Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Erneute Truppenbewegungen beim Chaos

Tarrik Dschan ist nicht mit dem Frieden einverstanden. Die Rakshaner hungern, da die Jagd allein ohne Pl├╝nderungen nicht ausreicht, das Volk zu ern├Ąhren. So zieht Dschan mit der Nordstreitmacht erneut gegen die Freien V├Âlker in den Kampf. Seine einzelnen Ziele sind jedoch noch unbekannt.
Tarrik Dschan ist nicht damit einverstanden, dass es Frieden geben soll. Die Rakshaner hungern, da die Jagd allein ohne Pl├╝nderungen nicht ausreicht, das Volk zu ern├Ąhren. Auf eigene Faust zieht er mit der Nordstreitmacht erneut gegen die Freien V├Âlker in den Kampf. Seine wahren Ziele sind noch unbekannt.
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Erneute Truppenbewegungen beim Chaos

#1

Beitrag von Dschan al-Arsakes » Do 23. Aug 2018, 15:55

Hungersnot

Nur ein vollkommener Idiot wie der Volksverr├Ąter Tarkan hatte auf die d├Ąmliche Idee kommen k├Ânnen, kurz vor dem Sieg einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Einen Waffenstillstand! F├╝r die Rakshaner bedeutete dies vor allem eins - Hunger. Von Frieden profitierten nur die Sesshaften, die H├Ąuslebauer, die zu nichts anderem gut waren, als Essen anzubauen und damit Dschans Volk zu f├╝ttern. Die Rakshaner lebten seit Jahrhunderten von Pl├╝nderungen. Landwirtschaft beherrschten sie nicht und die Jagd warf zu wenig ab, um eine Streitmacht von diesem Ausma├č zu ern├Ąhren. Die Krieger bekamen im Laufe der Monate des Waffenstillstands immer schlechtere Laune. Sie stritten oft, pr├╝gelten sich und begannen aus Langeweile und Frust sogar, sich gegenseitig zu ermorden. Es war beengt in dem Feldlager, Seuchen grassierten wegen der mangelnden Hygiene und dann erreichte sie die schreckliche Botschaft, dass ihre Familien im Landesinneren nichts mehr zu Essen hatten. Von den leeren M├Ągen der Krieger selbst ganz zu schweigen.

So ging es nicht weiter.

Die Vorr├Ąte waren aufgebraucht, das Wild ausgerottet und die Zentauren der Steppen waren von ihren eigenen Artgenossen, den Chaoszentauren, vor die M├Ąuler der Hy├Ąnen getrieben worden. Die Steppe war inzwischen nahezu zentaurenfrei. Mehr noch, die Rakshaner waren dazu ├╝bergegangen, die f├╝r sie k├Ąmpfenden Chaoszentauren zu schlachten, als w├Ąren sie Vieh. Inwzischen schlachteten sie sogar ihre geliebten Hy├Ąnen und das alles im Namen des Friedens! Das war der Punkt, an dem Dschan begriffen hatte, dass etwas geschehen musste.

Die Sp├Ąher der Lichtalben berichteten hernach, dass sich die Nordstreitmacht der Rakshaner zusammenzog und an der K├╝ste sammelte. Das verhie├č nichts Gutes.

Die Chaoss├Âhne sammelten sich an der M├╝ndung des Mukawa und sie waren sehr laut. Hy├Ąnen jaulten, M├Ąnner sangen, Kriegsh├Ârner bliesen. Hektisch eilten lichtalbische Boten durchs Land - doch zu ihrer gro├čen Verbl├╝ffung nahmen die Rakshaner am Ende den gegenteiligen Weg. Sie kehrten Avinar den R├╝cken und zogen restlos ab. Zur├╝ck blieb eine stinkende Schlammw├╝ste aus zertrampelter Erde, Exkrementen von Hy├Ąnen, Ghulen und Menschen, dazwischen zerkaute Knochen und sonstiger Abfall. Pflanzen gab es schon l├Ąngst nicht mehr. Der Wind trug den fauligen Gestank bis nach Avinar. Das etliche Hektar gro├če Areal w├╝rde f├╝r Jahrzehnte unbrauchbar sein. Zum Abschied steckten sie noch die umliegenden Steppen- und Waldregionen in Brand. Am Ende des ungew├Âhnlich hei├čen und trockenen Sommers brannte das Land wie Zunder. Die Rakshaner ritten gegen den Wind davon, so dass das Feuer sie nicht einholen w├╝rde. Bald verschwanden die letzten Hy├Ąnenreiter am Horizont.

An der Spitze der Streitmacht ritt Tarrik Dschan auf seiner Hy├Ąne. Unter dem blauen Turban samt Gesichtsschleier grinste er selbstzufrieden vor sich hin.

An der K├╝ste entlang bewegten tausende berittene Rakshaner sich durch den Nebelwald in Richtung S├╝dosten. Avinar atmete erleichtert auf. Andere w├╝rden an ihrer Stelle leiden. Waffenstillstand in Avinar? Dschan lachte innerlich. Bittesch├Ân, da hatten sie ihn. Jemand anderes w├╝rde bluten und sein Volk n├Ąhren. Derweil konnten die Spitzohren sich mit einem Buschbrand rumplagen, der sich in ihre Richtung fra├č.

Frieden w├╝rde es nicht geben. Nicht, so lange Dschan atmete.

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Re: Erneute Truppenbewegungen beim Chaos

#2

Beitrag von Dschan al-Arsakes » Sa 1. Sep 2018, 18:08

Marsch nach S├╝dosten

Sie wanderten an der K├╝ste entlang und durchquerten den Nebelwald. Sie waren wie ein Heuschreckenschwarm und jagten, was ihnen vor die Kurzb├Âgen kam. Das Wild wurde im k├╝stennahen Teil Teil des Waldes nicht nur reduziert, sondern ausgerottet. Einige Tausend Rakshaner plus Hy├Ąnen wollten schlie├člich ern├Ąhrt werden. Sie fra├čen alles weg, was irgendwie fressbar war. Die Antwort lie├č nicht lange auf sich warten.

"Waldalben von S├╝dwesten!", rief einer der wiederkehrenden Kundschafter. "F├╝nfhundert M├Ąnner und Frauen, zu Fu├č, haupts├Ąchlich mit B├Âgen bewaffnet."
"Bashan", rief Dschan einem seiner M├Ąnner zu. "Such sie auf und sage ihnen, wir w├Ąren nur auf der Durchreise. Ihr Dreckswald interessiert uns nicht."
Bashan nickte und verschwand. Er kam niemals zur├╝ck.

Daf├╝r zischten bald die ersten Pfeile durch die Luft. Anstatt in Panik auszubrechen, reagierten die Rakshaner f├╝r die Waldalben unerwartet: Die geballte Streitmacht schwenkte in ihre Richtung und ritt auf sie zu, v├Âllig ungeachtet davon, dass immer wieder Reiter getroffen von den Hy├Ąnen st├╝rzten oder Hy├Ąnen sich im vollen Lauf ├╝berschlugen. Man ritt einfach ├╝ber sie hinweg. Die Rakshaner ├╝berwalzten sie mit ihrer schieren Masse. Hy├Ąnen waren im Gel├Ąnde wenidiger und trittsicherer als Pferde - obendrein hatten sie die Instinkte von Raubtieren. Den Waldalben kam auf der anderen Seite ihre Ortskenntnis entgegen und ihre F├Ąhigkeit, sich zu verbergen und zu klettern. Es endete glimpflich f├╝r beide Seiten, Waldalben verbargen sich und die Rakshaner kehrten zur K├╝ste zur├╝ck, um ihre Reise fortzusetzen. Es gab einige solche Scharm├╝tzel und einigel Tote auf beiden Seiten, doch diese kleinen Gefechte waren im Gro├čen und Ganzen bedeutungslos. Ein paar hundert Waldalben waren nicht imstande, eine geballte rakshanische Streitmacht aufzuhalten und das war auch nicht n├Âtig. F├╝r den Wald interessierten die Rakshaner sich nicht, sie fra├čen ihn zwar leer, aber zogen best├Ąndig weiter. Die Waldalben waren nicht lebensm├╝de genug, um sie mehr als nur zu piesacken. Stattdessen folgten sie ihnen in ausreichender Entfernung und versicherten sich, dass die W├╝stens├Âhne sich hier nicht h├Ąuslich niederlie├čen.

Das erste feste Lager errichteten die Rakshaner an der Spitze der gro├čen Landzunge, welche Die Skallische See vom Dhunischen Ozean trennte. Hier pfiff ein eisiger Wind von Norden, die B├Ąume waren krumm. Die Rakshaner hatten einige M├╝he beim Aufbauen ihrer Zelte, st├Ąndig flogen die Lederplanen davon. Sturmleinen mit massiven kn├Âchernen Erdankern wurden gespannt, um die Zelte am Boden zu halten. Am Horizont sah man einen grauen Streifen im dahinjagenden Nebel - Thogrim. Nach S├╝den hin lie├č man die Hy├Ąnen frei laufend die Sicherung des Lagers ├╝bernehmen. Sie st├Âberten im Wald nach Fressbarem. Die Rakshaner besch├Ąftigten sich damit, unter diesen Windbedingungen Feuer zu entfachen. Drau├čen war das nicht m├Âglich, wie sie bald feststellen mussten, aber in den gr├Â├čeren Zelten konnte man Feuerstellen errichten. Aus deren Rauchabz├╝gen qualmte es. Das Holz war feucht und so wurde eine gr├Â├čere Menge gesammelt und in den Zelten zum Trocknen aufbewahrt. Als all das geschafft war, rasteten die Rakshaner. Sie tranken hei├čen Kaffee und warten.

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Re: Erneute Truppenbewegungen beim Chaos

#3

Beitrag von Dschan al-Arsakes » Mi 21. Nov 2018, 11:55

├ťberfahrt nach Tamjidistan

Aus dem Morgendunst tauchten Schiffe auf. Nicht ein oder zwei, sondern eine ganze Armada. Die Rakshaner, von denen die meisten noch nie ein Schiff gesehen hatten, dr├Ąngten sich neugierig ans Ufer. Die Schiffe rollten ihre Segel auf, eines nach dem anderen, so dass sie immer langsamer wurden, bis sie standen und die Anker ins Wasser fallen lie├čen. Die Seem├Ąnner kletterten die Taue hinauf wie zu gro├če Spinnen. Das Einrollen der Segel erinnerte Dschan an das Einweben von gefangenen Insekten. Ein Beiboot wurde hinabgelassen und ruderte n├Ąher. Dschan gab Zeichen, Platz zu machen, damit die Neuank├Âmmlinge sich nicht eingeengt und bedroht f├╝hlten und wartete allein auf seiner Hy├Ąne in der freigewordenen Mitte. Der Wind, der vom Meer wehte, war eisig und hinterlie├č Graupeln auf seinem blauen Turban.

"Moin, M├Ąnner der W├╝ste", rief einer der Norkara mit rotem Haar und einem unrasierten Gesicht. Er schien ihr Anf├╝hrer zu sein, zumindest trug er den volumin├Âsesten Pelzkragen. Das Fell seiner Kleidung war nass und teilweise gefroren.

Dschan verkniff es sich, darauf hinzuweisen, dass sein Heer aus der Steppe kam. "Gr├╝├če, M├Ąnner des tiefblauen Ozeans", antwortete er br├╝llend, um den Wind zu ├╝bert├Ânen. Der Norkara sprang ins Wasser, als das Beiboot auf Grund gelaufen war und watete die restlichen Meter. Seine Stiefel waren entweder wasserfest oder es war ihm egal, dass seine F├╝├če bei diesem Wetter nass wurden. Er reichte Dschan die Hand hinauf, der erwiderte den H├Ąndedruck, etwas reserviert, da er es nicht gewohnt war, das Nicht-Rakshaner ihn so herzlich begr├╝├čten.

"Thierival, Sohn des Halmod vom M├Âwenclan", stellte der Norkara sich vor. "Darfst Terry zu mir sagen." Er grinste ihn mit braunen Z├Ąhnen an. Dschan fand, der Kerl sollte besser einen Gesichtsschleier tragen. "Und wir sollen euch ├╝bersetzen, ja?"

"Nach Tamjidistan", best├Ątigte Dschan. "In die alte Heimat, die wir vor Jahrhunderten verlassen haben. Die W├╝ste."

"Und dort gibt`s ordentlich zu pl├╝ndern?", hakte Terry nach.

Dschan nickte. "Sehr ordentlich. Die Tamjid geben gute Sklaven ab, falls ihr welche braucht. Und sie haben D├Ącher aus Gold und Keller voller Weinf├Ąsser, Gew├╝rze und Kaffee."

"KAFFEE", riefen die Rakshaner im Chor und schlugen sich auf die Brust.

"Kaffee", wiederholte Dschan nickend. "Alles ist so, wie wir es per Boten besprochen haben und die Abmachung gilt: Ihr setzt und ├╝ber und wir zeigen euch, wo ihr eure Schiffe mit den Reicht├╝mern der Tamjid volladen k├Ânnt, bis sie ├╝berquellen und fast untergehen."

"Abgemacht." Terry grinste hinauf und reichte ihm erneut die Hand. Dschan nahm sie ein weiteres Mal und damit war das vor├╝bergehende B├╝ndnis besiegelt, schnell und unkompliziert, wie die Rakshaner es liebten und die Rabennorkara scheinbar auch.

Die Rakshaner brachen ihre Zelte ab und r├Ąumten alles zusammen. Einige Stunden sp├Ąter waren die Schiffe der Norkara voll beladen mit Rakshanern und Hy├Ąnen. Verlassen, zertrampelt und schmutzig blieb der Strand zur├╝ck, ├╝bers├Ąt von zernagten Knochen und Abfall. Ein paar vergessene Ghule krochen wimmernd umher. Die Schiffe verschwanden im Nebel, aus dem sie aufgetaucht waren.

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Re: Erneute Truppenbewegungen beim Chaos

#4

Beitrag von Dschan al-Arsakes » Fr 14. Dez 2018, 13:04

Anlandung

Die R├╝mpfe der Schiffe gruben sich in den weichen Ufersand, als die Flotte anlandete. Rakshaner, Norkara und Hy├Ąnen sprangen hinaus und zogen die Schiffe an Land. Der Trockendschungel von Tamjidistan lag vor ihnen, das letzte Refugium der rebellischen Tamjid. Das Volk stolzer Sklaventreiber w├╝rde bald selbst die Ketten der Sklaverei zu sp├╝ren bekommen.

Die Invasoren schlugen ihr Lager auf, gesch├╝tzt zwischen den D├╝nen. Die Hy├Ąnen waren froh, wieder festen Boden unter den Pfoten zu haben, tobten herum, gingen im Wald jagen oder spielten. Den Rakshanern erging es kaum besser. Einige der Krieger w├╝hlten sich lachend in den Sand ein vor lauter Gl├╝ck, endlich die Seereise hinter sich gelassen zu haben und den unertr├Ąglichen Winter des Nordens. Im Land des ewigen Sommers lag die Wiege ihres Volkes und sie w├╝rden die letzten Bettwanzen daraus vertreiben. Die Norkara hingegen zogen sich fast nackt aus vor lauter Hitze. Anders waren die Temperaturen f├╝r sie nicht zu ertragen. Sie w├╝rden auf die harte Tour lernen m├╝ssen, dass leichte Kleider ihren Tr├Ąger besser vor Sonne und Hitze sch├╝tzten als nackte Haut.

Nach einigen Stunden Rast machte Dschan sich wieder an die Arbeit. Er schickte mehrere Boten los an die Rakshaner, die in der W├╝ste Tamjara hausten. Die Tamjara lag hinter dem Dschungel und die Boten mussten Feindesland durchqueren, darum schickte er gleich mehrere los. Der Plan war einfach. Ihre rakshanischen Br├╝der aus der W├╝ste sollten eine breite Frontlinie bilden und die Tamjid restlos in die Arme der Armee an der K├╝ste treiben. Dort w├╝rden die schwarzh├Ąutigen Breitnasen einen ├╝berraschenden Empfang erleben.

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