Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Unter der schwarzen Wolke

Das subtropische Großherzogtum Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein.
Das subtropische Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt nun alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein. Vor ihm liegt eine große Aufgabe.
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Unter der schwarzen Wolke

#1

Beitrag von Chirag de Dupont » Fr 23. Mär 2018, 15:54

Unter der schwarzen Wolke

Das Regenmoor war eine monotone Einöde, ab und zu aufgelockert von Inseln kahler Moorbirken, deren Stämme von unten schwarz angelaufen waren, als würden sie lebendig verfaulen - so wie die Bäume ihrer Heimat aussahen, fühlten sich die Duponts. Man hätte ihr Familienanwesen im Herzen des Regenmoores für ein leerstehendes Spukschloss halten können, ein einsames graues Gemäuer, durch das der Wind pfiff. Die aufgeschüttete Zufahrtsstraße war von Unkraut überwuchert. Das Wollgras ließ die im Dauerregen matschig gewordenen Köpfe hängen. Im Sommer konnte es hier recht hübsch aussehen, wenn das Torfmoos rote Flecken bildete zwischen gelben Blüten und die blauen Moorfrösche quakten, doch um diese Jahreszeit war das Regenmoor an Tristheit kaum zu überbieten. Meist war es hier still und neblig. Zu Recht fragten die wenigen Reisenden der Gegend sich, wovon die gefallene Rittersfamilie leben sollte - sie wussten es selbst nicht.

Es war der 23. des dritten Mondes 203 nach der Asche, die in Selbstironie am Blutgerüst auf dem alten Galgenberg drapierte Glocke läutete. Es war ein nicht unbedeutender Tag für die Duponts. Bedeutend genug, dass sich ein Großteil der Familie nun im Speisesaal ihres Spukschlosses versammelte. Der Tisch, um den sie saßen, war viel zu groß. Zwischen die Sitznachbarn hätten jeweils noch ein bis zwei weitere Gäste gepasst. Die Duponts zogen allesamt Gesichter, die in anderen Familien zu Beerdigungen zur Schau getragen wurden. Hier gehörte eine Trauermiene zum guten Ton, denn wer gut gelaunt dreinblickte, machte sich verdächtig, sich über das kollektive Leid der Familie lustig zu machen oder zu dumm zu sein, die Tragweite ihres Elends in seiner Gänze zu erfassen. Die grauen Banner mit der schwarzen Wolke hingen schwer über ihnen, dem Verlust ihres Adelsstandes zum Trotz.

Das derzeitige Familienoberhaupt Chetan blickte heute besonders finster in die Runde, als würden seine schwarzen Augen jeden Einzelnen im Hinblick auf seinen Gemütszustand überprüfen.

»Was gibt`s zu grinsen, Vianney?«, raunzte er seinen Enkel an, als er meinte, eine Spur von Freude über die Zusammenkunft in seinem Gesicht zu erkennen.

»Nichts«, gab Vianney betreten zurück.«

»Sehr richtig, es gibt nichts zu grinsen, nichts zu lachen und noch weniger irgendetwas Positives zu berichten. Als euer amtierendes Familienoberhaupt mit Einblick in die Versorgungslage, die Finanzen und die näheren wie ferneren Zukunftsaussichten, kann ich euch allen versichern, dass wir vollumfänglich am Arsch sind. Souvagne `at die Grenzen dicht gemacht. Sie `aben von Norden `er angefangen und ziehen einen Wall nach unten, in unsere Richtung und es ist davon auszugehen, dass sie ihn vor Ledwick schließen werden. Bereits jetzt ist es schwierig, für die notwendigen Raubzüge noch ins Landesinnere zu gelangen. Ich darf euch in Anbetracht der mageren Vorräte mitteilen, dass wir spätestens nächsten Winter alle verhungert sein werden. Im Sommer können wir uns womöglich noch mit dem Sammeln von `eidelbeeren und dem Fang von Fröschen über Wasser `alten, danach ist Sense. Zick, vorbei, aus die Maus.«

»Wenigstens `at unser aller Elend dann ein Ende«, versuchte der Onkel Kalenian sich an einer Aufmunterung.

Chetan funkelte ihn an, doch er widersprach dem Mann nicht. Dafür hatte selbst er als Familienoberhaupt zu viel Respekt vor dem alten Haudegen, auch wenn dieser alle Führungsansprüche in Chetans Hände gelegt hatte - nicht, weil er Chetan vertraute, sondern damit er selber oder seine eigenen Söhne sich nicht damit herumplagen musste, diese Familie vor dem endgültigen Untergang zu retten. Das konnten schön die Kinder seines Bruders übernehmen. Und der konnte nicht mehr widersprechen, da er tot war. Etwas neidisch dachte Chetan an seinen Vater, der nun friedlich in einem Massengrab schlummerte, während er selbst die Bürde der Familie Dupont auf seinen Schultern trug und das war wahrlich keine kleine Last.

»Ich finde deine Worte ziemlich pessimistisch«, meldete sich nun sein ältester Sohn Cedric zu Wort.

»Danke«, erwiderte Chetan. »Ich `abe mir auch Mühe gegeben, die Aussichtslosigkeit gebührend zu veranschaulichen.«

»Ja, deine Ansprachen verstehen es ganz vortrefflich, die Familie noch tiefer in den schwarzen Sumpf der Depression zurückzutreten. Sonst bist du doch immer derjenige gewesen, der versucht `at, noch irgendetwas zu reißen! Was ist los mit dir? Willst du wirklich dein Schwert ins Korn werfen, Vater?«

»Wenn es rein nach dem Wollen ginge, dem Gefühl, würde ich Kalenians alten Vorschlag des kollektiven Suizides womöglich wieder aufgreifen. Aber das wäre ein Sieg für den Duc, eine feige Flucht. Das ist es doch, was sie wollen, uns krepieren sehen. Wir werden leben, rein aus Prinzip, auch wenn kein einziger von uns je auch nur einen Funken Freude dabei empfindet. Und wenn es nur dazu dient, Souvagne durch unsere Anwesenheit an seiner `ässlichsen Grenze zu schaden.«

»Alles Weicheier«, murrte Kalenian. »Früher hätte man den rituellen Suizid durchgezogen. Es ist der einzige würdevolle Weg, um die Ehre der Familie doch noch zu retten.«

»Nicht jeder `ier möchte seine Kinder sterben sehen, weißt du?«, giftete Cedric. »Nur weil du ein alter Mann bist, der nichts mehr zu verlieren `at, müssen sich nicht alle selbst zugrunde richten! Das ist nicht, wofür unsere Vorfahren so `art gearbeitet `aben.«

»Oho«, höhnte Kalenian. »Du meinst, sie `aben nicht dafür gekämpft, konstant von allen Seiten betrogen und verraten zu werden? Da er öffnest du ja eine ganz neue Perspektive, mit diesen Gedanken.«

»Beruhigt euch«, bestimmte Chetan. »So lange ich Familienoberhaupt bin, wird kein kollektiver Selbstmord stattfinden. Du kannst dir gern einen Strick nehmen, Kalenian, du weißt wo sie liegen, sie sind sogar schon vorgeknüpft. Calvins Linie wird das nicht tun. Vater ist nicht gefallen, damit wir dem Feind die Arbeit abnehmen, sondern um sie ihm so schwer wie nur möglich zu machen. Wir sind das Steinchen in seinem Schuh, der Pickel an seinem Sack. Das `abt ihr jetzt nicht gehört, Kinder«, ergänzte er mit einem strengen Blick in Richtung von Celio und Cecil. Die beiden jüngsten Duponts starrten ihn mit großen schwarzen Augen an. »Verzeihung«, räumte Chetan in Richtung ihres Vaters ein.

Cato, Chetans jüngster Sohn und Bruder von Cedric, zuckte daraufhin nur die Schultern. »Manieren braucht man nicht in diesen Zeiten. Sie stehen nur im Wege. Wir `aben momentan ganz andere Prioritäten. Von daher kannst du ruhig in ihrer Gegenwart reden, wie dir der Mund gewachsen ist, Papa.«

»Kinder brauchen Erziehung«, wandte Cedric ein. »Ich bin nicht damit einverstanden, dass meine Kinder solche Kraftausdrücke `ören und womöglich nachplaudern. Wir sind trotz allem von Stand, egal was der momentane Duc und seine Lakaien uns weismachen wollen und sollten unsere Kinder ensprechend erziehen. Die Nobilitierung erfolgte damals durch Duc Varden `onore de Souvagne und er bleibt für mich der wahre `errscher dieses Landes. Daher werden meine Kinder erzogen, wie es unser alter Stand vorgibt, auch wenn er auf dem Papier nicht mehr existiert. Nicht umsonst `ängt unser Wappen über uns! Duc Varden `at nicht Sacha ermorden lassen, nicht Calvin und nicht Bianca und die anderen. Er `ätte all das nicht gewollt.«

»Die anderen sind zufällig meine Enkel und meine Schwiegertochter gewesen«, schnauzte Kalenian zurück.

»Die du eh zum Suizid zwingen wölltest, wenn sie noch lebten«, entgegnete Chetan trocken. »Jetzt `ört auf mit dem Gezanke, das ist ja `eute nicht zum Aushalten mit euch. Ich gebe zu, meine Ansprache war vielleicht nicht der beste Einstieg, aber momentan sieht es nun einmal wirklich besonders finster aus. Ich erwarte nicht wirklich sinnvolle Antworte, aber ich stelle meine Frage trotzdem: `at irgendwer einige brauchbare Ideen, um den drohenden `ungertod der gesamten Familie abzuwenden?«

Er blickte in die Runde. Erwartungsgemäß sah er bei Kalenians Linie das größte Desinteresse. Kalenians Familie war jene, die vom Unglück ihrer Familie am meisten gebeutelt war.

Sein Sohn Benjamin, der Frau und Kinder verloren hatte, las ein Buch. Würde Chetan ihn ansprechen, würde er wohl wie immer vorschlagen, zu warten, zu beten und das Schicksal der Familie in die Hände Ainuwars zu legen. Er war vielleicht das resignierteste Familienmitglied überhaupt. Sein letztes lebendes Kind hatte er nach Naridien in Sicherheit geschickt. Seither verzog er sich in sich selbst, in eine Welt der Spiritualität und des passiven Wartens.

Sein Bruder Bhajan saß bei seinem eigenen letzten verbliebenen Sohn Maxim, der den Kopf schief hielt und stumm wie ein Fisch in die Runde blickte. Maxim konnte nicht sprechen und Bhajan wollte nicht. Immerhin sah Bhajan ein wenig interessierter am Gespräch aus als Benjamin, der sich völlig von der Welt verabschiedet hatte oder Kalenian, der es gern würde, aber aus irgendeinem Grunde doch nicht tat.

»Irgendwer?«, fragte Chetan noch einmal.
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Re: [Ledwick] Unter der schwarzen Wolke

#2

Beitrag von Celio Dupont » So 25. Mär 2018, 19:31

Man hatte Celio gesagt, es sei ein besonderer Tag. Also hatte er sich die Haare gekämmt und die Füße gewaschen und war in die Klamotten geschlüpft, die man ihm frisch gebügelt auf sein Bett gelegt hatte. Dann hatte er gewartet. Kaum hatte er gewagt sich zu rühren, geschweige denn, irgendeine Tätigkeit zu beginnen oder gar nach außen zu gehen, aus Sorge, er wäre nicht rechtzeitig zurück. Nun saß er Stunden später endlich auf einer harten Bank und stellte fest, dass alles war wie immer, von der hohen Teilnehmerzahl vielleicht einmal abgesehen. Ebenso wie seine Schwester Cecil neben ihm, die nach einiger Zeit schüchtern seine Hand ergriffen hatte, blickte Celio stumm und ausdruckslos nach oben zu seinem Großvater und lauschte dessen düsteren Worten. Er dachte sich nichts dabei. Im Gegenteil: die Atmosphäre war ihm so vertraut, dass er eine gewisse Wärme und Geborgenheit aus ihr zog. Nicht einen Augenblick dämmerte Celio, dass es ungewöhnlich sein könnte, über Dinge wie einen kollektiven Selbstmord zu sprechen und auch bei Großvaters Flüchen und Cedrics Seitenhieb auf ihre Erziehung blieb er regungslos sitzen. Erst als unheilvolles Schweigen den Raum einnahm und Chetans Frage wie die dunkle Wolke des Wappens selbst über ihnen hing, spürte Celio, dass es dieses Mal wirklich ernst war. Automatisch begann er nach einer Antwort zu grübeln, aus Furcht, sein Großvater würde sofort erkennen, dass auch nur einer von ihnen nicht nach einer Lösung suchte. Eilig ging er in Gedanken durch, was er beitragen könnte. Wenn er noch weitere Botengänge erledigte? Oder höhere Preise dafür verlangte? Oder vielleicht ließ sich gar in den Tiefen der Sümpfe irgendetwas Essbares finden, eine Wurzel oder ein Kraut, dass er bislang einfach noch nicht entdeckte hatte? Inmitten seiner kindlich naiven Grübelei drückte Cecil seine Hand und Celio erschrak über ihre Kälte. Auch Cecil spürte, dass die Lage kritisch war. Gerne hätte er ihr ein beruhigendes Wort zugeraunt, doch er wagte es nicht. Am Ende würde Chetan dies noch für eine Wortmeldung halten und Celio wusste genau, dass er kein Wort über die Lippen brächte, während all die anderen ihn überrascht und hie und da mit Sicherheit auch etwas misstrauisch ansähen. So blieb ihm nichts, als die Hand seiner Schwester sanft zurück zu drücken und weiter aufmerksam zu seinem Großvater aufzublicken, in der Hoffnung, jemand anderes würde die Stimme heben.

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Unter der schwarzen Wolke

#3

Beitrag von Chirag de Dupont » Mo 26. Mär 2018, 19:52

Chetan Dupont

Erwartungsgemäß lag ein betretenes Schweigen über dem Saal. Das Feuer im Kamin schwelte wegen der Feuchte qualmend vor sich hin und anstatt Wärme und Licht zu verbreiten, verbreitete es Gestank. Eine Holzbank knarrte, jemand hustete. Der Wind pfiff und die Banner bauschten sich kurz auf.

»Das war`s also«, konstatierte Chetan. »Wir sind dem Untergang geweiht. Ihr braucht euch nicht die Mühe zu machen, eine Beerdigung vorzubereiten oder ein Testament zu schreiben, denn es wird niemand übrig bleiben, um an den Gräbern zu weinen oder einen Nachlass zu verwalten. Wir werden die Toten unkompliziert im Moor bestatten und auf Gedenksteine und dergleichen verzichten. Am Ende wird nichts, aber auch gar nichts von uns übrig bleiben.«

»Silvain«, wandte Benjamin ein, ohne von seinem Buch aufzusehen. Er leckte den Finger an und blätterte eine Seite um. »Er war klug genug, sich auf seiner Naridienreise eine Einheimische anzulachen. Er wohnt nun da und trägt den Namen von Wigberg. Ihm wird es gut gehen und er wird unser Erbe weitertragen.«

»Die Naridier werden sich freuen«, entgegnete Onkel Kalenian zynisch. »Wo sie doch schon Chirag an der Backe `aben. Sie können ein Gruselkabinett eröffnen.«

»Chirag würde ich außen vorlassen in unseren Betrachtungen. Wir wissen nicht, ob er überhaupt noch lebt«, gab Bhajan zu bedenken.

»Natürlich lebt er«, schnauzte Chetan. »Ist unser Elend denn nicht Beweis genug dafür, dass diese Unglücksschleuder noch unter den Lebenden wandelt? Wäre mein Bruder gestorben, würden wir das merken! Das Wasser würde verschwinden, die überfluteten Wiesen erblühen, die Tiere und die Menschen in dieses Lehen zurückkehren. Die Sonne würde aufgehen, die Vögel anfangen zu singen, die grauen Wolken sich verziehen und ewiger Frühling einkehren.«

Den einen oder anderen Dupont schüttelte es bei dieser grauenhaften Vorstellung. Cato hielt seiner Tochter Cecil rasch die Ohren zu.

Cedric beobachtete es amüsiert. »Ach! Jetzt auf einmal interessiert dich ihre Erziehung?«, frotzelte er.

»Schimpfwörter sind das Eine, aber so was wie eben sollen sie nicht `ören! Am Ende werden sie zu Optimisten und laufen mit dem berüchtigten rosa Blick durch Asamura. Das kann ich nicht verantworten. Meine Kinder werden keine Gutmenschen!« Da die Gefahr inzwischen gebannt schien, gab er Cecils Ohren wieder frei und wuschelte Celio durch das Haar. »Was ist eigentlich dein Beitrag zum Tagesgeschehen, Bruder`erz?«, fragte er.

Cedric fuhr mit einem Finger über die Holzmaserung des leeren Esstisches. Nur ein paar Becher mit heißem Wasser standen darauf. »Nun, ich war im Gegensatz zu manchem `ier« - er warf einen Blick in Benjamins Richtung, der ungerührt sein Buch umblätterte - »nicht untätig. Während ich die Fallen kontrolliert `abe, die natürlich allesamt leer waren, `abe ich mich auch mit den Torfstechern unterhalten. Der groß`erzogliche Tross aus Souvagne, der in Richtung Drakenstein unterwegs war, ist zurückgekehrt, doch ohne das Ober`aupt. Der Duc de Souvagne, unser aller Feind, befindet sich also momentan noch in Ehveros - allein!«

»`ört, `ört«, rief Chetan. »Könnte darin nicht ein Wink des Schicksals zu erkennen sein? Man könnte versuchen, sich den Mann unter den Nagel zu reißen oder, sollte das nicht möglich sein, ihn durch einen gezielten Schuss vom Antlitz Asamuras zu tilgen!«

»Das `ört sich zu gut an, um wahr zu sein«, entgegnete Cato skeptisch.

»Meine Rede. Vielleicht ist Chirag doch gestorben?«, schlug Onkel Kalenian vor.

»Möglich wäre es. Das werden wir sehen anhand des Erfolges oder Scheiterns! Denn wir werden diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Im Wegelagern sind wir schließlich geübt und wir kennen die Wege durch das Regenmoor. Wenn der Duc nach `ause will, muss er durch Ledwick! Folgendes! Wir bereiten ihm eine kleine Überraschung. Wir sorgen dafür, dass die wenigen nach der Überflutung noch begehbaren Wege so umgestaltet werden, dass nur eine einzige komfortable Straße noch übrig bleibt. Wenn er durch Ledwick will, wird er an unserer Falle vorbeimüssen. Wir bringen Seine Durchlaucht in unsere Gewalt und nutzen ihn, um Souvagne zu erpressen. Die genauen Forderungen zu überlegen, gebe ich in deine `ände, Onkelchen.«

Er nickte Kalenian zu.

»Cato, Bhajan und Benjamin, ihr werdet die Wege umgestalten, indem ihr `ier und da einen Abfluss schafft oder einen verstopft. Es genügt, wenn die Straßen unbegehbar aussehen, selbst wenn nur ein wenig Wasser und Schlamm darüberliegt, während eine einzige, wunderbar saubere und trockene Straße den Weg des Duc bilden wird. Maxime `ilft euch, so gut er es vermag. Die Leitung des Ganzen wird Cedric inne`aben, da er sich im Regenmoor am besten auskennt.

Celio und Cecil, ihr lieben Kleinen. Auch ihr dürft dazu beitragen, der Familie zu `elfen. Ihr werdet der Salzstraße in Richtung Ehveros folgen und auskundschaften, ob und wann der Duc naht. Ihr seid klein und flink, unauffällig und wenig furchteinflößend. Vor allem aber seid ihr leicht, was bedeutet, dass ihr quer durch das Regenmoor laufen und klettern könnt. Wo der Duc dem Verlauf der Straße folgen muss, könnt ihr einmal quer durch die Wildnis flitzen und uns Bescheid geben. Wenn ihr unterwegs nebenbei etwas Essbares findet, nehmt es mit.

`aben das alle verstanden? Noch Fragen?«


»Das ist Wahnsinn«, stöhnte Cato.

»Ich erkundigte mich nach Fragen, nicht nach Einwänden! Also! `at noch jemand eine Verständnisfrage?« Er blickte streng in die Runde.
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#4

Beitrag von Celio Dupont » Mi 11. Apr 2018, 11:55

Stolz sah Celio zu seinem Papa auf. Er konnte sich darauf verlassen, dass Cato ihn vor Unheil bewahrte und zu verhindern wusste, dass er auf die schiefe Bahn geriet. Mit Sicherheit war auch nur dies der Grund, dass er ihm wenig Nähe gewährte und eine Geste wie das Zerzausen seiner Haare eine Seltenheit darstellte. Celio nahm sich fest vor, seinen Papa niemals zu enttäuschen. Vielleicht konnte er eines Tages sogar einmal seinen Großonkel Chirag kennenlernen, der offenbar ein Musterbeispiel an Dupont’schem Verhalten war.

Der Klang seines Namens riss ihn aus den Gedanken und sein Herz klopfte merklich in seiner Brust. Die Aufgabe, die Großvater ihm zuteilte war perfekt. Es kostete Celio einiges an Mühe, nicht erfreut auszusehen. Das Moor war sein Zuhause. Er kannte sich dort aus wie kein Zweiter. Cecil hielt noch immer seine Hand, doch Celio vermochte nicht zu deuten, was sie angesichts der Aufgabe fühlte. Bestimmt fürchtete sie sich. Es war gut, dass sie zu zweit auf Erkundungstour gehen konnten, auch wenn er ohne sie schneller gewesen wäre. Möglicherweise, so hoffte Celio, konnte die Frischluft gar ihrer Gesundheit dienen. Nach einem prüfenden Blick zu seinem Vater, sah er wieder zu Chetan und schüttelte ganz leicht den Kopf, um deutlich zu machen, dass er keine Frage hatte. In seinem Kopf ging er bereits den Weg durch, den er nehmen konnte und verschiedene Unterschlüpfe, wo sie zur Not auch eine Weile ausharren konnten. Er wusste nicht, wie dieser Duc aussah, doch für Celio klang es, als könne man diese Reisegesellschaft gar nicht übersehen.

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#5

Beitrag von Chirag de Dupont » Fr 20. Apr 2018, 15:38

Cedric Dupont

Die Duponts machten sich also an die Arbeit. Da sie, wie die meisten Almanen, auf die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau bedacht waren, hatten die Männer an diesen Tagen eindeutig mehr zu tun. Während die Frauen sich um das Spukschloss kümmerten und versuchten, den kümmerlichen Gemüsegarten am Leben zu erhalten, gestalteten die Männer den Sumpf um, um die Nebenstraßen zu überschwemmen und nur die große Salzstraße frei zu lassen. In ihren düsteren, schlammverschmierten Kleidern sahen die Männer im Morgennebel fast aus wie Sumpfgespenster. Das Regenmoor war still, von ihrem Schnaufen und den Grabegeräuschen ihrer Spaten abgesehen. Wegen der Überschwemmung waren die meisten Tiere verhungert oder abgewandert. Nur ein paar Moorfrösche quakten disharmonisch und trieben die Duponts mit ihren durchdringenden, monotonen Geräuschen fast in den Wahnsinn. Bhajan versuchte, möglichst viele von den blauen Plagegeistern mit seinem Spaten zu erwischen. Die würde es später zum Abendbrot geben. Inzwischen war Moorfroschsuppe zu ihrem Hauptnahrungsmittel geworden.

Die Kinder scherten diese Sorgen wenig. Sie hüpften im Regenmoor von Insel zu Insel, von Grasbüschel zu Grasbüschel und kletterten über die umgesunkenen Bäume. Cato war es, wie so oft, egal, was seine Kinder trieben und ließ sie machen, während er das Moor umgrub. Sein Bruder Cedric jedoch beschloss nach einigen Stunden, die Kinder entgegen Chetans Anweisungen doch lieber zu begleiten. Ihm war nicht wohl dabei, seinen Neffen und seine Nichte allein den Duc suchen zu gehen. Zu viel war in der Vergangenheit durch diese Unperson an Unglück über ihre Familie hereingebrochen. Er übertrug Bhajan das Kommando und folgte den Kindern, bis er sie eingeholt hatte. Das dauerte zwar, aber nicht übermäßig lange, denn er konnte ihre Spuren lesen und kannte das Moor als Jäger der Familie von ihnen allen am besten.

»Na ihr beiden«, begrüßte er sie. Sein Gesicht war, wie es sich für einen waschechten Dupont gehörte, bierernst, doch seine Stimme klang freundlich. »`abt ihr schon etwas Interessantes entdeckt?«
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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#6

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 22. Apr 2018, 02:00

Maximilien hatte gemeinsam mit seinem Gefolge die Burg von Großherzog Felipe von Ehveros verlassen. Sie ritten den gleichen Weg zurück nach Souvagne, der sie nach Ehveros geführt hatte. Von Drakenstein hätte die Gruppe auch direkt hoch Richtung Beaufort ziehen können, aber dafür hätten sie die Berge durchqueren müssen. Eine beschwerlichere Reise, vor allem mit dem Wagen von Dominique.

So ritten sie erneut Richtung Ledwick um dort die Grenze nach Souvagne zu passieren. Neufville wäre der Ort, den sie zuerst erreichen würden.

Maximilien schaute kurz über die Gruppe. Sie alle schienen erleichert zu sein über die Abreise. Monique schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln und Max schmunzelte zurück.

"In dem kleinen Kreis reisen und reden wir privat miteinander. Ich hätte Dir gerne die Teilnahme an der Krönungsfeier gegönnt Monique. Aber keine Krönungsfeier der Welt würde mich daran hindern, die Hochzeit meiner Söhne zu verpassen. Ich bin gespannt darauf, wen Greg und Ciel erwählt haben", erläuterte Maximilien freundlich.
"Vielen Dank, die eigene Familie geht stets vor Maximilien. Der Hochzeit der beiden wohnen wir nicht nur als Gäste, sondern auch mit dem Herzen bei. Wo ich von einer Herzensangelegenheit spreche - mein Mann und ich haben ebenfalls eine Familie gegründet. Ich bin in glücklichen, anderen Umständen", verkündete Monique strahlend.

"Meinen herzlichen Glückwunsch. Falls Du nicht mehr reiten kannst, müde wirst oder Dich unwohl fühlst, nutze Dominiques Wagen. Zwar ist er für andere Zwecke geschaffen, aber mit einigen Decken und dergleichen dürfte man ihn zu einem notbehelfsmäßigen Reisegefährt oder auch zu einer Übernachtungsmöglichkeit umfunktionieren können. Immerhin wurden dort Gefangene eingesperrt. Der Umkehrschluss bedeutet, es kommt auch niemand hinein, sollte man den Wagen abschließen. Nachts wärst Du darin zusätzlich abgesichert, sprich neben unseren Klingen", erklärte Max.
"Von mir ebenso die besten Wünsche für Euch, Euer Kind und Euren Gemahl", sagte Fabien freundlich.

"Das ist eine gute Idee, dennoch ist mir der Wagen etwas unheimlich. Ich bleibe lieber bei Euch allen an der Seite. Wer wird denn nun für uns dort vor Ort sprechen? Der Frieden war doch von allen gewünscht oder nicht Maximilien?", fragte Monique.
"Das ist korrekt, der Frieden war von allen gewünscht und wurde so gesehen bereits mündlich zugesagt. Mündliche Zusagen gelten genauso wie schriftliche unter Ehrenmännern. Dennoch sollte man lieber einen Vertrag unterschreiben. Ich werde einen Abgesandten mit der Wahrnehmung meiner Rechte beauftragen.

Massimo sei bitte so gut und kontaktiere Deinen Vater. Ich möchte dass Matteo schnellstmöglich nach Ehveros reist und sich dieser Gelegenheit annimmt. Ich beauftrage ihn persönlich mit der Wahrnehmung meiner Rechte und Pflichten in dieser Angelegenheit. Er soll in meinem Namen den Friedensvertrag unterzeichnen.

Einen tatsächlichen Vertrag, sowie eine übergreifende Staatsfreundschaft haben wir mit Fürst Tsaagan von Alkena. Unsere beiden Länder haben nicht nur einen bestehenden Friedensvertrag, sondern wir haben auch ein vertraglich unterzeichnetes Bündnis geschlossen. Sogar die Staatsfreundschaft unserer beider Staaten haben wir in den Vertrag aufnehmen lassen. Natürlich muss keine Freundschaft per Vertrag besiegelt werden. Allerdings ist dies ein Zeichen, wie wertvoll man den Vertragspartner erachtet.

Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und einen regen Wissens- und Interessenaustausch. Mich würde sehr freuen, wenn der Fürst an der Hochzeit meiner Söhne teilnehmen würde. Alle anderen Staatsgäste die bei den Verhandlungen anwesend waren, habe ich selbstverständlich ebenfalls eingeladen. Dies gebietet die Höflichkeit und Gastlichkeit",
erzählte Max.
"Wer tatsächlich auf der Hochzeit Deiner Söhne erscheinen wird, wird sich zeigen. Ich gehe stark von Fürst Tsaagan von Alkena, dem Tarrik Tarkan und auch König Dunkelerz aus. Ob die Counts kommen oder Großherzogin Ricarda, kann ich nicht abschätzen. Vielleicht letztere eher nicht Maximilien. Eine Hochzeit ist stets eine wunderbare Gelegenheit selbst zarte Bande zu knüpfen.

Es sind ausreichend Gäste anwesend, vor allem von Adel und Stand. Eine große, einmalige Gelegenheit selbst jemanden zu finden, den man ehelichen könnte. Und genau hier wird für die Großherzogin von Ricarda von Ehveros das Problem liegen - sie scheut genau jene Entscheidung.

Sie gedenkt vermutlich noch lange nicht zu heiraten und falls sie eine Hochzeit in Erwägung zieht, dann eine des Herzens. Was nicht heißen soll, dass man auf einer Hochzeit niemanden kennenlernen könnte, den man später von Herzen liebt. Beides ist möglich - die standesgemäße Heirat oder die Liebesheirat. Es ginge sogar beides in Kombination, was wohl die schönste aller Möglichkeiten wäre. Aber wie gesagt, laut ihrer eigenen Aussage hat sie an einer Eheschließung kein Interesse.

Für alles weitere wie gemeinsame Forschungsreisen oder ähnliches, wird sich die Großherzogin von Ehveros sicher schriftlich von Amtswegen bei Dir melden. Von Herrscherin zu Herrscher - auf gleicher Augenhöhe",
grinste Fabien freundlich.

"Ob ich das dann sein werde, wird sich zeigen Fabs. Warten wir ab und schauen wir uns an, was Dreux geleistet hat. Was er weiterhin vorhat und was er für die Zukunft geplant hat. Ich werde nicht in die Souvagne einreisen und im gleichen Atemzug den Thron zurückverlangen.

Wie sieht das aus und was für ein Vater wäre ich?

Meine Kinder habe ich nicht grundlos zurück in die Heimat geschickt. Ebenso habe ich Dreux die Krone nicht grundlos überreicht. Würde ich ihm dieses Amt nicht zutrauen, hätte ich ihm die Krone nicht aufsetzen dürfen. Ich vertraue ihm und ich liebe ihn, wie jeden meiner Söhne. Die Erfahrung und den Feinschliff wird er sich noch aneignen müssen, dies ist mir bewusst. Aber es wird auch eine gute Prüfung für ihn sein. Er wird daran wachsen, ein jeder wächst mit seinen Aufgaben.

Ich weiß, Du hast die heimliche Frage aus einem anderen Grund gestellt.
Ich kann sie Dir nicht beantworten.

Ich werde abwarten und entsprechend der sich mir bietenden Situation entscheiden. Da die Hochzeit von Gregoire und Ciel allerdings ausgerufen wurde, bedeutet dies, dass Dreux als Duc die Eheschließungen gebilligt hat. Und mit der Erlaubnis des Ducs geht auch die Trauung selbst einher. Der Duc höchstpersönlich traut jeden aus der Großherzoglichen Familie - bis auf seine Person selbst, logischerweise.

Demzufolge werde ich bis nach der Hochzeit mit meiner Entscheidung warten, was die Amtsübergabe angeht oder nicht. Du kannst mich also nach den Feierlichkeiten, am besten am 05.05.203 noch einmal fragen, ob ich eine Abdikation unterzeichne oder ob ich das Zepter erneut zur Hand nehme. Zur Zeit mache ich mir darüber keine Gedanken, ich freue mich einfach auf die Hochzeit meiner Kinder",
antwortete Maximilien ehrlich.
"Dann feiern wir eventuell also unsere eigene Krönungsfeier nach der Hochzeit?", hakte Monique ergriffen nach.

"Möglich wäre es", schmunzelte Maximilien.
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Re: Unter der schwarzen Wolke

#7

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mi 25. Apr 2018, 01:38

Massimo

ritt neben seine Frau und hörte zu was alle zu sagen hatten. Seine Frau schwatzte mit ihrem Herrn und sie hatten gute Laune. Massimo ging es genauso. Endlich waren sie auf dem Heimweg. Die Glückwünsche freuten ihn. Zuhause hatten sie nicht viel Zeit. Die Hochzeit von den Kindern ihres Herrn war schon bald. Sie mussten sich direkt nach ihrer Ankunft neue Kleidung zulegen. Massimo hätte am liebsten eine Robe getragen. Moni wollte das sie passend gingen, also machten sie es so. Und weil seine Frau die Kleidung aussuchen wollte, hatte er keine Probleme. Sein Herr bat ihn darum seinen Vater zu rufen und nach Ehveros zu schicken. Befehle war Befehl, aber Massimo tat sein Vater leid. Jetzt hatte der das Geschwätz zu ertragen. Aber besser der als er selber.

"Danke für die Glückwünsche. Wir freuen uns sehr über den Kleinen. Wir wissen es selber erst kurz. Das es ein er wird, habe ich mit Magie erspürt. Manche Gelehrte schwatzen ja, dass Kinder alles mithören im Bauch. Ich hoffe er hat während den Verhandlungen geschlafen. Er hätte sich nur geärgert. Und er soll nicht in der Fremde geboren werden. Ich will nicht unverschämt sein, aber zum Glück sind wir abgereist. Die ganze Sache war total undurchsichtig Herr. Felipie war eine Gefahr. Der Mann wusste selber nicht was der wollte. Der konnte nicht aus seine gierigen Haut. Ich werde mein Vater sofort eine Nachricht übermitteln."

Massimo konzentrierte sich und nutzte seine Gabe.

`Vater ich hab eine wichtige Nachricht für dich. Unser Herr der Duc möchte dass du nach Ehveros reist. Du sollst für ihn den Friedensvertrag unterschreiben. Du hast die Ehre in seinen Namen unterschreiben zu dürfen. Reise so schnell du kannst nach Ehveros. Wir reisen wieder nach Hause da seine beiden Söhne heiraten. Mach dich schnell auf den Weg. Und ich warne dich, Felipie kaut anderen ein Ohr ab. Sieh zu dass du dich weit von dem wegsetzt. Die Unterzeichnung findet auf der Krönungsfeier von Ricarda statt. Damit du vorgewarnt bist für die Kleiderwahl.´

Massimo sammelte und erstattete seinen Herrn Bericht.

"Ich habe meinen Vater eure Nachricht übermittelt Herr."

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#8

Beitrag von Chirag de Dupont » Mi 25. Apr 2018, 10:30

Die Duponts schaufelten im Regenmoor. Eine Krähe setzte sich auf einen nahen, abgestorbenen Baum und krächzte düster. Der Nebel zog in dichten Schwaden zwischen den moosigen Stämmen entlang. Der Familienbarde Nicolas sang zur Arbeit passende Balladen, wie "Die Moorritter" oder "Das Totengräberlied", damit es nicht langweilig wurde. In dieser schaurigen Atmosphäre ließ es sich angenehm arbeiten. Nur das Gequake der blauen Moorfrösche störte die finstere Erhabenheit, so als ob diese lästigen kleinen Biester sich gegen die Duponts verschworen hätten, unfähig, zu begreifen, welch große Tat hier vorbereitet wurde. Ungeniert störten sie die Vorbereitungen mit ihrem misstönenden Balzgesang. Inzwischen hatte Bhajan einen ganzen Eimer voll von ihnen erschlagen. Es trug nicht wirklich dazu bei, dass es leiser wurde, aber wenigstens würden sie heute Abend keinen Hunger leiden.

Nach vielen Stunden harter Arbeit war es so weit - die Salzstraße bildete einen wunderbar sauberen, einladenden Weg und die Nebenstraßen waren von einer dünnen Schicht braunen, brackigen Moorwassers überflutet. Man hätte trotzdem dort entlanggehen können, aber warum sollte man, wenn die Hauptstraße doch so einaldend vor einem glänzte? Sie suchten sie sich eine schöne Stelle für ihren Hinterhalt aus und bereiteten alles vor. Die wichtigste Rolle würde die Kette spielen, die sie auf der Straße unsichtbar unter das Laub legten.
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Davard von Hohenfelde

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#9

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 25. Apr 2018, 12:51

Matteo

`Sohn richte dem Duc aus, dass ich mich unverzüglich auf den Weg gemacht habe. Dank Parcivals Unterstützung bin ich noch rechtzeitig vor Ort erschienen. Massimo, diese Krönung ist ganz anders, als jene in Souvagne. Ricarda wurde von einem Priester gekrönt, dass hat mich sehr erstaunt, aber jedes Land hat andere Sitten, Gebräuche und Traditionen.

Du hättest das Gesicht von Felipe sehen sollen. Das Gesicht eines dispotischen Tyrannen, der sich nicht mehr hinter der Maske eines wohlwollenden Herrschers verstecken muss. Weshalb er seine Tochter mit einem derartigen Blick bedachte entzieht sich meiner Kenntnis. Aber dieser Blick ließ jedes liebende Vaterherz bluten.

So darf ein Vater sein Kind nicht anschauen und ein Mann von Ehre, sollte keine Frau dieser Welt mit solch niederträchtiger Verachtung ansehen. Soweit mir bekannt ist, war es doch Felipe selbst, der seiner Tochter die Krone überreichen wollte.

Eine nie dagewesene Neuerung, dass eine junge Frau selbst als Monarchin das Amt der Staatsoberhauptes antritt. Weshalb überreichte er die Krone an seine Tochter, wenn er ihr diese nicht gönnt? Jedenfalls ist dies nach seinem Gesichtsausdruck zu vermuten.

Vielleicht gibt er auch Ricarda insgeheim die Schuld daran, kann würdiger Stammhalter geworden zu sein. Sprich er gibt ihr die Schuld, kein Sohn zu sein. Aber dafür kann die junge Frau nichts. Und hätte Felipe lieber einen Sohn auf dem Thron, dann hätte er sich neu vermählen sollen und hätte seiner Pflicht als Familienoberhaupt nachkommen sollen. Aber das tat der Mann nicht, also sollte er froh und stolz auf über so eine Tochter sein.

Nun als erstes wurden Fürst Tsaagan von Alkena und Tarrik Tarkan gebeten den Friedensvertrag zu unterschreiben.
Sobald wir an der Reihe sind, werde ich mich unverzüglich bei Dir melden mein Sohn.

Erstens ob es sich tatsächlich nur um einen Friedensvertrag handelt. Und zweitens, sollte dem nicht so sein, welche Zusatzklauseln enthalten sind. Trifft zweites zu Massimo, wirst Du den Duc um seine Meinung dazu fragen. Ich wünsche Euch eine angenehme Heimreise und passt gut auf Euch auf. Wir hören voneinander mein Kleiner´,
übermittelte Matteo freundlich, ehe er die Verbindung zu seinem jüngsten Sohn beendete.

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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Re: Unter der schwarzen Wolke

#10

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mi 25. Apr 2018, 18:43

Alcanterra schritt in die Sumpflande. Das Schlachtross des Duc blieb einen Moment lang stehen. Genau wie sein Herr und dessen Begleiter warf es einen Blick auf die braune, trübe Brühe die die meisten Wege bedeckte. Maximilien tätschelte den Hals seines Pferdes.

Die braun-graue Jauche hatte die gleiche Farbe wie die gesamte Umgebung. Alles war ein Misch-Masch aus dunklen, depressiven Farben. Einzig und allein die blauen Frösche bildeten einen abwechslungsreichen Farbtupfer in diesem distopischen Landflecken. Maximilien gefiel es nicht, sein Tier durch etwas waten zu lassen, wo man den Grund des Weges nicht sah.

Falls unter der Brühe überhaupt überall ein Weg war. Die Gefahr sich an rasiermesserscharfen Felsen oder abgestorbenen Zweigen zu verletzen war zu hoch. Eine Verletzung in solch einem Wasser konnte durch Wundbrand den sicheren Tod bedeuten und sie hatten keinen Heiler dabei. Max blickte über seine Gruppe, sein Blick blieb kurz an Monique hängen.

Sein Blick kehrte zurück zur Straße, er wählte den einzigen sauberen und seiner Meinung nach sicheren Weg. Das Quaken der blauen Frösche untermalte seine Entscheidung.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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