Kapitel 03 - Das Cafe und der Droide

  • Das Cafe und der Droide



    Gerade als Kuno sich abreisebereit machen wollte, fiel ihm ein, was er seinem Sohn vergessen hatte zu sagen. Also schnappte er sich sein Com und rief Ubbo an.


    „Zu berichten habe ich jetzt schon etwas. Letztens hatte ich mich mit Hime und dann der ganzen Familie in der Wolle. Grund war folgender, Hime bat mich in einem Cafe arbeiten zu dürfen. Was ich natürlich sofort abgelehnt habe. Zuerst mischte sich Hoan ein, der mich überzeugen wollte, dass ich Hime den Job erlauben sollte.


    Dann sprachen meine die beiden anderen auch noch für Hime. Ich dachte ich wäre im falschen Film. Gut was soll ich sagen? Milas Meinung ist die ausschlaggebende für Familienangelegenheiten. Interna sie, Externa ich.


    Aber das Hime in einem Cafe arbeitet als Angestellte und anderen das Fressen serviert, dass passte mir überhaupt nicht. Scheinbar hat das die anderen nicht gestört, selbst Hime nicht. Frag erst gar nicht, wie diese Frau immer auf so sonderbare Ideen kommt. Ich liebe meine Maus von ganzen Herzen ja, aber manchmal hat sie Ideen, ich weiß nicht woher sie die hat.


    Egal, ich blieb stur bei nein. Als dann auch noch Juno sich auf die Seite der Job-Befürworter geschlagen hat, war ich grantig.


    Bis Hoan und Juno mich zur Seite nahmen und mich fragten, was denn daran so schlimm wäre, wenn Hime ihr eigenes Cafe aufmachen würde.


    Ich hätte ja auch eine Kanzlei.


    Anstatt mir das gleich von Anfang an zu sagen, lassen die zu, dass ich mich schwarz ärgere. Naja egal. Dagegen dass sie ein Cafe aufmachen will habe ich natürlich überhaupt nichts! Gar nichts! Sho und Hime wollten das Cafe gemeinsam betreiben. Sie haben sich am Abend gemeinsam mit Ho und Juno ein Geschäft ausgesucht und ich hab die Bedingungen klar gemacht. Jedenfalls haben Deine Tanten jetzt ein Cafe, in dem es erstklassigen Süßkram gibt“, erzählte Kuno.


    „Hatte Hime keine Angst wegen ihrem Ex oder anderen Typen?“, fragte Ubbo leise.


    „Möglich dass sie Angst hatte. Aber ihren Ex haben wir zur Eröffnung des Cafe´s eingeladen. Einfach um das böse Blut zu begraben. Leider ist er nicht gekommen. Keiner weiß wo der Mann ist…“, gurrte Kuno.


    „Verstehe. Was vermutest Du Papa, was ist ihm passiert?“, hakte Ubbo unschuldig nach.

    „So wie ich von einem Bekannten hörte, ist er wohl in ein Unwetter geraten. Blitze und so… Was es nicht alles gibt. Schade nicht wahr? Ich hatte auf eine Versöhnung der beiden gehofft. Aber für Hime ist es besser so. Sie wurde von einer alten Last befreit“, schnurrte Kuno.


    „Ja eine magische Fügung, würde ich es nennen“, schnurrte Ubbo zurück.
    „Oha ja, die Magie und das Schicksal in all ihren Facetten sind wirklich unerklärlich, unergründlich, aber immer gerecht“, antwortete Kuno.


    „Mal ein völlig anderes Thema Paps“, wechselte Ubbo das Thema.

    „Nur zu, ich bin ganz Ohr“, gab Kuno zurück.


    „Wie geht es Onkel Sephar? Ich wollte mich letztens bei ihm gemeldet haben, hab ihn aber nicht erreicht. Bestellst Du ihm liebe Grüße von mir, wenn Du was von ihm hörst?“, fragte Ubbo freundlich.
    „Das mache ich doch sehr gerne“, kicherte Kuno.


    „Um nochmal auf das Cafe zurückzukommen, da habe ich gerade eine ganz tolle Idee. Wir haben doch eine hauseigene Kantine. Hime und Sho könnten doch die Kantine und eine kleine Küche hier mit ihren Köstlichkeiten bestücken. So haben sie eine sichere und garantierte Einnahmequelle. Ich könnte mit ihnen einen Vertrag abschließen. Meinst Du so viel können die beiden täglich liefern?“, fragte Ubbo.

    „Das ist eine super Idee! Klar können die beiden so ein Kontingent liefern. Wenn ich nichts zu tun habe, helfe ich den beiden. Ich hab mich oben bei denen im Sozi-Raum eingerichtet. Die beiden haben mir da eine kleine Ecke mit Schreibtisch, PC und so weiter hingestellt, wenn ich für sie die Buchführung mache.


    Soll ich Dir mal was verraten? Seitdem ich einmal da angefangen habe, hocke ich da jeden Tag bis zum Feierabend und fahre mit den beiden gemeinsam nach Hause. Hime freut sich drüber, weil sie Angst hat spät abends dort allein mit Sho zu stehen. Die Maus hat nichts gesagt. Weder zu Sho noch zu mir. Aber ich habe es gemerkt, Du weißt ja wie sie ist und was mit ihr passiert ist. Drum habe ich gesagt, wenn ich nichts zu tun habe, hocke ich den ganzen Tag bei ihnen im Büro, mache die Buchführung und begleite sie natürlich sicher nach Hause. Bezahlt werde ich mit Liebesknochen und Kaffee. Macht mir wirklich Spaß der Job.


    Wo ich Dir das jetzt so erzähle, muss ich mir echt überlegen, ob ich darauf verzichten will. Ich meine ich wollte eigentlich nur noch Dinge machen, die mir wirklich Freude machen. Und Himes Cafe zählt eindeutig dazu. Es macht Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten.


    Hime hat sich einen Wach-Kampf-Droiden für das Cafe gewünscht. Du kennst mich, was meine Mäuse haben wollen, wird angeschafft. Also habe ich ihr den Droiden gekauft.


    Zwicki hat sie ihn getauft. ZWICKI! Wie kommen Frauen auf solche Namen für Mördermaschinen? Ich hab mich nicht mehr ein bekommen vor Lachen, als sie mir erzählt hat wie der Droide heißt.


    Aber sie hatte eine erstklassige Geschäftsidee. Ihr Cafe ist in verschiedenen Grünfarben gehalten, mit brauner, hölzerner Einrichtung. Zwicki wurde mit einer Schürze in den gleichen Farben ausgestattet und serviert im Cafe Probehäppchen. Hime erzählte mir voller Stolz, dass bis jetzt noch kein Gast von Zwicki einen Probebissen ausgeschlagen hätte…“, sagte Kuno und verkniff sich ein Lachen.


    „Eine Mördermaschine die Häppchen serviert?!?

    Möchten Sie probieren?
    Vergessen Sie nicht einen Liebesknochen zu kaufen, wenn Ihnen die Probe geschmeckt hat.

    Und denken Sie auch an Ihre Lieben daheim… wir verkaufen auch Familienpackungen.

    Greifen Sie zu!


    Wer würde von solch einem Droiden ein Häppchen ablehnen? Gut Selbstmörder vielleicht. Weißt Du wäre die Idee von Dir gewesen, würde ich jetzt denken gewitzt, genial und brutal wie immer. Der Papa halt. Aber bei Hime? Die bringt solche Schoten ohne zu merken, was sie da eigentlich macht“, lachte Ubbo und wischte sich die Tränen aus den Augen.

    „Ja das ist gerade das Witzige. Zwicki der Killer in Kittelschürze“, prustete Kuno.


    „Wurde schon mal irgendwer frech im Cafe?“, feixte Ubbo.
    „Nein. Jeder Gast benimmt sich, bestellt ordentlich, bezahlt anstandslos. Vermutlich liegt´s an den Gratis-Häppchen“, prustete Kuno.


    „Die Gratis-Proben, die sind´s, die stimmen immer fröhlich“, gibbelte Ubbo.

    „Schick mir alle relevanten Daten auf mein Pad, ich mach mich jetzt fertig für meinen Vorstellungstermin. Bis heute Abend. Ruf Deine Tante an und erzähl ihr von Deiner Idee der Zusammenarbeit“, sagte Kuno.


    „Mache ich Paps. Bis heute Abend. Pass auf Dich auf und viel Spaß“, lachte Ubbo und legte schnell auf.



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