Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Archibald von Dornburg
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Re: Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

#21

Beitrag von Archibald von Dornburg » Fr 2. M├Ąr 2018, 21:39

Als Kasimir in den Kellerr├Ąumen angekommen war, h├Ârte er einen berstenden, matschigen Knall. Einen Moment sp├Ąter folgte Gepolter und Fluchen innerhalb einer der Schiebekammern.

Der Krach endete f├╝r einen Augenblick, dann schoss die T├╝r des Faches mit ohrenbet├Ąubendem Knall in den Raum hinein. Kasimir sah kurz ein Bein, ehe sich ein K├Ârper wie ein Schlangenmensch verdrehte. Zwei blutige, krallenbew├Ąhrte H├Ąnde klatschten an die Seite der Schiebekammer.

Archibald wuchtete sich nach drau├čen und taxierte den Raum, wie ein Raubtier auf der Flucht. Er entspannte sich etwas, als er keinen Feind erblickte.

"Meister? Meister, was bei den Ältesten machst Du hier?", fragte er leise.
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Re: Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

#22

Beitrag von Kasimir » Fr 2. M├Ąr 2018, 22:19

"Das Gleiche k├Ânnte ich dich fragen", fragte die kleine wei├če Fledermaus, die, kaum gr├Â├čer als ein Finger, mitten im Raum auf dem Fu├čboden sa├č und entgeistert an dem nackten, mit Blut und Innereien beschmierten Manne hinaufblickte. "Ich bin gekommen, um dich nach Hause zu holen. Ich hatte dich vermisst und mir Sorgen gemacht und durch Zufall erfuhr ich, dass du hier bist." Die Fledermaus blickte ungl├╝cklich. "Archibald, was ist mit deiner Di├Ąt? Du hattest mir dein Wort gegeben."
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Re: Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

#23

Beitrag von Archibald von Dornburg » Fr 2. M├Ąr 2018, 22:31

Archibald hockte sich auf den Boden und streichelte Kasimir.

"Meister Ihr versteht mich v├Âllig falsch! Ich hatte gute Absichten. Ich handelte um den Dunwin-Larve Linhard zu besch├╝tzen und um Brandur den Weg zu weisen. Passt auf. Ich dachte mir, wenn ich ein, zwei, drei oder auch vier von den Geistern t├Âte, wird dies Davard und Anwolf vermutlich ersch├╝ttern.

Da vorab die Friedensverhandlungen gewesen sind, steht der Friede noch auf t├Ânernen F├╝├čen. Wem w├╝rde ein Hohenfelde also den Mord in die Schuhe schieben? Richtig, einem anderen Hohenfelde. Folglich also Brandur und Linhard. Sie w├Ąren die Hauptverd├Ąchtigen. Oder die Drahtzieher die mich geschickt h├Ątten.

Davard und Anwolf w├╝rden sich von Brandur und Linhard abwenden.
Brandur und Linhard w├╝rden sich von Davard und Anwolf abwenden.

Logisch das sie sich zu unrecht beschuldigt f├╝hlen w├╝rden. Was eine Tatsache ist, Davard und Anwolf aber nicht wissen. Folglich h├Ątte ich damit alles auf Stand Null zur├╝ckgesetzt und niemand kann durch vermeintliche Friedfertigkeit Linhard zu nahe kommen und ihn ausschalten. Ich habe also nur Brandurs Job erledigt und ihn unterst├╝tzt. Sagen wir mal so Meister, ich habe ihm einen kleinen Schubs in die richtige Richtung gegeben. Ich tat es f├╝r Dunwin, Linhard und f├╝r die Familie - ich schwor Dunwin ewige Treue Kasimir. Und dies gedenke ich auch einzul├Âsen. Gleichg├╝ltig wie er sich gewandelt hat. Dass darf nicht Linhards Schaden sein. Ich bewahre ihn vor sch├Ądlichem Einfluss. Wir k├Ânnen abreisen Meister, ich bin hier fertig",
grinste Archibald und verwandelte sich in eine Fledermaus.

"Nach Euch Gebieter", sagte Arch freundlich wie ergeben.
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Re: Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

#24

Beitrag von Kasimir » Sa 3. M├Ąr 2018, 10:29

"Ich verstehe schon richtig", antwortete die wei├če Fledermaus ihrer schwarzen Kollegin mit der silbernen Melierung im Fell. "Denn ich bin mit einem Intellekt gesegnet, den zu sch├Ąrfen mir in der Klosterschule des Mondes ├╝ber astrologischen Dissertationen, theologischen Kollektaneen, Traktaten, Monographien und Abstracten gestattet wurde. Man darf mir durchaus zugestehen, zu erkennen, dass du dein Wort gebrochen hast, ohne mit mir auch nur ├╝ber m├Âgliche Alternativen zu sprechen. Ich bin traurig, Archibald! Sehr traurig."

Die wei├če Fledermaus sch├╝ttelte betr├╝bt ihren Kopf. "Ich kam deinem Wunsche nach, Vampir zu werden, obwohl ich stets dagegen war, weitere Vampire in die Welt zu setzen. Ich tat es um den Preis, dass du mir den von dir fast zu Tode geschundenen Simon ├╝berl├Ąsst und mich als deinen Lehrer akzeptierst, damit ich dir helfen kann, auf den Weg des Oril zu finden. Ist das hier, was dir dein Wort mir gegen├╝ber bedeutet?"

Kasimir machte eine umfassende Geste mit dem Fl├╝gel.

"Archibald, so kann ich dir nicht helfen! Komm erst einmal her." Auf F├╝├čen und Fl├╝geln krabbelte er zu seinem Problemsch├╝ler und putzte ihm mit dem Z├╝nglein den Pelz sauber. "So, nun ist es besser. Bleib genau dort hocken, damit du nicht wieder schmutzig wirst."

Kasimir flog kurz zu dem gesprengten Schieber und roch an dem Blut, doch es war leider schon recht alt, der Leichnam bereits einige Stunden tot. Er sollte nicht mehr allzu viel davon trinken, wenn er sich nicht den Magen verrenken wollte. Es gab Vampire, die vertrugen das, doch er geh├Ârte nicht dazu. So schleckte er nur wenige Schlucke, damit sein Magen nicht ganz leer war. Vermutlich w├╝rde er sich wieder an Frischblut gew├Âhnen m├╝ssen, jetzt, wo ihm niemand mehr neues Instantblut zubereiten konnte. Eine Weile w├╝rde der Vorrat noch halten, doch nicht ewig und dann w├╝rde er auf dem Trockenen sitzen. Er musste Orils Willen im Gebet ergr├╝nden, um dieser Herausforderung zu begegnen, doch nicht jetzt. Nun musste er sich ersteinmal um das verirrte Sch├Ąflein k├╝mmern.

"Komm, Archibald", sagte Kasimir sanft. "Lass uns nach Hause fliegen."
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Re: Einen Gehilfen f├╝r den Heiler

#25

Beitrag von Archibald von Dornburg » Sa 3. M├Ąr 2018, 19:24

Archibald musterte Kasimir betreten.

"Nun wenn Ihr es so ausdr├╝cken wollt Meister, dann habe ich mein Wort gebrochen. Aber ich schw├Âre Euch, ich kam nicht hierher um mein Wort zu brechen, sondern um Linhard zu besch├╝tzen. Da ich die Frau und den Kerl eh erledigt hatte, dachte ich mir, muss ihr Blut doch nicht verschwendet werden. Es w├Ąre doch schade um die Mahlzeit gewesen.

Ich hatte nicht vor Euch zu entt├Ąuschen, Wortbr├╝chig zu werden oder Euch zu hintergehen.
Aber was ich wollte ist bedeutungslos, denn ich habe es trotzdem getan.
Meine Pflicht w├Ąre es gewesen mit Euch zu reden.

Mir ist durchaus bewusst, was Ihr f├╝r mich geleistet habt und womit Ihr mich gesegnet habt.
Ich werde es wieder gut machen, versprochen",
sagte Archibald betreten.

Kasimir bat ihn nach der Schelte zu sich und putzte ihn sauber, reinige ihn vom Blut und anderen Gewebefetzen. Archibald wusste nicht, was er schlimmer fand. Die Entt├Ąuschung in den dunklen Augen seines Meisters, oder die Tatsache, dass ihn dieser trotz allem noch mit Zuneigung begegnete. Arch blieb wie befohlen hocken wo er war und kratzte sich mit seiner Daumenkralle schuldbewusst an der schwarzen Nase.

Er schaute dabei zu, wie der kleine wei├če Kasimir etwas von dem rakshaner Blut trank, ehe er sich wieder zu ihm gesellte.

"Nach Hause...?
Du meinst....
Nach Hause klingt gut...
Danke... Meister ich... danke...
Ja lass uns nach Hause fliegen...",
antwortete Archibald freundlich.

Er krabbelte auf Kasimir zu, leckte ihn ebenfalls sauber, ehe er seine Fl├╝gel ausbreitete und Richtung Heimat davon schoss.

"Wer zuerst da ist!", lachte er gut gelaunt.
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