Seid gegr├╝├čt, Reisender!

Auf der Suche nach einem Abenteuer, was? Dann seid Ihr hier genau richtig, in einer Welt von edlen Rittern und dreckigen Halunken, m├Ąchtigen Magiern und fantastischen Wesen. Auch f├╝r Euch wird ein Pl├Ątzchen zu finden sein. Traut Euch und tretet ein in eines der aktivsten deutschsprachigen Forenrollenspiele der freien Fantasy! F├╝r Neulinge gibt es den Novizenbereich, wo Ihr alles Wissenswerte ├╝ber das Spiel erfahrt. In der Weltenbibliothek findet Ihr alle wichtigen Informationen zu unserer Welt. Und wenn ich Euch einen Rat geben darf - gesellt Euch doch einfach mal beim Stammtisch dazu, wo auch Neulinge ohne Ortskenntnis rasch Bekanntschaften schlie├čen.

Brandurs Tod

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte.
Benutzeravatar
Kasimir
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 41
Registriert: Sa 24. Dez 2016, 08:09
Guthaben: Gesperrt
Volk: Vampir [Lichtalb]

Re: Brandurs Tod

#11

Beitrag von Kasimir » Mo 5. M├Ąr 2018, 17:23

Der eisige Nachtwind wehte um die schwarzen Zinnen der verlassenen Burg, die f├╝r Jahre Brandurs und Kasimirs zu Hause gewesen war. Ein passenderes Anwesen f├╝r den alten Hexenmeister h├Ątte es kaum geben k├Ânnen. Der Himmel war sternenklar, beide Monde eine schmale Sichel. Die kahlen Baume raschelten und rauschten. Im Tal unter den Mauern lag die Ruinenstadt. Alles hier war tot.

Dicht bei Linhard stand Kasimir, ganz in wei├č gewandet, wie es bei den Mondpriestern zu solchen Anl├Ąssen ├╝blich war. Kasimirs Gesicht war ernst, die schwarzen Augen niedergeschlagen. Er hatte vergebens versucht, seinem jungen Herrn Linderung in seiner Trauer zu verschaffen. F├╝r Linhard gab es keinen Trost, das hatte Kasimir bald feststellen m├╝ssen. Die Gebete und Versuche, ihm zu erkl├Ąren, dass Brandur nun an einem besseren Ort sei, frei von der Pein seines geborstenen K├Ârpers, kamen ihm inzwischen v├Âllig fehl am Platz vor. Er hatte es gut gemeint, doch nun mutete es wie Ironie an. Er bereute, dass er auf diese Weise versucht hatte, Trost zu spenden, wo es keinen Trost geben konnte. Was der junge Mann gebraucht h├Ątte, w├Ąre sein Vater gewesen, der ihn in den Arm namen, doch genau jener lag nun leblos vor ihnen, aufgebart auf Holz und gebettet auf wei├če Lilien.

Man sah all die Liebe, die Linhard in die letzte Reise seines Vaters flie├čen lie├č. Brandurs Gesicht spiegelte die Illusion, diese Liebe zu genie├čen, er sah im Tode so gl├╝cklich aus, wie keinen einzigen Tag zu Lebzeiten - zumindest kein Tag, an dem Kasimir ihm gedient hatte. Kasimir hing schweigend seinen Gedanken nach, w├Ąhrend er den Toten betrachtete. Sie hatten ein merkw├╝rdiges Verh├Ąltnis gehabt. Der alte Mann war unwahrscheinlich stolz gewesen, zu stolz, um sich mehr als gerade n├Âtig helfen zu lassen. Im Gegensatz zu anderen seines Standes hatte Brandur sich v├Âllig allein um sich gek├╝mmert, auch wenn er sich vor Schmerzen bisweilen kaum bewegen konnte und auf Hilfsangebote mit entschiedener Abwehr reagiert. Warum das so war, konnte Kasimir nur erahnen. Der Jungvampir war eher ein Handlanger und Hausmeister f├╝r den Hexenmeister gewesen als ein Leibdiener. Ihr Verh├Ąltnis war von K├╝hle und Distanziertheit gepr├Ągt und doch hatte Kasimir seinen Herrn geliebt. Er wusste, dass Brandur sich nicht anders verhalten konnte, selbst wenn er es gewollt h├Ątte und dass es kein Zeichen von Undankbarkeit war, dass er sich so gab. Der Hexenmeister war sich seit jeher seine eigene Nachtburg gewesen, mit turmhohen Mauern, schwarz, abweisend und einem Keller voller Leichen. Und doch gab es zwischen den Steinen, oft verborgen hinter Winkeln, auch G├Ąrten, die bunt bl├╝hten und s├╝├če Fr├╝chte trugen. Daf├╝r musste man freilich suchen, denn freiwillig zeigte Brandur sie nicht. Kasimir war sicher, dass sein Herr ihn auf die bestm├Âgliche Art, die er konnte, ebenfalls geliebt hatte. Anders war es nicht zu erkl├Ąren, dass er seinen Diener dem wertvollsten Menschen, den er kannte, vererbt hatte. F├╝r Kasimir h├Ątte es keine gr├Â├čere Ehre und Anerkennung geben k├Ânnen, als dem Sohn des Hexenmeisters dienen zu d├╝rfen, kein gr├Â├čeres Zeichen des Vertrauens und der Dankbarkeit f├╝r all die gemeinsamen Jahre. Und dienen w├╝rde er Linhard, so wahr er hier stand.

Kasimirs Gewand wehte wei├č im Wind, w├Ąhrend er innerlich von seinem alten Herrn Abschied nahm.
"Herr, wer euch dient f├╝r Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen f├Ąllt, l├Ą├čt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

Benutzeravatar
Linhard von Hohenfelde
Marquis
Beitr├Ąge: 98
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:19
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Rote Laterne

Re: Brandurs Tod

#12

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Di 6. M├Ąr 2018, 11:30

Anrufung zum Abschied


Fackeln erhellten den Hof der Nachtburg und warfen lange, tanzende Schatten auf all jene die sich zu Brandurs Abschied eingefunden hatten. Der alte Nekromant h├Ątte vermutlich nicht erwartet, dass so viele Leute zu seiner Verabschiedung erscheinen w├╝rden. Jedenfalls h├Ątte er ganz gewiss nicht mit dem einen oder anderen Gast gerechnet, der nun hier stand um von ihm Abschied zu nehmen.

Der Feuerschein spiegelte sich warm auf Brandurs Gesicht, so dass er weniger denn je wie ein Toter aussah.

Linhard trat neben Osmund und sprach leise mit dem alten Mann. Osmund war neben Maghilia einer ihrer m├Ąchtigsten Nekromant aus ihrer Sippe, wenn die beiden zur Zeit nicht die m├Ąchtigsten Nekromanten in der Familie schlechthin waren. Beide waren weit ├╝ber 100 Jahre alt und reich an Erfahrung. Lin hatte nicht vergessen, dass Osmund ihnen bei den Verhandlungen beigestanden hatte. Er war wie Brandur ebenfalls der alten Wege ├╝berdr├╝ssig. Und sogar Maghilia hatte sich Brandur angeschlossen, wie der Rest der Familie.

Sie alle waren hier.
Brandurs Tod entzweite nicht, sondern vereinte die Familie auf ergreifende Art und Weise.

Osmund sollte Brandur zu seiner eigenen Feier herbeischw├Âren. Das was jeder anwesende Gast, einschlie├člich Lin selbst seinem Paps zu sagen hatte, sollte man dessen Seele ins Gesicht sagen d├╝rfen. Letzte liebende Worte, die besten W├╝nsche, oder einfach dass, was einem selbst noch auf der Seele brannte.

Die Zeit war gekommen.

W├Ąhrend die Anwesenden schweigend die K├Âpfe senken beschwor Osmund den Geist von Brandur herauf. Durch die Gabe gro├čer Spuk rief er seinen verstorbenen Verwandten zu sich.

`Bandur, ich rufe Dich. Kehre zu Linhard und Deiner Familie zur├╝ck┬┤, formten Osmunds Gedanken den Befehl, der den Geist Brandurs zur├╝ck aus dem Jeinseits in die Physis ziehen w├╝rde.
Bild

"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

Benutzeravatar
Brandur von Hohenfelde
Freiherr
Beitr├Ąge: 73
Registriert: Di 8. Aug 2017, 14:39
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Naridier (Almane)

Die Handelsallianz

Re: Brandurs Tod

#13

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Di 6. M├Ąr 2018, 18:50

Brandur hatte sein Leben ausgehaucht.
Seine Substanz glich nun einer treibenden Nebelschwade. K├Ârperlos trieb er durch den Nexus, den er als Nekromant benutzt, doch nie wirklich beherrscht hatte. Ein Werkzeug, mit dem selbst die M├Ąchtigsten doch nur Aufschub erreichen konnten. Am Ende holte der Tod sie alle, da lie├č sich auch durch Magie nicht dran r├╝tteln, ob jetzt oder in einer Million Jahren. Nichts war f├╝r die Ewigkeit. Der wahre Herrscher war der Abgrund, das seelenlose Nichts. Die Lebenden muteten davor an wie Gl├╝hw├╝rmchen, die f├╝r einen kurzen Augenblick erleuchteten um sogleich wieder zu erl├Âschen, nur ein Wimpernschlag im Lauf der Zeit.

Am Ende spielte es keine Rolle, wer man zu Lebzeiten gewesen war. Im Tod waren alle gleich. Es gab kein Gericht, das in Gut und B├Âse unterschied oder in reine und unreine Seelen trennte. Kein Licht am Ende, f├╝r niemanden. Wer Licht wollte, musste es sich zu Lebzeiten schaffen. Sie alle, ob M├Ânch oder M├Ârder, waren vereint in der selben Verg├Ąnglichkeit.

Gleich einem willenlosen Nebel, angezogen vom langsamen Strudel des Abgrunds, trieb Brandur auf seine Ausl├Âschung zu. Dort, hinter den magischen Strukturen des Nexus und den monotonen Feldern der Trias, die er bald erreichen w├╝rde, war seine Familie. Ausgel├Âscht, annihiliert im endlosen Frieden. Aufgegangen im schweigenden Nichts und Niemand, das sie alle regierte und das manch einer Ainuwar nannte. Ainuwar war weit davon entfernt, einem g├╝tigen Vater zu ├Ąhneln. Es war die gesichtslose Leere, die kalte Gleichg├╝ltigkeit des Alls. Kein Sterblicher w├╝rde je imstande sein, es auch nur ann├Ąhernd zu begreifen. Doch ein Toter kam dem Verst├Ąndnis sehr nahe. Und in jenem Moment, wenn der astrale Schatten, den manch einer Seele nannte, endg├╝ltig verging, begriff man wirklich, worum es w├Ąhrend der kurzen Lebzeit gegangen war - und worum nicht.

Brandur f├╝r seinen Teil hatte die Sinnlosigkeit ihrer Machtspielchen begriffen, mit denen er und die Hohenfeldes die wertvolle Zeit vergeudet hatten, die ihnen gegeben war. Sein gesamtes Leben war eine einzige Verschwendung gewesen, von der kurzen Zeit abgesehen, in der er sein Dasein wirklich genossen hatte, den letzten Monaten vor seinem Tod. Erst am Ende hatte er wirklich gelebt, doch er hatte es genossen und dar├╝ber war er froh. Nun war es vorbei. Er k├Ąmpfte nicht gegen den langsamen, aber unerbittlichen Sog. Es war gut so, wie es war. Er lie├č es geschehen. Aster war dort, Magdalena. Gerwolf, Solveig und Ragnvald. Kunwolf, der Gro├če. Und sein Vater, Alastair, den man den Schrecklichen genannt hatte. Hier dr├╝ben hatte er jeden Schrecken f├╝r Brandur verloren und fast fragte er sich, wie er ihn je hatte f├╝rchten k├Ânnen. Alastair war genau so bedeutungslos und unwichtig wie jeder andere, fast selbst ein Nichts. Brandur vergab ihm. Frieden.

Doch etwas st├Ârte.

Ein Zupfen ging mit einem Mal durch den Nexus und erreichte seine Substanz, wie eine unsichtbare Schnur, die sich pl├Âtzlich spannte. Eine astrale St├Ârung, eine Fehlfunktion. Etwas, das nicht geschehen sollte! Er kam nicht mehr weiter. Das Zupfen wurde zu einem Ziehen, st├Ąrker, zog ihn in die falsche Richtung und schlussendlich erwuchs es zu einem Zerren. Nicht langsam und gleichm├Ą├čig, wie der Abgrund ihn zu sich rief, sondern brutal und schnell, als w├╝rde er einen Wasserfall hinabst├╝rzen. Er erkannte das vertraute Treiben eines Nekromanten. Brandur wurde zur├╝ckgerissen, all den Weg durch den Nexus zur├╝ck. Der leere Raum um ihn verdichtete sich, wurde wieder sp├╝rbar. Unaufhaltsam raste er auf die Physis zu und pl├Âtzlich war er da. War wieder in der physischen Welt. Dem Ort der Lebenden. Und er, Brandur, war ein Totengeist.

Der k├Ârperlose, blaue Schemen nahm verwirrt seine Umgebung in Augenschein. Er kannte sie. Es waren jedoch nicht die Formen, die ihm den Ort seiner Beschw├Ârung offenbarten, sondern die Energiefelder, die er wiedererkannte. Allen voran eines.
┬╗Linhard┬ź, hauchte der Geist fassungslos.
Und wie er den Namen seines geliebten Kindes sprach, kehrte das Bewusstsein, wer er einst in Naridien gewesen war, in ihn zur├╝ck. Unwillk├╝rlich nahm er seine alte Gestalt an, wurde wieder Brandur, ein kahlk├Âpfiger ├Ąlterer Herr, gewandet in Mantel und Dreispitz, mit einem astralen Gehstock in der Hand, obwohl es geradezu l├Ącherlich anmutete, als Geistwesen einen solchen zu tragen. Und doch behielt er ihn aus Gewohnheit in der Hand. Die Erscheinung flackerte einige Male, ehe das Bild sich sch├Ąrfte. Ein perfektes Duplikat des Toten stand vor ihnen. Verwirrt, unsicher wie die Geister, die er fr├╝her selbst in seine Dienste gezwungen hatte. Sein Nekromant, da war er. Er kannte ihn, es war Osmund, eine Ausgeburt der Wigbergs.

┬╗Du┬ź, fauchte der Geist und sein Gesicht wurde w├╝tend. ┬╗Wie kannst du dich erdreisten, derart meine Seele zu sch├Ąnden! Man beschw├Ârt keine Kollegen, das ist ein ungeschriebenes Gesetz! Was willst du, das ich f├╝r dich tue? Jemanden in den Wahnsinn treiben? Informationen f├╝r deine niedertr├Ąchtige Familie beschaffen? Eine Knochenskulptur bewegen? Dir als Handlanger zu Diensten sein? Das k├Ânnte dir so passen! Lass mich gehen und beschw├Âre einen anderen Geist f├╝r deine Zwecke! An einem Hohenfelde wirst du keine Freude haben, das verspreche ich dir!┬ź

Der Geist gl├╝hte blau auf. Er zog sich in die Breite, wurde zu einer Schliere, raste wie ein Komet um die Anwesenden herum - ehe er seinen K├Ârper entdeckte.
Der Geist hielt inne, eine schwebende Wolke. Z├Âgerte, rang mit sich. Legte sich ├╝ber die vertraute H├╝lle wie ein blaues Tuch. Sanft, leicht. Betrachtete sie, tastete, probierte. Das war er gewesen, Brandur. Der Hexenmeister. Gef├╝rchtet, f├╝r tot erkl├Ąrt und am Ende doch noch geliebt. Einen Freitod gew├Ąhlt, der eines Hohenfeldes w├╝rdig war. Sein K├Ârper war hervorragend konserviert, frei von jeglichen Verwesungsspuren, was sicher der k├╝hlen Witterung zu verdanken war. Dieser K├Ârper w├Ąre ein hervorragendes Material gewesen. Doch er lag nicht auf einem Seziertisch. Er lag auf einem Bett aus wei├čen Blumen, mit geb├╝gelter Kleidung und geputzten Schuhen. Liebevoll zurechtgemacht und niedergebettet. Er erkannte die Handschrift dieser Handlungen. Die blaue Substanz zog sich in einem Anfall seelischer Qual zusammen.
Der Geist lie├č von seinem einstigen Gef├Ą├č ab und raste zu seinem Sohn. Ein weiteres St├╝ck Menschlichkeit kehrte in ihn zur├╝ck, als er das geliebte, vom Leid verzogene Gesicht erblickte.

┬╗Linhard┬ź, wiederholte er sanft und nahm erneut seine vertraute Gestalt an.
Brandur legte die k├Ârperlosen Arme um seinen Sohn. Dort, wo er ihn ber├╝hrte, sp├╝rte er es mit seiner Substanz, auch wenn es keinen Gegendruck gab. Wie ein elektrisches Vibrieren, vielleicht waren es Linhards Nervenimpulse, die er sp├╝rte. Unwichtig. Er f├╝hlte seinen Jungen auch ohne K├Ârper und sein Junge war hier. Brandur wurde von reinster Liebe erf├╝llt, die er so nicht hatte empfinden k├Ânnen, so lange er in seinem K├Ârper gesteckt hatte. Sie glich der Liebe eines Neugeborenen zu seiner Mutter, frei jeglichen von Hintergedanken oder Zweifeln. Da war nur Liebe und sonst nichts. Das also hatte Dunwin mit seinen Worten gemeint, dass er die Welt nun klarer s├Ąhe. Ja, sie war eindeutig klarer. Das war sie, f├╝rwahr.

Und Dunwin selbst ... sein kleiner Bruder ... Brandur f├╝hlte, dass er ebenfalls hier sein musste. Er blickte sich um und entdeckte ihn in der Gestalt Aimerics. Fest verbunden mit dem neuen K├Ârper, der nun ihm geh├Ârte. Das Experiment war gegl├╝ckt. Dunwin lebte erneut.

Nun endlich erkannte Brandur auch die anderen Anwesenden. Er lie├č Linhard los. Aus eigener Erfahrung wusste er, wie kalt Geister sein konnten. Freunde und Familie standen im Burghof, sie alle waren den weiten Weg angereist und hatten sich versammelt, um ihn zu verabschieden. Und jetzt wurde Brandur auch bewusst, dass es nicht Osmunds Absicht gewesen war, ihn zu versklaven. Er hatte ihn zur├╝ckgerufen, um Abschied zu nehmen.

┬╗Ich muss mich bei dir entschuldigen, Osmund┬ź, erkl├Ąrte Brandur. ┬╗Ich habe einen Augenblick ben├Âtigt, um g├Ąnzlich in der Physis anzukommen und zu begreifen. Wir sind auf der Nachtburg, nicht wahr?┬ź
Er legte den Kopf zur├╝ck und blickte hinauf zu den beiden Monden, die hinter dem Bergfried schienen, der seinen langen schwarzen Schatten ├╝ber die Ruinenstadt im Tal warf.
┬╗Ja┬ź, gab er sich selbst die Antwort. ┬╗Hier sind wir. Gemeinsam.┬ź
Bild

Benutzeravatar
Linhard von Hohenfelde
Marquis
Beitr├Ąge: 98
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:19
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Rote Laterne

Re: Brandurs Tod

#14

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Di 6. M├Ąr 2018, 19:37

Osmund nickte nur schmunzelnd und deutete auf Linhard. Um ihn ging es hier nicht. Er hatte einem einsamen Jungen und einem alten toten Mann einen Wunsch erf├╝llt. Einen Wunsch, den er nicht abschlagen konnte.

Lin musterte Brandur liebevoll. Osmund hatte es tats├Ąchlich geschafft und die Seele seines Vaters zur├╝ck gebracht. Zuerst schien Brandur alles andere als erfreut dar├╝ber zu sein, dass man ihn aus dem Nexus zur├╝ckgerufen hatte. Lin konnte es ihm nicht verdenken.

Vermutlich gab es dort dr├╝ben genau dass, wof├╝r sie hier k├Ąmpfen mussten - Frieden.

Linhard erwiderte die Umarmung von Brandur. In der Grabesk├Ąlte dieses Geistes lag mehr W├Ąrme, als er je im Leben empfangen hatte. Lin st├Ârte sich nicht daran. Auch Dunwin hatte diese K├Ąlte ausgestrahlt, obwohl dieser niemals kalt zu ihm gewesen war.

Die Herzensw├Ąrme die sein Paps trotz seiner K├Ąlteaura ausstrahlte, ├╝berstieg alles, was Lin bis dato an positiven Gef├╝hlen erlebt hatte. Nur widerwillig lie├č er Brandur los. Aber es war unsinnig einen Geist festhalten zu wollen, ebenso h├Ątte Lin versuchen k├Ânnen, den Wind einzufangen.

Linhard r├Ąusperte sich und machte eine allumfassende Geste.

"Von mir, f├╝r Dich. Wir beide haben uns alles gesagt, was wir uns zu sagen hatten Paps. Wenn nicht mit Worten, dann mit Gesten und Taten. Du wirst immer einen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen haben Paps. Ich liebe Dich, Keks", erkl├Ąrte Linhard leise. Dennoch h├Ârte man seine Stimme auf dem gesamten Hof, so still war es. Das einzige Nebenger├Ąusch verursachten die brennenden Fackeln.

"Von Dunwin soll ich Dir folgendes mit auf den Weg geben Paps - "Die Zeit als Toter an Deiner Seite Bruder, war eine der wenigen gl├╝cklichen Zeiten, wo ich tats├Ąchlich gelebt habe. Mach es gut Brand, wir sehen uns auf der anderen Seite...".", rezitierte Lin und schwieg einen Moment.

"Als Dave und ich dies gemeinsam vorbereitet haben, habe ich unseren Wahlspruch f├╝r den heutigen Tag zum Besten gegeben. Dir zu Ehren Brandur und Deinem... unserem Traum entsprechend...

Hier endet heute der alte Weg und hier beginnt der neue - Bran-Dun-LinÔÇŽÔÇť,
fl├╝sterte Lin seinem Vater zu.

ÔÇ×So sei esÔÇť, antwortete die Gesellschaft geschlossen.
Bild

"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

Benutzeravatar
Ansgar von Hohenfelde
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 70
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:18
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Re: Brandurs Tod

#15

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Di 6. M├Ąr 2018, 19:57

Ansgar war gemeinsam mit seinem Leibdiener Janko angereist. Er hatte beschlossen sich von seinem Onkel zu verabschieden, da sie letztendlich doch noch zueinander gefunden hatten. Leider erst im Angesicht des Todes. Da erst hatten sie beide bemerkt, dass sie f├╝r das Gleiche eingestanden und gek├Ąmpft hatten.

Ans l├Âste sich von seinem treuen Diener und ging schwer gest├╝tzt auf seinen Stab nach vorne. Dort blieb er in einigem Abstand zu Brandur stehen und musterte ihn einen Augenblick lang. In Ansgars Blick lag Bedauern. Bedauern ├╝ber ihre verschwendete Zeit, es h├Ątte alles ganz anders verlaufen k├Ânnen und sollen. Nun war es f├╝r sie beide daf├╝r zu sp├Ąt. Brandur war gefallen und Ansgar war ein Schatten seiner selbst.

"Mit einem Schrei erblickten wir das Licht der Welt...
Schreiend existierten wir...
Schreiend k├Ąmpften wir...
Gegangen w├Ąren wir Hand in Hand...

Gegangen bist Du allein, ganz leise und mit einem L├Ącheln...
Pass auf Dich auf Onkel Brand",
sagte Ansgar mit Wehmut in der Stimme.

Benutzeravatar
Archibald von Dornburg
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 87
Registriert: Sa 25. Nov 2017, 22:34
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Rote Laterne

Re: Brandurs Tod

#16

Beitrag von Archibald von Dornburg » Di 6. M├Ąr 2018, 20:35

Archibald trat nach vorne und musterte den Geist Brandurs, ehe er sich mit allem Respekt verneigte.

"St├Ąrke bedeutet auch Fehler eingestehen zu k├Ânnen und Ihr habt dieses Eingest├Ąndnis von mir mehr als verdient.
Verzeiht mir Freiherr von Hohenfelde, ich entschuldige mich in aller Form bei Euch.
Mein ungeb├╝hrliches Verhalten Ihnen gegen├╝ber tut mir sehr leid.

Ich habe neben Euch agiert, ich habe sogar gegen Euch agiert.
Niemals zuvor lag ich mit der Einsch├Ątzung einer Person so falsch, wie bei Euch.

Ich habe das Offensichtliche ├╝ber all die Jahre nicht erkannt. Nicht nur hier als Ihr mit Eurem Bruder wieder vereint wart, sondern auch damals nicht.

Wir teilten das gleiche Ziel, was ich zu meiner Schande nicht erkannt habe.
Hier h├Ątten Verb├╝ndete sein k├Ânnen... sogar sollen oder m├╝ssen.
Dazu m├╝ssen wir keine Freunde sein, es reicht ein gemeinsames ZielÔÇŽ mit ehrlichen Absichten.

Es war einzig und allein mein Fehler. Ich habe versagt, nicht nur in der Einsch├Ątzung Eurer Person, auch in anderen Dingen.
Dingen die ich durch Selbstbeherrschung eventuell nicht getan h├Ątte... oder mit Mut zur Konsequenz.
Wer wei├č das schonÔÇŽ den Mut habe ich schlie├člich nie aufgebrachtÔÇŽ

Ich habe versagt Dunwin zu besch├╝tzen, der Stab hat versagt.

Ich lie├č es zu, dass der Hass in Eurer Familie soweit schwelt, dass er Jahrzehnte sp├Ąter meinen besten Freund und Schutzbefohlenen t├Âtete.
Der Tod in Form der Hand des eigenen SohnesÔÇŽ dies lie├č ich zuÔÇŽ
Schlimmer noch, ich habe den Hass den Weg geebnetÔÇŽ ich war ein Instrument dazu... und ich war es gern...

Das Versagen ist allein mir zuzurechnen.
Als ersten Mann des Stabes, als FreundÔÇŽ wie auch alsÔÇŽ Bestie....

Umso bedeutsamer ist Euer Sieg f├╝r die Familie.

Ihr habt auf Eure Art f├╝r die Familie gek├Ąmpft, nicht gegen sie, wie ich f├Ąlschlicherweise annahm.
Und Ihr seid in dieser Schlacht f├╝r die Familie gefallen.

Letztendlich habt Ihr mir sogar meinen Bruder zur├╝ck gegeben und dies in Euren letzten Atemz├╝genÔÇŽ
Ihr habt bereinigt was ich in meiner Achtlosigkeit und Arroganz verbockt habe.

Hierf├╝r Danke ich Euch in tiefster Demut, auch wenn es Euch nichts bedeutet...

Wie k├Ânnte es das auch nach meinen Worten und vor allem nach meinen Taten?
Dennoch stehen Euch diese Worte der Einsicht, Entschuldigung und Dankbarkeit von mir zu.
Ihr habt Sie Euch redlich verdient.

Mein Schwur an EuchÔÇŽ
Ich werde Euren Sohn Linhard mit allen mir zur Verf├╝gung stehenden Mitteln besch├╝tzen.
Von mir wird niemals eine Gefahr f├╝r Euren Sohn oder seine Kinder ausgehen, eher gehe ich",
sagte Archibald respektvoll.
Bild

"Damaged people are dangerous. They know they can survive." - Josephine Hart

Benutzeravatar
Marcella
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 46
Registriert: So 20. Aug 2017, 14:10
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Die Handelsallianz

Re: Brandurs Tod

#17

Beitrag von Marcella » Di 6. M├Ąr 2018, 23:29

Marcella
 
hatte Wolfi und ihren Meister Dave begleitet. Sie ging genauso nach vorne und schaute Brandur an. Marcella war nerv├Âs und ihre H├Ąnde schwitzten.
 
ÔÇ×Eine Familie soll zusammenhalten. Das stimmt Brandur. Was ich ├╝ber dich gedacht und gesagt hab, war aus Angst um Wolfi und meinen Meister. Eure Familie ist sehr kompliziert und gef├Ąhrlich. Ich denke ihr alle hattet Angst. Du hast Vers├Âhnung gesucht und ihr habt euch ausgesprochen. Du hast dein Versprechen als Familienchef gehalten und uns gegen den abscheulichen Vampir beigestanden. Auch wenn wir nichts miteinander zu tun hatten und ich nur der Lehrling von Dave und Wolfis Freundin bin, w├╝nsch ich dir alles gute Brandur. Ich werde dich in gute Erinnerung behalten. Unser Anfang war schlecht dann soll unser Abschied gut sein. Gute Reise.ÔÇť
 
Sie l├Ąchelte ihn freundlich an und ging zur├╝ck zu Wolfi und Dave.

Benutzeravatar
Maghilia von Hohenfelde
Marquise
Beitr├Ąge: 8
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:22
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Die Handelsallianz

Re: Brandurs Tod

#18

Beitrag von Maghilia von Hohenfelde » Di 6. M├Ąr 2018, 23:33

 
Maghilia
 
schaute Brandur lange an bevor sie was sagte.
 
ÔÇ×Du bist ein alter Narr und ein Dummkopf Brandur. So ein verr├╝ckter Idiot. Du hast ein Junge angenommen der nicht dein Sohn war. Ein Junge den niemand angenommen h├Ątte, weil er ein nutzloser nichtmagischer Bastard ist. So sagen es die alten Wege. Sein Vater selber h├Ątte ihn nicht behalten sollen. Das sagen die alten Wege um Wolfi zu sch├╝tzen. Du hast ihn nicht nur behalten, du hast den Junge sogar adoptiert. Dein Bruder hast du als Geist an deine Seite gerufen. Dann hast du von Frieden, Vers├Âhnung und Zusammenhalt geschwatzt. Du hast uns ganz sch├Ân viel ├ärger gemacht, mit deiner Rumstreiterei.
Und wof├╝r das alles Brandur? Damit eine uralte Frau wie ich lernt, dass sich k├Ąmpfen, lieben und ├╝ber den Tellerrand gucken doch lohnen kann. Danke Brandur und alles liebe f├╝r dich.ÔÇť
 
Maghilia l├Ąchelte ihn voller W├Ąrme an, so wie sie es nur ganz selten im Leben getan hatte.

Benutzeravatar
Melisande von Hohenfelde
Marquise
Beitr├Ąge: 6
Registriert: So 20. Aug 2017, 14:14
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz

Re: Brandurs Tod

#19

Beitrag von Melisande von Hohenfelde » Mi 7. M├Ąr 2018, 10:05

Melisande schaute ├╝ber die Gruppe der Anwesenden. Fast alle aus der Familie waren erschienen. Gl├╝cklicherweise fehlte nun ihr pers├Ânlicher Peiniger Dunwin, anwesend war hingegen sein Wahlbruder Archibald. Das Monster und die Bestie. Das Monster war erneut gestorben, als Geistwesen wieder von dieser Welt gegangen, was Melisande beruhigte. Aber letztendlich schien er sich gewandelt zu haben, nachdem was sie von Dave geh├Ârt hatte.

Das machte die alten Gr├Ąuel nicht ungeschehen, dies erteilte Dunwin keine Absolution, aber Brandur hatte ihm wie scheinbar auch der Bestie eine Lektion erteilt. Im Grunde ihnen allen, eine Lektion in Sachen Freundschaft, Zuneigung und Liebe.

Brandurs Ziele waren ehrbar in Melisandes Augen.

"Nichts muss so sein, nur weil es immer so gewesen ist, dass hast Du erkannt. Ich w├╝nsche mir f├╝r uns alle Frieden, weil Hass t├Âtet und jeder von uns doch nur das eine Leben hat. Du hast Deines f├╝r uns gegeben und noch vieles mehr. Ruhe in Frieden Brandur", sagte Melisande leise.
Bild

Benutzeravatar
Anwolf
Marquis
Beitr├Ąge: 69
Registriert: Sa 11. M├Ąr 2017, 09:00
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Rote Laterne

Re: Brandurs Tod

#20

Beitrag von Anwolf » Mi 7. M├Ąr 2018, 10:59

Wolfi hatte sich umgehend zu Ansgar gesellt, als dieser auf der Trauerfeier erschienen war. Anwolf hatte gehofft, gebetet und gefleht, dass sein Vater noch leben w├╝rde. Sie hatten weder eine Information erhalten, ob er noch lebte, noch konnten sie ihn selbst aufsp├╝ren. Sogar Brandur wusste angeblich nicht, wo Ansgar zu finden war.

Scheinbar doch, denn es war zu einem finalen Kampf zwischen Brandur und Ansgar gekommen.
Die Frage stellte sich nur, seit wann Brandur Ansgars Aufenthalt bekannt gewesen war. Aber wie Wolfi es auch drehte und wendete, letztendlich hatten ihn beide M├Ąnner - ein Vater und sein Gro├čonkel aus ihrem Krieg herausgehalten.

Mehr sogar noch, laut den Erz├Ąhlungen von Ansgar, waren beide bereit gewesen f├╝r ihre S├Âhne zu sterben und hatten sich letztendlich vers├Âhnt.

Anwolf war ehrlich, er war froh darum, dass sein Vater nicht gefallen war. Alles andere w├Ąre ein L├╝ge gewesen, aber Ansgar war nicht mehr die Person, die er einst kannte. Er war geschw├Ącht, st├╝tzte sich schwer auf seinen Stab und das obwohl in Wolfi st├╝tzte. Er war abgemagert, geradezu hager, sein Gesicht wirkte ausgezehrt. Aber vor allem wirkte er unendlich m├╝de.

Selbst seine Art war eine andere geworden. Kannte Wolfi seinen Vater sonst nur als tobendes Energieb├╝ndel, war der Mann neben ihm scheinbar die Ruhe selbst. Stoisch, unersch├╝tterlich, schweigsam - fast so als h├Ątte er mit Dave die Rollen getauscht. Aber wenn man genau hinsah, dann sah man das Funkeln eines ungebrochenen Geistes in seinen dunklen, eingefallenen Augen.

Er hatte eine schwere Verletzung davon getragen und eine erneute tiefe Wunde in seiner Seele kassiert, dessen war sich Wolfi bewusst. Aber beides w├╝rde heilen, daf├╝r w├╝rde er sorgen. Und falls sein Vater etwas von dieser Ruhe behielt, w├╝rde er vielleicht auch Daves Hilfe annehmen und sich mit Fin aussprechen, sie wenigstens anh├Âren. Dies hoffte jedenfalls Anwolf.

Wolfi wusste, dass es Ansgar mit dem Frieden genauso ernst war wie Brandur. Ansonsten w├Ąre er nicht auf dessen Beerdigung erschienen um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Dave erging es ebenso, er hatte den Frieden ausgehandelt und ihn ohne jeden weiteren Kommentar einfach aufgenommen. Nat├╝rlich war er sein Lehrling, aber er war nicht Daves Sohn. Sie hatten zusammengehalten als Onkel und Neffe, ohne jede Frage. Und was im Kleinen gelang, musste auch im Gro├čen funktionieren.

Anwolf hoffte, dass Ansgar auch bei Dave und Fingard genauso reagieren w├╝rde wie bei Brandur. Das er erkannte, das er hier v├Âllig ├╝ber reagiert hatte. Wolfi folgte Ansgars Blick. Sein Paps beobachtete Dave, nicht b├Âsartig oder mit Rachegedanken, sondern missend.

`Geh nachher zu ihm, er vermisst Dich auch┬┤, ├╝bermittelte Anwolf.

Ansgar strich Wolfi ├╝ber den Kopf und k├╝sste ihn auf die Stirn. Eine verbale oder mentale Antwort blieb er seinem Sohn schuldig, aber er schmunzelte ihn kaum merklich an.

"Das ich Dich vermissen w├╝rde, w├Ąre eine L├╝ge Brandur. Aber ebenso w├Ąre es eine L├╝ge, w├╝rde ich behaupten, Dich gekannt zu haben. Alles was ich von Dir wei├č ist, dass Du uns nichts angetan hast, obwohl Du es h├Ąttest tun k├Ânnen. Dass Du uns h├Ąttest aus der Familie verbannen k├Ânnen, es aber nicht getan hast. Dass Du Dich mit uns zur Verhandlung getroffen und den Frieden vereinbart hast. Dass Du zudem als es drauf ankam, Dein Wort gehalten und uns beigestanden hast.

Und letztendlich, dass Du mir meinen Vater gelassen hast... trotz allem, oder gerade deswegen.

Wer eine Maske tr├Ągt, kann nicht erwarten, dass man seine Tr├Ąnen sieht. Die Masken habt Ihr beide zum Schluss fallen lassen und die Wahrheit gesehen, Ihr habt Euch selbst in den Augen des anderen gesehen. Vielleicht ist dies der beste Spiegel, den man sich w├╝nschen kann. Man sagt den Augen schlie├člich nach Tor der Seele zu sein. Ich gebe Dir meinen Dank und meine besten W├╝nsche mit auf den Weg Brandur",
sagte Wolfi freundlich.
Bild

Antworten