Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

Das subtropische Großherzogtum Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein.
Das subtropische Ledwick wurde vom Krieg am stärksten gebeutelt und durch Verrat von innen geschwächt. Der totgeglaubte Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco kehrte überraschend aus dem Krieg zurück. Er setzt nun alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Doch er ist jung und unerfahren und steht nahezu allein. Vor ihm liegt eine große Aufgabe.
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Tekuro Chud

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Abgammeln im Raucherzimmer

#11

Beitrag von Tekuro Chud » Do 7. Feb 2019, 18:56

Tekuro Chud
Die Hälfte der Anwesenden schlief, die andere döste. Tekuro wälzte sich auf dem Rücke, leckte sich andauernd die Lippen, knirschte mit den Zähnen und kratzte sich an der Brust. Er fühlte sich rundum wohl und verdaute den letzten Fick. Jaques war erstklassiges Fleisch gewesen. Ein wenig zu alt und kantig für seinen Geschmack, aber wenn man die Optik außen vor ließ, gab es nichts zu beanstanden. Tekuro schmatzte und wälzte sich auf die Seite. Er bedauerte, dass sie ihn wieder hatten laufen lassen. Wäre es nach ihm gegangen, wäre Jaques noch hier und würde ihm die Anwesenheit mit seinem Gewinsel und Angstgeruch versüßen.

Bellamy Bourgeois
Bellamy gesellte sich wieder zu den Beißern und schaute sich nach Tekuro um. Dort lag er, als könnte er kein Wässerchen trüben. Aber so lag er selbst auch ständig herum. Belly machte es sich neben Teku bequem und schmiegte sich an. »War vorhin richtig schön oder? Unser Gast schien rundum unglücklich zu sein. Schade dass er so früh gegangen ist, wobei geworfen trifft es ehr. Ich glaube er hatte uns so langsam lieb gewonnen, er hat nicht mehr gebrüllt, sondern war fast so handzahm wie Patti nach seinen ersten richtigem Ausritt. Ich habe vorhin auf dem Fest Ausschau nach ihm gehalten, aber er scheint sich ein sicheres Versteck gesucht zu haben. Ich habe Boldi davon erzählt, er verpasst ja stets das Beste. Ich denke sein Prügel wäre auch heiß wie ein Ofenrohr geworden, so wie wir ihn durchgenommen haben. Und keiner gab es ihm zu knapp, beschweren kann er sich wirklich nicht. Durchgerammelt bis zum äußersten. Ich denke wir sollten ihn später suchen und dann anfangen ihm ein paar Tricks beizubringen wie den Mund schön weit aufmachen ohne zuzubeißen. Solange es noch legitim ist, sollten wir unsere Chance wahrnehmen und uns das Leben mit ihm versüßen. Er war ganz schön kratzbürstig am Anfag. Du hast ihn geknallt wie eine Dampramme und Dein alter Vater nicht minder. Sogar Patti war gut, Arbo ging sogar auch. Ach ehe ich es vergesse. Bruder Boldi sagte mir, Du meinst unsere Vereinbarung gilt nicht mehr? Wie kommst Du auf sowas?«, fragte Belly und starrte Teku an.

Tekuro Chud
»Patti wollte erst nicht. Er wollte schon wieder rumspinnen, hat es sich dann aber anders überlegt und war wieder lieb. Dann hat er Jaqes gefickt. Ich finde nicht, dass Patti das hätte tun müssen, aber Papa hat drauf bestanden. Er sagt, Patti wäre auch ein Mann. Deswegen muss der aber nicht rumficken, oder? Was sagst du dazu?« Tekuro rollte sich noch mehr auf die Seite, so dass er und Bellamy sich ansehen konnten. »Ich dachte, du hast keinen Bock mehr. Weil du nur noch mit dem dummen Schoko abhängst. Ich hätt dich trotzdem gefickt, drauf kannst du wetten. Oben, in Arashima. Ob du gewollt hättest oder nicht, Ohnezahn.«

Bellamy Bourgeois
»Das Problem dabei ist nur Tekuro, dass ich will«, lachte Bellamy. »Nein Patti hat nicht rumgefickt, sag sowas nicht. Er hat einen knallharten Job erledigt, wie wir alle. Und er war eingeladen. Das hat er doch recht gut gemacht finde ich. Du musst ihm auch ein wenig Spaß gönnen Tekuro und da war er bei Dir und hatte mit Dir Spaß, indem er Jaques bestraft hat. Und er hat ordentlich mitgemacht. Am Ende hat er es akzeptiert, er hat es über sich ergehen lassen. Der war schon gar nicht mehr richtig da, der hatte glasige Augen wie eine fieberkranke Kuh. Normal sollte man ihm dann einen Moment der Erholung geben, damit er wirder alles mitbekommt. Ich hätte ihm gerne mal das Maul aufgedrückt, aber ich habe dem Miststück nicht getraut. Mir hat es jedenfalls im Duo mit Dir gefallen. Ich glaube nicht, dass er vermutet hat, dass die Wegstrecke für ihn so hart wird. Aber Du bist der Skorpion und ich... nun ich bin was ich immer war. Ich würde gerne wissen ob er irgendwo wimmernd liegt und bei jedem kleinen Geräusch zusammenzuckt. Das schöne daran ist, wenn man ihn dann wirklich findet. Meist ist das der Moment, wo sie betteln. Dein Vater kennt sich da aus. Der Punkt wo Du sie rumbekommst zu gehorchen. Nur mir muss keiner gehorchen. Er war fast so herrlich wie Knusperfötzchen. Als ich drin war, ein pures Gewitter um meinen Marter-Pfahl der Verzückung. Bei ihm nicht anders, der hat sich ganz schön gewehrt, aber was hat es ihm genützt? Wir haben mit ihm den Boden gewischt. Wer Prince Ciel für einen Stockfisch hält, der kennt den Princen nicht. Ich hätte ihm sogar zugetraut, dass er zugesehen hätte. Boldi hatte Angst wegen Vano, weil das sein erster Offizier ist oder besser war. Aber ich konnte ihn beruhigen, dass selbst Vano das nicht witzig gefunden hätte. Nur mitgemacht hätte er sicher nicht. Dafür sind auch wir da. So eine Arbeit gehört in verantwortungsvolle Hände oder besser gesagt Schwänze. Wie gefiel es Dir?«, fragte Belly und rutschte näher. »Mein Schoko heißt Sherkal«, raunte er.

Tekuro Chud
»Ich fand`s geil«, erklärte Tekuro grinsend. »Mit dem Abrichten kenne ich mich noch nicht so gut aus. Papa schon. Und du scheinbar auch! Hattest du mal einen Sklaven? Patti war mein erster. Und nun ist er mein Mann, sagt Papa. Alles ziemlich kompliziert. Hätte dein Sherkal Jaques durchbügeln dürfen? Oder sollen? Ich find immer noch nicht, dass Patti das tun sollte. Der soll einfach rumliegen und lieb sein und da sein, wenn ich ihn brauche. Marterpfahl ist ein guter Name für deinen Schwanz«, urteilte Tekuro anerkennend. »Gut, dass du noch willst. Das macht es einfacher für dich.« Tekuro grinste. »So kannst du dir aussuchen, ob ich dich so ficken soll oder den Skorpion rauslasse. Deine Entscheidung. Vano wollte den Skorpion, so wie Jaques, und dann heulte er rum.«

Bellamy Bourgeois
»Das lassen wir besser, weil sonst enden wir beide am Ende als Matsche. Vano mein schusseliger Schwager wusste nicht was er sich wünscht Tekuro. Er hat keine Ahnung davon was der Skorpion ist, weil er seine Nudel nie als Waffe gebraucht. Du darfst ihn nicht verletzten, er gehört zu Boldi und Boldi liebt ihn sehr. Gegen eine Rauferei als Vorspiel habe ich nichts. Sicher hätte Sherkal gedurft, ich möchte gerne mal sehen was er so kann. Jaques hat den Skorpion verdient, den giftigsten aller Skorpione und Ciel hatte es befohlen, als hast Du ihm den Giftstachel ins Fleisch gejagt bis er nur noch eine zitternde, winselnde Masse war. Einen Sklaven nicht, aber ich habe so manchem und mancher beigebracht, dass man besser auf mich hört, wenn einem die Gesundheit viel wert ist. Vor allem die hochnäsigen Weiber. Einst habe ich eine Alte gestochen. Sie wollte mich hängen lassen und das ist doch eine schwere Drohung. Also bekam sie einen Ritt so dass jedes ihrer zarten Löcher gestopft wurde. Danach war sie nicht mehr ganz so vorlaut, bittelte und bettelte dass ich aufhören sollte. Aber kaum hat sich mein Finger fragend in sie gebohrt, ist sie förmlich ausgelaufen. Wer weiß wann die Stute den letzten Ausritt hatte, dass sie bissig wurde. Ein paar harte Bandagen und einige Gerten später lag sie mit hochrot erhobenen Arsch im Himmelbettchen und kassierte die erste Ladung Saft ihres Lebens in den prallen Arsch. Die Augen genauso verschmiert wie ihre nasse Möse. Also wer lügt da? Die heulenden Augen, oder das propfende, rote pulsierende Tor? Alles nur Schauspielerei. Oh nein, Du Widerling, wie kannst Du nur, Du wirst hängen.... und nebenbei grätscht sie die Beine so weit und schnell dass ich dachte sie haut sie sich selbst vor die Ohren. Als ich sie verließ, lag sie in ihrem Bett und konnte sich über mangelnde Schlagsahne nicht beschweren. Rote Pflaume mit Topping«, lachte Belly.

Tekuro Chud
»Bruder, den Skorpion hättest du nur auf Wunsch bekommen. Aber den Fick so oder so. Ich dulde so wenig wie du, dass einer seine Versprechen nicht hält. Die Möse wollte dich, also bekam sie, was sie wollte. Was heult sie da? Mösen lügen so wenig wie Schwänze. Erinnerst du dich an den Bug-Bums-Battle, wo wir Patti eingeritten haben? Die kleine rollige Sau hatte einen Ständer, als ich es ihm von hinten gab und du von vorn in seinen Fischmund rein. Hinterher tat er, als hätte es ihm nicht gefallen. Hat sich eingerollt und geschämt dafür, dass er es geil fand.« Tekuro schnurrte, als er daran dachte. »Vano mach ich nicht kaputt, keine Sorge. Aber der braucht es ziemlich oft, Boldi hat mich um Hilfe gebeten. Dem ist schon die Nudel wund und Vano hat immer noch nicht genug. Drum soll ich mittags einmal drüberrutschen. Ist mir recht. Du und Sherkal, was seid ihr jetzt eigentlich?«

Bellamy Bourgeois
»Sherkal ist mein Mann! Ist das nicht eindeutig? Du solltest echt mal aufpassen. Wie ich mich liebevoll um ihn kümmere, ich versorge, mir fast den Schwanz abgeklemmt hätte nur damit er zufrieden ist. Überall nehme ich ihn mit hin, schleife ihn an seinen Haaren hinterher. Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass wir uns lieben. Er neckt mich auch immer, er sagt immer sowas wie Du Scheißalmane, als ob ich das irritieren würde. Er bekommt seine Packung und wenn er frech wird noch eine oben drauf. Patti hat gelogen, eindeutig. Er war heiß, er war willig, er war rattig, er hat förmlich nach Deiner Nudel gebettelt. Und wie er an meiner gesaugt hat, als er Deine kassierte ich dachte der saugt mir die Mandeln durch den Abfluss. Denk mal an Vano wo Du ihn lieb gestreichelt hast vorher und auf ihm gelegen hast zum Warten. Gott was hat der Kerl gebettelt und in welcher Tonlage. Mein Schwanz fühlte sich an wie eine schwingende Stimmgabel, angefasst und abgespritz. So hat meiner noch nicht nach mir gestöhnt, Teku ich will Dich fick mich, gibs mir... ich weiß gar nicht was er da faselte aber wie... das war unheimlich und mir platzte fast der Sack. Kein Wunder, wenn er morgens aufwacht und Boldi sowas ins Ohr raunt ist nach Vano als erstes Boldis Prügel hellwach und eine Stunde später mein Bruder. Aber und hier kommt das aber - Vano braucht nicht einen der zusticht Teku. Vano braucht jemanden der sich mal für ihn bückt. Das habe ich versucht Boldi zu erklären. Geben und nehmen. Jeder gibt es ihm nur. Boldi muss sich auch mal einen wegstecken lassen. Stell Dir vor, jeder nimmt Dich, streichelt Dich, bringt Dich total auf Touren. Nur Du kommst selbst nicht zum Zug. Klar warst Du auch heiß und bist gekommen, aber Dein Lurch war arbeitslos. Das ist Vanos Problem. Wer den Mund nicht aufmacht, muss die Kimme öffnen. Wobei ich glaube er hat es Boldi gesagt. Ihr versteht Euch erstaunlich gut, kann das sein dass Ihr Euch mögt? Ich glaube ja, dass Patti schon immer darauf stand mal so durchgebürstet zu werden. Und an dem Tag war es soweit, sein Rohr stand härt wie ein Mast. Hat bei Jaques was gestanden? Dem stand nur der Angstschweiß auf der Stirn, sonst nichts«, lachte Belly.

Tekuro Chud
Tekuros Mandelaugen wurden einen Augenblick lang rund, als er ächzte: »Nee, also bücken tu ich mich nicht für Vano! Das kann der vergessen und Boldi auch. Aber Boldi hat scheinbar auch keinen Bock drauf. Dann muss Davet das machen! Weiß Davet schon davon? Ich sag`s ihm. Geht gar nicht.« Tekuro schob seinen Ärmel hoch, wo sich die schwarzen Armhaare aufgestellt hatten. »Ja, der Vano mag mich ziemlich. Ich spiel den Hütehund für Boldi, damit der nicht abhaut. Bis jetzt funktioniert das ganz gut. Sherkal ist also echt dein Mann? Dann ist er das gleiche wie Patti, sozusagen«, versuchte Tekuro sich in einer Systematisierung. »Eine Art Arkan.«

Bellamy Bourgeois
»Warum Boldi nicht möchte, sollte er Vano sagen. Wie verhält es sich mit Boldi und Davet? Beides oder gibt er da auch nur? Ansonsten wieso nicht? Davet war doch vorher auch sein Partner und gehört nun zu den beiden. Da kann er das doch für Boldi tun, wo er ihn akzeptiert. Finde ich nur gerecht«, grinste Bell. »Ganz genau Sherkal ist mein Patti-Arkan-Mann, also mein Partner. Wie das klingt, ich hatte nie einen echten eigenen Partner. Aber Sherkal ist was ganz besonderes, ich würde behaupten ich liebe ihn«, flüsterte Bell kaum hörbar.

Tekuro Chud
»Echt? So richtig?«, flüsterte Tekuro ganz leise. »Warum eigentlich? Er ist braun und bockig. Davet darf Boldi bestimmt auch nicht ficken. Boldi hatte das nur mal ausprobiert«, sprach Tekuro im Brustton der Überzeugung.

Bellamy Bourgeois
»So wie Du bei Patti? Nun ich denke wenn der andere so vorsichtig ist wie man selbst, dann... sollte man sich davor arg hüten. Spaß beiseite, warum sollte es nicht schön sein? Sherkal ist nicht bockig, er ist aufgeweckt und er natürlich ist er braun. Welche Farbe sollte er denn haben? Ich würde natürlich sagen er ist schokoladenfarben, aber braun geht auch. Ich kann Dir nicht sagen wie Boldi sonst bumst, ich weiß nur was sie vor dem Kamin machen und das ist äußerst heiß. Sherkal und mir gefällt es und wir nehmen es als das was es ist, ein köstlicher Appetitanreger und so vergnügen wir uns ebenso. Du magst ihn auch, gib es ruhig zu. Ich mag Vano auch. Damals als fast alles Leben aus mir herausgelutscht wurde, nicht bei einer Nummer, sondern bei einem Kampf von diesem Nekro da hatte ich wirklich das erste Mal richtig Angst. Angst so ein verschrumpeltes Etwas zu bleiben. Er war hat in der Heilerstube über mich gewacht und ich habe ihm befohlen Boldi zu heiraten und glücklich zu machen. Weil ich nicht wusste, ob ich noch lange auf Boldi aufpassen kann als Rosinenmännchen. Er hielt Wort Tekuro und er war nicht eine Sekunde feige im Kampf. Drum so sehr ich Boldi liebe, er muss auf seinen Mann achten. Die beiden brauchen sich wie die Luft zum atmen. Und vermutlich brauchen sie auch Davet. Aber wer der Alpha in dem Rudel ist, hat Boldi klargestellt. Es kann nur einen geben«, sagte Belly überzeugt. »Hat Dir mal wer gesagt, dass Du einen total winzige, spitze Nase hast? Irgendwie bewegt sie sich immer mit wenn Du redest. Das mag ich«, grinste Bell.

Tekuro Chud
»Menno, alle sagen, meine Nase wäre süß. Hätt ich doch nur einen Zinken wie Melville.« Unwillkürlich strich Tekuro sich über seine Nase. »Papa hat mich damit auch dauernd aufgezogen. Vano ist ein Beißer, aber manchmal unentschlossen. Wir wollten jagen, aber auf halbem Wege wollte er dann doch lieber gefickt werden. An Vano mag ich, dass er unterwürfig und zahm ist, wenn man ihn richtig behandelt. Er war sogar lieb zu Patti. Die zwei haben schön miteinander gespielt. Ich hab mit Patti gar nix ausprobiert, der Hundsfott hat mich einfach angestochen, als ich in Vano festhing.«

Bellamy Bourgeois
»Soso und der Skorpion hätte sich nicht wehren können? Du hast es ihm gestattet, steh dazu. Das ist keine Schande. Sherkal scheint keine Traute zu haben mich zu stechen. Er ist sehr schüchtern und zaghaft, was das angeht. Ich habe ihm schon mal ein paar Zeichen gegeben, aber dann dachte ich, gut wer nicht will hat schon und hab ihm einen weggesteckt. Ist ja nicht so, dass ich da ewig warte. Er ist nicht der schnellste. Aber er ist richtig schmuck findest Du nicht auch? Nein findest Du nicht, ist auch richtig so«, grinste Belly.

Tekuro Chud
»Ich hab da gar nix ausprobiert«, schnauzte Tekuro. »Hör auf, solchen Scheiß rumzuerzählen. Dein Sherkal ist viel zu braun, ich will sie weiß haben oder höchstens so ganz hellbraun wie meinen Papa. Das einzig schmucke an Sherkal sind seine grünen Augen. Da steh ich drauf. Die von Patti sind auch grün, mit langen Wimpern.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Tekuro breit grinsend, ehe er den Kopf schüttelte und ihn fest in die Arme nahm. »Du bist mir einer. Nun was die Geschmäcker angeht, zum Glück sind sie verschieden. Für mich ist Sherkal wunderschön, ist mir gleich was andere von ihm halten oder ob sie ihn hässlich finden. Ich finde ihn schön, er sieht irgendwie wild und gesund aus und weich. Also seine Haut sieht aus wie Samt und Seide, meine wie Schmiergelpapier, wie alte Wurstpelle. Und ich mag es in seine Haare zu fassen. Die sind wie Wolle, so richtig dicht, wie die Wolle von einem Teppich, sogar noch fester. Ich wollte zum Vergleich mal Davet in die Wolle packen, aber ich da fiel mir der Haken bei der Sache auf... der Haken. Ich selbst habe so drahtige Haare wie Boldi. Vano hat ganz weiche und dünne Haare. Er sollte sie sich abrasieren, die Bissel und Du solltest sie lang wachsen lassen. So schwarzbraun sind sie bestimmt, vielleicht sogar einen winzigen Schuss rot. Aber Du trägst sie so kurz das man das nicht sieht. Sei doch froh dass Du eine schöne Nase hast und nicht so einen Gesichterker wie Melville. Du hast einige schöne Körperstellen«, flötete Belly.

Tekuro Chud
Tekuro grummelte etwas Unverständliches in seinen wegrasierten Bart. Er drückte sein Gesicht einen Augenblick in Bellamys Halsbeuge, bis die Rötung seiner Wangen wieder abgeklungen war. »Jedenfalls lass ich meine Haare kurz. Sonst kann da wer reingreifen und meinen Kopf lenken. Deine sind ja auch kurz. Wie alte Wurstpelle siehst du nicht aus, das stimmt nicht. Warum redest du so über dich? Dann wäre Boldi auch eine alte Wurstpelle.« Patrice war aufgewacht, krabbelte herüber, kuschelte sich von hinten an Tekuro und schlief wieder ein. »Pattii«, murrte Tekuro.

Bellamy Bourgeois
»Na weil meine Haut so rau ist und an einigen Stellen so faltig. Kommt davon wenn man hart arbeitet. Vielleicht sollte ich mal so eine Creme wie die feinen Leute versuchen, damit ich auch zarte Haut bekomme. Könnte ja nicht schaden. Möglicherweise mag sogar Sherkal das. Boldi ist jünger als ich und er hat kaum Falten. Wie auch, ihm wird ja jeden Tag mehrfach die ganze Pelle unten an dem Henkel einmal richtig stramm gezogen. Ich muss mich mehr um Sherkal kümmern. Hast Du mir überhaupt vorhin zugehört? Nein oder? Naja nicht schlimm, dann machen wir es in Arashima. Ich sülze hier einen und Du ignorierst mich. Nicht die feine souvagnische Art Tekuro Chud«, säuselte Belly und ließ sich weiter herabsinken. »Sherkal und ich auf einer Insel voller wütender Echsen. Sie tobten um die Höhle, machten Lärm aber trauten sich nicht herein und wir haben uns geliebt im Blute der 12 Leichen. Wir waren eins und es war schön. Da habe ich ihn das erste Mal gesehen und genagelt«, seufzte Bell glücklich.

Tekuro Chud
»Ich hör dir die ganze Zeit zu. Aber wenn du irgendwelche komischen Andeutungen versteckst, versteh ich dich nicht. Du magst meinen Schwanz. Du darfst ihn anschauen und meine Eier streicheln. Oder was wolltest du ausdrücken? Ah, jetzt versteh ich`s. Du bist grad geil«, antwortete Tekuro mit breitem Grinsen. »Du hast zu viel übers Ficken gequatscht und jetzt brauchst du`s.«

Bellamy Bourgeois
»Na endlich ist der Taler gefallen und ich wollte Dir eben sagen, dass ich immer noch Dein Angebot annehmen möchte. Und natürlich dass wir unseren Spezie suchen müssen. Und wir beide sollten mal üben bevor es zum eigentlichen Akt geht, nicht dass etwas schief geht. Das wäre traurig. Freust Du Dich auf Arashima? Ich möchte auch so einen Haken als Waffe haben, ich habe mir vorgestellt was passiert, wenn wir damit jemanden am Arschloch aufhängen. Nicht Dich keine Angst«, antwortete Belly und kraulte Tekuro die Brust.

Tekuro Chud
»Dann kommt der Haken vorne zur Blase wieder raus«, mutmaßte Tekuro, packte Bellamy und zog ihn an sich heran. Dabei stellte er fest, dass der Mann fast so schwer war wie sein Bruder. Die zwei Fettsäcke. Allerdings war der Muskelanteil bei Bellamy deutlich höher, während Boldiszàr sich trotz bester Veranlagung auch ziemlich vollfraß. Tekuro schnurrte erregt. »Üben. In Ordnung. Klar freu ich mich auf Arashima. Dort sucht Papa sich einen neuen Sklaven und ich such mir auch einen.« Patrice hob den Kopf und blickte sehr verstimmt drein. »Penn weiter«, grunzte Tekuro belustigt und grabschte um Bellamy herum, um seinen stahlharten Hintern durchzukneten.

Bellamy Bourgeois
Belly zog Tekuro auf sich. »Den Weg vergessen? Nein ich meinte nur durch die Rosette, den Muskel. Sonst hast Du nichts mehr von Deinem Sklaven. Ja üben Tekuro, dass wollten wir doch schon die ganze Zeit. Beschreibe mir einmal wie es ist, gebissen zu werden. Wie es sich anfühlt ein Vampir zu werden und wie es sich anfühlt einer zu sein. Hattest Du Angst oder Schmerzen? Wie war es?«, fragte Bellamy ebenso lüstern und streichelte Tekus Beule.

Tekuro Chud
»Ah, du meinst nur den Haken reinschieben. Aber nichts durchbohren. Dann muss er sehr brav sein, damit er heile bleibt. Das sollten wir mal an Jaques testen. Du hast recht, wir müssen ihn suchen.« Als Bellamys Finger den Weg an seine Hose fanden, war Jaques vergessen. Bellamy spürte, wie sich Tekuros Schritt unter seinen Fingern verhärtete. »Archibalds Biss ... war wie ein richtig geiler Fick. Vermutlich so, wie wenn es einem gefällt, selber der Gefickte zu sein. Einen Augenblick lang tat es richtig weh, aber dann hingen seine Zähne fest in meinem Fleisch. Wie knöcherne Haken, ich kam nicht mehr los. Und sein Speichel machte, dass es sich gut anfühlte. Die Stelle wurde warm, es tat nicht mehr weh und gleichzeitig wurde ich so was von geil! Ich bin kein Poet, ich kann dir das gar nicht sagen, wie geil! So geil, wie es nur geht, als ob dir gleich der Stachel explodiert. Ohne, dass er angerührt wurde oder irgendwo drinsteckte. Archibald fing an zu trinken und ich merkte das kaum, weil ich nur mit meinem Stachel beschäftigt war. Mir ging so was von einer ab. Ich hab alles vollgespritzt. Scheiße, ja. Und dann bin ich gestorben. Und als ich aufwachte ... war ich immer noch tot. Und hatte einen unwahrscheinlichen Durst. Das ist logisch, ich hatte ja eine riesen Menge Blut verloren. So war das. Und wir zwei Hübschen ... wir werden das verbinden. Ich werde dich erst mit dem Stachel verwöhnen, bis du kurz vor dem Kommen bist. Und erst dann werde ich dich beißen, ganz langsam, damit wir lange was davon haben. Das Beißen selber ist auch wie ein Fick. Ich hab im Spiegel geschaut, meine Fangzähne haben wie kleine Kanäle. Wenn ich mit den Fingern stark dagegen drücke, kommt Flüssigkeit raus und ich werd geil, als wenn ich am Stachel herumspiele. Drum ist Beißen und Ficken gleichzeitig extrem intensiv.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy drückte Tekuro fest gegen seinen Schritt und presste sich an ihn. »Ist es sicher dass jeder Gebissene auch ein Vampir wird und so empfindet? Ich benötige direkt Nahrung, nachdem ich aufwache. Es wird etwas ganz besonderes werden. Wir müssen uns einen Ort suchen, der meiner Weihung durch Dich gerecht wird. Dein Vater soll über uns wachen in der Zeit. Zeig mir mal Deine Zähne«, bat Belly ehrfürchtig.

Tekuro Chud
»Wir suchen dir vorher einen aus, den du beißen kannst. Damit du gleich gestärkt wirst. Leider wird ... nicht jeder Gebissene ... ein Vampir. Bei meinem Patti ... will es einfach nicht funktionieren.« Tekuros Mundwinkel zuckten als würde er grinsen wollen, aber das tat er nicht. Das Gegenteil war, was er empfand. Bei dem Gedanken war ihm zum Heulen zumute. Er griff nach Patrices Hand und zog seinen Arm fest um sich herum, während Tekuro seinen Schritt an Bellys Beule zu reiben begann. Dann besann er sich und er hielt kurz inne, um seinen Schlund weit aufzureißen, so dass Bellamy die großen Fangzähne sehen konnte.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute sie sich genau an, drückte vorsichtig dagegen und zupfte an ihnen. Aber sie waren richtige harte rasiermesserscharfe Zähne. Irgendwie erregte ihn die Vorstellung davon gebissen zu werden. Der Akt, der Biss und vor allem das Ergebnis. Er würde für ewig leben, dank Tekuro und scheinbar war der Weg dahin mit purer Verzückung und Wolllust gepflastert. Er schaute Tekuro tief in die Augen und Teku sah, dass Belly es kaum noch erwarten konnte. »Bald, sehr bald ja?«, fragte er heiser. »Kein Nekro wird mich je wieder bedrohen«, grinste er diabolisch.

Tekuro Chud
Innerlich regte sich der Gedanke, dass es bei Bellamy ähnlich ablaufen könnte wie bei Patrice. Dass er ihn leidenschaftlich biss, sie eins wurden und ... nichts passierte. Nichts, als dass er eine klaffende Wunde riss. Womöglich lag es gar nicht an Patrice - sondern an Tekuro. Dann wäre er nicht nur unfähig, leibliche Kinder zu zeugen, sondern auch nicht in der Lage, die Gabe des ewigen Lebens weiterzutragen. Er wäre doppelt unfruchtbar. Dann wäre der Traum einer zeitlosen Familie von Beißern von Kazrar allein abhängig. Und Kazrar lag nur herum, wenn es nichts zu beißen gab, seit Arkan nicht mehr war. Nein, auf ihn allein war in der Hinsicht kein Verlass. Tekuros Hände wanderten hoch. Er hielt Bellamys Kopf fest und sah ihm tief in die azurblauen Augen. Wenn er selbst es nicht schaffte ... wenn sein Körper sich weigerte ... dann würde er Archibald um den Biss bitten. Tekuro strich Bellamy durch das Haar, nachtschwarze Wildschweinborsten. »Bald. Wir werden gemeinsam unsterblich sein, Belly«, sprach Tekuro feierlich. Dann zog er seinen Kopf an sich heran und schob ihm die Zunge in den Hals.
"Not all those who wander are lost."
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Davard von Hohenfelde

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#13

Beitrag von Davard von Hohenfelde » So 10. Feb 2019, 00:12

Tanz mit der Mutter des Unsäglichen


Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Jaques an die Beißer verfüttert worden und das Gespräch mit dem merkwürdigen Timothèe erledigt war, fühlte Ciel sich rundum zufrieden. Ein Übeltäter weniger, der sich noch einmal an Unschuldigen vergreifen würde. Bald würden es zwei sein, wenn Derya auch noch fiel. Falls der erste Offizier der Choucas die Behandlung durch die Beißer überlebte, was nicht gesagt war, dann würde er sich gut überlegen, wie er seine Zukunft zu verbringen gedachte. Ciel suchte Julien, guckte sich um, dass Ferrau und Francois nicht anwesend waren, nahm sein hageres Gesicht in die Hände und küsste ihn. Dann nahm er ihn mit auf die Tanzfläche, wo er sich mit dem dünnen Bruder des Bestraften glücklich im Kreise drehte. »Ist es nicht ein wundervoller Abend, Juli?«, jauchzte er, noch immer unter den Nachwirkungen der Pilze stehend.

Julien:
Gut gelaunt, mehr noch sehr glücklich folgte Julien Ciel auf die Tanzfläche. Den Kuss erwiderte er ebenso leidenschaftlich und drückte sich fester an seinen Tanzpartner. "Das ist es, er könnte kaum besser anfangen und ich wüsste wie er fantastisch endet, falls Du Interesse hast. Deine Männer sind hier nirgendwo zu sehen, was spräche dagegen uns nachher ein Zimmer zu suchen? Bei Dir soweit alles in Ordnung, Du siehst entspannt aus", umschrieb es Julien vorsichtig und grinste.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin so glücklich«, rief Ciel, so dass es alle Umstehenden hörten und manch einer neugierig nach dem unter Drogen stehenden Prince schaute. Über ihm wirbelten die Kronleuchter aus Perlmutt und er fragte sich, welcher Mensch sich etwas derart Schönes ausdenken konnte. Das Perlmutt spiegelte in allen Regenbogenfarben wie tausend Prismen. Die Edelsteine der Meere. »Es ist wunderschön«, hauchte Ciel andächtig, der gar nicht merkte, dass er stehen geblieben war und mit kindlicher Faszination nach oben starrte. »Erst regneten die Sterne auf uns und nun schickt der Ozean und Sterne aus seinen dunklen Tiefen ... Ainuwar gibt der Hochzeit und uns allen seinen Segen!« Er legte sein Gesicht an Juliens eckigen Wangenknochen und schmuste mit ihm, während er erneut zu tanzen begann. Dicht an dicht wiegten sie sich nun zu den sphärischen Klängen der Glasharfen und Muschelhörner. »Ein Zimmer ... eines mit großem offenen Fenster, damit unsere Seelen hinaufsteigen können. Nur wir zwei und die zeitlose Göttlichkeit!«

Julien:
Julien nahm Ciel fest in die Arme und strich ihm beim Tanzen über den Rücken. "Welche Sterne sind auf Dich herabgeregnet? Dem Ducca und Deinem Bruder werden die Göttlichen hold sein, ein Land in so jungen Jahren zu führen ist nicht leicht. Nicht einmal eine Familie zu führen ist leicht, geschweige denn eine Sippe. Dein Bruder wird es bei dem Ducca sehr gut haben, dass hat man gesehen. Die beiden lieben sich und dass ist selten in solchen Positionen. Ich freue mich wirklich für die beiden. Sterne aus der Tiefe, dass klingt wunderschön. Es gibt ein Naturwunder, dass heißt Meeresleuchten, kennst Du es? Mitten in der Nacht, wenn die See schwarz wie Tinte ist und der Himmel nur einen winzigen Tintentropfen blasser, steigen sie des Nachts empor. Winzige kleine Lichter. Sie werden an den Strand gespühlt und leuchten dort in der Dunkelheit. Manchmal siehst Du sie auch nicht emporsteigen, sondern wenn der Bug Deines Schiffes sich durch die finstere nächtliche See schneidet, dann leuchtet die See an der Schnittkante und fast Du ins Wasser, erstrahlt es dort. In dieser Zeit muss es etwas mit der Berührung zu tun haben, der Berührung der See. Sie reagiert darauf wenn man sie anfasst. Unser Vater sagt, dass ist die Nacht der Geschmeide, jede Frau besucht einen Ball und trägt ihre kostbaren Geschmeide. Nur hat die See keinen Mann und sie trägt sie für sich allein. Berührt sie also ein Schiff oder ein Mann, dann gibt sie sich in ihrem Abendkleid samt Geschmeide zu erkennen. Seltsamerweise ist die See dann auch total ruhig und still. Als wäre sie wirklich eins mit sich und der Welt. Vielleicht kann man in Ledwick auch so etwas beobachten", flüsterte Julien.
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https://www.neuharlingersiel.de/wp-cont ... oehnke.jpg

Ciel Felicien de Souvagne
»Aber die See hat ab heute einen Mann - den Leone di Marino. Für ihn legt sie das Geschmeide an. Und wir waren Zeuge bei ihrer Trauung. Und wie sie sich lieben, der Gedanke ist wundervoll und schmerzlich zugleich, denn einst dachte ich darüber nach, Verrill selbst zu ehelichen. Nur Linhard kam mir zuvor. Ich habe das Meeresleuchten noch nie gesehen, wie sieht es bei dir aus? Fährst du auch zur See oder bist du über deine Brüder mit ihr verbunden? Du bist wunderschön, Julien«, hauchte Ciel und bekam rosige Wangen. »Auf mich regneten draußen Sterne aus Licht und Eis. Schneeflocken, doch sieh nur, wie sie heute aussehen! Die Monde müssen sie verwandelt haben mit ihrem Licht oder es ist das Leuchten der Feier. Es ist kein gewöhnlicher Schnee, heute ist alles anders, spürst du es nicht?« Ciel betrachtete Julien aus Augen, deren Pupillen so stark geweitet waren, dass sie komplett schwarz wirkten. Vom Starren in die Kronleuchter tränten sie.

Julien:
Julien wischte Ciel das Gesicht behutsam trocken. "Doch ich fahre ebenso zur See, wie die meisten meiner Brüder. Viele sind bei der Marine, einige fahren aber auch zivil zur See, das heißt sie sind Kapitäne von Handelsschiffen. Wichtig ist nur dass man die See und sein Schiff liebt und eine gute Mannschaft unter sich hat. Ich selbst habe das Meeresleuchten noch nie gesehen, aber der Sage nach bekommt es auch nicht jeder zu sehen. Nun ich habe es mir so vorgestellt, wie wenn eine Frau sich ihr schönstes Kleid anzieht und ihre Juwelen umlegt und sich im Spiegel betrachtet. Ist sie nicht Deine Frau, wirst Du den Anblick nicht genießen dürfen. Du siehst diese Frau vielleicht täglich, aber in ihrer Alltagskleidung. Aber herausgeputzt sieht sie nur der, dem sie sich so zeigt. Ich bin Kapitän der Moineau, die Spatz. Falls ich Dir das schon erzählt habe, ist das ja nicht schlimm. Vielen Dank für das Kompliment, Du bist auch gewaltig niedlich, süß geradezu. Das ist bedauerlich, dass Verrill nicht Dein wurde, aber Ducca Tazio ist doch eine äußerst gute Partie und ansehnlich ist der Mann auch. Auch wenn er mit Dir nicht mithalten kann", raunte Julien Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin so ansehnlich, damit ich zu dir passe«, erklärte Ciel, ehe er zärtlich an Juliens Ohr knabberte. Das Gefühl war erhebend. Plötzlich hatte er das Gefühl, eine innere Verbindung zu den Beißern hergestellt zu haben und sie in ihrer Verdrehtheit zu verstehen. Sie waren gar nicht verdreht - sie hatten die Welt verstanden! Ciel lutschte sehr innig an Juliens Ohr herum. Vermutlich tat er dies sehr viel länger, als in der Öffentlichkeit ziemlich war. Erst nach ziemlich langer Zeit gab er das gerötete und nasse Ohr wieder frei und betrachtete erneut Juliens Gesicht. »Die Moineau? Doch, das kommt mir bekannt vor. Wie oft musst du zur See fahren? Ich werde dich gar schrecklich vermissen!« Ciel überkam eine Welle von Wehmut.

Julien:
Julien war es gleich wie lange Ciel an ihm herumlutsche, solange er es nur tat. Er genoss die besondere Zärtlichkeit und hielt dabei still. "Ein paar Tage... maximal eine Woche... solange bin ich weg. Wir fahren die Küste entlang herunter und bringen so Waren und Ladung von A nach B. Die... die Patroullien die fahren meist für einen Monat oder länger. Sie fahren die gesamte Azursee ab, damit dort kein Feind sich breitmachen kann. Also Du musst mich nicht lange vermissen", stöhnte Julien leise.

Leala:
Ciel wurde einen Augenblick später freundlich auf die Schulter geklopft. "Ich bitte um eine Ablöse und diesen Tanz Eure Hoheit", sagte eine weibliche Stimme hinter ihm.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte ärgerlich. Er drehte sich um, um zu schauen, wer es wagte, seine Schulter zu berühren. Einer der in der Nähe stehenden Gardisten hob fragend die Hellebarde. Ciel überlegte noch, ob die Frau eine Tracht Prügel mit dem stumpfen Ende verdiente, weil sie es wagte, ihn beim Tanz mit Julien zu stören, ehe er sie anhand ihres Dekolletees erkannte. Darin war Remy mit seinem Gesicht versunken. Woraus folgte, dass diese Brüste zu Leala gehörten, der Mutter des unsäglichen Silvano! »So gern ich der Bitte nachkommen würde, aber Julien ist Euch zuvorgekommen«, erwiderte er freundlich und küsste Julien demonstrativ.

Leala:
Leala schaute etwas traurig und überlegte. "Wann hättet Ihr denn Zeit? Es wäre mir wirklich wichtig und ich würde Euch nicht länger als nötig aufhalten Eure Hoheit. Es geht um Euch und meinen Sohn. Mir ist bewusst dass dies kein angenehmes Thema für Euch ist, aber für mich ist es das ebenso wenig. Zumal mir dieser Zwist Sorge bereitet", erklärte Leala.

Ciel Felicien de Souvagne
Das erste Mal in seinem Leben blickte Ciel hilfesuchend in Remys Richtung, in der Hoffnung, er würde Leala den Wunsch, zu tanzen, erfüllen, doch der war - natürlich - schon besetzt. Zur Abwechslung tanzte er mit seiner eigenen Frau und sah zu Ciels Missfallen heute wieder blendend aus. Aus dieser Richtung war keine Hilfe zu erwarten. Nun gut, er würde es hinter sich bringen, damit er danach seine Ruhe hatte. »Du wartest auf mich?«, säuselte Ciel Julien zu uns küsste ihn mehrmals hintereinander.

Julien:
Julien küsste ihn ebenfalls und drückte ihn noch einmal an sich. "Ja ich warte hier. Ich setzte mich dort drüben hin und hole mir eine Kleinigkeit zu essen. Sobald Ihr beiden gesprochen habt, kommst Du einfach zu mir zurück. Mache Dir keine Gedanken, ich bin da", sagte er freundlich und gab ihn etwas widerwillig frei, bevor er sich auf den Weg zum Buffett machte.

Leala:
Leala nickte Ciel dankbar zu. "Vielen Dank, wie gesagt Hoheit es geht um Euch und meinen Sohn. Euch beide verband einst eine hohe Meinung von dem anderen. Und mir ist durchaus bewusst, welche Straftat mein Sohn begangen hat Hoheit. Aber er ist und bleibt mein Sohn. Das gibt ihm nicht das Recht alles zu tun was er gedenkt. Als Mutter jedoch sieht man nicht nur mit dem Verstand, sondern größtenteils mit dem Herzen. Er ist mein einziges Kind Hoheit. Vielleicht mag er öfter die falsche Wahl treffen, aber die Wahl die wir mit ihm getroffen haben war nicht falsch. Möglicherweise hat er Euch beleidigt oder gekränkt mit seiner Art, aber das liegt nicht in seiner Absicht. Wisst Ihr, uns hat er ebenso oft als kleiner Junge gekränkt durch sein Verhalten. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie es ist, wenn ein Kind auf Euch zurennt und Euch umarmen möchte genau das abbricht. Ihr fühlt Euch wie geschlagen. Aber er tat so etwas nie aus Bösartigkeit, sondern aus Unfähigkeit heraus. Er hätte mich damals vermutlich genauso gerne umarmt wie ich ihn, aber er hat es sich nicht getraut. Heute, fast eine Ewigkeit später - weit über ein Viertel Jahrhundert später gelingen ihm die Versuche. Man kann nichts in einen Verstand hineinprügeln, aber so manches Unrecht herausstreicheln. So sagt man. Eines kann ich Euch versichern, was immer Silvano getan hat, es war um seinen Mann oder wen auch immer zu beschützen. Leider sieht man auf den ersten Blick nicht, dass er etwas gut meint, da er sehr energisch und trotzköpfig werden kann. Selbstsüchtig war er nie und für was immer er kämpfte, er kämpfte für andere. Das er sich dermaßen rächen will an den Farisin hat den Grund, dass sie ihm alles genommen haben. Seiner Meinung nach. Ihr hättet ihn sehen sollen, als er gerade so bei uns Zuhause überlebte. Ihr hättet ein anderes Bild von diesem Mann. Nun vielleicht würdet Ihr ihn dennoch nicht mögen. Vielleicht würdet Ihr ihn sogar für seine Schwäche verachten. Jedoch hat er nicht verdient, dass man glaubt er wäre selbstsüchtig oder erhofft sich aufgrund seiner Heimvergangenheit einen Vorteil. Bis zu dem Tage als er mit Boldiszar zusammenkam hat er diese stets geleugnet. Nur einige Personen wussten davon, damals unter anderem Davet. Er versteckte seine Vergangenheit genauso wie sein Gesicht, als könnte man darin ablesen, woher er kam. Er verhielt sich adeliger als jeder Adelige Eure Hoheit, damit man ihm nicht seinen "miesen Stall" anmerken würde, womit er das Heim meinte. Einen Vorteil erhofft weder er sich, noch ich mir in seiner Beurteilung. Ich wünsche mir nur, dass Ihr ihn als das seht was er ist. Er ist weder ein Tyrann noch ein wahnsinniger Mörder, er ist nur wahnsinnig allein und einsam. Und wie ich zu Anfang schon sagte ist er mein einziges Kind. Ich stehe hier, weil ich meinen Sohn nicht sterben sehen möchte. Ich habe mehrfach zugesehen, wie er fast starb und Euer Ehemann Francois war es, der ihn zuletzt zurück ins Leben holte und darin festhielt. Ihr hattet voneinander eine gute Meinung und ich möchte bitte erfahren, was Eure derart beschädigt hat. Ich weiß, dass er den Befehl verweigerte. Aber nicht um Euch zu schaden, sondern seinen Mann zu rächen. Warum er dies mit solcher Vehemenz tat, würdet Ihr verstehen wenn Ihr verstehen würdet, dass Davet für ihn die einzige wichtige Person war. In einem Meer aus Fremden war er sein einziger Vertrauter. Er hat die Verlobung gelöst und das war sein gutes Recht nach so langer Zeit. Aber glücklich war Vano darüber nicht. Zuerst hört er, das Davet die Rache nicht wollte für die er über ein Jahrzehnt alles gab und wofür er nur noch lebte. Und dann löst er die Verlobung. Ich sorge mich um mein Kind Hoheit, Ihr werdet auch bald Vater sein. Vielleicht versteht Ihr mich etwas und helft mir, wenigstens mit einer ehrlichen Antwort", bat Leala.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte eine Hand an Lealas Taille und hielt mit der anderen ihr fleischiges Händchen, als er mit ihr zu tanzen begann, selbstredend sehr viel vornehmer als mit Julien. Sah man ihn so, wirkte der Prince, als könne er kein Wässerchen trüben. Geduldig hörte er sich Lealas Sorgen an und gab sich Mühe, für diese Zeit seine Abneigung gegen Silvano in den Hintergrund zu stellen. »Dass ich Silvano härter beurteile, als ich vielleicht einen anderen beurteilen würde, gründet vielleicht in meiner Enttäuschung. Ja, ich hatte einst eine hohe Meinung von ihm, seine Maskerade hat mir gegenüber gewirkt. Ich bewunderte seinen Fleiß, seinen Ehrgeiz, die Souveränität, mit der er seine Mannschaft und dieses gewaltige Schiff führte. Und als er seine Maske abnahm - war dahinter nur ein Jammerlappen, der nicht Herr seiner Sinne ist. Das ist nichts, was eine Mutter gern hört, aber Ihr wünschtet eine aufrichtige Antwort.« Dass die Pilze nicht dazu beitrugen, seine rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und die Wahrheit wenigstens mild zu verpacken, verschwieg er. Mit dem selben Atemzug vermisste er die fallenden Sterne aus Eis und blickte über Lealas Schulter hinweg zur Tür, wo die Gäste ein und ausgingen. »Von dem Kapitän Silvano Giovanni de Mancini, zu dem ich auf eine Weise aufblickte, war wenig mehr geblieben als ein an Brechsucht und Wahn erkrankter Mann aus dem Kinderheim. Und das zu sehen, tat mir weh, das muss ich ehrlich sagen. Dennoch wünschte ich, dass er genesen würde mithilfe eines Medicus. Stattdessen versuchte er, Unitè A von der Leibgarde zu vergiften! Die Schuld dafür schob er meinem treuen Tekuro zu, der sich so rührend um seine Familie kümmert und sogar um Silvano, nach allem, was geschehen ist. Sagt mir, was ich noch tun sollte, um Souvagne vor Silvanos Wahnsinn, ob selbst verschuldet oder nicht, zu schützen? Es ist nicht die Aufgabe der Krone, dafür zu sorgen, dass jeder Irre um jeden Preis seinen Weg zurück in die Gesellschaft findet. Und Silvano will oder kann ganz offensichtlich nicht genesen. Dass er noch lebt, verdankt er niemand anderem als Boldiszàr, dem ich ungern den Mann nehmen möchte.«

Leala:
Leala tanzte langsam mit dem Prince und hörte sich an, was der junge Mann zu sagen hatte. Das Vano eine Gardeeinheit vergiften wollte, dass hatte sie nicht gewusst. Warum er so etwas tun sollte, war ihr schleierhaft. "Das mit der Garde habe ich nicht gewusst, einer Mutter sagt man manchmal weitaus weniger als dem Vater. Und mir sagt er vermutlich noch weniger aus den eben genannten Gründen. Zu Eurer Erläuterung, sie ist wahr. Aber zu seiner Entschuldigung - beides ist wahr Hoheit. Silvano ist ein hervorragender Kapitän der seine Arbeit und sein Schiff liebt. Privat hingegen ist er ein seelisches Wrack und manchmal in einer geheimen ganz stillen Stunde habe ich mich sogar gefragt, ob das Leben für manche Personen einfach nicht gemacht ist. Oder sie für das Leben. Und als er dort lag, nur noch Haut und Knochen, verrückt vor Schmerzen vom Wundbrand, da habe ich ihm gewünscht dass er einfach einschlafen kann. Ich habe nicht daran geglaubt, dass er es schaffen würde. Er sah auch nicht danach aus und ich wollte nicht, dass er sich so quält. Ich wollte stets nur das Beste für ihn. Er überlebte, leider nicht um zu leben, sondern weil er eine Aufgabe hatte. Seinen Schwur erfüllen musste, Davets Tod zu rächen. Viele Männer in seiner Situation wären sicher gestorben Hoheit, dass könnt Ihr mir glauben. Aber selbst als ein Hauch von nichts, dass nicht einmal mehr alleine stehen, geschweige denn aufrecht sitzen konnte kämpfte er damit er seine Aufgabe erledigen kann. Seine Art ist selbstlos und verrückt zu gleich. Und nein es ist nicht Eure Aufgabe jeden zurück in die Gesellschaft zu führen. Das ganz sicher nicht. Manche Personen haben nichts in der Gesellschaft verloren, sie haben nicht einmal das Leben verdient. Manche widerum haben es durch abscheuliche Taten verwirkt. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch immer fragen, was war der Grund und der Hintergrund einer Handlung. Und heute wisst Ihr mehr über Silvano genau wie ich selbst als Mutter. Wäre er diese Person, die er heute ist, wären seine Eltern nicht ermordet worden? Die Agenten wurden postum rehabilitiert Hoheit, tot sind seine Eltern dennoch. Alles beruhte auf einer Intrige einer bösartigen Frau, die der Krone angehörte. Es mag sein dass Vano nicht gerade leicht zu ertragen ist, dass gebe ich zu. Aber habt Ihr nicht dennoch etwas mehr Verantwortung dafür, warum er so wurde? Nicht Ihr persönlich, die Krone. Er selbst war zu dem Zeitpunkt der Tat oder auch der Taten seines Vaters nur ein kleiner Junge. Man nahm ihm die Eltern, man nahm ihm die Erinnerung, man nahm ihm fast sogar das Leben. Er fand so etwas wie Ruhe und Frieden in seinem Beruf, ich hoffe auch bei uns und vor allem in den Armen von Davet. Ist es da nicht verständlich, dass er um diesen Mann trauerte und überreagierte? Und hat nicht auch Davet etwas mehr Verantwortung, als anwesend zu sein und mit ihm zu leben? Vierzehn Jahre zu trauern ist eine harte Zeit, eine Unendlichkeit. Er hätte sich doch melden können. Nur kurz Hoheit und wir wie auch Vano hätten anders damit abschließen können. Das tat er nicht, wieso kann ich Euch nicht sagen. Aber mir hat das sehr weh getan, wisst Ihr? Besser wurde es nach all den Jahren, als Vano Boldi kennen- und lieben lernte. Da war Davet noch nicht zurück und er taute etwas auf. Er begann zu leben, anstatt für die Rache zu existieren. Man verurteilte ihn für die Taten seines Vaters Hoheit. Aber es wurde festgetsellt, dass sein Vater keine Untaten beginn. Dieser Irrtum zieht sich aber wie ein roter Faden durch Vanos Leben und nahm ihm fast alles. Wir haben ihn aufgenommen, weil mein Mann ihn vor dem Tode bewahrte und weil wir leider keine Kinder bekommen können. Das Ihr ihn verschont habt für Boldi, freut mich. Der Grund ist mir gleich, aber Ihr habt meinem Sohn damit eine zweite Chance gegeben. Und bitte, er möchte gesund werden er bemüht sich wirklich. Er hat die Choucas gedanklich aufgegeben, wie auch den Rest was die Marine anbelangt. Nicht das ihm der Gedanke gefällt, aber er weiß dass es nicht anders geht. Wir haben geredet und er freut sich auf das Geschäft und die Tordalk. Es geht voran, in kleinen Schritten. 14 Jahre kann man nicht an einem Wochenende beiseite schieben Hoheit und 35 Jahre noch weniger", sagte Leala sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
»All das verstehe ich«, antwortete Ciel ruhig. »Aber ich bin nicht der Meinung, dass die Ursache für eine Tat eine Rolle spielt. Parcival verriet die Krone, die Agenten und ganz Souvagne aus reiner Liebe. Ist dies nicht der Nobelste aller Handlungsgründe von allen? Er ermordete sogar Silvanos Vater aus Liebe zu dieser Frau, die ihn am Ende doch nur benutzt hat. Dennoch musste Parcival folgerichtig sterben. Und glaubt nicht, dass mir sein Tod egal war nach den Jahren, in denen ich ihn nur als treuen und fähigen Erzmagier erlebte, in denen wir Seite an Seite gegen das Dunkel dieser Welt zogen und er mir das Leben rettete, nachdem der Lich mich fast verzehrte. Hat all das seine Taten weniger schlimm gemacht? Auch Parcival war nicht böse, sondern verzweifelt aus unerwiderter Liebe. Silvano hat nicht nur eine zweite Chance erhalten nach dem Verrat mir gegenüber, sondern sogar eine dritte nach dem geplanten Giftanschlag gegen gute und tapfere Souvagner. Doch eine vierte Chance wird es nicht geben. Dass es bei allem Leid auch anders geht, beweisen Männer wie Boldiszàr, der ähnliches erlebte und doch ein redliches und unbescholtenes Leben führt ohne jegliche Auffälligkeiten. Aber Ihr seid nicht hier, um Euch meine schlechten Gedanken anzuhören, sondern weil Ihr wünscht, dass Euer Sohn seine letzte Chance nutzt. Macht einen Vorschlag, wie ich ihn dabei unterstützen kann.«

Leala:
"Dann hatte in meinen Augen Parcival nicht den Tod, sondern Hilfe verdient Hoheit. Aber ich bin nur eine Frau und das ist meine bescheidene Meinung. Er wurde benutzt und missbraucht, dennoch diente er Euch treu. Wer die wirkliche Strafe verdient hat, das war diese Frau. Denn hätte Parcival diese Leute aus eigenen Stücken ermordet? Nein. Er war das Messer Hoheit, ein Werkzeug für eine Tat zu verurteilen was soll das bringen? Die Klinge eines Mörder zu vernichten, wird den Mörder nicht an weiteren Taten hindern. Er oder sie sucht sich einfach neue Waffen. Wenn es Euch möglich gewesen wäre, dann hättet Ihr ihn all seiner Ämter entheben müssen und er hätte Euch helfen müssen die Schuldige zu stellen. Das wäre wiederum seine Pflicht Euch gegenüber gewesen. Wisst Ihr, nicht alles ist so leicht zu durchschauen wie es auf den ersten Blick scheint. Manche gute, barmherzige Handlung ist pure versteckte Boshaftigkeit und manche scheinbar grausame Tat Liebe, Verzweiflung oder Hilfe. Wir sehen ja nur durch unsere Augen, wir haben ja nicht das Wissen was in den Köpfen dieser Person schlummert. Oder noch nicht. Aber wie gesagt, die Gedanken einer alten Frau. Was den Verrat Euch gegenüber angeht, deshalb bin ich hier. Er wollte Euch nicht verraten, er wollte Euch ganz aus der Sache heraushalten. Ich weiß Ihr habt Euch bloßgestellt gefühlt, dass kann ich Euch nachvollziehen. Wie ich sagte, auch mich hat er ab und an ungewollt bloßgestellt mit einem Gesichtsausdruck "dass musst Du verstehen". Ja dass muss ich verstehen, aber er muss auch verstehen, dass wir ebenso Gefühle haben. Er hat Euch damit verletzt, gebt es zu. Mich hat er damit auch verletzt. Und deshalb bin ich hier. Ich möchte nicht, dass Ihr und mein Sohn befeindet seid, wo es doch vorher ganz anders war. Ich möchte, dass Ihr einmal redet und Eure Feindschaft begrabt. Nach ihm Hoheit endet unsere Familie oder sogar mit ihm, dass wissen wir nicht. Aber das ist nichts, was eine Mutter einfach tatenlos hinnimmt. Wenn Ihr ihm tatsächlich noch eine Chance einräumen wollt, dann macht dies doch auf der Reise nach Arashima. Dafür wäre es aber doch schön und auch wichtig, dass Ihr Euch wieder annähert. So könnte er Euch beweisen, dass er trotz seiner komplizierten Art kein schlechter Kerl ist. Und Ihr könntet vielleicht persönlich auf ihn Einfluss nehmen. Ihr beide wärt privat unterwegs", schlug Leala vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Na schön«, antwortete Ciel. In seinen Augen sah Leala die Welt sehr naiv aber es war, wie sie sagte: Sie war nur eine kleine, kugelrunde alte Frau. Sie wusste weniger vom Leben als jene Männer, mit denen Ciel sich auseinanderzusetzen hatte, allen vorran ihr eigener Sohn. »Ich werde Euch den Wunsch erfüllen und mit Silvano so unvoreingenommen wie nur möglich sprechen. Gibt es etwas zu Essen oder zu Trinken, dass er besonders mag? Oder ein bestimmtes Pfeifenkraut?«

Leala:
Leala umarmte Ciel fest und dankbar. "Danke von ganzem Herzen Eure Hoheit. Eure Mutter ist sicher sehr stolz auf Euch, Eure Eltern gewiss. Ihr habt ein gutes Herz. Er mag sehr gerne Kautabak mit Pfirsichgeschmack, Apel oder Vanille, er trinkt gerne Kaffee. Ein besonderes Lieblingsessen hat er leider nicht Hoheit, aber er mag gerne Fischgerichte oder Reisgerichte. Falls ich Euch einmal helfen kann, werde ich Euch ebenso beistehen, Ihr habt mein Wort", sagte Leala glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Mit gequältem Schmunzeln ließ Ciel die Umarmung über sich ergehen. »Ich werde sehen, was ich für ihn organisiere, um dem Gespräch eine angenehme Einleitung zu geben«, sprach er und machte sich unbequem und sperrig.

Leala:
Leala lächelte. "Oh ich verstehe schon, so sind alle Söhne ab einem gewissen Alter. Sogar die pflegeleichten möchten nicht mehr gedrückt oder geküsst werden. Jedenfalls nicht von fremden alten Frauen oder der Mama und Ihr ganz gewiss auch nicht. Es war nur meine Dankbarkeit. Vielen Dank nochmal, Ihr wisst gar nicht, wem Ihr damit alles einen Gefallen erweist Hoheit. Ich lasse Euch wieder allein mit Eurem Begleiter und Danke für den Tanz", sagte Leala und gab Ciel frei. Sie verbeugte sich kurz und schritt glücklich davon.

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Silvano de Mancini

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Re: Kapitel 6 - Die Hochzeit des Duca - Leone di Marino und Schreiadler

#14

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 11. Feb 2019, 19:06

Zwei komplizierte Gemüter versuchen sich in harmonischem Austausch


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel organisierte zwei in Papier eingeschlagene Teigrollen, die mit Fischsalat gefüllt waren. Diese ließen sich gut im Stehen essen. Er informierte Julien, dass er noch einmal kurz draußen bei Silvano sei und begab sich dann zu eben jenem. Als er den Palast verließ, musste er feststellen, dass die fallenden Eissterne wieder zu gewöhnlichen Schneeflocken geworden waren, die auf seinen Wangen schmolzen. Der Rausch war vorbei. Zwar bedauerte er es im ersten Moment, doch dann fand er es doch angemessener, Silvano mit klarem Verstand gegenüber zu treten. Er fand den in Ungnade gefallenen Kapitän am Schwimmenden Buffet bei dessen beiden Männern. Boldiszàr umarmte ihn von hinten und küsste seinen Nacken, während er zwischendurch von einem zur Brezel geschlungenen und frittierten Tintenfischarm abbiss. Davet kümmerte sich um Silvanos Vorderseite. Offenbar war man in kuschliger Stimmung. »Silvano, auf ein Wort«, unterbrach Ciel die Schmusestunde und hielt die beiden Rollen nach oben. Boldiszàr war sofort hellwach und starrte das Essen an, doch das war nicht für ihn bestimmt.

Silvano de Mancini
Vano musterte Ciel einen Moment, aber der Prince hatte ihn freundlich angesprochen und vielleicht ging es gar nicht um ihn, oder ihren Zwist. Möglicherweise ging es um Boldi und die Fahrt nach Arashima. Vano drückte Boldi den Tintenfisch in die Hand, küsste ihn und knuffte Davet dann folgte er Ciel. Als sie beide außer Hörweite der anderen waren blieben sie stehen. Vano hielt gebührlichen Abstand. Nicht nur allein deshalb, um der Höflichkeit Genüge zu tun, sondern auch damit niemand nachher behaupten konnte er hätte den Prince berührt, geschlagen, gekniffen, gestochen oder was auch immer. Bei seinem Glück musste er mit allem rechnen. "Eure Hoheit, womit kann ich behilflich sein?", fragte Vano höflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt Silvano eine Fischrolle hin. »Für dich, Silvano«, sagte er so freundlich, wie er konnte, ohne dass es endgültig lächerlich klang. »Wir hatten in der Vergangenheit einigen Zwist und ich dachte, es ist an der Zeit, noch einmal in Ruhe über alles zu reden. Wir wollten gemeinsam nach Arashima fahren. Da können wir nicht aufeinander losgehen wie zwei wütende Kampfhähne.« Er biss von seiner eigenen Fischrolle ab.

Silvano de Mancini
Vano nahm die Fischrolle entgegen und zwar so als wäre es eine Berufung zur Admiralität. "Dankeschön", sagte er leise und biss ebenfalls davon ab. "Wir hatten keinen Zwist. Ihr wart zu Recht über mein Verhalten enttäuscht. Allerdings habe ich Euch zu keiner Zeit enttäuschen wollen, ich habe auch den Befehl nicht verweigern wollen. Wäre alles glatt gelaufen, hättet Ihr zwar bemerkt was geschehen wäre - nach Eurem Aufwachen, aber wir hätten uns nicht wiedergesehen. Die Sache wurde von Boldi verkompliziert, weil... nun weil ich doch wiedergesehen werden wollte. Ich bin Euch nicht böse, dass Ihr mir meine Verfehlung angekreidet habt. Ihr hattet Recht, ich habe falsch gehandelt. Was ich Euch übel nahm war... ja was eigentlich? Also das muss ich genauer erklären. Ich ging davon aus, dass Ihr mich verschont habt, um mich zusätzlich zu bestrafen. Tote leiden nicht. Sagt Ihr mir warum Ihr mich so bestraft habt? Und nebenbei, ich hatte nicht vor mit Euch zu streiten auf der Tordalk. Es ist das Schiff meines Mannes und ich habe meine ganzen Ersparnisse ins das Schiff gesteckt von 16 - 39 Jahren die Ersparnisse. Also ich würde weder meinen Mann noch sein Heim gefährden für einen Zwist. Ich hätte mich um die Karten und das Geschäft gekümmert und das werde ich immer noch. Ihr müsst nichts befürchten. Alles an Dummheiten was ich täte würde auf meinen Mann und meine Eltern zurückfallen. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich Euch auch gar nichts tun. Nun außer dass ich Euch die erste Zeit am liebsten mal wohin getreten hätte, aber selbst das ist vorbei. Ich denke das hättet Ihr auch gerne oder schlimmeres", gestand Vano freundlich und biss von der Fischrolle ab.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog amüsiert die Brauen hoch und aß von seiner Mahlzeit. Vor sich hinschmunzelnd kaute er herunter. »Ich habe dich nicht bestraft, Silvano. Ich habe dir das Leben gerettet mit der Auflage, dich durch einen Heiler behandeln zu lassen. Du hast keine Strafe erhalten! Zu keinem Zeitpunkt. Weder für deine Befehlsverweigerung, noch für deinen geplanten Verrat, noch für den geplanten Giftanschlag auf Unitè A. Und nun verrate mir, wofür du mir in mein hoheitliches Gesäß treten wolltest.«

Silvano de Mancini
"In die Eier, für den Agentensohn. Nicht bestraft ist gut. Nun vielleicht kommt es auf die Sichtweise an. Ihr seht das Ihr mir das Leben gerettet habt. Was Ihr auch habt, dass stimmt. Ohne Eure Fürsprache wäre ich vermutlich vor das Militärgericht gestellt worden oder Euer Vater hätte mich zum Tode verurteilt. Möglich, dass er sich angehört hätte warum ich so handelte oder auch nicht. Aber Ihr habt mir damit auch mein Schiff genommen, meinen Beruf, meine Mannschaft also doch mein Leben versteht Ihr? Ich existierte nur noch als schwachsinniger Idiot der nichts selbst entscheiden darf. Jedenfalls nahm ich es lange so wahr. Es wurde besser als ich mit dem Heiler sprach und über meine Sicht der Dinge nachdachte. Und als Boldi mich von dem Schwur entband. Und als Davet sagte, er wollte die Rache nicht. Er wollte nicht dass ich dort umkomme. Und als Teku mir sagte, ich sollte mit meiner Energie was anderes anfangen. Und meine Mutter mir sagte das ganze ist wie eine Diät, denk nicht immer dran. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Jede Info war ein Schritt die mich davon fortgebracht hat. Ihr könnt ja nicht wissen was in meinem Kopf vor sich geht. Ihr entscheidet nach Eurer Meinung und den Euch vorliegenden Informationen. Ihr seid ja kein Hellseher oder Gedankenleser und das ist vielleicht auch besser so, positiv gemeint. Meine Gedanken waren meist nicht sonderlich gut. Was die Unite angeht, das betraf nur Jendro Prince Ciel. Er hatte einst Boldi übel mitgespielt. Ich war da, ich wollte sie schachmatt setzen und ja mit Gift. Das gebe ich zu. Aber als ich dort war und die Geschichte von Jendros Seite aus hörte, verstand ich, dass es in der ganzen Geschichte gar keinen Schuldigen gab, den man hätte gerechterweise bestrafen können. Ich war für Scheiße unterwegs versteht Ihr? Jeder der Beteiligten war ein Verlierer, sie alle gemeinsam, Boldi, Jendro und Tekuro. Sicher ging ich hin um ihm etwas anzutun. Aber genauso sicher ist auch, dass ich sah, dass ich diesem Mann nichts antun darf. Wenn ich losziehe um Gerechtigkeit für meinen Mann einzufordern, darf ich nicht selbst ungerecht werden. Das wäre ich aber gewesen, Jendro hat keine Strafe verdient. Und so tat ich ihm nichts. Ich möchte von Euch wissen, warum Ihr den anderen ihr Vergangenheit nicht übel nehmt, mir aber scheinbar schon. Das hat mich gekränkt, verletzt, mich getroffen. Ich hatte keine Erinnerung an meinen Vater und als ich sie zurück bekam, war da auch nicht viel. Er war ja fast nie da. Ich hatte damit doch gar nichts zu tun, außer das ich sein Kind bin. Ich habe Euch doch nie was Böses gewollt, oder denkt Ihr das von mir?", hakte Vano nach, während er aß.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, das denke ich, ein Tritt in die Testikel ist schließlich nicht gerade ein Pappenstiel«, antwortete Ciel. »Genau wie der Auftrag an Conni, dass dieser Linhard und mich mit einem Cocktail ruhig stellen sollte. Was du dabei wolltest, ist einerlei. Böse waren deine Handlungen allemal. Niemand hat sich an der Krone zu vergreifen, Punkt. Von welchen anderen, denen ich ihre Vergangenheit nicht übel nehmen würde, sprichst du? Ich nehme dir übel, was du in der Gegenwart getan hast. Und der Agentensohn war lediglich eine Waffe, um dich zu verletzen.«

Silvano de Mancini
"Tja da bewahrheitete sich ein alter Spruch, das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und so seltsam es klingt, ich meinte es dort gut mit Euch und Prince Linhard. Euch würde nichts geschehen und Ihr würdet mir nicht in meinen Plan funken. Auf der anderen Seite, würde das Gleiche jemand mit Boldi machen um ihn herauszuhalten, wäre ich ebenso wütend. Denn die Dosis macht die Medizin oder auch das Gift. Ich hätte den Gedanken auf eine andere Person spiegeln sollen. So war der Gedanke scheinbar gut, auf Boldi bezogen hätte ich mich gefragt ob ich noch bei Trost bin, es könnte sonstwas passieren. Ich kann es nicht ungeschehen machen, aber ich kann mich für mein Verhalten entschuldigen. Es tut mir leid Hoheit, ich versichere Euch ich würde es heute nicht mehr tun. Ich würde das Problem anders lösen, falls ich es überhaupt lösen würde. Nun eine ehrliche Ansage, ich habe auch einiges als Waffe gesagt und nicht so gemeint. Das passiert im Wortgefecht. Ich sprach von Belly, Boldi, Eurem Ehemann Kabir, von jenen anderen Agentenkinder Herr", antwortete Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Entschuldigung angenommen. Freut mich, dass du es nun anders siehst. Der Fairness halber sei dir gesagt, dass es nicht deine Vergangenheit ist, die dafür sorgte, dass ich dich als Agentensohn stigmatisierte. Denn wie du richtig erkannt hast, stört die selbe Vergangenheit mich nicht bei den Genannten. Im Gegenteil, die Agenten der Autarkie waren eine äußerst fähige und scharfe Truppe. Sie waren die Ersten, die erkannt haben, was wirklich lief, lange bevor die Wahrheit offiziell ans Licht gebracht werden konnte. 35 Jahre hat es gedauert, ehe wir herausgefunden haben, was sie längst wussten. Es ist, wie ich sagte, ich wollte dich lediglich verletzen, denn auch ich war verletzt. Ich hatte so große Stücke auf dich gehalten und dann wurde ich so herb enttäuscht ... das tat weh, Silvano. Viel mehr noch als der eigentliche Verrat schmerzte mich der Verrat an unserer sich anbahnenden Freundschaft«, sagte er leise.

Silvano de Mancini
Vano musterte Ciel gerührt und schaute kurz weg. "Dann schmerzt mich mein Verhalten doppelt, denn ich habe nicht gerade viele Freunde. Es tut mir leid, dass ich Euch enttäuscht habe, vor allem persönlich. Damit meine ich menschlich und nicht dienstlich. Vielleicht können wir es ja irgendwie noch hinbekommen, unterwegs, falls Ihr noch möchtet", bot Vano an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich möchte«, sagte Ciel, der die letzten Reste seiner Fischrolle ins Meer warf, ehe ihm einfiel, dass die Ledvigiani das sicher nicht gutheißen würden. Nun ja, er war der Prince, man würde es ihm verzeihen. »Neuer Versuch?«, fragte Ciel und bot Silvano die Hand an.

Silvano de Mancini
"Ja gerne, neuer Versuch", antwortete Vano glücklich und schüttelte ihm die Hand. "Wir sollten einen Schluck drauf trinken, zur Besiegelung, dass macht man so. Sekunde ich bin gleich wieder da oder kommt mit", bat Vano und ging zurück zu seinen Männern. "Hier für Dich Schatz, mehr bekomme ich nicht runter. Iss die Fischrolle auf, ist total lecker und eine Versöhnungsrolle von Prince Ciel und mir", grinste Vano und drückte Boldi die restliche Rolle in die Hand, während er sich und Ciel ein Glas Rum einschüttete. Er reichte zuerst Ciel sein Glas, dann nahm er seines. "Frieden und Freundschaft, auf ex", sagte er und stieß mit Ciel an ehe er es auf Ex herunterkippte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel folgte ihm brav und während Boldiszàr den Rollenzipfel verschlang, nahm Ciel das Glas entgegen. "Frieden und Freundschaft", wiederholte er und trank das Glas auf einen Zug leer. Sofort stiegen ihm die Tränen in die Augen und er musste husten. Er hatte das Gefühl, seine Kehle stünde in Flammen.

Silvano de Mancini
Vano reichte ihm ein weiteres Glas. "Hier trinkt das, das hilft", schmunzelte er freundlich. "Mutige trinken ex und das habt Ihr. Damit ist es besiegelt, wir beide bemühen uns umeinander Ami", erklärte Vano und hielt ihm zudem ein Stück Kuchen hin. "Nur zu", warf Davet ein, während Vano auffordernd nickte.

Ciel Felicien de Souvagne
Hilfesuchend krallte Ciel sich an das Glas fest, das ihm nachgeschenkt wurde. Er hatte nicht gesehen, aus welcher Flasche und nahm an, das sei etwas Mildes. Umso schockierter war er, als er feststellte, dass es ein zweites Glas dieses Abgrundgetränkes war. Er riss Silvano das Stück Kuchen aus der Hand und stopfte es sich in den Mund, in der Hoffnung, dass das wenigstens half.

Silvano de Mancini
"Das zweite könnt Ihr langsam trinken, nebenbei darf ich Euch duzen? Der Kuchen hilft, da Milch drinnen ist. Esst ihn langsam und vor allem schluckt ihn langsam. Nach zwei drei Gläsern hat sich die Kehle daran gewöhnt und auf See solltet Ihr Rum trinken können. Manches Wasser müsst Ihr damit desinfizieren", erklärte Vano freundlich und reichte ihm ein weiteres Glas. "Likor zum Nachspülen, süß und harmlos, versprochen", grinste Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Tatsächlich half der Kuchen ein wenig. Ciel winkte ab, als er das zweite Glas Rum trinken sollte und nahm nur den Likör. Zum Glück schmeckte er wirklich süß. »Ich fühle mich etwas trunken«, sprach Ciel heiser. »Niemand duzt mich, Boldi und Belly sprechen auch im Plural von mir. Nur Davet ist eine Ausnahme, da er mein Onkel ist. Auf dem Schiff ist es freilich wieder etwas anderes.«

Silvano de Mancini
"In Ordnung, wie Ihr wünscht. Die Ausnahme verstehe ich, Familie geht immer vor. Boldi geht bei mir auch vor alle. Besser nach dem Kuchen und dem Likör?", fragte Vano schmunzelnd und trank Ciels Rumglas aus, dass dieser nicht mehr hinab bekam. "Eine generelle Frage, kann die Choucas uns auf der Reise nach Arashima begleiten als Geleitschutz? Ich frage für mein altes Mädchen, ich werde sie nicht kommandieren, da ich auf der Tordalk mitfahre. Jaques könnte sie fahren. Was sagt Ihr?", fragte Vano gut gelaunt und schmiegte sich an Boldi an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das ginge, wenn Jaques sich dazu gesundheitlich und mental in der Lage sieht«, antwortete Ciel krächzend. »Ich habe ihn vor knapp zwei Stunden an die Beißer verfüttert.«

Silvano de Mancini
"Aha und warum?", fragte Vano freundlich und aß selbst ein Stück Kuchen. "Wenn man einmal damit anfängt, hier Schatz", sagte er und drückte es Boldi in die Hand. "Also moment, wenn er an die Beißer verfüttert wurde ist er tot!", grübelte Vano und dachte angestrengt nach. `Und vermutlich gibt es heute Gemüsereis´.

Ciel Felicien de Souvagne
»Da er auf der Choucas meinen Ferrau und heute den Leibdiener meiner Schwester, den guten Gaston, durch seine sogenannten Scherze fast umgebracht hätte. Womöglich waren die beiden nicht mal die einzigen, aber sie sind Familieneigentum, sehr liebgewonnenes, möchte ich dazu anmerken. Und beides so unschuldige und freundliche Männer.« Ciel, der einen Schwips sitzen hatte von dem Rum, dachte voll Sehnsucht an seinen kuschligen Ferrau. »Ob Jaques nun tot ist, liegt an den Beißern. Vielleicht spielen sie auch noch mit ihm oder dressieren ihnen, das habe ich offen gelassen. Sie durften sich nach Herzenslust auf alle nur erdenklichen Weisen sättigen. Sein Überleben hängt also maßgeblich von der Art des Hungers ab, der sie heute plagte. In Anbetracht des hervorragenden Buffets ist es durchaus möglich, dass sie ihn am Leben gelassen haben, um ihn für später aufzusparen. Damit er nicht verdirbt. Sie mögen am liebsten frisches Fleisch.«

Silvano de Mancini
Vano schaute von Davet zu Boldi und zurück zu Ciel. "Mal ganz langsam Hoheit und unter Freunden, was hat Jaques auf der Choucas mit Ferrau getan? Und was heute mit Gaston? Ich sollte mich vielleicht mit meiner eigenen Art nicht zuweit aus dem Fenster lehnen, aber wenn er Ferrau auf meinem Schiff unter meinem Kommando angegriffen hat, hättet Ihr mir dies sagen können. Ihr wart Gast auf meinem Schiff und Ferrau gehörte zu Euch. Aus dem selben Grund ging niemand von uns Patti an oder stand ihm bei - das ist ein Tabubruch. Er gehörte nicht zu meinen Mannen und Ferrau gehörte ebensowenig zu unseren Leuten. Jaques hatte also kein Recht ihn zu züchtigen, genauso wenig wie Patrice. Was hat er getan, wenn ich fragen darf?", hakte Vano nach, dem die Sache ganz und gar nicht gefiel. Davet rutschte ein Stück näher auf, so das Vano zwischen Boldi und ihm liebevoll eingeklemmt war. Davet nickte Ciel beruhigend zu, dass er Silvano ruhig erzählen sollte, was vorgefallen war. "Gleich was geschah, ich hake hier mal ein, er benötigt dann für die Choucas einen neuen Ersten", sagte Davet. "Ich hoffe nur einen neuen Ersten", stöhnte Vano, als er fieberhaft überlegte wo Ferrau und Gaston waren. "Sind beide wohlauf?", fragte er sicherheitshalber.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ferrau geht es wieder gut, aber nach zwei Tagen zwischen den beiden Außenhüllen eingeklemmt war er arg schmutzig, durchgefroren, durstig und sehr verängstigt. Gaston ist ebenso durchgefroren, da er auf einem Felsen unter dem Palast ausharren musste, nachdem Jaques und James ihm einredeten, es gäbe in Ledwick Keller. In einer Stelzenstadt über dem Meer«, stöhnte Ciel. »Fast wäre er ertrunken. Warum ich dir das mit Ferrau nicht berichtete damals, kann ich dir gar nicht mehr sagen. Vermutlich war ich von irgendetwas abgelenkt«, überlegte er und grinste dann schamvoll. »Womöglich von Francoise.«

Silvano de Mancini
"Die Zwischenwand ist zur Sicherheit da, damit man nicht gleich ein Loch oder ein Leck im Rumpf hat. Zudem ist es ein Wartunggang, sollte die Außenhülle beschädigt sein, kann man sie so flicken. Nun ich hätte ihn für den Scherz anders bestraft, aber vermutlich nicht weniger hart, die Daggen. Ferrau hätte darin sterben können. Es ist eng, dunkel und man geht nur zu mehreren. Zudem bindet man sich an einem Seil fest, auch wenn man eine Laterne mitnimmt. Falls diese erlischt, war es das und man findet nicht zurück. Das heißt, wer das Schiff nicht erspüren kann. Beispiel, eine Person stürzt aus hoher Höhe ins Wasser, also von einem Schiff. Sie möchte zurück an die Wasseroberfläche. So seltsam es klingt, manche schwimmen dann in die falsche Richtung. Sie haben kein Gespür dafür. Der einfachste Trick ist, einen Moment warten, wohin man treibt, dass ist die richtige Richtung. Im Wartungsschacht gibt es das Gefühl nicht. Aber ich wüsste wo vorne und hinten ist bei meinem Schiff, allein durch ihre Bewegung. Ich weiß wolang sie zieht, genauso wie ich weiß unter ihrem Kiel ist eine Untiefe oder ein Riff, wenn sie rollt. Sieht vielleicht albern aus, wenn der Kapitän sich auf die Planken legt und mit dem ganzen Körper fühlt, aber besser auf aufzulaufen und zu kentern. Man muss es fühlen können. Jeder der es nicht kann, sollte den Wartungsschacht nur mit Laterne und Seil um den Bauch betreten und einem Mann der auf Zug einen dort herauszieht. Wie lange war Ferrau denn dort drin? Und warum bei Davy ging er dort rein? Was hat er denn gedacht? Er hätte verdursten können", stöhnte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zwei Tage«, sprach Ciel traurig und schämte sich ziemlich, dass er von irgendetwas derart abgelenkt gewesen war, dass Silvano nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden war und nun auch noch Gaston fast erforen oder ertrunken wäre. »Jaques hatte ihm erzählt, dort unten gäbe es Fenster, durch welche er die Fische anschauen könne. Er wollte dort, wenn ich mich recht entsinne, einen schönen Platz für uns beide suchen, wo wir gemeinsam sitzen und den Fischen zusehen können.«

Silvano de Mancini
Vano grinste traurig. "So bescheuert die Verarsche auch ist, der Gedanke mit einem Schiff das Bullaugen im Bauch hat um die Meerestiere zu beobachten, dass hätte schon was. Stellt Euch das mal vor, Ferrau kann man keinen Vorwurf machen. Er ist eine Landratte durch und durch. Es hat ihn auch nicht irgendwer auf den Leim oder Teer geführt, sondern der erste Offizier. Er wird ihm vertraut haben, sonst wäre er nicht hineingegangen. Das tut mir leid für ihn, er war ein angenehmer Passagier, freundlich, höflich, stand nie im Weg und ich hoffe er hat die Choucas trotzdem in guter Erinnerung. Nur Jaques wohl nicht. Fran hat ihn wieder aufgepäppelt hoffe ich", erklärte Vano und nahm sich noch ein Glas Rum, allerdings für seine Nerven. Jaques war manchmal wirklich ein schräger Vogel, aber das war nicht schräg das war Wahnsinn.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es geht ihm wieder gut, ich habe ihn ziemlich verwöhnt und Fran ist zum Glück äußerst fähig als Heiler. Ferrau ist immer angenehm und liebenswert, nie hat er je etwas Böses getan, er ist durch und durch ein guter Mensch, auch wenn er bisweilen bockt oder schleicht, wenn er eine Aufgabe nicht leiden kann. Das macht ihn jedoch umso liebenswerter«, schmachtete Ciel verliebt. »Ich sollte vielleicht nach ihm sehen.«

Silvano de Mancini
"Das freut mich zu hören. Grüßt ihn und Fran von mir, anderes kann ich ebenfalls nicht behaupten. Fran hat mir mehrfach den Hintern gerettet, oft, sehr oft sogar. Und er hat mein Auge verschlossen, wovor ich zuerst gewaltige Angst hatte, aber als es einfach geschehen war und ich nun keine Probleme mehr habe frage ich mich auch, warum ich nicht gleich auf ihn gehört habe. Nun das habt Ihr mit ihm gemeinsam, Ihr habt mein Leben gerettet, auch wenn ich es nicht gleich verstanden habe. Danke dafür, an Euch beide", sagte Vano und drückte Ciel den Teller mit den restlichen Kuchenstückchen in die Hand. "Für Eure Lieben, wohin sie sich auch immer verzogen haben. Was Süßes freut jeden. Guten Hunger", wünschte er.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich richte es aus, danke, Silvano, und auf eine bessere Zukunft.« Ciel nahm den Teller und tippte sich zum Abschied gegen die Schläfe, wie er es von Tekuro abgeschaut hatte. Nur lächelte er im Gegensatz zu diesem dabei freundlich, ehe er sich umdrehte und zurück in den Palast ging. Dabei hatte er es ziemlich eilig. Besorgt schaute er zunächst, ob Julien noch auf seinem Stuhl saß.

Silvano de Mancini
Vano nickte mit knappen Gruß zum Abschied, wie er es auch als Kapitän getan hätte. "Auf eine bessere Zukunft, geschworen", sagte er leise als Ciel bereits davongeeilt war und kassierte von Davet einen Kuss.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den Überlebenden gehört

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