Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Das verborgene Tal

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr√§gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben√∂tigt man starke Nerven und gleicherma√üen ein H√§ndchen f√ľr B√ľndnisse und Hinterhalte. Unter der F√ľhrung des neuen Oberhauptes Linhard verlie√ü die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Archibald von Dornburg
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Re: Das verborgene Tal

#81

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mi 10. Jan 2018, 00:54

Archibald musterte den Neuzugang, der sich zu ihnen gesellt hatte. W√§hrend Marlo erz√§hlte, schmunzelte ihn Archi an. Er kannte tats√§chlich den Vater von Marlo, ebenso wusste er, dass dieser noch zwei Br√ľder hatte. Das Marlo keine Lust hatte, sich allein in dem Tal herumzutreiben, konnte Arch verstehen.

"Nun ich war nicht der Schwertmeister von Dunwin von Hohenfelde, sondern ich bin es immer noch. Oder wieder, wie man es nimmt. Mein Schwur sehe ich nicht als beendet an, nur weil er gestorben ist. Letztendlich ist er zu uns zur√ľckgekehrt, auf welchen obskuren Wegen auch immer. Selbst seine Ver√§nderung, √§ndert nichts daran dass ich ihm Loyalit√§t und Treue schwor. Also ja, ich bin Dunwins Schwertmeister. Im Moment denke ich ben√∂tigt er mich mehr denn je, denn allein ein Schwert zu halten, d√ľrfte f√ľr ihn schon problematisch werden", grinste Archibald, was auch Jesper und Holzi grinsen lie√ü.

"Deinen Vater Alrik von Falkenberg kannte ich, ein guter Mann mit ebenso guter Kampftechnik. Dass Du seinen Posten √ľbernommen hast, habe ich nur am Rande mitbekommen. Du hast doch noch zwei Br√ľder, soweit ich wei√ü. Aus welchem Grund hat Dein Vater seinen Beruf aufgegeben? Gesundheitliche Gr√ľnde, oder hatte er die Schnauze voll? Manchmal trifft schlichtweg beides zu. Der Beruf verlangt einem k√∂rperlich und seelisch einiges ab und nicht immer ist man mit den Entscheidungen seines Herrn einverstanden. Aber man hat die Entscheidung nicht in Frage zu stellen, sondern umzusetzen.

Ich pers√∂nlich hatte das Gl√ľck dass ich mit Dunwin auf einer Wellenl√§nge lag. Es gab in meinem Leben keine Person die mich mit all meinen Macken derart geliebt hat. Es gab und gibt einige die mich trotz meiner Macken m√∂gen und lieben, aber nur einen der mich genau daf√ľr liebte. Und ich denke ich kann behaupten, den anderen aus unserem Stab ging es genauso. Sonst w√§re keiner derma√üen lange in Dunwins Dienst geblieben oder w√§re ihm heute noch treu ergeben. Richtig, alles Leute aus unserem alten Stab.

Jesper van Verling, zweiter Mann im Stab, ebenfalls einmal Schwertmeister gewesen.
Undorich Holzapfel, siebter Mann im Stab, damals Kämpfer des Stabs und
Damir el Akir, zwölfter Mann im Stab, damals ebenfalls Kämpfer des Stabes.

Das Du hier nicht gerne alleine rumhängst, ist verständlich, Du kannst Dich uns gerne anschließen. Da Du eh im "Team Brandur" bist, spricht doch nichts dagegen in die Elite des Teams aufzusteigen unter meiner Leitung. Unsere Treue gilt nach wie vor Dunwin, aber ebenso Linhard. Der Junge soll seine Nachfolge antreten und wir werden ihm dabei helfen die richtige Einstellung dazu zu erhalten. Die richtige Einstellung zu einer Sache ist genauso wichtig, wie die eigenen Fähigkeiten",
erklärte Arch kichernd.

"Dein Mann war vorhin noch bei Kasimir, als ich gemeinsam mit Jesper die Vorratsh√∂hle verlassen habe. Es ging um irgendwelche Verwandten von wem auch immer. So genau habe ich nicht zugeh√∂rt, da es mich auch nichts anging. Allerdings ist Kasimir vor einigen Momenten zur√ľckgekehrt und hat damit begonnen den Knochendrachen zu entladen. Also m√ľsste Dein Mann hier auch jeden Augenblick wieder auftauchen. Es sei denn es ging um seine Verwandten und dort gibt es etwas zu kl√§ren. Ich vermute aber, Dein Mann ist gleich wieder hier", antwortete Arch.

Archibald verschränkte die Arme vor der Brust und musterte Marlo gut gelaunt.

"Eine Herausforderung? Das gef√§llt mir, ich bin dabei. Und ob ich Lust auf einen Kampf habe, messen wir unsere F√§higkeiten. Ich bin neugierig was Du drauf hast Falkenberg Junior. Wie weit k√§mpfen wir? Die Wahl √ľberlasse ich Dir Marlo. Bis zum Schmiss, also bis zum ersten Blut oder einen reinen √úbungskampf mit umwickelten Waffen?", hakte Archi mit Haifischgrinsen nach.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Das verborgene Tal

#82

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mi 10. Jan 2018, 01:26

Da Kasimir sich auf den Weg machte um seiner Arbeit nachzukommen, ging Wolfram ebenfalls wieder zur√ľck Richtung Haus. Er hatte vor sp√§ter noch einmal in aller Ruhe zu versuchen, den Meister von Kasimir zu erreichen. Auf seinem Weg entdeckte er, dass weitere G√§ste eingetroffen waren.

Ein Rakshaner und ein weiterer Almane standen bei Archibald und Jesper und alle unterhielten sich scheinbar angeregt und gut gelaunt mit Marlo. Beide machten einen sympatischen, freundlichen und kampferfahrenen Eindruck. Wolfram gesellte sich dazu und legte Marlo einen Arm um die H√ľfte.

"Hier bin ich wieder Marlo, ich hoffe ich habe Dich nicht zu lange warten lassen. Falls doch, dass war keine Absicht. Kasimir und ich hatten etwas Wichtiges zu besprechen. Ich hatte ihm vor einiger Zeit versprochen mich darum zu k√ľmmern und ich werde nachher nochmal versuchen, ob ich das hinbekomme. Hat Euch Margot etwas zu Essen gemacht?", fragte Wolfram und strich Marlo √ľber den R√ľcken.

"Wer sind Deine beiden Begleiter Archibald?", hakte Wolfram nach.
"Das sind Undorich Holzapfel und Damir el Akir, beides Stabler aus Dunwins Stab zudem alte und sehr enge Freunde von Jesper und mir. Mehr als Freunde", schmunzelte Arch aufrichtig.
"Familie sozusagen, aber besser erl√§utert als Wahlfamilie. Die beiden werden uns unterst√ľtzen und vielleicht haben wir sogar Gl√ľck und es schlie√üen sich noch ein paar weitere alte Hasen unserer Gruppe an", warf Jesper ein.

"Nun dann hei√üe ich Euch herzlich willkommen in meinem Haus. Wie sage ich sonst immer so sch√∂n, f√ľhlt Euch wie Zuhause, nur benehmt Euch nicht so. Wo wir schon mal dabei sind, was immer Kasimir dort schleppt, ich bin der Meinung wir sollten ihm zur Hand gehen. Dass kann er unm√∂glich ganz alleine aus dem Wyveren wuchten. Lasst uns mit anpacken", bat Wolfram.

Der Kampfmagier ging vor in Richtung des knöchernen Drachen und zog Marlo einfach mit sich.
"Ich habe Dich vermisst Marlo, sch√∂n wieder bei Dir zu sein. Vielleicht sollten wir morgen fr√ľh nochmal nach den Tannen schauen", fl√ľsterte ihm Wolfram ins Ohr.

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Marlo von Falkenberg
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Re: Das verborgene Tal

#83

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mi 10. Jan 2018, 03:06

Marlo

gab Damir und Undorich zur Begr√ľssung die Hand. Er freute sich √ľber die beiden Neuen.

"Mein Vater hat seinen Job aufgegeben, weil seine Knochen nicht mehr mitgemacht haben Archibald. Er hatte einige Verletzungen einstecken m√ľssen, die ihn sp√§ter dazu gezwungen haben. Er konnte seinen Job nicht mehr aus√ľben und so hab ich das √ľbernommen. Wobei ich mich da im Grunde wieder rausgezogen hab. Ich hab keinen Bock mehr f√ľr andere den Arsch hinzuhalten, nur weil die zu faul und zu tr√§ge sind, ihre eigenen K√§mpfe zu k√§mpfen. Und ich hab keinen Nerv mehr drauf gehabt, mein Leben lang eine Person zu spielen die ich nicht bin. Nur damit ich Leute gerecht werde, die ich nicht interessiere und dir mir am Arsch vorbeigehen. Drum bin ich hier bei Wolfram. Er geh√∂rt zwar der Familie der Wigbergs an, aber er ist trotzdem keiner von ihnen.
Auf der Hochzeit von Dave kam es zu Zoff und was f√ľr welchen. Das ist total ausgeartet und nun sind wir zwei Lager. Das Lager von Ansgar und das Lager von Brandur. Wolf wollte eigentlich neutral bleiben wie immer. Aber ich hab ihm gesagt, wenn er Brandur Unterschlupf gew√§hrt, hat er sich f√ľr eine Seite entschieden. Die anderen werden ihn nicht mehr neutral sehen. Also ist klar auf welche Seite wir stehen. Meine Treue geh√∂rt Wolfram und bei eurer Sache halte ich zu euch. Aber ich bin nicht mehr der Schwertmeister von der Familie. Mein Schwert geh√∂rt nur noch Wolf. Ich werde hier bei ihm bleiben, egal wie das ausgeht. Ich w√ľnsche Brandur dass er siegt, trotzdem werde ich danach hierbleiben. Oder hierhin zur√ľckkehren, wenn alles gut l√§uft.
Mit abgebundene Waffen k√§mpfen Archibald? Das ist wie Schokolade mit Papier essen. Wenn schon k√§mpfen wir f√ľr einen Schmiss. Also erstes Blut, nicht t√∂dlicher √úbungskampf. Wer verliert, tr√§gt das Zeichen des Siegers."

Gerade als es spannend wurde, kehrte Wolf zur√ľck. Marlo war super gl√ľcklich und etwas entt√§uscht zu gleich. Er wollte sehr gerne mit Archibald k√§mpfen, aber seinen Mann wieder an seine Seite zu haben, war noch besser. Wolf begr√ľsste ihn sogar freundlich. Er legte ihn ein Arm um die H√ľfte und streichelte seinen R√ľcken. Marlo schaute Wolf von der Seite an.
Wolfram musste direkt wieder losschwatzen und wissen, wer die Neuen waren. Das h√§tte Marlo ihm genauso gesagt, aber Wolf war ein neugieriger Vogel. Dann sollten sie noch Kasimir beim schleppen helfen. Das fand Marlo nicht witzig, aber was sollte er vor allen sagen? Nein ich mach das nicht? Das ging schlecht. Er wollte gerade antworten, da zog ihn Wolfram einfach mit sich mit. Das machte der st√§ndig. Marlo starrte Wolfram daf√ľr an, aber Wolf schien das nicht zu bemerken. Das war auch besser. Denn danach sagte Wolf wie sehr er ihn vermisst hatte und dass er am morgen mit ihn in die Tannen gehen wollte. Marlo w√§re am liebsten direkt gegangen. Er h√§tte nie gedacht, dass ihn das Wort Tanne einmal so anheizen w√ľrde.

"Ich hab dich wie verr√ľckt vermisst und du hast mich sehr lange warten lassen. Vor dem Haus hab ich gewartet. Dort wollte ich warten bis du zur√ľckkommst. Aber das bist du nicht. Dann hab ich ein bisschen mit Archibald und Jesper und den neuen geschwatzt. Wir gehen jederzeit in die Tannen, wann immer du willst W√∂lfchen. Wir k√∂nnen nachher genauso in deinem Bett spielen."

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Wolfram von Wigberg
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Re: Das verborgene Tal

#84

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Do 11. Jan 2018, 00:11

Wolfram dr√ľckte Marlos Hand fester und grinste ihn kurz an.

"Ist es unversch√§mt nachher im Bett spielen zu wollen und morgen fr√ľh zu den Tannen gehen zu wollen? Ich wei√ü, ich verhalte mich gerade unm√∂glich, aber ich habe Dich auch ziemlich vermisst und ich m√∂chte es wieder gut machen. Nicht v√∂llig uneigenn√ľtzig, aber ich glaube das kannst Du Dir denken.

Ich h√§tte nicht gedacht, dass ich jemals so empfinde k√∂nnte Marlo. F√ľr Dich und √ľberhaupt was das K√∂rperliche anbelangt",
erkl√§rte Wolfram leise und k√ľsste Marlo.

Einen Moment später standen sie vor dem Wyvern.

"Falls Du nicht mit anpacken m√∂chtest, musst Du das nicht. Du ziehst ein Gesicht dass alles sagt. Du k√∂nntest im Haus auf mich warten. Du hast mir eine Rasur versprochen Marlo, die h√§tte ich gerne. Oder Du gehst rein und l√§sst Dir Margot etwas zu essen geben. Kurz bevor ich zu Kasimir r√ľber gegangen bin, hatte ich Margot extra gebeten, dass sie Euch mit Broten und mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Das Essen m√ľsste schon fertig sein. Du kannst es Dir also aussuchen, ob Du mit anpackst. Mich w√ľrde es sehr freuen, wenn Du mithilfst Schatz.

Nur als Entscheidungshilfe, ich packe mit an. Ich w√ľrde es als unfair empfinden, Kasimir alles alleine schleppen zu lassen. Er ist zwar Brandurs Leibdiener, aber das ist echt etwas viel zu malochen. Und je schneller ich fertig bin, je schneller habe ich wieder Zeit f√ľr Dich",
sagte Wolfram mit einem Zwinkern und verkniff sich ein breites Grinsen.

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Re: Das verborgene Tal

#85

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Do 11. Jan 2018, 16:31

Marlo
 
verkniff sich Wolfram anzuglotzen. Er hatte Schatz gesagt. Marlo dr√ľckte die Hand von Wolf fest zur√ľck.
 
"Das ist nicht unversch√§mt, das ist heiss. Wir spielen nachher, wir gehen morgen in die Tannen und du bekommst deine Rasur. Lust hab ich nicht die S√§cke zu schleppen. Ich mach das trotzdem, f√ľr dich. Weil du mich so liebevoll erpresst W√∂lfchen. Wie soll ich da noch nein sagen?
Das es dir so gut gefallen w√ľrde, hab ich nicht geahnt. Freut mich aber f√ľr uns. Was ist √ľberhaupt in den S√§cken drin? Weisst du das? Wobei scheissegal, wenn wir nachfragen schwatzt uns noch einer mit Einzelheiten zu. In der Zeit k√∂nnten wir schon Tannen angucken.
Wer die neuen sind, h√§tte ich dir genauso gesagt. Mit Archibald werde ich in einen √úbungskampf die Klingen kreuzen. Wir k√§mpfen bis zum ersten Blut. Damit du weisst was los ist und nicht denkst wir gehen uns an die Gurgel. Er kennt meinen Vater noch, dass hat mir gefallen. Wenn du nicht da bist, werde ich mit ihm und seiner Truppe abh√§ngen. Bei den anderen f√ľhle ich mich nutzlos ohne dich. Na dann auf, schleppen wir Kasimirs Zeug."
 
Marlo schnappte sich einen Sack und schleppte ihn ins Haus. Das Zeug in den S√§cken war hart und sperrig. Es f√ľhle sich an wie St√∂cke. Marlo verdrehte die Augen. Wenn er hier Reisig schleppte, wollte er nicht wissen, was in den S√§cken war. Der ganze Garten lag voll Reisigmist, den h√§tte er hier sammeln k√∂nnen zum Kamin anz√ľnden. Er stellte den Sack in den Flur und holte den n√§chsten. Als Wolf an ihm vorbei ging, gab er ihm einen Klaps auf den Hintern.

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Das verborgene Tal

#86

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Fr 12. Jan 2018, 21:12

Brandur runzelte die Stirn, als Linhard Dunwins Idee guthieß.

"Mit Dunwins Vorschlag, dass Archibald dein Lehrmeister und Leibw√§chter werden k√∂nnte, bin ich keineswegs einverstanden. Du hast gesehen, was er unter der Oberfl√§che ist. Sein Einfluss auf dich w√§re zu gro√ü und ich will nicht, dass du zu jemandem wirst, vor dem seine eigenen Kinder sich f√ľrchten m√ľssen, denn sie sind die Zukunft unserer Familie. Es gibt andere f√§hige und loyale Leute. Es reicht, wenn Archibald dich regelm√§√üig unterrichtet, w√§hrend ein anderer sich um deine Sicherheit k√ľmmert und ein Auge auf deine Ausbildung hat. Einen solchen vertrauensw√ľrdigen und f√§higen Mentor m√ľsste man freilich noch finden. Archibald jedenfalls wird es nicht werden, so lange ich noch irgendetwas zu melden habe.

Was die Verbindung mit seiner Tochter anbelangt, liegt das Vetorecht wie gehabt bei dir. Was nicht hei√üt, dass ich mir selbst nicht ebenfalls ein Vetorecht zugestehe, wenn ich mit deiner Wahl unzufrieden bin. Ich pers√∂nlich dachte an eine Verbindung in Form eines gemeinsamen Kindes, doch ohne eine Hochzeit. Archibald hat trotz aller charakterlicher Schw√§chen zweifelsohne hervorragende Anlagen. Das Blut der von Hohenfeldes mit jenem der von Dornburgs aufzufrischen, w√§re eine √úberlegung wert. Unsere Familie ist bereits von Inzucht gezeichnet, noch nicht fatal, doch bereits sp√ľrbar - der Grund, warum ich nach au√üen heiratete. Und meine Kinder waren allesamt gesund. Eine Hochzeit mit seiner Tochter jedoch f√§nde ich nicht erstrebenswert, da sie zu wenige Vorteile bringen w√ľrde. Man sollte das Maximum an M√∂glichkeiten ausreizen, welches machbar ist, ohne das Ma√ü des Ertr√§glichen zu √ľberschreiten.

Sprich: Mein Vorschlag w√§re, die Zeugung eines gemeinsamen Kindes mit Archibalds Tochter und die Heirat mit einer v√∂llig anderen Frau, welche die Familie voran bringt und dir nicht v√∂llig unsympathisch ist. Trotz der Planm√§√üigkeit meiner Hochzeit war ich mit meiner Wahl stets zufrieden, ich hatte ja meine Geliebte trotzdem im selben Haus und Magdalena war eine angenehme und liebevolle Frau. Mich plagt ein wenig das schlechte Gewissen, dass ich ihre Liebe all die Jahre √ľber nicht erwidern konnte, doch was will man machen - ich konnte mein Herz nicht entzwei teilen, wie es andere verm√∂gen.

Was meinst du zu meinen √úberlegungen, Linhard?"

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Re: Das verborgene Tal

#87

Beitrag von Damir el Akir » Fr 12. Jan 2018, 21:18

Nach der Begr√ľ√üung standen die wiedervereinigten Freunde eine Weile beieinander und quatschten. Ein anderer Mann gesellte sich zu ihnen, der sich als Marlo vorstellte und sich mit Archibald messen wollte. Tats√§chlich machte er den Eindruck, als w√§re ein spannender Kampf zu erwarten. Archibald stellte sie alle stellvertretend vor.

‚ÄěGr√ľ√ü dich, Marlo‚Äú, sagte Damir freundlich, als er vorgestellt wurde. Er war Fremden gegen√ľber weniger reserviert als die meisten anderen Menschen, was man jedoch nicht mit Vertrauensseligkeit verwechseln durfte. Er hielt nur nichts von dem unterk√ľhlten Gehabe, das er in Dunwins Familie hatte beobachtet.

Auch der Hausherr kam nun, um sie in Empfang zu nehmen. Da Damir Brandur eine gro√üspurige Verbeugung hatte zukommen lassen, √ľberlegte er, ob er das bei Wolfram auch so handhaben sollte. Brandur war mit Dunwin von Hohenfelde verwandt und mit diesem auf einer Stufe. Aber Wolfram? Scheinbar ordnete er sich Brandur unter. Damir hatte keine Ahnung, was angemessen w√§re. Also gr√ľ√üte er Wolfram so normal und freundlich wie jeden anderen. Er wollte nicht kriecherisch wirken.

‚ÄěDiesem Kasimir brauch braucht ihr nicht zu helfen, Wolfram und Marlo‚Äú, fand Damir. ‚ÄěDas ist doch der Diener, der wird schlie√ülich daf√ľr bezahlt. Er h√§tte ja eine andere Arbeit annehmen k√∂nnen, wenn sie ihm nicht schmeckt. Stimmt`s Holzi?‚Äú

Er stellte fest, dass Marlo und Wolfram offensichtlich ein Pärchen waren. Damir juckte das nicht, zwei seiner engsten Freunde waren auch ein Paar. Er war dergleichen gewöhnt. Er selbst äugte soeben nach der Magd, die gerade Kräuter aus dem Garten holte und wieder im Haus verschwand.

‚ÄěDas ist die erste Frau, die ich seit der Inhaftierung wieder zu Gesicht bekomme, wenn man Archibald nicht mitz√§hlt‚Äú, sinnierte er.
"Er griff sein vorpals Schwertchen zu, Er suchte lang das manchsan‚ÄĻ Ding;
Dann, stehend unterm Tumtum Baum, Er an-zu-denken-fing."

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Re: Das verborgene Tal

#88

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 12. Jan 2018, 22:12

Linhard hörte seinem Vater aufmerksam zu. Entgegen Dunwin, war er nicht der Meinung, dass Archibald sein Lehrmeister und Leibwächter werden sollte. Der Grund war so einfach wie grauenvoll, sie wussten was Archibald tatsächlich war. Sie hatten selbst vor kurzem noch 12 seiner Opfer befreit und in die Obhut eines Tempels gegeben. Linhard selbst wurde aus dem Mann nicht schlau, aber auch nicht aus Dunwin, was dessen Urteil betraf. Sein Vater hingegen schien in allem einen logischen roten Faden zu finden, der sich ihm erst erschloss, sobald Brandur ihn mit der Nase drauf stieß. Irgendwie war das Lin ziemlich peinlich, darum nickte er nur knapp und etwas betreten.

"Du hast Recht was ihn als Lehrer und Ausbilder angeht. Als wir in der Stadt waren, hatte ich ein Gespr√§ch mit Dunwin. Er sagte, Arch w√§re vertrauensw√ľrdig und zuverl√§ssig. Allerdings d√ľrfte ich ihn nie in die N√§he meiner Kinder lassen. Opa sagte, sollte er es versuchen oder verlangen - sollte ich ihn t√∂ten.

Als er dann allerdings im Team war, schien Opa sich an die alten Zeiten zu erinnern. Ab dato sprach Opa davon ihm helfen zu wollen, aber falls keine Hilfe m√∂glich w√§re, nunja m√ľssten wir ihn entsorgen.

Du hattest allerdings mit Jesper Recht. Seine pure Anwesenheit reicht aus um ihn zu beruhigen. Seit dem Jesper hier ist, verhält er sich anders, ruhig, ausgeglichen. Sogar richtig freundlich und umgänglich ab und an. Und nun sind zwei weitere seiner Freunde da. Abwarten.

Trotzdem habe ich nicht vergessen, was wir in seinem Haus gesehen haben. Wobei, doch teilweise habe ich es vergessen oder mir nicht mehr vor Augen gef√ľhrt. Du hast mich daran erinnert Paps. Und Du hast mich daran erinnert, wer Archibald wirklich ist. Was er ist, wie gef√§hrlich er ist.

Ich wei√ü dass er ein ausgezeichneter K√§mpfer ist, dass w√ľrde ich schon gerne von ihm lernen. Aber ob er loyal ist, kann ich nicht einsch√§tzen. Geh√∂rt zur Loyalit√§t nicht auch, dass man seine Gruppe nicht in Gefahr bringt? Solange er so lebt, bringt er uns damit in Gefahr.

Wobei er behauptet hat, dass er sich davon abgewandt hat.

Kann man das von heute auf morgen? Ich glaube kaum. Und falls dies tats√§chlich m√∂glich sein sollte, warum hat er es nicht schon viel fr√ľher getan? Fragen √ľber Fragen, die er vielleicht selbst nicht mal beantworten kann. Vielleicht es auch wie eine Sucht. Da nehmen sich die Leute auch st√§ndig vor, es in den Griff zu bekommen. Und irgendwann wird der Schmacht dann so gro√ü, dass sie das Vers√§umte wie Besessene nachholen.

Lange Rede Paps, Du kennst Deinen Bruder wesentlich länger und Archibald demzufolge auch. Also werde ich mich Deiner Meinung beugen. Zumal Du eh mein Vater bist. Du möchtest es nicht, Du legst Dein Veto ein, also mache ich es nicht.

Er soll mich ausbilden, aber ein anderer soll mich zur Not besch√ľtzen. Es muss auch niemand aus unserem direkten Umfeld sein. Es w√§re doch auch m√∂glich, eine ganz unvoreingenommene Person zu w√§hlen. Jemand der einfach durch seine F√§higkeiten und durch seinen Charakter √ľberzeugt. Er muss doch nicht mit uns verbandelt sein. Ich glaube auch, dass wir so jemanden finden werden Paps, ganz sicher sogar",
antwortete Linhard leise.

"Mit dem Kind bin ich einverstanden Paps unter einem Punkt, niemals wird irgendwer erfahren wer die Mutter ist. Sie taucht nirgendwo in den Papieren auf. Ihr Name wird nie erwähnt. Es ist mein Kind und es wird von einer Amme großgezogen. Es wird meinen Namen tragen und nicht ihren.

Auch hier hast Du v√∂llig Recht, unsere Familie leidet unter Inzucht, guck Dir nur an wie √§hnlich wir uns alle sehen. Gut, dass hat auch den Vorteil, dass Du sofort wei√üt, wer zur Sippe geh√∂rt. Aber trotzdem m√ľssen wir nicht warten, bis unsere Nachfahren die schlimmsten Degenerationen aufweisen. Dann ist es zu sp√§t f√ľr frisches Blut. Und soweit ich von Ansgar wei√ü, war Opa Dunwin bereits mit einigen Problemen erbbelastet. Er hatte Probleme mit den Augen und der Haut. Genaueres hat Ansgar nicht gesagt.
Die Anlagen von Dornburg sind erstklassig, genau wie meine, wenn ich mich an Opa zu dessen Lebzeiten zur√ľckerinnere. Ich kam ihm zwar nie nahe, aber ich habe gesehen wie er sich bewegt und Arch steht ihm in nichts nach.

Einerseits ist es gefährlich sein Blut einzukreuzen, wenn es jemand erfährt.
Erfährt es niemand, ist das ein immenser Vorteil.

Wie heißt ein Spruch? Wenn Gutes und Gutes sich findet und Gutes und Gutes sich bindet, dann kann nur Gutes entstehen. Wir reden hier rein von den körperlichen Anlagen, nicht von den seelischen.

Ich bin einverstanden mit dem Kind, aber ich beanspruche es f√ľr mich allein. Weder er noch seine Tochter wird ein Anrecht darauf haben. Keiner von beiden wird je in unserer Familienchronik auftauchen. Ihr Name wird nicht mit unserem in Verbindung gebracht. Woher ich das Kind habe ist unerheblich. Ein Fehltritt f√ľr den ich mit meinem Namen gerade stehe, den ich vollumf√§nglich anerkenne. Das muss der Familie reichen. Wem es nicht reicht, der soll zum Abgrund fahren.

Aber eine Frage habe ich dazu noch, was hat Archibald davon? Was erhofft er sich davon? Hat er das gesagt?

Zum Thema Hochzeit, da werde ich mich nach Dir richten.
Das Du Deine Frau gemocht, aber nicht geliebt hast, kann ich verstehen. Eine Hochzeit in unseren Kreisen ist meist ein Geschäft zum gegenseitigen Vorteil. Aber dass Du sie gemocht hast, ist schon selten genug und ist doch auch was wert Paps. Schau manche haben nicht einmal das. Und Du hattest sogar eine Frau an der Seite, die Dich geliebt hat.

Niemand kann verlangen, dass Du Dein Herz entzwei reißt. Und Deine Frau war ebenso von Stand wie Du. Sie wusste was diese Ehe bedeutet Paps.

Mir ist ebenso klar, was eine Ehe f√ľr mich bedeuten wird. Ich w√ľnsche mir aber ebenfalls eine Frau die mich mag. Rein auf gesch√§ftlicher Basis, kann ich mit einer Frau nicht leben Paps. Heiraten, Kinder zeugen, meine Schuldigkeit ist getan und dann macht jeder was er m√∂chte? So habe ich 18 Jahre meines Lebens verbracht. Ich habe st√§ndig meine Schuldigkeit getan und irgendwann m√∂chte ich auch mal ein klein wenig zur√ľckbekommen.

Bei weitem verlange ich nicht alles. Meine Frau muss sich ja nicht auf den ersten Blick in mich verknallen, aber wenn sie mich wenigstens ein bisschen m√∂gen w√ľrde, w√§re das schon sch√∂n. Ich m√∂chte mich mit ihr gut verstehen. Und optisch gefallen muss sie mir auch. Daraus k√∂nnte mehr werden. Das Sch√∂nste w√§re nat√ľrlich eine Frau, die etwas f√ľr mich empfindet und ich f√ľr sie.

Dein Vorschlag die Zeugung eines gemeinsamen Kindes mit Archibalds Tochter und die Heirat mit einer völlig anderen Frau, welche die Familie voran bringt und mir nicht völlig unsympathisch ist - geht klar, ich bin einverstanden Paps. Kein Veto, ich schließe mich ganz Deiner Entscheidung an.
Deine √úberlegungen sind wie immer logisch, weitsichtig und sehr klug. Was sollte ich da mein Veto einlegen.

Wo suchen wir denn so eine Frau? Oder hast Du Dir dar√ľber schon Gedanken gemacht? Vielleicht sogar genauere? Wei√üt Du eine Frau die in Frage k√§me?",
fragte Linhard gut gelaunt.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Das verborgene Tal

#89

Beitrag von Archibald von Dornburg » Fr 12. Jan 2018, 22:52

Holzi sch√ľttelte zuerst die Hand von Marlo, dann sch√ľttelte er die Hand von Wolfram. Das hatte nichts mit Hirarchie zu tun, sondern einfach mit dem Umstand wer zuerst vor ihm gestanden hatte. Holzi grinste Damir an, er verstand die Gedanken von seinem Kumpel. Auch er war auf den Kampf zwischen Arch und Marlo gespannt.

"Ich setzte 50 Taler auf Sieg f√ľr Archibald im Kampf", fl√ľsterte er Damir ganz leise zu.

√úber den Spruch von Damir musste die Gruppe losprusten.

"Danke Damir, Du bist so gut zu mir. Ich glaube das Eigentor schmierst Du mir ein Leben lang aufs Brot", grinste Arch gut gelaunt und knuffte den Rakshaner.
"Ach was", gibbelte Jesper.
"Eben nicht nur Damir, wir alle", warf Holzi lachend ein und Jesper nickte zustimmend.

"Aber die Dienerin sieht schärfer aus als Archi Damir, vielleicht ist sie einsam. So ganz allein unter all den Männern? Du solltest ihr Deinen Schw... Schutz anbieten", grinste Holzi mit einem Zwinkern.
"F√ľr mich siehst Du besser aus Archi", grinste Jesper.

"Damirs Schw...utz?", prustete Archi und knuffte Jesper "Danke, ich belohne Dich später Jes".

"Nun ich denke sie kommt nicht oft in den Genuss jemanden kennenzulernen. Wolfram scheint anderweitig interessiert zu sein. Der Rest der sonst hier wohnte, scheidet schon vom Alter her aus. Versuch Dein Gl√ľck Kumpel. Und richtig, ich habe auch keine Lust dem faulen Diener zu helfen. Wenn ihn die Plackerei st√∂rt, soll er sich doch einen anderen Job suchen. Er hat sich doch ausgesucht der Hiwi von Brandur zu sein", warf Holzi ein.

"Falsch Leute, v√∂llig falsch! Das hat sich Kasimir nicht ausgesucht, Brandur erpresst ihn mit Nahrung. Kasimir ist ein Vampir und hat dennoch sehr hohe moralische Anspr√ľche an sich selbst. Er m√∂chte keine Personen t√∂ten um an deren Blut zu kommen. Brandur hat eine M√∂glichkeit gefunden, ihn mit einer Art Kunstblut zu ern√§hren. F√ľr dieses Blut muss niemand sterben. Er kann somit als Vampir frei von Jagd und Mord leben.

Dieses Blut w√§re f√ľr alle Vampire ein Segen und eine Offenbarung, denn so m√ľsste sie niemand mehr f√ľrchten. Aber Brandur liegt nicht daran den Vampiren oder der restlichen Bev√∂lkerung zu helfen. Er ist ein Verseuchter. Er denkt wie ein Verseuchter. Er handelt wie ein Verseuchter.

Er ist ein Hexer, ein Leichenschänder und so hat das Mord freie Leben selbstverständlich seinen Preis...
Nichts ist von einem Verseuchten umsonst!
Wie die √Ąltesten verlangen sie f√ľr alles eine Gegenleistung.
Der Preis den Kasimir f√ľr dieses Mord freie Leben zahlt ist hoch - er ist der Sklave von Brandur.

Und im Gegensatz zu Brandurs Hilfe, die einen derma√üen hohen Preis hat, war die von Kasimir v√∂llig selbstlos und uneigenn√ľtzig. Glaubt es oder lasst es, aber er hat mich von der Migr√§ne geheilt und vom Hunger. Ich kann mit absoluter Gewissheit behaupten, dass ich nie wieder unter einer Migr√§neattacke leiden werden und ich werde nie wieder dem Hunger nachgeben und eine Person fressen. Das verdanke ich Kasimir, also werde ich auf alle F√§lle die S√§cke f√ľr ihn mitschleppen. Das ist wohl das Mindeste",
erklärte Archibald und packte mit an.

Jesper legte Damir kurz die Hand auf die Schulter und lächelte seinen alten Kumpel an.

"Wenn Du Dich hier so abschleppst Damir, m√ľsste Dir die Dame doch einen hei√üen Zuber einlassen", schlug Holzi grinsend vor, als er sich auch einen Sack der Ladung auf die Schulter hievte.

"Lasst uns mit anpacken Leute, Archi bedeutet Kasimir sehr viel, sonst w√ľrde er nicht so f√ľr den Mann sprechen", sagte Jesper freundlich und ging dem Vampir ebenfalls zur Hand.

Wie die Heilung der Migr√§ne und des Hungers aussah, wusste nur Jesper neben den beiden Beteiligten allein. Und er war sich da nicht ganz so sicher, ob er im gleichen Fall von einer Heilung gesprochen h√§tte. Aber Archibald schien absolut gl√ľcklich mit der Wendung seines Lebens zu sein, demzufolge schwieg Jesper f√ľr seinen Freund.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Das verborgene Tal

#90

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Sa 13. Jan 2018, 00:49

Wolfram freute sich √ľber die beiden neuen G√§ste und dar√ľber, dass sie so herrlich normal waren. Ohne diesen ganzen nutzlosen Zw√§nge, die er schon in seiner Familie gehasst hatte. War einem danach einen anderen herzlich zu begr√ľ√üen, dann sollte man dies einfach tun d√ľrfen, ohne gleich einen Fauxpas besonderer G√ľte loszutreten. Aber mit dieser Meinung stand Wolfram sonst ziemlich alleine da. F√ľr ihn war nur wichtig, dass er sich Zuhause wohlf√ľhlte und seine G√§ste ebenso. Die beiden hatten somit direkt einen guten Eindruck hinterlassen.

Wolfram h√∂rte Marlo zu und grinste gut gelaunt √ľber beide Ohren.

"Gut, dann steht der Plan. Nachher Rasur, dann Bett und morgen fr√ľh ab in die Tannen. Wie Du da nein sagen sollst, bezogen auf das Schleppen Marlo? Am besten gar nicht. Lieb von Dir, dass Du das extra f√ľr mich machst. Aber ich w√ľrde Dich nie erpressen. Sagen wir ich motiviere Dich mit passenden Belohnungen.

Gut, bei n√§chsten Besuch, warte ich ab bist Du mir erkl√§rt hast wer die Neuzug√§nge sind. Deshalb musst Du nicht eifers√ľchtig werden. Auch wenn es ziemlich knorcke ist", grinste Wolfram, ehe er ernst wurde.

"Ein √úbungskampf bis zum ersten Blut, na wenn das unbedingt sein muss. Sieh aber zu, dass Du in einem St√ľck bleibst. Verletzt Euch beide bitte nicht, ansonsten nutzt die √úbungswaffen die ich hier habe. Ihr m√ľsst Euch keinen Cut oder Schmiss ziehen. Ich meine nat√ľrlich ist das f√ľr Dich verlockend, Dich so einem Gegner zu stellen.

Aber wer sagt Dir denn, dass Lin, Kasimir oder vielleicht sogar ich keine w√ľrdigen Gegner w√§ren Marlo? Mein Schwert trage ich schlie√ülich auch nicht als R√ľckkratzer durch die Gegend. Keine Frage, dass ich es nicht mit einem Schwertmeister wie Dir aufnehmen kann.

Das ist Fakt, Du bist rein auf die Waffe ausgebildet. Ich bin sowas wie ein Allesk√∂nner, ein bisschen hiervon ein bisschen davon. Etwas Schwert und etwas Magie. Also im reinen Schwertkampf ganz ohne Magie wirst Du mich vermutlich in die Tasche stecken. Aber leicht machen w√ľrde ich es Dir trotzdem nicht, dass verspreche ich Dir.

Wie steht es mit waffenlosem Kampf? Bist Du darin geschult? Also ich meine echten Nahkampf, ehm... ohne Tannen. Kannst Du das? Falls ja, m√∂chtest Du mit mir √ľben? Darin bin ich wirklich gut. Falls Du es nicht kannst, bringe ich es Dir gerne bei",
sagte Wolfram liebevoll.

Der stellte einen Sack ab, schn√ľrte ihn auf und schaute rein. Wolfram blinzelte einige Male und schn√ľrte den Sack wieder zu.

"Knochen, vermutlich f√ľr den Knochendrachen zur Reparatur oder was wei√ü ich. Einen Hund habe ich ja noch nicht. Die Neuzug√§nge machen einen guten Eindruck, wobei Du bei den anderen nicht nutzlos bist Marlo. Lass Dich nicht von Titeln oder R√§ngen abschrecken, hier ist unser Zuhause und Du kannst hier tun und lassen was Du m√∂chtest. Darin bist Du doch gut, ich erinnere mich jedenfalls noch gut daran.

Denk bitte mit dran, dass wir noch auf den Viehmarkt m√ľssen. Wir verschieben es die ganze Zeit. Je mehr G√§ste wir haben, umso mehr verbrauchen wir auch. Bienen, H√ľhner, Ziegen und eine Kuh hatten wir vor uns anzuschaffen. Und Du wolltest Kaninchen zum Schlachten. Dein Plan sah auch vor, einen Unterstand f√ľr die Bienenk√∂rbe zu bauen. Und vergiss bitte meinen Hund nicht, den hast Du mir versprochen.

Ich m√∂chte dass wir hier weiterhin autark im Tal leben k√∂nnen. Dazu m√ľssen wir etwas umplanen. Die Vorratsh√∂hle wollten wir auch ausbauen. Aber da wir nun einige mehr sind, h√§tten wir auch genug helfende H√§nde.

Entweder reiten wir beide alleine nach Daijan, oder wir nehmen noch jemanden mit. Drei Pferde haben wir ja, Dank eines edlen Spenders. Denk dr√ľber nach, wann und mit wem Du auf den Markt m√∂chtest",
warf Wolfram ein und schleppte seine Last ebenfalls ins Haus. Den Klaps quittierte er mit einem Kuss als er an Marlo vorbei ging.

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