Seid gegr├╝├čt, Reisender!

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Unter der schwarzen Wolke

Ledwick wurde vom Krieg am st├Ąrksten gebeutelt. Gebrochene D├Ąmme haben das im Tal liegende Gro├čherzogtum ├╝berschwemmt. Der Gro├čherzog ist im Krieg verschollen und Ledwick wird nun provisorisch von den f├╝nf Counts regiert.
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Chirag de Dupont
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Unter der schwarzen Wolke

#1

Beitrag von Chirag de Dupont » Fr 23. M├Ąr 2018, 15:54

Unter der schwarzen Wolke

Das Regenmoor war eine monotone Ein├Âde, ab und zu aufgelockert von Inseln kahler Moorbirken, deren St├Ąmme von unten schwarz angelaufen waren, als w├╝rden sie lebendig verfaulen - so wie die B├Ąume ihrer Heimat aussahen, f├╝hlten sich die Duponts. Man h├Ątte ihr Familienanwesen im Herzen des Regenmoores f├╝r ein leerstehendes Spukschloss halten k├Ânnen, ein einsames graues Gem├Ąuer, durch das der Wind pfiff. Die aufgesch├╝ttete Zufahrtsstra├če war von Unkraut ├╝berwuchert. Das Wollgras lie├č die im Dauerregen matschig gewordenen K├Âpfe h├Ąngen. Im Sommer konnte es hier recht h├╝bsch aussehen, wenn das Torfmoos rote Flecken bildete zwischen gelben Bl├╝ten und die blauen Moorfr├Âsche quakten, doch um diese Jahreszeit war das Regenmoor an Tristheit kaum zu ├╝berbieten. Meist war es hier still und neblig. Zu Recht fragten die wenigen Reisenden der Gegend sich, wovon die gefallene Rittersfamilie leben sollte - sie wussten es selbst nicht.

Es war der 23. des dritten Mondes 203 nach der Asche, die in Selbstironie am Blutger├╝st auf dem alten Galgenberg drapierte Glocke l├Ąutete. Es war ein nicht unbedeutender Tag f├╝r die Duponts. Bedeutend genug, dass sich ein Gro├čteil der Familie nun im Speisesaal ihres Spukschlosses versammelte. Der Tisch, um den sie sa├čen, war viel zu gro├č. Zwischen die Sitznachbarn h├Ątten jeweils noch ein bis zwei weitere G├Ąste gepasst. Die Duponts zogen allesamt Gesichter, die in anderen Familien zu Beerdigungen zur Schau getragen wurden. Hier geh├Ârte eine Trauermiene zum guten Ton, denn wer gut gelaunt dreinblickte, machte sich verd├Ąchtig, sich ├╝ber das kollektive Leid der Familie lustig zu machen oder zu dumm zu sein, die Tragweite ihres Elends in seiner G├Ąnze zu erfassen. Die grauen Banner mit der schwarzen Wolke hingen schwer ├╝ber ihnen, dem Verlust ihres Adelsstandes zum Trotz.

Das derzeitige Familienoberhaupt Chetan blickte heute besonders finster in die Runde, als w├╝rden seine schwarzen Augen jeden Einzelnen im Hinblick auf seinen Gem├╝tszustand ├╝berpr├╝fen.

┬╗Was gibt`s zu grinsen, Vianney?┬ź, raunzte er seinen Enkel an, als er meinte, eine Spur von Freude ├╝ber die Zusammenkunft in seinem Gesicht zu erkennen.

┬╗Nichts┬ź, gab Vianney betreten zur├╝ck.┬ź

┬╗Sehr richtig, es gibt nichts zu grinsen, nichts zu lachen und noch weniger irgendetwas Positives zu berichten. Als euer amtierendes Familienoberhaupt mit Einblick in die Versorgungslage, die Finanzen und die n├Ąheren wie ferneren Zukunftsaussichten, kann ich euch allen versichern, dass wir vollumf├Ąnglich am Arsch sind. Souvagne `at die Grenzen dicht gemacht. Sie `aben von Norden `er angefangen und ziehen einen Wall nach unten, in unsere Richtung und es ist davon auszugehen, dass sie ihn vor Ledwick schlie├čen werden. Bereits jetzt ist es schwierig, f├╝r die notwendigen Raubz├╝ge noch ins Landesinnere zu gelangen. Ich darf euch in Anbetracht der mageren Vorr├Ąte mitteilen, dass wir sp├Ątestens n├Ąchsten Winter alle verhungert sein werden. Im Sommer k├Ânnen wir uns wom├Âglich noch mit dem Sammeln von `eidelbeeren und dem Fang von Fr├Âschen ├╝ber Wasser `alten, danach ist Sense. Zick, vorbei, aus die Maus.┬ź

┬╗Wenigstens `at unser aller Elend dann ein Ende┬ź, versuchte der Onkel Kalenian sich an einer Aufmunterung.

Chetan funkelte ihn an, doch er widersprach dem Mann nicht. Daf├╝r hatte selbst er als Familienoberhaupt zu viel Respekt vor dem alten Haudegen, auch wenn dieser alle F├╝hrungsanspr├╝che in Chetans H├Ąnde gelegt hatte - nicht, weil er Chetan vertraute, sondern damit er selber oder seine eigenen S├Âhne sich nicht damit herumplagen musste, diese Familie vor dem endg├╝ltigen Untergang zu retten. Das konnten sch├Ân die Kinder seines Bruders ├╝bernehmen. Und der konnte nicht mehr widersprechen, da er tot war. Etwas neidisch dachte Chetan an seinen Vater, der nun friedlich in einem Massengrab schlummerte, w├Ąhrend er selbst die B├╝rde der Familie Dupont auf seinen Schultern trug und das war wahrlich keine kleine Last.

┬╗Ich finde deine Worte ziemlich pessimistisch┬ź, meldete sich nun sein ├Ąltester Sohn Cedric zu Wort.

┬╗Danke┬ź, erwiderte Chetan. ┬╗Ich `abe mir auch M├╝he gegeben, die Aussichtslosigkeit geb├╝hrend zu veranschaulichen.┬ź

┬╗Ja, deine Ansprachen verstehen es ganz vortrefflich, die Familie noch tiefer in den schwarzen Sumpf der Depression zur├╝ckzutreten. Sonst bist du doch immer derjenige gewesen, der versucht `at, noch irgendetwas zu rei├čen! Was ist los mit dir? Willst du wirklich dein Schwert ins Korn werfen, Vater?┬ź

┬╗Wenn es rein nach dem Wollen ginge, dem Gef├╝hl, w├╝rde ich Kalenians alten Vorschlag des kollektiven Suizides wom├Âglich wieder aufgreifen. Aber das w├Ąre ein Sieg f├╝r den Duc, eine feige Flucht. Das ist es doch, was sie wollen, uns krepieren sehen. Wir werden leben, rein aus Prinzip, auch wenn kein einziger von uns je auch nur einen Funken Freude dabei empfindet. Und wenn es nur dazu dient, Souvagne durch unsere Anwesenheit an seiner `├Ąsslichsen Grenze zu schaden.┬ź

┬╗Alles Weicheier┬ź, murrte Kalenian. ┬╗Fr├╝her h├Ątte man den rituellen Suizid durchgezogen. Es ist der einzige w├╝rdevolle Weg, um die Ehre der Familie doch noch zu retten.┬ź

┬╗Nicht jeder `ier m├Âchte seine Kinder sterben sehen, wei├čt du?┬ź, giftete Cedric. ┬╗Nur weil du ein alter Mann bist, der nichts mehr zu verlieren `at, m├╝ssen sich nicht alle selbst zugrunde richten! Das ist nicht, wof├╝r unsere Vorfahren so `art gearbeitet `aben.┬ź

┬╗Oho┬ź, h├Âhnte Kalenian. ┬╗Du meinst, sie `aben nicht daf├╝r gek├Ąmpft, konstant von allen Seiten betrogen und verraten zu werden? Da er ├Âffnest du ja eine ganz neue Perspektive, mit diesen Gedanken.┬ź

┬╗Beruhigt euch┬ź, bestimmte Chetan. ┬╗So lange ich Familienoberhaupt bin, wird kein kollektiver Selbstmord stattfinden. Du kannst dir gern einen Strick nehmen, Kalenian, du wei├čt wo sie liegen, sie sind sogar schon vorgekn├╝pft. Calvins Linie wird das nicht tun. Vater ist nicht gefallen, damit wir dem Feind die Arbeit abnehmen, sondern um sie ihm so schwer wie nur m├Âglich zu machen. Wir sind das Steinchen in seinem Schuh, der Pickel an seinem Sack. Das `abt ihr jetzt nicht geh├Ârt, Kinder┬ź, erg├Ąnzte er mit einem strengen Blick in Richtung von Celio und Cecil. Die beiden j├╝ngsten Duponts starrten ihn mit gro├čen schwarzen Augen an. ┬╗Verzeihung┬ź, r├Ąumte Chetan in Richtung ihres Vaters ein.

Cato, Chetans j├╝ngster Sohn und Bruder von Cedric, zuckte daraufhin nur die Schultern. ┬╗Manieren braucht man nicht in diesen Zeiten. Sie stehen nur im Wege. Wir `aben momentan ganz andere Priorit├Ąten. Von daher kannst du ruhig in ihrer Gegenwart reden, wie dir der Mund gewachsen ist, Papa.┬ź

┬╗Kinder brauchen Erziehung┬ź, wandte Cedric ein. ┬╗Ich bin nicht damit einverstanden, dass meine Kinder solche Kraftausdr├╝cke `├Âren und wom├Âglich nachplaudern. Wir sind trotz allem von Stand, egal was der momentane Duc und seine Lakaien uns weismachen wollen und sollten unsere Kinder ensprechend erziehen. Die Nobilitierung erfolgte damals durch Duc Varden `onore de Souvagne und er bleibt f├╝r mich der wahre `errscher dieses Landes. Daher werden meine Kinder erzogen, wie es unser alter Stand vorgibt, auch wenn er auf dem Papier nicht mehr existiert. Nicht umsonst `├Ąngt unser Wappen ├╝ber uns! Duc Varden `at nicht Sacha ermorden lassen, nicht Calvin und nicht Bianca und die anderen. Er `├Ątte all das nicht gewollt.┬ź

┬╗Die anderen sind zuf├Ąllig meine Enkel und meine Schwiegertochter gewesen┬ź, schnauzte Kalenian zur├╝ck.

┬╗Die du eh zum Suizid zwingen w├Âlltest, wenn sie noch lebten┬ź, entgegnete Chetan trocken. ┬╗Jetzt `├Ârt auf mit dem Gezanke, das ist ja `eute nicht zum Aushalten mit euch. Ich gebe zu, meine Ansprache war vielleicht nicht der beste Einstieg, aber momentan sieht es nun einmal wirklich besonders finster aus. Ich erwarte nicht wirklich sinnvolle Antworte, aber ich stelle meine Frage trotzdem: `at irgendwer einige brauchbare Ideen, um den drohenden `ungertod der gesamten Familie abzuwenden?┬ź

Er blickte in die Runde. Erwartungsgem├Ą├č sah er bei Kalenians Linie das gr├Â├čte Desinteresse. Kalenians Familie war jene, die vom Ungl├╝ck ihrer Familie am meisten gebeutelt war.

Sein Sohn Benjamin, der Frau und Kinder verloren hatte, las ein Buch. W├╝rde Chetan ihn ansprechen, w├╝rde er wohl wie immer vorschlagen, zu warten, zu beten und das Schicksal der Familie in die H├Ąnde Ainuwars zu legen. Er war vielleicht das resignierteste Familienmitglied ├╝berhaupt. Sein letztes lebendes Kind hatte er nach Naridien in Sicherheit geschickt. Seither verzog er sich in sich selbst, in eine Welt der Spiritualit├Ąt und des passiven Wartens.

Sein Bruder Bhajan sa├č bei seinem eigenen letzten verbliebenen Sohn Maxim, der den Kopf schief hielt und stumm wie ein Fisch in die Runde blickte. Maxim konnte nicht sprechen und Bhajan wollte nicht. Immerhin sah Bhajan ein wenig interessierter am Gespr├Ąch aus als Benjamin, der sich v├Âllig von der Welt verabschiedet hatte oder Kalenian, der es gern w├╝rde, aber aus irgendeinem Grunde doch nicht tat.

┬╗Irgendwer?┬ź, fragte Chetan noch einmal.
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Re: [Ledwick] Unter der schwarzen Wolke

#2

Beitrag von Celio Dupont » So 25. M├Ąr 2018, 19:31

Man hatte Celio gesagt, es sei ein besonderer Tag. Also hatte er sich die Haare gek├Ąmmt und die F├╝├če gewaschen und war in die Klamotten geschl├╝pft, die man ihm frisch geb├╝gelt auf sein Bett gelegt hatte. Dann hatte er gewartet. Kaum hatte er gewagt sich zu r├╝hren, geschweige denn, irgendeine T├Ątigkeit zu beginnen oder gar nach au├čen zu gehen, aus Sorge, er w├Ąre nicht rechtzeitig zur├╝ck. Nun sa├č er Stunden sp├Ąter endlich auf einer harten Bank und stellte fest, dass alles war wie immer, von der hohen Teilnehmerzahl vielleicht einmal abgesehen. Ebenso wie seine Schwester Cecil neben ihm, die nach einiger Zeit sch├╝chtern seine Hand ergriffen hatte, blickte Celio stumm und ausdruckslos nach oben zu seinem Gro├čvater und lauschte dessen d├╝steren Worten. Er dachte sich nichts dabei. Im Gegenteil: die Atmosph├Ąre war ihm so vertraut, dass er eine gewisse W├Ąrme und Geborgenheit aus ihr zog. Nicht einen Augenblick d├Ąmmerte Celio, dass es ungew├Âhnlich sein k├Ânnte, ├╝ber Dinge wie einen kollektiven Selbstmord zu sprechen und auch bei Gro├čvaters Fl├╝chen und Cedrics Seitenhieb auf ihre Erziehung blieb er regungslos sitzen. Erst als unheilvolles Schweigen den Raum einnahm und Chetans Frage wie die dunkle Wolke des Wappens selbst ├╝ber ihnen hing, sp├╝rte Celio, dass es dieses Mal wirklich ernst war. Automatisch begann er nach einer Antwort zu gr├╝beln, aus Furcht, sein Gro├čvater w├╝rde sofort erkennen, dass auch nur einer von ihnen nicht nach einer L├Âsung suchte. Eilig ging er in Gedanken durch, was er beitragen k├Ânnte. Wenn er noch weitere Boteng├Ąnge erledigte? Oder h├Âhere Preise daf├╝r verlangte? Oder vielleicht lie├č sich gar in den Tiefen der S├╝mpfe irgendetwas Essbares finden, eine Wurzel oder ein Kraut, dass er bislang einfach noch nicht entdeckte hatte? Inmitten seiner kindlich naiven Gr├╝belei dr├╝ckte Cecil seine Hand und Celio erschrak ├╝ber ihre K├Ąlte. Auch Cecil sp├╝rte, dass die Lage kritisch war. Gerne h├Ątte er ihr ein beruhigendes Wort zugeraunt, doch er wagte es nicht. Am Ende w├╝rde Chetan dies noch f├╝r eine Wortmeldung halten und Celio wusste genau, dass er kein Wort ├╝ber die Lippen br├Ąchte, w├Ąhrend all die anderen ihn ├╝berrascht und hie und da mit Sicherheit auch etwas misstrauisch ans├Ąhen. So blieb ihm nichts, als die Hand seiner Schwester sanft zur├╝ck zu dr├╝cken und weiter aufmerksam zu seinem Gro├čvater aufzublicken, in der Hoffnung, jemand anderes w├╝rde die Stimme heben.

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Unter der schwarzen Wolke

#3

Beitrag von Chirag de Dupont » Mo 26. M├Ąr 2018, 19:52

Chetan Dupont

Erwartungsgem├Ą├č lag ein betretenes Schweigen ├╝ber dem Saal. Das Feuer im Kamin schwelte wegen der Feuchte qualmend vor sich hin und anstatt W├Ąrme und Licht zu verbreiten, verbreitete es Gestank. Eine Holzbank knarrte, jemand hustete. Der Wind pfiff und die Banner bauschten sich kurz auf.

┬╗Das war`s also┬ź, konstatierte Chetan. ┬╗Wir sind dem Untergang geweiht. Ihr braucht euch nicht die M├╝he zu machen, eine Beerdigung vorzubereiten oder ein Testament zu schreiben, denn es wird niemand ├╝brig bleiben, um an den Gr├Ąbern zu weinen oder einen Nachlass zu verwalten. Wir werden die Toten unkompliziert im Moor bestatten und auf Gedenksteine und dergleichen verzichten. Am Ende wird nichts, aber auch gar nichts von uns ├╝brig bleiben.┬ź

┬╗Silvain┬ź, wandte Benjamin ein, ohne von seinem Buch aufzusehen. Er leckte den Finger an und bl├Ątterte eine Seite um. ┬╗Er war klug genug, sich auf seiner Naridienreise eine Einheimische anzulachen. Er wohnt nun da und tr├Ągt den Namen von Wigberg. Ihm wird es gut gehen und er wird unser Erbe weitertragen.┬ź

┬╗Die Naridier werden sich freuen┬ź, entgegnete Onkel Kalenian zynisch. ┬╗Wo sie doch schon Chirag an der Backe `aben. Sie k├Ânnen ein Gruselkabinett er├Âffnen.┬ź

┬╗Chirag w├╝rde ich au├čen vorlassen in unseren Betrachtungen. Wir wissen nicht, ob er ├╝berhaupt noch lebt┬ź, gab Bhajan zu bedenken.

┬╗Nat├╝rlich lebt er┬ź, schnauzte Chetan. ┬╗Ist unser Elend denn nicht Beweis genug daf├╝r, dass diese Ungl├╝cksschleuder noch unter den Lebenden wandelt? W├Ąre mein Bruder gestorben, w├╝rden wir das merken! Das Wasser w├╝rde verschwinden, die ├╝berfluteten Wiesen erbl├╝hen, die Tiere und die Menschen in dieses Lehen zur├╝ckkehren. Die Sonne w├╝rde aufgehen, die V├Âgel anfangen zu singen, die grauen Wolken sich verziehen und ewiger Fr├╝hling einkehren.┬ź

Den einen oder anderen Dupont sch├╝ttelte es bei dieser grauenhaften Vorstellung. Cato hielt seiner Tochter Cecil rasch die Ohren zu.

Cedric beobachtete es am├╝siert. ┬╗Ach! Jetzt auf einmal interessiert dich ihre Erziehung?┬ź, frotzelte er.

┬╗Schimpfw├Ârter sind das Eine, aber so was wie eben sollen sie nicht `├Âren! Am Ende werden sie zu Optimisten und laufen mit dem ber├╝chtigten rosa Blick durch Asamura. Das kann ich nicht verantworten. Meine Kinder werden keine Gutmenschen!┬ź Da die Gefahr inzwischen gebannt schien, gab er Cecils Ohren wieder frei und wuschelte Celio durch das Haar. ┬╗Was ist eigentlich dein Beitrag zum Tagesgeschehen, Bruder`erz?┬ź, fragte er.

Cedric fuhr mit einem Finger ├╝ber die Holzmaserung des leeren Esstisches. Nur ein paar Becher mit hei├čem Wasser standen darauf. ┬╗Nun, ich war im Gegensatz zu manchem `ier┬ź - er warf einen Blick in Benjamins Richtung, der unger├╝hrt sein Buch umbl├Ątterte - ┬╗nicht unt├Ątig. W├Ąhrend ich die Fallen kontrolliert `abe, die nat├╝rlich allesamt leer waren, `abe ich mich auch mit den Torfstechern unterhalten. Der gro├č`erzogliche Tross aus Souvagne, der in Richtung Drakenstein unterwegs war, ist zur├╝ckgekehrt, doch ohne das Ober`aupt. Der Duc de Souvagne, unser aller Feind, befindet sich also momentan noch in Ehveros - allein!┬ź

┬╗`├Ârt, `├Ârt┬ź, rief Chetan. ┬╗K├Ânnte darin nicht ein Wink des Schicksals zu erkennen sein? Man k├Ânnte versuchen, sich den Mann unter den Nagel zu rei├čen oder, sollte das nicht m├Âglich sein, ihn durch einen gezielten Schuss vom Antlitz Asamuras zu tilgen!┬ź

┬╗Das `├Ârt sich zu gut an, um wahr zu sein┬ź, entgegnete Cato skeptisch.

┬╗Meine Rede. Vielleicht ist Chirag doch gestorben?┬ź, schlug Onkel Kalenian vor.

┬╗M├Âglich w├Ąre es. Das werden wir sehen anhand des Erfolges oder Scheiterns! Denn wir werden diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Im Wegelagern sind wir schlie├člich ge├╝bt und wir kennen die Wege durch das Regenmoor. Wenn der Duc nach `ause will, muss er durch Ledwick! Folgendes! Wir bereiten ihm eine kleine ├ťberraschung. Wir sorgen daf├╝r, dass die wenigen nach der ├ťberflutung noch begehbaren Wege so umgestaltet werden, dass nur eine einzige komfortable Stra├če noch ├╝brig bleibt. Wenn er durch Ledwick will, wird er an unserer Falle vorbeim├╝ssen. Wir bringen Seine Durchlaucht in unsere Gewalt und nutzen ihn, um Souvagne zu erpressen. Die genauen Forderungen zu ├╝berlegen, gebe ich in deine `├Ąnde, Onkelchen.┬ź

Er nickte Kalenian zu.

┬╗Cato, Bhajan und Benjamin, ihr werdet die Wege umgestalten, indem ihr `ier und da einen Abfluss schafft oder einen verstopft. Es gen├╝gt, wenn die Stra├čen unbegehbar aussehen, selbst wenn nur ein wenig Wasser und Schlamm dar├╝berliegt, w├Ąhrend eine einzige, wunderbar saubere und trockene Stra├če den Weg des Duc bilden wird. Maxime `ilft euch, so gut er es vermag. Die Leitung des Ganzen wird Cedric inne`aben, da er sich im Regenmoor am besten auskennt.

Celio und Cecil, ihr lieben Kleinen. Auch ihr d├╝rft dazu beitragen, der Familie zu `elfen. Ihr werdet der Salzstra├če in Richtung Ehveros folgen und auskundschaften, ob und wann der Duc naht. Ihr seid klein und flink, unauff├Ąllig und wenig furchteinfl├Â├čend. Vor allem aber seid ihr leicht, was bedeutet, dass ihr quer durch das Regenmoor laufen und klettern k├Ânnt. Wo der Duc dem Verlauf der Stra├če folgen muss, k├Ânnt ihr einmal quer durch die Wildnis flitzen und uns Bescheid geben. Wenn ihr unterwegs nebenbei etwas Essbares findet, nehmt es mit.

`aben das alle verstanden? Noch Fragen?┬ź


┬╗Das ist Wahnsinn┬ź, st├Âhnte Cato.

┬╗Ich erkundigte mich nach Fragen, nicht nach Einw├Ąnden! Also! `at noch jemand eine Verst├Ąndnisfrage?┬ź Er blickte streng in die Runde.
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#4

Beitrag von Celio Dupont » Mi 11. Apr 2018, 11:55

Stolz sah Celio zu seinem Papa auf. Er konnte sich darauf verlassen, dass Cato ihn vor Unheil bewahrte und zu verhindern wusste, dass er auf die schiefe Bahn geriet. Mit Sicherheit war auch nur dies der Grund, dass er ihm wenig N├Ąhe gew├Ąhrte und eine Geste wie das Zerzausen seiner Haare eine Seltenheit darstellte. Celio nahm sich fest vor, seinen Papa niemals zu entt├Ąuschen. Vielleicht konnte er eines Tages sogar einmal seinen Gro├čonkel Chirag kennenlernen, der offenbar ein Musterbeispiel an DupontÔÇÖschem Verhalten war.

Der Klang seines Namens riss ihn aus den Gedanken und sein Herz klopfte merklich in seiner Brust. Die Aufgabe, die Gro├čvater ihm zuteilte war perfekt. Es kostete Celio einiges an M├╝he, nicht erfreut auszusehen. Das Moor war sein Zuhause. Er kannte sich dort aus wie kein Zweiter. Cecil hielt noch immer seine Hand, doch Celio vermochte nicht zu deuten, was sie angesichts der Aufgabe f├╝hlte. Bestimmt f├╝rchtete sie sich. Es war gut, dass sie zu zweit auf Erkundungstour gehen konnten, auch wenn er ohne sie schneller gewesen w├Ąre. M├Âglicherweise, so hoffte Celio, konnte die Frischluft gar ihrer Gesundheit dienen. Nach einem pr├╝fenden Blick zu seinem Vater, sah er wieder zu Chetan und sch├╝ttelte ganz leicht den Kopf, um deutlich zu machen, dass er keine Frage hatte. In seinem Kopf ging er bereits den Weg durch, den er nehmen konnte und verschiedene Unterschl├╝pfe, wo sie zur Not auch eine Weile ausharren konnten. Er wusste nicht, wie dieser Duc aussah, doch f├╝r Celio klang es, als k├Ânne man diese Reisegesellschaft gar nicht ├╝bersehen.

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#5

Beitrag von Chirag de Dupont » Fr 20. Apr 2018, 15:38

Cedric Dupont

Die Duponts machten sich also an die Arbeit. Da sie, wie die meisten Almanen, auf die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau bedacht waren, hatten die M├Ąnner an diesen Tagen eindeutig mehr zu tun. W├Ąhrend die Frauen sich um das Spukschloss k├╝mmerten und versuchten, den k├╝mmerlichen Gem├╝segarten am Leben zu erhalten, gestalteten die M├Ąnner den Sumpf um, um die Nebenstra├čen zu ├╝berschwemmen und nur die gro├če Salzstra├če frei zu lassen. In ihren d├╝steren, schlammverschmierten Kleidern sahen die M├Ąnner im Morgennebel fast aus wie Sumpfgespenster. Das Regenmoor war still, von ihrem Schnaufen und den Grabeger├Ąuschen ihrer Spaten abgesehen. Wegen der ├ťberschwemmung waren die meisten Tiere verhungert oder abgewandert. Nur ein paar Moorfr├Âsche quakten disharmonisch und trieben die Duponts mit ihren durchdringenden, monotonen Ger├Ąuschen fast in den Wahnsinn. Bhajan versuchte, m├Âglichst viele von den blauen Plagegeistern mit seinem Spaten zu erwischen. Die w├╝rde es sp├Ąter zum Abendbrot geben. Inzwischen war Moorfroschsuppe zu ihrem Hauptnahrungsmittel geworden.

Die Kinder scherten diese Sorgen wenig. Sie h├╝pften im Regenmoor von Insel zu Insel, von Grasb├╝schel zu Grasb├╝schel und kletterten ├╝ber die umgesunkenen B├Ąume. Cato war es, wie so oft, egal, was seine Kinder trieben und lie├č sie machen, w├Ąhrend er das Moor umgrub. Sein Bruder Cedric jedoch beschloss nach einigen Stunden, die Kinder entgegen Chetans Anweisungen doch lieber zu begleiten. Ihm war nicht wohl dabei, seinen Neffen und seine Nichte allein den Duc suchen zu gehen. Zu viel war in der Vergangenheit durch diese Unperson an Ungl├╝ck ├╝ber ihre Familie hereingebrochen. Er ├╝bertrug Bhajan das Kommando und folgte den Kindern, bis er sie eingeholt hatte. Das dauerte zwar, aber nicht ├╝berm├Ą├čig lange, denn er konnte ihre Spuren lesen und kannte das Moor als J├Ąger der Familie von ihnen allen am besten.

┬╗Na ihr beiden┬ź, begr├╝├čte er sie. Sein Gesicht war, wie es sich f├╝r einen waschechten Dupont geh├Ârte, bierernst, doch seine Stimme klang freundlich. ┬╗`abt ihr schon etwas Interessantes entdeckt?┬ź
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#6

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 22. Apr 2018, 02:00

Maximilien hatte gemeinsam mit seinem Gefolge die Burg von Gro├čherzog Felipe von Ehveros verlassen. Sie ritten den gleichen Weg zur├╝ck nach Souvagne, der sie nach Ehveros gef├╝hrt hatte. Von Drakenstein h├Ątte die Gruppe auch direkt hoch Richtung Beaufort ziehen k├Ânnen, aber daf├╝r h├Ątten sie die Berge durchqueren m├╝ssen. Eine beschwerlichere Reise, vor allem mit dem Wagen von Dominique.

So ritten sie erneut Richtung Ledwick um dort die Grenze nach Souvagne zu passieren. Neufville w├Ąre der Ort, den sie zuerst erreichen w├╝rden.

Maximilien schaute kurz ├╝ber die Gruppe. Sie alle schienen erleichert zu sein ├╝ber die Abreise. Monique schenkte ihm ein aufmunterndes L├Ącheln und Max schmunzelte zur├╝ck.

"In dem kleinen Kreis reisen und reden wir privat miteinander. Ich h├Ątte Dir gerne die Teilnahme an der Kr├Ânungsfeier geg├Ânnt Monique. Aber keine Kr├Ânungsfeier der Welt w├╝rde mich daran hindern, die Hochzeit meiner S├Âhne zu verpassen. Ich bin gespannt darauf, wen Greg und Ciel erw├Ąhlt haben", erl├Ąuterte Maximilien freundlich.
"Vielen Dank, die eigene Familie geht stets vor Maximilien. Der Hochzeit der beiden wohnen wir nicht nur als G├Ąste, sondern auch mit dem Herzen bei. Wo ich von einer Herzensangelegenheit spreche - mein Mann und ich haben ebenfalls eine Familie gegr├╝ndet. Ich bin in gl├╝cklichen, anderen Umst├Ąnden", verk├╝ndete Monique strahlend.

"Meinen herzlichen Gl├╝ckwunsch. Falls Du nicht mehr reiten kannst, m├╝de wirst oder Dich unwohl f├╝hlst, nutze Dominiques Wagen. Zwar ist er f├╝r andere Zwecke geschaffen, aber mit einigen Decken und dergleichen d├╝rfte man ihn zu einem notbehelfsm├Ą├čigen Reisegef├Ąhrt oder auch zu einer ├ťbernachtungsm├Âglichkeit umfunktionieren k├Ânnen. Immerhin wurden dort Gefangene eingesperrt. Der Umkehrschluss bedeutet, es kommt auch niemand hinein, sollte man den Wagen abschlie├čen. Nachts w├Ąrst Du darin zus├Ątzlich abgesichert, sprich neben unseren Klingen", erkl├Ąrte Max.
"Von mir ebenso die besten W├╝nsche f├╝r Euch, Euer Kind und Euren Gemahl", sagte Fabien freundlich.

"Das ist eine gute Idee, dennoch ist mir der Wagen etwas unheimlich. Ich bleibe lieber bei Euch allen an der Seite. Wer wird denn nun f├╝r uns dort vor Ort sprechen? Der Frieden war doch von allen gew├╝nscht oder nicht Maximilien?", fragte Monique.
"Das ist korrekt, der Frieden war von allen gew├╝nscht und wurde so gesehen bereits m├╝ndlich zugesagt. M├╝ndliche Zusagen gelten genauso wie schriftliche unter Ehrenm├Ąnnern. Dennoch sollte man lieber einen Vertrag unterschreiben. Ich werde einen Abgesandten mit der Wahrnehmung meiner Rechte beauftragen.

Massimo sei bitte so gut und kontaktiere Deinen Vater. Ich m├Âchte dass Matteo schnellstm├Âglich nach Ehveros reist und sich dieser Gelegenheit annimmt. Ich beauftrage ihn pers├Ânlich mit der Wahrnehmung meiner Rechte und Pflichten in dieser Angelegenheit. Er soll in meinem Namen den Friedensvertrag unterzeichnen.

Einen tats├Ąchlichen Vertrag, sowie eine ├╝bergreifende Staatsfreundschaft haben wir mit F├╝rst Tsaagan von Alkena. Unsere beiden L├Ąnder haben nicht nur einen bestehenden Friedensvertrag, sondern wir haben auch ein vertraglich unterzeichnetes B├╝ndnis geschlossen. Sogar die Staatsfreundschaft unserer beider Staaten haben wir in den Vertrag aufnehmen lassen. Nat├╝rlich muss keine Freundschaft per Vertrag besiegelt werden. Allerdings ist dies ein Zeichen, wie wertvoll man den Vertragspartner erachtet.

Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und einen regen Wissens- und Interessenaustausch. Mich w├╝rde sehr freuen, wenn der F├╝rst an der Hochzeit meiner S├Âhne teilnehmen w├╝rde. Alle anderen Staatsg├Ąste die bei den Verhandlungen anwesend waren, habe ich selbstverst├Ąndlich ebenfalls eingeladen. Dies gebietet die H├Âflichkeit und Gastlichkeit",
erz├Ąhlte Max.
"Wer tats├Ąchlich auf der Hochzeit Deiner S├Âhne erscheinen wird, wird sich zeigen. Ich gehe stark von F├╝rst Tsaagan von Alkena, dem Tarrik Tarkan und auch K├Ânig Dunkelerz aus. Ob die Counts kommen oder Gro├čherzogin Ricarda, kann ich nicht absch├Ątzen. Vielleicht letztere eher nicht Maximilien. Eine Hochzeit ist stets eine wunderbare Gelegenheit selbst zarte Bande zu kn├╝pfen.

Es sind ausreichend G├Ąste anwesend, vor allem von Adel und Stand. Eine gro├če, einmalige Gelegenheit selbst jemanden zu finden, den man ehelichen k├Ânnte. Und genau hier wird f├╝r die Gro├čherzogin von Ricarda von Ehveros das Problem liegen - sie scheut genau jene Entscheidung.

Sie gedenkt vermutlich noch lange nicht zu heiraten und falls sie eine Hochzeit in Erw├Ągung zieht, dann eine des Herzens. Was nicht hei├čen soll, dass man auf einer Hochzeit niemanden kennenlernen k├Ânnte, den man sp├Ąter von Herzen liebt. Beides ist m├Âglich - die standesgem├Ą├če Heirat oder die Liebesheirat. Es ginge sogar beides in Kombination, was wohl die sch├Ânste aller M├Âglichkeiten w├Ąre. Aber wie gesagt, laut ihrer eigenen Aussage hat sie an einer Eheschlie├čung kein Interesse.

F├╝r alles weitere wie gemeinsame Forschungsreisen oder ├Ąhnliches, wird sich die Gro├čherzogin von Ehveros sicher schriftlich von Amtswegen bei Dir melden. Von Herrscherin zu Herrscher - auf gleicher Augenh├Âhe",
grinste Fabien freundlich.

"Ob ich das dann sein werde, wird sich zeigen Fabs. Warten wir ab und schauen wir uns an, was Dreux geleistet hat. Was er weiterhin vorhat und was er f├╝r die Zukunft geplant hat. Ich werde nicht in die Souvagne einreisen und im gleichen Atemzug den Thron zur├╝ckverlangen.

Wie sieht das aus und was f├╝r ein Vater w├Ąre ich?

Meine Kinder habe ich nicht grundlos zur├╝ck in die Heimat geschickt. Ebenso habe ich Dreux die Krone nicht grundlos ├╝berreicht. W├╝rde ich ihm dieses Amt nicht zutrauen, h├Ątte ich ihm die Krone nicht aufsetzen d├╝rfen. Ich vertraue ihm und ich liebe ihn, wie jeden meiner S├Âhne. Die Erfahrung und den Feinschliff wird er sich noch aneignen m├╝ssen, dies ist mir bewusst. Aber es wird auch eine gute Pr├╝fung f├╝r ihn sein. Er wird daran wachsen, ein jeder w├Ąchst mit seinen Aufgaben.

Ich wei├č, Du hast die heimliche Frage aus einem anderen Grund gestellt.
Ich kann sie Dir nicht beantworten.

Ich werde abwarten und entsprechend der sich mir bietenden Situation entscheiden. Da die Hochzeit von Gregoire und Ciel allerdings ausgerufen wurde, bedeutet dies, dass Dreux als Duc die Eheschlie├čungen gebilligt hat. Und mit der Erlaubnis des Ducs geht auch die Trauung selbst einher. Der Duc h├Âchstpers├Ânlich traut jeden aus der Gro├čherzoglichen Familie - bis auf seine Person selbst, logischerweise.

Demzufolge werde ich bis nach der Hochzeit mit meiner Entscheidung warten, was die Amts├╝bergabe angeht oder nicht. Du kannst mich also nach den Feierlichkeiten, am besten am 05.05.203 noch einmal fragen, ob ich eine Abdikation unterzeichne oder ob ich das Zepter erneut zur Hand nehme. Zur Zeit mache ich mir dar├╝ber keine Gedanken, ich freue mich einfach auf die Hochzeit meiner Kinder",
antwortete Maximilien ehrlich.
"Dann feiern wir eventuell also unsere eigene Kr├Ânungsfeier nach der Hochzeit?", hakte Monique ergriffen nach.

"M├Âglich w├Ąre es", schmunzelte Maximilien.
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Comte Massimo de la Cantillion
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#7

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mi 25. Apr 2018, 01:38

Massimo

ritt neben seine Frau und h├Ârte zu was alle zu sagen hatten. Seine Frau schwatzte mit ihrem Herrn und sie hatten gute Laune. Massimo ging es genauso. Endlich waren sie auf dem Heimweg. Die Gl├╝ckw├╝nsche freuten ihn. Zuhause hatten sie nicht viel Zeit. Die Hochzeit von den Kindern ihres Herrn war schon bald. Sie mussten sich direkt nach ihrer Ankunft neue Kleidung zulegen. Massimo h├Ątte am liebsten eine Robe getragen. Moni wollte das sie passend gingen, also machten sie es so. Und weil seine Frau die Kleidung aussuchen wollte, hatte er keine Probleme. Sein Herr bat ihn darum seinen Vater zu rufen und nach Ehveros zu schicken. Befehle war Befehl, aber Massimo tat sein Vater leid. Jetzt hatte der das Geschw├Ątz zu ertragen. Aber besser der als er selber.

"Danke f├╝r die Gl├╝ckw├╝nsche. Wir freuen uns sehr ├╝ber den Kleinen. Wir wissen es selber erst kurz. Das es ein er wird, habe ich mit Magie ersp├╝rt. Manche Gelehrte schwatzen ja, dass Kinder alles mith├Âren im Bauch. Ich hoffe er hat w├Ąhrend den Verhandlungen geschlafen. Er h├Ątte sich nur ge├Ąrgert. Und er soll nicht in der Fremde geboren werden. Ich will nicht unversch├Ąmt sein, aber zum Gl├╝ck sind wir abgereist. Die ganze Sache war total undurchsichtig Herr. Felipie war eine Gefahr. Der Mann wusste selber nicht was der wollte. Der konnte nicht aus seine gierigen Haut. Ich werde mein Vater sofort eine Nachricht ├╝bermitteln."

Massimo konzentrierte sich und nutzte seine Gabe.

`Vater ich hab eine wichtige Nachricht f├╝r dich. Unser Herr der Duc m├Âchte dass du nach Ehveros reist. Du sollst f├╝r ihn den Friedensvertrag unterschreiben. Du hast die Ehre in seinen Namen unterschreiben zu d├╝rfen. Reise so schnell du kannst nach Ehveros. Wir reisen wieder nach Hause da seine beiden S├Âhne heiraten. Mach dich schnell auf den Weg. Und ich warne dich, Felipie kaut anderen ein Ohr ab. Sieh zu dass du dich weit von dem wegsetzt. Die Unterzeichnung findet auf der Kr├Ânungsfeier von Ricarda statt. Damit du vorgewarnt bist f├╝r die Kleiderwahl.┬┤

Massimo sammelte und erstattete seinen Herrn Bericht.

"Ich habe meinen Vater eure Nachricht ├╝bermittelt Herr."

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#8

Beitrag von Chirag de Dupont » Mi 25. Apr 2018, 10:30

Die Duponts schaufelten im Regenmoor. Eine Kr├Ąhe setzte sich auf einen nahen, abgestorbenen Baum und kr├Ąchzte d├╝ster. Der Nebel zog in dichten Schwaden zwischen den moosigen St├Ąmmen entlang. Der Familienbarde Nicolas sang zur Arbeit passende Balladen, wie "Die Moorritter" oder "Das Totengr├Ąberlied", damit es nicht langweilig wurde. In dieser schaurigen Atmosph├Ąre lie├č es sich angenehm arbeiten. Nur das Gequake der blauen Moorfr├Âsche st├Ârte die finstere Erhabenheit, so als ob diese l├Ąstigen kleinen Biester sich gegen die Duponts verschworen h├Ątten, unf├Ąhig, zu begreifen, welch gro├če Tat hier vorbereitet wurde. Ungeniert st├Ârten sie die Vorbereitungen mit ihrem misst├Ânenden Balzgesang. Inzwischen hatte Bhajan einen ganzen Eimer voll von ihnen erschlagen. Es trug nicht wirklich dazu bei, dass es leiser wurde, aber wenigstens w├╝rden sie heute Abend keinen Hunger leiden.

Nach vielen Stunden harter Arbeit war es so weit - die Salzstra├če bildete einen wunderbar sauberen, einladenden Weg und die Nebenstra├čen waren von einer d├╝nnen Schicht braunen, brackigen Moorwassers ├╝berflutet. Man h├Ątte trotzdem dort entlanggehen k├Ânnen, aber warum sollte man, wenn die Hauptstra├če doch so einaldend vor einem gl├Ąnzte? Sie suchten sie sich eine sch├Âne Stelle f├╝r ihren Hinterhalt aus und bereiteten alles vor. Die wichtigste Rolle w├╝rde die Kette spielen, die sie auf der Stra├če unsichtbar unter das Laub legten.
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#9

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 25. Apr 2018, 12:51

Matteo

`Sohn richte dem Duc aus, dass ich mich unverz├╝glich auf den Weg gemacht habe. Dank Parcivals Unterst├╝tzung bin ich noch rechtzeitig vor Ort erschienen. Massimo, diese Kr├Ânung ist ganz anders, als jene in Souvagne. Ricarda wurde von einem Priester gekr├Ânt, dass hat mich sehr erstaunt, aber jedes Land hat andere Sitten, Gebr├Ąuche und Traditionen.

Du h├Ąttest das Gesicht von Felipe sehen sollen. Das Gesicht eines dispotischen Tyrannen, der sich nicht mehr hinter der Maske eines wohlwollenden Herrschers verstecken muss. Weshalb er seine Tochter mit einem derartigen Blick bedachte entzieht sich meiner Kenntnis. Aber dieser Blick lie├č jedes liebende Vaterherz bluten.

So darf ein Vater sein Kind nicht anschauen und ein Mann von Ehre, sollte keine Frau dieser Welt mit solch niedertr├Ąchtiger Verachtung ansehen. Soweit mir bekannt ist, war es doch Felipe selbst, der seiner Tochter die Krone ├╝berreichen wollte.

Eine nie dagewesene Neuerung, dass eine junge Frau selbst als Monarchin das Amt der Staatsoberhauptes antritt. Weshalb ├╝berreichte er die Krone an seine Tochter, wenn er ihr diese nicht g├Ânnt? Jedenfalls ist dies nach seinem Gesichtsausdruck zu vermuten.

Vielleicht gibt er auch Ricarda insgeheim die Schuld daran, kann w├╝rdiger Stammhalter geworden zu sein. Sprich er gibt ihr die Schuld, kein Sohn zu sein. Aber daf├╝r kann die junge Frau nichts. Und h├Ątte Felipe lieber einen Sohn auf dem Thron, dann h├Ątte er sich neu verm├Ąhlen sollen und h├Ątte seiner Pflicht als Familienoberhaupt nachkommen sollen. Aber das tat der Mann nicht, also sollte er froh und stolz auf ├╝ber so eine Tochter sein.

Nun als erstes wurden F├╝rst Tsaagan von Alkena und Tarrik Tarkan gebeten den Friedensvertrag zu unterschreiben.
Sobald wir an der Reihe sind, werde ich mich unverz├╝glich bei Dir melden mein Sohn.

Erstens ob es sich tats├Ąchlich nur um einen Friedensvertrag handelt. Und zweitens, sollte dem nicht so sein, welche Zusatzklauseln enthalten sind. Trifft zweites zu Massimo, wirst Du den Duc um seine Meinung dazu fragen. Ich w├╝nsche Euch eine angenehme Heimreise und passt gut auf Euch auf. Wir h├Âren voneinander mein Kleiner┬┤,
├╝bermittelte Matteo freundlich, ehe er die Verbindung zu seinem j├╝ngsten Sohn beendete.
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#10

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mi 25. Apr 2018, 18:43

Alcanterra schritt in die Sumpflande. Das Schlachtross des Duc blieb einen Moment lang stehen. Genau wie sein Herr und dessen Begleiter warf es einen Blick auf die braune, tr├╝be Br├╝he die die meisten Wege bedeckte. Maximilien t├Ątschelte den Hals seines Pferdes.

Die braun-graue Jauche hatte die gleiche Farbe wie die gesamte Umgebung. Alles war ein Misch-Masch aus dunklen, depressiven Farben. Einzig und allein die blauen Fr├Âsche bildeten einen abwechslungsreichen Farbtupfer in diesem distopischen Landflecken. Maximilien gefiel es nicht, sein Tier durch etwas waten zu lassen, wo man den Grund des Weges nicht sah.

Falls unter der Br├╝he ├╝berhaupt ├╝berall ein Weg war. Die Gefahr sich an rasiermesserscharfen Felsen oder abgestorbenen Zweigen zu verletzen war zu hoch. Eine Verletzung in solch einem Wasser konnte durch Wundbrand den sicheren Tod bedeuten und sie hatten keinen Heiler dabei. Max blickte ├╝ber seine Gruppe, sein Blick blieb kurz an Monique h├Ąngen.

Sein Blick kehrte zur├╝ck zur Stra├če, er w├Ąhlte den einzigen sauberen und seiner Meinung nach sicheren Weg. Das Quaken der blauen Fr├Âsche untermalte seine Entscheidung.
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