Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Die Bestrafung von Bellamy & Robere

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Die Bestrafung von Bellamy & Robere

#1

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Do 17. Mai 2018, 23:52

<< In der Wachstube

Der raue Stein bohrte sich in seine Kopfhaut. Robere stand in der Zelle und dr├╝ckte seine Stirn gegen die Wand. Es gab kein Fenster, zwischen dessen Gitterst├Ąben hindurch er in die Freiheit h├Ątte schauen k├Ânnen. Vollst├Ąndige Dunkelheit seit ungez├Ąhlten Tagen. Robere war f├╝r den Augenblick kein Leibgardist mehr, der das Leben des Ducs mit dem eigenen sch├╝tzte, nicht l├Ąnger der zweite Mann von Unit├Ę B, der wie eine unbezwingbare eiserne Statue neben der T├╝r des Thronsaals Wache stand. Er war ein Str├Ąfling in einem Leinenlumpen, unrasiert und mit klebrigem Haar, den man in das letzte und tiefste Verlies geworfen hatte, wo er nicht einmal die verzweifelten Rufe der Mitgefangenen h├Ârte. Er war allein mit dem Abgrund, der von allen Seiten nach ihm griff. R├╝stung und Waffen hatte man ihm genommen. Ob er sie je zur├╝ckerhalten w├╝rde, wusste er nicht. Die Stelle an seinem Kopf, die er gegen die Mauer presste, war inzwischen taub. Er trat einen Schritt nach vorn, bis seine Brust den Stein ber├╝hrte und drehte den Kopf zur Seite. Er dr├╝ckte die Wange an die Wand und ein paar Kr├╝mel rieselten herab. Ein Bett, um sich hinzulegen, gab es nicht. Dieser Raum war bis auf ein stinkendes Loch f├╝r die Notdurft v├Âllig leer. Robere musste im Stehen schlafen, damit ihm das Ungeziefer nicht in die Ohren kroch. Durch das kleine Gitterfenster der T├╝r drang muffige Verliesluft, die nach Schimmel stank.

Am schwersten wog weder die Angst vor der Strafe noch die Finsternis, sondern die v├Âllige Abgeschiedenheit von der Au├čenwelt. Au├čer den M├Ąnnern seiner Einheit gab es niemanden in Roberes Leben. Er hatte keine Eltern, die ihren Sohn vermissen w├╝rden, keine Familie, die zu Hause auf ihn wartete. Sein zu Hause war nur eine Kammer im Bedienstetenfl├╝gel des Palastes, um selbst den Urlaub bei seinen Kameraden verbringen zu k├Ânnen. Sein Leben war seine Einheit und dort hatte man ihn herausgerissen. Er war wie ein schlagendes Herz au├čerhalb seines K├Ârpers. Robere betete nicht daf├╝r, dass er die Bestrafung ├╝berlebte. Er betete daf├╝r, dass man ihn - falls er ├╝berlebte - nicht endg├╝ltig aus Unit├Ę B warf f├╝r sein Vergehen.

Robere tastete nach der T├Ątowierung auf seiner rechten Hand. Er konnte sie in der Dunkelheit nicht sehen, doch er sp├╝rte die leichten Erhebungen, wo die Tinte ihm unter die Haut gestochen worden war. Der schwarze Skorpion war so t├Ątowiert, dass eine Schere auf dem Zeigefinger lag und die andere auf dem Daumen, so dass das Tier sich kampfbereit zu bewegen schienen, wenn Robere die Finger spreizte oder zur Faust ballte. Es war die Hand, mit der er seine Waffe f├╝hrte und die selbst zur Waffe werden konnte. Jene Hand, die das Gesicht eines Menschen zu einer blutigen Masse verarbeiten, ihn gegen eine Wand pressen und sich um einen Hals legen und zudr├╝cken konnte. Die Hand, die ungez├Ąhlte M├Ąnner so fixiert hatte, dass es kein Entkommen vor dem Stich des Skorpions gab. Aber weder Stachel noch Scheren n├╝tzten ihm jetzt etwas. Der Panzer war es, der nun seine H├Ąrte unter Beweis stellen musste. Robere lie├č die H├Ąnde sinken, lehnte sich gegen die Wand und wartete.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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Re: Die Bestrafung von Bellamy & Robere

#2

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Fr 25. Mai 2018, 22:17

Bellamy Bourgeois
Es kam wie es kommen musste, auch wenn Robby und Belly noch so sehr mit ihrem Schicksal haderten, es war unvermeidlich. Der Tag der Abrechnung r├╝ckte best├Ąndig n├Ąher, bis sie eines morgens in ihren heruntergekommenen, dunklen L├Âchern die sich eine Zelle schimpften aufwachten. Der Tag ihrer Bestrafung war da und stand nun so monumental im Raum, dass er alles andere zu verschlingen drohte. Robby und Bellamy wurden aus ihren Zellen geholt und seit einer gef├╝hlten Ewigkeit sahen sich die beiden zum ersten mal wieder. Verh├Ąrmt, verdreckt, ungewaschen und unrasiert, waren sie kaum von einem Landstreicher zu unterscheiden. Bellamy musterte Robere in stummer Wut und Verzweiflung.

Robere
Die Wachen des Gef├Ąngnisses geleiteten die beiden Verbrecher durch die Tunnel des Verlieses nach drau├čen. ┬╗Es tut mir leid┬ź, keuchte Robere verzweifelt, als der Abstand zwischen ihnen beiden gerade gering war. ┬╗Palaisin, es tut mir leid! Ich wollte nicht, dass es auf Euch zur├╝ckf├Ąllt!┬ź Er wusste nicht, ob Bellamy ihn ├╝berhaupt verstand. Die Stimmen, die man von drau├čen h├Ârte, wurden lauter. Robere hatte Angst und war nass von kaltem Schwei├č. Die Gardisten aus seiner eigenen Einheit sorgten drau├čen f├╝r die n├Âtige Sicherheit. Sie dr├Ąngten die Menschen auseinander, so dass eine Gasse gebildet wurde, die genau zum Blutger├╝st f├╝hrte.

Bellamy Bourgeois
Bellamys Blick fiel f├╝r einen Augenblick auf Robere, der sich bei ihm entschuldigte. Belly nickte knapp und schluckte. Die Bestrafung an sich war schon schlimm genug. Schlagartig fiel ihm das Pulver ein, dass er immer noch in der Tasche hatte. Der Palaisin hatte nicht damit gerechnet, dass die Bestrafung so schnell vor der T├╝r stehen w├╝rde. Und nun hatte er das Pulver nicht genommen. Ein leises Keuchen entrang sich seiner Kehle. Er w├╝rde die Strafe im vollen Ausma├č ertragen m├╝ssen. Nun er hatte schon einiges ertragen, an Verletzungen und Dem├╝tigungen, aber das hier war etwas, wovor sogar er sich f├╝rchtete und der gesamte Hof sah zu. W├Ąhrend die Wachen sie nach drau├čen geleiteten und sie Dank Boldis Arbeit nur einen verbalen Spie├črutenlauf hinter sich bringen mussten, f├╝hlte Belly wie ihm langsam aber sicher die Knie weich wurden. Und das ihm! Der Palaisin der schon so manchen Gegner niedergestreckt hatte, von dem keiner glaubte er h├Ątte nur den Hauch einer Chance. Er hatte es allen bewiesen. Und heute wurde ihm bewiesen, dass jeder seinen Meister fand - dieser stand in Form des Henkers Domi bereits auf dem Podest. Ein letzter Blick auf Robere, seinen Leidensgenossen - dann schaute er nur noch stur geradeaus, versuchte das Grauen auszublenden, dass sich in sein Gehirn bohrte - und gleich noch ganz woanders hin. Vor dem Podest blieben die Wachen stehen, damit der Henker das Urteil verlesen konnte. Mit gesenktem Kopf wartete Bell seine Urteilsverlesung ab, er konnte Domi nicht in die Augen schauen.

Zarkad von Drakenstein
Zarkad lief schweren Schrittes hinter Robere und Bellamy, dass er die beiden einmal durch diesen Tunnel bringen musste, w├Ąre ihm im Traum nicht eingefallen. Gerade Robere, einer seiner engsten Freunde, wie konnte es soweit kommen. Dem Gesetz musste gen├╝ge getan werden, das stand fest und hatte er oft genug in seiner Ausbildung eingebleut bekommen. Leise fl├╝sterte er zu Boldi und hoffe dass die beiden Gefangenen ihn nicht h├Âren w├╝rden. ┬╗Meinst du, wir machen das richtige?┬ź

Boldiszàr
┬╗Ja┬ź, sagte Boldisz├ár fest. ┬╗Es ist besser, wenn wir die Bestrafung sichern, als wenn irgendeine andere Unit├Ę das tut. Auch wenn es ihnen unangenehm sein wird, dass wir das aus der ersten Reihe mitkriegen. Es wird nicht nur schmerzhaft, sondern schei├če peinlich f├╝r die beiden.┬ź Er blinzelte kurz, als ihm auffiel, dass die Formulierung ung├╝nstig gew├Ąhlt war. ┬╗Aber besser wir als die A, C oder noch schlimmer, die D. Jedenfalls werden wir daf├╝r sorgen, dass die Schmach so gering wie m├Âglich gehalten wird. Ich will nicht, dass irgendwer von unseren Leuten lacht oder das Zeug aus dem Publikum nach vorn geflogen kommt. Das ist einer unserer Jungs da vorn und der Palaisin! Wenn einer vom Volk es ├╝bertreibt, reagieren wir sofort mit maximaler H├Ąrte.┬ź

Dominique Dubois
Man brachte die beiden Delinquenten auf das Blutger├╝st. Die Gehilfen des Henkers entledigten sie ihrer Gefangenenkleidung und banden sie mit gespreizten Armen und Beinen jeweils auf ein gro├čes h├Âlzernes X. Dominique beachtete die Delinquenten vorerst nicht. Er hatte sie bereits im Gef├Ąngnis untersucht, beide waren, wie das bei Gardisten zu erwarten war, sehr gut trainiert und in bester Verfassung. Beide hatten Narben und verheilte Br├╝che, waren aber gesund und wiesen keine anatomischen Besonderheiten auf. Der J├╝ngere der beiden hatte w├Ąhrend einer Auseinandersetzung vor einem Monat die Schulter ausgekugelt bekommen und der Arm war noch instabil. Dominique hatte seine Gehilfen daher angewiesen, diesen Arm zus├Ątzlich um die Schulterpartie herum zu fixieren, damit er ihn sich nicht gleich wieder ausrenkte, wenn er vor Schmerzen an seinen Fesseln riss. Dominique war Profi genug, um auf die korrekte Einhaltung des verordneten Strafma├čes zu achten.

Die beiden waren so positioniert, dass sie durch die oberen beiden Streben des X hindurch auf den ber├╝chtigten und gef├╝rchteten Block schauen mussten. Dominique wandte sich an die beiden.

┬╗Vor Ihrer Bestrafung erfolgt die Hinrichtung einer Hochverr├Ąterin. Dass Sie beide der nun erfolgenden Hinrichtung auf diese Weise beiwohnen werdet, ist eine eindeutige Botschaft: Dies ist die letzte Warnung f├╝r Sie. Das n├Ąchste Mal landen Sie genau da, wohin Sie nun schauen┬ź, sagte Dominique ernst. Seine Folterknechte brachten eine junge Naridierin herbei.

Azara
Azara war nach Souvagne gereist und hatte sich gute Gesch├Ąfte erhofft. Die Warnung das Land schnellstm├Âglich zu verlassen, hatte sie fast ausgeblendet. Galt so etwas nicht f├╝r Staatsfeinde? Sie war leichtsinnig gewesen, hatte nur an das Gesch├Ąft gedacht und nun bekam sie die Quittung daf├╝r. In Naridien herrschten andere Sitten als Souvagne. Hier war die Staatsmacht dass, was das Wort bedeutete - die Macht des Staates. Und widersetzte man sich dieser Macht, dann bekam man die vollen Konsequenzen zu sp├╝ren. Versch├╝chtert musterte sie den f├╝r sie gigantisch anmutenden Henker. Wie ein Berg aus Muskelmasse ragte er vor ihr auf. Azara bekam kaum noch Luft, so dass die Folterknechte sie mehr zogen, als dass sie ging.

Bellamy Bourgeois
Bellamy h├Ątte sich am liebsten losgerissen und w├Ąre mit Robby get├╝rmt. Aber so gut wie sie gesichert waren, konnten sie das vergessen. Wo h├Ątten sie auch hin fliehen sollen? Das einzige was sie damit erreicht h├Ątten, w├Ąre das Strafma├č zu erh├Âhen. Der Block w├╝rde ihnen winken. Obwohl er fixiert war und genau auf den Block schauen musste, versuchte er einen letzten Blick auf Robere zu erhaschen, seinen Mitgefangenen und Leidensgenossen. Wieviel hatte er ihm durchgehen lassen? Daf├╝r musste er nun diesen Weg mit ihm gehen. Und wieviel hatte er sich selbst schon geg├Ânnt? Belly versuchte sich rein auf die Verr├Ąterin zu konzentrieren und das Gl├╝ck, dass es nicht sein Kopf war der gleich rollte. ┬╗Viel Gl├╝ck und halte durch┬ź, raunte er Robere zu.

Robere
Robere keuchte vor Angst. Vor ihm stand der Block. Der Block! Noch nicht f├╝r ihn bestimmt, aber bereits in Sichtweite gestellt. Es gab ihm ein gewisses Gef├╝hl der Beruhigung, dass der Palaisin nun neben ihm war und dass Boldi den Richtplatz f├╝r sie sicherte. Robere war es seit einem Jahrzehnt gewohnt, sein Leben in ihre H├Ąnde zu legen. Ihre Anwesenheit lie├č ihn entspannter sein, als w├Ąre er allein hier oben. Auf Bellamys Worte hin drehte Robere den Kopf. ┬╗Sie auch┬ź, war das Einzige, was er gequetscht hervorbrachte. Er hoffte, die Hinrichtung der Naridierin w├╝rde m├Âglichst lange dauern und einen Gro├čteil des Volkes vertreiben.

Dominique Dubois
┬╗Ich verlese das Urteil bez├╝glich der Mademoiselle Azara, wohnhaft in Shohiro, Naridien. Sie hatte sich nach der Grenzschlie├čung und der Ausweisung aller Fremdl├Ąnder rechtswidrig innerhalb Souvagnes aufgehalten und wurde daher von seiner Durchlaucht Duc Maximilien Rivenet de Souvagne des Hochverrates f├╝r Schuldig befunden. Das Urteil lautet Tod durch Enthauptung. Ich werde das Urteil nun vollstrecken.┬ź

Die Folterknechte zwangen Azara, ihren Kopf auf dem Block abzulegen. Ein Priester des Ainuwar betete ein letztes Mal mit ihr. Sie weinte und zitterte heftig, doch der Scharfrichter hatte kein Mitleid. Sie war hier aus eigenem Verschulden heraus, da sie das Gesetz missachtet hatte. Er trat an den Block und hob das schwere Richtbeil. Er zielte, Azara schrie auf, als der Schatten auf sie fiel und dann sauste der mehrere Kilo schwere Axtkopf nieder. Der Schrei riss in der Mitte ab. Der Kopf lag auf dem Block, eine rote Lache breitete sich schnell unter dem Halsstumpf aus. Die dunklen Augen der Frau waren in namenlosem Entsetzen weit aufgerissen. Dominique packte den Kopf bei den Haaren, hob ihn auf und drehte ihn in Richtung des K├Ârpers. In einem letzten Begreifen klappte der Kiefer zu einem stummen Schrei auf. Dann drehte er das Gesicht zu Menge hin.

┬╗Der Gerechtigkeit wurde Gen├╝ge getan.┬ź

Er brachte den Kopf in den daf├╝r vorgesehenen Korb. Kopf und Rumpf wurden von den Folterknechten weggebracht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien Rivenet de Souvagne wohnte mit seiner gesamten Familie der Enthauptung bei. Domi lie├č sich nicht von den bettelnden Blicken oder dem Gejammere der Verr├Ąterin beeinflussen. Man hatte ihr ausreichend Zeit einger├Ąumt, dass Land zu verlassen. Sie war entgegen jeder Vernunft geblieben und Dominique hatte wieder erneut verdeutlich, was mit jenen geschah die sich nicht an Gesetz und Ordnung hielten. Maximilien schaute sich bewusst die Enthauptung in allen Einzelheiten an. Nicht weil er ein Mann der Grausamkeit war und Enthauptungen liebte. Es ging ihm nicht einmal um die Todesstrafe von Azara. Maximilien ging es darum Leben zu sch├╝tzen, statt zu vernichten. Und indem er einen Straft├Ąter t├Âten lie├č, sch├╝tzte er all jene B├╝rger die rechtschaffen waren. Absolut zufrieden mit der Arbeit von Dominique neigte Maximilien minimal aber f├╝r jeden sichtbar anerkennend das Haupt. Ein gr├Â├čeres Kompliment konnte der Duc einem nicht machen.

Linhard von Hohenfelde
Linhard sa├č neben Gregoire und schaute sich das Spektakel an. Zwei Gardisten wurden auf das Plateau gef├╝hrt und vollfixiert, was ihn ein klein wenig an gewisse Studios in Obenza erinnerte. Nur bekamen die beiden diese Behandlung v├Âllig kostenlos. Einen Augenblick sp├Ąter wurde eine Naridierin zum Block gef├╝hrt. Der Frau stand die Todesangst ins Gesicht geschrieben. Lin verschr├Ąnkte seine Finger mit denen von Greg und schaute sich genau an, was nun vor sich ging. Der Henker las das Urteil vor, w├Ąhrend die Frau auf den Block gedr├╝ckt wurde. Sie schrie, w├Ąhrend der Henker das tonnenschwere Beil hob. Mit einem dumpfen Knirschen durchschlug die m├Ąchtige Waffe Knochen, Sehnen und Fleisch und enthauptete die Verr├Ąterin. Einfach und effektiv... Schuld und S├╝hne. Lins Mundwinkel zuckten, aber er widerstand dem Drang zu l├Ącheln und kraulte Greg die Fingerspitzen.

Dominique Dubois
ÔÇ×Ich verlese nun das zweite UrteilÔÇť, rief Dubois mit fester Stimme. Einer seiner Gehilfen reichte ihm daraufhin einen Umschlag. Dominique zog das Dokument hervor. ÔÇ×Die Verurteilten, Palaisin Bellamy Bourgeois und Monsieur Robere Moreau, beide wohnhaft in Beafuort, wurden von seiner Durchlaucht Duc Maximilien Rivenet de Souvagne des sexuellen Missbrauchs f├╝r schuldig befunden. Das Urteil lautet: ├Âffentliche Vergeltung von Gleichem mit Gleichem. Dies soll ├Âffentlich vor den Augen des versammelten Volkes mittels daf├╝r geeignetem Werkzeug geschehen. Hinzu kommen f├╝r jeden f├╝nfzig Peitschenhiebe. Ich werde das Urteil als amtierender Scharfrichter nun vollstrecken.ÔÇť

Er nahm zuerst die Peitsche zur Hand. Dieser Teil der Strafe war exakt festgelegt, darum sollte er als erstes stattfinden. Beim zweiten Teil konnte er das Strafma├č an das Befinden der Delinquenten anpassen. Er w├╝rde sie nicht schonen, mitnichten, aber er durfte sie auch nicht umbringen.

┬╗Ich hatte anderes von dir erwartet, Belly┬ź, brummelte Dominique vor sich hin und guckte den Palaisin zwischen den Holzstreben hindurch an, w├Ąhrend er die noch eingerollte Peitsche in seiner Hand wippte. ┬╗In Ehveros waren wir so sch├Ân gemeinsam ein Bierchen trinken, da warst du so ein feiner Kerl und nun das. Ich hoffe, du lernst daraus und machst in Zukunft keine ├╝blen Dinge mehr. Ich m├Âchte dich nie wieder auf dem Blutger├╝st sehen.┬ź

Dominique verpasste beiden M├Ąnnern ihre verordneten f├╝nfzig Hiebe. Die Peitsche sauste rasch und hart auf ihre R├╝cken nieder. Alle zehn Hiebe wechselte er zum anderen, damit sie zwischendurch zum Luftholen kamen.

Bellamy Bourgeois
Als Dominique die Verr├Ąterin gerichtet hatte, waren sie an der Reihe. Er las mit seiner tiefen vollt├Ânenden Stimme das Urteil vor, so dass ein wegh├Âren gar nicht m├Âglich war. Das Urteil traf Bellamy eigentlich nicht im geringsten. Was scherte ihn Nathan? Ihn ├Ąrgerte nur Roberes Unf├Ąhigkeit, so etwas heimlich abzuziehen. Die Worte von Domi trafen ihn wie ein Fausthieb des Henkers in die Magengrube. Sie waren in Ehveros Kameraden gewesen. Sie waren um die H├Ąuser gezogen, hatten gezoffen und gelacht. Sogar Max und auch Nathan waren dabei gewesen. W├Ąre nur der Spielgef├Ąhrte von Robere ein anderer gewesen, schoss es ihm durch den Kopf. Er wollte Domi etwas antworten, wusste aber nicht was. Einen Moment sp├Ąter hatte er andere Sorgen. Die Peitsche fra├č sich in seinen R├╝cken und hinterlie├č dort blutige Striemen und ein Z├Ąhnefletschen in seinem Gesicht. Er biss die Z├Ąhne so fest zusammen, dass sein Kiefer schmerzte. Aber es n├╝tzte nichts, irgendwann fing er an zu keuchen und br├╝llen. Niemand steckte 50 Hiebe stumm weg, auch nicht Bellamy.

Nathan
Der feinf├╝hlige Barde, der bei den Adligen auf der Trib├╝ne sa├č, schlotterte am ganzen Leib. H├Ątte sein Herr ihn nun angesprochen, w├╝rde Nathan nicht einen einzigen vollst├Ąndigen Satz herausgebracht haben, sondern nur ein Kauderwelsch willk├╝rlicher Silben. Er fragte sich, wie viel Schuld er an dem Elend trug, was die beiden Gefangenen gerade durchmachten. Hatte er in seinen Briefen zu viel gejammert? W├Ąre Robere und Bellamy diese grausame Behandlung erspart geblieben, wenn er einfach geschwiegen h├Ątte? Er f├╝hlte sich schuldig. H├Ątte er nur geschwiegen! H├Ątte er niemals den Medicus aufgesucht, der ihm wohlmeinend seine Verletzungen attestiert hatte. Letztlich war es doch gar nicht so schlimm gewesen, das w├Ąre auch von allein wieder geheilt. Und es stimmte, Robere hatte ihm von Anfang an gesagt, dass es hart werden w├╝rde. Was hatte Nathan sich also beschwert? Der arme Robere und der arme Bellamy! Sie waren vollkommen blut├╝berstr├Âmt! Nathan f├╝hlte sich unsagbar sch├Ąbig und musste weinen, weil er so ein schlechtes Gewissen hatte.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte seinen Leibdiener und legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm. ┬╗Es hat alles seine Richtigkeit Nathan. Dass Du soviel Empathie f├╝r die beiden empfindest, zeigt uns nur, dass sie genau die richtige Strafe erhalten die sie verdienen. F├╝r Dich Nathan, haben diese beiden dort keine einzige Tr├Ąne vergossen. Im Gegenteil, sie haben sich vielleicht noch ├╝ber Dich lustig gemacht. Deine Tr├Ąnen haben sie nicht verdient Nathan┬ź, sagte Dreux einf├╝hlsam und dr├╝ckte Nathans Hand.

Dominique Dubois
Als der erste Teil der Strafe vollbracht war, waren die Schultern und R├╝cken der Delinquenten rot von Blut. Er lie├č ihnen Zeit, zu verschnaufen, indem er sich in Ruhe um die Nachbereitung k├╝mmerte. In aller Ruhe reinigte er seine Peitsche mit einem Lappen. Der zweite Teil w├╝rde weit unangenehmer werden. Die Delinquenten sollten am eigenen Leibe erfahren, was sie ihrem Opfer, dem armen jungen Nathan, angetan hatten. Dominique legte die Peitsche weg und nahm das n├Ąchste Werkzeug zur Hand. Er trat erneut vor die Gesichter der Gefangenen und zeigte ihnen, was sie nun erwartete: eine aus Holz geschnitzte Replik eines m├Ąnnlichen Genitals, detailgetreu und in gro├čz├╝gig gew├Ąhlter ├ťbergr├Â├če.

┬╗Ich hoffe, Sie beide k├Ânnen nach der Behandlung das Ausma├č Ihres Verbrechens nachvollziehen┬ź, sagte Dominique b├Âse. ┬╗Der arme Nathan, ausgerechnet eine so wehrlose und sch├╝tzenswerte Person, also wirklich. Sie beide sollten sich was sch├Ąmen! Sie, Robere und sie auch, Bellamy! Ich fange jetzt an.┬ź Er trat hinter sie und begann entschlossen mit seiner Arbeit.

Bellamy Bourgeois
Als Domi erneut vor sie trat und ihnen zeigte, mit was er sie nun als n├Ąchstes behandeln w├╝rde, fragte sich Belly insgeheim wer Pate f├╝r das Modell gestanden hatte. Das sie nicht noch eine Pferdepenis aus dem Hut zauberten war alles. Belly schaute zu Domi auf und in seinem Blick lag ein Flehen, dass wohl vorher keiner zu Gesicht bekam. Aber Domi blieb nicht lange vor Belly stehen, er ging nach hinten und ab dato st├╝rzte Bellamy in einen Abgrund aus Dem├╝tigung und Schmerzen.

Robere
Robere war nicht unerfahren, was das Aufnehmen von derlei Gegenst├Ąnden in seinen K├Ârper betraf. Aber das Ausma├č des Dildos war der pure Hohn! Als der Henker ihm das Monstrum vor die Nase hielt, stie├č Robere ein ungl├Ąubiges Keuchen aus. ┬╗Das ist nicht dein Ernst!┬ź, ├Ąchzte er, doch Dominique beachtete weder ihn noch Bellamys flehenden Blick. Entgegen dem, was Roberes K├Ârper wollte, zwang er sich, locker zu lassen, damit die Verletzungen sich hoffentlich in Grenzen hielten. War der Dildo eigentlich glatt oder rau gewesen? Ge├Âlt? Robere kam nicht mehr dazu, sich zur├╝ckzuerinnern. Pl├Âtzlich hatte er das Gef├╝hl, bei lebendigem Leibe gepf├Ąhlt zu werden. Er fragte sich noch, ob er derartigen Beischlaf je wieder w├╝rde genie├čen k├Ânnen, dann wischte der rammende Schmerz in seinem Unterleib jeden Gedanken aus seinem Hirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sa├č bei seiner Familie in der vordersten Reihe und lie├č sich eine Sch├╝ssel voll N├╝ssen schmecken. Er beobachtete mit scharfem Blick jedes Detail des Treibens, wobei er nahezu keine Gef├╝hle empfand. Ihn interessierte das Ganze vor allem aus analytischer Sicht. Er wollte studieren, wie gut Bellamy und Robere mit Schmerzen umgehen konnten und sehen, wie der Henker darauf einging oder auch nicht. Er selbst war stolz darauf, sich als junger Bluthexer ein beachtliches Ma├č an Selbstbeherrschung antrainiert zu haben. Er wollte gern sehen, ob die beiden deutlich ├Ąlteren Gardisten genau so gut waren - oder ob er ihre Leidensf├Ąhigkeit toppte. Interessiert betrachtete er ihre scharlachroten, tropfenden R├╝cken.

Fabien Lacomb
Fabien verabscheute Gewalt, aber heute h├Ątte er am liebsten lauthals ├╝ber die beiden da unten gelacht und sie angerotzt. Nun unverkennbar war auch er ein Souvagner. Er warf einen Blick auf Nathan, der v├Âllig aufgel├Âst neben seinem Herrn stand und Rotz und Wasser f├╝r zwei Kreaturen heulte, die nicht mal Spucke wert waren. Entgegen des Protokolls ging er ein Schritt nach hinten und dr├╝ckte Nathan kurz. Dann bezog er wieder Stellung neben Maximilien. Erneut warf er einen Blick darauf, was Dominique mit den beiden ├ťbelt├Ątern tat. Auf der anderen Seite des Pr├╝gels schien der Akt gar nicht mehr so lustig f├╝r die beiden. Es sei denn sie br├╝llten vor Leidenschaft, grinste Fabien ├╝ber beide Ohren. ┬╗Domi soll ihnen das Ding bis zum Anschlag hin den Arsch rammen, damit sie es zwischen den Mandeln schmecken k├Ânnen┬ź, fl├╝sterte Fabien Maximilien zu.

Linhard von Hohenfelde
Linhard griff in die Nussschale von Ciel und lehnte sich zur├╝ck, w├Ąhrend Robby und Belly die Spezialbehandlung ihres Lebens kassierten. Domi der Henker penetierte die beiden nach Strich und Faden mit einem Mega-Dildo. Lin versuchte erst gar nicht, sein Grinsen zu verbergen. Er rutschte ein St├╝ck n├Ąher zu Greg auf und dr├╝ckte ihm einige der N├╝sse in die Hand, w├Ąhrend er dass Geschehen nicht aus den Augen lie├č. Ciel erschien es ├Ąhnlich zu gehen. Seine Augen klebten f├Ârmlich an den Hintern der beiden, w├Ąhrend Domi aus den Rossetten von Robby und Belly zwei Donuts formte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire nahm die N├╝sse von Lin entgegen und lie├č sie sich schmecken. Schmunzelnd leckte er sich danach die Finger ab und zwar so, dass es Lin und Ciel mitbekamen und grinste die beiden an. Verrill schaute auf das Schauspiel unter sich. Lin hatte wirklich einen kleinen Hang zum B├Âsen, aber gerade dass machte ihn so verf├╝hrerisch. Ciel und Dreux waren da nicht anders. Greg lehnte sich an seinen Mann an und schaute unger├╝hrt der Strafe zu. Sie bekamen was sie verdienten. Verrill lie├č das v├Âllig kalt, w├Ąhrend Gregoire gemeinsam mit Lin schmunzelte und sich ebenfalls N├╝sse von Ciel mopste.

Robere
Endlich lie├č die Tortur nach. Roberes Hinterteil f├╝hlte sich an wie ein matschiges Schlammloch. Sein eigener Dreck war ihm wie braunes Wasser bis zu den Kn├Âcheln heruntergelaufen und er hatte gepisst und gekotzt. Die Gehilfen des Henkers banden ihn und Bellamy los. Danach ├╝berlie├čen sie die Bestraften sich selbst; sie halfen ihnen nicht beim Stehen. Robere krallte sich noch f├╝r einen Moment am Holzkreuz fest, doch konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten und rutschte in die Lache aus seinem eigenen Unrat, wo er schwer atmend liegen blieb. Der Schmerz strahlte von seinem Darm in seinen gesamten Rumpf aus und bis hinab in die Beine. Der Richtplatz drehte sich um ihn herum. Er w├╝nschte sich eine Ohnmacht herbei, doch war es ihm nicht verg├Ânnt.

Bellamy Bourgeois
Er hatte gebr├╝llt, irgendwann hatte er geschrien und dann hatte seine Stimme versagt. Seine Sinne hingegen taten ihm nicht diesen Gefallen. Der Schmerz war unbeschreiblich und je fester Bellamy versuchte sich vor dem Ding zu sch├╝tzen, je schlimmer wurde es. Als er das begriffen hatte, war es schon zu sp├Ąt. Er f├╝hlte sich, als wurde er mit einem gl├╝henden Stemmeisen traktiert. Der Schmerz lie├č ihn fast die Besinnung verlieren, aber leider schubste er ihn nicht ├╝ber den Abgrund hinaus und erl├Âste ihn. Irgendwann war doch hinter dem Schmerz Erl├Âsung. Er f├╝hlte sich dumpf und taub an. Sein ganzer K├Ârper war eine einzige schw├Ąrende Wunde, von der er nicht mehr sagen konnte woher der Schmerz eigentlich stammte. Als Domi endlich von ihnen ablie├č und die Fesseln gel├Âst wurden, st├╝rzte er wie gef├Ąllt zu Boden. Er konnte seinen Sturz weder abfangen, noch abfedern. Mit einem Rums klatsche er in seinen eigenen Dreck aus Blut, Erbrochenem, Urin und Schei├če. Es k├╝mmerte ihn nicht mehr. F├╝r Scham war es zu sp├Ąt, er wollte nur noch weg hier. Aber selbst dazu konnte er sich nicht mehr aufraffen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hob die Hand und damit wurde es schlagartig still auf dem Platz. Einzig und allein das Keuchen und St├Âhnen der Bestraften, war noch zu h├Âren. "Wir Danken Euch f├╝r Eure erstklassige Arbeit Henker. Der Gerechtigkeit wurde durch Eure Hand Gen├╝ge getan. Dennoch steht eine weitere Strafe aus. Wir, Maximilien Rivenet de Souvagne, erachten Euch Bellamy Bourgeois nicht mehr f├╝r w├╝rdig uns als Palaisin zu dienen. Mit sofortiger Wirkung entheben wir Euch dieses Amtes. Das Schwert des Palaisin ist mit sofortiger Wirkung konfessiert. Ihr werdet herabdegradiert in den Rang eines Gardisten. Ferner erheben wir mit sofortiger Wirkung Comte Massimo de la Cantillion in den Stand unseres pers├Ânlichen Schwertmeisters und Palaisin. M├Âge seine Klinge stets scharf bleiben und ehrenvoll f├╝r unsere Gerechtigkeit streiten. Die Verurteilungen wurden vollstreckt, die Versammlung ist aufzul├Âsen", befahl Maximilien.

Dominique Dubois
Dominique verlie├č das Blutger├╝st, w├Ąhrend seine Gehilfen begannen, die Holzkreuze abzubauen und aufzur├Ąumen. Es war vor├╝ber. Bellamy und Robere hatten es geschafft. Die Gardisten trieben das Volk auseinander. Damit w├╝rden sie eine Weile besch├Ąftigt sein, denn anl├Ąsslich einer so spektakul├Ąren Darbietung - immerhin war der Palaisin Probant gewesen - hatte sich ganz Beaufort eingefunden. Nur sehr widerwillig zerstreute sich das Volk. Viele wollten noch bleiben und den Abtransport der beiden in ihrer Schande liegenden Delinquenten beobachten. In Anbetracht eines solchen Drucks war es nicht m├Âglich, die Augen ├╝berall zu haben und dem einen oder anderen gelang es, auf das Blutger├╝st zu klettern und sich Bellamy und Robere von nahem anzusehen. Die Folterknechte taten nichts, um sie daran zu hindern - es geh├Ârte nicht zu ihrer Aufgabe und Mitleid kannten sie so wenig, wie die beiden Delinquenten mit ihren Opfern gekannt hatten.

Boldiszàr
┬╗Etienne, zu mir! Die anderen - seht zu, dass die Leute hier verschwinden!┬ź Boldisz├ár eilte mit dem herbeigerufenen Gardisten zuerst zum gefallenen Palaisin. Er legte eine Decke um ihn und zog ihn auf die F├╝├če. Es war ihm egal, ob er dabei schmutzig wurde. Das Einzige, was ihn interessierte, war, dass seine beiden Kameraden in Sicherheit gebracht wurden. Es war ihm nicht gestattet, beide gleichzeitig wegzubringen - der Befehl hatte ausdr├╝cklich gelautet, Robere noch liegen zu lassen, bis Bellamy fortgeschafft war, um das Ma├č der Schande f├╝r den Hauptt├Ąter noch zu erh├Âhen. ┬╗Kommen Sie┬ź, versuchte Boldisz├ár den ehemaligen Palaisin anzufeuern. ┬╗Die Beine durchdr├╝cken, ich bringe Sie hier weg.┬ź

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Bellamy Bourgeois
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Re: Die Bestrafung von Bellamy & Robere

#3

Beitrag von Bellamy Bourgeois » So 27. Mai 2018, 19:54

Bellamys Rettung & Rekrutierung

Boldiszàr
So schnell wie m├Âglich brachte man den gest├╝rzten Palaisin fort vom Richtplatz. Die beiden Gardisten buckelten den verletzten Bellamy durch die Menschenmenge, die sich neugierig um sie scharen wollten. Weitere Kameraden ihrer Einheit bahnten ihnen durch harsche Rufe und St├Â├če mit dem Schaft der Hellebarde einen Weg. Wie von Prince Ciel befohlen, brachten sie Bellamy in die kleine Kapelle im Schlossgarten, die zwischen alten B├Ąumen stand. Boldisz├ár hatte keine Ahnung, warum sie ihn ausgerechnet dort absetzen sollten. Vorsichtig lie├čen er und Etienne Bellamy zu Boden sinken. Dann mussten sie gehen. ┬╗Viel Gl├╝ck, Palai ... Bellamy┬ź, sagte Boldisz├ár zum Abschied und sie lie├čen den Verletzten allein.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute Boldi nach. Er wollte ihnen so gerne noch etwas sagen, ihnen mitteilen wie dankbar er ihnen f├╝r ihren Beistand war. Gerade weil er ein Gefallener war und dennoch hielten sie felsenfest zu ihm. Belly war selten ger├╝hrt, heute war er es. Die Bestrafung hatte ihm gezeigt, auf wen er wirklich z├Ąhlen konnte. Boldi geh├Ârte ganz vorne mit dazu. Aber was nun aus ihm werden sollte, dass wusste er nicht. Massimo de la Cantillion hatte seinen Posten als Palaisin verliehen bekommen. Der Mann war gut und taff, aber trotzdem war es ein Schlag f├╝r Belly ins Gesicht. Der Duc hatte es ├Âffentlich verk├╝ndet. Nun seine Ernennung war genauso ├Âffentlich gewesen wie sein Fall. Bellamy blieb liegen und fragte sich, was er... ausgerechnet er in einer Kapelle zu suchen hatte. Er wartete einfach ab. Mehr konnte er eh nicht tun.

Ciel Felicien de Souvagne
Wenige Minuten betraten einige Magier die Kapelle und sperrten hinter ihnen zu. Darunter Prince Ciel und Erzhexer Alexandre. Zwei Novizen zogen Bellamy auf die F├╝├če, wobei sie sich sehr viel mehr qu├Ąlen mussten, als die beiden Gardisten. Alexandre aktivierte den Mechanismus und schob die Statue beiseite. Die Magier brachten Bellamy in einen Keller, der sehr tief und sehr dunkel war. Fast war es, als stiege man in eine Gruft hinab.
┬╗Ganz hinter, ins Vivarium┬ź, wies Alexandre die Novizen an. Sie legten Bellamy b├Ąuchlings auf dem blanken Steinboden ab, zu F├╝├čen einer im Schneidersitz sitzenden Statue des Ainuwar, in deren Scho├če Alexandre nun Platz nahm. Auch Prince Ciel betrat das Vivarium, die ├╝brigen Magier verlie├čen den Opferraum wieder. Sie blieben zu dritt zur├╝ck.

Bellamy Bourgeois
Bellamy lag b├Ąuchlings auf dem Boden und versuchte den Schmerz in seinem Rektur auszublenden. Er genoss die K├╝hle der Steinfliesen unter sich, sie beruhigten seine aufgew├╝hlten Nerven. Einen Augenblick sp├Ąter erschien eine Gruppe von Magier, die hinter sich absperrten. Die Sache war Belly nicht geheuer, aber in seinem Zustand war er wehrlos. Er war ihrer Gnade ausgeliefert. Als er Ciel unter ihnen erkannte, entspannte er sich etwas. Die Magier nahmen ihn auf und trugen ihn davon. Schleppten ihn in unterirdische G├Ąnge von denen er nicht einmal wusste, dass es sie gab. Immer weiter und tiefer ging es hinab in ein unbekanntes Gew├Âlbe. Letztendlich legten sie ihn vor einer Statue an. Es musste eine Ainuwarstatue sein, denn sie hatte kein Gesicht. In den Scho├č der Statue setzte sich Alexandre la Grange, der Marquis. Ciel blieb ebenfalls vor Ort, w├Ąhrend alle anderen den Raum verlie├čen. Bellamy versuchte sich umzuschauen, aber sein offener, schmerzender R├╝cken machte es unm├Âglich. Also gab er den Versuch auf. "Wo bin ich hier? Was wollt Ihr von mir?", fragte er leise und leckte sich ├╝ber seine spr├Âden, aufgesprungenen Lippen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wirkte ausgesprochen nerv├Âs, w├Ąhrend der Erzhexer ihn unentwandt ansah und jede noch so kleine Bewegung verfolgte. Als Bellamy fragte, wo er war, nickte Alexandre Ciel kurz zu. Ciel holte tief Luft.
┬╗Sie befinden sich im Tempel des Lebens. Es ist ... es ist eine verborgene Institution, die sich auf Heilmagie spezialisiert hat. Ich absolviere momentan eine Ausbildung zum magischen Heiler. Und Sie werden der Gegenstand meiner Abschlusspr├╝fung f├╝r die Grundausbildung sein, wenn sie einverstanden sind.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Ich bin einverstanden, ich habe nichts mehr zu verlieren. Was geschieht mit mir, wenn Sie versagen? Ich meine, bleibe ich als sabbernder Lappen zur├╝ck oder als Fleischklumpen mit Augen und Tentakeln oder so etwas? Ich habe von Magie keine Ahnung Herr. Und wenn alles vorr├╝ber ist... im Guten, was wird dann aus mir? Euer Vater degradierte mit zum Gardisten. Wo? Am Hofe, auf einem Lehen bei einem unbedeutenden Chevalier? Das hat er nicht gesagt, oder hat er sich die Option bewusst offen gelassen? Mit Massimo hat er vielleicht den Mann an der Seite, den er sich w├╝nscht... aber ich sage Euch eines, ein einfacher Charakter ist der Comte auch nicht! Ihr habt selbst gesehen wie schnell die Zofe gestorben ist. Seine Sicht von Recht und Ordnung ist vielleicht etwas zu hart, was meine zu lasch war... das klingt wie eine Besch├Ânigung meines Fehlverhaltens... verzeiht...", st├Âhnte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich an das Kopfende von Bellamy auf den blanken Steinboden. Der Mann war nicht nur schwer verletzt, er war auch nervlich am Ende. Ciel nahm seine Hand in seine, wobei er einen Finger so legte, dass er Bellamys Puls f├╝hlen konnte und die andere Hand auf seinen Rumpf an einer Stelle, wo er keine Wunden hatte. Sein Herz raste und selbst f├╝r einen gesunden und gut trainierten Mann war es zu viel des Guten. ┬╗Stressbedingte systolisch-diastolische Hypertonie┬ź, analysierte Ciel mit ruhiger Stimme und mit einem kurzen Blick zu Alexandre. ┬╗Der Blutdruck liegt bei 190 zu 110, der Puls betr├Ągt 104 Schl├Ąge pro Minute. Als erste Ma├čnahme senke ich Puls und Blutdruck, um die Lebensgefahr durch Herzinfarkt zu reduzieren.┬ź Er konzentrierte sich auf seinen eigenen Herzschlag und lie├č das Gef├╝hl f├╝r seinen eigenen K├Ârper durch seine H├Ąnde in den K├Ârper von Bellamy flie├čen. Es dauerte, doch mit der Zeit sp├╝rte Bellamy, wie sein Kreislauf sich beruhigte. Erst jetzt beantwortete Ciel ihm seine Fragen.
┬╗Wenn es schief l├Ąuft, passiert gar nichts, au├čer, dass es nicht funktioniert. Alexandre wird Ihnen dann helfen. Versuchen Sie, sich so gut es geht zu entspannen. Ihnen kann hier nichts geschehen und danach sprechen wir ├╝ber ihre Zukunft. Zuerst m├╝ssen wir die Gegenwart wieder in Ordnung bringen. Es hatte ├╝brigens seinen Grund, warum Boldisz├ár so eilig wieder davonging. Robere liegt noch auf dem Richtplatz und er wusste, dass ich mich Ihrer annehmen werde. M├Âchten sie etwas zu trinken?┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy versuchte Ciel im Auge zu behalten, als sich dieser an sein Kopfende setzte. Der Versuch war genauso zum Scheitern verurteilt, wie sein vorheriger, nach Ciel zu schauen. Ciel ergriff seine Hand und Belly lie├č es einfach geschehen. Die Geste tr├Âstete ihn etwas, aber Ciel tat weitaus mehr, als ich einfach zu tr├Âsten. Er sprach mit seinem Meister etwas ├╝ber medizinische Dinge, von denen Bellamy ebenfalls keine Ahnung hatte. Nur einige Worte verstand er und diese verhie├čen wirklich nichts gutes. Ciel wurde ganz ruhig, sein Meister war ruhig und Bellamy versuchte sich den beiden anzupassen. Dann sp├╝rte er wie eine Ruhe von ihm Besitz ergriff, die nicht seine eigene war. Sie war wie Balsam f├╝r die Seele, wohltuend und heilend. Am liebsten w├Ąre Bell eingeschlafen, aber den Punkt hatte er bereits zu weit ├╝berschritten. Er lag auf dem R├╝cken und f├╝hlte sich hier in dieser Katakombe begraben, von der Au├čenwelt abgeschnitten. Aber das war kein schlechtes Gef├╝hl, denn nun f├╝hlte er sich sicher und geborgen tief im Schoss der Erde selbst. Ein winziger Teil von ihm verstand damit das Empfinden eines Gargoyles. Ciel fragte ihn ob er etwas trinken wollte. Erst bei der Frage sp├╝rte Bell wie durstig er tats├Ąchlich war. "Ja bitte, Wasser w├Ąre nett", antwortete er dankbar.

Ciel Felicien de Souvagne
W├╝rdet Ihr bitte ein Glas Wasser holen?┬ź, bat Ciel seinen Meister, damit er den Patienten nicht loslassen musste. Alexandre stand auf und kam kurze Zeit sp├Ąter zur├╝ck. Ciel wollte das Wasser jedoch nicht sofort haben. ┬╗Bitte gebt drei├čig Milligramm Rahusti hinzu, um die Schmerzen zu lindern┬ź, bat er Alexandre und dieser machte sich an einem Regal zu schaffen, ehe er Ciel den Tonbecher reichte. Ciel half Bellamy, sich ein wenig aufzusetzen. ┬╗Bitte langsam trinken┬ź, erkl├Ąrte Ciel mit einem nerv├Âsen Blick in Richtung Alexandre, der wieder im Scho├če Ainuwars platzgenommen hatte.

Bellamy Bourgeois
Bellamy ergriff das Glas und trank es in langsamen Z├╝gen aus. Er kannte es von seiner Ausbildung her, wer unter gro├čem Durst litt, durfte diesen auch nicht sofort stillen. Bestenfalls kam einem alles wieder hoch, schlimmstenfalls wurde man tats├Ąchlich krank davon. Was immer Ciel hatte ins Wasser geben lassen, Bellamy war meilenweit davon entfernt es zu hinterfragen. Das man ihm ├╝berhaupt helfen w├╝rde, damit hatte er nicht gerechnet. Und Ciel k├╝mmerte sich wirklich r├╝hrend um ihn. Ob dies nun Teil seiner Pr├╝fung oder aus Zuneigung war, wusste Bellamy nicht. Es war ihm auch gleich, G├╝te zu hinterfragen, war das D├╝mmste, was man machen konnte. Er reichte Ciel das leere Glas zur├╝ck. "Danke. Ihr habt meine Fragen nicht beantwortet. Hat das einen Grund? Wollt Ihr mich schonen oder wisst Ihr es nicht Herr? Ihr k├Ânnt es mir sagen, dass Schlimmste habe ich schon geh├Ârt. Ich wei├č nicht womit ich Eure G├╝te verdient habe, Danke", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie haben meine G├╝te durch Ihre Loyalit├Ąt verdient┬ź, erkl├Ąrte Ciel und stellte das Glas weg. ┬╗Ich m├Âchte mich zun├Ąchst um Ihre Wunden k├╝mmern, sie bluten stark, das duldet keinen Aufschub. Bitte drehen Sie sich auf den Bauch.┬ź Ciel half Bellamy dabei. ┬╗Meister, bitte reicht mir ein Kopfkissen.┬ź Alexandre, der bei der Pr├╝fung auch die Rolle des Gehilfen einnahm, tat wie gehei├čen und ein kleines festes Kissen wurde Bellamy unter den Kopf gelegt. Die Wunden auf dem R├╝cken waren ├╝bel anzusehen, doch weiter unten lauerte die wahre Gefahr. Ciel desinfizierte seine H├Ąnde, kniete sich zwischen Bellamys gespreizte Beine und schaute erst von au├čen. Er legte eine Hand auf Bellamys Ges├Ą├č, um ihn taktil vorzuwarnen. ┬╗Bitte f├╝r die Untersuchung locker lassen, es d├╝rfte nicht mehr wehtun.┬ź Dann sagte er ruhig beim Ausatmen: ┬╗Pschhhhh.┬ź Gleichzeitig schob er einen Finger in Bellamys maltr├Ątiertes Hinterteil. So ersp├╝rte er die Verletzungen anhand des Blutflusses. ┬╗Innere Kontusionen und rektale Rupturen┬ź, analysierte er. ┬╗Sofortiger Behandlungsbedarf.┬ź Er zog den Finger wieder heraus, desinfizierte sich die H├Ąnde erneut und nahm wieder Platz. ┬╗Bitte halten sie den Blick nach vorn gewandt.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy nickte knapp so wie es seine Schmerzen zulie├čen. "Ich habe mein Bestes gegeben und der Auftrag war ja auch am├╝sant", grinste Bellamy schief. Vorsichtig rollte er sich ├╝ber die Seite auf den Bauch und st├Âhnte durch zusammengebissene Z├Ąhne auf. Sein R├╝cken f├╝hlte sich an, als best├╝nde er nur noch aus Fleischstreifen. Das Kissen quitierte er mit einem weiteren dankbaren Nicken. Als sich Ciel zwischen seine Beine setzte, musste Bellamy schlucken. Das er mal so empfand, damit hatte er nicht gerechnet. Ciel wies ihn an locker zu bleiben. Die Erfahrung hatte er drau├čen auf dem Richtplatz ebenfalls gemacht. Aber das war leichter gesagt als getan. Bellamy k├Ąmpfte die aufsteigende Panik herunter. "Moment... gebt mir einen Moment...", bat er und schluckte. Er wischte sich nerv├Âs mit der Hand ├╝bers Gesicht. Als er sich einigerma├čen beruhigt hatte, nickte er Ciel zu. "Ich bin soweit, ich gebe mir M├╝he ganz entspannt zu sein", antwortete Bellamy, aber das Zittern seiner Stimme war deutlich zu h├Âren. Bellamy atmete aus, wie auf den Befehl hin. Als Ciel ihm einen Finger in den Hintern schob, grunzte er schmerzerf├╝llt auf, lie├č aber so gut er konnte locker. Die Diagnose sagte ihm so wenig wie die vorherigen, aber dass er stur geradeaus gucken sollte, vereinfachte die Sache. "Ich... ", setzte Bellamy an. "Ja...", kam danach die knappe Antwort und er dr├╝ckte sein Gesicht ins Kissen. Belly wartete ab und versuchte sich zu entspannen.

Ciel Felicien de Souvagne
Offenbar hatte Bellamy immer noch starke Schmerzen, aber Ciel verzichtete darauf, ihm weiteres Rahusti zu geben. Die Schmerzen waren ausreichend stark gelindert, dass er nicht unkontrolliert wegzuckte, das musste gen├╝gen, denn jedes alchemistische Mittel belastete den ohnehin schon angeschlagenen K├Ârper zus├Ątzlich. ┬╗Es wird gleich besser┬ź, versicherte Ciel, w├Ąhrend er seine ├ärmel hochband. Er hatte sich die passende Stelle schon im Vorfeld ausgesucht, zog das Skalpell und setzte einen gro├čz├╝gigen Schnitt ├╝ber seiner Schlagader. Bellamy sp├╝rte eine hei├če Fl├╝ssigkeit auf seine Verletzungen tropfen. Wo sie hinlief, lie├č der Schmerz sehr schnell nach. Ciel setzte einen weiteren Schnitt vorn an seinem Finger, das w├╝rde noch besser helfen, als nur das andere Blut zu verteilen. Nachdem die ├Ąu├čeren Wunden sich geschlossen hatten, tastete Ciel sich zu den Inneren vor. Es dauerte alles seine Zeit und Ciel war ein wenig ├╝bel vom Blutverlust. Er verstrich anschlie├čend sein Blut noch ├╝berall auf Bellamys Unterleib, um auch die kleineren Prellungen zu behandeln, dann widmete er sich dem R├╝cken.

Bellamy Bourgeois
Bellamy hatte sein Gesicht fest ins Kissen gedr├╝ckt. Was Ciel dort tat, konnte er also nicht sehen. Aber er konnte h├Âren und vor allem konnte er riechen. Er roch frisches Blut und fragte sich woher es kam, da er keine Schmerzen sp├╝rte. Etwas tropfte auf ihn... warm, nass, ein wenig klebrig... und es linderte sofort seine Schmerzen. Bell biss in das Kissen um die Verspannung aus seinem Nacken und seinem Kiefer zu nehmen. Er versuchte jeden einzelnen Muskel bewusst zu lockern und zu entspannen. Dass seine Schmerzen derart geheilt wurden, daran hatte er nicht zu glauben gewagt. Und er hatte nicht gewusst, dass Ciel ein Heilmagier war. Woher auch? Der Prince rannte schlie├člich nicht quer durch den Hof und heilte jeden Schnupfen oder kurrierte jede Heiserkeit. Dass er sich ihm als Magier offenbarte und sogar f├╝r ihn seine F├Ąhigkeiten einsetze, freute Bellamy sehr. Er vermerkte das tief in seinen Gedanken. Gleichg├╝ltig was jemals im Leben geschehen w├╝rde, dass w├╝rde Bellamy Ciel niemals vergessen. Und er stand stets zu seinem gegebenen Wort.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde einen Moment schwindlig, dann stieg er zwischen Bellamys Beinen hervor und lie├č sein Blut ├╝berall auf dessen R├╝cken tropfen. Anschlie├čend verteilte er es mit gro├čz├╝gig streichenden Bewegungen, bis jede noch so kleine Verletzung geheilt war. Ciel behandelte auch gleich noch Bellamys aufgeschlagene Knie und Ellbogen und was er sonst noch an ihm fand. Bellamy wurde vollkommen general├╝berholt. Derart frei von Verwundungen war er vermutlich seit Beginn seiner Dienstzeit nicht mehr gewesen. ┬╗Fertig┬ź, sagte Ciel m├╝de.
Alexandre erhob sich, trat an den Palaisin heran und begutachtete ihn, indem er ihm zwei Finger an die Halsschlagader hielt. So war er in der Lage, den gesamten Blutfluss des K├Ârpers auf Normalit├Ąt zu ├╝berpr├╝fen, korrigierte den Blutdruck noch etwas nach und nickte.
┬╗Sie sind vollst├Ąndig geheilt┬ź, informierte er Bellamy.
Ciel l├Ąchelte m├╝de und unwahrscheinlich stolz auf sich. Er hatte noch nie eine derart schwere Verletzung kuriert.

Bellamy Bourgeois
Bellamy setzte sich in Zeitlupe auf und konnte kaum begreifen, dass er v├Âllig geheilt war. Ungl├Ąubig tastete er sich ab, verdrehte sich so, dass er etwas seinen R├╝cken in Augenschein nehmen konnte und stand ganz langsam auf. Er tastete sich zwischen den Beinen ab und auch vorsichtig zwischen seinen Pobacken. Geheilt... keine Spur von den Verletzungen mehr... Er wusste nicht was er sagen sollte. Zeitgleich war er mehr als verbl├╝fft ├╝ber welche Macht der Prince gebot. Und insgeheim fragte er sich, was Dreux oder gar Greg beherrschten. Dreux war mit der bekannteste von ihnen, man sah ihn am Hofe h├Ąufiger als Ciel. Greg sah man sehr selten. Was schlussfolgerte man am besten daraus? Oder was konnte der Vater von diesem Mann? Was konnte er einem pers├Ânlich antun, oder durch die eigenen S├Âhne antun lassen, wenn Ciel im Guten schon ├╝ber solche Macht gebot? Dar├╝ber wollte Bellamy lieber nicht nachdenken. Woran er immer milimeterscharf vorbei geschrappt war, es war vermutlich grausamer als ein Block je enden konnte. Das Robere sich aber auch ausgerechnet Nathan hatte greifen m├╝ssen. Aber was faselte er da gedanklich? Er hatte es doch zugelassen und sich damit die Suppe selbst eingebrockt. Er wusste doch besser als jeder andere zu wem Nathan geh├Ârte. Und er schaute weg. Er h├Ątte sich im Grunde gleich selbst auspeitschen und pf├Ąhlen k├Ânnen. Die Tage im Knast h├Ątte er sich damit auf alle F├Ąlle erspart. Bellamy ging auf Ciel zu und umarmte den Prince behutsam. "Vielen Dank f├╝r alles Herr, ich stehe tief in Eurer Schuld", sagte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte die Umarmung kurz. ┬╗Ich ... ich m├Âchte Ihnen noch was sagen┬ź, stammelte er. Ihm war schwindlig und schlecht. Fragend blickte er Alexandre an. Der nickte.
┬╗Der praktische Teil der Pr├╝fung ist beendet. Die Auswertung erfolgt im Scriptorium. Ich verabschiede mich vorerst.┬ź Der Erzhexer verlie├č den Raum.
Ciel tapste zu einem Regal und machte sich eigenh├Ąndig einen Druckverband und einen kleineren um den Finger. Er lie├č sich auf den Fu├čboden nieder, damit er nicht umkippte. ┬╗Bellamy. M├Âchten Sie mein Schwertmeister sein?┬ź, fragte er ohne weitere Umschweife.

Bellamy Bourgeois
Bellamy hielt Ciel fest und setzte sich gemeinsam mit ihm zu Boden, so dass sein Retter nicht st├╝rzte. "Die Frage erfolgte ohne Umschweife, so antworte ich auch. Ja, nichts lieber als dass Herr. Ihr habt mich gerettet und daf├╝r bin ich Euch ewig dankbar. Aber ich habe Euch auch stets gerne gedient. Vielleicht nicht von Anfang an, aber nach unserem ersten gemeinsamen geheimen Abenteuer war es mir eine Freude Euch zu dienen. Ihr habt eine sehr kreative Art, die mir gef├Ąllt. Ich danke Euch, dass Ihr mir diese Chance gebt. Falls Ihr es w├╝nscht, werde ich Euch ausbilden, ansonsten bin ich Eurer Schwert und wenn es sein muss selbstverst├Ąndlich auch Euer Schild. Ihr seid m├Ąchtig, ich habe nicht einmal gewusst, dass Ihr ├╝ber Magie gebietet. Warum Ihr dies verschweigt ist klar, diese Macht in falschen H├Ąnden... Danke", sagte Bell freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war sehr m├╝de, aber gl├╝cklich. ┬╗Dann ist es besiegelt. Auch mir war es eine Freude, sie um Ihre Kampfkunst zu bitten und ab sofort sind Sie mein Schwertmeister. Sie sind zwar kein Palaisin mehr, aber unter uns werde ich sie trotzdem so nennen. Sie sind mein Palaisin, mein eigener. Ich sch├Ątze die Ausbildung an der Waffe nicht sehr, aber wenn, dann m├Âchte ich gern mit Ihnen trainieren. Etwas Besseres, als das Vater Sie entl├Ąsst, konnte doch gar nicht passieren. Nur wegen der Struktur m├╝ssen wir uns Gedanken machen. Sie haben auch wenn ich Sie in meinen Dienst erhebe keinerlei Befehlsgewalt mehr?┬ź, wollte Ciel wissen.

Bellamy Bourgeois
"Nein Herr, nicht ├╝ber die anderen Gardisten nur ├╝ber Ihre Angestellten, Diener und so weiter. Es sei denn, ich darf in Ihrem Namen sprechen. Dann spreche ja nicht ich selbst, sondern genau wie der Leibdiener Eures Vaters, im Namen des Duc. Schaut Fabien hat auch keine Befehlsgewalt. Der Mann ist sogar ein Leibeigener. Aber wenn er irgendwo auftaucht und einen Befehl erteilt, ist das nicht Fabien Lacomb der dort spricht, sondern Euer Vater tritt in Erscheinung - durch seinen Leibdiener. Er spricht durch diesen. Quasi ist Fabien der ├ťbermittler. Und dabei wird er sicher nicht nur die Entscheidungen Eures Vaters verk├╝nden Herr, denn sonst k├Ânnte er nicht seine Aufgabe erledigen. Er wird auch das befehlen oder anordnen, was er f├╝r Euren Vater als richtig erachtet. Dass hei├čt, er geht davon aus, dass der Duc dies w├╝nscht. Das muss er ja. Erteilt Ihr mir diese Vollmacht, dann habe ich die gleichen Rechte. Ich kann ├╝ber andere am Hofe verf├╝gen, da nicht Bellamy etwas befiehlt, sondern Prince Ciel - der Bellamy mit einer Botschaft losgeschickt hat. Ich werde Euch so gut ausbilden, dass es Euch Freude bereiten wird Herr", grinste Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte sehr scharf nach. Bellamy war bestraft worden, weil er das Vertrauen, welches der Duc in ihn gesetzt hatte, missbraucht hatte. Es war ein betr├Ąchtliches Risiko dabei, diesem Mann ein weiteres Mal solche Vollmacht auszusprechen. Bellamy war ein hervorragender Krieger, eine Urgewalt, eiskalt, grausam und wenn er wollte, absolut t├Âdlich. Er machte hemmungslosen Gebrauch von allen Nuancen der Gewalt, die ihm zur Verf├╝gung standen und dar├╝ber hinaus. Ciel betrachtete den blut├╝berstr├Âmten, aber gesunden Mann. Sie hatten eine lustige Zeit zusammen verbracht. Dies war Bellamys letzte Chance. Und das wusste er. Ciel lehnte sich mit dem Kopf an die Mauer. ┬╗Einverstanden. Ich erteile Ihnen diese Vollmacht.┬ź

Bellamy Bourgeois
Zwar sa├čen sie beide schon, aber Bellamy verneigte sich trotzdem vor seinem neuen Herrn. Er hatte es von einem Niemand in die h├Âchsten R├Ąnge geschafft und war binnen eines Augenblicks wieder ein Niemand geworden. Nicht nur Ciel wusste dass dies Bellamys letzte Chance war, er selbst wusste es nur zu gut. Man biss nicht die Hand die einen f├╝tterte. Er hatte versehentlich einmal hineingebissen, dass w├╝rde nie wieder vorkommen. Nicht bei diesem Mann, der trotz seiner Verfehlung Gnade gezeigt hatte und sich eventuell daf├╝r sogar mit seinem Vater anlegen musste. Er w├╝rde weitergeben, was weiterzugeben war. Er w├╝rde Befehle befolgen, W├╝nsche erf├╝llen, Anforderungen ausf├╝hren - solange das Wie gleichg├╝ltig blieb, bekam Ciel stets das Ergebnis geliefert, dass er sich w├╝nsche. Aber sobald es nur noch eine blutige und dreckige L├Âsung gab, w├╝rde er vorher seinen Herrn informieren. Anders war ein Vertrauensverh├Ąltnis nicht m├Âglich. "Ich werde Euch nicht entt├Ąuschen Herr", schwor Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein. Das werden Sie nicht┬ź, antwortete Ciel. In diesen Worten lag das tiefe Vertrauen, welches er in Bellamy legte, aber auch eine verborgene Drohung. Danach l├Ąchelte Ciel wieder. ┬╗Helfen Sie mir auf die Beine. Bringen Sie mich zu meinem Vater. Oben wird mein Leibdiener ├╝bernehmen und Sie k├Ânnen sich zur├╝ckziehen und das Blut abwaschen gehen. Im Eingangsbereich liegt f├╝r Sie Kleidung bereit. Wahren sie oben absolutes - absolutes! - Stillschweigen ├╝ber das, was hier geschah. Ein Offenlegen dieser Institution und meiner Magief├Ąhigkeit wird als Hochverrat gewertet. Es war Benito, der sie heilte, wenn jemand fragt. Benito wei├č Bescheid und wird dies gern best├Ątigen.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Nat├╝rlich Herr, ich bin Ihr Schwertmeister. Ich wei├č was Sie f├╝r mich getan haben und in welcher Gefahr Sie schweben w├╝rden, sollte dieses Wissen publik werden. Ich bin f├╝r Euren Schutz zust├Ąndig. Benito heilte mich auf Eure Anweisung, so wie Ihr sagtet Herr", erkl├Ąrte Bellamy freundlich und half Ciel auf die Beine. Gemeinsam mit seinem neuen Herrn ging er nach oben, hielt ihn fest untergehakt, so dass der Prince nicht stolpern konnte. Oben angekommen lie├č Bellamy Ciel vorsichtig los. "Schafft Ihr es von hier allein Herr? Dann w├╝rde ich mich hier gerne reinigen, wenn es Recht ist", bat Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, sicher┬ź, meinte Ciel. ┬╗Gehen Sie nur.┬ź Der Prince tapste allein zu seiner Familie. Bellamy war sein Schwertmeister, nicht sein Leibdiener. Und da Bet├╝deln ├╝berlie├č Ciel dann doch lieber Ferrau.

Bellamy Bourgeois
Bellamy wartete einen Moment, dass sein neuer Herr auch gut wegkam, ehe er sich daran machte sich zu reinigen und sich frisch einzukleiden.

Ferrau Du Trieux
Ferrau sah seinen Herrn ersch├Âpft und geschw├Ącht auf sich zuwanken. Sofort eilte er an Ciels Seite und st├╝zte ihn. "Herr was ist geschehen?", fragte der Leibdiener besorgt und hielt den Princen fest.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hab ich dir das vergessen zu erz├Ąhlen?┬ź, fragte Ciel ersch├Âpft und hakte sich bei Ferrau ein. ┬╗Ich hatte gerade praktische Pr├╝fung.┬ź Er zog den ├ärmel hoch, damit er den Verband sah. ┬╗Und ich habe eine neue Errungenschaft. Bring mich bitte zu meinem Vater.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte knapp. "Ja sofort Herr", sagte Ferrau gehorsam und f├╝hrte Ciel zu seinem Vater. Maximilien stand bei dem Buffet und g├Ânnte sich selbst etwas zu essen. Er musterte Ciel mit einer Mischung aus Freude und Sorge.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Papa┬ź, gr├╝├čte Ciel und l├Ąchelte. ┬╗Erstens, die praktische Pr├╝fung ist gut gelaufen. Ich habe die Auswertung noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass alles gut war. Mein Patient ist vollst├Ąndig genesen. Ich habe mir Bellamy als Pr├╝fungsobjekt ausgesucht.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute Ciel an und runzelte kurz die Stirn. "Nat├╝rlich Ciel, dass h├Ątte ich mir denken k├Ânnen", schmunzelte Max. "Was m├Âchtest Du mir noch mitteilen? Das Du Deine Pr├╝fung besteht, freut mich. Von nichts anderem gehe ich aus. Bellamy war vielleicht nicht die beste Wahl, aber nun gut, er stand ja praktischerweise zur Verf├╝gung", antwortete Max und a├č seine Nudeln.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum konntest du dir das denken?┬ź, fragte Ciel etwas entt├Ąuscht. ┬╗Ja, ich habe mir besondere M├╝he gegeben und muss mich dann hinlegen. Vorher wollte ich dir aber noch mitteilen, dass Bellamy nun mein Schwertmeister ist und ich ihm die Vollmacht erteilt habe, in meinem Namen zu sprechen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max grinste Ciel an. "Du hast ein nat├╝rliches Talent mich ausboten zu wollen. Warum, keine Ahnung, aber heute werde ich mich nicht dr├╝ber ├Ąrgern. Bellamy hat seine Strafe erhalten und durch Dich Gnade erfahren. So soll es meinetwegen sein. Ist in Ordnung, er geh├Ârt Dir. Warum guckst Du denn so entt├Ąuscht? H├Ąttest Du mich lieber schockiert?", grinste Max. "Nimm Dir auch etwas zu essen, Du ben├Âtigst es Ciel", bat Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte dein Wort nicht schw├Ąchen, ich wollte Bellamy haben. Ich wollte ihn schon lange und war neidisch, dass du ├╝ber ihn gebietest. Darum fand ich es eigentlich ganz praktisch, dass du ihn aus deinem Dienst entlassen hast. Es ist seine letzte Chance und ich habe ihn bis zum Schluss in dem Glauben gelassen, es g├Ąbe kein Entrinnen vor der Schmach. Ganz am Ende habe ich ihm erst meinen Wunsch mitgeteilt. Zumal ich ohnehin ein Pr├╝fungsobjekt ben├Âtigte f├╝r den praktischen Teil. Robere habe ich nicht versorgt und Benito wird es auch nicht, der kann schon schmoren. Soll Boldi irgendeinen anderen Heiler organisieren oder auch nicht. Ich wollte dich nicht schockieren, ich finde es nur verst├Ârend, dass mich alle andauernd so einfach einsch├Ątzen k├Ânnen. Drum wollte ich wissen, wie du darauf kommst, dass ich mir Belly hole.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max lachte leise und musterte seinen Sohn gut gelaunt. "Ciel, Du kannst Dich vor jedem verstellen, aber nicht vor Deinem Vater hm? Das schaffen Deine beiden Br├╝der auch nicht. Aber der Gedanke hinter Deiner Wahl gef├Ąllt mir. Du hast keinen Grund neidisch auf den Besitz von Bediensteten zu sein. Ich h├Ątte Dir bei der Suche nach einem guten Schwertmeister geholfen. Nun hast Du genau jenen, den Du Dir gew├╝ncht hast. Er sei Dir geg├Ânnt, aber halte ihn blo├č an der der kurzen Leine. Ja es ist seine letzte Chance. Aber da Du ihm das Leben gerettet hast, schenke ich es Dir. Sein Leben liegt in Deiner Hand. Immerhin habe ich Dir erst vor kurzem gesagt, wie wichtig auch Gnade und Barmherzigkeit sind. Du hast sie gezeigt und dass werde ich ganz sicher nicht bestrafen. Andere werden Dich nicht durchschauen Ciel, aber ich habe 33 Jahre damit zugebracht lernen zu m├╝ssen in Masken zu lesen. Also nimm es nicht so schwer. Was glaubst Du selbst, wie Deine Pr├╝fung gelaufen ist? Erz├Ąhle mir davon", sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Alexandre hat nicht eingegriffen, also wird alles richtig gewesen sein. Nur ganz am Ende hat er Bellamys Blutdruck noch etwas weiter reduziert. Da bin ich ihm wohl zu zaghaft vorgegangen. Bellamy sah schlimm aus. Er hat stark geblutet und es h├Ątte sich aufgrund der Lokalisation der Verletzungen mit gro├čer Wahrscheinlichkeit entz├╝ndet. Ich konnte alle Wunden vollst├Ąndig und mit glatten, sauberen Narben verschlie├čen, die Prellungen r├╝ckg├Ąngig machen und die Bluterg├╝sse verteilen. Sofern sich nicht schon eine Infektion in seiner Blutbahn verteilt hat, ist Bellamy nun wieder vollst├Ąndig gesund. Doch, ich habe manchmal Grund, Neid zu empfinden aufgrund des Besitzes guter Bediensteter. Denn ich will dann keinen Ersatz - ich will genau diesen. Olivie hat mich neulich auch auf Anhieb durchschaut, diese Kunst beherrschst nicht nur du. Oder ich bin generell wirklich sehr einsch├Ątzbar. Ferrau, bitte hole mir reichlich Orangensaft."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte sich die Erl├Ąuterung genau an, w├Ąhrend Ferrau loseilte und seinem Herrn einen Krug Orangensaft brachte samt Becher. Er dr├╝ckte Ciel den Becher in die Hand und f├╝llte ihn sofort auf. "Ciel Olivie ist auch mein Kind. Du durchschaust ebenso uns alle, sogar Greg oder? Also sei nicht traurig, uns gegenseitig zu durchschauen ist nicht schlecht. Es hilft sogar. Das was Du da erl├Ąuterst, klingt nach etwas ganz anderem, was ich unter Deiner Kunst vermutet habe Ciel. Versuche es mir neutral beizubringen und ich h├Âre Dir neutral zu, abgemacht? Nun wenn es einmal sehr schlimm sein sollte oder Dein Wunsch ├╝berm├Ąchtig, kannst Du mit mir reden. Dass k├Ânnt Ihr alle jederzeit, auch wenn es in letzter Zeit nicht den Anschein hatte. Aber das ging nicht gegen Dich Ciel, ich habe schlichtweg Angst um Dich", erkl├Ąrte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Papa, meine Kunst dient dazu, Leben zu bewahren und zu sch├╝tzen. Was du und Dreaux mit dem Zepter tut, tue ich mit dem Zauberstab, im ├╝bertragenen Sinne. Denn ich wirke meine Magie mit den H├Ąnden, um dem Blutfluss zu sp├╝ren. Ich analysiere, wie es flie├čt, wo es St├Ârungen gibt. Und ich bewahre und heile, indem ich mein eigenes Blut eigenh├Ąndig zum Opfer darbringe, um das Leben meines Patienten zu retten. Ein Bluthexer kann auch schwere Verletzungen heilen, so lange nur gen├╝gend Blut durch die Adern seines Patienten flie├čt - und gen├╝gend durch seine eigenen. Darum ist es wichtig, dass ich mir stets vor Augen f├╝hre, wof├╝r ich dies tue, ungeachtet meiner eigenen Schmerzen, meiner ├ťbelkeit und der k├Ârperlichen Folgen. Was hast du dir denn darunter vorgestellt, Papa? Um mich brauchst du dir keine Sorgen machen. Ich habe Ferrau. Der achtet auf alles.┬ź Ciel nahm den Orangensaft und trank zwei Gl├Ąser in einem einzigen Zug. Er hatte danach immer noch Durst und trank ein Drittes.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte Ciel aufmerksam zu und dachte ├╝ber das Gesagte eine ganze Zeit nach. "Was ich mir tats├Ąchlich vorgestellt habe, kann ich Dir gar nicht beschreiben. Ich hatte keine feste Vorstellung davon was Ihr bewirkt, sondern nur davon wie Ihr es erreicht. Und da vielen mir einige sehr unsch├Âne Szenen ein, vor allem nach Deinem Wunsch der Selbstverletzung Ciel. Nun Gedankenspiele sind meist grausamer und brutaler als jede Realit├Ąt. Setzen wir uns, na komm", sagte Max und zog Ciel mit sich auf eine der vielen Parkb├Ąnke. "Ich wollte Dir niemals Angst machen oder Dir wehtun. Aber ich muss Dir auch sagen, was Du zu verlieren drohst, wenn Du diesen Schritt gehst. Du erz├Ąhlst mir von den Leuten die Du liebst, von Deinen Dienern, von den Personen die Du Dir als Diener w├╝nscht. Du liebst Deine Familie, Du liebst jeden Einzelnen von uns, jeden Deiner Vertrauten. Aber Ciel, all das w├╝rdest Du verlieren, wenn Du in ein Sanatorium musst. Und bitte fange nicht wieder an zu mauern oder Dich zu f├╝rchten. Ich sage das nicht als Drohung, nur als Erl├Ąuterung. Ich m├Âchte Dich nicht einsperren. Ich w├╝nsche Dir ein gutes, gesundes, freies und vor allem gl├╝ckliches Leben. Sicher, mir ist auch bewusst, dass jeder das Gl├╝ck in anderen Dingen findet. Dass muss ich als Vater akzeptieren. Aber Du musst als Sohn akzeptierten, dass es meine Aufgabe ist Dich zu besch├╝tzen. Mache es uns beiden doch nicht so schwer hm? Wie denkst Du heute ├╝ber Deinen Wunsch? Bitte sei ehrlich Ciel", sagte Max und a├č langsam weiter. Nicht weil er derma├čen hungrig war, sondern um seinen Sohn zu zeigen, dass dies ein absolut privater Rahmen war.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du willst mich einsperren┬ź, wiederholte Ciel und sein Vorwurf war in diesem Zustand ziemlich zittrig. ┬╗Weil du nicht begreifst, wie wichtig ein scharfer Geist ist. Ich bin f├╝r einen Blutnekromanten des zweiten Grades schon furchtbar alt, Papa. Ich sollte bereits auf den Meistergrad hinarbeiten und habe noch nicht einmal meinen Abschluss. Ich bin der ├Ąlteste Adept, den Alexandre je unterrichtet hat. Und sp├Ątestens mit drei├čig werde ich rapide abbauen. Bis dahin muss ich mindestens den Meistergrad innehaben, besser noch, bereits Erzhexer sein! Aber ich habe zu viele Jahre vers├Ąumt ... Papa, ich muss diese Abk├╝rzung gehen. Ich werde nicht sterben, wir haben Benito, wir haben Alexandre, die meine Wunden verschlie├čen werden. Und wenn du es w├╝nschst, hole ich dir Pomeroy zur├╝ck, deinen lieben Bruder Pomy oder sonst jemanden, den du vermisst! Wie w├Ąre es mit ... Leon?┬ź, fragte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max starrte Ciel wie vom Donner ger├╝hrt an, legte den Kopf schief und sch├╝ttelte ihn ganz langsam. "Versuch es nicht so Ciel, dass ist ziemlich unfair. Du wei├čt wer Leon war, was er mir bedeutete, ich muss das trotzdem ablehnen obwohl ich ihn gerne wieder an meiner Seite h├Ątte, genauso wie Pom. Aber lieber habe ich Dich an meiner Seite. Ich m├Âchte Dich nicht einsperren, ich m├Âchte Dir nur etwas erkl├Ąren. Wir reden privat. Ich werde gar nichts tun, nur reden. Also wie soll sich dieses Opfer denn positiv auf Deine Ausbildung auswirken? Gehen wir davon aus Du tust es. Wieso ist das eine Abk├╝rzung? Erkl├Ąre es mir. Leon... Du hast echt Nerven... und Du sagst Du wirst durchschaut hm? Du hast das genauso perfektioniert, wie wir alle..."

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Man vergeudet sehr viel geistige Energie in das Ignorieren von allen m├Âglichen Trieben. Ich spreche hier nicht nur vom Sexualtrieb, sondern auch von der Gier nach den falschen Nahrungsmitteln, die Unlust, unliebsame Korrespondenzen zu f├╝hren oder verhasstes Waffentraining ... jeder Tag ist ein Kampf, den man gegen sich selbst f├╝hrt. Aber keine andere Herausforderung kostet mich derart viel Nerven, nicht zuletzt wegen der Schmerzen, die ich darum leide. W├Ąre dieser Ballast nun fort - w├Ąre ich ein v├Âllig anderer Mensch. Ruhiger, beherrschter. Kl├╝ger. Und vor allem: Leistungsf├Ąhiger! Das ist der Gedanke dahinter, Papa. Niemals Frust. Niemals Entt├Ąuschung, wenn man nicht leisten kann, was man von sich selbst erwartet oder was an Forderungen an einen gestellt wird. Oder umgekehrt - wenn der K├Ârper etwas will, was der Geist verneint. Dieser Kampf w├Ąre f├╝r immer vorbei. Ewiger innerer Friede. Reife. Weisheit. Das ist es, was den Meister vom Sch├╝ler unterscheidet.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Die Beweggr├╝nde kann ich nachvollziehen und es gibt keine andere M├Âglichkeit als Dir den Schwanz abzuschneiden? Sagen wir eine mildere Form um das gleiche Ziel zu erreichen?", fragte Maximilien und strich Ciel ├╝ber die Wange.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So halb┬ź, r├Ąumte Ciel zerknirscht ein, da er seinem Vater nicht ins Gesicht l├╝gen wollte. ┬╗Es gibt Pflanzen, die diesen Trieb unterdr├╝cken, wie zum Beispiel M├Ânchspfeffer. Aber das ist nicht das selbe. Das ist ... billig. Der einfache Weg. Warte. Ferrau, bitte hole meine Zeichenmappe!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ferrau nickte knapp und eilte davon. "Ja oder es gibt Drogen die den Sexualtrieb abt├Âten, oder sagen wir mal vertreiben. Nimmst Du die Drogen nicht mehr, wirst Du irgendwann wieder Verlangen sp├╝ren. Auch so etwas gibt es. Aber ich verstehe schon, dass hat nichts mit Konsequenz oder Selbstbeherrschung zu tun", antwortete Max. Ferrau kam herbeigeeilt und reichte seinem Herrn die Zeichenmappe.

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke, du kannst ein St├╝ck in Richtung Buffet gehen, aber bleib in Rufweite." Ciel bl├Ątterte seine ganzen Schemata, Tabellen und Gedankenblasen beiseite und suchte seine Lieblingszeichnung heraus: Jene, f├╝r die der unwissende Alexandre Modell geschlafen hatte. Ciel zeigte sie seinem Vater.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ferrau entfernte sich sofort, blieb aber in Rufweite und beobachtete seinen Herrn. Maximilien nahm die Zeichnung entgegen und musterte sie ausgiebig. "Anders, aber nicht absto├čend. Wobei er f├╝r seine Andersartigkeit nichts kann. Es wurde ihm aufgezwungen, es war kein Akt der Opferung, sondern des Raubes Ciel. Das wei├čt Du. Ich habe mit Deiner Mutter ├╝ber Dein Vorhaben gesprochen, da ich mir ehrlich gesagt nicht mehr zu helfen wei├č. Dein Wunsch und Deine Gedanken sind nachvollziehbar. Rein von der Logik, wenn ich mich darauf einlasse. Aber von der anderen Seite betrachtet, kann ich mir nichts Schlimmeres vorstellen, als Dich verletzt zu sehen. Dich, oder Dreux, Olivie oder Greg. Ich habe immer vermutet, dass Greg irgendwann mein Sorgenkind wird. Aber erstaunlicherweise war er es nie. Ich meine damit nicht Eure kleinen Neckereien und Streiche die Ihr gespielt habt. Ihr wart Kinder und das solltet Ihr ein wenig sein d├╝rfen. Ich meine es bezogen auf seine Besonderheit. Du hingegen m├Âchtest einen Teil Deines K├Ârpers aufgeben. Und so wie ich es damals bei ihm verbot, w├╝rde ich es gerne Dir verbieten Ciel. Aber Du bist ein junger Mann, dass muss ich ebenso akzeptieren", sagte Max und reichte Ciel die Zeichnung zur├╝ck. "Was gedenkst Du nun zu tun? ├ťberlegst Du noch oder steht die Entscheidung fest?", fragte Maximilien seinen Sohn.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich finde er sieht ... sch├Ân aus┬ź, versuchte Ciel sein Empfinden zu erkl├Ąren. ┬╗Siehst du die Vollkommenheit denn nicht, die in ihm liegt? Ja, es war Raub, aber er selbst spricht davon, wie viel besser es ihm seither geht. Es liegt eine ├╝bernat├╝rliche Anziehungskraft in der Vorstellung, so zu sein wie er. Und den ganzen Ballast loszuwerden, aber so viel daf├╝r zur├╝ckzuerhalten - Weisheit, innere St├Ąrke, Leon oder meinen Onkel. Oder Opa. Ich habe ihn ja nie kennengelernt. Was ist eigentlich mit Oma geschehen, deiner Mutter?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien sch├╝ttelte belustigt den Kopf. "Du kannst es nicht lassen hm? Meiner Mutter ist gar nichts geschehen Ciel. Im Gegensatz zu Dir, hatte ich zu meiner Mutter sein sehr distanziertes Verh├Ąltnis. Es ist ├╝blich dass die Kinder von Ammen aufgezogen werden. Damit verrate ich Dir nichts Neues. Zu unseren V├Ątern haben wir Souvagnes ein gutes Verh├Ąltnis, zur Mutter meist nicht. Besonders dann nicht, wenn es sich um die Erstfrau handelt, die einen eigentlich nur geb├Ąrt. Aufgezogen hat mich genau wie meinen Bruder eine Amme. Und wir beide waren die S├Âhne der Erstfrau, ebenso wie Dreux und Gregoire. Nathalie hat ein gutes Verh├Ąltnis zu unseren Kindern, aber es ist bestenfalls freundschaftlich, nicht m├╝tterlich. Es liegt in den ganzen Umst├Ąnden. Die wahren M├╝tter oder Mamas sind unsere Ammen. Folglich schmerzte mich der Verlust meines Bruder und Vaters sehr. Das meine Mutter noch lebte, war einfach eine Information. Wie wenn ich Dir erz├Ąhle der alte Chevalier Bernard Patrick Verttoits lebt noch. Deine Antwort w├Ąre aha - und fragst Dich wer ist das? So ungef├Ąhr f├╝hle ich bei meiner Mutter. Es ist f├╝r mich eine fremde Frau die mich einmal auf dem Arm hielt und die ich zu Neujahr sah. Pom und ich waren Br├╝der und Freunde. Er dachte sich so manchen Mist aus und ich zog mit, er war mein ├Ąlterer Bruder, mein Vorbild und ich habe ihn von ganzem Herzen geliebt. Ebenso meinen Vater. Schau als ich die beiden verlor, hatte ich keine Frauen und keine Kinder. Ich hatte niemanden bis auf Leon. Verstehst Du nun seine Bedeutung? Ich war 17 Jahre alt und Leon war 78 Jahre. Was er an Lebenserfahrung und Weisheit besa├č, hat aus mir den Mann gemacht der ich heute bin. Und so schlecht war seine "Erziehung" nicht oder? Ich vermisse alle drei noch heute. Alles andere w├Ąre gelogen und ihrer nicht w├╝rdig Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete die Zeichnung und strich z├Ąrtlich mit den Fingern dar├╝ber, w├Ąhrend sein Vater sprach. Dann legte Ciel eine Tabelle alchemistischer Elemente dar├╝ber und schloss die Mappe wieder. Er gab seinem Vater einen Kuss auf die Wange. ┬╗Leon hat allerbeste Arbeit geleistet. Ich m├Âchte mich nun ein wenig hinlegen, Papa. Ach nein ... ich muss vorher noch zu meinem Meister. Ferrau, hilf mir mal bitte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dankesch├Ân, dass hast Du lieb gesagt mein Kleiner. Versprich mir noch eines, tue nichts Un├╝berlegtes. Ich wei├č Du hast ausreichend dar├╝ber nachgedacht, aber sage mir trotzdem vorher Bescheid. Bitte. Und falls Du es m├Âchtest, sage bitte Dreux und vor allem Greg bescheid, sie sorgen sich ebenso wie ich oder Deine Mutter. Versprichst Du mir das?", fragte Max und k├╝sste seinen Sohn auf die Stirn.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ferrau eilte herbei um seinem Herrn beim Aufstehen zu helfen. "Ich bin hier", sagte er freundlich und half Ciel auf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Versprochen, Papa.┬ź Ciel zog sich an Ferrau hoch und strauchelte einen Moment. ┬╗Zur Kapelle im Schlossgarten, bitte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Pass auf Dich auf", bat Max liebevoll und gesellte sich wieder zur├╝ck zu seine Frauen.

Ferrau Du Trieux
Ferrau packte Ciel und hielt ihn so fest wie er konnte. Er hoffte er tat ihm dabei nicht weh. Vorsichtig f├╝hrte er ihn zur Kapelle. "Herr was m├Âchtet Ihr denn hier? M├Âchtet Ihr Euch nicht lieber hinlegen und erholen?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sp├Ąter. Ferrau, was genau ist ein Sanatorium? Erkl├Ąr mir, wie man dort lebt.┬ź Ciel hatte M├╝he, auf den Beinen zu bleiben. Er riss sich extrem zusammen, da er die Auswertung mit Alexandre noch durchgehen wollte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau blieb wie angewurzelt stehen und starrte seinen Herrn an. "Das ist eine Einrichtung f├╝r Kranke Leute. Ein Sanatorium ist etwas, wo man sich erholt. Ein Krankenhaus. Aber das meint man meist damit nicht, sondern eine Irrenanstalt. Stellt Euch ein Krankenhaus und ein Gef├Ąngnis in einem vor. Einige Tempel haben solche Einrichtungen. Manche f├╝r Leute die schwerm├╝tig sind, andere f├╝r Leute die gef├Ąhrlich f├╝r die Mitmenschen sind oder auch f├╝r sich selbst. Dort werden sie in einzelne R├Ąume gesperrt, wo sie niemanden etwas tun k├Ânnen und man versucht sie zu heilen. Also ihre Seelen. Warum fragt Ihr danach?", fragte Ferrau ├Ąngstlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil mein Vater mich in eines sperren will┬ź, antwortete Ciel.

Ferrau Du Trieux
Ferrau glotzte Ciel an, als h├Ątte er in eine Zitrone gebissen. "Gehen wir weiter Herr", murrte er und zerrte Ciel hinter sich her.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bockte und blieb stehen. "Und das ist alles, was dir dazu einf├Ąllt, du treulose Tomate?", erboste er sich. "Ich soll eingesperrt werden wie jemand, der den Verstand verloren hat!"

Ferrau Du Trieux
"Was habt Ihr da wieder verstanden HERR? Ihr kommt ganz sicher nicht in ein Sanatorium!?! Euer geistesgest├Ârter Bruder vielleicht, aber Ihr ganz sicher nicht. Euer Vater meinte Gregoire den Sch├╝rhaken oder Dreux, Euch doch nicht. Kommt jetzt", sagte Ferrau zerrte an Ciels Arm.

Ciel Felicien de Souvagne
"H├Ąltst du mich jetzt auch f├╝r nicht zurechnungsf├Ąhig?", keifte Ciel und blieb stehen wie ein sturer Ochse. "Es ist das, was er gesagt hat! W├Ârtlich! Und er bohrte darin herum, dass ich all meine Vertrauten dann verlieren w├╝rde. Und warum? F├╝r meine Kunst! Die Kunst, die dir das Leben gerettet hat! Die Kunst, die Bellamys Leben gerettet hat! Er h├Ąlt uns alle f├╝r geisteskrank daf├╝r, was wir zu opfern bereit sind und du bist scheinbar auch nicht besser!"

Ferrau Du Trieux
Ferrau blieb ebenfalls stehen und schaute betroffen drein. "Herr was redet Ihr denn da? Wie k├Ânnt Ihr so etwas von mir denken? Ich liebe Euch und bin Euch sehr dankbar, dass Ihr mich gerettet und aufgenommen habt. Mehrfach habt Ihr mich gerettet. Und ja vermutlich sagte Euer Vater so etwas. Aber glaubt Ihr seinen Worten allen ernstes? Ich bitte Euch, denkt doch nach! Ihr seid ein Mann der Logik. H├Ątte Euer Vater Euch einweisen lassen wollen, dann w├Ąre das bereits geschehen. Aber er liebt Euch und w├╝nscht, dass Euch kein Ungl├╝ck geschieht. Und wenn Ihr mir dies nicht glaubt, was glaubt Ihr denn wie gut es sich macht, dass ein Sohn des Duc in der Irrenanstalt wohnt? Glaubt mir, da werdet Ihr ehr hier am Hofe weggesperrt. Es gibt hinter verschlossenen T├╝ren bestimmt mehr Geheimnisse, die verborgen als gel├╝ftet sind Herr. Kommt nun bitte", sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel packte Ferraus Schultern. Nicht sehr kraftvoll, da es ihm elend ging. Er starrte ihn intensiv an mit seinem bleichen, zerknitterten Gesicht, die Augen blutunterlaufen. Seine Finger griffen fester zu und seine Lippen zuckten, als k├Ąmpfe er um Worte. Dann sch├╝ttelte er den Kopf und wandte sich ab. "Bring mich bitte da rein. Und warte hier drau├čen. Oder schick Zerbino. Ist mir egal. Einer von euch soll dann hier auf mich warten."

Ferrau Du Trieux
"Herr h├Ârt auf Ihr macht mir Angst! Warum funkelt Ihr mich so an und redet ├╝ber Sanatorien? Ihr seid doch nicht in Gefahr. Legt Euch bitte bitte endlich hin und kurriert Euch f├╝r einige Stunden aus. Der Blutverlust wird Euch geschw├Ącht haben. Herr so h├Ârt doch", flehte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Weil mich niemand versteht", riefCiel. "Es ist, als w├╝rde ich mit einer Horde von Schwachsinnigen sprechen! Ich werde jetzt zu dem einzigen normalen Menschen gehen, den ich kenne!" Er lie├č Ferrau stehen, wankte in die Kapelle und schlug die T├╝r hinter sich zu. Ferrau h├Ârte, wie Ciel sie von innen verriegelte.

Ferrau Du Trieux
"Herr was macht Ihr denn da? Kommt bitte sofort wieder heraus!", br├╝llte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Doch Ciel kam erst eine gute Stunde sp├Ąter wieder zum Vorschein, sehr m├╝de und schwach. Er schaute sich um, ob einer seiner Diener noch da stand, oder ob er allein in sein Quartier finden musste.

Ferrau Du Trieux
Ferrau stand immer noch vor der T├╝r. Als Ciel sie ├Âffnete starrte ihn sein Leibdiener w├╝tend an. "Was habt Ihr denn da drinnen gemacht? Euch h├Ątte sonstwas passieren k├Ânnen in Eurem Zustand. Seid Ihr ohnm├Ąchtig geworden?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich habe gebetet. Und jetzt bring mich bitte in mein Bett." Ciel hakte sich bei Ferrau ein.

Ferrau Du Trieux
"Herr Ihr bereitet mir Sorgen und Kopfzerbrechen. Na kommt, ich bringe Euch zu Bett und mache Euch eine sch├Âne hei├če Schokolade. Und dann ruht Ihr Euch endlich aus", sagte Ferrau und hakte Ciel vorsichtig unter. Er fragte sich, warum sein Herr nur so st├Ârrisch war, wenn es um seine eigene Gesundheit ging. Ferrau f├╝hrte Ciel in sein Quartier, ├Âffnete die T├╝r und zog ihn sanft hinein. Kaum dass sie in der Wohnung waren, entledigte Ferrau Ciel von seinen Kleidern. Er zog ihn aus und f├╝hrte ihn zum Waschtisch, wo er ihn schnell aber gr├╝ndlich reinigte und bettfertig machte. Erneut hakte er Ciel unter und geleitete ihn zum Bett. Auffordernd schlug er die Decke mit einem Zipfel zur Seite und deutete hinein. "Kommt Herr, macht es Euch gem├╝tlich. Ich leiste Euch noch etwas Gesellschaft", bot Ferrau freundlich an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č alles mit sich machen, ohne weiter zu bocken und sich in sein Bett bringen. Er war froh, als er endlich lag, seine Bewegungen waren inzwischen immer langsamer geworden. Er rutschte zur Seite und klopfte neben sich. "Du brauchst dir deinen Kopf nicht zerbrechen. Du w├╝rdest es nicht verstehen, ich gebe mir keine M├╝he mehr, es irgendwem zu erkl├Ąren, es macht nur allen Sorgen. Sei einfach da, wenn ich dich brauche. ├ťbrigens habe ich die Pr├╝fung bestanden. Fast volle Punktzahl und die paar Punkte hat er mir auch nur abgezogen aus Prinzip, da bin ich mir sicher."

Ferrau Du Trieux
"Herr redet bitte nicht f├╝r alle! Ich habe Euch immer verstanden und habe ich es nicht, so habe ich Euch dennoch beigestanden. Ja ich wei├č was Ihr tut. Ihr rettet Leben und der Preis ist Euer Blut. Warum das so ist, wei├č ich nicht. Ich vermute Eure Magie schlummert in Eurem Blut. Wenn andere das nicht verstehen, ist das so. Ich h├Âre Euch zu und ich sorge mich nicht wegen Eurer Magie. Ich sorge mich, weil Ihr solche Dinge erz├Ąhlt wie von einem Sanatorium und Euer Vater wollte Euch hineinstecken. Das wird er nicht, daf├╝r lieben Euch Eure Br├╝der und Eure Frau zu sehr. Und zur Not w├╝rde ich sogar Nathan und Fabien anbetteln f├╝r Euch zu sprechen. Euer Vater war auch beruhigt, als Fabien letztens auftauchte. Erinnert Euch, er hat eine gute Wirkung auf ihn. Also werde ich mit Fabien reden", sagte Ferrau und deckte Ciel liebevoll zu. "Ihr seid doch alles was ich habe", fl├╝sterte er.

Ciel Felicien de Souvagne
"Hast du dich jetzt absichtlich nicht dazu gelegt, obwohl ich geklopft habe?", fragte Ciel mit zusammengekniffenen Augen. Oder hatte er sich diese Geste nur eingebildet? Hatte er vielleicht gar nicht geklopft, obwohl er es wollte? Heute war einfach nicht sein Tag. "Sie werden nicht f├╝r mich sprechen und du wirst es auch nicht. Sie werden alle meinem Vater zustimmen. Weil sie nicht verstehen. Niemand versteht. Aber ich werde nicht l├Ąnger davon reden ... ich werde es einfach tun. Sobald die Zeit gekommen ist. Das Quartett, Ferrau, das Quartett!" Ciel wischte sich Schwei├č von der Stirn. Er sah furchtbar aus. "Und bring mir noch was zu trinken!"

Ferrau Du Trieux
"Herr ganz ruhig. Ich habe mich noch nicht dazu gelegt, da ich Euch doch Euren Kakao aufsetzen wollte. Und gleich ob ich Euch verstehe oder ich, ich werde immer f├╝r Euch sprechen. Warte bitte und gebt mir einen Moment. Ich bin gleich wieder f├╝r Euch da. Mit etwas Warmen im Bauch, wird Euch gleich besser sein. Und dann lege ich mich auch zu Euch", sagte Ferrau geduldig. Er verschwand schnell in der kleinen K├╝chenkammer die f├╝r die Gem├Ącher eingerichtet war und bereitete Ciel einen kr├Ąftigen Kakao zu. Er streute noch etwas Pulver dar├╝ber um es noch schmackhafter zu machen. So ging er zur├╝ck zum Bett und reichte Ciel vorsichtig den Becher. "Hier trinkt dass, es wird Euch gut tun", bat Ferrau und setzte sich ganz sanft neben Ciel ins Bett.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ach ... ach ja." Ciel setzte sich auf und ihm wurde sofort schwindlig. Er tastete nach der Tasse, umfasste sie mit beiden H├Ąnden und trank sie komplett aus. "Du w├╝rdest also f├╝r mich sprechen - selbst wenn ich mich entmannen w├Âllte?" Ciel gluckste, stellte die Tasse auf den Nachttisch und kuschelte sich in sein Bett.

Ferrau Du Trieux
"Ja, wenn es das ist was Euch gl├╝cklich macht?", antwortete Ferrau und nahm Ciel fest in die Arme. Er deckte ihn behutsam zu und dr├╝ckte ihn an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel versteifte sich einen Moment, dann entspannte er sich. Er machte es sich an Ferrau geschmiegt gem├╝tlich. Ihm war nach dem erneuten Blutverlust eiskalt und ihm war spei├╝bel, aber so eingekuschelt konnte er sich wohlf├╝hlen. "Ich revidiere meine Aussage ...", murmelte er, bevor er einschlief.

Ferrau Du Trieux
Ferrau k├╝sste Ciel auf den Kopf und mummelte ihn sch├Ân ein, ehe er selbst durch die K├Ârperw├Ąrme seines Herrn einschlief.

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