Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

Nach dem Krieg liegt Ledwick brach, die Cholera wütet. Der verloren geglaubte Thronerbe Tazio kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und gemeinsam bauen sie das Land wieder auf. Die Hochzeit mit Verrill de Souvagne bringt Hoffnung und Familie, doch der Wunsch nach Vergeltung schwärt stets in Tazios Herz.
Der alte Duca von Ledwick ist vor Dunkelbruch gefallen. Nach dem Krieg liegt Ledwick ohne seinen Großherzog brach und die fünf Counts lassen das Land verkommen. Die Cholera wütet. Als der verloren geglaubte Thronerbe aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, jagt er die Counts in die Wüste und ernennt an ihrer Stelle fünf Marchesi. Eine neue Ära bricht an. Die Hochzeit mit Verrill de Souvagne bringt Hoffnung und Familie, doch etwas fehlt zum vollkommenen Glück, denn der Wunsch nach Vergeltung schwärt stets in Tazios jungem Herz.
Marcello de Chevrette
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#11

Beitrag von Marcello de Chevrette » Di 19. Feb 2019, 08:33

Marcello

betrat die Kabine und blieb stehen. Jaques sah grauenvoll aus. Schwach und verletzt sass er im Bett und schaute ihn an. Marcello musste sich anstrengen nicht loszuheulen. Er musste stark sein für sein Mann. Ganz langsam ging er auf Jaques zu. Marcello zog sein Mantel aus und legte ihn um Jaques Schultern. Er lächelte so gut er konnte und setzte sich neben seinen Mann aufs Bett. Marcello rutschte näher und nahm Jaques in die Arme.

"Magst du erzählen was passiert ist? Ich hatte Angst um dich Jaques. Du siehst total fertig aus. Wir sind hier, du kannst gleich in Ruhe schlafen. Oder magst du was essen? Trink nicht so viel Rum. Du darfst dich nicht daran gewöhnen. Möchtest du was Kautabak? Guck ich hab was dabei. Hab ich extra für dich gekauft."

Marcello zog die Tabakdose aus seine Hosentasche und gab sie Jaques. Er strich Jaques über die Wange. Marcello traute sich nicht sein Mann zu küssen. Er überprüfte das Jaques es warm hatte und zog seine Schuhe aus. So kroch er mit unter die Decke.

"Wir sind hier."

Jaques Philipp de Dusoulier
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#12

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » Di 19. Feb 2019, 23:22

Jaques nahm die Kautabakdose entgegen und legte sie unter sein Kopfkissen. Die Geste war liebevoll und niedlich zugleich und sie rühte ihn zutiefst. Marcello hatte Recht was den Rum betraf, er sollte nicht dermaßen viel in sich hineinschütten um die Begegnung mit den Beißern zu vergessen. Aber der Rum gab ihm ein gutes Gefühl, leider war das genauso trügerisch wie warm.

Jaques lehnte sich an Marcello an und zog dessen Mantel enger um sich. Manchmal war Marcello wirklich ein Vollverpeiler über den Jaques schmunzeln musste. Besonders damals auf ihrer Neujahrsfeier. Genauso wie Sacha oft ein Kindskopf war. Aber heute konnte er sich keine besseren Freunde vorstellen, als Sacha und Marcello und keinen besseren Bruder als James.

Und das er in Wahrheit der größte Vollverpeiler war, daran bestand ja nun nicht mehr der geringste Zweifel.

"Ich bin so absolut froh, dass Ihr da seid. Ich weiß nicht, was ich ohne James, Sacha oder Dich machen würde. Falls Du einige Zeit bleiben kannst bleib. Du auch Sacha. Was passiert ist? Das ist eine lange Geschichte. Alles fing vor Jahren damit an, das James und ich so eine Art Wette laufen hatten.
Wer wen besser bequatschen kann.

Jedenfalls haben wir uns irgendwann einen Spaß draus gemacht, Diener am liebsten Leibdiener einen Bären aufzubinden. Das heißt wir haben ihnen eine Lügengeschichte aufgetischt und waren wir glaubwürdig genug, dann konnten wir sie einsperren. Wem von uns beiden das gelungen ist, der hatte die Wette gewonnen.
Das ist die Vorgeschichte zu all dem Marcello.

Auf der Choucas habe ich den Leibdiener von Prince Ciel bequatscht und ihm erzählt, dass es ganz unten in der Choucas einen Bereich gibt, wo man durch Bullaugen hinaus ins Meer gucken kann. Dort könnte er also trockenen Fußes die Fische im Meer bewundern, das wäre ein ganz romantischer Ausblick. Er hatte nach so etwas gefragt, da er es sich mit seinem Herrn gemütlich machen wollte. Ich habe ihn in den Wartungsgang geschickt, also in die Zwischenhaut. Und dort ging er verschütt. Das ist mir noch aufgefallen, dass er eine ganze Zeit nicht wiederkam und ich wollte auch nach ihm sehen. Aber dann hatte ich was Wichtiges zu tun und ich habe ihn vergessen. Er wäre beinahe darin gestorben, verdurstet. Ich meine er wurde nach zwei Tagen oder so gefunden und Fran hat ihn geheilt. Er war schon völlig ausgetrocknet.
Ich hatte die Wette gewonnen.

James und ich hatten auf der Hochzeit die Idee den dicken Gaston auf die Probe zu stellen. Also haben wir Gaston auf die Schüppe genommen. Ich habe dem Dickerchen erzählt, dass Verrill unten im Weinkeller auf ihn warten würde und es wäre sehr dringend. Er wäre schon etwas erbost und hätte mehrfach nach ihm gefragt. Gaston bat darum, dass ich ihm den Weinkeller zeigen sollte. Wir also gemeinsam in die Küche gestiefelt und dort habe ich auf die Abfall-Lucke gezeigt. Er guckte was skeptisch und ich sagte ihm, ist Dein Hals. Mach was Du willst, aber beschwere Dich später nicht bei mir, ich hätte Dir nicht Verrills Botschaft ausgerichtet.
Also stieg er die Treppen hinab... die gar nicht da waren und stürzte in die Tiefe.
Somit hatte ich auch die Wette gewonnen.

Leider hatte mein Bruder Julien wohl Quasselwasser gesoffen oder mit seinem Schwanz gedacht, als er Prince Ciel von unseren Wetten erzählte. Prince Ciel beschloss sofort Gaston zu retten. Was wohl auch geschehen ist. Jedenfalls schickte er Bellamy um James und mich zu sich rufen zu lassen. Bis dato war uns noch nicht bewusst, weshalb wir zu ihm gerufen worden waren. Das klärte sich aber ziemlich schnell auf. Wir beide waren in einen Raum gerufen worden, indem alle Beißer anwesend waren. Prince Ciel ließ James für unseren Scherz aus dem Fenster ins eiskalte Meer stürzen.

Ich habe ihn angefleht, dass er James zurück ans Land kommen lässt. Und ich habe die gesamte Schuld auf mich genommen. Stimmt ja irgendwie auch, da ich Gaston bequatscht hatte. Prince Ciel lächelte nur eiskalt, stand von seinem Platz auf und verließ den Raum.

Beim Rausgehen sagte er zu den Beißern "Meine Herren, ich wünsche einen guten Appetit".

Das werde ich nie vergessen, denn ich dachte die fallen mich an und werden mich bei lebendigem Leib auffressen. Heute denke ich, hätten sie mal nur...

Ich habe versucht mich zu wehren, weil ich logischerweise nicht gefressen werden wollte. Aber Bellamy hat mich fertig gemacht und mit mir den Boden gewischt.
Und als ich auf dem Boden lag... da hat er...
Er hat das getan wofür er berüchtigt ist... er... und dann hat es Tekuro getan...
Danach sein Vater... Arbo... Patrice... jeder von denen...

Ich habe mich gewehrt, aber ich hatte keine Chance. Und irgendwann habe ich es einfach nur noch über mich ergehen lassen. Ich wollte einfach das es vorbei ist. Und dann war es vorbei...
Die haben mich weggeworfen wie Abfall...

Aber ich lebte und ich bin so zerschunden wie ich war runter zum Strand gekrochen. Warum kann ich Dir gar nicht sagen, es war sowas wie ein Instinkt. Ich musste dort weg, wo immer ich war. Sie durften mich dort nicht finden und als ich den Strand und das Meer sah bin ich mit letzter Kraft dorthin geflohen. Ich habe mich ins Wasser gehockt in der Hoffnung, das Salz beißt meine Wunden aus. Das tat es, aber ich habe es nicht lange ausgehalten. Es war zu schmerzhaft und das Wasser war zudem viel zu kalt.

Ich kroch zurück an den Strand und rollte mich einfach zusammen. James hat mich dort gefunden und mich gerettet. Unterwegs trafen wir Sacha und er hat uns ebenfalls geholfen. James führte uns zu Kai und sie hat uns direkt Unterschlupf gewährt. Das ist die Geschichte Marcello. Ich bin erledigt, wegen einem blöden Scherz. Ich schulde Euch was, James, Sacha, Kai und Dir. Das vergesse ich Euch nicht",
sagte Jaques und rollte sich neben Marcello zusammen und nutzte seinen Schoß dabei als Kopfkissen.

Marcello de Chevrette
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#13

Beitrag von Marcello de Chevrette » Do 21. Feb 2019, 12:50

Marcello

traute seine Ohren nicht. Das durfte nicht wahr sein, was sein Mann gemacht hatte. Seine Hand legte er zur Beruhigung in Jaques Nacken.

"Jaques ich liebe dich. Drum muss ich dir die Wahrheit sagen. Die Diener zu ärgern ist als Kind lustig. Wie alt bist du Jaques? Hast du dir keine Gedanken gemacht was du da machst? Jaques ich wollte dich gerne heiraten. Meine Tante war die Mutter vom Duc. Mein Vater ist der Onkel vom Duc. Prinz Ciel hat dich so hart bestrafen lassen. Was wird mein Vater zu dir als Ehemann sagen? Wir waren glücklich Jaques. Du hast einen guten Beruf und du hattest einen guten Captain. Warum machst du sowas?
Guck was dabei raus kam. Der Prinz wollte dich umbringen lassen. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel. War das die Scheisse wert? Überleg mal jemand schiesst dich mit einer Wette ab. Die Wetten um irgendwas und bringen dich fast dabei um. Dann hörst du, das war nur eine Wette. Das war ein Scherz. Lachst du darüber? Stell dir vor der Prinz Ciel sagt dir, das war nur ein Witz Jaques, die beisser und ich haben gewettet.
Ich will nicht das du dich aufregst. Ganz sicher will ich nicht, dass es dir schlecht geht. Dafür liebe ich dich zu sehr. Ich hab mich so gefreut dich zu fragen, ob du mein Mann werden willst. Dann machst du sowas. Ich muss überlegen wie ich dich da rausziehen kann. Das muss ich geradebiegen, sonst bekommst du noch ganz andere Probleme. Du arbeitest beim Militär. Die können dich hochkantig rauswerfen für sowas. Dein Captain kann sich weigern weiter mit dir zu arbeiten. Dein Vater ist der Admiral der Souvagnischen Flotte. Deine Brüder sind alle auf Schiffe unterwegs. Deine ganze Familie kann wegen deinen Verhalten Probleme bekommen. Du hast das nicht nur einmal gemacht, sondern öfter. Das machst du nie wieder.
Du musst keine Angst haben Jaques. Ich bleib bei dir und ich kümmere mich um dich. Wir bleiben zusammen und ich halt zu dir. Ich gucke dass du einen guten Heiler bekommst. Der soll dich einmal auf den Kopf stellen. Sacha und ich schauen, dass wir dich wieder hin bekommen. Die hätten dich anders bestrafen sollen. Von mir aus sogar richtig paar auf die Fresse. Du hast es verdient für was du gemacht hast. Paar auf die Augen und die Sache ist geklärt. Was die Beisser mit dir gemacht haben ist eine dreckige Schweinerei. Das darf nicht passieren, egal für welche Scheisse.
Du bleibst an Bord von Kai. Sacha und ich kümmern uns um den Rest. Du wirst erstmal wieder gesund. Wir helfen dir dabei Jaques. Und du machst nie wieder so ein Schwachsinn. Später rede ich mit mein Vater was wir tun können. Du kannst schlafen, Sacha und ich passen auf. Ich liebe dich trotzdem Jaques."

Marcello rutschte mit den Rücken zur Wand, so dass er auch ein bisschen ausruhen konnte. Seine Hand blieb auf Jaques liegen. So fühlte er dass Marcello da war. Marcello fühlte sich verzweifelt und müde. Aber er würde sein Wort halten. Jaques war sein Mann, gleich was für ein Blödmann der manchmal war.

Jaques Philipp de Dusoulier
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#14

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » Do 21. Feb 2019, 18:05

Jaques starrte Marcello an, während dieser ihm einen Vortrag hielt über sein unmögliches Verhalten. Das er nicht sofort zurückgiftete, sondern tatsächlich zuhörte, dass hatte die Einleitung bewirkt. Ich liebe Dich - das hatte noch nie irgendwer zu ihm gesagt.

Und leider musste er Marcello in allen Punkten Recht geben. Er hatte sich wie ein Kind verhalten und seinen jüngsten Bruder auch noch damit hineingezogen, indem er ihn angestiftet hatte. Ihm war durchaus bewusst, was Diener allen voran Leibdiener leisteten. Sie standen vor den Herrschaften auf, so dass diese angekleidet werden konnten und ihr Frühstück bekamen. Und wenn die Herrschaften abends zu Bett gingen, war für einen Leibdiener oder Burschen, der Tag noch lange nicht zu Ende.

Was er sich dabei gedacht hatte? Nun das hätte er Marcello sehr leicht beantworten können, denn er hatte gar nicht gedacht. Er hielt es einfach für einen blöden Spaß, den er sich mit James erlaubte. Die Seite des Betroffenen, der den Scherz über sich ergehen lassen musste, hatte er ausgeblendet.

Das Marcello ihn heiraten wollte, freute ihn. Das er seinem Freund und sich derart ins Bein geschossen hatte, ärgerte ihn maßlos. Umso mehr,wie Marcello gerade die Krallen ausfuhr und ihm trotz allem noch beistand. Er versprach ihn nicht zu verlassen und ihm zur Seite zu stehen.

Jaques schaute Marcello an, sagte aber kein Wort. Er war ein Cheverette, somit ein Marquis und auch wenn er sonst gelangweilt Zuhause die Bücher führte, war er doch über einiges gut informiert und er war kein Feigling. Marcellos Familie war tatsächlich so nah mit der Krone verwandt, schoss es Jaques durch den Kopf. Wäre er dazu in der Lage gewesen, hätte er sich vor Wut am liebsten selbst in den Hintern gebissen. Er wusste nicht, was ihn manchmal ritt, dass er so etwas verzapfte.

Wenn es zum Schlimmsten kam, dann hatte er James reingerissen, seine Familie, die Familie von seinem Freund und sich selbst völlig aus der Laufbahn gekickt. Er konnte froh sein, wenn er nur in Unehren entlassen wurde und nicht noch vor ein Kriegsgericht gestellt wurde. Normalerweise waren Soldaten dazu da, die eigene Bevölkerung zu beschützen und nicht zu dezimieren.

Marcello rutschte nach hinten zur Schiffswand, so dass er sich anlehnen konnte. Selten hatte er seinen Schatz so müde gesehen, aber das was Jaques am meisten traf war die Enttäuschung in Marcellos Gesicht. Der Anblick schmerzte Jaques. Er rutschte noch näher zu Marcello auf, wälzte sich in seine Blickrichtung und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

"Ich kann Dir nur in allen Punkten zustimmen, sogar in dem Punkt, dass ich eine Strafe verdient habe. Aber es musste keine Schändung sein. Denn das ist das Widerwärtigste was man einem antun kann. Eine Strafe verdient zu haben, heißt nicht die Höchstrafe verdient zu haben.

Prince Ciel wollte dass sie mich hinrichten. Wenn das für mein Vergehen gerechtfertigt ist, möchte ich wissen was sie mit einem Mörder machen. Da müssen sie sich ja was ganz Tolles aufgespart haben. Entschuldige, was knurre ich Dich an, Sacha und Du Ihr seid hier um mir zu helfen.

Kai wollte sich erkundigen, inwieweit mich eine weitere Strafe erwartet. Besteht eine Möglichkeit zurückzukehren, werde ich alles dafür tun. Falls ich nicht zurückkehren kann, dann werde ich nicht zurückkehren. Meine Hoffnung ist bei Kai auf dem Schiff bleiben zu dürfen. Dann hätte ich wenigstens ein Auskommen.

Aber so ehrlich muss ich auch zu Dir sein, dann wäre alles andere vorbei. Ich habe es uns beiden dann kaputt gemacht Marcello. Dich trifft keine Schuld, nicht im geringsten. Du bist der Erste der mir sagt, dass er mich liebt. Ich liebe Dich auch",
antwortete Jaques und rollte sich zum Schlafen ein.

Marcello de Chevrette
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#15

Beitrag von Marcello de Chevrette » Sa 23. Feb 2019, 14:56

Marcello

kraulte Jaques ein bisschen, damit er sich beruhigte.

"Was die mit einen Mörder machen ist hinrichten. Je grauenvoller seine Morde waren umso schlimmer wird die Todesstrafe. Das du kein Mörder bist ist Zufall Jaques. Keinen der Leute hast du danach selber geholfen. Die hätten verrecken können du hättest das nicht mal gewusst. Das ist sogar schlimmer, als jemanden zu hassen und den dann umzubringen. Dir waren die Leute die du verarscht hast scheissegal. Ob die überleben oder nicht hat dich nicht gekratzt.
Was dich kratzt ist, dass du so hart bestraft wurdest. Da könnte ich fies sein und sagen, dass kratzt Prinz Ciel auch nicht. Mach ich aber nicht. Und ich hab schon gesagt, dass du eine Strafe verdient hast. Aber dich zu vergewaltigen hast du nicht verdient. Niemand verdient so eine Scheisse.
Das Kai gucken will, ob du zurückkehren kannst ist nett von ihr. Ich werde nachher mal mit der reden. Wir können uns zusammentun um dir zu helfen. Wenn du eine Chance bekommst, überleg dir was du willst. Willst du sie nutzen, da wirst du alles dafür tun. Das ist wohl klar.
Bleibst du bei Kai müssen wir uns trennen. Jeder lebt dann ein anderes Leben Jaques. Du wirst hier auf dem Piratenschiff arbeiten und ich in der Reederei von mein Vater. Dass passt nicht zusammen. Das spielt dann keine Rolle mehr, was wir fühlen. Kommt es so, dass wir uns trennen müssen hast du es kaputt gemacht. Ich möchte mich nicht trennen. Ich will dich nicht verlieren Jaques. Die ganze Scheiss Situation macht mich wütend. Aber weshalb ich richtig sauer bin, ist der Grund. Für so eine bescheuerte Scheisse trittst du alles in den Dreck. Nicht absichtlich aber das machts kein bisschen besser. Das stinkt mir Jaques.
Aber Wut vergeht und Dummheiten macht jeder. Was soll ich da sagen.
Ich bleib an deine Seite und versuch dir zu helfen. Hoffentlich geht alles gut. Schön zu hören, dass du mich liebst. Das freut mich sehr. Ich bin der erste der das zu dir sagt? Was hast du denn mit den anderen gemacht? Schlaf jetzt Jaques."

Jaques Philipp de Dusoulier
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#16

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » Mo 25. Feb 2019, 20:48

Mit so einem Gegenwind von Marcello hatte Jaques nicht gerechnet. Ihm lag eine grantige Antwort auf den Lippen, aber er schluckte sie herunter. Marcello war hier und er hatte mehrfach betont, dass er ihm beistehen wollte. Er hatte ihm seine Liebe gestanden, worüber sich Jaques sehr freute. Er hielt sich an der Ausage fest und rief sich das Gefühl zurück in Erinnerung, als sie ihre erste gemeinsame Zeit verbracht hatte. Sie waren in der Reederei von Cheverette gewesen und hatten es sich gut gehen lassen.

Es war eine schöne Zeit gewesen und Jaques hatte jede Minute mit Marcello genossen. Diese Zeiten waren möglicherweise für immer vorüber und das alles nur wegen seiner dummen Scherze. Von der Warte aus betrachtet konnte er Marcellos Wut nur zu gut verstehen. Marcello hatte Angst darum, dass ihre junge Beziehung zerbrach. Jaques konnte ihm darauf keine Antwort geben. Natürlich wünschte er sich nichts sehnlicher, als mit Marcello zusammen zu bleiben und ihn sogar zu heiraten.

Aber da waren noch die Beißer.

Jaques rollte sich allein schon bei dem Gedanken an die Gruppe ganz klein zusammen. Was nützte ihm eine Chance von Prince Ciel oder sogar vom Duc, wenn die Beißer weiterhin da draußen auf ihn lauerten? Sie würden keine Rücksicht darauf nehmen, ob er der Ehemann von Marquis Marcello de Cheverette war oder ein Niemand.

Sobald ihn die Beißer finden würden, würde sie ihr Werk vollenden, da war sich Jaques ganz sicher. Entweder würde er ihr Spielball werden, wie Patrice oder sie würden auffressen. Das Grausame an der Sache war, dass er keine Chance hatte, das Schicksal was die Beißer für ihn auserkoren hatten, abzuwenden. Bestenfalls konnte er sich seine Qualen erleichtern, indem er Patrice immitierte und gehorchte.

Jaques wusste nicht ob er stark genug war, so etwas über sich ergehen zu lassen. Andere die seinen Kampf gegen die Beißer vielleicht beobachtet hätten, hätten möglicherweise behauptet dass er gut und mutig gekämpft hatte. Aber das hatte er nicht, er hatte mit dem Mut der Verzweiflung gekämpft. Pure Angst war seine Triebfeder gewesen. Es einfach zu erdulden hätte die Sache vielleicht einfacher gemacht, aber dazu hatte er nicht den Mumm und auch nicht die Nerven.

Er schaute Marcello an und fragte sich, wann sein Kerl vor ihm einen Partner gehabt hatte. Marcello hatte so nichts über Ex-Partner erzählt. Er selbst hatte ewig keinen Partner gehabt, jedenfalls keine Beziehung. Und nun hatte er ihn Haus nicht nur auf tönernen Füßen gestellt, sondern er hatte direkt an der Klippe des Abgrunds gebaut. Die Wut von Marcello war berechtigt.

Jaques nahm eine Hand von Marcello in seine und hielt sie fest.

"Ich verstehe Deine Wut Marcello, ich hab Dich enttäuscht. Was Du sagst, stimmt leider. Mir waren die Leute allerdings nicht gleichgültig, sondern ich habe sie schlichtweg vergessen. Ich weiß dass macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Ich kann es nicht ungeschehen machen Cello, aber es kommt nie wieder vor.

Thema eine Chance, wie ich sagte ich werde alles dafür tun, aber ich weiß nicht wie ich den Beißern aus dem Weg gehen soll. Meine Befürchtung ist, dass sie mich holen werden. Entweder um mich abzurichten und sich so oft sie wollen an mir zu vergnügen oder um Ciels Befehle doch noch umzusetzen. Und ich bin nicht in der Lage mich gegen sie zu verteidigen Marcello. Ich bin kein Schlappschwanz und ich habe schon so manche Kneipenschlägerei überstanden, aber die Beißer sind anders",
erklärte Jaques und rieb sich die schmerzende Stirn.

"Mein Schädel dröhnt, sobald ich darüber nachdenke spüre ich wieder Bellamy an meinem Körper. Wie er meinen Schädel auf den Boden donnert, bis mir vor Schmerz schlecht ist. Wie er mich benutzt, sich einfach nimmt was worauf er Lust hat. Ich spüre seine schaufelartigen Hände immer noch auf meiner Hüfte oder um meine Juwelen. Mein Heck schmerzt abgrundartig und dem Rest geht es auch nicht besser.

Ich habe keine Ahnung wie ich das mit den Beißern regeln sollte. Die Burschen wittern Schwäche und für sie bin ich nur noch ein Opfer, dass sie erziehen oder fressen werden. Den Beißern erneut zu begegnen, ist das Letzte was ich möchte Marcello. Es gibt keinen Ausweg, außer bei Kai zu bleiben",
flüsterte Jaques und schmiegte sich fester an.

Marcello de Chevrette
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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#17

Beitrag von Marcello de Chevrette » Di 26. Feb 2019, 10:41

Marcello
 
packte die Hand von Jaques und streichelte sie.
 
„Ist gut Jaques, wir brauchen über den Scheiss keine Grundsatz Disskussion. Vergessen wir die Scheisse die du gemacht hast. Gucken wir nach vorne damit es dir besser geht. Mach einen Schritt nach den anderen. Du hast noch keine Chance bekommen. Wozu dir einen Kopf um die Beisser machen? Das machen wir, sobald die an der Reihe sind. Erst schläfst du, dann gehst du zum Heiler, dann reden wir mit Kai und dann kümmere ich mich um die Beisser. Das sind die Leibwächter von Prinz Ciel, die sind gefährlich. Aber das sind keine Götter Jaques. Die haben Schwachstellen wie jeder von uns. Es gibt immer einen Weg. Entweder wir bezahlen die Beisser dass die dich in Ruhe lassen oder wir suchen uns Leute die den Beissern die Schnauzen einschlagen. Für Geld bekommst du alles Jaques. Das ist kein Geheimnis. Du wirst denen nicht wieder begegnen.
Das du Angst vor denen hast ist normal bei dem was die dir angetan haben. Das du ständig an die denkst genauso. Das musst du dem Heiler sagen. Vielleicht kann der dir was für deine Nerven verschreiben. Bei solche Kopfschmerzen muss der Heiler dein Schädel untersuchen. Vermutlich hast du eine Gehirnerschütterung.
Sacha kannst du den Heiler herholen damit der sich Jaques anschaut? Ich glaub das ist besser wir warten nicht länger. Nicht das es sich verschlimmert. Er kann danach eine Runde schlafen, wenn er untersucht wurde. Hol bitte den Heiler für uns.“
 
 

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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#18

Beitrag von Sacha Bonnet » Di 26. Feb 2019, 19:14

"Na gut."

Sacha hatte neben der Tür gewartet, während die beiden Sprachen. Er war hin und hergerissen, ob er gehen sollte, damit die beiden für sich waren oder ob er bleiben sollte, falls es Jaques doch wieder schlechter ging. Er machte sich große Sorgen um ihn und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Nun aber flitzte er davon, seine Füße patschten barfuß über die Planken, die trotz der Kälte in der Sonne ein wenig warm geworden waren. Kurze Zeit später kam er mit einem merkwürdigen Kerl zurück, der ein Zusammenschnitt aus allen möglichen Ethnien und Kulturen zu sein schien.

Merkwürdiger Kerl

Seine Haut war weiß wie die eines Almanen, aber er trug Kleidung, wie man sie bei einem Rakshaner vermuten würde. Die Kopftracht hingegen - das abgezogene Fell eines Wolfs - erinnerte an einen Norkara. Er stellte sich mit dem klangvollen Namen Azukita vor. Das widerum klang sehr rakshanisch.

"Was gibt`s?", fragte Azukita in die Runde. Sein Blick blieb auf Jaques hängen. "Du wirkst ein wenig zerknautscht, mein Freund."

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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#19

Beitrag von Marcello de Chevrette » Mi 27. Feb 2019, 10:04

Marcello
 
war froh das der Heiler gekommen war. Er sah aus wie einer der Wilden, aber das war egal. Er musste gutes Wissen haben, denn Piraten bezahlten keine Stümper. Die Taler die die einstrichen wollten die nicht für Idioten ausgeben. Wäre der Mann schlecht, wäre er schon über die Planke gegangen. Jedenfalls glaubte Marcello fest daran.
 
„Zerknautscht wäre nicht schlimm Heiler. Mein Mann wurde von mehrere Angreifer zusammengeschlagen. Die haben ihn als Gruppe geschändet. Ein Angreifer hat mehrfach auf sein Kopf eingeschlagen. Untersuch ihn so gründlich wie du kannst und gibt ihm was gegen die Schmerzen. Was fürs schlafen wäre genauso wichtig und gegen die Angst. So kann er nicht gesund werden. Sollen wir hierbleiben oder euch alleine lassen zur Untersuchung?“.
 
Marcello fühlte sich hilflos. Der Heiler konnte hoffentlich weiter helfen. Er selber hatte Jaques nicht untersucht. Das war nicht so, dass er den Hintern von Jaques nicht kannte. Trotzdem traute er sich nicht zu fragen oder ihn anzufassen. Ein Heiler war was anderes als der eigene Mann. Er könnte ihm das übel nehmen. Besser war dass der Heiler machte das. Der hatte wenigstens richtige Ahnung von Verletzungen und Behandlungen. Marcello war genauso nervös wie Jaques. Er hoffte er musste nicht genäht werden. Das konnte aber passieren. Die Beisser war brutal genug gewesen dass Jaques schwer verletzt sein konnte.
 

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Re: Kapitel 7 - Als Jaques das Lachen verging

#20

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » So 3. Mär 2019, 20:46

Jaques musterte den fremdartig wirkenden Kerl, ihm war es gleich wie der Mann aussah, Hauptsache er konnte ihm helfen. Gerade als er noch überlegte, wie er seine Situation beschreiben sollte, übernahm Marcello das Sprechen. Jaques legte ihm dankbar eine Hand auf den Arm.

"Mein Mann hat Recht, ich also... die haben mich zusammengeschlagen und geschändet... anders kann ich es nicht beschreiben. Wir hätten Dich nicht genervt oder so, aber ich kann nirgendwo sonst hin. Falls es was kostet, frag James. Das ist mein Bruder, er wird Deine Rechnung übernehmen. Ich glaube ich sehe da unten nicht mehr sehr gut aus, so wie es sich anfühlt... die haben mich kaputt gemacht...", flüsterte Jaques dem Heiler zu.

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