunt und ging runter zum Wasser. Sie steckte einen Zeh hinein und schüttelte sich.
„Buah! Eiskalt!“, schlotterte sie.
„Zu warm, zu kalt, nie zufrieden“, lachte Jesper und ging mit Merna gemeinsam runter zum Wasser. Merna ging ohne zu zögern hinein und grinste Jesper dann an.

„Und wirklich so kalt?“, fragte Verling.
„Ach was“, sagte Merna grabschte Jesper und zerrte ihn ins Wasser.

„Beim Abgrund! Das ist scheißekalt!“, keuchte Jesper bebend.
„Du musst einmal kurz untertauchen, dann ist nicht mehr so schlimm“, erklärte Merna und drückte Jesper unter Wasser, ehe sie ihn losließ.

Prustend und fluchend kam Verling wieder hoch und nahm Merna in den Schwitzkasten, während sich die anderen schlapplachten.

„Gnade“, keuchte sie lachend.
„Das hast Du nicht umsonst getan“, knurrte Jesper und versuchte nun Merna unterzutauchen. Merna trat ihm unter Wasser die Beine weg und drückte Jesper erneut unter Wasser, zog ihn einige Sekunden später aber direkt wieder auf die Füße.

„MERNA!“, brüllte Jesper wütend, musste dann aber doch lachen.
„Schrei doch nicht so, ich bin nicht taub. Was los?“, hakte sie nach.
„Mit Dir rede ich doch gar nicht mehr“, tat Jesper beleidigt und wandte sich ab.

Merna zuckte mit den Schultern und wandte sich Luitgard zu. Keine Sekunde später sprang Jesper sie an, und riss Merna unter Wasser.

„War so was von klar“, lachte sich Luitgard schlapp.

Die beiden tauchten wieder auf und musterten sich mürrisch ehe sie losgackerten und sich eine Wasserschlacht lieferten.

„Wirklich alberne Hühner, ich sag es immer wieder“, sagte Alrun gut gelaunt. Jesper und Merna hörten auf sich zu balgen und fixierten Alrun grinsend.
„Oh nein! Das vergesst mal ganz schnell wieder“, sagte sie und klammerte sich an Dunwin fest.
„Och Alrun… als ob das was nützen würde“, lachte Merna und zerrte sie gemeinsam mit Dunwin ins Wasser und tauchte beide unter. Prustend kamen beide wieder hoch und starrten Merna an.

„Lassen wir das auf uns sitzen?“, fragte Alrun kichernd.
„Ja klar“, sagte Dunwin lachend und tauchte selbst kurz unter.

„Gesellen wir uns dazu?“, fragte Archibald Damir.
„In Ordnung“, stimmte Damir.

„Kommst Du auch mit Großer?“, fragte Damir Holzi.
„Nein – ich hasse Wasser. Ich bleib an Land – aber mach nur, viel Spaß“, sagte Holzi und machte sich auf der Decke breit.

Archibald und Damir gesellten sich zu den anderen ins Wasser. Dunwin beobachtete Archibald genau und grabschte seinen besten Kumpel am Arm.

„Sag mal Kurzer, kannst Du überhaupt schwimmen? Ich meine Du kannst auch nicht reiten. Dass muss ich wissen, wenn wir zum Fluss runter gehen“, flüsterte Dunwin Archibald zu.
„Ja kann ich, keine Sorge“, antwortete Arch leise.

„Gut“, grinste Dunwin.
„Gut?“, grinste Archibald zurück.
„Sehr gut“, grinste Dunwin.
„Na komm zurück auf die Decke mir wird es zu kalt“, bat Archi.

Die meisten nickten zustimmend und verließen ebenfalls das Wasser. Sich kurz zu erfrischen reichte wirklich aus und sie machten es sich gemeinsam auf der Decke bequem. So verbrachte die Gruppe einen herrlichen Tag in der alten Burgruine.

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