Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

Nach dem Krieg liegt Ledwick brach, die Cholera wütet. Der verloren geglaubte Thronerbe Tazio kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und gemeinsam bauen sie das Land wieder auf. Die Hochzeit mit Verrill de Souvagne bringt Hoffnung und Familie, doch der Wunsch nach Vergeltung schwärt stets in Tazios Herz.
Der alte Duca von Ledwick ist vor Dunkelbruch gefallen. Nach dem Krieg liegt Ledwick ohne seinen Großherzog brach und die fünf Counts lassen das Land verkommen. Die Cholera wütet. Als der verloren geglaubte Thronerbe aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, jagt er die Counts in die Wüste und ernennt an ihrer Stelle fünf Marchesi. Eine neue Ära bricht an. Die Hochzeit mit Verrill de Souvagne bringt Hoffnung und Familie, doch etwas fehlt zum vollkommenen Glück, denn der Wunsch nach Vergeltung schwärt stets in Tazios jungem Herz.
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Tekuro Chud

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Abgammeln im Raucherzimmer

#11

Beitrag von Tekuro Chud » Do 7. Feb 2019, 18:56

Tekuro Chud
Die Hälfte der Anwesenden schlief, die andere döste. Tekuro wälzte sich auf dem Rücke, leckte sich andauernd die Lippen, knirschte mit den Zähnen und kratzte sich an der Brust. Er fühlte sich rundum wohl und verdaute den letzten Fick. Jaques war erstklassiges Fleisch gewesen. Ein wenig zu alt und kantig für seinen Geschmack, aber wenn man die Optik außen vor ließ, gab es nichts zu beanstanden. Tekuro schmatzte und wälzte sich auf die Seite. Er bedauerte, dass sie ihn wieder hatten laufen lassen. Wäre es nach ihm gegangen, wäre Jaques noch hier und würde ihm die Anwesenheit mit seinem Gewinsel und Angstgeruch versüßen.

Bellamy Bourgeois
Bellamy gesellte sich wieder zu den Beißern und schaute sich nach Tekuro um. Dort lag er, als könnte er kein Wässerchen trüben. Aber so lag er selbst auch ständig herum. Belly machte es sich neben Teku bequem und schmiegte sich an. »War vorhin richtig schön oder? Unser Gast schien rundum unglücklich zu sein. Schade dass er so früh gegangen ist, wobei geworfen trifft es ehr. Ich glaube er hatte uns so langsam lieb gewonnen, er hat nicht mehr gebrüllt, sondern war fast so handzahm wie Patti nach seinen ersten richtigem Ausritt. Ich habe vorhin auf dem Fest Ausschau nach ihm gehalten, aber er scheint sich ein sicheres Versteck gesucht zu haben. Ich habe Boldi davon erzählt, er verpasst ja stets das Beste. Ich denke sein Prügel wäre auch heiß wie ein Ofenrohr geworden, so wie wir ihn durchgenommen haben. Und keiner gab es ihm zu knapp, beschweren kann er sich wirklich nicht. Durchgerammelt bis zum äußersten. Ich denke wir sollten ihn später suchen und dann anfangen ihm ein paar Tricks beizubringen wie den Mund schön weit aufmachen ohne zuzubeißen. Solange es noch legitim ist, sollten wir unsere Chance wahrnehmen und uns das Leben mit ihm versüßen. Er war ganz schön kratzbürstig am Anfag. Du hast ihn geknallt wie eine Dampramme und Dein alter Vater nicht minder. Sogar Patti war gut, Arbo ging sogar auch. Ach ehe ich es vergesse. Bruder Boldi sagte mir, Du meinst unsere Vereinbarung gilt nicht mehr? Wie kommst Du auf sowas?«, fragte Belly und starrte Teku an.

Tekuro Chud
»Patti wollte erst nicht. Er wollte schon wieder rumspinnen, hat es sich dann aber anders überlegt und war wieder lieb. Dann hat er Jaqes gefickt. Ich finde nicht, dass Patti das hätte tun müssen, aber Papa hat drauf bestanden. Er sagt, Patti wäre auch ein Mann. Deswegen muss der aber nicht rumficken, oder? Was sagst du dazu?« Tekuro rollte sich noch mehr auf die Seite, so dass er und Bellamy sich ansehen konnten. »Ich dachte, du hast keinen Bock mehr. Weil du nur noch mit dem dummen Schoko abhängst. Ich hätt dich trotzdem gefickt, drauf kannst du wetten. Oben, in Arashima. Ob du gewollt hättest oder nicht, Ohnezahn.«

Bellamy Bourgeois
»Das Problem dabei ist nur Tekuro, dass ich will«, lachte Bellamy. »Nein Patti hat nicht rumgefickt, sag sowas nicht. Er hat einen knallharten Job erledigt, wie wir alle. Und er war eingeladen. Das hat er doch recht gut gemacht finde ich. Du musst ihm auch ein wenig Spaß gönnen Tekuro und da war er bei Dir und hatte mit Dir Spaß, indem er Jaques bestraft hat. Und er hat ordentlich mitgemacht. Am Ende hat er es akzeptiert, er hat es über sich ergehen lassen. Der war schon gar nicht mehr richtig da, der hatte glasige Augen wie eine fieberkranke Kuh. Normal sollte man ihm dann einen Moment der Erholung geben, damit er wirder alles mitbekommt. Ich hätte ihm gerne mal das Maul aufgedrückt, aber ich habe dem Miststück nicht getraut. Mir hat es jedenfalls im Duo mit Dir gefallen. Ich glaube nicht, dass er vermutet hat, dass die Wegstrecke für ihn so hart wird. Aber Du bist der Skorpion und ich... nun ich bin was ich immer war. Ich würde gerne wissen ob er irgendwo wimmernd liegt und bei jedem kleinen Geräusch zusammenzuckt. Das schöne daran ist, wenn man ihn dann wirklich findet. Meist ist das der Moment, wo sie betteln. Dein Vater kennt sich da aus. Der Punkt wo Du sie rumbekommst zu gehorchen. Nur mir muss keiner gehorchen. Er war fast so herrlich wie Knusperfötzchen. Als ich drin war, ein pures Gewitter um meinen Marter-Pfahl der Verzückung. Bei ihm nicht anders, der hat sich ganz schön gewehrt, aber was hat es ihm genützt? Wir haben mit ihm den Boden gewischt. Wer Prince Ciel für einen Stockfisch hält, der kennt den Princen nicht. Ich hätte ihm sogar zugetraut, dass er zugesehen hätte. Boldi hatte Angst wegen Vano, weil das sein erster Offizier ist oder besser war. Aber ich konnte ihn beruhigen, dass selbst Vano das nicht witzig gefunden hätte. Nur mitgemacht hätte er sicher nicht. Dafür sind auch wir da. So eine Arbeit gehört in verantwortungsvolle Hände oder besser gesagt Schwänze. Wie gefiel es Dir?«, fragte Belly und rutschte näher. »Mein Schoko heißt Sherkal«, raunte er.

Tekuro Chud
»Ich fand`s geil«, erklärte Tekuro grinsend. »Mit dem Abrichten kenne ich mich noch nicht so gut aus. Papa schon. Und du scheinbar auch! Hattest du mal einen Sklaven? Patti war mein erster. Und nun ist er mein Mann, sagt Papa. Alles ziemlich kompliziert. Hätte dein Sherkal Jaques durchbügeln dürfen? Oder sollen? Ich find immer noch nicht, dass Patti das tun sollte. Der soll einfach rumliegen und lieb sein und da sein, wenn ich ihn brauche. Marterpfahl ist ein guter Name für deinen Schwanz«, urteilte Tekuro anerkennend. »Gut, dass du noch willst. Das macht es einfacher für dich.« Tekuro grinste. »So kannst du dir aussuchen, ob ich dich so ficken soll oder den Skorpion rauslasse. Deine Entscheidung. Vano wollte den Skorpion, so wie Jaques, und dann heulte er rum.«

Bellamy Bourgeois
»Das lassen wir besser, weil sonst enden wir beide am Ende als Matsche. Vano mein schusseliger Schwager wusste nicht was er sich wünscht Tekuro. Er hat keine Ahnung davon was der Skorpion ist, weil er seine Nudel nie als Waffe gebraucht. Du darfst ihn nicht verletzten, er gehört zu Boldi und Boldi liebt ihn sehr. Gegen eine Rauferei als Vorspiel habe ich nichts. Sicher hätte Sherkal gedurft, ich möchte gerne mal sehen was er so kann. Jaques hat den Skorpion verdient, den giftigsten aller Skorpione und Ciel hatte es befohlen, als hast Du ihm den Giftstachel ins Fleisch gejagt bis er nur noch eine zitternde, winselnde Masse war. Einen Sklaven nicht, aber ich habe so manchem und mancher beigebracht, dass man besser auf mich hört, wenn einem die Gesundheit viel wert ist. Vor allem die hochnäsigen Weiber. Einst habe ich eine Alte gestochen. Sie wollte mich hängen lassen und das ist doch eine schwere Drohung. Also bekam sie einen Ritt so dass jedes ihrer zarten Löcher gestopft wurde. Danach war sie nicht mehr ganz so vorlaut, bittelte und bettelte dass ich aufhören sollte. Aber kaum hat sich mein Finger fragend in sie gebohrt, ist sie förmlich ausgelaufen. Wer weiß wann die Stute den letzten Ausritt hatte, dass sie bissig wurde. Ein paar harte Bandagen und einige Gerten später lag sie mit hochrot erhobenen Arsch im Himmelbettchen und kassierte die erste Ladung Saft ihres Lebens in den prallen Arsch. Die Augen genauso verschmiert wie ihre nasse Möse. Also wer lügt da? Die heulenden Augen, oder das propfende, rote pulsierende Tor? Alles nur Schauspielerei. Oh nein, Du Widerling, wie kannst Du nur, Du wirst hängen.... und nebenbei grätscht sie die Beine so weit und schnell dass ich dachte sie haut sie sich selbst vor die Ohren. Als ich sie verließ, lag sie in ihrem Bett und konnte sich über mangelnde Schlagsahne nicht beschweren. Rote Pflaume mit Topping«, lachte Belly.

Tekuro Chud
»Bruder, den Skorpion hättest du nur auf Wunsch bekommen. Aber den Fick so oder so. Ich dulde so wenig wie du, dass einer seine Versprechen nicht hält. Die Möse wollte dich, also bekam sie, was sie wollte. Was heult sie da? Mösen lügen so wenig wie Schwänze. Erinnerst du dich an den Bug-Bums-Battle, wo wir Patti eingeritten haben? Die kleine rollige Sau hatte einen Ständer, als ich es ihm von hinten gab und du von vorn in seinen Fischmund rein. Hinterher tat er, als hätte es ihm nicht gefallen. Hat sich eingerollt und geschämt dafür, dass er es geil fand.« Tekuro schnurrte, als er daran dachte. »Vano mach ich nicht kaputt, keine Sorge. Aber der braucht es ziemlich oft, Boldi hat mich um Hilfe gebeten. Dem ist schon die Nudel wund und Vano hat immer noch nicht genug. Drum soll ich mittags einmal drüberrutschen. Ist mir recht. Du und Sherkal, was seid ihr jetzt eigentlich?«

Bellamy Bourgeois
»Sherkal ist mein Mann! Ist das nicht eindeutig? Du solltest echt mal aufpassen. Wie ich mich liebevoll um ihn kümmere, ich versorge, mir fast den Schwanz abgeklemmt hätte nur damit er zufrieden ist. Überall nehme ich ihn mit hin, schleife ihn an seinen Haaren hinterher. Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass wir uns lieben. Er neckt mich auch immer, er sagt immer sowas wie Du Scheißalmane, als ob ich das irritieren würde. Er bekommt seine Packung und wenn er frech wird noch eine oben drauf. Patti hat gelogen, eindeutig. Er war heiß, er war willig, er war rattig, er hat förmlich nach Deiner Nudel gebettelt. Und wie er an meiner gesaugt hat, als er Deine kassierte ich dachte der saugt mir die Mandeln durch den Abfluss. Denk mal an Vano wo Du ihn lieb gestreichelt hast vorher und auf ihm gelegen hast zum Warten. Gott was hat der Kerl gebettelt und in welcher Tonlage. Mein Schwanz fühlte sich an wie eine schwingende Stimmgabel, angefasst und abgespritz. So hat meiner noch nicht nach mir gestöhnt, Teku ich will Dich fick mich, gibs mir... ich weiß gar nicht was er da faselte aber wie... das war unheimlich und mir platzte fast der Sack. Kein Wunder, wenn er morgens aufwacht und Boldi sowas ins Ohr raunt ist nach Vano als erstes Boldis Prügel hellwach und eine Stunde später mein Bruder. Aber und hier kommt das aber - Vano braucht nicht einen der zusticht Teku. Vano braucht jemanden der sich mal für ihn bückt. Das habe ich versucht Boldi zu erklären. Geben und nehmen. Jeder gibt es ihm nur. Boldi muss sich auch mal einen wegstecken lassen. Stell Dir vor, jeder nimmt Dich, streichelt Dich, bringt Dich total auf Touren. Nur Du kommst selbst nicht zum Zug. Klar warst Du auch heiß und bist gekommen, aber Dein Lurch war arbeitslos. Das ist Vanos Problem. Wer den Mund nicht aufmacht, muss die Kimme öffnen. Wobei ich glaube er hat es Boldi gesagt. Ihr versteht Euch erstaunlich gut, kann das sein dass Ihr Euch mögt? Ich glaube ja, dass Patti schon immer darauf stand mal so durchgebürstet zu werden. Und an dem Tag war es soweit, sein Rohr stand härt wie ein Mast. Hat bei Jaques was gestanden? Dem stand nur der Angstschweiß auf der Stirn, sonst nichts«, lachte Belly.

Tekuro Chud
Tekuros Mandelaugen wurden einen Augenblick lang rund, als er ächzte: »Nee, also bücken tu ich mich nicht für Vano! Das kann der vergessen und Boldi auch. Aber Boldi hat scheinbar auch keinen Bock drauf. Dann muss Davet das machen! Weiß Davet schon davon? Ich sag`s ihm. Geht gar nicht.« Tekuro schob seinen Ärmel hoch, wo sich die schwarzen Armhaare aufgestellt hatten. »Ja, der Vano mag mich ziemlich. Ich spiel den Hütehund für Boldi, damit der nicht abhaut. Bis jetzt funktioniert das ganz gut. Sherkal ist also echt dein Mann? Dann ist er das gleiche wie Patti, sozusagen«, versuchte Tekuro sich in einer Systematisierung. »Eine Art Arkan.«

Bellamy Bourgeois
»Warum Boldi nicht möchte, sollte er Vano sagen. Wie verhält es sich mit Boldi und Davet? Beides oder gibt er da auch nur? Ansonsten wieso nicht? Davet war doch vorher auch sein Partner und gehört nun zu den beiden. Da kann er das doch für Boldi tun, wo er ihn akzeptiert. Finde ich nur gerecht«, grinste Bell. »Ganz genau Sherkal ist mein Patti-Arkan-Mann, also mein Partner. Wie das klingt, ich hatte nie einen echten eigenen Partner. Aber Sherkal ist was ganz besonderes, ich würde behaupten ich liebe ihn«, flüsterte Bell kaum hörbar.

Tekuro Chud
»Echt? So richtig?«, flüsterte Tekuro ganz leise. »Warum eigentlich? Er ist braun und bockig. Davet darf Boldi bestimmt auch nicht ficken. Boldi hatte das nur mal ausprobiert«, sprach Tekuro im Brustton der Überzeugung.

Bellamy Bourgeois
»So wie Du bei Patti? Nun ich denke wenn der andere so vorsichtig ist wie man selbst, dann... sollte man sich davor arg hüten. Spaß beiseite, warum sollte es nicht schön sein? Sherkal ist nicht bockig, er ist aufgeweckt und er natürlich ist er braun. Welche Farbe sollte er denn haben? Ich würde natürlich sagen er ist schokoladenfarben, aber braun geht auch. Ich kann Dir nicht sagen wie Boldi sonst bumst, ich weiß nur was sie vor dem Kamin machen und das ist äußerst heiß. Sherkal und mir gefällt es und wir nehmen es als das was es ist, ein köstlicher Appetitanreger und so vergnügen wir uns ebenso. Du magst ihn auch, gib es ruhig zu. Ich mag Vano auch. Damals als fast alles Leben aus mir herausgelutscht wurde, nicht bei einer Nummer, sondern bei einem Kampf von diesem Nekro da hatte ich wirklich das erste Mal richtig Angst. Angst so ein verschrumpeltes Etwas zu bleiben. Er war hat in der Heilerstube über mich gewacht und ich habe ihm befohlen Boldi zu heiraten und glücklich zu machen. Weil ich nicht wusste, ob ich noch lange auf Boldi aufpassen kann als Rosinenmännchen. Er hielt Wort Tekuro und er war nicht eine Sekunde feige im Kampf. Drum so sehr ich Boldi liebe, er muss auf seinen Mann achten. Die beiden brauchen sich wie die Luft zum atmen. Und vermutlich brauchen sie auch Davet. Aber wer der Alpha in dem Rudel ist, hat Boldi klargestellt. Es kann nur einen geben«, sagte Belly überzeugt. »Hat Dir mal wer gesagt, dass Du einen total winzige, spitze Nase hast? Irgendwie bewegt sie sich immer mit wenn Du redest. Das mag ich«, grinste Bell.

Tekuro Chud
»Menno, alle sagen, meine Nase wäre süß. Hätt ich doch nur einen Zinken wie Melville.« Unwillkürlich strich Tekuro sich über seine Nase. »Papa hat mich damit auch dauernd aufgezogen. Vano ist ein Beißer, aber manchmal unentschlossen. Wir wollten jagen, aber auf halbem Wege wollte er dann doch lieber gefickt werden. An Vano mag ich, dass er unterwürfig und zahm ist, wenn man ihn richtig behandelt. Er war sogar lieb zu Patti. Die zwei haben schön miteinander gespielt. Ich hab mit Patti gar nix ausprobiert, der Hundsfott hat mich einfach angestochen, als ich in Vano festhing.«

Bellamy Bourgeois
»Soso und der Skorpion hätte sich nicht wehren können? Du hast es ihm gestattet, steh dazu. Das ist keine Schande. Sherkal scheint keine Traute zu haben mich zu stechen. Er ist sehr schüchtern und zaghaft, was das angeht. Ich habe ihm schon mal ein paar Zeichen gegeben, aber dann dachte ich, gut wer nicht will hat schon und hab ihm einen weggesteckt. Ist ja nicht so, dass ich da ewig warte. Er ist nicht der schnellste. Aber er ist richtig schmuck findest Du nicht auch? Nein findest Du nicht, ist auch richtig so«, grinste Belly.

Tekuro Chud
»Ich hab da gar nix ausprobiert«, schnauzte Tekuro. »Hör auf, solchen Scheiß rumzuerzählen. Dein Sherkal ist viel zu braun, ich will sie weiß haben oder höchstens so ganz hellbraun wie meinen Papa. Das einzig schmucke an Sherkal sind seine grünen Augen. Da steh ich drauf. Die von Patti sind auch grün, mit langen Wimpern.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Tekuro breit grinsend, ehe er den Kopf schüttelte und ihn fest in die Arme nahm. »Du bist mir einer. Nun was die Geschmäcker angeht, zum Glück sind sie verschieden. Für mich ist Sherkal wunderschön, ist mir gleich was andere von ihm halten oder ob sie ihn hässlich finden. Ich finde ihn schön, er sieht irgendwie wild und gesund aus und weich. Also seine Haut sieht aus wie Samt und Seide, meine wie Schmiergelpapier, wie alte Wurstpelle. Und ich mag es in seine Haare zu fassen. Die sind wie Wolle, so richtig dicht, wie die Wolle von einem Teppich, sogar noch fester. Ich wollte zum Vergleich mal Davet in die Wolle packen, aber ich da fiel mir der Haken bei der Sache auf... der Haken. Ich selbst habe so drahtige Haare wie Boldi. Vano hat ganz weiche und dünne Haare. Er sollte sie sich abrasieren, die Bissel und Du solltest sie lang wachsen lassen. So schwarzbraun sind sie bestimmt, vielleicht sogar einen winzigen Schuss rot. Aber Du trägst sie so kurz das man das nicht sieht. Sei doch froh dass Du eine schöne Nase hast und nicht so einen Gesichterker wie Melville. Du hast einige schöne Körperstellen«, flötete Belly.

Tekuro Chud
Tekuro grummelte etwas Unverständliches in seinen wegrasierten Bart. Er drückte sein Gesicht einen Augenblick in Bellamys Halsbeuge, bis die Rötung seiner Wangen wieder abgeklungen war. »Jedenfalls lass ich meine Haare kurz. Sonst kann da wer reingreifen und meinen Kopf lenken. Deine sind ja auch kurz. Wie alte Wurstpelle siehst du nicht aus, das stimmt nicht. Warum redest du so über dich? Dann wäre Boldi auch eine alte Wurstpelle.« Patrice war aufgewacht, krabbelte herüber, kuschelte sich von hinten an Tekuro und schlief wieder ein. »Pattii«, murrte Tekuro.

Bellamy Bourgeois
»Na weil meine Haut so rau ist und an einigen Stellen so faltig. Kommt davon wenn man hart arbeitet. Vielleicht sollte ich mal so eine Creme wie die feinen Leute versuchen, damit ich auch zarte Haut bekomme. Könnte ja nicht schaden. Möglicherweise mag sogar Sherkal das. Boldi ist jünger als ich und er hat kaum Falten. Wie auch, ihm wird ja jeden Tag mehrfach die ganze Pelle unten an dem Henkel einmal richtig stramm gezogen. Ich muss mich mehr um Sherkal kümmern. Hast Du mir überhaupt vorhin zugehört? Nein oder? Naja nicht schlimm, dann machen wir es in Arashima. Ich sülze hier einen und Du ignorierst mich. Nicht die feine souvagnische Art Tekuro Chud«, säuselte Belly und ließ sich weiter herabsinken. »Sherkal und ich auf einer Insel voller wütender Echsen. Sie tobten um die Höhle, machten Lärm aber trauten sich nicht herein und wir haben uns geliebt im Blute der 12 Leichen. Wir waren eins und es war schön. Da habe ich ihn das erste Mal gesehen und genagelt«, seufzte Bell glücklich.

Tekuro Chud
»Ich hör dir die ganze Zeit zu. Aber wenn du irgendwelche komischen Andeutungen versteckst, versteh ich dich nicht. Du magst meinen Schwanz. Du darfst ihn anschauen und meine Eier streicheln. Oder was wolltest du ausdrücken? Ah, jetzt versteh ich`s. Du bist grad geil«, antwortete Tekuro mit breitem Grinsen. »Du hast zu viel übers Ficken gequatscht und jetzt brauchst du`s.«

Bellamy Bourgeois
»Na endlich ist der Taler gefallen und ich wollte Dir eben sagen, dass ich immer noch Dein Angebot annehmen möchte. Und natürlich dass wir unseren Spezie suchen müssen. Und wir beide sollten mal üben bevor es zum eigentlichen Akt geht, nicht dass etwas schief geht. Das wäre traurig. Freust Du Dich auf Arashima? Ich möchte auch so einen Haken als Waffe haben, ich habe mir vorgestellt was passiert, wenn wir damit jemanden am Arschloch aufhängen. Nicht Dich keine Angst«, antwortete Belly und kraulte Tekuro die Brust.

Tekuro Chud
»Dann kommt der Haken vorne zur Blase wieder raus«, mutmaßte Tekuro, packte Bellamy und zog ihn an sich heran. Dabei stellte er fest, dass der Mann fast so schwer war wie sein Bruder. Die zwei Fettsäcke. Allerdings war der Muskelanteil bei Bellamy deutlich höher, während Boldiszàr sich trotz bester Veranlagung auch ziemlich vollfraß. Tekuro schnurrte erregt. »Üben. In Ordnung. Klar freu ich mich auf Arashima. Dort sucht Papa sich einen neuen Sklaven und ich such mir auch einen.« Patrice hob den Kopf und blickte sehr verstimmt drein. »Penn weiter«, grunzte Tekuro belustigt und grabschte um Bellamy herum, um seinen stahlharten Hintern durchzukneten.

Bellamy Bourgeois
Belly zog Tekuro auf sich. »Den Weg vergessen? Nein ich meinte nur durch die Rosette, den Muskel. Sonst hast Du nichts mehr von Deinem Sklaven. Ja üben Tekuro, dass wollten wir doch schon die ganze Zeit. Beschreibe mir einmal wie es ist, gebissen zu werden. Wie es sich anfühlt ein Vampir zu werden und wie es sich anfühlt einer zu sein. Hattest Du Angst oder Schmerzen? Wie war es?«, fragte Bellamy ebenso lüstern und streichelte Tekus Beule.

Tekuro Chud
»Ah, du meinst nur den Haken reinschieben. Aber nichts durchbohren. Dann muss er sehr brav sein, damit er heile bleibt. Das sollten wir mal an Jaques testen. Du hast recht, wir müssen ihn suchen.« Als Bellamys Finger den Weg an seine Hose fanden, war Jaques vergessen. Bellamy spürte, wie sich Tekuros Schritt unter seinen Fingern verhärtete. »Archibalds Biss ... war wie ein richtig geiler Fick. Vermutlich so, wie wenn es einem gefällt, selber der Gefickte zu sein. Einen Augenblick lang tat es richtig weh, aber dann hingen seine Zähne fest in meinem Fleisch. Wie knöcherne Haken, ich kam nicht mehr los. Und sein Speichel machte, dass es sich gut anfühlte. Die Stelle wurde warm, es tat nicht mehr weh und gleichzeitig wurde ich so was von geil! Ich bin kein Poet, ich kann dir das gar nicht sagen, wie geil! So geil, wie es nur geht, als ob dir gleich der Stachel explodiert. Ohne, dass er angerührt wurde oder irgendwo drinsteckte. Archibald fing an zu trinken und ich merkte das kaum, weil ich nur mit meinem Stachel beschäftigt war. Mir ging so was von einer ab. Ich hab alles vollgespritzt. Scheiße, ja. Und dann bin ich gestorben. Und als ich aufwachte ... war ich immer noch tot. Und hatte einen unwahrscheinlichen Durst. Das ist logisch, ich hatte ja eine riesen Menge Blut verloren. So war das. Und wir zwei Hübschen ... wir werden das verbinden. Ich werde dich erst mit dem Stachel verwöhnen, bis du kurz vor dem Kommen bist. Und erst dann werde ich dich beißen, ganz langsam, damit wir lange was davon haben. Das Beißen selber ist auch wie ein Fick. Ich hab im Spiegel geschaut, meine Fangzähne haben wie kleine Kanäle. Wenn ich mit den Fingern stark dagegen drücke, kommt Flüssigkeit raus und ich werd geil, als wenn ich am Stachel herumspiele. Drum ist Beißen und Ficken gleichzeitig extrem intensiv.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy drückte Tekuro fest gegen seinen Schritt und presste sich an ihn. »Ist es sicher dass jeder Gebissene auch ein Vampir wird und so empfindet? Ich benötige direkt Nahrung, nachdem ich aufwache. Es wird etwas ganz besonderes werden. Wir müssen uns einen Ort suchen, der meiner Weihung durch Dich gerecht wird. Dein Vater soll über uns wachen in der Zeit. Zeig mir mal Deine Zähne«, bat Belly ehrfürchtig.

Tekuro Chud
»Wir suchen dir vorher einen aus, den du beißen kannst. Damit du gleich gestärkt wirst. Leider wird ... nicht jeder Gebissene ... ein Vampir. Bei meinem Patti ... will es einfach nicht funktionieren.« Tekuros Mundwinkel zuckten als würde er grinsen wollen, aber das tat er nicht. Das Gegenteil war, was er empfand. Bei dem Gedanken war ihm zum Heulen zumute. Er griff nach Patrices Hand und zog seinen Arm fest um sich herum, während Tekuro seinen Schritt an Bellys Beule zu reiben begann. Dann besann er sich und er hielt kurz inne, um seinen Schlund weit aufzureißen, so dass Bellamy die großen Fangzähne sehen konnte.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute sie sich genau an, drückte vorsichtig dagegen und zupfte an ihnen. Aber sie waren richtige harte rasiermesserscharfe Zähne. Irgendwie erregte ihn die Vorstellung davon gebissen zu werden. Der Akt, der Biss und vor allem das Ergebnis. Er würde für ewig leben, dank Tekuro und scheinbar war der Weg dahin mit purer Verzückung und Wolllust gepflastert. Er schaute Tekuro tief in die Augen und Teku sah, dass Belly es kaum noch erwarten konnte. »Bald, sehr bald ja?«, fragte er heiser. »Kein Nekro wird mich je wieder bedrohen«, grinste er diabolisch.

Tekuro Chud
Innerlich regte sich der Gedanke, dass es bei Bellamy ähnlich ablaufen könnte wie bei Patrice. Dass er ihn leidenschaftlich biss, sie eins wurden und ... nichts passierte. Nichts, als dass er eine klaffende Wunde riss. Womöglich lag es gar nicht an Patrice - sondern an Tekuro. Dann wäre er nicht nur unfähig, leibliche Kinder zu zeugen, sondern auch nicht in der Lage, die Gabe des ewigen Lebens weiterzutragen. Er wäre doppelt unfruchtbar. Dann wäre der Traum einer zeitlosen Familie von Beißern von Kazrar allein abhängig. Und Kazrar lag nur herum, wenn es nichts zu beißen gab, seit Arkan nicht mehr war. Nein, auf ihn allein war in der Hinsicht kein Verlass. Tekuros Hände wanderten hoch. Er hielt Bellamys Kopf fest und sah ihm tief in die azurblauen Augen. Wenn er selbst es nicht schaffte ... wenn sein Körper sich weigerte ... dann würde er Archibald um den Biss bitten. Tekuro strich Bellamy durch das Haar, nachtschwarze Wildschweinborsten. »Bald. Wir werden gemeinsam unsterblich sein, Belly«, sprach Tekuro feierlich. Dann zog er seinen Kopf an sich heran und schob ihm die Zunge in den Hals.
"Not all those who wander are lost."
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Davard von Hohenfelde

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#13

Beitrag von Davard von Hohenfelde » So 10. Feb 2019, 00:12

Tanz mit der Mutter des Unsäglichen


Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Jaques an die Beißer verfüttert worden und das Gespräch mit dem merkwürdigen Timothèe erledigt war, fühlte Ciel sich rundum zufrieden. Ein Übeltäter weniger, der sich noch einmal an Unschuldigen vergreifen würde. Bald würden es zwei sein, wenn Derya auch noch fiel. Falls der erste Offizier der Choucas die Behandlung durch die Beißer überlebte, was nicht gesagt war, dann würde er sich gut überlegen, wie er seine Zukunft zu verbringen gedachte. Ciel suchte Julien, guckte sich um, dass Ferrau und Francois nicht anwesend waren, nahm sein hageres Gesicht in die Hände und küsste ihn. Dann nahm er ihn mit auf die Tanzfläche, wo er sich mit dem dünnen Bruder des Bestraften glücklich im Kreise drehte. »Ist es nicht ein wundervoller Abend, Juli?«, jauchzte er, noch immer unter den Nachwirkungen der Pilze stehend.

Julien:
Gut gelaunt, mehr noch sehr glücklich folgte Julien Ciel auf die Tanzfläche. Den Kuss erwiderte er ebenso leidenschaftlich und drückte sich fester an seinen Tanzpartner. "Das ist es, er könnte kaum besser anfangen und ich wüsste wie er fantastisch endet, falls Du Interesse hast. Deine Männer sind hier nirgendwo zu sehen, was spräche dagegen uns nachher ein Zimmer zu suchen? Bei Dir soweit alles in Ordnung, Du siehst entspannt aus", umschrieb es Julien vorsichtig und grinste.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin so glücklich«, rief Ciel, so dass es alle Umstehenden hörten und manch einer neugierig nach dem unter Drogen stehenden Prince schaute. Über ihm wirbelten die Kronleuchter aus Perlmutt und er fragte sich, welcher Mensch sich etwas derart Schönes ausdenken konnte. Das Perlmutt spiegelte in allen Regenbogenfarben wie tausend Prismen. Die Edelsteine der Meere. »Es ist wunderschön«, hauchte Ciel andächtig, der gar nicht merkte, dass er stehen geblieben war und mit kindlicher Faszination nach oben starrte. »Erst regneten die Sterne auf uns und nun schickt der Ozean und Sterne aus seinen dunklen Tiefen ... Ainuwar gibt der Hochzeit und uns allen seinen Segen!« Er legte sein Gesicht an Juliens eckigen Wangenknochen und schmuste mit ihm, während er erneut zu tanzen begann. Dicht an dicht wiegten sie sich nun zu den sphärischen Klängen der Glasharfen und Muschelhörner. »Ein Zimmer ... eines mit großem offenen Fenster, damit unsere Seelen hinaufsteigen können. Nur wir zwei und die zeitlose Göttlichkeit!«

Julien:
Julien nahm Ciel fest in die Arme und strich ihm beim Tanzen über den Rücken. "Welche Sterne sind auf Dich herabgeregnet? Dem Ducca und Deinem Bruder werden die Göttlichen hold sein, ein Land in so jungen Jahren zu führen ist nicht leicht. Nicht einmal eine Familie zu führen ist leicht, geschweige denn eine Sippe. Dein Bruder wird es bei dem Ducca sehr gut haben, dass hat man gesehen. Die beiden lieben sich und dass ist selten in solchen Positionen. Ich freue mich wirklich für die beiden. Sterne aus der Tiefe, dass klingt wunderschön. Es gibt ein Naturwunder, dass heißt Meeresleuchten, kennst Du es? Mitten in der Nacht, wenn die See schwarz wie Tinte ist und der Himmel nur einen winzigen Tintentropfen blasser, steigen sie des Nachts empor. Winzige kleine Lichter. Sie werden an den Strand gespühlt und leuchten dort in der Dunkelheit. Manchmal siehst Du sie auch nicht emporsteigen, sondern wenn der Bug Deines Schiffes sich durch die finstere nächtliche See schneidet, dann leuchtet die See an der Schnittkante und fast Du ins Wasser, erstrahlt es dort. In dieser Zeit muss es etwas mit der Berührung zu tun haben, der Berührung der See. Sie reagiert darauf wenn man sie anfasst. Unser Vater sagt, dass ist die Nacht der Geschmeide, jede Frau besucht einen Ball und trägt ihre kostbaren Geschmeide. Nur hat die See keinen Mann und sie trägt sie für sich allein. Berührt sie also ein Schiff oder ein Mann, dann gibt sie sich in ihrem Abendkleid samt Geschmeide zu erkennen. Seltsamerweise ist die See dann auch total ruhig und still. Als wäre sie wirklich eins mit sich und der Welt. Vielleicht kann man in Ledwick auch so etwas beobachten", flüsterte Julien.
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https://www.neuharlingersiel.de/wp-cont ... oehnke.jpg

Ciel Felicien de Souvagne
»Aber die See hat ab heute einen Mann - den Leone di Marino. Für ihn legt sie das Geschmeide an. Und wir waren Zeuge bei ihrer Trauung. Und wie sie sich lieben, der Gedanke ist wundervoll und schmerzlich zugleich, denn einst dachte ich darüber nach, Verrill selbst zu ehelichen. Nur Linhard kam mir zuvor. Ich habe das Meeresleuchten noch nie gesehen, wie sieht es bei dir aus? Fährst du auch zur See oder bist du über deine Brüder mit ihr verbunden? Du bist wunderschön, Julien«, hauchte Ciel und bekam rosige Wangen. »Auf mich regneten draußen Sterne aus Licht und Eis. Schneeflocken, doch sieh nur, wie sie heute aussehen! Die Monde müssen sie verwandelt haben mit ihrem Licht oder es ist das Leuchten der Feier. Es ist kein gewöhnlicher Schnee, heute ist alles anders, spürst du es nicht?« Ciel betrachtete Julien aus Augen, deren Pupillen so stark geweitet waren, dass sie komplett schwarz wirkten. Vom Starren in die Kronleuchter tränten sie.

Julien:
Julien wischte Ciel das Gesicht behutsam trocken. "Doch ich fahre ebenso zur See, wie die meisten meiner Brüder. Viele sind bei der Marine, einige fahren aber auch zivil zur See, das heißt sie sind Kapitäne von Handelsschiffen. Wichtig ist nur dass man die See und sein Schiff liebt und eine gute Mannschaft unter sich hat. Ich selbst habe das Meeresleuchten noch nie gesehen, aber der Sage nach bekommt es auch nicht jeder zu sehen. Nun ich habe es mir so vorgestellt, wie wenn eine Frau sich ihr schönstes Kleid anzieht und ihre Juwelen umlegt und sich im Spiegel betrachtet. Ist sie nicht Deine Frau, wirst Du den Anblick nicht genießen dürfen. Du siehst diese Frau vielleicht täglich, aber in ihrer Alltagskleidung. Aber herausgeputzt sieht sie nur der, dem sie sich so zeigt. Ich bin Kapitän der Moineau, die Spatz. Falls ich Dir das schon erzählt habe, ist das ja nicht schlimm. Vielen Dank für das Kompliment, Du bist auch gewaltig niedlich, süß geradezu. Das ist bedauerlich, dass Verrill nicht Dein wurde, aber Ducca Tazio ist doch eine äußerst gute Partie und ansehnlich ist der Mann auch. Auch wenn er mit Dir nicht mithalten kann", raunte Julien Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin so ansehnlich, damit ich zu dir passe«, erklärte Ciel, ehe er zärtlich an Juliens Ohr knabberte. Das Gefühl war erhebend. Plötzlich hatte er das Gefühl, eine innere Verbindung zu den Beißern hergestellt zu haben und sie in ihrer Verdrehtheit zu verstehen. Sie waren gar nicht verdreht - sie hatten die Welt verstanden! Ciel lutschte sehr innig an Juliens Ohr herum. Vermutlich tat er dies sehr viel länger, als in der Öffentlichkeit ziemlich war. Erst nach ziemlich langer Zeit gab er das gerötete und nasse Ohr wieder frei und betrachtete erneut Juliens Gesicht. »Die Moineau? Doch, das kommt mir bekannt vor. Wie oft musst du zur See fahren? Ich werde dich gar schrecklich vermissen!« Ciel überkam eine Welle von Wehmut.

Julien:
Julien war es gleich wie lange Ciel an ihm herumlutsche, solange er es nur tat. Er genoss die besondere Zärtlichkeit und hielt dabei still. "Ein paar Tage... maximal eine Woche... solange bin ich weg. Wir fahren die Küste entlang herunter und bringen so Waren und Ladung von A nach B. Die... die Patroullien die fahren meist für einen Monat oder länger. Sie fahren die gesamte Azursee ab, damit dort kein Feind sich breitmachen kann. Also Du musst mich nicht lange vermissen", stöhnte Julien leise.

Leala:
Ciel wurde einen Augenblick später freundlich auf die Schulter geklopft. "Ich bitte um eine Ablöse und diesen Tanz Eure Hoheit", sagte eine weibliche Stimme hinter ihm.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte ärgerlich. Er drehte sich um, um zu schauen, wer es wagte, seine Schulter zu berühren. Einer der in der Nähe stehenden Gardisten hob fragend die Hellebarde. Ciel überlegte noch, ob die Frau eine Tracht Prügel mit dem stumpfen Ende verdiente, weil sie es wagte, ihn beim Tanz mit Julien zu stören, ehe er sie anhand ihres Dekolletees erkannte. Darin war Remy mit seinem Gesicht versunken. Woraus folgte, dass diese Brüste zu Leala gehörten, der Mutter des unsäglichen Silvano! »So gern ich der Bitte nachkommen würde, aber Julien ist Euch zuvorgekommen«, erwiderte er freundlich und küsste Julien demonstrativ.

Leala:
Leala schaute etwas traurig und überlegte. "Wann hättet Ihr denn Zeit? Es wäre mir wirklich wichtig und ich würde Euch nicht länger als nötig aufhalten Eure Hoheit. Es geht um Euch und meinen Sohn. Mir ist bewusst dass dies kein angenehmes Thema für Euch ist, aber für mich ist es das ebenso wenig. Zumal mir dieser Zwist Sorge bereitet", erklärte Leala.

Ciel Felicien de Souvagne
Das erste Mal in seinem Leben blickte Ciel hilfesuchend in Remys Richtung, in der Hoffnung, er würde Leala den Wunsch, zu tanzen, erfüllen, doch der war - natürlich - schon besetzt. Zur Abwechslung tanzte er mit seiner eigenen Frau und sah zu Ciels Missfallen heute wieder blendend aus. Aus dieser Richtung war keine Hilfe zu erwarten. Nun gut, er würde es hinter sich bringen, damit er danach seine Ruhe hatte. »Du wartest auf mich?«, säuselte Ciel Julien zu uns küsste ihn mehrmals hintereinander.

Julien:
Julien küsste ihn ebenfalls und drückte ihn noch einmal an sich. "Ja ich warte hier. Ich setzte mich dort drüben hin und hole mir eine Kleinigkeit zu essen. Sobald Ihr beiden gesprochen habt, kommst Du einfach zu mir zurück. Mache Dir keine Gedanken, ich bin da", sagte er freundlich und gab ihn etwas widerwillig frei, bevor er sich auf den Weg zum Buffett machte.

Leala:
Leala nickte Ciel dankbar zu. "Vielen Dank, wie gesagt Hoheit es geht um Euch und meinen Sohn. Euch beide verband einst eine hohe Meinung von dem anderen. Und mir ist durchaus bewusst, welche Straftat mein Sohn begangen hat Hoheit. Aber er ist und bleibt mein Sohn. Das gibt ihm nicht das Recht alles zu tun was er gedenkt. Als Mutter jedoch sieht man nicht nur mit dem Verstand, sondern größtenteils mit dem Herzen. Er ist mein einziges Kind Hoheit. Vielleicht mag er öfter die falsche Wahl treffen, aber die Wahl die wir mit ihm getroffen haben war nicht falsch. Möglicherweise hat er Euch beleidigt oder gekränkt mit seiner Art, aber das liegt nicht in seiner Absicht. Wisst Ihr, uns hat er ebenso oft als kleiner Junge gekränkt durch sein Verhalten. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie es ist, wenn ein Kind auf Euch zurennt und Euch umarmen möchte genau das abbricht. Ihr fühlt Euch wie geschlagen. Aber er tat so etwas nie aus Bösartigkeit, sondern aus Unfähigkeit heraus. Er hätte mich damals vermutlich genauso gerne umarmt wie ich ihn, aber er hat es sich nicht getraut. Heute, fast eine Ewigkeit später - weit über ein Viertel Jahrhundert später gelingen ihm die Versuche. Man kann nichts in einen Verstand hineinprügeln, aber so manches Unrecht herausstreicheln. So sagt man. Eines kann ich Euch versichern, was immer Silvano getan hat, es war um seinen Mann oder wen auch immer zu beschützen. Leider sieht man auf den ersten Blick nicht, dass er etwas gut meint, da er sehr energisch und trotzköpfig werden kann. Selbstsüchtig war er nie und für was immer er kämpfte, er kämpfte für andere. Das er sich dermaßen rächen will an den Farisin hat den Grund, dass sie ihm alles genommen haben. Seiner Meinung nach. Ihr hättet ihn sehen sollen, als er gerade so bei uns Zuhause überlebte. Ihr hättet ein anderes Bild von diesem Mann. Nun vielleicht würdet Ihr ihn dennoch nicht mögen. Vielleicht würdet Ihr ihn sogar für seine Schwäche verachten. Jedoch hat er nicht verdient, dass man glaubt er wäre selbstsüchtig oder erhofft sich aufgrund seiner Heimvergangenheit einen Vorteil. Bis zu dem Tage als er mit Boldiszar zusammenkam hat er diese stets geleugnet. Nur einige Personen wussten davon, damals unter anderem Davet. Er versteckte seine Vergangenheit genauso wie sein Gesicht, als könnte man darin ablesen, woher er kam. Er verhielt sich adeliger als jeder Adelige Eure Hoheit, damit man ihm nicht seinen "miesen Stall" anmerken würde, womit er das Heim meinte. Einen Vorteil erhofft weder er sich, noch ich mir in seiner Beurteilung. Ich wünsche mir nur, dass Ihr ihn als das seht was er ist. Er ist weder ein Tyrann noch ein wahnsinniger Mörder, er ist nur wahnsinnig allein und einsam. Und wie ich zu Anfang schon sagte ist er mein einziges Kind. Ich stehe hier, weil ich meinen Sohn nicht sterben sehen möchte. Ich habe mehrfach zugesehen, wie er fast starb und Euer Ehemann Francois war es, der ihn zuletzt zurück ins Leben holte und darin festhielt. Ihr hattet voneinander eine gute Meinung und ich möchte bitte erfahren, was Eure derart beschädigt hat. Ich weiß, dass er den Befehl verweigerte. Aber nicht um Euch zu schaden, sondern seinen Mann zu rächen. Warum er dies mit solcher Vehemenz tat, würdet Ihr verstehen wenn Ihr verstehen würdet, dass Davet für ihn die einzige wichtige Person war. In einem Meer aus Fremden war er sein einziger Vertrauter. Er hat die Verlobung gelöst und das war sein gutes Recht nach so langer Zeit. Aber glücklich war Vano darüber nicht. Zuerst hört er, das Davet die Rache nicht wollte für die er über ein Jahrzehnt alles gab und wofür er nur noch lebte. Und dann löst er die Verlobung. Ich sorge mich um mein Kind Hoheit, Ihr werdet auch bald Vater sein. Vielleicht versteht Ihr mich etwas und helft mir, wenigstens mit einer ehrlichen Antwort", bat Leala.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte eine Hand an Lealas Taille und hielt mit der anderen ihr fleischiges Händchen, als er mit ihr zu tanzen begann, selbstredend sehr viel vornehmer als mit Julien. Sah man ihn so, wirkte der Prince, als könne er kein Wässerchen trüben. Geduldig hörte er sich Lealas Sorgen an und gab sich Mühe, für diese Zeit seine Abneigung gegen Silvano in den Hintergrund zu stellen. »Dass ich Silvano härter beurteile, als ich vielleicht einen anderen beurteilen würde, gründet vielleicht in meiner Enttäuschung. Ja, ich hatte einst eine hohe Meinung von ihm, seine Maskerade hat mir gegenüber gewirkt. Ich bewunderte seinen Fleiß, seinen Ehrgeiz, die Souveränität, mit der er seine Mannschaft und dieses gewaltige Schiff führte. Und als er seine Maske abnahm - war dahinter nur ein Jammerlappen, der nicht Herr seiner Sinne ist. Das ist nichts, was eine Mutter gern hört, aber Ihr wünschtet eine aufrichtige Antwort.« Dass die Pilze nicht dazu beitrugen, seine rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und die Wahrheit wenigstens mild zu verpacken, verschwieg er. Mit dem selben Atemzug vermisste er die fallenden Sterne aus Eis und blickte über Lealas Schulter hinweg zur Tür, wo die Gäste ein und ausgingen. »Von dem Kapitän Silvano Giovanni de Mancini, zu dem ich auf eine Weise aufblickte, war wenig mehr geblieben als ein an Brechsucht und Wahn erkrankter Mann aus dem Kinderheim. Und das zu sehen, tat mir weh, das muss ich ehrlich sagen. Dennoch wünschte ich, dass er genesen würde mithilfe eines Medicus. Stattdessen versuchte er, Unitè A von der Leibgarde zu vergiften! Die Schuld dafür schob er meinem treuen Tekuro zu, der sich so rührend um seine Familie kümmert und sogar um Silvano, nach allem, was geschehen ist. Sagt mir, was ich noch tun sollte, um Souvagne vor Silvanos Wahnsinn, ob selbst verschuldet oder nicht, zu schützen? Es ist nicht die Aufgabe der Krone, dafür zu sorgen, dass jeder Irre um jeden Preis seinen Weg zurück in die Gesellschaft findet. Und Silvano will oder kann ganz offensichtlich nicht genesen. Dass er noch lebt, verdankt er niemand anderem als Boldiszàr, dem ich ungern den Mann nehmen möchte.«

Leala:
Leala tanzte langsam mit dem Prince und hörte sich an, was der junge Mann zu sagen hatte. Das Vano eine Gardeeinheit vergiften wollte, dass hatte sie nicht gewusst. Warum er so etwas tun sollte, war ihr schleierhaft. "Das mit der Garde habe ich nicht gewusst, einer Mutter sagt man manchmal weitaus weniger als dem Vater. Und mir sagt er vermutlich noch weniger aus den eben genannten Gründen. Zu Eurer Erläuterung, sie ist wahr. Aber zu seiner Entschuldigung - beides ist wahr Hoheit. Silvano ist ein hervorragender Kapitän der seine Arbeit und sein Schiff liebt. Privat hingegen ist er ein seelisches Wrack und manchmal in einer geheimen ganz stillen Stunde habe ich mich sogar gefragt, ob das Leben für manche Personen einfach nicht gemacht ist. Oder sie für das Leben. Und als er dort lag, nur noch Haut und Knochen, verrückt vor Schmerzen vom Wundbrand, da habe ich ihm gewünscht dass er einfach einschlafen kann. Ich habe nicht daran geglaubt, dass er es schaffen würde. Er sah auch nicht danach aus und ich wollte nicht, dass er sich so quält. Ich wollte stets nur das Beste für ihn. Er überlebte, leider nicht um zu leben, sondern weil er eine Aufgabe hatte. Seinen Schwur erfüllen musste, Davets Tod zu rächen. Viele Männer in seiner Situation wären sicher gestorben Hoheit, dass könnt Ihr mir glauben. Aber selbst als ein Hauch von nichts, dass nicht einmal mehr alleine stehen, geschweige denn aufrecht sitzen konnte kämpfte er damit er seine Aufgabe erledigen kann. Seine Art ist selbstlos und verrückt zu gleich. Und nein es ist nicht Eure Aufgabe jeden zurück in die Gesellschaft zu führen. Das ganz sicher nicht. Manche Personen haben nichts in der Gesellschaft verloren, sie haben nicht einmal das Leben verdient. Manche widerum haben es durch abscheuliche Taten verwirkt. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch immer fragen, was war der Grund und der Hintergrund einer Handlung. Und heute wisst Ihr mehr über Silvano genau wie ich selbst als Mutter. Wäre er diese Person, die er heute ist, wären seine Eltern nicht ermordet worden? Die Agenten wurden postum rehabilitiert Hoheit, tot sind seine Eltern dennoch. Alles beruhte auf einer Intrige einer bösartigen Frau, die der Krone angehörte. Es mag sein dass Vano nicht gerade leicht zu ertragen ist, dass gebe ich zu. Aber habt Ihr nicht dennoch etwas mehr Verantwortung dafür, warum er so wurde? Nicht Ihr persönlich, die Krone. Er selbst war zu dem Zeitpunkt der Tat oder auch der Taten seines Vaters nur ein kleiner Junge. Man nahm ihm die Eltern, man nahm ihm die Erinnerung, man nahm ihm fast sogar das Leben. Er fand so etwas wie Ruhe und Frieden in seinem Beruf, ich hoffe auch bei uns und vor allem in den Armen von Davet. Ist es da nicht verständlich, dass er um diesen Mann trauerte und überreagierte? Und hat nicht auch Davet etwas mehr Verantwortung, als anwesend zu sein und mit ihm zu leben? Vierzehn Jahre zu trauern ist eine harte Zeit, eine Unendlichkeit. Er hätte sich doch melden können. Nur kurz Hoheit und wir wie auch Vano hätten anders damit abschließen können. Das tat er nicht, wieso kann ich Euch nicht sagen. Aber mir hat das sehr weh getan, wisst Ihr? Besser wurde es nach all den Jahren, als Vano Boldi kennen- und lieben lernte. Da war Davet noch nicht zurück und er taute etwas auf. Er begann zu leben, anstatt für die Rache zu existieren. Man verurteilte ihn für die Taten seines Vaters Hoheit. Aber es wurde festgetsellt, dass sein Vater keine Untaten beginn. Dieser Irrtum zieht sich aber wie ein roter Faden durch Vanos Leben und nahm ihm fast alles. Wir haben ihn aufgenommen, weil mein Mann ihn vor dem Tode bewahrte und weil wir leider keine Kinder bekommen können. Das Ihr ihn verschont habt für Boldi, freut mich. Der Grund ist mir gleich, aber Ihr habt meinem Sohn damit eine zweite Chance gegeben. Und bitte, er möchte gesund werden er bemüht sich wirklich. Er hat die Choucas gedanklich aufgegeben, wie auch den Rest was die Marine anbelangt. Nicht das ihm der Gedanke gefällt, aber er weiß dass es nicht anders geht. Wir haben geredet und er freut sich auf das Geschäft und die Tordalk. Es geht voran, in kleinen Schritten. 14 Jahre kann man nicht an einem Wochenende beiseite schieben Hoheit und 35 Jahre noch weniger", sagte Leala sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
»All das verstehe ich«, antwortete Ciel ruhig. »Aber ich bin nicht der Meinung, dass die Ursache für eine Tat eine Rolle spielt. Parcival verriet die Krone, die Agenten und ganz Souvagne aus reiner Liebe. Ist dies nicht der Nobelste aller Handlungsgründe von allen? Er ermordete sogar Silvanos Vater aus Liebe zu dieser Frau, die ihn am Ende doch nur benutzt hat. Dennoch musste Parcival folgerichtig sterben. Und glaubt nicht, dass mir sein Tod egal war nach den Jahren, in denen ich ihn nur als treuen und fähigen Erzmagier erlebte, in denen wir Seite an Seite gegen das Dunkel dieser Welt zogen und er mir das Leben rettete, nachdem der Lich mich fast verzehrte. Hat all das seine Taten weniger schlimm gemacht? Auch Parcival war nicht böse, sondern verzweifelt aus unerwiderter Liebe. Silvano hat nicht nur eine zweite Chance erhalten nach dem Verrat mir gegenüber, sondern sogar eine dritte nach dem geplanten Giftanschlag gegen gute und tapfere Souvagner. Doch eine vierte Chance wird es nicht geben. Dass es bei allem Leid auch anders geht, beweisen Männer wie Boldiszàr, der ähnliches erlebte und doch ein redliches und unbescholtenes Leben führt ohne jegliche Auffälligkeiten. Aber Ihr seid nicht hier, um Euch meine schlechten Gedanken anzuhören, sondern weil Ihr wünscht, dass Euer Sohn seine letzte Chance nutzt. Macht einen Vorschlag, wie ich ihn dabei unterstützen kann.«

Leala:
"Dann hatte in meinen Augen Parcival nicht den Tod, sondern Hilfe verdient Hoheit. Aber ich bin nur eine Frau und das ist meine bescheidene Meinung. Er wurde benutzt und missbraucht, dennoch diente er Euch treu. Wer die wirkliche Strafe verdient hat, das war diese Frau. Denn hätte Parcival diese Leute aus eigenen Stücken ermordet? Nein. Er war das Messer Hoheit, ein Werkzeug für eine Tat zu verurteilen was soll das bringen? Die Klinge eines Mörder zu vernichten, wird den Mörder nicht an weiteren Taten hindern. Er oder sie sucht sich einfach neue Waffen. Wenn es Euch möglich gewesen wäre, dann hättet Ihr ihn all seiner Ämter entheben müssen und er hätte Euch helfen müssen die Schuldige zu stellen. Das wäre wiederum seine Pflicht Euch gegenüber gewesen. Wisst Ihr, nicht alles ist so leicht zu durchschauen wie es auf den ersten Blick scheint. Manche gute, barmherzige Handlung ist pure versteckte Boshaftigkeit und manche scheinbar grausame Tat Liebe, Verzweiflung oder Hilfe. Wir sehen ja nur durch unsere Augen, wir haben ja nicht das Wissen was in den Köpfen dieser Person schlummert. Oder noch nicht. Aber wie gesagt, die Gedanken einer alten Frau. Was den Verrat Euch gegenüber angeht, deshalb bin ich hier. Er wollte Euch nicht verraten, er wollte Euch ganz aus der Sache heraushalten. Ich weiß Ihr habt Euch bloßgestellt gefühlt, dass kann ich Euch nachvollziehen. Wie ich sagte, auch mich hat er ab und an ungewollt bloßgestellt mit einem Gesichtsausdruck "dass musst Du verstehen". Ja dass muss ich verstehen, aber er muss auch verstehen, dass wir ebenso Gefühle haben. Er hat Euch damit verletzt, gebt es zu. Mich hat er damit auch verletzt. Und deshalb bin ich hier. Ich möchte nicht, dass Ihr und mein Sohn befeindet seid, wo es doch vorher ganz anders war. Ich möchte, dass Ihr einmal redet und Eure Feindschaft begrabt. Nach ihm Hoheit endet unsere Familie oder sogar mit ihm, dass wissen wir nicht. Aber das ist nichts, was eine Mutter einfach tatenlos hinnimmt. Wenn Ihr ihm tatsächlich noch eine Chance einräumen wollt, dann macht dies doch auf der Reise nach Arashima. Dafür wäre es aber doch schön und auch wichtig, dass Ihr Euch wieder annähert. So könnte er Euch beweisen, dass er trotz seiner komplizierten Art kein schlechter Kerl ist. Und Ihr könntet vielleicht persönlich auf ihn Einfluss nehmen. Ihr beide wärt privat unterwegs", schlug Leala vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Na schön«, antwortete Ciel. In seinen Augen sah Leala die Welt sehr naiv aber es war, wie sie sagte: Sie war nur eine kleine, kugelrunde alte Frau. Sie wusste weniger vom Leben als jene Männer, mit denen Ciel sich auseinanderzusetzen hatte, allen vorran ihr eigener Sohn. »Ich werde Euch den Wunsch erfüllen und mit Silvano so unvoreingenommen wie nur möglich sprechen. Gibt es etwas zu Essen oder zu Trinken, dass er besonders mag? Oder ein bestimmtes Pfeifenkraut?«

Leala:
Leala umarmte Ciel fest und dankbar. "Danke von ganzem Herzen Eure Hoheit. Eure Mutter ist sicher sehr stolz auf Euch, Eure Eltern gewiss. Ihr habt ein gutes Herz. Er mag sehr gerne Kautabak mit Pfirsichgeschmack, Apel oder Vanille, er trinkt gerne Kaffee. Ein besonderes Lieblingsessen hat er leider nicht Hoheit, aber er mag gerne Fischgerichte oder Reisgerichte. Falls ich Euch einmal helfen kann, werde ich Euch ebenso beistehen, Ihr habt mein Wort", sagte Leala glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Mit gequältem Schmunzeln ließ Ciel die Umarmung über sich ergehen. »Ich werde sehen, was ich für ihn organisiere, um dem Gespräch eine angenehme Einleitung zu geben«, sprach er und machte sich unbequem und sperrig.

Leala:
Leala lächelte. "Oh ich verstehe schon, so sind alle Söhne ab einem gewissen Alter. Sogar die pflegeleichten möchten nicht mehr gedrückt oder geküsst werden. Jedenfalls nicht von fremden alten Frauen oder der Mama und Ihr ganz gewiss auch nicht. Es war nur meine Dankbarkeit. Vielen Dank nochmal, Ihr wisst gar nicht, wem Ihr damit alles einen Gefallen erweist Hoheit. Ich lasse Euch wieder allein mit Eurem Begleiter und Danke für den Tanz", sagte Leala und gab Ciel frei. Sie verbeugte sich kurz und schritt glücklich davon.

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Silvano de Mancini

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#14

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 11. Feb 2019, 19:06

Zwei komplizierte Gemüter versuchen sich in harmonischem Austausch


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel organisierte zwei in Papier eingeschlagene Teigrollen, die mit Fischsalat gefüllt waren. Diese ließen sich gut im Stehen essen. Er informierte Julien, dass er noch einmal kurz draußen bei Silvano sei und begab sich dann zu eben jenem. Als er den Palast verließ, musste er feststellen, dass die fallenden Eissterne wieder zu gewöhnlichen Schneeflocken geworden waren, die auf seinen Wangen schmolzen. Der Rausch war vorbei. Zwar bedauerte er es im ersten Moment, doch dann fand er es doch angemessener, Silvano mit klarem Verstand gegenüber zu treten. Er fand den in Ungnade gefallenen Kapitän am Schwimmenden Buffet bei dessen beiden Männern. Boldiszàr umarmte ihn von hinten und küsste seinen Nacken, während er zwischendurch von einem zur Brezel geschlungenen und frittierten Tintenfischarm abbiss. Davet kümmerte sich um Silvanos Vorderseite. Offenbar war man in kuschliger Stimmung. »Silvano, auf ein Wort«, unterbrach Ciel die Schmusestunde und hielt die beiden Rollen nach oben. Boldiszàr war sofort hellwach und starrte das Essen an, doch das war nicht für ihn bestimmt.

Silvano de Mancini
Vano musterte Ciel einen Moment, aber der Prince hatte ihn freundlich angesprochen und vielleicht ging es gar nicht um ihn, oder ihren Zwist. Möglicherweise ging es um Boldi und die Fahrt nach Arashima. Vano drückte Boldi den Tintenfisch in die Hand, küsste ihn und knuffte Davet dann folgte er Ciel. Als sie beide außer Hörweite der anderen waren blieben sie stehen. Vano hielt gebührlichen Abstand. Nicht nur allein deshalb, um der Höflichkeit Genüge zu tun, sondern auch damit niemand nachher behaupten konnte er hätte den Prince berührt, geschlagen, gekniffen, gestochen oder was auch immer. Bei seinem Glück musste er mit allem rechnen. "Eure Hoheit, womit kann ich behilflich sein?", fragte Vano höflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt Silvano eine Fischrolle hin. »Für dich, Silvano«, sagte er so freundlich, wie er konnte, ohne dass es endgültig lächerlich klang. »Wir hatten in der Vergangenheit einigen Zwist und ich dachte, es ist an der Zeit, noch einmal in Ruhe über alles zu reden. Wir wollten gemeinsam nach Arashima fahren. Da können wir nicht aufeinander losgehen wie zwei wütende Kampfhähne.« Er biss von seiner eigenen Fischrolle ab.

Silvano de Mancini
Vano nahm die Fischrolle entgegen und zwar so als wäre es eine Berufung zur Admiralität. "Dankeschön", sagte er leise und biss ebenfalls davon ab. "Wir hatten keinen Zwist. Ihr wart zu Recht über mein Verhalten enttäuscht. Allerdings habe ich Euch zu keiner Zeit enttäuschen wollen, ich habe auch den Befehl nicht verweigern wollen. Wäre alles glatt gelaufen, hättet Ihr zwar bemerkt was geschehen wäre - nach Eurem Aufwachen, aber wir hätten uns nicht wiedergesehen. Die Sache wurde von Boldi verkompliziert, weil... nun weil ich doch wiedergesehen werden wollte. Ich bin Euch nicht böse, dass Ihr mir meine Verfehlung angekreidet habt. Ihr hattet Recht, ich habe falsch gehandelt. Was ich Euch übel nahm war... ja was eigentlich? Also das muss ich genauer erklären. Ich ging davon aus, dass Ihr mich verschont habt, um mich zusätzlich zu bestrafen. Tote leiden nicht. Sagt Ihr mir warum Ihr mich so bestraft habt? Und nebenbei, ich hatte nicht vor mit Euch zu streiten auf der Tordalk. Es ist das Schiff meines Mannes und ich habe meine ganzen Ersparnisse ins das Schiff gesteckt von 16 - 39 Jahren die Ersparnisse. Also ich würde weder meinen Mann noch sein Heim gefährden für einen Zwist. Ich hätte mich um die Karten und das Geschäft gekümmert und das werde ich immer noch. Ihr müsst nichts befürchten. Alles an Dummheiten was ich täte würde auf meinen Mann und meine Eltern zurückfallen. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich Euch auch gar nichts tun. Nun außer dass ich Euch die erste Zeit am liebsten mal wohin getreten hätte, aber selbst das ist vorbei. Ich denke das hättet Ihr auch gerne oder schlimmeres", gestand Vano freundlich und biss von der Fischrolle ab.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog amüsiert die Brauen hoch und aß von seiner Mahlzeit. Vor sich hinschmunzelnd kaute er herunter. »Ich habe dich nicht bestraft, Silvano. Ich habe dir das Leben gerettet mit der Auflage, dich durch einen Heiler behandeln zu lassen. Du hast keine Strafe erhalten! Zu keinem Zeitpunkt. Weder für deine Befehlsverweigerung, noch für deinen geplanten Verrat, noch für den geplanten Giftanschlag auf Unitè A. Und nun verrate mir, wofür du mir in mein hoheitliches Gesäß treten wolltest.«

Silvano de Mancini
"In die Eier, für den Agentensohn. Nicht bestraft ist gut. Nun vielleicht kommt es auf die Sichtweise an. Ihr seht das Ihr mir das Leben gerettet habt. Was Ihr auch habt, dass stimmt. Ohne Eure Fürsprache wäre ich vermutlich vor das Militärgericht gestellt worden oder Euer Vater hätte mich zum Tode verurteilt. Möglich, dass er sich angehört hätte warum ich so handelte oder auch nicht. Aber Ihr habt mir damit auch mein Schiff genommen, meinen Beruf, meine Mannschaft also doch mein Leben versteht Ihr? Ich existierte nur noch als schwachsinniger Idiot der nichts selbst entscheiden darf. Jedenfalls nahm ich es lange so wahr. Es wurde besser als ich mit dem Heiler sprach und über meine Sicht der Dinge nachdachte. Und als Boldi mich von dem Schwur entband. Und als Davet sagte, er wollte die Rache nicht. Er wollte nicht dass ich dort umkomme. Und als Teku mir sagte, ich sollte mit meiner Energie was anderes anfangen. Und meine Mutter mir sagte das ganze ist wie eine Diät, denk nicht immer dran. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Jede Info war ein Schritt die mich davon fortgebracht hat. Ihr könnt ja nicht wissen was in meinem Kopf vor sich geht. Ihr entscheidet nach Eurer Meinung und den Euch vorliegenden Informationen. Ihr seid ja kein Hellseher oder Gedankenleser und das ist vielleicht auch besser so, positiv gemeint. Meine Gedanken waren meist nicht sonderlich gut. Was die Unite angeht, das betraf nur Jendro Prince Ciel. Er hatte einst Boldi übel mitgespielt. Ich war da, ich wollte sie schachmatt setzen und ja mit Gift. Das gebe ich zu. Aber als ich dort war und die Geschichte von Jendros Seite aus hörte, verstand ich, dass es in der ganzen Geschichte gar keinen Schuldigen gab, den man hätte gerechterweise bestrafen können. Ich war für Scheiße unterwegs versteht Ihr? Jeder der Beteiligten war ein Verlierer, sie alle gemeinsam, Boldi, Jendro und Tekuro. Sicher ging ich hin um ihm etwas anzutun. Aber genauso sicher ist auch, dass ich sah, dass ich diesem Mann nichts antun darf. Wenn ich losziehe um Gerechtigkeit für meinen Mann einzufordern, darf ich nicht selbst ungerecht werden. Das wäre ich aber gewesen, Jendro hat keine Strafe verdient. Und so tat ich ihm nichts. Ich möchte von Euch wissen, warum Ihr den anderen ihr Vergangenheit nicht übel nehmt, mir aber scheinbar schon. Das hat mich gekränkt, verletzt, mich getroffen. Ich hatte keine Erinnerung an meinen Vater und als ich sie zurück bekam, war da auch nicht viel. Er war ja fast nie da. Ich hatte damit doch gar nichts zu tun, außer das ich sein Kind bin. Ich habe Euch doch nie was Böses gewollt, oder denkt Ihr das von mir?", hakte Vano nach, während er aß.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, das denke ich, ein Tritt in die Testikel ist schließlich nicht gerade ein Pappenstiel«, antwortete Ciel. »Genau wie der Auftrag an Conni, dass dieser Linhard und mich mit einem Cocktail ruhig stellen sollte. Was du dabei wolltest, ist einerlei. Böse waren deine Handlungen allemal. Niemand hat sich an der Krone zu vergreifen, Punkt. Von welchen anderen, denen ich ihre Vergangenheit nicht übel nehmen würde, sprichst du? Ich nehme dir übel, was du in der Gegenwart getan hast. Und der Agentensohn war lediglich eine Waffe, um dich zu verletzen.«

Silvano de Mancini
"Tja da bewahrheitete sich ein alter Spruch, das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und so seltsam es klingt, ich meinte es dort gut mit Euch und Prince Linhard. Euch würde nichts geschehen und Ihr würdet mir nicht in meinen Plan funken. Auf der anderen Seite, würde das Gleiche jemand mit Boldi machen um ihn herauszuhalten, wäre ich ebenso wütend. Denn die Dosis macht die Medizin oder auch das Gift. Ich hätte den Gedanken auf eine andere Person spiegeln sollen. So war der Gedanke scheinbar gut, auf Boldi bezogen hätte ich mich gefragt ob ich noch bei Trost bin, es könnte sonstwas passieren. Ich kann es nicht ungeschehen machen, aber ich kann mich für mein Verhalten entschuldigen. Es tut mir leid Hoheit, ich versichere Euch ich würde es heute nicht mehr tun. Ich würde das Problem anders lösen, falls ich es überhaupt lösen würde. Nun eine ehrliche Ansage, ich habe auch einiges als Waffe gesagt und nicht so gemeint. Das passiert im Wortgefecht. Ich sprach von Belly, Boldi, Eurem Ehemann Kabir, von jenen anderen Agentenkinder Herr", antwortete Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Entschuldigung angenommen. Freut mich, dass du es nun anders siehst. Der Fairness halber sei dir gesagt, dass es nicht deine Vergangenheit ist, die dafür sorgte, dass ich dich als Agentensohn stigmatisierte. Denn wie du richtig erkannt hast, stört die selbe Vergangenheit mich nicht bei den Genannten. Im Gegenteil, die Agenten der Autarkie waren eine äußerst fähige und scharfe Truppe. Sie waren die Ersten, die erkannt haben, was wirklich lief, lange bevor die Wahrheit offiziell ans Licht gebracht werden konnte. 35 Jahre hat es gedauert, ehe wir herausgefunden haben, was sie längst wussten. Es ist, wie ich sagte, ich wollte dich lediglich verletzen, denn auch ich war verletzt. Ich hatte so große Stücke auf dich gehalten und dann wurde ich so herb enttäuscht ... das tat weh, Silvano. Viel mehr noch als der eigentliche Verrat schmerzte mich der Verrat an unserer sich anbahnenden Freundschaft«, sagte er leise.

Silvano de Mancini
Vano musterte Ciel gerührt und schaute kurz weg. "Dann schmerzt mich mein Verhalten doppelt, denn ich habe nicht gerade viele Freunde. Es tut mir leid, dass ich Euch enttäuscht habe, vor allem persönlich. Damit meine ich menschlich und nicht dienstlich. Vielleicht können wir es ja irgendwie noch hinbekommen, unterwegs, falls Ihr noch möchtet", bot Vano an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich möchte«, sagte Ciel, der die letzten Reste seiner Fischrolle ins Meer warf, ehe ihm einfiel, dass die Ledvigiani das sicher nicht gutheißen würden. Nun ja, er war der Prince, man würde es ihm verzeihen. »Neuer Versuch?«, fragte Ciel und bot Silvano die Hand an.

Silvano de Mancini
"Ja gerne, neuer Versuch", antwortete Vano glücklich und schüttelte ihm die Hand. "Wir sollten einen Schluck drauf trinken, zur Besiegelung, dass macht man so. Sekunde ich bin gleich wieder da oder kommt mit", bat Vano und ging zurück zu seinen Männern. "Hier für Dich Schatz, mehr bekomme ich nicht runter. Iss die Fischrolle auf, ist total lecker und eine Versöhnungsrolle von Prince Ciel und mir", grinste Vano und drückte Boldi die restliche Rolle in die Hand, während er sich und Ciel ein Glas Rum einschüttete. Er reichte zuerst Ciel sein Glas, dann nahm er seines. "Frieden und Freundschaft, auf ex", sagte er und stieß mit Ciel an ehe er es auf Ex herunterkippte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel folgte ihm brav und während Boldiszàr den Rollenzipfel verschlang, nahm Ciel das Glas entgegen. "Frieden und Freundschaft", wiederholte er und trank das Glas auf einen Zug leer. Sofort stiegen ihm die Tränen in die Augen und er musste husten. Er hatte das Gefühl, seine Kehle stünde in Flammen.

Silvano de Mancini
Vano reichte ihm ein weiteres Glas. "Hier trinkt das, das hilft", schmunzelte er freundlich. "Mutige trinken ex und das habt Ihr. Damit ist es besiegelt, wir beide bemühen uns umeinander Ami", erklärte Vano und hielt ihm zudem ein Stück Kuchen hin. "Nur zu", warf Davet ein, während Vano auffordernd nickte.

Ciel Felicien de Souvagne
Hilfesuchend krallte Ciel sich an das Glas fest, das ihm nachgeschenkt wurde. Er hatte nicht gesehen, aus welcher Flasche und nahm an, das sei etwas Mildes. Umso schockierter war er, als er feststellte, dass es ein zweites Glas dieses Abgrundgetränkes war. Er riss Silvano das Stück Kuchen aus der Hand und stopfte es sich in den Mund, in der Hoffnung, dass das wenigstens half.

Silvano de Mancini
"Das zweite könnt Ihr langsam trinken, nebenbei darf ich Euch duzen? Der Kuchen hilft, da Milch drinnen ist. Esst ihn langsam und vor allem schluckt ihn langsam. Nach zwei drei Gläsern hat sich die Kehle daran gewöhnt und auf See solltet Ihr Rum trinken können. Manches Wasser müsst Ihr damit desinfizieren", erklärte Vano freundlich und reichte ihm ein weiteres Glas. "Likor zum Nachspülen, süß und harmlos, versprochen", grinste Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Tatsächlich half der Kuchen ein wenig. Ciel winkte ab, als er das zweite Glas Rum trinken sollte und nahm nur den Likör. Zum Glück schmeckte er wirklich süß. »Ich fühle mich etwas trunken«, sprach Ciel heiser. »Niemand duzt mich, Boldi und Belly sprechen auch im Plural von mir. Nur Davet ist eine Ausnahme, da er mein Onkel ist. Auf dem Schiff ist es freilich wieder etwas anderes.«

Silvano de Mancini
"In Ordnung, wie Ihr wünscht. Die Ausnahme verstehe ich, Familie geht immer vor. Boldi geht bei mir auch vor alle. Besser nach dem Kuchen und dem Likör?", fragte Vano schmunzelnd und trank Ciels Rumglas aus, dass dieser nicht mehr hinab bekam. "Eine generelle Frage, kann die Choucas uns auf der Reise nach Arashima begleiten als Geleitschutz? Ich frage für mein altes Mädchen, ich werde sie nicht kommandieren, da ich auf der Tordalk mitfahre. Jaques könnte sie fahren. Was sagt Ihr?", fragte Vano gut gelaunt und schmiegte sich an Boldi an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das ginge, wenn Jaques sich dazu gesundheitlich und mental in der Lage sieht«, antwortete Ciel krächzend. »Ich habe ihn vor knapp zwei Stunden an die Beißer verfüttert.«

Silvano de Mancini
"Aha und warum?", fragte Vano freundlich und aß selbst ein Stück Kuchen. "Wenn man einmal damit anfängt, hier Schatz", sagte er und drückte es Boldi in die Hand. "Also moment, wenn er an die Beißer verfüttert wurde ist er tot!", grübelte Vano und dachte angestrengt nach. `Und vermutlich gibt es heute Gemüsereis´.

Ciel Felicien de Souvagne
»Da er auf der Choucas meinen Ferrau und heute den Leibdiener meiner Schwester, den guten Gaston, durch seine sogenannten Scherze fast umgebracht hätte. Womöglich waren die beiden nicht mal die einzigen, aber sie sind Familieneigentum, sehr liebgewonnenes, möchte ich dazu anmerken. Und beides so unschuldige und freundliche Männer.« Ciel, der einen Schwips sitzen hatte von dem Rum, dachte voll Sehnsucht an seinen kuschligen Ferrau. »Ob Jaques nun tot ist, liegt an den Beißern. Vielleicht spielen sie auch noch mit ihm oder dressieren ihnen, das habe ich offen gelassen. Sie durften sich nach Herzenslust auf alle nur erdenklichen Weisen sättigen. Sein Überleben hängt also maßgeblich von der Art des Hungers ab, der sie heute plagte. In Anbetracht des hervorragenden Buffets ist es durchaus möglich, dass sie ihn am Leben gelassen haben, um ihn für später aufzusparen. Damit er nicht verdirbt. Sie mögen am liebsten frisches Fleisch.«

Silvano de Mancini
Vano schaute von Davet zu Boldi und zurück zu Ciel. "Mal ganz langsam Hoheit und unter Freunden, was hat Jaques auf der Choucas mit Ferrau getan? Und was heute mit Gaston? Ich sollte mich vielleicht mit meiner eigenen Art nicht zuweit aus dem Fenster lehnen, aber wenn er Ferrau auf meinem Schiff unter meinem Kommando angegriffen hat, hättet Ihr mir dies sagen können. Ihr wart Gast auf meinem Schiff und Ferrau gehörte zu Euch. Aus dem selben Grund ging niemand von uns Patti an oder stand ihm bei - das ist ein Tabubruch. Er gehörte nicht zu meinen Mannen und Ferrau gehörte ebensowenig zu unseren Leuten. Jaques hatte also kein Recht ihn zu züchtigen, genauso wenig wie Patrice. Was hat er getan, wenn ich fragen darf?", hakte Vano nach, dem die Sache ganz und gar nicht gefiel. Davet rutschte ein Stück näher auf, so das Vano zwischen Boldi und ihm liebevoll eingeklemmt war. Davet nickte Ciel beruhigend zu, dass er Silvano ruhig erzählen sollte, was vorgefallen war. "Gleich was geschah, ich hake hier mal ein, er benötigt dann für die Choucas einen neuen Ersten", sagte Davet. "Ich hoffe nur einen neuen Ersten", stöhnte Vano, als er fieberhaft überlegte wo Ferrau und Gaston waren. "Sind beide wohlauf?", fragte er sicherheitshalber.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ferrau geht es wieder gut, aber nach zwei Tagen zwischen den beiden Außenhüllen eingeklemmt war er arg schmutzig, durchgefroren, durstig und sehr verängstigt. Gaston ist ebenso durchgefroren, da er auf einem Felsen unter dem Palast ausharren musste, nachdem Jaques und James ihm einredeten, es gäbe in Ledwick Keller. In einer Stelzenstadt über dem Meer«, stöhnte Ciel. »Fast wäre er ertrunken. Warum ich dir das mit Ferrau nicht berichtete damals, kann ich dir gar nicht mehr sagen. Vermutlich war ich von irgendetwas abgelenkt«, überlegte er und grinste dann schamvoll. »Womöglich von Francoise.«

Silvano de Mancini
"Die Zwischenwand ist zur Sicherheit da, damit man nicht gleich ein Loch oder ein Leck im Rumpf hat. Zudem ist es ein Wartunggang, sollte die Außenhülle beschädigt sein, kann man sie so flicken. Nun ich hätte ihn für den Scherz anders bestraft, aber vermutlich nicht weniger hart, die Daggen. Ferrau hätte darin sterben können. Es ist eng, dunkel und man geht nur zu mehreren. Zudem bindet man sich an einem Seil fest, auch wenn man eine Laterne mitnimmt. Falls diese erlischt, war es das und man findet nicht zurück. Das heißt, wer das Schiff nicht erspüren kann. Beispiel, eine Person stürzt aus hoher Höhe ins Wasser, also von einem Schiff. Sie möchte zurück an die Wasseroberfläche. So seltsam es klingt, manche schwimmen dann in die falsche Richtung. Sie haben kein Gespür dafür. Der einfachste Trick ist, einen Moment warten, wohin man treibt, dass ist die richtige Richtung. Im Wartungsschacht gibt es das Gefühl nicht. Aber ich wüsste wo vorne und hinten ist bei meinem Schiff, allein durch ihre Bewegung. Ich weiß wolang sie zieht, genauso wie ich weiß unter ihrem Kiel ist eine Untiefe oder ein Riff, wenn sie rollt. Sieht vielleicht albern aus, wenn der Kapitän sich auf die Planken legt und mit dem ganzen Körper fühlt, aber besser auf aufzulaufen und zu kentern. Man muss es fühlen können. Jeder der es nicht kann, sollte den Wartungsschacht nur mit Laterne und Seil um den Bauch betreten und einem Mann der auf Zug einen dort herauszieht. Wie lange war Ferrau denn dort drin? Und warum bei Davy ging er dort rein? Was hat er denn gedacht? Er hätte verdursten können", stöhnte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zwei Tage«, sprach Ciel traurig und schämte sich ziemlich, dass er von irgendetwas derart abgelenkt gewesen war, dass Silvano nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden war und nun auch noch Gaston fast erforen oder ertrunken wäre. »Jaques hatte ihm erzählt, dort unten gäbe es Fenster, durch welche er die Fische anschauen könne. Er wollte dort, wenn ich mich recht entsinne, einen schönen Platz für uns beide suchen, wo wir gemeinsam sitzen und den Fischen zusehen können.«

Silvano de Mancini
Vano grinste traurig. "So bescheuert die Verarsche auch ist, der Gedanke mit einem Schiff das Bullaugen im Bauch hat um die Meerestiere zu beobachten, dass hätte schon was. Stellt Euch das mal vor, Ferrau kann man keinen Vorwurf machen. Er ist eine Landratte durch und durch. Es hat ihn auch nicht irgendwer auf den Leim oder Teer geführt, sondern der erste Offizier. Er wird ihm vertraut haben, sonst wäre er nicht hineingegangen. Das tut mir leid für ihn, er war ein angenehmer Passagier, freundlich, höflich, stand nie im Weg und ich hoffe er hat die Choucas trotzdem in guter Erinnerung. Nur Jaques wohl nicht. Fran hat ihn wieder aufgepäppelt hoffe ich", erklärte Vano und nahm sich noch ein Glas Rum, allerdings für seine Nerven. Jaques war manchmal wirklich ein schräger Vogel, aber das war nicht schräg das war Wahnsinn.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es geht ihm wieder gut, ich habe ihn ziemlich verwöhnt und Fran ist zum Glück äußerst fähig als Heiler. Ferrau ist immer angenehm und liebenswert, nie hat er je etwas Böses getan, er ist durch und durch ein guter Mensch, auch wenn er bisweilen bockt oder schleicht, wenn er eine Aufgabe nicht leiden kann. Das macht ihn jedoch umso liebenswerter«, schmachtete Ciel verliebt. »Ich sollte vielleicht nach ihm sehen.«

Silvano de Mancini
"Das freut mich zu hören. Grüßt ihn und Fran von mir, anderes kann ich ebenfalls nicht behaupten. Fran hat mir mehrfach den Hintern gerettet, oft, sehr oft sogar. Und er hat mein Auge verschlossen, wovor ich zuerst gewaltige Angst hatte, aber als es einfach geschehen war und ich nun keine Probleme mehr habe frage ich mich auch, warum ich nicht gleich auf ihn gehört habe. Nun das habt Ihr mit ihm gemeinsam, Ihr habt mein Leben gerettet, auch wenn ich es nicht gleich verstanden habe. Danke dafür, an Euch beide", sagte Vano und drückte Ciel den Teller mit den restlichen Kuchenstückchen in die Hand. "Für Eure Lieben, wohin sie sich auch immer verzogen haben. Was Süßes freut jeden. Guten Hunger", wünschte er.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich richte es aus, danke, Silvano, und auf eine bessere Zukunft.« Ciel nahm den Teller und tippte sich zum Abschied gegen die Schläfe, wie er es von Tekuro abgeschaut hatte. Nur lächelte er im Gegensatz zu diesem dabei freundlich, ehe er sich umdrehte und zurück in den Palast ging. Dabei hatte er es ziemlich eilig. Besorgt schaute er zunächst, ob Julien noch auf seinem Stuhl saß.

Silvano de Mancini
Vano nickte mit knappen Gruß zum Abschied, wie er es auch als Kapitän getan hätte. "Auf eine bessere Zukunft, geschworen", sagte er leise als Ciel bereits davongeeilt war und kassierte von Davet einen Kuss.
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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#15

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » So 17. Feb 2019, 18:27

Hochzeitsnacht Verrill und Tazio - Vol. 02

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#16

Beitrag von Frederic de Pladrieux » So 17. Feb 2019, 18:35

Rumfässchen


Frederic de Pladrieux
Frederic hatte sich so einiges in Ledwick angeschaut. Die schwimmenden Märkte, die Gärten, die Wasserstraßen und die Schiffe. Sein Favorit blieben die fremdartigen Schiffe - die Dschunken. Er hatte gehofft, vielleicht auch eines der Dampfschiffe zu sehen, aber leider lag keines im Hafen. Die Goblins hatten sich scheinbar komplett zurückgezogen und leckten ihre Wunden. Wer konnte es den Grünhäuten verdenken? Nun befanden sie sich in Monleone, mehr noch im Palast des Ducca und erlebten eine Feier die ihres Gleichen suchte. Frederic war noch nie auf einer derart großen Hochzeit gewesen und schenkte Rene ein Lächeln. Die Hochzeitsgesellschaft hatte sich weitläufig verstreut, überall gab es kleine Gruppen und Ansammlungen von Leuten die sich angeregt unterhielten, etwas aßen oder auf das Brautpaar anstießen. Unter der Hand wurde gemauschelt, dass es zu einem Fauxpas gekommen war und der Übeltäter wohl schwer bestraft worden war. Nun auch der Flurfunk am Hofe des Ducca funktionierte einwandfrei, aber dafür waren Höfe bekannt. Frederic nippte an seinem Sekt und aß den dritten Teller pouchierte in Weißwein gesottene Weinbergschnecken. Diese kleinen saftigen Biester schmeckten unheimlich gut und er fragte sich insgeheim, ob diese Leckereien nur für die Souvagner aufgefahren wurden. Souvagner waren für ihre Sturheit - das Mauern bekannt, ebenso für ihre scharfe Zunge im Wort und Liebesgefecht wie dafür alles zu essen, was absonderlich aussah und auch so schmeckte. Frösche oder Schnecken waren für sie Nahrung und wer einmal eine Schnecke probiert hatte, war erstaunt, dass dieses Wesen weder schleimig noch glitschig schmeckte, man aß den Muskel des Tieres, den Fuß. Fred aß seinen Teller auf und nahm sich etwas Nachtisch. Danach musste er sich einen Moment hinsetzen, weil er bis zur Oberkante Unterlippe vollgefressen war. Er schaute zu Rene und grinste ihn kurz an. "Wollen wir uns einen gemütlichen Platz suchen? Ich kann nicht mehr stehen, ich hab zuviel gegessen. Wenn ich platze kleistere ich die Wände voller Schnecken", lachte Fred. "Ich möchte Dir was geben", sagte er mit Spitzbübischem Grinsen.

Rene Lothair de Brisay
Rene taten vom vielen Stehen und Gehen langsam die krummen Beine weh. Wie die meisten Seeleute war er nicht gut zu Fuß unterwegs. So hatte er, auch wenn ihm das nicht passte, seinen Gehstock zur Hand nehmen müssen. »Ein gemütlicher Platz wäre jetzt genau das Richtige«, antwortete er Frederic. »Hast du schon einen im Blick? Dieser Algensalat ist etwas Merkwürdiges, das wird nicht mein Lieblingsessen.« Er stellte sich auf den Stock gestützt neben seinen Mann, der sich schon einmal niedergelassen hatte. »Was gibt es denn Schönes für mich?« Er nahm an, er sollte nun auch einen Teller Schnecken probieren, die Frederic gerade en masse vertilgt hatte.

Frederic de Pladrieux
Frederic wuchtete sich unter einem Stöhnen und Aufstoßen wieder hoch und gab den Weg vor. "Folge mir einfach Aye", sagte er freundlich. Er lief langsam und hakte dabei Rene unter. Fred fragte sich wer hier eigentlich wen stützte und musste schmunzeln. Frederic führte seinen Schatz in einen Wintergarten und machte es sich auf dem Rand des kleinen Springbrunnens gemütlich.
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Rene Lothair de Brisay
Rene war dankbar für das Abstützen, auch wenn Frederic etwas instabil wirkte. »Der Wein hat wohl geschmeckt?« Frederic lotste ihn in einen Wintergarten, der Seinesgleichen suchte. Der zentrale Brunnen mit Seerosenblättern bot einen breiten steinernen Rand, um gemütlich darauf zu sitzen. Tropische Farne und Bäumchen in Terracottakübeln bildeten das Panorama. Das gesamte verglaste Haus war von innen mit rot belaubten Ranken bewachsen. Die Luft roch frisch. Inzwischen waren die Wolken aufgebrochen und die Sonne sorgte dafür, dass im Inneren des Wintergartens recht angenehme Temperaturen herrschten. »Sonst habe ich mit Gärtnerei nicht viel im Sinn. Doch das hier ist wirklich hübsch.« Er setzte sich zu seinem Mann auf den Rand und schaute ins Brunnenwasser, ob Goldfische darin lebten.

Frederic de Pladrieux
Fred knöpfte sich die Uniform auf und öffnete den Hosenbund. "Ich benötige Luft zum Atmen, ich hab mich überfressen. Aber darum sind wir nicht hier. Ich war etwas stöbern und ich mag diesen Ort. Wenn die Sonne herein scheint, gibt das ein ganz besonderes Licht durch das Glas und die Wärme ist angenehm. Mit Pflanzen kenne ich mich auch nicht aus, aber sie sehen schön aus und ich dachte ich zeige Dir den ganz besonderen Platz. Unser Prince Gregoire wird sich hier wohlfühlen, dass steht fest. Aber nun geht es um Dich. Hier Rene, von mir für Dich", sagte Frederic feierlich und reichte Rene ein kleines Rumfass. Als er es öffnete fand er eine Überraschung darin vor.
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Rene Lothair de Brisay
»Ist das unser Verlobungsring?«, fragte Rene andächtig und drehte den Ring in seinen knorrigen Fingern. Er war aus Zahlen und Gradzeichen geschmiedet, sehr filigran, aber dabei in der Optik geradlinig und männlich. »Ich nehme an, die Koordinaten haben eine Bewandtnis«, erkundigte er sich und hinter seinen gezwirbelten Bartspitzen bildeten sich Falten auf den Wangen, weil er lächelte.

Frederic de Pladrieux
"Natürlich haben sie dass, dass sind die Koordinaten wo wir lagen als wir zusammenkamen. Die Koordinaten des Hafens von Cheverette. Ich hoffe Du freust Dich, ich weiß so einiges von Dir, aber nicht auf welche Art von Schmuck Du stehst. Darum wählte ich etwas, was mir gefiel und Dir hoffentlich auch. Und ich habe auch noch andere Dinge besorgt, aber die gibt es erst später. Freust Du Dich?", fragte Fred und rutsche näher zu Rene auf. Meine Leute sind auch hier, jedenfalls habe ich vorhin Telford gesehen. Iven Duplessis ist ebenfalls hier, ich stelle Dich ihnen vor, sofern Du möchtest", erklärte Frederic und küsste Rene, dabei schmeckte dieser Wein, Schnecken und Fred.

Rene Lothair de Brisay
»Und wie ich mich freue. Der Ring ist richtig schick. Mit dieser Bedeutung um so mehr. Danke, Liebling.« Rene küsste seinen Mann, der mit offener Hose neben ihm saß, was den alten Kapitän kaum weniger freute. »Hast du für dich auch einen gekauft? Leg ihn mir an, ich möchte ihn ab jetzt tragen. Telford, war das nicht dein Bruder? Und wer ist Iven?«

Frederic de Pladrieux
"Nein der Ring ist alleine für Dich, er ist aus echtem Gold Rene. Sobald Du Deinen Ehering bekommst, steckst Du ihn davor, als Vorsteckring wie man sagt. Damit der Ehering niemals verloren gehen kann. Telford ist mein Bruder Iven ist der Zuckerbäcker, mein Ex. Du solltest ihn Dir einfach mal angucken, dann hast Du nicht mehr solche Flausen im Kopf", grinste Fred. Er nahm den Ring aus dem kleinen Rumfässchen und streifte ihn Rene sanft über den linken Ringfinger. "Sieht wunderschön aus", freute sich Frederic und küsste Rene erneut. Er rutschte so nah, dass sie gemütlich aneinandergelehnt sitzen konnten. "Für unsere Hochzeit habe ich einen ganz besonderen Rum gekauft, ich freue ich schon auf den ersten Schluck mit Dir".

Rene Lothair de Brisay
»Deinen Bruder möchte ich gern kennenlernen, aber ob ich deinen Ex sehen will ...«, murrte Frederic und stellte sich einen gut aussehenden älteren Herrn vor, der mit jedem Jahr nur noch attraktiver geworden war wie ein reifender Wein, solche Männer gab es, mit geradem Rücken und vor allem geraden Beinen und Fingern. »Aber warum hast du nur einen Ring gekauft? Lass mich raten, den zweiten muss ich dir schenken«, schmunzelte er und bewegte die Finger. »Sitzt perfekt. Was ist es denn für ein Rum?«

Frederic de Pladrieux
"Nein mein Geld hat nur noch für einen Ring gereicht und Deiner war wichtiger als meiner. Darum habe ich nur einen Ring gekauft. Einen Verlobungsring für Dich, aber zwei Eheringe. Der Rum ist alt, sehr alt und in einer besonderen Flasche. Ich hoffe er schmeckt Dir und die Flasche wird uns Glück bringen. Meinen Bruder kannst Du gerne kennenlernen, falls er Dir einen Spruch drückt, nimm das nicht so ernst. Das ist bei ihm Spaß und er ist ein netter Kerl. Du wirst Dich schon zu wehren wissen Rene, ob Du meinen Ex sehen möchtest entscheidest Du. Angst musst Du keine haben, er ist und bleibt mein Ex", antwortete Fred entschieden und lehnte sich gegen den Brunnen. "Ledwick, hättest Du gedacht, dass wir jemals nach Ledwick kommen Rene?", fragte Frederich und strich ihm durch die Haare.

Rene Lothair de Brisay
»Du bist jetzt aber nicht pleite? Wenn doch, helfe ich dir aus, das geht so nicht, auch wenn ich mich natürlich sehr über den Ring freue. Du bekommst auch noch einen, schließlich soll jeder sehen, dass du vergeben bist. Sag mir, wie viel Geld du brauchst. Von Ledwick hat man so einiges gehört, aber dass ich es mir selbst einmal anschauen würde, das hätte ich mir nicht träumen lassen und noch weniger im Winter. Man kennt vor allem die Schwärmereien von den Palmen und Stränden, wobei sie jetzt im Winter zumindest auch nicht schöner aussehen als unsere eigenen Strände. Weniger vereist, das ist alles. Man müsste es sich noch einmal im Sommer anschauen. So finde ich es zwar ganz hübsch, besonders diesen Wintergarten und das schwimmende Buffett, aber Heimat bleibt nun einmal Heimat. Gut, bring mich zu Telford.«

Frederic de Pladrieux
"Nein ich bin nicht pleite, am nächsten Ersten gibt es Sold Schatz und ich bekomme noch 500 Taler von einem Geschäft, dass ich noch zuende bringen muss. Zuhause ist es immer am schönsten, aus dem einfachen Grund, weil man so viele Erinnerung damit verbindet. Aber sich mal etwas anderes anzuschauen, um zu vergleichen oder es nur für sich zu genießen ist nicht falsch. Im Sommer noch einmal herzukommen, ist eine gute Idee. Das machen wir. Wir sollten uns dann ein Zimmer direkt an einem der Märkte nehmen. Überlege mal, wir wachen morgens auf, gehen runter zum Markt essen frisches Obst zum Frühstück und gehen wieder hoch oder bleiben dort den Vormittag sitzen und lassen es uns gut gehen. Na dann komm, gehen wir meinen Bruder besuchen. Sei nett zu ihm", lachte Fred, stand auf und reichte Rene die Hand.

Rene Lothair de Brisay
»Der Erste ist noch gut drei Wochen hin«, gab Rene zu bedenken. »Gut, dann füttere ich dich eben so durch, wenn du mein Geld verschmähst. Den Urlaub könnten wir mit unseren Flitterwochen verbinden, wenn wir sie nicht sofort danach nehmen, sondern noch ein paar Wochen warten, bis es richtig schön warm geworden ist.« Er nahm die Hand von Frederic und humpelte händchenhaltend neben ihm her. »Nett bin ich doch immer«, behauptete er und lachte.

Frederic de Pladrieux
"Das kommt drauf an wen man fragt Rene, da sieht die Antwort schon ganz anders aus. Aber so soll es auch sein. Wenn die Mannschaft behauptet Du wärst nett, wäre ich wirklich besorgt. Solange sie behauptet Du bist gerecht, ist alles in bester Ordnung. Doch doch, Du darfst mich durchfüttern, so wie all die Jahre vorher auch. Zur Not weiß ich ja wo die Mandeln liegen. So langsam könnte es wirklich etwas wärmer werden. Ich freue mich jedenfalls auf den Frühling, wenn wir im Hafen liegen, können wir es uns auf Deck gemütlich machen. Oder mal in einer Taverne draußen sitzen. Das habe ich auch schon ewig nicht mehr getan. Wir könnten mal Abends schön was essen gehen", schwärmte Frederic und führte Rene wieder nach draußen zurück an die Hofeigene Strandpromenade. Er schaute sich um und deutete dann auf einen Burschen, der ihn ziemlich ähnlich sah. Frederic winkte und Telford winkte zurück. Er schlenderte zu den beiden herüber und deutete eine leichte Verbeugung der Höflichkeit an.

Telford:
Telford musterte Rene von oben bis unten und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. "Mit so einem jungen Mann habe ich gar nicht gerechnet, als Fred sagte er hat einen Neuen", lachte Tel und reichte Rene die Hand. "Telford de Paldrieux und Ihr müsst Rene de Brisay sein", grinste er verschwöerisch.

Rene Lothair de Brisay
»Man hat mir schon so einige Komplimente gemacht, aber dass ich ein junger Mann sei, höre ich seit 40 Jahren das erste Mal.« Rene ergriff Telfords Hand und schüttelte sie kräftig. Er drückte besonders stark zu, damit Telford sah, dass er noch keineswegs klapprig war. »Angenehm. Seid Ihr der kleine oder der große Bruder?«

Telford:
Telford unterdrückte kurz ein Keuchen, da Rene einen stählernen Händedruck hatte. Scheinbar war das Seemannsüblich dem Gegenüber zur Begrüßung die Hand zu pürieren. So unauffällig wie möglich bewegte er die Finger zur Probe und schaute Rene danach verdutzt an. "Der ältere Bruder, ich bin fünf Jahre älter als Frederic. Nun der letzte Gefährte von Frederic war älter als unser Großvater, von daher ist es erfrischend, dass er einen Mann unter der Greisenschallgrenze gefunden hat. Ihr seid doch höchstens 60 Jahre schätze ich. Das ist im Vergleich zu einem 80 Jährigen in meinen Augen jung. Aber jeder soll auf seine Art glücklich werden und wir ziehen ihn damit nur aus Spaß auf. Also wenn es zwischen Euch passt, seid Ihr jederzeit bei uns willkommen, dass ist doch klar. Trotzdem musste ich einfach dazu etwas sagen. Die Strafe folgte ja auf dem Fuße, oder besser bei Hand. Ihr seid sein Kapitän nicht wahr?", fragte Telford neugierig und Fred rollte mit den Augen.

Rene Lothair de Brisay
»Sicher, wie ich sehe, kennt Ihr Euren Bruder gut.« Er freute sich, dass Telford die Hand weh tat und schmunzelte zufrieden. Sein Schmunzeln wurde zu einem breiten Grinsen, als er feststellte, dass der sonst so korrekte Frederic noch immer mit offener Hose und offener Uniform herumlief. Offenbar hatte Rene eine ausziehende Wirkung auf ihn.

Telford:
"Nun gestattet mir die Neugier, immerhin seid Ihr bald Familienmitglied und da möchte ich Euch schon etwas kennenlernen. Nun ich weiß als was Ihr tätig seid, wir sind im Holz- und Waldhandel. Das bedeutet, wir bewirtschaften den Wald vollständig und nachhaltig, so dass man das ganze Jahr über gut von den Erträgen leben kann und das es unsere Nachfahren später auch noch können. Das ist unserer Familie wichtig. Ihr seid zu uns eingeladen Rene, ich darf doch Rene sagen? Jedenfalls hat Frederic sicher vergessen Euch einzuladen und Fred, mach bitte mal die Hose zu", bat sein Bruder leise.

Frederic de Pladrieux
Frederic schaute an sicher herab, wurde puterrot und zog sich wieder ordentlich an. "Ich habe es tatsächlich vergessen. Sprich das mit der Hose und die Einladung. Sie liegt noch in meiner Kajüte. Verzeih mir Rene, das war keine Absicht, ich hatte so viel im Kopf, da habe ich daran gar nicht mehr gedacht. Dabei hatte ich es selbst noch vorgeschlagen, sprich ein Familientreffen", stöhnte Fred und legte Rene einen Arm um die Hüfte.

Telford:
Tel grinste seinen kleinen Bruder kopfschüttelnd an. "Holen wir nach Kurzer, ich verstehe schon. Habt Ihr schon gegessen?", fragte Telford freundlich.

Rene Lothair de Brisay
Rene drückte seinem Liebling einen Schmatz auf die Schläfe, während sie sich seitlich aneinanderdrückten. Rene für seinen Teil gefiel es, wenn Frederic vor lauter Aufregung vergaß, seine Kleider zu schließen oder gar ganz anzulegen. »Sicher dürft Ihr Rene sagen und Ihr könnt alles fragen. Die meisten Fragen werde ich sicher auch beantworten. Über die Einladung zum Familientreffen freue ich mich, vielen Dank euch beiden. Wir haben schon gegessen und Fred möchte mir noch jemand anderen vorstellen, von dem er meint, dass ich ihn unbedingt kennenlernen muss. Wir müssen das gemütliche Plaudern daher leider ein andermal fortsetzen. Wie sieht es bei Euch aus, seid Ihr schon unter der Haube?«

Telford:
"Nicht übel nehmen den Scherz, aber da musste Fred immer durch. Ich meine es nur gut mit dem Kurzen. Naja so kurz ist er nicht mehr. Ja ich bin verheiratet und habe eine kleine Tochter. Meine Frau ist Capucine de Pladrieux geborene Celandier und unsere Kleine heißt Lilou. Sie ist gerade zwei Jahre alt geworden. Du wirst die beiden kennenlernen. Euch noch einen schönen Abend und sieh zu, dass Dein Mann anständig angezogen bleibt. Vielleicht sehen wir uns nachher nochmal", sagte Telford und drückte beiden kurz die Schulter, ehe er sich verabschiedete.

Frederic de Pladrieux
Frederic boxte seinen Bruder spielerisch vor die Schulter und ließ ihn abziehen. "Du traust Dich?", grinste Fred breit und überprüfte seine Kleidung.

Rene Lothair de Brisay
»Ich will ihm zeigen, dass du wieder unter der Haube bist«, knurrte Rene. »Dein Bruder ist ein netter Kerl und so übel waren seine Scherze nicht. Vielleicht wollte er mich auch noch schonen, bis wir verheiratet sind, damit ich es mir nicht wegen ihm anders überlege.« Er zwinkerte seinem Mann zu. »Du siehst umwerfend aus, auch und besonders mit offener Hose, aber jetzt sollte alles tadellos sitzen.«

Frederic de Pladrieux
Fred wurde puterrot als Rene ihm sagte, dass er mit offener Hose umwerfend aussah. Nun das war weder Absicht gewesen, noch Nachlässigkeit. Er hatte es wirklich vergessen, da er mit dem Kopf bei seinem Schatz gewesen war. "Ich zeige ihn Dir einfach", flötete Frederic und gab den Weg vor. Er hoffte dass der Wind sein Gesicht abkühlen würde, er fühlte sich als ob er glühte. Sie schlenderten selbst eine geraume Zeit durch die Essensangebote und Fred schaute sich sehnsüchtig um, allerdings bekam er keinen Bissen mehr herunter. In einiger Entfernung stand ein alter Mann und bewunderte die kleinen, süßen Köstlichkeiten, die dort mit besonderer Liebe drapiert waren. Frederic stupste Rene an und deutete auf den Buschen. "Das ist Iven", flüsterte er.
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Rene Lothair de Brisay
Rene musterte den anderen Mann. Ob er wollte oder nicht, er nahm Iven mit den Augen eines Rivalen wahr, obgleich der gerade kleine Törtchen betrachtete und damit der harmlosesten Tätigkeit nachging, die Rene sich vorstellen konnte. Iven war, wie Telford angedeutet hatte, um die 20 Jahre älter als Rene, hatte trotz allem volles weißes Haar und einen gepflegten Backenbart, der ihn auch als Dusolier hätte durchgehen lassen. Unter der Weste wölbte sich ein kleiner Bauch, aber von einem Zuckerbäcker war auch nichts anderes zu erwarten. Rene war nicht sicher, was er nun tun sollte. Ihn einfach nur ansehen oder die Fronten klären? Wobei, eigentlich war er dafür zu alt. Sie beide waren das. Irgendwann wurde man vernünftig und wusste derlei Konflikte anders zu lösen - wenn es überhaupt welche gab. Rene stellte sich neben Iven und schaute, was er da betrachtete.

Iven:
"Sie sind sehr schön geworden nicht wahr? Alle ordentlich von Hand geformt und fast gleich groß. Eigentlich sind das Liebesknochen mit Füllung, aber jemand hat sie in Muschelform fertigen lassen. Genau wie die Bärentatzen da drüben. Normalerweise kennt man sie als Tatzen oder Madleines, aber auch diese sind heute Muscheln. Die Muscheln gefallen mir am besten mit diesem Perlmuttfarbenen schimmernden Überzug und man munkelt, Prince Gregoire hätte sie selbst gebacken. Der Prince, na die Leute haben gut reden, als ob er dafür Zeit hätte. Ich kann mich nicht entscheiden ob ich eines esse. Vom handwerklichen sind sie topp. Aber wenn sie nicht schmecken, verlieren sie ihre Wirkung und ihren Zauber", grübelte Iven.

Rene Lothair de Brisay
»Ah, hier spricht der Fachmann«, gab Rene vor zu mutmaßen, obgleich er längst den Beruf des Mannes kannte. »Ich kann ja mal vorkosten.« Er nahm sich eine der regenbogenfarben schimmernden Muscheln, biss davon ab - und schmolz förmlich zusammen mit der Cremefüllung in seinem Mund. Er genoss die Delikatessen sehr langsam. Etwas weiter drüben sah er einen dunkelhaarigen Mann, der ziemlich reinlangte und sich offenbar vorgenommen hatte, von jeder Sorte mindestens drei zu probieren. Als er genauer hinsah, erkannte er ihn als Boldiszàr, den Mann von Silvano. Der fraß sich allerdings in die andere Richtung, man sah es an der Schneise, die er in der Auslage hinterlassen hatte. »Ich würde sagen, der Zauber bleibt erhalten. Es wäre Sünde, diese Köstlichkeiten ungegessen zu lassen.«

Iven:
Der alte Zuckerbäcker schaute Rene beim genießen zu und nahm sich ebenfalls eine der Muscheln. Auch er biss zuerst ein kleines Stückchen ab und ließ es im Munde zergehen. Dann aß er den Rest in aller Seelenruhe auf und lächelte erfreut. "Wer immer das gebacken hat, sollte einen guten Lehrmeister aufsuchen, er kann seine Fähigkeit meisterlich ausbauen. Aber es ist noch nicht ganz rund, aber gerade diese kleine unrunde Spitze... das Unperfekte, macht es perfekt. So ist Handarbeit. Nichts gleicht dem anderen, auch wenn man 100 mal das gleiche herstellt", sagte er glücklich und folgte Renes Blick. "Er scheint gerade zu verhungern oder er ist Zuckersüchtig, dass gibts", sagte Iven und musterte Rene.

Rene Lothair de Brisay
»Der Mann isst einfach für sein Leben gern und ich glaube, er isst alles. Er kann die Feinheiten dieser Köstlichkeiten vermutlich gar nicht genießen, sondern isst alles ohne Unterschied. Eigentlich ist das traurig.« Renes knorrige Wurzelhand schwebte erneut über den Muscheln, dann griff er sich eine Bärentatze und probierte diese. Sie schmeckte nicht minder köstlich. »Ich bin Frederics Neuer, Chevalier Rene Lothair de Brisay«, erklärte Rene, nachdem er die Bärentatze verzehrt hatte.

Iven:
Iven wollte gerade antworten, als Rene verkündete wer er war. Ein ungläubiges Schmunzeln schlich sich über sein Gesicht. "Ich war sein Alter, man kann da wohl beide Bedeutungen gelten lassen. Nun ich wünsche Ihnen beiden alles Gute für Ihre Beziehung und ich hoffe sie hält länger als unsere. Wobei wenn ich Euch so anschaue, habt Ihr den passenden Beruf. Wir sahen uns sehr selten und das verkraftet keine Beziehung auf Dauer, zudem war ich wohl nicht dass, was er suchte. Berufe haben ihre eigene Sprache und manchmal sogar eigene Traditionen. Aber der Seemann hat nicht nur eine Sprache und Tradition, er hat eine eigenständige Kultur, ein eigenes denken. Darum bleiben sie unter sich, Salzbuckel gehören nicht zu Landratten. So ist es doch. Ihr lebt ein anderes Leben und könnt wenn Ihr wollt in unserer Sprache sprechen, aber so, dass man kein Wort versteht. Selbst alltägliches hat ein anderen Namen. Wie dem auch sei, er wird Euch glücklich machen, wenn Ihr zusammenseid. Dazu solltet Ihr zusammen sein. Wir sahen uns für eine gut laufende Beziehung zu wenig. Paar Mal im Jahr hält keine Beziehung aus. Macht was drauß ich gönne es Euch", sagte Iven freundlich und betrachtete wieder die Muscheln.

Rene Lothair de Brisay
Rene nickte ihm freundlich zu. »Erde zu Erde und Wasser zu Wasser, so sagt man doch. Es mag nicht immer stimmen, oft ist jedoch etwas daran. Ich danke für das angenehme Gespräch, vielleicht begegnen wir uns noch einmal wieder.« Er verabschiedete sich und ihm war nun leichter ums Herz, als er Frederic seinen Arm anbot und ganz ohne Gehstock zu einem der schwimmenden Sitzecken führte, die mit Kissen und Decken gepolstert waren, wo die beiden sich einkuschelten und durch die belebten Wasserstraßen Monleones treiben ließen.

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Gregoire Verrill de Souvagne

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#17

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » So 17. Feb 2019, 18:54

Die Krönung der Ducachessa


Tazio Ferdinando di Ledvicco
Erneut fand sich die Hochzeitsgesellschaft im blau und weiß geschmückten Thronsaal ein. Tazio saß in vollem Ornat auf dem Thron, weniger angespannt als vor der Trauung. Ein tiefes Wohlbefinden hatte sich in ihm ausgebreitet und eine Leichtigkeit hob sein Herz. Verrill war seine Braut und Ehefrau. Die Hochzeitsnacht war wundervoll verlaufen, ruhig und harmonisch. Er, der sonst die Distanz der Nähe vorzog, war Verrill so nah gekommen, zwei Menschen sich nur sein konnten. Nicht nur körperlich, auch ihre Herzen waren eins. Nun würde er zur Ducachessa krönen. Tazios behandschuhte Hände hielten die Krone in seinem Schoß, als er darauf wartete, dass Verrill sich auf dem türkisfarbenen Teppich mit dem Wellenmuster zeigte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill hatte das erste Mal an der Seite ihres Ehemannes geschlafen. Es war ein tiefer und erholsamer Schlaf gewesen. Jenen den sie fürchtete war meilenweit entfernt, jede Sorge war weit entfernt und sie fühlte sich einfach wohl und frei. Sogar eine passende Bezeichnung hatte sich Tazio ausgedacht, nicht etwas das sie festnagelte, das eine Entscheidung verlangte und damit verbunden auch die Forderung etwas zu verstecken. Nein er hatte einen Begriff gewählt, der genau auf sie zugeschnitten war - Duca und Duchessa - beides zusammengezogen zu Ducachessa, damit wie sie der Titel als das aus was sie war, beides, ein Zitter, ein Hermaphrodite. Gaston war immer noch schwach und wackelig auf den Beinen und so hatte er kurzerhand eine Vertretung besorgt. Eine junge Zofe ging Verrill zur Hand und sorgte dafür, dass sie so aussah, wie sie aussehen sollte. Chiara Borroziani hieß die junge Frau und Verrill war sehr zufrieden mit ihr. Eine halbe Stunde später, schritt Verrill ebenfalls in ihrer vollen Robe in den Thronsaal. Sie blieb einen Moment in der Tür stehen, ehe sie den Teppich entlang herabschritt und vor dem Thron stehen blieb. Dort verneigte sie sich ehrfürchtig vor ihrem Ehemann und ging auf ein Knie. "Eure Majestät", grüßte sie höflich und Taz hörte die Liebe zu ihm in ihrer Stimme mitschwingen.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio neigte ein wenig das Haupt und lächelte unter seiner Maske. Er hatte nun die Möglichkeit, eine Rede zu halten. Doch im Reden war er nicht gut und noch weniger mochte er es, eine Lautstärke anzuschlagen, die dazu geeignet war, den letzten Winkel des Saals zu erreichen. Nicht, dass er das nicht konnte, aber er hatte im letzten Jahr so viel herumgebrüllt, um den Schlachtenlärm zu übertönen, dass sein Bedarf daran vorerst gedeckt war. Und als Verrill vor ihm kniete, erneut mit wunderschönen Kleidern angetan, da war ihm noch weniger danach, den Augenblick zu stören. Er hob die Muschelkrone von seinem Schoß und drückte sie sanft auf Verrills Haupt. Dabei strich er mit den Fingern über ihr Haar.

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Er hatte die Jahrhunderte alte Krone extra von einem Kunstschmied ändern lassen, weil er fand, dass sie noch nicht wertvoll genug war für seine Frau. Noch mehr Perlen, noch mehr Silber und noch mehr Muscheln waren nun daran zu finden.
»Die erste Ducachessa von Ledvicco«, sprach Tazio voller Stolz, als Verrill die Krone trug. Das war alles, was er sagte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill wartete auf einem Knie vor dem Thron ab. Tazio war auch hier von stiller Natur. Er war ein leiser und besonnener Mensch, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gab. Und jene Möglichkeiten würde sie ihm nach besten Wissen und Gewissen verschaffen. Er krönte sie mit einer weiß-silbernen Krone aus Meeresjuwelen wie Muscheln, Perlen und anderem Geschmeide. Tazio sah an Verrills Augen, das sie nicht nur gerührt war, sondern sich über alle Maße über die Krone freute. Als er sie zur ersten Ducachessa von Ledvicco ausrief erhob sie sich mit der Krone auf ihrem Kopf, verneigte sich erneut vor Tazio und drehte sich zu den Anwesenden im Thronsaal um. Dabei hielt sie den Arm so, dass Tazio sich bei ihr einhaken konnte. Gemeinsam würde sie sich mit ihm auf den Thron setzen.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Die Krone passte perfekt und wenn es möglich war, sah Verrill darin noch schöner und majestätischer aus. Tazio erhob sich, stellte sich neben sie und hakte sich bei ihr ein. Einen Moment blieben sie so stehen und blickten auf die Anwesenden, wobei Tazios Gesicht unter seiner Maske vor Stolz und Freude glühte. Dann ließ er sich nieder und zog sie mit sanftem Zug ebenfalls hinab, damit sie zeitgleich zum Sitzen kommen würden.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill blieb einen Moment stehen und schaute über ihre Untertanen, die im Thronsaal versammelt waren. Es hatte ein erhebendes Gefühl ganz und gar zu Tazio zu gehören. Als sie sich gemeinsam niederließen, fühlte sich sie trotz des neuen Amtes so frei wie nie zuvor. Sie schaute zu Tazio herüber und er sah an ihren Augen dass sie lächelte. Verrill neigte leicht das Haupt, so als wollte sie ihm zunicken, dabei flüsterte sie ihm leise "ich liebe Dich" zu. "Zur Feier des Tages möchte Euch mein Vater ebenfalls noch ein Geschenk überreichen lieber Gemahl. Es ist riesig und soll Ledwick und Souvagne stets verbinden. Zudem soll es alles was Euch wert und teuer ist beschützen. Für Euch Tazio", sagte Verrill und überreichte ihm eine Karte.
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Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio lächelte unter seiner Maske zurück. »Ich liebe dich auch«, antwortete er leise, aber nicht so leise, dass es die Umstehenden nicht hören würden. Dann nahm er das Papier und entfaltete es. Darauf abgebildet war ein Schiff der besonderen Art - ein Luftschiff. Und was für eines. Der Rumpf eines gigantischen Kriegsschiffes hing an einem Flugkörper mit ovalem Form vom Ausmaß eines Palasts. Die Menge an notwendigen Tauen und Wanten konnte Tazio nicht einmal schätzen. Dieses Schiff war ein Koloss. Er ließ das Papier sinken und schaute seine Frau an. Dann den Duc de Souvagne, der ihm dieses Geschenk gemacht hatte. »Es ist riesig! Wie riesig in Metern? Und es ist ein wertvolles, nützliches und schönes Geschenk. Habt Dank, wir freuen uns sehr darüber. Wo befindet sich das Luftschiff nun? Wie lautet sein Name? Wie viele Skorpione führt es? Und gibt es eine Mannschaft dazu oder jemanden, der diese einarbeiten kann?« Unter den förmlichen Worten des Duca hörte man seine jugendliche Begeisterung für das riesige Gefährt.

Linhard von Hohenfelde
Linhard trat nach vorne, verneigte sich vor dem Großherzogenpaar und schaute dann zu beiden auf. "Das Eure Majestät ist die Duca Ernesto Sirio di Ledvicco, Euer erstes Luftkampfschiff. Es soll eine Luftbrücke zwischen Ledwick und Souvagne abfliegen. Die Maße des Luftschiffes sind gewaltig. Der Auftriebskörper also der zylinderartige Ballon des Luftschiffs ist 300 Meter lang, das Schiff darunter hat eine Länge von 90 Metern, eine Breite von 22 Metern und trägt eine Bewaffnung von 124 Skorpione. Zudem kann es Brandbomben und ähnliches laden. Um einen Ledwicker in der Technik zu unterweisen ist Thomkin Tanar, anwesend. Thomkin Tanar hat sein können als Luftschiffkapitän schon bei der Eroberung des Wychtlgebirges unter beweis gestellt. Er befehligte die Duc Varden Honore, das Kampfluftschiff Souvagnes. Nicht im Kriegseinsatz ist er Kapitän der Bernard Pomeroy. Die Bernard Pomeroy ist ein Luftreiseschiff unter der Führung von Kapitän Thomkin Tarranar, welches für besondere Flüge, zum Beispiel die der Krone, genutzt wird. Wir dachten ein Schiff wäre ein passendes Geschenk für Euch, aber welches Schiff hat der Ducca von Ledvicco noch nicht? Ein Luftschiff", erklärte Linhard respektvoll wie aufgekratzt.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Linhard und Tazio hatten sich schon im privaten Rahmen kennengelernt. Beide junge Männer teilten eine Vorliebe für große, schnelle, protzige oder anderweitig bemerkenswerte Schiffe. Und dieses hier war der Inbegriff aller Megalomanie. Tazio liebte es schon jetzt. »Dass es den Namen unseres Vaters trägt, erfüllt uns mit Stolz und Freude. 300 Meter, 124 Skorpione! In den flachen Gewässern vor unserer Küste würde sie auf Grund laufen, würde sie keinen Auftriebskörper besitzen sondern unter Segeln fahren. Wir werden eine Mannschaft zusammenstellen, die der Duca Ernesto Sirio di Ledvicco zur Ehre gereichen wird. Wo ist sie nun? Wir würden sie gern in Augenschein nehmen.«

Linhard von Hohenfelde
"Sie gehört nicht ins Wasser, sie gehört in die Luft. Deshalb hat sie auch Füße, damit sie landen kann. Andernfalls benötigt sie eine Landeplattform, also einen Turm. Dort wird sie dann vertäut und kann in der Luft stehen bleiben. Das sie den Namen Eures Vaters trägt, war der Wunsch der Ducachessa, sie sagte das erste Luftschiff soll den Namen Eures Vaters tragen. Damit er immer noch bei Euch weilt. Sie ist auf dem Weg hierher und dürfte bald hier ankommen. Vielleicht in einer halben Stunde oder einer Stunde. Je nachdem wie der Wind weht, dann ist sie mal schneller oder langsamer. Aber eines sind Luftschiffe immer - lautlos. Was sie zu hervorragenden Überwachungs- und Angriffsschiffen macht. Euer Luftschiff hat eine große Anzahl an Privatkabinen und oben auf dem Deck sogar einen winzigen kleinen Palast, damit es Euch an nichts mangelt. Es wurde an alles gedacht", sagte Linhard und verkniff sich ein Grinsen.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio sah, wie Linhard sich mit seinem ernsten Gesicht abmühen musste und es ging ihm selbst kaum besser. Da in Ledwick der Adel maskiert ging, war das Trainieren eines todernsten Gesichtsausdrucks nicht so wichtig wie in Souvagne und auch Tazio entglitten manchmal die Mundwinkel in die eine oder andere Richtung. Gerade zogen sie sich breit nach oben hin auseinander, während die Maske für ihn die Form wahrte. »Ich erkläre die Versammlung für beendet. Die Familie möge sich bitte in meiner Amtsstube zu einer privaten Unterredung einfinden.« Er wartete, bis die Anwesenden sich verstreuten, gab den Pretorianos ein Zeichen, dass er sich erheben wollte und tat anschließend genau das. Er bot seiner frisch gekrönten Ducachessa den Arm an. Glücklich führte er sie in die Amtsstube, die so blau und weiß möbiliert war wie der Thronsaal, aber um einiges gemütlicher. »Nello«, rief Tazio, damit sein Leibdiener ihm die Maske und die Krone vom Haupte nahm, so wie die übrigen Insignien der Macht, während seine neue Familie eintrudelte.

Vianello Leonardo
Der Duca de Ledvicco hatte kaum ausgesprochen, da war sein Leibdiener auch schon an seiner Seite. Vianello befreite den Duca von seinen Amtszeichen, den Reichsinsignien. Er begann mit den kleinsten Zeichen, nahm sie huldvoll entgegen und bettete sie auf samtene Kissen die er in die Schatzkammer brachte und endete mit dem mächtigsten Staatssymbol - der Krone. Danach blieb er abwartend vor der Ducachessa stehen und deutete kaum sichtbar auf die Maske. Die Maske und die Krone von Verrill brachte Vianello ebenfalls zurück in die Schatzkammer und ließ diese wieder verschließen. Wie üblich stellte er sich hinter den Stuhl seines Herrn und wartete mit freundlicher Miene ab, stets bereit ihm zur Hand zu gehen. Als alle geladenen Familienmitglieder anwesend waren, ließ Vianello Erfrischungen wie auch leichtes Gebäck reichen, falls jemand noch etwas Durst oder Hunger haben sollte. Nachdem auch dies geschehen war, schloss er die Amtsstube und stellte sich wieder hinter Tazio.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien betrat in Begleitung seiner drei Ehefrauen und Fabien die Amtsstube von Tazio. Ihm folgten Dreux, Ciel und Olivie. Alle in Begleitung ihrer Leibdiener und Zofen wie auch Partner, bis auf Dreux. Linhard folgte als Letzter, da er noch aus dem Fenster gespäht hatte, ob man das Luftschiff bereits sah. Sie nahmen Platz und warteten gespannt ab. Max erhob sein Glas und prostete Tazio zu. "Auf Dich mein Schwiegersohn", sagte Maximilien glücklich.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Als Vianello die Insignien verwahrt hatte, griff Tazio ihm von vorn sanft ins Genick und drückte lächelnd seine Stirn an die seines Leibdieners, ehe er ihn wieder losließ, damit er seiner Arbeit nachgehen konnte. Er selbst ließ sich auf einem der türkis gepolsterten Stühle aus Walbein nieder. Er gab der Zofe von Verrill ein Zeichen, ihren Stuhl näher an seinen heranzurücken, weil er Verrills Hand festhalten wollte. Er wartete, bis alle saßen und als Maximilien das Glas hob, hob er auch seines und als alle so weit waren und sich zugeprostet hatten, tranken sie einen Schluck. Tazio stellte sein Glas wieder ab. »Die Duca Ernsesto Sirio di Ledvicco ist genial«, rief er begeistert. »Ich denke, es wäre das geeignete Luftschiff, um den Zwergen zu ihrem Grab zu verhelfen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schmunzelte Tazio gut gelaunt an. "Das sehe ich ebenfalls so, aus diesem Grund reist sie unter voller Bewaffnung an. Sobald sie den Ledwicker Luftraum erreicht hat, kannst Du gerne auf Dein Schiff umsteigen. Natürlich mit Verrill, wenn Du möchtest. Ich hatte vor zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wir haben in der Azursee folgendes Problem, die Farisin. Dabei handelt es sich um ein sehr eigensinniges Echsenvolk. Eigensinn ist keine schlechte Eigenschaft, wenn sie nicht in Mord gipfeln würde. Dir als Duca einer Seefahrernation muss ich nicht erläutern, wie wichtig Frischwasser ist. Sollte ein Fremdländer unsere Küste anreisen und signalisieren, dass er nur Frischwasser aufnehmen möchte, würden sogar wir es gewähren. Aus Überzeugung und dem uralten Gesetz heraus, Wasser muss frei sein. Das Wasser gehört jedem. So wollten schon einige Schiffe dort Frischwasser tanken, wurden aber von den Farisin angegriffen. Dieses Verhalten musste die Mannschaft der Mouette als erste teuer bezahlen. Sie wollten nicht einmal Frischwasser laden, sondern nur kateographieren. Nachts kamen die Echsen an Bord und meuchelten viele Mannschaftsmitglieder unserer Mouette. Unter anderem wurde dabei scheinbar mein Halbbruder getötet. Von diesem wusste ich damals noch nichts. Und ein heutiger Kapitän wurde schwer verwundet. Das lies der Mann nicht auf sich sitzen und 193 führte er selbst einen ungenehmigten Racheschlag durch. Dabei wurde er allerdings noch schwerer verwundet. Seine Rache gipfelte in einer Art Manie. Wenn man seinen komplizierten Hintergrund bedenkt, kann man ihm seine Rachegelüste bezogen auf seinen verlorenen Ehemann nicht verdenken. Aber seine Gelüste und der Wunsch nach Rache hatten einen realen Grund, die Gefahr der Farisin. Anstatt alleine loszuziehen, hätte er uns informieren müssen. Wir hätten dafür gesorgt, dass dieser Gefahr Einhalt geboten wird. Ciel musste leider erleben, dass dieser Kapitän sich fester festbeißen kann als jede Bulldogge und so geriet er ebenfalls mit in den Strudel. Der Mann war krank aus Trauer. Du würdest ihn verstehen Tazio, aber deshalb kann ich keine Selbstmordaktion gutheißen, wo er 200 Mann mitnimmt. Er hat freiwillig davon abgelassen und sich freiwillig in Behandlung begeben. Ich möchte die Farisin beseitigt wissen. Sie töteten Souvagner, sie haben somit unsere Rache heraufbeschworen. Das heißt, ich werde Kapitän Mancini seine Rache gewähren, allerdings in Begleitung der Mouette und eines weiteren Schiffes. Und ich möchte das Ciel an Bord der Choucas ist um ihm beizustehen. Das heißt Tazio, wir führen einen gemeinsamen Endschlag. Du wirst die Zwerge auslöschen und ich die Farisin", erklärte Max freundlich.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Die Insel Firasani«, überlegte Tazio, während er Verrills Hand streichelte, »hat einen aktiven Vulkan. Diesen könnte man nutzen, um die Ladung ins Innere zu bringen. Wenn die Sprengsetze tief im Herzen allen Gesteins detonieren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein riesiges Loch in die obersten Schichten gerissen werden, welche die Azursee von der Unterwelt trennen. Und dann wird auch Niewar durchgespült, während die Farisin von der heißen Druckwelle und den herausgeschleuderten Gesteinsbrocken getötet werden. Ist dieses Szenario realistisch, was sagen die souvagnischen Gesteinskundler?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nickte. "Das wäre machbar, aber wir möchten die Insel behalten. So würde sie Gefahr laufen, eingeebnet zu werden. Es sei denn, wir lassen die Sprengladung durch den Vulkan wie durch einen Rohrschacht fallen und sie detoniert er unterhalb der eigentlichen Wasserlinie, also unter Meeresspiegel. Das wäre machbar, denn Du verschickst die Rohrpost und wir lenken die Handtaschen ab. Das heißt, die Farisin würden den Eingang freimachen für die Vernichtung der Zwerge. Das klingt doch gut oder nicht?", sagte Max freundlich und wandte sich an Ciel. "Was sagst Du dazu?"

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill verschränkte ihre Finger mit denen von Tazio und streichelte seine Handfläche. Das was sie hörte gefiel ihr. Tazio benötigte seine Rache und er musste es sein, der den ersten Stein warf. Oder besser gesagt die erste und zugleich letzte Bombe fallen ließ. Damit den Zwergen genau das um die Ohren flog, was sie Tazio auf so grausame Weise entrissen hatten, die eigene Heimat. "Die Insel zu erhalten ist eine gute Idee und wird die Mannschaft der Choucas sicher freuen. Zudem können wir sie als Lehen damit beanspruchen. Das wäre eine schöne Belohnung für Boldiszar und seinen Mann, zeigt es doch dass die Agenten nicht nur rehabilitiert wurden, sondern auch dass man sie willkommen heißt. Und ich denke Boldiszar wird die Geste besonders zu schätzen wissen. Er hielt stets zu seinem Mann und dennoch zu Souvagne, er bekam den Spagat hin. Das muss man ihm lassen. So wären zwei Gefahren ausgeschaltet und der Vulkan wird vielleicht versiegen, was auch nicht schlecht ist. Und ich muss sagen, ein schwer anständiger Zug von Dir Ciel, Vano die Hand zu reichen. Nach alledem war das sicher nicht leicht. Ich bin froh dass ich Dich und Lin wohlbehalten wieder bekommen habe, ebenso Dich Fran. Wenn Du ihn begleitest Ciel ist er unter Bewachung, aber er weiß auch, dass Du als Kamerad an seiner Seite stehst. Das zeigt ihm, dass er sich auf Souvagne verlassen kann. Damit hatten dann Boldi, Du und Paps Recht. Er hätte sich an Euch wenden können. Er mag etwas schräg sein, aber er ist ein guter Mann, dass darf man nicht vergessen. Gleiches sagte man ja auch öfters über mich, dass ich etwas seltsam wäre", sagte Verrill und grabbelte Tazios Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
»Der Schacht müsste bis in eine ausreichende Tiefe offenliegen, da er sich selbst regelmäßig freisprengt«, sprach Ciel. »Zumindest ist es das, was man mir mitteilte. Silvano nur als schräg zu bezeichnen, ist sehr geschmeichelt. Aber er ist auch ein äußerst fähiger Kapitän, das muss man ihm lassen und ich frage mich, wie er darauf reagieren wird, wenn seine Rache tatsächlich erfüllt wurde. Wird es ihn tatsächlich von seinem Wahnsinn heilen? Oder wird er anschließend in ein Loch der Depression stürzen, weil er keine Aufgabe mehr hat? Wir werden es erleben. Wichtig ist für uns, dass wir aus gewaltiger Höhe zielen, damit uns die Druckwelle nicht erfasst, was eine hervorragende Navigation erforderlich macht. Oder aber die Detonation muss zeitverzögert erfolgen.« Er musterte die Hände von Tazio und Verrill, die liebevoll miteinander spielten. So wie es aussah, war die Hochzeitsnacht zu ihrer beider Zufriedenheit verlaufen. Ciel musste rasch einen Schluck trinken.

Francois Grimard
Fran folgte Ciels Blick und schmunzelte wehmütig. Die Wehmut galt Ciel, er wusste es vermutlich selbst nicht, aber all jene die er um sich scharrte liebte er. Und es tat ihm weh zu sehen, wenn diese in andere Hand übergingen. Ob es nun Olivie war oder Verrill. Fran strich Ciel zärtlich über den Kopf, bis in den Nacken und dort ließ er seine Hand liegen um ihn zu kraulen. Wer Ciel unterstellte gefühllos zu sein, begriff nicht, dass sein Garsten unterdrückte Liebe war. Eifersüchteleien, Trauer, Verlustangst, Frust, Wut, Sehnsucht und daraus sein sehr komplizierter Mix, den Ciel selbst nicht verstand aber tief in seiner Brust als etwas Drückendes und Beklemmendes fühlte. Er hatte Verrill geliebt und nun gehörte sie einem anderen Mann. Zwei Männern sogar. Das Ciel selbst zwei Männer hatte, machte die Sache nicht besser. Ging es nach Ciel hätte er vermutlich 20 Männer und er würde versuchen allen gerecht zu werden. So war er. Er war gerecht, er versuchte es allen Recht zu machen und er versuchte auf seine Weise die Welt zu retten und das zudem noch in seinem Tempo. Fran nahm Ciels Hand, streichelte sie für einen Augenblick und legte sie dann auf seinen Bauch. Eine Erinnerung daran, wer dort auf ihn wartete und nichts weiter als Urvertrauen und Liebe zu ihm empfand. Es gab keinen Grund für Wehmut, Verrill ging es gut, sie waren eine Familie und schon bald würde die eigene Familie von Ciel wachsen. "Von Detonationen oder so etwas habe ich keine Ahnung. Aber wovon ich Ahnung habe ist von Silvano. Ich diente lange als Schiffsarzt unter ihm und ich kann sagen, er ist wirklich ein sehr guter Kapitän. Es gibt Menschen für die ist es einfach ein Beruf, dann für andere eine Berufung. Und dann gibt es noch jene die eins mit dem Meer sind. Die es auf unerklärliche Art verstehen und scheinbar mit ihm sprechen können. Dazu gehört er, er spürt wie das Schiff sich verhält oder verhalten muss. Und so gut er auf dem Wasser ist, so unbeholfen ist er manchmal an Land. Wie sagte Conni einmal? Mon Dieu - ein Hai sollte nicht an Land jagen. Womit er Recht hat. Zum Thema Loch und Depression, das wird meiner Meinung nach nicht geschehen Schatz. Solange er scheinbar versagte und die Farisin nicht töten konnte, war er gefangen in diesem Loch. Ihm das zu erlauben, heißt ihn davon zu befreien. Ich denke Du wirst ihn so kennenlernen, wie wir ihn an seinen besten Tagen erlebt haben. So wie er sein sollte, ohne den Zwang Rache zu üben, üben zu müssen. Wenn Du mit ihm reist, wird ihm das immens viel bedeuten. Das wird er Dir hoch anrechnen. Er ist kein Mensch der viele Freunde hat, eben weil er seine Eigenarten hat. Aber hast Du ihn als Freund, dann kannst Du Dich immer auf ihn verlassen. Ich konnte mich immer und jederzeit auf ihn verlassen. Er hielt sich jetzt nur fern aus Angst vor Dir und weiterer Bestrafung. Und Du selbst bist ja auch nicht ohne. Du bist zwar kein Seesoldat, aber Du warst an der Front und auf Farisin wirst Du festen Boden unter den Füßen haben. Wobei, ich würde sagen, betretet Farisin nicht, sondern beschießt es von der Luft und von der See, aber bleibt von dem Flecken weg, solange dort noch Echsen hausen. Schmeißt ihnen das Zeug auf die Flachschädel, das Ihr auch den Wychtln verpasst habt", schlug Fran vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte Frans Bauch und blickte zu ihm hinauf, in seine moosgrünen Augen. Er lehnte den Kopf sanft gegen den Bauch, ganz vorsichtig, um ihm nicht wehzutun und fühlte, ob die zwei Kleinen sich schon regten. »Ich habe nicht vor, an Land mit dem Säbel gegen die Nichtmenschen zu kämpfen, Tini«, sagte er sanft. »Ich bringe mich nicht in Gefahr, wenn es nicht sein muss, bevor ich nicht weiß, dass wir vollzählig sind und es dir gut geht.« Was die Geburt anging, hatte Ciel große Sorge, noch mehr als um Verrill, denn Francois war weitaus maskuliner gebaut. Heiler, Bluthexer, sie alle wären da und würden alles geben, damit Francois und die Kinder überlebten. Ein Füßchen knuffte ihn zart und blieb als Beule auf dem Bauch dort, wo es war, als das Baby sich streckte. »Vermisst du deine Arbeit an Bord der Choucas und die Mannschaft? Manchmal hört es sich so an.«

Francois Grimard
Fran kraulte Ciel etwas fester und küsste ihn liebevoll. "Ja und selbst wenn, Du kennst mich, dann hole ich Dich eben von der Insel ab. Ob nun Julien vor mir davon läuft, oder eine Herde Echsen. Heißt das bei denen überhaupt Herde? Keine Ahnung, jedenfalls ein Haufen Echsen. Ob ich meine Arbeit vermisse? Ach Ciel Schätzchen, Du hast keine Vorstellung davon, wie sehr ich meine Arbeit vermisse. Einfach das gute Gefühl, für andere da zu sein. Wenn sie ein Problem haben, kommen sie zu Dir und Du weißt, Du wirst Dein Bestes geben um ihnen beizustehen. Mein Beruf, ist meine Berufung und ich werde hoffentlich irgendwann wieder arbeiten können. Vielleicht ehrenamtlich irgendwo, oder als Unterstützung auf der Tordalk, wenn wir nach Arashima fahren. Wer ist denn dort Bordarzt? Ich finde das es generell viel zu wenig Heiler gibt. Jeder wünscht sich Krieger zu werden, aber Heiler? Heiler ist ein ebenso ehrbarer Beruf und glaubt mir, man kämpft da öfter als einem lieb ist. Nur eben an einer ganz anderen Front zu ganz anderen Bedingungen. Und das wundervolle daran ist, nicht der Tod ist das Endziel, was man erreichen möchte, sondern das Leben. Kann es was schöneres geben? Ich finde nicht", sagte Fran und schmiegte sich an Ciel, während sie mit einem Finger der freien Hand auf das Füßchen drückte. "Sie toben rum, sie kommen nach Dir", lachte Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel äugte schuldbewusst nach oben, als Francois Julien erwähnte. Der wartete wohl noch immer brav in seiner Sitzecke. Seit wie vielen Stunden nun? Hoffentlich wurde er nicht allzu müde, ansonsten hätte allenfalls noch Conni seine Freude an ihm. Wobei ... Ciel schob den Gedanken schnell beiseite, ehe sich Bilder formten. »Du weißt, Liebling, ich kehre immer zu dir zurück, immer. Auch in unseren Adern fließen einige Tropfen ledwicker Blut.« Er schmunzelte ihr zu. »Wie die Mannschaft der Tordalk zusammengesetzt ist, wird Boldi wissen. Es ist schließlich sein Schiff. Frage ihn doch einfach. Aber erst nach der Entbindung und Genesung, vorher hast du Verbot. Danach kannst du meinetwegen arbeiten, so lange es in meiner Nähe ist. Ja, Heiler ist ein sehr ehrbarer und wichtiger Beruf, darum habe ich ebenso eine entsprechende Ausbildung gewählt. Nur leider kann man nicht jeden Feind von seinem Irrsinn heilen und dann hilft nur noch das Schwert. Papa könnte es dir genauer erklären.«

Francois Grimard
Fran küsste Ciel auf den Mund und auf die Stirn. "Das weiß ich und falls Du mal etwas zu lange brauchst, hole ich Dich ab. Nein vorher werde ich auch nicht arbeiten, dazu bin ich meist auch viel zu müde. Das gebe ich ehrlich zu. Eine gute Idee, ich werde mich mal mit Boldi unterhalten. Damit ich auch weiß, wer für Dich dort an Bord ist. Falls ich Dich nicht begleiten kann. Ich hatte nicht vor Feinde zu heilen Ciel", lachte Fran. "Ich hatte vor Heiler auszubilden, für Ledwick zum Beispiel", erklärte Fran liebevoll.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Heiler können wir gebrauchen, Francois«, antwortete Tazio erfreut. »Wenn du so weit bist, melde dich und dann organisieren wir alles. Feinde wie die Farisin oder Zwerge kann man nicht heilen, denn Nichtmenschlichkeit ist unheilbar. Da hilft nur sie zu vernichten, zum eigenen Schutz. Maximilien, du malst dir nicht aus, wie sehr ich mich auf diese Gelegenheit freue und wie dankbar ich dir bin. Die letzte Handlung nach der Vernichtung wird sein, die Gebeine der gefallenen Almanen in der Steppe zu suchen und ihnen ein Grabmal zu schaffen. Denn ob ich meinen Vater finde und noch identifizieren kann ist zweifelhaft, es sei denn, ich lasse mir von einem Nekromanten helfen.« Er überlegte. »Warum eigentlich nicht.«

Linhard von Hohenfelde
"Mein Vater Marquis Brandur von Hohenfelde ist ein erstklassiger Nekromant. Er kann Dir sicher dabei helfen, Deinen Vater zu identifizieren. Und er wird die Gebeine der Almanen mit Leichtigkeit finden. Ein Vorteil hat die Wüste dann schon, die Leichen verrotten dort nicht so rasch. Manchmal mumifizieren sie sogar. Damit möchte ich sagen, dass Du keine Angst haben musst, dass es ein fauliger oder verwesender Leichnam ist. Wobei man Leichen generell nicht fürchten muss. Tote tun einem nichts zu Leide, es sind die Lebenden die man fürchten muss und ab und an Untote. Ich habe einige Nekromanten in der Familie, aber mit Brandur bist Du auf der sicheren Seite. Denn einige sind Spaßvögel und Spaß können wir bei der Sache nicht gebrauchen. Wirst Du die Gefallenen zurückholen? Das fände ich eine schöne Geste. Vielleicht einen Ort der Erinnerung und Mahnung - ein Kriegerdenkmal für die Gefallen. Die uns zeitgleich sagen, das Almanen nur für Almanen einstehen sollten. Denn wenn man das nicht beherzigt, liegt man dort wie sie. Vergraben vom Wüstensand und vergessen von den scheinbaren Verbündeten. Sie waren schon vergessen, als sie die Tore schlossen. Das ist eine bittere Wahrheit, aber die Wahrheit schmeckt selten süß wie Honig. Ehre einen guten Feind Tazio, aber vergewissere Dich, dass er auch wirklich tot ist. Ehren wir die Zwerge und löschen sie aus", sagte Linhard so freundlich, dass das Gesagte fast unwirklich klang. Nur ein Hohenfelde konnte von einer Vernichtung sprechen, als handelte es sich dabei um eine gute Nachtgeschichte. Und Lin war noch jung, Tazio konnte sich folglich vorstellen wie dessen Familie gestrickt war.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Die Toten fürchte ich nicht - aber ihren Anblick«, gestand Tazio. »Es ist etwas Schlimmes, jemanden leblos zu erblicken, den man zu Lebzeiten kannte. Und wenn man derjenige ist, der diese Schlacht führt, fragt man sich, ob man alles richtig gemacht hat, was man hätte anders tun sollen, damit sie nicht fallen. Oder nicht so vielen. Und dann am Ende festzustellen ... dass die gesamte Schlacht ein einziger Fehler war ... das macht den Anblick noch schwerer. Aber du hast Recht. Sie gehören nach Hause. Ich werde Brandur um Hilfe bitten. Es wird ein Tempel errichtet werden über den Gebeinen oder vielleicht sogar aus den Gebeinen, zur Ehre der Gefallenen und als Mahnung an die Lebenden. In der Mitte wird der Sarkophag meines Vater liegen. Vor allem auch als Mahnung an mich. Sollte ich jemals wieder auf die Idee kommen, einem Fremdvolk beistehen zu wollen, mit dem wir kein Bündnis haben, erinnert mich daran, den Tempel zu besuchen, wo mich die Gebeine der verratenen Almanen aus leeren Höhlen ansehen.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp. "Errichte einen Tempel, ihnen zu Ehren und drinnen schmücke es mit ihren Knochen. Das nennt man ein Beinhaus. Es zeigt werden und Vergehen ein Vanitasbild, eine Mahnung der Vergänglichkeit, eine Mahnung was eine falsche Entscheidung einer Person für alle bedeuten kann. Mitleid mag eine Tugend sein, aber das war nicht die Frage um die es ging. Es ging auch nicht um eine humanitäre Pflicht, denn so eine Pflicht gibt es nicht. Oder wo steht geschrieben, dass es eine menschliche Pflicht gäbe, sich für andere ermorden zu lassen? Wo steht geschrieben, dass man sich dann von jenen den man half ermorden lassen muss? Wo? Nirgendwo. Falsches Mitleid das hingegen findet man überall verewigt, es steht auf den Grabsteinen der Gefallenen. Du kannst nichts unsgeschehen machen, Du nicht und ich ebensowenig Tazio. Bei Dir litt Dein Volk, bei mir litt meine Familie. Das einzige was wir tun können und tun müssen, ist dafür sorgen dass sich diese Zustände niemals wiederholen. Und dazu müssen wir uns erinnern und die Erinnerung wach halten. Schaffe ein Beinhaus in einem Tempel. Und schenke ihnen einen Tag im Jahr, wo der Tempel besonders geehrt wird, wo man Gaben niederlegt und sich öffentlich an sie erinnert. Und schaffe Tafeln, jeder der dort liegt den man identifizieren kann, soll auch namentlich erwähnt werden. Nichts ist trauriger als ein Denkmal des namenlosen Soldaten. Er starb für nichts und liegt dort als ein Niemand. Ist das Recht? Nein".

Tazio Ferdinando di Ledvicco
"Weise Worte, Linhard. Namenstafeln, so möglich und ein Tag ihnen zu Ehren - den Tag, als mein Vater fiel. Beides wird organisiertwerden, sobald die Gebeine geborgen sind. Zunächst gilt es, dergleichen zu verhindern, indem wir die Bedrohung ein für alle Mal vernichten. Einen schönen Namen benötigen wir für den Tempel und das Beinhaus, für die Gesamtheit."

Linhard von Hohenfelde
Linhard überlegte. "Nun entweder nennst Du es wirklich ganz schlicht, Kriegerdenkmal oder ähnlich. Tempel zur Gemahnung des Friedens, das Beinhaus des Friedens oder ähnliches. Das sie nur in Ruhe ruhen können, wenn die Bedrohung fort ist, kann ich verstehen. Denn ansonsten werden wir vielleicht wesentlich mehr Tempel bauen müssen. Keine Ahung weshalb, aber ich denke die Zwerge haben Souvagne gefürchtet. Sie waren der Meinung gegen Souvagne hätte man keine Chance. So hörte man hinter vorgehaltener Hand munkeln. Muss man gegen uns eine Chance haben? Oder muss man sich erst derart hochrüsten, dass andere gleich sehen, ich habe keine Chance kriegerisch zu siegen, also versuche ich es auf friedliche Art? Scheinbar ist dem so. Also solltest Du auch noch eines bedenken, setzte auf Abschreckung. Halte es wie Souvagne, errichte keine Limits in der Forschung. Gleich was wer erfroscht, gleich wie unwichtig es ist. Morgen kann es Dir das Leben retten. Und gleich welche Waffe Du ziehen musst Tazio um zu überleben, ziehe sie. Wie sagte mein Vater Ansgar immer? Wenn Dir jemand in der Schlacht eine Waffe reicht, beschwer Dich nicht darüber dass sie schmutzig ist. Benutz sie. Und so ist das auch. Stell Dir Ledwick als Ritter vor. Allein Dein Erscheinen muss die Feinde ins Mauseloch kriechen lassen. Du musst dermaßen Waffenstarrend auftreten, das sie wissen, an Dir begeht man Selbstmord. Folglich versuchen sie es erst gar nicht. Du hast eine Flotte, baue sie aus. Du hast ein erstes Luftschiff, sogar dafür dass es später mehr werden. Ich werde Dich mit Drachenhühnern und Prachtadlern ausstatten, oder mit Sturmvögeln, die auf dem Wasser landen können und dort auch leben. Wenn Max einverstanden ist. Und Du brauchst ganz lapidar Männer. Wirb Männer an, Männer die sich bei Dir niederlassen wollen. Ich meine es gibt viele Söhne die zweit oder dritt geboren sind. Gute Männer, die aber keine Scholle übernehmen. Schau Dir eine Familie wie die Dusoliers an, manche Familien sind riesig. Wenn Du Sohn zehn bis vierzehn eine Scholle gibst und jedes Kind belohnst, dann hast Du bald wieder eine schöne Bevölkerung. Daran musst Du auch denken", erklärte Lin freundlich.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Männer zu werben war einer meiner ersten Gedanken und wird definitiv umgesetzt. Ja, wir brauchen Männer, um das Land wieder aufzubauen und um es zu schützen, denn seit der Niederlage sind wir verwundbar. Die Verluste waren enorm, meine Familie ist untergetaucht und ich saß allein auf dem Thron mit einer Krone so schwer wie Blei und mir schien es, als bestünde der Ozean unter meinem Reich aus den Tränen der Mutter aller Leones di Marino am Meeresgrund, die um ihre gefallenen Kinder weint. Sie soll nicht mehr weinen und ich werde alles dafür geben, das zu verhindern. Unsere Kriegsflotte ist nach wie vor intakt und einsatzbereit. Die Landstreitkräfte sind es, die starben und eine Luftwaffe haben wir bisher nicht gehabt. Sturmvögel würden mir besonders gut gefallen, Linhard, wenn Maximilien einverstanden ist.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Natürlich bin ich einverstanden, es spricht nichts dagegen. Und solange Deine Armee nicht einsatzbereit ist, werden wir Dir einige Bataillone unserer Armee zur Verfügung stellen. Keine Angst, dass wird keine friedliche Besatzung, solange sie abgeordnet sind, unterstehen diese Bataillone auch Deinem Oberbefehl, bis sie zurückbeordert werden. Ferner könnten wir ins Zukunft auch eine gemeinsame Sicherung auf die Beine stellen. Wir sind nicht durch einen Vertrag verbunden Tazio, sondern durch Familienbande. Da sollte ein Bündnis vertrauenswürdig sein. Und Du siehst, wie ernst es mir damit ist, sonst hätte ich Dir nicht eine derartige Bewaffnung und Kriegsmaterial zur Verfügung gestellt. Was Fran vorgeschlagen hat, klingt sehr gut. Er kann bei uns am Hofe gerne Heiler ausbilden. Souvagnische wie auch Ledwicker, die dann bei Dir ihre Wissen weitergeben und auch arbeiten. Die Zwerge hätten Euch auf andere Art besiegt Tazio, sie hätten Ledwick entvölkert, was die Männer angeht. Nachdem die Rakshaner abgezogen wären hätten sie Euch nur noch abernten müssen wie einen reifen Apfel. Schon seltsam, dass der Zwergenkönig so vehement gegen eine Luftbrücke war. Er forderte Gerechtigkeit und Frieden, Schutz vor zukünftigen Angriffen durch die Rakshaner. Aber wer griff denn Alkena an? Und wer war nicht bereit Alkena wieder aufzubauen? Sie fürchteten die Rache des Fürsten, dabei stand die Rache in Form der Wüstensöhne schon vor ihrer Tür. Und man kann sagen was man möchte, die Rakshaner haben einen verdammt guten Job gemacht. Die angeblichen Wilden, die aus dem Dreck und Staub kamen, keine Zivilisation haben zwingen das uralte Volk der Zwerge mit all seinem Glanz und Gloria in die Knie, weil sie eine Tür einschlagen. Und in allergrößter Panik schlagen dann die Zwerge sogar den Verbündeten die Tore vor der Nase zu. Nun wie mir aus sicherer Quelle zugetragen wurde, haben die Zwerge vorher auch almanische Flüchtlinge versorgt. Das möchte ich nicht unerwähnt lassen. Dennoch sei eines klargestellt, diese Flüchtlinge hätte es niemals gegeben, hätten die Zwerge nicht Alkena dem Erdboden gleich gemacht. Es wäre kein Vergeltungsschlag der Rakshaner erfolgt. Es hätte keinen Hilferuf der Zwerge gegeben und kein Almane wäre in die Schlacht gezogen. Nun gleich welcher Fremdrassigen Hilferufe uns auch immer ereilen mögen, wir haben nur Ohren für Almanen und für Alkena. Denn widererwartend aller Logik, war es der Früst, der als erster für den Frieden sprach und zu gewaltigen Zugeständnissen bereit war. Ich vermute die Zwerge haben in ihrer eingeschränkten Tunnelsichtweise in den Tieflingen nur Monster gesehen. Gut sie mögen aus ihren Stollen keine andere Sichtweise gewöhnt sein, aber dann sollten sie der Welt nicht ihre Sichtweise aufzwingen. Wir werden der Welt einen neuen Drall geben. Das heißt wir nehmen zwei Völker aus dem Rennen. Zum Schutz und erhalt des Souvagnischen Volkes und der Almanischen Rasse - Jure´... geschworen", sagte Max und trank einen Schluck Saft.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Ich habe keine Bedenken, Max«, sprach Tazio. »Du hast in all den Jahren nie irgendwen betrogen und über den Tisch gezogen. Nie! Du hast dich immer um Gerechtigkeit bemüht und stets mehr gegeben als zurückbekommen. Und wir sind eine Familie. Warum also sollte ich dir misstrauen? Wem ich noch immer nicht ganz vertraue, das ist Felipe, der alte Fuchs. Er ist hier auf der Feier und wirkt auf seine Weise fast charmant. Aber er hat nicht mehr viel zu verlieren, das macht Menschen gefährlich. Dir jedenfalls danke ich für alles, für deinen Rat, deine Freundschaft und die Geschenke, vor allem aber, dass mein Werben um Verrill erhört wurde.« Glücklich lächelte er seine Braut an und ihm entging nicht, wie Ciel sich zufällig abwandte, um sich enger an Francois zu schmiegen. »Die Rakshaner waren, nachdem wir kapituliert haben, plötzlich nicht mehr unsere Feinde. Sie behandelten uns auf einmal wie Gäste, mit dem einzigen Unterschied, dass wir nicht gehen durften. Aber sie waren sehr anständig. So grausam sie im Krieg sind, so gut sind sie zu jenen, die unter ihrem Schutz stehen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schmunzelte Tazio freundlich an. "Dein Vertrauen ehrt mich, aber dennoch könntest Du als schlechter Erfahrung schlichtweg Angst haben. Das würde ich Dir nicht übel nehmen. Und damit so ein Gefühl zwischen uns erst gar nicht aufkommt, leihe ich Dir unsere Soldaten. Ich weiß, dass Du die Männer anständig behandeln wirst. Gerade mit Deinem Hintergrund. Nun ich habe Dein Werben erhört, da Dich Verrill erhörte. Und Du bist mehr als nur standeswürdig, Du bist mir ebenbürtig. Also was spräche gegen eine Verbindung? Nichts, es spricht sehr viel dafür unter anderem sogar dass Ihr Euch liebt. Das wünsche ich jedem meiner Kinder. Alte Männer ohne Zukunft, sind die gefährlichsten Menschen. Ja dass kann ich bestätigen und Felipe war von je her ein Intregant und ein Puppenspieler. Und manche scheinen ein Dasein als Marionette genossen zu haben. Nun besser eine Marionette als eine Handpuppe, wenn man bedenkt wo da die Hand steckt", lachte Max. "Spaß beiseite, Felipe ist nicht zu unterschätzen, er ist alt. Aber wie jedes alte Gifttier, wird er mit dem Alter nur zäher und giftiger. Tja vielleicht haben Rakshaner mehr Anstand als Zwerge. Ich habe mich einmal sehr ausführlich mit Khawa unterhalten. Einige Sichtweisen sind unseren ganz ähnlich, andere sind natürlich extrem unterschiedlich. Aber dennoch habe ich es zum Beispiel Tarkan hoch angerecht, dass er in Ehveros zu dem Versagen seines Volkes bezüglich der Nekromantie offen gestanden hat und um Hilfe bat. Waren die Zwerge so ehrlich, als sie um Hilfe schrien? Wieder ein Sprich auf der Negativ-Seite. Nun bald machen wir einen kompletten Strich unter die Zwerge. Wann?", fragte Max freundlich, während Fabien ihm die Haare zusammenband da er einen Keks aß.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Am letzten Tag der Feier«, antwortete Tazio. »Als krönendes Finale. Apropos Krönung, Liebling, ich habe mehrere Kronen für dich anfertigen lassen, falls du mal nicht entscheiden kannst, als wer du dich geben möchtest«, sprach Tazio schüchtern. »Ich müsste zählen, aber es ist eine ganze Regalvitrine für sie eingerichtet worden. Natürlich alle mit Muscheln. Für die Ducachessa gibt es ja keine feststehende Tracht wir für den Duca, so bist du flexibel. Ich habe sogar eine fertigen lassen, die eher schlicht ist, da Souvagner nicht so viel Schmuck tragen und ich dachte, so kannst du auch mal deinen souvagnischen Tag haben, wenn dich das Heimweh plagen sollte.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill küsste ihren Mann liebevoll und schenkte ihm ein breites Lächeln. "Nun bevor ich Heimweh habe, solltest Du mich erstmal ankommen lassen. Und bis jetzt habe ich kein Heimweh, was nicht gegen Souvagne spricht, sondern für Ledwick. Das mit den Kronen ist total lieb von Dir, ich werde sie mir alle anschauen und jede ausprobieren. Zudem habe ich beschlossen, werde ich... also ich werde... meine Haare lang wachsen lassen. Mit langen Haaren sehe ich anders aus. Wenn sie über mein Kinn reichen, wirke ich anders. Das ist schwer zu erklären, aber leicht zu zeigen. Sekunde", bat Verrill und beugte sich kurz nach vorne um ihre Haare durchzuwuscheln, während Vianello sie sofort an der Schulter fasste und sanft zurückzerrte. "Nicht, denkt an Euren Bauch", erinnerte er respektvoll. Verrill musterte ihn kurz und nickte dann erfreut. "Danke", sagte sie schlicht und kämmte sich die Haare mit den Fingern durch, so dass sie einen Bob trug und die Haare nicht hinter ihren Ohren klemmten. Die Strenge aus den Haaren genommen ließ auch ihr Gesicht weicher erscheinen, weiblicher. Tazio konnte sich so ungefähr vorstellen, wie sie mit langen Haaren aussehen musste. "Was sagst Du dazu?", fragte sie etwas schüchtern. "Sehr hübsch", lobte Vianello und er meinte es auch so und nickte Tazio aufmunternd zu, was die anderen grinsen ließ.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio sagte jedoch nicht sofort etwas, sondern schaute sich Verrills Gesicht in Ruhe an, ehe er lächelte und sie auf den Mund küsste. »Du siehst weiblicher aus damit. Es ist sicher praktisch, wenn du je nach Stimmung einfach dein Aussehen so einfach ändern kannst. Du kannst mich jeden Morgen erneut überraschen. Und schön bist du immer. Soll ich dir deine Kronen zeigen?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill lächelte Tazio erfreut an. "Sehr gerne, ich bin gespannt was Du für mich ausgesucht hast. Ich dachte einfach mit langen Haaren habe ich mehr Möglichkeiten und sie zeigen Stand. Und ich habe hier mehr Stand zu zeigen. Und ich möchte mich zeigen. Gehen wir oder werden sie hergebracht?", fragte Verrill neugierig und aß einen Keks. "Ich werde Deiner Hofbäckerei einige meiner Rezepte geben", sagte sie und schluckte den Keks herunter.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Wir gehen«, sprach Tazio und daran, wie verliebt er Verrill ansah, konnte man leicht erahnen, dass es ihm nicht nur um die Kronen ging. Er erhob sich. »Danke noch einmal an euch alle für euer Erscheinen und für die wundervollen Geschenke. Wir begeben uns nun zur Ruhe. Feiert noch schön, die Feier geht alle fünf Tage am Stück durch, es werden keine Pausen gemacht in der Bedienung und dem Nachfüllen des Buffets. Wir sehen uns morgen!« Tazio bot seiner Braut den Arm an.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill hakte sich bei ihrem Mann ein, strich Lin über die Glatze und drückte sich an Tazio. Linhard grinste beide an, nahm sich einen Keks und setzte sich zu Ciel, damit dieser sich richtig wohl zwischen seinen Leuten fühlte. Verrill nickte ihm anerkennend zu und hielt Tazio noch einen Moment fest. "Ich danke Euch ebenfalls allen für die wundervollen Geschenke, Euer Erscheinen und alles was noch folgt und bereits erfolgt ist. Wir sehen uns. Lasst es Euch noch etwas schmecken, bleibt sitzen und redet. Viel zu selten kommt die ganze Familie zusammen. Habt Spaß", sagte Verrill gut gelaunt.

Gregoire Verrill de Souvagne
Nathalie: Nathalie stand auf und umarmte Tazio und auch Verrill. Sie küsste beide auf die Wange und drückte sie liebevoll. "Ich weiß, ich habe das viel zu selten getan. Es freut mich, dass Du zweimal Dein Glück gefunden hast Verrill. Was immer wir getan haben, wir taten es aus Liebe zu Dir. Ich habe es Dir so gut wie nie gesagt und vermutlich noch weniger gezeigt, aber ich liebe Dich und ich freue mich für Dich. Nehmen wir das als neuen Anfang, jetzt wo ebenfalls Krone und ein Baby unter dem Herzen trägst. Was immer geschieht, ich hoffe Du hast mehr Mut, als wir damals hatten. Und Du stehe ihm bei, Du machst Verrill glücklich. Ich wünsche Euch das Beste", sagte die Duchesse und strich Tazio über die Wange.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Aufgeregt führte Tazio sie in die Schatzkammer und nun offenbarte sich, neben seinem Bedürfnis, der Hochzeitsnacht eine weitere Runde hinzuzufügen, warum er nicht Vianello hatte geschickt, der die Kronen holen musste. Der arme Mann wäre sehr oft hin und her gelaufen.
»Diese hier hätte auch gut zu deinem blauen Kleid gepasst.« Tazio wies auf eine Krone, die mit einer Unmenge an Saphiren verziert war:
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»Und die hier ist für deine männlichen Tage.« Die schlichte Krone wirkte tatsächlich maskuliner als die anderen. Den Blickfang bildete eine dunkle Raute aus Meeresgestein, gesäumt von wenigen, geradlinigen Muscheln:
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Eine Krone, die Tazio besonders gefiel, war aus in Scheiben geschnittenen Muscheln gefertigt, so dass das Innenleben der Gehäuse Ornamente bildeten, die an Laub erinnerten:
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Bei einer Krone ragten die Muscheln wie Zacken senkrecht empor:
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Sogar eine Kinderkrone war dabei, die für den Kronerben gedacht war:
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Weniger Krone, mehr Kopfputz bildete eine mit blauen, an Flossen erinnernde Formen verzierte Halbmaske:
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»Das hier finde ich auch elegant«, sprach Tazio und zeigte eine Krone, die sogar die Ohren bedeckte und zu der mehrere Muschelschmuckstücke für den Hals gehörten:
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Eine Krone erinnerte an eine Frisur aus weißen Stacheln, da sie aus hunderten kleiner weißer Muscheln bestand:
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»Die hier ist aus Leder und darum schlichter, aber sie gefiel mir trotzdem. Sie ist auch was für deine männliche Seite.«
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»Die hier ist zu protzig geraten, die sieht hoheitlicher aus als meine Krone«, lachte Tazio und zeigte auf eine Krone aus grünen Korallen:
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»Die vergoldete finde ich auch sehr majestätisch:«
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Als Verrill mit dem Regal fertig war, entdeckte sie, dass noch ein zweites dahinterstand:
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»Ich hoffe, du bist mit der Auswahl zufrieden«, sprach Tazio und hielt ihre Hand.
»Sonst können wir die Auswahl auch noch erweitern.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill wusste gar nicht wo sie zuerst hinschauen sollte. Von schlicht, bis elegant, über extravagant und gewagt, es war alles dabei und zu jedem Anlass würde sich eine passende Krone finden. Aus dem zweiten Regal nahm sie die Krone mit den leicht rötlichen Jacobsmuscheln und setzte sie sich aufs Haupt. "Die Jacobsmuschel gibt es auch in der Azursee, sie wird sehr gerne gegessen. Diese Krone ist schlicht und schön, aber auch die ganz blaue hat was besonders. Alle haben was besonders. ich kann gar nicht sagen, welche ich zuerst tragen möchte. Drum wählte ich diese mit den Jacobsmuscheln. Welche Muschel wird am liebsten in Ledwick gegessen Schatz? Bei uns die Auster und die Jacobs. Dazu reicht man leichten Weißwein und Rose. Ich mag beides nicht, ich mag die Muscheln schön kross gebraten und dazu ein Schwarzbier. Nun später wird es wieder Bier für mich geben", sagte Verrill und legte die Krone vorsichtig beiseite und drückte sich an Tazio. "Linhard weiß bescheid, wenn das Würmchen auf der Welt ist, benötigen wir eine Amme. Bitte besorge eine und nach der Geburt, gehören wir uns allein. So lange bis wir ein Kind gezeugt haben. Er wird uns nicht stören, er möchte Dir nicht in die Quere kommen, er weiß wie wichtig das für Dich ist. So wichtig wie es ihm ebenfalls war. Nur bei Dir ist es um ein vielfaches wichtiger Tazi. Lin wird für die nächste Zeit Ciel und die anderen auf ihre Expidition begleiten. Ich meine, dass hatte er auch sicher so vor, er ist gerne unterwegs. Er hätte mich damals gerne dabeigehabt. Vor meiner Schwangerschaft. Danach nicht mehr aus Sorge und davor wollte ich nicht aus Angst. Drum sei unbesorgt, ich hoffe das ich Dir bald ebenso ein Kind schenken kann wie Linhard. Und ich hoffe, dass alles gut geht. Ich verlasse mich auf Euch und besonders auf Dich. Mit Dir werde ich meine eigene Reise antreten, die Reise durch Ledwick und so manche andere Reise auch", flüsterte sie ihm ins Ohr und biss liebevoll hinein. "Ich liebe Dich Tazio, Du bist ein erstklassiger Gefährte. Leise, von stiller Natur und dennoch präsent und stark, wie ein Berg. Nur sind Deine Gipfel nicht eisig, sondern der Schnee ist heimlicher Zuckerguss", sagte sie liebevoll und setzte die blaue Krone auf. "Du darfst mich auf Zimmer entführen zum verführen Schatz", schmunzelte sie.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
Tazio küsste sie so innig, dass sie spürte, wie sehr er sich auf die »Entführung« freute. Nur zu gern hätte er sie zu diesem Anlass getragen, doch das Kleine ging vor. So führte er sie am Arm hinauf. »Ich werde eine gute, liebevolle Amme mit großen Brüsten aussuchen, damit das Kleine immer ausreichend zu trinken hat. Es soll kräftig werden und die Amme wird viel Fleisch und fetten Fisch zu essen bekommen, heiße Büffelmilch und Fruchtsalate. Ich werde mir ihren Speiseplan ansehen und daran hat sie sich zu halten, so lange sie das Kind von dir un Linhard stillt. Bevor Linhard auf Reisen geht, möchte ich ihn auch gern einmal in Ruhe sprechen«, erklärte er. »Wir verstehen uns sehr gut, doch noch haben wir auch nicht zusammen gewohnt für längere Zeit. Da ist es wichtig, zu besprechen, welche Vorstellung man von dem Zusammenleben hat. Du möchtest bei mir wohnen. Lebt Linhard dann allein? Wenn ja, möchte er in der Nähe sein oder eher seine Ruhe haben? Solche Dinge.« Als Verrill so lieb von ihm sprach, lächelte Tazio verlegen. »So etwas Schönes hat noch nie jemand zu mir gesagt. Ich hoffe, du wirst in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch genau so von mir denken.«

Gregoire Verrill de Souvagne
"Vermutlich werde ich dann völlig anders von Dir denken, Tazio. Denn bis dato wirst Du mir noch ganz andere Seiten von Dir offenbart haben. Und Du wirst mir Dinge bewiesen haben, von denen ich immer träumte und ab heute real werden lassen kann. Du wirst uns hoffentlich einige Kinder schenken und Du wirst mich hoffentlich stets als mehr sehen. Unsere Freundschaft wird sich genauso vertiefen wie unsere Liebe. Wir werden nicht nur Eheleute sein, sondern auch Duca und Ducachessa, wir werden nicht nur Eltern sein, sondern auch Vater und Mutter eines Landes. Und wir werden jene sein, die Ledwick neu aufbauen, es beschützen und ausbauen. Über das wie, werden wir uns Gedanken machen. Und gleich was Du entscheidest, ich stehe immer hinter Dir. Um Dir Halt zu geben, Dich zu beraten, oder einfach nur um Dir nahe zu sein. Also nein, ich werde nicht das Gleiche fühlen. Ich fühle ja jetzt schon nicht mehr das Gleiche, das ich fühlte als ich Dich kennenlernte. Du hast mich als die Person geliebt die ich bin Tazio, das taten bis jetzt nur wenige und Du bist einer davon. Und Du hast mich ebenso körperlich geliebt - weder Greg, noch die Frau, sondern Verrill. Was die Amme angeht, das finde ich sehr gut durchdacht von Dir. Und bitte eine private Amme die nur für unser Kind da ist. Ich möchte nicht, das sich unser Kind mit anderen die Brust und Milch teilen muss. Wir müssen der Frau vertrauen können. Und diese Frau soll auch später unser Kind ernähren. Ich habe mit Linhard so gelebt, wie ich mit Dir leben möchte. Zu dritt fände ich sehr schön, wenn Ihr beiden Euch darauf einigen könnt. Lin ist von Gesellschaft nicht genervt, er war immer alleine Taz. Er war viel zu oft allein, drum wird er sich darüber sehr freuen und ihr versteht Euch gut. Aber ich greife Euch da nicht vorweg, sondern besprecht das in Ruhe selbst", bat Verrill und schnelerte mit ihrem Mann zurück Richtung Gemach.

Tazio Ferdinando di Ledvicco
»Ich werde ganz offen mit Lin sprechen. So finden wir eine Lösung, die allen gerecht wird. Die Amme wird selbstredend nur für euer Kind da sein, zum einen damit es genügend Milch bekommt und zum anderen, damit es nicht krank wird, wenn das andere Kind erkältet ist. Auch muss die Amme ja irgendwann schlafen. Kleine Kinder sind manchmal sehr anstrengend, die Ammen sehen oft sehr erschöpft aus. Es ist als Außenstehender nicht ganz einfach zu verstehen, wie das Versorgen eines so kleinen Menschen so kräftezehrend sein kann, aber auch das werde ich kennenlernen. Vielleicht kann unser Kind tagsüber manchmal bei uns sein. Wir werden wenig Zeit haben, aber ein bisschen möchte ich abzweigen für unser Kleines. Ich möchte es nicht nur zeugen, sondern auch lieben.« Sie hatten ihr Gemach erreicht und Tazio hielt ihr die Tür auf. Er schmunzelte und seine Wangen glühten voller Vorfreude. »Natürlich habe ich Verrill geliebt«, sprach er. »Ich habe ja auch Verrill geheiratet.« Sacht zog er hinter ihnen beiden die Tür zu und schloss Verrill erneut in seine Arme. In sein Herz hatte er sie längst geschlossen.

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