Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Von Blut, Sold und Liebe

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Söldnerlager der Raubvögel
Ein wilder Haufen von arbeitslosen Söldnern schloss sich zusammen, um ein eigenes Söldnerlager aus dem Boden zu stampfen. Ihr Ziel: Geld zu verdienen und dabei noch Spaß zu haben. Jeder Haudegen, der sich an ein paar Regeln halten kann, ist hier willkommen.
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#41

Beitrag von Sodo Mio » Mo 9. Apr 2018, 12:00

Sodo machte sich sofort daran, das Geld nachzuzĂ€hlen."Respekt verdient man sich, aber das muss ich dir nicht erklĂ€ren. Aber hey, du hast Profis vor dir und keine StraßenschlĂ€ger - wir wollen das Geld, du willst unsere Muskelkraft. Wir werden uns nicht miteinander streiten, wir sind schließlich im GeschĂ€ft, nicht wahr? AufrĂ€umen ist fĂŒr uns die leichteste Übung. Du hast hier dir die besten MĂ€nner vor dir, die Obenza zu bieten hat. FĂŒr vier Tage ackern sollten die 70 Kröten reichen. Was hast du dir danach vorgestellt? Und wie darf man dich anreden?"

Als Farael ihnen Ana vorstellte, nickte Sodo ihr steif zu. Cherax hingegen ließ es sich nicht nehmen, sie mit einer formvollendeten Verbeugung zu begrĂŒĂŸen, die bei einem Troll einfach nur schrĂ€g wirkte. Gleichzeitig bekam er es irgendwie hin, scheinbar eine Blume aus dem Nichts zu zaubern und sie wĂ€hrend der Bewegung vor die FĂŒĂŸe zu werfen. "Cherax vom Stamm der Dornteufel", stellte er sich ungefragt bei ihr vor.

"Schwerenöter", ergĂ€nzte Sodo fĂŒr ihn, ohne sich selber vorzustellen. Sein Blick huschte ĂŒber die TrĂŒmmerberge, wĂ€hrend er ĂŒberlegte, womit sie am besten anfangen sollten.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#42

Beitrag von Schwarze Ana » Di 10. Apr 2018, 21:49

Ana hielt sich im Hintergrund und beobachtete ruhig. Diese FĂ€higkeit hatte sie in der Vergangenheit perfektioniert, denn hĂ€ufig war es die einzige Waffe, die einer Frau in Obenzas rauem Pflaster blieb - mögliche Auswege zu kennen, StĂ€rken und SchwĂ€chen der anderen Anwesenden zu suchen und potentielle VerbĂŒndete auszumachen. Außerdem gefiel es ihr, Faraels Verhalten zu studieren und abzuwĂ€gen, ob ihre Anwesenheit es beeinflusste.
Erst als der Alb sie beim Namen nannte, trat sie nach vorne. Der, den Ana fĂŒr eine Art AnfĂŒhrer hielt und der dem Aussehen nach wohl ein Mischling war, hielt sich mit BegrĂŒĂŸungsfloskeln eher zurĂŒck und so erwiderte sie sein Nicken ebenfalls nur knapp. Eigentlich war es ihr auch ganz egal, wer er war. Sollte das wichtig werden, wĂŒrde sie es schon herausfinden. Umso blumiger fiel die Vorstellung des Trolls aus - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sie entschied sich fĂŒr die ehrlichste Reaktion und grinste. Abgesehen davon, dass es wirklich komisch aussah, hatte er etwas Einnehmendes an sich und so brauchte Ana nicht ihr schauspielerisches Potential abrufen, als sie scherzhaft knickste und die Blume aufhob. "Sehr erfreut! Und was fĂŒr ein wilder Teufel. Ich bin Ana vom Möwenclan", ergĂ€nzte sie zwinkernd Faraels Vorstellung. "FĂŒr den Augenblick habe ich das Wasser gegen dieses TrĂŒmmermeer eingetauscht." Sie folgte Sodos Blick, dann hielt sie Farael die hohle Hand hin, um ebenfalls einen Lohn zu fordern. Zwar hatte sie vor es ihm zurĂŒck zu geben, doch ihr GespĂŒr sagte ihr, dass es komisch wirkte, wenn sie als einzige nichts bekam. Und im Zweifelsfall konnte sie es auch ganz gut gebrauchen.
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#43

Beitrag von Farael Dornenwind » Mi 11. Apr 2018, 10:28

FĂŒr den ersten Moment hatte Farael erwartet, Sodo wĂŒrde sich an Ana versuchen. Doch zu seiner Überraschung war es Cherax, der sich mit einer umfĂ€nglichen BegrĂŒĂŸung an die Norkara schmiss. Einerseits lies es Farael schmunzeln, schließlich wirkte es albern und kaum ernst zu nehmen. Doch andererseits spĂŒrte er ein unruhiges Murmeln in seinem Bauch. Ihm gefiel nicht, was er sah und was der Troll dort versuchte. Was es war, dĂŒrfte offensichtlich sein. "Cherax, du solltest aufpassen. An dieser Frau verbrennt man sich leicht die Finger", witzelte Farael schließlich, auch wenn es vielleicht etwas aufgesetzt wirkte.

Ehe Farael jedoch auf Sodos Fragen eingehen konnte, hielt Ana ihm ihre hohle Hand entgegen und schien Geld zu verlangen. Ob es jetzt zum Aufrechterhalten des Scheins war oder sie aber tatsĂ€chlich Geld von ihm verlangte, konnte Farael nicht richtig abschĂ€tzen. Doch er konnte ihr so oder so nichts Klimperndes in die Hand legen. Er hatte nicht mehr Geld mitgenommen, als er gebraucht hatte. Und das waren die Kosten fĂŒr Heiler und die Söldner vor sich. Stattdessen legte seine Hand auf die ihre, drĂŒckte sie sanft und grinste dabei schelmisch. "Du wirst gierig Ana. Ich hatte dir vorhin erst deinen Anteil gegeben", zwinkerte er ihr zu und ließ darauf ihre Hand wieder los. Das die Entlohnung aus Unterkunft, Essen und Gesellschaft bestand, war als genaues Detail vorerst unwichtig. Zumindest fĂŒr die anwesenden Söldner.

Letzten Endes wandte sich Farael wieder Sodo zu, der sich den TrĂŒmmerhaufen des Söldnerlagers anschaute. TatsĂ€chlich hatten sie viel Arbeit vor sich, doch sie war leicht zu bewĂ€ltigen. Sie wollten schließlich keine feindliche Fetsung infiltrieren oder eine Schlacht gewinnen. Höchstens gegen einen Schutthaufen. "NatĂŒrlich sind wir im GeschĂ€ft. HĂ€tte ich euch eure FĂ€higkeiten nicht angesehen, wĂ€re dies wohl niemals zustande gekommen." Mit einem breiten Grinsen untermalte Farael seine Worte und deutete eine kleine Verbeugung an, die nur mehr dazu diente, Sodos Selbstbewusstsein zu fĂŒttern. Jemand der gut gefĂŒttert wird, der wird auch zutrĂ€glicher.

Bolgur wĂ€hrenddessen schritt schon durch die Ruinen und schaute sich um. Er schien nicht anfangen zu wollen, ohne den Befehl dafĂŒr zu bekommen. Jedoch wirkte es auf den ersten Blick, als ob er etwas suchte.

"Jedenfalls habe ich keine PlĂ€ne, die jetzt zu diesem Zeitpunkt interessieren sollten. Wichtig ist, dass wir den Schutt wegrĂ€umen und alles was noch steht freirĂ€umen. Zudem wĂ€re es interessant zu wissen, was in den noch halbwegs intakten GebĂ€uden ist. Vielleicht etwas, was ich gebrauchen kann. Und was meine Anrede betrifft ... nunja, ich bin kein Kommandant mehr. Daher sollte mein Name reichen. Außerdem bist du meine Frage ausgewichen Sodo. Gibt es irgendwelche Hinweise, wieso der Brand ausgebrochen ist? Wenn es ein Anschlag war, Hinweise auf den Schuldigen? Ansonsten werde ich mich mal umschauen und versuchen herauszufinden, was passiert ist."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#44

Beitrag von Sodo Mio » Di 17. Apr 2018, 19:46

WĂ€hrend der Troll mit der Dame herumscherzte, hatte sein Freund ganz andere Dinge im Kopf. Sodo grinste Farael breit an.

"Du willst also wissen, wie es zum Brand im Söldnerlager kam, ja? Mach dich auf ein Abenteuer gefasst, dass den Sturz des Chaosgottes anmuten lĂ€sst wie eine Gute-Nacht-Geschichte fĂŒr Kleinkinder. Alles begann vor vielen Jahren, in einem kleinen Dorf in Shakorz. Dort wurde ich geboren und von Kindesbeinen an wussten alle, dass ich fĂŒr GrĂ¶ĂŸeres bestimmt bin. Die Geschichte ist sehr lang und sehr spannend. MĂŒĂŸig zu erwĂ€hnen, dass ich eine entscheidende Rolle darin spiele. Sie fĂŒhrt durch Dunkelheit und sie fĂŒhrt ins Licht. Von den Roten Bergen aus wanderte ich hinab bis zu den feurigen Eingeweiden Tasmerons, erhob mich und flog empor bis zu ..."

"Sodo", murrte Cherax. "Der Typ ist nichtmal betrunken. Bitte die kurze Variante."

"Die kurze Variante?", ereiferte Sodo sich. "Es gibt keinen kurzen Weg zur Wahrheit! Sie liegt hinter der GlĂ€sernen WĂŒste, durch die ich einst reiste, auf der verlassenen Insel mitten im Meer der TrĂ€nen, im Elfenbeinschloss und zwar ganz oben auf dem Höchsten Turm! Tausend Stufen fĂŒhren hinauf und jede Einzelne ist rutschig vom Blut derer, die vor mir kamen! Und ganz am Ende der Geschichte" - Sodo legte bedeutungsschwer die Fingerspitzen aufeinander und schloss die Augen - "erwartet uns ein unscheinbarer kleiner Eisenofen in der KĂŒche eines Söldnerlagers. Aber wenn ihr die Geschichte nicht hören wollt, kann ich auch nichts machen."

Er zog seine Lederhandschuhe ĂŒber und begann, die verkohlten Balken auseinander zu ziehen.

"Langweiler, scheiß Troll", maulte er vor sich hin. Auch Cherax begann, sich an den AufrĂ€umarbeiten zu beteiligen.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#45

Beitrag von Schwarze Ana » Mi 18. Apr 2018, 07:37

Ana verfolgte die AusfĂŒhrungen des Mischlings einigermaßen amĂŒsiert. Offenbar musste sie ihr Bild von Söldnern wirklich grĂŒndlich durchdenken. Anstelle der grobschlĂ€chtigen, saufenden und vor allem wenig intelligenten RĂŒpel war sie hier auf gepflegte Alben, charmante Trolle und eloquente Halborks gestoßen. Sie schmunzelte vergnĂŒgt und zĂ€hlte auf Basis der GerĂŒchte, die ĂŒber den Niedergang des Lagers in den Spelunken die Runde gemacht hatten, eins und eins zusammen. Ihr Blick flog zwischen Farael und den anderen hinterher, die scheinbar unbeteiligt oder als sei bereits alles besprochen zu werkeln begonnen hatten. "Wenn der Mischling nicht so mĂŒrrisch wĂ€re, könnte man mit diesen Jungs bestimmt gut einen heben", dachte sie bei sich und ließ sich auf einem TrĂŒmmerstĂŒck nieder. Farael schien das Ganze nicht so lustig zu finden. Ana verschrĂ€nkte die HĂ€nde hinter dem Kopf und beobachtete die Szene.
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#46

Beitrag von Farael Dornenwind » Do 19. Apr 2018, 18:58

FĂŒr den Anfang konnte sich Farael nicht entscheiden, ob das große Gerede des Halborks tatsĂ€chliches Ego, oder aber ein einfacher Spaß sein sollte. Diese Ungewissheit jagte ihm einen gewissen Schauer ĂŒber den RĂŒcken, da Maßlosigkeit und SelbstĂŒberschĂ€tzung in den Worten Sodos mitschwangen. Etwas, was Farael bereits mehrere Male aufgefallen war. Zum GlĂŒck war es nichts Neues, besonders bei Söldnern nicht, wenn diese große Töne spuckten und sich hervorhoben.

Noch wĂ€hrend Sodo von seiner 'Geschichte' erzĂ€hlte, packte auch Farael mit an und begann die ersten TrĂŒmmer wegzurĂ€umen. Angefangen mit kleinen StĂŒcken, die sie auf einem Haufen sammelten und somit fĂŒr mehr Platz sorgten. Nebenbei endeten die Worte des Halborks und hinterließen zumindest bei Farael ein fragendes Gesicht. Allerdings brauchte es nicht lang, dass er eins und eins zusammenzĂ€hlen konnte. "Ich fasse kurz zusammen", begann er schließlich wĂ€hrend seiner Arbeiten zu sagen. "Ein Halbork, der von weit her kommt und in einem Söldnerlager gelandet ist, obwohl er so einen ruhmreichen Weg hinter sich hat. Dieser betrank sich in seinem glorreichen Angesicht und fackelte das Lager in dem er wohnte ab, weil er mit einem Eisenofen kuscheln wollte? Jup, klingt sehr heroisch und beruhigt mich ungemein. Damit ist meine Frage auch beantwortet.“ Im selben Moment notierte sich Farael, Sodo weit weg von Alkohol zu halten, aber auch einige Brandschutzvorkehrungen zu treffen. Nur zur Sicherheit, verstand sich.

Ganz nebenbei begann sich der Haufen an Schutt aufzutĂŒrmen und die ersten Flecken Erde aufzutauchen. Dabei erblickte Farael Ana, die untĂ€tig am Rande hockte und scheinbar nur die Situation beobachtete. Dabei hatte sie selbst ihre Hilfe angeboten. Farael hatte das GefĂŒhl, dass man bei ihr manchmal nachhelfen musste. „Du, Ana“, sĂ€uselte Farael ganz gelassen. „Ich weiß, dass bequemes Herumsitzen manchmal echt entspannend ist, aber wenn du anpacken willst, gibt es hier genug Arbeit. Ist ja nicht so, dass ich dich nicht bezahlen wĂŒrde, oder?“ Frech zwinkerte Farael Ana zu. Es war kein guter Anblick, wenn Farael ihr das einfach durchgehen ließ. Er hoffte, sie wĂŒrde das verstehen und zugleich hatte sie auch ihre Hilfe angeboten. Also konnte ein wenig Necken nicht schaden.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#47

Beitrag von Sodo Mio » So 22. Apr 2018, 12:57

"Das kann ich dir leider nicht sagen, Farael", sprach Sodo im Tonfall tiefsten Bedauerns, wĂ€hrend er einen schweren Holzbalken herumtrug. "Das Ende einer Geschichte zu verraten, ohne die dazugehörige Geschichte zu erzĂ€hlen, ist nicht die Art eines Jemanden, der mit dem Tod per Du ist. Das machen Prahler und Aufschneider. Das macht nicht Sodo Mio, der Mann, der dem Abgrund entstieg. Und mal ehrlich - du willst die Lady da nicht um eine wirklich gute Geschichte betrĂŒgen, indem du ihr das Ende vorneweg nimmst, oder?"

Das Lager sah inzwischen schon ganz passabel aus. Sie alle hatten viel Kraft, waren es gewohnt zĂŒgig und effektiv zu arbeiten und kamen gut voran.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#48

Beitrag von Schwarze Ana » Fr 27. Apr 2018, 23:19

"Ich wollte erst die Geschichte hören", sagte Ana und erhob sich. "Aber wenn mein Kommandant befiehlt... ich kann auch beim Arbeiten zuhören." Beherzt packte sie ein großes TrĂŒmmerstĂŒck und musste feststellen, dass es zu schwer fĂŒr sie war. Sie grinste verlegen und machte sich an kleineren Brocken zu schaffen. Bereits nach kurzer Zeit war sie außer Atem. Schweiß lief ihr den RĂŒcken hinab und ihre Arme brannten. Es musste schon ewig her sein, dass sie sich körperlich betĂ€tigt hatte, doch sie wollte sich vor den anderen auch ungern die BlĂ¶ĂŸe geben.
"Und werde ich die gute Geschichte nun zu hören kriegen?", fragte sie nach einiger Zeit und sah Sodo an.
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#49

Beitrag von Farael Dornenwind » So 29. Apr 2018, 14:06

An jenem Tag hatten die Augenbrauen Faraels keine Ruhe. Sodo schaffte es mit einer ĂŒberschwĂ€nglichen Art doch auf eine gewisse Art und Weise witzig sein. Nicht, dass es Farael stören wĂŒrde, letzten Endes waren sie nur zum AufrĂ€umen an diesem Ort. Sie musste keine taktischen Entscheidungen treffen oder sich gemeinsam konzentrieren. Es sollte also in Ordnung sein. Zum GlĂŒck gab es noch Ana, die es schaffte auf das Gesicht Faraels ein LĂ€cheln zu zaubern. Sei es, von ihren klĂ€glichen Versuchen die großen TrĂŒmmer beiseite zu rĂ€umen, oder aber ihre freche Art, die sie nur umso liebenswerter machte.

In diesem Sinne musste schließlich auch Farael nachgeben, als sie nach dem weiteren Verlauf der Geschichte fragte. "Na gut, jetzt will ich's aber auch hören. Hau raus Sodo. ErzĂ€hle uns den Rest deiner glorreichen Geschichte. Mich interessiert vor allem, wie du gottgleicher Mann in einem Söldnerlager wieder diesem hier landen konntes." Mit einem Grinsen, das höhnischer, zeitgleich aber nicht belustigter hĂ€tte sein können, widmete sich Farael seiner weiteren Arbeit. Jedoch nicht ohne darĂŒber hinweg den Worten des Halborks zu lauschen.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#50

Beitrag von Schwarze Ana » Fr 8. Jun 2018, 08:43

Ana:
Ob es an der TĂ€tigkeit an sich lag oder an der ĂŒberraschend guten Unterhaltung durch Sodos Geschichte, konnte Ana nicht sagen, doch die Zeit verstrich wie im Flug. Der Halbork erzĂ€hlte und erzĂ€hlte, hin und wieder mit kleinen Pausen und - da war Ana sich sicher - mit jeder Menge AusschmĂŒckungen. Als er geendet hatte, hatte Ana das GefĂŒhl eine kleine Reise unternommen zu haben und fĂŒhlte sich geneigt, ebenfalls eine Anekdote zum Besten zu geben. Sie wĂ€hlte ein Erlebnis auf See, eine brenzliche Schlacht mit einem gut bewaffneten Handelsschiff, aus der sie nur haarscharf als Sieger hervorgegangen waren, dafĂŒr aber mit einer um so fetteren Beute. So kam es, dass nach und nach jeder ein bisschen erzĂ€hlte und zur Kurzweiligkeit des Arbeitstages beitrug.
Irgendwann, als alle lĂ€ngst verstummt waren, hielt Ana inne und streckte sich ausgiebig. Ein Knacken im RĂŒcken verdeutlichte, wie nötig das gewesen war. Ihre Arme waren schwer wie Blei und sie war verschmutzt und nass geschwitzt, doch sie fĂŒhlte sich gut. Körperliche Anstrengung bot eine Entspannung fĂŒr den Kopf, wie kaum etwas anderes. Beinahe hĂ€tte sie dies vergessen gehabt. Ihr Blick glitt zum Meer. Die Sonne war bereits auf den Weg Richtung Horizont. Zeit, um Schluss zu machen, dachte sie. Die anderen schienen ebenso zu empfinden, denn als sie ihren Kopf zurĂŒck drehte, war Farael gerade im GesprĂ€ch mit den Söldnern, die daraufhin von dannen zogen. Cherax verbeugte sich in ihre Richtung und sie winkte. Dann sah sie Farael auf sich zu schlendern. Sie hatten Einiges geleistet, auch wenn dadurch das Ausmaß der Katastrophe erst richtig zum Vorschein gekommen war. Es war kaum etwas Heiles vorzufinden gewesen. Das wĂŒrde ein kompletter Neuanfang werden. "Vielleicht auch ein Neuanfang fĂŒr dich?", dachte sie und sah den Alben an. "Zu frĂŒh." Sie durfte sich selbst keinen Druck machen. Ana wischte ihre HĂ€nde mehr schlecht als recht an ihren Hosen ab und zauberte sich ein strahlendes LĂ€cheln aufs Gesicht. "So, der Herr", flötete sie, "genug fĂŒr heute? Das schreit doch nach einem Feierabendbier."

Farael:
Es war ein wunderbares GefĂŒhl, sich auf diese Art und Weise anzustrengen und obendrein zu sehen, wie es Fortschritte gab. Zwar gab es im ehemaligen Söldnerlager noch viel zum aufrĂ€umen und sortieren, jedoch hielt genau das Farael nicht davon seinen Plan weiterhin zu verfolgen. Mittlerweile war er sich absolut sicher, dass er seine PlĂ€ne zum Wiederaufbau angehen wollte. Zwar wusste er nicht, mit welchen Mitteln oder welchen Arbeitskraft, doch war guter Dinge. Vielleicht war es aber auch nur das GefĂŒhl nach getaner Arbeit, welches ihn so optimistisch in die Zukunft blicken ließ. Die Arbeit fĂŒr diesen Tag war auf alle FĂ€lle bereits erledigt. Damit schickte er auch die Söldnergruppe in den verdienten Abend und schlenderte Ana entgegen, die ihn bereits mit einem LĂ€cheln begrĂŒĂŸte. „Mein Dame“, grĂŒĂŸte er grinsend zurĂŒck und zwinkerte ihr zu, ehe auch er sich einmal streckte. Dabei riefen die Schmerzen welche seinen Körper durchzogen sein Bewusstsein fĂŒr seine Verletzungen wieder wach. Seine Glieder waren aber nur milde ausgelaugt und der Schmerz leicht stechend. Nichts, was gefĂ€hrlich sein könnte. Schließlich mit den Gedanken wieder zurĂŒck bei Ana, hinterfragte er: „Nur ein Bier? Bist du dir sicher? So wie du gestern noch ausgesehen hast, bleibt es bei dir nie mehr als bei nur einem Bier.“ Breit grinsend ĂŒberließ Farael Ana den Vortritt, wollte sich aber an ihrer Seite halten, sobald sie losgehen wĂŒrde.

Ana:
Glockenhell lachte sie auf. "Da trinkt man einmal ĂŒber den Durst..." Sie warf sich die Haare nach hinten und ging los. "Es kommt immer darauf an", fuhr sie fort. "Zu viel trinke ich nur, wenn ich verzweifelt bin oder mir langweilig ist. Manchmal, wenn es was zu Feiern gibt. Und in guter Gesellschaft. Mal sehen, ob davon heute etwas zutrifft." Sie schlenderten zurĂŒck in Richtung EisenbrĂŒcke. Der Abendhimmel hatte wieder ein derart bezauberndes Kleid angelegt, dass Ana sich fragte, wie er es schaffte, sich selbst jeden Abend aufs Neue zu toppen. Ein lauer Wind wehte, doch er kam vom Meer, sodass er nicht Obenzas Gestank, sondern das salzige Aroma zu ihnen hinauf trug. "Was meinst du, sollen wir uns waschen und dann noch ein wenig ausgehen?"

Farael:
„Einmal? Nach dem was du erzĂ€hlt hast, glaube ich nicht, dass es nur einmal war. Und auch nicht immer ganz darauf ankommen muss.“ Faraels Grinsen wurde weitaus breiter. Dabei knuffte er seine Begleitung verspielt gegen die Schulter und legte sanft einen Arm um sie. Dabei betrachtete auch er das mehr. Die Wellen, wie sie gegen das Ufer schwemmten und die schaukelnden Schiffe, bei deren bloßem Anblick Farael bereits schlecht wurde. Tief sog er die Luft ein, die auf der BrĂŒcke befreit von jeglichem Gestank der Stadt war. Schließlich ließ er ihre Frage durch seinen Kopf gehen und ĂŒberlegte. „Ich weiß nicht ganz. Waschen auf alle FĂ€lle, ja. Ausgehen könnten wir auch machen. Doch willst du dich wirklich an so einem schönen Abend noch irgendwohin begeben, außer an einem Strand, von dem aus wir den Sonnenuntergang beobachten können?“

Ana:
"Es gibt keinen Augenblick in meinem Leben, den ich nicht gerne am Meer verbringe." VertrĂ€umt verfolgte sie dem Flug zweier Seevögel, dann schwang ihr Blick zu Farael. "Von daher, gerne. Vielleicht können wir uns unterwegs auch eine Kleinigkeit zum Essen besorgen." Erst, als sie dies ausgesprochen hatte, merkte Ana, dass sie tatsĂ€chlich hungrig war. Normalerweise aß sie nur dann, wenn ihr zufĂ€llig etwas in die HĂ€nde fiel oder sie versuchte, einen Rausch zu besĂ€nftigen. Wirklich hungrig war sie selten, allerdings steckte ihr auch selten ein arbeitsreicher Nachmittag wie dieser in den Knochen. "An welchen Strand hast du denn gedacht?"

Farael:
Siegessicher grinste Farael vor sich her, weil er offenbar schon wusste wie er Ana locken konnte. Und das war offensichtlich schon einmal der Besuch eines Strandes in der AbenddĂ€mmerung. Nicht, dass Farael das nicht mögen wĂŒrde, aber erfreute sich ein wenig darĂŒber, Ana ködern zu können. Er wusste nicht wieso, aber er fand den Gedanken Ă€ußerst unterhaltsam und verkniff sich mit MĂŒhe ein Lachen. Stattdessen konzentrierte er sich lieber darauf, die Frage zu beantworten. „Wie schaut es aus mit dem Strand nahe des Leuchtturmes meines Vaters. Der ist kaum besucht, besonders zu dieser Zeit. Unterwegs können wir etwas essen. Im Wasser des Strandes können wir uns waschen und zeitgleich den Sonnenuntergang genießen.“ Wie gerufen hatten Farael und Ana die BrĂŒcke ĂŒberquert und fanden sich auf einem kleinen Markt wieder. Einige der HĂ€ndler packten bereits zusammen, wĂ€hrend ein BĂ€cker noch seine Waren bis zum Schluss verkaufen wollte. Inklusive eines Rabattes, da die Ware sicherlich nicht mehr frisch war. Genießbar wirkte sie dennoch. Neben alten Leibern von Brot, lagen auch Brötchen und sogar einige StĂŒcke an Kuchen. Eine köstliche Auslage zu einem verdammt guten Preis. Ohne zu zögern grĂŒĂŸte Farael den BĂ€cker und orderte sogleich drei Brötchen und ein StĂŒck eines Schokoladenkuchens. Darauf blickte der BĂ€cker Ana an und erwartete wohl ihre Bestellung.

Ana:
Einen Moment lang starrte Ana den Mann einfach nur an. Seine Augen waren mĂŒde, doch warm und freundlich und auf einmal schĂ€mte sie sich fĂŒr das Brötchen, das bereits hinten in ihrem Hosenbund steckte. "Ähm", sie schluckte und ließ den Blick ĂŒber die Auswahl schweifen. "Wahrscheinlich muss er eh alles wegschmeißen oder an irgendwelches Vieh verfĂŒttern", dachte sie, doch das schlechte Gewissen wollte nicht recht nachlassen. Was war nur los mit ihr? Verhielt sich so eine Piratin? Andererseits hatte Ana immer darauf geachtet, von wem sie stahl. Nicht jeder hatte es verdient. "Ich hĂ€tte gerne ein StĂŒck des KrĂ€uterfladens", sage sie schließlich und wies auf den Rest dessen, was einmal ein stolzes Rad gewesen war. "Ich habe kein Geld mehr", flĂŒsterte sie Farael derweil zu. Es wurde Zeit, dass sie sich neues beschaffte.

Farael:
KĂŒnstlich ĂŒbertrieben seufzte Farael und zĂ€hlte ein paar mehr MĂŒnzen aus seinem sich leerenden Geldbeutel dazu. „Ihr kennt das sicherlich. Frauen. Die fressen einem wahrlich die Haare vom Kopf“, kommentierte Farael an den BĂ€cker gewandt, der schlicht nur breit grinste und offensichtlich ein Lachen unterdrĂŒckte. Das ein Brötchen von seinem Verkaufsstand weggekommen war, hatte er wohl nicht ganz mitbekommen. Aus diesem Grund legte Farael auch noch zwei MĂŒnzen drauf. „Ihr habt mir zu viel gegeben“, bekam Farael darauf zu hören, welcher jedoch bedacht mit dem Kopf schĂŒttelte. „Keine Sorge, dass stimmt so, wie es ist.“ Mit dankbarem Nicken packte der BĂ€cker die erstandenen Waren ein und ĂŒberreichte diese Farael und Ana. Darauf wollte Farael nur von dem Stand weg, bevor der Diebstahl noch bemerkt werden wĂŒrde. Auch wenn Farael fĂŒr das Brötchen bezahlt hatte, Diebstahl war dennoch nicht gern gesehen. „Ich sehe schon, wie du dich so ohne mich ernĂ€hrt hast“, neckte Farael seine Begleitung und schlug bereits die ersten Schritte in Richtung des Strandes ein. „Ein ganz schön hinterlistiges Biest kannst du sein, ich sehe schon.“ Seine Stimme war ermahnend, doch zugleich konnte Farael nicht unterdrĂŒcken, dass er es witzig fand. Letzten Endes hatte er sich Ana angelacht und hĂ€tte wissen mĂŒssen, worauf er sich einlĂ€sst. SpĂ€testens nach ihren ersten eigenen Worten zu ihrer Person. Doch es war so gut, wie es war. Zumindest fĂŒr Farael.

Ana:
Eine merkwĂŒrdige GefĂŒhlsmischung aus Erleichterung und Scham breitete sich in Ana aus und gleichzeitig war sie auch positiv ĂŒberrascht davon, dass Farael ihr Tun bemerkt hatte. Sie hielt sich fĂŒr eine Ă€ußerst geschickte Diebin, konnte Leuten, mit denen sie sich unterhielt, die MĂŒnzen aus der Tasche ziehen. "Danke", sagte sie leise zu Farael. "Ich habe zu spĂ€t gemerkt, dass er ein guter Kerl ist." Die folgenden Worte des Alben weckten den Drang in ihr, sich zu rechtfertigen. "Naja", begann sie. "Es ist nicht so, dass ich nie Geld habe. Immerhin spiele ich hin und wieder in Lokalen." Sie stoppte. Wieso rechtfertigte sie sich eigentlich? Das war sie doch, oder nicht? Eine Diebin. Und Obenza war kein Ort, an dem man sich fĂŒr so etwas schĂ€men musste. "Aber es liegt mir einfach im Blut zu nehmen, was andere so leichtfertig anbieten. Ich bin eine Norkara." Sie grinste Farael an. "Ein GlĂŒck jagst du gerade keine Banditen mehr. Ich fĂŒrchte, du mĂŒsstest mich sonst verhaften." Langsam gingen sie eine schmale Gasse entlang, die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sauber war. Ein Betrunkener schlief an der Hauswand und aus einer Taverne drang gedĂ€mpft Musik. "Wir haben gar kein Bier gekauft", rief Ana plötzlich aus. "Wir" war dabei nicht ganz richtig... sie wusste nicht warum, doch irgendwie mochte sie das GefĂŒhl nicht, dass Farael sie einlud. Bislang hatte sie das nie gestört.

Farael:
„Hör auf dich zu rechtfertigen Ana“, meinte Farael nur mittendrin. Mit einem warmen Blick und LĂ€cheln bedachte er sie, wobei er ihr einmal nickend zusicherte. „Lass es dir einfach nicht zu Kopf steigen und pass auf von dem du stiehlst. Sonst endest du wie meine Mutter in einem Kerker, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt und du davon abhĂ€ngig bist, wie viel deine NĂ€chsten fĂŒr dich ausgeben wollen, um dich lebend wiederzusehen. An diesem Punkt wĂŒrde ich dich nicht sehen wollen – was nicht heißt, dass ich nicht fĂŒr dich einstehen wĂŒrde.“ Provokativ legte Farael seine Hand auf den Schopf Anas und wuselte wie bei einem Kind ihr Haar durcheinander. Irgendwie mochte er es, dies zu tun und nebenbei auf diese Art und Weise Ana zu Ă€rgern. Mittlerweile waren nur noch Nuancen der Meeresbrise zu riechen. Erbrochenes und Alkohol lagen in der Luft. Ein Gestank der das Armenviertel ankĂŒndigte. Ganz zu schweigen von MĂŒll und FĂ€kalien. Trotz des Gestankes hielt Farael inne, als Ana ankĂŒndigte, sie hĂ€tten kein Bier gekauft. Nach einer kurzen Sekunde des Überlegens zuckte Farael mit den Schultern. „Dann musst du mit mir als Rausch fĂŒr den Abend vorlieb nehmen. Das tut mir natĂŒrlich fĂŒrchterlich leid.“ Tat es ihm nicht. Untermalt wurde dies von seinem breiten Grinsen. Doch hielt er inne und wollte darauf warten, was Ana antworten wĂŒrde. Er wollte ihr nicht den Genuss verwehren. Jedoch wĂŒrde die Sonne sicherlich zur GĂ€nze untergegangen sein, wenn sie noch einmal zurĂŒck liefen.

Ana:
Ana schluckte. Mir nichts dir nichts hatte Farael ihr nun verraten, was mit seiner Mutter los war. Sein ganzes Verhalten deutete darauf hin, dass er dies wirklich ganz unwillkĂŒrlich getan hatte. War sie ihm schon derart vertraut geworden? Sie kommentierte es nicht, denn sie wusste nicht, was sie sagen sollte, vermerkte sich aber in Gedanken, das Thema vielleicht bei einer anderen Gelegenheit noch einmal zur Sprache zu bringen.

Sie sahen sich an und einen kurzen Moment gelang es Ana, das ernste, leicht entsetzte Gesicht aufrecht zu halten. Dann prustete sie los und hob den Arm, der von Farael abgewandt hinter ihrem eigenen Körper verborgen gewesen war. "Tadaaa" Eine Flasche Rotwein kam zum Vorschein. Bei dem Stand am Marktrand und am Eingang dieser Gasse war es doch zu einfach gewesen zu zu packen. "Es ist zwar kein Bier, doch es wird seinen Zweck erfĂŒllen."

Farael:
Misstrauisch verengte Farael die Augen zu Schlitzen und betrachtete die Weinflasche, welche Ana hervorgeholt hatte. Wie hatte er das Brötchen mitbekommen, aber die die Flasche Wein völlig ĂŒbersehen? Offenbar rastete er ein, was seine investigativen FĂ€higkeiten betraf. Oder zumindest seine Auffassungsgabe. Vielleicht war es auch die Flasche Alkohol, die sein Verstand einfach nicht sehen wollte. Doch es war ihm recht. Der Wein schien edler Natur zu sein und zumindest ein angemessenes GetrĂ€nk. „Hast du denn wenigstens gleich zwei GlĂ€ser mit geklaut?“, fragte Farael rhetorisch mit einem breiten Grinsen. Irgendwie hatte es etwas, mit einer Kleptomanin unterwegs zu sein. So ging einem das Abenteuer nie aus, aber auch die Lebensmittel nicht. „Doch erklĂ€re mir mal, worin liegt denn der Zweck des Weines?“ Im selben Moment bewegten sie sich gemeinsam weiter vorwĂ€rts und kamen dem Strand allmĂ€hlich nĂ€her. Zumindest dem Duft des Salzwasser nach zu urteilen.

Ana:
Ana tat so, als fischte sie etwas aus ihrem Haar und lachte dann. "Nein, wird werden aus der Flasche trinken mĂŒssen und was den Zweck betrifft... nun: was geht schon ĂŒber ein bisschen Wein, wenn man der Sonne beim Eintauchen ins Meer zusieht und dabei auch noch an dessen Ufer sitzt?" Sie spĂŒrte die Zweifel, die Farael ob des Alkohols hatte. Oder vielleicht lag es auch an ihrer diebischen Ader. "Magst du nicht das warme GefĂŒhl, dass er im Bauch verursacht? Immerhin werden wir gleich ins kalte Nass springen, da kann das doch nicht schaden." Sie lĂ€chelte, doch seine zurĂŒckhaltende Reaktion machte sie schon ein wenig nachdenklich. Ungern wollte sie ĂŒber ihre Trinkgewohnheiten diskutieren. Ana war froh, als der Leuchtturm in Sicht kam und das Bad sie auf andere Gedanken bringen wĂŒrde.

Farael:
Seinen Kopf schieflegend betrachtete Farael Ana. Dabei versuchte er, so ernst und nachdenklich zu erscheinen, wie es ihm möglich war. Die Unsicherheit Anas konnte er spĂŒren und er machte sich einen Spaß daraus, diese zu schĂŒren. Schließlich ließ er aber ein verschmitztes Grinsen ĂŒber seine Lippen huschen. Ana hatte genug unter seinen StĂ€nkereien gelitten. Mit einem schnellen Griff entriss Farael ihr die Flasche, blieb kurz stehen und entkorkte sie. Ohne, dass Ana die Möglichkeit zur Reaktion hatte, setzte er an und nahm einen tiefen Schluck des tatsĂ€chlich sehr köstlichen Weines. Nachdem er die Flasche absetzte, wischte er sich ĂŒber den Mund und verbreiterte sein Grinsen zu einem herzhaften Lachen. „Ich muss sagen, dass du magische Finger zu haben scheinst. Mal ganz davon abgesehen, was du damit im Bett so anstellst, kannst du den richtig leckeren Wein unter Vielen klauen!“ Damit reichte er seiner GefĂ€hrtin die Flasche zurĂŒck. NatĂŒrlich ohne Korken und setzte den Weg fort, als ob nichts gewesen wĂ€re. „NatĂŒrlich mag ich das GefĂŒhl, was ein guter Wein oder ein guter Whiskey in meinen Bauch verursachen kann. Aber apropos kĂŒhles Nass. Dir ist klar, dass ich darauf verzichten werden muss, oder?“ Dabei deutete er auf seine Verletzungen, die sich immer bemerkbarer machten. Offenbar nahm das Schmerzmittel nun gĂ€nzlich ab.

Ana:
Langsam aber sicher kehrte das breite Grinsen zurĂŒck auf Anas Gesicht und sie nahm dankend die Flasche entgegen, um selbst zu probieren. Nicht das dies normalerweise ein Kriterium fĂŒr sie war, doch der Wein schmeckte tatsĂ€chlich vorzĂŒglich, mehr wie eine edle Speise als ein Mittel zum Zweck. "Ein wenig wie Farael selbst", dachte sie. Als sie sich das Bett geteilt hatten, war er ebenfalls mehr gewesen als ein Körper, an dem man sich Befriedigung holte. "Das war GlĂŒck. Das mit der Flasche zumindest", schmunzelte sie. Dann: "Oh." Bei Faraels Vorschlag, sich am Strand zu waschen, hatte sie direkt an ausgelassenes Planschen gedacht und daran, ein StĂŒck hinaus zu schwimmen und zu zu sehen, wie das Wasser um sie herum von der Sonne gekĂŒsst die Farbe von Honig annahm. An seine Wunden und die Wirkung von Salzwasser hatte sie nicht gedacht. "Ich hoffe, du hast nichts dagegen, wenn ich trotzdem kurz hinein springe?" Sie musterte Farael und fragte sich, ob er schlimme Schmerzen hatte. "Ein GlĂŒck haben wir etwas Wein. Nichts hilft besser gegen körperliche und seelische Qualen", grinste sie, wenngleich sie es nicht fĂŒr einen Scherz sondern die blanke Wahrheit hielt.

Farael:
Mittlerweile waren sie am Strand angekommen. Der Sand knirschte unter ihren Stiefeln, wĂ€hrend vor ihnen die Wellen sanft gegen das Ufer schlugen. Die Sonne tauchte den Himmel in ein Rot und das Wasser reflektierte das Schauspiel in all seiner Pracht. Der Anblick war allein wunderschön. FĂŒr Farael brauchte es keinen Alkohol, um das zu genießen was er sah. Im selben Moment war er sich sicher, dass es Ana genau so erging. Wobei Alkohol fĂŒr sie ein schwieriges Thema zu sein schien, so wie sie immer von dem Thema wegzukommen versuchte, zeitgleich aber sehr gern trank. „Aha, und ich bin kein glĂŒcklicher Fang, hmm?“, antwortete Farael neckisch auf Anas Erwiderung, wobei er ihr gegen die Schulter knuffte. Sie befanden sich wenige Schritte vom kĂŒhlen Nass entfernt und auch wenn Ana beschloss, ein Bad nehmen zu wollen und Farael passen musste, so nahm er sich dennoch eine KatzenwĂ€sche vor. Dabei betrachtete er Ana und musste grinsen. „Alkohol ist nicht die Lösung fĂŒr körperliche oder seelische Qual. Mehr gibt er einen Aufschub fĂŒr das, was man verdrĂ€ngen will. Das Einzige was am Ende wirklich hilft, sind entweder eine gute medizinische Behandlung oder das sich Stellen seiner eigenen DĂ€monen.“ Mit diesem kleinen Monolog wollte Farael nicht die Stimmung ruinieren, doch löste Anas Bemerkung etwas Sorge in ihm aus. Im nĂ€chsten Augenblick schob er dies beiseite und lĂ€chelte seine Begleitung an. „Also wenn du Baden gehst, erwarte ich von dir aber schon, dass du auch eine gute Szene machst“, feixte er schließlich, ehe er sich selbst zu entkleiden begann. „Zumindest den Schweiß und Schmutz abwaschen“, dachte er sich.

Ana
Die HĂ€nde am Bund des Hemdes hielt Ana inne. "So so." Verschmitzt zog sie einen Mundwinkel nach oben. Dann drehte sie sich um, sodass Farael nur ihren RĂŒcken zu sehen bekam und striff sich das Hemd ĂŒber den Kopf. Sie legte die Arme eng an ihren Körper und blickte ĂŒber die Schulter nach hinten. Nebenbei befreite sie sich von den Stiefeln und legte den GĂŒrtel ab. "Ein wenig Musik wĂ€re nicht schlecht", fuhr sie fort und begann eine Melodie zu summen. Sie stemmte eine Hand in die HĂŒfte und schlĂ€ngelte sich langsam in die Hocke. Unten angekommen öffnete sie ihre Knie und schob sich im Hohlkreuz wieder nach oben. Weiter singend schwang sie herum, die BrĂŒste mit einer Hand bedeckt und stolzierte ein paar Schritte auf ihn zu, warf schließlich den Kopf in den Nacken, wieder nach vorne und kam langsam zum Stehen. "So etwa?", fragte sie und lĂ€chelte.

Farael:
Da wollte man sich einmal in Ruhe entkleiden um sich zu waschen, da bekam man fĂŒr die eigenen Worte direkt die Quittung. In durchaus positiver Hinsicht. Farael hatte es gerade einmal geschafft, seinen Oberkörper zu befreien und die Waffen abzulegen, wĂ€hrend Ana auf laszive Art mit ihren körperlichen Reizen spielte. WĂŒrde sie dabei nicht unglaublich attraktiv von Natur aus sein, hĂ€tte Farael sicherlich widerstehen können. Doch kam er nicht darum, in seinen Bewegungen inne zu halten und seiner GefĂ€hrtin bei der Show genĂŒsslich zu beobachten. Dabei musterten seine Augen jede Stelle ihres Körper und in ihm kam der Mann durch, der sich herbeisehnte, dass sie die HĂ€nde nach unten nahm. Doch riss er sich zusammen und biss sich ungewollt auf die Unterlippe. „Ähm...“, stammelte er fĂŒr den ersten Moment völlig unbeholfen hervor. „Ich denke, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.“ Über das erste Erstaunen hinweg, regte sich Farael aus seiner Schockparalyse und wagte einen Schritt auf Ana zu. Dabei legte er seine rechte Hand auf ihre HĂŒfte, grinste verschmitzt und gab ihr schließlich lediglich einen sanften Kuss auf die Nasenspitzen. NatĂŒrlich auch mit ihr spielend, ehe er sich plötzlich kĂŒnstlich kĂŒhl von ihr entfernte, dabei mit einem breiten Grinsen demonstrierte, dass er gern mit ihr spielte.

Ana:
Die erzielte Wirkung gefiel Ana. Sie hatte frĂŒher schon getanzt, doch das hatte sich ganz anders angefĂŒhlt. Es war das Erniedrigenste gewesen, das sie jemals erlebt hatte. Das Kleid war zu kurz gewesen und hatte oben ebenso zu viel offenbart wie unten. Die verrucht elegante Burlesq-Musik und die Bewgungen Anas langer Beine in den hochhackigen Stiefeln hatten Erotik versprĂŒht, doch in den Gesichtern der MĂ€nner im Publikum hatte sich nur Gier und Wolllust gespiegelt. Die Gage hatte die Pein in keinster Weise aufgewogen und so hatte Ana nie wieder getanzt. Bis zu diesem Augenblick. Es war ihr ganz natĂŒrlich von der Hand gegangen. Es fĂŒhlte sich gut an und wenn auch in Faraels Augen Lust aufblitzte, so lag gleichzeitig eine liebevolle WĂ€rme darin, die den Unterschied machte. Ana öffnete leicht den Mund, bereit auf Faraels Lippen die Begierde zu schmecken, die sie ihm attestierte und staunte nicht schlecht, als er sie mit einem kleinen Kuss auf die Nase abspeiste. Sie sah ihn grinsen und stemmte sich gespielt empört die Hand in die HĂŒfte. "Ah, das ist dem Herrn nicht genug?" Ana zog eine Augenbraue nach oben. Schnell trat sie an ihn heran und löste ihre Hand von ihren BlĂ¶ĂŸen, die er nun ohnehin nicht mehr sehen konnte.

Farael:
Mit wie viel Eleganz und zeitgleich Frechheit Ana vorging, war fĂŒr Farael ein absoluter Genuss. Nicht nur, dass sie der feuchte Traum eines jeden Mannes war, sondern Farael auch die Ehre hatte sie genauer kennenlernen zu dĂŒrfen. Hinter diesem Körper steckte seine Seele, mehr als ein Leib der benutzt werden sollte. So genoss es Farael umso mehr, sich ihr annĂ€hern zu dĂŒrfen. Zwar mit Lust, aber auch mit der Sicherheit, dass sie fĂŒreinander Zuneigung empfanden, die ĂŒber das Körperliche hinausging. Zu gut erinnerte er sich an das letzte Mal zurĂŒck, an dem sie gemeinsam genĂ€chtigt hatten. Umso besser gefiel es ihm, sie an seiner Seite zu wissen, auch wenn sie sich noch nicht lang kannten. Wo in diesem Moment Lust und pures Verlangen vorgeherrscht hĂ€tten, fĂŒhlte er in seinem Bauch die WĂ€rme, die Anas LĂ€cheln in ihm auszulösen vermochte. Ihr gemeinsames Spiel um die Macht in ihren Handlungen tat ihr Übriges. So schritt das freche StĂŒck nah an ihn heran, presste ihre Brust an seinen Oberkörper und ließ ihn somit keinen Blick genießen. Doch statt sich zu beschweren, legte er die Hand auf ihre Wange und gab ihr einen liebevollen, aber zĂ€rtlichen Kuss. Der Geschmack, der auf ihren Lippen lag und sichtlich die seinen erwartet hatte, ermöglichten einen tiefen Austausch von Zuneigung. Einige Augenblicke vergingen, eher er sich wieder löste und seine Stirn an die ihre legte. „Wenn ich nicht verletzt wĂ€re, wĂŒrde ich dir hier zeigen dass es ein guter Anfang war.“ Er hielt seine Augen geschlossen und flĂŒsterte die Worte, die nur fĂŒr Ana bestimmt waren. Ihre WĂ€rme und IntensitĂ€t waren einzig fĂŒr sie vorbehalten. „Wenn du noch ein wenig durchhĂ€ltst und Lust hast, darfst du nachher bei uns Zuhause gern deinen Platz der Reiterin behaupten.“ Farael wusste, mit welchem Feuer er spielte und innerlich freute er sich darauf, Ana ebenso zu verfĂŒhren wie sie es mit ihm tat.

Ana:
GenĂŒsslich kostete Ana von Farael. Sie war wirklich gemein, dass sie ihm stĂ€ndig kleine Köstlichkeiten vor die Nase hielt, die er sich wegen seiner BeeintrĂ€chtigung nicht schnappen konnte. Wenn es nicht so verdammt verlockend gewesen wĂ€re... "Bei uns Zuhause?", wiederholte sie und auch wenn nicht dieselbe Furcht mit schwang, die sie bei dem Wort "wir" noch tags zuvor empfunden hatte, so nagte es doch ein wenig an ihr. "Habe ich heute so gute Arbeit geleistet, dass ich mir schon einen Teil des Hauses verdient habe?" Sie versuchte ihre Worte durch einen Scherz abzumildern, um die AtmosphĂ€re, die sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, nicht zu zerstören. "Und was meine Ausdauer betrifft... da brauchst du dir keine Sorgen zu machen." Langsam entfernte sie sich rĂŒckwĂ€rts von ihm, ohne ihre Arme erneut als Sichtschutz nach oben zu nehmen. Sie öffnete ihre Hose, striff sie nach unten und stieg hinaus. "Aber erst werde ich eine Runde schwimmen, ich möchte ja noch ein wenig einen kĂŒhlen Kopf bewahren." Ana grinste breit, machte auf dem Absatz kehrt und flitzte in Richtung Meer.

Farael:
NatĂŒrlich konnte Farael dem Anblick nicht widerstehen, als sich Ana von ihm löste und ihm den vollen Umfang ihres Körper prĂ€sentierte. Dabei schlich ihm ein eher schmutziges LĂ€cheln auf die Lippen. „Naja, ganz einfach. Dadurch dass du aktuell kein richtiges Zuhause hattest und bei mir deine NĂ€chte verbringst, denke ich mein kleines HĂŒttchen auch dein Zuhause zu nennen. Du kannst ja nicht sagen, dass du dich nicht wohlfĂŒhlst“, erwiderte er schmunzelnd, genau wissens das diese Worte seltsam klingen mussten. Selbst fĂŒr Farael war das GefĂŒhl, sein Heim mit jemanden zu teilen etwas befremdlich und ungewohnt. Doch Ana verbrachte mit ihm die NĂ€chte, verstaute ihre Sachen in seinen SchrĂ€nken und trug sogar seine Kleidung. Wenn sie sich nicht zuhause fĂŒhlte, dann wusste er auch nicht weiter. Schließlich beobachtete er sie, wie sie in das kĂŒhle Nass verschwand. „KĂŒhle dich aber nicht zu sehr ab. Sonst wird es langweilig“, lachte Farael. WĂ€hrenddessen trat er an das Ufer, dessen Wellen seine Schuhe benĂ€ssten. Vorsichtig ging er in die Hocke und begann, sich mit seinen HĂ€nden Wasser zu schöpfen. SpĂ€testens als er es ĂŒber seinen Körper goss, dabei penibel achtend nicht seine frischen Wunde zu benetzen, lief es ihm kalt den RĂŒcken herunter. Das Wasser war eiskalt! Völlig erstaunt bei dieser Feststellung blickte er zu Ana, die fröhlich-munter vor sich her schwamm und die salzige See genoss. „Hehe, kleine Meerjungfrau“, grinste Farael.

Ana:
Ana watete einige Meter ins Wasser und tauchte dann in eine brechende Welle ein. Sie spĂŒrte die Kraft der Strömung und ließ sich die Sinne freiwaschen. Eine GĂ€nsehaut zierte ihre Haut, aber es war ertrĂ€glich und Ana mochte die Frische, die zurĂŒckblieb. Am Horizont versank die Sonne bereits und das Licht war exakt so, wie sie es sich ausgemalt hatte. Vom Ufer hörte sie Farael rufen und winkte ihm. Die letzten Sonnenstrahlen ließen seine nackte Haut leuchten. Noch einmal tauchte sie ab und begann dann wieder Richtung Land zu schwimmen, ließ sich von den Wellen tragen, die darauf zu rollten. Ana strich sich die Haare zurĂŒck und ging die letzten Meter auf Farael zu. Die KĂ€lte spannte ihr die Haut eng um den Leib und sie fĂŒhlte sich lebendig und erfrischt. "Ah, das tat gut", seufzte sie und ging an Farael vorbei, nicht ohne ihm ĂŒber die Brust zu streichen. Am Strand wrang sie ihre Haare aus und machte sich daran, zurĂŒck in die Klamotten zu schlĂŒpfen, bevor die Erfrischung in Frösteln umschwang.

Farael:
Auch wenn das Wasser eiskalt war, so fĂŒhlte es sich fĂŒr Farael erfrischend an. Dennoch in die Wellen zu steigen, bei dieser Wassertemperatur, wĂŒrden ihn nicht einmal im Traum einfallen. Zum seinem GlĂŒck hatte er seine Verletzungen als Ausrede dafĂŒr, etwas kĂ€lteempfindlich zu sein. Er mochte es nicht, die Außentemperatur anhand eines seiner Körperteile messen zu können. Dabei schauderte es ihm allein bei dem Gedanken. Eine KatzenwĂ€sche am Meer reichte. Oder zumindest ein Bad, wenn die Sonne ĂŒber der Stadt brannte. Wie dem mystischen Wesen gleich, entstieg einige Minuten spĂ€ter Ana aus dem Wasser. Ihre Haut schien durch das Bad jĂŒnger, gar straffer und es ergĂ€nzte ihren bereits sehr ansprechenden Körper. Fest nahm er sich in diesem Augenblick vor, mit ihr erneut an diese Stelle zu ergehen. Dann, wann er genesen war, verstand sich. „Dir hat es gut getan, mir tut es jetzt gut“, erwiderte er grinsend, wĂ€hrend sie an ihm vorbeizog. Ob sie das mit Absicht machte? Sich so zu prĂ€sentieren, dass er nicht anders konnte als ihre weiblichen VorzĂŒge zu genießen? Vielleicht lag es auch in ihrer Natur. Doch Farael wusste, dass sie weit ĂŒber ihrer Natur handelte. Sonst wĂŒrde sie nicht bei ihn sein. Oder?

Diese Gedanken eifrig aus dem Kopf schĂŒttelnd, begann auch Farael sich anzukleiden. Die NĂ€sse auf seiner Haut fĂŒhlte sich mit der trockenen Kleidung etwas seltsam an, doch nichts woran er sich stören wĂŒrde. Darauf gesellte er sich zu Ana, welche er mit einem sanften LĂ€cheln bedachte. „Wie sieht es aus? Auf nach Hause?“, fragte er seine Freundin und bot ihr seinen Arm an, damit sie sich einhaken konnte. Ganz wie ein Gentleman.

Ana:
Nach der KĂ€lte des Wassers kam es Ana, nachdem ihre Haut einigermaßen trocken war, umso wĂ€rmer vor. Sie seufzte wohlig. Eigentlich war ihr Leben hier doch gar nicht so schlecht. Ihr Blick flog zu der Weinflasche, die leider schon leer war. Dann war Farael bei ihr und grinsend ergriff sie seinen Arm. "In Ordnung. Nach Hause", sagte sie vielsagend. Trotz der Erfrischung flackerte noch das kleine FlĂ€mmchen in ihr, dass bei ihrer spontanen Tanzeinlage aufgelodert war. Sie spĂŒrte die elektrisierende Spannung zwischen ihnen. Kurz keimten Zweifel auf, dass sie nun schon die dritte Nacht in Folge bei dem selben Mann verbringen wĂŒrde und vielleicht in eine Sache hinein geriet, fĂŒr die sie nicht bereit war. Sie wurden aber recht schnell von Vorfreude besiegt und wann immer sich ihre Blicke kreuzten, sich hier und da auf die Unterlippe gebissen wurde, wuchs die Hitze in Anas Körper ein kleines bisschen nach oben.

Farael:
Erfreut, dass Ana sein Angebot angenommen hatten, spazierten sie los. Farael ließ sich bewusst die Zeit, damit auch in ihm die Vorfreude wachsen konnte, wenn sie Zuhause ankamen. Es war nicht so, dass Farael sich darauf verließ oder es gar einfordern wĂŒrde. Doch jedes Mal wenn sich ihre Blicke trafen, erkannte er in Anas Augen ihre Leidenschaft. Aber auch die Zuneigung und die Freude darĂŒber, dass sie bei ihm war. Zumindest ging er davon aus. Sonst wĂ€re sie wohl kaum neben ihm, in seinem Arm und wĂŒrde mit ihm entspannt die Straße hinunter spazieren. Sie sprachen untereinander nur mit ihren Körpern und hĂŒllten sich in ein angenehmes Schweigen. Doch die Blicke, welche sie sich zuwarfen, genau wie die kleinen Gesten welche den anderen nur etwas Ă€rgerten, oder aber anstachelten. Letzten Endes brach Farael das Schweigen. „Du bist seit langem die erste Frau, mit der ich auf diese Art Gesellschaft teilen kann“, gab er zu. Im nĂ€chsten Moment errötend, gar nichts von seiner harten Schale als Söldner blicken lassend, flĂŒsterte er ihr sanft ins Ohr: „Und das kann wirklich niemand von sich behaupten. Ich mag dich Ana.“ Daneben flossen noch ein paar sĂŒĂŸe Nichtigkeiten in ihrer gegenseitigen Ohren, die die gemeinsame Gesellschaft nur angenehmer machten. Andere wĂŒrden es fĂŒr kitschig halten. Viel zu unmĂ€nnlich und als Mann nicht tragbar. Zumindest die meisten Söldner gingen von einem Bild aus, dass sie als unnahbaren und harten Hund darstellen musste. Doch manchmal genĂŒgte auch ein liebevoller Umgang mit einer Frau. Es machte es nicht fĂŒr Farael angenehmer. Sicherlich fĂŒr Ana ebenfalls. Auch wenn Farael manches Mal unsicher dessen war. Letzten Endes wollte er diese Frau nicht bedrĂ€ngen. Schon bald erreichten sie das kleine Hause, dessen WĂ€rme sie zum Rasten einlud.

Ana:
Unterwegs verblasste die brennende Vorfreude in ihrem Innern langsam und Ana begann ihr momentanes Dasein im Vergleich mit dem vor ein paar Wochen abzuwĂ€gen. Es war noch ein gutes StĂŒck Weg und die GerĂ€uschkulisse der ersten Taverne, die sie passierten, brachte sie ins Nachdenken. Kaum eine halbe Woche vorher wĂ€re sie eine der Stimmen in dem stickigen Dunkel gewesen, auf der Suche nach einer Bleibe fĂŒr die Nacht oder nach den sanften Kissen des Rausches, meistens wahrscheinlich nach beidem. Nun brauchte sie das nicht mehr, denn sie hatte einen RĂŒckzugsort gefunden. Sie hatte Sicherheit gewonnen. Oder aber AbhĂ€ngigkeit. Die Zweifel waren wieder da. Ana versuchte sich nichts anmerken zu lassen und war froh, dass sie schwiegen. Worte waren schonungslos, ließen kaum Raum zur Interpretation. HĂ€tte sie nicht einfach glĂŒcklich sein können? Als Farael ihr schließlich etwas zuflĂŒsterte, streubte sich ein Teil von ihr und wĂ€re am liebsten davon gelaufen, doch sie riss sich zusammen und antwortete lĂ€chelnd. Immerhin war es nicht gelogen, sie fĂŒhlte sich ja wirklich wohl in seiner NĂ€he und war ihm dankbar, dass er sie aufnahm. Davon, dass er sie auch körperlich ansprach ganz zu schweigen. Tief in ihrem Innern regten sich jedoch ihre Alarmglocken. "Das geht zu schnell", sagten sie, noch leise aber eindringlich. Und so war Ana, als sie das kleine Haus erreichten, geteilter GefĂŒhle. Es fĂŒhlte sich wie ein sicherer Zuschlupf und ein GefĂ€ngnis zugleich an.
Whisk(e)y ist flĂŒssiges Sonnenlicht
~ George Bernard Shaw ~

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