Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Brandurs Tod

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte. Unter der F├╝hrung des neuen Oberhauptes Linhard verlie├č die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Erz├Ąhler
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Brandurs Tod

#1

Beitrag von Erz├Ąhler » So 25. Feb 2018, 09:45

Auftakt zum Duell

Brandur von Hohenfelde erfuhr ├╝ber einen Brief, dass sein Erzfeind Ansgar nach Souvagne fl├╝chtete. Gemeinsam mit Linhard und Dunwin reist er pers├Ânlich dorthin. An der Grenze jedoch will man ihren Begleiter Chirag de Dupont nicht nach Souvagne einreisen lassen. Als die Gruppe nach einigen Problemen doch noch in das schwer befestigte Gro├čherzogtum eingelassen wird, treffen sie schneller, als ihnen lieb ist, auf Brandurs alten Feind ...

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dunwin, darf ich bitten?┬ź, fragte Brandur h├Âflich, damit der Geist den kn├Âchernen Drachen besetzte. Im Inneren des Brustkorbes war alles gem├╝tlich hergerichtet, mit vielen Decken und Kissen. Da diesmal nur drei lebende Personen reisten, hatten sie viel Platz und auch eine gro├če Kiste mit erlesenen Spezialit├Ąten war dabei. Zum einen wollten sie es sich schmecken lassen, zum anderen waren auch Gastgeschenke f├╝r die de la Cantillions dabei. Brandur und Chirag machten es sich gem├╝tlich und warteten, bis auch Linhard sich bequem eingekuschelt hatte. Dann konnte es losgehen in Richtung Souvagne.

Dunwin von Hohenfelde
Dun ergriff Besitz von dem kn├Âchernen Drachen und wartete bis sich auch Linhard hinein gesetzt hatte. Sein Enkel kam etwas versp├Ątet nach, da er trotz aller guten Vors├Ątze trotzdem seine Waffe eingesteckt hatte.

Linhard von Hohenfelde
┬╗So da bin ich, ich habe mal den Meinungsverst├Ąrker mitgenommen. Man wei├č ja nie, wer einem noch begegnet und mein Erzeuger wohnt dort bestimmt ganz in der N├Ąhe. Bei unserem Gl├╝ck. Wir k├Ânnen, wenn Ihr soweit seid┬ź, sagte Lin gut gelaunt und machte es sich bequem.

Chirag de Dupont
┬╗Auch ich `abe, wie es sich ge`├Ârt, einen Degen anbei, den mir Monsieur de Wigberg ausgeborgt `at. Zur Sicher`eit, man kann nie wissen. Und Sie `aben sicher wieder Ihren Zauberstock bei sich?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin grinste ├╝ber beide Ohren. ┬╗Den hab ich immer dabei┬ź, lachte er.

Brandur von Hohenfelde
Brandur verkniff sich einen missbilligenden Blick in Linhards Richtung. Der Junge freute sich ├╝ber die Abwechslung und er wollte ihm den Spa├č nicht mit den Belehrungen eines alten Mannes verderben. ┬╗Den Gehstock mit dem kn├Âchernen Stilett im Knauf habe ich dabei, selbstredend┬ź, erwiderte er. ┬╗Es kann losgehen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Alles klar, dann auf Richtung Souvagne┬ź, freute sich Dun. Der kn├Âcherne Drache nahm Anlauf und hob ab. Langsam schraubte er sich in die L├╝fte und gewann an H├Âhe um dann Richtung Souvagne einzuschwenken.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Wann bekomme ich mein Stilett und meine ├ťberraschung?┬ź, fragte Lin gut gelaunt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Schau mal in die linke Truhe.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin ├Âffnete die linke Truhe und sp├Ąht hinein. (Was sieht er?)

Brandur von Hohenfelde
In der Kiste lag zusammengefaltet ein Regenschirm mit einem kn├Âchernen Ger├╝st. Bespannt war er mit schwarzem, gl├Ąnzenden Leder. Im Griff befand sich ein Stilett, welches auch einzeln, ohne den Schirm, transportiert und verwendet werden konnte. Als Linhard genau hinsah, entdeckte er die verschn├Ârkelten Initialien L.v.H. eingraviert.

Linhard von Hohenfelde
Lin nahm ehrf├╝rchtig den Regenschirm entgegen und untersuchte ihn akribisch. Er schaute ihn sich nicht nur an, sondern er teste das Gewicht und die Ausgewogenheit der Waffe in der Hand und wie schnell er das Stilett ziehen konnte. ├ťbergl├╝cklich steckte er es zur├╝ck in sein Versteck und strich liebevoll ├╝ber die Initialien. Er kroch hin├╝ber zu Brandur und umarmte seinen Vater lange und feste, ehe er ihn auf die Wange k├╝sste. ┬╗Keks. Was sage ich eine Packung Kekse, vielen Danke. Ich werde die Waffe in Ehren halten Paps┬ź, freute sich Lin von Herzen.

Brandur von Hohenfelde
Das bleiche Gesicht des alten Mannes bekam einen rosigen Schimmer, als Linhard sich so sehr freute. Brandur hatte lange und mit viel Liebe und Sorgfalt an dem Schirm gearbeitet. ┬╗Der Griff ist so geformt, dass du den Schirm zusammengefaltet auch als Gehstock verwenden kannst. Und schau mal, die Spitze oben. Sie ist sch├Ąrfer und stabiler als sie auf den ersten Blick aussieht. Du kannst den Schirm also auch als Distanzwaffe verwenden. Der Stiel ist zudem schwer genug, dass er auch als Schlagwaffe taugt. Keks Linhard.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Eigentlich ist er viel zu schade ihn zu benutzen. Aber eine Waffe muss mit dem Herzen und dem Verstand gew├Ąhlt werden, besteht nur der geringste Zweifel... muss die Waffe verworfen werden. So sagt Opa Dunwin. Ich werde diese Waffe garantiert nicht verwerfen, sie wurde nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit Liebe gew├Ąhlt. Sie kann uns nur Gl├╝ck bringen┬ź, grinste Lin.

Chirag de Dupont
Chirag st├Âhnte leise, als Linhard von Gl├╝ck sprach, aber er sagte nichts. Er freute sich jedoch darauf, endlich seine alte Heimat wiederzusehen. ┬╗Besteht die M├Âglichkeit, auf dem R├╝ckweg einen Umweg zur Burg meiner Familie einzulegen? Ich w├╝rde gern einmal wieder dort vorbeischauen und w├╝rde mich geehrt f├╝hlen, wenn Sie beide unsere G├Ąste w├Ąren.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Sicher, dass ist kein Problem. Wir fliegen hin, ich bin genauso gespannt darauf wo Du gelebt hast. Unser Herrenhaus kennst Du ja genauso gut wie Deine Westentasche Chirag, Dein Zuhause kenne ich gar nicht┬ź, antwortete Dun.

Chirag de Dupont
┬╗Sie drei, meine ich nat├╝rlich┬ź, sagte Chirag entschuldigend. ┬╗Ich vergesse dich andauernd, seit du tot bist, Dunwin. Bitte nimm es mir nicht ├╝bel, ich muss mich an dein Geistsein noch gew├Âhnen. Tot oder lebendig bist du als Gast stets willkommen. Die Burg liegt nah des Meeres, es ist sehr sch├Ân da, es wird Ihnen allen gefallen und unsere K├╝che ist `ervoragend. Wir `aben Wein aus eigener Kelterei.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Glaube es mir Chirag, ich muss mich auch noch sehr oft daran gew├Âhnen. Wobei es manchmal auch Vorteile hat. Ich kann durch W├Ąnde gehen und ich komme fast ├╝berall hin. Das hat auch was. Nur leider kann ich nichts mehr schmecken, keinen Kaffee, keinen Wein, keine Rauchstangen, dass macht mich manchmal traurig. Daf├╝r habe ich Wissen, dass ich vorher nicht hatte. Und meinen Bruder als Bruder zur├╝ck, was mir vorher fehlte.... nun ist es anders... besser.... so soll es auch f├╝r den Stab werden... gleichg├╝ltig in welcher Farbe ich oder nun wir vor Euch stehen...┬ź, antwortete Dun.

Chirag de Dupont
┬╗Im Stab sind wir noch immer wie Br├╝der. Zumindest f├╝r die meisten von uns `at sich scheinbar dahingehend nichts ge├Ąndert. `olzi und Damir benehmen sich, als `├Ątte die Gefangenschaft sie nicht betroffen. Ein einfaches Gem├╝t `at auch Vorteile, es kann nicht viel kaputtgehen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Viele gute Geschwister haben wir verloren und ich stimme mit Arch ├╝berein, dass wir den Stab neu aufbauen m├╝ssen. Einer Zweitbesetzung kann eine Drittbesetzung folgen. Die alten Hasen werden die Frischlinge an die Hand nehmen. Probleme hat es bei uns in der Art nie gegeben. Nat├╝rlich mag der eine den anderen mehr oder weniger, aber dennoch waren und sind wir immer noch eine Familie. Soweit ich wei├č wollte er sich um einige neue Mitglieder k├╝mmern. Damir und Holzi sind genauso unser Fundament wie Jesper Chirag┬ź, erkl├Ąrte Dunwin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Eines habe ich mich schon immer gefragt┬ź, mischte Brandur sich ein. ┬╗Warum, Dunwin, warum zum Henker hast du deinen Stab aus derart merkw├╝rdigen Gestalten zusammengestellt? Nichts f├╝r Ungut, Chirag, Sie sind nat├╝rlich davon ausgenommen.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Keine Sorge, das Selbe `abe ich mich auch des ├ľfteren gefragt.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗F├╝r seine Optik kann niemand etwas Bruder... keiner hat sich selbst gemacht... weder Du noch ich. Gut ich vielleicht zum Teil schon... durch meine Hungerei. Aber Du meinst vermutlich ihre Art... nun ich suchte Leute die mir gleichen, die mich verstehen und trotzdem in anderen Bahnen denken um gemeinsam eine vielschichtige Sicht auf Dinge zu erhalten. Ich wollte mich in dieser Familie wohl f├╝hlen. Es sollte die Familie sein und werden, die man mir von Geburt an vorenthalten hat. Jeder dem sie vorenthalten wurde, sollte dort das finden was er suchte. Schutz, Geborgenheit, ein Heim und Herd, andere die ihn verstehen ohne ihn zu verurteilen. Andere die vielmehr den gleichen Spa├č mit ihnen teilten. Oder einfach die Angst mit ihnen teilten, Schutz in dieser ┬╗Herde┬ź zu finden. Nicht jeder ist ein Raubtier wie Arch und glaube mir, er hat auch eine v├Âllig andere Seite, die Dich erstaunen w├╝rde. Aber es gab auch bei uns eine Frau die M├Ąnner bis zur Todesangst f├╝rchtete. Jesper, Arch und mich hingegen nicht. Verstehst Du warum ich diese Personen w├Ąhlte? Ich mag f├╝r Euch das Monster gewesen sein... aber ich war nicht nur Monster... wir alle dort waren eines einst auf alle F├Ąlle - gewaltig einsam vorab Brandur. Der Stab machte damit ein Ende┬ź, antwortete Dunwin absolut ehrlich.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. ┬╗Ich verstehe dich. Was ich mir in der Nachtburg schuf, aus den Gebeinen der Toten des Chaoskrieges, das schufst du dir aus lebendem Fleisch. Vielleicht war es Absicht, dass du dir einsame Personen suchtest, damit sie keinen Ort hatten au├čer den Stab, an den sie zur├╝ckkehren konnten. So w├Ąren sie in jedem Fall treu.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Das betrifft nicht uns alle. Ich `abe einen Platz, den ich `eimat nennen kann. Sie werden ihn kennenlernen. Auch Damir `atte stets Menschen, die er Familie nennen konnte, au├čerhalb des Stabs, doch er `at einen Narren an diesem Undorich `olzapfel gefressen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Nein das war nicht meine Absicht Bruder. Ich plante es wirklich mit dem Herzen und nicht mit Kalk├╝l. Ich wei├č, dass man manche von ihnen rein von der F├Ąhigkeit als Waffe sehen k├Ânnte, sogar Canan. Allen voran meine Canan. Aber ich w├Ąhlte jeden von ihnen, aus Liebe, aus Mitgef├╝hl, aus all den Dingen die ich bei uns Zuhause nicht leben und nicht zeigen durfte. Und ja ich liebe Canan von ganzem Herzen, so wie Du Deine wahre Frau. Sie war meine tats├Ąchliche Frau, meine Geliebte, mein Baby, mein Herzblatt, sie bedeutete mir alles. Spielt es da eine Rolle, dass sie ein D├╝sterling ist? Wen schert das? Sie hatte mehr Verstand und Herz als unsere ganze Sippschaft zusammen ├╝ber all die Jahrhunderte. Ein D├Ąmon hat mir gezeigt was es bedeutet, geliebt zu werden. Was es hei├čt ein Rudel, eine Familie zu haben. Und wie man sie zusammenh├Ąlt. Das muss man sich mal vorstellen. Sie wusste es zigmal besser als einer von uns....┬ź, sagte Dunwin.

Davard von Hohenfelde
Der kn├Âcherne Drache erreichte die Grenze Souvagnes. Der Fluss Goldwasser stellte eine nat├╝rliche Grenze dar, dahinter lag direkt Beaufort. Aber nicht nur der Fluss selbst markierte die Grenze, sondern es waren gewaltige W├Ąlle gezogen worden. Auf den W├Ąllen patrollierten Wachen und man sah von weitem die gewaltigen Gesch├╝tze, die jeden ungebetenen Gast per Luftweg aufhalten w├╝rden. Dunwin flog die Grenze entlang weiter und landete vor dem Grenz├╝bergang zu Cantillion. Der Wall zog sich durch bis zu diesem Lehen. Ebenso schwer bewacht und gesichert. In der Luft kreisten einige Raubv├Âgel, die ein unnat├╝rliches Interesse an so einem gro├čen Flugwesen hatten. Dunwin landete vor der Grenze zu den Cantillions und setzte dort auf. Keinen Moment sp├Ąter erschien ein Wachposten auf den Zinnen mit einer Armbrust im Anschlag und einem Gesicht, dass die Freude einer Gletscherlawine ausstrahlte.

Chirag de Dupont
┬╗Guten Tag┬ź, gr├╝├čte Chirag auf Asameisch. Dunwin, Linhard und Brandur w├╝rden ihn verstehen, auch wenn es nicht ihre Muttersprache war, doch er wusste, dass sie aufgrund ihrer Ausbildung auch die zweite der beiden gro├čen Sprachen Asamuras beherrschten. ┬╗Ich bin Chevalier Chirag de Dupont und die de la Cantillion sind meine Lehnsherren. Ich m├Âchte gern zusammen mit meinen naridischen G├Ąsten Dunwin, Brandur und Linahrd von Hohenfelde einreisen. Wir haben alle erforderlichen Papiere. Brandur von Hohenfelde ist verwandt mit den de la Cantillions. Auch dies k├Ânnen wir nachweisen.┬ź

Souvagnische Grenzwache
┬╗Wer seid Ihr?!?┬ź, fragte die Wache erbost von oben. ┬╗Die Verwandten meiner Lehnsherren d├╝rfen passieren, sobald ihre Identit├Ąt ├╝berpr├╝ft wurde. Aber Ihr nicht!┬ź.

Chirag de Dupont
Chirag blieb einen Moment der Mund offen stehen. Dann fing er sich wieder. ┬╗Habe ich mich nicht deutlich genug ausgedr├╝ckt? Vor dir steht Chevalier Chirag de Dupont, wenn auch mit einem Arm weniger und etwas grauer als bei der Abreise, und du wirst mich in meine Heimrat einlassen! Sieh auf meinen Wappenrock!┬ź Er zeigte auf die schwarze Gewitterwolke mit dem Blitz auf seiner Brust. ┬╗Ich kann meine Identit├Ąt zudem auch anhand der Papiere bezeugen!┬ź

Souvagnische Grenzwache
┬╗Wappenrock? Du kannst von Gl├╝ck sagen, dass ich Dir keinen Armbrustbolzen in Dein Verr├Ąter-Hirn blase! Wappenrock! Du hast nicht mal ein Wappen! Du hast nicht nur den Arm verloren! Zur Erinnerung, Ihr wurdet aufgrund von Hochverrat des Landes verbannt! Euer Wappen wurde aus der Heraldik entfernt. Euer Wappen ist somit gebrochen, Euer Haus existiert nicht mehr! Eure Burg wurde geschliffen! Ihr wurdet wegen Majest├Ątsbeleidigung verbannt und da soll ich Dich in das Land einlassen? Meinst Du ich verliere f├╝r so eine treulose und ehrlose Kreatur wie Du es bist, den Kopf? Ich wei├č wer mein Herr und Gebieter ist und wie man sich zu benehmen hat! Unserem Duc so einen Dudelsack von Barden zu schenken, dass es in die Analen der Grausamkeiten einging! Niemals zuvor hatte jemand so unsere Majest├Ąt beleidigt. Meinst wohl, das w├Ąre nach so ein paar Jahren vergessen was? Scher Dich zum Abgrund Dupont!┬ź, bellte der W├Ąchter.

Dunwin von Hohenfelde
Dun mustere von der Seite Brandur und zuckte die geisterhaften Schultern.

Linhard von Hohenfelde
Lin kratzte sich am Kopf. ┬╗Irgendwie habe ich verstanden, er l├Ąsst uns nicht rein...┬ź, fl├Âtete Lin.

Chirag de Dupont
┬╗Das muss ein schlechter Scherz sein┬ź, br├╝llte Chirag au├čer sich. ┬╗Der Junge, den ich dem Sohn des Ducs zu seinem zw├Âlften Geburtstag schenken lie├č, sang wie ein kleiner Engel! Er ist der Sohn unseres Hausbarden, von klein auf in der Gesangeskunst unterrichtet und ausgebildet nur f├╝r diesen einen Zweck! DU bist es, der hier eine Beleidigung nach der anderen von sich gibt! Das wird ein Nachspiel haben! Lass uns sofort rein, ich werde dein Verhalten melden!┬ź

Souvagnische Grenzwache
┬╗Melden? Ich komme Dir da gleich runter und trete Dich in Deinen Arsch, dass Dir auf dem Kopf die Schuppen scheppern. Du bist ein Verr├Ąter! Wie ein Engel, wohl eher wie eine Banshee! Das Gekreische war nicht zu ertragen. Was rede ich ├╝berhaupt mit Dir. Du kannst Dich an Deinen Ex-Lehnsherrn wenden! Von da unten, wo Du hingeh├Ârst. Die anderen sollen zur Seite des Walles kommen, damit die Papiere ├╝berpr├╝ft werden k├Ânnen. Und wage es nicht Dich dabeizustellen Verr├Ąter! Dein Gesicht habe ich mir gemerkt! Jeder hier, kennt die Fratze von jenem der den Terror-Tenor an den Hof schliff!┬ź, motzte der Mann und verschwand von den Zinnen des Walls.

Chirag de Dupont
Chirag war knallrot und an seinen Schl├Ąfen pochten die Adern. ┬╗Was erlaubt dieser Dreckskerl sich┬ź, wetterte er. ┬╗Das kann nur ein Scherz sein! Oder ein Irrtum! Aber das wird sich sicher gleich kl├Ąren.┬ź Er blieb allein vor der Mauer stehen.

Souvagnische Grenzwache
Es dauerte ungef├Ąhr eine halbe Stunde, dann erschien auf den Zinnen ein gut gekleideter Mann, hochgewachsen, schlank mit mittellangem, lockigen Haar. Nach der Kleidung zu urteilen, handelte es sich um einen Adligen. ┬╗Gr├╝├če, mein Name ist Comte Aimeric de la Cantillion, momentan stehe ich diesem Lehen vor. Ich h├Ârte hier gibt es ein Grenzproblem? Wer verlangt Einlass auf unsere Scholle?┬ź, fragte Aimeric freundlich. ┬╗Herr dies dort ist der Verr├Ąter, der den Duc aufs Sch├Ąrfste beleidigte und kr├Ąnkte. Ihr erinnert Euch sicher an den grauenvollen, bunten Barden, der nur Quietscht├Âne von sich gab? Dies Herr ist genau jener Mann, der all dies zu verantworten hat!┬ź, sagte der W├Ąchter.

Brandur von Hohenfelde
Brandur legte Chirag eine Hand auf die Schulter mit dem fehlenden Arm, w├Ąhrend seine Papiere ├╝berpr├╝ft wurden. ┬╗Die de la Cantillions sind vern├╝nftige Leute. Ihr werdet das Missverst├Ąndnis jetzt richtig stellen.┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric machte ein Handzeichen, dass er die Truppe unten am Wall pers├Ânlich in Augenschein nehmen wollte. ┬╗Kommt nach vorne, auch Sie - der vermeintliche Verr├Ąter┬ź, bat Aimeric.

Chirag de Dupont
Gehorsam trat Chirag nach vorn. ┬╗Chevalier Chirag de Dupont┬ź, stellte er sich dem Comte vor und gab sich M├╝he, seine Ersch├╝tterung nicht zu sehr nach au├čen zu tragen. ┬╗Meine ergebensten Gr├╝├če ... ICH m├Âchte einreisen, doch man will mir weismachen, dass meine Familie des Landes verwiesen und unser Wappen gebrochen wurde und ebenso, dass wir keine Burg mehr haben.┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric schaute Chirag extrem ernst an, so ernst wie man als Lehnsherr nur schauen konnte. ┬╗Monsieur Chirag, so Ihr es denn seid - das Chevalier-Lehen der Duponts existiert nicht mehr. Weshalb Ihr auch immer nicht informiert seid, ich hole es hiermit nach. Die Botschaft die ich Euch geben muss, ist extakt dass, was Euch meine Wache mitteilte. Nat├╝rlich existiert das Land noch, aber das Lehen ist nun das Lehen ist nun das Lehen des Chevalier Ansgar Durand de Chouinard, samt seiner Verlobten. Vorab wurde Eure Familie wegen Hochverrats und Majest├Ątsbeleidigung des Landes verbannt. Euer Wappen wurde gebrochen, es wurde aus der Heraldik entfernt. Sogar Eure Burg wurde geschliffen und s├Ąmtliche Nachweise Eure Familie betreffend wurden aus der Historie Souvagnes entfernt, da Ihr den Duc unverzeihlich gekr├Ąnkt habt. Sogar die Gebeine Eurer Vorfahren wurden entfernt. Euch werter Dupont, gibt es in Souvagne nicht mehr. Ihr seid non-existent. Das Lehen wurde lange Zeit von uns, da es zu dem unseren geh├Ârt einfach mitverwaltet. Nun ist es an einen neuen Chevalier zur Nutzung ├╝berstellt worden, der uns Treue und Gehorsam schwor, selbstredend vorab der Krone. Habt Ihr dies verstanden? Betretet Ihr Souvagne, werdet Ihr hingerichtet, auf den Befehl seiner Majest├Ąt┬ź, erkl├Ąrte Aimeric absolut ehrlich die Situation.

Chirag de Dupont
┬╗Aber ... das ist ... meine Familie hat seiner Majest├Ąt seit Generationen treu gedient! Das kann ... seit Jahrhunderten haben wir ...┬ź Er war fassungslos und konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Er gab sich gr├Â├čte M├╝he, einen vern├╝nftigen Satz auszuformulieren. ┬╗Das kann doch nicht sein! Der junge Barde sang, dass es Noldil pers├Ânlich zur Ehre gereicht h├Ątte. Vielleicht hatte er sich erk├Ąltet? Das kann doch nicht im Ernst die Strafe f├╝r solch ein kleines Missgeschick sein!┬ź Seine Stimme zitterte.

Brandur von Hohenfelde
┬╗ANSGAR WAS?!┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric breitete die H├Ąnde aus in einer Geste, dass er dar├╝ber kaum etwas wusste. ┬╗Nun zu der Zeit war ich selbst noch ein junger Mann und habe mich gelinde gesagt, f├╝r dererlei Dinge nicht interessiert, also Gesang meine ich. Ich kann Euch allerdings den Grund der Entscheidung benennen, da Eure Familie der unseren diente. Der Duc ist ein weiser und geduldiger Mann Chirag. Und f├╝r einen K├Ânig wie f├╝r eine F├╝hrungsperson ist es selbstverst├Ąndlich, dass diese mit einer Karikatur klar kommen muss, oder mit einem Witz ├╝ber ihre Person. So pflegte es der Duc zu umschreiben. Aber seine Person selbst zu einer Witzfigur zu diskreditieren, ist ein Angriff auf die Krone. Ihr habt die Krone blo├čgestellt mit diesem Geschenk. Ihr wolltet Euch ├╝ber die Krone lustig machen, dies war die Antwort der obersten Staatsmacht. Seht es so, der Duc h├Ątte Eure Familie auch auf den Block schicken k├Ânnen. Da diese aber nur zweitrangig bei der Geschenkwahl wahr, wurdet Ihr ┬╗nur┬ź verbannt. Allerdings dies vollumf├Ąnglich. Mehr kann ich Euch dazu nicht sagen. Sollte jemals ein Dupont, ob nun Ihr oder einer Eurer Verwandten, souvagnischen Boden betreten, erwartet Euch der n├Ąchste Block, oder das l├Ąuternde Schwert des n├Ąchstbesten Edelmannes. Betretet Ihr unseren Boden Chirag, bin ich der Krone schuldig Euch zu t├Âten. Ich bitte Euch nehmt Vernunft an und nehmt Abstand von Eurem Vorhaben┬ź, erkl├Ąrte Aimeric und wandte sich an Brandur. ┬╗Unsere Familie betrifft dieses Problem nicht. Welches Problem habt Ihr mit Chevalier Ansgar de Chouinard?┬ź, fragte der junge Comte.

Chirag de Dupont
Chirag starrte den Mann auf der Mauer an, als w├╝rde er in dessen Gesicht den Abgrund h├Âchstselbst sehen. Er ging ein paar langsame Schritte r├╝ckw├Ąrts. ┬╗Wo ist meine Familie nun?┬ź, fragte er mit br├╝chiger Stimme.

Aimeric de la Cantillion
┬╗Das wei├č ich nicht Chirag, das kann ich Euch leider nicht sagen. Soweit mir bekannt ist, wurden sie in Schimpf und Schande durch Souvagne getrieben und bei Ledwick ├╝ber die Grenze gejagt┬ź, antwortete Aimeric.

Linhard von Hohenfelde
Lin stellte sich neben Chirag und legte ihm einen Arm um die Schulter. Der Mann sah aus, als w├╝rde er jeden Moment zusammenbrechen. ┬╗Wie konnte das passieren? Was war denn mit diesem Barden los? Und was beim Abgrund hat er gesungen? Oder schlimmer noch wie?┬ź, fragte Linhard leise.

Brandur von Hohenfelde
┬╗├ťber das Problem mit Ansgar hatte ich vor, mit meinen Verwandten zu sprechen, namentlich Massimo, Maurice und Melville de la Cantillion┬ź, entgegnete Brandur. ┬╗Der Mann bedroht meine Familie! Aber das w├╝rde ich gern pers├Ânlich mit den de la Cantillions kl├Ąren. Besteht wirklich keine M├Âglichkeit, Chirag an unserer Seite einreisen zu lassen? Wir k├Ânnen ihn nicht allein hier drau├čen lassen. Andernfalls m├╝sste ich meine Verwandten bitten, mich zu besuchen.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Ich `abe nicht die geringste Ahnung┬ź, erwiderte Chirag auf Rakshanisch. ┬╗Er sang `ervorragend, darum sollte er ja als Geschenk dienen. Niemals `├Ątte ich gewagt ... oder meine Familie ... zu riskieren, das ...┬ź Ihm versagte die Stimme.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric schaute als h├Ątte er in eine Zitrone gebissen. ┬╗Doch ich k├Ânnte ihn verhaften lassen. Er k├Ânnte um Aufkl├Ąrung bitten, sprich er k├Ânnte bei der Krone vorstellig werden um seinen Namen reinzuwaschen. Aber er hat in dem Fall unseren Namen aus den Verhandlungen herauszulassen. Ich m├Âchte nicht einen Kopf k├╝rzer gemacht werden von meinem Vater. Melville, Massimo und Maurice sind zur Zeit auf Staatsbesuch in Ehveros Freiherr von Hohenfelde. Aber wir k├Ânnen ebenso ├╝ber dieses Umstand sprechen. Mir obliegt die in der Abwesenheit meines Vaters die Amtsgewalt ├╝ber diese Scholle┬ź, antwortete Aimeric.

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte zustimmend. ┬╗Was immer dort passiert ist, vielleicht solltest Du die Chance ergreifen, Dich an den Gro├čherzog zu wenden um dies klar zu stellen. Vielleicht kann er Dich begnadigen oder so etwas in der Art. Oder wenigstens den Hinrichtungsbefehl aufheben┬ź, schlug Linhard vor.

Chirag de Dupont
┬╗Oh ja, steckt mich nur erneut in ein Kerkerloch ... keine Woche war ich auf freiem Fu├č. Ich hasse dieses Leben!┬ź Er blickte an der steinernen Mauer herauf. Sie h├Ątte auch nur ein Gartenzaun sein k├Ânnen, f├╝r ihn spielte das keine Rolle.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Muss er dazu in ein Verlies?┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric schaute ihn erneut ernst an. ┬╗Einmal in Haft, hei├čt Ihr beugt Euch dem Urteil des Duc. Entweder er begnadigt Euch oder Ihr geht aus der Zelle direkt auf den Block. ├ťberlegt Euch gut, ob Ihr das Risiko eingehen wollt. Oder ob Ihr dort in diesem Knochengef├Ąhrt wartet┬ź, sagte der Comte. ┬╗Ja. Er ist ein gesuchter Staatsfeind, gew├Ąhre ich ihm Unterschlupf, was glaubt Ihr geschieht mit meiner Familie Freiherr von Hohenfelde? Meine Entscheidung richtet sich nicht gegen Chirag, sondern ich halte mich an die Gesetze und sch├╝tze meine Familie. Ich kann Chirag nicht besch├╝tzen um den Preis meiner eigenen Familie und deren Besitz. Versteht das bitte┬ź, erkl├Ąrte Aimeric.

Chirag de Dupont
Chirag lachte bitter. ┬╗Bei meinem Gl├╝ck wei├č ich, wie das ausgeht. Ja. So sei es. Nehmen Sie mich nur fest. Machen Sie dem Elend ein Ende. Aber bitte gew├Ąhren Sie mir eine schnelle Hinrichtung mit dem Schwert, nicht den Tod durch den Strang. Das `abe ich wahrlich nicht verdient. Dunwin, ich komme bald zu dir. Dann bist du nicht mehr allein, wenn der Nexus dich erneut su sich ruft. Lass uns dann susammen `in├╝ber gehen. Brandur, ich danke Ihnen f├╝r die Gastfreundschaft und die angenehme Gesellschaft. Gern `├Ątte ich l├Ąnger etwas davon ge`abt, schade, dass wir erst so sp├Ąt feststellten, dass wir gute Freunde sein k├Ânnten. Linhard, du bist ein f├Ą`iger junger Mann, du wirst deinen Weg finden, `ab keine Angst davor, ihn zu gehen.┬ź Er trat auf den Wachmann zu, der ihn zuvor beschimpft hatte und hielt ihm die zur Faust geballte Hand hin.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nickte knapp. Der W├Ąchter entwaffnete Chirag und schaute dann etwas zweifelnd, wie er einen Einarmigen fesseln sollte. ┬╗Das geht in Ordnung. Folgt mir bitte┬ź, sagte der Comte und gab den Weg vor.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hatte schon die Hand ausgestreckt, um ihn festzuhalten, doch dann lie├č er sie wieder sinken. Er nickte Chirag zum Abschied zu. Er verstand seine Todessehnsucht besser als jeder andere hier. ┬╗Leben Sie wohl┬ź, sagte er leise.

Dunwin von Hohenfelde
Dun ber├╝hrte Chirag kurz an der Schulter um ihn nicht zu sehr mit seiner K├Ąlte zu qu├Ąlen. ┬╗Wo immer Du bist, ich warte auf Dich - hier oder dort Chirag. Du bist nicht allein, dass wei├čt Du hoffentlich. Und gleichg├╝ltig dessen, was das Leben Dir so aufgeb├╝rdet hat, Du hattest eine Familie. Du hattest den Stab. Wei├čt Du, die anderen haben sich ├╝ber die lustig gemacht, weil sie Dich m├Âgen. Nicht um Dich zu qu├Ąlen. Du geh├Ârst mit Deinen Macken genauso dazu wie ich, Jesper, Merna, Damir oder Holzi. Du bist einer von uns┬ź, sagte Dunwin f├╝rsorglich.

Linhard von Hohenfelde
Lin schmunzelte verlegen. ┬╗Wer sagt, dass Du dem Duc schreiben musst? Das k├Ânnte doch einer von uns ├╝bernehmen. Als Au├čenstehender sozusagen um Deine Begnadigung bitten┬ź, schlug Lin vor.

Chirag de Dupont
┬╗Ich wei├č, Dunwin. Verzeih, dass ich zum Abschied nicht l├Ącheln kann. Mir ist zum `eulen zumute. Gr├╝├č die anderen bitte ein letztes Mal von mir und sag Damir, er soll gut zu Margot sein ... und bitte Archibald f├╝r mich um Vergebung.┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗W├╝rde es denn etwas bewirken k├Ânnen, wenn wir das tun?┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Ich werde es ihm ausrichten und Arch musst Du nicht um Vergebung bitten. Seine bissigen Kommentare sind ein verstecktes ich hab Dich lieb. Das w├╝rde er nie zugeben, aber in Anbetracht dessen, was Dir bl├╝hen kann, sollst Du es wissen. Oder glaubst Du er w├╝rde tats├Ąchlich wollen, dass sein Fettsack 40 kg abnimmt und gertenschlank w├Ąre? Du kennst doch Archi. Er kann kaum etwas nettes sagen, er zeigt es mit Gesten. Und Damir wird gut zu Margot sein, ich werde ein Auge auf ihn haben. Ich werde mit ihm reden. Aber noch ist nicht alles verloren und die Idee von Linhard ist doch gut┬ź, sagte Dunwin.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nickte beipflichend. ┬╗Nat├╝rlich, jede Person hat das Anrecht um eine Audienz beim Duc zu bitten. Man kann seine Majest├Ąt auch schriftlich um etwas bitten. Pers├Ânlich hat es den Vorteil, dass man selbst mit ihm spricht und die Bitte nicht erst durch die Amtsstuben des Hofes wandert. Dort werden sie der Wichtigkeit nach vor sortiert. So k├Ânntet Ihr direkt von Angesicht zu Angesicht mit ihm sprechen, bez├╝glich Chirag. Ihr k├Ânntet ihm davon berichten, dass Ihr ihn als zuverl├Ąssigen Mann kennt und er wie Ihr erst heute davon Kenntnis erlangt habt, dass er verbannt wurde┬ź, sagte Aimeric und geleitete seine G├Ąste in die Festung.

Chirag de Dupont
┬╗Du vergisst, wer ich bin. Mir `at das Leben noch nie Gl├╝ck beschert, warum sollte es diesmal anders sein. Sogar `errn Brandur `abe ich Ungl├╝ck gebracht, nun wohnt sein Feind auf meiner ehemaligen Scholle. Archibald ist ein verschrobener Kerl, und doch finden ihn die meisten liebenswert. Er ist zu beneiden. Er wird nicht verstehen, was ich mit der Bitte um Vergebung meine ... aber bitte richte ihm dies trotzdem aus.┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wie realistisch ist die Chance, dass der Duc einlenkt?┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric schaute Brandur an. ┬╗Wie ├╝berzeugend k├Ânnt Ihr sein? Davon h├Ąngt alles ab. Der Duc ist ein Mann der Argumente, ├╝berzeugt ihn und er lenkt ein. Zudem ist er stets pro seiner Landsleute ausgerichtet. Das mag f├╝r Euch im Moment nicht so erscheinen, aber er h├Ątte die Familie hinrichten lassen k├Ânnen. Wenn dies nur ein dummes Missverst├Ąndnis ist, wird er es revidieren. Wenn es nur Chirag betrifft, wird er das Todesurteil aufheben. Von Chirags Seite ausgesehen ist das Urteil gnadenlos. Von des Ducs Seite ist das Urteil milde. Ihr selbst seid Freiherr. Bedenkt, wenn Ihr einmal solch ein Verhalten durchgehen lasst, hei├čt das f├╝r die anderen - macht er es einmal, macht er es immer. Ihr m├╝sst Euren Stand verteidigen, damit man wei├č, mit Euch spa├čt man nicht. Euer Wort ist das Gesetz im Guten wie im Schlechten. Wie sagt man so sch├Ân? Zur Aufrechterhaltung der ├Âffentlichen Ordnung. Selbst die B├╝ttel wissen dies Freiherr von Hohenfelde. Drum frage ich Euch, wie ├╝berzeugend k├Ânnt Ihr sein? Je besser Ihr seid umso besser f├╝r Chirag. Nur bitte bringt keinen Barden als Wiedergutmachung mit┬ź, grinste Aimeric kurz.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich verstehe Eure Argumentation. Ich denke, dass ich sehr ├╝berzeugend sein kann. Sollte es danach gehen, ist Chirag so gut wie gerettet. Was Diskussionen anbelangt, war ich mit dem Wort der Beste aus der Familie, die anderen waren eher f├╝r die Argumentation mit dem Dolch zu haben und dort wiederum habe ich das Nachsehen. Wir hatten eine gute Arbeitsteilung, meine Br├╝der und ich.┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Nun ich wei├č nicht ob Ihr es wisst, aber unser Duc ist der Vernunft und dem Wissen zu getan, von daher, werdet Ihr mit ihm diskutieren k├Ânnen. Und er wird Euch zuh├Âren, daran besteht kein Zweifel. Sollte er ablehnen, wird er Euch dies genauso ehrlich sagen, wie wenn er Euch zustimmend wird. Ihr m├╝sst ihn nicht f├╝rchten, Ihr m├╝sst ihn nur respektieren. Das gleiche gilt f├╝r jeden Souvagner. Wir sollten vorher vielleicht einmal besprechen, wie es ├╝berhaupt zu diesem Ungl├╝ck mit dem Barden kommen konnte. Und Ihr solltet mir Euer Problem mit Ansgar schildern. Nun tretet ein┬ź, bat Aimeric und f├╝hrte sie nicht nur in die Festung, sondern auch in die Amtsstube die gem├╝tlich eingerichtet war.

Linhard von Hohenfelde
Linhard tippte Brandur an. ┬╗Wir wollten auch eine eventuelle Familienerweiterung besprechen┬ź, warf Lin ein.

Brandur von Hohenfelde
Brandur blickte sich interessiert um. Sch├Ân sah es hier aus, er mochte den souvagnischen Stil, den er von seiner Frau kannte. ┬╗Ich werde dem Duc mit allem geb├╝hrenden Respekt begegnen. Wie es zu dem Missverst├Ąndnis kam, kann ich nur anhand der Schilderungen vor der Mauer mutma├čen. Am besten w├Ąre es, diesbez├╝glich mit Chirag zu sprechen.┬ź Er nickte Linhard zu, zum Zeichen, dass er sich daran erinnerte, aber dass der Zeitpunkt nicht geeignet war, um das Thema anzusprechen. ┬╗Aber es ist tats├Ąchlich so, dass ich von Monsieur Dupont nur Gutes berichten kann. Er macht einen absolut loyalen, wohlerzogenen und anst├Ąndigen Eindruck und nie ├Ąu├čerte er etwas, das gegen den Duc, gegen seine Lehnsherren oder gegen Souvagne gerichtet war.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dun nahm auf einem Stuhl Platz obwohl da nicht n├Âtig war. ┬╗Das kann ich best├Ątigen. Er sprach immer gut von seiner Heimat, mehr noch er war sehr stolz ein Souvagner zu sein. Die Information hat ihm den Boden unter den F├╝├čen weggezogen. Er f├╝hlt sich nun wie ein entwurzelter Baum. Nicht nur entwurzelt, man hat ihn ausgerissen und die Wurzeln ebenso, damit ein Spr├Â├čling mehr w├Ąchst. Was ist, wenn sich der Bard einen ├╝blen Scherz mit Chirag erlaubt hat?┬ź, hakte Dunwin nach.

Chirag de Dupont
┬╗Darf ich sprechen? Ich kann nur wiederholen, was ich bereits vor der Mauer sagte: Als ich den jungen Nathan das letzte Mal sah, sang er wie der Sohn Noldils. Die Tempel wollten ihn als S├Ąnger f├╝r die Lobges├Ąnge, sie boten mir sehr viel Geld, doch schon zu Anfang war klar, dass es f├╝r Nathan nur einen Weg geben w├╝rde - als Geschenk an den Hof des Duc. Er war genau so alt wie Prince Ciel und ich dachte, dass kann doch kein Zufall sein, es muss ein Wink des Schicksals sein, dass Nathan als Barde und Gesellschafter f├╝r den Prince geboren wurde! Was ist mit Nathan geschehen? Wurde das arme Kind etwa auch hingerichtet?┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Nat├╝rlich darfst Du sprechen, wir sind ja hier um Dich zu ┬╗verh├Âren┬ź um die Sache zu kl├Ąren. Erinnerst Du Dich? Nathan durfte bei Hofe bleiben, er wurde nicht hingerichtet. Der Duc ging davon aus, dass man sich mit Nathan einen Scherz ├╝ber ihn erlaubte, folglich ist Nathan ebenso Leidtragender wie er. Er hat ihn nicht hinrichten lassen, er ist der Leibdiener des Prinzen Ciel┬ź, antwortete Aimeric.

Chirag de Dupont
┬╗Leibdiener? Dann ist er ja wohl doch mit dem Geschenk zufrieden, auch wenn er scheinbar an jenem Tage schief sang! Zumindest Prince Ciel muss es wohl sein. Der Duc hat doch ein ganzes Heer von Geistmagiern. Warum ├╝berpr├╝fen diese nicht meine Erinnerungen und meine Absicht? Nichts l├Ąge mir ferner, als seine Majest├Ąt zu verspotten! Ich wei├č nicht, auf was ich schw├Âren soll, ohne auf dieses Objekt Unheil herabzurufen, aber ich versichere, dass dies nie in meiner Absicht lag.┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Eine wunderbare Idee, einer seiner Himmelsaugen, am besten sein pers├Ânlicher Berater soll Eure Ehrlichkeit bezeugen. Schw├Ârt aber lieber vorher, dass Ihr keinen Scherz beabsichtigt habt, sonst wird es noch schlimmer. Also Ihr sprecht die Wahrheit? Das m├╝sst Ihr uns ehrlich gestehen, Ihr bringt sonst Euren F├╝rsprecher in gro├če Bedr├Ąngnis┬ź, antwortete Aimeric.

Chirag de Dupont
Chirag legte die Hand auf sein Herz. ┬╗Ich schw├Âre, dass ich mit dem Geschenk in Gestalt des Barden Nathan keinen Scherz auf Kosten seiner Majest├Ąt beabsichtigte, sondern dass ich ihm das Geschenk im besten Glauben daran schicken lie├č, dass es sein Wohlgefallen f├Ąnde!┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Gut, dann d├╝rfte es f├╝r Freiherr von Hohenfelde m├Âglich sein, unsere Majest├Ąt davon zu ├╝berzeugen. Zeitgleich solltet Ihr den Duc ├╝berzeugen, Chirag auslesen zu lassen. Sicherer w├Ąre dies, dies w├╝rde Eure Argumente unterst├╝tzen. Nun zu Eurem Problem - Ansgar. Mein Onkel Massimo hat Ansgar eingeladen. Was hat er Euch getan?┬ź, fragte Aimeric verwundert.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Wieviel Jahre hast Du Zeit?┬ź, murrte LIn.

Brandur von Hohenfelde
Brandur riss sich einen Moment zusammen, dann sprudelte es aus ihm heraus. ┬╗Diese Abscheulichkeit in Gestalt meines missratensten Neffen hat versucht, meinen Sohn umzubringen! Jenen wunderbaren Manne, der hier neben mir sitzt, den ich adoptiert habe, weil er ihn selbst verschm├Ąhte, w├Ąhrend er seine Frau verstie├č und seinen j├╝ngsten Sohn ebenfalls im Stich lie├č! Er hat mich obendrein beleidigt und sich ├╝ber mich lustig gemacht, indem er sich selbst aus der Familie entfernte, anstatt ordnungsgem├Ą├č auf seine mir zustehende Versto├čung zu warten! Ich wei├č, dass er einen Vergeltungsschlag plant, er wird Souvagne als Hauptqaurtier nutzen, sicher vor naridischen Beh├Ârden, er wird hier eine Armee ausheben, Ghule erzeugen und dann die Familie vernichten, deren Namen er abgelegt hat!┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric starrte Brandur wie vom Donner ger├╝hrt an. ┬╗Ghule? Auf unserer Scholle sicher nicht. Wobei gerade eine neue magische Akademie geschaffen wurde, wo auch Nekromantie gelehrt wird. Das sind schwere Anschuldigungen. Habt Ihr daf├╝r Beweise? Es ist sehr ungl├╝cklich, dass meine Vater nun nicht zugegen ist┬ź, sagte Aimeric und Brandur sah ihm an, dass er sonst solche Dinge nicht entscheiden musste.

Linhard von Hohenfelde
Lin zerrte die Versto├čung aus seiner Tasche. ┬╗Hier bitte, DAS ist Ansgar. Und das ist nur einer seiner kleinen Scherze. Die gro├čen sehen anders aus. Ungef├Ąhr 5 Meter hoch und drei oder vier Reihen Z├Ąhnen im Maul und es h├Ârt auf den Namen Berta!. Er hat auch Dunwin hier umgebracht┬ź, erkl├Ąrte Linhard eisig.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das ist richtig, er ermordete meinen kleinen Bruder und unseren Vater! Der Mann ist nicht zurechnungsf├Ąhig, er ist ein gest├Ârter Schwerverbrecher!┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Und er ist eingeb├╝rgerter Souvagner. K├Ânnen seine Taten bewiesen werden? Bis auf den Geist nat├╝rlich, der es vermutlich bezeugen wird?┬ź, hakte Aimeric nach. ┬╗Scheinbar zieht diese Scholle das Ungl├╝ck an. Er w├Ąhlte den Krebs als Wappenzeichen. Gepanzert und bewaffnet┬ź, sagte Aim.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich k├Ânnte Euch noch die durchl├Âcherten Leichname zeigen. Und weitere Dokumente, wie seine Willenserkl├Ąrung des Verzichts auf Familienzugeh├Ârigkeit. Welcher Beweise bedarf es noch?┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Das wei├č ich nicht. Ich kann Euch nur sagen, dass mein Onkel ihn eingeladen hat, aufgrund dessen, dass er Zuhause verfolgt und ermordet werden sollte. Es steht somit Aussage gegen Aussage. Und mein Vater leitet die Familie, ich kann das nicht ├╝ber seinen Kopf hinweg entscheiden. Darf ich den Austritt einmal sehen?┬ź, fragte Aimeric.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nur zu Paps, zeig ihm den Wisch. Selbstgef├Ąlliger geht es kaum. Fehlt nur noch ein Portrait seiner lachenden Fresse dabei┬ź, zischte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur reichte ihm das gew├╝nschte Dokument. ┬╗Reicht das Wort eines von seiner Hand zu Tode Gekommenen nicht?┬ź, fragte er lauernd.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nahm das Dokument entgegen. ┬╗Nun dieser Tote wird durch Euch kontrolliert, dass w├╝rde man wohl anmerken. Vermutlich wird er erneut von einem anderen Magier beschworen, damit er neutral befragt werden kann? Ein Sohn des Duc ist ein Nekromant┬ź, antwortete Aim und las das Dokument durch. Als er fertig war musste er grinsen. ┬╗Also ich wei├č ja nicht wie es Ihnen geht, aber irgendwie ist das...┬ź, lachte er, ┬╗wirklich zum Lachen. Obwohl es so ernst ist. Aber auf so eine Idee muss man erstmal kommen. Eine gesamte Familie zu versto├čen. Neu... also das ist mir neu┬ź, lachte Aimeric.

Brandur von Hohenfelde
Sein Gesicht war wie aus Eis gehauen. ┬╗Ich finde das nicht im Mindesten am├╝sant.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ehrlich, von uns hat keiner gelacht. Und was bitte ist daran witzig, wenn ein M├Ârder seine Familie, seine Nicht-Familie bei Ainuwars-Schei├č-Eiern noch verh├Âhnen darf? Dann ermorde ich Dich und schreibe Deinem Vater einen lustigen Sch├Ąmbrief?┬ź, fragte Lin w├╝tend.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nickte weise. ┬╗Ja das k├Ânntest Du tun, aber dann w├╝rde mein Vater Deine Familie in Rauch aufgehen lassen. Wie soll ich sagen, er ist da sehr aufbrausend und rachs├╝chtig, was die Seinen angeht, auch wenn er sonst ein sehr gem├╝tlicher Zeitgenosse ist. Manchmal zu gem├╝tlich, aber Pyromanen nicht wahr?┬ź, schmunzelte Aimeric und gab Brandur den Zettel wieder. M├Âchten Sie das vielleicht mit Ansgar selbst besprechen?┬ź, schlug Aim vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Linhard, m├Ą├čige deinen Ton┬ź, zischte Brandur. Dann wandte er sich an Aimeric. ┬╗Entschuldigt, aber versteht auch, was in uns vorgeht. Der arme Junge verlor seinen leiblichen Vater und wird durch diesen mit dem Tode bedroht. Es ist wenig piet├Ątvoll, in Anbetracht dessen auch noch in sein Gesicht zu lachen! Chirag ist sicher auch momentan nicht zum lachen zumute, Ihr seid der Einzige hier, der diesen Tag lustig findet.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Oh, machen Sie sich um mich keine Gedanken┬ź, sagte er betr├╝bt. ┬╗Tun Sie einfach, als w├Ąre ich bereits tot.┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Ich finde es nicht lustig Herr von Hohenfelde. Weder das Chirag verbannt wurde, noch dass man Euch vor die T├╝r setzte. Der Brief an sich ist so geschrieben, dass man daraus liest, welche diebische Freude der Verfasser hatte. Das bringt einen als Au├čenstehenden leider zum Lachen. Meine Lache war ebenso unbedacht, vergessen wir die b├Âsen Worte und mein dummes Gegackere, entschuldigt bitte┬ź, bat Aimeric.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Entschuldigung angenommen. Mit Ansgar sprechen?! Da gibt es nichts zu besprechen! Ich verlange seine Hinrichtung f├╝r die Ermordung meines Bruders und unseres Vaters! Zumindest aber die Auslieferung nach Naridien f├╝r seine Verbrechen!┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Nun dies wird nie geschehen. Unser Duc liefert niemals Landsleute an andere Staaten aus. Sollte er sich hier eines Verbrechens schuldig machen, wird er angeklagt und bestraft. Was er in der Fremde tat, z├Ąhlt hier nicht. Hier ist Ansgar, so leid es mir f├╝r Sie jetzt tut, ein unbescholtener B├╝rger. Er k├Ânnte jeden Tag ├╝ber die Grenze marschieren, Leute abschlachten und abends zum Abendbrot dabei sitzen. Er w├Ąre hier unbescholten, versteht Ihr?┬ź, versuchte Aimeric die Sachlage zu erkl├Ąren.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schnaufte w├╝tend. ┬╗Sch├Ân. Daf├╝r riskieren wir nun Chirags Leben. Und was schlagt Ihr mir jetzt stattdessen vor?┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Ich schlage vor, dass Ihr mit Ansgar sprecht oder mit dem Duc bez├╝glich Ansgar. Zwar ist er hier ein unbescholtener B├╝rger, aber es kann nicht sein, dass ihm erlaubt wird, Euch zu ermorden. Ihr k├Ânntet Eure Bedenken dem Duc vortragen. Immerhin sind wir verwand┬ź, warf Aimeric ein.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Moment, wenn wir mit Ansgar reden k├Ânnten, dass ist er doch hier oder nicht? Das hei├čt, w├Ąhrend wir nachdenken kann er uns nachts meucheln!┬ź, warnte Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Als ich das letzte Mal versuchte, vern├╝nftig mit ihm zu sprechen, endete das fast mit dem Tod seines eigenen Leibdieners, weil er ihn in einen spitzen Gegenstand stie├č! Er hielt die Klinge auf seinen Sohn gerichtet! Ich musste seinen eigenen toten Vater beschw├Âren, ehe er davon abzubringen war und uns laufen lie├č! Wir k├Ânnen hier nicht ├╝bernachten, wenn Ansgar zugegen ist.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Ich bin der tote Vater von Ansgar. Ist er hier im Haus? Vielleicht sollten wir einen Versuch wagen┬ź, schlug Dunwin vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nur unter strengster Bewachung!┬ź, warf Brandur ein. ┬╗Ich werde nicht riskieren, dass Linhard in Gefahr ger├Ąt!┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nickte zustimmend. ┬╗Ja momentan. Er zieht aber bald mit seiner Gef├Ąhrtin in ein Haus auf seiner Scholle. An seiner Behausung, sprich Burg wird ja noch gebaut┬ź, antwortete Aim.

Chirag de Dupont
Chirag fuhr sich ├╝bers Gesicht.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ja eben┬ź, sagte Lin und setzte sich neben Chirag.

Aimeric de la Cantillion
┬╗Nun so sei es, haltet einfach den Sicherheitsabstand zueinander ein. Und bitte, auch von Eurer Seite aus, keine Angriffe, Zugriffe oder ├Ąhnliches. Bedenkt bitte Ihr seid Fremdl├Ąnder. Chirag kann Euch best├Ątigten, was Euch erwartet, solltet Ihr als Fremdl├Ąnder einen Souvagner angreifen. Es wird keine Verhandlung geben, sondern eine sofortige Verurteilung. Sprich der Duc sch├╝tzt seine Landsleute wie seine gro├če Familie. Einst war hier eine Albin, die meinem Onkel wohl irgendwie zusetzte. Sie wurde dem Duc vorgef├╝hrt, das Urteil lautete Block und sie wurde sofort hinausgef├╝hrt. Das Urteil wurde umgehend vollstreckt. Also bitte, bitte macht weder Euch noch mir Schwierigkeiten. Ich habe schon so weit es ging das Gesetz gebeugt┬ź, erkl├Ąrte Aimeric etwas verzweifelt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Keine Sorge. Wir wissen uns zu benehmen. Hoffen wir, dass auch Ansgar das wei├č.┬ź Er atmete langsam aus, um sich zu beruhigen und setzte die ├╝bliche zu gleichen Teilen ausdruckslose, herablassende und feindselige Maske der von Hohenfeldes auf.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute von Chirag zu Brandur und zur├╝ck. ┬╗Was hei├čt das?┬ź, fragte er verwirrt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das hei├čt, wir werden ausschlie├člich verbal reden┬ź, erkl├Ąrte Brandur.

Aimeric de la Cantillion
┬╗Was ich erl├Ąuterte. Er ist Landsmann, Ihr seid es nicht. Ich werde ihn rufen lassen┬ź, sagte Aimeric und l├Ąutete nach einem Diener. Einer der Hausdiener eilte herbei und Aimeric fl├╝sterte dem Mann etwas zu. Dieser eilte von dannen.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Vergesst die Wachen nicht┬ź, erinnerte Brandur.

Aimeric de la Cantillion
Einige Wachen, wie eine Magd kam herein und brachte Getr├Ąnke wie auch etwas Knabbereien und kleine Snacks, die in Souvagne ├╝blich waren. Sie mussten sich etwas gedulden.

Ansgar de Chouinard
Nach einer guter halben Stunde Wartezeit klopfte es kurz an der T├╝r und Ansgar trat ein. Er gr├╝├čte mit knappen Nicken Aimeric und setzte sich zu diesem auf die Seite des Tisches. Ansgar musterte Brandur, Lin, Dunwin und Chirag, ehe sich sein Gesicht zu einem breiten Grinsen teilte. ┬╗Welch seltenen und ungebetenen G├Ąste┬ź, sagte Ansgar.

Linhard von Hohenfelde
Lin konnte mit M├╝he unterdr├╝cken Schnappatmung zu bekommen. Am liebsten w├Ąre er aufgesprungen und h├Ątte Ansgar das Grinsen aus dem Gesicht gepr├╝gelt. Aber er blieb z├Ąhneknirschend neben Brandur gehorsam hocken.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Sch├Ân dich zusehen┬ź, log Brandur. ┬╗Wir sind gekommen, da du der Familienzugeh├Ârigkeit entsagtest. Es mag t├Ąuschen, doch es macht den Anschein einer Kriegserkl├Ąrung. M├Âchtest du zu diesem Vorwurf etwas sagen?┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Gerne. Die Kriegserkl├Ąrung hast Du auf Daves Hochzeit ausgesprochen! Ich habe Dir Frieden angeboten, Du hast mich angegriffen. Du hast dieses nutzloses St├╝ck aus meinen Lenden an Dich gebracht, damit er f├╝r Dich k├Ąmpft. Sei es drum, niemand braucht so einen nichtmagischen Bastard. Ihr habt mich in meinem Haus bedroht! Ihr habt meine Familie zerst├Ârt! Du hast meine Familie zerst├Ârt! Du hast Dave angegriffen. Du hast uns alle angegriffen, Du hast seine Hochzeit ruiniert. Und Du hast mir Fin gestohlen. Aber alles in allem bin ich Dir sogar dankbar Brandur... Du hast mich gelehrt, dass ein Hohenfelde stets ein Hohenfelde bleiben sollte. Was ich von Fin, Lin, Dave und Dir zu halten habe wei├č ich ja nun - Verr├Ąter allesamt. Aber trotzdem hast Du mir die Augen mit Deiner Handlung ge├Âffnet, sonst w├╝rde ich heute noch glauben, dass Frieden in dieser Familie m├Âglich ist und ich w├╝rde denken Fingard w├Ąre meine Frau. Meine Vertraute... einen Schei├č war das Drecksweib. Oder ich h├Ątte weiter geglaubt ich h├Ątte zwei S├Âhne. Die hatte ich nie, genauso wenig wie einen Bruder. Nichts hatte ich, gleichg├╝ltig ich habe mit Euch nichts mehr zu schaffen, einzig und allein mit Wolfi, aber dar├╝ber werde ich nicht mit Dir reden┬ź, erkl├Ąrte Ansgar.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nimm zur├╝ck was Du ├╝ber Mutter gesagt hast. Hast Du mal ├╝berlegt, weshalb der Verrat ├╝berhaupt m├Âglich war? Sie hat Dich nicht verraten, sie hat ihr Kind gerettet Alaistair zwei┬ź, antwortete Lin und musterte Brandur.

Brandur von Hohenfelde
Brandur blickte Ansgar eisig an. Sollte er nur toben, Brandur war es nur recht, wenn er Linhard weiter in seine Arme trieb. Er stupste Lihards Schuh unter dem Tisch mit der Seite seines eigenen Schuhs an und stellte den Fu├č so, dass sie sich ber├╝hrten. ┬╗Ich habe diese Familie gerettet┬ź, erkl├Ąrte er. ┬╗Davard und seine Leute haben sich mit mir und den meinen endg├╝ltig zu einem B├╝ndnis zusammengeschlossen. Die von Hohenfeldes sind nun eins. Mir untersteht Dunwins alter Stab, samt Archibald ├╝brigens. Wir haben inneren Frieden und den gedenkt keiner von uns mehr zu brechen. Auch Anwolf nicht. Der Einzige, der gegen diese Einigung ist, bist du.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Das stimmt┬ź, mischte Chirag sich ein. ┬╗Archibald vermisst manchmal die Zeiten, wo du noch ein kleiner Schrei`als warst.┬ź

Ansgar de Chouinard
Ansgar passierte etwas, etwas das bei den Hohenfelde so selten war wie eine Sonnenfinsternis, ihm entglitt f├╝r einen Augenblick die Kontrolle ├╝ber seine Maske. Er starrte Brandur ungl├Ąubig an, bevor er seine ┬╗Gesichtsentgleisung┬ź selbst bemerkte und wieder eine nichtssagende Miene aufsetzte. ┬╗L├╝ge! Nimm nicht den Namen meines Sohnes in den Mund┬ź, warnte Ansgar. ┬╗Ich war gegen den Frieden? Ich? Na wenn Ihr das meint - bitte. Ich geh├Âre nicht mehr zur Familie. Das h├Ątte ich auch so nicht mehr lange. Entweder w├Ąre ich durch einen Dolch in den Rippen versto├čen worden, oder auf andere Art und Weise ein entfernter Verwandter geworden┬ź, gab Ansgar zur├╝ck. Auf Chirags Kommentar hin drehte sich Ansgar so schnell zu Chirag um, das Aimeric neben ihm erschrocken zusammen zuckte. ┬╗So tut er dass... na dann tut er hoffentlich was er immer tat... mit Euch┬ź, zischte Ansgar w├╝tend.

Brandur von Hohenfelde
Brandur triumphierte innerlich, dass Ansgar die Kontrolle ├╝ber seine Mimik entglitten war. Andererseits war er auch derjenige Spross, der sich seit jeher am schlechtesten beherrschen konnte, was es zu keiner wirklichen Kunst machte, ihn au├čer Fassung zu bringen. Wohltuend war es trotzdem. ┬╗Ich l├╝ge nicht, Ansgar. Die Familie ist vereint, vollumf├Ąnglich, unter meiner F├╝hrung. Wir werden uns nicht l├Ąnger gegenseitig das Leben schwer machen, sondern uns mit vereinter Macht um andere Dinge k├╝mmern. Wie sieht es mir dir aus? Was hast du nun vor?┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich glaube daf├╝r sind wir ├äonen von Jahren zu alt... sogar ich┬ź, schmunzelte Lin. ┬╗Zudem hat niemand behauptet, dass Dir etwas angetan worden w├Ąre. Schau mal, anstatt Brandur Frieden anzubieten, h├Ąttest Du ihm sein Erbe aush├Ąndigen k├Ânnen. Hast Du aber nicht. Stattdessen hast Du es Anwolf gegeben, obwohl Du wusstest wem es geh├Ârt. Dass das zu ├ärger f├╝hrt war klar. Und Anwolf mit der Schei├če alleine zu lassen, war echt eine Glanzleistung. Der war durch den Wind ohne Ende. Und da l├╝gt Brandur garantiert nicht, wenn er Dir sagt wie sehr. Oder Dave, sicher hast Du einen Bruder und eine Frau gehabt. Aber auch Deine Frau hatte zwei S├Âhne und wollte einen davon nicht ermordet sehen. Und Dein Bruder hatte zwei Neffen. Er hat es verstanden, er hat es Dir damals in der K├╝che erkl├Ąrt. Du wolltest es einfach nicht verstehen. Vielleicht war Dein Grundgedanke gut, aber Du bist zu bl├Âde zu begreifen, was Du anrichtest in Deiner permanten Dauerwut┬ź, erkl├Ąrte Lin.

Ansgar de Chouinard
┬╗Sch├Ân zu h├Âren, dann sollte ich mich vielleicht auch um die Familie k├╝mmern? Was meint Ihr?┬ź, fragte Ansgar freundlich.

Chirag de Dupont
┬╗Archibald geht es gut und er ist zu seinen Freunden zuvorkommend wie eh und je┬ź, erkl├Ąrte Chirag freundlich. ┬╗Jesper massiert ihm den R├╝cken, Kasimir bringt ihn zu Bett und hilft ihm, wenn er krank ist und Archibald begl├╝ckt uns alle mit seinem einnehmenden Wesen und seiner charmanten Art. Wir alle sind froh, ihn zu haben.┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Vielleicht w├Ąre es angebracht, tats├Ąchlich absolut getrennter Wege zu gehen. Ausges├Âhnt und f├╝r immer getrennt. Damit es tats├Ąchlich Frieden gibt?┬ź, schlug Aimeric vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nein, das glaube ich nicht, dass er davon spricht. Was meinst du damit, Ansgar?┬ź, fragte er lauernd.

Ansgar de Chouinard
┬╗Wer wovon spricht? Wiederhole die Frage bitte, ich komme durcheinander, wenn drei auf mich zeitgleich einquatschen, vor allem bei st├Ąndiger Erw├Ąhnung von diesem Arschibald. Ja Archibald ist die Glucke der Nation, ich war so froh ihn zu haben. Er ist so kuschlig wie eine Rolle Stacheldraht┬ź, antwortete Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich sagte: Wir werden uns nicht l├Ąnger gegenseitig das Leben schwer machen, sondern uns mit vereinter Macht um andere Dinge k├╝mmern. Wie sieht es mir dir aus? Was hast du nun vor?┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗F├╝r diese Namensentstellung w├Ąrst Du sowas von tot, wobei vermutlich w├╝rdest Du Dir w├╝nschen tot zu sein, Eier halb abgebissen oder sowas┬ź, lachte Dunwin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ruhe jetzt!┬ź, schnauzte er Dunwin und Chirag an.

Ansgar de Chouinard
Ansgar schaute Brandur an und dachte einen Moment lang nach. ┬╗Ist das eine ernst gemeinte Frage, oder Hohn?┬ź, hakte Ansgar verwirrt nach.

Linhard von Hohenfelde
Lin schloss sofort den Mund wieder und verkniff sich jeden Kommentar, ebenso Aimeric.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Erstens: Dunwin und Chirag, ihr haltet fortan euer Maul! Mir wird schlecht, wenn ich euch reden h├Âre! Wir sind nicht hier, um Ansgar zu beschimpfen. Wir sind hier, weil ich wissen will, wie es nun weitergehen soll! Ja, die Frage ist ernst gemeint! Ich reise keine tausend Meilen, um dich zu verh├Âhnen! Daf├╝r h├Ątte auch ein Brief gereicht oder der Kopf des Boten in einem Paket!┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Mein Kommentar tut mir leid, ich wei├č was er getan hat. Verzeiht bitte. Wir sind hier um die Sache zu kl├Ąren. Ob sie bereinigt werden muss wird sich zeigen... Du verstehst Ansgar?... Brandur kann Dir best├Ątigen... dass ich Deinen Tod nicht w├╝nsche... aber Du treibst einen mit Deiner Wei├čglut... nun manchmal zur Wei├čglut... Dennoch entschuldigt meine ausfallende Art... alte Gewohnheiten sitzen manchmal tief... zu tief... Ich wollte dir nicht in den R├╝cken fallen... Bruder...┬ź, entschuldigt sich Dun.

Chirag de Dupont
Chirag betrachtete den Geist verwirrt. Er verstand die Welt nicht mehr. Was war denn mit dem los? Archibald hatte derartiges angedeutet ... nun war Chirag klar, was er damit wirklich gemeint hatte. Dieser Dunwin war ein anderer als fr├╝her und das nicht nur optisch.

Ansgar de Chouinard
┬╗Nun wenn das was Du sagst der Wahrheit entspricht, herzlichen Gl├╝ckwunsch. Es wird sich zeigen wie lange Euer Frieden h├Ąlt. Einige Wochen vermutlich und das meine ich auch nicht als Hohn, sondern als ehrliche Einsch├Ątzung. Irgendwann fragt sich der erste wie weit er gehen kann und Du wirst es ausbaden oder eind├Ąmmen m├╝ssen. Was ich vorhabe? Ich m├Âchte hier wohnen, eine Familie gr├╝nden und meinen Sohn herholen┬ź, antwortete Ansgar ehrlich.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Und das ist alles? Keine Pl├Ąne f├╝r die Familie, die du verlie├čest?┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Einige Pl├Ąne, aber ob davon einer umgesetzt wird, wird sich zeigen. Ob ich es noch m├Âchte, oder kann, oder die Traute dazu habe... das wird sich zeigen┬ź, antwortete Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wenn wir das so im Raum stehen lassen, h├Ątten wir nicht herzukommen brauchen. Ansgar, ich werde dir nun meinen Plan sagen. Ich kam her, um deinen Tod zu planen. Warum? Damit du nicht mehr jenen von meinem Sohn planen kannst! Und ich wei├č, dass du das tust! Trau dich, und gib es zu!┬ź

Ansgar de Chouinard
Ansgar machte eine wegwerfende Handbewegung. ┬╗Um den geht┬┤s mir schon gar nicht mehr. Lass gut sein. Du hast mein Wort, ich werde Linhard nicht t├Âten oder t├Âten lassen. Er soll leben, behalt ihn von mir aus. Das war nur die erste Wut. Glaub es oder nicht, auch ich habe ihn vor langer Zeit mal geliebt. Aber naja... gleichg├╝ltig. Ich habe nicht mehr vor ihn zu t├Âten┬ź, gestand Ans.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich glaube dir kein Wort. Oder du spielst wom├Âglich wieder einmal mit den Formulierungen. Wenn es Linhard nicht ist, dann sind andere dein Ziel. Wen willst du t├Âten, Ansgar? Ich will, dass das Morden in den eigenen Reihen ein Ende findet! Wir m├╝ssen einen anderen Weg finden! Zu viel unseres guten Blutes wurde schon durch die eigenen Leute vergossen.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Das ist doch klar wen, Fingard und Dave. Linhard ist nur ein dummer Junge der Dir nachl├Ąuft. Geschenkt. Du warst von der ersten Stunde meines Lebens an mein Feind, weder hast Du mir damals beigestanden gegen Dun und Archibald, noch hast Du mir auf der Hochzeit zugeh├Ârt. Geschenkt. Verraten haben mich zwei, Fingard und Dave und die beiden werde ich t├Âten┬ź, antwortete Ansgar ehrlich.

Chirag de Dupont
Chirag starrte Brandur genau so entgeistert an, wie zuvor Dunwin. Er w├╝nschte sich irgendein Mitglied des Stabes herbei. Er hatte gerade das Gef├╝hl, dass alle ├╝berschnappten. Obwohl er auf der anderen Seite des Tisches sa├č und der Feind war, schien Ansgar der einzige Normale zu sein.

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Ansgar an wie vom Donner ger├╝hrt. ┬╗Bist Du verr├╝ckt?┬ź, fragte Lin tonlos.

Brandur von Hohenfelde
┬╗So was habe ich mir schon gedacht. Danke f├╝r die ehrliche Antwort. Aber Dave ist nicht dein Feind. Und Fingard auch nicht. Das einzige, was die beiden verbrochen haben, ist, dass sie deinen Krieg nicht f├╝hren wollten.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Wie nennst Du es denn dann, wenn Deine Frau nicht mal fragt, ob sie den Sohn warnen soll? Und sich dann verdr├╝ckt? Oh und nebenbei, ich habe mich nicht verdr├╝ckt um Wolfi allein zu lassen. Sondern damit er nicht mit mir gefangen wird. Mitgefangen, mitgehangen. Er sollte nicht f├╝r mich h├Ąngen. Er ist loyal, er h├Ątte mich besch├╝tzt h├Ąttest Du mich angegriffen und daf├╝r w├Ąre er gestorben? Dann soll er lieber ungl├╝cklich bei Dave leben. Das war mein Gedanke┬ź, erkl├Ąrte Ans.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich wiederhole: Sie haben deinen Krieg nicht gef├╝hrt, das ist alles. Keiner von beiden hat je gegen dich agiert!┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Gut, dann erkl├Ąre mir warum weder Fin noch Dave einfach vorher bescheid gesagt haben? Das h├Ątten sie doch tun k├Ânnen┬ź, antwortete Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Vielleicht, weil sie deine heftigen Reaktionen f├╝rchteten.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗M├Âglich, ich war w├╝tend und bin es immer noch┬ź, gestand Ansgar.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nun dann k├Ânnte man sich ja auss├Âhnen oder nicht? Es muss nicht immer so bleiben wie es war. Und Du k├Ânntest Deine bissigen Freundlichkeiten in Briefform auch unterlassen┬ź, sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wir alle sind w├╝tend, jeder aus einem anderen Grund. Wie soll es nun weitergehen? Siehst du keine Alternative? Wie w├Ąre es mit Aimerics Vorschlag - uns gegenseitig f├╝r den Rest aller Zeiten zu ignorieren? Oder noch eine Idee - wie w├Ąre es mit einem altmodischen Duell - zwischen uns beiden? Degen gegen Degen.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Das kann ich nicht zulassen, daf├╝r ist der Schwertmeister sust├Ąndig!┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Nein ich bin gegen ein Degenduell, da k├Ânnte ich verletzt werden und verlieren. Ich agiere lieber aus dem Hinterhalt┬ź, lachte Ansgar. ┬╗Ein magisches Duell, wer tot ist hat verloren┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Und danach ist Ruhe? Keine Racheaktionen der Hinterbliebenen mehr?┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Das war ein Witz! Meine G├╝te! Nat├╝rlich nicht, ich habe keine Lust ins Gras zu bei├čen, da h├Ątte ich mir das Asyl hier sparen k├Ânnen oder? Zudem werde ich Anna nicht alleine lassen. Das geht nicht. Nicht mehr┬ź, antwortete Ansgar. ┬╗Mach einen anderen Vorschlag┬ź, f├╝gte er an.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Zu schade. Wirklich. Ich h├Ątte ein Duell sehr begr├╝├čt, wenn wir damit diese l├Ąstige Fehde h├Ątten beilegen k├Ânnen.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Wir k├Ânnten sie auch so beilegen. Du h├Ąndigst mir Wolfi, Fin und Dave aus und ich schw├Âre Dir bei allem was mir heilig ist, absolut Frieden zu halten. Ich gehe weder Dich noch einen der Deinen an. Abgemacht?┬ź, fragte Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich wei├č nicht, wo Fingard sich befindet und Dave werde ich dir nicht aush├Ąndigen┬ź, erwiderte Brandur. ┬╗Mach einen realistischen Vorschlag.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Der Vorschlag war realistisch! Nein war er nicht, er war ein Nachtreten. H├Ąndige mir Wolfi aus, dann sind wir quitt. Dann gehen wir getrennter Wege┬ź, antwortete Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Anwolf h├Ąngt sehr an dir. Er liebt dich. Du w├╝rdest ihm nichts tun? Er soll nur bei dir in Frieden leben?┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Ich f├Ąnde ein Duell ebenfalls sinnvoller. Es bietet weniger Raum f├╝r Betr├╝gereien.┬ź

Ansgar de Chouinard
Ansgar starrte Brandur giftig an. ┬╗Wolfi etwas antun? Wolfi? Dem Einzigen der mir immer zur Seite stand, der loyal war und mich liebt soll ich etwas antun? Du hast keine Ahnung davon was er mir bedeutet. Du schnallst nicht was ich vorhin sagte. Du h├Ąttest mich in Naridien stellen und t├Âten k├Ânnen. Aber nicht ihn, darum bin ich gegangen. Ich hatte sogar in Erw├Ągung gezogen es selbst zu Ende zu bringen, aber das w├Ąre feige und wozu sollte ich Euch die Arbeit abnehmen hm? Nein Wolfi ist die einzige Person an der mir was liegt. War die einzige Person, mittlerweile hat es sich ge├Ąndert und folglich werde ich mich auch nicht f├╝r Deinen Seelenfrieden umbringen oder umbringen lassen┬ź, antwortete Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Was geschieht, wenn Anwolf nicht zustimmt? Wenn er sich daf├╝r entscheidet, bei seinem Mentor Dave zu bleiben und bei seiner Freundin Marcella und deren Familie?┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Er geh├Ârt zu mir, ich wollte ihn nachholen. Aber wenn es sein Wunsch ist, dann soll er bleiben wo er ist┬ź, murmelte Ansgar kleinlaut.

Brandur von Hohenfelde
Nun war es an Brandur, verst├Ârt die Augenbrauen zu verziehen. ┬╗Und das war es dann? Es f├Ąllt mir schwer, diesen Sinneswandel zu glauben.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Dann lass es doch einfach. Du vergisst was ich vorher getan habe nicht wahr? Aber das scheinen alle zu vergessen. Nun da Ihr so eine starke Gemeinschaft seid, k├Ânnt Ihr es drauf ankommen lassen, oder eben nicht. Mir ist es gleich. Du hast sicher selbst oft genug etwas in Wut entschieden und danach bereut. Falls nicht, kann ich es Dir nicht erkl├Ąren. Ich habe etwas angeboten, Du glaubst es nicht. Gut. Dann werde ich Wolfi auf meine Art zu mir holen, ohne ihn zu fragen┬ź, warf Ansgar ein.

Brandur von Hohenfelde
Der alte Nekromant kam an das Ende seiner Kr├Ąfte. ┬╗ Du kannst ein Duell nicht einfach ablehnen!┬ź, versuchte er es noch einmal.

Linhard von Hohenfelde
Lin rieb sich den Sch├Ądel. ┬╗Bitte! Nicht wieder das. Ehrlich Deine Entscheidungen sind wie Tanzen oder Wiegeschritt. Zwei Schritt vor, einen zur├╝ck und das im Wechsel. Ansgar... Brandur hat nachgefragt, weil Du Deine Meinung permanent ├Ąnderst. Antworte doch einmal ohne Wut im Hinterkopf. Antworte einmal so, was Du Dir w├╝nscht. Wir w├╝nschen uns Frieden. Mama und Onkel Dave ebenso. Und Wolfi kannst Du nicht entf├╝hren. Auch wenn er Dein Sohn ist, er ist 16 Jahre, er ist mein Bruder und wenn Du vorher so an ihn dachtest, dann mach das jetzt bitte auch┬ź, sagte Lin.

Chirag de Dupont
┬╗Ein Duell w├Ąre sehr weise┬ź, best├Ątigte er Brandurs Meinung. ┬╗Ich werde f├╝r Brandur fechten, da Archibald nicht zugegen ist.┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich fechte selbst┬ź, schnauzte der alte Mann.

Ansgar de Chouinard
┬╗Doch kann ich, ich erscheine einfach nicht. Frei nach dem Motto, stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Aber Lin hat Recht. Gut. Wut beiseite geschoben. Also h├Âr zu, frag Wolfi einfach. Sollte er herkommen wollen, w├Ąre ich sehr froh. M├Âchte er nicht, ist er alt genug bei Dave zu bleiben. Und verdammt ja Du hast Recht, weder Dave noch Fin haben mir je etwas getan. Trotzdem war ich entt├Ąuscht und w├╝tend. Sehr w├╝tend. Du hast keine Vorstellung davon wie es ist eine Person zu verlieren, die Dir alles bedeutet in Ordnung? Sie war meine Frau, meine Geliebte und mein bester Freund. Und Dave? Habe ich ihn nicht immer besch├╝tzt? Man ich habe von beiden nichts verlangt au├čer ein Wort! Eine einzige Info! Halten mich alle f├╝r so d├Ąmlich, dass ich nicht wei├č, dass eine Mutter alle ihre Kinder liebt? Oder dass Dave ebenso Lin liebt? Das wei├č ich. Anders w├Ąre es auch ziemlich krank. Aber es ging nicht um das ob Brandur, sondern um das wie. Genauso auf der Hochzeit. Um mehr ging es mir nicht, aber f├╝r Euch war ich immer gleich das Arschloch, gleichg├╝ltig was ich tat. Hundert mal die Hand gereicht und geholfen ist nichts wert, wenn man sich einmal im Ton vergreift. Damit meine ich nicht alleine Dich, ebenso Fin und Dave. Das ist das was mich ankotzt. Und ja, mein Angebot war ehrlich gemeint. Wenn Du auf einem Duell bestehst, von mir aus. Dann bestimme ich Ort und Zeit┬ź, gab Ansgar zur├╝ck.

Brandur von Hohenfelde
Jetzt wurde Brandur w├╝tend. ┬╗ICH habe keine Vorstellung davon, wie es ist, geliebte Menschen zu verlieren?!┬ź Er erhob sich. ┬╗Das sagst du MIR ins Gesicht?!┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Ja das sage ich Dir ins Gesicht, da Du es mir permanent ebenso unwahr unterstellst!┬ź, zischte Ansgar und stand ebenfalls auf.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric starrte die beiden an. ┬╗Setzen Sie sich sofort wieder hin! Sie waren auf dem Weg sich auszus├Âhnen! Geht das nicht ohne Drohungen und dergleichen? Was sollen die Beleidigungen? Wir einer der Peronen dadurch wieder lebendig? Sie beide beschmutzen mit so einem Gerede das Andenken der Toten. Und eine Frau davon war meine Tante! Das m├Âchte ich anmerken!┬ź, sagte Aimeric streng.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Halt mich zur├╝ck, Lin┬ź, zischte Brandur und griff selber nach Linhards Arm. Er setzte sich und schloss die Augen. Er atmete langsam durch.

Linhard von Hohenfelde
Linhard hielt Brandur fest und legte einen Arm um seine Schulter. Dunwin tat es ihm gleich und musterte streng Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
Brandur ├Âffnete die Augen wieder. ┬╗Nenn mir Zeit und Ort, Ansgar.┬ź

Ansgar de Chouinard
Ansgar sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Das wollte ich nicht, ich nehme es zur├╝ck┬ź, sagte er leise.

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Beruhigt Euch beide, versucht es zumindest. Brandur, denk Dir einfach Du redest gerade mit Kunwolf, der einen Bock vor sich herschiebt. Oder mit Veyd der Dir einen Vertrag aufschwatzen m├Âchte. Und Du Ansgar, denke Dir gerade - Du redest mit Deinem ├Ąlteren Onkel, dem Du zwar nichts schuldest, aber gegen H├Âflichkeit spricht nichts. Er kam her um etwas friedlich zu kl├Ąren, weil ich ihn darum bat. Du bist auch mein Sohn und ich will Dich nciht tot sehen. Ich wei├č sp├Ąt erkannt, aber wie hei├čt es? Besser sp├Ąt als nie. Ich war genauso w├╝tend und verblendet, nur auf andere. Also h├Âre ihm jetzt zu oder es gibt keine andere L├Âsung, hast Du das verstanden?┬ź, fragte Dunwin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Es gibt keinen unblutigen Weg, Ansgar hast Recht! Reden bringt nichts. Wir k├Ânnen nicht aus unserer Haut, es ist wie ich es sagte, wir beide m├╝ssen noch sterben, damit Ruhe einkehrt! Wir sind zu viel, Relikte! Es ist l├Ąngst ├╝berf├Ąllig! Ich fordere dich zum Duell, Ansgar Durand de Choinard und ich dulde keine Verweigerung! Ich werde dir vertraglich zusichern, dass unabh├Ąngig des Ausgangs damit alle Schuld beglichen ist!┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Mein Kommentar war von gerade tut mir leid, ich wollte Dich nicht damit kr├Ąnken. Sondern ich habe geplappert ohne nachzudenken. Ich wollte niemanden angreifen, sondern erkl├Ąren was sie einst bedeutete. Nungut, duellieren wir uns einverstanden. Ich m├Âchte dass vorher vermerkt wird, dass mein Erbe Anwolf von Hohenfelde ist und mein Titel im Fall meines Ablebens auf ihn ├╝bergeht, sowie mein s├Ąmtlicher Besitz┬ź, erkl├Ąrte Ansgar.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric schaute beide an als w├Ąren sie akut schwachsinnig, schrieb aber das Gesagte auf.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Brandur. ┬╗Bist Du sicher dass Du das tun m├Âchtest? Ich m├Âchte Dich nicht verlieren┬ź, fl├╝sterte Lin.

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin sch├╝ttelte einfach nur mit dem Kopf. ┬╗Warum entleibt Ihr Euch nicht einfach synchron?┬ź, schlug er vor. ┬╗Ach und Moment bitte! K├Ânnte ich vorher meinen alten K├Ârper als Ghul beziehen? Ich meine er wurde mir versprochen. Falls Ihr sterbt, werde ich meine H├╝lle nie wieder sehen und davon geweht werden. Ich wollte wenigstens noch einmal in meinem K├Ârper weilen┬ź, warf Dunwin ein.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Du hast keine Ahnung, Ansgar, wie sehr du mit deinen verletzenden Worten ins Schwarze getroffen hast - mitten in mein schwarzes Herz! Doch das ist nun vorbei. Die ├ära des schwarzen Weges neigt sich dem Ende. Mit uns wird er enden! Mach dir keine Gedanken, Linhard, ich werde zuvor allen erforderlichen Papierkram kl├Ąren inklusive meiner Bestattung. Und du wirst leben. So wie auch Anwolf leben wird. Zeit und Ort, Ansgar. Ich werde dir deinen Wunsch zuvor noch erf├╝llen, Dunwin.┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Heute Nacht, Mitternacht, hier im Hof┬ź, schlug Ansgar vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Schaffen wir das, Dunwin?┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin zog fragend eine Augenbraue hoch. ┬╗Ich m├Âchte vorher mit Chirag allein unter vier Augen sprechen, er soll Archibald etwas von mir ausrichten. Nein das schaffen wir nicht, drum soll Chirag Archibald etwas ausrichten!┬ź, erkl├Ąrte Dun missmutig.

Ansgar de Chouinard
Ansgar schmunzelte zurfrieden.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Du kannst es nicht lassen oder? Falls Du je wiedergeboren wirst Ansgar, dann als Igel, bei all den Spitzen┬ź, murrte Lin.

Chirag de Dupont
Chirag erhob sich und blickte fragend in Aimerics Richtung. ┬╗Darf ich mich auf ein Wort mit Dunwin in den Nebenraum begeben?┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric nickte. ┬╗Selbstverst├Ąndlich, es ist ein wichtiges Gespr├Ąch. Da Ihr Freund ebenfalls gehen wird, falls Brandur von Hohenfelde geht┬ź, erkl├Ąrte Aimeric.

Chirag de Dupont
┬╗Danke.┬ź Er verneigte sich und ging nach nebenan.

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin schwebte einfach durch die Wand in den Nebenraum. ┬╗Bist Du bereit?┬ź, fragte Dunwin.

Chirag de Dupont
┬╗Wof├╝r?┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin rollte mit den astralen Augen. ┬╗Um mir zuzuh├Âren, Du musst doch die Botschaft an Archi weitergeben, falls ich verschwinde Chirag, so pass doch auf!┬ź, st├Âhnte Dun nerv├Âs.

Chirag de Dupont
┬╗Selbstverst├Ąndlich, aber auch ich werde wom├Âglich nicht mehr lange unter den Lebenden weilen, wie du wei├čt.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin nickte geknickt. ┬╗Ja da liegt das Problem, Brandur ist zu kurzsichtig. Er duelliert sich. Verliert er, wird er die Welt verlassen, ich und Du ebenfalls. Weil niemand mehr f├╝r Dich spricht. Und wof├╝r? Ansgar schiebt nur einen Bock und wollte sich auss├Âhnen. Er meinte es ernst, ich kenne ihn. Und Du wundere Dich nicht ├╝ber mein Verhalten. Wie ich einst Archibald erkl├Ąrte und auch Brandur, vieles was wir meinen selbst zu entscheiden h├Ąngt mit dem K├Ârper zusammen. Vor allem den Gel├╝sten. Hast Du keinen K├Ârper mehr, reagierst Du als reine Seele. Ich hatte gehofft, Ansgar und Brandur zu retten, aber wir werden beide verlieren. Und uns┬ź, gestand Dunwin.

Chirag de Dupont
┬╗K├Ânnen wir ihn nicht ├╝berzeugen, dass ich mich an seiner Stelle mit Ansgar duelliere? das ist schlie├člich meine Aufgabe im Dienste der von Hohenfeldes. Du und er, ihr w├╝rdet weiter existieren. Und Lin`ard w├╝rde seinen Vater be`alten. Wenn Brandur das Duell antritt, ist klar, wie es ausgeht. Er `at keine Chance.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Nun ich dachte sie wollen sich magisch duellieren. Du beherrscht keine Magie oder? Ansonsten h├Âre mir jetzt erstmal zu. Also Du richtest Archibald folgendes aus. Die Bande der Liebe und der Freundschaft werden mit dem Tod nicht durchschnitten. Brandur hat verloren, ich bin gegangen. Sage ihm er soll sofort, direkt nach der Information Wolfi t├Âten. Ohne wenn und aber. Danach t├Âtet er Ansgar. Gleichg├╝ltig wie er das anstellt. Sag ihm dass, das ist ein direkter und letzter Befehl. So nicht. Sag ihm er soll Linhard dienen, wie er mir diente. Sag ihm er soll ihn beh├╝ten, er soll ihn besch├╝tzen, er soll auf ihn Acht geben, als w├Ąre es sein Bruder, als w├Ąre Lin... ich. Sage ihm dass ich ihn liebte, als Bruder, als Freund, als Mentor und auch als Dummkopf. Sage ihm das...┬ź, bat Dunwin.

Chirag de Dupont
Chirag verneigte sich vor dem Geist. ┬╗Ich werde es ihm ausrichten.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Dich habe ich ebenso geliebt... wie jeden von Euch... Ohminas Haere Chirag, Treue ├╝ber den Tod hinaus. Ich warte auf der anderen Seite auf Dich... Bruder┬ź, fl├╝sterte Dunwin.

Chirag de Dupont
Chirag kniff die Augen einen Moment fest zusammen. Er griff in die Hand des Geistes hinein. ┬╗Du bist mir ein Freund gewesen, wie man ihn sich besser nicht w├╝nschen kann. Darum blieb ich all die Jahre und k├Ąmpfte an deiner Seite. Mein eigener Tod schreckt mich nicht. Ich `abe keine Angst su gehn. Wir sehn uns wieder, so oder so.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Das werden wir, es gibt keinen Grund Angst zu haben... Chirag... keinen.... Es ist anders als in jeder Vorstellung... aber es gibt keinen Grund zur Angst... Richte ihm den Befehl genau so aus, wortw├Ârtlich. Der Spruch ist wichtig. Und sieh zu, dass Du hier nach Brandurs Ableben sofort weg kommst. Bringe Dich und Lin in Sicherheit. Der Drache steht Euch nicht mehr zur Verf├╝gung, stehlt hier Pferde!┬ź, warnte Dun.

Chirag de Dupont
Der ehemalige Chevalier war sich der immensen Herausforderung bewusst. ┬╗Es wird sehr schwierig, aber ich werde mein Bestes geben. Notfalls muss Lin`ard allein fliehen. Ich werde ihm deinen Befehl zur Sicherheit w├Ârtlich beibringen. Er `at `ier nichts verbrochen. Die Souvagner werden ihn gehen lassen. Und um Ansgar k├╝mmere ich mich, bis er weit genug fort ist. Leider be`errsche ich keine Magie und `abe nur noch einen Arm, aber daf├╝r wird es noch reichen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin nickte zustimmend. ┬╗Er kann mit einem Stab k├Ąmpfen, aber nicht mit einer Stichwaffe. Ausnahme einem Dolch. Aber ein Degen gegen einen Dolch, der Gewinner steht fest┬ź, grinste Dunwin. ┬╗Nun wenn Du ihn t├Âtest, hat sich Arch eine Reise gespart┬ź, gab Dun zu bedenken.

Chirag de Dupont
┬╗Aber ich `abe meinen Degen abgenommen bekommen ... das ist nicht gut. Ich werde mir den von Lin`ard borgen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Ja Linhard hat seinen Degen dabei und die Waffe von Brandur, das Stilett. Er soll Dir den Degen aush├Ąndigen. Sage ihm das. Und sage ihm wenn Brandur f├Ąllt, dass Archibald sein Mentor ist. Gleichg├╝ltig was andere sagten. Ich denke mein Bruder hatte da so... seine Bedenken. Arch wird ihn besch├╝tzen... wenn er eines kann... dann dass... er wird gut auf ihn aufpassen┬ź, sagte Dunwin traurig.

Chirag de Dupont
┬╗Ich werde alles zu deiner Zufrieden`eit umsetzen, was ich umsetzen kann. Ich schw├Âre es dir, Dunwin. Tot oder nicht, du bist der Kommandant des Stabes und ich vertraue deinen Entscheidungen.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin dr├╝ckte Chirag. ┬╗Und ich vertraue auf Euch Chirag, auf jeden Einzelnen. Ich hoffe dass Du es schaffst mit Lin. Und ich hoffe, dass die anderen ihn als Oberhaupt akzeptieren werden. Arch soll es zur Not durchdr├╝cken. Er wei├č wie sowas l├Ąuft, haltet Euch an ihn, er ist nicht grundlos der erste Mann. Und seht zu, dass Ihr wieder 12 werdet. Komm┬ź, sagte Dunwin und schwebe zur├╝ck durch die Wand und gesellte sich zu seinem Bruder. ┬╗Alles gekl├Ąrt┬ź, teilte er Brandur freundlich mit. Dunwin hatte mehr gekl├Ąrt, als er eigentlich gekl├Ąrt haben wollte. Er versp├╝rte einen Stich bezogen auf Anwolf, aber er durfte jetzt nicht weich werden.

Chirag de Dupont
Chirag setzte sich wieder auf seinen Platz neben Linhard. Er sp├╝rte noch immer Dunwins eisige Umarmung. ┬╗Wir haben alles besprochen, was es noch zu sagen gab.┬ź

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. ┬╗Dann ist auch hier alles gekl├Ąrt. M├Âchtest du noch etwas sagen, Ansgar?┬ź

Ansgar de Chouinard
┬╗Nein, es gibt nichts mehr zu sagen. Ich habe noch einen Brief zu schreiben, diesmal einen freundlichen. Bis Mitternacht┬ź, sagte Ansgar und verlie├č die Amtsstube.

Davard von Hohenfelde
Linhard schaute ihm hinterher und musterte dann Brandur.

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Sicher das Du das willst... Bruder?┬ź, fragte Dunwin. Der Geist kratzte sich am Kopf. ┬╗Chirag ich muss gleich nochmal mit Dir reden, herje┬ź, st├Âhnte Dunwin. ┬╗Eine Sekunde Brandur, wir sind gleich wieder da┬ź, bat Dunwin.

Brandur von Hohenfelde
Der alte Nekromant st├╝tzte sich m├╝hsam auf seinen Stock und dr├╝ckte sich hoch. Er sp├╝rte Chirags besorgten und nachdenklichen Blick auf sich ruhen. Auch Dunwin sah wenig begeistert aus. ┬╗Es ist nicht die Frage, was ich will, sondern was ich muss.┬ź

Aimeric de la Cantillion
Aimeric deutete auf die Wand. ┬╗Bitte nur zu┬ź, sagte er etwas verdutzt.

Chirag de Dupont
Chirag folgte dem Geist ein weiteres mal nach nebenan.

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin musterte Chirag. ┬╗Entschuldige das Hin und Her, vergiss den Tod von Wolfi... Es war... das Alte das aus mir sprach.... Der Befehl bleibt bestehen, Arch soll sich um Lin k├╝mmern... Aber f├Ąllt Wolfi... wird sich Dave r├Ąchen und es beginnt von vorne... das Opfer von Brandur w├Ąre umsonst gewesen... und unseres.... Lin s├Ą├če auf einem toten Thron... das ist nicht dass was wir ihm hinterlassen wollten... nicht dass was wir uns erhofft hatten... Dun Haru Mar... Sollen sie sp├Ąter immer noch so gr├╝├čen? Sie sollen leben... er ist ein Verseuchter.... aber was Alastair nicht konnte, werde ich jetzt tun.... ├╝ber meinen Schatten springen... ├╝ber meinen Hass springen... lasst Wolfi leben.... Mein letzter Befehl an Arch, samt dem Schutz von Lin.... Danke Chirag┬ź, sagte Dunwin und kehrte zu Brandur zur├╝ck. ┬╗Du musst gar nichts, Du m├Âchtest... n├Ąmlich genauso gerne stur bleiben wie Ansgar... Bruder┬ź, sagte Dun.

Chirag de Dupont
Sehr durcheinander kehrte auch Chirag zur├╝ck in den Raum. Er verstand Dunwin nicht und fragte sich, welcher der beiden Befehle nun der des wahren Dunwins war und welcher aus der Situation und ihrer emotionalen Belastung heraus erwuchs. Er w├╝rde ihn sp├Ąter noch einmal fragen, zur Sicherheit.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Was n├╝tzt es, wenn ich Frieden will, aber dieser Schei├čkerl nicht┬ź, br├╝llte Brandur den Geist an. ┬╗Es wird kein Ende finden! Nicht, so lange wir leben! Jetzt h├Âr auf, meine letzte Zeit zu stehlen! Linhard, wir haben viel Schriftkram zu erledigen. Dunwin, du kannst dir in der Zwischenzeit mit dem Wyvern deinen K├Ârper holen. Ich werde dich noch vor Ablauf der Zeit hineinversetzen und dann magst du als Ghul auch ohne mich weiter in der Physis bleiben und tun, was dir beliebt.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Was soll ... was darf ich tun?┬ź, fragte Chirag Aimeric.

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin musterte Brandur ohne jeden Groll. ┬╗Ihr beide wollt das gleiche.... Ihr beide seid nur zu w├╝tend, zu verletzt und zu stolz.... Bruder. Denke dar├╝ber nach... Bis Mitternacht ist ausreichend Zeit... Was mir beliebt wird nicht mehr stattfinden... wir wollten Lin auf den Thron vorbereiten... unseren Thron... nun am besten kl├Ąrst Du ihn schnellstens auf... w├Ąhrend Du schreibst... ┬╗, erkl├Ąrte Dunwin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Aufkl├Ąren? Was meinst du?┬ź, fragte Brandur verunsichert.

Aimeric de la Cantillion
Aimeric war mit der Situation genauso ├╝berfordert wie Chirag. ┬╗Am besten bleiben Sie im Haus und schreiben mit mir gemeinsam ihre F├╝rbitte an den Duc. Ich glaube die Herrschaften haben ganz andere Probleme. Versuchen wir es┬ź, sagte Aimeric freundlich.

Chirag de Dupont
┬╗Ich w├╝rde gern bei Brandur bleiben, wenn es mir gestattet ist. Meine F├╝rbitte hat Zeit ... Brandur hat keine. W├Ąre dies im Rahmen des M├Âglichen, Comte?┬ź

Dunwin von Hohenfelde
┬╗Nun die Familie, wie sie tickt, was wer denkt, warum wer wie denkt. Vor wem er sich in Acht zu nehmen hat und warum.... all die Dinge die wir ihm beibringen wollten.... damit er auf eigenen F├╝├čen steht... wirst Du ihm jetzt bis Mitternacht beibringen... Bruder... Da weder Du noch Ansgar ├╝ber Euren Schatten springen k├Ânnt... ich bin es gerade.... den ich gab vorab den Befehl... nun ich gab den Befehl nach unserem Tod Anwolf zu t├Âten... aus Wut... aus Hasss.... aber ich nahm ihn zur├╝ck.... f├╝r Dich... f├╝r Dein Werk... f├╝r Deinen Traum.... Es reicht, wenn Du ihn alleine beerdigst... dazu ben├Âtigst Du nicht noch mich oder meine Torheiten.... ich bin nicht besser als Du... aber ich folge nicht mehr dem alten Weg... Chirag Du kennst Deine Order, sobald wir weg sind... Danke┬ź, sagte Dunwin und schwebte davon.

Aimeric de la Cantillion
┬╗Ja das geht in Ordnung, aber bitte wartet das Duell ab, falls es denn stattfindet. Keine gegenseitigen Besuche vorab┬ź, erkl├Ąrte Aimeric.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nichts hast du verstanden, Dunwin┬ź, br├╝llte Brandur dem entschwebenden Geist hinterher. ┬╗Gar nichts!┬ź In seiner Wut kn├╝llte er ein herumliegendes Papier zusammen und warf es Dunwin hinterher. Es flog einfach durch ihn hindurch und landete mit einem leisen Ger├Ąusch auf dem Boden. ┬╗Habt Ihr Schreibutensilien f├╝r mich, Aimeric? Sonst muss ich alles aus dem Wyvern holen. Ich bezahle sie selbstredend.┬ź

Chirag de Dupont
┬╗Meint Ihr, ich darf Brandur nicht vorab besuchen oder Brandur nicht Ansgar?┬ź

Aimeric de la Cantillion
┬╗Nat├╝rlich haben wir die, bedient Euch einfach. Aber wollt Ihr nicht in Ruhe nachdenken, bevor Ihr etwas verfasst? Etwas herunterk├╝hlen?┬ź, fragte der junge Mann. Aimeric wandte sich an Chirag. ┬╗Jeder bleibt wo er ist, damit nicht zuf├Ąllig einer der Duellanten pl├Âtzlich tot ist┬ź, erkl├Ąrte dieser.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nein, wir haben nur noch wenige Stunden. Ich kann auch im aufgebrachten Zustand klar denken. Darum war ich ja auch der Kopf und Dunwin das Schwert! Und Kunwolf war das Herz. Danke, Comte Aimeric. Linhard, setz dich zu mir, wir haben keine Zeit zu verlieren. Chirag, setzen Sie sich auf meine andere Seite, wenn sie es w├╝nschen und leisten Sie uns Gesellschaft.┬ź

Dunwin von Hohenfelde
Dunwin versuchte das Papier aufzuheben, aber es gelang ihm nicht. Er drehte sich zu seinem Bruder um. ┬╗Doch ich habe sehr gut verstanden, wie tief verletzt Du bist.... das sind wir alle... seelisch und k├Ârperlich... falls Du gewinnst.... tust Du mir einen Gefallen?... schau Dir Ansgars K├Ârper einmal an... Lin ebenso.... das w├Ąre eine gute Lehrstunde.... nun denn ich muss ├╝berlegen ob ich meinen K├Ârper noch einmal sehen m├Âchte... kurzum mein altes ich....┬ź, dachte Dunwin nach.

Linhard von Hohenfelde
Linhard setzte sich neben seinen Vater und wartete ab. ┬╗Was soll ich tun?┬ź, fragte er und guckte was Dunwin da trieb.

Brandur von Hohenfelde
Brandur drehte sich auf seinem Stuhl um. ┬╗H├Âr auf mit deiner Gef├╝hlsduselei! Ich habe jetzt weder Zeit noch Nerv f├╝r Sentimentalit├Ąten, Dunwin. Ja, ich kann dir den Gefallen tun und jetzt lenke mich nicht weiter ab.┬ź Er drehte sich wieder nach vorn zum Schreibtisch und begann eine Liste zu fertigen, was er nun alles noch kl├Ąren musste.

Linhard von Hohenfelde
Linhard dr├╝ckte die Schulter von Brandur. ┬╗Ganz ruhig, nun streitet Ihr Euch nicht noch. Was genau m├╝ssen wir noch tun?┬ź, hakte Lin nach.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich werde ruhig sein, sobald der Schriftkram erledigt ist und ich dich instruiert habe. Zun├Ąchst muss ich aufschreiben, wo mein Testament zu finden ist, welches ich in weiser Voraussicht l├Ąngst geschrieben habe. Ich wusste ja seit jeher, dass jeder Tag mein letzter sein k├Ânnte und nun ist der Fall eingetroffen. Denk daran, mich zusammen mit meinen Puppen zu verbrennen, au├čer mit der speziellen. Die Asche soll hernach zu meiner Frau, meiner Geliebten und meinen Kindern in die Familiengruft. Aber auch das steht alles bereits im Testament.┬ź Brandur redete und schrieb noch sehr viel, w├Ąhrend er jene Formalit├Ąten kl├Ąrte, die noch erg├Ąnzend verfasst werden mussten, da sie sich aus seiner neuen Position als Familienoberhaupt heraus ergaben. Erst danach w├╝rde er sich dem Gespr├Ąch mit Linhard widmen und ihn in seine gro├če Aufgabe instruieren.

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Linhard von Hohenfelde
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Re: Chirags Verbannung und Auftakt zum Duell [Chat rpg]

#2

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 26. Feb 2018, 06:43

___________________________ MITTERNACHT_______________________________



Brandur von Hohenfelde
Es war fast Mitternacht. Der Papierkram war l├Ąngst erledigt. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten hatte Brandur sehr viel gesprochen. Auch jetzt war er der Meinung, noch einmal alles zusammenfassen zu m├╝ssen. "Denk daran, wenn du Hilfe ben├Âtigst, dann wende dich an die Personen, die ich dir als vertrauensw├╝rdig benannt habe. Davard ist uneingeschr├Ąnkt vertrauensw├╝rdig, ebenso Wolfram und Chirag. Bei allen anderen musst du aufpassen, aber diese drei sind jene, an die du dich uneingeschr├Ąnkt halten kannst. Vergiss nicht, Davard und die seinen in die Nachtburg zu f├╝hren, bevor du mich mit den Puppen verbrennst. Sie sollen den Traum sehen, bevor er als Funken und Rauch in den Himmel steigt. Kasimir wollte ich an dich vererben, aber ich bin nicht mehr sicher, ob das noch eine gute Idee ist. Die Entscheidung ├╝berlasse ich dir. Auch er ist ein guter Berater f├╝r dich, aber nicht mehr vollumf├Ąnglich vertrauensw├╝rdig. Der Blutdurst war am Ende doch st├Ąrker, egal, was er sich einredet. Vorsicht vor Archibald, dem Schlangenz├╝ngigen. Chirag ist dein Mann beim Stab, nicht er! Die Bestie ist nur dein Werkzeug, um den Stab zu kontrollieren und um dich auszubilden, sie ist nicht dein Freund! Entledige dich seiner so schnell wie m├Âglich. Denk an seinen Keller." Brandur hatte das alles schon mehrfach gesagt, ebenso wie viele andere Dinge. Inzwischen war die Zeit knapp geworden. Er erhob sich. "Es ist so weit. Komm noch einmal her, Linhard."


Linhard:
Lin h├Ârte seinem Vater genau zu und nickte all seine Weisungen ab, da er ihn nicht unterbrechen wollte. Als dieser ihn bat n├Ąher zu kommen, ging er ganz nah zu Brandur hin und wartete ab, was dieser ihm zu sagen hatte. "Ich bin hier", sagte er freundlich.


Brandur:
Brandur fasste Linhards Kopf und k├╝sste ihn auf die Stirn. "Ich hab dich lieb, mein Junge. Pass auf dich auf. Und sei nicht allzu traurig. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich freue mich auf ihn. Darum weine nicht, wenn meine Zeit gekommen ist. Ich hatte in den letzten Monaten mehr Freude als in meinem ganzen vorherigen Leben. Ich habe einen lebenden Sohn. Das ist mehr, als ich jemals wieder zu hoffen wagte. Und wir hatten eine sch├Âne, aufregende und, ja, auch lustige Zeit."


Linhard:
Lin hielt einfach still, er wusste was die Geste Brandur abverlangte. Danach nickte er betroffen. "Ich ebenso, auch wenn ich nicht so lange im Nichts leben musste, wie Du. Versuch trotzdem Dich nicht umbringen zu lassen. Ich h├Ątte nichts dagegen, dass wir unsere Zeit verl├Ąngern. Am Ende ist es doch immer das Selbe nicht wahr? Nur im anderen Gewand oder an einem anderen Ort. Hier", sagte Lin und steckte Brandur einen Dolch zu. "Den habe ich ihm Haus "gefunden". Nimm ihn, vielleicht hast Du ihn n├Âtig. Mehr kann ich Dir nicht geben, weder einen Tipp, noch einen Rat, nur meine besten W├╝nsche und die Waffe", fl├╝sterte Lin.


Brandur:
Brandur l├Ąchelte. Sein L├Ącheln wirkte diesmal weder k├╝hl noch angespannt wie sonst, es war ein gl├╝ckliches und offenes L├Ącheln. "Ich habe das obligatorische Knochenstilett bei mir. Doch deinen Dolch nehme ich als Gl├╝cksbringer an mich." Er schob ihn in einen G├╝rtel, den er um sein Korsett trug. Linhard sah bei dieser Gelegenheit, dass dieses Korsett aus Knochenplatten gefertigt war und mehr als nur die Form und den R├╝cken st├╝tzte, sondern auch eine Panzerwirkung hatte. Brandur r├╝ckte seine Kleidung wieder zurecht. "Keks, Linhard." Er wandte sich an Chirag und gab ihm die Hand. "Sch├Ân, Sie vor dem Ende noch einmal von der anderen Seite kennengelernt haben zu d├╝rfen. Linhard wird sie hier herausholen, notfalls auch ohne mich."


Chirag:
Chirag erwiderte den H├Ąndedruck. "Viel Erfolg, Brandur." Es war das erste Mal, dass er den Nekromanten beim Vornamen nannte.


Brandur:
Brandur nickte, l├Ąchelte Chirag aufmunternd zu und begab sich in den Burghof. Der Vollmond stand hoch am Himmel.


Linhard:
"Ich werde es jedenfalls mit allen Mitteln versuchen. Notfalls werden wir uns einfach in einer Nacht- und Nebelaktion verdr├╝cken. Solange er nicht eingesperrt ist, kann er laufen. Folglich auch weglaufen. Gute Kleidungswahl Paps, Keks", sagte Lin und begleitete seinen Vater.


Aimeric:
Aimeric erwartete sie bereits und schaute auf seine Uhr. Von Ansgar war noch nichts zu sehen. Der junge Comte de la Cantillion musterte Brandur und gr├╝├čte mit einem h├Âflichen Nicken. "Guten Abend. Nun da das Duell auf unserem Boden ausgetragen wird, obliegt es wohl mir, dar├╝ber zu wachen. Ihr Gegner ist noch nicht eingetroffen Freiherr von Hohenfelde. Wir m├╝ssen uns noch etwas gedulden", sagte Aimeric freundlich.


Brandur:
"Guten Abend", entgegnete Brandur und legte Mantel und Dreispitz ab. Er rief Dunwin, w├Ąhrend er ein wenig die Beine im dunklen Hof vertrat und sich die schwarz wirkenden Geb├Ąude und B├Ąume betrachtete. Er dachte nun nicht mehr an Linhard oder Chirag oder sonst wen. Auch nicht an seine tote Familie. Er dachte nur noch an den bevorstehenden Kampf und war hochkonzentriert.


Dunwin:
Dun gesellte sich zu seinem Bruder und schaute sich erst kurz suchend um, aber von Ansgar war noch nichts zu sehen, so bezog er Posten neben Brandur.


Brandur:
"Sch├Ân, dass du es dir einrichten konntest", sprach Brandur und in der Tat war er froh dar├╝ber, dass Dunwin bei ihm war. "Ich w├╝nsche heute Nacht keine Diskussionen. Egal, wie abstrus dir manche Anweisungen vorkommen werden - erf├╝llst du sie mir?"


Dunwin:
"Sicher... Dein Wort ist mein Befehl... die Diskussion haben wir hinter uns gelassen... Bruder...", antwortete Dunwin ernst.


Ansgar:
Sie mussten sich fast eine Stunde gedulden, bis Ansgar im Hof erschien. Entgegen seiner sonstigen ├╝blichen Roben, war er in eine schlichte, schwarze, hochgeschlossene Robe gekleidet. Er sah schlanker aus, als Brandur ihn in Erinnerung hatte. Und er trug seinen Magierstab nicht bei sich. Auf die Entfernung musste man in der Dunkelheit genau hinschauen, wenn man ihn in dieser Robe erkennen wollte. Die Kapuze hatte er sich tief ins Gesicht gezogen. Ansgar bezog gegen├╝ber von Brandur Stellung und verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust.


Brandur:
Brandur tippte sich in Ermangelung eines Hutes zum Gru├če kurz an die Stirn. Noch w├Ąhrend er die Bewegung ausf├╝hrte, flog, in der Dunkelheit kaum zu sehen, ein winziger Knochenpfeil in Ansgars Richtung, kaum gr├Â├čer als ein Zahnstocher.


Ansgar:
Ansgar zuckte kurz bei dem Treffer zusammen, griff blitzartig in seine Robe und schleuderte ein mattschwarzes Messer nach Brandur, als Antwort auf den freundlichen Gru├č.


Brandur:
Brandur sah die rasche Geste von Ansgar kaum. Es war stockfinster, Ansgar trug schwarz und die Augen des alten Nekromanten waren nicht mehr die Besten. Er hatte irgendetwas geworfen, doch Brandur konnte weder sehen, was es war, noch wohin es flog. Wenn er es sehen k├Ânnte, w├╝rde es f├╝r ihn zu sp├Ąt sein. Es kam zeitiger, als er erwartet hatte, dazu, dass er einen Teil der Kontrolle ├╝ber das Duell abgeben musste. `Dunwin, bem├Ąchtige dich meines K├Ârpers!`, befahl er dem Geist. `Nimm keinerlei R├╝cksicht auf meine Schmerzen!`


Dunwin:
Nahm Besitz von Brandurs K├Ârper, lie├č sich in den Sprei├čschritt fallen und riss den Oberk├Ârper nach hinten weg, so dass die Klinge knapp ├╝ber sie hinweg in die Dunkelheit flog, da Brandur so flach wie m├Âglich auf dem Boden lag. Dunwin zwang Brandurs K├Ârper mit einem schwungvollen Satz wieder auf die Beine und stellte sich seitlich hin und ging dabei in die Knie. `So bieten wir weniger Angriffsfl├Ąche... antworte ihm!┬┤, befahl Dun.


Brandur:
Brandur gab vor Schmerzen ein qualvolles Geschrei von sich, das von den Mauern wiederhallte, aber er war pl├Âzlich so beweglich und schnell, wie vor vierzig Jahren das letzte Mal. "Sollte das kein magisches Duell werden, du Hurensohn?", br├╝llte er au├čer sich vor Schmerz. "Mit deiner Nekromantie ist es offenbar nicht weit her!" Er riss beide Arme nach vorn und ein ganzer Spr├╝hregen von Knochenpfeilen raste auf Ansgar zu. Damit verschoss Brandur auf einen Schlag seine gesamte Munition, hoffte aber, dass Ansgar zumindest irgendetwas davon abbekam oder so weit zur├╝ckwich, dass Brandur Zeit f├╝r einen weiteren Schlag gewann. Nach dem Wurf wich er rasch zur├╝ck und sp├╝rte fl├╝chtig nach Toten und Untoten in der N├Ąhe. Der Zauber w├╝rde auf die Schnelle nicht f├╝r eine Detailanalyse ausreichen, aber f├╝r einen groben ├ťberblick. (findet er etwas?)


Dunwin:
Dunwin versuchte sich so klein wie m├Âglich in Brandurs Geist zu machen um dessen Konzentration nicht zu st├Âren, als dieser auf seine Magie zugriff. Das er ihm vorher diese Verrenkungen aufgezwungen und damit die einhergehenden Schmerzen aufgeb├╝rdet hatte, lie├č sich nicht vermeiden.


Ansgar:
Nun war es an Ansgar schmerzerf├╝llt in der Finsternis aufzukeuche, aber er fing sich rasch wieder. Jedenfalls das was man seiner Tonlage entnehmen konnte. Er biss die Z├Ąhne zusammen und warf in kurzer Distanz zwei Wurfmesser hintereinander. Eines hoch und eines tief angesetzt. "Das sollte auch ein Duell zwischen zwei werden, nicht zwei versus einem Saftarsch", bellte Ansgar w├╝tend zur├╝ck. (Brandur fand keinerlei Untote in der N├Ąhe).


Dunwin:
Dunwin wich mit einer t├Ąnzelnden Seitw├Ąrtsdrehung und einem Sprung aus, so dass Brandur und er in der Hocke landen mussten. `Das macht der doch absichtlich um Dich zu erm├╝den!┬┤, teilte Dunwin seinem Bruder mit.


Brandur:
"Wir sind Nekromanten", fauchte Brandur, w├Ąhrend Dunwin ihn in Spr├╝ngen und Drehungen durch die Gegend jagte, die einem T├Ąnzer zur Ehre gereicht h├Ątten. "Da ist es doch wohl logisch, dass ich meinen Geist mitbringe!" Sein K├Ârper war bereits klatschnass vor Schwei├č. Es war nicht nur die Anstrengung, sondern vor allem der Schmerz. `Du hast Recht, das darf nicht zu lange dauern! Wenn die Schmerzen zu stark werden, kann es sein, dass ich ohnm├Ąchtig werde. Lassen wir die Spielchen und machen Ernst. Lass mich beim n├Ąchsten Mal fallen, als ob er mich getroffen h├Ątte und rausche davon.`


Ansgar:
"Wir sind Nekromanten...", ├Ąffte Ansgar Brandur stinksauer nach. "Toll ich sehe aus wie ein Nadelkissen und verdammter almanischer, hirnloser Affe! Ein Duell betrifft zwei, da h├Ątte ich auch einen Ghul mitbringen k├Ânnen, na warte", knurrte Ansgar und schleuderte erneut ein Messer nach Brandur.


Dunwin:
Dunwin warf sich nicht zu Boden, denn das w├╝rde eine Zeitverz├Âgerung durch den Wurf bedeuten, er lie├č sich einfach schlichtweg nach hinten kippen und fing sich mit einem Seitensturz ab, der Brandur trotzdem bis auf die Knochen durchsch├╝ttelte. Aber immerhin besser als ein Messertreffer dachte Dun. `Hier liegen wir wieder....┬┤, ermahnte er Brandur.


Brandur:
Brandur w├Ąlzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Bauch. Ein Winseln drang zwischen seinen zusammengebissenen Z├Ąhnen hervor. Er konnte nur M├╝hsam einen Gedankenfetzen zustandebringen. `... den ... Wyvern!`


Dunwin:
`Du willst Dich jetzt verdr├╝cken? Das ist nicht Dein Ernst! Von mir aus┬┤, knurrte Dunwin, verlie├č Brandurs K├Ârper und nahm von den Wyvern Besitz.


Ansgar:
"Was ist los? Willst Du das Duell liegend f├╝hren Opa? Steh auf und stell Dich mir, Du wolltest das Duell, Du bekommst das Duell, dass Du verdient hast. Nur zu, zeig was Du kannst, stehen geh├Ârt doch sicher dazu Du Flachzange", zischte Ansgar.


Brandur:
Brandur blieb liegen. Selbst wenn er es gewollt h├Ątte, nach diesem Schlag gegen den R├╝cken konnte er nicht ohne Dunwins Hilfe aufstehen und der holte gerade den Drachen, um, wie er glaubte, die Flucht einzuleiten. Brandur st├╝tzte sich zitternd auf die Unterarme. `... damit angreifen!`


Dunwin:
Dunwin landete mit dem Wyvern im Hof neben Brandur. `Hier bin ich┬┤, teilte er seinem Bruder unn├Âtigerweise mit.


Brandur:
"Greif an!", br├╝llte er nun laut.


Dunwin:
Dunwin richtete sich zur vollen H├Âhe auf und schlug mit einem kn├Âchernen Fl├╝gel wie mit einem ausgef├╝hrten Handkantenschlag nach Ansgar. Er erwischte den anderen Nekromaten mit dem Fl├╝gelbug genau vor dem Brustkorb. Ansgar wurde von den F├╝├čen gerissen und schlug einige Meter weiter auf. St├Âhnend blieb er liegen.
Der Kopf den kn├Âchernen Drachen fuhr zu Brandur herum? "Beenden?", fragte Dun.


Brandur:
Brandur konnte nicht gleich antworten. Die Schmerzen waren enorm und er sp├╝rte seine Beine nicht mehr. Er versuchte, Dunwin mental etwas mitzuteilen, doch er konnte nicht und wertvolle Augenblicke verstrichen.


Dunwin:
Dun hockte sich neben Brand. "Ich hab ihn mit dem Fl├╝gelbug erwischt. Mit dem Dorn. Soll ich ihn t├Âten? Ja oder nein? Nick oder sch├╝ttel die R├╝be", sagte Dun.


Brandur:
Brandurs Blick verschwamm. "Willst du ... noch Ghul werden? Oder folgst du mir ... hin├╝ber?"


Ansgar:
Ansgar f├╝hlte sich nicht nur wie abgestochen, der Knochendrache hatte ihn voll erwischt und der Schlag wie auch der Aufschlag hatte seine Nerven paralysiert. Er ben├Âtigte einen Moment um wieder ganz zu sich zu kommen. Aber das machte die Sache nicht besser, da er kaum Luft bekam. Er presste sich eine Hand auf den Brustkorb und hob sie vors Gesicht. Er konnte es nicht genau erkennen, aber da seine Hand nass war, war klar dass er voll getroffen worden war. Den Eisengeruch der N├Ąsse kannte Ansgar, Blut. Jeder Nekro kannte hn.


Dunwin:
"Ich wollte kein Ghul werden, nur f├╝r ein paar Minuten, also was jetzt? Was willst Du tun? Er wird nicht ewig liegen bleiben, oder vielleicht doch.... Steh auf", sagte Dun etwas verzweifelt.


Brandur:
"Ich stehe nicht mehr auf", sagte Brandur. `Wir haben hier ... einen gesunden K├Ârper. Aimeric. Machtvoll. W├╝rde er dir gefallen?` Er musste husten. "Leg ... Ansgar ... neben mich."


Dunwin:
Dunwin nickte knapp. Der Knochendrache packte Ansgar und legte ihn neben Brandur ab. Ohne einen Ton zu sagen, musterte er die beiden.


Ansgar:
"Bring es einfach zuende Opa.... und dann gib meinem Sohn den Brief... den ich bei mir trage...", zischte er leise.


Brandur:
`Wir k├Ânnten ... Aimerics Seele ... ersetzen, Dunwin. Keiner merkt es. Du sprichst dann ... mit seiner Stimme. Viel Einfluss und viele Chancen ... f├╝r die Familie. Entscheide rasch. Die Zeit verrinnt.` Brandur betrachtete Ansgar. Seinen Neffen. "Wie f├╝hlst du dich? Ich hoffe so, wie du es verdienst!" Erneut hustete er und es war wie Stromschl├Ąge in seinem R├╝cken. "Welche Geh├Ąssigkeit steht darin? Darf ich es wissen?"


Ansgar:
"Du bist einfach so ein Versager, ich dachte Du bringst es schneller zu ende. Sicher, lies ihn bevor Du ihn abschickst", erkl├Ąrte Ansgar. Er griff mit seiner blutverschmierten Hand in seine Robe und riss sich eine Kette vom Hals und knallte sie Brandur auf den Brustkorb. Unter der hochgeschlossenen Robe hatte er die Kette getragen - eine Kette aus Messing.


Brandur:
Brandur tastete mit zitternden Fingern danach. Er betrachtete sie und erkannte, was er da hielt. "Klinge schl├Ągt ... Magie? Sollte das deine Botschaft sein? Eine ... Verweigerung der Gabe? Du wolltest das ... das magische Duell. Nicht den Degen. Nicht ... h├Âflich. Ich sterbe, Ansgar, mit dir. Lass mich ... den Brief ..."


Ansgar:
"Ich wollte gar nichts. Ihr wolltet meinen Tod, heute habt Ihr ihn bekommen. Die Kette sollte verhindern, dass ich mich im schlimmsten Fall umentscheiden kann. Lies ihn, macht Euch ein letztes Mal ├╝ber mich lustig und dann beende es", sagte Ansgar. Er tastete nach dem Brief und reichte ihm Brandur.


Brandur:
"Dunwin, ich brauche Licht ... leuchte."


Dunwin:
Dunwin verlie├č den Knochendrachen und stellte sich ganz dicht neben Brandur so dass er lesen konnte


Ansgar:
Brief von Ansgar an Wolfi:

Lieber Wolfi,

sobald Du diesen Brief in H├Ąnden h├Ąltst, verweile ich bereits im Nexus.
Sie wollten mir kein Leben schenken, sie wollten es mir nehmen.
Seit meiner Geburt trachteten sie mir stets nach dem Leben.
Heute haben sie es erhalten.

Ich bin m├╝de Wolfi, verzeih mir. Weine nicht um mich, ich habe diesen Weg freiwillig gew├Ąhlt.
Man kann nichts t├Âten, was nie lebte. Ich war Ihre Totgeburt.
Es h├Ątte mich nicht geben sollen, aber meine Existenz brachte etwas Gutes hervor - Dich.
Du bedeutest mir alles Wolfi.

Das Chevalier-Lehen de Chouinard in Souvagne, Lehen Nummer 4, unterstellt dem Comte de la Cantillion vererbe ich Dir, ebenso den Titel Chevalier Anwolf de Chouinard. Eine Bitte Wolfi, k├╝mmere Dich um Anna und Dein zu erwartendes Geschwisterchen.

In Liebe

Dein Papa


Brandur:
Brandur faltete den Brief zusammen und gab ihn Ansgar zur├╝ck. Er atmete langsam aus, wie er es immer tat, wenn er seine Konzentration sammeln wollte. Er sammelte alles, was er noch hatte. Dunwin hatte ihm nicht geantwortet. Er w├╝rde ihm die Entscheidung abnehmen. `Dies ist mein letzter Befehl an dich. Fahre in Aimeric und blockiere seinen Herzmuskel. Er soll tot zusammenbrechen. Ich werde meine letzte Kraft daf├╝r verwenden, deine Seele in seinen K├Ârper einzuschmelzen. Es wird aussehen, als sei er kurz in einem Schw├Ącheanfall gest├╝rzt, doch wenn er wieder aufsteht, wird dies dein neuer K├Ârper sein. Du bist fortan der m├Ąchtigste Ghul, den Almanien je gesehen hat. Damit kannst du viel bewirken, ohne dass jemand davon wei├č, der es nicht soll. Sie werden glauben, du seist mit mir vergangen. Willst du Aimerics K├Ârper wieder verlassen und mir in den Nexus folgen, musst du verhungern oder dich den Flammen ├╝bergeben. Ansgar schenke ich das Leben. Geh nun.` Brandurs Befehl waren nur Worte. Ihm fehlte die Kraft, Dunwin dazu zu zwingen, da er das, was noch vorhanden war, aufsparte, um den Geist in Aimerics K├Ârper zu binden.


Dunwin:
`Willst Du sterben? Kannst Du Dich nicht retten? Wenn Ansgar leben soll, soll er leben... Bruder... Du willst gehen?... bist Du sicher?...┬┤, fragte Dunwin.


Brandur:
Brandur l├Ąchelte. `Du hast mir das R├╝ckgrat gebrochen. Ich werde niemandem zur Last fallen als Kr├╝ppel. Als Aimeric kannst du ungesehen ├╝ber Ansgar wachen. Er wei├č nichts davon. Und Linhard ...` Eine Tr├Ąne bahnte sich den Weg aus Brandurs Augenwinkel. "Linhard!"


Dunwin:
Er beugte sich zu Brandur hinab, lass es ihn beenden, wenn ich umgezogen bin... er ist ein guter Junge... wir sehen uns wieder... ich liebe Dich Brandy...", erkl├Ąrte Dunwin und nahm von Aimeric Besitz.


Linhard:
Linhard schlich an Brandurs Seite und hockte sich neben seinen gef├Ąllten Vater und seinen Erzeuger. Er wusste nicht was er sagen sollte. Er nahm von Brandur die Hand und starrte ihn an. Er sagte kein Ton, er gab kein Schniefen von sich, auch wenn Tr├Ąnen seine Wangen hinab liefen. Er r├Ąusperte sich. "Keks Paps", fl├╝sterte er.


Brandur:
Brandur fokussierte all seinen Willen darauf, all seine magische Kraft, Dunwins Geist mit dem K├Ârper von Aimeric zu verschmelzen. Eine ├ähnliche Kraftanstrengung hatte er bislang nur bei seiner Pr├╝fung zum Hexenmeister abgelegt, nie wieder zuvor und nie danach. Seine eiskalte Hand krallte sich in die von Linhard. Sein K├Ârper verkrampfte sich bis zur H├╝fte vor Anstrengung, doch seine Beine r├╝hrten sich nicht.


Linhard:
Lin packte ihn und zog ihn hoch und hielt ihn fest. "Es ist alles gut... alles wird gut...", erkl├Ąrte Lin und k├╝sste nun seinerseits Brandur auf die Stirn.


Brandur:
Der Ausbruch von magischer Kraft verebbte. Brandurs K├Ârper wurde schlaff. Er lag da, den Kopf an die Schulter von Linhard gelehnt. W├╝rde sein Sohn ihn nicht halten, w├Ąre der alte Mann in sich zusammengesunken. Doch entgegen dessen, was er geplant hatte, lebte er noch. Die Anstrengung hatte sein Herz nicht so weit ├╝berlastet, dass es den Geist aufgegeben hatte. Unendlich langsam drehte er den Kopf hoch zu Linhard. "Ansgar ... soll leben. Er hat ... dies war das letzte Blut. Nicht er ... ich selbst war der Letzte, der den Alten Weg beschritt. Du musst mich t├Âten, mein Junge, mein liebes Kind. Ich ... du bist ... alles, was ich je ... nachdem ... "


Linhard:
Lin presste Brandur an sich. "Wenn Du mich je geliebt hast, rette ihn. Ich flehe Dich an Ansgar. Er rette Dein Leben, rette sein. Rette sein Leben wie Du Dave gerettet hast. Bitte... Du wolltest mich nicht... er wollte mich... rette ihn... bitte... bitte Papa rette Paps...", flehte Lin Ansgar an.


Ansgar:
Packte eine Hand von Brandur und hielt seine Seele in der Physis fest. "Nimm", keuchte er leise.


Linhard:
"Bei Ainuwar m├╝sst Ihr beiden erst fast sterben um zu leben? Nimm es an verdammt! Lass den Weg sterben, aber stirb nicht mit ihm, bitte Paps", flehte Lin Brandur an.


Brandur:
Brandur legte kaum merklich die Finger um Ansgars Hand. Er schloss die Augen. Mit einem Ohr h├Ârte er Linhards junges Herz schlagen. Er war sehr gl├╝cklich. Er folgte Linhards Wunsch und hielt Ansgars Hand.


Ansgar:
Ansgar tat einfach was er damals getan hatte. Er folgte keinem Zauber, keinem Spruch sondern teilte die Kraft der er zum Leben hatte einfach mit der Person die er ber├╝hrte. Ungefiltert, ohne jede Gedankenschranke, ohne etwas von seinen Gedanken zu verbergen oder etwas zur├╝ckzuhalten. Er f├╝hlte sich als w├╝rde er ausbluten, aber das tat er gerade eh... aber das war in Ordnung.


Aimeric:
Aimeric stie├č sich von der Mauer ab und lief einen Moment wie ein neugeborenes Flohen, da er sich erst noch an seinen K├Ârper gew├Âhnen musste. "Einen Heiler", bellte er und erschrank ├╝ber den fremden Klang seiner eigenen Stimme.

Es dauerte einen Moment bis der Haus- und Hofheiler samt seines Helfers unten im Hof angekommen war. Er musterte die beiden Gef├Ąllten. Er wandte sich umgehend Brandur zu, w├Ąhrend sein Helfer die Wunde von Ansgar untersuchte und behandelte.


Brandur:
Brandur sp├╝rte, wie seine Hand warm wurde. Nicht nur seine Hand, sondern sein ganzer Arm und sein K├Ârper. Ja, selbst seine Seele schien pl├Âtzlich warm zu werden, als w├╝rde er nicht bei Nacht im Winter in einem Hof liegen, sondern im Sommer auf einer Wiese. Er f├╝hlte sich leicht. Es gab nichts mehr, dass ihm Angst machte. Er l├Ąchelte. Er ├Âffnete die Augen und blickte seinen Kindern ins Gesicht. Und da war Aster, die ihn rief, Magdalene und schlie├člich Kunwolf. Wie hatte er sie alle vermisst! Sch├Ân war es hier. Brandur blickte genau in die Sonne. Als die Heiler eintrafen, hatte sein Herz aufgeh├Ârt zu schlagen.


Linhard:
Lin strich zuerst Brandur und dann Ansgar ├╝ber den Kopf. "Ihr schafft das, schafft das zusammen, na los", forderte er sie leise auf. "Du hast es versprochen, Du hast es Dave versprochen und Wolfi, und der alten Maghilia und Wolfram und Osmund, Du hast es allen versprochen Brandur. Du hast es mir versprochen und im Grunde auch Ansgar", fl├╝sterte Lin.

Der Heiler musterte Lin und sch├╝ttelte den Kopf.


Linhard:
Lin starrte Ansgar an. "Hol ihn zur├╝ck! Das kannst Du! Du hast es tausendfach mit anderen getan, hol ihn zur├╝ck! Bitte!", fl├╝sterte Linhard.


Ansgar:
"Pack... ihn auf... Eis... sp├Ąter... ich... hole ihn sp├Ąter... zur...├╝ck. Ver...sprochen", presste Ansgar hervor, w├Ąhrend sich der Heiler um ihn k├╝mmerte.


Chirag:
Chirag trat n├Ąher. Der ehemalige Chevalier sah zehn Jahre gealtert aus. Er wagte nicht, Linhard die Hand auf die Schulter zu legen aus Angst, auch ihn k├Ânnte das Ungl├╝ck treffen, dass er ├╝ber alle brachte, denen er sich n├Ąherte. "Ich ... w├╝rde gern `elfen", stammelte er.


Linhard:
Lin hockte in dem Hof wie vom Donner ger├╝hrt. Er wusste nicht was er tun sollte. Am liebsten w├Ąre er hier einfach hockten geblieben, als ihm Aimeric die Hand auf die Schulter legte. "Sei nicht traurig", fl├╝sterte Aimeric als die Heiler Ansgar in die Heilstube wegbrachten. Dort wo er nun ist, ist es nicht besser... aber auch nicht schlechter... nur anders.... v├Âllig anders... und Ansgar kann ihn zur├╝ckholen... nur werden wir jetzt reiten m├╝ssen nicht wahr?", erkl├Ąrte Aimeric. "Was geht Dich das eigentlich an h├Ą? Sch├Âner Schiedsrichter", knurrte Lin. "Dun Haru Mar Linhard", antwortete Aimeric. "Dun Haru Mar... Opa?", fragte Lin baff. "Ja...", grinste Aimeric und dr├╝ckte Lin an sich.


Aimeric:
Aimeric schaute Chirag an. "Komm her ich muss Dir etwas sagen Dupont", bat er.


Chirag:
Chirag trat unwillig an Aimeric heran. Seine Augen gl├Ąnzten feucht, doch er gestattete sich in der ├ľffentlichkeit keine Tr├Ąnen. Er sah ihn an und wartete.


Aimeric:
"Du hattest vorhin ein Gespr├Ąch mit Dunwin. Ich kann nicht geh├Ârt haben was er zu Dir sagte. Aber um zu erkl├Ąren, wer oder was ich bin - sagte ich Dir jetzt etwas. Danach wirst Du meinen Befehlen... unseren Befehlen gehorchten Chirag. Linhards und meinen. Wir m├╝ssen Brandur zur├╝ck nach Hause bringen. Der Satz lautet - Die Bande der Liebe und der Freundschaft werden mit dem Tod nicht durchschnitten. Dies ist die Satz der Wiedererkennung von Archibald von Dornburg, Jesper van Verling und Dunwin von Hohenfelde seit ungef├Ąhr 46 Jahren. Ich werde mit meinem Bruder sprechen, dass ich einen alten Freund der Familie heimbringen muss... meinen Bruder... Wie hei├čt mein Bruder? Wie hei├čt der Bruder von Aimeric de la Cantillion? Chirag? Ich bin es Dunwin... Brandurs letztes Geschenk... war dieser K├Ârper... und Ansgars Leben... er soll leben...", erkl├Ąrte Aimeric.


Linhard:
"Er m├Âchte nicht bestattet werden, er m├Âchte in der Nachtburg verbrannt werden. Das hat er mir so aufgetragen und so wird es ausgef├╝hrt... und danach... tja schaun wir mal... wie man so sagt. Keine Ahnung was wir nun tun sollen", erkl├Ąrte Lin geknickt.


Chirag:
Chirags Augen weiteten sich und noch bahnte sich doch eine Tr├Ąne einen Weg ├╝ber eine Wange. "Gaetano ... de la Cantillion. Ich ... es ist meine Schuld." Er kniete neben dem Leichnam nieder. "Ich `abe mich mit ihm angefreundet ... und das ist der Preis!" Er betrachtete das Gesicht des Toten. Brandur sah friedlich und gl├╝cklich aus. Chirag beneidete ihn. Doch ihm zu folgen kam nicht in Frage, nicht jetzt. Er hatte ihm etwas versprochen.


Aimeric:
"Ich werde Gaetano ausrichten, dass er sich um das Lehen bis zu meiner R├╝ckkehr k├╝mmern, soll da ich unseren Gast zur├╝ck nach Hause geleiten werde. Mit Dir. Du wirst unser Land verlassen. Ich bin gleich wieder da, sobald ich den Burschen gefunden habe. Wartet hier auf mich und bereitet meinen.... Bruder auf die Heimreise vor... ich... ich bin gleich wieder da", sagte Aimeric und verschwand in der Festung.


Chirag:
Chirag hob Brandurs Mantel und seinen Dreispitz von der steinernen Bank auf, wo er sie hatte hingelegt. Auch den Gehstock. Er trug alles zu der Stelle, an der Linhard bei dem Toten wachte. Daneben auf dem Boden war ein gro├čer roter Fleck, wo Ansgar gelegen hatte. "Das ge`├Ârt dir."


Linhard:
Linhard hockte sich neben Brandur und musterte ihn. "Er sieht gl├╝cklich aus, nicht wahr? Naja wenigstens einer von uns. Ich wei├č nicht wie wir das drehen sollen mit Aimeric, Archibald muss sich was einfallen lassen. Wobei, Aimeric ist einfach Aimeric... und im Stab oder? Letztendlich hat Papa doch Paps geholfen... ich verstehe es nicht", erkl├Ąrte Lin Chirag. "Ja Danke. Wo werdet Ihr danach hingehen? Ich meine Du und die anderen?", fragte Lin.


Chirag:
Chirag zuckte mit den Schultern. "Ich bin in`aftiert. Von ... Aimeric? Die Sachlage ist schwierig. Ich werde zun├Ąchst mit sur├╝ck zum Stab reisen und helfen dort Ordnung reinsubringen. Dir helfen. Danach k├╝mmere ich mich um die Verbannung meiner Familie. Jetzt aber bin ich erst einmal an deiner Seite."


Linhard:
"Danke f├╝r Deinen Beistand und Deine Hilfe Chirag. Ich werde Dir danach mit Deiner Familie helfen. Ansgar sagte es vorhin zu Brandur, es ist nur eine Frage der Zeit. Das ist es. Ich werde seinen Tod nicht ewig vor der Familie verheimlichen k├Ânnen. Sie werden mich nicht dulden, Dave w├╝rde - aber die anderen? Keine Ahnung. K├╝mmern wir uns erstmal um Brandurs Bestattung, danach sehen wir weiter. Ich muss ├╝berlegen was ich tun soll. Ich musste noch nie ├╝berlegen was ich tun soll. Naja irgendwann f├Ąngt man damit wohl an oder?", fragte Lin und wischte sich die Tr├Ąnen von den Wangen.


Chirag:
"Du bist sehr jung. Die Aufgabe ist gro├č f├╝r dich. Aber nicht umsonst `at Brandur dir Menschen genannt, die dir beistehen werden. Der Duc de Souvagne war erst siebzehn, als er den Thron des Landes besteigen musste. Eine vergleichbare B├╝rde, doch er regiert noch `eute. Du wirst es schaffen, diese Familie zu f├╝hren, trotz deines jungen Alters. Du bist nicht allein, du `ast `ilfe."


Linhard:
"W├Ąre ich er gewesen, h├Ątte ich mich in mein Schwert gest├╝rzt. Aber ich glaube seine Familie ist nicht ann├Ąhernd so eine Schlangegrube wie meine. Wobei ein Land zu f├╝hren, wohl noch etwas anderes ist als eine Familie, eine Sippe. Ich wei├č ja nicht wie der Mann zu seinen Eltern stand, aber vermutlich genauso gut wie ich zu meinen. Falls er sie soweit kannte wie ich meine. Ich kannte meine Eltern weitaus besser als manch andere Adlige das tun. Aber geliebt habe ich Paps, ich werde schauen wie weit ich das hinbekomme. Mehr kann ich nicht tun und mehr konnte der Duc sicher damals auch nicht tun. Au├čer heulen, die Welt verfluchen und die Schei├če trotzdem anpacken", erkl├Ąrte Lin und zog die Nase hoch.


Chirag:
Chirag reichte ihm ein Taschentuch. "Das ist, was ich seit 58 Jahren tue, Lin`ard. Die ganze Welt ist eine Schlangengrube. Sie werden dich akzeptieren. Daf├╝r sorgt der Stab. Es ist unsere Aufgabe, dir, Dunwins Erben, mit dem Schwert Ge`├Âr zu verschaffen, wenn dein Wort nicht reicht."


Linhard:
"Dankesch├Ân, keine Ahnung war es so ist. Du ziehst das Ungl├╝ck an und ich bin unsichtbar. Wieder einmal und ich habe keinen Vertrauten mehr. Wen hatte der Duc? Jeder der Dir einen Rat erteilt, meint es erstmal nur gut mit sich selbst. So wird es bei mir sein, so wird es bei ihm gewesen sein. Was hatte er getan? Was war sein L├Âsung? Wobei man sicher eine Staatsl├Âsung nicht ganz auf eine Familie anwenden kann. Ich werde trotzdem versuchen, Brandurs Versprechen einzul├Âsen, was Deine Familie angeht", antwortete Lin.


Chirag:
"Das hat Zeit. Jetzt k├╝mmern wir uns um dich. Meine Familie wurde ja schon vor ├╝ber einem Jahrzehnt verbannt, da kommt es auf die paar Wochen auch nicht an. Du `ast drei Vertraute, die Brandur dir nannte. Davard, Wolfram und mich. Er nannte sie dir, damit du wei├čt, wem du trauen kannst in diesem Urwald der Zweifel. Und ich denke, auch Aimeric wird `offentlich der Vernunft zug├Ąnglich sein trotz seiner ... Wandlung."


Linhard:
"Opa? ja doch, nat├╝rlich Opa. Wie alt ist Opa in diesem K├Ârper? Keine Ahnung 30? Das ist verr├╝ckt, keine Ahnung das ist doch verr├╝ckt. Dir, Dave und Wolfram. Nur Dave und Wolfram k├Ânnen mich nicht immer begleiten, Du mich schon... wenn Du willst hei├čt das. Inwieweit wird der Stab mir gehorchen? Ich kann mich allein nicht mit denen anlegen. Was ist wenn ich etwas befehle und sie gehorchen nicht? Vielleicht mache ich mir auch zuviele Gedanken. Vielleicht wird es auch anders als ich denke, hoffen wir es. Das mit dem heiraten vergessen wir besser mal f├╝r die n├Ąchsten Jahre. Eine Sorge reicht mir erstmal", erkl├Ąrte Lin und schaute hoch in den Nachthimmel.


Chirag:
"Ich wei├č nicht genau, wie alt Aimeric ist, Mitte zwanzig vielleicht. Oder drei├čig? Jung und gesund, wie es scheint. Wenn der Stab dir nicht ge`orcht - ihm werden sie es. Du allein kannst dich nicht mit dem Schl├Ągertrupp des Stabes anlegen, mit einem Damir oder einem Undorich. Die machen aus dir Katzenfutter. Aber du `ast inner`alb des Stabes M├Ąnner, die das durchaus k├Ânnen und f├╝r dich auch werden. Archibald wird Interesse daran `aben, sich um dich zu k├╝mmern. Er wird dein Wort durchsetzen, bis sie gelernt `aben, auch ohne ihn als Zwischeninstanz auf dich zu `├Âren. Ich werde das selbe tun. Und Dunwin, so er denn mit uns kommt. Ich bleibe bei dir, ich gab Brandur mein Wort. Ich bleibe so lange bis du mich selber fortschickst."


Linhard:
"Na da kannst Du lange warten. Ich hatte zwei Leute die mich mochten, die Zahl hat sich gerade auf Null reduziert. Wobei ich wieder zwei h├Ątte, wenn ich Dich so bezeichnen darf und Kasimir. Keine Ahnung was mit ihm los war, aber ich muss mit ihm reden. Und ihm sagen das Brandur tot ist. Das bin ich ihm schuldig. Wo bleibt Opa ├╝berhaupt? Hat der sich das zweite Mal umbringen lasseno der wo bleibt der Kerl? Der soll mir mal hier keine Panik machen. Ich kann da schlecht reingehen und nach ihm fragen. Das sieht etwas... anr├╝chig aus", lachte Linhard und musste zeitgleich heulen.


Chirag:
"Brandur war mein Freund", antwortete Chirag aufrichtig. "Er `at dich sehr geliebt. Wenn er ein Gl├Ąslein Wein getrunken `at, `at er die ganze Zeit von kaum etwas anderem geschwatzt als von dir und was du so tust. Zumindest, wenn es nicht um den Unmut betreffs der Gesellschaftsordnung in Naridien ging ... Ich bin dein Freund, Lin`ard. Aber ich werde etwas Abstand waren, nur zur Sicher`eit. Zu deinem eigenen Schutz." Er zupfte an dem Wappenrock. "Ich werde nach Aimeric schauen gehen." Er ging ins Innere des Anwesens und fragte einen der Bediensteten, ob sie Aimeric gesehen h├Ątten.


Aimeric:
Eine Dienerin deutete Chirag den Weg. "Der junge Herr ist in der Amtsstube, er sucht seine Papiere. Er hat wohl vergessen, wo er sie hingelegt hat", erkl├Ąrte sie freundlich und eilte weiter. Einen Moment sp├Ąter kam Chirag auf dem Gang Aimeric entgegen. "Hier bin ich wieder. Es hat leider etwas gedauert, da ich die Amtsstube nach meinen Papieren absuchen musste. Jetzt k├Ânnen wir abreisen. Mein Bruder ist informiert. Der Knochendrache wird uns nach Naridien geschickt. Also zu Linhard und wir nehmen Pferde aus dem Stall. Komm", erkl├Ąrte Aimeric und deutete in die passende Richtung. "Bei Euch alles soweit es geht gut da drau├čen? Ich h├Ątte nicht gedacht, dass mir der zweite Tod meines Bruder derma├čen nahegeht... ich wei├č nicht ob es richtig war ihn allein gehen zu lassen... ich versprach ihm etwas anderes... aber er bot mir dies hier an... ich fragte nicht... ich wollte eigentlich nur noch einmal in meinen alten K├Ârper schl├╝pfen.... das hier ist.... anders... besser... ungewohnt... aber sch├Ân... ich glaube Lin wird daran sehr zu knabbern haben...", erkl├Ąrte Aimeric mit Grabesstimme.


Chirag:
"Er wird froh sein, dass du nicht gemeinsam mit Brandur gegangen bist. Er `at gro├če Angst vor dem, was auf ihn zukommt. Zurecht. Er braucht uns. Dich. Archibald `at ein Auge auf ihn geworfen, das war eine von Brandurs gr├Â├čten Sorgen - dass er seinen Sohn zu einer Marionette macht. Archibald ist manipulativ, er k├Ânnte das ohne weiteres. Lin`ard ist momentan sehr unsicher und geschw├Ącht ... was `├Ątte er einem Archibald geistig entgegensusetzen? Ich werde ein Auge auf Lin`ard `aben. Es war der letzte Wunsch Brandurs an mich."


Aimeric:
Aimeric sch├╝ttelte den Kopf. "Ja, dass war vielleicht gar kein Geschenk an mich... ich habe auch keines verdient. Sondern ein letztes Geschenk an Lin, dass er nicht v├Âllig allein ist in einer Welt voller Verseuchter und Verwandter... Archibald... jaaa.... Archi ist manipulativ... dass ist er.... Allerdings hat Brandy nie verstanden warum. Wei├čt Du Arch dient mir sein einer Ewigkeit und so seltsam es klingt, er wollte Lin vor was auch immer besch├╝tzen, da er ihn f├╝r ein Restst├╝ck von mir h├Ąlt. Nun dass ist ja auch jeder Verwandte, ein St├╝ck von einem selbst. Ein Kind ist 50 Prozent, und ein Enkel 25 Prozent. Er m├Âchte Lin nicht in etwas verwandeln, er wollte ihn besch├╝tzen. Das m├Âchte Arch. Er m├Âchte auch mich nicht angehen, er wollte mich retten, vor meiner geistigen Umnachtung als Geist. Er wird Linhard besch├╝tzen, aber beraten werden wir ihn Chirag... das war Brandurs Wunsch... was folgen wird, muss sich erweisen. Aber Lin muss nach au├čen hin allein auftreten, auch wenn wir seine Berater sind. Denn er ist der Hohenfelde... wir sind es nicht... nicht mal mehr ich... ich hoffe Brandur ist bei seiner Familie... ich war dr├╝ben... allein... nun ich hatte ja auch niemanden da dr├╝ben... vielleicht findet er zur├╝ck zu jenen, von denen ich ihn auf diese bestialische Art und Weise getrennt habe... ich w├╝nsche es ihm... Lass und Lin und Brandur holen und von hier verschwinden Chirag", sagte Aimeric.


Chirag:
"Ich glaube, es war ein Geschenk an euch beide. Auch dich `at Brandur sehr geliebt. Er ist eigentlich ein Familienmensch. Als Frau `├Ątte man wohl Glucke zu ihm gesagt. Wenn man ihn denn gelassen `├Ątte. Du `ast Recht. Lin`ard ist der `ohenfelde. Darum wird er seinen Weg gehen. Welchen, das muss sich erweisen. Doch er wird ihn nicht allein beschreiten m├╝ssen." Chirag begleitete Aimeric auf den n├Ąchtlichen Hof, wo es nun still war.


Aimeric:
Aimeric zuckte die Schultern. "Unverdient geliebt hm? So wie Arch und so wie viele anderen in den meisten Augen von jenen die nicht verstehen. Manchmal hast Du ihm Unrecht getan. Nicht in allen Dingen, aber was die Zuneigung angeht. Seine Mutter hat ihn geboren Chirag, sie hat ihn weder in den Arm genommen, noch gehalten, noch jemals gestillt. Sie hat ihn geboren, er wurde abgenabelt - und damit abgenabelt von ihr und sie gab ihn weg. Direkt, sofort. Er kam zu einer Amme. Er kannte seine Mutter nicht als Mutter. Er kannte nur auf diese Art eine Person - seine Amme. Und als er 3 Jahre war, holte man ihn von dort weg. Und er lebte ein Leben das meinen nicht un├Ąhnlich war. Sie sind allein in ihren K├Âpfen, v├Âllig allein und sie beten die Effektivit├Ąt an. Wie sagt ihm seine Mutter immer? Verlass Dich auf andere und Du bist verlassen? Oder was sagte sie als er klein war und mit einem Messer spielte und ein Diener sich beschwerte. Soll er nur. Der Diener sagte er k├Ânne sich schneiden, seine Mutter erwiderte, dann wird er lernen besser aufzupassen... Er wird nicht geliebt Chirag, er ist in seinem Kopf immer allein und einsam und das hat ihn den Verstand gekostet. Nicht dass sie ihn weggab wie einen alten Schuh, sondern dass man ihn der Person entriss, die er zu lieben lernte. Der Rest ist daraus entstanden. Er f├╝llt die Leere in seinem Herzen mit Fleisch, andere mit Schokolade, andere wiederum mit S├╝├čigkeiten oder Drogen - manch eine Leere kann man aber nicht mit anderen Dingen stopfen. Weder er kann das, noch ich... ich habe es versucht. Aber mich hat mein Vater genauso wenig gesehen wie Brandur oder Kunwolf. Die beiden sah er nicht, er sah nur ihre Magie. Sie waren f├╝r ihn ebenso wertlos, weil er sich selbst f├╝r wertlos hielt. Das habe ich sp├Ąter erst begriffen. Nun ich hatte meine zweite Chance mit Brandur... und ich habe es versaut... wie ich alles versaue... ich h├Ątte ihm wenigstens sagen sollen... wie ich zu ihm stehe... ich sage solche Dinge immer nur, wenn die die es h├Âren sollen... nicht da sind... ", erkl├Ąrte Aimeric.


Chirag:
"Unverdient geliebt", wiederholte Chirag mit einem Nicken. "Und ich bleibe bei dieser Einsch├Ątzung. Auch nach deiner Erkl├Ąrung. Du steckst wieder im Fleische. Und bist wieder ganz der Alte, wie es scheint. Ich wei├č noch nicht, ob mich das freuen oder ├Ąngstigen soll. Nachdem du zwei Chancen nicht nutztest, `ast du nun eine Dritte. Das ist schon fast uner`├Ârt und ich bin geneigt, mich wieder`olt ungerecht be`andelt zu f├╝hlen. Warum wird mir wieder`olt der Boden unter den F├╝├čen weggerissen und dir k├╝ssen die G├Âtter offenbar den Allerwertesten? Ich fand einen Freund und die Freundschaft w├Ąhrte wenige Wochen. Dann starb dieser. So wie meine Verlobte starb, nur zwei Tage nach meinem Antrag. Ich sollte Lin`ard nicht zu lange begleiten. Sonst steht seine Zukunft unter keinem guten Stern."


Aimeric:
"Ich wei├č es nicht, vielleicht weil letztendlich doch immer nur die Grausame siegt? Dein Freund und sein Vater.... Ich wei├č nicht ob es eine gute Idee ist... ihn direkt wieder allein zu lassen... aber das entscheide selbst... Chirag... Ich werde nicht ewig in diesem K├Ârper bleiben... auch er vergeht... und wie Du selbst sagtest... vielleicht war es ja auch ein Geschenk an mich... ich wei├č es nicht... unverdient... und dennoch erhalten... um wenigstens einmal etwas sinnvolles zu tun... vermute ich...", antwortete Aimeric und ging zur├╝ck zu Lin und Brandur. "Entschuldige, es hat etwas l├Ąnger gedauert... Ich suchte meine Papiere...", erkl├Ąrte Aimeric und strich Linhard ├╝ber die Haarstoppeln.


Linhard:
Linhard musterte Aimeric und Chirag, ehe er Brandur aufhob. "Wo sind die St├Ąlle? Haben die hier einen Geistmagier, der Dave bescheid sagen kann? Der hat doch so einen Greifen. Wenn wir durch das ganze Kriegsgebiet m├╝ssen mit den Pferden und Paps, das geht nicht. Wir m├╝ssen Dave erreichen. Einer eine Idee?", fragte Lin.


Chirag:
Chirag seufzte traurig. Er w├╝nschte sich ein Jahr Urlaub von dem Alptraum, der sein Leben war, dieser endlosen Aneinanderreihung des Ungl├╝cks und des Scheiterns. Als er erneut Brandurs Leiche sah, musste er so tun, als ob er die Nase ausschnaubte, w├Ąhrend er sich einen moment abwandte und stattdessen die Tr├Ąnen mit dem ├ärmel beiseitewischte. "Die de la Cantillions ... sind selbst Geistmagier. Aber sie scheinen nicht zugegen zu sein. ├ťber der Grenze kreisen die V├Âgel der `immelsaugen. Wenn wir deren Besitzer finden, `aben wir machtvolle Geistmagier, zu denen wir sprechen k├Ânnen."


Linhard:
Dann m├╝ssen wir zum Grenzwall, dort waren diese V├Âgel. Du musst mit einem Reden, stell Dich einfach unter einem anderen Namen vor Chirag. Oder Du Opa. Ich m├Âchte nicht mit Paps so lange reisen, bis er anf├Ąngt zu verfaulen. Das kann ich ihm nicht antun. Sind nachts auch Himmelsaugen unterwegs? Bestimmt oder? Der Wall war nicht weit. Kommt", sagte Lin und ging vor.


Chirag:
"Man `at sich meine sogenannte Fratze des Verr├Ąters leider gut eingepr├Ągt ... Aimeric wird sprechen m├╝ssen. Nachts sind jene `immelsaugen zugegen, welche mit Eulen kundschaften."


Linhard:
Linhard nickte zustimmend. "Dann musst Du reden Op... Aimeric", korrigierte sich Lin gleich. Falls er einen kaum ├Ąlteren Burschen Opa nennen w├╝rde, k├Ąme das sehr seltsam r├╝ber. Er hielt w├Ąhrend sie liefen Ausschau nach den besagten Magiern.


Chirag:
Chirag folgte ihnen und hoffte, dass es keinen gr├Â├čeren ├ärger an der Grenze geben w├╝rde, wenn man ihn sah.


Linhard:
Linhard ging auf den Wall zu und fragte nach dem derzeitig eingesetzen Himmelsauge. Einer der W├Ąchter deutete auf einen alten Mann der in der N├Ąhe auf dem Boden sa├č. Lin ging gemeinsam mit Chirag und Aimeric hin. "Hallo wir ben├Âtigen Ihre Hilfe", sagte er freundlich.


Chirag:
Der alte Mann erhob sich, als er den jungen Lehnsherren erkannte und verneigte sich. "Wie kann ich Euch behilflich sein, Comte?"


Aimeric:
Aimeric nickte zum Gru├če. "Wir ben├Âtigen dringen Kontakt zu einem Geistmagier in Naridien, genauer gesagt in Shohiro. Einer seiner Verwandten ist hier verstorben. Er m├Âchte ihn bitte abholen mit seinem Greif. K├Ânntet Ihr ihm dies ausrichten? Sein Name ist Davard von Hohenfelde", erkl├Ąrte Aimeric.


Chirag:
"Gibt es etwas Pers├Ânliches, dass Davard von ..." Der alte Mann entdeckte den Toten. Damit hatte sich die Frage nach einem Objekt, welches zur Kontaktaufnahme dienen konnte, erledigt. "Verzeiht. D├╝rfte ich den Toten ber├╝hren oder einen Gegenstand, den dieser bei sich trug und der auch seinem Verwandten bekannt ist, um den Kontakt herzustellen?"


Linhard:
Linhard nickte zustimmend. "Ja nat├╝rlich", sagte er leise. Aimeric nickte ebenfalls. "Nur zu, wir sind Ihnen dankbar dass Sie uns helfen. Ausgerechnet in so einer schweren Stunde sind meine Eltern nicht da", erkl├Ąrte er.


Chirag:
Chirag reichte dem Mann Brandurs Dreispitz, den dieser entgegennahm und sich dann darauf konzentrierte. Er wiederholte gedanklich den Namen des Davard von Hohenfelde, ebenso die Attribute Naridien und Shohiro, w├Ąhrend er im Nexus nach ihm tastete. Als er eine passende Pr├Ąsenz fand, erkannte er einen Kollegen. Vorsichtig klopfte er in dessen Geist an. `Davard von Hohenfelde?`


Dave:
Dave ├Âffnete seinen Geist f├╝r die Botschaft, es war eine v├Âllig fremde Person, die nach ihm suchte. `Korrekt. Wer seid Ihr und worum geht es?┬┤, fragte er freundlich Retour.


Arthur Bertrand:
"Mein Name ist Arthur Bertrand, Geistmagier vom Orden der Himmelsaugen aus Souvagne, stationiert an der Grenze des Lehens Cantillion. Ich wurde beauftragt, Sie dar├╝ber in Kenntnis zu setzen, dass einer Ihrer Familienangeh├Ârigen heute hier verstorben ist. Mein Lehnsherr l├Ąsst ausrichten, sie m├Âgen bitte einen Greifen schicken, um den Toten in seine Heimat zu ├╝berf├╝hren."


Dave:
Dave musste sich Zuhause erstmal setzen. `Ich komme sofort. Wer genau ist verstorben? Einer der Cantillions? K├Ânnt Ihr mir dies bitte sagen? Und danke dass Ihr mich pers├Ânlich auf diesem Wege benachrichtigt habt┬┤, antwortete Dave.


Arthur:
Arthur ├Âffnete die Augen. "Herr von Hohenfelde erkundigt sich nach dem Namen des Verstorbenen."


Linhard:
"Brandur von Hohenfelde ist sein Name, sagt ihm, Linhard von Hohenfelde, Aimeric de la Cantillion und ein weiterer Gast m├╝ssten mitgenommen werden bitte", bat Linhard.


Arthur:
Arthur nickte und schloss die Augen erneut, um sich konzentrieren zu k├Ânnen. "Der Verstorbene ist Brandur von Hohenfelde. Dessen Angeh├Âriger bittet darum, auch die Personen Linhard von Hohenfelde, Aimeric de la Cantillion und einen weiteren Gast nach Naridien mitzunehmen."


Dave:
`Wir kommen umgehend, es kann allerdings einige Stunden dauern. Zum Anwesen der Cantillions? Ich reise per Greif an, ich hoffe das ist in Ordnung? Wie ich h├Ârte herrscht bei Euch Krieg┬┤, fragte Dave.


Arthur:
`Das Anwesen der de la Cantillions nahe der Grenze. Sie k├Ânnen per Greif anreisen, die Grenzposten werden ├╝ber ihre Ankunft in Kenntnis gesetzt. Bitte vergessen Sie nicht die notwendigen Dokumente, um sich auszuweisen."


Dave:
`Ja ich werde dran denken und alles einstecken. Vielen Dank nochmals. Beruhigen Sie mitte meinen Neffen und sagen Sie ihm bitte ich bin unterwegs┬┤, bat Dave.


Arthur:
`Ich werde es ausrichten.` Der Magier wandte sich an Linhard, von dem er vom Alter her vermutete, dass er der Neffe des Kollegen war, mit dem er gerade gesprochen hatte. "Ihr Onkel ist unterwegs. In wenigen Stunden ist er da."


Linhard:
"Dankesch├Ân. Danke f├╝r Ihre M├╝he... ich... Danke einfach", sagte Lin und ging wieder zur├╝ck Richtung Festung.


Aimeric:
Aimeric nickte knapp. "Von mir ebenfalls vielen Dank. Es nimmt ihn sehr mit uns alle. Aber ihn besonders. Sie standen sich sehr nahe, er war mehr als nur ein Vater f├╝r ihn. Weit aus mehr", erkl├Ąrte Aimeric und folgte Linhard.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Chirags Verbannung und Auftakt zum Duell [Chat rpg]

#3

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Di 27. Feb 2018, 07:10

Abholung




Dave:
Dave beendete die Verbindung zu dem fremdem Magier, der so freundlich war und ihn ├╝ber den Notfall seiner Familie informiert hatte. Als h├Ątten sie nicht schon genug Probleme, schlug der Schicksalsschlag nun dem Fass den Boden aus. Dave wusste nicht was er denken, geschweige denn f├╝hlen sollte. Zuerst war er w├╝tend auf Brandur gewesen, w├╝tend dar├╝ber dass er die Hochzeit auf diese Art und Weise gesprengt hatte. Dann hatte er ihn gef├╝rchtet, allein schon aufgrund Dunwins Beschw├Ârung. Einige Zeit sp├Ąter, als es irgendwie zu einem unausgesprochenen Waffenstillstand gekommen war, hatte er ihm misstraut. Und nach den Friedensverhandlungen sah er ihn mit anderen Augen, oder Brandur ihn - jedenfalls hatte Dave mit ihm gehofft. F├╝r sie beide, f├╝r die ganze Familie, sogar f├╝r die ganze Sippe und nun war ausgerecht der Mann tot.

Dave f├╝hlte irgendwie als w├Ąre ein Teil ihm ebenfalls gestorben. H├Ątte man ihm dies vor einem halben Jahr gesagt, oder am 15.09.202 h├Ątte er h├Âhnisch gelacht, wenn er dazu in der Lage gewesen w├Ąre, was er nicht wahr.

Jetzt f├╝hlte er sich wie vor den Kopf geschlagen. Gleichg├╝ltig wie sehr man sich in seiner Familie manchmal auch verabscheute, es versetzte einem dennoch einen Stich wenn einer ging. Und er hatte Brandur schon l├Ąngst nicht mehr verabscheut, er hatte in ihm die Chance gesehen, die Ansgar und er gemeinsam nicht hinbekommen hatten. Dave ├╝berlegte, wann er mit Brandur gesprochen hatte.

So lange war das gar nicht her, als er ihn um Hilfe bat und Brandur hatte zugesagt. Er hatte sein Wort gehalten, nun er w├╝rde seines ebenso halten und ihn nach Hause holen. Diesmal nicht in einen steinernen Sarg der zeitgleich Geburts-, Lebens- und Todesst├Ątte war, sondern nach Hause.

Dave betrat das Wohnzimmer, wo alle Geister versammelt waren und ihren Namensvettern gleich vor sich hin starrten. Der Magier breitete die H├Ąnde aus und atmete durch. "Leute ich habe eine sehr schlechte Nachricht, Brandur ist tot. Er ist gemeinsam mit Lin, Chirag und noch einer Person in die Souvagne gereist und dort ist er verstorben. Ich wurde von einem fremden Magier kontaktiert, dieser bat mich, Brandur nach Hause zu holen und das werde ich auch. Seine letzten Worte uns, mich... unsere Familie betreffend waren ehrlich und friedlich. Folglich werde ich ihn nicht zur├╝cklassen.

Es mag zwar nur wenig gute Traditionen in unserer Familie gegeben haben, aber eine besagte, dass es nur einem Hohenfelde zusteht - einen anderen Hohenfelde zu t├Âten. Und wir lassen niemanden zur├╝ck, nicht einmal im Tode. Ich werte das nicht als den alten Weg, sondern einen neuen Anfang. Er soll nicht in fremder Erde ruhen, sondern dort wo er sich wohl gef├╝hlt hat.

Das war vermutlich bei Wolfram im Tal, wo er wohnte. N├Ąheres wird Lin wissen. Da ich vier Leute zu transportieren habe, kann ich niemanden von Euch mitnehmen. Wolfi f├╝hre unsere Familie ins Herrenhaus, Du kennst die Mechanismen, Du kennst die Fallen, die Ausl├Âser zur Scharfmachung - die Bestie kennt sie nicht. Passt auf Euch auf. Ich reise umgehend ab, es geht nicht anders, ich muss unsere Leute nach Hause holen", erkl├Ąrte Dave.

Er k├╝sste zuerst Varmikan fest auf den Mund und dann Puschel, ehe er Wolfi und Pavo auf die Stirn k├╝sste. Dave holte aus der Schreibstube seine Papiere, ging nach drau├čen in den Hof und machte sich einige Minuten sp├Ąter mit Kariakin auf nach Souvagne.


Chirag:
Trotz der n├Ąchtlichen K├Ąlte warteten sie drau├čen auf die Ankunft von Davard mit dem Greifen. Chirag hatte darum gebeten. Jetzt in einem stillen Raum herumzusitzen wie in seinem eigenen Mausoleum, h├Ątte er nicht ertragen k├Ânnen. Hier drau├čen wehte der Wind, es raschelten die kahlen ├äste, man h├Ârte die Schreie der abgerichteten Eulen und K├Ąuze von der Grenze. Chirag starrte in den Sternenhimmel. Beide Monde waren zu sehen, nat├╝rlich. Der b├Âse, rote Daibos erstrahlte am Firmament, genau wie der wei├če Oril, dessen Reinheit er beschmutzte.

Chirag w├Ąre ein wolkenverhangener Himmel am liebsten gewesen, tiefschwarze Nacht ohne Monde, ohne Sterne. Der Hof war still, von den ├╝blichen Nachtger├Ąuschen abgesehen. Der kn├Âcherne Korpus des Wyvern, der Ansgar von den Beinen gefegt hatte, lag reglos da und w├╝rde sich nicht mehr erheben. Chirag sprach nicht mehr. Er blickte nur noch hinauf und wartete, dass man ihn fort holte von dem Ort, an dem Brandur gefallen war, fort aus dem Land, das nicht mehr das seine war, das ihn verstie├č wie eine Mutter ihren Sohn. Heute Nacht war mehr gestorben als nur der alte Hexenmeister. Auch in Chirag war etwas zerbrochen, das nie wieder heil werden w├╝rde.


Linhard:
Linhard hielt seinen Vater im Arm und wartete gemeinsam mit Aimeric und Chirag auf Daves Ankunft. Er wusste nicht, wie lange ein Greif ben├Âtigen w├╝rde, aber das war ihm gleichg├╝ltig. Er w├╝rde seinen Paps nicht auf der Erde liegen lassen, also hielt er ihn fest, ganz so als w├╝rde er noch leben.

Eigentlich hatten sie sich alles gesagt, was zu sagen war, aber Lin hoffte, dass er bei Brandurs Bestattung noch einmal die M├Âglichkeit erhalten w├╝rde mit ihm zu sprechen. Er wollte Osmund von Wigberg darum bitten. ├ähnlich wie Wolfram, war dieser eher geneigt anderen zuzuh├Âren und es friedlicher angehen zu lassen.

Vielleicht konnten sie ihn als einen der ersten aus der Familie f├╝r sich gewinnen, neben Dave. Denn Osmund hatte Brandur von der ersten Minute an bei den Verhandlungen unterst├╝tzt. Nicht allein wegen Brandur, sondern weil es ihm um die Sache ging.

Er sah es wie sein Paps, es waren schon genug Leute gestorben. Genug... genug, war das falsche Wort, genau einer zu viel. Und zwar die Person, der er als Einziger etwas bedeutet hatte, die ihn gesehen hatte.

Das hatte er ihm leider nicht gesagt. Lin wusste dass es kindisch und unsinnig war mit einem Toten zu reden. Mit seinen 18 Jahren hatte er durch seinen Vater Ansgar mehr Tote gesehen, als manch ein anderer jemals in seinem Leben sehen musste. Und durch Ansgar hatte er mit 18 Jahren schon mehr Leute get├Âtet, als vermutlich je ein normaler Mensch auf dem Kerbholz haben w├╝rde.

Die Normalzahl war eigentlich Null, er selbst hatte aufgeh├Ârt zu z├Ąhlen. Er war nur ein Werkzeug f├╝r ihn gewesen, wobei die meisten liebten ihre Werkzeuge - sie waren f├╝r sie n├╝tzlich. Er war f├╝r Ansgar weder das eine noch das andere. F├╝r Brandur war er einfach sein Sohn geworden, ohne Grund, ohne Hintergedanke, ohne etwas von ihm zu wollen. Im Gegenteil, er sollte nicht einmal mehr t├Âten m├╝ssen.

Hier in seinen letzten Atemz├╝gen hatte sein Paps Ansgar das Sehen beigebracht und er hatte sie verbunden. Lin wusste nicht ob er nun beide verloren hatte. Liebevoll zog der Brandurs Mantel enger um dessen K├Ârper. "Bevor Dave da ist, muss ich Dir noch etwas sagen. Dankesch├Ân f├╝r alles. Ich werde Deine Geschenke und Lehren in Erinnerung behalten Paps. Du hast mich dort abgeholt, wo die anderen mich einfach zur├╝ckgelassen haben. Auf einmal war da diese eine Person, die gar nicht wusste, wie sehr sie mein Leben ver├Ąndert hat - Du", fl├╝sterte Lin und k├╝sste seinen Paps auf die Stirn.


Chirag:
Chirag sah, wie Linhard trauerte. Er ging nicht zu ihm hin, es gab keinen Trost. Er lie├č ihn jedoch auch nicht allein. Nein, er w├╝rde sein Versprechen halten. Doch dazu fehlte ihm eine wichtige Zutat. "Mein Degen wurde mir abgenommen", erinnerte er leise Aimeric.


Aimeric:
Aimeric musterte Linhard und wie dieser mit Brandur umging. Er schien ihn gewaltig zu vermissen, aber Dunwin aka Aimeric konnten dies sehr gut verstehen. Ansgar hatte zwar behauptet niemals wie Alastair oder er werden zu wollen, aber letztendlich war er es geworden. Weshalb auch immer, fr├╝her hatte er angenommen, dass Magier und Normalos einfach nicht zusammen finden konnten.

Sein Bruder hatte ihm das Gegenteil bewiesen. Brandur war ein Magier, ein Nekromant, ein Verseuchter und Linhard ein Purie, ein nichtmagischer Bastard... mit oder ohne die gegenseitigen Beschimpfungen, ein Miteinander war m├Âglich. Ja sogar mehr noch, es war m├Âglich sich auch in dieser Familie zu lieben.

Alles was sie ben├Âtigt hatten, war mehr Mut als man ihn f├╝r jede Schlacht ben├Âtigt h├Ątte. Und den eisernen Willen dazu. Selbst Brandur und er hatten nach all den Jahren zusammen gefunden. Nach allem was sie sich gegenseitig ├╝ber all die Jahre unter Alastairs Herrschaft angetan hatten. Eigentlich hatte er Brandur versprochen, ihn auf die andere Seite zu begleiten.

Dun f├╝hlte sich schuldig, sein Wort gebrochen zu haben. Aber Brandur hatte ihm aufgetragen, diesen K├Ârper in Besitz zu nehmen. Er hatte mit letzter Kraft daf├╝r gek├Ąmpft um ihm dies zu erm├Âglichen. Auf der anderen Seite w├╝rden sie sich eines Tages wiedersehen und er w├╝rde ihn fragen weshalb.

Weshalb ein Geschenk des Lebens, wo er ihn damals einst in den Tod stie├č. Aber vielleicht war die Antwort so einfach, wie die darauf warum ihm hei├če Tr├Ąnen die Wangen herunter liefen. Er liebte seinen Bruder, gleichg├╝ltig dessen was Alastair ihnen eingepr├╝gelt hatte.

Er hatte damals um Brandur und Kunwolf geweint, er beweinte auch den zweiten Tod seines Bruder und er sch├Ąmte sich kein bisschen f├╝r seine Tr├Ąnen. Aimeric hockte sich dicht neben Linhard um ihn in der K├Ąlte zu w├Ąrmen. Er nahm Brandurs Gehstock und die anderen losen Dinge an sich um sie sicher zu verwahren und Linhard Zuhause auszuh├Ąndigen. Den Wyvern hatte er befohlen nachschicken zu lassen.

Auch wenn sich sein Knochenk├Ârper vermutlich nie wieder in die L├╝fte erhob, wollte Dunwin ihn als Erinnerung behalten. Dies war das erste Geschenk dass ihm Brandur in Freiheit gemacht hatte. Frei von Alastair und frei von Angst einander zu verzeihen und sich als Br├╝der zu lieben. Aimeric strich Lin ├╝ber die Glatze. "Wir m├╝ssen noch etwas ausharren. Falls Du Dich nach Ansgar erkundigen m├Âchtest... nur zu. Ansonsten kann ich nachfragen... wie Du magst...", bot Aim an. Er schaute hin├╝ber zu Chirag. "Ben├Âtigst Du noch etwas, solange wir hier vor Ort sind alter Freund?", fragte Aimeric.


Chirag:
"Meinen Degen, bitte. Wo werden wir `infliegen? `offentlich nicht ins Verborgene Tal? Wenn ja, bitte `elft mir, Damir, Holzi und Archibald und ihre unsensiblen Spr├╝che von Lin`ard fern zu `alten. Ich will sie alle nicht sehen, aber noch weniger soll Lin`ard sich mit ihnen rum├Ąrgern m├╝ssen. Sie sollen auf Abstand bleiben, au├čer `├Ârweite und am besten auch au├čer Sicht."


Aimeric:
"Ja nat├╝rlich, den werde ich holen, aber ich meinte jetzt noch an Papieren oder etwas ├Ąhnliches Chirag. Ja wir werden zuerst ins Tal zur├╝ckkehren. Dort ist vorrangig unser Zuhause. Ich w├╝rde ja das Herrenhaus benennen, aber es hat uns noch nie Gl├╝ck gebracht und ich m├Âchte nicht, dass Brandur neben Alastair liegen muss. Im Tal waren wir doch ein gutes Team. Auch wenn die einen oder anderen so da ihre Probleme hatten. Sie werden Brandur und Lin den Respekt zollen, der ihnen geb├╝hrt Chirag. Sie d├╝rfen sie schon sehen, aber niemand wird einen Spruch rei├čen, dass verspreche ich Dir. Ich werde Deine Waffe holen gehen", erkl├Ąrte Aimeric, dr├╝ckte Chirags Schulter und machte sich auf den Weg.


Linhard:
"Eigentlich war sein Zuhause die Nachtburg.Aber Wolfram hat Brandur aufgenommen und sich ├╝ber seinen Besuch gefreut. Auch wenn sie sich am Anfang etwas gek├Ąbbelt haben, wegen einem Missverst├Ąndnis, wenn einer neben uns Brandur einfach so von Herzen mochte, dann war es Wolfram Chirag. Und Marlo mochte ihn auch, da bin ich sicher. Ich finde sie sollten sich von ihm verabschieden d├╝rfen, bevor wir ihn in der Nachtburg Feuer bestatten. Ich m├Âchte dazu Osmund einladen. Meine Idee ist, dass er ihn beschw├Ârt und man seinem Geist, also seiner Seele selbst sagen kann, was man ihm noch sagen wollte. Jeder der sich verabschieden m├Âchte, soll das tun d├╝rfen. Ich denke dar├╝ber w├╝rde er sich auch freuen, meinst Du nicht?", fragte Lin und zog seinen eigenen Mantel enger um sich.


Chirag:
"Papiere? Ich w├╝sste nicht, welche. Alles von Interesse trage ich bei mir und es ist ung├╝ltig. Souvagne `at mich ausgespuckt wie ein l├Ąstiges `aar im Mund. Wenn einer von den Stablern auch nur ein falsches Wort sagt, wie damals bei meinem Arm, schlag ich ihn tot!" Unruhig wartete er darauf, dass Aimeric wiederkehrte und blickte hinauf in den sternklaren Himmel. "Ich werde mich zu deinem Vorschlag nicht ├Ąu├čern, Lin`ard, da es allein dein Vorrecht ist, so etwas zu entscheiden. Ich denke aber, du wirst wissen, was diesbez├╝glich Brandurs Wunsch gewesen ist."


Linhard:
Lin nickte knapp. "Niemand wird sich dazu ├Ąu├čern, weil wir es eigentlich niemandem sagen m├╝ssen. Und falls doch, unterstehen sie jetzt nicht mir? Sie werden doch durch das Geld der Familie bezahlt. Und ich werde als erstes allein mit Arch und Wolfram reden. Keiner wird Dir dumm kommen, dass schw├Âre ich Dir. Zu Paps, ich denke er hat nie viel Nettes in seinem Leben geh├Ârt. Wenigstens einmal soll er h├Âren, dass er nicht allen gleichg├╝ltig war. Und wenn es nur drei weitere Leute sind, die etwas Freundliches zu ihm sagen. Dave ganz sicher, Wolfi vielleicht und Wolfram und Kasi werden bestimmt auch was Liebes sagen. Da bin ich mir sicher. Jeder freut sich doch ├╝ber ein nettes Wort", sagte er leise.


Chirag:
"Da gebe ich dir Recht. Das `at er sich verdient. Ich `offe ... nein. Ich korrigiere mich. Ich `offte, dass Ansgar seinen Vorschlag wahr machen und ihn erneut ins Leben rufen w├╝rde. Doch wie es scheint, `ast du anderes im Sinne. Ich muss das akzeptieren. Und das werde ich. Nein, ich `abe keinen Wunsch mehr. Ich bin wunschlos ungl├╝cklich."


Linhard:
"Nun falls er dies w├╝nscht, kann er es uns doch selbst sagen als Seele. Dann verbrennen wir ihn nicht. Falls er aber w├╝nscht, dass sein K├Ârper verbrannt wird, dann tun wir genau das. Keine Spekulation, wir fragen den Betroffenen. Wie kam es ├╝berhaupt zu Deinem pemanenten Ungl├╝ck? Oder bist Du einfach nur tollpatschig? Ich m├Âchte Dich nicht kr├Ąnken ode so, sondern kennenlernen. Du hast gesagt Du bringst Ungl├╝ck, was bringe ich dann? Naja au├čer Kopfschmerzen wie Ansgar manchmal sagte, wohl nichts gutes", schmunzelte Lin um Chirag ein bisschen aufzumuntern w├Ąhrend der Wartezeit. Obwohl ihm selbst danach war einfach in die Nacht hinauszuschreien.


Chirag:
"Als ich geboren wurde, schob sich Daibos vor Oril. Ein Blutmond mit einer wei├čen Korona, der ganze Nacht`immel war wie von Blut ├╝bergossen. Die bei der Geburt anwesende Priesterin warnte meine Eltern, dass dies kein gutes Zeichen sei. Und sie sollte Recht be`alten. Meine Mutter starb bei meiner Geburt.

Sie `├Ârte einfach nicht mehr auf zu bluten. Ich war so rot wie Daibos, als ich ins Leben trat, von dem Blut meiner Mutter. Meine Amme er`ielt von meinem Vater den Auftrag, mich im Brunnen zu ertr├Ąnken. Er war erbost, au├čer sich vor Schmerz und `atte vermutlich auch Angst.

Doch als sie mich ├╝ber den Schacht `alten wollte, kam unerwartet eine Delegation von G├Ąsten auf den `of. Sie erwischten die Frau und mein Vater richtete sie an Ort und Stelle `in, damit er nicht in falschen Verdacht geriet. Er wagte lange Zeit keinen weiteren Mordversuch an mir. Mit meiner Geburt jedenfalls nahm alles seinen Anfang, das ganze Ungl├╝ck der de Duponts und aller, denen ich zu nahe kam.

Darum nimm es mir nicht ├╝bel, wenn ich distanziert bleiben werde. Es `at nichts damit zu tun, dass ich dich nicht sch├Ątze, sondern mit dem Gegenteil. Vielleicht sollte ich froh sein, dass Damir mir Margot ausgespannt `at. Es ist wahrscheinlich trotz allem besser f├╝r sie."


Linhard:
Lin starrte Chirag mit gro├čen Augen an. Er hatte das was Chirag ab und an scheinbar widerfuhr v├Âllig falsch eingesch├Ątzt. Er dachte da an kleine Missgeschicke, nicht an solche Schicksalsschl├Ąge. Gut bis auf seinen Arm, aber wer mit dem Schwert lebte, fiel auch meist durch das Schwert. Allerdings war Chirag bereits vor seiner Geburt mit Blut gezeichnet worden, einen Kontrakt geschlossen - in Blut. Aber wof├╝r, oder mit wem oder weshalb?

Nachbohren traute sich Linhard nicht, er wollte nicht in einer offenen Wunde bohren, wo der Mann bewusst R├╝cksicht auf ihn nahm. Er hielt sich fern um ihn zu sch├╝tzen, nicht um ihm zu schaden. Lin kannte sich leider mit solchen Dingen nicht aus, aber Magier taten das. "Was passiert hier, wenn man jemanden erwischt der ein Kind meuchelt? Was w├Ąre mit Deinem Vater geschehen Chirag?

Das mit Deiner Mutter tut mir von Herzen leid. Ich verstehe nichts von Zeichen und Omen und sowas. Aber Magier. Wir haben einige in der Familie, ich werde sie fragen was das bedeuten kann. Vielleicht gibt es davon eine Heilung. Ich kann nichts versprechen ja? Ich bin da Laie, weniger als Laie. Aber ich m├Âchte es f├╝r Dich versuchen", sagte Lin ehrlich.


Chirag:
"W├Ąre mein Vater bei einem seiner Mordversuche an mir erwischt worden, so w├Ąre er durch das Schwert des n├Ąchstbesten Adligen gerichtet worden. Ohne Ver`andlung. Aber je mehr er versuchte, mich loszuwerden, umso `eftiger das Ungl├╝ck, dass denjenigen traf, den er mit meiner Ermordnung beauftragt `atte. Nachdem einer meiner Br├╝der von einer losgel├Âsten Kutsche zerquetscht wurde, wagte er es nicht mehr und versuchte nur noch, mich in m├Âglichst weite Entfernung von der Familie zu bringen, am besten von ganz Souvagne. Schadensbegrenzung sozusagen. So kam ich nach Naridien, in Dunwins Stab." Er nickte, als Linhard ihm seinen Vorschlag unterbreitete. Innerlich war er jedoch vollkommen hoffnungslos, aber er wollte den jungen Mann nicht vor den Kopf sto├čen, der sich um ihn m├╝hte. "Das ist eine gute Idee. Wir k├Ânnen es zumindest einmal versuchen, mit einem Fachmann zu sprechen."


Linhard:
Kannte viele Todesarten, aber zerquetscht zu werden wie eine Wanze musste ungeheuer schmerzhaft sein. "Sein eigenes Kind so zu behandeln... ich werde mein Kind so behandeln, wie Brandur mich behandelt hat. Er hat es mir gezeigt, so werde ich es handhaben. Und ich werde mein Kind nach ihm benennen. Ich hoffe dass es noch klappt. Wir werden einfach fragen. Magier m├╝ssen sowas wissen. Oder vielleicht Priester. Die kennen sich auch mit sowas aus. Das hat sicher was mit den G├Âttern zu tun. Lebt Dein Vater noch? Und mal eine indiskrete Frage, hast Du Dich sp├Ąter je ger├Ącht an ihm?", fragte Lin und dr├╝ckte Brandur an sich.


Aimeric:
Aimeric kam aus dem Haus zur├╝ck und setzte sich zu den beiden dazu. Er h├Ąndigte Chirag seinen S├Ąbel aus und warf einen r├╝ckversichernden Blick auf Linhard. "Seid Ihr soweit in Ordnung?", fragte Aim.


Chirag:
"Man kann Brandur sicher einiges vorwerfen, aber nicht, dass er ein schlechter Vater war. Einen Vater wie ihn `├Ątte ich mir gew├╝nscht. Nein, ich nahm keine Rache - nicht absichtlich. Doch was mit meiner Familie geschah, `ast du ja ge`├Ârt. Man `at sie aus Souvagne `inausgejagt, in Schimpf und Schande, wom├Âglich in geteertem und gefedertem Zustand. Es ist gar nicht n├Âtig, dass ich mich an irgendwem r├Ąche, der mir B├Âses tut. Das erledigt sich von ganz allein. Derjenige, der mir den Arm so ruinierte, dass er abgenommen weredn musste, starb nur Minuten nach seiner Tat." Aimeric gesellte sich wieder zu ihnen und Chirag nahm den Degen entgegen. "Danke. Ja, alles ist so weit in Ordnung, wie es in Anbetracht der Umst├Ąnde in Ordnung sein kann."


Dave:
Der gro├če Greif landete im Hof neben dem kn├Âchernen Drachen. Dave stieg ab und gesellte sich zu der Gruppe. Kommentarlos hockte er sich neben Linhard und nahm seinen Neffen fest in die Arme. So verharrte er einen Moment und Lin erwiderte die Geste mit einem Arm, da er Brandur nicht loslassen wollte.

Dave schaute Brandur ins Gesicht. Der alte Mann wirkte zufrieden, geradezu gl├╝cklich, so wie er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Gut bei ihrer Familie war dies fr├╝her auch kaum m├Âglich, nun w├Ąre es das eventuell gewesen und Lin hatte ihn eventuell so kennenlernen d├╝rfen.

Dave streckte eine Hand nach Brandurs Gesicht aus, verharrte dann aber mitten in der Bewegung. Mit dem Handr├╝cken strich er Brand ├╝ber die Wange und kaute auf der Unterlippe. Lin dr├╝ckte seinen Kopf gegen den von Dave. "Er h├Ątte es verstanden", sagte Lin leise. "Das hat er", stimmte Dave zu und wischte sich ├╝ber die Augen. Lin wusste nicht, was er sagen sollte. Seinen Onkel so zu sehen, verursachte ihm erneut einen gewaltigen Klo├č in der Kehle.

"Er war anders als Ihr dachtet, er war... er wollte... doch nur frei sein. So wie Du. Ich wei├č wie man Dir die Fl├╝gel gebrochen hat, ihm vor langer Zeit ebenso. Bald wirst Du es verstehen, wenn ich Dir etwas in der Nachtburg zeige. Danach m├╝ssen wir es den Flammen ├╝bergeben. Damit schicken wir es hin├╝ber zu ihm... ja?", fl├╝sterte Lin liebevoll.
"Ja das machen wir, versprochen. Deine Fl├╝gel hat er geschient, ich hoffe sie wachsen wieder zusammen", schmunzelte Dave.

"Sind sie schon Dank Paps Pflege, aber ich hatte noch keine M├Âglichkeit sie zu entfalten und zu testen. Das machen wir in der Nachtburg, gemeinsam. Er sagte Du w├Ąrst einer meiner Vertrauten. Du, Chirag und Wolfram", erkl├Ąrte Lin.
"Das bin ich, ich h├Ątte ihm noch einige sch├Âne Jahre an unserer Seite gew├╝nscht. F├╝r uns alle. Wie ist das passiert?", hakte Dave nach.

"Ein Duell zwischen Paps und Papa - kurzum Brandur versus Ansgar... Paps schenkte Ansgar zum Schluss das Leben. Und Ansgar hat versucht ihn zu retten... Das Morden ist vorbei, er war das Familienoberhaupt, ich bin sein Sohn, Du geh├Ârst zu mir Davy... keine Rache, kein Morden, Frieden halten... bitte", sagte Linhard leise.
"Ich war auf Eurer Seite Lin und da bin ich immer noch. Was sollte ich r├Ąchen? Meine Hochzeit? Komm... er hat sich aufrichtig entschuldig. Er meinte es aufrichtig und er hat mir aufrichtig Hilfe zugesagt. Frieden Kleiner, ich pass auf Dich auf", stimmte Dave zu.

Er nahm Brandur hoch und trug ihn hin├╝ber zu Kariakin. Gemeinsam mit Linhard legte er Brandur auf den R├╝cken des gewaltigen Tieres.


Chirag:
Chirag hielt sich abseits, um den Augenblick nicht zu st├Âren. Er trat erst wieder n├Ąher, als sie sich daran machten, gemeinsam mit dem Toten auf den Greif zu steigen. Er folgte ihnen. "Es tut gut, euch einmal so zu sehen ... und nicht wie fr├╝her, als der `ohenfelde des `ohenfeldes schlimmster Feind war."


Dave:
"Danke Chirag, dass hast Du gut beschrieben. Was ist mit ihm?", fragte Dave. "Das ist Aimeric der ├Ąlteste Sohn von den Cantillions. Er wird uns begleiten. Sein Bruder hat hier solange das Sagen ├╝bernommen. Er war Schiedsrichter als es geschah. Wir sind zwar nicht lange hier, aber wir stehen uns trotzdem sehr nahe.

Seit dem Brandur kurz vor dem Tod stand, stehen wir uns sehr nahe. Er stand Ansgar und Paps bei. Und Paps sagte, wir sollen einander vertrauen. Seine Frau war auch eine Cantillion, wei├čt Du? Jedenfalls m├Âchte er uns begleiten und ich m├Âchte das auch. Drum kommt er mit", sagte Lin und setzte sich hinter Brandur auf den Greif um ihn festhalten zu k├Ânnen. Er wollte Dave nicht bel├╝gen. Aber das hatte er auch nicht wirklich. Er hatte die Wahrheit etwas umschrieben, damit der zarte Frieden den Brandur ges├Ąt hatte, keimen konnte und nicht gleich untergepfl├╝gt wurde. Aimeric nickte Dave freundlich zu und schwang sich ebenfalls auf den R├╝cken des Greif.

"Na von mir aus, ich hatte eh eine unbekannte Person eingeplant, dank des Magiers. Ja das stimmt, Brandur war mit seiner Tante verheiratet. Der Schwester von Massimo, Maurice und Melville. Seine Frau hie├č Magdalena", antwortete Dave und reichte Chirag die Hand um ihm beim Aufsteigen zu helfen.


Aimeric:
Aimeric musterte Dave. Seinem Sohn so nah und zeitgleich so fern zu sein, schmerzte ebenso. Aber auch hier hatte er Dank Brandur eine zweite Chance erhalten. Irgendwann w├╝rde er sich Dave zu erkennen geben, nachdem er mit ihm freundschaftlich umgegangen war. Vielleicht ihm beigestanden hatte. Irgendwie musste das alles einen h├Âheren Sinn ergeben, fand Dunwin aka Aimeric und schmunzelte seinen Bruder kurz an. Ja Brandur war wirklich der Kopf gewesen, obwohl er genauso viel Herz besa├č wie Kunwolf.


Chirag:
Chirag nickte Davard zu, als ihn dieser auf den R├╝cken des Greifen zog. Mit einem Arm war so etwas schwer und Chirag war niemand, der gern von sich aus um Hilfe bot. Darum war er dankbar, dass Davard ihm das abnahm. "Wo darf ich sitzen?"


Dave:
"Du sitzt direkt hinter mir. An der Halsbeuge liegt Brandur am sichersten, Lin folgt, dann Du und dann unser Gast. Kariakin ist gro├č genug, Ihr m├╝sst keine Angst haben. Sagt wenn Ihr bereit seid, dann brechen wir ins Tal auf", erkl├Ąrte Dave freundlich.


Chirag:
Chirag setzte sich an den ihm zugewiesenen Platz. Er konnte auf seinem Pferd reiten, so dass sein Gleichgewichtssinn gut ausgebildet war, dennoch war er froh, dass er zwischen zwei Personen sitzen konnte im Flug. Das bot ihm etwas innere Sicherheit. Die H├Âhe war ihm doch etwas zu viel.


Aimeric:
Aimeric wartete bis sich Chirag gem├╝tlich hingesetzt hatte und nahm dann hinter Dupont Platz. Aim hielt sich an Kariakin so fest, dass er auch Chirag damit sicherte. "Halte Dich doch an Dave fest. Er sichert sich und ich Dich. So wird es gehen. Ich bin abreisebereit, ich habe alle Papiere dabei. Keine Sorge wegen dem Knochendrachen, der wird Linhard nachgeschickt", sagte Aimeric freundlich. "Ich bin ebenfalls startklar und Paps ist es auch", sagte Lin. "Dann festhalten es geht los", sagte Kariakin. Der Greif nahm so vorsichtig wie m├Âglich Anlauf, sprang in die H├Âhe und schlug mit den Fl├╝geln. Entgegen seines sonstigen Starts flog er sanft in die H├Âhe, es dauerte zwar etwas l├Ąnger, aber so mussten sie keine Angst haben zu rutschen. Und Lin konnte problemlos Brandur festhalten.


Chirag:
Chirag folgte der Aufforderung und hielt sich mit seinem einen Arm an Dave fest. Er versuchte, ihn nicht mit seinem Stumpf zu ber├╝hren, da er wusste, dass dies f├╝r viele Leute unangenehm war. Die meisten ekelten sich ja schon allein vor dem Anblick. Der Start war erstaunlich sanft und einmal in der Luft gab es von der Sache her keinen Grund, in Panik zu verfallen. Dennoch zog Chirag es vor, nicht nach unten zu schauen, sondern auf Davards Nacken.


Dave:
Der gro├če Greif flog gem├Ąchlich und ziemlich ruhig dahin. Sie hatten schon genug mit ihren Gef├╝hlen zu k├Ąmpfen, da war es nicht angebracht sie durch unn├Âtige Eile noch zu ver├Ąngstigen. Dave schaute kurz ├╝ber die Schulter. "Es st├Ârt mich nicht, wenn Du mich ber├╝hrst Chirag. Lehn Dich an wenn Du m├Âchtest, dann sitzt Du sicherer. Ist alles gut. Ich werde Euch im Tal absetzen und Kasimir mitnehmen. Bahrt Brandur auf, wir kommen einen Tag darauf um gemeinsam Abschied zu nehmen. Dann fliegen wir ihn in die Nachtburg. Vorher ben├Âtige ich Kasimirs Hilfe", erkl├Ąrte Dave freundlich. "In Ordnung ich werde Wolfram bitten ihn in den Keller legen zu d├╝rfen, damit er da ruhen kann", stimmte Lin zu. Es dauerte einige Stunden, dann landete Kariakin im verborgenen Tal. Linhard stieg als erstes mit Dave ab und sie hoben Brandur vom Greif. Danach halfen sie Chirag vom R├╝cken von Kariakin.


Linhard:
"Danke das Du uns abgeholt hast. Kasimir ist in der Vorratsh├Âhle. Dort hinten. Einmal um das Haus herum, dann siehst Du sie schon. Ich werde mit den anderen reden", erkl├Ąrte Linhard, nahm Brandur wieder hoch und trug ihn ins Haus. Wortlos marschierte er an den anderen vorbei bis in den Keller, wo er Brandur vorsichtig ablegte und seine Sachen wieder ordentlich glatt strich.


Chirag:
Es geschah, was geschehen musste. Damir hatte geh├Ârt, dass der riesige Greif bei ihnen gelandet war und stand mit dem S├Ąbel in der Hand vor dem Eingang. Er trug nur eine Hose, die er sich hastig ├╝bergestriffen hatte, nicht mal Schuhe. Verst├Ąndnislos starrte er auf die kleine Prozession. Dann fragend in Chirags Richtung, der sch├╝ttelte den Kopf. "Geh schlafen", befahl er. "Sofort. Und `alt den Mund, ich will kein einziges Wort `├Âren!" Damir z├Âgerte noch. Er kannte Aimeric nicht, Archibald war verschwunden und der Anblick des Toten beunruhigte ihn.


Wolfram:
Der Kampfmagier starrte zuerst den Greif, dann die Personen und zum Schluss Brandur an.
"Du hast ihn geh├Ârt! Geh schlafen!", befahl Wolfram.

In einigem Abstand folgte er Linhard. Als dieser Brandur auf den Boden gebettet und dessen Kleidung gerichtet hatte, hockte sich Wolfram auf die andere Seite neben Brandur. Er versuchte sich einen Moment zusammenzurei├čen, aber dann umarmte er Brandur einfach und dr├╝ckte seine Stirn gegen seine.

"Marlo wollte Dich nicht gehen lassen. Er sagte es endet nie. Ich h├Ątte Dich nicht gehen lassen d├╝rfen f├╝r diesen dussligen Wisch mein Bester. Wieso bist Du nur gegangen? Du wusstest es doch, Du kennst sie doch... Ruhe in Frieden, ich werde Dich gewaltig vermissen. Deine st├Ąndigen Belehrungen, Deine miese Laune und warmen Seelenfarben, einfach alles. Du h├Ąttest einfach hier im Tal bleiben sollen Brand... Marlo hatte Recht. Die wollen sich nicht ├Ąndern, nur andere unter die Erde bringen. Du bleibst hier Lin", erkl├Ąrte Wolfram aufgel├Âst.

"Nein, Du missverstehst das lies meine Gedanken wie es geschah das er fiel. Aber lies nur bis da, sonst muss ich mich auch erinnern", bat Lin.

Wolfram verband sich mit Lin und las dessen Gedanken bis zu dem Punkt, wo es Linhard erlaubt hatte. Dann trennte er ihre Verbindung wieder. Er wischte sich mit dem Roben├Ąrmel ├╝ber die Augen und dr├╝ckte Brandur erneut.

"Ich habe es doch ganz zu Anfang gesagt, ich habe Dich direkt erkannt... Du wolltest es ja nicht glauben. Ich pass auf Deinen Sohn auf, geschworen", fl├╝sterte Wolfram Brandur zu.

Linhard hockte sich neben Wolf.

"Wir machen es besser. Wir fangen damit an. Du, Dave, Chirag und ich. Und Aimeric wird uns helfen. Wir lassen uns das nicht mehr gefallen, wir f├╝hren aus was Brandur uns lehrte. Ich f├╝hre es aus, mit Eurer Hilfe", sagte Lin tr├Âstete Wolfram.


Dave:
Dave ging in die Vorratsh├Âhle. "Kasimir? Bitte komm heraus und folge mir. Ich ben├Âtige Deine Hilfe. Archibald versteckt sich in unserem Haus. Befiehl ihm, dass er es verl├Ąsst. Ich erkl├Ąre Dir unterwegs warum. Brandur kann uns nicht mehr helfen, obwohl er es versprach... Er ist von uns gegangen. In meiner Familie sind zwei von uns geholt worden und ich verd├Ąchtige Arch. Bitte komm mit und hilf uns. Der Mann h├Ârt auf Dich. Mache es wenn nicht f├╝r mich f├╝r Brandur, als letzte Ehre. Du warst sein Leibdiener", bat Dave.


Aimeric:
Aimeric schaute Wolfram und Linhard hinterher, ehe er an Damir vorbei ging.
"Wo ist Archibald?", fragte er freundlich.


Kasimir:
Als Kasimir das h├Ârte, rauschte er heraus der Ecke, wo er ├╝ber Simon wachte. "Nein", schrie er. "Nein!" Er rannte an Davard vorbei, ohne ihn zu beachten, bis er die anderen im Keller gefunden hatte. Dort lag er, sein Meister, sein Herr, der ihn geschlagen und doch gerettet hatte. Kasimir, der sonst selbst als Seelenheiler Trost spendete, brach ├╝ber ihm zusammen und weinte auf seine kalte Brust.

Die Tr├Ąnen rannen, eiskalt, so wie alles an ihm war. Als der erste schlimme Schub vor├╝ber war, betrachtete er Brandur. Er konnte keinerlei ├Ąu├čerliche Verletzungen entdecken.

"Aber wie ..." Er sch├╝ttelte den Kopf. Die Information war momentan irrelevant. Die Ereignisse zu wiederholen, w├╝rde Linhard nur beunruhigen.
"Verzeiht, das hat Zeit", sagte er mit erstickter Stimme. Er hockte sich in Gebetshaltung und betete, immer wieder von Weinkr├Ąmpfen gesch├╝ttelt. Die Kraft, die er anderen sonst gegeben hatte - f├╝r sich selbst konnte er sie nicht aufbringen.


Damir:
Damir strich noch immer herum, anstatt ins Bett zu gehen. Wie sollte er schlafen, wenn er nicht wusste, was los war? Wo kam der riesen Greif her? Wer war der fremde Mann? Warum war Brandur tot? Drohte Gefahr? Als der Fremde an ihm vorbeikam und ihn fragte, wo Archibald war, zischte Damir nur feindselig.


Linhard:
"Das ist eine gute Idee, kannst Du ein Gebet laut f├╝r Paps sprechen? Ich kenne keine Gebete... zu meiner Schande. Bete f├╝r ihn wir beten mit Kasimir. Und Kasimir, m├Âchtest Du an meiner Seite bleiben, als mein Leibdiener?", fragte Lin leise. Er faltete die H├Ąnde und wartete auf ein Gebet. "Ein sch├Âner Gedanke", sagte Wolfram. Er faltete ebenfalls die H├Ąnde, schloss die Augen und neigte das Haupt zum Gebet.


Kasimir:
┬╗Herr, der du das Licht am Himmel des Tages und am Himmel der Nacht bist, du hast einen lieben Menschen zu dir genommen. Hilflos stehen wir dem Sterben unserer Lieben gegen├╝ber und es f├Ąllt uns schwer, deine Pl├Ąne zu begreifen und zu bejahen. Silberbl├╝tiger, du bist allen nahe, die zu dir rufen. Auch wir rufen zu dir aus Not und Leid. Lass uns nicht versinken in Mutlosigkeit und Verzweiflung, sondern tr├Âste uns durch deine Gegenwart. Gib uns die Kraft deiner Liebe, die st├Ąrker ist als der Tod. Wir bitten dich, Herr, dass wir alle, die mit ihm verbunden sind, jetzt auch, gerade wegen seines Todes, tiefer miteinander verbunden sein. Und hier auf Erden m├Âgen wir gemeinsam in Frieden den Wert der Liebe erkennen, die uns alle eint. So sei es.┬ź


Linhard:
Zutiefst ergriffen und ger├╝hrt betete Linhard lautlos die Worte Kasimirs mit. Sie waren nicht nur an einen Gott gerichtet, sondern auch an sie selbst, denn sie wiederholten auf liebevolle und eindringliche Weise genau Brandurs Wunsch.

"So sei es", fl├╝sterte er und k├╝sste seinen Vater.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#4

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mi 28. Feb 2018, 06:25

Totenwache




Linhard:
Lin musterte Kasimir. "Du warst sein Leibdiener, Paps hat gesagt wenn es mein Wunsch sein sollte w├╝rde ich Dich erben. Wie stehst Du dazu? Ich muss das von Dir wissen Kasimir und ich muss es sofort wissen. Vertraute zu haben ist sch├Ân und gut, aber ich m├Âchte sie auch bei mir haben. Ich m├Âchte sie an meiner Seite wissen. Dave wohnt bei sich, was logisch ist. Wolfram ebenso und ich hoffe wir k├Ânnen hier noch eine Weile bleiben. Aber wer bleibt an meiner Seite? Berater und Vertraute, die ich einmal im halben Jahr sehe, n├╝tzen mir nichts. Ich ben├Âtige Leute die da sind. Das klingt egoistisch, ich wei├č, aber ich habe lange genug in einer Gesichtslosen Masse gelebt. Also bleibst Du oder m├Âchtest Du gehen?", fragte Lin leise.


Kasimir:
Kasimir tupfte seine Augen mit einem gefalteten wei├čen Stofftaschentuch trocken. Seine Augen waren ger├Âtet. "Dass dies sein Wunsch sei, teilte Herr Brandur mir bereits zu Lebzeiten mit. Es war wohl einer der Gr├╝nde, warum er so harsch reagierte, wenn ich drohte, die Kontrolle zu verlieren. Danke, dass Ihr mich nicht versto├čt. Ich werde bei Euch bleiben, Herr Linhard. Und hoffe, dass es auch mein Sch├╝ler Archibald wird und unser baldiger Bisssohn Simon."


Linhard:
Lin nickte knapp und dr├╝ckte Kasimir dankbar die Schulter. Sein Paps hatte bereits daran gedacht, bevor er ihm gegen├╝ber ├╝berhaupt ein Wort dar├╝ber verloren hatte. "Wir m├╝ssen ihn zur Nachtburg bringen. Dort wollte er verbrannt werden. Das werden wir tun. Wir werden seinen letzten Wunsch respektieren. Ich m├Âchte aber das sein Geist beschworen wird. Er soll es uns selbst noch einmal sagen. Und jeder der ihn mochte, soll Abschied von ihm nehmen d├╝rfen.


Kasimir:
Kasimir nickte. "Die Nachtburg ist ein guter Ort, um seinen K├Ârper den Flammen zu ├╝bergeben. Was in Dunkelheit begann, wird in Licht enden. So muss es sein."


Linhard:
Lin nickte zustimmend. "So soll es nicht nur f├╝r Brandur enden, sondern f├╝r uns alle. Drei M├Ąnner verb├╝ndeten sich und stiegen in den Abgrund. Wir m├╝ssen die Sippe aus der Jauche ziehen, zur├╝ck ins Licht", antwortete Lin.



Marlo:
Ein riesiger Greif landete im Tal und Dave sprang von ihm ab und verschwand zur Vorratsh├Âhle. Marlo konnte nicht mal fragen was los war. So schnell war Dave weg. Damir war aufgescheucht durch den Greif, aber Wolfram scheuchte ihn davon. Chirag und Linhard gingen ins Haus und Wolfram folgte ihnen. Linhard hatte jemand getragen, aber Marlo hatte Dave mit den Blick verfolgt. Marlo war total verwirrt. Er wusste nicht was los war. Kasimir rannte an ihm vorbei und st├╝rmte weinend in das Haus. Marlo bekam ein ganz mieses Gef├╝hl. Er hatte Angst. Ganz vorsichtig ber├╝hrte er die Gedanken von Wolfram. Sein Mann war mit den Nerven fertig. W├Âlfchens Seele hatte gewaltige Schmerzen. Marlo rannte so schnell er konnte ins Haus zu seinen Mann. Er bremste und blieb angewurzelt stehen. Brandur lag auf dem Boden. Er war tot. Marlo trat ganz langsam neben Wolfram und fiel auf seine Knie. Marlo nahm Wolfram in den Arm und streichelte ihn.

"Ich war so w├╝tend auf dich und Wolfram und hab rumgemotzt, weil ihr nach Souvagne reisen wolltet. Ich hatte doch nur Angst um euch. Warum bist du nur dahin gereist Brandur? Es tut mir leid. Ich hab dich zu diese Scheisse gehen lassen und jetzt bist du tot. Ich h├Ątte dich nicht gehen lassen d├╝rfen. Oder wir h├Ątten dich begleiten m├╝ssen. Ich hab gesagt es endet nie. Euer Krieg endet nie und ihr endet immer so. Immer, egal was euch die Leute sagen die euch lieben und besch├╝tzen wollen.

Ich hab dich geliebt und ich vermiss dich. W├Ąrst du noch am Leben h├Ąttest du jetzt gemeckert weil ich W├Âlfchen streichele. Dabei hast du daf├╝r gek├Ąmpft dass keiner mehr seine Gef├╝hle verstecken muss. Scheiss drauf was die Familie sagt, wenn die Scheisse schwatzt. Ihr habt von Ver├Ąnderung und Friede geschwatzt.

Ich dachte ihr gebt einen Scheiss drauf. Du hast zuviel drauf gegeben Brandur. Ich dachte vielleicht ist endlich Ruhe wenn Ansgar tot ist. Ich war so w├╝tend auf euch weil ihr die Reise nach Souvagne geplant habt mit dem Plan ihn zu stellen. Ich wollte euch die Meinung sagen und euch provozieren damit ihr nachdenkt. Ich dachte, dann bleibt ihr vielleicht hier. Oder wenn ihr zur├╝ck seid habt ihr die Schnauze voll vom Streit. Wir wollten die H├Âhle ausbauen. Und ich hatte vor noch ein kleines Haus f├╝r dich und dein Sohn zu bauen.

Nur f├╝r euch zwei oder sp├Ąter mit f├╝r seine Frau. Mein Plan war das Tal zu versch├Ânern. Mit Tiere und Haustiere, damit es ein kleiner Ort f├╝r uns alle wird. Ich dachte das hier wird unser Zuhause. Nicht nur von Wolf und mir, genauso von euch und von den anderen. Ich war ein Idiot damit zu drohen, euch zu verlassen, weil ich Angst um euch hatte. Ich wollte das keiner von euch geht. Und ich wollte das keiner von euch umkommt. Wenn du losziehst um wen zu erschlagen, dann kann es sein dass du erschlagen wirst.

Ich bin w├╝tend auf dich Brandur, weil du uns verlassen hast. Dabei wurde doch gerade alles gut. Ich hab mein Mann angeschnauzt wegen dir. Ich h├Ątte dich anschnauzen sollen, damit du hierbleibst!

Es tut mir leid dass ich mit dir gestritten hab Brandur.Ich will keinen Streit mit dir und ich verlasse dich und deine Familie nicht Brandur.

Ich bin w├╝tend und sehr traurig, dass du gegangen bist. Und ich war w├╝tend und entt├Ąuscht, weil ihr Ansgar jagen wolltet. Auf den h├Ąttet ihr einfach scheissen sollen. Lasst den doch einfach da wo der ist. Sowas musste passieren. Ich h├Ątte besser auf dich aufpassen m├╝ssen, ich war kein guter Kamerad. Ihr sollt nicht mehr so geh├Ąssig denken wie die anderen aus eure Familie. Ich folge euch weil ihr anders seid. Weil ihr besser seid. Darum waren wir doch alle hier. Und nun haben wir dich verloren Brandur. Egal was die anderen von mir denken, ich hab dich lieb."
Marlo dr├╝ckte Wolf fest an sich.


Wolfram:
Wolfram legte einen Arm um Marlo und lehnte sich an seinen Mann an. "Das hast Du sehr sch├Ân und liebevoll gesagt. ├ťber das eigene H├Ąuschen h├Ątte er sich sicher sehr gefreut. Und es spricht nichts dagegen, dass Ihr hier so lange bleibt wie Ihr m├Âchtet. Ich habe vorher auch die ganze Zeit alleine gelebt Lin. Ihr wart eine mehr als willkommene Abwechslung. Man gew├Âhnt sich schnell an gute Dinge, wie nette Gesellschaft. Es w├╝rde mich freuen, wenn Ihr bleibt. Falls es nicht die Nachtburg sein muss, kann er auch hier beigesetzt werden. Sprich dort den Flammen ├╝bergeben werden und hier ruht er sicher. Ganz wie Ihr m├Âgt. Denn die Nachtburg ist ja an der Grenze zum Krieg oder?", warf Wolfram ein und musterte Kasimir.


Kasimir:
"Das m├╝sst Ihr entscheiden, Linhard", sagte Kasimir. Man h├Ârte ihm deutlich an, dass er es sich verkneifen musste, erneut zu weinen. "Man k├Ânnte seine Asche in eine Urne geben und diese mitnehmen in das Tal. Sie beisetzen oder an einen sch├Ânen Ort stellen."


Marlo:
"Weine ruhig er war dein Herr und Freund."


Kasimir:
Kasimir l├Ąchelte todungl├╝cklich. "Sp├Ąter. Es ist nun an der Zeit, sich um Linhard zu k├╝mmern. Ich bin sein Diener, ich kann nicht derjenige sein, der ihm Probleme macht, ich bin hier, um sie ihm abzunehmen und, wenn das nicht m├Âglich ist, sie ihm zu erleichtern. Sollen wir aufbrechen oder ben├Âtigt Ihr noch einige Zeit?"


Linhard:
Lin wischte sich ebenfalls die Augen trocken, auch wenn ihm immer wieder Tr├Ąnen die Wangen hinab liefen. Es lie├č sich nicht vermeiden, daf├╝r hatte ihm sein Paps zuviel bedeutet. "Ich werde ihn fragen, wo er bleiben m├Âchte. Ich wei├č nicht ob es dort sicher ist oder nicht. Also ich habe mir gedacht, dass Wolfram und Du Marlo mit in dem Stab aufgenommen werden k├Ânntet. Euch beiden kann ich vertrauen, ebenso Chirag. Und Kasi als meinem Leibdiener. Aimeric ist auch vertrauensw├╝rdig, er hat uns geholfen, wir sind ├╝ber Brandurs Frau miteinander verwandt", sagte Lin.


Marlo:
"wie weit ist es bis zur Nachtburg?"


Linhard:
"Schon ein ganzes St├╝ck. Wir sind damals mit dem Knochendrachen geflogen. Mal eine ganz bl├Âde Idee, kann man die Nachburg hierher versetzen ins Tal? Geht sowas? Kann man ein Haus abrei├čen und woanders neu aufbauen? Ich meine f├╝r sp├Ąter", dachte Lin laut nach.


Wolfram:
"M├Âglich ist sowas sicher, aber ich wei├č immer noch nicht wo sie genau steht. Kasi?", fragte der Magier.


Kasimir:
Kasimir ├╝berlegte laut. "Vielleicht mit gen├╝gend starken Erdmagiern?"
Auf Wolframs Frage erg├Ąnzte er: "Sie steht bei Trux."


Linhard:
"Ja vielleicht. Ich muss es mir ├╝berlegen, wo wir wohnen werden. Ich m├Âchte unsere Gruppe zusammenhalten, genau wie Wolfram. Wir sind doch ein Team und ich f├╝hle mich bei Euch genauso wohl. Paps fehlt mir, als h├Ątte man wir was ausgerissen, aber ganz m├Âchte ich nicht zerrissen werden. Ich bin sehr froh dass Du bleibst Kasi. Was wollte Dave von Dir?", fragte Lin und legte Brandur ein Kissen unter den Kopf.


Kasimir:
Kasimir war noch immer damit besch├Ąftigt, die st├Ąndig rinnenden Tr├Ąnen abzutupfen, obwohl er nicht mehr laut weinte. "Oh, ich ... ich habe es kaum geh├Ârt. Er meinte, Archibald h├Ątte zwei seiner Leute geholt, aber das kann nicht sein. Er irrt sich."


Wolfram:
Wolf keuchte kurz auf. "Archibald hat was? Zwei von der Familie erledigt? Wo ist er?", fragte Wolfram.


Linhard:
"Das h├Ątte Dave uns ganz sicher erz├Ąhlt, wenn zwei Leute aus der Familie tot w├Ąren", warf Linhard ein und deckte Brandur mit einer Tagesdecke zu. Irgendwie hoffte er klammheimlich, wenn er ihn einfach wie einen Schlafenden behandelte, dass er wieder aufwachen w├╝rde.


Chirag:
Chirag runzelte die Stirn. "Wie kommst du darauf, dass das nicht sein k├Ânne, Kasimir? Nat├╝rlich k├Ânnte das sein, sehr gut sogar! Ich kenne Archibald lang genug, um dir das best├Ątigen zu k├Ânnen. Das geht ganz fix."


Marlo:
Marlo schaut dem Junge zu was er da macht. Er nimmt ihn aber nicht weg. Das half ihm zu begreifen, dass sein Papa tot war. Bald wird er es richtig verstehen. Dann wenn er merkt, dassnichts ihn zzur├╝ck holt. Dann wird die Trauer am schlimmsten


Kasimir:
Kasimir sch├╝ttelte den Kopf. "Nein, er schwor, niemanden mehr umzubringen. Er w├╝rde mich nie bel├╝gen. Er macht einen Ausflug, um f├╝r sich zu sein, nachzudenken, seinen neuen K├Ârper kennenzulernen."


Linhard:
"Das geht ganz fix?", echote Lin baff. "Aber wieso.., wen sollte er denn holen? Wolfi... Als wir abgereist sind, hat er die ganze Zeit meinen Bruder angestarrt. Wolfi hat ihm nichts getan und ich habe ihn vor Arch gewarnt. Als wir zur├╝ck gefolgen waren von der Verhandlung. Wen soll er denn erledigt haben? Naja aber er ist ein ausgebildeter Schwertmeister, er k├Ânnte schon jemanden t├Âten Kasimir. So ist das nicht, ich kann das ebenso. Und habe es schon tun m├╝ssen", erkl├Ąrte Lin.


Kasimir:
Kasimirs Brauen zogen sich ein wenig zusammen. "F├╝r alle wird er immer nur die Bestie bleiben, selbst dann, wenn er sich ├Ąndert. Ihr gebt ihm ├╝berhaupt keine Chance, zu beweisen, was f├╝r ein wunderbarer Mensch in ihm steckt, verborgen unter einem Panzer aus Leid."


Marlo:
Marlo Mein Vater Alrik kennt ihn. Er hat eine hohe Meinung von seine F├Ąhigkeiten. Ich hab mit ihm gesprochen. Wir wollten unsere F├Ąhigkeiten messen. Er ist gut in seinen Job. Aber wenn er hier ist, kann er niemand umgebracht haben. Und wenn es Wolfi w├Ąre hatte Dave das gesagt."


Chirag:
Chirag sah Linhard an. "Wir sollten uns vergewissern ... wo ist Davard? Und wo ist Archibald? Damir m├╝sste es wissen!"


Linhard:
Lin musterte Kasimir nerv├Âs. "Die Chance w├╝rde ich ihm schon gerne geben, dazu muss er es aber auch zulassen und sich anpassen. Wir k├Ânnen ihm die Arbeit nicht abnehmen. Ich m├Âchte von ihm lernen und er soll mich anleiten und mich besch├╝tzen. Aimeric k├Ânnte er auch ausbilden. Aber er kann nicht wahllos Leute t├Âten. Er ist mein Mittelsmann zwischen uns und dem Stab. Wir m├╝ssen ihm vertrauen k├Ânnen. Damir soll bitte herkommen", bat Lin.


Kasimir:
Kasimir ging nach drau├čen und brachte den Rakshaner herein. "Die Herrschaften w├╝nschen zu erfahren, wo Archibald sich aufh├Ąlt", erkl├Ąrte Kasimir. Damir starrte ihn an. Dann den Toten, dann Dave, dann Aimeric. Er verstand nicht, was hier vor sich ging. "Archi? Na der wollte bald zur├╝ckkommen. Ich glaub, Holzi hat Zug gekriegt, der hat Nackenschmerzen. Ich brauch eine Kompresse oder so was."


Wolfram:
"Ich kam mit Archibald gut aus, aber das muss ja nichts bedeuten", fl├╝sterte Wolfram. Er knuffte Lin freundschaftlich und dr├╝ckte Marlo als Zeichen, dass er seinen Mann nicht vergessen hatte.


Marlo:
Marlo "Holzi interessiert hier kein Sau. Es geht um die Familie. Es geht darum ob Archibald wen grundlos umgepustet hat. Wir haben schon Brandur verloren. Wo ist der Schwertmeister."


Chirag:
Chirag musterte Marlo. Der Mann hatte Verstand und schien ein anst├Ąndiger Mann zu sein. Er fand den Gedanken gar nicht verkehrt, dass er Teil des Stabes werden sollte.


Linhard:
Lin verkniff sich ein Grinsen. Deutlicher konnte man es nicht auf den Punkt bringen. "Also wo ist Archibald?", fragte Lin.


Aimeric:
Aimeric setzte sich etwas abseits neben Brandur und schaute auf ihn herab. "So schwer kann die Antwort doch nicht sein. Sagt Eurem Vorgesetzten einfach, wo der Mann hin ist", bat Aimeric.


Damir:
Damir betrachtete Marlo erbost. "Wenn euch Holzi nicht interessiert, dann kann ich ja gleich gehen! Mich interessiert Holzi! Was wollt ihr eigentlich immer mit dem Archi? Und was ist hier ├╝berhaupt los? Ich habe keine Ahnung, wo er ist. Woher soll ich es wissen, bin ich Hellseher? Ich kann dir sagen, wo er nicht ist, n├Ąmlich im Haus oder in der Vorratskammer oder in der Sauna. Habe ihn schon ein paar Tage nicht gesehen."


Kasimir:
Kasimir nickte. "Ja, er ist schon einige Tage nicht da. Er verschwand kurz nach eurer Abreise."


Marlo:
Marlo l├Ąchelte Wolf dankbar an. Aber es sah durch die Trauer mehr gequ├Ąlt aus. Er packte fest die Hand von seinen Mann. "Brandur ist gestorben, mehr Respekt. Archibald word gesucht, DS er wen get├Âtet haben soll."


Linhard:
"Langsam jetzt! Zuerst gebe ich Marlo Recht. Etwas mehr Respekt vor meinem verstorbenen Vater klar?!? Und es geht nicht um Archi selbst, sondern darum wo er ist und was er getan haben soll. Was hat er Dir und diesem Holzi im Drachen gesagt? Es ging um meinen Bruder, was wollte er von ihm? Rede Damir, dass ist kein Spa├č. Tage lang weg? Der kann sonstwas angestellt haben!", st├Âhnte Linhard.


Dave:
Der Magier betrat leise den Keller musterte Brandur. "Rinelda und Tsounai aus unserer Gilde hat Archibald vermutlich geholt, sprich ermordet. Aber das m├╝ssen wir nicht ├╝ber meinem toten Onkel oder ├╝ber dem toten Vater von Lin diskutieren. Wenn dieser verdammte Spinner schon Tagelang weg ist, wird es die Bestie gewesen sein. Kasi hol ihn aus unserem Haus, vorher kann ich Brandur nicht mit Euch bestatten. Wir k├Ânnen schlecht auf eine Beerdingung gehen und Arch sorgt f├╝r weitere Opfer oder?", erkl├Ąrte Dave.


Damir:
"Nichts hat er gesagt", erwiderte Damir. "Er hat nur geguckt, das wird ja wohl erlaubt sein. Und wenn er was gesagt h├Ątte, w├╝rde ich es euch nicht sagen." Chirag erhob sich und Damir wich ein St├╝ck zur├╝ck. "WAS hat Archibald zu dir gesagt?" Damir blickte zur Seite. "Nichts, wirklich. Gar nichts." - "Sieh mich an!", befahl Chirag. In der Hierarchie des Stabs stand er mehrere Stufen ├╝ber Damir. Der Rakshaner blickte ihn an und wiederholte: "Nichts hat er gesagt." Chirag betrachtete eine Weile sein Gesicht dann nickte er.


Dave:
"Gar nichts? Auch nichts nonverbal? Wie fr├╝her mit dem Alten? Ich kann Dich auch auslesen, oder Wolfram oder Marlo, ich meine wir k├Ânnten es auch zur Dritt. Rein zur Sicherheit versteht sich. Also was wollte er von meinem Neffen? Damir da h├Ârt der Spa├č auf. Du geh├Ârst jetzt zu Linhard, folglich hast Du Wolfi zu besch├╝tzen. Also was will Arch von ihm?", fragte Dave grantig.


Damir:
Damir wollte Archibald nicht verraten. Aber wenn Chirag den Wunsch von Dave unterst├╝tzte, musste er sich wohl oder ├╝bel beugen. "Archibald kennzeichnete ihn ├╝ber einen Blick als Ziel. Aber ich find das unm├Âglich von dir, dass du Archibald verr├Ątst, Chirag!", blaffte er.


Linhard:
Lin stand auf und starrte Damir in die Augen. "Er verr├Ąt Arch nicht, sondern Archibald MICH! Kapierst Du das nicht Du Erbsenhirn??? Du bist mein Stabler, genauso Arch. Und der will meinen Bruder umbringen? Wie peift man ihn zur├╝ck? Antworte!", befahl Lin stinksauer.


Marlo:
Marlo passte auf das der Rakshaner kein Unsinn mit Moin machte. Daf├╝r hatten sie nicht verhandelt. Archibald durfte Wolfi nicht t├Âten.


Damir:
Damir drehte sich kurz zur T├╝r an, um zu sehen, ob Holzi hinzukam, um Linhard ma├čzuregeln, wie er mit ihm umsprang, aber der schlief tief und fest. Damir hatte ihn extra nicht geweckt, damit er seinen verspannten Nacken auskurieren konnte. Er sah Linhard wieder in die Augen. Linhard sah nicht das geringste Einf├╝hlungsverm├Âgen darin. Damir war im Stab zusammen mit Holzi der Mann f├╝rs Grobe und grob war auch sein Geist. "Man kann Archi nicht zur├╝ckpfeifen. Er ist der erste Mann im Stab. Der h├Ârt nur auf Dunwin und manchmal auf Kasimir."


Wolfram:
Wolf stand ebenfalls auf. "H├Âr zu, wie Linhard schon sagte, da h├Ârt der Spa├č auf. Wir haben verhandelt, damit unsere Familie zusammenfindet und nicht damit Arch einen von uns nach dem anderen holt. Und selbst wenn, Linhard hat nun das Sagen, also sag ihm wie man ihn zur├╝ckbeordert. Rufen k├Ânnen wir ihn nicht, er ist ein Vampir. Und warum Brandur zur Vorsicht mit ihm riet, ist nun mehr als klar", st├Âhnte Wolfram.


Damir:
Damir warf die H├Ąnde in die Luft. "Ich hab doch schon gesagt, gar nicht! Er h├Ârt nur auf Dunwin und Kasimir!"


Linhard:
Lins Blick zuckte sofort zu Kasimir. "Du musst ihm zur├╝ckpfeifen Kasi. Er darf Wolfi nichts antun. Flieg so schnell Du kannst und halte ihn auf! Oder mach was Vampire so tun, keine Ahnung", flehte Lin seinen Leibdiener an. Er schaute Damir mit der gleichen K├Ąlte an, mit der Dunwin einst jene bedachte, die gerade verschissen hatten. "Einmal Damir", sagte Lin leise. "Einmal ist geschenkt, geh zu Deinem Holzi", f├╝gte er an.


Damir:
Damir schnaubte leise und drehte sich langsam um. Noch w├Ąhrend er sich umdrehte, behielt er Linhard im Blick und wandte die Augen erst ganz am Ende ab. Schlecht gelaunt trottete er zur├╝ck in Margots Schlafzimmer, wo Holzi und Margot tief schlummerten. Er legte sich hin, doch er blieb wach und wachte. Ihm war das alles nicht geheuer.


Holzi:
Holzi schmatzte, kratzte sich, w├Ąlzte sich herum und schlief weiter


Linhard:
Lin packte Kasimir und sch├╝tteltte ihn durch. "KASIMIR! Verdammt h├Ârst Du mir zu?", fragte Lin total ├╝berdreht.


Kasimir:
Kasimir lie├č sich ohne Gegenwehr durchsch├╝tteln. Als Linhard damit fertig war, war ihm schwindlig. "Wie ... Ihr ... w├╝nscht ... Herr ...", sagte er benommen, verwandelte sich in eine wei├če Fledermaus und flatterte davon. Wo er zuvor gestanden hatte, lag nur noch der Haufen seiner Kleidung. Die Fledermaus schlingerte anfangs etwas, aber fing sich dann wieder und eilte auf dem schnellstm├Âglichen Weg nach Norden. Hoffentlich w├╝rde in der Zeit nicht genau Simon erwachen ...


Dave:
"Gut dann anders, schei├čen wir auf die Beseitigung von Herrn Dornburg... vorerst. Das dauert mir zu lange. Schirm mich ab Wolfram", bat Dave und lie├č sich in den Nexus fallen. `Anwolf h├Ârst Du mich? Ich bin zu Zeit im Tal. Es ist Fakt, Archibald jagt DICH. Ich wiederhole, er jagt Dich! H├╝te Dich vor ihm, vergiss das Herrenhaus verzieh Dich so schnell es geht zu Osmund!┬┤, befahl Dave mental.


Anwolf:
`Danke Davy, ich habs verstanden, wir verziehen uns direkt nach dr├╝ben. Ich f├╝hre sie einfach hin und sehe zu dass wir gut ankommen. Und das ich gut ankomme. Ich sage keinen Ton. Pass auf Dich auf, pass bloss auf Dich auf da... bis sp├Ąter┬┤, antwortete Wolfi mental und machte sich sofort auf den Weg.


Chirag:
Chirag beobachtete derweil angepannt, wie der Davard meditierte. Wolfram sicherte ihn, doch hier drohte momentan keine Gefahr. Damir sah nicht aus, als ob er gerade freiwillig etwas anderes tun wollte au├čer zur├╝ck ins Bett zu gehen.


Linhard:
Linhard drehte sich in Zeitlupe zu Dave, Marlo, Wolfram und Chirag um. "Betet dass er p├╝nktlich ankommt", flehte er leise.


Dave:
Dave kehrte in die Physis zur├╝ck. "Beim Abgrund, warum wartet dieser Kasimir nicht! Ich fliege zur├╝ck zu Wolfi. Du bleibst hier Lin, bei Wolfram und Chirag bist Du sicher. Ich komme mit Deinem Bruder wieder. Ganz sicher, bis sp├Ąter", sagte Dave. Er dr├╝ckte Lin liebevoll und wollte gehen, aber Lin hielt ihn noch einen Moment lang fest.


Chirag:
Chirag nickte. "Wollen wir es `offen. Es w├Ąre schade um das Kind. Was w├╝nscht Ihr nun zu unternehmen? Verbringen wir den Toten in die Nachtburg oder ben├Âtigt ihr noch eine Zeit der inneren Einkehr?"


Linhard:
"Halt Dich von ihm fern, versteck Dich mit Wolfi, aber tritt ihm nicht gegen├╝ber. Ich k├Ânnte mir nicht verzeihen, wenn Euch was passiert", sagte Lin leise und gab Dave frei.


Wolfram:
"Ich w├╝rde vorschlagen wir bringen Brandur zur Nachtburg und die anderen kommen dann nach. So ist er schon einmal dort, wo er gerne verbrannt werden wollte. Dave kann mit Wolfi dorthin kommen. Mit jenen die Abschied nehmen m├Âchten", schlug Wolfram vor


Dave:
"Alles klar, ich bin unterwegs, fang die Fledermaus irgendwie ab. Er schafft uns Arch vom Hals und ich komme mit Wolfi vielleicht auch noch wem anderes zur├╝ck. Passt auf Euch auf, bis sp├Ąter... ", sagte er. Bevor er verschwand warf er einen letzten Blick auf Brandur. Das was er nun vorhatte, was er erledigen musste, musste klappen. F├╝r ihr gemeinsames Ziel. Er durfte nicht versagen, sich verstecken, oder weglaufen. Im Gegenteil, er musste sich seiner Angst und seiner pers├Ânlichen Bestie stellen. Dave war kotzschlecht vor Angst, aber Brandur hatte sicher nicht weniger Angst gehabt, als er ihnen gegen├╝ber getreten war und ihnen seinen Geist und auch sein Herz ├Âffnete. `F├╝r Dich alter Mann und f├╝r alle die, die nach uns kommen werden... ┬┤, ├╝bermittelte Dave mental, auch wenn er wusste, dass Brandur ihn nicht mehr h├Âren konnte. Er drehte sich auf dem Absatz um, rannte zu Kariakin und binnen ein paar Minuten waren die beiden in der Luft. Der Greif flog so schnell er konnte Richtung Shohiro.


Chirag:
"Fort sind sie", raunte Chirag gedankenverloren. Damir war gegangen und mit ihm trotz seiner Marotten auch ein St├╝ck Vertrautheit. Davard, mit dem er ein dunkles Geheimnis teilte, ebenso. Chirag sp├╝rte, wie die Trauer sich schwer auf ihn legte. Er blieb aufrecht und zeigte sehr viel weniger, als er sp├╝rte. Doch er merkte, dass es langsam zu viel wurde. Er w├╝rde sich gern zur├╝ckziehen, doch Linhard hatte niemanden mehr. Auch Kasimir war fort. "W├╝nschen Sie, dass ich bei Ihnen bleibe?", fragte er.


Linhard:
Er schaute auf Brandur herab, ehe er Wolfram, Marlo und Chirag musterte. "Sehr gerne Chirag. Wolfram Chirag und ich ├╝bernehmen die erste Totenwache. L├Âst Du mich dann mit Deinem Mann ab?", bat Linhard. "Sicher mache ich das. Wann immer Du nicht mehr kannst, oder m├Âchtest, oder einfach einen Moment f├╝r Dich ben├Âtigst, weck mich einfach. Falls ich ├╝berhaupt schlafen kann. Du kannst jederzeit zu mir kommen Lin. Du ebenso Chirag. Danke f├╝r Deine Unterst├╝tzung und Deine taffen Worte. Bis sp├Ąter Ihr beiden", sagte Wolfram leise und verlie├č gemeinsam mit Marlo den Keller. Sie gingen jedoch nicht, ohne sich selbst noch einmal von Brandur still zu verabschieden.


Chirag:
"Einen Moment bitte", bat Chirag und ging kurz nach drau├čen. Er wusch sich das Gesicht an der eiskalten Pferdetr├Ąnke. Dann ging er zur Vorratskammer und kam anschlie├čend mit einem Korb zur├╝ck. "Ein kleiner Leichenschmaus, wie er Brandur sicher gefallen `├Ątte. Wenn Ihnen zum Essen sumute ist, nur zu. Es war eine lange, eine sehr lange Nacht." Er legte einen Holzteller auf ein Tuch und schnitt K├Ąsest├╝cken auf. Dazu bereitete er Birnenschnitze und halbierte Feigen, Waln├╝sse und Weintrauben. Zum Schluss schnenkte er ihnen die andere H├Ąlfte des Wei├čweines ein, den er mit Brandur zuletzt getrunken hatte. "Auf Ihr Wohl", sagte er und prostete in Richtung des Toten. "Sie sind su fr├╝h gegangen ... viel su fr├╝h ..." Erst jetzt, wo alle au├čer Linhard fort waren, brach die Trauer endg├╝ltig aus ihm heraus. Er weinte, w├Ąhrend er einen Schluck Wein trank. Er stellte das Glas wieder hin und nahm ein St├╝ck K├Ąse mit einem Spie├č. "Der `at ihm geschmeckt ... wir sollten etwas davon in die Flammen geben zur Beisetzung. Und etwas von dem Wein. Gute Reise, Brandur."


Linhard:
Lin nahm das Weinglas ebenfalls zur Hand. "Prost Paps, auf das Du dort gl├╝cklich bist, wo immer Du jetzt auch bist", sagte er mit einem wehm├╝tigen L├Ącheln. "Nun er hat mir beigebracht, was es hei├čt geliebt zu werden. Wie es sich anf├╝hlt gewollt zu sein, nicht nur akzeptiert oder geduldet. Und er hat mir beigebracht, dass man Essen auch genie├čen kann. Also wollen wir die Tradition in Ehren halten, auch wenn ich sonst keinen K├Ąse gegessen habe. Wir essen ein St├╝ck f├╝r ihn mit. Danke f├╝r das sch├Âne Gedeck Chirag. So h├Ąlt man es auch mit Briefen. Man schreibt sie und verbrennt sie, in der Hoffnung das sie dr├╝ben ankommen - auf der anderen Seite. Vielleicht funktioniert das mit Wein und K├Ąse auch. Allein die Absicht z├Ąhlt. Gute Reise Paps und Keks", sagte Lin und prostete Brandur liebevoll zu.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#5

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 2. M├Ąr 2018, 06:50

Wacht

Linhard sa├č bei seinem Vater, er hielt Wache sowie dessen Hand. Niemals zuvor in seinem Leben, hatte er sich so einsam gef├╝hlt.

Er war es seit Jahren gew├Âhnt gewesen, dass man ihn nicht sah. Zuerst war er w├╝tend gewesen, eine Zeit lang war er sogar verzweifelt, aber irgendwann hatte er sich mit dem Umstand abgefunden. Vielleicht hatte es Ansgar nicht einmal b├Âse gemeint, er wusste es einfach nicht besser.

M├Âglicherweise mochte oder liebte er ihn sogar, auf seine eigene Art und Weise, aber das machte es nicht besser, sondern schlimmer. So eine liebevolle und innige Beziehung wie zu Wolfi hatte Ansgar nie zu ihm aufgebaut.

Er war da, das war alles.
Manchmal war er n├╝tzlich.

Gr├Â├čtenteils war er allein. Allein mit seinen Gedanken, W├╝nschen und Sehns├╝chten, die weder jemanden interessierten noch von denen er jemanden erz├Ąhlen konnte.

Und dann war Brandur in sein Leben getreten.

Mit einem Schlag hatte sich sein komplettes Leben ver├Ąndert. Die Sonne ging das erste Mal in seinem trostlosen Abgrund auf und schickte erste w├Ąrmende Strahlen an jenen grauen und tristen Ort der sein geistiges Zuhause war.

Er wagte zu hoffen.
F├╝r seinen Paps, f├╝r sich, sogar f├╝r die ganze Familie.

Lin hatte einen Mentor, einen Freund aber vor allem einen liebenden Vater gefunden. Der Nekromant den einst alle f├╝r tot erkl├Ąrt hatten, der Mann der seine Kinder verlor nahm sich des Jungen an, den scheinbar niemand wollte. Das waren die von Hohenfelde, das war seine Familie.

Und nun lag jener Mann, der seit 6 Monaten sein Paps gewesen war, tot vor ihm. Die Familie hatte ihm den Vater genommen, den er ├╝ber alles liebte. Lin konnte und wollte es nicht begreifen.

Er f├╝hlte sich, als w├Ąre er zur├╝ck in den Abgrund aus Einsamkeit und Isolation gesto├čen worden. Mit dem einen Unterschied, dass er nun wusste, dass es ein Leben au├čerhalb des Abgrunds gab. Ein Wissen, das zeitgleich wie eine warme Decke tr├Âstete und wie ein Dolch im Herzen brannte.

F├╝r einen winzigen Moment ├╝berlegte er, ob er seinem Paps nicht einfach folgen sollte.
Zu verlieren hatte er nichts, nur zu gewinnen.
Aber damit w├╝rde er Brandurs Liebe verraten.

Die Tr├Ąnen brannten hei├č auf Linhards Wangen, w├Ąhrend er lautlos um den einzigen Menschen weinte, den er von ganzem Herzen liebte und dem er etwas bedeutet hatte.
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Re: Brandurs Tod

#6

Beitrag von Archibald von Dornburg » Sa 3. M├Ąr 2018, 23:01

Aimeric versus Archibald


Mitten in der Nacht machte es sich Archibald auf der h├Âlzernen Terrasse des kleinen Hauses im verborgenen Tal gem├╝tlich. Entspannt l├╝mmelte er sich in seinem Stuhl und betrachtete den n├Ąchtlichen Sternenhimmel.

"Na Du", gr├╝├čte ihn eine unbekannte Person und hockte sich zu ihm.
"Kennen wir uns?", fragte Arch lauernd.

"Ja... Bruder...", grinste Aimeric und z├╝ndete sich gen├╝sslich eine Rauchstange an.
"Bruder?!?" Du lehnst Dich verdammt weit aus dem Fenster... wer immer Du bist...", zischte Archi.

"Wer werde ich wohl sein?", lachte Aimeric leise.
"Ein lebensm├╝der, geistesgest├Ârter Irrer?", schlug Archibald vor.

"Dunwin!", schnauzte Aimeric.
"Was ist mit Dunwin? Und woher kennst Du ihn?", hakte Arch misstrauisch nach.

"Ich muss in ganzen S├Ątzen mit Dir reden... Einst kannte dieser K├Ârper Dunwin tats├Ąchlich. Dies war einst Aimeric de la Cantillion. Sohn von Melville de la Cantillion. Und Melville war der Bruder von Magdalena. Magdalena die Ehefrau von Brandur, meinem Bruder. W├Ąhrend des Duells auf der Scholle der Cantillions war Aimeric Schiedsrichter. Als Brandur gegen Ansgar k├Ąmpfte und fiel, befahl er mir in diesen K├Ârper zu fahren. Was ich tat. Und somit weile ich wieder unter den Lebenden, obwohl mein Bruder starb... sein letztes Geschenk an mich Archi", erkl├Ąrte Aimeric.
"Aber ja... dann kannst Du auch beweisen wer Du bist, korrekt?", fragte Archibald.

Aimeric musterte Archibald wehm├╝tig und nickte.
"Frag nur, frag was immer Du fragen magst Archi...", sagte Aimeric leise.

"Wann bin ich geboren?", fragte Arch.
"Am 25.11.141 bist Du geboren Arch", grinste Aim.

"Gl├╝ckstreffer, gut geraten. Wo?", bohrte Archibald weiter.
"Gl├╝ckstreffer?... In Shohiro", gab Aim zur├╝ck.

"War ja nicht sonderlich schwer, korrekt. Erh├Âhen wir mal die Schwierigkeit. Ich habe ein Hobby, welches?", fragte Arch.
"Du sammelst Spielzeug, Stofftiere, mechanisches, organisches Spielzeug...", antwortete Aimeric.

"Stimmt. Was geschah am 09.12.157? Was f├╝r ein Datum ist das?", fragte Arch, nahm sich eine von Aimerics Rauchstangen und z├╝ndete sie sich an.
"Du hast Deine Familie ausgel├Âscht, da Dein Vater herausgefunden hat, dass Du Spielzeug sammelst. Ich war dabei, Du hast mir Deine Sammlung gezeigt... das erste Mal in unserer Freundschaft...", fl├╝sterte Aimeric.

"Was habe ich Dir dort geschenkt?", wollte Archibald wissen.
"Eine Kette aus Rotgold, mit einem Taubenei gro├čen Rubin. Der Stein tr├Ągt den Namen, das Herz der Grausamkeit. Es war die Kette Deiner Mutter. Du hast ihr das Schmuckst├╝ck vom Halsstumpf gezogen, als Du sie enthauptet hast", wisperte Aimeric.

Archibald musterte seinen Gespr├Ąchspartner mit Argusaugen.

"Wie hie├č meine erste Sklavin? Und welchem Volk geh├Ârte sie an?", hakte Archibald nach.
"Tarul, es war eine kleine Arashi", beantwortete Aimeric die Frage.

"Wie hie├č mein pers├Ânlicher Hiwi aus Dunwins Stab? Wie hie├č der Fu├čsoldat? Und wie war sein Spitzname?", f├╝hrte Archibald sein Verh├Âr weiter.
"Dein Hiwi hie├č Kazar, aka die Narbenfresse. Das dusslige Schwein war oft Millimeter davor, von mir abgestochen zu werden. Wenn ich Dir was erlaubt habe, galt das f├╝r Dich von Dornburg. Du kannst Zugest├Ąndnisse nicht weiterreichen...", knurrte Aimeric.

"Richtig... absolut... richtig. Was esse ich am liebsten?", fragte Arch und blies Aimeric den Rauch ins Gesicht.
"Vierj├Ąhrige Kinder....", gab Aim grantig zur├╝ck, was Archibald schallend loslachen lie├č.

"Touche┬┤... Aimeric, Du bist gut informiert. Was geschah am 17.08.165?", fragte Arch lauernd.
"Am 17.08.165? Puh da muss ich ├╝berlegen...", gestand Aim.

"├ťberleg... ├╝berleg ganz genau... Aimeric", schnurrte Arch und l├Ąchelte.
"Droh mir nicht Archibald, ich wei├č was Dein L├Ącheln bedeutet... Ich komme nicht drauf... tut mir leid... Also was war dort?", seufzte Aimeric nach einigen Minuten des ├ťberlegens.

"Nichts...", lachte Archibald, w├Ąhrend Aimeric ihn giftig anfunkelte.
"Bei Dir wei├č man nie wo man dran ist von Dornburg!", murrte Aim.

"Wenn Du mein Bruder bist... sag mir unseren Satz ins Gesicht... ich glaube Dir, aber ich muss die Worte h├Âren... sag es!", befahl Arch schneidend.
"Die Bande der Liebe und der Freundschaft werden mit dem Tod nicht durchschnitten... Frau von Jesper", grinste Aimeric.

"Frau von Jesper... Du bist bekloppt... wobei... nein", antwortete Arch und schlug sich schlagartig ergriffen eine Hand vor den Mund, "er war es... ER! Du wurdest ja nur beschenkt, Du hast daf├╝r ja nichts getan. Das kannst Du ja nicht. Du wurdest durch ihn gesegnet, zur├╝ckgebracht... zu mir...".

"Ja Bruder... aber nenne mich bei meinen neuen Namen... und wir m├╝ssen uns kennenlernen... Du verstehst schon...", fl├╝sterte Aimeric.

"Ich verstehe gar nichts mehr...", gestand Arch und starrte mit Tr├Ąnen in den Augen erneut zu den Sternen auf, "Danke...".

Aimeric setzte sich mit seinem Stuhl ganz dicht neben Archibald und legte ihm einen Arm um die Schulter. Rauchend, schweigend und lautlos weinend starrten beide in den Nachthimmel.

Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit brach Archibald das Schweigen.
"Wie? Warum?", fragte er kaum h├Ârbar.

Aimeric kam dem Wunsch seines besten Freundes nach und erz├Ąhlte davon, wie sie die Versto├čung von Ansgar per Brief erhalten hatten. Wie sie nach Souvagne aufgebrochen waren und dass dort niemand anderes anwesend war auf der Scholle der Cantillions, als besagter Aimeric de la Cantillion.
Begleitet wurde Brandur nat├╝rlich von Linhard, ihm - Dunwin und Chirag.

Chirag erhielt an der Grenze Souvagnes erst einmal den Schock seines Lebens - wenn man von dem seiner Geburt absah.

Der Grenzposten teilte ihm mit, dass er kein de Dupont mehr sei, sondern dass seine Familie aufgrund Majest├Ątsbeleidigung aus Souvagne verbannt worden war. Das Wappen war gebrochen und aus der Heraldik entfernt worden. Die Burg der de Duponts war sogar geschliffen worden und die Familie wurde aus Souvagne gejagt wie Schwerverbrecher.

Der Grund hierf├╝r war das Geschenk dass, wie k├Ânnte es anders sein, Chirag dem Duc de Souvagne ├╝berreicht hatte. Es handelte sich um einen Barden der grauenvoller wohl nicht singen konnte. Der Gro├čherzog f├╝hlte sich aufs tiefste gekr├Ąnkt und beleidigt. Aus diesem Grund wurde die komplette Familie verbannt - und Chirag erfuhr davon erst an der Grenze.

Die erste H├╝rde war also damit, erst einmal Einlass in das Land zu bekommen. Brandur verlangte eine Amtsperson zu sprechen und hier erschien nun Comte Aimeric de la Cantillion. Nach einem l├Ąngeren Gespr├Ąch gelang es Brandur, diesen davon zu ├╝berzeugen sie erst einmal in seinem Haus anzuh├Âren.

Wie sich herausstellte, waren zwar alle anderen m├Ąnnlichen ├Ąlteren Verwandten von Aimeric nicht im Haus - daf├╝r aber Ansgar!

Brandur erkl├Ąrte Aimeric die Situation, aber leider wurde sie vor Ort nicht besser, sondern verwirrender. Ansgar war mittlerweile eingeb├╝rgerter Souvagner. Dies bedeutete, Verbrechen die er au├čerhalb Souvagnes beging, interessierten in Souvagne niemanden. Dort galt er als unbescholtener B├╝rger, auch wenn er dreimal t├Ąglich ├╝ber die Grenze lief und im Ausland Leute meuchelte. Ferner teilte Aimeric ihnen mit, w├╝rde die Souvagne Landsleute niemals an andere L├Ąnder ausliefern.

Der junge Comte forderte die Gruppe dazu auf mit Ansgar pers├Ânlich zu sprechen. Brandur stimmte dem zu, aber nicht ohne gleichzeitig einige Wachen zu ihrer Sicherheit zu verlangen. Aimeric kam dem Wunsch nach.

Und so kam es nach langer Zeit zu einem erneuten Treffen zwischen Brandur, Linhard, Chirag, ihm selbst und Ansgar.

Das Gespr├Ąch begann Feindseelig, wie sich jeder vorstellen konnte. Wechselte von der einen Seite auf die andere Seite, mal beschuldigte Ansgar und Brandur blieb die Ruhe in Person, dann wandte sich das Blatt und Ansgar lenkte ein, w├Ąhrend Brandur w├╝tend wurde und misstrauisch blieb.

Er selbst hatte sich mit Chirag dazu hinrei├čen lassen, Ansgar genau damit zu qu├Ąlen, was ihm einst angetan wurde, bis ihn Brandur, wohlberechtigt, zur Ruhe rief.

Brandur verlangte eine Antwort auf seine Frage, was Ansgar nun zu tun gedenke. Er wollte ganz sicher gehen, dass dieser seinem Linhard nicht mehr zu schaden gedachte.

Am Ende des Gespr├Ąchs hatte Ansgar sogar zugegeben nur noch seine Frau Fingard und Dave t├Âten zu wollen, da er sich von ihnen verraten f├╝hlte. Brandur erkl├Ąrte ihm in aller Ruhe, dass die beiden sich nur nicht an Ansgars Krieg beteiligt h├Ątten. So wie man Ansgar kannte, sah er die Sache f├╝r einen winzigen Moment ein, um einen weiteren Augenblick sp├Ąter erneut zu explodieren.

Letztendlich verlangte Brandur ein Duell um die Sache ein f├╝r alle male zu kl├Ąren. Das Duell wurde auf Mitternacht festgesetzt.

"Es war Mitternacht, wir warteten im stockdunklen Hof auf unseren Kontrahenten, aber er lie├č sich nicht blicken. Zuerst hatte ich die vage Hoffnung, dass er sich vielleicht wieder dr├╝cken w├╝rde. Das man am Morgen darauf doch noch einmal miteinander reden k├Ânnte.

Aber die Zeit des Redens war f├╝r Brandur schon lange vorbei...
Sie war nach dem Gespr├Ąch im Amtszimmer vorbei, nachdem er das Duell gefordert hatte. Ich denke er war genau wie ich des Redens einfach m├╝de geworden. Und das Misstrauen sa├č genauso tief bei ihm, wie bei mir. Er hatte wesentlich mehr zu verlieren als ich, aus dem Grund konnte ich gut zu weiteren Gespr├Ąchen aufrufen. F├╝r ihn stand das Leben von Linhard und sein eigenes auf dem Spiel. Niemand wei├č besser als wir wie es sich anf├╝hlt, in st├Ąndiger Bedrohung zu leben...

Das wusste Brandur, das wusste Ansgar, dass wusste ich... Linhard wusste es zum Gl├╝ck nicht. Jedenfalls wuchs er nicht unter permanenter Todesangst auf. Er kennt eine weitaus genauso schlimme Form der Grausamkeit, Isolation. Aber bis zum Eklat auf der Hochzeit kannte er seine eigene Familie nicht als t├Âdliche Bedrohung.

Und Brandur hatte wie immer Recht. Hatten wir nicht geschworen den alten Wegen zu entsagen?
Wie sollte er dann eine t├Âdliche Gefahr f├╝r sein Kind in der Welt belassen? Auch wenn diese Gefahr mein Kind war. Ich habe es letztendlich zerst├Ârt und zu dem gemacht was es ist - Linhards Peiniger.

Nie wieder soll einer der Unseren in permanenter Angst aufwachsen.
Nie wieder soll einer der Unseren sein eigenes Blut f├╝rchten m├╝ssen.

Also k├Ąmpften wir, so wie wir von Anfang an h├Ątten k├Ąmpfen m├╝ssen, Seite an Seite als Br├╝der!

Aber wir k├Ąmpften nicht nur Seite an Seite, sondern als eine Person. Als es im Kampf n├Âtig wurde, ergriff ich die Kontrolle ├╝ber Brandurs K├Ârper auf seinen Befehl hin. Zwei Seelen... ein K├Ârper... ein Ziel... Eins-Sein...

Nie waren wir uns n├Ąher als in diesem Moment...
Was wir mit diesem Zusammenhalt fr├╝her h├Ątten erreichen k├Ânnen wurde mir da erst in voller Tragweite bewusst. So h├Ątte es sein sollen, so h├Ątte es sein m├╝ssen und so w├╝rde es nach diesem Kampf f├╝r immer sein.

Ansgar griff uns mit Messern an und ich wich so gut es ging mit Brandurs geschundenen K├Ârper aus. Es sah nicht gut f├╝r uns aus, so befahl Brandur den Knochendrachen zu benutzen. Ich rammte Ansgar den Fl├╝gelbug des Knochendrachen mit brachialer Gewalt vor die Brust. Ausgef├╝hrt wie ein Handkantenschlag, nur mit dem Unterschied des Gewichtes dass dahinter steckte und dem Dorn, der auf dem Fl├╝gelbug prangt. Ich riss ihn von den Beinen und schleuderte ihn mehrere Meter zur├╝ck. Er hatte keinen Schutzzauber oder ├Ąhnliches auf sich gelegt...

Er blieb einfach liegen und r├╝hrte sich nicht mehr. Brandur lag ebenfalls auf dem Boden, f├╝r seinen K├Ârper waren die Strapazen des Kampfes zu viel. Zuerst vermutete ich eine List von Ansgar, aber es war keine.

Und auf einmal, urpl├Âtzlich, war es vorbei.

Brandur befahl mir, Ansgar neben sich abzulegen, was ich umgehend tat. Ansgar bat Brandur es zu beenden und danach den Brief an Wolfi abzuschicken den er bei sich trug. Vorher riss er sich eine Kette vom Hals, eine Kette aus Messing... er konnte keine Magie w├Ąhrend des Kampfes anwenden.
Er wollte sich bewusst von Brandur t├Âten lassen...

Brandur verlangte den Brief...
Der Brief...", erkl├Ąrte Aimeric und stockte.

"Was stand in dem Brief?", fragte Arch leise.

"In dem Brief stand:

Lieber Wolfi,

sobald Du diesen Brief in H├Ąnden h├Ąltst, verweile ich bereits im Nexus.
Sie wollten mir kein Leben schenken, sie wollten es mir nehmen.
Seit meiner Geburt trachteten sie mir stets nach dem Leben.
Heute haben sie es erhalten.

Ich bin m├╝de Wolfi, verzeih mir. Weine nicht um mich, ich habe diesen Weg freiwillig gew├Ąhlt.
Man kann nichts t├Âten, was nie lebte. Ich war Ihre Totgeburt.
Es h├Ątte mich nicht geben sollen, aber meine Existenz brachte etwas Gutes hervor - Dich.
Du bedeutest mir alles Wolfi.

Das Chevalier-Lehen de Chouinard in Souvagne, Lehen Nummer 4, unterstellt dem Comte de la Cantillion vererbe ich Dir, ebenso den Titel Chevalier Anwolf de Chouinard. Eine Bitte Wolfi, k├╝mmere Dich um Anna und Dein zu erwartendes Geschwisterchen.

In Liebe

Dein Papa


Vor dem Lesen bat Brandur um Licht, so verlie├č ich den Knochendrachen und beleuchtete mit meinem astralen K├Ârper den Brief, folglich las ich die Zeilen ebenso.

Ich wei├č nicht was wir erwartet hatten, Brandur vermutlich genauso wie ich einige letzte Zeilen des Hasses? Ein letzter Aufruf Linhard anzugehen oder seine H├Ąscher zu t├Âten?

Aber nichts davon stand in dem Brief, es war ein Brief von einem Vater an seinen geliebten Sohn. Ein Brief wie ich ihn selbst nie geschrieben hatte, weil ich mein ganzes Leben ├╝ber blind gewesen war. Blind vor Hass und vor Angst auf Alastair, aus Wut und aus Neid auf meine Br├╝der und ich lie├č es an jenen aus, die am wenigsten daf├╝r konnten. An jenen die ├╝berhaupt nichts f├╝r mein Leid konnten und ich benutzte Dich dazu Arch...

Brandur las die Zeilen und er verstand, dass Ansgar nur das war, was ich der Welt hinterlassen hatte. Er schenkte ihm das Leben.

Aber nicht nur ihm sondern auch mir...
Erneut...
Wieder einmal...

Niemand hat den Tod mehr verdient als ich...
Aber er schenkte mir das Leben...
Bot mir den K├Ârper Aimerics an...
Weshalb? Wieso? Warum? Ich wei├č es nicht...

In erster Linie um Linhard zu besch├╝tzen?
Um meine Schuld abzutragen?
Um etwas von meinen Verbrechen revidieren zu k├Ânnen?
Oder einfach nur weil Brandur mich ebenfalls liebte?

Warum auch immer, er tat es...
Er rettete mein Leben, w├Ąhrend er selbst starb...
Ich fuhr in diesen K├Ârper und er band mich daran...
Der m├Ąchtigste Ghul, so sagte er. Ich wei├č nicht was das bedeutet, ich wei├č nur, dass dieser Aimeric irgendwo noch in den Tiefen dieses K├Ârpers steckt. Es ist so... als m├╝sste ich ihn in einer Kammer gefangen halten... aber wenn ich mich auf ihn konzentriere, dann h├Âre ich ihn schreien...

Was scherte es Brandur?
Was schert es mich?

Nun er ist kein Hohenfelde...
Und er ist keiner von meiner Wahlfamilie...

Ich werde das Geschenk meines Bruders annehmen, achten und ich werde meine zweite Chance nutzen Archibald... Meine zweite Chance wird auch Deine sein... Du wirst an meiner Seite sein... im Guten diesmal.

Als Brandur und Ansgar nebeneinander lagen, flehte Lin Ansgar an Brandur zu retten...
Papa rette Paps...
Linhards Worte schn├╝rten mir die Kehle zu.

Und er tat es. Ansgar versuchte tats├Ąchlich Brandur zu retten...
Er reicht ihm die Hand und tat irgendwas magisches...
Brandur nahm die Hand.

Ich rief in dieser Gestalt nach dem Heiler, aber als er kam, war es bereits zu sp├Ąt.
Brandur war tot.

Brand hielt die Hand von seinem Enkel Ansgar und starb umgeben von Leuten die ihn liebten.
Seine letzte Order war, Ansgar soll leben und dies wird er auch...

Wir baten eines der Himmelsaugen um Hilfe, das sind Geistmagier, der Mann sollte Davard kontaktieren. Dave holte uns mit einem Greif ab.

Als Dave vor Brandur stand und versuchte zu verstehen, was er sah - sah ich in seine Augen.
Ich sah einen Abgrund aus Verzweiflung...
Ich sah ihn, so wie er eigentlich ist oder w├Ąre, wenn ich ihn nur gelassen h├Ątte...
Er sieht mir ├Ąhnlich... so verdammt ├Ąhnlich...
Und er hat um Brandur geweint...

Er darf nie erfahren, wer ich wirklich bin Archibald, denn ich werde es als Aimeric wieder gut machen. Jedenfalls ein klein wenig und dann wenn die Zeit reif ist, werde ich es ihm selbst sagen. Dann werde ich ihm verraten wer ich bin und was es mit diesem K├Ârper und meiner Maskerade auf sich hatte.

Vor langer Zeit sagte Dave einmal einen weisen Spruch - manchmal muss jemand sterben, damit ein anderer leben kann.

Wir h├Âren jetzt auf mit dem sterben und beginnen zu leben.
DAS ist meine Order, im Namen meines Bruders und Du wirst Lin und mir folgen", sagte Aim.

"Niemals zuvor habe ich mich so in einer Person get├Ąuscht wie in Brandur, er verdient meinen h├Âchsten Respekt und meinen Dank. Niemand aus Deiner Familie wird mehr sterben, ich folge Dir wie immer und ich weite meinen Schwur auf Linhard aus, Ominas Haere - Treue ├╝ber den Tod hinaus.

Ansgar schrieb weise Worte... es h├Ątte uns alle wohl nicht geben sollen. Wir sind alles Totgeburten Aim, unsere Eltern haben uns schon get├Âtet, bevor wir den ersten Atemzug nahmen. Und dies ├Ąndert sich auch nicht, wenn wir lebendes Fleisch fressen, wir bilden es uns nur f├╝r einige winzige Augenblicke ein, w├Ąhrend wir fressen. F├╝r den winzigen Moment des Gl├╝cks.

Aber wer w├Ąren wir, wenn wir so leicht aufgeben w├╝rden hm? Wir haben es bis hierher geschafft, dann schaffen wir auch noch den Rest des Weges. Gemeinsam, Seite an Seite, so wie es sich Dein Bruder w├╝nschte. Ich habe ihm Unrecht getan, denn wir beide k├Ąmpften f├╝r die gleiche Sache.

Noch ein Punkt, ich werde Dich versorgen, Du wei├čt was ein Ghul isst?", fragte Arch.
"Was isst ein Ghul?", hakte Aimeric nach und lehnte seinen Kopf gegen den von Archibald.
"Leichen... Menschenfleisch...", schmunzelte Arch, wischte Aimeric die Tr├Ąnen weg und k├╝sste ihn auf die Stirn.

"Menschenfleisch?", fragte Aimeric perplex.
"Menschenfleisch", best├Ątigte Archibald.
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Janko
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Re: Brandurs Tod

#7

Beitrag von Janko » So 4. M├Ąr 2018, 08:59

Er erfuhr von Dave, wohin Ansgar verschwunden war. Er erfuhr es ├╝ber einen Traum, in dem der Geistmagier zu ihm sprach und Janko hatte keine Zweifel, dass dies mehr als ein gew├Âhnliches Traumgesicht gewesen war. In einer Familie von Nekromanten zu dienen, machte einen erhaben ├╝ber derlei Zweifel.

F├╝r Janko stand au├čer Frage, was nun zu tun war. Ansgar war sein Leben lang von Dienern umsorgt worden und wer konnte wissen, was f├╝r Diener es im fernen Almanien gab? Die Menschen in diesem Land w├╝rden mit den Bed├╝rfnissen eines geb├╝rtigen Naridiers ├╝berfordert sein. Bei Ansgars erstem Schreianfall w├╝rden sie die Flucht ergreifen und ihn allein lassen, wenn er sie am dringendsten ben├Âtigte. Die qu├Ąlende Frage war nur, warum Ansgar ausgerechnet seinen Leibdiener nicht ins Exil mitgenommen hatte. Er w├╝rde es erfahren, in einem Monat, wenn alles gut kam.

Es war eine lange, eine sehr lange Reise. Janko durchquerte zu Pferd Naridien vom S├╝den bis zum Norden, indem er der Salzstra├če folgte. Er war derart langes Reiten nicht gewohnt und nach der ersten Woche konnte er sich kaum noch im Sattel halten. Er wechselte aus Verzweiflung in den Damensitz, was es zeitweilig etwas angenehmer machte. Dann ging er dazu ├╝ber, das Tier den Gro├čteil der Strecke am Z├╝gel zu f├╝hren. Bald waren seine F├╝├če voller Blasen. Am schwierigsten jedoch gestaltete es sich, ├╝berhaupt nach Almanien einzureisen, denn das Land befand sich noch immer im Kriegszustand. So war es wenig verwunderlich, dass der allein reisende und gut gekleidete Janko in der Hohen Mark zusammengeschlagen und bis auf die Unterw├Ąsche ausgeraubt wurde. Als er sich vom geforenen Boden aufrappelte, h├Ątte dies fast sein Ende bedeutet. Das Pferd war weg, seine Kleider waren weg, sein Geld war weg. Er hatte nichts mehr als die lange Unterw├Ąsche am Leibe. Sein Gl├╝ck war, dass er sich bereits nahe der souvagnischen Grenze befand, wo der Krieg bislang am Grenzwall abgeprallt war. In Souvagne w├╝rde man ihm helfen, als Leibdiener eines Adligen. Janko stellte sich vor K├Ąlte zitternd, mit zwei blau geschlagenen Augen, einem fehlenden Zahn und erfrorenen F├╝├čen als Ansgars Leibdiener vor. Die Wachen reagierten sofort. Sie lie├čen ihm ein hei├čes Bad ein, gaben ihm anschlie├čend notd├╝rftige Kleider und Schuhe und versorgte seine Wunden. Auch eine Essensration gaben sie ihm mit auf dem Weg, zusammen mit zwei bewaffneten Begleitern, die sich vergewissern sollte, dass Janko auch wirklich war, wer er zu sein behauptete, denn Papiere hatte dieser nat├╝rlich nicht mehr. Und endlich, nach weiteren Tagen, erreichte Janko das neue Anwesen seines Herrn, wo man ihn willkommen hie├č. Die Soldaten verabschiedeten sich beruhigt und Janko trat ein.

Ohne sich zu waschen, zu rasieren oder die schmutzigen Schuhe auszuziehen, eilte Janko sofort zu Ansgar. Er erschrak, als er sah, wie krank sein Herr aussah, wei├č und zerknittert. Das Exil hatte offenbar stark an ihm gezehrt.

Janko, zerlumpt, zerbeult und stinkend, in den abgetragenen Kleidern einer souvagnischen Grenzwache gewandet, verneigte sich vor Ansgar.
"Herr, zu Euren Diensten."
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Re: Brandurs Tod

#8

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » So 4. M├Ąr 2018, 15:14

Sie hatten sich in einem fremden Land, auf einer fremden Scholle im Hof der Cantillions gegen├╝ber gestanden. Sie waren Verwandte und dennoch Feinde. Zwei Nekromanten, selbst nichts weiter als lebende Leichen seit ihrer Geburt. Sie standen sich gegen├╝ber um sich vollends von dieser Welt zu fegen.

Sie lagen nebeneinander auf dem eiskalten Boden, nichts spiegelte ihre Seelen besser wieder als dieser Umstand. Gef├Ąllt voneinander lagen sie dort, beide vom anderen t├Âdlich getroffen.

Es war Linhard der sie vor der Schwelle des Todes vereinte.
Papa rette Paps...

Ein Titel den ihm sein Sohn wie ein Ehrentitel verlieh.

Ein Titel dem ihm sein Sohn seinerzeit zu Recht entzogen hatte, um ihm jemanden zu ├╝berreichen der dessen w├╝rdig war. Jemand der Linhards Vater sein wollte, jemand der Linhards Vater sein konnte, ohne im Gesicht des Jungen den eigenen Peiniger zu sehen - Brandur.

Brandur sah Linhard und sonst niemanden, wie Ansgar in dem Moment erkannte.

Er war bereit gewesen alles f├╝r seinen Sohn Wolfi zu opfern, sogar sein Leben. Klaglos, ohne jede Reue, ohne den geringsten Zweifel, aus reiner selbstloser Liebe.

Als er dort auf dem frostigen Boden an der Schwelle des Todes stand, war er bereit den Rest den er noch zu geben vermochte, seinem ├Ąltesten Sohn zu geben. Und so ergriff Ansgar die Hand Brandurs, um jenen Mann zu retten, der Linhard in einigen Monaten mehr Vater gewesen war, als er selbst in all den Jahren.

Dieser Mann, dieser Vater sollte leben. Selten hatte er in seinem Leben Geschenke von dieser Aufrichtigkeit gemacht.

Aber er starb nicht. Ansgar ├╝berlebte, schwer angeschlagen, stark mitgenommen - aber er ├╝berlebte.
Sein Herzbeutel war durchstochen worden, nur der F├Ąhigkeit der Heiler des Hauses Cantillion hatte er es zu verdanken, dass er noch unter den Lebenden weilte.

Wie lange war dies nun her?
Er wusste es nicht.

Wie eine seiner eigenen Sch├Âpfungen sa├č er in dem Sessel vor dem Kamin.
Gebeugt, aber nicht gebrochen.

In seinen Augen spiegelte sich der Feuerschein der lodernden Flammen wieder.
Sein hageres, blasses Gesicht hatte den Anschein, als erhielt ihn einzig und allein eine unbekannte Pflicht am Leben.

Seine knorrigen Finger schlossen sich um den Kelch seines Getr├Ąnks. Langsam, geradezu bed├Ąchtig trank er seine Medizin. Ein prophylaktisches Beruhigungsmittel, er hatte bis zum heutigen Tag ├╝berlebt und sich durch die Genesung gequ├Ąlt.

Ein einziger Wutanfall konnte all dem ein Ende setzen. Aber mittlerweile hatte er akzeptiert, ja vielleicht sogar irgendwo tief in seinem Verstand und auch in seinem verletzten Herzen begriffen, dass er ein Geschenk - eine zweite Chance erhalten hatte.

Ansgar leerte den Becher und stellte ihn zur Seite, w├Ąhrend er gedankenverloren in die Flammen starrte, als f├Ąnde er dort auf all seine Fragen eine Antwort.

Eine hatte er gefunden, er w├╝rde sich von Brandur verabschieden und zwar so, wie sie gemeinsam fast gegangen waren - als vereinte V├Ąter von Linhard, als Verwandte die doch letztendlich um das Gleiche gek├Ąmpft hatten. Die sich letztendlich im Angesicht des Todes die Hand gereicht hatten, viel zu sp├Ąt, aber dennoch hatten sie es getan.

Eine Person kam herein und der Nekromant ben├Âtigte einen Moment um zu begreifen, wer dort stand. Sein hageres Gesicht verzog sich zu einem freudigen Schmunzeln.

"Janko", fl├╝sterte Ansgar ger├╝hrt.

Er st├╝tzte sich schwer auf seinen Stab, als er versuchte sich aus dem Sessel hochzuwuchten um seinem treuen Leibdiener entgegen zu gehen und ihn w├╝rdig zu empfangen.

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Re: Brandurs Tod

#9

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 5. M├Ąr 2018, 10:58

Die Heimkehr nach Trux


Die alles verschlingende Verzweiflung ├╝ber Brandurs Tod war einer dumpfen Bet├Ąubung gewichen. Die hei├čen Tr├Ąnen der Hoffnungslosigkeit hatten sich in Tr├Ąnen der Trauer gewandelt.

Er hatte sich verabschiedet, er hatte seinen Paps beweint, nun stand ihm die letzte Aufgabe Ihres gemeinsamen Weges bevor - er musste Brandur zu Grabe tragen.

Linhard hatte seinen Vater auf Eis betten lassen, damit diesem w├Ąhrend der Wartezeit auf seine ├ťberf├╝hrung nichts geschah. Bevor er jedoch auf Eis gebettet wurde, hatte Lin Brandur f├╝r seine letzte Reise vorbereitet. Er hatte seinen Vater gewaschen und zurecht gemacht. Seine Kleidung hatte er gewaschen und geb├╝gelt, seine Schuhe waren geputzt.

Jene Dinge die Brandur nicht auf der anderen Seite ben├Âtigte und Linhard f├╝r sich als Gedenken beanspruchte, hatte Lin ihm abgenommen um sie selbst zu tragen oder zu nutzen. Dazu geh├Ârte die Knochenr├╝stung, wie auch Brandurs Gehstock mit der versteckten Klinge.

Dave war wie versprochen mit dem Greif zur├╝ckgekehrt. In freundlichem, einvernehmlichem Schweigen hatten sie beide Brandur auf den R├╝cken des stolzen Tieres gelegt und ihn zur├╝ck zur Nachtburg geflogen, so wie es Brandurs Wille gewesen war.

Die Nachtburg, einst Jahrzehnte langes Domizil im Exil f├╝r Brandur, stand immer noch unver├Ąndert an Ort und Stelle und ragte in den Himmel auf. Hier war ihr erstes gemeinsames Zuhause gewesen. Hier hatte Brandur ihm den Traum offenbart, jenem Traum den Linhard mit ihm zu tr├Ąumen gewagt hatte. Der Traum von einer Familie.

In nicht ferner Zukunft w├╝rde er einige Familienmitglieder in den Traum einweihen. Sie sollten sehen, wovon sie hier zu tr├Ąumen gewagt hatten. Aber vorrangig hatte er eine andere Pflicht und nichts nahm Linhard ernster als seinem Paps den letzten Wunsch zu erf├╝llen.

Auf dem Hof der Nachtburg wurde Brandur aufgebahrt. Der alte Nekromant der mit eisernen Willen f├╝r seinen Sohn Lin gek├Ąmpft hatte, wurde von diesem ein letztes Mal auf den Arm genommen und auf seine letzte Ruhest├Ątte gebettet.

Brandur trug seine ├╝bliche Kleidung, abgerundet von dem Dreispitz der sein Markenzeichen geworden war. Sein Gesicht hatte einen friedlichen, seligen, ja fast gl├╝cklichen Ausdruck. Es hatte den Anschein, als schliefe er nur auf dem gewaltigen Bett aus aufgeschichteten Holz und wei├čen Lilien.

Alles war vorbereitet. Die G├Ąste konnten kommen um Brandur zu verabschieden. Selbst Brandur w├╝rde anwesend sein, was niemand au├čer Chirag, Dave, Osmund und Lin wusste. Lin hatte die Beschw├Ârung von Brandurs Geist zu dessen Verabschiedung mit Osmund vereinbart.

ÔÇ×Hier endet der alte Weg und hier beginnt der neue - Bran-Dun-LinÔÇŽÔÇť, fl├╝sterte Lin und deckte Brandur zu.

ÔÇ×So sei esÔÇť, antwortete Dave.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#10

Beitrag von Janko » Mo 5. M├Ąr 2018, 16:50

Es schmerzte, zu sehen, wie Ansgar sich f├╝r so eine einfache Handlung, wie das Aufstehen aus einem Sessel, qu├Ąlen musste. Er, der sonst jemand war, der vor Vitalit├Ąt nur so strotzte, der seinen Lebenswillen und seine Bereitschaft, f├╝r dieses Leben zu k├Ąmpfen, hinaus in die Welt br├╝llte. Er wirkte alt und m├╝de von einer unbekannten B├╝rde. War es wirklich nur das Exil? Niemand war hier, um dem Kranken zu helfen. Janko verkniff sich, Ansgar zu sagen, dass er ruhig sitzen bleiben konnte. Er war nicht hier, um ihn zu bevormunden - das h├Ątte ihm ohnehin nicht zugestanden - sondern um ihm dabei helfen, sein Leben so, wie er es w├╝nschte, leben zu k├Ânnen. Janko trat an seine Seite, griff ihm unter den Arm und half ihm, sich zu erheben. Die Schw├Ąche seines Herrn gefiel ihm gar nicht.

Er fragte sich, ob es wirklich nur die Strapazen des Exils waren, die so an ihm gezehrt hatten und ├Ąrgerte sich dar├╝ber, Dantoine nicht mitgebracht zu haben. Doch der Heiler geh├Ârte nicht mehr Ansgar, genau genommen tat es auch Janko nicht mehr. Doch wer w├Ąre er, seinen Herrn wegen b├╝rokratischer Formalit├Ąten im Stich zu lassen? Die Frage, warum Ansgar ihn zur├╝ckgelassen hatte und warum es ihm so schlecht ging, w├╝rde er ihm ein andermal stellen. Jetzt musste er helfen.

"Wer ist hier in Souvagne f├╝r die Sorge um Eure Person zust├Ąndig - ich nehme doch an, dass es Diener in diesem Hause gibt? Ich w├╝rde mit dem Zust├Ąndigen gern ein paar Worte reden."
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