Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Unter der schwarzen Wolke

Ledwick wurde vom Krieg am st├Ąrksten gebeutelt. Gebrochene D├Ąmme haben das im Tal liegende Gro├čherzogtum ├╝berschwemmt. Der Gro├čherzog ist im Krieg verschollen und Ledwick wird nun provisorisch von den f├╝nf Counts regiert.
Benutzeravatar
Monique de la Cantillion
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 40
Registriert: So 4. Feb 2018, 15:11
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#21

Beitrag von Monique de la Cantillion » Mo 30. Apr 2018, 10:28

Monique nahm vorsichtig Platz und schaute sich um. Man hatte ihr einen guten Raum zugewiesen. Sie bekam sogar Tee und Kuchen gereicht, obwohl sie umgeben war von Frauen und Kindern mit eingefallenen, hohlen Wangen. Ihre Gastgeber bewunderten ihr sch├Ânes Kleid und ihre prachtvoll geschm├╝ckten Haare.

Noch nie war sie sich so fehl am Platz vorgekommen. Und wie sollte sie nur dieses St├╝ck Kuchen essen, wo doch alle anderen im Raum aussahen, als w├╝rden sie es dringender ben├Âtigen? Aber nicht davon zu kosten, war vielleicht ein Affront. So nahm sie eine Gabel von dem Kuchen, nickte anerkennend und schob ihn dann zur Seite.

"Vielen Dank, der Kuchen ist sehr lecker. Aber ich bleibe lieber bei dem Tee, denn ich habe vorhin schon gegessen. Vor unserem Aufbruch. Vielleicht m├Âchte eines der Kinder den Kuchen gerne essen", schlug sie freundlich vor und nahm einen Schluck des w├Ąssrigen Tees.

Diese Leute hatten nichts und sie kam sich sch├Ąbig vor, ihnen auch noch den letzten Tee wegzutrinken.

"Was immer Euer Anliegen ist, Ihr werdet Euch sicher friedlich mit dem Duc einigen. Da bin ich mir ganz sicher", munterte sie die anwesenden Duponts und sich selbst auf.

Benutzeravatar
Fabien Lacomb
Leibdiener
Beitr├Ąge: 42
Registriert: Do 25. Jan 2018, 20:07
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#22

Beitrag von Fabien Lacomb » Mo 30. Apr 2018, 11:07

Fabien wurde gemeinsam mit Domi in das Burgverlies gesperrt. Als w├Ąre dies nicht schon schlimm genug, hatte man ihnen einen Barden auf den Hals gehetzt, der nur fr├Âhliche Lieder sang, die ├╝berhaupt nicht zu ihrer Situation passten. Dominique war verletzt und Fabien schaute sich die Wunde an. Viel tun konnte er im Moment nicht und solange der Pfeil im Fleisch des Henkers steckte, wurde daraus keine blutende Wunde. Jedenfalls hoffte Fabien das.

"Kannst Du die Schmerzen einigerma├čen aushalten?", fragte Fabien besorgt.

Das man ihn von Maximilien getrennt hatte, passte ihm ├╝berhaupt nicht. Fabien machte sich gro├če Sorgen um seinen Herrn. Aber nicht nur als seinen Herrn, sondern auch als seinen Freund und seinen Gef├Ąhrten. Zeitgleich sorgte er sich auch um Nathan. Falls sie es nicht lebend aus dem muffigen Gem├Ąuer schafften, wer sollte dann auf Nathan aufpassen? Er hatte zwar f├╝r vieles ein Talent, aber Fettn├Ąpfchen umschiffen z├Ąhlte nicht dazu.

Fabien schaute sich missmutig um, gut sie selbst besa├čen das Talent ebenfalls nicht, stellte er grantig fest.

Benutzeravatar
Chirag de Dupont
Chevalier
Beitr├Ąge: 25
Registriert: So 4. Feb 2018, 16:08
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#23

Beitrag von Chirag de Dupont » Mo 30. Apr 2018, 18:42

Cedric schenkte den unfreiwilligen G├Ąsten eigenh├Ąndig Tee ein. Es war ein einfacher Kr├Ąutertee. Er selber schenkte sich ebenfalls ein und trank etwas, damit sie sahen, dass es tats├Ąchlich nur einfacher Tee war.

"Einen Brief su schreiben war uns nicht m├Âglich, da wir unseren Aufent`altsort aus Sicher`eitsgr├╝nden ge`eim `alten wollten. Wir m├Âchten da`er nun jetzt mit Euch noch einmal unsere Verbannung thematisieren", sprach Chetan. "Wir `atten damals leider keine Gelegen`eit, da wir von Euren Chevaliers aus unserer Burg getrieben worden sind. Wir waren v├Âllig unvorbereitet, konnten nichts mitnehmen als die Sachen, die wir zuf├Ąllig gerade am Leibe trugen. Mein Vater, Calvin und meine Cousine, Bianca, ├╝berlebten diese unmenschliche `atz nicht. Calvin brach mit einem `erzstillstand auf der Flucht zusammen. Bianca wollte ihn nicht zur├╝cklassen und wurde von den Chevaliers erschlagen. In Ledwick fanden wir Unterkunft, doch wir wurden von unserem neuen Lehns`erren betrogen. Dieses Gebiet ist choleraverseucht und von Menschen leergefegt. Ausgestorben, Ihr seht ja, wie es `ier aussieht. Das Leben `ier ist sehr `art. Wir verloren Melvin und alle Kinder meines Cousins Bhajan. Maxime, der junge Mann, den Ihr vor`in `ier am Tisch sitzen saht, kam auch nicht so, wie er `eute ist, auf die Welt.

Ich versichere Euch im Namen meiner ganzen Familie, wir `aben nichts davon gewusst, dass mein Bruder Chirag Euch den jungen Nathan schenken wollte. Er war sein Eigentum, so wie der Vater des Jungen, Nicolas. Sie beide ge`├Ârten Chirag. Die restliche Familie `atte damit zu keinem Zeitpunkt etwas zu schaffen! Ganz abgese`en davon `at der Junge wirklich sch├Ân gesungen. Ich wei├č nicht, warum er Euch so entt├Ąuschte, ich wei├č es nicht. Ich wei├č ja nicht einmal, ob er noch lebt oder ob das arme Kind f├╝r sein Versagen `ingerichtet wurde. Der arme Nicolas ist nicht mehr der selbe seit`er.

Ich m├Âchte damit einfach nur ausdr├╝cken, dass Ihr bitte ├╝berlegen m├Âget, ob die Familie, die Euch so lange Jahre treu diente und sogar die Insignien der Krone f├╝r Euch schmiedete, nicht genug geb├╝├čt `at f├╝r das furchtbare Missverst├Ąndnis? "
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt."
Avatar created with ePic Character Generator

Benutzeravatar
Maximilien Rivenet de Souvagne
Duc
Beitr├Ąge: 257
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:04
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#24

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 30. Apr 2018, 21:44

Maximilien nahm die Teetasse in beide H├Ąnde, als Zeichen das er friedlich bleiben und zuh├Âren w├╝rde. Und genau dies tat er auch. Er lie├č Chetan aussprechen und wartete mit seiner Antwort eine Weile, da er ├╝ber das Geh├Ârte gr├╝ndlich nachdachte.

"Was Ihr uns schildert Chetan Dupont ist tragisch, dennoch m├╝ssen wir bei den Fakten bleiben. Ihr w├╝nscht mit uns eine Diskussion, Ihr erhaltet die M├Âglichkeit. Gehen wir einmal davon aus, dass es den Tatsachen entspricht, dass nicht Eure Familie, sondern ausschlie├člich Chirag Dupont die Schuld an dem Ungl├╝ck tr├Ągt.

Ihr f├╝hrt auf, dass der Barde Nathan Eigentum von Chirag Dupont war und er ohne mit Euch R├╝cksprache zu halten, diesen an uns verschenkte. Gut. Hierzu sagt die Gesetzlage in Souvagne folgendes.

Als Hausherr besitzt das Familienoberhaupt des Hauses sowohl die personenrechtliche Gewalt ├╝ber alle Familienangeh├Ârigen als auch die sachenrechtliche Verf├╝gungsgewalt ├╝ber den gesamten Familienbesitz.

Das bedeutete, dass die unm├╝ndigen Ehefrauen und die unm├╝ndigen Kinder, die dem Schutz oder Munt des Ehemannes und Vaters unterstehen, vor Gericht nur von diesem vertreten werden k├Ânnen. Wir f├╝hren dies auf, da der Herr des Hauses seinerseits f├╝r die Vergehen seiner Familienangeh├Ârigen allein zu haften hat. Ebenso hat sich der Hausherr f├╝r deren Rechtsanspr├╝che einzusetzen.

Nur M├Ąnner sind uneingeschr├Ąnkt rechtsf├Ąhig, gesch├Ąftsf├Ąhig und verm├Âgensf├Ąhig. Sieverwalteten die Besitzt├╝mer ihrer Gattinnen und Kinder. Hier nun ein weiterer, wichtiger anzuf├╝hrender Punkt - die m├╝ndigen S├Âhne selbst m├╝ssen sich der Muntgewalt ihres Vaters, wenn auch eingeschr├Ąnkt, solange f├╝gen, bis sie das v├Ąterliche Haus verlassen und einen eigenen Hausstand gr├╝nden.

Die Fragen zu Eurer Rehabilitierung w├Ąren nun, k├Ânnt Ihr Eure Aussage beweisen?
War Chirag Dupont seinerzeit schon ausgezogen, kurzum hatte er das v├Ąterliche Heim verlassen?
Besa├č Chirag Dupont einen eigenen Hausstand, zu dem nachweislich Nathan der Barde geh├Ârte?
Oder unterstand Chirag de Dupont noch dem Familienoberhaupt?

Trifft Letzteres zu, tr├Ągt das Familienoberhaupt die Schuld f├╝r Chirags Verfehlung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen Chetan Dupont, denn er kam seiner Aufgabe der Familienf├╝hrung nicht ordnungsgem├Ą├č nach. Ihm w├Ąre es anheim gefallen, sich vorab kundig zu machen, was sein Familienmitglied vorhat. Oder sollte ihm dies nicht m├Âglich gewesen sein, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, notfalls mit Gewalteinwirkung abzuhalten.

Wir sind selbst Familienoberhaupt und mehrfacher Vater, wir wissen pers├Ânlich ebenso, dass man nicht jedes Kind oder jeden Z├Âgling von dererlei Vorhaben im Vorfeld abhalten kann. Aber es w├Ąre dann Aufgabe des Familienoberhauptes gewesen unverz├╝glich Klarheit ├╝ber diesen Umstand zu schaffen.

Den Verlust Eurer unschuldigen Familienmitglieder bedauert meine Person zutiefst. Allerdings, wie vorab erl├Ąutert, sucht Ihr hier die Schuld bei der falschen Person Chetan Dupont. Entweder tr├Ągt Chirag Dupont die Schuld an alledem, dann wird Euch meine Person vollumf├Ąnglich rehabilitieren. Oder es tr├Ągt Euer damaliges Familienoberhaupt die Schuld. Dann st├╝nde Euch keine Rehabilitation zu.

Normalerweise Chetan Dupont.

Wir sehen in welchem Elend Ihr lebt und wir haben nicht vergessen, dass Ihr einst Souvagner und gute wie treue Untertanen wart. Inwieweit wir Euch in diesem Falle helfen werden, h├Ąngt von unserer Verhandlung ab. Insbesondere dessen, wer zuk├╝nftig Euer Familienoberhaupt ist und wie Ihr gedenkt, die alte Schuld auf andere Art und Weise zu s├╝hnen.

Aber sprechen wir zuerst nicht hiervon, eventuell k├Ânnt Ihr Eure vorgebrachten Erl├Ąuterungen beweisen und sollte Chirag Dupont tats├Ąchlich alleiniger ├ťbelt├Ąter sein, haben wir eine sehr kurze Verhandlung vor uns.

Irrelevant f├╝r die Verhandlung, aber scheinbar von Interesse von Euch ist der Verbleib des Barden Nathan Garcia.
Unsere Person ist kein Unmensch, auch wenn Ihr uns vermutlich v├Âllig anders einsch├Ątzt. Der Barde Nathan wurde selbstverst├Ąndlich nicht hingerichtet. Gleichg├╝ltig wie grauenvoll der junge Mann auch sang, er war nicht Kopf dieser Majest├Ątsbeleidigung. Angemerkt sei zudem, dass der junge Mann leider entgegen Eurer Behauptung alles andere als angenehm sang. Nein Nathan war vielmehr ein Opfer, genau wie wir. Man missbrauchte den jungen Mann dazu, unsere Person herabzuw├╝rdigen - kurzum zur Majest├Ątsbeleidigung.

Ist dies nicht Strafe genug? Nathan wurde im Dienste des Hofes belassen. Unser Sohn Ciel Felicien nahm sich seiner als Leibdiener an und beide verstanden sich stets au├čerordentlich. Eure Sorge um den jungen Nathan f├╝r dessen Vater ehrt Euch, ist aber unbegr├╝ndet.

Ber├╝cksichtigend der hiesigen Umst├Ąnde, Eure sonstige famili├Ąre Treue der Krone gegen├╝ber und das Ihr die Reichsinsignien geschmiedet habt, sind wir bereit Euch auch auf Schwur Glauben zu schenken - solltet Ihr keinen Beweis f├╝r die Eigentumsverh├Ąltnisse von Nathan Garcia erbringen k├Ânnen.

Solltet Ihr hingegen ein Missverst├Ąndnis nachweisen k├Ânnen, werdet Ihr vollumf├Ąnglich rehabilitiert. Hierzu teilen wir Euch mit, dass Eure Scholle bereits neu vergeben wurde. Ihr w├╝rdet ein gleichwertiges Grundst├╝ck erhalten. K├Ânnt Ihr Euer Gesagtes beweisen Chetan Dupont?",
fragte Maximilien entgegenkommend und trank einen Schluck von seinem Tee.
[ externes Bild ]

"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

Benutzeravatar
Chirag de Dupont
Chevalier
Beitr├Ąge: 25
Registriert: So 4. Feb 2018, 16:08
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#25

Beitrag von Chirag de Dupont » Di 1. Mai 2018, 12:28

Cedric und Chetan wechselten mehrere Blicke. Chetan war nerv├Âs. Er w├╝rde gern l├╝gen, behaupten, dass Chirag einen eigenen Hausstand besessen hatte. Doch Massimo, der Geistmagier, w├╝rde jede L├╝ge ans Licht f├╝hren.

"Aus dieser Warte betrachtet trifft unseren Vater Calvin die Schuld. Ich f├╝rchte, wir `aben die Gesetzeslage etwas freier interpretiert, was die Organisation der Eigentumsver`├Ąltnisse betrifft. Calvin war das Ober`aupt unserer Familie zu jener finsteren Zeit. Aber den Barden Nicolas `atte Chirag angebracht und darum fanden alle, dass Nicolas ihm ge`├Ârt, genau wie Nathan, als Nicolas Vater wurde. Eeees ... es ist nicht so, dass Chirag einen eigenen `ausstand in Souvagne besa├č. Nein. Er lebte zu jener Zeit in Naridien. Dort `atte er eine gute Stelle angeboten bekommen und verdiente eine sch├Âne Stange Taler. Seine beiden Barden konnte er w├Ąhrend seiner Arbeit in Naridien allderings nicht gebrauchen, darum `at er sie bei uns zur├╝ckgelassen. Die Entsendung von Nathan zu Eurem `ofe erfolgte per Brief von ihm aus der Ferne. Ein Bediensteter begleitete den Jungen in seinem Namen, aber nach der Zeit wei├č ich nicht mehr, welcher Bedienstete das war. Und dann kamen die Chevaliers.

Wenn man annimmt, dass mein Vater die Schuld tr├Ągt, so `at er mehr als daf├╝r bezahlt. Er ist tot, die Familie wurde unter seiner `errschaft entadelt und davongejagt. Unsere Burg wurde geschliffen, das Wappen gebrochen. Ein Teil der Familie starb. Mit diesem Gedanken zu sterben, ist sicher die gr├Â├čte Strafe eines Vaters, Gro├čvaters, Bruders, Onkels und Cousins. Calvin `at die Strafe f├╝r den Fehltritt seines Sohnes er`alten. Und wir alle zusammen mit ihm. Findet Ihr nicht, dass es langsam der Bestrafung genug ist? Ich bitte im Namen meiner Familie um Vergebung und um eine zweite Chance in Souvagne. Bitte lasst uns beweisen, dass wir noch immer die selben sind wie vor der Missetat. Wir `aben der Krone so viele Jahre treu gedient, wir w├╝rden es wieder tun!"
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt."
Avatar created with ePic Character Generator

Benutzeravatar
Comte Massimo de la Cantillion
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 117
Registriert: Mo 5. Jun 2017, 20:19

Re: Unter der schwarzen Wolke

#26

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Di 1. Mai 2018, 14:06

Massimo

h├Ârte seinen Bruder zu. Zuerst h├Ątte er ihm am liebsten eine aufs Maul gegeben. Maurice brannte┬á der Helm. Das spielte doch keine Rolle, ob die Duponts sie abschlachteten weil die b├Âsartig oder hilflos waren. Tot waren sie trotzdem. Massimo h├Ątte auf sein Leben geschissen, f├╝r Moni und sein Kind. Aber die Duponts hatten sie weggeschleppt. Und er wusste nicht, was sie ihr antaten. Er konnte nicht nach ihr sp├╝ren, wegen Maurice. Er konnte sich nicht konzentrieren. Maurice bediente sich an seine Gedanken und las sie. So konnte er seine Gedanken nicht geballt zusammenhalten.
Dann erinnerte sich Massimo daran, was ihm mal ein Freund gesagte. Schieb die Wut zu Seite und h├Âr dir an, was er zu sagen hat. Massimo dachte ├╝ber Maurice Worte nach. Er k├Ąmpfte seine Wut runter und schob Maurice ein St├╝ck aus seine Gedanken. Der sollte sich nicht so breit machen. Maurice hatte Recht. Er war w├╝tend ├╝ber die Behandlung, aber angetan hatten die Duponts ihnen gar nichts. Die wollten nur schwatzen. Und sie schwatzten direkt los. Chetan schwatzte auf den Duc ein und sein Herr wollte die Sache kl├Ąren. Massimo schwieg und h├Ârte zu. Sein Herr erkl├Ąrte die Gesetze. Massimo beobachtete den Dupont ganz genau. Er log nicht.
Soweit hatte sich Massimo sonst keine Gedanken gemacht.
Jetzt wo seine Frau schwanger war, f├╝hlte es sich ganz anders an zu h├Âren wer alles gestorben war. Er dachte an Moni. Da er Maurice ein St├╝ck weggedr├╝ckt hatte, sp├╝rte er nach ihr. Sie war gesund und unversehrt und sie ass Kuchen und trank Tee der Scheisse schmeckte. Massimo schnaufte erleichtert aus. Er hatte nicht gedacht, dass sie seine Frau so gut behandeln w├╝rden. Sie gaben ihr Essen, w├Ąhrend sie selber verhungerten.

"Nach dem Gesetz ist wurde eure Familie dann zu Recht verbannt. Chirag geh├Ârte noch zu euch, egal wo er wohnte. Schicke ich meinen Sohn in die Lehre, dann wohnt der auch woanders. Er hat trotzdem noch seine F├╝sse unter meinem Tisch. Das meint mein Herr. Chirag hat ausserhalb gearbeitet, aber er geh├Ârte zu euch. Calvin hatte die Aufsichtspflicht f├╝r ihn als sein Familienmitglied.┬á
Herr ich bitte euch um Begnadigung der Duponts. Calvin ist tot. Sein Verbrechen war eine Beleidigung mit einem widerw├Ąrtig singenden Barden. Er hat seine Aufsichtspflicht verletzt. Ich habe meine Obhutspflicht verletzt als ich euch nicht sofort ├╝ber den Angriff auf Dunkelbruch informierte. Die Duponts beleidigten eure Ohren. Ich gef├Ąhrdete unser Land. Mich habt ihr begnadigt. Ich habe meine Dummheit wieder gut gemacht Herr. Begnadigt die Duponts. Bitte."

Benutzeravatar
Maximilien Rivenet de Souvagne
Duc
Beitr├Ąge: 257
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:04
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#27

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 1. Mai 2018, 14:37

Maximilien wollte gerade antworten, als sich Massimo in das Gespr├Ąch einklinkte. Er brachte es auf den Punkt. Nach dem Gesetz war die Verbannung der Duponts rechtm├Ą├čig geschehen. Aber er f├╝hrte etwas auf, was Maximilien nicht von der Hand weisen konnte.

"Die Rechtslage ist eindeutig, Chirag sowie sein gesamter Besitz geh├Ârte zum Tatzeitpunkt Eurem Familienoberhaupte an. Ein Anrecht auf Rehabilitierung steht Euch nicht zu Chetan Dupont. Aber ich schlie├če mich der F├╝rsprache des Comte Massimo de la Cantillion an.

Ihr habt absolut Recht Comte. Ihr hattet selbst einst einen Fehler begangen, der im schlimmsten Fall wesentlich schwerer gewogen h├Ątte, als jener der Duponts. Ihr h├Ąttet damit unser Land gef├Ąhrden k├Ânnen. Dennoch ist eine Majest├Ątsbeleidigung nicht einfach eine Beleidigung der Ohren. Es bricht deshalb kein Krieg aus, aber l├Ąsst man solch ein Fehlverhalten unges├╝hnt, verf├Ąhrt ein jeder Unhold nach dem Motto - erlaubt er es einmal, erlaubt er es immer. Das hie├če, es k├Ânnten im schlimmsten Falle Unruhen entstehen, die die ├Âffentliche Sicherheit gef├Ąhrden w├╝rden.
Dies ist aber nicht geschehen und das einstige Familienoberhaupt ist tot.

Euer Fehlverhalten hat zum Gl├╝ck ebenfalls keinen Krieg ├╝ber unser Land hereinbrechen lassen, da Ihr rechtzeitig Euren Fehler erkannt habt Comte. Ihr habt Euren treuen Gargoyle geschickt, um uns zu warnen.

Nun wir werden dieses Gespr├Ąch als etwas Gleichrangiges werten, ├Ąhnlich der Warnung des Comte, da wir uns seine Bitte und Eure F├╝rsprache zu Herzen nehmen.

Kraft unsere Amtes begnadigen wir die Familie Dupont vollumf├Ąnglich.
F├╝r den erlittenen Schaden wird keine gesonderte Wiedergutmachung aus der Staatskasse gew├Ąhrt, da die Verbannung laut Souvagnischem Gesetz rechtm├Ą├čig und rechtsg├╝ltig war.

Folglich kann keine Rehabilitierung erfolgen, da eine Rehabilitierung das Wiederherstellen der verletzten Ehre einer Person oder Familie und die Wiedereinsetzung in fr├╝here Rechte gew├Ąhrt, um ein staatliches Unrecht zu s├╝hnen. Dieser Umstand ist hier nicht gegeben.

Der Familie Dupont wird erneut der Chevalier-Titel verliehen und ein Chevalier-Lehen zugesprochen. Sie haben nunmehr das Recht, ein Wappen zu f├╝hren und auf Ihrer noch zuzuweisenden Scholle Recht zu sprechen, sobald der Schwur Treue und Loyalit├Ąt gegen Schutz und Schirm vom Familienoberhaupt uns gegen├╝ber geleistet wurde.

Sobald wir in die Heimat zur├╝ckgekehrt sind, wird unser m├╝ndlicher Dekret ins Schriftliche verfasst. Bezeugen kann die Comte Massimo de la Cantillion.

Wer ist Euer neues Familienoberhaupt? Dieser hat uns die Treue zu schw├Âren",
sagte Maximilien freundlich.
[ externes Bild ]

"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

Benutzeravatar
Chirag de Dupont
Chevalier
Beitr├Ąge: 25
Registriert: So 4. Feb 2018, 16:08
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#28

Beitrag von Chirag de Dupont » Do 3. Mai 2018, 06:56

Cedric und Chetan hatten sichtlich M├╝he, die Fassung zu wahren, als ihr ehemaliger Lehnsherr de la Cantillion um ihre Begnadigung bat. Als der Duc zu sprechen anfing, waren die beiden wie Bogensehnen gespannt. Maximilien de Souvagne begann damit, ihre Schuld erneut zu best├Ątigen und Chetan dachte schon, nun sei alles aus. Dann aber schwenkte er herum und sprach das Unglaubliche aus - die Duponts wurden tats├Ąchlich begnadigt. Mehr noch: Sie erhielten ihren alten Adelstitel zur├╝ck. Im ersten Moment konnte Chetan es gar nicht glauben. Er war unsicher, ob dies nicht eine L├╝ge war, um freizukommen. Andererseits - welche Alternative hatte er, als dem Wort des Ducs zu vertrauen? Um etwas Derartiges zu h├Âren, hatten sie ihn hier festgesetzt. Nun waren die Worte gefallen, die sie so gern hatten h├Âren wollen.

"Danke f├╝r die F├╝rsprache, Comte de la Cantillion. Ich `atte nicht damit gerechnet, nach allem, was gesche`en ist. Majest├Ąt, ich bin das neue Ober`aupt der Familie Dupont", sagte Chetan mit leicht belegter Stimme. "Dem Alter nach m├╝ssten es mein Onkel Kalenian oder einer seiner beiden S├Âhne sein, doch keiner von ihnen hat Interesse daran. Sie `aben sich selbst und die Familie aufgegeben. Sie `atten die schwersten Verluste zu verkraften. Sie se`en die Zukunft der Familie tiefschwarz und warten nur darauf, dass der Abgrund uns alle verschlingt, w├Ąhrend ich unsere Zukunft, nun ja, nur dunkelgrau se`e, was wohl den Er`alt eines gewissen Kamfpgeistes impliziert. Darum ├╝bernahm ich an ihrer Stelle die Aufgabe, die Familie zu f├╝hren."

Chetan war entfallen, wie genau die Formalit├Ąten des Schwurs abzulaufen hatten. Lange war es her, seit er gelebt hatte, wie es seines von Geburt an bestimmten Standes entsprach. Er hatte, so wie die anderen, lange in Armut als Raubritter gehaust und ganz andere Priorit├Ąten gehabt als die Einhaltung der Ettiquette. Er hoffte, der Duc w├╝rde sich nicht daran st├Âren, wenn er bei dem Schwur irgendeine Formalit├Ąt missachtete.

Chetan zog in geb├╝hrenden Abstand von Duc Maximilien de Souvagne sein Schwert, stellte es mit der Spitze vor sich auf den Boden und ging auf ein Knie. Mit gesenktem Haupt sprach er:

"Ich, Chetan Dupont, schw├Âre Euch Treue und Loyalit├Ąt gegen Schutz und Schirm. Ich gelobe, dass meine Familie erneut der Krone von Souvagne unter ihrem alten Wappen dienen wird, so wie es unsere Vorfahren getan `aben. Ihr werdet die Begnadigung nicht bereuen. Ich schw├Âre dies bei meinem Leben, denn mein Leben und das meiner Familie liegen nun erneut in Eurer `and."
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt."
Avatar created with ePic Character Generator

Benutzeravatar
Maximilien Rivenet de Souvagne
Duc
Beitr├Ąge: 257
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:04
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#29

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Do 3. Mai 2018, 13:00

Maximilien legte Chetan die Hand auf den Kopf.

"Steht auf Chevalier Chetan de Dupont, wir nehmen Euren Schwur an und stellen Euch somit erneut unter unser Schutz und Schirm. Die Ettikette ist hier f├╝r uns nicht von Belang. Einzig und allein die Glaubhaftigkeit Eures Schwures z├Ąhlt f├╝r uns.

Nutzt Eure zweite Chance weise als Familienoberhaupt. Wir w├╝nschen Euch dazu das Beste. Ob der Comte de la Cantillion erneut Euer Lehnsherr wird, m├╝ssen wir in Souvagne ├╝berpr├╝fen. Andernfalls werdet Ihr eine Scholle in Neu-Souvagne von uns erhalten Chevalier Chetan, einst bekannt als die Hohe Mark.

Wir w├╝nschen Euch, dass sich die Gewitterwolken Eures Wappens verziehen und den Platz f├╝r das einstige Schmiedefeuer r├Ąumen, dass sie vor langer Zeit darstellten. Erhebt Euch und lasst uns gemeinsam in die Heimat aufbrechen",
sagte Maximilien freundlich.
[ externes Bild ]

"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

Benutzeravatar
Chirag de Dupont
Chevalier
Beitr├Ąge: 25
Registriert: So 4. Feb 2018, 16:08
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Unter der schwarzen Wolke

#30

Beitrag von Chirag de Dupont » Sa 5. Mai 2018, 14:32

Chetan war zutiefst ergriffen. Er konnte es noch immer nicht ganz glauben und witterte eine Falle. Aber seine Familie hatte keine Wahl, als dem Wort Maximiliens zu vertrauen oder diesen Winter zu verhungern. Die ├ťberschwemmung hatte die letzten Pflanzen ers├Ąuft und wenn die Moorfr├Âsche in Winterschlaf gingen, gab es ├╝berhaupt nichts mehr zu essen. Und es bestand immerhin die M├Âglichkeit, dass der Duc Wort halten w├╝rde. Also wurde alles organisiert f├╝r die Abreise.

Monique wurde von Cedric h├Âflich gebeten, ihn zur├╝ck zu ihrem Gatten in den Rittersaal zu begleiten. Chetan lie├č Fabien und Dominique aus dem Verlies und geleitete sie ebenfalls zur├╝ck zu den anderen. Nur f├╝r Dominiques Wunde konnte er nichts tun, au├čer einen Verband anzubieten. Der Henker nahm den Verband und versorgte seine Verletzung eigenh├Ąndig. Anschlie├čend informierte Chetan den Barden Nicolas dar├╝ber, dass sein Sohn wohlauf war und bei Hof sogar dem Prinzen als Leibdiener diente. Nicolas war derjenige, der sich am meisten auf die Reise nach Souvagne freute, er wollte unbedingt seinen Sohn wiedersehen, den er seit dreizehn Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Die Duponts packten ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und verstauten sie im Wagen der Gerechtigkeit, der mobilen Gef├Ąngniszelle von Dominique.

Es dauerte bis zum Abend, bis alle so weit waren. Als letzte Amtshandlung sch├╝ttete Chetan die gefangenen blauen Fr├Âsche, die es eigentlich zum Abendbrot hatte geben sollen, aus dem Eimer zur├╝ck ins Moor. Die blauen Gesellen h├╝pften und schwammen in alle Richtungen davon. Die Geste hatte etwas Symboltr├Ąchtiges.

Der ganze Tross kehrte Heim nach Souvagne. P├╝nktlich am Abend vor der Hochzeit erreichten sie Beaufort.

Royale Doppelhochzeit >>
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt."
Avatar created with ePic Character Generator

Antworten