Kapitel 00 - Der Rat der Zehn

  • Der Rat der Zehn


    Der Rat der Zehn setzt sich aus den zehn mächtigsten Männern der Justiz zusammen. Sie repräsentieren die Rechtsprechung unseres Landes. Neun Richter, ein oberster Richter. Sie sprechen im Konsens gemeinsam Recht. Sollte es unter ihnen nicht zu einer einstimmigen Entscheidung kommen, hat Nummer eins – ergo der oberste Richter, die endgültige Entscheidung zu fällen. Er ist also die entscheidende Stimme. Mehr noch, er kann im Alleingang sogar eine Mehrheitsentscheidung der neun anderen Richter aufheben, wenn seiner Meinung nach dazu ein zwingender Grund vorliegt.


    Im Gegensatz zu den anderen Richtern ist er an keine höhere Instanz mehr gebunden. Er unterliegt nur dem Gesetz und seinem Gewissen. Folglich ist er der mächtigste Mann Naridiens. Sein Urteil ist unanfechtbar. Kapitalverbrechen werden vom Rat entschieden. Der Oberste Richter trifft mit seinem Urteil die endgültige Entscheidung bei Todesverurteilungen. Wie gesagt, an seinem Urteil ist nicht mehr zu rütteln, wenn er eine Person zum Tode verurteilt, wird sie nicht zurück in die Zelle geführt, sondern zur Hinrichtung.


    Der Rat setzt sich immer wieder unterschiedlich zusammen, eben wer zurzeit das Amt des jeweiligen Richters bekleidet. Bis jetzt hat noch kein Mitglied seinen Ruhestand durch Pension angetreten. Die meisten von ihnen „verunfallen“ oder treten vom Amt aus „persönlichen Gründen“ zurück. Der oberste Richter, Gabin Korpuuk, bildet da eine Ausnahme. Er ist der Dienstälteste Richter Naridiens. Der Kerl ist weit über 70 Jahre alt und bis jetzt hat es noch niemand geschafft, ihm seinen Posten streitig zu machen – auf welchem Weg auch immer".

    ~ Kuno Neda


    ****