Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#31

Beitrag von Baxeda » Di 14. MĂ€r 2017, 11:51

Wie war denn die Aufgabenstellung zu deiner Story? Dann könnte man sagen, wo du noch hÀttest feilen können, ohne aus dem vorgegebenen Schema auszubrechen. Ich vermute, ich hÀtte damit auch wenig anfangen können ...
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#32

Beitrag von Dimicus » Di 14. MĂ€r 2017, 12:44

Folgendes waren die Gegebenheiten und Anforderungen der Kurzgeschichte. Deinen Worten allein kann ich aber entnehmen, dass ich es scheiße geschrieben habe. XD

__________________________________________________________________

Schreiben Sie eine Kurzgeschichte von rund 5 000 Zeichen (einschließlich Leerzeichen).

Das Thema:
Ben und Aya sind ein Liebespaar. Ben hat Aya in sein Haus in Hamburg eingeladen. Er will zusammen mit ihr die Ferien verbringen. Ben kennt Aya aus Japan, wo er zum SchĂŒleraustausch war. Ben hat den Eltern nichts von Aya gesagt, auch nichts davon, dass sie bei ihm wohnen soll. Er ĂŒberrascht seine Eltern mit ihr, nachdem er sie vom Flughafen abgeholt hat. Aya hat er aber gesagt, seine Eltern wĂŒssten, dass sie kommt. Die Eltern sind dagegen, dass Aya bei ihnen wohnt.
Stellen Sie eine Liste von Argumenten von Ben und seiner Mutter zusammen. Welche GrĂŒnde fĂŒhrt Ben an, um die Mutter doch noch davon zu ĂŒberzeugen, dass Aya fĂŒr drei Wochen bei ihm im Zimmer wohnen darf? Welche GrĂŒnde hat die Mutter, Ben die Erlaubnis zu verweigern? Eine Lösung in Bens Sinn darf es nicht geben. Die Eltern bleiben hart.

Die dramatische Situation:
Ihre Kurzgeschichte soll beschreiben, was Ben und Aya tun, nachdem sie Bens Haus verlassen haben. Ben trÀgt Ayas Koffer. Aya spricht gutes Deutsch.
In welcher dramatischen Situation befinden sie sich konkret? Wohin gehen sie? Was ist geschehen, bevor die dramatische Situation eingetreten ist? Was geschieht danach? Entwickeln Sie eine Handlung nach dem Spannungsbogen. Aus welcher Perspektive wollen Sie erzÀhlen? Wann erzÀhlt der ErzÀhler?

Schreiben Sie die Kurzgeschichte. Finden Sie einen Titel fĂŒr Ihre Kurzgeschichte.

Schicken Sie sowohl Ihre Kurzgeschichte als auch Ihre Vorarbeiten ein.
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#33

Beitrag von Baxeda » Di 14. MĂ€r 2017, 17:25

Nein, sprachlich ist alles super, da hast du mich falsch verstanden! :-) Ich hĂ€tte inhaltlich einen stĂ€rkeren Hebel angesetzt, viel mehr Druck auf die beiden ausgeĂŒbt, das Ende so gestaltet, dass der Leser weiterlesen muss. Hotel ist vorhersehbar und etwas zu brav fĂŒr meinen Geschmack. So was bleibt nicht im GedĂ€chtnis. Hier mal ein paar Ideen, nur um dir zu zeigen, in welche Richtung es gehen kann.


Anfang:
  • - Aya hat gar kein Visum / kein Geld, da aus armer Familie, ist also darauf angewiesen, bei ihm unterzukommen, da sie sonst auf der Straße landet. Alles Geld ist fĂŒr den Flug draufgegangen.
    - Es ist eisiger Winter, der Wind faucht, in der Zeitung steht, dass ein Obdachloser erfroren ist.
Ende:
  • - Als sie das Haus wieder verlassen, stĂŒrmt es.
    - Sie merken, dass sie Ayas Tasche auf dem Flughafen vergessen haben, natĂŒrlich ist sie weg.
    - Ben hat gerade sein letztes Taschengeld zusammengekratzt, auch er ist fast pleite.
    - Sie mĂŒssen in beißender KĂ€lte in einem Zelt ĂŒbernachten, kuscheln sich aneinander, um sich gegenseitig zu wĂ€rmen.
    - Kein Zeltplatz hat im Winter offen, sie mĂŒssen am Stadtrand campen, in der NĂ€he des Ghettos.
    - Besoffene eiern draußen am Zelt vorbei, obwohl sie versucht haben, es gut zu verstecken. Oh Gott, ist das die Stimme von Bens bösartigem MitschĂŒler Rowdy xy? Dem bekannten SchulhofschlĂ€ger?!
    - etc pp
So merkt man, dass es sich um eine echte Bedrohung handelt, momentan ist es eigentlich scheißegal, dass die Eltern sie nicht aufnehmen - gehen sie halt ins Hotel und gut ist. Es steht ĂŒberhaupt nichts auf dem Spiel. Dadurch verliert die Szene ihren SchlĂŒsselcharakter. Pack den Leser fester! :-) Das ist alles noch viel zu brav. Du kannst es doch anders, das hast du oft genug bewiesen.
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#34

Beitrag von Dimicus » Di 14. MĂ€r 2017, 17:47

Ich kann es nicht wirlich anders, erst recht nicht mit so einer Vorgabe. Die 5000 Zeichen hĂ€tten mir bei weitem dafĂŒr nicht ausgereicht, was du mir gerade geschrieben hast. Nicht fĂŒr meinen Schreibstil. Mit dem was ich geschrieben habe, bin ich schon weit ĂŒber die 5000 Zeichen drĂŒber und musste vieles herauskĂŒrzen und umĂ€ndern. Das Neue war einfach nur eine gepresste Form von etwas, was sich Geschichte aus meinem Hirn schimpft.

Trotzdem lieben Dank fĂŒr die Tipps und RatschlĂ€ge. Ich werde sie versuchen beim nĂ€chsten Mal zu beherzigen. :)
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#35

Beitrag von Baxeda » So 25. Jun 2017, 20:36

Schön, wieder von dir zu lesen und schön, den Namen des jungen Mannes zu erfahren.

Dein Schreibstil hat sich noch einmal deutlich verbessert, er ist klarer geworden, fokussierter, ohne steif und sachlich zu werden und dadurch seine prosaischen QualitÀten zu verlieren. Stilistisch ist dies meiner Meinung nach deine bisher beste Geschichte. Auch der Aufbau ist gut gewÀhlt, man ist anfangs sofort mitten im Geschehen, erhÀlt alle Infos, die nötig sind, aber mehr auch nicht. Es gibt wenig, was man dir zu diesem Text an Rat geben könnte.

Da du ein Perfektionist bist, genau wie ich und ja auch ein Fernstudium zum Thema Schreiben absolvierst, versuche ich es dennoch. Es ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau. Ich hatte mal jemanden, der Kritik zu seiner Geschichte wĂŒnschte, gefragt, auf welchem Niveau er mein Gemecker hören wollte und zur Veranschaulichung eine Ampel genutzt:
  • Rot - Professionelles Niveau ("ErbsenzĂ€hlerei")
    Gelb - Fortgeschrittenes Niveau
    GrĂŒn - Allgemeine Hinweise (Orientierungshilfe fĂŒr AnfĂ€nger)
Dir gebe ich fortan nur noch rote Tipps. ;-)

Es sei denn, du erhebst Einspruch, weil dich ErbsenzĂ€hlerei nervt. Mir persönlich hat aber genau so eine detailierte AufschlĂŒsselung nach dem roten Schema immer sehr gut geholfen, auch wenn ich manchmal ganz schön schlucken musste. Im Endeffekt hat es mir aber viel gebracht und noch heute freue ich mich, wenn sich einer die Zeit nimmt, meine Texte gnadenlos auf Herz und Nieren zu prĂŒfen. Es ist wirklich ErbsenzĂ€hlerei, also lass dich von der LĂ€nge nicht kirre machen. Vieles sind sicher auch einfach Schusselfehler.

Nimm dir, was du davon gebrauchen kannst und ignoriere den Rest. :-)

:punkt: Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion
Jedes Mal KOMMA wenn er in eines der Zimmer schaute, war es geplĂŒndert
Allerdings war eine freie Stelle zu sehen, die offensichtlich sauber gewischt wurde.
... sauber gewischt worden war.
Aprupt hielt er inne
Abrupt
Es war einfach zu viel Zeit vergangen, dass er seine Gasmaske abgesetzt hatte.
... vergangen, seit/bis er seine Gasmaske ...
Mit einem krĂ€ftigen Ruck öffnete er die TĂŒr und kam in ein vom Kerzenschein beleuchtetes Zimmer
... von Kerzenschein ...
Wie es ihm gelehrt wurde griff er mit der Linken die Waffenhand des Àlteren Mannes vor ihm, lenkte die Waffe ab.
Wie es ihm gelehrt worden war ...
Langsam und mit gewissen Abstand folgte Alexandro dem Mann
... gewissem ...
Ein Schuss genau zwischen seine Augen.
... seinen Augen.
Der Weg zu diesen Punkt war lang und schwer, sein Ziel erfĂŒllt.
... war lang und schwer gewesen ...
ein Blick KOMMA wie ihn nur das Ödland hatte formen können
Ich wĂŒnschte, es hĂ€tte nicht soweit kommen mĂŒssen.
... es hÀtte nicht so LEERZEICHEN weit kommen ...
Damit verschwand er wieder in die Dunkelheit des GebÀudes.
... in der Dunkelheit ...


:punkt: Stilistik
"Denkst du wirklich, du kannst sie beschĂŒtzen? Vor mir? Wir wissen beide, wie das enden wird. Lass los Junge. Sie ist es nicht wert, sie ist nicht gut fĂŒr dich!" Unbewusst schĂŒttelte Alexandro mit dem Kopf, wollte diese Worte nicht wahr haben. Doch hatte er Alexandro gewarnt. Warum war er so naiv, hatte nichts unternommen? Es hatte ihr das Leben gekostet.
Letzten Satz weglassen. Er erklÀrt etwas, was ausreichend genug in den vorherigen SÀtzen angedeutet wurde. Dass es tatsÀchlich geschah, die BestÀtigung erhÀlt der Leser spÀter im Dialog. Indem du den letzten Satz weglÀsst, hÀltst du den Spannungsbogen zu diesem Teilaspekt noch ein Weilchen lÀnger straff, ohne dass es vage wÀre.
"Du bist noch so verdammt jung und grĂŒn hinter den Ohren. Du magst da draußen ĂŒberleben können, doch du hast noch so viel zu lernen. Es gibt PrioritĂ€ten, weißt du?" Die Miene des Alten verzog sich kein StĂŒck. "Sie gefĂ€hrdete sie."
Auch hier: Den letzten Satz wegzulassen klÀnge eleganter.
Mit einem krĂ€ftigen Ruck öffnete er die TĂŒr und kam in ein vom Kerzenschein beleuchtetes Zimmer, in dem er augenblicklich in einen Lauf schaute.
Den Satz in zwei oder drei SĂ€tze trennen, um die plötzliche Wirkung des Ereignisses besser herauszustreichen. Beispiel: Mit einem krĂ€ftigen Ruck öffnete er die TĂŒr. Dahinter offenbarte sich ein von Kerzenschein beleuchtetes Zimmer - und eine GewehrmĂŒndung vor seinem Gesicht.
Seine Augen wirkten im Schein der Kerzen mĂŒde, umrandet von einem schwarzen Ring, gejagt vom nĂ€chsten.
Hier ergibt sich kein klares Bild vor dem inneren Auge, ich wĂŒrde einfach schreiben: ... umdrandet von schwarzen Ringen.
Junge
Lass den Mann nur ein einziges Mal "Junge" sagen, nĂ€mlich das erste Mal. So bleibt der Leser noch im Zweifel, ob es nur eine Anrede bezĂŒglich des Alters ist oder ob es tatsĂ€chlich sein Sohn sein könnte. Durch diese Wiederholung hier, ergĂ€nzt durch das Wort "mein":
"Ich weiß, mein Junge. Ich weiß. Es tut mir leid. Doch die Welt ist nicht mehr wie frĂŒher, wir mĂŒssen hĂ€rter-"
... erhĂ€lt der Leser bereits Gewissheit und du nimmst dem Ende ein StĂŒck von der IntensitĂ€t seines Hammerschlages, als Alexandro sein Opfer als "Vater" anspricht.

So weit meine ErbsenzÀhlerei! :-)

Sie hat mir sehr gut gefallen, die heutige Geschichte von Alexandro. Du steigerst dich in rasantem Tempo. Weiter so!

MfG
Bax
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#36

Beitrag von Dimicus » So 25. Jun 2017, 21:01

Ich danke dir fĂŒr das Feedback Baxi.

Der text ist nach deinen VorschlÀgen angepasst und sollte nun so stimmen.

Übrigens hat der Text nichts mit den Geschichten von davor zu tun. Ist eine andere Person, in einem anderen Setting.
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#37

Beitrag von Baxeda » Sa 5. Aug 2017, 10:20

Starke Worte. Das Ende ist ein schöner und unsagbar trauriger Plottwist.

Applaus fĂŒr den einsamen jungen Mann fĂŒr seine ErzĂ€hlung! :-) Möge er eines Tages den Weg aus seiner Dystopie heraus finden. Der Weg ist da. Er ist nur verschĂŒttet unter den grauen TrĂŒmmern.

:troesten:
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#38

Beitrag von Baxeda » So 17. Sep 2017, 08:35

Schlechtschreibung

Rot ist zu viel, GrĂŒn zeigt das Fehlen von etwas an:

:punkt: In ihrer Hand das Schaufelchen von Jonas.

:punkt: Ich zog einen meiner Augenbrauen hoch und schaute zwei Mal hin.

:punkt: "Das stimmt gar nicht, Papa!"

:punkt: Sein verheultes Gesicht schaute mir entgegen und zeigte mehr als einer seiner ZahnlĂŒcken.

:punkt: Also, ich will weder Hauen noch Streit sind, sonst gehen wir sofort nach Hause.

:punkt: Er Ich spĂŒrte, wie sich seine [meine] Mundwinkel wie von allein anhoben.

:punkt: Meine Augen öffneten sich und begannen sofort zu brennen.


Stilistik:

:punkt: Jonas begann noch fĂŒrchterlicher zu weinen.
--> Er weint bereits. Besser: Jonas weinte noch fĂŒrchterlicher.


:punkt: Sein verheultes Gesicht schaute mir entgegen und zeigte mehr als eine seiner ZahnlĂŒcken.
--> Ein Gesicht kann nicht aktiv die ZĂ€hne zeigen, das tut die Person, zumindest klingt es hier nicht optimal. Vorschlag: Seine vielen ZahnlĂŒcken komplettierten sein verheultes Gesicht.


:punkt: WĂ€hrend um uns herum getobt wurde und die Kinder weiterspielten, verging zwischen uns Stille.
--> Wenn Stille vergeht, dann ist sie nicht anwesend, sondern weg, ergo ist es dann laut und nicht leise. Vorschlag: WĂ€hrend um uns herum lautstark die anderen Kinder tobten, lag zwischen uns Stille.


:punkt: Der hagere Mann, dessen AusrĂŒstung mehr aus einem Flickenteppich bestand, blickte mir direkt in die Augen.
--> Auf was bezieht sich das 'mehr', es wird ja kein Vergleich angestellt. Vorschlag: Der hagere Mann, dessen AusrĂŒstung aus einem regelrechten Flickenteppich bestand, blickte mir direkt in die Augen.


:punkt: Vor fĂŒnfzehn Jahren saßen Nicole und ich noch hier.
--> Wieder das böse Plusquamperfekt. Vorschlag: Vor fĂŒnfzehn Jahren hatten Nicole und ich noch hier gesessen.


:punkt: Dort wo meine Frau einst gesessen hatte, war nur noch Leere. Eine Stelle der Parkbank, deren grĂŒne Farbe sich abschĂ€lte.
--> Leere ist nicht Farbe. Vorschlag: Dort wo meine Frau einst gesessen hatte, war nur noch eine leere Stelle der Parkbank, deren grĂŒne Farbe sich abschĂ€lte.


:punkt: FĂŒr einen Moment hielt ich dennoch inne, drehte mich um und sah vor meinem inneren Auge den Spielplatz von damals aufkommen. Dennoch sollte es nie wieder so sein, wie es einst war. Nichts sollte das. Die Welt war am Arsch.

--> Satz eins ist fĂŒr die traumhafte Erinnerung etwas zu plump, der zweite ist sehr floskelhaft und abgegriffen (liest man in gefĂŒhlt jedem Buch mindestens ein Mal), der vierte ist hervorragend.

Vorschlag: Ein letztes Mal ließ ich den Spielplatz vor meinem inneren Auge zum Leben erwachen, ehe die Wirklichkeit den Tagtraum mit Eisengestank und knarrenden StahltrĂ€gern endgĂŒltig zerschlug. Die Zeiten lachender Kinder waren vorbei. Die Welt war am Arsch.


Fazit:

Ich hatte mich schon gewundert, was fĂŒr positive Texte du plötzlich schreibst und hatte dem Braten nicht getraut. Der Stimmungswechsel ist dir gut gelungen, so was liegt dir, das ist ja nicht die erste Geschichte, in der du diesen Kunstgriff anwendest. Weiter so. :tiptop:
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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#39

Beitrag von Dimicus » Di 24. Okt 2017, 15:24

Das ist er wieder und direkt mit einem Schmankerl! :D

Der gute Dimicus, unbenannt und in das moderne Setting der heutigen Zeit verfrachtet. Korrigiert und bereits kontrolliert, sowie vom Tutor abgesegnet. ;)

Wer will kann sich im Folgenden einmal die Wertung des Tutors anschauen:
Hallo Sebastian,

ich grĂŒĂŸe dich. Lass mich meinen Kommentaren mit ein paar ungewöhnlichen Worten beginnen. Ich habe im Verlauf der Jahre schon zahlreiche gute und sehr gute Krimis zu lesen bekommen. Aber selten hat mich ein Text dermaßen begeistert, wie deiner. Wenn dieser Text in, wĂ€hrend oder nach einer Schreibblockade entstanden ist, musst du dir keine Sorgen machen. Aber natĂŒrlich gehe ich auf deine Frage diesbezĂŒglich noch ausfĂŒhrlich ein. ZunĂ€chst betraten wir den Krimi.

Du hast dich bei "Der RosendĂ€mon" (ein genialer Titel) fĂŒr einen Krimi im ĂŒblichen Kommissar-jagt-Mörder-Schema entschieden, der das Ganze auf den Kopf stellt, da du hier aus Sicht des Mörders erzĂ€hlst.

Die Situation, welche die Story ins Rollen bringt, muss ĂŒberaus glaubhaft und realistisch sein. Fantasy- oder SF-Elemente sollten nicht unbedingt in einem Krimi auftauchen. Solche Sachen sollten dem jeweiligen Genre vorbehalten bleiben. Am besten und glaubhaftesten arbeiten wir mit alltĂ€glichen Situationen, wie du es auch in deinem Krimi getan hast. Mit der konzeptionellen Ausarbeitung der TĂ€ter-Opferstruktur beginnt im Grunde unser Krimi. Wir stellen uns folgende Fragen:
Wer ist der TĂ€ter?
Wer ist das Opfer?
In welcher Beziehung steht der TĂ€ter zum Opfer und umgekehrt?
Wie ist die seelische Verfassung des TĂ€ters?
Wie die des Opfers?

Wenn es in einem Krimi einen Mord geben soll, muss dieser realitĂ€tsbezogen sein. Hier mĂŒssen wir mit Fakten arbeiten, mĂŒssen und genauestens ĂŒberlegen, welchen Grund der TĂ€ter hat, sein Opfer umzubringen. Notfalls mĂŒssen wir recherchieren. Eine eventuelle Mordart muss glaubhaft, nachvollziehbar und realistisch sein, kann und sollte jedoch auch etwas außergewöhnlich sein. Der Fön in der Badewanne hat in diesen Zusammenhang völlig ausgedient. Haben wir eine Idee fĂŒr eine geniale Mordart mĂŒssen wir recherchieren. Woher kommt das Gift? Wie wirkt es? Ist es bei einer Obduktion nachweisbar? Könnte der TĂ€ter in Verdacht kommen? Will ich, dass er in Verdacht kommt. Wie kann ich es anstellen, dass er nicht in Verdacht kommt?

Bei der Gelegenheit ein paar Worte zur Recherche. Schön ist es natĂŒrlich, wenn wir einen Arzt und Kriminologen an der Hand haben, den wir immer erreichen können. Mancher Arzt mag aber auch ein wenig skeptisch werden, weil er vielleicht befĂŒrchtet, dass wir mit dem neuerworbenen Wissen unseren Partner vielleicht beseitigen wollen. Dann gilt es in Bibliotheken und FachbĂŒchern zu stöbern. Dann können wir uns natĂŒrlich auch bei Profis verschiedener Sparten erkundigen. Zum Beispiel bei einem Tauchlehrer, wenn wir einen Mord mit einer Sauerstoffflasche begehen wollen. Und ĂŒber das Internet haben wir natĂŒrlich Zugriff auf fast allen benötigten Informationen. Letztlich gibt es aber auch Informationen in anderen Krimis, die wir durchaus registrieren können.

Was soll ich sagen? Dein Krimi spielt in einer Liga, die es mĂŒhelos mit den großen Namen aufnehmen kann. Zumal du hier das KunststĂŒck schaffst, einen Text abzuliefern, der sowohl als eigenstĂ€ndige Kurzgeschichte funktioniert, der aber auch durchaus der Teil eines Romans sein kann. Und das kann ich dir auch nur raten. Es wĂ€re fast schon Verschwendung, diese Idee nur als Kurzgeschichte zu "verbraten". Torben und Johanna schreien förmlich danach, in einem Roman aufzutauchen.

Daran erkennst du auch, dass deine beiden Figuren so was von glaubhaft und authentisch sind, dass es auch hier eine wahre Freude ist. Ganz ehrlich? Hast du dir diesen Plot erst jetzt ausgedacht und gibt es die Idee schon lÀnger? Mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen, da du einen perfekten Spannungsbogen aufbaust und dem Leser mehr als eine GÀnsehaut verpasst.

Kommen wir zu den Nebenarbeiten und werfen zunÀchst einen Blick auf das Exposé: bei einer Kurzgeschichte wird im Regelfall kein Exposé angefertigt. Du hast auch hier alles richtig gemacht.

Das HandlungsgerĂŒst ist der Leitfaden nach dem der Autor seine Geschichte Wirklichkeit werden lĂ€sst. Ein Patentrezept gibt es dafĂŒr nicht. Jeder Autor muss seine eigene Technik entwickeln und das HandlungsgerĂŒst so aufbauen, wie er am besten damit klar kommt. Ich kenne Autoren, die eine Geschichte bis ins kleinste Detail ausarbeiten. Andere dagegen arbeiten nur mit Stichpunkten. Hier kommt es natĂŒrlich darauf an, in welchem Bereich wir uns bewegen. Bei der Kurzgeschichte reichen ein paar Stichpunkte aus. Beim Roman sieht dies ein wenig anders aus. Da bin ich dazu ĂŒbergegangen das HandlungsgerĂŒst recht ausfĂŒhrlich zu verfassen und mir aber trotzdem noch Spielraum fĂŒr die Entwicklung der Geschichte zu lassen. Das heißt, das ich Anfang und Ende der Geschichte kenne und natĂŒrlich auch ein paar "Höhepunkte". FĂŒr jedes Kapitel schreibe ich dann eine Zusammenfassung, die mal lĂ€nger, mal kĂŒrzer ausfĂ€llt. Je nachdem, welche Bedeutung das Kapitel fĂŒr die jeweilige Handlung hat. Dein fertiges Produkt zeigt, dass deine Arbeitsweise zu einhundert Prozent richtig ist.

FĂŒr die Entstehung unserer Figuren gibt es eine Grundregel: Wichtig ist, dass wir unsere Figuren genau kennen. Deshalb sollten wir die Steckbriefe immer sehr gewissenhaft anlegen. Dabei kommt es nicht auf die Äußerlichkeiten an, die kann und soll sich jeder Leser selbst vorstellen. Viel mehr sind Angaben zu Hobbys, Werdegang und familiĂ€ren Hintergrund wichtig, da dies die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht und somit unsere Figuren lebendig werden lĂ€sst. Das wir unsere Figuren fĂŒr einen Roman natĂŒrlich besser kennen mĂŒssen, als fĂŒr einen Kurzkrimi ist klar. Von daher waren deine Steckbriefe fĂŒr diesen Rahmen absolut in Ordnung. Mehr noch, Wie bereits gesagt, sind beide Figuren so stark, dass es sehr schade wĂ€re, sie nicht erneut und vor allem lĂ€nger auftauchen zu lassen.

Lieber Sebastian, sei versichert, dass ich solch ĂŒberschwĂ€nglich lobende Worte nur sehr selten benutze, aber der RosendĂ€mon hat das Zeug Agenten und Verlage zu begeistern, da du einen beĂ€ngstigend guten, dichten und atmosphĂ€rischen Schreibstil an den Tag legst. Hier kann ich mich nur wiederholen. Bleibe bei der Story unbedingt am Ball Schon deine Romanidee war toll, aber das hier ist echt veröffentlichungsreif. Stilistisch habe ich kleine Korrekturen vorgenommen, die nicht weiter ins Gewicht fallen. Schau dir nochmals meine AusfĂŒhrungen zum Thema Zeichensetzung beim Dialog an (insbesondere was den "normalen" Punkt angeht) , die ich im Rahmen der Korrektur der Romanarbeit vorgenommen habe.

[...] (hier stehen ein paar RatschlĂ€ge bezĂŒglich einer Schreibblockade, die nicht sonderlich wichtig sind)

Lieber Sebastian, ich hoffe, dass dir diese RatschlĂ€ge helfen. Auch wenn es abgedroschen klingt: mach dir nicht zu viele Sorgen darĂŒber. Du kannst Schreiben und genau das solltest du dir in diesen Phasen immer wieder vor Augen fĂŒhren! Sehr gespannt sehe ich deiner nĂ€chsten Arbeit entgegen.

Viele GrĂŒĂŸe
Michael

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Re: Dimicus SchreiberstĂŒbchen [Diskussionsthread]

#40

Beitrag von Baxeda » Mi 25. Okt 2017, 18:24

Bezugnehmend auf Der RosendÀmon

Ich möchte mich der positiven Kritik deines Mentors anschließen. Die Geschichte ist wunderbar geworden und könnte in der Tat als Auftakt eines Romans fungieren, welcher vermutlich viele Menschen ansprechen wĂŒrde. Mir gefĂ€llt insbesondere der GrĂ¶ĂŸenwahn des Mörders, der so ĂŒber alle Maßen von seinem Genie ĂŒberzeugt ist. Das herauszuarbeiten ist dir wunderbar gelungen. Sogar die Frau Komissarin gefĂ€llt mir, obwohl ich die Guten meist eher langweilig finde.

Bezugnehmend auf Blut und Asche

FĂŒr diese Geschichte gebĂŒhrt dir mein persönlicher Dank, da sie ja auf meinen egoistischen Wunsch hin entstand, einmal Daniel und Landolf gemeinsam in Action zu sehen - beim Kampf gegeneinander und dem hintergrĂŒndig alltĂ€glichen Kampf gegen die zerstörte Welt, den sie beide auf ihre Weise fĂŒhren. Landolf ist dir meiner Meinung nach sogar besser gelungen als Daniel. Man hat regelrecht Lust, mit dem Foglekapitel zu antworten, als Lando mit leeren HĂ€nden in Dresden ankommt und die drakonische RĂŒge des Obermackers empfĂ€ngt. Lustig war der "einarmige Bandit". ;D An dieser Stelle musste ich herzlich lachen. Rex erinnert mich ein wenig an Terry, der ja auch ein Tank ist. Die zwei wĂŒrden sich vermutlich entweder gut verstehen oder sich gegenseitig umbringen. Von Rex wĂŒrde ich kĂŒnftig gern mal wieder was lesen.

Actionpassagen liegen dir, es hat großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen (die ebenso als Romanauftakt funktionieren wĂŒrde). Die Geschwindigkeit, mit der du sie dir mal eben aus dem Ärmel geschĂŒttelt hast, ist bewundernswert. Eigentlich fehlt dir lediglich das Durchhaltevermögen, um einen hervorragenden Roman auf die Beine zu stellen, du trĂ€gst ansonsten alle Voraussetzungen dafĂŒr in dir und beherrschst das nötige Handwerkszeug.
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