Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Brandurs Tod

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprägt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein Händchen für Bündnisse und Hinterhalte. Unter der Führung des neuen Oberhauptes Linhard verließ die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Linhard von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#31

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 9. Mär 2018, 18:38

Linhard folgte seinem Vater in die Kellergewölbe. Erstaunt und neugierig schaute er sich um.

"Gemeinsam mit Kasimir werde ich die Gewölbe erkunden und mir einprägen. Sie sind ein guter Rückzugsort. Im Dunklen kann man sich hier nach der Erinnerung richten Paps, dass heißt sobald man sich einmal die Gänge gemerkt hat", antwortete Lin und folgte dem Geiste seines Vaters.

"Nun ich glaube ich lasse die Vampire hängen, als kostenlose Wächter. Vorerst jedenfalls", überlegte Lin, als sie an einem gewaltigen Siegel ankamen. Linhard hockte sich hin und strich mit den Fingern darüber.

"Vielleicht gelingt es uns, das Geheimnis der Nachtburg zu lüften. Wer weiß was sich darunter verbirgt? Artefaktmagie? Ich weiß nicht wie man sie deaktiviert, vermutlich benötigt man dazu einen Magier", flüsterte Linhard, widmete aber dann seine ganze Aufmerksamkeit seinem Vater, als dieser ihm eines der Bücher erläuterte.

Klein und unscheinbar wie es war, vermutete man gar nicht diese Macht in seinen uralten Seiten. Linhard nahm es ehrfürchtig an sich und drückte es an seine Brust. Er hatte keine Ahnung von Magie, er wusste nicht warum er es studieren sollte, aber vielleicht gab das Buch selbst darüber Aufschluss.

"Ich werde das Buch hüten, da es ein Geschenk von Dir ist. Dein Wunsch ist, dass ich es lese. Ich werde versuchen es zu lesen, aber ich beherrsche weder Demonai noch Magie. Ich müsste das Buch Wolfi zeigen, damit er es mir übersetzt. Würdest Du das erlauben? Oder soll ich lieber Osmund fragen? Er hat mir bereits einmal beigestanden. Paps sei mir nicht böse, aber ich weiß nicht was ich sonst mit dem Buch machen soll oder was Du mir damit sagen möchtest.

Was kann man denn mit Codo Sanguia bewirken? Da es so mächtig ist, werde ich es an einem sicheren Ort verwahren nachdem ich es irgendwie studiert habe. Mach Dir keine Gedanken, vielleicht ist es selbsterklärend.

Deinen Wunsch betreffend werde ich es umgekehrt halten. Hier war unser Zuhause, hier sollst Du ruhen. Dunwin und Du Ihr beiden habt hier gemeinsam wieder richtig zueinander gefunden. Also werde ich die beiden zu Dir legen. Du sollst nicht in dem Herrenhaus ruhen, dass gefällt mir nicht. Du sollst da zur letzten Ruhe gebettet werden, wo wir gemeinsam glücklich waren. Ich werde hier einen entsprechenden Raum für Euch herrichten lassen.

Ebenso werde ich mich hier mit meinen Leuten dauerhaft einquartieren. Mit diesem Ort verbinde ich nur gute Erinnerungen und ich werde zusehen, dass ich direkten Zugriff auf die Bücher habe. Dieses Buch werde ich vorerst immer bei mir tragen.

Dein Wunsch ist mir Befehl, auch wenn ich ihn ein klein wenig abwandele. So bist Du immer noch in meiner Nähe. Von ganzem Herzen gönne ich Dir die ewige Ruhe Paps, möge der Tag niemals kommen um Deiner Willen. Für Dich ist Zeit bedeutungslos geworden. Aber eines Tages, irgendwann liegen wir hier nebeneinander wie früher im Knochendrachen. Nur die Zeit weiß wann... Keks",
flüsterte Linhard und steckte das Buch des verbotenen Wissen, das Codo Sanguia, ein.

Lin folgte der Leuchtgestalt seinen Vaters und schmunzelte ihn an.

"Ich bin froh, dass ich Dich nicht den Flammen übergeben muss, dass musste ich Dir noch sagen. Eigentlich muss ich Dir was ganz anderes sagen... ich liebe Dich Paps", grinste Lin verlegen.
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Brandur von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#32

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 10. Mär 2018, 14:55

Der Geist blieb stehen. Sein blaues Leuchten flackerte kurz, wie eine verlöschende Kerze, als sein Sohn ihm sagte, dass er ihn liebte.

"Es ist noch immer schwierig für mich, das verbotene L-Wort auszusprechen, wie wir es früher scherzhaft nannten. Alles durften wir sagen, jede Grausamkeit äußern, die uns in den Sinn kam und wir drei Brüder wetteiferten darum, wer die verletzendsten Schimfpwörter und gemeinsten Formulierungen für einen Widersacher erfand, der wir oft genug uns gegenseitig waren. Alles durften wir sagen. Doch das L-Wort war etwas, um das wir alle einen riesengroßen Bogen machten. Ich habe meiner Frau nie gesagt, dass ich sie liebe. Nicht einmal meiner Geliebten. Ich erfand andere Wege, es zum Ausdruck zu bringen. Aster liebte Pflanzen, also schenkte ich ihr welche, um ihr zu zeigen, dass dies auch meine Gefühle für sie waren. Meine Kinder liebten Süßigkeiten. Sie durften nach den Empfehlungen des Familienheilers kaum welche essen, mit dem Ergebnis, dass ich ihnen dauernd welche zusteckte, besonders, wenn ich das Gefühl hatte, einen Fehler gemacht zu haben. Ich schlug meinen Ältesten und danach gab es anstelle einer Entschuldigung oder einer Umarmung ein Stück Kuchen, das ihm irgendein Bediensteter bringen sollte. Trotzig wie Gerwolf war, flog der Kuchen an die nächste Wand oder dem Bediensteten ins Gesicht. Es kam der Tag, da er nichts Süßes mehr aß. Ich verstand, was er mir damit sagen wollte. Ich habe dich nicht mehr lieb, Papa."

Das Flackern wurde stärker.

"Und er hatte Recht damit. Wenn du mir 'Keks' sagst, dann ist dies so viel mehr als nur das L-Wort ... es ist das Gefühl, es diesmal richtig zu machen."

Er tippte auf das Buch in Linhards Händen.

"Der Codo Sanguia ist der Kodex des Blutes und somit der Kodex des Lebens. Blut und Leben sind eines, denn Blut ist Lebensessenz. Du siehst es daran, dass Vampire dadurch quasi Unsterblichkeit erhalten. Man muss nur wissen, es sich nutzbar zu machen.

Ich zeige dir dieses Buch, weil es ein Werkzeug ist, um Tote wieder zum Leben zu erwecken. Und ich rede hier nicht von der Erweckung zu einem Zombie oder Ghul, sondern zu echtem, wahrem Leben. Ich hatte es hier versteckt, da weiter zu leben das Letzte war, was ich mir wünschte - bis zum heutigen Tag, da ich euch gemeinsam Abschied nehmen sah. Eine Familie, die dieser Bezeichnung würdig war, mit dir als jungem Oberhaupt an der Spitze. Man soll mir nicht nachsagen, ich würde kein Einsehen haben, wenn die Fakten überzeugend sind. Ich habe daher vorhin beschlossen, zu euch zurückzukehren. Meine Aufgabe hier ist mit meinem Tod noch nicht beendet, das habe ich nun erkannt. Doch allein kann ich das nicht, das schafft kein Nekromant. Dafür benötige ich Hilfe, äußerst machtvolle Hilfe.

Der Codo Sanguia ist von Laien quasi nicht zu entziffern. Das ist auch so gewollt. Du kannst ihn Osmund zeigen und er wird sicher einige der Worte verstehen, doch er wird sich lange hinsetzen und recherchieren müssen, um sie wirklich zu begreifen. Es ist vergleichbar damit, als würde ein Laie versuchen, die Magisterarbeit eines Alchemisten mit all ihren Formeln und Elemententabellen zu verstehen. Er bräuchte Monate und Jahre und sehr viel Sekundärliteratur, die ebenfalls schwierig zu beschaffen ist. Was ihr benötigt, ist ein Fachmann. Leider kann ich euch keinen empfehlen, da ich keinen kenne. Blutnekromanten gehen nicht gerade mit ihrer Berufung hausieren. Man erkennt sie optisch an der Blässe und den vernarbten Armen und Beinen, doch natürlich tragen sie stets langärmlige Kleidung.

Einen zu finden und zu meiner Erweckung überzeugen wäre deine Aufgabe, sofern du wünschst, dass dein alter Herr noch einmal zu dir zurückkehrt und dir bei der Aufgabe, diese Familie zu führen, beisteht. Solltest du dich der Aufgabe annehmen, wirst du wohl einige Monate oder Jahre brauchen, um sie zu erfüllen.

Mich bis dahin hier ruhen zu lassen oder auch auf ewig, gemeinsam mit meinem Vater und meinem Bruder, ist eine schöne Idee. Ich freue mich darauf, hier zu liegen.

Die Nachtburg als Hauptquartier für den Stab zu beziehen ist ebenso eine hervorragende Idee. Ihr könnt sie herrichten, renovieren und ausbauen. Man kann sich hier wohlfühlen und hat genügend Platz, um über Stunden darin zu spazieren, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten."

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Brandurs Tod

#33

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 10. Mär 2018, 17:58

Linhard hörte seinem Vater aufmerksam zu und zwar so aufmerksam, wie er niemals zuvor einem Menschen zugehört hatte. Er versuchte sich jedes Wort, jede noch so kleine Silbe, sogar jede Betonung einzuprägen.

Der Codo Sanguia.
Der Kodex des Blutes.
Der Quellcode des Lebens!

Die Macht der Wiedergeburt, der Sieg über den Tod in seiner Hand. Und Brandur fragte ihn, ob er dieses Wissen nutzen wollte um ihn zurückzuholen, oder ob er für immer in der Nachtburg ruhen sollte. Linhard musterte seinen Paps, wie konnte Brandur so etwas nur fragen.

"Liebe heißt auch gehen lassen, ich bin da völlig anderer Meinung. Liebe heißt Rettung um jeden Preis. Gleichgültig wie lange es dauert, völlig irrelevant wie schwer es wird, ich werde einen Weg finden Dich zurückzuholen. Ich verstehe umso deutlicher die Bedeutung unseres Codes.

Keks Paps.

Gleich darfst Du ruhen, ich werde nur unsere Verwandten verabschieden und ihnen mitteilen, dass Du Dich entschieden hast, hier zu bleiben. Für eine Erläuterung benötigte ich Dich noch einen Moment, dann darfst Du Dich endlich zur Ruhe begeben",
sagte Linhard liebevoll.

Gemeinsam gingen sie wieder nach oben, zurück zur wartenden Familie, die nun tatsächlich eine Familie war.

"Brandur hat sich entschlossen, seinen Körper nicht den Flammen zu übergeben. Diese Entscheidung habe ich mit Freude akzeptiert. Als Familienoberhaupt werde ich hier mit meinem Getreuen meinen Hauptsitz aufschlagen.

Hier und heute werde ich mit den ersten Amtshandlungen meines neuen Status als Familienoberhaupt beginnen. Es ist ein Ereignis eingetreten, dass keinen Aufschub duldet. Vorerst werde ich mich persönlich der Sache widmen. Später werde ich dazu Eure Hilfe benötigen.

Aber nun esst, trinkt, verabschiedet Euch von dem Mann, den wir hier heute zur eisigen Ruhe betten. Den Weg den Brandur einschlug, werde ich weiterverfolgen. Mit einer winzigen Ergänzung...
Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich.
Dafür steht das Familienoberhaupt wie die gesamte Familie unumstößlich zu ihren Familienmitgliedern.
Bran-Dun-Lin...",
erklärte Linhard freundlich.

Mit diesen Worten verabschiedete sich das neue, junge Familienoberhaupt und zog sich in die Nachtburg zurück. Aimeric, Archibald, Kasimir, Osmund und den restlichen Stablern gab er ein Zeichen ihm umgehend zu folgen.


****


Weiter gehts es im Thread: Bran-Dun-Lin - Der neue Weg
Link:
http://asamura.de/viewtopic.php?f=64&t=1351
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