Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

Das subtropische Großherzogtum Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein.
Das subtropische Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt nun alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein. Vor ihm liegt eine große Aufgabe.
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Gregoire Verrill de Souvagne

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Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#1

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Fr 1. Feb 2019, 18:01

Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler -- 01.02.204 n.d.A.


Die Sonne erhob sich langsam und majestätisch wie ein glutroter Feuerball über dem Meer und tauchte Merleone mit ihren ersten Strahlen in warmes Licht und entsprechenden Farben. Die Stadt war schon früh auf den Beinen. Herausgeputzt bis in den letzten Winkel, für einen ganz besonderen Tag - der Hochzeit des Duca di Ledvicco.

Nicht nur der Duca samt der Hauptstadt Monleone waren in Festtagsstimmung, heute feierten zwei almanische Völker ein ganz besonderes Bündnis, Ledwick und Souvagne.

Monleone war als Hauptstadt Ledwicks mit einer der dicht besiedelsten Städte des Landes. Dennoch war allgegenwärtig der Mangel an Männern zu spüren gewesen, die der Krieg aus ihrer Mitte gerissen hatte. Heute jedoch kamen alte Erinnerungen wieder auf, Erinnerungen daran wie es einst war und wie es wieder sein könnte. Die Stadt war zum Bersten gefüllt mit geladenen Gästen aus dem In- und Ausland. Händler, Gaukler, Tavernen, alles drängte sich dicht an dicht in der Stadt und hoffte seinen Anteil bei dem Großereignis zu verdienen.

Die Gäste wie die Einheimischen schienen gleichermaßen neugierig aufeinander zu sein, es herrschte ausgelassene, heitere Stimmung bereits zu der frühen Stunde in den Straßen von Monleone.

Verrill hatte die Nacht im großherzoglichen Palast von Ledwick verbracht. Sie hatte kaum geschlafen, Gaston hatte sie mehrfach ermahnt, wenigstens dösend etwas im Bett zu liegen. Aber Verrill war zu glücklich und zu aufgeregt, um überhaupt Ruhe finden zu können.

So stand sie am Morgen am Fenster und genoss die Aussicht, die so ganz anders war, als die heimatliche Aussicht in Souvagne.

Souvagne - eindeutig Verrills Heimat, sie war Souvagner mit Leib und Seele, sie liebte ihr Land, ihre Landsleute, das Essen, die Traditionen und die Kultur. Das Land ihrer Herkunft, dass Land in dem einst ihre Wiege stand. Dort hatte sie viel Gutes, aber auch einiges Schlechte erlebt.

Ledwick - Sie würde heute die Ducachessa von Ledwick werden, sobald sie den Duca heiratete. Und damit war sie von nun an Ledwickerin, eine Ledvigiani wie sich die Ledwicker selbst nannten. Die Ledwicker waren von nun an ihr Volk, ihre Untertanen, ihre Schutzbefohlenen. Sie musste die Leute, das Land, die Traditionen und Eigenarten der Ledvigiani kennenlernen. Von heute an war sie nicht nur eine der ihren, sie war die mächtigste Frau in diesem Land. Einen Schritt wie es sich gebührte, würde sie hinter Tazio dem Duca stehen. Allerdings nicht wie für Frauen üblich tatenlos, sondern tatkräftig. So würde sie ihren Mann stärken, ihm beistehen und ihm eine Stütze sein.

Verrill schaute aus dem Fenster und ließ die frische Morgenluft herein, es roch nach Meer, nach Freude und nach einer glücklichen Zukunft.


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Re: Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#2

Beitrag von Tazio Ferdinando di Ledvicco » Sa 2. Feb 2019, 11:16

Der Palast von Monelone erstrahlte in flatterndem Weiß und Türkis. Banner und Schmuckbänder, Wimpel und Fahnen wehten im Wind. Die Ledvigiani waren bekannt dafür, keine vornehme Zurückhaltung walten zu lassen, wenn es um Schmuck ging. Je mehr, desto besser, so lautete die Devise. Land und Volk waren herausgeputzt. Der Adel war mit seinen schönsten Masken maskiert und in rauschende, perlen- und federverzierte Gewänder gehüllt. Doch auch die nichtadlige Bevölkerung geizte nicht mit wallenden und möglichst farbenfrohen Stoffen. Von den Dächern der Tempel aus kräuselten sich meterlange Gebetsbänder aus Stoff im Wind, damit er die Gebete hinauf aufs Meer trug. Der graue Winter hatte heute keine Macht über Ledvicco.

Wie üblich, wenn er unter großer innerlicher Anspannung stand, saß Tazio auf einem Stuhl und tat nichts. Trotz des schönen Ereignisses, das ihm bevorstand, war er nervös. Was heute stattfand, war mehr als eine übliche Hochzeit - es war der Beginn einer neuen Ära. Er heiratete eine Souvagnerin, ein öffentlicher Beweis für die Freundschaft der beiden Länder, doch war die Hochzeit keineswegs darum in die Wege geleitet worden. Unüblich für eine Erst-Ehe hatte das Brautpaar in Liebe zueinandergefunden. Und Tazio hätte auch um Verrill geworben, wäre sie nicht das Kind des Duc de Souvagne. Sein Land freute sich mit ihm, denn er war das Land.

Wenn Tazio nach draußen schaute, schien es, als sei der Krieg vergessen. Der heutige Tag galt nicht den gefallenen Helden, sondern er gehörte den Lebenden, der Zukunft. Ledvicco hatte nach über 80 Kriegsjahren endlich zum Frieden gefunden. Tazio hoffte, dass es so bleiben würde.

So saß er jetzt, scheinbar dösend, doch mit wachen Sinnen, und wartete darauf, dass Vianello ihn abholte, der noch einmal kurz verschwunden war. Das Fenster, vor dem er saß, stand weit offen und die Luft duftete nach schmelzendem Eis. Es war noch Winter, doch die Temperatur lag einige Grad über dem Gefrierpunkt und brachte eine Ahnung des Frühlings mit sich, wenngleich er noch in weiter Ferne lag.

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Letzte Vorbereitungen

#3

Beitrag von Tazio Ferdinando di Ledvicco » Sa 2. Feb 2019, 11:32

Vianello Leonardo
Sein Herr saß dösend vor dem Fenster und hing seinen Gedanken nach. Vianello legte dem jungen Duca eine Hand auf die Schulter. »Eure Majestät, es wird langsam Zeit. Lasst uns aufbrechen und nach unten schreiten. Habt Ihr gesehen? Monleone feiert mit Euch. All die Leute, Gäste von überall her, diese bunte Mischung von Almanen und so viele Personen wie unsere wunderschöne Stadt seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hat Hoheit. Ihr habt weise gewählt, hoffen wir, dass wir zukünftig öfter solche Bilder sehen werden. Dass wir eines Tages in Städte reisen, die vor Leben pulsieren und nicht vor Krankheit und Schlamm. Es ist wärmer geworden Herr, ganz so als wolle auch das Wetter Euch zu diesem Tag ehren. Werdet Ihr im Anschluss an die Hochzeit Eure Braut krönen?«, fragte Vianello und überprüfte die Kleidung des Duca. »Ihr habt Euch bekleckert!«, mahnte er streng.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio wandte den Kopf und lächelte seinem Leibdiener zu. Im Krieg hatte er gelernt, jedes Quäntchen Energie einzuteilen. Wenn er erkannte, dass er gegen ein Ereignis machtlos war und nur noch warten konnte, dann tat er genau das. Andere verloren die Nerven, schrien, wurden aggressiv, betranken sich oder brachen weinend zusammen. Tazio hingegen mutierte zu einer Statue aus Fleisch und wartete, ein Fels in der Brandung, nachdenkend, bis er wieder etwas tun konnte. »Dann musst du mein Gewand saubermachen oder mich umziehen«, antwortete er freundlich. Es gab nichts, was ihm heute die Laune verderben konnte. »Ja, ich werde sie krönen. Ich hoffe, sie freut sich über ihr Geschenk. Wirst du all die Zeit dicht bei mir bleiben können? Ich bin ein wenig aufgeregt und es wäre gut zu wissen, dass du im Notfall mit Rat und Tat an meiner Seite bist.«

Vianello Leonardo
»Ich wollte Euch nur aufmuntern, wie ich es früher getan habe, als Ihr noch ein ganz kleiner Junge wart. Ihr seid unversehrt und Euer Gewand ebenso Herr. Natürlich bleibe ich an Eurer Seite, ich gehe erst dann Herr, wenn Ihr mich fortschickt. Und ich denke ab einer gewissen Zeit, werdet Ihr sicher etwas allein sein wollen mit Eurer Braut. Ich denke doch, dass sie sich freuen wird. Sie würde sich vermutlich auch über eine Strandmuschel oder einen toten Ast von Euch freuen, weil sie es als Zeichen der Liebe wertet. Seid unbesorgt, aber verschenkt keine toten Äste«, sagte Vianello und zog den Duca auf die Füße. »Ihr werdet Eurer Braut einiges beibringen müssen, vor allem was die Kleiderwahl anbelangt Herr. Das Volk soll sie ins Herz schließen, das geht am leichtesten, wenn sie ihnen direkt als eine Ledvigiani gegenübertritt auch optisch. Kommt«, bat Vianello freundlich.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Als ehemaliger Soldat war Vianello stark und hatte keine Mühe, Tazio auf die Füße zu ziehen. Der ließ es einfach geschehen und begleitete seinen Leibdiener. »Ich freue mich, Verrill zu sehen und bin gespannt, wie sie wohl aussieht. Ich bringe ihr alles bei, was sie wissen muss und dazu das, was vielleicht nicht so wichtig ist, aber sie gern erfahren möchte oder sollte. Es sind so wenige von uns geblieben und der Palast wirkt noch immer verlassen. Doch nicht länger Monleone. Schau nur nach draußen, wenn du es heute noch nicht getan hast. Mit all den Gästen ist es so lebendig wie früher. Ich bin gespannt, wer alles kommen wird. Die Souvagner haben keine Beschränkungen auferlegt bekommen, sie können mitbringen, wen auch immer sie wollen. Von Fortezza sind die Kriegsschiffe zum Ehrengeleit eingetroffen und sie helfen auch, die Ordnung zu wahren, denn heute quillt die Stadt über vor Händlerbooten.«

Vianello Leonardo
Vianello hörte seinem Herrn aufmerksam zu und nickte erfreut. »Oh ja, da sprecht Ihr wahre Worte Herr. Aus Souvagne sind von jedem Adelshaus einige Personen angereist, da es sich um eine Krönung handelt Herr. Auch haben die meisten sogar Freunde mitgebracht, vermutlich jene die ihnen nahestehen und sonst nicht in den Genuss eines solchen Festes kämen. Von den höchsten Adeligen bis zum Bürgerlichen und Leibeigenen war alles vertreten. Ich hoffe ebenso wie Ihr und Eure zukünftige Braut, dass sich vielleicht einige Zweitsöhne dazu entschließen sich in Ledwick niederzulassen, oder sogar hier ihr Glück finden und heiraten. Eure Braut habe ich heute noch nicht gesehen Herr, aber Ihr Leibdiener Gaston war schon sehr früh, sehr fleißig. Eure Braut ist wissbegierig, denkt an Ihre Bibliothek. Wissen und Lernen Herr wird sie niemals ausschlagen. Auch der Brautvater, der Duc de Souvagne, ist mit seiner gesamten Familie angereist Herr. Ein größeren Vertrauensbeweis kann es von einem Souvagner nicht geben. Ich freue mich für Euch, dass er die Trauung übernimmt. Ihr habt einen Vater nötig Herr, auch wenn Ihr stark, weise und gebildet seid, jemanden an Eurer Seite zu wissen, der Erfahrung hat und nicht nur ein alter Leibdiener ist, wird Euch gut tun. Meist reicht allein das Wissen, dass man nicht allein ist. Man kann das Glück der kleinen Leute bis hier fühlen Herr, die fünf Tage der Feier werden den Händler einen kleinen Aufschwung bescheren, den auch sie bitter nötig haben. Und vielleicht findet die eine oder andere Witwe oder auch ein junges Mädchen einen schmucken Mann unter den Gästen. Witwer haben wir allerdings ebenso und auch ihnen sollte das Glück hold sein, bei der Masse an Gästen. Herr was ist mit Felipe? Habt Ihr Informationen über ihn?«, fragte Vianello respektvoll.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio legte im Gehen den Arm um Vianello und zog ihn an sich, ehe er ihn wieder freigab. Der Duca schmunzelte. Sie beide wussten, was sie verband. Vianello war seit jeher mehr als ein Leibdiener gewesen, wenngleich auch dieser Position großes Ansehen innewohnte und sie ein tiefes Vertrauensverhältnis voraussetzte. Im Krieg hatten sie Seite an Seite gekämpft als Waffenbrüder und als Tazio noch ein kleiner Junge war, hatte er eher Vianellos Gegenwart gesucht als die seiner Amme - außer, wenn er Hunger hatte. Von klein auf hatte Ernesto seinen Sohn mit zu den Streitkräften genommen und Tazio hatte zwischen und mit den Soldaten gespielt. Sie waren von hier nach da gereist, meist mit dem Schiff. In all der Zeit war Vianello eine Konstante gewesen, immer da, hatte auf jede Frage eine Antwort und wenn nicht, so wusste er, wie er sie herausfinden konnte. Seit 16 Jahren verband sie nun ihre Freundschaft. »Nur ein alter Leibdiener .... du hättest kaum stärker untertreiben können. Man kann es mit dem Grundsatz der Bescheidenheit auch zu genau nehmen. Trotzdem freue ich mich natürlich darüber, Maximilien als Schwiegervater zu gewinnen. Er ist eine angenehme und umsichtige Person und er trägt viel Weisheit in sich, die er gern teilt, wenn man ihn um seinen Rat bittet. Ich hoffe, dass auch wir ihm etwas beibringen können. Souvagne und Ledvicco sind zwei Länder, deren Herz im gleichen Takt schlägt und die doch ihre eigene Kultur haben. Almanien ist kein Brei wie Naridien, wo alle Farben vermischt wurden, bis ein schmutziges Grau übrig blieb, sondern ein farbenfrohes Gemälde, dessen einzelne Farben nebeneinander und doch miteinander erstrahlen. Großherzog Felipe wurde eingeladen und hat zugesagt. Gestern Abend ist er eingetroffen, so dass er sich noch ein wenig ausruhen konnte. Man muss sein Alter bedenken.«

Vianello Leonardo
»Nun Majestät, man darf sich nicht selbst erheben. Wer sich über andere stellt, trägt das Unheil in die Welt. Darum meine Wortwahl, wir beide wissen wie es gemeint ist. Wie man mir zutrug, ist Souvagne an einem neuen Bündnis gelegen. Zumal sich nun ganz andere Voraussetzungen bieten. Aber ich denke, dies werdet Ihr noch mit dem Duc besprechen. Ich wünsche Euch, dass Ledwick und ganz Almanien in Eurer Regentschaft in neuem Glanz erstrahlen möge. Führt Ledwick und ganz Almanien mit Euren neuen Verbündeten zurück zu ruhmreichen Zeiten Herr. Es wird langsam Zeit. Möchtet Ihr Euch im Thronsaal einfinden? Ihr seid der Duca, Ihr werdet im Thronsaal auf Eure Braut warten. Weder ein Brautvater noch ein Gast führt Euch hinein, da Ihr die Krone tragt. Seid Ihr soweit junger Herr?«, fragte Vianello, der trotz seiner äußeren, ruhigen Erscheinung so aufgeregt war, als heiratete sein eigener Sohn. Denn irgendwie war dem auch so.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Es schmerzt mich nur zu hören, wenn du so von dir sprichst, das hat schon nichts mehr mit Bescheidenheit zu tun, du wertest dich selbst ab. Dass ich da Einspruch erheben muss, kannst du sicher verstehen. Ich bin so weit«, antwortete Tazio und atmete noch einmal langsam durch. Dann Schritt er auf den Thronsaal zu. Die Pretorianos, wie die Mitglieder der Leibgarde hießen, trugen heute ihre besten Rüstungen. Sie glänzten wie schwarzer Lack, verziert mit den Landesfarben Weiß und Türkis. Sie hielten die Tür auf und Tazio schritt mit Vianello hindurch.

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Die Trauung

#4

Beitrag von Tazio Ferdinando di Ledvicco » Sa 2. Feb 2019, 11:44

Im Thronsaal selbst war noch niemand anwesend, doch auch hier war natürlich alles hergerichtet worden. Die eigentliche Feier nach der Trauung würde jedoch nicht hier stattfinden.

Vianello Leonardo
Vianello blieb neben Tazio stehen und ließ den Thronsaal auf sich wirken. Er kannte diesen ganz besonderen Raum schon eine kleine Ewigkeit, länger als es Tazio gab. Wie oft hatte er hier gestanden? Nun blickte er zum Thron, meist blickte er von der Empore herab, einen Schritt hinter seinem Herrn stehen, wie es sich geziemte. Er legte als alter Freund, Mentor und Ziehvater die Hand auf Tazios Schulter, ehe er ihn ganz unroyal einmal fest in den Arm nahm, als Kamerad. »Das ist Dein Tag Tazio, alles Liebe und Gute«, sagte er ergriffen, drückte ihn erneut und gab ihn wieder frei. »Wollen wir die Garde und die Gäste eintreten lassen? Deine Braut wird noch etwas auf sich warten lassen, so wie es sich gehört. Eine Frage die nicht unschicklich gemeint ist, hast Du bereits Erfahrung in diesen Dingen?«, flüsterte Vianello. Ansonsten würde er seinem Herrn einen Schnellkurs geben.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio umarmte Vianello dankbar zurück. Es war keine flüchtige Umarmung, sondern eine sehr feste. »Danke für alles.« Mit alles meinte er alles. Nicht nur, was den heutigen Tag betraf, sondern all ihre gemeinsamen Jahre. »Ich wurde angelernt«, antwortete Tazio. »Nicht sehr gut, weil ich keine Lust hatte, aber es wird hoffentlich genügen. Dank der Soldaten hatte ich ja auch mehr Anschaungsunterricht, als schön ist. Verrill ist keine Jungfrau mehr, sie wird für den Anfang die Führung in diesen Dingen übernehmen. Zumindest hoffe ich das. Sonst werde ich dich doch noch um deinen Rat bitten.« Er ließ seinen Leibdiener wieder los, raffte seine Roben und den schweren weißen Fellmantel und ließ sich auf dem Thron nieder. »Sie dürfen eintreten.«

Vianello Leonardo
»Nun das wird sie, immerhin ist sie schwanger Tazio. Sobald sie den Thronsaal betritt erhebe Dich um ihr Respekt zu zollen«, erinnerte Vianello und verneigte sich vor seinem Duca in tiefer, ergebener Geste. Aber diese Verneigung war ihrer Freundschaft geschuldet. Vianello ging zur Flügeltür, öffnete diese mit gekonnter Geste und gab der Garde ein Zeichen, dass diese in den Thronsaal einmarschieren durften. Die Thron- und Ehrengarde marschierte in den Thronsaal ein und unter Gleichschritt in dem sie den Saal hochmarschierten nahmen sie zeitgleich Posten und Haltung ein, ehe sie gemeinschaftlich salutierten und die Helebarden wie ein Mann donnernd absetzten. Eine Viertelstunde später füllte sich der Thronsaal mit einer bunten Schar Gäste. Alles was in Ledwick und Souvagne Rang und Namen hatte, kehrte in den Saal ein. Die Ledwicker mit wallenden, wunderschönen Kostümen. Die Souvagner nicht minder pompös, allerdings die meisten in der Tracht und dem Pomp ihres Landes, also statt Maske waren der Großteil maskenhaft geschminkt. Manche verzichteten auch darauf und legten alle Sorgfalt in die ausgewählten Roben. Die Geschmeide der anwesenden Frauen strahlten mit den Kronleuchtern im Thronsaal um die Wette. Es war voll im Saal, voller Leben und voller Vorfreude. Tazio erkannte den einen oder anderen Untertanen und vermutlich erkannte er auch so manchen Souvagner. Die Flügeltüren des Saals blieben offen. Die Bedeutung war klar, die Braut wurde erwartet und gleich wie sie alle tuschelten, lachten und sich unterhielten im Grunde warteten sie alle nur darauf, dass die Braut eintraf und der Duca seine Ducachessa in Empfang nahm.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Gebannt schaute Tazio in Richtung Tür, ehe er sich besann. Verrill würde sich noch ein wenig Zeit lassen. Also nutzte er die Gelegenheit, die Augen hinter den Öffnungen seiner Maske über die Anwesenden schweifen zu lassen. Der leuchtend türkisfarbene Teppich, der von der Flügeltür zum Thron führte, wurde zu beiden Seiten von einer jeweils Reihe der schwarz gerüsteten Leibgarde flankiert. In all der Farbenpracht war es Absicht, dass sie eine so düster anmutende Rüstung trugen, um sie auf den ersten Blick von Zivilisten abzuheben. Der Thronsaal war so voll, dass nicht viel dafür fehlte, dass die Gäste zwischen ihnen hervorquellen würden. Zwar standen die Pretorianos nun regungslos wie Statuen, doch sie wussten sich durchaus Respekt zu verschaffen, wenn jemand testete, wie lange sie still hielten, wenn man sie ärgerte. Tazio schaute, wen er alles wiedererkannte. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Tür.

Gregoire Verrill de Souvagne
Tazio hatte sich die obligatorische halbe Stunde zu gedulden, in der jede Frau testete, ob sie es wert war, dass man auf sie wartete. Ein heiratswilliger Mann hatte sicher noch keine Ehe wegen 30 Minuten Verspätung platzen lassen, aber so war es Brauch und so musste sich Tazio noch etwas gedulden. Dann endlich verstummten schlagartig dieGäste und bildeten eine Gasse zum Thron, dabei neigten sie leicht das Haupt. Vianello gab seinem Herrn ein Zeichen, dass dieser sich erheben möge. Verrill betrat in Begleitung ihres Vaters den Thronsaal. Kaum dass beide die Tür durchschritten hatten, blieben sie einen Moment lang stehen um Tazio die Gelegenheit zu geben, sich zu erheben. Verrill legte eine Hand auf den Arm ihres Vaters, als sich Tazio erhob, schritten beide voran zum Thron. So wie sie schritten, hätte jeder erkannt dass sie genauso wie Tazio von königlichem Blute waren. Der Duc de Souvagne war ähnlich einem Priester verhüllt, da er gleich eine ganz ähnliche Aufgabe wahrnehmen würde. Verrill hingegen ehrte das Land, dass bald das Ihre sein würde. Sie trug nicht nur meeresblau, sie schritt als See selbst in den Thronsaal, so als wäre der Ozean persönlich zu Gast erschienen.

Maximilien
Verrill
Verrills erste Maske

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio erhob sich andächtig. Verrill war wunderschön, gewandet in die Farben der See, ein Stück zum Leben erwachter Ozean. Vor lauter Rührung blieb er einen Moment zu lange stehen, in dem er seine Braut einfach nur betrachtete. Glitzernde Pailletten imitierten das Licht, das sich auf den Wellen spiegelte. Während Verrill türkis wie die See einherschritt, war ihr Gemahl in Weiß gehüllt. Ohne, dass sie es abgesprochen hatten, waren die beiden Eheleute in die beiden Farben von Ledwick gehüllt. Nur der Augenbereich von Tazios mit einem Federschopf besetzten Maske war vergoldet. Vielleicht hatten die Leibdiener die Farbwahl miteinander abgesprochen, oder es war eine wundervolle Fügung. Der Ozean und der Leone di Marino, der aus ihm erstieg ...

Tazios Maske und Untergewand

Der dicke weiße Fellmantel fiel schwer von seinen Schultern. Die schwarze Korallenkrone ragte zwischen den weißen Federn hervor. Das dazu passende Schwarz seines unteren Gewandes wurde vollständig verborgen, so lange er den Mantel trug. So, wie er seine Braut erwartete, erstrahlte er fast vollständig in reinem Weiß.
»Wir grüßen Euch, Prince Gregoire Verrill de Souvagne und heißen Euch willkommen in Ledvicco. Bitte tretet an unsere Seite.«
Er reichte ihr seinen Arm, um sie von ihrem Vater zu empfangen. Der Duc war ebenfalls in die Tracht der Ledvigiani gekleidet, er hatte sich vorzüglich beraten lassen. In Schwarz und Weiß gewandet mit geradlinigem Schnitt sah er würdevoll aus. Doch Tazio würde später Gelegenheit erhalten, sich das Gewand genauer anzuschauen. Momentan galt sein Augenmerk seiner Braut.

Gregoire Verrill de Souvagne
In gebührlichen Abstand blieben Braut und Brautvater stehen. »Wir danken Euch für diesen herzlichen und huldvollen Empfang Duca di Ledvicco«, antwortete Verrill und deutete eine Verbeugung an, während sie das Haupt senkte. Maximilien nahm die Hand von Verrill, legte sie Tazio auf den Arm und legte für einen Moment seine Hand darüber, als Zeichen dass er dieser Ehe zustimmte. Er trat einen Schritt zurück, denn nun unterstand Verrill nicht länger ihm, sondern in wenigen Augenblicken Tazio. »Zu Ehren der Legende des Leone di Marino und der See, tragen wir diese Gewänder. So wie die See Mutter aller Ledwicker ist, sie gebar und behütet, so werden auch wir über unser Volk wachen Duca«, sagte Verrill liebevoll.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio spürte ihre Hand auf seinem Arm. Nicht leicht, nicht schwer, lag sie da und blieb dort. Das Protokoll schrieb minutiös alle Abläufe vor und er musste sich eingestehen, dass er die meisten davon nicht auswendig wusste und ohne Vianello vermutlich heute keine sehr gute Figur gemacht hätte. Tazio war ein sehr ruhiger, nachdenklicher und meist zurückhaltender Mensch. Doch gerade eben spürte er das Verlangen, seine Maske zu Boden fallen zu lassen, Verrill die ihre vom Gesicht zu nehmen und seinen Mund auf ihre Lippen zu legen, um sie zu spüren. Dass seine Hochzeit so glücklich verlaufen würde, damit hatte er früher nicht gerechnet. Er war davon ausgegangen, irgendwann irgendeine Dame des Hochadels zu ehelichen, die gerade frei war und passte. Ein Staatsakt, wie so vieles. Die heutige Hochzeit war so viel mehr. »Wir haben nicht nur eine, sondern zwei Landesfarben. Türkis und Weiß, denn der Leone di Marino und die See sind untrennbar miteinander vereint. Unsere Gewänder sind der Spiegel dieser Farben. Und so sind auch wir beide künftig untrennbar vereint, Verrill«, sagte er liebevoll. »Wir sind zwei und doch werden wir eins sein. Ledvicco schöpft neue Hoffnung an diesem Tage.« Er wandte sich Maximilien zu. »Wir sind bereit für die Trauung.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Tazio spürte wie sich die Finger von Verrill kurz in seinen Arm krallten, nicht schmerzhaft, sondern eine liebevolle Botschaft die ihm nonverbal zeigte ich bin hier und ich bleibe. »Das habt Ihr wundervoll ausgedrückt Ducca, so sei es wie es seit Angebinn der Zeit schon immer war - der Leone di Marino und die See, zwei die zusammengehören fürwahr«, antwortete Verrill glücklich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm sie beide sacht am Oberarm und stellte sie einander gegenüber, dabei achtete er sorgfältig darauf, ihre Hände nicht zu lösen. »Als Vater legten wir die Hand unseres Sprosses in die Eure Tazio. Als Schwiegervater wurde uns die Ehre zu Teil Euch trauen zu dürfen. Kraft unseres für den heutigen Tag überreichten Amtes beginnen wir die Trauung«, erklärte Maximilien und die anwesenden Gäste gingen auf die Knie. »Hiermit fragen wir Euch Ducca Tazio Ferdinando di Ledvicco, möchtet Ihr den anwesenden Prince Gregoire Verrill de Souvagne zu dem Euch angetrauten Ehegefährten nehmen, für jetzt und alle Zeit? Dann antworte mit Ja - ich will«, bat Maximilien.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Ja, ich will«, sprach Tazio und entgegen seiner oft schüchtern wirkenden Art, klang seine Stimme nun deutlich und klar durch den Saal. Er konnte die Augen nicht abwenden von Verrill und zum Glück musste er das auch nicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schmunzelte zufrieden, aber das konnte nur Tazio wahrnehmen, da er wusste worauf er achten musste. »Und so fragen wir ebenso Euch Prince Gregoire Verrill de Souvagne, möchtet Ihr den anwesenden Ducca Tazio Ferdinando di Ledvicco zu dem Euch angetrauten Ehemann nehmen, für jetzt und alle Zeit? Dann antworte mit Ja - ich will«, forderte Maximilien freundlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill ließ ihre Hand Tazios Arm entlang nach unten rutschen und ergriff fest seine Hand. Sie verschränkte die Finger mit seinen und drückte seine Hand. »Ja, ich will«, sagte sie mit ebenso fester Stimme und drückte die Hand von Tazio noch etwas fester.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nickte erfreut. »Kraft des uns verliehenen Amtes, sowie des Hausrechts der di Ledvicco und de Souvagne erklären wir Euch zu rechtmäßig anerkannten Eheleuten. Seine Majestät Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco trägt nach der Eheschließung in Souvagne den Titel sowie Namen Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco, Prince de Souvagne, und wird in Souvagne mit Hoheit angesprochen. Seine Hoheit Prince Gregoire Verrill de Souvagne trägt nach der Eheschließung den Titel sowie Namen Ducachessa Gregoire Verrill di Ledvicco, Prince de Souvagne, und wird in Ledwick mit Majestät angesprochen. Die aus dieser Ehe hervorgehenden Kinder erhalten die Titel Principe - Principessa di Ledvicco, Prince - Prinzessin de Souvagne und werden mit Hoheit angesprochen. Und nun zum privaten Teil dieser Zeremonie - willkommen in unserer Familie Tazio. Tauscht bitte die Ringe«, bat Maximilien.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Als es an die Ringe ging, wurde Tazio unter seiner Maske bleich. Hilfesuchend drehte er sich zu Vianello um.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire zückte ein kleines Kästchen in Form einer samtenen Muschel und klappte es auf. Er entnahm einen der beiden Ringe und und schob ihn Tazio sanft auf den Finger. »Für Dich Tazio. Ich liebe Dich«, flüsterte Verrill innig und strich über seine Finger.

Schmuckkästchen
Eheringe

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Dankbar blickte Tazio seine Braut, die nun seine Frau war, durch die Maske hinweg an. Er hatte an alles Mögliche gedacht, doch nicht an eines der wichtigsten Dinge an jenem Tage. Mehr noch bekam er ein zärtlich geflüstertes Liebesgeständnis, während sie ihm den Ring über seinen Finger streifte. Alsdann nahm er den zweiten Ring zur Hand, wie der erste gefertigt aus blauem Kristall und mit einer Wellengischt verziert, und schob ihn Verrill über den zarten Finger. »Auf eine glückliche gemeinsame Zukunft, Ozean und Leone di Marino sind vereint. Ich liebe dich auch, Verrill.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien war stolz auf Verrill dass sie sogar daran gedacht hatte. »»Ihr dürft Euch nun küssen«, schmunzelte Max.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio nahm das weiße Unterteil seiner Maske ab, welches Mund und Unterkiefer bedeckte. Nur der goldene Bereich um seine Augen blieb weiter in seinem Antlitz. Das überflüssige Stück wanderte in sein Gewand, wo es nicht störte. Nun sah Verrill, dass Tazio lächelte. Nicht so breit, wie er gern würde, in Anbetracht des öffentlichen Rahmens, aber sie sah, wie glücklich er war. Sie standen bereits sehr dicht beieinander und er brauchte sich nur nach vorn zu beugen und seine Lippen sanft auf die ihren zu drücken.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill umfasste behutsam seine Hüfte und erwiderte den Kuss mit zärtlicher Leidenschaft. Sie küsste ihn einige Sekunden länger als schicklich gewesen wäre um ihm zu zeigen, dass sie ihn liebte und begehrte und hinter ihrem Ja kein politisches Kalkül verborgen lag. Nach dem Kuss schenkte sie ihm ein strahlendes Lächeln, hielt die Hand auf und Gaston eilte herbei und legte ein Kästlichen hinein. »Das mein Herzblatt ist für Dich. Von mir ganz persönlich und so einmalig wie Du«, erklärte Verrill und reichte das Kästchen mit beiden Händen Tazio. Als er es öffnete fand er folgendes vor.

Inhalt des Geschenkkästchens

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio erwiderte den Kuss und nun begann er sich sehr darauf zu freuen, wenn sie beide Zeit für sich allein hatten. Seine Wangen waren unter der verbliebenen Halbmaske gerötet. Als sie das Kästchen in seine Hand legte, musste er sich zwingen, hineinzuschauen. Nicht, weil er sich nicht freute, sondern weil das schönste Geschenk an diesem Tag bereits vor ihm stand. Was er fand, hielt er auf den ersten Blick für ein Schmuckobjekt, einen herzförmig geschliffenen, smaragdgrünen Kristall mit Goldschmuck verziert, doch dann entdeckte er, dass es sich um ein raffiniert geformtes Fläschlein handelte. »Danke, auch für die lieben Worte. Das sieht sehr hübsch aus. Aber was ist darin? Dein Geschenk findest du draußen, es hat leider nicht in ein Kästchen gepasst.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill nahm den Flacon heraus, öffnete ihn und ließ Tazio einmal schnuppern. Ehe sie einen Tropfen auf ihren Finger gab und ihm hinter jedes Ohr einen Tropfen tupfte. »Leone di Marino, geschaffen vom meisterlichen Parfumeur Erwin Choupardin, genannt die Nase. Die Rezeptur ist geheim und sollte Dein Duft sich dem Ende zu neigen, wird Dir ein neues Fläschchen hergestellt. Nur Dir, nur Du darfst diesen Duft tragen. Es ist in Souvagne bei Todesstrafe verboten, nach Leone di Marino zu duften, oder nach einem der anderen streng geheimen Düfte unserer Familie. Dieser Duft, das bist Du schnupperbar«, erklärte Verrill liebevoll und drückte den Stöpsel zurück in die Flasche. So wie sie die Flasche versiegelte, so versiegelte sie erneut Tazios Mund mit einem Kuss.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio kam nicht dazu, etwas zu sagen, denn ihm wurde der Mund verschlossen. Doch sie spürte, wie sehr er sich darüber freute anhand des Spiels seiner Lippen. Er zog sie näher an sich und beide spürten die Körperwärme des anderen. »Ich möchte dir auch so gern dein Geschenk zeigen«, sprach er. »Bitte begleite mich nach draußen. Es ist nicht weit.« Sicherheitshalber warf er Vianello einen Blick zu, nicht, dass er jetzt irgendeine Tradition brach und seine Braut beleidigte oder dergleichen.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Einen winzigen Augenblick noch«, bat Verrill und reichte Tazio ein kugelrundes Tongefäß und aus dem Lächeln wurde ein schelmisches Grinsen. »Dieses Geschenk ist von ganz Souvagne, an Ledwick. Mit den besten und ehrerbietigsten Grüßen. Dein Schwiegervater wird Dir erläutern was die Tonkugel bedeutet. Aber in ihr findest Du auch noch etwas. Schau bitte nach«, bat Verrill.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio schaute sich erst die Tonkugel von außen an, dann öffnete er sie und schaute hinein.

Maximilien Rivenet de Souvagne
In der Kugel befand sich ein zusammengerolltes Dokument. Als er es entrollte stand dort nichts weiter als eine Ziffer 20.000.000. Das war auf dem Dokument zu lesen, darunter prangte ein Souvagnischer Adler.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio schaute sich den Zettel an. Eine Zahl konnte für alles Mögliche stehen. Er schaute seinen Schwiegervater an. »Was bedeutet die Tonkugel?«, erkundigte er sich. »Und wofür steht diese Zahl?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Für zweierlei, 20.000.000 Pfund Sprengstoff und 20.000.000 Taler als Staatsgeschenk, betrachte es als Mitgift für Verrill und für Dich. Langes und erfolgreiches Leben Duca di Ledvicco«, antwortete Maximilien und verneigte sich vor Tazio und legte dabei die linke Hand als Faust auf sein Herz. »Eine Erinnerung, wenn Du gestattest. Jules«, sagte Maximilien. Jules trat neben Maximilien und verneigte sich ebenso vor dem Ducca. »Eure Majestät, die Erinnerung«, sagte er und übermittelte Tazio ein einziges Bild.

Das Bild

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Einen Moment lang musste Tazio um Fassung ringen, als ihm noch einmal all das in Erinnerung gebracht wurde, was er durchgemacht hatte, was sein Land durchgemacht hatte und dass sein Vater in diesem Moment irgendwo auf fremdem Land verrottete. Gleichzeitig spürte er die Kraft, die sein Hass mit sich brachte, um die Zukunft anders zu gestalten. So etwas würde kein zweites Mal mit Ledvicco geschehen. Tazio spürte den Drang, Maximilien zu umarmen. Das würde er später tun, sobald es zum entspannteren Teil des Zeremoniells überging. Er war so aufgewühlt, dass er kein Wort herausbrachte. Ehe er stammelte, nickte er Maximilien zu. Dabei kniff er kurz die Augen zusammen, damit sein Schwiegervater sah, dass es keine Unhöflichkeit war, sondern dass er gerade um Fassung rang. Maximilien schenkte Ledvicco mit dem Geld ein Stück Zukunft und mit dem Sprengstoff ein Stück Sicherheit. Eingewaltig großes Stück.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm Tazio die Entscheidung ab und umarmte seinen Schwiegersohn. »Keiner der unseren soll in Armut oder Angst leben. Dies ist mehr als ein Tonkrug oder ein Versprechen, das Geld wurde Eurem Schatzmeister übergeben. Und der Tonkrug samt der Erinnerung bedeutet, wir sind bereit, wenn Du es bist. Das Feuerwerk das stets nach so einem Fest folgt Tazio, wird diesmal nicht in bunten Lettern an den Himmel geschrieben, sondern es wird einen klaffenden Krater in die Heimat unserer Feinde reissen. Auf Deinen Befehl hin, wird ihre Welt untergehen 20 Millionen Einheiten Sprengstoff, beste Ware, wir haben keine Kosten und Mühen gescheut. Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit Tazio, langes Leben und mindestens eine Handvoll Söhne. Meinen Segen für Euch«, sagte Maximilien, lüftete die Maske und küsste Tazio auf beide Wangen und dann auf die Stirn, ehe er ihn erneut umarmte. »Sie gehört nun Dir, pass gut auf sie auf«, schmunzelte Max und gab Tazio frei. »Möchtest Du die Feier freigeben? Dann habt Ihr etwas mehr Zeit für Euch«, riet Max.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Maximilien wurde sehr fest zurückgedrückt. Er wurde regelrecht geknuddelt. Er spürte, dass in seinem schüchternen Schwiegersohn viel Kraft verborgen lag, tief unter der Oberfläche, doch sie war da. »Ich werde auf Verrill aufpassen. Du wirst niemals Grund zur Sorge haben. Wenn niemand sonst es mehr tut, verteidige ich sie mit meinem Leben. Bis zum letzten Atemzug, das schwöre ich dir. Danke für deinen Segen, deinen Rat, deine Freundlichkeit, deine Gastfreundschaft und für das Stück Zukunft, dass du uns schenkst.« Endlich hatte er seine Sprache wiedergefunden. »Die Feier ist eröffnet«, erklärte er, nachdem er Maximilien wieder freigegeben hatte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max neigte das Haupt, ging einige Schritte rückwärts aber schaute dabei Tazio an, ehe er sich umdrehte und zu seinen wartenden Frauen und seinem Leibdiener zurückkehrte. Die Feier war eröffnet!

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Das Geschenk für Verrill

#5

Beitrag von Tazio Ferdinando di Ledvicco » Sa 2. Feb 2019, 11:56

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute zu Tazio herüber, während Vianello sich kurz räusperte und unauffällig auf Tazios Krone zeigte. Jedenfalls hoffte er, es war unauffällig. Greg nahm Taz bei der Hand und führte ihn nach draußen. »Also was möchtest Du mir schönes zeigen?«, fragte sie gut gelaunt und hielt ihn ganz fest an der Hand gepackt.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio musste kurz seine Augen schließen. Er war ein gedankenloser Trampel. Er hatte die Kröung seiner Braut vergessen. Er nickte Vianello kaum merklich zu, zum Zeichen, dass er verstanden hatte, doch nun wollte er Verrill zunächst ihr Geschenk zeigen.

Verrill ahnte vielleicht schon, worauf es hinauslief, als ihr Gemahl sie zum Meer führte. Zunächst sah sie nur die beiden schwarzen Segel, die zum Präsentationszwecke gesetzt worden waren. Es musste ein niedriges Schiff sein, denn vom Rumpf war noch nichts zu sehen und so gingen sie bis an den Rand des Kais heran. Doch was genau sie dort erwartete, damit hatte Verrill sicher nicht gerechnet. Nicht in der Form. In Schwarz, Bronze und Weiß lackiert wirkten die Farben des Schiffs nobel, doch das war nicht das Bemerkenswerte. Der Rumpf war 40 m lang und in Anbetracht der Größe des Schiffs sehr flach und schmal. Man würde unter Deck gerade so stehen können. Das Ungewöhnlichste daran war jedoch der Umstand, dass es nicht bei diesem einen Rumpf blieb, sondern das Schiff gleich drei Rümpfe besaß, die parallel zueinander lagen. So wirkte das Schiff fast wie ein schwimmender Flugapparat. Der Größte Rumpf war der Mittlere und von diesem spannten sich, zwei gebogenen Flügeln nicht unähnlich, zwei Tragflächen, die in den anderen beiden Rümpfen endete. Jetzt, da das Schiff ruhig lag, reichten die beiden äußeren Rümpfe nicht bis ganz hinab aufs Wasser. Tazio ließ seiner Braut Zeit, ihr Geschenk zu betrachten.

Der Trimaran

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute sich das Schiff an und wusste nicht was sie dazu sagen sollte. Sie war selten sprachlos, aber dieses Schiff wirkte wie nichts, was sie vorher je gesehen hatte. Es wirkte nicht einmal wie Goblinwerk, es wirkte schlicht und schön, es war von unbeschreiblicher Eleganz. Leider hatte sie von Schiffen keine Ahnung, aber es gefiel ihr und das war maßgeblich. »Es ist wunderschön, ich habe noch nie etwas Vergleichbares gesehen wie dieses Schiff. Du hast keine Vorstellung davon, wie glücklich Du mich damit machst. Und glaube mir Tazio, einen Großteil der souvagnischen Adligen vor allem die Dusoliers würdest Du damit auch rum bekommen. Wie nennt man so ein Schiff und machen wir damit unsere Reise ja?«, freute sich Verrill.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Darf ich vorstellen, das ist die Verdesca. Die Blauhai. Blauhaie gehören zu den schnellsten Fischen des Meeres. Und dieses Schiff trägt nicht umsonst seinen Namen. Die Verdesca ist ein Hochsee-Trimaran«, erklärte er. »Trimarane wurden von unserem Militär entwickelt. Es sind die schnellsten Segelschiffe der Welt. Alle Geschwindigkeitsrekorde, egal ob Kurzstrecke oder Langstrecke, werden von unseren Trimaranen gehalten. Das liegt unter anderem daran, dass ein Trimaran kaum Tiefgang hat und je schneller er fährt, umso weiter verringert sich der Tiefgang, so dass diese Schiffe eine immense Beschleunigung haben. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit berühren sie kaum noch das Wasser, sie fliegen regelrecht dahin. Sie schaffen Höchstgeschwindigkeiten von über 60 Knoten. Und dieser hier, die Verdesca, ist der schnellste Trimaran, der je gebaut wurde - was sie zum schnellsten Schiff der gesamten Welt macht. Innerhalb von 24 Stunden legt sie 1000 Seemeilen zurück. Eine komplette Umseglung von Asamura schafft sie in zwei Wochen. Ich habe es testen lassen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lieg dabei bei etwa 33 Knoten. Selbst ihre Durchschnittsgeschwindigkeit liegt beim Dreifachen dessen, was andere Schiffe als Höchstgeschwindigkeit zu bieten haben. Damit sausen wir allen feindlichen Schiffen davon, egal, wo wir sind, egal, wer unser Gegner ist. Uns bekommt niemand.«

Verdesca bei hoher Geschwindigkeit

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das klingt sehr schön und aufregend, wie ein fliegender Fisch. Wie schnell normale Schiffe sind, weiß ich nicht, aber ich könnte einen aus unserer Marine fragen um einen Vergleich zu haben. Du weißt es sicher auch, wie schnell ist eines unserer Kriegsschiffe zum Vergleich? Also Höchstgeschwindigkeit, was liefern sie? Und wohin fahren wir überall? Auch einmal um ganz Asamura? Damit muss man weder Feinde, noch Freunde, noch Piraten fürchten«, lachte Verrill gut gelaunt. »Wie steuert man sie? Und wer steuert sie?«, fragte sie neugierig.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Es kommt auf das Schiff an. Die meisten normalen Kriegsschiffe schaffen so 12 Knoten, die schnellen 16. Manche davon sind riesig und was die erst wiegen, das ist eine Gigantomanie, die wir auf anderem Wege zu durchbrechen versuchen. Wir haben flaches Wasser, wir haben Materialmangel und manchmal wollen wir einfach irgendwo entlangsegeln, ohne uns mit Norkara und Naridiern beschießen zu müssen. Die Trimarane sind unbewaffnet und leicht. Uns bekommt niemand. Und wenn er uns doch zu nah kommt, muss man so ein kleines Schiff erstmal treffen. Die meisten sind deutlich kleiner als die Verdesca, sie ist die Luxusvariante, damit es dir an nichts mangelt. Sie wird ganz normal mit einem Steuerrad gelenkt, ganz hinten unter der Überdachung des Hauptrumpfes, siehst du? Für uns lenkt ein Kapitän, den ich dir aber nicht heute vorstelle, ein erfahrener Veteran der Meere. Aber du kannst dich auch selber daran versuchen. Es gibt kleine Trimarane, die von einer einzigen Person bedient werden können. Es kommt drauf an, was dir mehr Spaß macht, selbst zu fahren oder die Fahrt als Passagier zu genießen. Wohin wir fahren, liegt ganz bei dir. Überall, wohin du möchtest.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun wenn ich die Wahl habe, dann genieße ich doch beides. Der Gute kann mir doch beibringen wie es funktioniert. Wir können entspannen und uns alles anschauen und wenn wir Lust haben selbst über das Wasser zu jagen, dann machen wir das Taz. An nichts mangelt es mir, dass hast Du schön gesagt. Wir müssen Dan mitnehmen, wenn Dir das Recht ist. Das it ein gewaltiger Unterschied zu souvagnischen Schiffen, sie ist pfeilschnell. Verdesca... Blauhai, ich habe noch nie real einen gesehen. Ich hoffe uns verfolgt keiner«, lachte sie gut gelaunt und schmiegte sich an ihn.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Er legte seine Arme um sie und küsste ihren Mund. »Blauhaie sind Hochseehaie. Du erkennst sie an einer sehr langen Nase und ihrer schlanken Körperform. Ihre Augen sind ziemlich groß und die Brustflossen riesig.

Blauhai

Sie mögen kein zu warmes Wasser, drum findet man sie im Dhunik eher in tieferen Gewässern, wo sie uns nicht zu stören brauchen. Sie sind ein beliebtes Beutetier von Hochseeanglern, die Fischer jedoch fluchen auf ihn, da er die Tiere in den Netzen und an den Fangleinen attackiert. In Küstennähe ist er sehr selten, jedoch attackiert er durchaus Menschen, wenn man auf die Idee kommt, im offenen Meer zu baden.«
Er hielt sie fest und traute sich nicht, nun irgendetwas anderes zu tun, als sie einfach nur festzuhalten und sich zu freuen, dass sie nun seine Frau war.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Dann baden wir besser nicht im offenen Meer, wissen die anderen nicht von ihnen? Wobei, die Blauhaie gibt es nicht in der Azursee oder? Da können wir dann gemeinsam baden oder wo es sich nicht gibt. In Strandnähe, ich möchte nicht von einem Hai gebissen werden. Hab doch keine Angst, Du kannst mich ruhig streicheln«, sagte sie und rieb ihre Nase an seiner, ehe sie ihn noch fester an sich zog. »Sobald wir uns in unser Gemach zurückziehen, wird jeder wissen was nun folgt. Die Besiegelung unserer Ehe, wir müssen vorsichtig miteinander umgehen wegen dem Kleinen«, bat sie.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Er nickte zögerlich. »Ich bin nicht sonderlich erfahren. Drum bin ich etwas zurückhaltend.« Es fiel ihm nicht leicht, das zu sagen. Er lächelte trotzdem. »Ich gebe mein Bestes. Am besten, du zeigst mir, wie es dir gefällt und wie ich dem Kleinen nicht schade. Möchtest du, dass wir uns nun einander widmen oder möchtest du noch ein wenig auf der Feier bleiben? Oh, fast hätte ich es wieder vergessen ... wo habe ich nur meinen Kopf. Die Krönung!«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Dann erst die Krönung, dann die Feier und dann in aller Ruhe genießen wir uns. Ich zeig es Dir, so dass wir beide ohne Sorge Spaß dran haben können. Unerfahrenheit ist keine Schande Tazio, ganz und gar nicht. Wir finden gemeinsam heraus, woran Du Freude hast. Ich pass auf Dich auf«, erklärte Verrill und nahm Tazio bei der Hand um zurück zum Thronsaal zu schlendern. »Den goldenen Oo haben wir auch mitgebracht und Du bekommst noch etwas von meiner Mutter, als Teil der Aussteuer, ein Teeservice. Sie wollte uns beiden damit eine Freude machen«, erklärte Verrill und führte Tazio zu dem Gabentisch. »Ich hoffe es gefällt Dir, so können wir Tee und Kekse genießen«, schmunzelte sie gut gelaunt.

Teeservice

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Das sieht schön aus«, freute sich Tazio, der seine Freude an verspielten Gestaltungselementen hatte. »So etwas sieht nach Frieden aus, Verrill. Alles was kalt und pragmatisch ist, allein auf den Zweck ausgerichtet, schmucklos und ohne Seele - das riecht für mich immer nach Krieg.« Er nahm eine der Tassen in die Hand und schaute sich genau die blau-goldenen Ornamente an. »Da schmeckt der Tee doppelt gut. Und auf den Oo bin ich gespannt. Mein Prachtadler macht sich sehr gut, langsam hört er auch ohne Halfter. Ich bin ihn schon mal ohne Zaumzeug und Sattel geritten und er hat auch nach dem Absteigen noch gut gefolgt. Ich hatte erst Angst, dass er wegfliegt und mich da verschimmeln lässt, aber das hat er nicht.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill musterte Taz aus schmalen Augen. »Ja, aber zukünftig lässt Du solche Spielchen bitte oder übe das gemeinsam mit Linhard, er hat an solchen Unfug auch seinen Spaß. Ich möchte Euch beide gerne lebend, kerngesund und an einem Stück behalten«, mahnte sie und gab ihm einen zärtlichen Kuss. »Damit hast Du sogar Recht Tazio, sobald man Zeit für Schöngeistiges hat, herrscht kein Krieg. Aber genau aus diesem Grund musst Du immer wachsam sein, präventiv handeln und manchmal auch gnadenlos sein vor allem zu Deinen Feinden. Nur dann wenn die anderen Deine Natur kennen und wissen, dass Du den Frieden liebst ihn aber mit allen Mitteln und ich meine wirklich allen Mitteln verteidigst, werden sie Dich auch in Frieden lassen. Mein Vater war der einzige friedliche Großherzog und wir haben vermutlich die meisten Waffen. Ein Paradoxon, Abschreckung oder ist es auch zum Teil unsere Natur, die mit abschreckt? Wir sind friedlich solange man uns in Frieden lässt Tazio. Aber greift man uns an, wirft einer den Fhedehandschuh nach Ledwick, wird er Ledwick und Souvagnes geballte Macht kennenlernen. Und Vater ist in solchen Dingen nicht für halbe Sachen. Er klärt Dinge sehr gerne endgültig, Du kannst Dich bei Domi erkundigen. Ein Feind Souvagnes oder Ledwicks wird sich gut überlegen müssen, ob er wirklich dieses Risiko tragen möchte, oder ob er sich nicht ein leichteres Opfer sucht. Bleib in der Seele Standort treu Tazio, aber wandere ruhig umher. Nur vergiss niemals die Heimat so zu sichern, dass Du guten Gewissens aufbrechen kannst. Drum ja Schatz, eine verschnörkelte Tasse zeigt, wir hatten Zeit für die Schnörkel, aber wir hatten auch den Willen, das Wissen und die Macht diesen Schnörkel möglich zu machen. Du nun auch«, sagte Verrill und drückte Tazio die Tasse in die Hand. »Am Ende der Feier oder zu Beginn, beides ist möglich. Du könntest auch unsere Ehe mit einem gewaltigen Knall beginnen lassen. Dem Knall unseres Verbundes und Deiner Befreiung. Wieso warten?«, schmunzelte Verrill und streichelte Tazio. »Überleg es Dir, wie es Dir lieber ist. Wann immer Du bereit bist, jage sie zum Abgrund Schatz«, erklärte Verrill mit einem Lächeln, das so eisig war wie das Grab das die Zwerge finden würden.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Ich jage sie persönlich zum Abgrund und wir werden beide zuschauen. Unsere Feier geht fünf Tage. Der fünfte Tag wird jener sein, an dem wir Maximiliens Geschenk nutzen und die Zwerge mit einem gewaltigen Knall in den Abgrund blasen.« Tazios Gesicht war sehr ernst, als er das sagte. Seine Stimme entschlossen. Er war jung und hatte Probleme, sich im zivilen Leben zurechtzufinden, doch in Sachen Militär war er erfahren und fähig. Er war unter Soldaten aufgewachsen und hatte weitaus mehr Zeit auf Kriegsschiffen verbracht als im heimatlichen Palast. Dann aber wurde sein Blick wieder sanft. »Jetzt aber denken wir noch nicht an Rache, sondern an das Leben. Die Zukunft will gefeiert werden. Lass uns zu den Gästen gehen.« Er schmunzelte ihr zu. Am liebsten würde er die Feier später fortsetzen und sich nun ganz seiner Braut widmen. »Deine Brüder sehen aus, als wollten sie uns gratulieren.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Lass Dich davon nicht einschüchtern«, flüsterte sie ihm mit einem Zwinkern zu. »So soll es sein Schatz, sie werden sterben und Dein Vater wird seine Ruhe finden. Und unser erstes Kind, wird seinen Namen tragen. So trägst Du ihn nicht nur im Herzen, sondern auch Dein Kind trägt seinen Namen, ein Zeichen tiefster Zuneigung und Liebe. So werden wir es handhaben Taz. Und heute Abend lernst Du wie Du so ein Würmchen mit ganz viel Spaß machst«, lachte sie leise.

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Re: Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#6

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » So 3. Feb 2019, 14:47

Heerscharen von Gratulanten


Ciel Felicien de Souvagne
Die Feier war eröffnet und die Hälfte der Gäste hatten sich auf zweierlei Weisen verteilt. Während die erste Hälfte schnurstracks zum Buffet geeilt war, umringte die zweite Hälfte nun das Brautpaar, um diesem zu gratulieren. Auch die großherzogliche Familie aus Souvagne fand sich bei Tazio und Verrill ein, die höflich nickten, bisweilen auch Hände schüttelten und noch seltener umarmten. Bei einem solchen Brautpaar waren Intimitäten einem winzigen Kreis vorbehalten, während bei Hochzeiten des einfachen Volks bisweilen auch Leute umarmt wurden, die irgendwer mit angeschleppt hatte und die man noch nie zuvor gesehen hatte oder auch nur ihren Namen kannte. Die Dusoliers waren als Chevaliers nicht gerade einfaches Volk, doch die Herzlichkeit, die Ciel dort erlebt hatte, hatte etwas Wohltuendes an sich. Hier war alles noch ein wenig steif und förmlich, wenngleich das Brautpaar zu Familie gehörte. Schuld daran trug nicht nur der hohe Stand der Eheleute, sondern auch die Zurückhaltung Tazios.

„Was meinst du, Dreaux, ein wenig flüssige gute Laune in den Wein füllen, damit unser neuer Schwager etwas auftaut?“ Ciel schmunzelte seinen Bruder an. Natürlich war der Duca tabu für derlei Scherze, doch für sich selbst hatte Ciel das ein oder andere Tröpfchen eingepackt und auch schon davon Gebrauch gemacht, denn nach dem Besuch bei Julien de Dusolier war er unerklärlicher Weise sehr erschöpft.

Endlich war etwas Luft um das Brautpaar. Ciel gratulierte zuerst dem Duca und nahm es sich heraus, den jungen Mann zu umarmen und ihm die Schultern zu tätscheln, ehe er sich seiner Schwester zuwandte.

„Vrilliiiii“, flötete Ciel. „Von Herzen alles Gute auch für dich. Für euch beide viel Glück und Freude auf all euren Wegen.“ Er umarmte seine Schwester, wobei er auf ihren Bauch achtete.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill umarmte Ciel und drückte ihn an sich. "Ich sehe aus wie eines von Dreux Luftschiffen und wer ist Schuld? Linhard. Dankeschön, dass hast Du lieb gesagt. Ja es ist etwas ungewohnt, aber ich habe mich hier gleich wohl gefühlt. Weit weg von der Tonsur, ich hoffe er ist nicht hier. Tazio hat mir ein Boot geschenkt, es kann fliegen, also wenn es genug Geschwindigkeit aufgenommen hat, hebt es ab und fliegt über das Meer. Ich habe mir vorgenommen alle Haie die ich unterwegs treffe aufzuzeichnen, ein Buch dass ich selbst schreibe, wäre doch mal was oder? Nun ich meine ich habe natürlich die erste Zeit wichtigere Dinge zu erledigen als Ducachessa - das ist mein Titel, aber das werde ich auch in Angriff nehmen. Ducachessa hat Tazio extra für mich geschaffen, er denkt wie Du und Paps. Wie geht es Dir und Fran? Wie weit ist sie? Sie müsste soweit wie ich sein, aber sie ist ganz schön rund und Ferrau ist immer in ihrer Nähe. Das ist gut und wichtig. Ich habe mir überlegt ob ich mir für die Zeit nach der Schwangerschaft lieber eine Zofe nehme, ich weiß nicht wieso, Gaston ist ein hervorragender Leibdiener, aber ich habe irgendwie das Gefühl jemanden zu benötigen der Baby tauglicher ist. Klingt das seltsam? Falls ja, sage es ruhig. Ciel, ganz nebenbei was immer noch geschehen mag, Du hast immer ein Platz in meinem Herzen und unsere Streits tun mir aufrichtig leid. Manchmal war ich nicht ich selbst... und manchmal war ich zu sehr ich selbst. Du bist ein guter Kerl mit schrulligen Ideen, aber einem Herzen aus Gold. Bewahre es Dir und behalte auch alle anderen Körperteile... Du weißt worauf ich anspiele. Du bist hier jederzeit willkommen. Vater hat erlaubt dass ich mir einige Leute aussuchen darf die mich nach Ledwick begleiten. Hast Du Vorschläge?", fragte Verrill. "Wundere Dich nicht, dass ich so viel durcheinander erzähle, ich bin was aufgeregt", grinste sie gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
„Natürlich habe ich Vorschläge. Wir haben eine wundervolle, tapfere Chevaliersfamilie mit jahrhundertealter Tradition, die dringend noch eine Scholle sucht. Spaß beiseite, lass mich mal überlegen. Zwei davon sind dir ja bereits zugewiesen, nimmst du sie mit? Ansonsten ist mir zu Ohren gekommen, dass Tazio qualifizierte Leute für dieses und jenes sucht. Wie wäre es mit einem Schatzmeister? Veyd von Eibenberg ist ein hervorragender Mann vom Fach. Ein entfernter Verwandter unseres Fantoms Davard von Hohenfelde. Vielleicht könnte Veyd helfen, Ledwick finanziell wieder auf Vordermann zu bringen.“ Er streichelte seiner Schwester, die er einst fast geheiratet hatte und dereinst fast selbst ein Kind geschenkt hätte, die Wange. „Mach dir um mich keine Sorgen, dein Augenmerk sollte deiner eigenen kleinen Familie hier vor Ort gelten. Den Wunsch nach einer Zofe kann ich verstehen. Fernab von jedem Zynismus hätte ich dir auch jemanden wie Nathan ans Herz gelegt. Da es aber einen solchen Mann kein zweites Mal gibt, musst du wohl weiterhin die Augen offen halten. Ducachessa … sehr klangvoll. Ein Titel, der deiner würdig ist und gerecht wird. Wie möchtest du künftig auftreten, so wie am heutigen Tage im Kleid? Dein Angebot zur Gastlichkeit werde ich sicher das eine oder andere Mal in Anspruch nehmen, Schwesterchen.“

Gregoire Verrill de Souvagne
"Du wolltest mir doch nicht die Duponts empfehlen und so eine Flutkatastrophe heraufbeschwören oder?", lachte Verrill. "Veyd ist eine sehr gute Idee, jedenfalls für einen gewissen Zeitraum sollte er sich um die Staatskasse kümmern. Nicht umsonst hat dieser Mann ein derartiges Vermögen. Was Nathan betrifft, da gebe ich Dir Recht, es gibt keinen zweiten wie ihn. Er hat mir ein Kleid geschenkt und noch einiges mehr Ciel. Meine Rosenfinken, wärst Du so lieb und würdest sie mir nach Ledwick bringen? Sie waren von ihm und Linhard und in der Aufregung habe ich die beiden ganz vergessen. Ich werde so auftreten wie ich mich fühle, das heißt ich werde gar nichts mehr verstecken, ich bin wer ich bin. Arrogant könnte ich sagen, warum versteckt Ihr Euren Mangel nicht? Eigentlich fehlt mir nichts, sondern Euch anderen allen. Aber erstens bin ich nicht so, nur wenn ich gerade sehr üble Laune habe, was fast nie vorkommt wie Du weißt und zweitens habe ich keine Lust in solchen negativen Bahnen zu denken. Ich hatte lange genug damit zu tun, nun ist Schluss damit. Nun ich mache mir halt meine Gedanken wann Deine Küken schlüpfen, ich habe Fran schon einige Zeit nicht mehr gesehen. Ich bin im April soweit und nach der Entbindung, werde ich solange nur Tazio gehören, bis ich erneut schwanger bin. Das verlangt schon allein die Logik der Thronfolge. Er muss ganz sicher wissen, dass dieses Kind nur sein Kind sein kann. Hast Du sonst noch einige Vorschläge? Einige vertraute Gesichter hätte ich schon gerne im direkten Umfeld. Dan meinen Leibarzt habe ich auch dabei und Gaston. Nun ich werde ihn behalten, aber für die tägliche Pflege werde ich eine Zofe anfordern. Vielleicht sogar eine aus Ledwick, so kann sie mir gleich alles über die Kleidung und das tägliche Leben beibringen. Eine junge Dame von Stand, die bereit ist mit mir durch dick und dünn zu marschieren und Babys mag. Ich denke so eine Ledwickerin wird sich doch finden lassen. Du warst also bei den Dusoliers wie ich gehört habe. Nun das soll sehr schön dort sein, sie sind sehr eng miteinander. Tazio und ich werden auch eng miteinander sein, ich möchte dass wir ein gemeinsames Quartier beziehen und auch so leben. Man muss es sich gemütlich im Leben machen und dafür sorgen, dass es einem gut geht. Auch in kleinen Dingen. Denk immer daran Ciel. Ich hab Dich lieb", sagte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
„Ich hab dich auch lieb, Verrill“, antwortete Ciel zärtlich, aber deutlich zurückhaltender, als er gewantwortet hätte, wäre seine Schwester nun nicht mit dem Duca liiert, der obendrein neben ihr stand und mit Maximilien plauderte. Der Gedanke, was heute im Anschluss an die Feier noch geschehen würde, war einer der Gründe, warum Ciel sich ein Köfferchen mit Drogen mitgenommen hatte. Ciel mochte Verrill zu sehr, als dass es ihm gleichgültig sein könnte, sich vorzustellen, wie sie in die Arme eines anderen Mannes sank und wenn er noch so eine gute Partie war. Er versuchte, den Gedanken möglichst weit beiseite zu schieben, indem er einen Blick auf seine wunderschöne Francois warf, die nicht weit entfernt stand und noch immer von dem lieben, guten Ferrau behütet wurde. Nicht umsonst trug Ciel auch heute wieder neben seinem Ehering, den er voll stolz trug, auch das flirtabweisende Mouche in der Form eines dicken Fischs auf der Wange. „Fran bekommt ein Vierteljahr nach dir ihr Baby. Die zwei werden also fast gleich alt sein und hoffentlich später schön miteinander spielen.“ Ciel guckte verdutzt, als ihm auffiel, welche Formulierung Verrill gerade gewählt hatte. „Du meinst … Fran bekommt Zwillinge?“, fragte er so gefasst wie möglich.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Oh keine Sorge Ciel, dass meine ich nicht nur, dass weiß ich. Fran ist ein ausgezeichneter Heiler und würde sich nicht irren. Aber sie hat Dan gefragt, ob sie sich verhört hat und Dan überprüfte es rein auf magischem Wege und bestätigte ihr dass ihr zwei Jungs bekommt. Also Dreux muss sich ranhalten, in der Zeit wo er nicht einmal geflirtet hat, haben wir schon zweimal geheiratet und Kinder bekommen. Nun Du faulerweise nicht persönlich, sondern Du überlässt die Arbeit Fran", lachte Verrill, aber man sah dass sie nur Spaß machte. Sie musterte Ciel von oben bis unten und für einen Moment sah er genau die Erinnerung in ihren Augen, der auch er nachgehangen hatte. Sie liebten sich, auf andere Weise als rein geschwisterliche. Dennoch wussten sie, dass sie beide wem anderes gehörten, mit Herz und Hirn. Genau wie Ciel zwei Herzen gehörte, so gehörte auch Verrill zweien. Und sie liebte beide ebenso von Herzen. Tazio war ein scheuer, zurückhaltender Mensch, aber gerade solche waren alles andere als harmlos. So hart wie er im Krieg sein konnte, so leidenschaftlich konnte er sicher auch im Bett sein. Alles was er benötigte war ihre Anleitung und Hilfe. Jene würde sie ihm geben, wie sie ihm alles geben würde. "Paps wird sehr stolz auf Dich sein Ciel und ich bin es auch. Alles begann auf der Choucas und damit, dass Du ein Haarmittel haben wolltest, wie ich hörte. Und nun seid ihr alle meilenweit entfernt von Eurem Ausgangspunkt, der eigentlich ein so schöner war und Euch zusammenführte. Denkt mal darüber nach, für Euch alle und vor allem für Fran. Sie hatte nur diese Familie, denn sie hatte niemanden. Und noch etwas, halte ihr die Tonsur vom Leib, versprich mir das. Das ist mir sehr wichtig. Sobald das Küken da ist, möchte ich dass Du sein Patenonkel wirst. Oh und Paps wollte Dir sagen, dass Davet sich entlobt hat, also Davet bat wohl Paps darum. Es wäre Dir wichtig sagte er und da es mir gerade einfällt, sage ich es Dir. Wir sollten eine Luftbrücke von Ledwick nach Souvagne einrichten und ebenso eine feste Flußroute, damit wir noch enger zusammenwachsen. So könnten wir uns auch mal so besuchen, ohne Vögel. Als erstes werde ich die schwimmenden Märkte anschauen und mir Kleidung zulegen. Sag was Du möchtest, aber die weiten Stoffe haben gerade jetzt ihren Vorteil. Du siehst aus als hast Du etwas Gewürz nötig Brüderchen. Nimm nur eine Messerspitze von voll im Sekt. Ich glaube Dich suchte jemand, so ein dünner Dusolier, er fragte herum", kicherte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
„Oh, das wird Julien sein“, freute sich Ciel. „Er wird sich nicht an Francois vorbeitrauen. Sie kann auch ganz anders, wenngleich sie so sanft wirkt. Es scheint euch im Blut zu liegen, sie hat ihn nur kurz angepackt und angefaucht und du hättest sehen sollen, wie er rannte.“ Dann aber wurde sein Blick nachdenklich und entrückt. „Zwillinge, zwei Jungs … Papa war schon mit dem ersten Namen nicht einverstanden. Ich muss mir einen zweiten überlegen. Patenonkel deines Kindes, vielen Dank für diese Ehre! Die nehme ich doch gern an, wenn das Würmchen auf der Welt ist. Weißt du schon, ob du einen Buben, ein Mädchen oder eine Verrill bekommst? Zwei Jungs, ich fasse es nicht, das wird ein Chaos, aber ich freue mich! So sind sie niemals allein, sie haben immer einen gleichaltrigen Spielgefährten. Benito hält sich bereits jetzt von Fran fern. Du brauchst dich nicht zu sorgen. Die Choucas, dort hat das Leben der beiden Kleinen ihren Anfang genommen und auch unsere Ehe. Davet lässt also ausrichten, er sei entlobt, da es mir wichtig sei? Den Arschtritt hätte er sich sparen können. Ich werde ihm eine Glückwunschkarte schreiben.“ Ciel rümpfte verärgert die Nase. „Die Messerspitze ist eine gute Idee, Dreaux sieht auch so aus, als warte er schon. Ich überlasse dich den anderen Gratulanten und deinem Mann.“ Er zwinkerte ihr zu.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Na Davet hat es lieb gesagt und auch so gemeint, er wollte Dir mit der Nachricht eine Freude machen und keinen Streit anfangen. Ihr habt Euch doch gerade wieder versöhnt Ciel. Werte das bitte jetzt nicht falsch. Schau er hat von all dem höfischen Zeremoniell keine Ahnung und er bemüht sich doch, Anschluss zu finden. Überlege mal wie alt der Mann wirklich ist, er ist älter als unser Vater. Vorher hatte er keine Familie, die den Namen verdient hätte. Und dann muss er es gleich mit uns aushalten. Er hat einige gute Ideen gehabt, wie ich am Rande mitbekam, aber offen vorgeschlagen hat er davon noch nichts. Und ich glaube er weiß nicht einmal, dass ihm Geld zusteht. Vielleicht solltest Du ihm dass sagen, denn ohne Geld könnte er auf die Idee kommen seinem alten Beruf nachzugehen und das wäre nicht gerade schön für uns alle. Er liebt Dich Ciel, also sei nicht zu streng mit ihm. Nein ich weiß nicht was es wird, ich habe Dan nicht gefragt, weil ich Angst vor der Antwort habe. Ja ich hoffe, dass ich alles gut überstehe und auch mein Würmchen bald ein weiteres zum Spielen hat, aus Tazios Lenden. Nun Ciel die beiden Seiten von Fran gehen wie bei mir sicher Hand in Hand und wo die zarte Hand einer Frau nichts ausrichtet, dann doch die Faust eines fast 200cm großen Kerls. Gleich wie dürre Fran aussieht, wütend wirkt sie schon ganz anders, so groß, giftgrüne Augen und schwarze Haare, da ist Julien lieber getürmt. Zudem kann er ihr nicht antworten, sie ist schwanger. Sie kann maßlos zuschlagen, er kann sie nicht mal anschreien, also was sollte er tun? Er möchte garantiert auch keine Schwangere verärgern. Und seine Familie ist ziemlich riesig, also sie müssen schon Kinderlieb sein. Da hat er das getan was jeder Mann macht, wenn eine Frau ausflippt - Ohren auf Durchzug oder Flucht. Sei lieb auf meiner Hochzeit Ciel, genieß die Feier, feiere mich, nutze sie zur Versöhnung, geh mit Davet einen heben und gib ihm einen Löffel Gewürz ab. Er ist mit zwei ganz dunklen Rakshanern da. Einer Frau und einen Mann und so einer ganz alten Frau", lachte Verrill und küsste Ciel auf die Stirn. "Na geh schon und habe Spaß", befahl Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
„Gut, ich werte es als Plumpheit von Seiten Davets“, murrte Ciel. „Er bekommt auch etwas vom Gewürz, genau wie Dreaux. Und wenn du meinen Rat hören willst, lass bei Gelegenheit auch Tazio mal davon probieren. Nicht gerade heute, falls etwas anders läuft, als geplant, aber generell. Ich werde deinen Rat befolgen und mal nach meinem Onkel sehen, bis später.“ Er lächelte ihr zum Abschied zu und betrachtete sie noch einmal. Wunderschön sah sie aus in ihrem blauen Kleid. Ein wenig schweren Herzens, aber auch froh, dass sie an einen Bräutigam wie Tazio geraten war, wandte er sich ab, um Davet aufzusuchen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill gesellte sich zu Tazio und legte ihm einen Arm um die Hüfte. Dabei hörte sie zu, was er so mit den Gratulanten besprach. Sie schaute kurz Ciel nach und war froh, dass er nach Davet schaute. Eine Familie sollte zusammenhalten, nicht nur die Dusoliers, aber sie waren ein gutes Vorbild. Verrill küsste Tazio und holte ihnen beiden etwas zu trinken. "Schatz ich benötige eine Zofe, Gaston ist weg", flüsterte sie Tazio ins Ohr und trank ihren Fruchtsaft.

Davet la Caille
Davet, Ambar, Tara und eine alte hutzlige Frau standen an der Palastmauer und schauten hinaus auf das Meer. Die beiden Rakshaner waren wirklich extrem dunkel, ganz so wie es Verrill Ciel verkündet hatte. Die vier unterhielten sich angeregt und freuten sich scheinbar darüber, dass es von Palast aus direkt ins Meer ging, wenn man nur wollte. Ambar hatte einen Teller in der Hand, der eine ganze Kompanie verköstigte und die anderen bedienten sich mit. Auch sie hatten sich schick angezogen, jedenfalls so wie sie es für besonders schön hielten. Gut gelaunt standen sie dort und genossen die Meeresbrise, die Aussicht und das reichliche Essen.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio unterbrach sein Gespräch mit einer höflichen Formulierung und drehte sich zu seiner Braut. Er wusste, was sie und ihren Bruder verband, doch Ciel war in seinem Auftreten absolut korrekt gewesen, sogar herzlich, was Tazio in der Form nicht gewohnt war. Er nahm es als gutes Zeichen. Zwist war das Letzte, was er wünschte, am wenigsten in der Familie. Ab heute war sie auch seine Familie. Ein Gedanke, der ihm, der sonst niemanden mehr an Verwandtschaft vor Ort hatte, gefiel. Seine eigene Familie sah ganz anders aus. Die Ledviccos hatten zumeist braunes Haar mit grünen oder braunen Augen. Das Blond der eingeheirateten Souvagnes vor vielen Generationen war fast immer verdrängt worden. Die Form der Gesichter war in ihren Familien jedoch gar nicht so unterschiedlich. Tazio küsste seine Frau zurück. Er begann, sich sehr nach ihr zu sehnen. Je länger die Feier weilte, umso stärker wurde sein Wunsch, sich mit ihr zurückzuziehen, was sie an der Art merkte, wie er sie küsste. „Wo ist Gaston hin? Er hat nicht von deiner Seite zu weichen.“ Er drehte sich zu Vianello um. „Bitte bring meiner Frau rasch eine Zofe. Verrill, hast du besondere Wünsche oder ist dir nur wichtig, dass sie kompetent ist?“

Gregoire Verrill de Souvagne
"Dankeschön Schatz, mir ist wichtig dass sie lieb, einfühlsam und verschwiegen ist. Sie sollte ein herzlicher Mensch sein. Jemand bei dem man sich gut aufgehoben fühlt, die eine Freundin werden könnte. Ich denke da auch an später wegen dem Kleinen. Gaston der Trottel hat sich sicher verlaufen", flüsterte Verrill und hakte sich bei ihrem Ehemann ein. So lange zu stehen wurde nun langsam doch schwierig, zumal sie sonst meist auf der Couch lag und las. "Könnten wir gleich gehen und ein wenig für uns sein?", bat sie ihn innig und drückte sich seitlich an ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
„Herzlichen Glückwunsch zur Aufhebung der Verlobung“, sagte Ciel leichthin, drückte seinen Onkel und drückte ihm ein Küsschen auf die Wange. Dann schaute er ihn aufmerksam an, um zu sehen, ob Verrill recht hatte und es sich tatsächlich um einen plumpen Fehltritt gehandelt hatte, ihm dies auf diese Weise mitteilen zu lassen.

Vianello Leonardo
Vianello verneigte sich. "So jemand wird sich sicher bei den jungen Damen finden lassen. Ich eile Herr", sagte Vianello und machte sich auch schon sofort auf den Weg.

Davet la Caille
Davet drückte Ciel ebenfalls und schaute ihn sich dann genau an. "Ein Glückwunsch ist wohl etwas übertrieben, allerdings war die Entlobung wirklich angebracht. Schau die Verlobung liegt 15 Jahre zurück Ciel, in der Zeit hat sich viel verändert. Vano hat sich verändert, ich habe mich verändert, die gesamten Umstände haben sich verändert. Du hast nicht in allem Recht, aber in einigen Punkten schon. Eine Verlobung ist ein Heiratsversprechen und Vano ist mit Boldi verheiratet. Das wird auch so bleiben und ich gönne es den beiden. Die zwei sind glücklich miteinander Ciel, ich bin in der Ehe nur Gast. Das hat mir Boldi klar und deutlich gesagt. Ich bin ihm da nicht böse, es ist sein gutes Recht und ich war schon immer ein Freund offener Worte. So weiß man wenigstens woran man ist, auch wenn man manchmal dran zu knabbern hat. Die Entlobung war weder schön, noch war sie sonderlich traurig - sie war seltsam. Es fühlte sich an als ob ich einen Strich unter eine uralte Sache mache. Aber nur so kann man etwas Neues beginnen, indem man das Alte hinter sich lässt. Vielleicht eines Tages heiraten wir doch, oder nie. Wenn es so bleibt wie es ist, ist es auch in Ordnung. Aber die Verlobung an sich, war ein uraltes Relikt aus einer anderen Zeit. Genauso wie die Kabine. Manche Altlasten sind genau das - Lasten. Sein Schwur war meinem nicht unähnlich, er stand dort genau wie ich. Mir ist bei der Entlobung etwas aufgefallen. Boldi und Vano kamen am 18.08. zusammen und sind offiziell seit dem 19.08. zusammen. Am 18.08. hat Vano Geburtstag, sie haben sich also auf seinem Geburtstag kennengelernt. Der Gedanke gefiel mir für die beiden. Also wie gesagt, ein klarer Schnitt damit Neues erwachsen kann. Ein schönes Fest, gewaltig und ziemlich hohe geladene Gäste. Alles was aus Souvagne Rang und Namen hat. Sogar Ettienne müsste anwesend sein. Wusstest Du, dass unsere Familie ihm gehörte? Genau genommen waren mein Vater und mein Onkel Leibeigene seiner Familie. Für meinen Alten änderte sich das, als er den Himmelsaugen beitrat und für mich, als ich mich verdrückte und mich bei der Marine einschrieb. Das ist mir gerade so eingefallen, frag nicht warum", grinste Davet und Tara nickte zustimmend. "Weil wir über alte Zeiten gesprochen haben, Warme Wüstenwinde Prince Ciel", grüßte sie ihn freundlich. "Grüße Neffe des Bruder", grinste Ambar. Die alte Frau nickte nur knapp und aß an einem riesigen Brezel.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
"Vianello", rief Tazio streng. Nicht, weil er erbost war, sondern in Sorge. "Ich war noch nicht fertig!" Vianello, der seinen Herrn gut kannte, kannte auch dessen Stimmlage. Tazio war niemand, der bei Sorge weinerlich wurde - sondern genau dann entfaltete er seine Talente als Feldherr, wenngleich dies im zivilen Rahmen nicht immer unbedingt angemessen war. Wer es noch nicht wusste, hörte spätestens nun an seinem Kommandoton, dass er im Feld gewesen war, wo es darauf ankam, auch bei Lärm deutlich gehört zu werden. "Bitte", ergänzte er entschuldigend, als ihm sein harscher Ton bewusst wurde.

Vianello Leonardo
Vianello drehte sofort um und kehrte besorgt zu seinem Herrn zurück. "Verzeiht Eure Majestät, ich wollte nur dirket loseilen um behilflich zu sein. Ich höre Herr, wie kann ich Euch dienen?", fragte er freundlich. Er wusste dass Tazio es nicht böse meinte und selbst wenn, er war vorschnell losgestürmt aus Sorge.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
„Dass er sich verlaufen ist Unfug“, knurrte Tazio, wobei er nicht seinen Leibdiener anblickte, sondern in die Ferne schaute, als würde er Gaston suchen. Der war jedoch nirgends zu sehen. Er warf Vianello einen deutlichen Blick zu. Er unterstellte Gaston nichts Böses, aber er hatte sich ohne Wenn und Aber um seine Herrin zu kümmern und im größten Notfall Bescheid zu geben und Ersatz heranzuschaffen, falls es ihm gesundheitlich nicht gut ging. Jetzt noch mehr als sonst. Es sei denn … geschehen war ihm hoffentlich nichts? Tazio gefiel das gar nicht. Der Gedanke, dass ein Leibdiener an so einem wichtigen Tage einfach verschand und es nicht schaffte, sich durchzufragen, war absurd. „Lass Gaston suchen, bitte am besten gleich Jules darum, ihn zu orten, da er ihn kennt und lass Gaston dann herholen.“ Etwas nervös widmete er sich wieder seiner Frau. Er küsste ihre Mundwinkel und dann die Lippen. „Möchtest du dich ein wenig ausruhen? Ich würde gern warten, bis Gaston wieder hier ist. Dann bringe ich dich gleich in unser Gemach und komme dann zu dir.“ Er führte sie vorerst zum eigens für sie reservierten, bequemen Sessel.

Vianello Leonardo
Vianello nickte. "Ich werde umgehend nach Gaston suchen lassen. Herr alles ist abgeriegelt und sicher, was sollte Gaston hier geschehen sein? Schaut doch nur die Wachen, die Himmelsaugen, die Garden, nein ich vermute Gaston hat irgendein anderes Problem. Niemand wird ihm etwas zu Leide getan haben. Ich eile", sagte Vianello und war sofort wieder auf dem Weg.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
"Vielleicht ist er ins Wasser gestürzt, kann er schwimmen?", fragte Tazio besorgt.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill ließ sich auf dem Sessel nieder und schlürfte ihren Fruchtsaft. Sie biss in einen Keks und schaute Tazio verdattert an. "Der ist so fett wie ein Wal Schatz, natürlich kann er schwimmen. Er treibt von ganz alleine oben dieser Fleischberg. Das habe ich nun davon, dass ich ihm vertraut habe", sagte Greg bekümmert und biss in den Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war beruhigt. Davet wollte wirklich nicht streiten. Er streichelte versöhnlich den Oberarm seines Onkels. „Etienne ist hier, wie die gesamte Unitè B und auch meine Beißer habe ich mitgenommen. Wie ich sehe, habt ihr das schwimmende Buffet schon entdeckt. Es ist wie die schwimmenden Märkte, nur mit fertigen Speisen. Boldi hat also für Ordnung in eurer wilden Beziehung gesorgt. Vielleicht für dich ein mulmiges Gefühl zunächst. Aber ich denke, du hast Recht mit dem, was du sagst. Möchtest du mir deine Begleiter nicht vorstellen?“, fragte Ciel freundlich, der Rakshaner seit jeher gut leiden konnte. „Der gute Khawa müsste hier ebenfalls sein, er wird sich sicher bemerkbar machen, sobald er euch entdeckt. Es wird ihn freuen, alte Landsleute zu treffen.“

Davet la Caille
"Etienne weiß vielleicht gar nichts davon. Ja ich habe mitbekommen, dass die Beißer auch angereist sind, ich habe eine ganze Zeit bei ihnen gewohnt, oder besser gesagt ihnen gehört nun der Rübenhof wie Du weißt. Wo bin ich mit meinen Gedanken, darf ich vorstellen - Ambar fo Senajit mein 1. Offizier, Tara Niral fo Shamon mein 3. Offizier und meine "Schwester" und Alruna Haberland meine Schiffsmagierin. Ein mulmiges Gefühl trifft es schon ja. Es ist ja nicht so, dass mir die beiden gleichgültig wären. Aber es ist ihre Ehe und ich bot an zu gehen. Also in Frieden und Freundschaft das Feld zu räumen, aber darauf bestand Boldi gar nicht. Er wollte eben nur klarstellen wer wessen Ehemann ist. Selbst Vano hat ziemlich gefasst reagiert, nun eigentlich hat er gar nicht reagiert, er hat die Information einfach hingenommen. Allerdings haben wir uns seit dem auch nicht mehr gesehen, ich denke gleich was er sagte oder verschwieg - er hat daran zu knabbern. Wobei er selbst weiß, dass es aus einer anderen Zeit stammt. Ich möchte ihn auch nicht hängen lassen, wie Rene schon sagte ganz unschuldig an seiner Situation bin ich nicht. Allerdings habe ich sie auch nicht allein verursacht. Schwimmende Märkte klingt nach jeder Menge Spaß, warst Du schon dort? Wir haben noch nichts weiter gesehen, als den Pier und den Palast. Wir waren etwas faul muss ich gesehen", erklärte Davet, als sich Bevis zu ihnen gesellte. "Das ist Bevis, mein Schiffsjunge und Bursche und Kakaotester", grinste er, was auch Bevis grinsen ließ.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grüßte die Rakshaner mit einem freundlichen Schmunzeln. „Angenehm.“ Dann tippte er nachdenklich mit dem Zeigefinger auf seine Lippen. „Davet und Boldi, ihr beide seid also hier. Und Silvano ist allein im Rübenhof? Obwohl Boldi die Vormundschaft hat? Ich hoffe, er hat sich um eine Vertretung gekümmert oder ihn derweil ins Sanatorium gebracht.“ Als Bevis kam, schmunzelte Ciel diesem noch etwas breiter zu als den Rakshanern. „Ein durchweg artiger Junge, nehme ich an.“

Davet la Caille
"Keine Angst, Silvano ist ebenfalls hier und zwar mit seinen Eltern. Du musst Dir keine Sorgen machen, er wird hier nichts anstellen. Das kann ich Dir versichern, da seine Mutter schon dafür sorgen wird. Du hast sie doch kennengelernt, sie ist eine ganz Liebe. Beide sind das, Santo und Leala. Bevis, ja Bevis ist schwer in Ordnung. Immer fleißig und zuverlässig, gab nie einen Grund zur Klage", erklärte Davet freundlich, während Bevis stolz nickte. Tara schüttelte Ciel die Hand, Alrun nickte ihm mit vollem Mund zu und Ambar klopfte ihm auf die Schulter. "Wo ist Deine Frau und Dein Ferrau?", fragte Davet grinsend und aß noch eines der dick belegten Brote, während Bevis Ciel ganz genau beobachtete.

Ciel Felicien de Souvagne
Die herzliche Begrüßung durch die Rakshaner nahm Ciel gut gelaunt hin. Er kannte das Völkchen ja. Ciel war allerdings so, als hätte er Silvano ausdrücklich ausgeladen. Er grübelte. Doch es wollte ihm nicht genau einfallen. Also beließ er es dabei. „Auf den schwimmenden Märkten gibt es so ziemlich alles. Ich selbst war noch nicht dort, doch ich genoss es in einer Reisebeschreibung. Das schwimmende Buffet jedoch habe ich schon gesehen. Nur die Kostprobe steht noch aus. Es gibt sogar schwimmende Sitzinseln! Alles hier scheint zu schwimmen. „Frau und Freund waren soeben noch bei mir, keine Ahnung, wohin sie nun verschwunden sind. Vermutlich wird Julien bald auftauchen, wenn sie außer Sicht sind“, sprach er verträumt und kramte ein ziemlich großes und schweres Geldstück raus, das er Bevis zusteckte.

Davet la Caille
"Du und Dein Julien", lachte Davet, während Bev seinen Käptn anschaute, ob er das Geld nehmen durfte. "Nur zu, das ist ein Geschenk und Ciel gehört zur Familie er ist kein Fremder", erklärte Davet. Bevis nahm das Geldstück entgegen, betrachtete es andächtig und grinste dann breit. "Dankeschön", sagte er heiser vor Glück und steckte es in seine Hosentasche. "Er spart", erklärte Davet und Bevis nickte. "Ich spare immer. Ist der Julien dürre und hat eine komische Nase?", fragte Bev. "So könnte man ihn beschreiben ja", lachte Davet, was auch Ambar und Tara losprusten ließ. Alruna beschränkte sich auf ein breites Lächeln, da sie immer noch mit dem Brezel kämpfte. "Frau so trinke doch was dabei", stöhnte Ambar, "sie würgt alles herunter wie eine alte Wüstennatter". "Ja aber nicht so schnell", fügte Bevis. Davet musterte Ciel. "Irgendwas nicht in Ordnung? Du grübelst so. Ich werde mir die schwimmenden Märkte auf alle Fälle anschauen, wir könnten zusammen gehen. Vielleicht haben sie schöne Federn oder einen neuen Hut", dachte er gut gelaunt nach.

Ciel Felicien de Souvagne
„Mit mir ist alles bestens, ich habe nur nachgedacht. Julien ist sehr angenehme Gesellschaft“, erklärte Ciel. „Wir werden nur leider dauernd unterbrochen, wenn wir uns gepflegt unterhalten möchten.“ Er schaute sich nun allerdings selbst nach Ferrau und Francois um. „Vielleicht sind sie tanzen“, überlegte er. „Bevis, tu mir den Gefallen und steck das Geldstück ordentlich weg. So, dass es dir niemand aus der Tasche stehlen kann. Der Dieb würde sich sehr freuen und du sehr weinen. Was die Hüte betrifft, Davet – ich vermute, nirgendwo sonst gibt es eine derartige Vielfalt von vor latuter Federn überbordender Hutmode. Wie viele Federhüte besitzt du?“

Davet la Caille
"Das ist eine bösartige Fangfrage", lachte Ambar und knuffte Davet, der breit grinsen musste. "Das ist in der Tat eine schwierige Frage, vielleicht 70 Hüte? Keine Ahnung, ich habe zig Truhen voll und ich liebe sie alle. Und die dazugehörigen Federn, irgendwas benötigt der Mensch um glücklich zu sein. Juliens gepflegte Konversation... soso. Naja wieso nicht, ich ziehe Dich gerade nur auf. Er mag Dich und sein mögen ist nicht das Schlechteste. Mancher Kerl wäre froh darum, so gemocht zu werden. Sprich wen er angräbt, den möchte er sich sichern. Besser als die umgekehrte Variante, durchgefic... ehm im Bett getroffen und abgeschoben", erklärte Davet anders als Tara und Alruna zeitgleich mit dem Finger auf Bevis deuteten. "Ich pass schon auf, ihr müsst nicht auf mich zeigen. Das Stück ist gut verwahrt. Oder soll ich es in den Schuh stecken?", fragte Bev besorgt. "Gib es Ambar, er hebt es für Dich auf. Er schneidet jeden in Streifen, der an Dein Geld will", sagte Tara freundlich. "Klar hier", sagte Bev und reichte das Geldstück Ambar zur Aufbewahrung, der es sicher bei sich im Brustbeutel verstaute. "Julien oh oh Julien... kennst Du den Song? Nein, gut, da kommt er", wisperte Davet und ließ die Augenbrauen hüpfen, als sich einen Moment später Julien neben Ciel stellte. "Hallo habe ich doch richtig gesehen", sagte er erfreut und grüßte in die Runde.


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Silvano de Mancini

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Re: Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#8

Beitrag von Silvano de Mancini » So 3. Feb 2019, 16:10

Die Mancinis und das Logo


Silvano stand neben seinen Eltern, trank einen Sekt und musterte Ciel. Santo folgte dem Blick seines Sohnes und schüttelte kaum merklich den Kopf.

"Sei unbesorgt, ich schaue nur", sagte Mancini. Seinem geschminktem Gesicht war nicht zu entnehmen, was er dachte.
"Belasse es dabei Vano. Handele uns keinen unnötigen Ärger ein, davon hattest Du weiss Ainuwar genug. Und ich bin nicht in der Lage Dir jedes Mal beizustehen. Diesmal werden sie kein Pardon kennen. Drum denk an Deinen Mann, Deine Familie und halt die Füße still. Wir sind bald unterwegs", sagte Santo und trank ebenfalls einen Schluck Sekt.

"Wohl wahr Santo, aber Du vergisst eines, er ist dabei. Er nahm mir alles. Mein Schiff, die Choucas - fort. Mein Schiffsarzt - jetzt sein Partner. Conni - jetzt sein Freund. Davet - nun sein Onkel und die Verlobung wurde auf Ciels Wunsch gelöst. Er möchte mich nicht in seiner Familie und ich möchte nicht zu seiner gehören. Die Beißer, zu denen ich scheinbar durch Boldi und Tekuro gehöre - seine Garde. Wo hat er nicht die Finger im Spiel?

Ich bin mit ihm stets verbunden, ob ich möchte oder nicht. Er möchte das genauso wenig und kappt dann meine Verbindungen. Am Ende stehe ich allein und mittellos da. Er ließ mich entmündigen, ich kann nicht einmal Geld verdienen. Jedenfalls nicht in meinem Beruf. Ich komme nur an Geld, wenn ich mich verdinge und zwar kriminell. Als Pirat, als Prostituierter, als was auch immer. Für erstes benötige ich ein Schiff oder eine Anstellung, zweites wäre kein Problem. Ich war ja bereits zig Jahrzehnte nichts anderes. Ich werde mich um eine Anstellung als Navigator bemühen. Vielleicht hat einer Bedarf, ich kann es nur hoffen. Ich muss Davet nach Kontakten fragen. So langsam bekomme ich eine Ahnung davon wie ausgeliefert sich eine Frau fühlen muss, die selbst etwas auf die Beine stellen möchte. Es geht nichts ohne die Erlaubnis Deines Mannes.

Überhaupt nichts Santo. Rumsitzen und nachdenken, mehr mache ich nicht und das ist nicht gut für mich. Ich muss eine Aufgabe haben, ein Ziel, etwas zu tun. Am besten etwas, dass mich auslastet. Ich werde Boldi ausbilden auf der Fahrt und danach werde ich hoffentlich irgendwo einen Job finden. Es geht nicht anders. Solche Gedanken machen mir auch keinen Spaß, aber den Rest des Lebens herum gammeln und dem nachtrauern was war, hilft mir nicht.

Und Ciel in meiner Nähe hilft erst Recht nicht. Er wird versuchen mir auch alle anderen wegzunehmen und es wird ihm gelingen. Ich war nie sein Feind, er ist meiner Santo und ich weiß nicht warum. Vermutlich wegen Mercer. Wobei ich glaube sogar ihm würde er verzeihen, nur mir nicht. Welche Schuld auch immer auf mir lastet, ich kenne sie nicht", antwortete Vano schlicht.

"Nach Deiner Meinung wäre jeder Prostituierter der Geld für eine Arbeit annimmt", mahnte Santo.
"Philosophisch betrachtet ist es doch so, Leistung für Geld", murrte Vano.

"Philosophie ist nicht für jeden etwas Silvano und für Dich ganz sicher nicht", gab Santo zurück, was Vano grinsen ließ.
"Rede nicht so Schätzchen, ich werde mit Ciel einmal reden", sagte Leala und strich Vano über die Wange.

"Du verschwendest Deinen Atem, er wird Dich nur beleidigen Ma. Lass es gut sein, ich lass es auch. Manche Gegner sucht man sich nicht aus und gegen manche hat man keine Chance", gab er zurück.

"Du fühlst Dich nur wie ein Verlierer, weil Du immer noch kämpfst. Lass es doch gut sein. Akzeptiere was geschehen ist und schaue nach vorne. Du ärgerst Dich über die ganzen Dinge noch und versuchst einen Weg zu finden sie zu ändern. Aber manchmal Vano, sind die Dinge wie sie sind und man muss genau das akzeptieren.

Sobald Du das getan hast, kannst Du neue Dinge lernen, Dinge an denen Du Spaß haben wirst. So wirst Du nie etwas finden was Dich erfreut oder erfüllt, weil Du die alten Dinge nicht loslässt. Du könntest vor Wut das Modell der Choucas zerstören, dass würdest Du in Deiner Wut sogar. Aber wollen tust Du das nicht wirklich. Du würdest am Abend darüber weinen, es getan zu haben. Also wem möchtest Du beweisen, wie igelig Du werden kannst und warum? Damit bekommst Du garantiert nicht das zurück was Du Dir wünscht. Alles was Du zerstörst gehört Dir, was Du damit letztendlich kaputt machst bist Du.

Meinst Du andere können sich Ihr Leben aussuchen? Nein. Aber wir haben Dich ausgesucht, vor langer Zeit.

Also hör auf Ciel als Deinen persönlichen Feind zu sehen oder zu überlegen wie Du welche Order umgehen kannst. Das Ende wird sein, dass es noch schlimmer kommt, als es schon kam. Akzeptiere Dein Schicksal Vano, wende Dich anderen Dingen zu. Dann wirst Du auch gesund. Denn auch das ist Dein Problem, Du denkst immer nur an das eine - Farisin. Sie töten, sie nicht töten, gleich ob Du sie ermorden willst oder nicht, Du denkst an sie.

Schätzchen das ist wie bei einer Diät. Was darf ich essen? Ich darf nicht so viel essen. Habe ich heute zu viel gegessen? Was genau habe ich gegessen? Was fällt Dir daran auf? Gleich wie gut die Absicht ist, der Gedanke dreht sich immer um das Essen. Du wirst nur die Diät erfolgreich bestehen, wenn Du nicht ans Futter denkst. In Deinem Fall musst Du lernen nicht mehr an die Farisin zu denken. Ich weiß das ist schwer, aber ich habe Dir gerade erklärt warum.

Du könntest kochen lernen, für Deine Männer. Daran hättest Du bestimmt Spaß und die beiden Fresssäcke auch", schmunzelte Leala.

"Hör auf Deine Mutter Vano, ich drehe eine Runde und sage dem einen oder anderen Hallo und bringe und etwas Leckeres mit. Macht keinen Unsinn Ihr beiden", bat Santo und machte sich auf den Weg.

Vano drückte seiner Mutter einen Kuss auf die Wange.
"Versuchen wir es auf der Reise, da haben wir genug Zeit", antwortete er freundlich.

"Das sagst Du zwar, aber das wirst Du nicht tun, dafür kenne ich Dich zu gut Silvano Giovanni de Mancini", erklärte Leala und nahm an einem der Tische Platz. Silvano holte ihnen beiden noch etwas zu trinken und packte einen Teller voller Leckereinen, danach setzte er sich neben seine Mutter.

"Schätzchen, vielleicht sollten wir es einmal anders herum versuchen. Das was Du nicht magst, weißt Du haargenau und zerbrichst Dir darüber den Kopf. Stellen wir die Gegenfrage, was möchtest Du?", fragte Leala und aß ein kleines Küchlein.
"Die Frage ist gut und leicht zu beantworten, wieder zur See fahren", antwortete Vano und rutschte ein Stück näher.

"Na bitte, das wirst Du doch mit der Tordalk und allen die Du magst. Hör zu Schätzchen, ich weiß dass Du nicht stänkern magst und Du bemühst Dich, aber wenn Du nur negativ denkst und redest, wer möchte dann etwas mit Dir zu tun haben? Du ziehst alle runter und keiner gibt sich gerne mit so destruktiven Personen ab. Du magst Dich in solchen Phasen selbst nicht. Ich weiß warum Du so bist Vano und ich weiß, dass Du manche Dinge sagen möchtest, aber nicht aussprechen kannst. Wenn Du wieder eine Phase hast und ich Dich am liebsten vor Verzweiflung schütteln würde, dann schaue ich mir immer die kleine Muschelpuppe an, die Du mir als Junge gebastelt hast. Gleich was Du behauptest Schätzchen, die Puppe sagt mehr als Du je sagen könntest. Du würdest niemandem so etwas basteln, wenn er Dir sonst wo vorbei gehen würde", sagte Leala und aß noch ein Küchlein.

Muschelpuppe:
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"Das alte Ding hast Du noch? Du hast sie aufgehoben... finde ich gut", grinste Vano.
"Natürlich habe ich sie aufgehoben, Du hast sie mir gebastelt", schmunzelte Leala und legte Vano ein Küchlein hin.
"Naja ich habe noch mehr Zeug gebastelt als die Muschelpuppe", gab Mancini zurück und aß den Kuchen.

"Die Muscheltiere, die habe ich auch noch", lachte Leala leise.
"Und da fragt Davet, von wem ich das habe, dass ich alles aufhebe. Danke Mama", grinste Vano zurück.

"Ach Mäuschen, nicht dafür. Was ist mit der Tordalk nicht in Ordnung, dass Du so komisch reagierst? Du hast sie doch selbst in Auftrag gegeben, was soll dann der Unfug mit Du kannst sie nicht lieben? Dazu sage ich Dir mal eines, die erste Liebe ist immer etwas besonderes. Du wirst kein Schiff finden, dass Dir das gleiche Gefühl schenkt wie die Choucas. Das kann das beste Schiff der Welt nicht erreichen, sie war Dein erstes Schiff und das war ein ganz besonderer Abschnitt in Deinem Leben. Wie soll das ein anderes Schiff denn toppen können? Das ist mit vielen Dingen so, sogar mit Menschen Vano", sagte Leala und nahm einen Schluck Sekt.
"Sauf nicht wieder wie ein Loch, nachher wirst Du wieder von Remy befummelt. Damit hast Du auch wieder Recht. Das Problem was ich mit ihr hatte war, dass sie keine Galionsfigur hatte. Die Galionsfigur sind die Augen des Schiffes, die Seele", erklärte Vano gewichtig und nahm auch noch einen Schluck Sekt.

"Pass bloß auf Freundchen. Das hast Du doch vorher gewusst, Du hast sie doch so bestellt. Und wieso hat sie keine Galionsfigur Schätzchen?", fragte Leala verdutzt.
"Das ist wahr, aber ich dachte gar nicht darüber nach, für mich gehört eine Galionsfigur dazu wie das Steuerrad. Dafür hat sie allerdings Augen, die haben mir gleich gefallen. Ich hätte mal logisch nachdenken sollen, die Galionsfigur hängt am Bugspriet also dem Stück unter dem Klüverbaum. Die Tordalk hat kein Nase, wo soll die Galionsfigur hin?", warf Vano ein.

"Aha. Und was ist der Bugspriet oder der Klüverbaum?", hakte Leala nach.
"Als Klüverbaum bezeichnet man das Rundholz über dem Vorschiff, also die "Stange" die über das Schiff hinaus ragt. Genau da drunter, das ist der Bugspriet, die Nase vom Schiff. Anders als der Bugspriet ist der Klüverbaum beweglich. Natürlich nicht permanent, Du kannst die Stange austauschen oder sogar entfernen. Nicht ohne weiteres, in der Regel ist er fest angeschlagen. Der Klüverbaum kann bei größeren Schiffen auf einen verlängerten Bugspriet aufgesetzt sein. Um ein Abbrechen zu verhindern wird er verstagt. Stag ist stehendes Gut, damit bezeichnet man das Tauwerk, was zur Absteifung der Masten dient. Einfach erklärt, die Seile die den Mast zusätzlich an Ort und Stelle halten, das ist stehendes Gut, Stag. Verstagt heißt, fest angebunden mit Seile Mama", erklärte Vano.

Leala strich ihrem Sohn liebevoll über die Wange.

"Das ist absolut Dein Thema Schätzchen und dies fehlt alles der Tordalk. Wie bleiben dann die Maste wo sie sind?", fragte Leala besorgt.
"Natürlich, das war mein Leben bis vor kurzem Mama. Also die Choucas hat völlig andere Segel als die Tordalk. Um die Choucas zu bedienen musst Du in die Segel hochklettern, um es mal einfach auszudrücken. So spannst Du die Segel auf, oder faltest sie zusammen. Bei der Tordalk sind Holzrippen in den Segeln eingearbeitet, so muss niemand klettern, sondern man bedient sie unten vom Schiffsdeck aus. Dann falten sie sich zusammen oder gehen auf, wie Fledermausflügel", erläuterte Vano und aß eines der kleinen Schnittchen.
"Niemand muss in die Segel hochklettern um sie zu bedienen, sondern macht das vom Deck aus. Dann kann auch niemand runterfallen. Das ist doch gut, dass ist sehr sicher", sagte Leala und trank noch einen Schluck Sekt.
"Ja das ist ein großer Vorteil von den Segeln. Ein Dschunkensegel ist ein voll durchgelattetes Segel. Ein Teil des Segels überragt den Mast nach vorn. Das Segel wird an einer Spiere geheißt. Die Latten sind aus biegsamem Holz. Die unterste Latte ist oft schwerer und stabiler, meist aus Holz zudem mit Blei oder Eisen beschwert, sie ersetzt den Baum. Allerdings sind die Übergänge zum Baum fließend.

Weiteres laufendes Gut sind Spieren Rah-Rack und Vorliek-Rack mit denen die Längsstellung des Segels kontrolliert wird. Zum Reffen und Bergen werden die Latten einfach aneinander gebunden. Das Dschunkensegel kommt mit weniger und einfacherer Technik aus, bietet am Wind ähnlich guten Auftrieb. Der Fledermausflügel war da ein gutes Beispiel man spricht auch vom Flügel-Effekt wegen Durchlattung. Deshalb ist es oft das einzige Segel auf Dschunken getakelten Seglern. Ein Dschunkensegel ist selbstwendend. Zum Reffen werden beliebig viele Segellatten in die Faulenzer gefiert und eingebunden.

Dass kann gegenüber einem Rigg bei Wetterverschlechterung kurzfristiger erfolgen. Zur Veränderung der Segelfläche also Segelsetzen, Segelreffen, Segelmachen und Segelbergen muss das Schiff nicht in den Wind gedreht werden, es genügt die Schot zu fieren so dass das Segel im Wind steht. Die Eigenschaften ermöglichen ein einfaches Manövrieren des Schiffs unter Segeln, was vor allem in beengten Gebieten von Vorteil ist. Die Vorteile sind also Sicherheit bei der Bedienung, einfache Handhabung, die Vielseitigkeit am Wind, die Segel sind sehr robust, die Segel sind kostengünstiger da man kein weiteres Segel pro Mast benötigt und wie gesagt geringe Unfallgefahr. Ich möchte nicht wie ein Klugscheißer klingen Ma, ich wollte es Dir nur erklären.

Du hast Recht damit, dass die Segel sicherer sind, viel sicherer. Den Rest was die Tordalk zu bieten hat, werden wir auf der Fahrt in Erfahrung bringen. Genauso was Dschunken sonst für Vorteile haben. Zum Großteil ist das allerdings Alessios Aufgabe als Kapitän der Tordalk", antwortete Vano.

Leala freute sich darüber, was ihr Sohn so alles wusste.

"Nein wieso sollte ich das denken? Wenn ich Dir ein Rezept erkläre und was alles hineinkommt, hältst Du mich ja auch nicht für einen Klugscheißer. Also alles in Ordnung Schätzchen. Allerdings solltest Du das nicht allein Alessio überlassen. Die Tordalk ist Euer Schiff, Euer Geschäft, Euer Kapital. Zur Not musst Du sie aus jeder Situation heraus holen können. Gleich was Prince Ciel Dir in Souvagne verordnet hat, auf hoher See möchte ich nicht als Fischfutter enden, weil Alessio etwas nicht kann und Du es scheinbar nicht darfst. Wenn wir auf hoher See sind, sind wir doch nicht mehr in Souvagne, dann sind wir im Ausland oder?", grübelte Leala und aß einen Keks.
"Internationale Gewässer sind ein Niemandsland und was Du dort findest, gehört Dir. Das Schiff ist Teil des Landes unter welcher Flagge es fährt und der Kapitän ist dort die höchste Instanz, jedenfalls ist das bei Kriegsschiffen der Fall. Na ich würde aus reiner Sturheit auch nicht ertrinken wollen", lachte Vano.

"Das sagst Du jetzt, da habe ich aber schon ganz anderes erlebt Silvano!", schalt ihn seine Mutter.
"Leider Ma, das einzige was mich von einem Kotzanfall abgehalten hat, war Ablenkung mit Schietkram. Also solange ich nur verbal kotze, geht es doch. Noch ein Kotzanfall und ich habe bald gar kein Haare mehr oder keinen Zahn mehr im Maul. Ich verstehe schon, dass es nervt sich immer das Gleiche anzuhören. Mich selbst nervt es auch. Keine Ahnung wie viele Schleifen ich im Kopf habe. Das mit der Choucas schmerzt zwar immer noch, aber im Moment fühle ich mich ehr mies wegen Davet.

Er hat die Verlobung gelöst. Ich meine sind wir ehrlich, das war nur eine Frage der Zeit. Das Ciel mich nicht in seiner Familie wünscht, war mir bewusst. Er wünscht mich nicht mal auf Asamura. Also habe ich genau das Gleiche behauptet, solange Davet in der Familie ist, würde ich ihn eh nicht heiraten. Und Boldi war auch dagegen.

Auch das habe ich alles gewusst, heißt aber nicht, dass es mir nicht weh tun würde. Ich habe nicht die geringste Ahnung wann er sich von mir trennt und sich wieder verabschiedet, aber ich werde ihm die Trennung nicht abnehmen. Ich habe zu der Entlobung gar nichts gesagt und ich werde dazu auch nichts sagen, jedenfalls nicht zu Davet. Soll er machen, was er für richtig hält", antwortete Vano und leerte sein Glas auf Ex.
"Er ist doch gar nicht weg Schätzchen, was redest Du denn da?", sagte Leala und nahm Vano das Glas ab.

"Alles eine Frage der Zeit Mama und zeigt uns, auch Partner bilden keine Ausnahme. Aber anstatt sich darüber einen Kopf zu zerbrechen, wann der Mann geht, sollte man vielleicht die Zeit genießen die man mit einer Person hat. Gleich ob Mann, Kumpel, oder wem auch immer. Halten kann man eh niemanden der weg möchte. Von daher, lass ihn. Ich habe mich vor langer Zeit verabschiedet, Tränen sind da keine mehr übrig. Naja vielleicht die eine oder andere doch, wenn er wirklich abrücken sollte. Wo ist Santo überhaupt hin Ma?", fragte Vano und lehnte sich an seine Mutter an.

"Das hat Dein Vater vorhin gesagt, mit seinen Kumpel schwatzen und dann möchte er etwas Leckeres mitbringen. Ich glaube er hatte keine Lust auf eine Diskussion. Und Davet wird Dich nicht verlassen, er trägt Dein Logo auf dem Oberarm", flüsterte Leala.
"Damit hat er Recht, haken wir das Thema ab - Themenwechsel. Welches Logo?", grinste Vano.

"Logo", grinste nun Leala.
"Logo?", fragte Vano verdattert.

"Das Wappen ist ein Logo. Und wir benötigen für das Geschäft ein Logo Schätzchen", erklärte Leala.
"Ehm ja, genau. Logo brauchen wir ein Logo. Hast Du eine Idee?", fragte Vano gut gelaunt und aß noch ein Küchlein.

"Ja ein Schiff, darunter ein Banner was angeboten wird und darüber der Name des Ladens. Kannst Du das zeichnen?", fragte Leala.
"Logo kann ich das", lachte Vano was auch Leala losprusten ließ.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den Überlebenden gehört

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Silvano de Mancini

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Re: Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#9

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 4. Feb 2019, 19:00

BB & BB am kalten B


Boldiszàr
Das schwimmende Buffet war ein Höhepunkt für sich. Alles hier war in Bewegung. Die überdachten Pavillons schützten vor Wind und Wetter und trieben und drehten ruhig vor sich hin. Dichte Muschelketten klimperten im Wind und boten Sichtschutz, konnten aber auch wie Vorhänge seitlich festgemacht werden, so dass man die übrigen Boote sah. In der Mitte des runden Tisches standen, je nach Pavillongröße, kleine Wärmelampen für die Hände oder sogar richtige Öfen, so dass die Beine schön warm waren. Es war ein aufwändiger Luxus, doch dies war auch ein besonderer Tag. Neben diesen Pavillons gab es auch schwimmende Kuschelecken, mit dicken Decken und Fellen bedeckt. Sie erinnerten wegen der Vorhänge, die man bei Bedarf zuziehen konnte, ein wenig an Himmelbetten. Auch normale Biertischgarnituren für den eiligen Gast trieben durch die Kanäle von Monleone oder waren irgendwo vertäut, je nachdem, was die Besatzung sich wünschte. Zwischen all diesen Sitzmöglichkeiten stakten auf Gondeln die Gondelieri mit ihren fahrenden Küchen einher und boten kostenlos ihre Köstlichkeiten an. Sie alle wurden reichlich von der Krone bezahlt, dafür, dass sie hier erschienen. Auch beim Essen gab es einfach frei herumschwimmende Gondeln ohne einen Menschen darauf oder solche, die vertäut waren. Für Boldi war das schwimmende Buffet das Paradies. Eine Zeitlang hatte er auf dem Rücken auf einer dick gepolsterten Einmannkuschelgondel gelegen, sich treiben lassen, schön warm eingepackt und rechts und links nach dem heißen Essen gegriffen und es sich liegend schmecken lassen, während über ihm die Schneeflocken wirbelten. Zwischendurch war er eingeschlummert, aufgewacht und hatte weitergefuttert. Erst, als beim besten willen nichts mehr in seinen Bauch passte, griff er nach dem Kai, zog sich heran und stieg auf den Fußweg. Zu Fuß machte er sich auf den Weg, um Silvano zu suchen, der irgendwie verloren gegangen war.

Silvano de Mancini
Silvano saß immer noch Leala an Ort und Stelle, wo es sich die beiden gemütlich gemacht hatten. Leala hatte noch einmal Nachschub an Essen und Getränken geholt, während Vano etwas Papier und einen Stift organisiert hatte um sich an das Logo zu setzen. Zwischen zwei Kuchenbissen und einem Schluck Rum, entdeckte er Boldi als er einen Blick in die Ferne schweifen ließ um besser nachdenken zu können. Leala schaute in die gleiche Richtung und gab Boldi ein Handzeichen, damit er sie nicht verfehlen konnte. Zur Sicherheit räumte sie schon einmal den Teller zwischen sich und Vano, da sie den Hunger ihres Schwiegersohnes kannte und natürlich auch den eigenen.

Boldiszàr
Boldiszàr stapfte mit sichtbar verdicktem Bauch zu seiner Schwiegerfamilie und seinem Mann. Sie saßen noch immer auf dem schwimmenden Pavillon, die Beine schön vom kleinen Kachelofen in der Mitte warmgehalten. Boldiszàr hatte zwischendurch die Toilette aufgesucht und nun spannte sein Wanst nicht mehr ganz so. Er stieg über die Bank und setzte sich zwischen Silvano und Leala. »Hallo Schwiegermama, hallo Schnucki«, grunzte er und schaute, was auf seinem Teller lag.

Silvano de Mancini
"Na Muschelmaus, alles gut bei Dir? Wir haben gerade überlegt welche Art von Logo wir für unser Geschäft wählen sollen. Vorher habe ich mich noch was bei meiner Ma ausgekotzt und nun geht es mir wieder gut. Ich hatte mich über Ciel und Davet geärgert, aber das ist vorbei, die beiden sollen machen was sie wollen. Was schielst Du schon wieder aufs Essen Boldiszar Mancini?", fragte Vano lachend und rieb ihm den Bauch. "Ich kann nicht ewig auf Dich verzichten, nur weil Du alles in Dich reinstopfen musst. Wie wäre es, wenn Du mal was in mich reinstopfst?", fragte Vano und Leala lief puterrot an. "Vano!", schalt sie ihren Sohn.

Boldiszàr
Boldiszàr lehnte sich nach hinten an, damit Silvano ihm den Bauch massieren konnte. Das war etwas, das er liebte. Dabei legte er einen Arm um seinen Mann und kraulte ihm die Schulter. »Ich dachte, die letzten Tage waren ausfüllend genug. Glaub ja nicht, dass ich das mit dir und Robby nicht mitbekommen habe.« Er schenkte Silvano einen feuchten Kuss und griff nach der Gabel, um ein Stück gegrillten Lachs aufzuspießen, von dem er genüsslich abbiss. Das rosa Fleisch war schön mit Salz und Pfeffer angebraten und mit Zitrone und Kräutern bestrichen worden. Herrlich. »Warum ärgerst du dich jetzt wieder über Davet? Der ist doch einfach ein riesengroßer Flauschteddy, zumindest, so lange er nicht als Kapitän auftritt, dann wird er zum Grizzly. Aber privat ist er doch so was von kuschlig und gemütlich.«

Silvano de Mancini
Leala lächelte freundlich und schlug sie die Hand vor die Stirn. "Gut dass Du ihn daran erinnerst Boldi", mahnte sie ihn und stellte ihm einen Krug Rum vor die Nase. "Zur Verdauung", sagte sie freundlich und hoffte ihm wurde nicht schlecht von dem ganzen Essen. "Na lass Ma, er fragt doch nur. Wegen der Entlobung Boldi. Die Verlobung war alt und wir alle wollten nicht mehr dran festhalten, aber dann schwarz auf weiß zu sehen, dass sie aufgehoben wurde tat irgendwie weh. Hat nicht das Geringste mit Logik zu tun, da ich ja selbst zu ihm sagte ich würde ihn nicht heiraten", erklärte Vano und aß noch ein Stück Kuchen. "Ja Davet ist normalerweise ein Kuschelbär, er kann aber auch anders. Muss er ja können genau wie Du. Tekuro und ich waren auf Wanderschaft Boldi. Und ich hatte mal wieder etwas sehr Dummes vor. Mitten in unserer Wanderung fiel mir dann ein, wenn ich das wirklich durchziehen würde, gäbe es kein zurück mehr. Denn dann wäre ich wirklich ein Verräter und ein Dieb. Zudem das was ich dann gestohlen hätte, hätte mir allein gar nichts genützt, kurzum die Choucas. Damit hätte ich alles zerstört, was wir uns aufgebaut haben. Dein Leben, unsere Reise, alles wäre fort gewesen, für was? Um mit der Choucas manovierunfähig in der Azursee zu dümpeln? Wir ihrer auch nicht gerecht. Meine erste Lösung war sie zu versenken, aber das wäre so, als würde ich Dich ermorden, weil Du mit wem anderes durchgebrannt bist. Das würdest Du ja verstehen, nicht wahr? Drum haben Takuro und ich die Choucas nur besucht, wir hatten uns erklärt wie sehr wir uns mögen, ich hatte ihm die Hängematte erklärt und er hat mir auch einiges erklärt. Unter anderem, dass ich meine Nase in den Wind halten soll, nach einer anderen Aufgabe. Sprich ich soll meine Fähigkeiten nützlich einsetzen, nicht für so etwas. Genau sagte er - Du bist kein Idiot. Du musst deinem Zorn nur eine andere Richtung geben. - Und hat er damit nicht Recht? Das versuche ich gerade. Es ist nicht nur Teku allein der was zu lernen hatte Boldi. Bist Du böse?", fragte Vano und hielt ihm ein Stück Kuchen hin.

Boldiszàr
Das Stück Kuchen schwebte herausfordernd vor seinem Mund, während Silvano ihn bezirzte. Boldiszàr riss den Rachen auf und holte sich den Kuchen. Lecker, Kuchen mit Lachs. Er kaute herunter. »Böse nicht. Aber du hast dich selber mal als Hure bezeichnet, wo es um Robby ging. Jetzt lässt du ihn selber dauernd drüber rutschen. Tut mir leid, Leala, aber wenn dich das Thema stört, musst du weghören. Ist wichtig. Robby hat dich also von einer Dummheit abgehalten, gut, dann hat er sich den Fick redlich verdient. Mit Patti hattest du allerdings auch eine Menge Spaß. Früher warst du treu, auf einen Mann ganz fixiert. Du hast nur Davet gehabt und nach seinem vermeintlichen Tod gar niemanden mehr, bis wir uns kennengelernt haben. Jetzt bist du auf einmal so, hm, offenherzig? Woran liegt das?« Er nahm einen kräftigen Schluck Rum und nickte Leala dankbar zu.

Silvano de Mancini
Vano schmiegte sich an Boldi an, während Leala ihrem Schwiegersohn über den Rücken strich. "Ist schon gut, manches muss gesagt werden, auch wenn es unangenehm ist. Gerade dann, damit es nicht zu Streit führt", sagte sie leise und Vano nickte zustimmend. "Das mit der Hure habe ich in dem Moment so empfunden, weil ich mich schäbig gefühlt habe. Ich hatte Sex mit einem anderen Mann, der nicht meiner ist und ich hatte Spaß dabei. Wie würdest Du so jemanden bezeichnen? In dem Moment habe ich es so gesehen, ich hatte irgendwie meinen Moralischen. Das klingt verrückt, aber ich bin Dir treu. Jedenfalls was die Loyalität angeht. Das heißt, gleich was geschieht ich halte zu Dir. Was den Sex angeht, da habe ich nicht gelogen. Ich hatte nur Davet und danach Dich. Warum ich so auf Tekuro abgefahren bin, kann ich Dir sagen - klingt vielleicht pervers, aber es war einfach Nachholbedarf. Er ist geil, es hat mit ihm Spaß gemacht, Du hast es erlaubt und ich wollte einfach mal eine andere geile Erfahrung machen. Er war verbotener Reis den Du mir erlaubt hast, also habe ich davon gegessen. Deshalb liebe ich Dich kein Stück weniger und ich bin auf Dich fixiert, Du bist mein Mann. Du reichst mir und Du und Davet seit meine Partner, also mit Euch beiden bin ich glücklich. Der Fick außer der Reihe hätte nicht sein dürfen, ist aber passiert. Wird nicht wieder vorkommen Boldi, ehrliche Ansage ganz ohne Flunkerei. Ich schwöre es bei der Choucas", antwortete Vano und küsste seinen Mann liebevoll.

Boldiszàr
»Alle finden Robby geil. Irgendwas muss der an sich haben«, grübelte Boldiszàr und verkniff sich, zu ergänzen: ›das ich nicht habe‹. »In Ordnung, er gefällt dir. Was ist mit Patti?«

Silvano de Mancini
"Du missverstehst mich mit, er ist geil. Er ist geil - rattig und bereit wenn man ihn braucht. Du bist auch geil, jeden Morgen. Verstehst Du? Er war an dem Tag wo wir es zu viert getan haben, ganz anders zu mir. Er war nicht fies oder fordernd, nicht frech oder brutal, ich hatte keine Angst mehr vor ihm, er hat mich gut behandelt. So gut, wie Du mich sonst behandelst oder Davet und es hat mir Spaß mit ihm gemacht. Von der Optik her ist er gar nicht so mein Typ, von der Optik her bist Du mein Typ oder Davet", sagte Vano und streichelte Boldi über seinen Bauch. "Aber das ist es nicht alleine, wenn wir Sex haben, haben wir nicht einfach Sex, wir lieben uns, haben Spaß dabei, sind geil dabei aber wir sagen auch damit ich liebe Dich und gehöre Dir. Bei ihm war das wie ein leckeres Futter, gegessen war lecker. Das war es. Ich mag ihn, das stimmt. Seit dem er mich so behandelte und mir sagte dass er mich bewachen würde, würde ich lügen würde ich behaupten ihn nicht zu mögen. Aber von Liebe ist da keine Rede, Dich liebe ich. Er würde für Dich in den Tod gehen - ich auch. Mehr sogar noch Boldi, für Dich habe ich sogar darauf verzichtet. Ich bin hier, ich verrotte nicht zwischen Echsenknochen. Patti ist mit Tekuro nicht zu vergleichen, er ist lieb und leise, still und tief wie der Ozean. Er ist so zärtlich, dass ich vermute er ist einer der gefährlichsten Meuchler die ich je traf. Er ist eine gute, weiche und sehr zarte Seele, so biegsam und anpassungsfähig wie eine Garotte. Er war eine sehr angenehme Erfahrung und ich schätze ihn als Person. Ich würde jederzeit neben ihm schlafen oder mit ihm kuscheln, aber er ist nicht Du. Du bist manchmal zu weit weg Boldi, aber ich verstehe auch warum. Keiner folgt mir gerne freiwillig in den Sumpf und die Kloake meiner Gedanken. Meiner Ma zwinge ich es manchmal auf, aber wenn sie ehrlich ist, hat sie auch öfter davon die Schnauze voll. Und wird der Dreck zuviel, dann kotze ich es aus, alles. So ist das mit mir, Du hast mich nie so gesehen und ich wünsche mir Du wirst mich nie so sehen. Niemand soll mich jemals wieder so sehen Boldi, ich möchte den Sumpf trockenlegen. Und ein guter Teil ist schon trocken. Ich bin hier wie gesagt - ich bin nirgendwo sonst. Sicher habe ich manchmal noch Schnapsideen, ich ziehe sogar los. Aber dann denke ich nach, kehre um und habe nichts verbrochen. Wieso? Wegen Dir", antwortete Vano biss von einem Stück Kuchen ab und stopfte den Rest Boldi in den Mund.

Boldiszàr
Boldiszàr ließ sich auch dieses Stück Kuchen schmecken. »Wegen Robby bist du umgekehrt, hast du gerade noch gesagt. Er hat geschafft, was ich nicht schaffe - er hat dich zurück nach Hause geschickt und dafür gesorgt, dass du da bleibst. Natürlich bin ich weit weg, wenn du immer abhaust und mich nicht mitnimmst. Du bringst dich selbst auf Abstand und klagst dann darüber, dass ich zu weit fort bin. Das macht keinen Sinn. Und ich fick dich jeden Morgen. Jeden verdammten Morgen und manchmal noch zwischendurch vor dem Kamin. Davet gibt es dir auch ordentlich. Und es reicht dir immer noch nicht? Jetzt rechne mal hoch, Vano. Du lässt dich im Schnitt 3 mal am Tag von irgendwem ficken und es ist dir zu wenig! Das macht mir schon irgendwo Sorgen.« Vor Sorge bediente er sich noch mehr an dem Lachs. »Und was Patti angeht, verschätzt du dich. Er bezahlt Robby quasi mit seiner Zärtlichkeit. Das ist seine Währung, damit Robby ihn mag. Er lässt sich sogar von ihm halb tot ficken, wenn Robby einen schlechten Tag hat. So sieht kein Meuchler aus. Er ist gut, Vano, sonst wäre er nicht bei der Leibgarde. Aber unter den Leibgardisten gehört er zum unteren Drittel.«

Silvano de Mancini
Vano setzte sich so, dass er Boldi genau anschauen konnte. "Wegen Tekuros Argument bin ich umgekehrt. Wegen Dir als Person, war es mir wichtig. Bleiben wir bei der Choucas. Hätte ich sie gestohlen, wer hätte Ärger bekommen? Du. Das war mir dann bewusst, ich reite Dich in die Scheiße. Dich, der für mich vor dem Duc sprach. Und Tekuros Argument, meinen Zorn umzulenken, war damit richtig. Mache was draus, so dass keiner zu Schaden kommt, vor allem nicht Boldi. Ja da hast Du Recht, wenn ich ständig loslaufe ohne Dich mitnehmen, bin ich derjenige der für den Abstand sorgt. Das ändere ich, gleich was ich vorhabe, ich werde Dich informieren und Dich mitnehmen. Mich ficken zu lassen ist mir nicht zu wenig, manchmal ist es mir sogar zu viel. Und oft nehme ich es als Ersatz, weil mich keiner ranlässt. Sprich dreimal durchgenommen worden, heißt ja trotzdem dreimal gekommen und gestreichelt worden, aber einen weggesteckt habe ich nicht. Aber so wie Du das erklärst, macht mir das auch Sorgen. Das was ich bei Patti sah, kann ich Dir nicht erklären. Jeder hat dort seine eigene Sicht, vielleicht hast Du Recht bezogen auf Patti, vielleicht ich, vielleicht niemand und er ist überhaupt nichts von alle dem einfach nur... Patti. Und das wäre auch nicht schlimm, zu uns ist er gut und das ist alles was zählt. Ich wollte Dich nicht auf Abstand halten, hörst Du? Weder Dich noch meine anderen Lieben. Manchmal passiert das und es ist gut wenn Du mir das sagst. Ich mache das manchmal automatisch Boldi, aus Selbstschutz, aus Angst und manchmal einfach unbemerkt so. Ist so drinne, aber ich versuche es rauszubekommen. Ich sollte mir mehr von Deiner Gelassenheit aneignen, könnte mir nicht schaden. Sag mir was Du Dir wünscht und Dir erhoffst, damit ich das weiß. Und wegen Teku und Patti, ich bin Dein Mann Boldi", erklärte Vano ernst und strich über die Muschel.

Boldiszàr
Boldiszàr nickte. »Das bist du. Mir musst du das nicht sagen.« Er runzelte besorgt die Stirn und schüttelte dann den Kopf. »Lass uns das Thema wechseln. Du wirst an dir arbeiten, das nehme ich zur Kenntnis. Mehr kann ich ja auch nicht machen. Hast du was gegessen? Wenn nicht, dann tu es. Und sei nicht sauer auf Davet. Der will eigentlich, genau wie du, einfach nur liebgehabt werden. Er ist allerdings gerade irgendwo mit seinen Rakshanern, ich hab ihn beim Essen gesehen. Wollen wir zu ihm? Mit Belly würd ich auch gern mal wieder plaudern. Sein nerviger Anhang ist auf der Feier scheinbar abhanden gekommen oder Belly ist wieder an die Arbeit gegangen, jedenfalls war er vorhin ohne ihn unterwegs. Man muss sich das mal vorstellen. Endlich habe ich meinen leiblichen Bruder wieder und dann wird er blockiert von irgendeinem dahergelaufenen Stecher«, murrte er.

Silvano de Mancini
Vano umarmte Boldi felsenfest und so küsste er ihn auch. "Das habe ich doch schon angefangen, Du wirst keinen Grund mehr zur Klage haben. Und was unser Morgen-Sex angeht, geben und nehmen?", schlug Vano vor. Was Boldi über Davet sagte, entsprach den Tatsachen, er konnte nur zustimmend nicken. "Hast Recht Muschelmaus, wir sind ein Trio dass das Gleiche möchte, liebgehabt werden. Lass uns losziehen Boldi, Du bist der Beste. Oh heute habe ich eine Menge gegessen, zig Kuchenstücke, Kekse und den Rest habe ich mir gar nicht gemerkt. Tja Belly wurde stark in Anspruch genommen, aber das mit dem Ring sollte er echt lassen. Dass kann übel ausgehen und wenn erst ein Heiler den Ring von einem blaugeschwollenen Aal entfernen muss, ist das Geheule groß. Wenn er Pech hat, hat er dann nur noch Hängen im Schacht, also Spaß in allen Ehren, aber das soll er lassen. Schnapp Dir noch etwas für unterwegs und dann gehen wir die beiden suchen", erklärte Vano und küsste seine Ma. "Bist später Mama, wir sehen uns und Danke", grinste er gut gelaunt. "Gerne Schätzchen, passt gut aufeinander auf", sagte Leala und wickelte ihnen Kuchenstücke in eine Serviette.

Boldiszàr
Zufrieden nahm Boldiszàr sein Kuchenstück entgegen und tätschelte Leala mit seinen Wurstfingern. »Danke, Schwiegermama, du bist die Beste.« Dann wanderte die selbe Hand an Silvanos Hintern und griff ordentlich zu. »Hintern noch dran, du hast also ausreichend gegessen in letzter Zeit. Eine Sorge weniger. Was Belly mit seinem Aal macht, ist doch seine Sache. Ich guck da nicht so oft nach, ob er einen Ring drum hat oder nicht.« Er folgte Silvano durch die Wasserwege des schwimmenden Buffets, während er nach Davet oder Bellamy Ausschau hielt.

Silvano de Mancini
"Er könnte sogar absterben Boldi, die ganze Zeit wo er Sherkal durch Wind und Nacht geritten hat, hatte er einen Ring um. Sonst hätte der nicht so lange gestanden. Die Info sollst Du ihm geben, Du möchtest doch sicher auch, dass Dein Bruder lange gesund bleibt. Ja seit wir im Rübenhof wohnen und uns alle vertragen, habe ich auch wieder Hunger. Frag nicht warum, vielleicht einfach weil ich mich unter Euch allen wohlfühle. Mit Dir und Davet vor dem Kamin liegen, oder uns lieben, oder Brote essen ist einfach schön. Teku und ich haben für uns - also Dich, mich, Davet einen Anbau geplant. Ein Geschenk an Dich, von Bruder und Ehemann sozusagen. Falls Du irgendwo so diese fettgebackenen Stifte siehst, schnapp Dir welche, die schmecken super. So lange Dinger sind das und drinne ist Kartoffelstampf oder auch Fleisch. Total lecker. Boldi wo ich so hinter Dir gehe... Du hast ein verdammt breites Kreuz", lachte Vano und strich seinem Mann über den Rücken. "Du bist ein Hübscher. Da hinten ist Bellamy und dort steht Vano mit seinen Kohlestückchen", grinste Mancini.

Boldiszàr
"Ich werd Ausshau halten nach diesen Dingern. Den Anbau finde ich eine gute Sache, Davet braucht manchmal Ruhe." Boldiszàr klatschte sich selbst gut gelaunt auf den Arsch, während Silvano ihn betrachtete und stapfte als erster zu Davet, um ihn zu umarmen und liebevoll abzuknutschen, bis Davets Bart nass war. Dann wurde Bellamy umarmt, nicht minder herzlich, nur ohne feuchte Kussattacke. »Hast du endlich mal Zeit für deinen Bruder?«, fragte er.

Silvano de Mancini
Vano gesellte sich dazu, kniff Boldi in den Hintern und verkniff sich selbst ein Kichern. Er musterte Davet von oben bis unten, ehe er ihn auch umarmte und fest an sich drückte. "Wieder gut miteinander", flüsterte er Davet ins Ohr und beachtete Ambar nicht, der scheinbar einmal rund um den Kopf grinste.

Davet la Caille
Davet erwiderte den nassen Kuss von Boldi und hielt ihn einen Moment lang fest, bevor er ihn freigab. Einen Augenblick später wurde er von Vano umarmt, der sich wieder einbekommen hatte. Ihm selbst hatte die Entlobung auch einen Stich versetzt, aber wie er Ciel schon gesagt hatte, um ganz nach vorne schauen zu können, mussten sie das alte hinter sich lassen. Und für einen Neuanfang war ein Sabberkuss und eine feste Umarmung doch ideal. "Ich habe Euch beide vermisst, aber ich wusste mich gut zu beschäftigen", grinste Davet und streichelte Boldi und Vano. "Kurzum, wir haben geredet und gegessen", erklärte Tara hilfreich.

Bellamy Bourgeois
Bellamy grinste seinen Bruder breit an, hakte sich bei ihm ein und zog Boldi mit sich. "Ihr bekommt ihn gleich zurück", verkündete er und lief mit Boldi einige Schritte. "Deine Männer sind wieder gut zueinander, die Wogen haben sich geglättet. Wenn es mal stürmt um bei Eurer Seemannscheiße zu bleiben, erzähle ihnen von der Hochzeitsreise. Da freuen sich alle drauf, sogar ich. Heute war ein ganz besonderer Tag Boldi. Ich habe Gaston den Leibdiener das Leben retten müssen. Er hing unter dem Palast an einer Felswand wie eine übergroße Spinne und konnte sich so gerade noch halten. Zwei Scherzvögel hatten ihn durch die Abfalllucke geworfen und dem Kerl wer weiß was erzählt. Jedenfalls, jetzt kommt der interessante Teil der Geschichte, hat Ciel die beiden Übeltäter sofort zu sich bestellt. Das Küken, als der jüngere der beiden flog kurzerhand aus dem Fenster und ging baden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Den anderen, den älteren Bruder hat Ciel uns zum Spielen überlassen. Dann ging er... und dann ging die Post ab! Du hättest sehen sollen wie er sich gewehrt hat. Er war gut, aber gegen mich hatte er keine Chance und wir waren zu fünft. Fünf Schwänze haben ihm beigebracht was gut und schlecht für ihn ist. Danach war er weniger als ein Haufen Elend sage ich Dir. Der war fertig, hat nur noch gezittert. Teku hat es ihm knallhart gegeben und ich habe ihn schon vorgestoßen, der hat gebrüllt wie am Spieß, aber tja, er wollte es so und er bekam richtig einen weggesteckt. Dabei wollte er sich immer noch wehren, wirklich unvorteilhaft, weil er dann dort festgehalten wurde, wo es sehr schmerzt. Ich glaube Du hättest Deine Freude an der Vorstellung gehabt", lachte Bell leise.

Boldiszàr
»Oh Mann«, murrte Boldiszàr. »Jedes Mal verpasse ich das Beste. Warum habt ihr mich nicht gerufen, sag mal? Was habt ihr mit dem Kerl gemacht, hat Robby ihn ausgesaugt? Zu fünft ... als Arbo und Patti haben auch mit gemacht? Das kann man kaum glauben. Heut ist der Tag der Verwirrung. Ach so, wo wir schon von deinem Schwanz reden, ich soll dir ausreden, dass du den Ring nicht drum machen sollst. Sonst stirbt der ab.«

Bellamy Bourgeois
Belly blieb stehen, schaute seinen Bruder ernst an und nickte. "Ja das war die erste heiße Geilheit mit Sherkal, ich konnte nicht genug bekommen. Aber danach, oh man er war blau wie eine überdimensionale Blaubeere und er schmerzte abgrundartig, selbst beim Pissen. Jetzt geht es wieder, er sieht auch wieder normal aus", erklärte Belly und ließ seinen Bruder kurz in seine Hose schauen. "Siehst Du? Er funktioniert auch wieder, aber den verfluchten Ring hätte ich nicht so lange tragen dürfen. Das ist echt kein Spaß. Lass bloß die Finger davon Boldi. Falls Dein Mann auf so eine knochenharte Latte steht, kauf ihm einen schönen Dildo mit dem Du ihn mal beglückst, aber binde Dir bloß nicht die Nudel ab. Wobei Du hast mich ja gewarnt, nicht umgekehrt und Dein Mann schaut immer sehr zufrieden, vor allem nachdem ihr ihm letztens klar und deutlich erklärt habt, wem er gehört. Du kannst sogar streng sein. Und heute, waren wir super streng. Wir mussten sofort handeln, es war ein Befehl von Prince Ciel. Aber falls wir den Guten wieder treffen, dann darfst Du dabei sein, dann lasse ich ihn extra eine Runde für Dich stöhnen, denn am Ende kam nichts weiter als keuchen. Aber irgendwie klang er gar nicht so, als hätte er das genossen, was er vorher so grob bestellt hatte. Kazrar hat ihm noch gesagt hart oder zart und da schlug das Arschloch schon nach meinem Gesicht. Jeder der etwas Grips hat, hätte sich denken können, dass ich antworte. Er scheinbar nicht und die Antwort war ein Ellenbogen in der Magengrube. Danach ging es bergab mit ihm. Erst habe ich ihn weichgefickt für die anderen, dann hat Teku ihn auf den Stachel gezogen und dann gab es ihm Kaz, Patti und der gute Arbo. Und während der ganzen Zeit hatte er ein richtig angenehmes Rodeo, da quetscht man den Hengsten schließlich auch die Eier. Ich denke ohne unsere Hilfe hätte er nur still rumgelegen. So sind wir, so kam ein bisschen Bewegung in seinen faulen Arsch. Vermutlich ist er bei einem Heiler oder so, kann sich sein ausgefranztes Arschloch nähen lassen und seine Klöten in Packeis kühlen. Jedenfalls wird der nicht nochmal frech, glaub es mir. Nein Teku hat ihn nicht ausgesaugt, sondern richtig gut abgefüllt. Dem wird noch wochenlang die Sahne beim Scheißen aus dem Arsch laufen Boldi", grinste Bell.

Boldiszàr
Boldiszàr schaute in Bellamys Hose und nickte zufrieden. »Der sieht wieder gut aus. Aber mach das nicht mehr. Du brauchst ihn noch. Ich hatte nicht vor, das selbe zu tun, aber langsam weiß ich auch nicht mehr weiter. Silvano wird von mir jeden Morgen gut durchgenudelt, später dann auch noch von Davet. Zusätzlich holt er sich jetzt auch noch täglich eine Packung bei Robby oder Patti. Drei mal am Tag lässt der sich vögeln und sagt mir vorhin, weil ich ihn fragte, dass an Robby das Tolle ist, dass er immer kann, wenn er ihn braucht. Ich weiß echt nicht, was ich noch machen soll. Vielleicht sollte Sherkal mal ran. Der ist doch genau so ein kleiner Nimmersatt.«

Bellamy Bourgeois
"Quatsch, Dein Mann braucht langen Hafer. Das sagt er Dir damit, mach ihm eine knallharte Ansage im Bett und fordere ihn auch mal auf. Lass Dir einen wegstecken, lass ihn genauso ackern. Er wird es Dir danken, Dein Kerl ist kein Schwächling Boldi und er ist ein Kerl. Zudem war er ziemlich zufrieden als Du sagen wir forscher warst. Du bist ziemlich lieb zu ihm und das genießt er, jeder sieht es vor dem Kamin. Jeder ist neidisch bei Euch vor dem Kamin. Der Bursche testet seine Grenzen aus, ich denke ehr unbewusst. Der ist kein Alpha wie Du, Teku oder ich. Aber er guckt wie weit er gehen kann, wie weit er Dich rumbekommt. Der möchte nicht die Führung, der möchte eine Ansage. Glaub mir, wenn ich Sherkal anblaffen würde, dass er nur mir gehört und sonst niemanden und ihn dann durchnagele, was glaubst Du passiert? Ist der sauer? Nein, der weiß wo die Glocken hängen und ist danach tiefenentspannt. Was war denn mit Vano als er Dir vor allen einen lutschen musste? Was war zu Eurer Hochzeit? Was war als Du ihm Jendro ausgetrieben hast? Lass mal gut sein Boldi, sag Deinem Kerl was Du willst, was Du erwartest und dann nimm es Dir. Nicht schmerzhaft, darauf kommt Deiner nicht klar, der ist nicht so ein zäher Bursche wie mein Sherkal. Aber er braucht jemanden der ihm den Kurs vorgibt. Du bist der Boss, dann verhalte Dich wie der Boss. Denk mal an den Bug Bums Spaß, Du blaffst Teku an, Vano wird Butter auf Deinem Schoß. Oh ja ich erinnere mich, Du bist doch Gardist Boldi, manche leben gut damit wenn man ihnen Freiräume lässt. Manche fühlen sich mit festen Grenzen sicherer. Beispiel, die einen pennen gerne im Freien und lieben es. Die anderen fühlen sich hinter Mauern sicher. Er braucht seelische Mauern und Du bist seine Burg, also beherrberge ihn, beschütze ihn mit Deiner puren Anwesenheit, mit Deiner Art mit allem. Du hast das drauf, guck mich an. Du bist mein Bruder, Du bist fast so perfekt wie ich, nur jünger und kleiner und nicht ganz so gut aussehen", lachte Belly und knuffte Boldi. "Wir haben James und Jaques Dusolier bestrafen müssen. Sie haben Gaston durch die Abfallklappe geschickt. Zuerst habe ich mich gefragt wie Gaston da durch gepasst hat, aber es ging. Ich habe ich da durch wuchten müssen und der Mann ist echt kein Fliegengewicht. Das habe ich Jaques auch noch ins Loch genagelt, die Kletterpartie und die Rettung. Der kann froh sein, dass wir so zärtlich mit ihm umgegangen sind. Am liebsten hätte ich ihm eine Faust genau ins Kreuz gegraben, aber dann wäre er Geschichte gewesen. Und damit wäre er ja nicht wirklich bestraft worden. So sah die Sache schon anders aus, stell Dir vor, fünf Leute reiten Dich knallhart durch, jeder Stoß ist wie ein Fausthieb vor den Arsch und gleich wie Du Dich drehst und wendest, einer hält Dich knallhart dabei an den Klöten fest und zerrt Dich genau dahin, wo die Lanze in Dich hineinhämmert. Ich glaube mit jedem Treffer hat er mehr begriffen, was Ciel ihm sagen wollte. Wir haben nicht so fest zugegriffen, dass er nur noch Matsche zwischen den Beinen hat, aber fest genug und auch nett dran gezerrt. Vielleicht wird er mal einer von Tekuros Bumslappen, dass Zeug hätte er danach dazu. Glaub mir, wenn wir den nochmal erwischen und in Bankstellung zwingen, der wird sofort winseln und freiwillig mitmachen. Die letzten Stöße hat er so kassiert, jede Gegenwehr aufgegeben, der lag da, hat gezittert und hat es ertragen. Das war wohl der Moment, wo das Begreifen einsetzte. War sehr schön, wenn man jemanden bei der Verständigung helfen kann. Aber ich sage Dir, der Anblick hätte Dir eine Mordslatte beschwert. Du hättest Vano oder Davet sofort durchgenommen, wenn Du nach Hause gekommen wärst. Vor allem der erste Stoß war herrlich, er war noch wild und richtig stinkig, so gewaltig stinkig und angespannt bis in die Haarspitzen. Und dann bekam er ihn reingehämmert. Ab da war es anders, da hat er versucht wegzukommen, aber Du kennst uns. Ein Entkommen gibt es nicht und ich denke unerfahren war er nicht. Er wusste schon wie es geht, nur hat ihn nie jemand so eingeritten, dass er danach auf Kommando Schwänze leckt. Der wird sich irgendwo schön verkriechen und auskurrieren. Die nächste Zeit wird er sicher nicht mal auf seinem Pavianarsch sitzen können", grinste Belly.

Boldiszàr
»Jacques war das? Ach du scheiße! Das ist Vanos erster Offizier! Und der Befehl stammt von Ciel? Das wird Vano verdammt persönlich nehmen. Er hasst Ciel ja so schon.« Er rieb sich das Gesicht. »Ich dachte, es reicht, wenn ich Vano am Anfang in seine Schranken weise, dass er die Grenzen kennt. Dauerhaft ist das stressig. Mit Davet kann man vor dem Kamin kuscheln oder ihn mal aus den Augen lassen. Auf Vano muss jetzt Robby aufpassen. Robby, mein schärfster Bluthund, muss auf meinen Mann aufpassen!« Boldiszàr setzte sich resigniert auf den erstbesten Stuhl. »Er hat nicht den Gardisten Boldiszàr Bovier geheiratet. Sondern den Privatmann. Soll ich auch noch in Rüstung schlafen? Kann man ja mal aus Spaß machen, Rüstungen sind nun mal schick, demonstrieren Wehrhaftigkeit, aber dauerhaft? Ich wollt auch irgendwann mal Feierabend haben ... ich glaub, ich lass das einfach Robby erledigen und konzentriere mich auf die angenehmen Seiten der Ehe.«

Bellamy Bourgeois
"Du siehst das jetzt zu stressig Boldi. Dein Mann klammert sich an Dich wie ein Ertrinkender an einen rettenden Felsen. Überlege doch mal warum er sich festklammert, weil er gar nicht mehr absaufen will. Hilf ihm seinen Arsch ins Sichere zu hieven, dann ist der Stress vorbei. Das ist eine Art Probe, würde ich sagen. In wie weit kann ich mich auf Dich verlassen. Er hat einen ganz ähnlichen Knall wie Teku, Teku nagelt jeden fest, weil er meint sie verlassen ihn. Und Vano guckt wie weit er Dich ranlässt. Wobei dass muss er nicht mehr überprüfen, er hat Dich schon ganz nah rangelassen. Er gehört Dir, er hat in der Höhle alles für Dich getan, nur damit Du nicht gehst. Was braucht er also für einen Beweis? Fragt man sich. Was würdest Du denn für einen Beweis wollen? Klar denkt man nicht, dass Leute wie wir über sowas nachdenken, aber wir sind doch wohl mehr als tumbe Schläger, sonst könnte man jeden von der Straße für so einen Job nehmen. Dass was Du sonst immer gibst, was Du ausstrahlst, Verlässlichkeit. Vor wem würdest Du ihn nicht beschützen? Teku. Da fing der Test an. Nun ist der Test nicht mehr nötig, Teku würde nicht angreifen. Gibt es noch jemanden wie Teku? Nein. Oder doch? Das ist der Test. Aber das ist so ein unterbewusstes Ding wie Deine Fresserei. Du sagst Dir ja auch nicht, haha ich habe das Buffett geleert. Sondern Du tust es einfach, so testet er Dich. Das macht er weil er Dich über alles liebt und behalten möchte. Der möchte Dich nicht loswerden, Dich abschieben, oder Dir wehtun. Er möchte testen bleibst Du immer? Und er zeigt damit, Du bist mir wichtig, zeig mir das, ich zeige es Dir. Guck ich muss Sherkal auch immer mitschleifen, er braucht das. Ich muss ihm beweisen, Du bist mein Mann, halt den Mund, ich entscheide, komm mit. Du zeigst Vano einfach, ich bin da. Es gibt was zu klären? Privat? Ich kläre es. Sei präsent und gönnt Euch mal so richtig Spaß, dass macht viel aus. Geh mal mit ihm essen, oder ins Badehaus. Denk Dir ein, zwei schöne Sachen aus, über die er sich freut, oder geht zu dritt. Und je mehr schöne Erinnerungen Du Euch schaffst, je weniger hat die alte Scheiße Macht über ihn, über Dich oder Davet. Und wenn wir noch unsere Mütter mal rufen lassen und das mit einem schönen Essen oder so verbinden, wird ihm das gut tun. Schön wäre bei ihm zum Beispiel, wenn seine Eltern Santo und Leala mal mit Mercer und Gen reden. Das wäre es, wenn seine Mama sagt, die Frau hat meinen Job übernommen. Wenn die Dich nicht liebt wer dann? Gut ich weiß es, der Boldi", lachte Belly und drückte seinen Bruder ganz feste. "Ganz einfach Kurzer, lass Dich nicht bekloppt machen, mache ihn wieder klar. Mal gesehen wie Dein Mann jetzt aussieht? Normale Hautfarbe, bisschen was auf den Rippen, normale Haare, er schaut wo Du bist, passt doch. Rest kommt, bleibt mal locker. Wer es eilig hat, muss langsam gehen sonst stolpert man. Und Du siehst auch super glücklich aus mit Davet und Vano. Dein Mann ist Dein Mann, gute und eindeutige Ansage. Aber Davet gehört Dir auch, daran besteht kein Zweifel. Und Du, wem gehörst Du? Und was macht Dich glücklich Boldi? Mir kannst Du es sagen, ich passe auf Dich auf, das machen große Brüder so", sagte Belly. "Nun ich denke bei der Sache die Jaques verzapft hat Boldi, da hätte ihn sogar Vano bestraft. Vano war als Kapitän immer gerecht und einen Unschuldigen fast umbringen, da hätte er auch keinen Spaß verstanden, sondern Jaques einmal quer über das Schiff geprügelt. Und ich denke sogar Jaques Vater würde ihn einmal ums Haus prügeln, für so ein Verhalten. Ciel hat dem Mann damit sogar einen Gefallen getan, es fällt nicht auf die Familie zurück, nur auf den Schuldigen und das ist Jaques. Vano wird dafür Ciel nicht hassen, denn Gaston hat nichts Böses getan. Im Gegenteil er wurde sogar dringend benötigt von der hochschwangeren Verrill. Also Vano würde Jaques da nicht beschützen. Habe keine Sorge", erklärte Bellamy.

Boldiszàr
»Wem ich gehöre? Wie meinst du das? Vano ist mein Mann und ich bin entsprechend seiner. Davet ist unser fester Gefährte. Anfangs hat er nur zu Silvano gehört, was ich blöd fand. Ich habe mir immer vorgestellt, dass Silvano und Davet dann knutschen oder Schlimmeres und ich stehe wie ein Blödian daneben. Drum wollte ich es als Trio versuchen, wo jeder zu jedem gehört. Aber Davet ist wirklich in Ordnung, mehr als das. Wenn Silvano die Brandung ist, ist er der Fels. Drum habe ich mich in letzter Zeit besonders an ihn gehalten. Silvano hat sich ausgetobt und Davet - war einfach Davet. Er lag auf dem Fell und ließ sich beschmusen und damit war er glücklich. So, wie du es erklärst, war es genau das Falsche, Silvano sich austoben zu lassen. Er findet es geil, aber eigentlich will er, dass ich das verbiete. Mein Mann ist so dermaßen kompliziert«, stöhnte Boldiszàr. »Zum Essen einladen, in ein Badehaus gehen ... auf solche Ideen muss man erstmal kommen. Ich lieb den Kerl, ich bereue die Hochzeit nicht eine Sekunde, aber er bringt mich an meine Grenzen. Ob Robby ihn nicht angreifen würde, lasse ich mal offen. Ich bin mir da nicht so sicher. Nicht, wenn ich dabei bin, aber ansonsten lege ich da nicht meine Hand ins Feuer. Was mich wirklich glücklich macht ... « Boldiszàr musste überlegen. Dann zuckte er mit den Schultern. »Wenn alles normal ist.«

Bellamy Bourgeois
"Drum fühlte er sich wie eine Hure, der Trottel wollte gar nicht. Er hat es nur getan, weil er durfte, weil er neugierig war und weil Teku da wirklich dermaßen lieb und rollig war, da wäre ja fast jeder geschmolzen außer ich. Blöder Scherz, er tat sogar mir leid und ich würde nicht schmelzen müssen, mir gefällt der Bursche und er schuldet mir noch was. Dein Mann ist nicht kompliziert, er macht es kompliziert. Du machst es Euch jetzt einfach und zwar einfach schön. Klar Ansage Boldi, Du gehörst Silvano und Silvano gehört Dir. Ebenso gehört Dir nun auch Davet. Überlegt Euch doch zusammen irgendwas nettes für einander. Mal Du mit Davet, oder mal mit Vano. Das macht auch Spaß, wenn man weiß der andere freut sich. Ich wollte mir auch was schönes für Sherkal überlegen, aber wo bekomme ich eine Hyäne her? Teku würde Vano angreifen und ich ebenso, wenn er sich verpisst schleifen wir ihn an den Eiern zurück. Aber das weiß er, habe ich ihm gesagt, hat Teku ihm gesagt. Wir sind eine Familie. Du willst es normal, Du bist der Boss Boldi, dann ist es ab heute normal. Wenn Dir was zu kompliziert wird, hau mit der Faust auf den Tisch. Wobei Du gar nicht hauen musst, drück ihn einfach wenn er wieder Angst bekommt. An den Haaren würde ich ihn nicht hinterher schleifen, er hat nicht so viele schöne Haare wie Sherkal. Der hat ein richtiges Greifkissen, Dein Mann folgt Dir und Dein Gefährte folgt Dich auch. Geh doch mal mit beiden schön essen, irgendwas wo es so buntes Allerlei gibt. Und lass ihn gut mit Teku am Neubau ackern, während die zwei ackern, versorg sie mit Futter. Sowas. Das bekommen wir hin Boldi wäre doch gelacht. Wie sorgst Du in der Truppe für Ruhe?", fragte Bell.

Boldiszàr
»Silvano wollte nicht, aber er tat es, weil er es konnte? Der Mann schafft mich. Ganz Firasani sprengen - weil er es konnte. Jendro vergiften - hätte er gemacht. Weil er es konnte. Sich einmal quer durch die Beißer ficken lassen - weil er es konnte. Oh Mann«, stöhnte Boldiszár. »Durch eine klare Ansage schaffe ich Ruhe in Untiè B. Aber das sind Gardisten, die ticken anders als Vano. Er ist ... Seemann. Normale Ansagen taugen da scheinbar nix. Die sind irgendwie alle komisch. Schau dir Conni an, so würde ich keinen von meinen Leuten rumrennen lassen. Und dann springen da auch noch Kinder mit zwischendurch rum. Ich hoffe, ich werde nicht nach einer Zeit so seltsam, wenn wir zur See fahren. Böse Zungen würden behaupten, Vano hätte manchmal seine Tage. Gut, also ihn bauen lassen und essen bringen. Klare Ansagen machen. Täglich zwei Mal durchbumsen statt einmal. Früh und abends. Mittags Robby drüber rutschen lassen.« Boldiszàr notierte sich alles gedanklich. »Noch was. Robby glaubt inzwischen, dass eure Vereinbarung geplatzt ist. Stell das mal besser richtig, bevor wir losfahren. Wir sind eine Familie ... stimmt. Wenn ich es mir recht überlege, sind wir alle miteinander verwandt. Die ganze Beißerschaft ist über dich und Robby meine Familie. Sogar Arbo, der Spacken.« Er klopfte Bellamy. »Davet hat ein Schiff voller Rakshaner. Frag sie doch nach einer Hyäne für deinen Zuckerschoko. Ich geh jetzt erstmal meinen Fels und meine Brandung umkümmern. Wenn du uns suchst, wir sind da drüben. Man sieht sich, Großer. Danke für deinen Rat.« Damit stapfte Boldiszàr wieder zu Davet und Silvano, drängelte sich zwischen sie und verteilte Sabberküsse, ehe er schaute, was sie so Schönes auf ihren Tellern hatten.

Bellamy Bourgeois
"Genauso so macht man das auch in der Ehe, klare Ansagen und keinen Teku rüberrutschen lassen", mahnte Belly und grinste bei dem Hyänenvorschlag. Er konnte Boldi nur zustimmen, einen seiner Leute hätte er auch nicht wie Conni herumlaufen lassen, auf der anderen Seite, so wie Conni drauf war, vielleicht doch. Man ließ ihm sein alberne Gehabe, dafür war er einer der gefährlichsten Pfeile im Köcher. Halt nur etwas "bunt", lachte Belly gedanklich, während sein Bruder zu seinem Mann und Gefährten zurückschlenderte. "Nichts ist vom Tisch Tekuro", grinste er gut gelaunt und machte sich auf den Weg zu seinem Beißer-Bruder.

Silvano de Mancini
Boldi wurde mit einer festen Doppelumarmung empfangen und einem großen Teller Leckereien. "Wir haben Dich schon vermisst. Die Tordalk liegt hier ganz in der Nähe. Du bist der Eigner, also sollten wir morgen oder wann immer Du Lust hast, Dein Schiff besuchen. Ich habe sie extra nur von außen angeschaut, damit Du der Erste bist, der sie betritt Boldi. Hey und Danke fürs Zuhören und nicht übel nehmen. Guck ich habe Dir auch Fritten besorgt, so heißen die Dinger und sind echt lecker. Die mit Fleisch sind am besten. Leider kannst Du nur eine probieren, da ich die anderen schon aufgegessen habe. Ich wollte sie Dir aufheben aber ich hatte Hunger und Davet hat geholfen", lachte Vano und küsste seinen Mann liebevoll. "Suchen wir uns nachher einen gemütlichen Platz, am besten drinnen vor irgendeinem Kamin", schlug er vor und drückte Boldi den Teller in die Hand auf der alles mögliche neben den Fritten lag, einschließlich eines Krapfens in Herzform. Vano strich Boldi den Nacken lang hoch, "von uns beiden für Dich".
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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Re: Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#10

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 5. Feb 2019, 16:44

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Stahl in grünem Brokat


Timothée Mauchelin
Timothèe gehörte zu jenen, die geschäftlich auf der Feier waren. Im Gegensatz zu den Pretorianos und Dienern war es ihm jedoch vergönnt, den Anschein privater Vergnüglichkeit waren zu können, so dass er sich am schwimmenden Buffet bedient, mit dem einen oder anderen Gast Belanglosigkeiten ausgetauscht und zwei seichte Flirts geführt hatte. All dies diente neben dem üblichen Sondieren der Stimmung einem Ziel, das nichts mit Vergnüglichkeiten zu tun hatte: Die Zeit zu überbrücken, bis Duc Maximilien zu sprechen war. Nach Abschluss der Zeremonie ließ Timothèe dem Duc Zeit, die üblichen Höflichkeitsgespräche zu führen. Als Maximilien begann, sich privaten Konversationen zuzuwenden, trat Timothèe in sein Blickfeld, bevor der Duc es sich allzu gemütlich machte. Zwischen den farbenfrohen, prächtigen Gewändern der Anwesenden ging Timothèe unter, den auch er war heute zur Abwechslung in strahlendes Dunkelgrün gekleidet. In einem Pferch voller Pfaue verbarg man sich am besten, indem man selbst wie ein Pfau aussah. Trotz allem war er ein biederer, altmodisch wirkender Pfau, dessen Gewand der Mode von vor fünf Jahren entsprach. Timothèe tat etwas, das für jeden anderen eine Unerhörtheit gewesen wäre - er sah dem Duc für eine Sekunde direkt in die Augen. Es war das Signal, dass es dringenden Gesprächsbedarf gab.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hatte hier und dort mit den geladenen Adligen gesprochen, hörte sich so manche brilliante wie auch Schnapsidee an, lachte mit einigen oder hörte auch sehr ernsten Themen zu. Auf der Feier war für die meisten Klärungen selbstverständlich kein Raum, aber nach den Feierlichkeiten schon und Max war niemand, der ein Hilfeersuchen vergaß. Er hatte sich gerade wieder zu seinen Frauen und seinem Leibdiener gesellt, als ihm jemand bewusst in die Augen schaute. Das wagten sich nur die wenigsten. Jede andere Person die weder zur Familie noch zum Freundeskreis gehörte beging damit einen äußerst heiklen Affront. Aber Maximilien wusste um jene Person und wie wichtig dieses Treffen sein musste. Er entschuldigte sich bei seinen Frauen und ging dem Mann gemächlichen Schrittes entgegen. Er beeilte sich nicht, er grüßte ihn auch nicht wie einen Freund, denn er wollte keine unnötige Aufmerksamkeit erregen. Er blieb einfach in der Nähe von Mauchelin stehen, nippte an seinem Glas und warf ihm einen Blick zu. "Ausgelassene Stimmung, eine wundervolle Feier, die Gäste bestens gelaunt, Ledwick benötigt mehr solche Ereignisse, meint Ihr nicht auch?", fragte der Duc fast im Plauderton, aber der Blick des Duc zeigte von Wissen und Verständnis. Er wartete darauf, dass Timo entweder das Gespräch eröffnete oder sich zurückziehen wollte, wo sie ungestört reden konnten. Manchmal hingegen war so ein Fest aber auch ein idealer Ort, kaum jemand konnte bei der Geräuschkulisse lauschen.

Timothée Mauchelin
»Ledwick steht eine Blüte bevor, wenn ich die Zeichen richtig deute, Majestät. Der Bruch des Kaisho-Abkommens war ein reinigendes Gewitter für uns alle. Unnötiges wurde ausgeschwemmt und der Nährboden für eine fruchtbare Zukunft gelegt. Doch jetzt, wo die Wogen sich glätten und die Trübung sich legt, zeigt sich nun, was am Grund verborgen lag in all der Zeit. So traf ich jemanden, dessen Anwesenheit in Souvagne für Euch von Interesse ist.« Er neigte den Kopf ein wenig, um anzuzeigen, dass er mit Maximilien unter vier Augen sprechen wollte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien konnte den Worten von Mauchelin nur zustimmen. Was immer Kaisho gewesen war, ein Bündnis war es nicht. Oder vielleicht doch? Ein weiser Mann sagte einst, wenn sich zwei Parteien treffen um ein Bündnis auszuhandeln, sollte man sich stets fragen wer umgebracht werden soll. Nun auf wessen Gebeinen die anderen tanzen wollten, war klar. Allerdings wurden sie eines Besseren belehrt, denn auch dieser Spruch war uralt - Totgesagte leben länger. Sie mochten das Bündnis ausgenutzt haben, sie mochten durch Souvagne gezogen sein, jubelnd in den Krieg hinein, sich bereits als strahlende Helden fühlend. Der Rückweg der meisten sah völlig anders aus und endete am Nordwall. Souvagner waren vom Geiste her Adler, aber wenn man sie einmal betrog, hatten sie das Gedächtnis von Elefanten. Und sie vergaßen nie... was sich ein Duc nicht merken konnte, stand in den Chroniken, in denen die für die Regierenden auserwählt war. Wissen das nicht verloren gehen durfte. Andere würden behaupten niedergeschriebene Vorurteile - aber Maximilien wusste es besser. Ein Vor-Urteil war nichts weiter als ein Urteil dass sich jemand VOR einem selbst bildete. Man musste also nicht mehr selbst auf die Schnauze fallen und diese unliebsame Erfahrung machen. Dafür gab es die Familie, das Wissen, die Chroniken, die Stärke einer Familie beruhte nicht nur allein auf ihrer Anzahl, sondern war auch der Tiefe der Familienwurzeln geschuldet. Jeder wusste je tiefer die Wurzeln bei einem Baum reichten, so fester war sein Stand, je heftiger konnte er den Naturgewalten trotzen. Und zu diesen Wurzeln gehörte auch das, was man an Wissen angesammelt hatte. Heute mochte es für den Einzelnen bedeutungslos sein, aber in 200 Jahre konnte es vielleicht einem anderen Duc behilflich sein und ganz Souvagne retten. Maximilien schmunzelte Mauchelin freundlich an und gab den Weg vor. Der Duc schritt hinab bis weit unten an den Strand, dort ließ er sich auf einen angeschwemmten Baumstamm nieder und schaute seinen Begleiter erwartungsvoll an. "Nun hier sind wir ungestört, was habt Ihr in Erfahrung gebracht?", hakte Max nach.

Timothée Mauchelin
Timothèe zog ein Tuch aus seinem Mantel und breitete es mit vornehmer Geste auf der Stelle aus, wo er sich hinzusetzen gedachte. Mit feuchtem Sand am Hinterteil wollte er nicht herumlaufen - es würde dafür sorgen, dass ihm belustigte Blicke folgten. Der Baumstamm war gekrümmt, so dass sie einander schräg gegenüber saßen, als Timothèe platzgenommen hatte. »Archibald von Dornburgs Name steht auf der Fahndungsliste. Ich habe ein geschäftliches Treffen mit ihm arrangieren können. In der Nacht vom zweiten zum dritten dieses Mondes in der Ruine der Gewitterfeste. Also morgen Nacht, darum musste ich Euch heute hier aufsuchen. Mir bleibt nicht viel Zeit für Vorbereitungen. Soll ein Zugriff unternommen werden? Es ist allerdings fraglich, ob der Mann tatsächlich zum vereinbarten Treffen erscheint. Er ist misstrauisch und vorsichtig.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max machte es sich gemütlich und dachte über Timothees Information nach. "Schon seltsam nicht wahr? Einerseits würden wir befehlen diese Kreatur festzusetzen, Ihr wisst was es für eine Wesenheit ist. Als Mensch möchten wir es nicht titulieren. Auf der anderen Seite fragen wir uns gerade, solltet Ihr nicht mit Archibald dergestalt warm werden, dass er Euch zu Derya seiner Tochter führt? Archibald hat bis dato nichts offiziell in Souvagne verbrochen. Dennoch sind seine Verbrechen schwer und widerwärtig genug, dass wir ihn aus dem Verkehr gezogen wissen wollen. Er war die Geißel der Hohenfeldes und solange er atmet, wird stets für Unschuldige eine Gefahr von ihm ausgehen. Allerdings hat seine Tochter Derya sehr viele Souvagner ermordet und vorher verstümmelt. Die Frau wurde bereits zum Tode verurteilt, konnte sich der Vollstreckung aber entziehen. Unsere Person geht Recht in der Annahme, dass der Retter ihr Vater Archibald war. Wer sollte sonst daran Interesse haben, so ein Weibsbild zu retten? Kein Mann dem sein Körper etwas bedeutet, würde sich nur in die Nähe dieses Männer mordenden Ungeheuers geben. Wir heben den Befehl nicht auf, wir ändern nur die Prioritäten. Macht ihn Euch vertraut und bringt uns seine Tochter. Sobald Derya in Gewahrsam ist, beschafft uns Archibald. Eine Familienzusammenführung der besonderen Art. Die Kreatur soll seine Brut fallen sehen, so wie er anderen die Kinder raubte. Mehr Gerechtigkeit können wir nicht üben, es sei denn wir würde ihn seine Tochter verspeisen lassen", sagte Maximilien freundlich.

Timothée Mauchelin
Timothèe nickte. »Wie es Euer Wunsch ist. So werde ich ihm morgen Nacht das Gewünschte liefern. Weiterhin erkundigte von Dornburg sich nach der Tochter des Marquis Davard von Hohenfelde. Er fragte nach dem Preis, den eine Entführung des Säuglings koste. Grund ist altes Besitzdenken. Ich nannte ihm eine utopische Summe.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute Mauchelin ernst an. "Beschafft so rasch wie möglich die Tochter, ohne dass er misstrauisch wird. Sollte er erneut nach dem kleinen Mädchen fragen, wimmelt ihn ab bis ihr Derya in Händen haltet. Wir werden für die Sicherheit der kleinen Maquise sorgen. Ein so junges Leben und Schatten die ersten Schatten ziehen auf. Nun dann soll dem so sein. Archibald hat sehr obskure Gedanken bezüglich des Maquis von Hohenfelde, der Mann entkam ihm einst und Ihr wisst, wovon unsere Person spricht. Die Himmelsaugen werden zusätzlich ein Auge auf das Haus haben und wir denken, dass auch Ihr Vater um die Gefahr für die Kleine weiß. Wir werden ihn dennoch gesondert informieren. Wir werden dieser Kreatur diesen Zahn ziehen, das steht fest. Habt Ihr eine Idee oder einen Plan Euch in das Vertrauen zu bringen?", hakte Max nach.

Timothée Mauchelin
»Menschen mit strafbaren Neigungen bleiben so lange misstrauisch, bis sie sich vergewissert haben, dass ihr vermeintlicher Freund tatsächlich die selben kranken Neigungen hegt. Sie wollen sehen, dass man nicht nur redet, sondern vom selben Geist ist. Sobald sie glauben, eine ebenbürtige Waffe in der Hand zu haben, sollte man vorhaben, sie an die Büttel zu verraten, sinkt die Hemmschwelle, weitere Abgründe zu offenbaren, merklich. Es ist wie in anderen Kreisen, ein gemeinsames Festessen vermag Türen und Herzen zu öffnen. Sollte von Dornburg zum Treffen erscheinen, werde ich ihm zu seiner Bestellung ein Geschenk überreichen. Der Zirkel in Obenza steht nach wie vor unter Beobachtung und wie ich hörte, habt Ihr jenen Marquis von Hohenfelde und seine Fantomes darauf angesetzt. Er sollte Kontakt mit dem Lotos Arbogast aufnehmen, da dieser bereits sehr tief in den Zirkel vorgedrungen ist und mit hochsensiblen Interna dienlich sein kann.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir verstehen, Ihr benötigt einen Nicht-Souvagner, als Hauptspeise. Immerhin wollt Ihr ja einen Menschenfresser zum Essen einladen, da könnt Ihr keine Schweinerippchen kredenzen. Wir werden die Fantome von dem Zirkel abziehen. Unser Sohn hat es gut gemeint, aber wir sind nach dem Gespräch mit Euch der Auffassung, dass der Maquis zu tief in der Materie steckt, allerdings als Opfer. Wir glauben nicht, dass er letztendlich einer Überzahl von solchen Personen seelisch standhalten kann. Gleich was er zur Zeit selbst von sich glauben mag. Das Ende bei einer Fehleinschätzung wäre fatal für ihn, wie für seine Familie und seine kleine Tochter. Ihr hingegen habt mehrfach bewiesen, dass Ihr Willens und auch in der Lage seid, einer Schlange den Kopf abzuschlagen. Wo Ihr ein Mungo werdet, wird der Maquis wohlmöglich der Hase. Fühlt Ihr Euch gewappnet für eine derartige Aufgabe? Der Zirkel dürfte Euch nicht als Fremden wahrnehmen, Eure Kontakte müssten hinlänglich bekannt sein, als einer der Ihren. Oder Archibald könnte Euch einschleusen, nachdem Ihr Euch als vertrauenswürdig erwiesen habt. Was wolltet Ihr ihm überreichen?", fragte der Duc.

Timothée Mauchelin
»Einen vierjährigen Knaben und einen Säugling als Bonus«, antwortete Timothèe ohne mit der Wimper zu zucken. »Im Zirkel kennt man mich als zuverlässigen Lieferanten lebender Ware. Ein grundlegendes Vertrauen sollte daher gegeben sein. Die Frage ist, wie tief ein Eintauchen nötig ist und was genau bezweckt werden soll. Ich fühle mich der Aufgabe gewachsen. Es gibt keinen menschlichen Abgrund, der mir fremd ist und keiner ist dazu geeignet, meine Entschlossenheit zu schmälern. Souvagnische Kinder, gleich welcher Herkunft, sind künftig Tabu, wenn ich das Euren Worten recht entnehme?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja das sind sie. Gleich wer ihre Eltern waren, wir haben gesehen wohin Sippenhaft führen kann, wenn sie nicht angebracht ist. Wir verweisen auf die Agenten, hier war keine Sippenhaft und keine Haft angeraten. Verweisen wir auf die Duponts, nun da waren wir froh keinen dieser Personen mehr um uns zu haben, nach dieser Schmach. Aber auch jenen haben wir verziehen, für die Kinder. Sie litten als Unschuldige und das wollten wir nicht länger hinnehmen. Wie steht es mit Obenza oder Naridien generell?", fragte Max.

Timothée Mauchelin
»Ich werde die neuen Anweisungen im Orden weitergeben«, sprach Timothèe. »Keine Minderjährigen dürfen mehr als Köder verwendet werden. Das erschwert uns die Arbeit in entsprechenden Kreisen, wird sich aber bewerkstelligen lassen. Sollten die Statistiken zeigen, dass unsere Effektivität darunter spürbar leidet, soll ich erneut auf Euch zukommen oder bleibt es dabei? Für volljährige Souvagner steht die Möglichkeit aber künftig weiterhin offen? Was genau möchtet Ihr über Obenza und Naridien wissen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Haltet ein Ihr urteilt vorschnell, keine souvagnischen und keine ledwicker Kinder. Mit dem Rest dieser wundervollen Welt haben wir nichts zu tun. Jene Kinder könnt Ihr nutzen, vielleicht mag Euch die Beschaffung damit erschwert sein, aber Ihr handelt für uns und unser Volk. Dazu zählen auch die Kleinsten. Für andere Völker sprechen wir nicht, sie unterstehen nicht unserem Schutz. Handhabt es dort, wie Ihr zu handeln gedenkt um Euch die Arbeit so einfach wie möglich zu machen. Den Sachstand über Obenza und Naridien. Gibt es dort etwas zu berichten? Habt Ihr irgendwelche Informationen bezüglich Ehveros?", fragte Max neugierig.

Timothée Mauchelin
Timothèe neigte sein Haupt. »Wir werden unsere Methoden entsprechend anpassen. Was Naridien betrifft, so ist dies nicht mein Fachgebiet, Arbogast wird tiefergehende Informationen vorweisen können, sei es das Land selbst oder Obenza. Mir ist nichts Erwähnenswertes zu Ohren gekommen. Anders sieht es betreffend Ehveros aus. Es wurde ein außerehelicher Sohn von Großherzog Felipe identifiziert. Ihn zu benennen gestaltet sich jedoch als schwierig. Der abtrünnige Lotos, welcher diesen vermeintlichen Sohn identifiziert haben will, steht ebenso auf der Fahndungsliste. Er verlangt vollumfängliche Begnadigung und Rehabilitierung, ehe er den Namen nennt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"So verlangt er das?", hakte Maximilien nach. Seine Gedanken konnte man seinem Gesicht nicht entnehmen. "Was genau hat sich dieser Lotos zu Schulden kommen lassen? Die müssen wir für eine mögliche Rehabilitierung wissen. Falls er nichts gravierendes verbrochen hat, werden wir möglicherweise seiner Bitte entsprechen. Andernfalls sehen wir uns gezwungen uns nicht erpressen zu lassen. Wir persönlich werden uns nicht dazu äußern, sondern einer der Euren. Sobald Ihr den Namen unter Vortäuschung falscher Tatsachen habt, darf er umziehen. Also was waren seine Verbrechen?", hakte der Duc nach.

Timothée Mauchelin
»Schwere Brandstiftung, Majestät, darunter mehrere Stadtbrände. Auch ist er verantwortlich für die Hungersnot von 197, da er seine Freude daran gefunden hat, Felder kurz vor der Ernte in Brand zu stecken. Es ist ein notorischer Feuerteufel. Was also darf ich ihm ausrichten lassen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wieviele Souvagner kamen durch seine direkten Handlungen ums Leben? Könnt Ihr dies beziffern? Und ist es Euch möglich, den erlittenen Sachschaden zu beziffern? Bedauerlicherweise kann man ihn nicht auslesen lassen, nicht auf Himmelsaugenwege. Aber es gibt mehr Wege als ausschließlich die der Magie. Einerseits wäre es enorm wichtig, den Thronerben von Ehervos in Erfahrung zu bringen. Möglicherweise für die Person selbst und für den Fortbestand von Ehveros. Besteht Ehveros fort, so besteht auch Almanien als Region fort. Natürlich könnten wir sagen, was schert uns Ehveros? Dennoch sind es almanische Brüder und Schwestern. Möglich sind zwei Lösungen, wir verhelfen Felipe zu einem Erben, oder Tazio zu Ehveros. Davon ist die Entscheidung abhängig, ob wir uns auf einen Handel einlassen, oder ob wir den feuerliebenden Feuerteufel seinem Element überantworten auf dem Scheiterhaufen", sagte Max freundlich. "Schickt nach meinem Sohn Ciel. Wir würden auch nach Tazio schicken lassen, aber jener hat eine sehr wichtige Aufgabe... vor der Brust", schmunzelte der Duc. "Schickt nach Prince Ciel und kehrt schnellstmöglich mit ihm zurück. Eine außenstehende Meinung könnte nicht schaden, schickt ebenso nach unserem Bruder - Prince Davet. Wir möchten von beiden eine Sicht auf die Dinge hören", befahl Maximilien.

Timothée Mauchelin
»Genaue Zahlen kann ich aus dem Stegreif nicht nennen, aber ich könnte sie in Erfahrung bringen. Ich vermute, dass die Zahl der Todesopfer allein durch das Feuer im dreistelligen Bereich liegt. Wie viele Menschen aufgrund der Hungersnot umkamen, ist schwierig nachzuweisen, da sehr viele Faktoren ineinandergreifen.« Timothèe verabschiedete sich vorerst. Kurz darauf kehrte Timothèe mit den beiden Genannten im Schlepptau zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hier sind wir«, sprach Ciel mit einem unroyalen Grinsen und verdächtig geweiteten Pupillen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien deutete beiden an sich zu setzen. "Mir wurden gerade wichtige Informationen zugetragen und ich würde gerne Eure Meinung dazu hören. Ein ehemaliges Mitglied eines Geheimordens steht nicht grundlos auf der Fahnungsliste. Aufgrund seiner Taten, hierzu zählen schwere Brandstiftung starben Souvagner und die Hungernot im Jahre 197 wurde ausgelöst. Genau jener abtrünnige Ordensbruder hat scheinbar in Erfahrung gebracht, dass ein Nachfahre, sprich ein möglicher Thronerbe von Felipe lebt. Allerdings ist er nur bereit das Wissen preiszugeben, wenn ich ihn dafür von jeglicher Schuld freispreche und rehabilitiere. Nun wir könnten uns fragen, was haben wir mit Ehveros zu tun? Es starben Souvagner durch Feuer, also soll diese Person ebenfalls auf dem Scheiterhaufen sterben. Dies wäre nur gerecht, all jenen guten, ehrlichen und ehrbaren Souvagnern gegenüber, die er so abscheulich verbrannte. Allerdings bedeutet der Thronerbe in Ehveros, dass Ehveros nicht regierungslos in einen möglichen Bürgerkrieg stürzt. Wir können also Felipe beistehen und so den Bereich der Almanen sichern. Oder wir können Tazio beistehen und Ehveros gemeinsam auslöschen. Bei letzterer Entscheidung wird der abtrünnige Bruder brennen. Bei der ersten darf er nicht brennen... nicht sofort. Was sagt Ihr?", fragte Max und schaute seinem Sohn genau in die Augen. Die Grübchen auf seiner Wange vertieften sich für einen Sekundenbruchteil.

Davet la Caille
Davet hörte Maximilien aufmerksam zu und strich sich über den Bart. "Es kommt darauf an, ob Du für uns das Beste rausschlagen willst, oder ob Du Felipe helfen möchtest. Die Frage wäre, was haben wir mit Felipe zu schaffen? Auf der anderen Seite ist die Frage, was nicht. Es war sein Fehler und damit sein Problem seine Tochter auf den Thron zu setzen. Sie hat versagt, sie hat ins Gras gebissen, lass den Khan kentern. Auf der anderen Seite wieso Ehveros und allen Menschen dort schaden? Stehst Du ihnen bei, wird Dir Felipe dankbar sein müssen und der neue Großherzog ebenso. So würde ich überlegen. Von was haben wir mehr?", hakte Davet nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Lösung liegt doch auf der Hand«, sprach Ciel sehr viel schneller als sonst. »Wir vergeben ihm und lassen uns erzählen, was er weiß. Danach brennt er.« Wie zur Unterstreichung seiner Meinung entfachte er sich eine Pfeife und begann zu rauchen. Dabei sah er sehr zufrieden aus.

Davet la Caille
"Noch besser, wir lassen ihm erzählen, dass ihm vergeben wurde. Wir selbst halten einfach den Schnabel. Solange er nichts Schriftliches in der Hand hat, hat er ein Problem. Und selbst wenn er es auf güldenen Letter von Dir persönlich überreicht bekommt Max, Du kannst Dich binnen Sekunden umentscheiden. Die Begnadigung galt dann für 5 Minuten oder was. Danach ab ins Feuer mit ihm. Das macht zwar keinen guten Eindruck, allerdings nur bei dem Verbrecher selbst. Und wen kümmert sowas? Man könnte ihn auch einfach foltern und so die Info rauskitzeln, oder er bekommt ein paar Drogen verabreicht", sagte Davet und legte Ciel einen Arm um die Schulter. "Ciel kann da sicher einige Tipps geben", grinste er breit.

Timothée Mauchelin
»Der Mann wäre nicht Mitglied dieses Ordens gewesen, wäre er derart leicht aufs Glatteis zu führen. Er wird seit Jahren erfolglos gesucht. Ihr solltet damit rechnen, dass er sich einiges wird einfallen lassen, um zu gewährleisten, dass Ihr Wort haltet.«

Davet la Caille
"Das ist wohl wahr, ein Stümper überlebt nicht lange in solchen Berufen, wenn ich die Himmelsaugen als Beispiel nehme. Oder die Agenten der Autarkie, die ebenfalls an den Himmelsaugen gescheitert sind. Vermutlich aufgrund der Masse und der Magie. Vielleicht sollte man den Mann selbst anhören, bevor wir ein Urteil fällen. Schadet uns ja nichts", schlug Davet vor.

Timothée Mauchelin
Timothèe blickte Maximilien fragend an. »Ich könnte ein Treffen arrangieren.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute seinen Sohn und seinen Bruder an und dachte einen Moment lang nach. Die Toten zu rächen, hatte jede Berechtigung, aber die Lebenden zählten vor den Toten. Und das was Felipe hinterließ, war nichts als ein offenes Chaos oder ein Machtvakuum. Für beides konnten die Ehverosser Almanen nichts. Ob er rigoros für die Rache der toten Souvagner entscheiden würde, oder ob er in diesem Fall den lebenden Ehverossern half war die Frage. Er würde sie nach einem Treffen mit dem Feuerteufel beantworten. "Arrangiert es", befahl der Duc.

Timothée Mauchelin
Timothèe verneigte sich. »Wie Ihr befehlt. Darf ich mich entfernen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja das dürft Ihr, wir danken für Eure stets zuverlässige Arbeit. Gehabt Euch wohl", sagte Max zuvorkommend.

Timothée Mauchelin
Timothèe verneigte sich noch etwas tiefer und entfernte sich dann rückwärts bis auf gebührende Entfernung, ehe er sich erneut ins Getümmel der Hochzeitsfeier stürzte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max drehte sich in Zeitlupe zu Ciel um und zog die Augen schmal. "Komm mal her", bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, Papi?«, fragte Ciel und rutschte näher.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max lehnte seine Stirn gegen die von Ciel und starrte ihm in die Augen. "Was hast Du eingeworfen Küken?", flüsterte er.

Ciel Felicien de Souvagne
»Cogumelo«, antwortete Ciel und lächelte glücklich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Sagt mir nichts, was ist das?", fragte Max neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ein hässlicher kleiner Pilz, der in unterirdischen Stollen wächst. Eine Zwergendroge. Möchtest du probieren? Du kannst ihn rauchen oder einfach essen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Also ehrlich, was soll die Frage? Natürlich, was bewirkt er?", hakte Max nach, während Davet beide gut gelaunt musterte.

Ciel Felicien de Souvagne
»In kleinen Mengen gute Laune und eine angenehme Tiefenentspannung, in größeren Mengen scheint sich alles irgendwie zu bewegen. Alles ist im ewigen Wandel, wechselt seine Farben und seine Formen. Auf einmal hat alles eine Bedeutung - und du verstehst sie. Ein tiefes Verständnis vom Einssein aller Dinge wird dich ergreifen, die Geheimnisse des Alls und des Abgrundes liegen offen vor dir.« Ciel starrte hinaus aufs Meer, das seine Farben veränderte wie ein flüssiger Regenbogen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun dann werde ich den Entspannungspilz mal testen, damit ich mit Dreux und Dir mitreden kann. Gib mir mal ein Stück", bat Max. "Nun sämtliche Geheimnisse zu ergründen, wäre wirklich schön. Aber die Wahrheit liegt weder im Wein noch im Zwergenpilz, darin liegt bestenfalls pure Entspannung. Aber da ist auch schon was. Gib Davet auch eine Handvoll", bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff in seine linke Tasche und holte eine riesige Menge dieser Pilze heraus. Er ließ sie seinem Vater in die Hände rieseln. Dann griff er in seine rechte Tasche und schenkte etliche Pilze seinem Onkel. So, wie es aussah, hatte er auch noch die anderen Taschen voll. »Ein paar habe ich ins Buffet gegeben«, erklärte er freundlich. »Und in die Wasserpfeifen zum Pfeifenkraut oben rein. Da ist so ein kleiner Hut, wisst ihr? Mit einem Gitter oben drauf. Da rein, tief unten ...« Er beendete seinen Satz nicht, weil die Schneeflocken sich in fallende Sterne verwandelten. Mit vor Staunen offenem Mund schaute Ciel in den Himmel und streckte die Hände aus, öffnete den Mund und aß vom kosmischen Sternenstaub.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Einmal alle Sorgen vergessen, wieso nicht. Wir feiern, also warum nicht ganz?", sagte Max und hob einen Pilz aus seiner offenen Hand. "Auf Tazio, Verrill und den edlen Pilz-Spender, auf Dich mein Kleiner", sagte Max und aß den Pilz.

Davet la Caille
"Den Glückwünschen schließe ich mich an und füge hinzu - auf uns und damit meine ich, uns alle. Nun da werden einige vermütlich gleich lustiger sein, als ihnen lieb ist", grinste Davet breit und aß einige der Pilze. Den Rest steckte er ein, falls einer seiner Leute probieren wollte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Auf uns alle«, wiederholte Ciel das Mantra, während er im wirbelnden Sternenregen stand. »Ainuwar segnet uns«, jauchzte er. »Monleone liegt inmitten des Sternenmeeres und wir sind hier, mittendrin! Wir tragen Sternenlicht im Haar.« Glücklich legte er die Arme um Onkel und Vater, in deren Haar der gefallene Sternenstaub glitzerte und sich verflüssigte, um eins mit dem Meer zu werden.

Davet la Caille
Davet küsste Ciel auf den Kopf. "Ich glaube ich hebe Dir was für unsere Reise nach Arashima auf. Wobei da benötigst Du keine Pilze zum staunen, an manchen Ecken fragt man sich ob es wirklich einen Gott gibt. Ganz ohne Menschen oder andere Völker und voller Schönheit. Möglicherweise weil die Weltlichen die Finger davon lassen. Wer weiß?", antwortete Davet und tat es Ciel gleich um einige Schneeflocken einzufangen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien drückte seinen Sohn und seinen Bruder fest an sich. Er küsste beide ebenfalls auf die Stirn, aber er fing den Schnee nicht mit der Zunge auf wie die beiden, sondern er schloss einfach die Augen und genoss die kleinen winzigen Nadelstiche die die landenden Schneeflocken auf seiner Haut hinterließen. Frisch, fröhlich und frei, ein wundervolles Fest. So wünschte er sich die Zukunft für Verrill und Tazio und für alle seine Kinder, ebenso für alle seine anderen Lieben. Max strich Ciel liebevoll über den Kopf und drückte ihn was fester.

Die Rückkehr der Bestie >> (Timothèe & Archibald)
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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