• Norkara

    kaltefluten.pngDie Norkara sind ein Volk von Walfängern und Robbenjägern, welches im hohen Norden anzutreffen ist. Technologisch eher wenig entwickelt, wissen sie doch, wie sie ihrem rauen Heimatland Thogrim alles Lebensnotwendige abringen können. Was die Jagd auf große Meerestiere anbelangt, macht ihnen niemand etwas vor und so verwundert es nicht, dass auch andere Völker ihre Dienste gern in Anspruch nehmen, wenn es darum geht, an Walfleisch und Tran zu gelangen. Mitunter zieht es einige Norkara hinab in den Süden, in wärmere Gefilde, wo die wohlhabenden Almanen und Naridier hausen und ihre Jagdwerkzeuge werden zu den Waffen von Kriegern und Piraten. Die sogenannten Rabennorkara haben sich dauerhaft auf den tropischen Inseln des Dhunik niedergelassen, von wo aus sie ihre Raubzüge starten und das Schmugglernetzwerk von Obenza unterstützen.


    Als Überlebenskünstler sind sie nicht wählerisch, was die Natur ihres Broterwerbs anbelangt und so verdingen sie sich auch als Söldner der Meere. Der Großteil des Volkes lebt jedoch von der Jagd und dem Walfang. Magier sucht man in den Reihen der Norkara vergebens.


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    Hymne - Im Rückenwind des Raben:
    https://asamura.de/asamura_mus…rueckenwind_des_raben.mp3
    © Knozzy



    Aussehen


    Die Norkara sind mit dem gekleidet, was ihnen ihre Umwelt liefert. Gewöhnliches Fell und Leder sieht man bei diesem Volk häufig. Sie drehen das Fell hierzu auf die Innenseite, während die lederne Seite eingefettet gegen Wasser schützt. Die Kleidung ist eher schlicht, vor allem dafür bestimmt, ihren Zweck zu erfüllen. Eine Ausnahme bilden hierbei die Tröphäen, die sie von der Jagd und den Beutezügen heimbringen. Oft sind dies Zähne, Klauen, sowie Ruten von Tieren. Männer wie Frauen tragen die Haare meist lang und zu kunstvollen Flechtfrisuren geformt. Die meisten Männer bevorzugen es darüber hinaus, einen Bart zu tragen.


    Gefärbte Stoffe kennen sie nur durch ihre Beutezüge. Für die Norkara in Thogrim sind sie wertlos, da sie nicht ausreichend wärmen und im Gegensatz zu Fellkleidung klamm wird. Eine Ausnahme bilden hierbei die Rabennorkara, die sich in tropischen Gefilden niedergelassen haben. Ihre aus allen Kulturen zusammengewürfelte Kleidung prägte entscheidend das Bild, das man sich in Asamura gemeinhin von einem Piraten macht.


    Im Kampf bevorzugen die Männer lange Speere, Äxte und auch Wurfäxte. Ihre Rüstung besteht meist nur aus starken Lederschienen, selten metallischen Brustpanzern und Armschonern. Diese wurden meist geraubt und bei Bedarf umgeschmiedet, denn wegen der Kälte betreiben Norkara keinen eigenen Bergbau mit Eisengewinnung. Helme dienen nicht nur dem Schutz, sondern zeigen auch den Status. Je nach Geschmack können die Helme mit Hörnern von erbeutetem Wild geschmückt sein.



    Mentalität


    Norkara sind vor allem eines: Überlebenskünstler. Sie sind geschickt darin, den Gewalten der Natur zu trotzen, sich in fremder Umgebung zu orientieren oder effektive Jagdmethoden für verschiedene Beutetiere zu ersinnen. Sie sind jene, die sich auch an Beute heranwagen, an die sich sonst keiner heranwagt: riesige Wale, Fische jeglicher Art, Robben, Seelöwen und all jene Kreaturen, die noch gar nicht benannt sind. Sie wissen Spuren an Land und zur See zu deuten, beispielsweise, dass kreisende Möwenschwärme über dem offenen Meer oft ein Zeichen von auftauchenden Fischschwärmen sind und somit auf Wale hindeuten. Auch wenn ihre Schiffe eher einfach gebaut sind, sind sie robust und die Norkara in der Lage, mit ihnen auch die Hochsee zu befahren und neue Beutegründe fernab von Thogrim zu erschließen.


    Das Leben der Norkara ist, von ihrer fast schon fanatischen Vorliebe für Trophäen abgesehen, vor allem pragmatisch ausgerichtet. Was sie bauen, muss halten und dies möglichst für die Ewigkeit und das tut es auch. Viele Häuser der Norkara sind zwar einfach gebaut, stehen jedoch schon seit Jahrhunderten und bieten den Bewohnern Schutz und Wärme. Die meisten Norkara sind Analphabeten. Was an theoretischem Wissen erhalten werden soll, geht als Lied in das Gedächtnis ihres Volkes ein.



    Kultur


    Die Verstorbenen werden in einem Totenritual dem Feuer beigesetzt. Eine Variante ist es, den Leichnam in ein Boot zu legen und dieses mit Brennholz und Reisig zu füllen. Das Schiff wird auf eine Meeresströmung manövriert, die es mit sich trägt. Vom Ufer aus gebiert es den Angehörigen des Verstorbenen, das Boot mit brennenden Pfeilen in Brand zu stecken. Haben die Norkara keinen Anschluss ans Meer, erfolgt die Bestattung auf einem Scheiterhaufen. Dieser ist pyramidenförmig mit drei Ecken und oben abgeflacht, hier ist der Tote aufgebahrt. Die Asche der Verstorbenen wird in den Wind verstreut.


    Die Feste sind ein Trost in der oft finsteren und eisigen Welt der Norkara. Lebt man sonst in ärmlichen Verhältnissen, spart und isst nur so viel wie nötig, ist bei diesen Festen das Gegenteil zu sehen. So verwundert es nicht, dass die Feste nicht an die Jahreszeiten, sondern an den Jagderfolg oder die Rückkehr von einem Beutezug gekoppelt sind. Ein erlegter Wal vermag einen Stamm über zahlreiche Monate zu ernähren. Ein gutes erbeutetes Schiff kann ebenso das Überleben garantieren. Zu solchen Anlässen wird gegessen und getrunken, so viel man kann, berauschende Lieder und Musik werden gespielt.



    Schiffe


    Die Schiffe der Norkara sind leicht und schnell. Sie haben nur einen einzigen Mast und zusätzlich Ruder, um sich auch bei Windstille fortbewegen zu können. Bei der Waljagd werden die Ruder ins Innere gelegt und das Schiff nur über die Segel und das Steuer manövriert. Man erkennt die Schiffe der Norkara am steilaufragenden hölzernen Tierkopf vorn am Bug. Mit den großen Handelsschiffen der Naridier oder Almanen können sie es nicht aufnehmen, da diese von Kriegsschiffen begleitet werden. Seegefechte liefern die Norkara sich mit diesen Giganten nur selten, stattdessen landen sie am Ufer an, plündern Dörfer aus und verschwinden wieder, es sei denn, es ist ihnen gelungen, selbst ein ausreichend großes Schiff zu erbeuten und dieses zu lenken. Insbesondere die Rabennorkara vermögen auch große Schiffe zu fahren, sind jedoch nicht in der Lage, sie selbst zu erbauen.



    Politik


    In den steinigen und oft mit Eis bedeckten Landen Thogrims bewohnen die Norkara einen Landstreifen zwischen den Nimmerbergen und der See. Vereinzelte Gruppen sind darüber hinaus auch über den Rest des Landes verstreut, doch finden sich hier kaum feste Siedlungen. Ein bedeutender Teil ihres Volkes lebt im auf den Rabeninseln und damit in tropischen Gefilden. Diese leben gut von ihren Beutezügen und den mehr oder weniger legalen Handelsgeschäften mit Obenza. Diese beiden großen Stämme sind untergliedert in mehrere Clans. Fehden untereinander gibt es jedoch nur selten. Zusammenhalt wird groß geschrieben und ist das höchste Gut.


    Andere Völker sind aus Sicht der Norkara vor allem Beute, aber keine Feinde. Sie bekämpfen sie, ohne sie zu hassen, da sie an deren Hab und Gut gelangen wollen. Rücken diese es freiwillig raus, ist es umso besser und vielleicht lassen die Norkara sie dann am Leben. In einen Krieg waren die Norkara nie verwickelt, dafür sind sie zu wenige. In kleineren Scharmützeln jedoch lehrten sie so manchen Gegner das Fürchten. Der große Feind, den alle Norkara gleichermaßen fürchten, ist der Nordwind. An Land trägt er Schnee und eisige Kälte mit sich, auf See bringt er die Schiffe in Gefahr. Für sie ist er das, was für die Rakshaner der Sandsturm ist, der Bote des Todes, denn jeder Sturm fordert seine Opfer. Ihn fürchten sie mehr als jeden menschlichen Feind.



    Gesellschaft


    Die Rollenverteilung von Mann und Frau ist bei den Norkara recht traditionell, ohne jedoch dogmatisch zu sein. Meist sind es die Männer, die auf die Jagd gehen und auf Raubzüge, doch ein kleiner Anteil weiblicher Norkara an Bord eines Schiffes ist keineswegs unüblich. Auch gibt es Männer, die sich um Heim und Herd kümmern, beispielsweise wenn sie durch Verletzung und Krankheit nicht mehr auf die Jagd gehen oder zur See fahren können. Da die Norkara als Großfamilien leben, ist die Versorgung in der Regel durch die Brüder, Söhne, Onkel und Vettern trotzdem gewährleistet. Die Jagd auf Kleinwild oder das Fischen übernehmen Frauen oft allein. Die Jagd auf wehrhaftes Großwild oder der Walfang sind jedoch wegen der hohen körperliche Belastung Sache der Männer.


    Die Herrschaft bei den Norkara geht immer von einem Mann aus, dem Jarl. Jedoch haben die Jarls keine uneingeschränkte Macht. Sollte einem Mann die Entscheidungen des Jarls für den Clan als schlecht empfinden, so hat er das Recht, ihn herauszufordern. Sollte ein Mann eine verheiratete Frau für sich gewinnen wollen, so steht es dem Ehemann der Frau zu, den Nebenbuhler zu einem Duell auf Leben und Tod herauszufordern. Der Ehemann der Frau hat dabei das Recht zur Wahl der Disziplin und der Waffe.


    Wenn die Kinder das 18. Lebensjahr erreicht haben, werden sie auf eine Reifeprüfung geschickt. Bei der Reifeprüfung werden sie meistens in Gruppen von ihren Vätern in der Wildnis ausgesetzt. Dort müssen sie allein überleben und ohne Hilfe den Weg nach Hause zurückfinden. Wenn sie unbeschadet zu Hause ankommen, werden sie für ihren Mut gefeiert und ein großes Festmahl wird veranstaltet. Im Rahmen des Festes dürfen die nun als Erwachsene gefeierten Heimkehrer sich eine Ehepartnerin oder einen Ehepartner wählen. Es kommt auch vor, dass Kinder von dieser Reise nicht mehr wiederkehren, weshalb die Eltern sie meist sehr gut vorbereiten und sie lehren, sich an den Sternen und an Landmarken zu orientieren.


    Familiennamen im eigentlichen Sinne gibt es bei den Norkara nicht, sie tragen die jeweiligen Clannamen, zudem den Namen des Vaters.


    Bsp.:


    Yaraf Sohn des Waru vom Möwenclan
    Ilei Tochter des Waru vom Möwenclan


    Sobald die Frau sich vermählt, ändert sich ihr Name.


    Bsp.:


    Ilei Frau des Taras vom Fuchsclan


    Der Name des Sohnes bzw. des Mannes ändert sich bei einer Heirat nicht.



    Religion


    Die Norkara sind zumeist sehr religiös. Ihre Tempel sind kleine Steinhöhlen, die nur schwach ausgeleuchtet sind. Ihrer Meinung nach ehrt man keinen Gott durch Prunk, sondern durch Taten. Der religiöse Führer der Norkara ist der Gahasi, vergleichbar mit einem Priester. Er beherrscht als einer der ganz Wenigen seines Volkes das Schreiben und Lesen. Jedoch schreiben Norkara nicht auf Papier, sondern meißeln ihre Worte in Stein. Wichtiger ist jedoch, dass er möglichst viele Gesänge der Altvorderen kennt und an seinen Nachfolger übermittelt. Der Gahasi ist somit ein Hüter der Kultur, aber auch Berater des Jarls.


    Ansonsten hat dieses Volk einen starken Ahnenkult. Die Altvorderen sind der lebenden Generation ein Beispiel für Kraft, Ausdauer, Härte und der Kunst, zu überleben. Die Norkara ehren ihre Ahnen bei Festen und mit Blutopfern von Tieren.



    Magie


    Magie stehen die Norkara sehr skeptisch gegenüber. Sie ist etwas, das nur die Götter beherrschen sollten, nicht aber die Sterblichen. Die Versuche der Sterblichen, sich in der Zauberei zu betätigen, wird als Anmaßung gegenüber den Göttern empfunden. Mit großer Furcht blicken die Norkara auf die, die sich mit Magie befassen, töten oder verjagen sie, um nicht den Zorn der Götter auf sich zu ziehen. So ist es nicht verwunderlich, wenn es bei den Norkara keine Magier gibt.



    Geschichte


    Die Norkara bewohnen vor allem die kalten Klimazonen im Nordosten. Ihr Land, das sie trotz seiner Widrigkeiten über alles lieben, gibt ihnen wenig. Ein Teil der Norkara hat sich daher auch im Bereich der Rabeninseln im Südwesten Asamuras angesiedelt. Der nördliche Stamm trägt den Namen Wolfsstamm, der südliche den Namen Rabenstamm.


    Schon früh waren die Norkara an die Benutzung von Schiffen gebunden, da das karge, kalte Land ihrer Heimat wenig fruchtbar ist. Ihre Schiffe sind für die Jagd ebenso geeignet wie für Handelsreisen. Doch ist der Handel schwer für dieses relativ arme Volk. Waltran, Robben, Eisbärenfelle, Fuchsfelle und Fisch sind die Waren, die sie hauptsächlich exportieren. Ihre Bergziegenherden dienen ausschließlich der Selbstversorgung und sind äußerst wertvoll.


    Der Rabenstamm hat es in einer kriminellen Lebensweise zur Meisterschaft gebracht. Der Erfolg und die Gier sorgten schnell dafür, dass nicht mehr nur das gestohlen wurde, was man zum Überleben brauchte, sondern auch Luxusgüter und andere Dinge. So entwickelte sich im Laufe der Zeit auch ein recht ertragreicher Schwarzmarkthandel und es verwundert kaum, dass die Rabennorkara zu den Lieferanten von Obenza zählen.