Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aimeric versus Archibald

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte. Unter der F├╝hrung des neuen Oberhauptes Linhard verlie├č die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Archibald von Dornburg
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Aimeric versus Archibald

#1

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mi 28. Feb 2018, 22:11

Aimeric versus Archibald


Mitten in der Nacht machte es sich Archibald auf der h├Âlzernen Terrasse des kleinen Hauses im verborgenen Tal gem├╝tlich. Entspannt l├╝mmelte er sich in seinem Stuhl und betrachtete den n├Ąchtlichen Sternenhimmel.

"Na Du", gr├╝├čte ihn eine unbekannte Person und hockte sich zu ihm.
"Kennen wir uns?", fragte Arch lauernd.

"Ja... Bruder...", grinste Aimeric und z├╝ndete sich gen├╝sslich eine Rauchstange an.
"Bruder?!?" Du lehnst Dich verdammt weit aus dem Fenster... wer immer Du bist...", zischte Archi.

"Wer werde ich wohl sein?", lachte Aimeric leise.
"Ein lebensm├╝der, geistesgest├Ârter Irrer?", schlug Archibald vor.

"Dunwin!", schnauzte Aimeric.
"Was ist mit Dunwin? Und woher kennst Du ihn?", hakte Arch misstrauisch nach.

"Ich muss in ganzen S├Ątzen mit Dir reden... Einst kannte dieser K├Ârper Dunwin tats├Ąchlich. Dies war einst Aimeric de la Cantillion. Sohn von Melville de la Cantillion. Und Melville war der Bruder von Magdalena. Magdalena die Ehefrau von Brandur, meinem Bruder. W├Ąhrend des Duells auf der Scholle der Cantillions war Aimeric Schiedsrichter. Als Brandur gegen Ansgar k├Ąmpfte und fiel, befahl er mir in diesen K├Ârper zu fahren. Was ich tat. Und somit weile ich wieder unter den Lebenden, obwohl mein Bruder starb... sein letztes Geschenk an mich Archi", erkl├Ąrte Aimeric.
"Aber ja... dann kannst Du auch beweisen wer Du bist, korrekt?", fragte Archibald.

Aimeric musterte Archibald wehm├╝tig und nickte.
"Frag nur, frag was immer Du fragen magst Archi...", sagte Aimeric leise.

"Wann bin ich geboren?", fragte Arch.
"Am 25.11.141 bist Du geboren Arch", grinste Aim.

"Gl├╝ckstreffer, gut geraten. Wo?", bohrte Archibald weiter.
"Gl├╝ckstreffer?... In Shohiro", gab Aim zur├╝ck.

"War ja nicht sonderlich schwer, korrekt. Erh├Âhen wir mal die Schwierigkeit. Ich habe ein Hobby, welches?", fragte Arch.
"Du sammelst Spielzeug, Stofftiere, mechanisches, organisches Spielzeug...", antwortete Aimeric.

"Stimmt. Was geschah am 09.12.157? Was f├╝r ein Datum ist das?", fragte Arch, nahm sich eine von Aimerics Rauchstangen und z├╝ndete sie sich an.
"Du hast Deine Familie ausgel├Âscht, da Dein Vater herausgefunden hat, dass Du Spielzeug sammelst. Ich war dabei, Du hast mir Deine Sammlung gezeigt... das erste Mal in unserer Freundschaft...", fl├╝sterte Aimeric.

"Was habe ich Dir dort geschenkt?", wollte Archibald wissen.
"Eine Kette aus Rotgold, mit einem Taubenei gro├čen Rubin. Der Stein tr├Ągt den Namen, das Herz der Grausamkeit. Es war die Kette Deiner Mutter. Du hast ihr das Schmuckst├╝ck vom Halsstumpf gezogen, als Du sie enthauptet hast", wisperte Aimeric.

Archibald musterte seinen Gespr├Ąchspartner mit Argusaugen.

"Wie hie├č meine erste Sklavin? Und welchem Volk geh├Ârte sie an?", hakte Archibald nach.
"Tarul, es war eine kleine Arashi", beantwortete Aimeric die Frage.

"Wie hie├č mein pers├Ânlicher Hiwi aus Dunwins Stab? Wie hie├č der Fu├čsoldat? Und wie war sein Spitzname?", f├╝hrte Archibald sein Verh├Âr weiter.
"Dein Hiwi hie├č Kazar, aka die Narbenfresse. Das dusslige Schwein war oft Millimeter davor, von mir abgestochen zu werden. Wenn ich Dir was erlaubt habe, galt das f├╝r Dich von Dornburg. Du kannst Zugest├Ąndnisse nicht weiterreichen...", knurrte Aimeric.

"Richtig... absolut... richtig. Was esse ich am liebsten?", fragte Arch und blies Aimeric den Rauch ins Gesicht.
"Vierj├Ąhrige Kinder....", gab Aim grantig zur├╝ck, was Archibald schallend loslachen lie├č.

"Touche┬┤... Aimeric, Du bist gut informiert. Was geschah am 17.08.165?", fragte Arch lauernd.
"Am 17.08.165? Puh da muss ich ├╝berlegen...", gestand Aim.

"├ťberleg... ├╝berleg ganz genau... Aimeric", schnurrte Arch und l├Ąchelte.
"Droh mir nicht Archibald, ich wei├č was Dein L├Ącheln bedeutet... Ich komme nicht drauf... tut mir leid... Also was war dort?", seufzte Aimeric nach einigen Minuten des ├ťberlegens.

"Nichts...", lachte Archibald, w├Ąhrend Aimeric ihn giftig anfunkelte.
"Bei Dir wei├č man nie wo man dran ist von Dornburg!", murrte Aim.

"Wenn Du mein Bruder bist... sag mir unseren Satz ins Gesicht... ich glaube Dir, aber ich muss die Worte h├Âren... sag es!", befahl Arch schneidend.
"Die Bande der Liebe und der Freundschaft werden mit dem Tod nicht durchschnitten... Frau von Jesper", grinste Aimeric.

"Frau von Jesper... Du bist bekloppt... wobei... nein", antwortete Arch und schlug sich schlagartig ergriffen eine Hand vor den Mund, "er war es... ER! Du wurdest ja nur beschenkt, Du hast daf├╝r ja nichts getan. Das kannst Du ja nicht. Du wurdest durch ihn gesegnet, zur├╝ckgebracht... zu mir...".

"Ja Bruder... aber nenne mich bei meinen neuen Namen... und wir m├╝ssen uns kennenlernen... Du verstehst schon...", fl├╝sterte Aimeric.

"Ich verstehe gar nichts mehr...", gestand Arch und starrte mit Tr├Ąnen in den Augen erneut zu den Sternen auf, "Danke...".

Aimeric setzte sich mit seinem Stuhl ganz dicht neben Archibald und legte ihm einen Arm um die Schulter. Rauchend, schweigend und lautlos weinend starrten beide in den Nachthimmel.

Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit brach Archibald das Schweigen.
"Wie? Warum?", fragte er kaum h├Ârbar.

Aimeric kam dem Wunsch seines besten Freundes nach und erz├Ąhlte davon, wie sie die Versto├čung von Ansgar per Brief erhalten hatten. Wie sie nach Souvagne aufgebrochen waren und dass dort niemand anderes anwesend war auf der Scholle der Cantillions, als besagter Aimeric de la Cantillion.
Begleitet wurde Brandur nat├╝rlich von Linhard, ihm - Dunwin und Chirag.

Chirag erhielt an der Grenze Souvagnes erst einmal den Schock seines Lebens - wenn man von dem seiner Geburt absah.

Der Grenzposten teilte ihm mit, dass er kein de Dupont mehr sei, sondern dass seine Familie aufgrund Majest├Ątsbeleidigung aus Souvagne verbannt worden war. Das Wappen war gebrochen und aus der Heraldik entfernt worden. Die Burg der de Duponts war sogar geschliffen worden und die Familie wurde aus Souvagne gejagt wie Schwerverbrecher.

Der Grund hierf├╝r war das Geschenk dass, wie k├Ânnte es anders sein, Chirag dem Duc de Souvagne ├╝berreicht hatte. Es handelte sich um einen Barden der grauenvoller wohl nicht singen konnte. Der Gro├čherzog f├╝hlte sich aufs tiefste gekr├Ąnkt und beleidigt. Aus diesem Grund wurde die komplette Familie verbannt - und Chirag erfuhr davon erst an der Grenze.

Die erste H├╝rde war also damit, erst einmal Einlass in das Land zu bekommen. Brandur verlangte eine Amtsperson zu sprechen und hier erschien nun Comte Aimeric de la Cantillion. Nach einem l├Ąngeren Gespr├Ąch gelang es Brandur, diesen davon zu ├╝berzeugen sie erst einmal in seinem Haus anzuh├Âren.

Wie sich herausstellte, waren zwar alle anderen m├Ąnnlichen ├Ąlteren Verwandten von Aimeric nicht im Haus - daf├╝r aber Ansgar!

Brandur erkl├Ąrte Aimeric die Situation, aber leider wurde sie vor Ort nicht besser, sondern verwirrender. Ansgar war mittlerweile eingeb├╝rgerter Souvagner. Dies bedeutete, Verbrechen die er au├čerhalb Souvagnes beging, interessierten in Souvagne niemanden. Dort galt er als unbescholtener B├╝rger, auch wenn er dreimal t├Ąglich ├╝ber die Grenze lief und im Ausland Leute meuchelte. Ferner teilte Aimeric ihnen mit, w├╝rde die Souvagne Landsleute niemals an andere L├Ąnder ausliefern.

Der junge Comte forderte die Gruppe dazu auf mit Ansgar pers├Ânlich zu sprechen. Brandur stimmte dem zu, aber nicht ohne gleichzeitig einige Wachen zu ihrer Sicherheit zu verlangen. Aimeric kam dem Wunsch nach.

Und so kam es nach langer Zeit zu einem erneuten Treffen zwischen Brandur, Linhard, Chirag, ihm selbst und Ansgar.

Das Gespr├Ąch begann Feindseelig, wie sich jeder vorstellen konnte. Wechselte von der einen Seite auf die andere Seite, mal beschuldigte Ansgar und Brandur blieb die Ruhe in Person, dann wandte sich das Blatt und Ansgar lenkte ein, w├Ąhrend Brandur w├╝tend wurde und misstrauisch blieb.

Er selbst hatte sich mit Chirag dazu hinrei├čen lassen, Ansgar genau damit zu qu├Ąlen, was ihm einst angetan wurde, bis ihn Brandur, wohlberechtigt, zur Ruhe rief.

Brandur verlangte eine Antwort auf seine Frage, was Ansgar nun zu tun gedenke. Er wollte ganz sicher gehen, dass dieser seinem Linhard nicht mehr zu schaden gedachte.

Am Ende des Gespr├Ąchs hatte Ansgar sogar zugegeben nur noch seine Frau Fingard und Dave t├Âten zu wollen, da er sich von ihnen verraten f├╝hlte. Brandur erkl├Ąrte ihm in aller Ruhe, dass die beiden sich nur nicht an Ansgars Krieg beteiligt h├Ątten. So wie man Ansgar kannte, sah er die Sache f├╝r einen winzigen Moment ein, um einen weiteren Augenblick sp├Ąter erneut zu explodieren.

Letztendlich verlangte Brandur ein Duell um die Sache ein f├╝r alle male zu kl├Ąren. Das Duell wurde auf Mitternacht festgesetzt.

"Es war Mitternacht, wir warteten im stockdunklen Hof auf unseren Kontrahenten, aber er lie├č sich nicht blicken. Zuerst hatte ich die vage Hoffnung, dass er sich vielleicht wieder dr├╝cken w├╝rde. Das man am Morgen darauf doch noch einmal miteinander reden k├Ânnte.

Aber die Zeit des Redens war f├╝r Brandur schon lange vorbei...
Sie war nach dem Gespr├Ąch im Amtszimmer vorbei, nachdem er das Duell gefordert hatte. Ich denke er war genau wie ich des Redens einfach m├╝de geworden. Und das Misstrauen sa├č genauso tief bei ihm, wie bei mir. Er hatte wesentlich mehr zu verlieren als ich, aus dem Grund konnte ich gut zu weiteren Gespr├Ąchen aufrufen. F├╝r ihn stand das Leben von Linhard und sein eigenes auf dem Spiel. Niemand wei├č besser als wir wie es sich anf├╝hlt, in st├Ąndiger Bedrohung zu leben...

Das wusste Brandur, das wusste Ansgar, dass wusste ich... Linhard wusste es zum Gl├╝ck nicht. Jedenfalls wuchs er nicht unter permanenter Todesangst auf. Er kennt eine weitaus genauso schlimme Form der Grausamkeit, Isolation. Aber bis zum Eklat auf der Hochzeit kannte er seine eigene Familie nicht als t├Âdliche Bedrohung.

Und Brandur hatte wie immer Recht. Hatten wir nicht geschworen den alten Wegen zu entsagen?
Wie sollte er dann eine t├Âdliche Gefahr f├╝r sein Kind in der Welt belassen? Auch wenn diese Gefahr mein Kind war. Ich habe es letztendlich zerst├Ârt und zu dem gemacht was es ist - Linhards Peiniger.

Nie wieder soll einer der Unseren in permanenter Angst aufwachsen.
Nie wieder soll einer der Unseren sein eigenes Blut f├╝rchten m├╝ssen.

Also k├Ąmpften wir, so wie wir von Anfang an h├Ątten k├Ąmpfen m├╝ssen, Seite an Seite als Br├╝der!

Aber wir k├Ąmpften nicht nur Seite an Seite, sondern als eine Person. Als es im Kampf n├Âtig wurde, ergriff ich die Kontrolle ├╝ber Brandurs K├Ârper auf seinen Befehl hin. Zwei Seelen... ein K├Ârper... ein Ziel... Eins-Sein...

Nie waren wir uns n├Ąher als in diesem Moment...
Was wir mit diesem Zusammenhalt fr├╝her h├Ątten erreichen k├Ânnen wurde mir da erst in voller Tragweite bewusst. So h├Ątte es sein sollen, so h├Ątte es sein m├╝ssen und so w├╝rde es nach diesem Kampf f├╝r immer sein.

Ansgar griff uns mit Messern an und ich wich so gut es ging mit Brandurs geschundenen K├Ârper aus. Es sah nicht gut f├╝r uns aus, so befahl Brandur den Knochendrachen zu benutzen. Ich rammte Ansgar den Fl├╝gelbug des Knochendrachen mit brachialer Gewalt vor die Brust. Ausgef├╝hrt wie ein Handkantenschlag, nur mit dem Unterschied des Gewichtes dass dahinter steckte und dem Dorn, der auf dem Fl├╝gelbug prangt. Ich riss ihn von den Beinen und schleuderte ihn mehrere Meter zur├╝ck. Er hatte keinen Schutzzauber oder ├Ąhnliches auf sich gelegt...

Er blieb einfach liegen und r├╝hrte sich nicht mehr. Brandur lag ebenfalls auf dem Boden, f├╝r seinen K├Ârper waren die Strapazen des Kampfes zu viel. Zuerst vermutete ich eine List von Ansgar, aber es war keine.

Und auf einmal, urpl├Âtzlich, war es vorbei.

Brandur befahl mir, Ansgar neben sich abzulegen, was ich umgehend tat. Ansgar bat Brandur es zu beenden und danach den Brief an Wolfi abzuschicken den er bei sich trug. Vorher riss er sich eine Kette vom Hals, eine Kette aus Messing... er konnte keine Magie w├Ąhrend des Kampfes anwenden.
Er wollte sich bewusst von Brandur t├Âten lassen...

Brandur verlangte den Brief...
Der Brief...", erkl├Ąrte Aimeric und stockte.

"Was stand in dem Brief?", fragte Arch leise.

"In dem Brief stand:

Lieber Wolfi,

sobald Du diesen Brief in H├Ąnden h├Ąltst, verweile ich bereits im Nexus.
Sie wollten mir kein Leben schenken, sie wollten es mir nehmen.
Seit meiner Geburt trachteten sie mir stets nach dem Leben.
Heute haben sie es erhalten.

Ich bin m├╝de Wolfi, verzeih mir. Weine nicht um mich, ich habe diesen Weg freiwillig gew├Ąhlt.
Man kann nichts t├Âten, was nie lebte. Ich war Ihre Totgeburt.
Es h├Ątte mich nicht geben sollen, aber meine Existenz brachte etwas Gutes hervor - Dich.
Du bedeutest mir alles Wolfi.

Das Chevalier-Lehen de Chouinard in Souvagne, Lehen Nummer 4, unterstellt dem Comte de la Cantillion vererbe ich Dir, ebenso den Titel Chevalier Anwolf de Chouinard. Eine Bitte Wolfi, k├╝mmere Dich um Anna und Dein zu erwartendes Geschwisterchen.

In Liebe

Dein Papa


Vor dem Lesen bat Brandur um Licht, so verlie├č ich den Knochendrachen und beleuchtete mit meinem astralen K├Ârper den Brief, folglich las ich die Zeilen ebenso.

Ich wei├č nicht was wir erwartet hatten, Brandur vermutlich genauso wie ich einige letzte Zeilen des Hasses? Ein letzter Aufruf Linhard anzugehen oder seine H├Ąscher zu t├Âten?

Aber nichts davon stand in dem Brief, es war ein Brief von einem Vater an seinen geliebten Sohn. Ein Brief wie ich ihn selbst nie geschrieben hatte, weil ich mein ganzes Leben ├╝ber blind gewesen war. Blind vor Hass und vor Angst auf Alastair, aus Wut und aus Neid auf meine Br├╝der und ich lie├č es an jenen aus, die am wenigsten daf├╝r konnten. An jenen die ├╝berhaupt nichts f├╝r mein Leid konnten und ich benutzte Dich dazu Arch...

Brandur las die Zeilen und er verstand, dass Ansgar nur das war, was ich der Welt hinterlassen hatte. Er schenkte ihm das Leben.

Aber nicht nur ihm sondern auch mir...
Erneut...
Wieder einmal...

Niemand hat den Tod mehr verdient als ich...
Aber er schenkte mir das Leben...
Bot mir den K├Ârper Aimerics an...
Weshalb? Wieso? Warum? Ich wei├č es nicht...

In erster Linie um Linhard zu besch├╝tzen?
Um meine Schuld abzutragen?
Um etwas von meinen Verbrechen revidieren zu k├Ânnen?
Oder einfach nur weil Brandur mich ebenfalls liebte?

Warum auch immer, er tat es...
Er rettete mein Leben, w├Ąhrend er selbst starb...
Ich fuhr in diesen K├Ârper und er band mich daran...
Der m├Ąchtigste Ghul, so sagte er. Ich wei├č nicht was das bedeutet, ich wei├č nur, dass dieser Aimeric irgendwo noch in den Tiefen dieses K├Ârpers steckt. Es ist so... als m├╝sste ich ihn in einer Kammer gefangen halten... aber wenn ich mich auf ihn konzentriere, dann h├Âre ich ihn schreien...

Was scherte es Brandur?
Was schert es mich?

Nun er ist kein Hohenfelde...
Und er ist keiner von meiner Wahlfamilie...

Ich werde das Geschenk meines Bruders annehmen, achten und ich werde meine zweite Chance nutzen Archibald... Meine zweite Chance wird auch Deine sein... Du wirst an meiner Seite sein... im Guten diesmal.

Als Brandur und Ansgar nebeneinander lagen, flehte Lin Ansgar an Brandur zu retten...
Papa rette Paps...
Linhards Worte schn├╝rten mir die Kehle zu.

Und er tat es. Ansgar versuchte tats├Ąchlich Brandur zu retten...
Er reicht ihm die Hand und tat irgendwas magisches...
Brandur nahm die Hand.

Ich rief in dieser Gestalt nach dem Heiler, aber als er kam, war es bereits zu sp├Ąt.
Brandur war tot.

Brand hielt die Hand von seinem Enkel Ansgar und starb umgeben von Leuten die ihn liebten.
Seine letzte Order war, Ansgar soll leben und dies wird er auch...

Wir baten eines der Himmelsaugen um Hilfe, das sind Geistmagier, der Mann sollte Davard kontaktieren. Dave holte uns mit einem Greif ab.

Als Dave vor Brandur stand und versuchte zu verstehen, was er sah - sah ich in seine Augen.
Ich sah einen Abgrund aus Verzweiflung...
Ich sah ihn, so wie er eigentlich ist oder w├Ąre, wenn ich ihn nur gelassen h├Ątte...
Er sieht mir ├Ąhnlich... so verdammt ├Ąhnlich...
Und er hat um Brandur geweint...

Er darf nie erfahren, wer ich wirklich bin Archibald, denn ich werde es als Aimeric wieder gut machen. Jedenfalls ein klein wenig und dann wenn die Zeit reif ist, werde ich es ihm selbst sagen. Dann werde ich ihm verraten wer ich bin und was es mit diesem K├Ârper und meiner Maskerade auf sich hatte.

Vor langer Zeit sagte Dave einmal einen weisen Spruch - manchmal muss jemand sterben, damit ein anderer leben kann.

Wir h├Âren jetzt auf mit dem sterben und beginnen zu leben.
DAS ist meine Order, im Namen meines Bruders und Du wirst Lin und mir folgen", sagte Aim.

"Niemals zuvor habe ich mich so in einer Person get├Ąuscht wie in Brandur, er verdient meinen h├Âchsten Respekt und meinen Dank. Niemand aus Deiner Familie wird mehr sterben, ich folge Dir wie immer und ich weite meinen Schwur auf Linhard aus, Ominas Haere - Treue ├╝ber den Tod hinaus.

Ansgar schrieb weise Worte... es h├Ątte uns alle wohl nicht geben sollen. Wir sind alles Totgeburten Aim, unsere Eltern haben uns schon get├Âtet, bevor wir den ersten Atemzug nahmen. Und dies ├Ąndert sich auch nicht, wenn wir lebendes Fleisch fressen, wir bilden es uns nur f├╝r einige winzige Augenblicke ein, w├Ąhrend wir fressen. F├╝r den winzigen Moment des Gl├╝cks.

Aber wer w├Ąren wir, wenn wir so leicht aufgeben w├╝rden hm? Wir haben es bis hierher geschafft, dann schaffen wir auch noch den Rest des Weges. Gemeinsam, Seite an Seite, so wie es sich Dein Bruder w├╝nschte. Ich habe ihm Unrecht getan, denn wir beide k├Ąmpften f├╝r die gleiche Sache.

Noch ein Punkt, ich werde Dich versorgen, Du wei├čt was ein Ghul isst?", fragte Arch.
"Was isst ein Ghul?", hakte Aimeric nach und lehnte seinen Kopf gegen den von Archibald.
"Leichen... Menschenfleisch...", schmunzelte Arch, wischte Aimeric die Tr├Ąnen weg und k├╝sste ihn auf die Stirn.

"Menschenfleisch?", fragte Aimeric perplex.
"Menschenfleisch", best├Ątigte Archibald.
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"Damaged people are dangerous. They know they can survive." - Josephine Hart

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