Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 00 -- Kollektives Abgammeln

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
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Bolek Bovier
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Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 00 -- Kollektives Abgammeln

#1

Beitrag von Bolek Bovier » So 7. Apr 2019, 15:18

Auf dem Weg hinab in den Taudis wird noch ein kleiner Zwischenabstecher zurück nach Hause unternommen:
Daheim und Unterwegs (ü18)

Mitch
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Der Morgen danach war ein Nachmittag

#2

Beitrag von Mitch » So 7. Apr 2019, 15:24

Der Morgen danach war ein Nachmittag


Mitch
Mitch erwachte, als die Sonne in das Wohnzimmerfenster herein schien. Nachmittag. Es musste Nachmittag sein, denn dann stand die Sonne im Wohnzimmer. Mit Zeigefinger und Daumen rieb er sich die Augen und genoss die Stille gepaart mit der Nähe seiner Gruppe. Sein Blick schweifte über das Wohnzimmer. Bolek schlief in seinem Arm, Yoyo und Alfie waren noch im Tiefschlaf auf der anderen Couch, Felix fehlte. Er war sicher auf Erkundungstour, das kleine Beißer-Baby. Das Wohnzimmer sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Eine Sexbombe, denn überall war die Sahne von ihnen verteilt. Hauptanteil vermutlich von Yoyo, dachte Mitch vergnügt. Keine zwei Sekunden später fragte er sich, was Max zu der Sache sagen würde und ob er ihm den Kopf abreissen würde. Falls ja, konnte er daran auch nichts ändern. Aber er hoffte Max würde die Sache geschmeidig sehen. Er küsste Bolek auf den Kopf und ließ sich wieder zurück in Liegepostition sinken. Mitchell schaltete den Holo via Interkom ein und stellte ihn ganz leise, damit die anderen nicht gestört wurden. Verschlafen schaute er sich die Nachrichten an. Ein neuer Park war eingeweiht worden. Man hatte angeblich auf der hohen See Ledvigiani gesichtet - die Info kam alle Jubeljahre auf wie die Sichtung von dem Monster aus der Azursee. Ein Kartellkrieg auf Obenza war ausgebrochen - Goblins versus Zamoi eine Abart GMOs die eine gewisse Ähnlichkeit mit Tieflingen aufwiesen. Er schaltete um auf eine Kochsendung, wo eine pausbäckige Frau zeige wie man selbst Bratäpfel herstellte. Mitch blieb bei dieser Sendung und sein Magen stimmte mit fröhlichem Knurren zu.

Felix
»Hilfe«, rief es aus dem Badezimmer hinter der verschlossenen Tür. »Hört ihr mich? Irgendwas stimmt nicht, Hilfe!« Mitch erkannte die verzweifelte Stimme von Felix. So, wie es sich anhörte, rief er schon eine ganze Weile, nur, dass niemand ihn gehört hatte.

Younes Morland
Yoyo wurde wach, weil Felix nun von innen gegen die Tür hämmerte und Wasser durch den Türspalt laufen ließ, damit endlich irgendwer auf ihn aufmerksam wurde. Yoyo schaute sich um und grinste, als alle noch genau so da lagen wie vor dem Einschlafen. »Morgen«, grüßte er Mitch und schaute auf sein Handcom, ob Rivkin schon auf seine Nachricht geantwortet hatte. Yoyo hatte dessen Postfach mit ihren Schwanzbildern geflutet.

Mitch
Mitch befreite sich aus Boleks Umarmung und öffnete die Badezimmertür. Still betete er, das Felix nicht die Wanne hatte überlaufen lassen, wobei es schwer danach aussah. "Felix was hast Du angestellt?", fragte Mitch etwas verzweifelt und schaute sich um.

Felix
Felix drückte sich in die hinterste Badezimmerecke. Die Toilette war mit Klopapier verstopft und er hatte immer wieder gespült, bis sie übergelaufen war. »Ich kann nicht raus gehen«, rief er verzweifelt. »Mir tut draußen alles weh!« Sein Gesicht und seine Hände sahen aus, als hätte er einen schweren Sonnenbrand. Er war knallrot, hatte an einigen Stellen Blasen geschlagen und an den Ohrmuscheln und der Nasenspitze sogar schwarze Verkrustungen.

Rivkin Korvann:
Auf Yoyos Handcom erschien ein Bild. Der Mann war gut und gerne 5 Jahre älter als Mitch. Einen Kopf kleiner, aber von der Statur her eindeutig einer ihrer Art. Er hatte die Arme eines Fleischers und den passenden Brustkorb eines Kopfschlächters dazu. Rivkin war sonnengebräunt, aber nicht weil er großen Wert auf so einen Unfug gelegt hätte, sondern das brachte seine Arbeit so mit sich. Seine Haare war einst kohlrabenschwarz gewesen, aber nun wurden sie zum größten Teil von Silberfäden durchzogen. Oder ehr das Silberhaar von schwarzen Strähnen. Er trug es wie eh und je zu einem Irokesenschnitt geschnitten, der momentan jedoch lang genug war um flach nach hinten zu liegen. Die Augen von Rivkin waren dunkelbraun, fast schwarz und mehrere Narben zierten sein Gesicht. `Schönes Passfoto, womit verdiene ich dieses Leckerchen am Nachmittag und wer bei Ainuwar Arschrunzeln bist Du?´, kam die Antwort postwendend.

Mitch
Mitchell musterte Felix wie vom Donner gerührt. "Scheiße. Ja es ist Tag und das ganze Wohnzimmer ist sonnengeflutet. Warte, ich hole eine Decke und bringe Dich ins Schlafzimmer. Oder besser noch in die Abstellkammer, dort ist kein Fenster Kleiner. Sekunde!", sagte Mitch und flitzte mit einer Geschwindigkeit davon die seine Statur Lügen strafte. Er kam mit einer Decke zurück, wickelte Felix darin ein und trug ihn vorsichtig in die Abstellkammer. Dort ließ er ihn runter und schlang ihm die Decke um die Schultern. "Um das Klo kümmere ich mich später. Hier bist Du sicher, solange es Tag ist, darfst Du nicht raus. Und Du darfst keine Sonne abbekommen. Das verbrennt Dich, wie ein Sonnenallergiker. Die Mondkinder sagen die Dir was? Na ich denke nein. Bleib hier ich hol Dir einen Stuhl, dann kannst Du es Dir etwas gemütlich machen. Ich schaue mal ob ich das Schlafzimmer Licht dicht bekomme, dann kannst Du Dich dort hinlegen. Ansonsten musst Du hier warten, hast Du das verstanden? Und wieso hast Du das Klo verstopft?", fragte Mitch während er Felix vorsichtig untersuchte.

Younes Morland
Yoyo speicherte sich das Bild von Rivkin und weckte Alfie mit Rütteln und Knuffen, um ihm zu zeigen, dass er endlich Antwort erhalten hatte. »Riv hat endlich geschrieben! Guck, das ist er.« Er hielt Alfie das Bild unter die Nase, ehe er sich daran machte, die Antwort zu tippen. ›Ich bin Younes Morland und habe mich in den letzten Jahren 27 mal bei dir für die OpsSpecE9 beworben und nie eine Antwort erhalten. Ein Freund hat mir den Tipp gegeben, dass mein Passbild zu nichtssagend gewesen wäre, drum hab ich ein paar aussagekräftigere drangehangen. Cordialement, Yoyo‹

Felix
»Ich hab das Klo verstopft, damit ihr endlich munter werdet! Wieso hab ich eine Sonnenallergie, gibt es dagegen nicht irgendwas? Mir tut alles weh und jetzt hab ich auch noch Hunger. Schau mal, ich muss sabbern. Kannst du mir meinen Lutscher bringen?«

Alfie:
Alfie schaute sich das Bild von Rivkin Korvann an. "Der ist älter als die Steine, man der kann doch keine Truppe leiten der Opa! Was willst Du mit dem? Der ist doch bestimmt schon Vierzig!", stöhnte Alfie und legte sich wieder richtig hin. "Will die Truppe wechseln, gerade erst angekommen und macht schon alle strubbelig", knurrte er grantig.

Rivkin Korvann:
Rivkin hatte zum Glück nur mit Yoyo geschrieben, über den Kommentar wäre er alles andere als glücklich gewesen. Wobei er kannte die Schlüpflinge gut, er hatte einst selbst einem im Team gehabt. `Ich führe keine Einheit mehr, schon seit Jahren nicht. Das hat sich nie wieder ergeben, leider. Wir waren seinerzeit effektiv, aber wohl nicht gehorsam genug. Aber jeder weiß, dass man im Einsatz nicht alles eins zu eins umsetzen kann. Über Deine Bewerbungsfotos freue ich mich trotzdem. Unsere Gruppe gibt es schon zig Jahre nicht mehr. Wo dienst Du?´, kam es Retour.

Mitch
Mitchell hörte sich Felix Erklärung an und nickte. "Du kannst nicht einfach das Klo verstopfen, dafür bekommt man sonst Ärger. Aber darum kümmere ich mich gleich. Nein, Du hast seit Deiner Geburt eine Sonnenallergie und zwar eine sehr starke. Dagegen kann man leider überhaupt nichts machen, Du musst Dich strikt von der Sonne fernhalten. Sonst Felix, kannst Du daran sogar sterben. Das ist kein Spaß, dass meine ich absolut ernst. Merk Dir das gut, ich möchte Dich nur beschützen. Ich hole Dir jetzt eine Brandsalbe, hab keine Angst. In der Dunkelheit bist Du sicher", sagte Mitch aufmunternd und holte aus dem Bad die Brandsalbe. Behutsam schmierte er damit Felix verletzte Stellen ein. Just in dem Moment kam Maximilien nach Hause.

Younes Morland
»Hey, ich bewerb mich schon seit zich Jahren, nicht erst seit gestern. Und vor zich Jahren sah Rivkin auch noch anders aus, inzwischen ist er ein bisschen grau und faltig geworden. Das wirst du auch irgendwann! Ich glaub, der ist schon über sechzig mittlerweile. Aber der sieht doch voll scharf aus, oder? Wie ein alter bissiger Wolf. Aber es geht nicht nur ums Aussehen, man will ja unter jemandem dienen, wo man sich gut aufgehoben fühlt. Und was man so über ihn erzählt, das hat mir gefallen. Warte, er hat geantwortet!« Yoyo tippte rasch. ›Ich diene zur Zeit nirgendwo, früher bei den Stinkern, aber die Truppe wurde auch aufgelöst. Zibet war mein Einsatzname, ich war der Mann fürs Grobe. Schade, dass deine Einheit aufgelöst wurde. Dein Ruf ist legendär.‹

Bolek Bovier Von den leisen Gesprächen und dem Hin- und Hergelaufe wurde Bolek munter. Er zog sich seine Hose wieder über, gerade noch rechtzeitig, als Maximilien seine verwüsteten und bekleckerten Gemächer betrat. Entsetzt blickte Bolek sich um, er hatte damit gerechnet, Maximilien würde Mitch vorher eine Nachricht zukommen lassen, so was wie: Bin in einer Stunde da, bis dann. Stattdessen kam er völlig überraschend und sah das Schlachtfeld der letzten Nacht. Wenigstens hatte nicht auch noch jemand gekotzt. Dafür kam eine Pfütze aus dem Badezimmer geflossen und an der Tür klebte ein riesiger bunter Lutscher.

Maximilien:
Max schaute sich um und ließ seinen Blick mit einer Würde die nur ein Duc aufbieten konnte über das "Schlachtfeld" schweifen. "Treffen der Bäckerinnung? Habt Ihr einen Spritzring gebildet? Was hier los war, muss ich kaum fragen. Und aus welchem Grund wurde das Bad geflutet? Liegt irgendwer ertrunken im Zuber oder steckt einer in der Duschzelle fest? Mitch wird das Aufräumen, jetzt", befahl Max unmissverständlich.

Bolek Bovier
»Wir helfen, wir haben es alle eingesaut. Dann geht es schneller«, schlug Bolek vor und machte sich sogleich daran, die Verpackungsreste ineinanderzustopfen, während Yoyo immer noch mit Alfi ins Handcom starrte und grinsend tuschelte.

Mitch
Mitch fluchte leise und ihm fiel schlagartig ein, wieso er zwei Coms gehabt hatte, Max hatte seins mal wieder nicht mitgenommen. Warum auch immer, er ließ das Com überall liegen. Vermutlich in der Hoffnung es los zu sein. Er drückte Felix kurz und eilte dann ins Wohnzimmer um Max zu begrüßen. "Hallo, wir haben Dich nicht so früh zurückerwartet", sagte Mitchell und küsste Max zur Begrüßung. Max rührte sich nicht, er verzog keinen Milimeter die Miene, außer das seine Augen zu Mitch herüberwanderten und ihn mit stechendem Blick musterten. "Ich räume nachher auf, aber im Moment muss ich mich um Felix kümmern. Er ist verbrannt. Wir haben vergessen, dass er ein Vampir ist und er war im Bad eingeschlossen. Die Sonne hat ihn erwischt und er hat die Toilette verstopft, also das Klo. Sei nicht böse", bat Mitch und legte ihm einen Arm um die Hüfte. Max verdrehte kurz die Augen und schmunzelte. "Na dann", war die knappe Antwort, ehe er zur Kammer ging um nach Felix zu schauen. Mitchell grinste Bolek dankbar an. "Du hast was bei mir gut", flüsterte er.

Felix
»Mir tut alles weh«, klagte Felix sein Leid, der zuvor noch keine Schmerzen gekannt hatte und zeigte Max seine verbrannten Hände. »Ganz rot und mit so Blubberblasen! Mitch sagt, ich hab eine Sonnenallergie, aber er hat schon Salbe drauf gemacht.«

Rivkin Korvann:
`Seit Jahren? Hm, also dann hättest Du wirklich vorher das Bild von der gewaltigen Bettschlange schicken sollen. Gesichter sind oft so ausdruckslos. Danke für die Blumen, sowas hört man gern. Die Stinker? Ja ich war auch immer der Mann fürs Grobe, das Gesabbele können wir den Adeligen überlassen, wenn sie sich in Diplomatie üben. Wenn wir auf den Plan gerufen werden, dann sind die Würfel gefallen und es wurde genug gesabbelt, dann wird geschossen´.

Maximilien:
Max strich Felix beruhigend über den Kopf. "Ja damit hat Mitch Recht Felix, Du wirst schwer krank von der Sonne. Sie verbrennt Deine Haut und das was Du dort siehst, ist Sonnenbrand. Welche Stufe kann ich Dir nicht sagen, ich bin kein Heiler. Aber manchen Leuten ergeht es kaum besser. Sobald ich zulange in der Sonne bin, werde ich auch krebsrot. Aber so schlimm wie bei Dir ist es nicht, dass ist kein Vergleich. Du darfst nur Nachts rausgehen oder Dich in Räumen aufhalten, die ganz ohne Sonnenlicht sind. Quasi abgedunkelt oder erst gar keine Fenster haben. Damit tust Du Dir selbst den größten Gefallen. Die Salbe benötigt etwas Zeit um zu wirken, aber gleich merkst Du, dass die Schmerzen nachlassen. Ein klein bisschen Geduld. Ich weiß, dass ist immer leicht gesagt. Setz Dich hin Felix, ich bleibe bei Dir, dann bist Du nicht ganz so allein", sagte Max und nahm auf dem Boden Platz.

Younes Morland
›Mit Worten wurde noch keine Schlacht gewonnen. Das Gesabbele kann man höchstens als Ablenkung gebrauchen. Du hättest mal irgendwo vermerken sollen, dass für die Bewerbung aussagekräftigere Bilder als Passfotos erwartet werden, dann hätten wir zusammen schießen können.‹ Yoyos Finger huschte geübt über das Display, er tippte fast in Sprechgeschwindigkeit. ›Krieg ich auch eins von dir?‹

Felix
»Ich hab Hunger«, quengelte Felix. »Wenn ich nur nachts raus darf, geht ihr da jetzt in Zukunft ohne mich? Wenn ich allein bin, träume ich unheimliche Dinge.«

Rivkin Korvann:
`Sowas verrät man nur unter der Hand, oder was meinst Du wäre passiert, wenn ich öffentlich so ausgeschrieben hätte? Die hätten gefragt was ich für eine Truppe führe. Kein Ding, ich habe nichts zu verbergen, Foto kommt´, kam die Antwort. Es dauerte einen Augenblick, dann kam eine zweite Nachricht, in der ein Foto angehangen war. Der Schwanz von Rivkin war alles andere als klein, aber vor allem war er eines, dick. Seine Haare trug er im Schritt genauso kurz, aber ziemlich akurat gestutzt. Ein schmaler Streifen über seinem dicken Schaft, der diesen zusätzlich betonte - fast nonverbal sagte - hier gehts lang.

Younes Morland
Yoyo grinste sehr breit und sah sich das Foto lange an. Mit der Zoomfunktion vergrößerte er es noch weiter und schaute sich die Details an, ehe er es wieder auf Normalgröße skalierte und Alfie zeigte. »Was sagst man dazu? Er hat mir tatsächlich ein Schwanzbild geschickt!« Vor dem Sofa raschelte Bolek mit einer Mülltüte herum. Er hatte die Verpackungsmaterialien eingesammelt und war nun bei den Flaschen.

Maximilien:
Max stand auf und drückte Felix Schulter. "Warte hier, ich hole Dir etwas zu essen", sagte er freundlich. Er verließ sein Gemach und kehrte einige Minuten später mit einem prallen Blutbeutel zurück, den er Felix aushändigte. "Hier, lass es Dir schmecken. Nein, wir gehen nicht ohne Dich Felix, wir wissen doch warum Du nur im Dunklen rausgehen kannst. Also um es mal genau zu erläutern, sicher gehe ich auch mal ohne Dich raus, oder die anderen. Aber sobald wir alle gemeinsam gehen, dann natürlich in der Dunkelheit. Jede Gruppe ist nur so stark, wie ihr schwächstes Mitglied. Deine Schwäche ist die Sonne, drum gehen wir in der Dunkelheit. Der Winter wird Deine Zeit werden, es wird früh dunkel und es bleibt lange dunkel. Bolek hat Dich gerettet und Cy Dich angenommen, aber beide scheinen sich da nicht groß Gedanken gemacht zu haben. Dafür kannst aber Du nichts, trink erstmal. Zur Not hast Du ja auch noch mich und ich werde mal ein Wort mit Cy über Dich reden. Du musst nicht allein sein. Ich kenne das auch, wenn man einsam ist, steigen seltsame Träume aus den Tiefen der Seele empor. Was träumst Du denn Unheimliches? Erzähl es mir. Mein Vater sagte früher immer... Merde das ist fast 1.000 Jahre her... also mein Vater erzählte mir früher immer, wenn man die Träume ausspricht haben sie keine Macht mehr über einen. Sie sind dann nicht mehr in Deinem Kopf, sondern Du hast sie ausgespuckt. Da war ich vier. Du bist genauso ein Stöppken. Erzähl, ich hörte Dir zu und bin für Dich da", sagte Max liebevoll.

Alfie:
Alfie schaute sich den Schritt von Rivkin an, schaute sich und dann Yoyo an. "Ja er sieht gut aus, kann ich nicht leugnen. Wieso sollte er Dir kein Bild schicken? Du hast ihm doch auch eins geschickt. Soll ich auch eins schicken?", lachte Alfie.

Rivkin Korvann:
`Manche Dinge kann man vielleicht verbal klären, aber nur wenn es beide wollen. Die meisten bestehen stur auf ihrem Standpunkt. Dann ruft man uns oder die Souvrakasier und wir geben den Meinungsverstärker. So war es immer, so wird es immer sein. Jedenfalls gab es zu meiner Zeit noch einige Souvrakasier in Teams mit Auslandseinsatz. Heute sieht das anders aus, sie dienen ausschließlich in Sub-Souvagne und gewähren dort die höchste Sicherheit. Ich glaube die Aufteilung ist auch angebracht, sie fühlen sich dort rundum wohl. Wenn ich in Suv bin und alte Kollegen treffe fühle ich mich dort auch immer eingekuschelt. Souvagne in Reinkultur. Habt Ihr Inhumanoid in Euren Reihen? Wir hatten damals eine. War eine witzige, schöne und oft auch harte Zeit. Aber ich möchte keinen Moment missen´, antwortete Riv.

Felix
Felix biss ein Loch in den Blutbeutel und saugte ihn gierig aus. Danach rülpste er mit offenem Mund und ein paar rote Tröpfchen sprenkelten den Boden zu seinen Füßen. »Ich träume immer, dass ich ganz schnell renne. Und dann ist es wie in einem Film, ich denke erst, dass ich verfolgt werde, aber in Wirklichkeit bin ich selber der Verfolger. Ich jage Leute und dann ... dann zerbeiße ich sie«, flüsterte Felix. »Das macht mir Spaß im Traum. Die Leute haben mir nichts getan und trotzdem bin ich so böse. Ich beiße ganz oft in sie hinein und dann trinke ich das Blut aus ihnen raus. Ich träum das fast immer, wenn ich schlafe. Das macht mir Angst, darum will ich nicht allein sein. Aber im Traum macht es mir Spaß!«

Younes Morland
»Warte, wir machen ein Schönes für ihn. Hol deinen Schwanz raus. Du fasst meinen an und ich deinen.« Während er wartete, dass Alfie seinem Wunsch nachkam, tippte Yoyo.
›Dein Knüppel sieht meeega lecker aus, schicke Frisur, die passt zu der auf deinem Kopf. Ja, einen Vampir haben wir. Der hat gerade unser Klo geflutet. Was war euer Inhumanoid? Ich fühl mich eingekuschelt, wo meine Leute sind. Kriegst gleich noch ein schönes Bild von mir und einem Kumpel. Magst du nicht mal vorbeikommen? Wo bist du gerade?‹

Maximilien:
Max legte Felix einen Arm um die Schulter und streichelte ihn beruhigend. "Das ist kein Traum Felix, das ist Dein Unterbewusstsein. Es ruft Dich, denn das was Du träumst erleben viele Vampire. Du bist ein Vampir, dass ist Deine Art. Ich bin ein Souvagner. Keiner der heutigen, sie würden wohl sagen ich bin ein Almane. Aber nichts destotrotz bin ich ein Souvagner, sogar ein de Souvagne. Unsere Linie ist das Land. Deine Blutlinie ist irgendwie mit den Beißern verwandt, das sind Vampire. Sie gab es als kleine Gruppe zu meiner Zeit. Ich kannte sie sogar persönlich. Das ist eine Ewigkeit her, um die 800 Jahre Felix. Heute weiß ich nicht wie groß die Gruppe der Beißer ist, aber scheinbar sind sie ein Volk geworden. Wer ihnen angehört, kann ich Dir nicht sagen. Sie jagen, sie trinken Blut, dass ist ihre Natur. Früher haben Menschen, also Almanen und Souvagner auch gejagt. Sie jagten Tiere, Rehe, Hirsche, Muffel, Hasen, Fasane und und und. Von den gejagten Tieren hat man dann das Fleisch gegessen. Sie haben auch Tiere gehalten und von ihnen gelebt. Wie Hühner, Schweine, Schafe, Rinder. Man lebte von den Eiern, der Milch und auch dem Fleisch. Das gibt es scheinbar auch nicht mehr. Du kannst nur hier bei Deiner Familie und Deinen Freunden leben, wenn Du niemals jagst. Denn wenn Du jagst und zubeißt Felix, wirst Du die Person töten. Sie stirbt und ist für immer verloren. Und dann müssen Dich Deine Leute töten, weil Du einen Mord begangen hast. Souvagner jagen verursacht ganz großes Leid Felix. Schau Du kannst von mir Blut bekommen, ich werde Dir welches beschaffen. Oder Cy natürlich, aber beißen darfst Du niemals irgendwen. Zur Not einen Fremdländer, ja. Das ist was anderes, aber niemals einen aus Deiner Familie, Deine Freunde, oder einen von unseren Landsleuten. Du musst Cy oder Pierre fragen, wen Du zur Not beißen darfst. Manche Souvagner erkenne ich nicht mal mehr als Souvagner und sie mich wohl auch nicht. Früher als junger Mann habe ich auch gejagt, dass habe ich mit einer Gruppe von Freunden. Wir hatten Pferde und Greifvögel. Die flogen für uns, sie waren unsere Waffen. Falls Du jemals Lust bekommst, wen zu beißen, musst Du das sagen hörst Du?", sagte Max.

Alfie:
Alfie packte seinen Prügel aus und streichelte die Schlange von Yoyo genüsslich. Er knete sie fest durch, denn er wollte zeigen, dass er was dazu gelernt hatte. Zudem hatte ihm die Nummer mit Yo gefallen. "Fass mich auch an", grinste er und schaute was Yoyo da schrieb.

Felix
Felix lauschte Maximilien und legte seinen Kopf an ihn. Er rieb ihn an seiner Schulter wie eine schmusebedürftige Katze. »Du bist der Erste, der mir das ordentlich erklärt. Jetzt verstehe ich, warum Oli mich so hasst. Bolek hat mir einen Lutscher gekauft, er meinte, ich soll dort reinbeißen, wenn ich meine Zähne benutzen will und er schmeckt auch lecker. Wenn ich nur dran lecke, werde ich davon auch nicht krank, wie von anderem Essen. Hat dir das Jagen großen Spaß gemacht, hast du davon auch geträumt? Die Beißer ... dann bin ich auch ein Beißer?«


Rivkin Korvann:
`Na da bin ich gespannt und freue mich. Ein Vampir? Wie seid Ihr an einen Vampir gekommen? Pass bloss auf, dass das kein Schläfer von diesen Beißern ist. Gehe ganz sicher und blas ihm lieber ein Loch ins Hirn. Eingekuschelt in der Gruppe, oh ja, dass sagt mir was. Das haben wir auch oft getan und je nachdem, wer besonder gut im Einsatz war, den habe ich die Nacht versüßt. Man muss schon seine Wertschätzung zeigen. Dafür braucht es aber auch Leute, denen man sie richtig zeigen kann. Ein Hundevieh, ein GMO, ein Mensch-Hunde-Hybrid, also eine Chimäre. Mitch hatte sie damals mitgebracht, Daisy hieß sie. War ganz freundlich, eine liebe Seele, die kämpfen konnte wie ein Düsterling und Zähne im Maul hatte die alles durchschlugen. Sogar so manche angeblich sichere Gear. Das war für Daisy nichts. Daisy war schräg. Wir sind zur Zeit in Obenza. Keine Ahnung, aber hier scheint immer der Abgrund los zu sein. Ich hatte schon mal überlegt, ob wir den Laden nicht einfach wegstrahlen sollten. Aber er ist zu nah an unserem Gebiet. Ich komme vorbei, sobald wir zurück sind. Ist Mitch in der Nähe? Dann grüß ihn mal. Kneif ihn in seinen Arsch´.

Younes Morland
Yoyo rutschte ganz dicht mit der Hüfte an Alfie und kusselte ihn, während er seine Hand in dessen Schritt schob. »War gestern super, oder? Ich fand, es war klasse. Du kannst meine Hosenschlange immer anfassen, wenn du Lust darauf hast, hörst du? Und ich streichel deine dir auch, wenn dir danach ist.« Um seine Worte zu unterstreichen, ließ er seine Finger langsam um Alfies Schaft gleiten. Mit der anderen Hand hielt er das Com und machte mehrere Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven, die er mit Alfie zusammen anschaute. »Das hier ist gut geworden, das schicken wir ihm.« Er hing es an die Nachricht, die sogleich tippte: ›Den Vampir haben wir in Obenza aus einem Labor gezogen. Er soll erforscht werden, weil keiner weiß, weshalb die Beißer auf einmal Klone aus dem Labor bestellen. Eigentlich vermehren die sich ja über Bisse. Daisy hört sich praktisch an, ist die auch in Obenza gezogen worden? Und was machst du schon wieder in Obenza, wenn du keine eigene Truppe mehr hast? Im Anhang ist ein Leckerchen für dich.‹

Maximilien:
"Ja die Jagd hat mir immer großen Spaß gemacht. Manche Idioten jagen alles was ihnen vor die Pfeile oder vor die Vögel kommt. Dann präsentieren sie stolz hunderte toter Tiere. Das hat aber nichts mit Jagd zu tun, sondern das ist Massenmord im Wald. Ein Jäger ist ein Teil der Natur. Wie ein Wolf, oder ein Bär. Du jagst ein Stück Wild und das wird es am Ende der Jagd auch zu Essen geben. Darum jagt man. Es geht um die Gruppe, den Zusammenhalt und das gemeinsame Essen. Es geht nicht darum sich durch den Tod anderer Kreaturen zu profilieren. In der Jagdsaison wurde manchmal auch mehr gejagt, dass ist klar. Dann aber wieder nicht für das Geweih, oder die Hauer, sondern für die Speisekammer. Jeden Tag geht auch kein Raubtier jagen, es hält auch Vorrat. So taten wir es damals auch. Manche Tiere müssen auch abhängen, damit ihr Fleisch weich wird. Im Grunde fangen sie leicht an zu verwesen, was die wenigsten wissen. Das nennt man, das Fleisch wird mürbe. Das schmeckt ganz weich und zart. Ja ich habe oft von der Jagd geträumt, aber dabei ging es um meinen Papa und meinen Bruder, denn ich habe beide ganz schön lange vermisst. Eine ganze Zeit lang, als sie gestorben waren. Nun was nützt es Dir, wenn ich Dich anschreie oder grundlos hasse? Noch hast Du mir keinen Anlass zum Hass gegeben. Du kannst nichts für Deine Natur und ich nicht für meine. Du bist Vampir, ob Du deshalb wirklich ein Beißer bist oder eine andere Art kann ich Dir nicht mit Bestimmtheit beantworten. Nur eines, früher gab es auch freie Vampire. Sie gehörten niemandem an, sondern lebten für sich. Und unter den Rakshanern, als diese noch Menschen waren lebten auch immer Vampire. Die Rakshaner kennst Du heute als Grob-Nobs. Also die dunklen Menschen, nicht die riesigen Tech-Ghule", erläuterte Max.

Alfie:
Alfie spreizte die Beine und ließ sich bereitwillig von Yoyo massieren. "Das war klasse, sowas habe ich noch nie erlebt. Cy macht sowas nicht mit uns. Dabei sollte er uns eigentlich alles zeigen. Er nimmt seine Aufgabe nicht gerade ernst. Du darfst mich auch jederzeit kraulen, dass macht Spaß. Zeig mal, ja schick ihm dass, dann wird er neidisch", lachte Alfie.

Felix
»Dein Bruder und dein Papa ... so was habe ich nicht, weil ich aus einem Tank komme, oder? Ich erinnere mich, wie Bolek mich rettete. Ich war herausgefallen und konnte nicht atmen, erst, als er mir half. Kalt war mir, aber er wärmte mich. Ich habe anfangs nicht verstanden, was los ist, erst, als ich meinen Chip bekam, aber ich fühlte mich wohl, wenn ich ihn berührt habe, weil er so warm ist und so gut zu mir war. Ich möchte ihn nicht beißen oder die anderen, die so freundlich zu mir sind, höchstens Oli, der hätte es verdient. Zeigst du mir einen Film über das Jagen im Wald? Ich würde das gern sehen und auf dem Chip ist alles durcheinander. Suchst du einen Schönen raus für mich, wo alles erklärt wird?«

Rivkin Korvann:
`Ich bin mit der Einheit hier, der ich angehöre. Wir sind Aufklärer und Saboteure. Sabotieren können wir gut. Daisy? Nein die stammte aus Souvagnischer Produktion, die war nichts vom Schwarzmarkt. Dass würde die SouvSec nicht verwenden. Ich denke wenn dann nur, gesichertes Infomaterial dass sie selbst überarbeiten. Du weißt doch, Wissen abgreifen, anpassen, verbessern, verwenden. Kennst Du den alten Witz? Die Goblins schickten an Souvagne einst einen hauchdünnen Draht, der so dünn war wie ein Haar. Info anbei - das haben wir produziert! Die Antwort von Souvagnes Forscher ließ nicht lange auf sich warten. "Hallo Goblins, was immer Ihr damit sagen wolltet oder weshalb Ihr uns den Draht geschickt habt, wir haben in gespalten und noch ein Gewinde hineingefräst. So könnt Ihr ihn besser benutzen". So verhält es sich auch mit den GMOs und anderen Daten. Nicht umsonst gibt es seit Jahrhunderten den "Orden der Marodeur". Sehen und Sichern ihr Motto. Aber es gibt ja nicht nur solche Wesen wie Daisy, es gibt doch zig GMOs die nicht Souvagner also Humanoid sind, sondern sogar Nutztiere. Tiere die es vorher nicht gab, die erschaffen wurden. Und sowas war Daisy. Sobald ich wieder in Souvagne bin, schneie ich bei Dir rein. Bis zum Anschlag, falls Du Bock hast´.

Maximilien:
"Du das kann ich gar nicht, ich habe kein Interkom. Aber ich werde Pierre bitten, die einen schönen Film über das Jagen herauszusuchen. Ich schaue dann über mein Handcom mit und erkläre Dir, was sie dort tun und warum. Doch auch jene aus dem Tank haben Eltern und Geschwister. Alle die mit Dir im Tank waren, die aus der selben Grundlage entstanden sind, sind Deine Geschwister. Und Eltern sind nicht immer die, die einen gezeugt oder ausgetragen haben. Es gibt auch geistige Eltern, einen Forscher. Oder Herzenseltern, jene die Dich adoptiert haben. All das ist auch Familie Felix, vergiss das nicht. Oli hat auch keinen Biss verdient. Er hasst Dich nicht Felix, denn er kennt Dich nicht einmal. Was er hasst, ist Dein Volk. Du bist ein Vampir, Vampire hasst er. Den kleinen Felix hat er nie kennengelernt, nicht so, dass er da einen Unterschied machen würde. Aber das macht Oli nicht. Warum kann ich Dir sagen, Gemeinwohl über Eigenwohl. Du bist ein Fremdling, ein Vampir, in der großen Welt Souvagnes. Oli beschützt alle Souvagner, indem er aufpasst das keine gefährlichen Fremdlinge hier Böses tun. Du bist ein gefährlicher Fremdling für ihn. Da behält er Dich im Auge. Das richtet sich nicht gegen Dich, das richtet sich pro an die Souvagner. Er ist ein Wächter und Wächter wachen, sie passen auf. Er hat da keinen Sinn für Freundschaft, denn die würde seine Sicht verschieben. Er wäre nicht mehr sachlich neutral, dass darf Oli in seiner Position nicht sein. Aber er ist ein guter Wächter, solange Du nichts Böses tust, hat er keinen Grund gegen Dich vorzugehen. Drum rede nicht schlecht von ihm, er macht seine Aufgabe wie Du Deine", erklärte Max.

Younes Morland
›Ich warte auf dich‹, tippte Yoyo, der seine Zunge aus dem Mundwinkel herausstreckte beim Tippen. Er konnte nicht fassen, dass es nach all den Jahren durch einen Zufall doch noch so weit kam, dass er Rivkin persönlich kennenlernen durfte. »Er schneit bei uns rein, sobald er wieder hier ist«, freute er sich und zeigte Alfie die Nachricht. »Hoffentlich dauert das nicht so lange.« Er ergänzte in seiner Nachricht: ›Wann?‹

Alfie:
Als Yoyo die Zunge seitlich aus dem Mund streckte beim Tippen, berührte Alfie sie mit einem Finger und spielte ein bisschen daran herum um Yo zu necken. "Ja und wann ist er hier? Woher sollen wir wissen wann es schneit? Der Mann hat einen Wetterfrosch verschluckt", lachte Alfie.

Rivkin Korvann:
`Unsere Aktion dauert noch an, vielleicht ein paar Tage oder einige Wochen. Schwer zu sagen. Ich melde mich zwischendurch bei Dir. Sobald wir die Sache hier durchhaben, reisen wir endlich wieder nach Hause. Diesmal mit einem Monat Urlaub, den ich wirklich gebrauchen kann. Das könnten wir verbinden´, bot er gut gelaunt an via Com.

Felix
»Und was ist meine Aufgabe?«, fragte Felix. »Ich bin kein Fremdling, ihr kennt mich doch.«

Maximilien:
"Das verstehst Du falsch, ob ich Dich kenne spielt keine Rolle. Du bist kein Souvagner, also ein Ausländer, ein Fremdländer oder ein Fremdling. Schau, jemand der aus einem anderen Land kommt, ist ein Ausländer - ein Fremdländer. Ein Fremdling ist jemand, der einer anderen Rasse angehört. Beispiel - Ausländer ist ein Ledvigiani. Almane wie ich, aber aus dem Ausland, Fremdvolk - ich Souvagner, er Ledwicker. Ausländer. Fremdling wäre eine andere Rasse. Ich Rasse Almane, Volk Souvagner, Fremdling ist ein Alb. Er ist kein Mensch, kein Almane. Gut heute sind Souvagner eine eigenständige Rasse. Also alles was kein Souvagner ist, ist ein Fremdling. Du könntest ein Frostalb sein und wir kennen uns 20 Jahre, trotzdem bist Du hier ein Fremdling und ich bei Dir Zuhause, verstehst Du? Das hat nichts damit zu tun ob ich Dich mag", antwortete Max.

Younes Morland
Zufrieden schmiss Yoyo sich rückwärts neben Alfie ins Sofa, während Bolek mit einem Lappen versuchte seine Sahne von gestern aus dem Polster herauszurubbeln. Mit der gekitzelten Zunge leckte er Alfies Schulter an. »Vielleicht schon in ein paar Tagen«, freute er sich. Dann wurde sein Gesicht von Enttäuschung verdunkelt. ›In ein paar Tagen oder Wochen bin ich weg. Da bin ich im Taudis. Kannst du ein paar Tage von deinem Urlaub aufheben für die Zeit, wo ich wieder da bin?‹

Felix
»Ich verstehe«, sagte Felix leise. »Bei den Beißern wäre ich kein Fremdling?«
Rivkin Korvann:
`Wieso machst Du im Taudis Urlaub? Brennt Dir der Helm? Weißt Du nicht was der Taudis ist? Beim Abgrund, das ist DER Abgrund! Vielleicht solltest Du hierher kommen. Das wäre sicherer. Wir zeigen Dir einige Stationen davor, dass wird Dir reichen. Ganz unten im Taudis, also dem zugänglichen Bereich, gibt es kein Licht. Es ist die Unterstadt der Unterwelt. Die Häuser, die vor Äonen von Jahren in Obenza gebaut und in den weichen Boden gepresst wurden, durch die Bauten die oben drauf gepappt wurden. Nacht. Ewige Nacht. Häuser, schräg, schief, schwarz, nass, bizarr. Kreaturen von denen Du keine Ahnung hast. Entsorgte Versuche, GMOs, Klone die sich dort unten in eigene Wesen weiter entwickelten, angepasst an ihren widernatürlichen Lebensraum. Andere die gerade erste einen Tag dort angekommen sind, weil sie auf dieser Müllhalde abgekippt wurden. Freie Flächen wechseln sich mit engen Hausschluchten ab. Größtenteils Häuserkampf, wenn überhaupt. Der Boden ist übersäht mit Meterdickem Unrat. Scharfkantiges, uraltes Metall, Bahnwagons die auf so Metallschienen fuhren. Alte Stromleitungen, teilweise noch irgendwoher gespeist. Wesen die sich ständig in Deinen Augenwinkeln bewegen. Seltsame Stimmen, Sprachen, nicht zuzuordnen woher es kommt, denn alles hallt und verzerrt den Schall selbst über die Helme. Das was Du siehst, ist das was der Lichtstrahl Deiner Waffe beleuchtet. Augen-Augs und unsere Aufwertungen nützen selten was, Nachtsicht funktioniert nur, wenn noch Restlich da ist. Da ist kein Restlicht, da ist überhaupt kein Licht! In manchen der seltsamen zähflüssigen schwarzen Pfützen wimmelt es scheinbar vor Leben. Der Scan teilte uns mit, eine Abart von gigantischen Fadenwürmern, hochtoxisch. In manchen größeren Gewässern die vielleicht mal Überflutungsbecken waren, haben sich Wesen eingenistet die vor Jahrhunderten mal Fische waren, andere sehen aus wie riesige Nacktschnecken die schwimmen. Und alles was dort lebt ist entweder leichenblass oder schwarz. Die meisten Kreaturen haben Krallen und Zähne wie Sperre. Logisch, die Jäger dort unten können sich nicht leisten eine Beute zu verlieren. Das ist eine Welt wie die Tiefsee nur scheint die dagegen geschmeidig zu sein. In manchen der Häuser wachsen glühende Pilze, die einem den Weg erhellen. Scheinbar, denn neben den Leuchtpilzen fanden wir seltsame Knollen und Tote. Diese Sporen schienen die Körper der Opfer regelrecht ausgehöhlt zu haben. Versuchungsstufe ü12, Maximalstufe was den Kontaminierungsalarm anging. Und da möchtest Du hin? Sicher?´, kam die Antwort von Rivkin.

Maximilien:
Max schüttelte den Kopf und streichelte Felix. "Hier bist Du unser Baby, unser Freund, unser Felix der ein Fremdling ist. Dort bei den Beißern bist Du ein Fremder, den niemand kennt, der keine Freunde hat, um den sich niemand schert und der vermutlich ausgesaugt und getötet wird. Die Beißer Felix sind keine Option, sie sind gefährlich. Sie verschlingen jeden, sie machen da keinen Unterschied welchem Volk Du angehörst oder welcher Rasse. Sie sind Jäger durch und durch und werden jeden Fremden zur Strecke bringen. Die einzige Möglichkeit ihnen nicht zum Opfer zu fallen, ist sich ganz weit fernzuhalten", erklärte Max.

Younes Morland
»Er macht sich Sorgen, ist das nicht süß«, erklärte Yoyo und kuschelte sich noch näher an Alfie, während seine Hosenschlange sich streckte und ihren Kopf herausschob. ›Wir sind keine Anfänger, Riv. Urlaub nicht, aber eine Mission. Wir müssen unbedingt da runter auf Geheiß der Krone. Die wollen da unten nach Separe suchen. Ich leite deine Hinweise trotzdem mal weiter.‹ Gesagt, getan, er sendete eine Kopie der Nachricht an Pierre. ›Ich würd ja vorher noch mal bei dir vorbeikommen zum Abschied nehmen, aber ich weiß nicht, wo du bist.‹

Rivkin Korvann:
`Separe? Die leben nicht im Abgrund selbst, die leben im Vorhof. Dort wo die Müllhalde ist. Man muss ein Stück weiter, dann passiert man uralte gewaltige Schleusentore. Manchmal kommen da andere Wesen durch. Sie sind von beiden Seiten zu öffnen, ich schicke Euch mal wie. Dort beginnt der wahre Taudis, die Zone ohne Licht. Und irgendwo im Taudis ist Schluss. Es geht tiefer oder irgendwo weiter, aber wo haben wir damals nicht herausgefunden, da die Strahlenwerte enorm waren und die Bioscanner verrückt spielten. Tausende Lebensformen werden angezeigt, alle mit dem Vermerk biologisch Organische Waffeneinheiten - Warnung tödlich. Dann folgte zu jedem Ding eine Litanai was das Vieh in der näheren Umgebung so tödlich machte. Von Mini bis Maxi, alles was dort kreucht und fleucht ist bestenfalls ein satter Feind, aber ein Feind! Und hinter der dunklen Zone soll es weiter gehen, in das was wir als den tatsächlichen Abgrund bezeichnen. Sag seiner Majestät, wen immer er dort runterschickt soll er mit Gauswaffen ausstatten und am Besten nehmt ihr einige Assassinen-Droiden mit, die alles ummähen was sich zu sehr nähert. In der dunklen Zone gilt, nur schießen, niemals fragen! Selbst wenn Dich vermeintlich eine Wesenheit anspricht, schieß!´, warnte Riv.

Felix
Felix starrte Maximilien an, dann wurde sein Blick traurig und er nickte langsam. »Also bin ich überall ein Fremdling. Egal, wo ich hingehe. Was ist, wenn ich andere Vampire finde, die nicht zu den Beißern gehören?«

Younes Morland
›Danke für die Informationen, kleinen Moment, ich muss kurz was klären‹, tippte Yoyo bestens gelaunt und kein bisschen beunruhigt. Er schickte Pierre eine Anfrage für eine digitale Audienz. Mit der anderen Hand streichelte er Alfie.

Maximilien:
Max drückte Felix fest an sich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. "Ich bin hier genauso ein Fremdling wie Du, ich gehöre nicht der Rasse oder besser gesagt der Spezies der Souvagner an. Wir beide sind Fremdlinge Felix. Ja dann könntest Du Dich ihnen anschließen, aber warum möchtest Du uns denn verlassen? Nur weil Dir eine Bezeichnung nicht gefällt, oder sie Dich traurig macht? Dann müsste ich auch gehen, nur ich habe nichts und niemanden wohin ich gehen könnte Felix. Das hier war immer mein Zuhause, aber zu einer anderen Zeit. Dennoch ist manches so fremd, dass ich weder ein Begreifen noch eine Bezeichnung dafür habe. Souvagner leben in einer Welt, die mir absolut fremd ist. Das einzige was ich sofort erkannte, war die Mauer. Ich ließ ihren Grundstein legen und mein Sohn Ciel führte es aus. Alles begann mit dem Nordwall. Und heute schützt die Mauer ganz Souvagne. Ständig angepasst, verbessert, erweitert. Sie rettete Souvagne, aber die Souvagner selbst brachten sich in große Gefahr. Paradox nicht wahr? Die Mauer sollte niemals einen Souvagner einsperren, dafür ist sie nicht da. Sie beschützt uns vor der Bedrohung von außen, wie wenn man sich in ein gemütliches Zuhause einrichtet. Ich wäre sehr traurig, wenn Du weggehen würdest Felix, ich hab Dich lieb", sagte Max.

Pierre:
`Audienz erteilt, was ist Dein Begehr?´

Younes Morland
›Morgen, Majestät, hier ist der Yoyo! Ich habe gerade intensiv in der Fachliteratur zum Taudis recherchiert, mir die Literaturliste und die Namen der Experten angesehen und konnte jemanden dafür begeistern, sich unserer Expedition anzuschließen, der schon mehrere erfolgreiche Expeditionen in den Taudis absolviert hat. Und er hat sie alle überlebt! Zich Jahre als Einsatzleiter mit allem Drum und Dran und es wäre ihm eine Ehre, uns zu begleiten. Seine Bewerbungsunterlagen hat er mir auch schon zukommen lassen, sehen sehr vielversprechend aus. Zufällig hält er sich auch genau auf unserem Weg dorthin auf, er arbeitet gerade in Obenza. Hört sich das nicht gut an?‹

Pierre:
`Das hört sich nach einer unserer Ausreden an, wer ist er?´

Younes Morland
›Ein Rivkin Korvann‹, erklärte Yoyo und hoffte, Pierre würde den Namen nicht kennen. So unwahrscheinlich war diese Hoffnung ja nicht, es gab schließlich hunderte von Einsatzleitern, vielleicht tausende oder zehntausende, wenn man die ganzen bedeutungslosen kleinen Teams und Unterabteilungen mit einberechnete.

Felix
Felix leckte Maximilien langsam über die Wange. »Ich hab dich auch lieb, Max. Ich will nicht weggehen. Ich habe mir nur meine Gedanken gemacht.«

Pierre:
Pierre schwieg einen Moment im Privaten Courant. `Rivkin Korvann, ehemaliges Mitglied von Team 9 der Operations Speciales, kurz OpsSpecE9 - sein Ruf eilt ihm voraus, wie man so schön sagt. Ihm wurde seinerseits nicht grundlos die Teamleitung entzogen, aber für die bevorstehende Aufgabe eindeutig ein fähiger Mann. Die Teamleitung der Eingreiftruppe obliegt Vas, der Rest obliegt unserer Person, sowie unserem Ehemann. Deine Hoffnung ist ehrenwert aber nicht angebracht, es gibt Dinge die wir nicht wissen. Aber wir haben Möglichkeiten alles was Souvagne betrifft in Erfahrung zu bringen Younes. Du kannst Rivkin ausrichten, dass er rekrutiert ist durch unseren Befehl. Er hat laut Basisdata ein sehr fundiertes Wissen über den Taudis, zudem schadet seine ungestüme Kampfkraft an so einem Ort sicher nicht´

Maximilien:
"Worüber hast Du Dir Gedanken gemacht? Das Du hier nicht willkommen wärst? Doch das bist Du, jedenfalls bei mir auf alle Fälle. Du bist verletzt und hattest Angst Felix, da kommt man schon mal auf ganz trübe Gedanken oder einem kommen sogar die Tränen. Dafür musst Du Dich nicht schämen. Aber fliehen musst Du hier vor nichts, es gibt nichts was Dich hier bedroht. Draußen sieht das völlig anders aus. Und ein verstopftes Klo ist kein Weltuntergang, hoffe ich", schmunzelte Max.

Younes Morland
Yoyo schämte sich einen Moment, weil er beim Lügen ertappt worden war, aber immerhin war es nur eine halbe Lüge gewesen. ›sehr Wohl, Majestät‹, sprach er in ausgesprochen höflichem Ton. ›Hm und danke.‹ damit flüchtete er aus dem Courant und widmete sich mit noch breiterem Grinsen als zuvor seinem Handcom. Er machte rasch ein Foto seiner erigierten Hosenschlange zur Untermalung der frohen Botschaft. ›hey, Riv, hier Yoyo noch mal. Gute Nachrichten. Kraft des Befehls unseres großzügigen wie geliebten Ducs bist du rekrutiert, uns in den Taudis zu begleiten!‹ Er hängte das neue Schwanzbild an und sendete die Nachricht. Dann umarmte er Alfie vor guter Laune und knutschte ihn ins Sofa hinein. »Riv kommt auch mit! Wie genial ist das?«

Felix
Der Vampir lächelte. »Ich musste das Klo verstopfen, es war ein Notfall. Alle haben geschlafen und ich bin verwundet. Niemand hat mein Rufen gehört. Kannst du mal gucken, ob es Jalousien oder Rollos oder so was gibt in der Wohnstube? Hier ist es so eng.«

Pierre:
`Lieber Younes, eine Audienz wird vom Duc beendet. Privat, ich verzeihe Dir bei diesem wundervollen Rekrutierungsfoto. Keine Sorge, es ist verschlüsselt versandt worden, mich trieb nur etwas die großherzogliche Neugier. Mein Kommentar - schöne Aussichten für Rivkin. Pass auf Dich auf Du Schlingel. Audienz beendet´.

Younes Morland
Jetzt bekam Yoyo einen roten Kopf. Da er ein sehr hellhäutiger Typ war, sah man es deutlich. Verschämt grinste er Alfie an. »Pierre hat das Schwanzbild auch gekriegt. Ist das peinlich. Aber er hat es mit Humor genommen.« Er legte sich auf Alfie ab und guckte auf sein Handcom, ob Rivkin schon geantwortet hatte.

Maximilien:
"Das weiß ich doch auch so Felix, ich wohne hier!", lachte Max und drückte ihn. "Lass mal überlegen, ich glaube im Schlafzimmer haben wir so Rollos, aber ich nutze immer die Vorhänge. Ich schaue mal sicherheitshalber nach, ich bin sofort wieder da. Lauf nicht weg", bat Max. Er ging umgehend nachschauen und kam gut gelaunt zurück. "Komm Felix, ich habe alles abgedunkelt, Du kannst im Schlafzimmer auf die Nacht warten", sagte Max aufmunternd und hielt ihm die Hand hin.

Alfie:
"Du hast dem Duc Dein Schwanzbild geschickt? Man Yoyo findest Du das nicht was aufdringlich? Du bist rot wie eine Tomate Yo, bist Du verlegen? Das sieht niedlich aus. Vielleicht fand er das Bild ja genauso scharf wie Rivkin oder ich. Oli ist sehr streng mit ihm, hast Du das noch nie gemerkt?", fragte Alfie mit breitem Grinsen. "Du hättest ihn wegen der Tätowierung der Eier fragen müssen".

Rivkin Korvann:
`Nachricht bekommen und direkt meinem Leader unter die Nase gehalten, damit bin ich raus! Also aus meinem jetzigen Team, ich warte dann hier auf Euch. Ich werde mein Bestes auf Euch aufzupassen. Freut mich, aber auf der anderen Seite weiß ich auch, was uns erwartet. Bevor es los geht, würde ich gerne mit dem Duc, seinem Vertreter und dem Leader sprechen. Sie müssen wissen was sie genau erwartet. Und Danke für den kleinen Schubs in die richtige Richtung, war zwar nicht nötig, aber ich freue mich über jedes schöne Bild von Dir. Wann geht es bei Euch denn los und wo werdet Ihr eintreffen?´

Felix
Felix ergriff Maximiliens Hand und ließ sich auf die Füße ziehen. Jetzt, wo Felix nicht auf dem Rücken des gewaltigen Tuteur hing, sah Maximilien, dass er keineswegs so klein war, wie er dort oben gewirkt hatte. Felix war über eins achzig. Gut gelaunt begleitete er seinen neuen Freund ins Schlafzimmer, wo er sich rücklings aufs Bett schmiss, wie er es von den Tuteurs gesehen hatte. Seine Wunden schienen vor Schmerz zu explodieren und Felix stiegen die Tränen in die Augen, doch er hatte beschlossen, künftig tapfer zu sein. Scheinbar war er der einzige, der jammerte, wenn etwas nicht stimmte. Er machte es sich auf dem Bett gemütlich, damit seine Wunden rasch wieder heilten.

Maximilien:
Max legte sich neben Felix und wischte ihm die Tränen aus dem Gesicht. "So schlimm? Heute Abend machen wir Dir mal schöne Quarkwickel, die helfen sehr gut gegen Sonnenbrand. Aber vorher muss die Brandsalbe die Hitze herausziehen. Ich reibe Dich gleich nochmal ein und besorgte Dir Kühlpacks. Sei nicht traurig. Versuch Dich auf die Seite zu legen und stopf Dir die Decke vor den Bauch. Mitch schleicht mir aus dem Weg, er hat Angst er bekommt einen Rüffel. Bekommt er aber nicht. Erzähl mir, was hier los war Felix, was haben die Großen getrieben? Ich lasse Dir nachher noch einen Blutbeutel bringen, damit Du Dich satttrinken kannst. Weißt Du was? Du bist viel größer als ich dachte. Gut einen Kopf größer als ich, schau mal einer an. Soll ich Dir hier ein bisschen die Quatschkiste anschalten oder möchtest Du lieber so im Dunklen liegen?", fragte Max und stopfte Felix die Decke zu Recht, dass er seitlich liegen konnte.

Younes Morland
»Ja, ich bin verlegen, Alfie.« Er rieb grinsend sein Gesicht zwischen Alfies Brustmuskeln und wurde noch röter. »Dass ich das Bild geschickt habe, war ein Versehen, hoffentlich kriegt er jetzt keinen Stress mit seinem Alten. Riv hat geantwortet, er ist dabei! Mann, freust du dich nicht für mich?« Er legte sein Handcom auf Alfies Brust und tippte. ›Das ging fix, der Abschied scheint dir nicht schwergefallen zu sein. Gönn dir doch ein paar Tage Urlaub, bis es los geht. Unser Einsatzleider ist Vasudrio Santurini, alle nennen ihn Vas. Am besten, du fragst ihn, wann es losgeht, weil irgendwer was von Urlaub auf einem Hausboot faselte, den sie vorher noch machen wollten. Vas kann dir sagen, ob du da mitkommen kannst zum beschnuppern und besprechen der Mission oder ob du gleich in Obenza warten sollst. Mann, ich freu mich. Damit geht ein alter Jugendtraum in Erfüllung!‹ in Anbetracht von Yoyos jungem Alter wirkte der Spruch etwas deplatziert.

Alfie:
"Doch ich freue mich, aber ich bin viel zu entspannt um rumzuflippen Yoyo. Wir werden ein richtig gutes Team werden, aber vergiss mich nicht, wenn Du dann mit Riv rumgammelst klar?", forderte Alfie und sah ihn ernst an. "Du hast mir versprochen, dass ich Deine Bettschlange bearbeiten darf. Irgendwie bin ich nervös auf den ersten Einsatz, warst Du das auch?"

Felix
»Ja, die Quasselkiste«, bat Felix. »Einen Film übers Jagen oder über Vampire. So lerne ich gleich was. Es tut fast gar nicht mehr weh, ich bin nur keine Schmerzen gewohnt.« Artig ließ er seine Wunden versorgen, wobei er die Augen zumachte. Als er sie wieder öffnete, begann er in verschwörerischem Tonfall zu sprechen. »Die Großen haben die Hosen ausgezogen und sich gegenseitig da unten an ihrem Zipfel rumgespielt! Bolek lag dann auf Mitch und sie haben geschaukelt. Das schien ihnen Spaß zu machen. Sie haben dann getauscht und Mitch ist auf ihm herumgehüpft. Ich hätte gerne mitgespielt, aber ich hab mich nicht getraut, weil sie alle so groß sind und ganz schön wild waren. Irgendwann hat Yoyo eine Sahne auf dem Sofa ausgeschüttet und dann hatten sie keine Lust mehr.«

Rivkin Korvann:
`Die Grasschlangen, ja schon von ihnen gehört. Ihr Merkmal ist, dass sie einen Sentir in den Reihen haben. Ist er auch dabei? Das könnte uns einiges erleichtern. Ich freue mich jedenfalls auf unseren gemeinsamen Tripp. Ich werde mit Vas Kontakt aufnehmen, keine Sorge. Na dann freut es mich doppelt, wenn Du Dich so über unseren gemeinsamen Einsatz freust. Ich warte auf Dich und ich würde lügen, würde ich nicht sagen dass ich gespannt auf Dein Hosengeschoss bin´.

Maximilien:
Bei der niedlichen Erklärung musste Max lachen. "Sie haben geschaukelt und Mitch ist auf Bolek herumgehüpft? Ich hoffe nicht wirklich, das wäre fatal. Das Schaukeln machen Mitch und ich auch jeden Morgen, damit zeigt man sich, dass man sich sehr gerne hat. Oder wenn man Lust verspürt, dann macht man es auch. Er scheint Bolek sehr zu mögen. Mitch hat mir zu erzählen, was da abging. Wenn ich schon nicht anwesend bin, soll er wenigstens ausspucken, was ihn dazu getrieben hat und was er getrieben hat. Vermutlich bediene ich ihn zu wenig. Weißt Du ich bin kein guter Gefährte, ich bin faul. Ich habe ständig irgendwas zu tun und vieles stresst mich, da vergesse ich ihn oft. Das meine ich nicht böse, ich bin mit den Gedanken woanders. Morgens wacht er meist vor mir auf Felix, dann streichelt er mich und zeigt mir auf die Art, dass er mich sehr lieb hat. Tagsüber denke ich manchmal dran, dann versuche ich auch ihm zu zeigen, wie sehr ich ihn mag. Ich knuddele ihn mal, gebe ihm einen Kuss oder streichele ihn. Aber Du wirst irgendwann merken, dass lastet einen nicht aus. Man möchte mehr, man braucht seinen Partner wirklich körperlich. Das wirst Du schon noch verstehen lernen, falls es soweit ist, erkläre ich es Dir. Du darfst mitspielen, aber dazu musst Du Dir erstmal einen Partner suchen, einen der Dir als Neuling alles ganz genau zeigt und viel Zeit für Dich hat. Danach darfst Du gerne losziehen, vertrau mir. Anders hätte ich es meinen Söhnen auch nicht erklärt, gehört hat keiner", grinste Max.

Younes Morland
›Es sind alle Grasschlangen samt Sentir dabei‹, tippte Yoyo. ›Meine Hosenschlange freut sich auch auf dich. Und ich mich auf deins. Ich hoffe, es dauert nicht so lange, bis wir dich hier begrüßen dürfen. Bis dahin eine schöne freie Zeit. Cordialement, Yoyo + die Hosenschlange.‹ Yoyo legte sein Handcom beiseite und kroch auf Alfie nach oben, bis sein Gesicht über dem seinen war. Yoyo senkte den Kopf und küsste ihn lange und leidenschaftlich. »Ich vergesse dich nicht. Wir sind im selben Team. Die Hosenschlange steht immer zu deiner Verfügung und von deiner will ich schließlich auch was haben. Wir müssen Rivkin allerdings auch gebührend im Team willkommen heißen, er gehört dann schließlich auch dazu. Dass du nervös bist, ist normal. Es ist ja auch gefährlich. Aber wir werden da unten auch viel Spaß haben, versprochen!«

Alfie:
Ließ sich von Yoyo in die Polster drücken und hörte ihm genau zu. Den Kuss erwiderte er genauso leidenschaftlich wie genüsslich, mehr noch, er zog Yo ganz fest dabei an sich um ihn und seine Schlange zu spüren. Das der Einsatz gefährlich werden würde, war ihm klar. Der Spaß war dort sicher zu Ende, sie alle mussten wachsam sein. Sie alle, das Leben aller hing von ihnen ab. Wenn nur einer schlief, mussten die anderen ihn retten und dass konnte schlimm enden. Woher er das wusste, wusste er nicht. Er wusste nur, dass er die Augen überall haben musste und einen wachsamen Zeigefinger am Abzug. "Versprich mir, dass wir gesund und sicher durchkommen Yo", flüsterte Alfie.

Rivkin Korvann:
`Alle? Na das freut mich, vielleicht gehen wir ja ins Team der Grasschlangen über? Oder sind nur Unterstützung, gleich, ich freue mich. Dito, Dir auch eine gute Zeit, treib es nicht zu bunt, ich erwarte Dich und Deine prachtvolle Schlange. Gehab Dich wohl Younes´

Felix
Felix nickte langsam. »Der Schaukelpartner darf nicht so groß sein. Ich möchte nicht, dass Bolek auf mir Schaukelt oder Mitch mit seinem Po auf mir herumhüpft, die sind viel zu schwer. Ich suche mir einen ganz kleinen Schaukelpartner.« Damit war er zufrieden und starrte erwartungsvoll auf den noch immer schwarzen Bildschirm der Quasselkiste.
Younes Morland
»Ich kann dir nicht versprechen, dass wir alle gesund wiederkehren«, sprach Yoyo ehrlich, während er Alfie streichelte. »Aber ich kann dir versprechen, dass ich alles dafür tun werde, dass wir niemanden dort unten zurücklassen müssen. Wir alle werden das tun. Ich hab dich lieb, mein kleiner Alfie. Wir passen auf dich auf und du wirst viel dort unten lernen. Die wichtigsten Dinge lernt man nicht in der SouvSec. Die lernt man im Einsatz.«

Maximilien:
Max holte aus dem Nebenzimmer sein Com, aktivierte den Holo und schaute welche Filme über Jagd zur Verfügung standen. "Na bitte, ich kann es doch so langsam", freute er sich. Er schaltete den Holo ein und legte sich wieder neben Felix. "Mitch ist im Gegensatz zu mir ganz schön groß und schwer. Wenn er sich ganz auf mich legt, ist das manchmal zu schwer. Aber er passt auf. Was schön ist, ist wenn ich in seinen Armen schlafe. Da fühle ich mich gut, geborgen. Er passt auf mich auf, das macht er wirklich. Aber in seinen Armen fühlt sich das gut an. Oder wenn er mich mit der Decke so einrollt und umarmt, das mag ich gerne. Dann schlafe ich mit dem Kopf an seine Brust gelehnt, im Grunde ganz an ihn gelehnt. Nachts ist mir oft kalt, war früher schon so. Das ist irgendwas wegen meinem Blut. Pierre sagte, das ist mein Blutdruck. Mitch wärmt mich immer vor dem Einschlafen. Dann erzählen wir noch ein bisschen Quatsch. Das habe ich früher gerne mit Fabien gemacht. Das war ein ganz lieber Kerl. Er hat mir vor dem Einschlafen irgendwelchen Tratsch erzählt und ich habe ihm gerne zugehört. So etwas gibt einem ein Gefühl von Zuhause. Dir vielleicht auch, wenn wir hier so liegen", sagte Max und mummelte Felix ein.

Alfie:
Alfie nickte zustimmend. "Wir alle passen aufeinander auf! Und eins dürfen wir niemals vergessen, nicht die Gruppe verlassen. Niemals soll man die Gruppe verlassen. Gemeinsam sind wir stark, allein kann man geholt werden. Man muss immer bei seinen Brüdern bleiben, also bei seinem Team. Dafür müssen wir alle sorgen, das keiner aus der Reihe tanzt. Und wenn einer erkunden geht, dann muss er verbunden bleiben über Com. Er kann nicht einfach weggehen. Das müssen wir allen vorher nochmal sagen. Ich hab Dich auch lieb Yoyo und ich vertraue Dir", sagte Alfie und kuschelte sich an ihn an.

Felix
»Aber das hier ist nicht mein zu Hause. Es ist das von dir und Mitch. Wo ich wohne, weiß ich nicht, vielleicht bei Bolek? Ich fühle mich auch in seinen Armen geborgen. Es hört sich gut an, was du von Fabien erzählst. Du sprichst nur gut von ihm. Ich hätte auch gern einen Fabien, der sich um mich kümmert.« Felix blinzelte verschlafen, als der Film mit Landschaftsaufnahmen und entspannender Musik begann. »So sieht die Welt bei Sonne aus«, flüsterte er.

Younes Morland
»Das ist ein guter Einwand. Wen wir mit Riv den Einsatz besprechen, kannst du das ruhig noch einmal allen sagen. Ich vertraue dir auch und das wir das tun können, ist das wichtigste in einem Team. Mit dem Vertrauen steht und fällt es.« Er rollte sich von Alfie herunter und nahm ihn für den zweiten Mittagsschlaf in die Arme, während Bolek noch immer putzte und Mitch sich versteckte, so dass er ihm nicht das Zwicken in den Hintern ausrichten konnte. Yoyo grinste bei dem Gedanken und schloss die Augen.

Maximilien:
Max schaute den Film mit und nickte. "Ja meine Frau Min, Fabien oder jetzt Mitch, waren immer gut zu mir. Damals hatte ich drei Frauen und einen Mann. Mit zwei davon waren war ich befreundet, weil wir uns darum wirklich bemühten. Zum Glück, es hat sich gelohnt. Wenn man sich nicht so liebt, sollte man sich als Freunde mögen und das taten wir. Meine Frau Min habe ich über alles geliebt, Fabien habe ich als meinen Mann geliebt. So war damals mein Leben, heute ist Mitch mein Mann, für ihm muss ich mich ebenfalls bemühen. Ja Felix, so sieht die Welt bei Sonnenschein aus. Aber auch bei Nacht ist sie wunderschön. Beides hat wundervolles zu bieten. Tags siehst Du keine Sterne, die siehst Du nur nachts oder den Mond. Wobei man ihn auch an kalten Tagen Tags sieht. Oder Nordlichter, Sternschnuppen, all das siehst Du nur nachts. Tags siehst Du dafür Regenbögen, Morgen- und Abendrot. Dazu sagte man früher zu kleinen Kindern - Ainuwar backt Plätzchen. Es gibt kein Grund traurig zu sein. Weißt Du was? Die Besonderheiten des Tages, werde ich Dir über das Com festhalten. Mitch schickt mir auch immer sowas Schönes und ich schicke es Dir auch. Nun wenn Du nicht weißt wo Du wohnst, wohnst Du so lange hier. Auch darüber werde ich mit Cy reden. Lichtdurchflutete Wälder sind was schönes, aber auch bei Mondschein sind sie wundervoll", antwortete Max.

Felix
»Plätzchen backen ... schade, dass ich schon erwachsen war, als ich geboren wurde und nie ein Kind. Ich hätte auch gern einen Papa gehabt, der mir solche Geschichten erzählt. Aber ich freue mich auch, wenn du mir das, was du am Tag siehst, mit dem Com schickst. Ich schick dir dafür das aus der Nacht.« Er kuschelte sich bei Maximilien ein, damit der nicht weggehen konnte und schaute dem Film zu, bis er einschlief.

Maximilien:
"Ich werde Dir die Geschichten erzählen. Schau Dir den Film an und dann schlaf schön. Schlaf heilt Deine Wunden Felix", sagte Max liebevoll und nahm ihn fest in die Arme.

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Bolek Bovier
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Gemütlicher Nachmittag

#3

Beitrag von Bolek Bovier » Mo 8. Apr 2019, 01:22

Mitch
Mitchell schaute sich in dem Gemach um. Die größte Unordnung war beseitigt, Felix war versorgt - er schaute gemeinsam mit Max Holo, Alfi und Yoyo waren eingeschlafen und Bolle war noch da. Was gab es besseres? Nicht mal Max hatte gemeckert. Mitch setzte sich wieder neben seinen Kumpel, stellte eine große Schale Chips zwischen sie und machte es sich gemütlich. »Was für ein Tag. Wir ziehen vielleicht um Bolle«, sagte er und gönnte sich eine Hand voll Chips.

Bolek Bovier
Bolek war gerade duschen gewesen, was auch bitter nötig gewesen war, nachdem sie ihre Verbundenheit als Team besiegelt hatten. Er trug ein Badehandtuch um die Hüfte und ließ Oberkörper und Haar an der Luft trocknen. Auch war er frisch rasiert und hatte seinen Backenbart getrimmt. »Wohin wollt ihr denn ziehen? Hoffentlich nicht so weit weg.« Er runzelte besorgt die Stirn.

Mitch
»Gar nicht weit weg, im Gegenteil. Pierre und Oliver gönnen sich ein großes gemeinsames Gemach und so wie ich mitbekomme habe, möchte Pierre das Max also wir beide mit dort einziehen. Das hat doch was oder? Die Bude wird riesig, dass heißt Du und die anderen hätten dort auch genug Platz. Zumindest in unserem Schlafzimmer können wir es uns gemütlich machen. Gibt zwei Wohnzimmer, sogar mehrere Kaminecken. Für Max schön, er mag es warm und behaglich, Pierre und Oli scheinbar auch. Aber Du weißt ja wofür so ein Kamin noch gut ist, davor kann man gut bei wem landen. Gemütlich machen und mehr. Wo wohnt Ihr jetzt genau? Bei Cy selbst?«, fragte Mitch.

Bolek Bovier
»Ja, bei Cy. Aber wir sind noch nie dort gewesen, weil er ständig auf Achse ist. Ich habe daher keine Ahnung, wie es dort aussieht, ob wir alle Platz haben und ob es gemütlich ist. Euer Gemach wird wieder hier im Palast sein, entnehme ich deinen Worten. Mit Oli zusammen, na, das kann ja heiter werden. Wie kommt es denn, dass ihr zu den beiden zieht?« Er rutschte etwas näher, so dass sie gemütlich mit dem Kopf kuscheln konnten beim Reden.

Mitch
Mitch rutschte ganz nah auf und legte einen Arm um Bolles Schulter. »Das war Pierres Idee. Ich glaube er hat Max gerne in seiner Nähe, eine Mischung aus kleiner-großer Bruder und was weiß ich. Sie verstehen sich meistens auch. Oli ist so ein Fall für sich, aber ich denke privat ist er anders. Jedenfalls nicht ganz so streng. Du hast also eine Wohnung und weißt nicht wie sie aussieht, dass muss Dir mal einer nachmachen. Bedien Dich die Chips sind für uns beide«, grinste Mitch.

Bolek
»Ich hab gerade Zähne geputzt«, winkte Bolek ab und bettete seinen Kopf in Mitchs Armbeuge. Yoyo wurde von dem Gewackel auf dem Sofa munter, schaute sich um und zog Alfie ein Stück näher zu Mitchell und Bolek herüber, so dass sie wieder eine Reihe bildeten, in der sich alle berührten. Er kuschelte sich gemütlich zwischen Boleks Rücken und Alfies Flanke, legte ein Bein über jeden und schloss wieder die Augen. Bolek streichelte seinen bleichen Glatzkopf, wo er nun ganz kurze, nachgewachsene Stoppeln fühlte wie Samt. »Oli ist in Ordnung, denke ich, er muss sich nur erst an die Anwesenheit von Tuteurs gewöhnen. Bedenke, wie klein und zart er ist im Gegensatz zu uns. Noch was. Ich weiß nicht, ob du es mitgekriegt hast, aber Yoyo hat Rivkin mit ins Boot geholt. Was hältst du davon?«

Mitch
»Meine Meinung zu Rivkin? Endlich Grund zur Panik! Das werdet Ihr auch noch merken. Vas muss den Kollegen ausbremsen, bevor der uns alle ausbremst oder den Taudis in die Luft jagt. Er ist ein fähiger Kerl, er hat so einiges gerissen, aber er hat auch nicht mehr alle Latten am Zaun. Riv ist ein Adrenalin-Junkie. Tod und Verdammnis mehr als jeder normale Tuteur den ich bis dato kennenlernte. Gegen den ist sogar Kabir zahm und das meine ich ernst. Rivkin fackelt nicht lange, er fackelt alles ab und er überlegt sich meist Endlösungen für Situationen wo es nicht mal einen Schusswechsel braucht. Also in der schlimmsten Not, kannst Du Dir keinen besseren Partner an der Seite wünschen. Aber in einem friedlichen Szenario wird das mit Riv nicht lange so bleiben. Das verspreche ich Dir. Der Kerl ist immer für eine Überraschung gut. Wobei zwischen damals und heute auch einige Jahre liegen Bolle, vielleicht ist er ruhiger geworden, drauf verlassen würde ich mich allerdings nicht. Vas ist unser Leader und das ist auch besser so, er ist besonnen. Das mag manchmal nerven, aber bei ihm gehen die eigenen Leute vor. Nicht das sie Riv egal wären, aber Risiko gehörte für ihn dazu. Das was Du über Oli sagst, stimmt. Für ihn sind wir riesige Fleischberge und er ist klein und blass. Aber wir sind zu seinem Schutz da. Ich denke er wird sich schon an uns gewöhnen, zumindest wenn er mich die ganze Zeit ertragen muss«, grinste Mitch.

Younes Morland
Als Yoyo hörte, dass es um Rivkin ging, wurde er munter, erhob sich und stieg zu Mitchell hinüber, wo er sich an dessen andere Seite plauzen ließ. Das Sofa erbebte und die Chips hüpften aus der Schüssel. Er schob eine Hand über Mitchells Bauch und kuschelte sich bei ihm ein. »Das hab ich auch gehört. Erstklassiger Mann. Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen, so ist das. Und wie ist er privat so?«

Mitch
»Was genau möchtest Du wissen? Die harten Fakten? Er ist geil im Bett, ansonsten ein Arschloch. Nein das ist böse. Er ist schräg, Du wirst ihn ja kennenlernen. Er hat zu allem irgendwie eine extreme Meinung. Und die setzt er auch um, oder er versucht es. Na ich denke Ihr beiden werdet Euch gut verstehen und zur Begrüßung haben wir sicher was zu gucken. Die Beschwörung der Anakonda«, lachte Mitch und knuffte Yo.

Younes Morland
»Ja klar wollte ich die harten Fakten wissen. Man erzählt sich ja so einiges. Ich finde ihn rattenscharf. Aber mir geht es nicht darum. Also, nicht nur darum«, korrigierte er sich. »Aber er wird ja auch ein Leben außerhalb vom Dienst haben. Was treibt er dann so, worauf fährt er ab?«

Mitch
»Achso meinst Du das. Er steht auf Sport, Waffen, Sex und hält am liebsten seinen Harmen also sein Team zusammen. Gutes an ihm ist, er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er redet nichts schön, er sagt Dir ehrlich was er meint auch wenn es manchmal weh tut. Aber das meint er im Team nicht böse, sondern um Dich in die richtige Richtung zu lenken. Ob sie wirklich die richtige ist, sei mal dahin gestellt. Wenn er Dir was verspricht, ist das in Stein gemeißelt. Du kannst Dich auf ihn verlassen. Hast Du bei ihm verschissen, dann wird es schwer das gerade zu biegen. Aber so schnell kannst Du bei ihm nicht verscheissen. Dazu müsstest Du schon bewusst einen Kameraden in Gefahr gebracht haben, also wissentlich. Jetzt nicht im Dienst, da sind wir alle in Gefahr. Er gammelte auch mal gerne hab und liebt starkes Bier und dicke Steaks. Er isst am liebstens in der Gruppe, aber das geht uns allen so. Was er mampft ertränkt er meist in Soße, das Zeug liebt er. Falls Du etwas mit ihm austesten willst, ob Sport, Sex oder was auch immer, er ist dabei. Mit Rivkin kannst Du jeden Mist bauen, für ihn ist das ein Spaß. Was andere vielleicht nicht so witzig finden. Er ist ein Frühaufsteher im Dienst und schläft sich richtig aus, wenn er einen Dienst hat. Da liegt er wie Blei im Bett. Bezogen auf das Bett, ja er ist echt ein Tier im Bett, er will es oft und heftig und ist er drauf, bekommst Du ihn kaum runter. Er steht auf wild, rabiat und auch kurz zwischendurch. Also auch an seltsamen Orten oder in seltsamen Situationen. Da wird er besonders geil. Warum, weil er sich da am lebendigsten fühlt, das war seine Erklärung. Frag was Dich noch interessiert«, antwortete Mitch und mampfte noch ein paar Chips.

Younes Morland
»Das kann ich nachvollziehen, mir geht es genau so! In keiner anderen Situation fühle ich mich meinem Team so nahe, wie wenn mein Leben von ihnen abhängt und ihres von mir. Ein hochgefährlicher Einsatz sich fühlt für mich jedes Mal an wie eine Hochzeit. Ich will mich bei Rivkin einkratzen, also Steak mit sehr viel Soße, dazu Bier zum Nachspülen, eine dicke Wumme zum Fachsimpeln und Sport. Was für Sport?«

Mitch
»Kampfsport oder Ringen. Ja das verstehe ich, aber ich fühle mich ihnen dann nah und er wird geil. Das heißt, Gefahr überstanden und er würde hoffen Du spielst mit. Das kannst Du, wenn Du Lust hast. Aber wenn Du keine hast, fühlt sich die ganze Situation total verrückt an. Beispiel über uns raste eine Feuerwalze hinweg, die ich leider ausgelöst hatte, dank Rivkins Befehl. Und genau in dem Moment wird er rattig. Selbst wenn wir gewollt hätten, es wäre gar nicht möglich gewesen Sex zu haben. Ihm wäre die Nudel verbrannt und mir der Hintern. Wenn Du Dich bei ihm einkratzen willst, sag ihm dass Du ihn magst oder verehrst. Darauf wird er eingehen. Und Steak mit Soße das ist ja fast eine Liebeserklärung. Dazu noch Röstzwiebeln und seine Welt ist perfekt. Fordere ihn heraus, die Kräfte zu messen, daran hat er Spaß. Und er zockt gerne, zock mit ihm Karten oder Steine also Domino. Das haben wir oft zum Zeitvertreib gemacht. Um die nächste Ration Bier oder Riegel. Im Gegensatz zu uns steht er weder auf Kokos noch auf Erdbeer, er isst sie am liebsten mit Käsegeschmack«, erklärte Mitch.

Younes Morland
»Das ist viel, das muss ich mir aufschreiben. Warte.« Yoyo grabschte sein Handcom, das auf dem nun aufgeräumten Tisch lag und machte rasch ein Foto vom schlafenden Alfie. »Süß der Kleine!« Er kuschelte sich wieder bei Mitchell ein und wischte mit dem Daumen durch das Menü. »Hier!« Er zeigte Mitchell die beiden Bilder, die er von Rivkin erhalten hatte, das von seinem Kopf und das von seinem Schwanz, ehe er sich daran machte, seine Notizen einzugeben. »Steak mit viel Soße und Röstzwiebeln, Riegel mit Käsegeschmack, Ringen, Domino, Karten, Wummen. Oh Mann, du musst eine sehr glückliche Zeit gehabt haben bei ihm im Team. Wie lange habt ihr zusammengearbeitet? Vermisst du ihn denn gar nicht?«

Mitch
»Die Zeit kam mir jedenfalls sehr lang vor, dass kannst Du mir glauben. Riv als Gockel ist schon gemütlich, das gebe ich zu. Aber er kann auch anstrengend sein. Du bist in seinem Team, das heißt nicht Du bist ein Kollege. Das heißt für ihn Du gehörst zu ihm, Du bist sein Kerl. So verhält er sich auch und so solltest Du Dich verhalten. Wir haben knapp 3 Jahre zusammengearbeitet. Wen ich wirklich vermisse, das ist nicht Riv, es ist Daisy«, antwortete Mitch ehrlich.

Younes Morland
»Wer ist Daisy? Ich vermisse jeden, der mal in meinem Team war und einige besonders. Am meisten den kleinen Ethan. Er war wie Alfie, nicht mehr ganz so frisch, hatte die Grundausbildung schon hinter sich und einige Zusatzmodule absolviert. Aber noch unbekümmert, fröhlich, er war unser Sonnenschein.« Yoyo wischte sich über die Augen. »`tschuldigung. Ist noch frisch. Was geschieht, wenn einer nicht Rivkins Kerl sein will? Oder wenn zwei ohne ihn Spaß haben wollen, weil die zum Beispiel ein Pärchen sind?«
Mitch
»Na nicht doch«, sagte Mitch und drückte Yoyo fest an sich. »Lass es raus, runterschlucken bringt nichts. Er war scheinbar ein guter und lieber Kerl, dann stehen ihm die Tränen doch zu. Nichts wofür man sich schämen müsste. Sie sind für einen gefallenen Bruder«, sagt Mitch und knuddelte Yoyo. »Dann wärst Du aus dem Team geflogen, weil er seinen Kerlen trauen möchte und das gehört dazu. Untereinander durftest Du tun und lassen was Du möchtest. Daisy war eine Chimäre, ein Mischwesen zwischen Hund, Mensch und was weiß ich noch alles, aber sie sah aus wie ein humanoider Hund und so wurde sie auch gewertet. Sie war lieb, klug, einfühlsam und witzig. Aber sie sprach nicht, sie sprach wie Hunde es tun, mit Lauten und mit ihrem Körper. Sie war meine Beste«, antwortete Mitch und legte seinen Kopf auf den von Yo ab.

Younes Morland
»Nah, ich ab schon genug geheult. Gerade Ethan würde nicht wollen, dass ich flenne, sondern glücklich an ihn zurückdenke.« Dennoch kuschelte er sich noch etwas fester an Mitchell an. »Heißt also, wenn Rivkin bei uns im Team ist, rutscht er über jeden drüber? Nur über die Tuteurs oder auch ... meine Güte, er wird doch nicht über Oli drüberrutschen wollen. Warte.« Er zückte sein Handcom und tippte eine Nachricht. ›Hey, Riv, ich denk grad an dich. LG Yoyo.‹ Er ließ Mitchell mitlesen, das tat er immer. Jeder durfte teilhaben an seinen persönlichen Gedanken, ob der andere nun wollte oder nicht. »Wie war Daisy und was hat sie gemacht? War sie so was wie ein besonders kluger Diensthund?«

Mitch
»Er ist nicht der Boss, das ist Vas. Also kann er auch niemanden als seinen Kerl einfach in Beschlag nehmen. Nein das betrifft nur Tuteurs, ich habe nie einen Souvagner gesehen, den Riv auf die Art mochte. Und andere Menschen mag er schon mal gar nicht. Also das er uns wegen einem Naridier verlässt wird nicht geschehen. Oli muss keine Angst vor ihm haben, er hat kein Interesse, keine Sorge. Nun das ehrt Ethan, aber Du lebst, er ist tot und Dich schmerzt es. Heule wenn Du heulen musst. Sobald die Zeit vorbei ist, ist dann auch Platz für die schönen Erinnerungen mit Ethan oder sogar die witzigen. Irgendwann denkst Du dann so an ihn zurück, aber ein Hauch Schmerz, also Wehmut bleibt immer Yo. Das ist so. Richtig Daisy war ein Diensthund mit sehr viel Grips, vielleicht soviel Grips wie ein Kind oder sogar mehr? Sie war sehr klug. Sie hat aufgepasst, sie hat Feinde gerochen, sie hat uns frühgewarnt sozusagen. Ihre Nase hat das mitbekommen, was selbst der High-Tech an Warnung verborgen blieb. Und wo ein Medscan Dir nur sagt, ob einer eventuell lügt, weil sein Puls beschleunigt ist, wusste Daisy ob er wirklich lügt oder nur aufgeregt ist. Sie hat auch niedere Arbeiten gemacht, Dinge geholt, weggeschleppt, aufgeräumt, all sowas. Sie hat eben Handreichungen gemacht und geholfen«.

Younes Morland
»Hm, ob Rivkin das so trennen kann? Also erst Boss und nun auf einmal muss er sich fügen? Das fällt nicht allen leicht, die mal eine Truppe geleitet haben. Und er scheint seinen Job ja aus ganzem Herzen geliebt zu haben. Was ist mit Daisy geschehen, dass du sie nicht behalten konntest?«

Mitch
»Sie wurde abgezogen, als das Team aufgelöst wurde. ich weiß leider nicht wohin sie gegangen ist. Also wohin man sie danach gesteckt hat. Nun Riv sollte sich daran gewöhnt haben, immerhin arbeitet er ja jetzt schon einige Zeit so Yoyo. Und Vas wird sich sicher nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Das kann er nicht und das darf er nicht, er muss seinen Platz als Leader behaupten. Notfalls indem er Rivkin einnordet, aber ich hoffe das ist nicht nötig. Nur im Team sind wir stark, das hat Riv nicht zu gefährden. Mal hier und dort ein Einwurf ist etwas anderes, als wenn einer die Leitung an sich reißen will. Und überleg wer uns begleitet, Oli, Max und Pierre. Das würde übel für Riv enden, wenn er die Mission oder einen von uns gefährdet. Ich denke da kennt der Duc keinen Spaß und würde zur Not einschreiten«, sagte Mitch ernst und kraulte Yo.

Younes Morland
»Ach, das wird schon klappen, oder machst du dir Sorgen? Er antwortet nicht.« Yoyo starrte nervös auf sein Handcom. »Warte.« Er verschwand kurz in der Küche, dann kehrte er wieder und legte sich so hin, dass Mitchell ihn weiterkraulen konnte. Dabei zeigte er ihm die neueste Nachricht, die er für Rivkin verfasst hatte: Das Foto eines gigantischen eingeschweißten Steaks. Er drückte auf Senden.

Rivkinn Korvann
`Yo ich antworte Dir, aber ich bin gerade dabei meine sieben Sachen zu packen. Das Steak sieht köstlich aus und macht Hunger. Aber hier muss ich mich leider noch mit Energiepulver und Proteinriegel zufrieden geben. Wie geht es Dir? Alles gut oder wieso träumst Du von Steaks Herzchen?´

Younes Morland
»Stimmt, vielleicht muss er gerade arbeiten ... kann ja nicht jeder so faul wie wir auf dem Sofa rumlümmeln. Aber wenn er heute Abend nicht geantwortet hat, terrorisier ich ihn mit Hosenschlangenbildern. Oh!«, rief Yoyo erfreut, als sein Handcom sich meldete und eine neue Nachricht von Rivkin anzeigte. »Es ist Riv«, erklärte er überflüssigerweise und grinste dabei wie ein Teenager, der seinen Schwarm anhimmelt, was er genau genommen noch war, wenn man die Zahl seiner Lebensjahre betrachtete, unabhängig davon, wie lange man ihn im Tank hatte vorreifen lassen. Es gab Dinge, die ersetzte kein Reifeenzym und kein hormoneller Wachstumsbeschleuniger. Er antwortete: ›Jetzt geht es mir wieder gut! Das Steak ist deine Begrüßungsmahlzeit. 1400 g. Ich freu mich auf dich.‹

Rivkinn Korvann
`Ich freue mich auch auf Dich, das Steak gönnen wir uns gemeinsam. Sieh zu das Du Knoffisoße auftreibst oder Senfsoße. Du wirst sehen es lohnt sich, so und so. Ist ja nicht mehr lange, dann seid Ihr hier. Pass auf Dich auf und Deine Truppe. Das mir keine Klagen kommen´, übermittelte Riv, während Mitch Yo einen Kuss aufdrückte.

Younes Morland
›Natürlich pass ich auf alle hier auf, über mich hat noch nie irgendwer geklagt. Dazu gab es noch nie einen Grund, ich bin absolut vorbildlich.‹ Bolek, der auch mit las, zog die Brauen hoch, doch Yoyo tippte unbeirrt weiter. ›Ich kauf die Soße, eine Literflasche am besten gleich. Oder mehrere, da haben wir die Auswahl. Jetzt stör ich dich nicht weiter beim Packen. Ich chill noch eine Runde. Bis bald. Hdl Yoyo.‹ Yoyo sendete die Nachricht und küsste das Display, ehe er das Handcom weglegte und sich auf die Seite rollte, um Mitchells Bauch zu umarmen. Er drehte den Kopf und gab ihm ebenfalls einen Schmatz. Er sah nun wieder rundum glücklich aus und grinste selig vor sich hin.

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Wundgetippter Daumen

#4

Beitrag von Bolek Bovier » Di 9. Apr 2019, 00:14

Younes Morland
Als die Tuteus von ihrem Mittagsschläfchen erwachten, stellten sie fest, dass einer nicht geschlafen hatte. Yoyo lag putzmunter in Mitchells Arm eingekuschelt und tippte eine Nachricht nach der anderen. Dabei grinste er vor sich hin und schob die Zungenspitze zwischen den Zähnen hervor. »Irgendwer müsste sich um das Abendbrot kümmern«, stellte er fest, als seine Kameraden sich zu regen begannen, ohne aufzusehen. Inzwischen wurde es langsam dunkel draußen und sein Gesicht wurde vom orangefarbenen Licht seines Displays angestrahlt.

Mitch
Mitch musterte Yoyo und fragte sich wie lange er schon getippt hatte. Aber so wie es aussah, hatte er überhaupt nicht damit aufgehört. Sicherheitshalber wollte er aber doch lieber nachfragen. »Sag mal wie lange tippst Du schon? Oder noch? Irgendwann fällt Dir der Daumen ab. Ich kümmere mich gleich um das Abendbrot, Max und Felix werden auch Hunger haben. Frage, falls ich mir einen Welpen anschaffe und das nicht gerade auf Gegenliebe stößt, würdet Ihr ihn für mich verstecken?«, fragte Mitch hoffnungsvoll. »Du musst Yo, Du hast mich vorhin auf den Gedanken gebracht«, grinste Mitch.

Younes Morland
»Ich tippe, seit ihr eingeschlafen seid und sich niemand mehr mit mir unterhält. Enni, also Enzo, hat mir ein Foto von sich geschickt, schau!« Er hielt Mitchell das Handcom vor das Gesicht.

Enzo

»Ich glaube, es geht ihm langsam wieder besser. Ich hab ihm gesagt, er soll vorbeikommen. Was deinen Welpen betrifft ... wenn wir Rivkin abholen, ließe sich da vielleicht was machen.«

Mitch
Mitch starrte auf das Bild und schaute wieder weg. »Warum zeigst Du mir so ein Bild? Soll ich geil werden? Gut solange Bolle noch da ist, ist das kein Problem. Ich kann ja schlecht ins Schlafzimmer stiefeln, Max wecken, einen wegstecken und wieder gehen. Was soll sich Felix denken? So machen wir das, dass klingt nach einem Plan. Wobei sollten wir zu Riv? Nicht er zu uns?«, grübelte Mitch.

Younes Morland
»Ich wollt dich nur in unsere Konversation einbeziehen«, erklärte Yoyo unschuldig. »Enni hat nicht gesagt, dass ich es nicht rumzeigen darf. Bolle, schau.« Er hielt auch Bolek das Display so dicht unter die Nase, dass der schielen musste, um etwas zu erkennen. »Wenn Rivkin herkommen soll, findet er es vielleicht nicht oder erfindet irgendwelche Ausreden, weshalb es noch dauert. Drum dachte ich, wir holen ihn ab. Du kannst mich begleiten, er springt rein und wir fliegen wieder hierher. Niemand wird merken, dass wir überhaupt weg waren und Enzo ist dann sicher auch schon da. Aber was willst du mit einem Welpen? Willst du ihn mit in den Taudis nehmen?«

Mitch
»Was will ich mit einem Welpen? Was will ich mit einem Welpen! Was ist das für eine Frage, was will man mit einem Hund?!? Na ausbilden, erziehen, Spaß mit ihm haben, das möchte ich mit einem Welpen. Ehrlich hattest Du nie einen Hund? Oder mal von einem Hund gehört? Ein uralter Spruch sagt, der Hund wäre der beste Freund des Menschen. Also der Spruch stammt aus der Zeit, als unsere Vorfahren Menschen waren. Also erst Affen, dann Menschen oder umgekehrt, egal. Jedenfalls waren da schon die Hunde die beste Freunde von uns. Wieso jetzt nicht? Außerdem sind sie niedlich, benötigen wenig Platz, sind klug und nützlich und können sehr fest zubeißen. Was in bedrohlichen Lagen einem das Leben retten kann. Wobei Daisy mal einem Kerl in die Eier getreten hat. Das half auch«, lachte Mitch.

Younes Morland
»Hm, wenn du meinst! Das hört sich nach zusätzlicher Arbeit an. Na ja, Bolle hält sich einen Babyvampir, du eben einen Babyhund. Ihr habt es irgendwie alle mit euren Babys. Was ist jetzt, kommst du mit, oder muss ich Rivkin echt allein abholen?«

Mitch
»Das ist doch kein Baby, das ist ein Hund! Ein Welpe Yoyo, das ist was anderes. Der ist niedlich und putzig und wird Dir Freude machen. Also mir und Felix ist auch kein Baby, also nicht wirklich. Alfie, der ist ein Baby. Wir holen Riv gemeinsam ab, ehe Du noch den falschen Kerl mitschleppst. Ob ich Max wegen dem Hund fragen soll?«, fragte Mitch und stand auf, so das Bolle und Yoyo von der Couch purzelten.

Bolek Bovier
»Dann halten Alfie und ich hier die Stellung, damit Enzo jemand die Tür aufmacht«, meinte Bolek, während er sich wieder aufrappelte. Er griff sich eine Handvoll Proteinriegel und kuschelte sich mit dem Hintern an Alfie an. »Ich würde Max fragen. Warum Heimlichtuerei?«

Younes Morland
»Wenn du fragst, kann er es verbieten«, gab Yoyo zu bedenken und zog sich die Jacke über und die Schuhe. »Bin soweit!«

Mitch
Mitch schaute Yo erstaunt an, hakte ihn ein und zog ihn mit ins Schlafzimmer. »Ich frage sicherheitshalber«, flüstere Mitch und rüttelte Max wach, der neben Felix geschlummert hatte. Der kleine Vampir schaute immer noch Holo, Max schien immer von der Flimmerkiste einzuschlafen. »Max hättest Du was dagegen, wenn wir uns einen Hund anschaffen?«, bat Mitch und küsste ihn. Sicher war sicher, etwas Überzeugung konnte ja nicht schaden.

Max
Max rieb sich die Augen, strich Felix über die Wange und musterte Mitch müde. »Einen Hund? Von mir aus, ich habe nichts dagegen. Ich hatte früher sogar zwei Hunde. So ähnlich wie Wolfshunde, groß, struppig, Mannshoch wenn sie auf den Hinterpfoten standen und schnell wie der Wind. Kauf Dir ruhig einen, oder wo immer man heute Hunde herbekommt«, sagte Max freundlich und mummelte sich wieder bei Felix ein. Eine Minute später war er wieder eingeschlafen.

Mitch
Mitch grinste breit und zerrte Yoyo sofort hinter sich her. »Du hast es gehört und bist mein Zeuge. Er hat mir den Hund erlaubt, Prince Maximilien Rivenet de Souvagne hat seinem Tuteur eindeutig einen Hund erlaubt. Los wir holen Rivkin ab. Wir nehmen am besten die Wrix, kannst Du so ein Schiff fliegen? Sonst fliege ich«, bot Mitch an und nahm die Card vom Tresen, die den Zugang zum Schiff gewährte. »Keine Panik, ich darf das«, sagte er freundlich und gab den Weg vor.

Younes Morland
»Also das ging einfach«, fand Yoyo erstaunt. Er zuckte die kräftigen Schultern. »Dieses Beziehungszeug scheint sehr viel einfacher zu funktionieren, als die Humanoids immer behaupten. Oder es liegt einfach daran, dass du ein Tuteur bist.« Er ließ es sich nicht nehmen, schon wieder mit seinem Handcom rumzuspielen. Er tippte Rivkin eine Nachricht ein, in der zweideutig stand: ›Ich komme gleich.‹ Er kicherte und steckte es in seine Tasche. »Nee, ich kann nicht fliegen, am Steuer darf man nicht tippen. Dafür hab ich schon mal Ärger gekriegt.«

Mitch
Mitch schaute Yoyo aus dem Augenwinkel an und musste dann blöde grinsen. »Nun ich behandele meinen Kerl ziemlich gut, ich denke daran liegt es. Ob Du ein Tuteur bist, spielt da vielleicht mit hinein, wir sind anhänglich und Max ist es auch. Vielleicht aus Zwang, da die Welt für ihn völlig fremd ist, aber er mag es nah und er mag es freundlich. Wir verstehen uns ziemlich gut, wenn er nicht mit dem Kopf in den Wolken ist. Rest klärt sich im Urlaub, da wette ich drum. Ich möchte ihn schließlich behalten und ich hoffe, dass er im Urlaub ein bisschen Spaß mitmacht, also was lockerer ist. Bolle und ich könnten ihn auf andere Gedanken bringen. Du darfst nicht am Com spielen und fliegen, also auch sonst nicht woran, Du musst Dich auf den Flug konzentrieren. Du bist echt eine Marke Yo, Du möchtest doch auch sicher ankommen oder nicht? Hast Du gewusst, dass es schon damals Mannshohe Hunde gegeben hat? Ich habe das nicht gewusst, vor über 800 Jahren hat es sowas schon gegegeben. Woher sie wohl das Wissen hatten? Yo soll ich Dir was sagen? Ich glaube Du bist verknallt«, lachte Mitch gut gelaunt und führte seinen Kumpel hinaus auf den Hof wo die Schiffe der Krone geparkt waren. Mitch deutete auf ein kleineres, gedrungeneres Schiff, da eine Adlernase hatte. »Das ist die Wrix«, sagte er, öffnete das Schiff und zog Yoyo mit sich hinein. Nicht das er noch auf der Rampe stehen blieb um weiterzutippen.
Wirx: https://s1.imagebanana.com/file/190407/xxotAsQ1.jpg

Younes Morland
»Verknallt? Ein bisschen vielleicht.« Er grinste mit geröteten Wangen und hielt Mitchell erneut das Handcom unter die Nase. Er sah nun das normale Display mit den Menüs, wo Rivkin als Hintergrundbild eingestellt war. Zudem war das Display voller Abdrücke seiner Lippen, die vom Daumen kreuz und quer verschmiert worden waren. »Ups.« Er rieb sein Com an der Jacke sauber. Das gab ihm Gelegenheit, die Wrix kurz zu bewundern, ehe er von Mitchell hineingezerrt wurde. Er fläzte sich auf den Beifahrersitz, schnallte sich an und tippte erneut. »Hm, bist du auch verknallt in deinen Max?«, wollte er wissen, während er auf sein Display starrte, als sein Finger emsig darüberhuschte.

Mitch
Mitch setzte sich auf den Pilotensitz, verschloss das Schiff und fuhr die Triebwerke langsam hoch. Er schaute kurz zu Yoyo rüber und nickte knapp. »Ja ich liebe den kleinen Max, wenn er nicht da ist, vermisse ich ihn. Vor allem, wenn er mich alleine zurück lässt. Aber Bolle ist auch nicht zu verachten, ichb in gerne mit ihm zusammen. Ich bete zu Ainuwar, dass sich Max und Cy nie verkrachen, nicht dass sie uns auseinander reißen. Das fände ich am Schlimmsten, was sollten wir dann tun? Außer vermitteln, damit sich die Sturköpfe bloß wieder vertragen. Aber Max ist eigentlich ganz geschmeidigt. Er sagte Cy erinnerte ihn an sein Sohn Ciel, der wäre auch so gewesn. Wie genau, dass hat er mir nicht gesagt, sondern nur gelacht und mich geboxt. Keine Ahung was das hieß, vermutlich das er nicht mehr sagen wird oder so. Manchmal verstehe ich ihn nicht, stört aber nicht weiter. Dafür verstehen wir uns morgens und abends ziemlich wortlos. Ich hoffe Bolle macht Abendbrot, das habe ich jetzt völlig vergessen. Sonst müssen Max und Felix hungern«, sagte Mitch und hob mit der Wrix ab. Sie verharrte einen Moment über den Palast, dann schoss das Schiff Richtung Obenza mit Höchstgeschwindigkeit davon.

Younes Morland
Yoyo hörte tatsächlich für einige Minuten auf, sein Handcom zu malträtieren. Er griff zu Mitchell herüber und tätschelte ihm die Schulter. »Wenn sie die Teams auseinander reißen, ist das immer schrecklich«, flüsterte er. »Ich glaube, sie wissen gar nicht, was sie uns damit antun. Sie selbst scheinen das ziemlich locker zu nehmen, wenn sie ihre Teams wechseln wie die Unterhosen. Bolle ist schwer in Ordnung. Er war immer der ruhende Pol der Stinker. Aber er ist manchmal schwer zu durchschauen. Warum schleppt er einen Vampir mit, obwohl er die Konsequenzen kennt, wenn man einen Fremdländer ohne Genehmigung ins Land schmuggelt, noch dazu, wenn man ein GMO ist? Das war doch klar, dass die ihm TDSS attestieren!«

Mitch
»Weil er genau das tat, wofür er geschaffen wurde, eine schutzbedürftige Person die nicht mehr selbst in der Lage ist sich zu beschützen, für sich zu sprechen oder zu handeln zu beschützen. Das ist seine Aufgabe, das ist unser aller Aufgabe. Aber statt einem Souvagner, war es eben ein Neugeborenes. Ein Vampir zudem, aber wenn man sich Felix anschaut, kann ich bis jetzt keinen Fehler in der Entscheidung von Bolle erkennen. Möglicherweise nicht heute oder morgen, vielleicht kommt das noch und seine Entscheidung rächt sich bitter. So geheuer war mir das auch nicht, das Max seelenruhig neben Felix schlief. Aber Er hat sich bis jetzt selten in Personen getäuscht und wenn jeder Felix Misstrauen entgegenbringt, wird das nachher eine selbsterfüllte Prophezeiung. Wir denken man kann ihm nicht trauen und zeigen ihm das. Und er denkt, sie trauen mir eh nicht, gleich was ich tue und beißt zu. Er hat ja noch gar kein Misstrauen verdient, dass muss man sich bei ihm immer vor Augen halten. Aber unsere Art ist nunmal misstrauisch, Max sieht manches viel lockerer, wo ich schon nervös werde. Dafür sieht er anderes wesentlich enger als wir. Ich denke Bolle hat einfach gesehen was Felix wirklich ist, ein Baby mehr nicht. Auch ein Goblinbaby wäre ein Baby, es kommt ja nicht als Drogenboss zu Welt. Und auch ein Rakshaner... nee die nicht. Was immer die sind, Untote irgendwas. Aber wer weiß woher das Material stammt? Vielleicht auch von GMOs die gezüchtet und getötet wurden um sie in diese Kybernetik aus Tech und Magie zu stopfen? Wer weiß das schon? Ich glaube kaum, dass sich dafür einer freiwillig meldet. Allerdings glaubt man das bei anderen Wächtern auch nicht und sie taten es doch. Aber um auf Bolle zurück zu kommen, er hat es gut gemeint. Er verspürte Mitleid, aber in einem Einsatz kann das tödlich sein. Was ist nun richtig oder falsch? Im Team der Grasschlangen hatten wir Kabir dabei, Du kennst den Sentir. Er gewährte niemals Gnade, gleich was er empfand. Und empfand er Mitleid, dann hat er die Person erst Recht erschossen. Wieso? Keine Ahnung, aber er bringt jedes Ziel zur Strecke. Und wenn Du die besten Gründe aufführst, die alle für Dich sprechen. Sein Befehl lautet Dich zu töten, er wird Dich finden, er wird Dir vielleicht zuhören, aber er wird Dich töten. Dafür kam er, das macht er. Das was Bolle getan hat erschreckte die anderen deshalb, weil er vom System abgewichen ist. Er hat es sich gewagt, eine eigene Entscheidung zu treffen. Gut, schlecht, verrückt? Wer weiß das schon. Aber wenn der Befehl besagt, halte Wache, gleich was kommt und Du siehst Deine Schutzperson ist dabei zu verrecken, sagst Du Dir dann, sein letzter Befahl war halte Wache oder eilst Du ihm zur Hilfe und widersetzt Dich dem direkten Befehl? Das sind Dinge über die man lieber nicht nachdenkt, weil sie unbequem und unheimlich werden, aber nachdenken sollte man schon einmal darüber. Warum auch nicht? Das ist noch kein Verbrechen. Ich würde jeden Befehl missachten, falls ich dadurch Max gefährde. Dann hat er eben was befohlen, na und? Mein Job ihn zu beschützen, notfalls sogar gegen ihn, gegen seinen Befehl, wenn es nicht anders geht. Da würde vermutlich keiner was sagen, aber zu Bolle? Hm er hat sich da verdammt weit hinaus aufs Eis gewagt, allerdings für das Leben von Felix. Und war es das wert? Für Felix auf alle Fälle. Für ihn selbst hätte das tödlich ausgehen können. Darüber hat er vielleicht gar nicht nachgedacht. Wegen den Teams, ich glaube sie sehen ihre Teams eh recht locker. Für uns sind unsere Teams Familien, für sie sind das Freunde. Das sollten wir Cy und Max einmal erklären, so könnten sie uns als ein Team zusammenlegen, falls sie uns erhören«, sagte Mitch.

Younes Morland
»Gute Idee! Wir sagen ihnen das ... vielleicht verstehen sie dann, warum es so weh tut. Wir empfinden das Selbe für unsere Teammitglieder, was sie für all jene empfinden, mit denen sie blutsverwandt sind. Wobei das bei uns ja auch zutrifft, wir wurden aus ähnlichem Material erschaffen, sonst wären wir uns nicht alle so ähnlich. Wir sind alle riesengroß, außer Bolle, und voller Muskeln. Wir wachen über unsere Schutzpersonen und sterben notfalls für sie. Und wir lieben unsere Kameraden. All das ist in uns verankert. Vielleicht haben wir alle den selben Urvater? Wer weiß das schon? Warte, einen Moment.« Er wählte einen Kontakt und hielt sein Com ans Ohr.
»Na?«, hörte Mitchell die Stimme von Enzo aus dem Lautsprecher.
»Mausmaus«, turtelte Yoyo. »Kannst du unterwegs was zu Essen kaufen? Wir brauchen literweise Soße, am besten Käsegeschmack und Knofi, dazu Röstzwiebeln und Starkbier.«
»Öhm ... na gut? Dann mach ich noch einen Abstecher.«
»Du bist der Beste, Enni, du hast was gut bei mir. Bis nachher!«
»Bis dann!«
Es folgten einige Schmatzgeräusche, als Yoyo und Enzo die Luft knutschten, ehe die Verbindung unterbrach.
»So«, verkündete Yoyo stolz. »Für das leibliche Wohl von Riv ist gesorgt! Wann sind wir da?«

Mitch
»Mausmaus? Das klingt knuffig. Ich denke zumindest, dass einige gemeinsame Vorväter waren. Vielleicht sogar nur einer wie Du schon richtig sagst. Cy und Max sind keine Unmenschen, sonst hätten sie nicht Bolle gerettet und Felix aufgenommen oder sich nicht Alfi ans Bein getackert. Ich hoffe sie verstehen dass. Wir sind gleich da, schau Du siehst schon die Türme von Obenza. Gib mir mal Dein Com, beziehungsweise spiel mir die Daten von Rivkin rüber. Dann kann ich ihn orten und wir holen ihn direkt vor Ort ab. Es sei denn er hockt im Taudis«, grinste Mitch.

Younes Morland
»Hoffentlich nicht«, ächzte Yoyo. »Dann würde er sich unsere Überraschung versauen, dass wir ihn abholen kommen. Enzo ist auch knuffig, hab dir ja das Bild gezeigt. Hat er heute früh extra für mich geschossen, ist das nicht lieb?« Er reichte Mitchell sein Handcom hinüber.

Mitch
Mitch überspielte die Daten auf das Schiffsnavi und reichte es Yoyo zurück. »Das ist nicht nur nett, das Bild war auch scharf. Das war doch nicht grundlos so, Mausmaus. Und wir haben Rivkin gefunden. Er ist nicht im Taudis, sondern auf Ebene drei, Freizeitdistrikt, so würde ich es mal nennen. Halte Dich fest, wir fliegen durch die Schluchten und parken gleich vor Ort«, sagte Mitch. Er lenkte die Wrix wie einen Raubvogel durch die Häuserschluchten, fast so als ob er jemanden abhängen müsste, dann stoppte das Schiff plötzlich mitten in der Luft und ging auf einer freien Fläche etwas abseits runter. Mitch deutete Yoyo an aufzustehen und ging gemeinsam mit seinem Kumpel nach draußen. »Dein Schwarm ist ganz in der Nähe«, sagte Mitch und gab die Führung. Das Schiff verschloss sich automatisch, als sie es verließen und Mitchell führte Yo zwei Straßen weiter, wo Rivkin an einem Nudelstand saß und sich den Bauch vollschlug. »Friss nicht soviel Scheiße! Zuhause gibts was Gutes!«, grüßte Mitch. Rivkin stand auf und drückte Mitch an sich, bevor er Yoyo musterte und ebenfalls an sich drückte.

Rivkin Korvann
»Womit habe ich denn die Überraschung verdient? Ich dachte Ihr rückt die Tage geschlossen an. Aber gegen einen so schnuckligen Abholservice habe ich nichts einzuwenden. Monsieur Anakonda und Herzchen, wollen wir direkt aufbrechen?«, fragte Riv und drückte Yoyo erneut an sich und zwar so, dass sich ihr Schritt berührte. Er kippte die Nudelsuppe in einem Zug herunter und stellte die Schale auf den Tisch. Er rülpste wie eine Kompanie Bauarbeiter, klopfte sich auf die Brust und lächelte freundlich. »Wir können!«

Younes Morland
Yoyo klopfte das Herz bis zum Hals. Er war extrem nervös. Obwohl er sonst nicht um Worte verlegen war, wusste er einen Moment nicht, was er sagen sollte, erst recht nicht bei der zweiten Umarmung. Natürlich hatte Mitchell recht mit seiner Vermutung, dass er bis über beide Ohren verknallt war. Aber es war etwas anderes, über das Handcom zu flirten, als dem Schwarm plötzlich leibhaftig gegenüber zu stehen. »Ich hab es nicht mehr ausgehalten mit dem ewigen Gewarte, drum hab ich Mitch gezwungen, loszufliegen«, gestand Yoyo mit glühenden Wangen.

Rivkin Korvann
»Da kann ich ja froh sein, dass Mitch sich erpressen ließ was? Dankeschön fürs Abholen Ihr zwei. So schön Obenza auch sein kann, genauso beschissen kann es hier auch zugehen. Alles unter der 5, also der 5ten Etage würde ich nicht mehr als angenehm werten. Alles über der 5 ist dementsprechend teuer und in der 1 kann man sich so leider nicht herumtreiben, wobei einen das schon mal interessieren würde. Jedenfalls bin ich froh für einige Tage oder Wochen Obenza zu entfliehen. Ihr solltet Euch den Ausflug aber wirklich noch einmal überlegen. Ich werde, wenn es erlaubt ist, mit Oliver und dem Duc Rücksprache halten und ihnen berichten, was wir im Vorhof des Taudis erlebt haben. Falls der Duc bei seiner Entscheidung bleibt, hoffe ich er überprüft die Ausrüstung und folgt meinem Bericht. Er erweist sich damit selbst einen Gefallen, letztendlich sind wir alle für ihn hier und wir waren auch für Souvagne da unten. Er sollte die Daten ziehen und den Input auswerten, bevor er sich selbst dort hinein wagt. So oder so, wenn es dort hinab geht, werden wir ein Auge auf ihn haben müssen. Und ich kann Euch nur warnen, gleich was Ihr dort trefft, es ist gefährlich. Auch wenn eine Wesenheit einmal freundlich sein sollte, sollte das nicht darüber hinwegtäuschen, das diese Kreatur hochgefährlich sein muss! Denn sonst meine Herzchen, hätte es dort unten nicht überlebt. Und jetzt lasst uns nach Hause fliegen. Eine heiße Dusche, ein gutes Bier und was zu Futtern mit einem hübschen Kerl im Arm, dass benötige ich jetzt. Und zwar in der Reihenfolge. Du hast doch Zeit oder Yo?«, lachte Riv.

Younes Morland
»Hab ich«, antwortete Yoyo mit einem breiten Grinsen. »Was der Duc da unten will, darüber scheiden sich die Geister. Er meint, er will irgendwas erforschen, aber sein Mann, der Prince Oli, hat da eine ganz andere Auffassung. Er schwört Stein und Bein, dass der Duc ein Schätzchen da unten hat und nur darum wieder hinunter will. Aber das glaub ich nicht so richtig, ich meine, würde er unser aller Leben dafür riskieren? Und seins und das von Oli, Max und Cyrano? So blöd ist er nun auch wieder nicht. Vielleicht hat Oli absichtlich die Info gestreut, damit wir den wahren Grund der Reise nicht erfahren. Irgendwas Geheimes! Das wird spannend! Oh, warte!« Er drückte Rivkin sein Handcom fast ins Gesicht, damit der sah, dass er als Bildschirmhintergrund herhalten musste.

Rivkin Korvann
»Das ehrt mich, ich als Hintergrund«, lachte er gut gelaunt. »Nun wenn dieser Schatz ein wahrer Meister mit dem Zauberstab ist, da ist schon so Manchem das Hirn in die Hose gerutscht, sogar das royale Hirn. Früher hat es sogar wegen Frauen Kriege gegeben. Die haben die Männer auf ganz andere Weise an der Nase herumgeführt. Also es kann wirklich stimmen, oder von seinem Mann ein schlechter Scherz sein, oder tatsächlich eine Taktik um etwas zu verschleiern. Aber beim Abgrund selbst, ich wüsste nicht, welches Wesen ich mir von da unten ins Loch stopfen würde, oder welchem ich eines wegstecken wollte. Die meisten Viecher sehen aus wie Lebensforme ndie nur aus Zähnen und Klauene bestehen und da mein Schwanz aus Fleisch und Blut ist und nicht aus Kruppeure Stahl, wird er da auch nicht hineingebohrt. Unser heutiger Duc ist einige Jährchen jünger als ich, ich kenne ich nicht persönlich, dass muss ich dazu sagen. Ich hoffe er ist geschmeidig«, grinste Rivkin und folgte Mitch, dabei henkelte er Yoyo unter.

Younes Morland
»Also direkt kennen tu ich den auch nicht«, erklärte Yoyo. Sein Handcom vibrierte andauernd, aber er ging jetzt nicht ran, er hatte gerade sehr wichtige Dinge zu erledigen. Er musste bei Rivkin eingehenkelt bleiben und dessen Bizeps antesten, indem er seinen eigenen anspannte und den des anderen Tuteurs damit befühlte. »So scheint Pierre ganz locker zu sein, nach Meinung von seinem Schatz wohl zu locker, aber gezofft haben sie sich bisher nicht. Zumindest nicht, während ich dabei war. Am besten, du erklärst ihm noch mal persönlich alles wegen dem Taudis. Aber erstmal solltest du in Ruhe ankommen und dich erholen«, erklärte Yoyo fürsorglich.

Rivkin Korvann
»Das habe ich auch vor, zudem könnte ich ihn auch via Interkom um eine Audienz bitten und ihm den gesammelten Input einfach rüberschieben. Dann kann er ihn sich in Ruhe ansehen und falls er möchte, kann er mich zu sich zitieren. Ich denke so ist es am einfachsten. Aber ganz wie er mag. Nun locker ist doch nicht schlecht, so hielten es die Ducs doch seit Jahrhunderten regieren, nicht herrschen. Oder so ähnlich, ich glaube wir hatten nie einen ausgeflippen Irren aus dem Thron, der seine eigenen Leute verheizte und sich darüber noch diebisch freute. So einen gab es aber mal vor langer langer Zeit und er hieß Federricke, nein Felippe. Also so ein seltsamer Fremdländername. Und wie ich hörte, war er sogar stets schlecht geschminkt. Keine Ahnung wo wir das mal herhatten, aber wir haben uns über Coms auch die Geschichte reingepfiffen und dieser Fre-Fe-irgendwas war ein ganz schön mordlüsterner Bursche was sein eignes Volk anging. Naja total egal, er ist vergammelt und wer kennt ihn heute noch? Außer ich und Mitch, weil uns langweilig war und wir die Schuhkataloge schon viermal durchgelesen hatten. Schöner Vogel«, sagte Riv, als sie vor der Wrix stehen blieben.

Younes Morland
»Schlecht geschminkt? Was heißt das? Ich schmink mich überhaupt nicht, da kann ich auch nichts falsch machen. Außerdem sehe ich doch auch so ganz schnucklig aus. Wir sitzen hinten, Mitch fliegt!«

Mitch
»Max kennt Felipe, Du wirst Max kennenlernen. Das hier ist sein Schiff, das Schiff von Prince Maximilien Rivenet de Souvagne, also benimm Dich, sonst muss ich hier sauber machen«, erklärte Mitch und schob beide ins Schiff. Es dauerte nicht lang, dann hatte er sich auf den Pilotensitz gepflanzt, die Wrix startklar gemacht und hob mit ihr Richtung Souvagne ab. Die beiden Turteltauben ließ er bewusst hinten, sollten sie sich ein lauschiges Plätzchen zum reden suchen. Die Wrix schoss erneut mit Höchstgeschwindigkeit davon - diesmal Richtung Heimat, Souvagne, einer heißen Dusche, einem dicken Steak und vermutlich einem ziemlich heißen Abend. Jedenfalls für Yoyo und Riv. Seiner wurde hoffentlich genauso versüßt, von Max, Bolle oder beiden träumte Mitch.

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Willkommensgrillfeier

#5

Beitrag von Younes Morland » Di 9. Apr 2019, 22:18

Younes Morland
Yoyo hatte selten einen Flug so genossen. Als ungeduldige Person war er nicht dafür geschaffen, lange stillzusitzen und auszuharren. Doch heute wurde das, was ihm sonst unerträgliche Langeweile bescherte, versüßt durch die Anwesenheit von Rivkin zu seiner Rechten, mit dem er gemeinsam die Rückbank teilte. Yoyo hatte sich nicht angeschnallt, damit er ganz nah an den alten Haudegen heranrutschen konnte und quälte ihn nun mit allerlei Bildern und Informationen zu seinen Courant-Freundschaften.

Rivkin Korvann
Rivkin war froh endlich wieder in einem Schiff zu sitzen und Obenza hinter sich zu lassen. Zweifelsohne hatte die vertikale Stadt einen gewissen Reiz, aber irgendwann verblasste auch dieser. Vor allem dann, wenn man nicht in der obersten Etage oder den anderen gut situierten Vierteln umherstreifen konnte. Der Hauch des Ruchlosen, des Gesetzlosen und der Gefahr lag in Obenza fast überall in der Luft. Es war das, was auf viele gerade die Anziehung ausübte. Aber sobald die Besucher dann einmal zu tief in eine Waffenmündung geschaut hatten, oder ein Gauner sein Geld durch Zurhilfenahme eines Messers aus ihren Taschen abgehoben hatte, war es mit der Faszination schnell vorbei. Dann war die Stadt nicht mehr die geheimnisvolle Verführerin, sondern die ruchlose Hure, von der man so schnell wie möglich wegkommen wollte. Und in all dem Trubel zwischen anreisenden Abenteuerlustigen und desillusionierten Abreisenden, da standen sie - die Büttel, die Ermittler, die Saboteure, die Spione und Agenten, die Sicherheitskräfte aus aller Welt mit allerlei Begründungen genau dort zu stehen und diesen einen Verbrecher zu jagen. Sie hatten selten Zeit für eine Tasse was auch immer, oder einen Schaufensterbummel. Wenn die Zeit blieb sich mit etwas fragwürdigen Vergnügungen die Zeit zu vertreiben, dann war diese so kurz bemessen, dass man doch lieber die Finger davon ließ. In Obenza konnte jeder Schritt der letzte sein. Dazu musste man keinen falschen Schritt abwarten. Es gab auf Asamuara viele solcher Ansammlungen wie Obenza, seit dem ein Großteil der alten Ordnung weggefallen war. Solche Ansammlungen, solche »Städte« waren Monster - Obenza hingegen war die Mutter aller Monster. Rivkin freute sich den Nährbusen dieses Ungetüms zu verlassen. Er legte einen Arm um Yo und schaute nicht nur aus reiner Höflichkeit zu und betrachtete sich die Bilder. Für ihn hatte diese Normalität, dieses Banale eine beruhigende Wirkung - sie flogen Heim.

Younes Morland
Yoyo lehnte sich in Rivkins Arm hinein, der ihn warm umschlungen hielt. Warum er unentwegt plapperte und ihm den Speicher seines Handcoms querbeet zeigte, war klar - Yoyo versuchte, seine extreme Nervosität zu überspielen. Aus irgendeinem Grund, fürchtete er, dass ihre Gesprächskette abreißen konnte, etwas, worüber er sich bislang nie Gedanken gemacht hatte. Die Aussicht auf einen Moment des Schweigens barg plötzlich die Angst, dass Rivkin und er sich nichts mehr zu sagen hatten, dass er langweilig war und sein Schwarm das Interesse an ihm verlor. Auch war ihm nicht entgangen, dass Bolek sehr skeptisch auf die Nachricht reagiert hatte, wer fortan Teil ihres Teams sein sollte. Er spürte das sanfte Aufsetzen der Wrix und das gleichmäßige Dröhnen der Triebwerke verebbte, bis es verstummte. »Wir sind da«, rief er überflüssigerweise. »Ich hoffe, Enzo hat alles gekauft, was ich ihm aufgetragen habe und keinen Schrott angeschleppt. Er kauft meistens das Billigste und dann schmeckt es zum Kotzen.«

Rivkin Korvann
Rivkin erhob sich müde und drückte Yo einen Kuss auf den Mund. »Hast Du schon mal undefinierbare Nudeln gegessen? Dagegen ist jeder Schrott ein Festmahl, denn auch den musst Du bezahlen können. Hauptsache Fleisch Yo, damit wäre ich schon glücklich. Irgendwann ist man die Drinks leid und die Nudelsuppe. Steak ist natürlich die Krönung, aber ich würde Dich auch für ein Wurstbrot küssen«, antwortete Riv und knuffte ihn freundlich. »Wo gehen wir überhaupt hin und bei wem kann ich übernachten? Eine seltsame Frage um die ich mir sonst keinen Kopf machen muss. Bei Dir wäre praktisch bis zu unserem Einsatz. Ich nehme auch so gut wie keinen Platz weg. Und es wäre super, wenn Du mir ein paar frische Klamotten besorgen oder leihen könntest. Ich revanchiere mich, versprochen«, grinste Riv.

Younes Morland
Fürsorglich half Yoyo Rivkin beim Aussteigen. Dann fiel ihm ein, dass der es am Ende als Beleidigung auffassen könnte, als eine gemeine Anspielung auf sein Alter. Yoyo war schrecklich durcheinander, Rivkins Anwesenheit quirlte sein Hirn durch. Der Kuss auf den Mund ließ ihn nach mehr davon lechzen. Nach mehr Rivkin. Kaum standen sie wieder auf festem Boden, klaute er sich einen zweiten. Er konnte eine Weile nicht antworten, da er sich darum bemühte, den Kuss möglichst weit in die Länge zu ziehen. »Du kannst bei mir schlafen, wenn ich dich schon ohne Vorwarnung einfach abhole. Und meine Klamotten teilen wir uns. Wenn die zu klein sind, kannst du welche von Enzo oder Mitch kriegen, die sind größer. Zu Essen gibt es außer der Soße das Steak, was ich dir geschickt habe! Sieht das nicht lecker aus?«

Rivkin Korvann
Rivkin schaute Yo an und nickte zustimmend. »Sieht absolut lecker aus. Das Angebot nehme ich sofort an, alles klar. Von der Breite her werden mir Deine Klamotten problemlos passen. Da mach Dir mal keine Sorgen. Lass uns rein gehen, ich bin gespannt wie Ihr so wohnt. Palast, wen genau beschützt Ihr und wer ist Max? Das hat mir bis jetzt noch keiner verraten«, sagte Rivkin und folgte Mitch nach draußen, der grinsend aber schweigend die Führung übernommen hatte.

Younes Morland
»Enzo und ich sind gerade in so einem komischen Schwebezustand. Also Bolek und Alfi schützen Prince Cyrano, Mitch ist für besagten Max zuständig. Max ist ein kleiner Humanoid, ein Souvagner von vor 800 Jahren, den sie wiedererweckt haben, er war eine Frostmumie. Er war sogar der Duc! Jetzt ist er ein Verlorener. Er klammert sich ziemlich an Mitch.« Ungefragt henkelte er sich wieder bei Rivkin ein, während sie durch die Flure des Palasts marschierten. »Guck mal da! Das ist das berühmteste und bei den Besuchern beliebteste Gemälde, der Gesichtskrüppel!«

Rivkin Korvann
Rivkin schaute Yo an, ob dieser ihn veräppeln wollte, aber scheinbar war es ihm ernst. Die High-Tech ihrer Welt machte so einiges möglich, sogar gewaltig viel. Genetik, Kybernetik, Forschungsfelder die das Angesicht Souvagnes und der Souvagner verändert hatten. Die Forschung dass wusste jeder unterlag keiner Reglementierung. Die Einschätzung des Gefahrenpotentials erfolgte nach der Erforschung, vorher musste man herausfinden womit man es zu tun hatte, wofür man es nutzbar machen konnte und so wurde es eingestuft. Forschung war seit dem Angebinn der Zeit in Souvagne das aktive Gebet an Ainuwar. Seite für Seite enthüllte man damit das Buch des Wissens und huldigte dem Gott der Ratio, der Vernunft. Wo andere Völker verschreckt zurück traten, schauten Souvagner neutral ins Mikroskop und überlegten sich, wozu sie das Gesehene verwenden konnten. Ob es ihrem Volk nützte, gleich in welcher Art. Ob nun als medizinische Grundaufwertung, oder als Waffe um einen Feind in die Knie zu zwingen und von ihrem Land fernzuhalten. Es entstanden seit über 200 Jahren Lebewesen am Reißbrett, ebenso hatten sich dort die Souvagner selbst optimiert. Von den anderen Völkern als eigene Spezies abgekoppelt - ob zu Guten oder Schlechten, darüber schieden sich außerhalb wohl die Geister. Die meisten Souvagner selbst sahen es als eine Form der Ehre an, sich über die Menschlichkeit hinaus erhoben zu haben. Und wem verdankten sie dies? Duc Aleron Arachet de Souvagne und seiner genetischen Mauer. Es war also schon lange kein Problem mehr in Souvagne, ein Lebewesen oder sogar eine Person in einem Tank - der künstlichen Gebärmutter - heranreifen zu lassen. Aber eine ehemals lebende Person, die geatmet, gedacht, geliebt und auch gehasst hatte wieder zum Leben zu erwecken, das war etwas völlig anderes. So wie es Yo beschrieb, hatten sie kein Zell- oder DNS-Material von Max extrahiert, sondern sie hatten genau jene Person als Mumie auf den Forschungstisch gepackt und diesem toten Fleisch wieder Leben eingehaucht. Die Qual bei der Geburt, war im Grunde Angst das bekannte Umfeld zu verlassen, das Wasser das bis dato die eigene kleine Welt ausmachte verschwand und man bekam Panik. Man versuchte bis zur letzten Sekunde in der Pfütze der Nährlösung zu bleiben und verstand nicht wer einem die Welt geraubt hatte. Nur um einige Augenblicke später festzustellen, das sich eine gewaltig neue Welt für einen geöffnet hatte. Das war die Geburt. Aber wie war das, wenn man vorher gegangen war? Wenn man die Zellen über ihre DNS oder sogar noch tiefergehend zu den atomaren Bestandteilen wieder mit Leben erfüllte? Wenn sich alles neu bildete? Schwärze zu rosafarbenen, pochendem Fleisch wurde? Und was, wenn die Seele diesen Körper wieder betreten musste? Wie eine zerstörte Rüstung, würde es überall drücken, schmerzen und einem Qualen bereiten, bis der Körper vollständig wiederhergestellt war. Der Vorgang musste nur unter Narkose oder ähnlichem zu ertragen sein und die Aufwachphase war vermutlich nicht mit einer Geburt zu vergleichen. Und was wenn es schief ging? Vermutlich hatten sich zig Gewebe-, Zell- und DNS-Proben von Max gezogen für den Wenn-Fall. Denn dann hätten sie ihn immer noch klonen können. Nur was nützte ein 800 Jahre alter Zwilling, der von seinem verstorbenen Bruder nur die Optik hatte, aber keinen Funken des Wissens? Für das Wissen aus seiner Zeit war er vermutlich zurückgeholt worden. Oder vielleicht auch für die Reinheit seines Genoms? Rivkin konnte nur vermuten. Er war zwar ein harter Knochen, aber er war kein Idiot. Es musste Unsummen verschlungen haben und die höchste Tech in Anspruch genommen haben, genau das zu bewerkstelligen. Weshalb jener Max im Palast wohnte und von einem Heer Tuteurs umgeben war, war klar. Es spielte keine Rolle ob er einst Duc war oder Küchenjunge, diese Person war unsagbar wertvoll und kostspielig. Riv war gespannt darauf, wie er aussah oder ob Yo ihm einen Streich spielte. Wobei Yo nicht so aussah. Schwebezustand hatte der Kleine gesagt, das klang nicht gut. Ein festes Team war das A und O ihrer Arbeit und ihres Zusammenlebens. Vielleicht konnte er mit Prince Cyrano reden. Es klang für ihn jedenfalls so, als hätte dieser Prince eine Schwäche für Tuteurs, dann würde er sich sicher auch ihrer Wünsche und Bedürfnisse annehmen. Riv legte Yo einen Arm um die Schulter. Sie passierten das berühmt-berüchtigte Bild, der Gesichtskrüppel. Riv musste sich ein Lachen verkneifen. »Das Bild ist wirklich grausig. Millionenfach als Kunstdruck verkauft, aber wie ich hörte lieben es die Leute gar nicht für die Fratze, sondern für den schönen Klatschmohn«, sagte Riv und war froh auch mal was über Kunst sagen zu können.

Younes Morland
»Nicht wahr?«, freute sich Yoyo. »Das intensive Rot des Klatschmohns wurde auch erforscht. Sie wollten wissen, wie das so schön hingekriegt wurde. Aber ich habe keine Ahnung, was dabei rausgekommen ist. Ich finde das Bild einfach lustig.« Er schob seinen Arm um Rivkins Hüfte. »Kommt es mir nur so vor oder geht Mitch extra langsam?«, fragte er leise. »Aber das macht nichts, ich kenn den Weg genau so gut.« Er zog Rivkin schnurstracks mit sich, sie überholten Mitchell und Yoyo hämmerte an die Tür.

Bolek Bovier
Kurz darauf öffnete ihnen Bolek die Tür. »Ah, ihr seid`s. Kommt rein.« Er musterte Rivkin, dann gab er die Tür frei und ließ sie offen, so dass die beiden auch eintreten konnten.

Mitch
Mitchell schaute den beiden hinterher und verkniff es sich mit den Augen zu rollen. Er war extra langsam gegangen, damit die beiden Turteltauben sich näher kommen konnten und dann überholten sie ihn. Die Romantik starb aus, jedenfalls was Yo und Riv anbelangte. Gerade lobten sie noch die Hackfresse von irgendeinem Adligen und nun zischten sie schnurstracks an ihm vorbei. Was sollte es, es war gleich und ihm knurrte auch der Magen. Mitch sah zu, dass er hinterher kam und quetschte sich hinter Yo und Rivkin durch die Tür. Er drückte Bolle lange und fest zur Begrüßung und flüsterte ihm ein paar nette Schweinereien ins Ohr, ehe er sich direkt in die Küche verdrückte.

Rivkin Korvann
Rivkin folgte umgehend Yo und musterte beim Eintreten Bolek, so wie ihn dieser begutachtete. Der Kerl machte einen freundlichen Eindruck. Das hier war Yos Familie, den Einzigen den er wirklich kannte war Mitch. Aber er hoffte, dass es für ihn hier irgendwo ein Platz in der Familie gab. Tuteurs ertrugen so einiges, auch Schmerzen bei denen so mancher Mensch drauf ging, aber Einsamkeit ertrugen sie nicht. »Wo ist die Dusche Yo?«, fragte er freundlich und schaute sich um.

Enzo Chaterde
Außer Bolek war inzwischen auch Enzo eingetroffen, der in ausgebeutelten Freizeitklamotten auf dem Sofa herumlag. Während Bolek erst einmal den Neuling begutachtete, drängelte Enzo sich vor, umarmte Yoyo und kusselte ihn zur Begrüßung innig. Dann drückte er den älteren Tuteur, der ihn begleitete. Er war nicht vorgewarnt worden, dass sie Besuch erwarteten. »Enzo«, stellte er sich vor. »Aber wer bist du?«

Rivkin Korvann
Riv drückte seinen freundlichen Begrüßer zurück, mit so einer herzlichen Begrüßung hatte er nicht gerechnet und freute sich sehr darüber. »Rivkin Korvann, kurz Riv. Der Begleiter von Yo, angefüttert mit Steak und ungeheuerlichen Nacktbildern«, lachte er.

Enzo Chaterde
Enzos Augen zuckten zu Yoyo herüber, der entschuldigend grinste und mit den Schultern zuckte. Dann schaute er zu Bolek, der sich höflich gab, aber skeptisch wirkte. Warum, das wusste Enzo nicht. Er winkte die beiden herein. »Setz dich doch. Duschen kannst du später noch. Ich wollte gerade was zu essen machen, aber irgendwie gibt es nur ein einziges Steak.«

Younes Morland
»Das ist für Rivkin«, stellte Yoyo klar und lotste diesen in Richtung Sofa.

Rivkin Korvann
Rivkin grinste breit und hoffte das er nicht von einer Horde hungriger Tuteurs gemeuchelt wurde für den Fleischlappen. Das wäre kein besonders guter Einstand in eine Familie. Ein- und Ausstand innerhalb von 5 Minuten, das konnte nur ihm passieren. »Ja gut, wenn es sein muss. Aber ich stinke wie Sau und ich bin alles andere als sauber, Ihr seid gewarnt«, sagte er gut gelaunt und nahm auf der großen Couch Platz. Kaum das er saß, musste er damit kämpfen, nicht einzuschlafen. Die Gemütlichkeit der Sitzgelegenheit, der warme Raum, seine Art und in Sicherheit. Essensgeruch in der Nase, dass ließ ihn schlagartig schläfrig werden. Er zog Yo zu sich, während ein ganz junger Tuteur mit blonden Haaren ihn mit Argusaugen musterte. Er schien einer der misstrauischen Sorte zu sein. Oder der vorherige Besitzer des Steaks, was den Blick erklären würde. Mitch setzte sich ebenfalls dazu, riss eine neue Packung Chips auf und stellte die Schale in die Mitte. Alfie nahm sich eine Handvoll und setzte sich auf die gegenüberliegende Couch um es sich dort gemütlich zu machen. »Ihr seid ein festes Team, oder Ihr werdet noch eins? Wie sind hier die Verhältnisse genau? Und keine Panik, ich möchte hier keinem was wegnehmen, bis auf das Steak natürlich. Das wurde mir felsenfest zugesichert, samt Knoffisoße und Käse und Röstzwiebeln«, grinste Riv.

Younes Morland
Yoyo kuschelte sich bei Rivkin ein, der müde vor sich hinblinzelte. »Du stinkst nicht, du duftest nach dir selbst«, schleimte er. In der Tat empfand er Rivkins Eigengeruch keineswegs als abstoßend. Er würde ihm gern das Steak braten, aber Alfi und Bolek beäugten Rivkin auf eine Weise, die nicht so herzlich war, wie Yoyo sich das gewünscht hätte. Drum blieb er hier liegen und leistete Rivkin moralische Unterstützung, bis alles geklärt war, was es zu klären gab. »Enni, Mausmaus«, rief er. »Bist du so lieb und zauberst Riv das Steak in der Pfanne?«

Enzo Chaterde
Enzos Augen schweiften einen Moment über die Unmengen von Soße, die er gekauft hatte und die offenbar tatsächlich für das eine Steak gedacht waren. Zehn Liter Soße für ein Steak, das gab es vermutlich nur hier. Dann aber trollte er sich in die Küche und bald hörte man Brutzelgeräusche und das Brummen der Ablufthaube.

Bolek Bovier
Bolek legte sich derweil auf Rivkins andere Seite und musterte ihn noch immer. Nicht feindselig, sein Blick war neutral. »Du hast dein Team verloren, meinte Mitch. Warum, was hast du angestellt?«

Rivkin Korvann
Rivkin setzte sich so, dass er Yo immer noch berührte, aber dabei Bolek ins Gesicht schauen konnte. »Wo soll ich anfangen? So einiges, ich hatte laut meiner Aburteilung, wo manchen Befehl zu weit ausgelegt. Bestimmte Parameter sollte man nicht überschreiten, weil einem das als grober Unfug ausgelegt werden kann. Ebenso als Ungehorsam. Unser letzter Einsatz war die Sicherung einer alten Fabrik, da hatten sie Rakshaner hergestellt. Allerdings vor sehr langer Zeit, die Hallen waren tot, aber die Umgebung war mit wirklich seltsamen Tieren verseucht. Mehr Waffe als Tier. Und zig Grob-Nops sprangen dort auch noch herum, also haben wir die Fabrik angezündet, und die Landschaft angezündet, eigentlich haben wir alles angezündet. Es kam zu einem großen, wirklich spektakulären Flächenbrand den man gesehen haben sollte. Die Hitze war unbeschreiblich, ich habe heute noch den Screenshot von meinem Hud, Du hast keine Ahnung davon wie heiß Flammen werden können. Ich hatte es bis dato auch nicht. Jedenfalls war das wohl etwas zuviel Feuer, leider ist unser Kleinster durch einen Vogelbiss gestorben und man fand die Vorgehensweise wohl nicht sonderlich heimlich. Man kann also sagen, meine Karriere endete in einem großen Feuerball«, sagte Riv schlicht. Sein Gesicht zeigte aber eindeutig, dass er das nicht so schlicht sah wie er sprach.

Bolek Bovier
Bolek hörte sich alles an. Er betrachtete das narbige Gesicht des alten Haudegens. Ja, Rivkin sah durchaus so aus wie jemand, der ohne Rücksicht auf Verluste agieren konnte. »Was hältst du rückblickend von der Aktion? Ist ja schon einige Jahre her. Würdest du es wieder genau so machen?«

Rivkin Korvann
»Nein, natürlich nicht. Ich würde die Interkoms offline schalten und keinen Screenshot von der Hitzewelle ablichten. Nein, also mal ehrlich, ich würde mir eine andere Taktik überlegen, das ist gut 20 Jahre her. Allerdings mit dem was ich heute weiß, ist dass auch einfacher als damals. Ich würde den Einsatz vielleicht ähnlich, aber nicht genauso gestalten. Meine Enthebung war beschissen, schmerzhaft und ich habe lange mit mir selbst gehadert. Aber könnte ich nur eine Entscheidung von damals rückgängig machen, würde ich mir überlegen was dazu geführt hat, das Arsan fiel. Das würde ich verhindern, mein Rauswurf ist zweirangig. Der Tod vom Kurzen nicht, sicher gehört er zum Berufsrisiko, aber er kannte noch gar nichts. Wir haben ihn über das Helmcom sterben hören. Letztendlich waren es die Rakshaner schuld, ohne ihre permanten Angriffe wären wir nicht dort vor Ort gewesen. Arsan genausowenig wie ich, aber wir waren dort und er starb auf Feindesland. Der Einzige den ich je in meiner Truppe verloren habe. Und nach der Heimkehr verlor ich alles. Vielleicht gerecht, von mir aus. Aber dafür haben wir den Arschlöchern da unten gewaltig eingeheizt, den Tod von Arsan haben wir mindestens hundertfach gerächt. Ob ich das erneut tun würde? Jederzeit. Sollen sie im Abgrund des Chaos schmoren, wir haben ihnen den Abgrund gezeigt. Danach hatten sie nicht mehr ganz so große Fresse. Es war still dort in der Wüste, totenstill... und staubig«, erklärte Riv nachdenklich.

Bolek Bovier
Nachdem Rivkin geendet hatte, griff Bolek an seinen Hinterkopf und küsste ihm die Stirn. Auch er hatte seine Truppe verloren. Nicht als Führungskraft, aber es tat weh genug, um zu wissen, was Rivkin fühlte. Und den Kleinsten, Ethan, hatten sie verloren, zusammen mit Adrien. »Unser Küken ist nun Alfie, der kleine Blonde, der dort sitzt und dich anstarrt. Er wurde zu zeitig aus der SouvSec geholt, er hat noch nicht einmal die Grundausbildung durch. Trotzdem wird er uns in den Taudis begleiten. Unser Truppführer ist Vas und er ist bekannt für seine Besonnenheit. Ich möchte, dass die Risiken kalkulierbar bleiben, auch wenn Rivkin Korvann uns begleitet.«

Rivkin Korvann
Riv hielt still, als ihn Bolek auf die Stirn küsste. Es war eine Geste des Verständnisses und des Mitgefühls. Bolek wusste wie es sich anfühlte ein Teammitglied zu verlieren und dann noch das Küken. Mit Alfie würde ihnen das nicht passieren, mit niemandem, dass schwor sich Riv. »Ich verstehe und verspreche Dir, die Risiken werden kalulierbar bleiben, weil ich Euch begleite. Ich war bereits da unten und ich habe nicht vor Euer Problem zu werden. Ihr seid meine Leute, jedenfalls hoffe ich das. Offiziell ist scheinbar noch nichts. Aber Yo gab mir die Chance wieder zu einem Team zu gehören. Mitch ging später zu Vas ins Team. Ich habe nie was Schlechtes über Vas gehört, er soll zuverlässig und ruhig sein. Besonnen ist vielleicht der bessere Begriff. Sicher das uns Alfie wirklich begleiten soll? Er könnte mitkommen, aber im Schiff warten, so dass er uns jederzeit aus dem Abgrund rausholen könnte. Wobei es auch einige Ebenen gibt, die nur über die darüberliegenden zugänglich sind. Eben durch diese Schleusen. Das heißt man kann nur bis zum Taudis 42 fliegen, bis dato ist ein gähnendes Loch in Obenzas Mitte zu finden, um es mal bildich zu beschreiben. Aber für alles was neben und unter dem Taudis 42 liegt, muss man durch die Schleusen und davor durch die uralten Häuserzeilen. Da hat ein Baby eigentlich nichts verloren«, sagte Riv ernst und drückte seine Stirn gegen die von Bolle, während Alfies augen bei dem Wort Baby angriffslustig funkelten.

Bolek Bovier
»Deine Kenntnisse des Taudis sind meiner Meinung nach unverzichtbar. Ich finde es gut, jemanden hinzuzuziehen mit so viel Erfahrung. Aber ich will auch nicht verschweigen, dass dein Ruf dir vorauseilt.«

Younes Morland
»Du bist ein Miesmacher, Bolle«, murrte Yoyo. »Ehrlich, wenn du Schiss hast, dann bleib hier oben!« Der Satz brachte ihm einen bitterbösen Blick von Bolek ein. »Ist doch so«, sagte er streitlustig. »Am besten, du bleibst mit Alfie im Schiff.«

Rivkin Korvann
Riv grinste. »Am Ende kommt es noch so, dass ich wieder fast allein im Taudis stehe und mich frage, wie ich in diese Scheiße geraten konnte. Denn alle sichern das Schiff, oder von mir aus den Kaffeeautomaten. Sicher habe ich einen Ruf und den habe ich nicht zu Unrecht, aber manche Dinge kann man nunmal nicht mit Samthandschuhen erledigen Bolek und mit Worten erst Recht nicht. Meinst Du krimineller Abschaum versteht Deine Argumente oder will sie überhaupt hören? Meinst Du, Du kannst sie positiv beeinflussen? Also positiv bestärken? Jeder versteht seine eigene Sprache am besten Bolek. Also bekamen die Grob-Nobs und Rakshaner von mir ihre Antworten immer in ihrer Heimatsprache, eine Kugel zwischen die Augen, war meine direkter Weg der Kommunikation. Für alle anderen Varianten, habe ich mir was einfallen lassen. Sie rauben unsere Leute aus, sie greifen unsere Landsleute an? Dann schlachte ich sie ab. Sie mögen das doch, sie stehen doch drauf, sonst würden sie andere nicht damit »beglücken«. Schmeckt ihnen aber erstaunlicherweise gar nicht so gut, die eigene Medizin und die gab es nicht per Drops, sondern richtig mit der groben Kelle. Abschreckung war mein Mittel der Wahl und abgeschreckt haben wir sie, oft genug auch ausgeräuchert und vollständig zur Strecke gebracht wenn wir eines ihrer verschissenen Lumpendörfer fanden. Brennt doch nicht grundlos wie Zunder, ein Wink Ainuwars. Also sicher habe ich einen Ruf und den habe ich zementiert. Den hatte ich nie grundlos, aber bis zum letzten Einsatz habe ich jeden meiner Männer durchgebracht, rausgehauen, unsere Schutzpersonen gesichert, gerettet oder gerächt. Versagen was den Einsatz anging, das wurde mir nie vorgeworfen Bolek«, sagte Riv ruhig aber vehement.

Bolek Bovier
»Das war nicht, was ich sagen wollte.« Er streichelte Rivkin über das graue Haar, um ihm zu zeigen, dass er nicht streiten wollte. »Ich bin nur sehr nachdenklich, was diesen Einsatz betrifft. Es ist ein neues Team, auch wenn man sich hier und da kennt. Aber man hat den anderen noch nicht erlebt, wenn es hart auf hart kommt. Wir haben zwei Babys dabei, Alfie und Felix. Und Cyrano wirkt auch nicht gerade, als ob er wirklich weiß, worauf er sich da eingelassen hat. Irgendwer wird draufgehen, damit rechne ich fest. Wer wird es sein, spielt das überhaupt eine Rolle? Die Frage ist nur, hat man unterwegs alles getan, um das Risiko kalkulierbar zu halten, so dass man sich sagen kann, wir haben keine Fehler begangen, es lag nicht in unserer Hand. Dieser Tod war nicht nur unumgänglich, sondern notwendig, damit unsere Schutzpersonen weiterleben können. Es war Yoyos Idee, dich ins Team zu holen. Und abgesehen davon, dass er offenbar einen Narren an dir gefressen hat, schwant mir auch, dass er Vas nicht vertraut. Das ist keine gute Basis.«

Rivkin Korvann
Riv nickte verstehend. »Nun meine harsche Sprache bezog sich nicht auf Dich, sondern auf den Feind, die Rakshaner. Das zweibeinige Gammelfleisch. Damit hast Du Recht, Misstrauen ist niemals eine gute Basis, es ist überhaupt keine Basis Bolek. Ich werde Vas Führung akzeptieren, niemand benötigt da unten einen zerstörungswütigen Hitzkopf. Aber ich bin keine 20 Jahre mehr Bolek und auch ich lebe gerne. Ich überschreite vielleicht Grenzen, die andere besser meiden, aber ich bin kein Trottel der sich dem Tod zum Fraß vorwirft, auch wenn es für manche so scheinen mag. Wir müssen dort unten wie eine Einheit agieren, sonst wird nicht nur einer sterben, sondern wir alle werden den Arsch zumachen. Das wird dann ein sehr brutalter Fakt, den sich keiner wünscht. Ob dort ein Tod nötig war für das Gemeinwohl? Das ist eine Frage, die man eigentlich nicht beantworten kann Bolek. Was ist dort unten, was ist so wichtig, dass sogar der Duc sein Leben riskiert? Was hat Souvagne davon, dass er dort hinab steigt und diesen Schatz hebt? Was ist es? Was geschieht dann? Wenn Du mich fragst, würde ich die Mission ganz anders planen. Sehr kurz sogar, wir sagen sie ab. Der Taudis 42 und Umgebung ist schon hart, knallhartes Terrain, auf dem man nicht so leicht überlebt. Aber darunter, die Welt hinter der Schleuse... das ist der wahre Abgrund. Wir waren dort. Nicht weit drin, aber weit genug um festzustellen, dass der Taudis 42 gegen diesen Vorgarten des Abgrund ein Steichelzoo ist. Du wirst es sehen und Du wirst schlagartig verstehen was ich meine. Angst wird Dein ständiger Begleiter sein, Deine Lebensversicherung ein nervöser Finger am Abzug. Lieber einmal zuviel geschossen als einmal zu wenig. Fass niemals etwas Nasses an, kein Wasser dort unten ist trinkbar oder passierbar, gleich was Du glaubst, gleich was Du meinst zu sehen - Du irrst Dich. Offene, freie und begehrbare Flächen wirst Du vorfinden. Nutze sie nicht, offene Flächen sind nichts weiter als Teller. Du bist von allen Seiten den Angreifern schutzlos ausgeliefert. Wenn Du so eine Fläche passieren musst, dann bildet man einen Kreis und alle Waffen zeigen nach außen. Das ist die einzige Möglichkeit, so eine Passage zu überqueren. Fällt ein Kamerad in diesem Moment, fallen alle. Wird der Kreis gebrochen, bricht das der Gruppe das Genick. Ganz ehrlich Bolek, was wollt Ihr da? Ich stelle nicht den Duc in Frage, wer wäre ich das zu tun? Aber weißt Du was er dort sucht? Meine ehrliche Meinung wäre, jagt eine Horde Droiden da runter, wenn schon einer gehen muss. Ansonsten sollten wir uns bis an die Zähne bewaffnen und uns vorher beschnuppern, damit wir alle das Team werden, das wir da unten brauchen, das wir dort sein müssen! Andernfalls dürfen wir das weder unseren Schutzpersonen noch uns antun. Das sage ich offen«.

Bolek Bovier
Bolek blickte sich nervös um. Er wusste, dass die Wände Augen und Ohren hatten. Selbst seine eigenen Gedanken waren nicht sicher. »Ich stand unter dem Verdacht von TDSS«, sagte er kaum hörbar. Und noch leiser: »Sie wollten mich verfeuern. Klappe für organische Abfälle. Aber man muss auch über so was reden. Ich weiß nicht, was wir wirklich dort unten wollen, niemand weiß das. Offizieller Grund: Erforschung der Lebensformen da unten, falls man etwas davon gebrauchen kann. Und dafür steigt der Duc persönlich hinab und drei Prinzen? Das ist lächerlich!«

Rivkin Korvann
Rivkin starrte Bolek an und blinzelte in Zeitlupe. »Der Duc und drei Princen? Dann wären doch wohl Forscher in Laufpanzern samt Droiden angebracht. Solches Spielzeug hier«, sagte Rivkin und zückte sein eigenes Handcom um es Bolek unter die Nase zu halten. http://cdn-uploads.gameblog.fr/images/b ... 127409.jpg »Ich weiß, dass es verbotene Gedanken gibt, aber Bolek, wir denken nichts Verbotenes im Moment, wir sorgen uns um die Sicherheit von allen, allen voran dem Duc und der Princen. Ich wollte dem Duc meinen Input über den Taudis zur Verfügung stellen. Vielleicht überlegt er es sich noch einmal anders. Ich habe den Duc niemals persönlich kennengelernt, also unseren jetzigen Duc. Gut wer lernt den Duc auch persönlich kennen? Dusselige Idee, wer aus anderen Ländern hat Kontakt mit dem König oder ihren Regenten, oder ihren Regierenden? Aber Ihr habt es ja, Ihr gehört zu seinem Kreis der Vertrauten. Vielleicht kann ich ihn so um eine Audienz bitten. Jeder darf vor den Duc treten oder eine Audienzverbindung erbitten. Ich hoffe er hört mich an und nimmt auch meine Informationen an. Falls nicht, vielleicht einer der Princen. Was Dir blühen sollte tut mir leid Bolek. Ich will Dich mit meinem Gequatsche auch nicht in Schwierigkeiten bringen, ich wollte Euch nur warnen und hatte gedacht, dass die Info was gesucht wird vorliegt. Also nicht falsch verstehen Bruder. Möglicherweise verraten sie uns bei der Abreise was sie dort unten suchen. Unser Duc ist ja ziemlich abenteuerlustig, zum Leidwesen seiner Leibgarde, so hört man«, grinste Riv.

Bolek Bovier
Bolek schaute sich den stählernen Panzerdroiden an. Dann kuschelte er sich der Länge nach an Rivkin an, so dass sein Mund an dessen Ohr lag. Von weitem mochte es so aussehen, als würden sie sich näher kennenlernen, was bei Tuteurs in der Weise eher die Normalität als etwas Nennenswertes war. »Wenn man wüsste, was sie wirklich da unten wollen, könnte man mit einer kleinen, sehr schnellen Eingreiftruppe darunter. Ausschließlich bewährte Kämpfer, die ratzfatz durch den Taudis jagen, holen, was gewollt ist und wieder verschwinden, bevor irgendeiner der Mutanten da unten sich an unsere Fersen heften kann.«

Rivkin Korvann
Riv drückte seinen Mund auf Boleks Ohr. »Lass uns doch mal gemeinsam mit ihnen reden. Den Duc um eine Audienz mit persönlichem Gespräch bitten. Mal sehen was er dazu sagt, falls er es uns gewährt, dann fragen wir ihn offen und sagen ihm, dass wir um seine Sicherheit fürchten. Manchmal ist es leider so, dass Leute die so wie er immer gut abgeschirmt sind und selbst Waffenstrotzend sind, eine Gefahr nicht mehr so einschätzen. Sicher kann er einer Gefahr anders begegnen als ein normaler Zivilist, aber er ist unser aller Oberhaupt, er ist Souvagne und es war doch von jeher so, dass der Duc seinen Leuten Gehör schenkte. Wenn wir uns sorgen, wird er uns anhören. Das hoffe ich jedenfalls. Und vielleicht verrät er uns dann, was er dort wirklich sucht. Oder einfach nur wie wichtig es ist, dann wären wir einen Schritt weiter. Gibt es niemanden, der zur Not Einfluss auf ihn nehmen kann? Ich weiß, dass er mal als junger Mann da unten war. Weshalb weiß ich nicht, damals saß sein Vater noch auf dem Thron. Möglicherweise muss er da hinunter um mit etwas abzuschließen, wie einen Einsatz, ein Tatort. Man sagt doch man kehrt an so einen Ort zurück. Manche um sich zu vergewissern, es gepackt zu haben, aber es gibt zig Gründe. Das wäre möglich. Wenn wir ihn richtig beschützen sollen, müssen wir etwas mehr wissen. Wer steht dermaßen in der Gunst des Duc, dass er zur Not einlenkt? Welche seiner Frauen? Nur so kann man ihn sonst zur allergrößten Not ausbremsen. Jedenfalls könnten wir mit ihr reden, damit sie es dem Duc vorträgt. Das hat dann ein anderes Gewicht. Nicht dass er noch denkt, wir wollen uns um die Arbeit drücken«, stöhnte Riv.

Bolek Bovier
»Oder wieder, an TDSS zu leiden«, ächzte Bolek leise. »Die Lieblingsfrau vom Duc ist sein Mann Oliver. Der mit sehr viel Verstand und sehr wenig Liebreiz ausgestattet ist. Verstand ist das Stichwort, man kann ihm gut mit sachlichen Argumenten kommen. Und er kann sehr nachdrücklich sein, wenn etwas ihm wichtig erscheint.«

Rivkin Korvann
Rivkin grinste noch breiter bei der Beschreibung. »Stimmt, er hat einen Mann, einen Magier. Wir haben doch nur sachliche Argumente, nur darum geht es. Dann müssen wir eine Audienz beim Oliver beantragen. Ich werde mit ihm reden und Du begleitest mich. Wir müssen uns vorher waschen, damit wir seriös wirken und nicht wie die letzten Penner. Aber vorher esse ich ihn Ruhe, dusche, haue mich aufs Ohr und liebe mich ausführlich mit Yo, danach suchen wir Oli auf. Denn ohne uns reisen sie ja eh nicht ab oder? Wo ist der kleine Cy und wo ist dieser 800 Jahre alte Max?«, fragte Riv.

Bolek Bovier
»Dann kannst du dich hinterher gleich mit Yoyo zusammen duschen gehen. Ich glaube nicht, dass er dich jetzt aufstehen lässt.« Yoyo hing wie ein gigantischer Klammeraffe von hinten an seinem Schwarm, dem er unentwegt den Nacken küsste, während er gleichzeitig versuchte, ihr Gespräch zu belauschen. Bolek griff mit leisem Lachen hinüber und fuhr ihm freundschaftlich über die Glatze. »Der kleine Cy wird vermutlich bei Oliver sein, die beiden sind Freunde. Und Max schläft nebenan, zusammen mit unserem Vampirbaby.«

Rivkin Korvann
Rivkin drehte sich so um, dass er Yo auf den Mund küssen konnte. »Dann bewundere ich die beiden nachher einmal ganz leise, sobald ich gegessen habe. Ein Vampirbaby, wie das klingt, ich hoffe es schläft im Bett und hängt nicht an der Decke. Hat Dein Freund mein Steak aufgefuttert?«, fragte Riv besorgt.

Younes Morland
Yoyo ließ Rivkin sich umdrehen und erwiderte den Kuss verlangend. »Enzo ist schon lange mit Braten fertig.« Tatsächlich saß Enzo nun neben Alfie, das einzige Steak dampfte in der Mitte des Tischs, bedeckt mit einem Haufen Röstzwiebeln. Der Teller war umringt von einem Spalier aus unterschiedlichen Soßen. Enzo selbst ließ sich einen Haufen mit Käse überbackenen Proteinriegeln schmecken.

Rivkin Korvann
Rivkin zog den Teller gut gelaunt zu sich heran und fing genüsslich an zu schmausen. Man sah, dass er schon lange kein Steak oder ähnliches mehr gefuttert hatte. Er schnitt auch ein dickes Stück für Yoyo ab, tunkte es so tief in Soße, bis man von dem Fleisch nichts mehr sah und stopfte es ihm dankbar in den Mund. »Ich schulde Dir was, ich bezahle unter der Dusche«, nuschelte er glücklich beim Kauen. So konnte der Tag zu Neige gehen. Riv fühlte sich wohl in der Gruppe und auch Alfie schien nicht mehr skeptisch zu gucken, sondern starrte hungrig auf den Proteinriegel von Enzo. Mitch hatte es sich gemütlich gemacht und war eingedöst, zwei »Babys« lagen einige Zimmer weiter und schlummerten ebenfalls. So ließ es sich herrlich leben.

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Gespräch im Badezimmer

#6

Beitrag von Bolek Bovier » Mi 10. Apr 2019, 00:53

Bolek Bovier
Während Rivkin und Yoyo sich das einzige Steak schmecken ließen, setzte Bolek sich wieder auf. Der alte Haudegen war ihm nun ein wenig sympathischer, nachdem sie sich ein wenig beschnupppert hatten und Rivkin auf Boleks direkte Fragen auch offen geantwortet hatte. Ausflüchte oder Abwiegelungen hätte Bolek nicht gut geheißen und am allerwenigsten, wenn Rivkin den Tod ihres jüngsten Teammitglieds heruntergespielt hätte. Das Gegenteil war der Fall gewesen. Bolek würde Rivkin eine ehrliche Chance als Teammitglied geben. Dennoch war er noch nicht mit allen Dingen zufrieden. Unter anderem störte ihn, dass Yoyo das Steak von Prince Cyrano an Rivkin verfütterte, um sich bei diesem einzuschmeicheln und dass Alfie und Enzo deutlich zeigten, dass sie sich ausgegrenzt fühlten, ohne dass Yoyo sich darum scherte. »Wir sollten den Kühlschrank wieder auffüllen, bevor die Herren heimkommen«, gab er zu bedenken, als er sich zu Mitchell gesellte, der ebenfalls abseits saß.

Mitch
»Einer der Herren ist schon längst wieder da, aber schläft neben unserer vampirischen Schönheit. Felix schaut sich irgendeinen Film über die Jagd an. Wir gehen am besten runter in die Küche und bitten darum, einiges an Vorräte zu bekommen, das ist kein Problem. Ob sie es gebraten hochkarren oder als Vorrat. Ich glaube Cy wäre enttäuscht, würde er in einen leeren Kühlschrank starren. Lass uns im Bad eine rauchen gehen«, bat Mitch und ging schon mal vor.

Bolek Bovier
Bolek folgte ihm und kramte in seiner Hosentasche herum, bis er das eiserne Etui mit Rauchstangen und Feuerzeug gefunden hatte. »Wäre gut, Cyrano ist ein netter Herr. Ich will ungern auf die Probe stellen, wie er ist, wenn seine Laune sinkt. Dürfen wir überhaupt im Bad rauchen?« Er betrat die Nasszelle und schaute sich um.

Mitch
Mitch stellte den Ablüfter an, der sonst auch die Feuchtigkeit des Raumes absaugte. »Wir dürfen und es riecht keiner. Abluft ist hier das Zauberwort«, erklärte Mitch freundlich und schloss hinter Bolek die Tür. Er schaute ihn kurz intensiv an, knuffte ihn und setzte sich auf einer der Badhocker. »Zuerst möchte ich mit Dir über Rivkin reden. Falls Du lieber per Interkom sprechen möchtest, machen wir das. Ich möchte Deine Meinung zu ihm und zu unserem Team hören. Du wirkst etwas entspannter als vorher, aber ganz überzeugt bist Du noch nicht. Liegt es an unserem Yoyo oder liegt es an Riv? Alfie schien auch zu schmollen, aber der Naschriegel von Enzo hat dann doch seine volle Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Ich hoffe nur die Feinde unten im Taudis führen keine Riegel mit sich, das wäre fatal. Alfie auf Abwegen«, grinste Mitch, ehe er ernst wurde. »Du hast Max schon etwas kennengelernt, inwieweit kommst Du mit ihm klar? Das würde ich gerne wissen, weil ich Euch beide gerne verbinden würde. Also ich will Euch verkuppeln, da hätten wir alle drei etwas von. Natürlich nur unter der Voraussetzung, Du möchtest«, bot Mitch an.

Bolek Bovier
Das war ein merkwürdiger Haufen von Fragen, Bolek musste erst einmal eine halbe Rauchstange qualmen, ehe er antworten konnte. Andererseits, so ungewöhnlich waren sie dann doch nicht, sie drehten sich alle um ihr Zusammenleben. »Mich mit Max verkuppeln? Warum das denn? Nein, ich habe nichts dagegen, mich wundert es nur. Hat Max dahingehend irgendwas gesagt oder wie kommst du drauf? Was Rivkin betrifft, so bin ich immer noch misstrauisch. Der Mann ist umgänglich, offenherzig, wirkt wie ein richtig guter Kumpel. Aber weshalb er seinen Posten wirklich verloren hat, da hielt er sich vage. Meinte, er hätte einige Befehle zu weit ausgelegt. Welche Befehle? Du warst dabei, oder? Mir geht das nicht aus dem Kopf. Ich möchte ihm seine Chance geben, jeder hat eine zweite Chance verdient. Auch ich habe meine erste vergeigt. Aber ich habe ein wenig Bauchschmerzen. Vielleicht sind es auch nur irgendwelche Vorurteile, die er gar nicht verdient. Außerdem schmeckt mir nicht, dass Yoyo ihm aus der Hand frisst und dafür sogar Vas als Einsatzleiter absetzen wollte!«

Mitch
»Nein Max hat nichts dergleichen gesagt, ich sagte das. Ich mag Dich und ich dachte, so hatte er jemanden mehr und ich habe Euch beide. Oder er uns beide? Nimm es wie Du es möchtest. Das zu Max. Zu Rivkin, ja ich war dabei. Und was er beschrieb als er hätte Feuer gemacht, kann man am besten mit dem Wort Inferno beschreiben. Stell Dir vor Du hast den Befehl einen Typen zu töten. Der sitzt aber ganz oben in einem Hochhaus. Der Aufzug ist defekt. Was machst Du? Rivkin würde das Hochhaus mit der Gauskanone beschießen, es also atomarisieren. Der Typ ist weg, Befehl ausgeführt. Ich meine ich bin auch nicht zimperlich und garantiert keine Pussy, aber das ist eine Nummer über allem. Ich töte keine Unschuldigen und ich töte niemanden, der einfach nur seinen Job macht. Das tun wir nämlich alle. Aber um mir das Treppensteigen zu sparen, werde ich nicht zum Massenmörder, die anderen waren ja nicht meine Ziele oder? Und das Gleiche musst Du Dir bei der Fabrik vorstellen. Sicher habe ich geschossen und auch die Munition hinterher geworfen, aber was hätte ich tun sollen? Verweigern? Dann was? Ist klar was dann passiert oder? Es folgen noch 2 Fragen, wenn ich Glück habe und dann folgt die Kugel. So wäre es nach den Statuten sogar Recht. Die Fabrik wurde nicht einfach angezündet, holla schau nur wie sie brennt! Toll sie ist hin, Auftrag ausgeführt. Nein wir haben da dieses komische trockene Gras mit abgefackelt, alles brannte, das Gras, die Fabrik, die Munition und das ergab einen Mix der unbeschreiblich war. Die Hitze war abgrundartig. Es war so heiß, dass unsere Einsatzgear rot geglüht hat. Gleich was dort herumlief, es verbrannte zu Asche. Und diese Asche regnete nach der Feuerwalze auf uns herab, wir gingen wie durch Puder zurück zum Schiff. Und was sagt Riv? Muahaha ich habe Feuer gemacht... ehm ja, schön. Feuer, alles klar. Was nennt er dann ein Inferno? Wenn Asamura in einem Feuerball explodiert? Ich muss aber direkt hinterherschieben, das ist 20 Jahre her. Er war um die 40 und ich war um die 20. Ob er heute immer noch so drauf ist, kann ich Dir nicht sagen. Er könnte genauso altersmilde oder weise geworden sein. Sprich er könnte seine Lehre aus seiner Strafe gezogen haben. Was Arsan anging, das ging ihm immer nahe, das hat ihn getroffen. Alles andere zu behaupten wäre eine Lüge. Ich denke Yo ist in Riv verknallt. Er ist ja auch ein hübscher Kerl und er hat einen Ruf, den andere ziemlich geil finden. Er ist eben ein Alphatyp. Aber nach all dem was ich erlebt habe, ist mir Vas lieber. Auch wenn man ihn für langweilig halten mag. Bitte soll er uns völlig langweilig durch den Abgrund führen und wir alle überleben. Das ist mir das Wichtigste. Ich glaube Yo denkt gerade mit seiner Anakonda und Rivkin denkt mit dem gleichen Körperteil, die beiden haben sich gesucht und gefunden, die stehen aufeinander Bolle«, sagte Mitch.

Bolek Bovier
»Niedlich sind sie ja, wie sie da turteln. Ich gönne es ihnen ja auch. Aber mir ist das eine Spur zu intensiv dafür, dass sie sich vor einer Stunde das erste Mal gesehen haben. Bedenke Yoyos Alter. Wenn Rivkin mit ihm spielen will, dann wird er zum Spielball. Ich weiß nicht, ob sie beide das Selbe voneinander erwarten. Man könnte einwenden, dass mich das nichts angeht, aber doch, das tut es. Die finale Frage: Hältst du Rivkin nach allem, was er getan hat, im Team für vertrauenswürdig? Ich rede nicht davon, dass er ein Verräter sein könnte oder so was. Sondern davon, ob man ihm im Einsatz vertrauen kann?« Bolek angelte sich nun auch einen Stuhl und setzte sich dicht an Mitchell heran. »Und was Max betrifft, warum es nicht versuchen, wenn er es auch mag? Ich mag dich, du magst mich und Max mag dich. Was soll da schiefgehen?«

Younes Morland
In dem Moment ging die Tür auf und Yoyo schob seinen Kopf herein. »Riv möchte duschen«, erklärte er.

Mitch
Mitch packte Yoyos Kopf, schob ihn raus und schloss die Tür von innen ab. »Ist der frech, oder ist der frech? Hat man Töne? Riv will duschen, wir wollen rauchen! Was geht da wohl vor, ich wohne hier! Na warte Monsieur Anakonda, da denke ich mir noch was aus. Zu Max und uns, das freut mich zu hören. Ich würde nicht jedem anbieten unsere Partnerschaft zu teilen. Dir biete ich es an, da ich Dich gerne bei uns behalten möchte. Zudem schadet es Max nicht, wenn er mehrere Leute hat. Falls Ihr Euch beschnuppert und nur Freunde werdet, gut. Falls mehr, noch besser. Ich lade Dich ein und Du übernachtest bei uns, quatsch mit ihm ein bisschen, oder erzähl ihm irgendwas vor dem Einschlafen, da steht er drauf. Alles andere ergibt sich, vielleicht schon am Morgen darauf, weck ihn aber nicht, sondern lass ihn allein wach werden. Dann hast Du ein Stein im Brett. Ob man Rivkin vertrauen kann? Gute Frage. Ich beantworte es mal so. Ob Rivkin jemals sein Verräter werden könnte? Nein - niemals. Er liebt sein Land, seine Leute, sein Team. Er liebt es vielleicht manchmal zu extrem. Und genau da liegt sein Problem, seine Handlungen sind extrem. Überzogen manchmal, zu brutal, zu gnadenlos. Versteh mich nicht falsch, Du musst keine Gnade gewähren. Aber es ist ein Unterschied ob Du einen Schuldigen richtest, oder wie eine Axt durch die Leute pflügst, weil sie ja keine Deiner Leute sind. Wie er sich jetzt schlägt, dass weiß ich nicht, ich gebe Dir hier einen 20 Jahre alten Bericht Bolle. Vielleicht sollten wir seine Akte ziehen lassen und seine Beurteilungen? Oli könnte dies tun, wir haben darauf keinen Zugriff. Oder Vas als Truppführer. Das wäre vielleicht sicherer und besser. Bis jetzt macht er jedenfalls einen ruhigen Eindruck. Was Yoyo betrifft, er spielt nicht mit ihm, Yo hat sich ihm angeboten, das ist jetzt sein Mann, sein Kerl. Darauf muss Yo nun klarkommen, aber für mich sah er so aus, als würde er das verkraften«, lachte Mitch und kraulte Bolle den Bart.

Bolek Bovier
Bolek musste lachen, als Mitch den Kopf des Jungspunds kurzerhand wieder aus der Tür herausdrückte und abschloss. »Sicher kommt Yoyo damit klar. Und wenn nicht, dann war es ein Lehrgeld, nicht jedem gleich Bilder seiner Hosenschlange zu schicken. Die Akte von Rivkin würde ich nicht vernichten. Nicht, bevor er bewiesen hat, dass er sich geändert hat. Ich würde auch meine eigene nicht vernichtet haben wollen. Ich habe Scheiße gebaut und dafür stehe ich gerade.« Er kuschelte sich im Sitzen an Mitchell heran, so dass der ihn richtig gut kraulen konnte. »Also du meintest das mit Max als Beziehung. Als was Verbindliches, ja? Da könnte es Probleme mit dem Rest des Teams geben. Gerade Enzo möchte ich ungern ausgrenzen, jetzt wo Yoyo das erste Mal verliebt ist.«

Mitch
»Bevor Du soweit denkst, schaut erstmal ob Ihr Euch beiden auf die Art sympatisch seid. Er mag Dich, sonst hätte er nicht Dein Leben gerettet Bolle. Du weißt was er zu Dir in der SouvSec sagte. Drum dachte ich, Ihr könntest es versuchen. Du musst nicht, Du kannst es auch locker sehen und das ganze ist zudem erstmal nur eine Idee von mir. Vielleicht möchte Max gar nicht, vielleicht möchte er doch, oder er reißt mir den Kopf ab. Ich weiß es nicht, aber ich finde eben dass Du zu uns passen würdest und er ein paar Leute mehr braucht die Vertraute sind. Dazu müsst Ihr natürlich nicht zusammen sein, schaut doch einfach mal. Ich würde Oli bitten, die Akte einzusehen. Er ist neutral und würde ehrlich sagen, ob wir uns sorgen sollten. Vermutlich würde er sogar direkt einschreiten, wenn es was zu sorgen gäbe. Und um Enzo mach Dir keine Gedanken, den lassen wir nicht untergehen und solange er Riegel hat, hat er Alfie«, grinste Mitch und kraulte Bolle fester.

Bolek Bovier
»Mit Käse überbackene Riegel«, lachte Bolek leise und legte seinerseits den Arm um Mitchells breites Kreuz. »Gut, bitten wir Oli, uns die Akte von Rivkin zu zeigen. Wobei ich ohnehin zusammen mit Riv mit Oli sprechen wollte. Mit Max werde ich mich ganz unverbindlich mal beschnuppern. In der SouvSec hatte er viele Dinge gesagt, was davon meinst du?«

Mitch
Mitch gab Bolle einen Kuss. »Laut Info meines Chip sagte Max folgendes: »Du sprichst von Befehlsverweigerung und erläuterst mir, es war niemand mehr anwesend, der einen Befehl hätte erteilen können. Folglich kannst Du gar keinen Befehl verweigert haben. Wer hat Dir etwas befohlen? Niemand Bolek, folglich ist der Tatbestand der Befehlsverweigerung auch nicht gegeben. Der letzte ranghöchste Mann führt den Befehl, der letzte Mann warst Du - Du warst allein und hast entschieden aus dem Neugeborenen Felix Deine Schutzperson zu machen. Das ist kein Verbrechen. Dafür wurdest Du geboren. Ich kann mir keinen Jagdhund anschaffen und mich beschweren, das er jagt. Ich kann ebenso keine Lebenswächter in die Welt setzen und mich beschweren, dass sie Wache halten. Man sagt Kinder sind unschuldig, Ihre Seelen sind unbeschrieben wie frischer Schnee. Dem ist auch so. Aber wir alle wissen ebenso, dass nicht alles erlernt ist, sondern dass viele Teile unserer Persönlichkeit schon mit der Geburt feststehen. Siehe vererbtes Wissen oder Handlungen. Wie oft ertappt sich eine Person und denkt, das mache ich genau wie Vater, Opa, Oma, Tante... woher? Es ist ins Blut geschrieben. Das mag manche Personen ängstigen, vor allem jene die den Menschen für etwas besonderes halten und ganz besonders den freien Willen. Aber letztendlich gehören wir alle der Natur an, gleich wie weit wir uns davon entfernt haben mögen durch eigenen Antrieb. Wir alle essen und atmen. Und wir alle erhalten eine Grundausstattung unserer Vorfahren mit auf dem Weg. Auch Ihr, nur nicht durch Zeugung, sondern wie auch immer Ihr geschaffen werdet. Ihr habt so gesehen auch Eltern. Und Deine Vorfahren, Deine Ahnen schrieben Dir ins Blut unschuldige, wehrlose Personen zu schützen. Genau das hast Du getan. Ich sehe keine Schuld, ich sehe Deine Aufgabe als erfüllt an. Der Mann ist zu entlassen«. Und heute sitzt Du hier, lebst noch und wurdest auch entlassen. Du siehst er ist nicht nur klug, er ist auch ein Guter. Und Du bist das auch, denn sonst hätte Felix nicht überlebt Bolle. Drum passt das meiner Meinung nach«, sagte Mitch schlicht.

Bolek Bovier
Bolek strich sich verlegen über das schwarze Haar. »Das hört sich so an, als hätte er dafür gesorgt, dass der Verdacht, unter dem ich stand, tatsächlich aus meiner Akte getilgt wurde. Ich wollte tatsächlich niemandem ans Bein pissen dort in Obenza. Das Problem war, wir hatten ausdrückliche Anweisung von Adrien, keine lebenden GMOs mitzunehmen. Durch einen Wink des Schicksals hat Felix sich als Vampir entpuppt. Heißt, er lebt überhaupt nicht, auch wenn er atmet. Er ist untot. Ich mag den Kleinen sehr. Er ist wirklich ... mein Baby.«

Mitch
»Bolle ich weiß nur eines, er isst, schläft, lacht, weint, hat Freude und Angst, wie kann er da tot sein? Als er so voller Angst im Bad hockte und verbrannt war, da hatte ich Angst um ihn und er hatte richtig Panik. Vorhin lag er ganz entspannt im Bett, schaute sein Filmchen und Max schlief neben ihm. Wenn er tot ist, wenn er ein Vampir ist, heißt das noch lange nicht, dass er ein Monster ist. Er hat niemandem etwas getan und für seine Geburt, kann er nichts. Das weißt Du, ich und natürlich auch Max. Felix ist ein Baby und Ihr beiden wacht über ihn«.

Bolek Bovier
»Das hast du lieb gesagt. Du bist ein Lieber, Mitch.« Bolek küsste ihn auf den Mund. »Max und Felix scheinen sich gut zu verstehen. Und Max schläft einfach neben dem Vampir, das habe noch nicht einmal ich getan. Bisher war Felix entweder in einem anderen Raum, damit es auch wirklich immer dunkel ist, oder jemand anderes war wach und gab acht. Max liegt da mit ihm, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Ich frage mich immer noch, warum Carnac einen geklonten Vampir in Auftrag gegeben hat, der nicht einmal UV-resistent ist. Vielleicht werden wir es nie erfahren. Schön fände ich, wenn Felix einfach nur unser kleiner Felix bliebe und bei uns bleibt. Und wir alle gemeinsam als Familie über ihn wachen.«

Mitch
»Dann sollten wir genau dafür alles tun, das er bleiben kann und auch bleiben möchte. Er wirkt oft allein und verloren. Wir haben ja zu unserer Schande nicht mal gemerkt, das er im Bad war und dort Shampoo soff und sich verbrannte. Erst als er das Bad überflutet hat. Wir müssen ihm eine bessere Familien sein Bolle. Allein vom Reden fühlt sich Felix nicht geliebt oder beschützt. Ich denke das zeigt Max ihm oder kurz gesagt, er hat ihn gedanklich adoptiert, er ist einfach sein Papa. Wieso sollte er sein Baby fürchten? Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Wird er frech, klären wir das anders, als ihn immer auf Abstand zu halten. Wir können ihn nur in unserer Mitte willkommen heißen, wenn er auch in der Mitte aufgenommen wird. Max hat für sowas ein Gespür und Du auch. Auf die Familie Bolle«, sagte Mitch freundlich.

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Gammelei

#7

Beitrag von Younes Morland » Do 11. Apr 2019, 00:11

Younes Morland
Schmollend trottete Yoyo vom Bad zurück in die Wohnstube. Auf seiner Stirn prangte ein roter Abdruck, wo Mitchell ihn unsanft aus der Tür hinausgeschoben hatte. Er rieb sich den Fleck und plauzte neben Rivkin aufs Sofa. »Die lassen sich nicht aus dem Bad schmeißen. Dabei hab ich ihnen gesagt, dass du duschen willst. Was machen sie? Rauchen! Als ob sie das nicht woanders könnten. Ich find das mega egoistisch von denen.«

Rivkin Korvann
Rivkin hatte sich gemütlich auf der Couch heruntersinken lassen und strich sich über seinen vollgefutterten Bauch. Er hatte schon lange nicht mehr so gut und so viel gegessen. »Mach Dir keine Gedanken, irgendwann haben sie aufgeraucht und ich kann duschen gehen. Trotzdem lieb von Dir. Was hast Du da?«, fragte Riv und strich Yo über die rote Stelle. »Bolle oder Mitch haben Dir doch kein verpasst oder?«, fragte er sicherheitshalber nach, wobei er sich das eigentlich nicht vorstellen konnte.

Younes Morland
»Nö, der Mitch hat mich rausgeschoben, hat nicht mal bitte gesagt, echt! Der wollte da mit Bolle allein sein, aber nicht, weil sie Turteltäubchen sind, sondern um zu quarzen! Das können die überall, du hast schon vorhin gesagt, dass du duschen willst. Und genau JETZT müssen die da rein! Ich wette, das ist Bolles Schuld, das macht der mit Absicht. Der hat vorhin schon so komisch geguckt. Genau wie Alfie, bis Enni-Mausmaus ihm dem Proteinriegel zwischen die Kauleisten stopfte.« Er kuschelte sich ein und schob Rivkins Hand beiseite, um ihm nun seinerseits den merklich verdickten Bauch zu reiben.

Rivkin Korvann
Riv lehnte sich genüsslich zurück, sank förmlich in die Couch ein und legte seinen Kopf auf die Lehne ab. Dabei schloss er die Augen und brummte wohlig. »Dann soll er mir sagen, was ihm nicht passt. Nur Sprechenden wird geholfen und bei mir muss er nicht hinterm Berg halten. Ich bin nicht aus Zucker, auch wenn ich so aussehe. Ich vertrag einiges an Kritik, vielleicht nicht immer mit blendender Laune, aber ich vertrage sie. Das ist wirklich purer Luxus nach dem genialen Essen auch noch den Bauch gerieben zu bekommen. Mach nur so weiter, irgendwie habe ich gerade das Gefühl ich liege irgendwo unten im Taudis, neben einer dieser seltsamen Fleischblüten und bin von ihrem Pollenzeug total zugedröhnt. Kurzum ich träume das nur und irgendwann wachsen auch mir neue Blüten. Sowas haben wir dort unten gesehen. Sie sahen aus wie tatsächliche Blumen. Mannshoch Yoyo, aber sie waren beweglich wie Tiere und sie blüten immer auf Leichen. Nicht zwangsläufig Personen, gleich auf was, eben auf Kadavern. Da kann man sich einen Mythos reinspinnen. Emile meinte, das hat nichts mit Tod und Verdammnis zu tun, sondern der Taudis wäre ähnlich zu werten wie die Tiefsee. Beute- und Nahrungsknappheit. Also nutzt diese Pflanze wie andere Pflanzen die in Nährstoffarmen Regionen leben Fleisch um sich mit allem zu versorgen was sie benötigt. Und diese Blume macht genau dies im Taudis. Trotzdem hat es was gruseliges, wenn eine Blume auf einem Kadaver wächst. Sie haben so dicke Sporenkissen und kommt man zu nah an sie heran, platzen die Kissen durch die Erschütterung auf und die Sporen werden in die Umgebung geschleudert. Daran dachte ich gerade, ich weiß auch nicht wieso«, gestand Riv leise und legte seinen Kopf auf Yos Schulter ab.

Younes Morland
Yoyo fühlte sich schlagartig richtig gut, sein Ärger über Bolek und Mitchell war so schnell verflogen, wie er gekommen war. Er legte sich so hin, dass Rivkin es sich richtig gemütlich machen konnte an seiner Flanke und massierte ihm wie gewünscht den vollgefressenen Bauch. Nach kurzem Überlegen schob er Rivkins Oberteil nach oben und streichelte ihm die nackte Haut. »Sind das überhaupt Pflanzen gewesen? In der Tiefsee, das sind keine, auch wenn sie so aussehen. Es sind Tiere. Vielleicht waren das auch welche? Wenn die Pollen zur Dröhnung taugen, gibt es in Obenza garantiert wen, der die züchtet. Was passiert, wenn man zugedröhnt da liegen bleibt? Wächst dann die Pflanze mit ihren Wurzeln in einen hinein?«

Rivkin Korvann
Riv nickte mit geschlossenen Augen, während sein Kopf tiefenentspannt auf Yos Schulter lag. »Das haben wir so vermutet. Woher sollte die Pflanze sonst wissen, wo es einen Kadaver gibt? Das kann sie nicht wissen und die Sporen oder Pollen auch nicht. Ergo, was machst Du, wenn Du einen Kadaver benötigst? Du legst wen um. So hat Emile vermutet, dass die Sporen einem die Dröhnung geben, man atmet sie ein, fühlt sich super und wohl wenn man in diesem Sporenregen ist und bleibt dort. Und je länger man in diesem Zeug bleibt, je wahrscheinlicher ist es, dass sich die Sporen in die einnisten. Die Pflanzen beginnen zu wachsen und die Stärkste treibt letztendlich aus und legt Dich und ihre schwächeren Geschwister damit um. Überleben des Stärksten und des Gerissensten. Klingt fast als wäre sie am Reißbrett entworfen worden, meint Emile. Vielleicht war es auch einmal so und diese Blume ist eine Biologisch Organische Waffeneinheit. Irgendwer schmiss dann einen Ableger nach unten in den Taudis und sie vermehrte sich dort ungehindert. Oder sie ist von Natur aus so effektiv. Niemand ist so effektiv und effizient wie die Natur. Anpassen oder Aussterben, die zwei Möglichkeiten gibt es und diese seltsame Blume passte sich an. Ich weiß nicht wieso, aber ich fand sie mit eines der widerlichsten Dinge da unten. Sie verband etwas so harmloses wie ein Blümchen mit einem Massenmörder. Seltsamerweise denke ich öfter an sie, also habe manchmal Albträume davon, dass ich so eine Blume in mir trage. Weil mich das so angeekelt hat, wie ein Parasit«, flüsterte Riv.

Younes Morland
»Kann man die einatmen?«, fragte Yoyo besorgt. »Nicht, dass die wirklich noch in dir ist und keimt! Wenn du dich ausgeruht hast, kriegst du einen fetten MedScan, das ist klar. Wer ist überhaupt unser Heiler? Ich hab das schon wieder vergessen bei den ganzen Neulingen!«

Rivkin Korvann
»Ja kann man behauptete unser Heiler - Emile der Klugscheißer. Aber Du gehst da in Vollmontur runter, also mit allem Zipp und Zapp. Atemhelm mit Atemgerät. Auch wenn wir einige Giftstoffe ertragen können, Sporen und so weiter zählen nicht dazu. Und man sah auch an einigen Stellen Personen unbekannter Herkunft liegen. Möglicherweise Menschen, Naridier, ich weiß es nicht. Sie waren auch in Schutzanzügen, aber diese hatten winzige Löcher. Als wir danach zurück im Schiff waren, blieben wir in der Schleuse bis die Entseuchung abgeschlossen war. Also die Kammer wurde einmal komplett ausgebrannt, die Schutzanzüge halten sowas aus. Sie glühten Rot, aber kühlen ja auch wieder ab. Dann gab es zig Desinfektionen mit Sprüh- und Strahlmittel und erst dann ließ uns die Kammer wieder frei - entseucht. Keine Ahnung was das für eine Mörderblume ist, aber die hat es scheinbar in sich und seit der Erfahrung träume ich von Blumen und fürchte mich. Erzähl das mal einem!«, stöhnte Riv.

Younes Morland
»Ach was, das haben viele, die erzählen es nur nicht rum, weil es ihnen zu blöd ist«, versuchte Yoyo ihn zu trösten, während Enzo die Augen rollte - Yoyo hatte es genau gesehen! Aus Niedertracht kuschelte er sich seinerseits bei Rivkin ein und kusselte ihn. »Fühlst du dich auch wohl? Hast du alles, was du brauchst? Bist du rundum zufrieden?«

Rivkin Korvann
Rivkin zog Yoyo fest an sich und schmiegte dabei seinen Kopf fest an den von Yo. »Besser geht es gar nicht, es sei denn Du bietest mir ein Bett an. Dann könnten wir es uns dort gemütlich machen. Weißt Du wieviele Packungen Mitch und Bolek rauchen wollten? Ich meine klammern die sich an den Rauchstangen fest oder lutschen die die Dinger? So langsam könnten die echt mal aus dem Knick kommen. Wenigstens mal 5 Minuten ist doch nicht zu viel verlangt. Ich fühle mich schon wie Schmiere. Und wie geht es Dir? Alles in Ordnung? Ich meine bezogen auf den Mannverlust und die Teamauflösung. Sowas ist immer Scheiße und zwar gewaltig große. Kann man nicht anders sagen«, raunte Riv ihm ins Ohr und küsste Yo auf den Hals.

Younes Morland
»Nebenan ist ein Bett«, raunte Yoyo verschwörerisch. »Wir müssen es nur hinkriegen, Maximilien da hinauszutragen, ohne dass er aufwacht. Der schläft wie ein Stein, sollte kein Problem sein.« Als er Rivkins Lippen und seinen Bart am Hals spürte, wurde ihm schlagartig anders. So als würde er selbst nun unter dem Einfluss irgendwelcher Pilzsporen stehen. »Du bist wirklich Zucker, Riv. Auch wenn du das Gegenteil behauptest. Also wegen dem Mannverlust, nein, da geht`s mir nach wie vor mau! Ethan war so lieb und niedlich. Ausgerechnet den muss es natürlich erwischen! Jeden Stinkstiefel hätte es weghauen können, aber es erwischte ihn. So ist das immer. Und das neue Team ist irgendwie komisch. Wie ein Golem, nichts passt zusammen, es wirkt zusammengesetzt, künstlich, unnatürlich. Ich bin froh, dass wir dich jetzt dabei haben!«

Rivkin Korvann
Riv streichelte Yo über die Brust und rutschte noch ein Stück näher, wenn das überhaupt ging. »Ein Team muss sich erst finden Yo. Das ist immer so und wird immer so bleiben. Die Grundvoraussetzungen für ein gutes Team sind da. Es gibt keinen Streit, wir kommen miteinander aus, ich bin der Neue und muss mich einfinden. Was anderes kann und hab ich nicht zu erwarten. Die anderen Teammitglieder muss ich noch kennenlernen. Wer Euer Heiler ist, kann ich Dir nicht sagen, aber einen dabei haben sollten wir auf alle Fälle. Allein schon wegen dem Duc und der Princen. Vielleicht sollten wir alle als Team einmal zusammen abhängen auf Bier und Grillteller, damit wir uns beschnuppern können. Falls man den Duc von so etwas überzeugen kann. Wir gehen ja nicht nur als Tuteurs mit den Princen und dem Duc darunter oder? Da müssten doch noch ein paar Nasen mehr dabei sein. Ein Golem? Ein Golem war einst eine magische Wesenheit, die man erschuf, damit sie ihrem Schöpfer dient, aber vor allem damit sie einen bestimmten Personenkreis beschützt und zwar rigoros. Von daher passt der Golem ja. Es gab einst eine Sage einer bestimmten Stadt, da ging ein Golem um, der Leute auf bestialische Art und Weise tötete. Und das tat er um eine gewissen Gruppe zu schützen. Das »Ding« konnte man nur aufhalten, indem man ihm den Zettel aus dem Mund nahm, denn damit erweckte man diesen Golem zum Leben. Sie waren auch nicht wie manche glauben aus Fleischstücken oder ähnlichem, sondern der Golem aus der Mythologie wurde aus Lehm geformt. Und was immer Du auf den Zettel geschrieben hast als Schöpfer, genau diesem Befehl folgte der Golem stoisch und unausweichlich. Quasi war das sein Marschbefehl. Er war also kein bösartiges Monster, sondern ein Wächter aus Lehm«, erklärte Riv und streichelte Yoyos Oberschenkel.

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Fortsetzung der Gammelei [Rivkin und Yoyo]

#8

Beitrag von Younes Morland » Do 11. Apr 2019, 00:14


Oliver Vallis de Souvagne
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#9

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » Fr 12. Apr 2019, 01:11

Mitch
Mitch betrat gemeinsam mit Bollek das Wohnzimmer und fragte sich hier wieder los gewesen war. Felix hatte geschrien, aber Max hatte ihn scheinbar schon abgeholt. Yo, Rivkin, Enzo und Alfie saßen alle auf einer Couch und diese neigte sich nicht nur zum Biegen, sondern zum Brechen oder war sogar kurz davor. Von Yo die Hosenschlange hing draußen und Rivkin lag grätenbreit auf dem Bauch von Yo. Klar was sich hier abgespielt hatte. Mitch musterte Bollek und nickte minimal zum Sofa hin. »Gehen wir eine Runde zu Olli?«, fragte er freundlich.

Bolek Bovier
Boleks Mundwinkel sanken hinab. Er hätte sich lieber dazu gekuschelt. Aber Mitchell war der Meinung, dass die organisatorischen Dinge Priorität hatten vor der Teambildung und genau genommen hatte er ja auch recht. »Ja, dann haben wir es hinter uns«, bestätigte Bolek. »Aber wo ist Oli?«

Mitch
»Vermutlich bei seinem Mann, lass uns zu den Gemächern des Duc gehen, falls er nicht dort ist, dann könnte er nur im Tempel sein. Aber ich denke schon dass bei seinem Mann ist. Er wird die Abreise mit ihm vorbereiten, dass würde ich jedenfalls an seiner Stelle tun. Drum lass uns zuerst dort suchen. Weißt Du was ich mich die ganze Zeit frage? Wieso nimmt der Duc seine persönliche Leibgarde nicht mit in den Taudis?«, grübelte Mitch und gab den Weg vor.

Bolek Bovier
»Seine persönliche Leibgarde?« Bolek überlegte, während er Mitch folgte und tätschelte ihm ein wenig den Hintern, damit er besser denken konnte. »Was sind denn das für welche, Tuteurs oder andere? Vielleicht sind sie für das Umfeld da einfach nicht geeignet. Oder was sind deine Gedanken dazu?«

Mitch
Mitch grinste Bollek über die Schulter hinweg an und ging etwas langsamer. »Ich habe überhaupt keine Gedanken dazu Bolle, ich habe mich nur gefragt, warum er sie nicht mitnimmt. Tuteurs wie wir und in SubSouvagne ist eine Garde Souvrakasier. Sie Vielleicht lässt er sie auch hier, wegen seinen Kindern, sprich dass sie Auriville und Chandra bewachen. Nun wir sind nicht weniger hart als die Leibgarde denke ich, sonst würde er uns nicht mit in den Taudis nehmen, als seinen Schutz. Wieso was sind denn Deine Gedanken dazu?«, fragte Mitch und ging gleichauf mit Bolle um ihm einen Arm um die Hüfte zu legen.

Bolek Bovier
Bolek und Mitchell schlenderten gemütlich den Korridor entlang, jeder den Arm um die Hüfte des anderen gelegt, wobei Bolek seinen Kameraden tätschelte. »Das macht mich ... misstrauisch, offen gestanden. Will er seine Leibgarde aufsparen und lieber uns verheizen? Uns kennt er kaum, hat keine Beziehung weiter zu uns. Wir sind alle neu, du bist auch erst seit wenigen Monaten da. Keine Bindung von seiner Seite aus. Am Ende ... sollen wir da unten draufgehen, nachdem wir irgendwas Geheimes geborgen haben, von dem niemand außer der Familie erfahren soll!«

Mitch
»Du meinst wie damals bei den heiligen Gräbern, wo dann die mit eingemauert wurden, die sie gebaut haben? Das glaube ich nicht. Das kann ich mir nicht bei dem Duc de Souvagne vorstellen, gleich welcher, sie haben sich doch immer mit ihrem Volk und Land identifiziert. Aber gut, als was sieht er uns? Volk, Landsleute oder Waffen? Und selbst wenn es so wäre, ist das was wir dann bergen für alle dermaßen wichtig, dass man auf uns verzichtet? In die Richtung mag ich gar nicht denken. Ich wollte mir bald einen Welpen kaufen, soll ich das vor dem Taudis machen? Damit ich ihn schon mal hätte? Er könnte im Schiff bleiben. Wir könnten versuchen mit Oli zu reden, was wir dort unten sollen«, sagte Mitch und führte Bolle zu den Gemächern des Duc. Er grüßte die Garde freundlich und sie ließen ihn passieren, immerhin kannten sie ihn als Leibdiener von Maximilien. Mitchell klopfte etwas nervös an der Tür vom Duc und wartete ab. Es dauerte einen Moment, dann öffnet ein Droide die Tür und schaute beide an. »Euer Begehr?«, fragte er mit freundlich synethischer Stimme. https://www.imagebanana.com/s/1388/YoSJBzm1.html

Mitch
https://www.imagebanana.com/s/1388/8ktWJvK2.html

Bolek Bovier
»Doch, das glaube ich. Gemeinwohl über das Wohl des Einzelnen. Mit den richtigen Gründen werden Einzelpersonen durchaus geopfert - wenn man davon ausgeht, dass wir als Personen wahrgenommen werden. Ist sowieso so eine Sache.« Als der Droide die Tür öffnete, ließ Bolek Mitchells Hüfte los. »Wir möchten gern zum Prince Oliver de Souvange, mal was reden.«

Droide
Der Droide verharrte kurz, er hielt Rücksprache mit dem Duc via Interkom dann gab er den Weg frei. »Prince Oliver de Souvagne ist anwesend, tretet ein«, sagte der Droide höflich und machte Platz.

Mitch
Mitch nickte dankbar und ging an dem Droiden vorbei. »Prince Oliver?«, fragte er in den Raum hinein, da der Droide keine Anstalten machte, sie irgendwohin zu führen.

Oliver Vallis de Souvagne
»Anwesend.« Oliver saß auf der Couch und betrachtete gerade unterschiedliche Paare von Socken, die er vor sich hingelegt hatte. »Tretet ein. Was gibt es?« Er schaute sich um, wo sein Mann war. »Pierre! Wir haben Gäste.«

Mitch
Mitch gesellte sich zu Oliver und verneigte sich zur Begrüßung. Immerhin war Oliver ein Prince und er war bei ihm Zuhause. »Wir würden gerne mit Euch sprechen. Es geht um unseren Neuzugang Rivkin Korvann. Er war vor gut 20 Jahren mein Truppführer in E9 und wir möchten gerne wissen, ober er bei uns im Team bleiben kann. Ich möchte keinen Kollegen anscheißen, aber er wurde eigenmächtig eingeladen. Vom Fachwissen her ist der Mann topp und eine Bereicherung. Ohne jeden Zweifel Hoheit, aber von der Art her könnte eine Gefahr von ihm ausgehen. Seinerzeit wurde ihm das Amt des Truppführers aufgrund von Ungehorsamkeit und Brutalität entzogen. Das ist wie gesagt 20 Jahre her und in so einer Zeit passiert natürlich viel. Trotzdem sorgen wir uns um das Team, die Mission und vor allem um Euch. Würdet Ihr für uns seine Akte einsehen und sagen ob er teamtauglich ist, Ihr ihn überhaupt mit in den Taudis nehmen würdet und würdet Ihr uns vielleich sagen, was genau wir dort suchen? Das wäre wichtig für unsere Planung«, bat Mitch.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver legte die Socken beiseite. »Setzt euch.« Er wies auf zwei Sessel gegenüber des Sofas. Pierre ließ sich natürlich nicht blicken. Er versuchte, sein Interkom zu benutzen und Pierres Droiden dazu zu bringen, den Gästen eine Erfrischung zu reichen. Er war gespannt, ob er es hinbekam. »Ich werde schauen, ob ich Zugriff auf die Akte habe. Wir schauen einfach ganz neutral und unvoreingenommen mal hinein.« Damit begann er, im Courant nach Informationen über Rivkin Korvann zu suchen, genau wie über seine alte Einheit.

Droide
Der Droide brachte Oliver und seinen Gästen Erfrischungen und zwar Zitronenlimonade. Einfach weil Pierre sie sonst gerne trank. »Hohheit Oliver, mein Herr schläft. Soll ich ihn für Euch aufwecken?«, bot der Droide hilfreich an.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ja, mach das. Mein Interkom spinnt manchmal. Bedient euch.« Er selber nahm auch eines der Gläser zur Hand und trank. Er fand den Geschmack erfrischend und angenehm.

MAX/Courant
Oliver erhielt Zugriff auf die Akte, da sie nicht als Verschlusssache deklariert war. Als einer der Princen hatte er erweiterte Zugriffsrechte. Über ihm stand nur noch Pierre selbst. Oliver sah die Geburt von Rivkin Korvann, die geleisteten Einsätze, deren Beurteilungen und seine Verfehlungen. Er sah wie das Team das er geleitet hatte, aufgelöst worden war. Was aus den Kameraden samt Daisy wurde und ebenso sah Oliver, wohin es danach Rivkin verschlagen hatte. Im Grunde war er nur noch ein Springer gewesen, um die Einsatzstärke bei manchen Teams zu stopfen. Für einen Tuteur eine Tortur. Die Erfahrung im Bereich des Taudis konnte ihm keiner absprechen, denn auch das sah Oliver, er sah dass Rivkin mit einigen Teams schon dort unten war und bis jetzt die Einsätze so gut wie unbeschadet überstanden hatte, von einigen Bagatellverletzungen abgesehen. Das alles offenbarte ihm MAX.

Droide
»Sofort Hoheit«, erklärte der Droide und verschwand im Schlafzimmer.

Pierre
Ungefähr 20 Minuten später erschien Pierre im Wohnzimmer. Er trug eine einfache Stoffhose und ein Shirt und hatte sich die Haare zusammengebunden. »Was ist los Oli?«, fragte er seinen Mann und musterte Mitch und Bolle.

Oliver Vallis de Souvagne
»Schatz, die Tuteurs haben Bedenken geäußert. Irgendwer hat einen neuen Tuteur namens Rivkin Korvann in die Gruppe gebracht mit fragwürdiger Vergangenheit, aber großem Erfahrungsschatz im Taudis. Wer war das überhaupt?«, fragte er an Mitchell gewandt.

Pierre
»Younes Morland«, antwortete Pierre an Mitchs Stelle und hockte sich aufs Sofa neben seinen Mann, während Mitch sich vor dem Duc ebenso verbeugte. »Ich ziehe seine Daten«, sagte Pierre und zündete sich eine Rauchstange an, während er sich die Daten von MAX auf sein Interkom spielen ließ. Für einige Zeit sah es so aus, als beobachtete Pierre irgendwas in der Ferne, was nur er wahrnahm. Was auch den Tatsachen entsprach, denn er sah die Infos die ihm über Rivkin gezeigt wurden. Einen Augenblick später schüttelte er leicht den Kopf und wandte sich an Oli. »Vor 20 Jahren wurde er des Amtes enthoben, aber er bekam als Springer eine zweite Chance. Bis dato keine großen Verfehlungen mehr, er hat mehrere Einsätze im Taudis abgerissen. Truppführer der Expedition ist Vas, Der Erfahrungsschatz von Rivkin wäre von Vorteil«, erklärte Pierre und trank einen Schluck von Oli Limonade.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wieso stellt Younes eigenmächtig irgendwen ein?«, ärgerte Oliver sich. »Der hat doch keinerlei Befehlsgewalt. Wenn Vas das gewesen wäre ... was sagt Vas dazu? Ich möchte noch seine Einschätzung hören, er ist schließlich der Einsatzleiter.«

Mitch
Mitch nickte zustimmend. »Wenn ich was anfügen darf Majestät, es ging nicht darum das Yo Ärger bekommt, sondern von Rivkin keine Gefahr ausgeht. Er scheint sehr vernarrt in ihn zu sein, aber unser Truppführer ist Vas. Das sehen nicht nur wir so. Und wir hätten gerne gewusst, was wir im Taudis suchen, falls wir dies wissen dürfen«, sagte Mitch ergeben.

Oliver Vallis de Souvagne
»Natürlich kriegt er Ärger, was erlaubt der sich. Gerade einige Tage im Team und dann so was. Vas wird ihm Benimm beibringen, da bin ich sicher. Was nicht heißt, dass Rivkin nicht ein guter Mann sein könnte. Dennoch hätte Younes an uns herantreten sollen, anstatt eigenmächtig etwas in die Wege zu leiten. Was wir im Taudis suchen, kann mein Mann besser erklären als ich.« Olivers Gesicht verfinsterte sich bei dieser Aussage.

Pierre
»Younes hat niemanden eigenmächtig eingestellt, laut Auszug meiner Basisdata, hatte ich ihm die Erlaubnis erteilt. Das sah ich gerade. Rivkin Korvann hatte ich bereits vor vier Tagen abgefragt gehabt. Gesprächsauszug:

Pierre:
`Audienz erteilt, was ist Dein Begehr?´

Younes Morland
›Morgen, Majestät, hier ist der Yoyo! Ich habe gerade intensiv in der Fachliteratur zum Taudis recherchiert, mir die Literaturliste und die Namen der Experten angesehen und konnte jemanden dafür begeistern, sich unserer Expedition anzuschließen, der schon mehrere erfolgreiche Expeditionen in den Taudis absolviert hat. Und er hat sie alle überlebt! Zich Jahre als Einsatzleiter mit allem Drum und Dran und es wäre ihm eine Ehre, uns zu begleiten. Seine Bewerbungsunterlagen hat er mir auch schon zukommen lassen, sehen sehr vielversprechend aus. Zufällig hält er sich auch genau auf unserem Weg dorthin auf, er arbeitet gerade in Obenza. Hört sich das nicht gut an?‹

Pierre:
`Das hört sich nach einer unserer Ausreden an, wer ist er?´

Younes Morland
›Ein Rivkin Korvann‹, erklärte Yoyo und hoffte, Pierre würde den Namen nicht kennen. So unwahrscheinlich war diese Hoffnung ja nicht, es gab schließlich hunderte von Einsatzleitern, vielleicht tausende oder zehntausende, wenn man die ganzen bedeutungslosen kleinen Teams und Unterabteilungen mit einberechnete.

Pierre:
Pierre schwieg einen Moment im Privaten Courant. `Rivkin Korvann, ehemaliges Mitglied von Team 9 der Operations Speciales, kurz OpsSpecE9 - sein Ruf eilt ihm voraus, wie man so schön sagt. Ihm wurde seinerseits nicht grundlos die Teamleitung entzogen, aber für die bevorstehende Aufgabe eindeutig ein fähiger Mann. Die Teamleitung der Eingreiftruppe obliegt Vas, der Rest obliegt unserer Person, sowie unserem Ehemann. Deine Hoffnung ist ehrenwert aber nicht angebracht, es gibt Dinge die wir nicht wissen. Aber wir haben Möglichkeiten alles was Souvagne betrifft in Erfahrung zu bringen Younes. Du kannst Rivkin ausrichten, dass er rekrutiert ist durch unseren Befehl. Er hat laut Basisdata ein sehr fundiertes Wissen über den Taudis, zudem schadet seine ungestüme Kampfkraft an so einem Ort sicher nicht´


Pierre
»Der Rest der Aufzeichnung und das Bildmaterial ist für Dich völlig uninteressant. Also ja ich weiß davon, hatte es aber nicht mehr auf dem Schirm Schatz«, gähnte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Schön«, fauchte Oliver. »Zeig mir die Bilder, die gehören ja wohl zu Konversation dazu, oder? Würdest du bitte den beiden noch ihre Frage beantworten, was wir da unten suchen? Und Vas möchte ich auch gern hören.«

Pierre
Pierre musterte seinen Mann und rauchte mehrere Züge genüsslich und völlig kommentarlos. »Was bist Du denn so gereizt Liebling?«, fragte zuckersüß. Aber Pierre unterließ es tunlichst, Oli den Rauch ins Gesicht zu blasen. »Wir suchen im Taudis generell nach allem, speziell nach einer Lösung für unser Krankheitsproblem. Das ist kein Geheimnis. Meine Intension war, wenn es dort unten in all dem Dreck überlebt, wird es in unserer Welt auch existieren können. Aber wie kann es dort unten im Taudis leben? Nur indem es abgehärtet ist, was seine Vitalfunktionen angeht. Und um an diese Informationen zu kommen, kurz gesagt an diese DNS Sequenzen gehen wir dort hinunter. Zudem wollte ich nach den Separe schauen und ob man sie bergen kann. Alles kein Geheimnis, all das weiß Vas. Meinem Stand entsprechend sollte ich vielleicht nicht selbst in den Abgrund reisen, auf der anderen Seite treibt mich die Neugier. Vas Befehlsgewalt ist unumstößlich. Es gibt keinen Grund zur Sorge, sollte Rivkin sich dort unten widererwartend als Gefahr erweisen, werde ich mich seiner annehmen. Ich denke nicht, dass es soweit kommen wird«, sagte Pierre ruhig zu Mitch und Bollek. »Der Rest des Gesprächs samt Bild via Interkom Oli«, erklärte Pierre und übermittelte zeitgleich was gesendet, gesehen und gedacht wurde. `

Younes Morland
Yoyo schämte sich einen Moment, weil er beim Lügen ertappt worden war, aber immerhin war es nur eine halbe Lüge gewesen. ›sehr Wohl, Majestät‹, sprach er in ausgesprochen höflichem Ton. ›Hm und danke.‹ damit flüchtete er aus dem Courant und widmete sich mit noch breiterem Grinsen als zuvor seinem Handcom. Er machte rasch ein Foto seiner erigierten Hosenschlange zur Untermalung der frohen Botschaft. ›hey, Riv, hier Yoyo noch mal. Gute Nachrichten. Kraft des Befehls unseres großzügigen wie geliebten Ducs bist du rekrutiert, uns in den Taudis zu begleiten!‹ Er hängte das neue Schwanzbild an und sendete die Nachricht. Dann umarmte er Alfie vor guter Laune und knutschte ihn ins Sofa hinein. »Riv kommt auch mit! Wie genial ist das?«

Pierre:
`Lieber Younes, eine Audienz wird vom Duc beendet. Privat, ich verzeihe Dir bei diesem wundervollen Rekrutierungsfoto. Keine Sorge, es ist verschlüsselt versandt worden, mich trieb nur etwas die großherzogliche Neugier. Mein Kommentar - schöne Aussichten für Rivkin. Pass auf Dich auf Du Schlingel. Audienz beendet´.


Oliver Vallis de Souvagne
Oliver verkniff es, sich die Schläfen zu massieren. Das würde Pierre heute Abend tun müssen. »Damit wäre die Frage nun eindeutig geklärt, warum Younes Rivkin dabei haben wollte. Und auch, was da unten gesucht wird. Du solltest einen Filter für Dateianhänge einbauen. Das Bild war widerlich.« Er trank erstmal einen großen Schluck Limo. »Gut, also allen wollen Rivkin dabei haben, niemand will die Einschätzung von Vas hören, damit ist ja alles geklärt. Habt ihr zwei sonst noch irgendwelche Fragen?«

Mitch
Mitch schüttelte den Kopf, aber nicht weil er keine Fragen mehr hatte, sondern weil er gerne Vas Einschätzung hören wollte. »Also ich würde schon gerne Vas Einschätzung hören. Er ist ein besonnener Truppführer und Yo ist verknallt. Das wird sein Ausschlag gewesen sein, also der seiner Entscheidung. Er hat keinen Hautausschlag oder sowas. Aber Rivkin hat wirklich gute Erfahrungen, dass stimmt«, warf Mitch ein.

Oliver Vallis de Souvagne
›Ein Mann der Vernunft‹, dachte Oliver zufrieden und versuchte, Vas via Interkom zu kontaktieren.

Vas
`Prince Oliver? Wie kann ich Euch helfen?´, fragte Vas freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver freute sich, dass sein Interkom heute offenbar gut funktionierte, trotz seiner wenig ausgeglichenen Stimmung. ›Bist du im Palast? Wenn ja, bitte komm kurz vorbei, wir sind im Gemach seiner Majestät. Wenn du gerade außerhalb weilst, eröffne ich eine Teamkonferenz.‹

Pierre
Pierre drückte die Rauchstange aus und lehnte sich an Oliver an. Er strich seinem Mann über den Rücken und wartete die Antworten ab.

Vas
`Ich bin unten am Schiff und kontrolliere alles für den Abflug und den Einsatz. Ich komme umgehend vorbei, also ich bin in 5 Min da Herr´, antwortete Vas und machte sich direkt auf den Weg.

Oliver Vallis de Souvagne
»Vas ist in wenigen Minuten bei uns«, informierte Oliver. Er legte den Arm um seinen Mann, küsste ihn und nebenbei griff er auf seinen Speicher zu und löschte den Dateianhang. Dabei grinste er zufrieden.

Pierre
Pierre erwiderte den Kuss und schmiegte sich tief in Olivers Arm. »Du bist einer«, grinste Pierre und drückte Oli an sich. »Hast Recht, nur zu. Ich liebe Dich Oli, hören wir uns an was Vas zu sagen hat. Ich werde Dot nicht allein gegenübertreten, sollte ich ihn finden. Das machen wir gemeinsam Oli. Hören wir Vas an und was er zu der Rekrutierung wie auch zu dem Einsatz zu sagen hat. Dafür ist er der Leader«, antwortete Pierre und wartete mit seinem Mann und den beiden Tuteurs auf Vas.

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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 00 -- Kollektives Abgammeln

#10

Beitrag von Mitch » Do 18. Apr 2019, 16:50

Hundstage - oder Urlaub mit Hund, Kind und Kegel


Mitch
Mitch wachte am Morgen auf, schaute nach Felix der neuerdings bei ihnen im Bett schlief und küsste Max. Die übliche Reaktion erfolgte, Max zog sie die Decke über den Kopf und nuschelte etwas von 5 Minuten. Mitch rüttelte während dessen Felix so lange wach und legte dem kleinen Vampir aus der Kühltruhe neben dem Bett einen Blutbeutel auf die Bettdecke. Danach schälte Mitch Max aus der Decke, strich ihm die Haare aus dem Gesicht und küsste ihn liebevoll. "Morgen Max, heute ist Urlaub angesagt. Es ist schon alles durchgeplant. Wir machen gemeinsam Urlaub auf einem Hausboot. Dabei sind Bolle, Cy, Alfie und natürlich Oliver, damit wir nicht zuviel Spaß haben. Sozusagen er ist der Anstandswauwau - der Sittenwächter. Wo wir von Hund reden, Welpi können wir auch abholen. Ich habe ihn auf Deinen Namen gekauft, er gehört Dir. Dann kann ihn uns keiner weggenehmen", erklärte Mitch freundlich, während Max ihn nur stumm musterte und in Zeitlupe blinzelte.

Bolek Bovier
Das Sofa war inzwischen endgültig zusammengebrochen. Bolek hatte die Beine kurzerhand abgebrochen und im Hausmüll entsorgt. Das Sofa lag nun wie eine riesige Matratze auf dem Boden. Die Bewohner hatten sich bisher nicht beschwert, also war das wohl in Ordnung so. Bolek streckte sich. Er musste außen liegen. In der Mitte lag Younes auf dem Rücken, alle viere von sich gestreckt, mit Rivkin auf dem Bauch und in einem Arm Alfie und im anderen Enzo - paradiesische Zustände für den zweitjüngsten Tuteur. Bolek hatte sich hinter Alfie gelegt, da dieser sich etwas ausgegrenzt gefühlt zu haben schien. Bolek ging aufs Klo, wusch sein Gesicht, trank ein Glas Wasser und spazierte ins Schlafzimmer, von wo aus er saugende Geräusche hörte. Mit einem »Morgen«, trat er ein. Es waren jedoch keineswegs Mitch und Max zugange, sondern Felix, der begeistert einen Blutbeutel leerte, zwischendurch rülpste und schmatzte und ziemlich kleckerte. Bolek strich ihm übers Haar und legte sich hinter Mitchell, den er mit einem Kuss auf den Hals begrüßte.

Mitch
Mitch streichelte Max über den Rücken und küsste Bolle zur Begrüßung. "Na alles gut bei Dir? Wie hast Du geschlafen? Heute geht es los, wir fahren für eine Woche in den Urlaub. Wir müssen nur noch Oli überzeugen mitzukommen und Felix wird bei Auri abgegeben. Er hütet ihn eine Woche, das hat der Kurze angeboten. Ich hoffe sie machen keinen Blödsinn", sagte Mitch und zog Bolle mit ins Bett, so dass er neben Max lag. Max hatte es sich erneut gemütlich gemacht und war wieder eingeschlafen. Die Nuckelgeräusche von Felix hatten etwas Beruhigendes.

Bolek Bovier
Bolek grinste und streichelte Mitchell, ehe er vorsichtig auch dem für ihn winzigen Maximilien über das Ärmchen strich. Sogar Felix war einen halben Kopf größer als der Urvater der Souvagnes. Er hatte vor Jahren einmal mit einem Menschen gekuschelt, aber es war dennoch extrem ungewohnt, wenn man sonst zwischen Tuteurs schlief. »Riv schnarcht noch, er scheint sich wohl zu fühlen. Wenn Felix und Auri keinen Blödsinn machen, würde mich das doch sehr wundern, wenn man ihr Alter bedenkt. Habt ihr schon gepackt?«

Mitch
"Ja ich habe schon gepackt, aber viel nehmen wir nicht mit. Er soll sich vor Ort schöne Sachen aussuchen und kaufen. Wir stöbern überall herum. Er fasst sich gut an oder? Seine Haare fassen sich gut an. Du kannst ihn ruhig streicheln, er wird nichts gegen haben, sonst hätte er Dich gerade schon rausgeschmissen. Wobei er manchmal wach ist und trotzdem nicht ganz da ist. Das ist irgendwie schräg. Du erzählst ihm was er gut Dich an, Du laberst weiter und guckst Du ihn dann an, ist er eingepennt. Das ist Max morgens, es sei denn der Morgen ist nach 13 Uhr, dann ist er wach. Total die Schlafmütze. Riv und Yoyo, das ganze Hausboot würde den Urlaub über wackeln, drum nehmen wir die nicht mit. Oder was meinst Du? Wollen wir sie besser mitnehmen? Sicherer wäre es. Felix soll brav sein Frühstück trinken, der Rest ist fast egal", lachte Mitch leise. "Oh und wir müssen Welpi heute abholen, das ist wichtig. Hier schau, dass ist Welpi", sagte Mitch und drückte Bolle sein Com in die Hand. https://artguide.com.au/assets/files/20 ... 00x600.jpg

Bolek Bovier
»Der Welpe sieht irgendwie ... deformiert aus.« Bolek betrachtete das Wesen und versuchte, es niedlich zu finden, aber es wollte ihm nicht gelingen. »Na ja, wenn es groß ist, verwächst sich das vielleicht. Riv und Yoyo hierlassen? Warum das denn? Ich dachte, wir wollten als Team fester zusammenwachsen, oder hast du es dir anders überlegt?« Er fuhr mit den Fingern durch Maximiliens weißblondes Haar und roch daran. »Ganz weich und riecht nach Granatapfel oder so was.«

Mitch
"Das war ein Witz, ich sagte Dir doch damit das Hausboot nicht wackelt. Das war nicht ernst gemeint. Er sieht nur so seltsam aus, weil er ein Baby ist. Die bekommen noch einen ordentlichen Kopf, eine lange Schnute und natürlich scharfe Zähne. Wir lassen die beiden nicht hier Bolle", sagte Mitch und kraulte Bolle und Max. "Er mag wenn seine Haare gut duften, ich mag es auch. Hast Du irgendeinen Wunsch, was wir mitnehmen sollen?", fragte Mitch und küsste Bolle.

Bolek Bovier
Bolek fläzte sich gemütlicher hin, da Mitchell offenbar noch in Kuschelstimmung war. Wenn sie schon Urlaub hatten, dann war Hektik fehl am Platz, also streckte Bolek sich lang und erwiderte den Kuss, während er Maximiliens Oberarm sanft knetete. Irgendwann würde der schon aufwachen. »Ich finde, der Welpe sieht krank aus, du solltest ein anderes Labor kontaktieren, ob die einen haben. Oder woher ist der? Gibt es davon verschiedene Sorten? Mitnehmen sollten wir einen riesigen Berg Kokosriegel, sonst gibt es Streit, beim Rest bin ich genügsam. Hm, doch, einen Grill! Wir wollten grillen! Vielleicht eine Angel.«

Mitch
"Ich finde ihn niedlich und ich werde ihn abholen, er gehört uns doch schon. Er stammt aus der SouvSecSoc - Souvagnische Securite Societe Fertigungsanlage Trognon und er wurde schon hierher gebracht, also an die Oberfläche. Er wartet nicht in Sub-Souvagne. Ihr steht auf Kokos was? Bei uns ist es Erdbeere. Wir werden von allen genug einstecken und der Grill ist wichtig. Abends machen wir es uns vor dem Haus gemütlich und Grillen. Wobei wir auch mittags auf dem Dach grillen können. Angeln? Warum nicht, gute Idee. Ich freue mich jedenfalls auf unseren ersten Urlaub", grinste Mitch und streichelte Bolle über den Schädel. "Felix Frühstücksbeutel sind auch schon alle organisiert. Er wird sich bei Auri wohlfühlen, dass hoffe ich jedenfalls. Mitnehmen können wir ihn nicht, da das Hausboot nicht Lichtdicht ist", sagte Mitch und kraulte Bolle den Bart.

Bolek Bovier
»Ja, auf Kokos sind wir ganz wild, auch unsere Haarwäsche und das Duschbad und der Rasierschaum riechen nach Kokos. Adrien hat damit angefangen und uns alle damit angesteckt. Wenn es nach Kokos roch, wusste man, er ist irgendwo in der Nähe. Und seit er nicht mehr ist, nun ja, scheinbar erinnert es nicht nur mich an ihn. Bei uns hat natürlich noch niemand gepackt. Wir waren mit der Begrüßung von Rivkin beschäftigt. Du hast schon alles vorbereitet, ich war der Meinung, Felix muss doch irgendwie mit.« Wie aufs Stichwort quiekte Felix plötzlich schrill auf und hörte gar nicht mehr auf zu schreien. Dort, wo er eben noch gesessen hatte, saß nur noch ein kleiner gelber Pelzball mit schwarzen Flügeln und mit einem aufgesperrten rosafarbenen Rachen.
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»Ist das normal?«, fragte Bolek.

Mitch
"Euer Gruppengeruch Kokos. Steck die Card ein und kauft Euch auch was Schönes vor Ort. Ja ich verstehe was Du meinst, das ist, wie wenn man am Schal oder Shirt von wem schnuppert, weil man ihn vermisst. Ich finde den Brauch total schön mit dem Kokos", antwortete Micht. Und dann geschah es, Felix war nicht mehr Felix. Mitch glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er schrumpfte und sich in eine Fledermaus verwandelte. "MAX!!!", brüllte Mitch, so dass Maximilien senkrecht im Bett stand. Mitch deutete auf die Fledermaus die vor dem Blutbeutel hockte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max war mit einem Satz auf den Beinen und schaute sich desorientiert um, ehe ihm klar wurde, dass Mitch wegen Felix so gebrüllt hatte. Der ehemalige Duc verpasst Mitchell eine Kopfnuss und rieb sich die Augen. Behutsam nahm er Felix auf die Hand und streichelte ihn vorsichtig. "Ganz ruhig, es ist alles gut. Das ist eine Deiner Fähigkeiten. Du kannst Dich in eine Fledermaus verwandeln und herumfliegen. Früher haben die Vampire gesagt, dass man fest an die Gestalt denken soll, die man annehmen möchte. Ich hoffe so funktioniert das auch. Denk an Dich Felix und wie Du als Mann ausgesehen hast. Versuch es", forderte Max beruhigend und streichelte ihn weiter.

Felix
»Ich hab an gar nichts gedacht«, piepste er mit einer erschreckend hohen Stimme. »Ich hab mich gerade entspannt, weil das Frühstück so gut war. Was, wenn ich für immer so bleibe?« Er kämpfte sich aus dem Kragen seiner Kleidung heraus, was sehr schwierig war. »Es klappt nicht« rief er verzweifelt. »Und mein Kopf tut so weh!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max befreite Felix vorsichtig aus der Kleidung. "Ruhig Felix, Du musst Dich beruhigen. Doch Du kannst das, jeder Vampir kann das. Du darfst Dich nur nicht verspannen oder Angst haben. Das ist eine Fähigkeit, kein Makel. Etwas ganz Besonderes Felix. Wir können sowas nicht. Drum atme mal tief durch und konzentriere Dich, sobald Du etwas ruhiger bist", beruhigte Maximilien den kleinen Vampir. "Sagt ihm mal was Nettes Jungs", bat er Bolle und Mitch. "Los Felix, Du möchtest doch mit Auri eine schöne Woche verbringen. Versuchs", muntere Mitch den Kurzen auf.

Bolek Bovier
»Das wird sein Chip sein«, mutmaßte Bolek. »Das Ding wird wohl kaum mitgeschrumpft sein.« Die Fledermaus zappelte panisch in Maximiliens Hand herum, Bolek schloss seine Hand vorsichtig um Felix, so dass er ihm die Flügel an den Körper drückte. Er nahm mit der anderen Hand die von Maximilien und legte sie um die Fledermaus, so dass er sie nun allein halten konnte. »Schmerzen gehören zum Leben dazu, das wird schon wieder«, sagte Bolek aufmunternd. »Ich hab mal einen Bruder gehabt, der hat beide Beine verloren, weil er auf einen Sprengsatz draufgetreten ist.« Es war schwer zu sagen in dieser Gestalt, aber Felix fing scheinbar an zu weinen. Doch aus irgendeinem Grund half diese menschliche Regung dabei, dass er seine andere Gestalt wieder annehmen konnte. Er wuchs und saß bald wieder als Mann auf Maximiliens Schoß. Mit den gekrümmten Fingern kratzte er heftig seinen Kopf, dort wo Bolek den Chip vermutete.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max hielt die Hände von Felix fest und nahm ihn fest in den Arm. "Ruhig, alles ist gut, komm lehn Dich an mein Kleiner", flüsterte Max und drückte dankbar die Hand von Bolle. "Das klingt grauenvoll von Deinem Kollgen Bolle. Was machst Du hier hm?", fragte Max freundlich und strich ihm über die Wange, ehe er Mitch durch die Haare strubbelte.

Bolek Bovier
Felix nahm den Trost dankbar an und schmiegte sich an Maximilien. Er wurde still und ruhte mit offenen Augen. Wahrscheinlich ließ er gerade das Erlebte nachwirken. »Das war auch grauenvoll. Am unheimlichsten war, dass er nicht geschrien hat, ich dachte, das war es. Was ich hier mache, meinst du? Euch dreien guten Morgen sagen. Mitch hat mich eingeladen und da hab ich mich dazugekuschelt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schlang Felix in seine Decke und machte es sich wieder gemütlich. "Es ist mitten in der Nacht Bolle, leg Dich einfach dazu und schlaf noch eine Runde. Er hat nicht geschrien, weil er nicht mehr schreien konnte. Der Schock hat alles ausgeblendet, sonst wäre er allein schon an den Schmerzen gestorben. Eine Schutzfunktion vom Körper. Jedenfalls sagte man das zu meiner Zeit so. Wo wir so beisammen liegen und über so ein ernstes Thema reden, wie alt bin ich? Körperlich? 50 Jahre? Ich bin doch nicht mit 50 Jahren gegangen oder? Also wieso bin ich 50 Jahre ungefähr?", fragte Max und musterte Bolle und Mitch.

Bolek Bovier
»Mitten in der Nacht? Das erklärt, warum alle noch schlafen. Wenn es stockfinster ist, ist es schwer einzuschätzen. Gibt es eigentlich Glas, das UV-Licht vollständig filtert? Dann könnte Felix einmal die Sonne sehen.« Er streichelte das eingerollte Kerlchen, das immer noch Spuren der Verbrennung im Gesicht hatte, aber schon wieder ganz zufrieden wirkte. »Er ist ein kleines Wunder. Ich kenne niemanden, der dermaßen schnell wieder gut drauf ist, nachdem irgendetwas Schreckliches passierte. Ob das seine Verbesserung ist? Stressresistenz?« Bolek kuschelte sich wieder bequem hin und streichelte erst Mitchell, ehe er wieder Maximilien streichelte. »Ich vermute, sie haben das Alter bewusst so gewählt, aber ich bin kein Genetiker. Oli könnte das sicher erklären, er kennt sich aus, besser noch Pierre, der ja dafür verantwortlich ist. Kontaktiere ihn doch einfach mal.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Danke für die Information, ja ich werde die beiden mal darüber ausfragen. Das was Felix hat, ist keine Aufwertung, er hat ein sonniges Gemüt. Seltsam nicht wahr? Ein sonniges Gemüt für eine Person, die niemals die Sonne sehen kann. Ich habe keine Ahnung davon was UV-Licht ist. Aber Glas gibt es, guck Dir doch die Scheiben an oder was meinst Du? Wenn Du schon so dabei bist, kraul mir den Rücken", bat Max und machte den Rücken rund.

Bolek Bovier
Bolek setzte die Fingerkuppen an und kraulte Maximilien sanft, aber nicht zu zaghaft den Rücken. Er kraulte sonst Tuteurs und manche von denen mochten es regelrecht brutal. Yoyo war so einer, den man dermaßen kraulen konnte, dass es schon eher ein Kratzen war und hinterher war immer sein ganzer Rücken rot. So wurde Maximilien natürlich nicht gekrault, er spürte die Kraft in Boleks Fingern, aber er merkte auch, dass Bolek sich selbst gut einschätzen konnte. »Gut so?« Er schenkte Mitchell einen zufriedenen Blick und grinste hinter Maximiliens Haarschopf hervor. »UV-Strahlen sind das, was die Vampire verbrennt. Normales Lampenlicht können sie ertragen, aber ins Solarium kannst du keinen von ihnen legen. Es gibt Glas, das diese Strahlung herausfiltert, vermute ich. Aber ob das auch bei normalem Glas der Fall ist? Mitch?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja das ist absolut angenehm so, mach weiter Bolle", freute sich Max, während er von Bolle gekrault wurde. Er selbst hielt Felix im Arm, wie ein riesiges Baby, damit dieser schlafen konnte. Max tat der kleine Vampir leid. Kaum auf der Welt, hatte er ständig neu zu leiden. Die ganze Welt war Felix fremd, genau wie ihm. Max schlug die Decke über Felix zusammen, so dass er wie eine Kapuze trug.

Mitch
Mitch klemmte sich hinter Bolek und massierte ihn, während dieser Max massierte. "Doch solches Glas gibt es. Die UV-Strahlen sind in den Sonnenstrahlen enthalten Max. Sie sind wie Bolle sagt, die Gefahr für Vampire. Es gibt Sonnenbrillen, die halten auch das UV-Licht ab, soetwas müsste es dann auch für Fenster geben. Man müsste es einfach wesentlich größer herstellen. Ein Solarium ist eine Liegebank mit Deckel, wo man sich unter einer künstlichen Sonne ausruhen kann um braun zu werden. Also nichts was Dich interessieren würde", grinste Mitch und küsste Bolle auf den breiten Stiernacken.

Bolek Bovier
Bolek fühlte sich wohl zwischen den beiden. Sie waren ein angenehmer Ausgleich zu dem Tohuwabohu, das Rivkin und Yoyo veranstaltet hatten und vermutlich künftig noch würden. Zumindest würde Rivkin so schnell nicht langweilig werden und Bolek fragte sich, wann der das erste Mal um eine Auszeit flehte. So gern Bolek Yoyo hatte, er fand ihn furchtbar anstrengend. Er zog Maximilien etwas näher zu sich heran, um ihn mehr zu spüren, drehte den Kopf nach hinten und küsste Mitchells Bartstoppeln. »Eine Oase des Friedens. Sobald die drüben wach sind, geht der Krach weiter. Und ich muss euch warnen, Yoyo ist Frühaufsteher. So eine Verglasung mit Anti-UV-Beschichtung müsste man dort organisieren, wo Felix wohnen wird.«

Mitch
"Ich kümmere mich darum, ich werde Oli mal darauf ansprechen, ob er so etwas besorgen kann. Oder ob er weiß, woher wir es bekommen. Bei uns ist immer kuschelig und friedlich, wobei nun nicht ganz immer. Wir haben auch unseren Spaß. Lass ihnen ihren Spaß, Yoyo ist Frühaufsteher? Das gefällt mir, das wird Rivkin freuen", grinste Mitch breit und ließ sich gerne heranziehen. Er rutschte ganz nah auf, so dass Bolle ihn mit dem ganzen Körper im Kreuz spürte. "Sieht gut aus was Du da machst. Kuschel Dich noch was ein Felix, Bolle mach es Dir bequem und streichele Max noch ein bisschen. Wir gönnen uns noch ein oder zwei Stunden, dann geht es los", raunte Mitch Bolle ins Ohr. "Schön dass Du da bist", freut er sich.

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