Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Archibalds Tagebuch

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angef├╝hrt werden die Bei├čer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel f├╝r den ├ältesten zu finden.
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Versorger -- 183 n.d.A.

#31

Beitrag von Archibald von Dornburg » Sa 17. M├Ąr 2018, 20:06

Versorger -- 183 n.d.A.


Dunwin betrat Jespers Quartier und musterte Arch sowie van Verling.

"Arch wir m├╝ssen los", erkl├Ąrte Dun.
"Geh ohne mich, Jesper ist verletzt", antwortete Archibald.

"Luitgard k├╝mmert sich um ihn, falls er was ben├Âtigt. Komm", forderte Duwin.
"Du kennst ihn doch...", setzte Arch an.

"Du vertraust doch Luitgard oder nicht? Komm jetzt verdammt", murrte Dun.
"Ich vertraue jedem von Euch, aber Jesper braucht mich", sagte Archibald flehend.
"Lass ihn mich wenigstens zum Heiler begleiten Dun, dann geh├Ârt er Dir", warf Jesper ein.

Archibald und Dunwin starrten Jesper an.

"Was sagte ich? Du kennst ihn ja!", knurrte Arch.
"Stimmt. Gut bleibe bei ihm, k├╝mmere Dich um die Trottel. Bis sp├Ąter", verabschiedete sich Dunwin.

Archibald half Jesper beim Aufstehen und zog ihm vorsichtig das blutige Hemd aus. Er untersuchte die gro├če Schnittwunde genau, ehe er sein Versorgungsset holte.

"Stell Dich hin, lass die Arme locker an der Seite herabbaumeln. Einmal ├╝ber die Rippen und nach oben weggezogen. Richtig? So wurdest Du verletzt. Du wolltest Dich aus dem Angriff herausdrehen. Daf├╝r bist Du zu massig Jes, Du hast Dich selbst an fremder Klinge aufgeschlitzt. Quasi dem Feind die Arbeit abgenommen", sagte Arch besorgt, w├Ąhrend er Nadel und Faden bereit machte.
"Habe ich danach auch gemerkt. Kann ich mich beim N├Ąhen nicht hinsetzen? Falls mir schlecht wird", bat Jesper.

"Nein. In der Position wird die Naht gut und Dich kaum einschr├Ąnken. Sitzend oder liegend gen├Ąht, verzieht sich die Naht, so dass es bei normaler K├Ârperhaltung schmerzt oder rei├čt. Sag mir einfach Bescheid, falls Dir bl├╝merant wird", schmunzelte Archibald ihn an.
"Mach ich", st├Âhnte Jesper.

"Keine Angst, es geht los", antwortete Arch und fing an die Wunde zu vern├Ąhen.

Jesper schloss die Augen und biss die Z├Ąhne zusammen. Mittendrin hielt Arch inne und lauschte an Jespers Brustkorb, ehe er vorsichtig weiter n├Ąhte.

"Was war los?", fragte van Verling.
"Das eine St├╝ck hier ist sehr tief, ich hatte Bedenken, ob er Dich doch abgestochen hat, durch die Rippen. Deine Lunge klingt normal", sagte Archibald und n├Ąhte fertig.
"Nur geschnitten Kleiner, nicht gestochen", sagte Jesper.

"Schlimm genug. Nun setzt Dich besser und halt mit der anderen Hand Deine Kloten fest, denn das zieht rein. Dr├╝ber sch├╝tten oder lieber abtupfen?", fragte Archibald und z├╝ckte die Alkoholflasche zur Desinfektion.
"Sch├╝tt, dann ist es schnell vorbei", st├Âhnte Jesper und setzte sich auf die Bettkante.
Archibald nickte und goss einen Schwall des Alkohols ├╝ber Jespers frisch vern├Ąhte Wunde. Van Verling wurde blass wie ein Laken und Arch hielt ihn an der Schulter fest.

"Ganz ruhig, ist schon vorbei hm? Kopf im Nacken und durchatmen, Du hast es ├╝berstanden. Kommt nur noch der Verband drum", beruhigte ihn Arch.

Jesper nickte knapp. Archibald r├Ąumte alles weg und nahm das Verbandszeug zur Hand. Er legte einige Wundt├╝cher auf die vern├Ąhte Wunde, ehe er Jesper gro├čz├╝gig verband.

"Gleich bist Du eine Mumie", grinste Arch und gab Jesper einen Kuss auf den Kopf.
"Toll", grinste Jesper zur├╝ck.

"Ich lass den Verband was lockerer, dann schneidet er nicht ein und dr├╝ckt nicht. Du musst nur ein bisschen mehr aufpassen. Du legst Dich gleich hin", befahl Archibald.

Nachdem er sein Werk beendet hatte, half er Jesper dabei sich hinzulegen. Archibald r├Ąumte auf, stellte etwas zu trinken auf den Nachttisch und legte Jesper zwei B├╝cher ins Bett. Danach zog er sich den gro├čen Sessel heran und machte es sich darin bequem.

"Schlaf. Wenn was ist, sage mir sofort Bescheid", bat Arch.
"Du kannst wie immer neben mir liegen Archi", bot Jesper an.

"Nein, denn bewege ich mich oder sto├č Dich an, hast Du Schmerzen. Und ben├Âtigst Du etwas und ich klettere aus dem Bett, hast Du auch Schmerzen durch die Gewichtsverlagerung. Ich schlaf hier ganz gem├╝tlich", antwortete Arch und kraulte Jesper kurz den Sch├Ądel.
"Das ist lieb von Dir, Danke Archi", sagte Jesper und hielt Archibald Hand fest.

"Du sollst schlafen Jesper...", schmunzelte Arch liebevoll.
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Vater -- 171 n.d.A.

#32

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 2. Apr 2018, 17:26

Vater -- 171 n.d.A.


Der Schwertmeister sa├č in der Kutsche, ihm gegen├╝ber sa├č sein Untergebener, Kazrar kurz Kaz genannt. Archibald sagte kein Wort, sondern schlug seine Beine ├╝bereinander und faltete seinen krallenbewehrten Finger zusammen.

Die kleine Arashi die neben ihrem Herrn schweigend und fast unsichtbar abgewartet hatte, trat an seinen Platz heran und hielt ihm einen Teller mit rohen Fleischstreifen hin. Die Bestie nahm ihr den Teller ab und lie├č es sich schmecken.

"Aziz", raunte er kurz, a├č weiter und tippte mit einem seiner langen Finger auf die Karte.

Kazar wartete gehorsam ab.
"Gesundheit Archi", antwortete Kaz freundlich.

Der Schwertmeister schenkte seinem Untergebenen ein z├Ąhnefletschendes Grinsen.

"Ich danke Dir, allerdings habe ich nicht geniest", antwortete Archibald l├Ąchelnd und reinigte seine Finger von seiner Mahlzeit an einem Tuch, dass ihn seine Sklavin gereicht hatte.

"Aziz ist unser Ziel Kaz. Aziz lautet der Name des winzigen Ortes unserer Gastgeberin. Die Schmugglerin Jamai wurde hierf├╝r angeheuert und Du wirst mir dabei zur Seite stehen. Sieh zu dass wir vor Morgengrauen ankommen, ich habe keine Lust bei Licht zu reisenÔÇť, befahl Archibald.

"Setz Dich Tarul", ordnete Arch an. Der Schwertmeister nahm eine gem├╝tliche Haltung ein und deutete seiner Sklavin an, sich auf einen der weiteren freien Pl├Ątze zu setzen. Die Arashi folgte umgehend der Aufforderung ihres Herrn.

Kaz musterte seinen Vorgesetzten mit entschuldigendem Blick. Sein Blick wanderte zu Tarul. Er musterte die Arashi mit einem Seitenblick, ehe er sich der Karte zuwandte.

"Sofort Archibald", sagte Kazrar.

Der Untergebene gab alle n├Âtigen Befehle an den Kutscher weiter und ├╝berpr├╝fte danach seine Waffen.

"Beim n├Ąchsten Mal Kaz wirst Du vor dem Plausch mit dem Kutscher Deine Waffen ├╝berpr├╝fen, wie ├╝blich und nicht erst nachdem Du wir losgezogen sind. Merk Dir das, ein unachtsamer Moment, kann Dein letzter sein. Zuerst die Waffe, dann die Reise.
Eine Frage, ist irgendetwas nicht in Ordnung Kazrar? Missf├Ąllt Dir die Anwesenheit von Tarul?", hakte Arch nach und fixierte seinen Fu├čsoldaten mit stechendem Blick.

Der Untergebene nickte knapp und sch├╝ttelte danach leicht den Kopf.

"Ja Herr von Dornburg, Ihr habt Recht. Ich war unachtsam. Verzeiht meine Nachl├Ąssigkeit. Und nein Archibald, mir missf├Ąllt nichts an Taruls Anwesenheit. Ich habe nur geschaut, mehr nicht. Herr, was wisst Ihr von der Schmugglerin mit der wir uns treffen werden? Ist sie vertrauensw├╝rdig?", fragte Kaz freundlich.

"Ich wei├č genug, um nicht auf Deinen Ablenkungsversuch hereinzufallen. Vertrauensw├╝rdig?
Du sprichst von Vertrauen?!?
Vertrauensw├╝rdig ist niemand, keine einzige Person auf der Welt!
Was habe ich Dir beigebracht?", fragte der Schwertmeister scharf.

Seine Stimme klang wie in Watte gepackter, eiskalter Stahl, was Taruls Augen gl├Ąnzen lie├č. Diesmal war es Kazrar der die Krallen des Meisters zu sp├╝ren bekam.

"Du kannst nicht mal den Dingen trauen die Du siehst Du schwachsinniger Idiot!
Selbst Salz sieht aus wie Zucker!

Wie lange willst Du ├╝berleben?
Du hast mich um Anleitung und Ausbildung gebeten Kazrar!
Ich kam nicht zu Dir!

Ich habe es nicht n├Âtig, meine Zeit mit einem zwei- oder drittklassigen Bei├čer zu verschwenden, dem die B├╝ttel am Arsch kleben wie Fliegen auf einem Kuhfladen!

Nochmal! Wir nehmen bewusst die Informationen um uns herum wahr, achten auf noch so kleine Kleinigkeiten, achten auf Abweichungen von der Normalit├Ąt um Gewissheit zu erlangen, f├╝r die andere blind sind.

Wir lesen in Gesichtern, wir manipulieren Personen, ihren Willen zu unserem Vorteil. Wir sind jene die zugreifen und sich nicht greifen lassen!

Ich kann nicht st├Ąndig meinen Privatproviant mit Dir teilen. Und so langsam habe ich auch keine Lust mehr dazu Dich st├Ąndig durchzuf├╝ttern, wenn Du Dich derma├čen d├Ąmlich anstellst.

Was faselst Du also von Vertrauen Kazrar?

Die Schmugglerin wird unserer Sache dienen, solange die Taler flie├čen. So ist das bei Schmugglern. Und jetzt konzentriere Dich auf den Auftrag. Und auf das Wesentliche", ermahnte Archibald seinen Untergebenen streng.

Kaz sp├╝rte wie ihm die Zornesr├Âte ins Gesicht stieg. Sein Vorgesetzter hatte Recht, aber vor einer Sklavin zurechtgewiesen zu werden, ├Ąrgerte Karzar tief.

Archibald war nicht nur sein Vorgesetzter in Dunwins Truppe, er war auch sein Meister und Ausbilder, was den Ring der Menschenfresser anging. Sie beide hatten die selbe Vorliebe f├╝r Kinder, sie hatten sie zum Fressen gern.

Nur war Archibald ein au├čerordentlich guter und erfolgreicher J├Ąger, w├Ąhrend Kaz in seinem Windschatten lief und von dem lebte, was die Bestie f├╝r ihn ├╝brig lie├č. Sie waren ein Duo aus J├Ąger und Aasfresser.
Nat├╝rlich wusste sein Meister, warum er geschaut hatte.
Einerseits war die Arashi attraktiv.
Sie war h├╝bsch anzuschauen.

Aber sie war zeitgleich eine unliebsame Konkurrenz. Sie stand in der Gunst von Archibald, obwohl sie keine nennenswerten F├Ąhigkeiten hatte, au├čer Essen zu servieren und ein Quartier sauber zu halten.

Das Archibald ihr solche Aufmerksamkeit schenkte, dass sie sogar in der Kutsche sitzen durfte, verstimmte Kazrar. Er versp├╝rte einen Stich von Eifersucht. Das einzige was ihn daran hinderte die Arashi aus der Kutsche zu schmei├čen, war die Angst vor Archi. Kaz wollte nicht den Unmut seines Vorgesetzten auf sich ziehen.

"Ich wollte nur hinterfragen, ob diese Frau als zuverl├Ąssig gilt. Meine Wortwahl war unbedacht. Und meine ├ťberlegung. W├Ąre sie unzuverl├Ąssig, dann h├Ąttet Ihr sie nicht f├╝r unsere Mission ausgesucht. Ich wollte Euch nicht anzweifeln.

Ich habe nicht vergessen was Ihr mir beigebracht habt. Ich habe jedes Wort behalten, jede Weisheit die Ihr mich gelehrt habt. Ich werde nichts von alldem vergessen Archibald. Ihr seid wie ein Vater f├╝r mich", erkl├Ąrte Kaz.

"Dein Vater?...
W├Ąre ich Dein Vater Kaz....
W├Ąrst Du schon l├Ąngst tot...", grinste Archibald z├Ąhnefletschend und legte einen Arm um Tarul.
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Creme --180 n.d.A.

#33

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 2. Apr 2018, 17:38

Creme --180 n.d.A.

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Vermissen -- 203 n.d.A.

#34

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 2. Apr 2018, 17:44

Vermissen--203 n.d.A.

Archibald schlenderte auf Jesper zu, umarmte ihn und schmiegte sich fest an ihn. Jesper schaute verdutzt auf Archi, nahm ihn aber auch in die Arme.

"Was ist los?", fl├╝sterte van Verling.
"Ich wollte mich von Dir verabschieden Jesper. Wie lange wir unterwegs sein werden, kann ich Dir nicht sagen. Wir beide werden uns also eine ganze Zeit lang nicht sehen... Wir sollten nicht wiederholen was nach Dunwins Umzug geschah... drum verabschiede ich mich von Dir... ganz lieb... ", fl├╝sterte Archibald zur├╝ck.

"Lieb? Also das gef├Ąllt mir - Mund zulassen", grinste Jesper und k├╝sste Archibald liebevoll.
"Mach es mir nicht so schwer... ", antwortete Arch gl├╝cklich und dr├╝ckte sich auffordernd gegen Jesper.

"Ich mache es Dir h├Âchstens leicht, schwer machst Du es Dir nur selbst Arch. Das wird jetzt keine Grundsatzdiskussion, sondern ein Verw├Âhnen zum Abschied. Pass gut auf Dich und unsere Leute da drau├čen auf und baue keinen Mist in Souvagne. Ich m├Âchte, dass Du Deinen Kopf auf den Schultern beh├Ąltst Dornburg", sagte Jesper und strich Archibald durch die Haare.

Archi erwiderte die Geste und streichelte Jesper leise lachend ├╝ber den Sch├Ądel.

"Was gibt┬┤s da zu lachen?", gibbelte van Verling.
"Nicht ├╝ber Dich Jes. Ich lache, weil ich meinen Kopf auch gerne auf den Schultern behalten m├Âchte. Wir sind einer Meinung... wie so oft... Pass ebenfalls gut auf Dich auf... Ich vermisse Dich jetzt schon...", murmelte Arch.

"Was hast Du gesagt?", fragte Jesper und dr├╝ckte Archibald ganz fest an sich.
"Ich vermisse Dich jetzt schon!", wiederholte Arch lauter und kraulte Jesper die Flanken.

"Das sollte ich mir ins Tagebuch eintragen", grinste Jesper breit.
"Das glaubt Dir eh keine Sau", lachte Archibald.
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Re: Archibalds Tagebuch

#35

Beitrag von Archibald von Dornburg » So 15. Apr 2018, 23:33

Im Netz der schwarzen Witwe

├ť-18-Bereich
Derya-Story, Archibalds Tochter


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Re: Archibalds Tagebuch

#36

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mi 23. Mai 2018, 16:26

Lauschiges Pl├Ątzchen

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Ende der Schonfrist

#37

Beitrag von Jesper van Verling » Di 7. Aug 2018, 15:35

Ende der Schonfrist - 07.08.203 n.d.A.

Jesper van Verling war Ciel und Linhard nachgereist, er musst mit den beiden dringend reden. Und das was er zu sagen hatte, war keine leichte Kost. Er geh├Ârte zum Stab von Linhard und dort f├╝hlte er sich auch wohl. Gleichg├╝ltig was geschah, er w├╝rde treu an Linhards Seite bleiben. Brandur hatte ihn rekrutiert und ganz gewiss h├Ątte kein anderer einen derma├čen alten und aus der Form gekommenen Schwertmeister eingestellt. Den einen oder anderen Trick hatte er noch drauf, aber das war auch schon alles. Er konnte sich im Schwertkampf nicht mehr mit den J├╝ngeren messen und ebenfalls nicht mit Leuten wie Archibald, die nichts anderes taten als trainieren.

Sein St├Ąrke war sein Wissen, dies konnte er weitergeben und hoffte, dass Linhard es zu etwas Positivem verwandte. Bis jetzt hatten Brandur und er Wort gehalten. Wer wieder einmal nicht sein Wort gehalten hatte, war Archibald. Der Mann war wie vom Erdboden verschluckt und dies bedeutete niemals etwas Gutes. Archibald kochte wieder sein eigenes S├╝ppchen und meist hatte dies einige Opfer zur Folge. Jesper hatte kontrolliert ob Aimeric noch anwesend war, oder ob die beiden gemeinsam losgezogen waren. Aimeric de la Cantillion weilte noch am Hof. Er wusste ebenfalls nicht, wo sich Archibald herumtrieb. Das war schon erstaunlich, denn Arch war seinem Wahlbruder gegen├╝ber sonst offen. Jedenfalls dass, was f├╝r Archibald Offenheit bedeutete.

Als Dave am Hof erschien und urpl├Âtzlich Aufbruchstimmung herrschte, konnte sich Jesper denken, was Arch getan hatte. Vermutlich hatte er erneut die Geister angegriffen um rein vorsorglich jede Gefahr zu beseitigen. Jesper war es leid. Wo andere im Alter ruhiger wurden, sich sesshaft niederlie├čen fing Archibald erst an aufzudrehen. Und dass er zu allen ├ťberfluss auch noch ein Vampir geworden war, machte die Sache nicht einfacher. Im Gegenteil, sie verkomplizierte alles. Ein Geistmagier kam ihm nicht mehr bei, er lebte ewig, wenn er genug Blut trank und er w├╝rde Tag f├╝r Tag, Jahr f├╝r Jahr seine abnormen F├Ąhigkeiten steigern bis zum Endpunkt. Falls es ├╝berhaupt ein Limit gab, dass Archibald erreichen konnte.

Vermutlich waren auch einem Vampir k├Ârperliche Grenzen gesetzt, aber geistige kannte Archibald keine. Jesper stellte sich mit einem Schaudern einen Jahrhunderte alten Archibald vor. Es hatten bereits 62 Lebensjahre ausgereicht um ihn zu einer gewaltigen Bedrohung heranreifen zu lassen. Wobei er bereits als Jugendlicher eine t├Âdliche Bedrohung war. Die Gefahr lag nicht allein in Archibalds Kampff├Ąhigkeiten, die tats├Ąchliche Gefahr lag in seinem Erfahrungsschatz im Verborgenen zu agieren und unsichtbar Beute zu schlagen. Und die Erfahrung w├╝rde wachsen. Weiter, unaufh├Ârlich und es w├╝rde niemals enden. Er verspeiste seine Beute nicht mehr, er trank sie aus. Was machte das f├╝r einen Unterschied?

H├Ątte es f├╝r ihn einen Unterschied gemacht, ob er Arch damals im Keller voller geiler, woll├╝stiger Gier fressen oder trinken sah?

Es h├Ątte nicht den geringsten Unterschied gemacht.

Als Archibald fast ertrunken war und Damir M├Ąusehirn ihn zur├╝ck ins Leben holen konnte, hatte Brandur ihm Ansgars Boten ausgeh├Ąndigt. Nein, Fressen oder Trinken war kein Unterschied bei Arch. Er verleibte sich die Person lediglich in fl├╝ssiger Form ein, aber der Akt, die Handlung, die Gier ÔÇô das alles blieb gleich.

Das war die eine Seite von Archibald. Die andere kannten nur sehr wenige. Er konnte liebevoll, besorgt und feinf├╝hlig sein, aber meist tarnte er diese Emotionen hinter b├Âsartigem Gefrotzele oder stichelnden Beleidigungen. Die Bestie hatte verdient, dass man ihr den Kopf abschlug, aber jener Archibald der einfach nur eine verlorene Seele war, hatte Rettung verdient. Rigmor ÔÇô Archibalds Mutter h├Ątte den Tod verdient, w├Ąre sie nicht schon l├Ąngst durch die Hand ihres eigenen Sohnes gefallen. Sie war das wahre Monstrum hinter all dem Grauen. Sie hatte die Bestie erschaffen. Sie brachte ein unschuldiges Baby auf die Welt und verdrehte es zu einer abnormen Kreatur. Einer Bestie die N├Ąhe f├╝r Schw├Ąche hielt, aber sich nach nichts sehnlicher sehnte als nach dieser Schw├Ąche.

Aber die Bestie sprach nicht. Die Bestie fasste so gut wie nie in Worte, was sie sich wirklich w├╝nschte. Nein sie frass es in sich hinein. Mit jedem Opfer, mit jedem Bissen stahl sie sich etwas N├Ąhe die sie sonst niemals h├Ątte erhalten k├Ânnen.

Nur war dem nicht wirklich so, sie bildete es sich lediglich in ihrem Wahn ein. Sie sah nicht, dass sie N├Ąhe angeboten bekam, Zuneigung ja sogar Liebe. All das sah sie nicht, verstand sie nicht, konnte sie nicht begreifen da ihr Verstand derma├čen deformiert war. N├Ąhe bedeutete die Z├Ąhne einsetzen und Herunterschlingen von Fleisch. Warmen Fleisch, einer warmen, inneren Umarmung gleich. F├╝r jede andere N├Ąhe war die Bestie blind.

Jesper w├╝nschte sich, dass die Bestie nur ein einziges Mal sehen konnte, was er ihr angeboten hatte. Vielleicht h├Ątte schon eine einzige sehende Minute ausgereicht um Archibald zu kurieren, um ihm aufzuzeigen wie falsch seine Wahl des Vampirismus war.

Und nun war er wieder unterwegs, mit unbekanntem Ziel und undeutbarer Aufgabe.

Jesper f├╝rchtete sich, er hatte Angst um Brandur, Linhard und deren Familie, er hatte Angst um Dave und den Stab. Und er hatte auch Angst um sich. Die Zeit war gekommen, das alles zu beenden. Er hatte viel zu lange gewartet. Er wollte das die Bestie fiel, aber er wollte nicht das Archibald starb. So blieb nur eine M├Âglichkeit, sie mussten ihm eine Falle stellen und ihn f├╝r den Rest seines Lebens einsperren. Eigentlich geh├Ârte er seit seiner ersten Erbeutung in die Hochsicherheitsabteilung eines Sanatoriums. Sicher verwahrt an einem Ort, wo er niemandem schaden konnte, wo ihm aber auch nicht mehr als n├Âtig geschadet wurde. Arch hatte sich sein Schicksal nicht ausgesucht, seine Mutter hatte es ihm aufgezwungen.

Die Schonfrist f├╝r Archibald war vorbei, beschloss Jesper.

Er wollte Brandur und Linhard um diesen einen Gefallen bitten. Er wollte mit ihnen gemeinsam die Bestie aus dem Weg schaffen, aber so, dass Archibald ├╝berleben w├╝rde. Die Zukunft von Archibald sah Jesper in einer gesicherten Einrichtung, wo man sich gut um ihn k├╝mmerte und wo er ihn besuchen konnte. Er wusste, dass Arch ihn daf├╝r hassen w├╝rde. Aber Jesper wusste ebenso, dass er sich selbst wesentlich mehr hassen w├╝rde, sollte er jetzt keinen Schlussstrich unter dieses Grauen ziehen. Er hatte lange genug zugeschaut und auf eigener Faust versucht, Archibald zu retten. Er hatte versagt. Diesmal w├╝rde er nicht versagen, diesmal w├╝rde er es schaffen. F├╝r die Hohenfeldes, f├╝r den Stab, f├╝r sich, f├╝r alle anderen Unschuldigen da drau├čen und letztendlich sogar f├╝r Archibald.

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