Ignatio Lacand [Souvagner/Bluthexer]

  • Kurzinfo Ignatio Lacand



    Name: Ignatio Lacand

    Volk: Souvagner

    Biologie: Souvagner GMO Bluthexer, Genotyp: YY-Genom, infertil, Blutgruppe: C (Bluthexer)

    Größe: 175 cm

    Gewicht: 68 kg

    Geboren am: 18.04.1020 n.d.A.

    Alter: 60 Jahre

    Haarfarbe: von Natur aus haarlos

    Augenfarbe kybernetisch: schwarz-gelb

    Augenfarbe natürlich: hellblau

    Hautfarbe: weiß, Albino

    Statur: schlank

    Herkunft: Sub-Souvagne, Bluthexertempel

    Derzeitiger Wohnort: Sub-Souvagne, Bluthexertempel

    Sprachen: Asameisch

    Glaube: Ainuwar, Allmacht des Ordens



    Beruf:

    Vorbeter der Brüder der Reinheit

    Bruder der Reinheit



    Brüder der Reinheit

    Die Brüder der Reinheit überwachen die geistige und religiöse Reinheit des Ordens der Bluthexer. Sie sind innerhalb des Ordens für die religiöse, geistige Führung zuständig. Wenn sie auftreten dann als eine Art Inquisitoren, während die Kampfhexer hingegen die gut sichtbare Executive des Ordens der Bluthexer sind.


    Bei Zuwiderhandlungen und groben Verstößen gegen die geistige oder religiöse Reinheit treten die Brüder der Reinheit auf den Plan. Auch in Glaubensfragen kann man sich an die Brüder der Reinheit wenden.




    Aussehen:

    https://www.minpic.de/i/bpes/1fkude

    https://www.minpic.de/v/bpet/2fa7h

    https://www.minpic.de/i/bpf8/e0zt8

    https://www.minpic.de/i/bpf9/f9i09

    https://www.minpic.de/i/bpfa/1h28b5

    https://www.minpic.de/i/bpfb/1fnbx6

    https://www.minpic.de/i/bpfc/1td4l

    https://www.minpic.de/v/bpfd/169iy9

    https://www.minpic.de/i/bpet/2fa7h

    https://www.minpic.de/i/bpfe/r8a73

    https://www.minpic.de/i/bpff/18vkgc

    https://www.minpic.de/i/bpfg/j44ua

    https://www.minpic.de/i/bpfh/1ky6ar

    https://www.minpic.de/i/bpfi/16lur3

    https://www.minpic.de/i/bpfj/180o1b



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    Biologie:

    GMO (genetisch modifizierter Organismus)

    Genotyp: YY-Genom, infertil

    Blutgruppe: C (Bluthexer)



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    Aufwertungen:

    Interkom (störanfällig)


    Bewaffnung/Ausrüstung:

    Pulsarwaffe

    Einsatzmesser

    Datapad als Ergänzung zum Interkom



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    Stärken:

    Bluthexer (Blut hat Heilwirkung und ist toxisch für Untote)

    Frei von Erbkrankheiten

    Robuste körperliche Konstitution

    Immun gegen Naniten-Angriffe

    Immun gegen magische Beeinflussung (keine Immunität gegen Psionik)

    Immunität gegen alle Arten von Magie, außer ihre eigene

    Telepathisch mit Vampiren und Ghulen kommunizieren

    Vampire und Ghule durch Willenskraft abblocken, es wirkt wie ein mentaler Stoß

    Verletzungen von Lebenden heilen, jedoch keine Krankheiten

    Seelen gewaltsam in Körpern halten

    Schwächen:

    Störanfälliges Interkom, erschwerter Zugriff auf den Courant

    Inkompatibilität mit vielen Aufwertungen

    Keine Nanotriten-Rüstung erwünscht (hinderlich für rituelle Selbstgeißelung)



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    Magie - Bluthexerei:


    Allgemeines

    Bluthexer sind die machtvollsten Gegenspieler von Nekromanten und ihren Erzeugnissen. Sie haben sich dem Schutz des Lebens und der Lebenden verschrieben und folgen hohen moralischen, ja, fanatischen Ansprüchen. Besonders gefürchtet sind Bluthexer bei Vampiren. Bereits in jungen Jahren sind Bluthexer zu machtvollen Zaubern fähig, doch danach folgt ein rascher körperlicher Verfall. Für den Bluthexer gilt mehr noch als für jeden anderen Magier: Alles hat seinen Preis. Aufgrund der Blutopfer für ihre Rituale sind Bluthexer am ganzen Körper vernarbt und in den höheren Magierrängen regelrecht entstellt. An diesen Narben ist ein Bluthexer sofort als Ordensbruder zu erkennen. Es kursieren zahlreiche Witze über ihre angeblichen masochistischen Neigungen und in der Tat ist eine hohe Leidensbereitschaft bis hin zum fanatischen Leidenswillen für diese Magierichtung erforderlich. Nach wie vor ist die Bluthexerei daher selten. Aufgrund der monatlichen Blutungen werden Frauen nicht zu Bluthexern ausgebildet, da zusätzlicher Blutverlust bei ihnen auf Dauer zu Mangelerscheinungen führen würde.


    Bluthexer sind Teilstumpfe, die nur ihre eigene Magieform beherrschen und empfangen können (siehe Antimagie). Diese ist nicht angeboren, sondern im Rahmen der Ausbildung erworben. Bluthexer verändern die Zusammensetzung ihres Blutes durch eine spezielle Diät und Meditiation. Von Geburt an waren sie mit einer vollwertigen magischen Gabe ausgestattet. Eine passive Fähigkeit, die mit der Stumfheit einhergeht, ist ihre Immunität gegen Vampirbisse.



    Ideologie

    Vom Grundgedanken her ist Bluthexerei ehrbar und selbstlos. Man blutet für das Wohl anderer, was einer der Hauptgründe ist, warum diese Magieform nicht sehr verbreitet ist, denn sie bietet wenig Raum für Egoismus und eigene Machtentfaltung. Der Bluthexer hat wenig mehr von seiner enormen Macht als Schmerzen, sondern stellt sein Blut und seine körperliche Unversehrtheit in den Dienst des Ordens und dem Schutz der Lebenden. Der Magier opfert sich zum Wohle der Gemeinschaft. Ein guter Bluthexer ist demütig bereit, Schmerzen zu erleiden und notfalls auch sein Leben aufs Spiel zu setzen. Bluthexer respektieren und schützen die Schöpfung Ainuwars. Den Untod, den sie als Übel Rakshors sehen, verachten sie.


    Bluthexer haben nicht nur das Ziel, Untote zu bekämpfen, sondern kümmern sich auch um die Heilung von Verletzungen. Darüber hinaus sind die Mächtigsten unter ihnen in der Lage, Verstorbene zu erwecken. Die Wiedererweckten werden dabei nicht zu Untoten, sondern werden in wahres Leben zurückgerufen. Keine andere Magieform ist dazu in der Lage. Die Bluthexerei wird wegen dieser Wiedererweckungen auch Blutnekromantie genannt, doch diese Bezeichnung lehnen sie ab. Die gemeinsamen historischen Wurzeln mit der echten Nekromantie sind ihnen sehr unangenehm.



    Geschichte

    Die Blutsbruderschaft war ursprünglich nur ein Orden, hat sich dann aber als Sekte selbstständig gemacht. Sie unterscheidet sich stark von der normalen Priesterschaft Ainuwars, den sie verehren, aber auch von anderen Nekromanten. Wie die klassische Nekromantie entstand die Bluthexerei in Almanien. Heute hat sie ihre Hochburg im Großherzogtum Souvagne, wo sie zur Abwehr von Untoten staatlich gefördert wird. Dennoch gibt es aufgrund des hohen Preises, den der Bluthexer für seine Rituale zu zahlen hat, nach wie vor nur wenige von ihnen. Mit dem erneuten Erstarken der Chaostruppen, in deren Reihen und Führungsriege sich zahlreiche Ghule befinden, wurde per Beschluss des Ducs im Jahre 203 ein Verbot der Nekromantie erlassen und eine Umschulung aller Nekromanten zu Bluthexern angeordnet. Namhafter Vertreter dieser Strömung ist Prince Ciel Felicien de Souvagne, ein Sohn des Ducs.



    Theoretische Grundlagen

    Bluthexerei ist eine auf Verteidigung ausgelegte Magierichtung und darin extrem machtvoll. Der Preis für ihre Macht ist hoch, denn die Hexer bezahlen mit ihrem eigenen Blut. Dieses Opfer ist wohl der Hauptgrund, warum diese Magierichtung so selten fabriziert wird. Eigenblut ist der magische Katalysator für ihre Arbeit. Nur für den machtvollsten Zauber - die Wiedererweckung - reicht das nicht aus, da sie an der erforderlichen Blutmenge sterben würden, sondern ein ganzes Menschenopfer muss dargebracht werden. Das Blut dafür nehmen sie von jenen, die es in ihren Augen verdient haben zu bluten.


    Pro Blutopfer ist etwa ein halber Liter Blut erforderlich - mit wenigen Tropfen ist es also nicht getan. Ein zweites Opfer am selben Tag führt bereits zu Durst- und Schwächegefühl, beschleunigter Atmung und starker Angst. Ab dem dritten Opfer treten Schwindel und Verwirrung ein bis hin zur Bewusstlosigkeit. Ein Viertes führt zu schweren Herzrhythmusstörungen und somit zum Tod. Auch in Notfällen können daher nicht mehr als drei Opfer am selben Tag erbracht werden und danach ist eine längere Pause einzulegen. Pro Blutopfer sollte ein Monat Ruhezeit bis zum nächsten eingerechnet werden, um den Eisenverlust zu kompensieren.



    Grade der Bluthexerei

    Die Magiergrade der Bluthexerei entsprechen denen eines Nekromanten, jedoch mit dem Unterschied, dass der höchste Rang keinen Lich darstellt, sondern einen Erzhexer.


    • Novize - graue Robe mit Rot

    • Adept - dunkelgraue Robe mit Rot

    • Hexer - schwarze Robe mit Rot

    • Hexenmeister - rote Robe mit Grau

    • Erzhexer - rote Robe mit Schwarz



    Wiedererweckung

    Im Gegensatz zu gewöhnlichen Nekromanten sind Bluthexer in der Lage, einen Verstorbenen ins Leben zurückzurufen, so dass er es ohne Einschränkungen fortsetzen kann, als wäre er nie gestorben. Der Preis dafür ist hoch. Zum einen muss ein Lebender dafür geopfert werden. Dafür verwenden Bluthexer zum Tode verurteilte Schwerverbrecher, die ihnen vom Staat zugeführt werden und übernehmen deren Hinrichtung im Rahmen des Rituals. Zum anderen aber zehrt die Erweckung auch an der eigenen Lebensessenz. Darum wird die Erweckung üblicherweise in Gruppenritualen durchgeführt, um die Bürde des Opfers zu verteilen.

    Auch ein einzelner Bluthexer ist dazu theoretisch in der Lage, doch die Erweckung schwächt ihn derart, dass er ein Jahr lang für die Genesung benötigt. In dieser Zeit ist er krank, gebrechlich und benötigt Hilfe bis hin zur Pflege. In seiner magischen Macht ist er extrem eingeschränkt. Es wird daher versucht, diesen Zauber so selten wie möglich einzusetzen, um den Verschleiß guter Bluthexer gering zu halten. Auch bei einer Gruppenerweckung ist ein kompletter Ausfall aller Teilnehmer für einen Monat einzukalkulieren. Heilmagier können die Auswirkungen nicht lindern, denn Bluthexer sind aufgrund der besonderen Zusammensetzung ihres Blutes immun gegen alle anderen Magieformen als ihre eigene.



    Blutnekromantie versus Untote

    Vampire sind gegen Geistmagie und Nekromantie immun. Bluthexer sind jedoch in der Lage, Vampire und Ghule über deren Blut magisch zu beeinflussen. Diese nutzen Blut beziehungsweise Fleisch als Lebensessenz und werden dadurch für den Bluthexer angreifbar, der genau jene Essenz kontrolliert. Jedoch sind sie auch die einzige Daseinsform, welche ein Bluthexer geistmagisch kontrollieren kann. Lebende kann ein Bluthexer ebenso wenig kontrollieren wie blutlose Daseinsformen wie Geister oder Skelette. Seine Macht ist rein auf Vampire, Zombies und Ghule beschränkt. Bei der Kontrolle dieser Kreaturen entfällt das sonst erforderliche Blutopfer, da sie bereits mit Fremdblut angereichert und vollgesogen sind und der Bluthexer kontrolliert sie wie ein Geistmagier über seinen Willen.


    Da Bluthexer die stärksten Gegner der Ghule und Vampire sind, haben selbst Urvampire mit ihnen ihre liebe Not. Ein Vampir müsste sich im Vorfeld einiges einfallen lassen, um die Machtdifferenz zu einem Bluthexer durch Taktik auszugleichen. Die Begegnung eines Blutnekromanten der Stufe 5 und eines Urvampirs geht in aller Regel zugunsten des Bluthexers aus. Der Urvampir verkommt zur willenlosen Marionette. Ein Blutnekromant der Stufe 4 wäre für den Urvampir immer noch ein harter Gegner. Ein gewöhnlicher Vampir hätte dem Willen eines Bluthexers nie etwas entgegenzusetzen, doch ein Urvampir ist auch für fortgeschrittene Bluthexer eine besondere Herausforderung.



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    Zauber

    Aufgrund der starken Schwächung des eigenen Körpers durch das Blutopfer sind bereits bei geringen Magiestufen sehr machtvolle Zauber möglich. Zauber, welche ein Blutopfer benötigen, sind gekennzeichnet.


    Giftwirkung des Blutes für Vampire und Ghule [passive Fähigkeit]

    Das Blut von Bluthexer ist voll von deren Geist und Magie. Durch eine spezielle, eisenhaltige Diät und Meditiation wird es gezielt damit angereichert. Das Blut ist dadurch nicht nur für Blutopfer verwendbar, sondern hat gleichwohl eine giftige Wirkung auf Ghule und Vampire. Nach dem Konsum fühlen diese Untoten sich einen Monat lang sehr krank, was je nach getrunkener Blutmenge in Jagduntauglichkeit und somit Verhungern münden kann. Vampire verlieren für diese Zeit ihre Spezialfähigkeiten. Ghule verlieren ihre Fähigkeit zur Regeneration. Stattdessen beschleunigt sich ihre Verwesung.



    Rang 1 - Novize


    Blutanalyse

    Der Magier spürt, ob sich Untote in seinem Umfeld aufhalten, indem er mental nach dem Blut in seinem näheren Umfeld tastet und dessen Fluss analysiert. Das Bild ist charakteristisch. Lebende haben einen aktiven Blutfluss, Tote überhaupt keinen. Untote hingegen befinden sich dazwischen.


    Mentalschlag gegen Untote

    Kraft seines Willens verpasst der Bluthexer einem oder mehreren Vampiren oder Ghulen einen geistigen Schlag, welcher diese kurzzeitig betäubt und irritiert. Funktioniert auch bei Geistern, wenn diese einen lebenden Körper besetzt haben.


    Bannzeichen gegen Untote [Blutopfer]

    Aus Eigenblut gefertigt. Sie sind auch dann noch wirksam, wenn der Bluthexer den Ort verlässt, bis sie vergehen oder entfernt werden. Die Gestalt des Symbols ist zweitrangig, die meisten Bluthexer verwenden das Symbol ihres Ordens, das sie mit Blut aufzeichnen. Es hat eine abschreckende, aber nicht restlos blockierende Wirkung. Junge Untote werden zuverlässig davon ferngehalten, erfahrenere nicht. Oft auch in Form von Tätowierungen zu finden, die im Zuge des Rituals mit Blut vermischter Tinte gestochen werden, oder als mit Blut und Eisen gegossene Anhänger getragen werden.



    Rang 2 - Adept


    Mentalbarriere gegen Untote

    Kraft seines Willens erzeugt der Magier eine mentale Barriere, welche verhindert, dass Untote sich ihm nähern.


    Austreibung von Geistern

    Ein beschworener Geist, der sich der Zielperson bemächtigt hat, wird vom Blutnekromanten aus dem Körper des Opfers gerissen. Der Geist ist anschließend frei, sich einen neuen Wirt zu suchen. Er kann vom Bluthexer nicht weiter beeinflusst werden.


    Kleine Verletzungen heilen [wenige Blutstropfen]

    Kleine Verletzungen, wie zum Beispiel jene Schnitte, die für Blutopfer erforderlich sind, werden geheilt. Es bleiben allerdings Narben.



    Rang 3 - Hexer


    Untote Marionette

    Ein Ghul, Zombie oder Vampir wird marionettengleich fremdgesteuert.


    Große Verletzungen heilen [Blutopfer]

    Große Verletzungen werden geheilt. Es bleiben allerdings Narben.


    Die Seele eines Sterbenden gewaltsam im Körper halten [Blutopfer + Meditation]

    Es wird verhindert, dass eine im Sterben liegende Person stirbt, indem der Blutmagier ihr sein Blut zuführt (als Trank, als Bad etc.), während er seine Magie wirkt. Der Zauber ist sehr kräftezehrend und kann auf Dauer zum Tod des Bluthexer führen, da er oft lange Zeit aufrecht erhalten werden muss und nach einiger Zeit des Wirkens oft weitere Blutopfer erforderlich werden.



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  • 24.05.1080 - Charbogen-Ergänzung:

    - Ignatio berichtet Ciel von seinem Namen vor der Aufnahme in die Bruderschaft

    - Ignatio erzählt Ciel, dass Kampfhexer Bastien Sauradou sein Sohn ist

    - Ignatio berichtet Ciel von seinem Ehemann Oscar Mael Sauradou und seinem früheren Leben

    - Ignatio berichtet Ciel davon, wie er ein Bruder der Reinheit wurde



    Familiendaten:


    Ignatios Geburtsname: Evan Thierry Aimbeu

    Ignatios Name nach der Hochzeit: Evan Thierry Sauradou

    Ignatios Ehemann: Oscar Mael Sauradou

    Ignatios und Oscars Sohn: Bastien Sauradou


    Ignatios Alter zur Hochzeit: 16 Jahre - Jahr 1036 n.d.A.

    Oscars Alter zur Hochzeit: 23 Jahre - Jahr 1036 n.d.A.

    Bastien wurde ein Jahr darauf geboren - Jahr 1037 n.d.A.


    Oscar verstarb als Bastien 12 Jahre alt gewesen ist im Alter von 36 Jahren - Jahr 1049 n.d.A.

    Ignatio war 29 Jahre alt, als sein Ehemann Oscar verstarb - Jahr 1049 n.d.A.


    In Obhut nahme durch Bruder Jarian Lacand im Jahr 1051 n.d.A.:

    Zwei Jahre später, im Jahr 1051 n.d.A. informierte Bastien Bruder Jarian Lacand über die Krankheit seines Vaters.

    Ignatio war 31 Jahre alt, als Jarian Lacand ihn und seinen Sohn Bastien in seine Obhut nahm.

    Bastien war im Jahr 1051 n.d.A. 14 Jahre alt.


    Weitere zwei Jahre später trat Ignatio der Bruderschaft der Reinheit bei, der auch Jarian Lacand angehörte - Jahr 1053 n.d.A.

    Ignatio war 33 Jahre alt, als er der Bruderschaft der Reinheit im Jahr 1053 n.d.A. beitrat

    Bastien war 16 Jahre alt im Jahr 1053 n.d.A.


    Im Jahr 1080:

    Ignatio ist 60 Jahre alt - Jahr 1080 n.d.A. und 27 Jahre ein Bruder der Reinheit

    Bastien ist 43 Jahre alt - Jahr 1080 n.d.A.



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    Drei Tage und drei Nächte, Tag 2:

    RE: Drei Tage und drei Nächte



    Tag 2



    Namen


    Nebel umwabberte die uralten Baumstämme und sanft durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen das grau-schwarzes Zwielicht der Nacht, dass zwischen den alten Bäumen geherrscht hatte. Ciel saß vor dem heruntergebrannten Lagerfeuer und genoss die letzten kleinen Flammen, wie die Wärme die sie spendeten. Der Schein brach sich auf dem Metall der Maschine, zu der Ignatio ihn geführt hatte.


    Turbinen-Tech hatte der Vorbeter gesagt, alte Technik die robust und zuverlässig war. Ciel hatte die Fahrt auf dem Motorrad gefallen.


    Motorrad - Turbinen-Tech:

    https://www.minpic.de/i/bt5d/k9f3d


    Ignatio lag auf der anderen Seite des Lagerfeuers und hatte die Augen geschlossen. Ciel musterte ihn eine Weile und krabbelte dann zu ihm herüber.


    "Iggi schläfst Du?", fragte er leise und legte sich neben ihn.

    "Nein, ich döse nur", antwortete der Vorbeter freundlich.


    "Wie heißt Du mit ganzem Namen?", fragte Ciel und rutschte ein Stück näher.

    "Ignatio Lacand ist mein vollständiger Name. In meinem alten Leben trug ich einen anderen Namen Ciel. Mit Aufnahme in die Bruderschaft der Reinheit habe ich meinen alten Namen abgelegt und meinen heutigen Namen angenommen.

    Jeder Bruder der Reinheit trägt den Nachnamen Lacand. Lacand ist ein Schachtelwort, ein Kofferwort, ein Kunstwort das aus zwei Worten besteht. Der Name setzt sich zusammen aus La Candeur, das heißt die Unverdorbenheit. Aus La Candeur wurde Lacand, jenem Nachnamen den alle Brüder der Reinheit während ihres Aufnahmeritus annehmen", erklärte Ignatio ruhig.


    "Wie war Dein Name? Wie hast Du geheißen?", fragte Ciel neugierig.

    "Dieser Name ist unwichtig, die Person gibt es nicht mehr", antwortete Ignatio und betrachtete Ciel für einen Moment, ehe er wieder die Augen schloss.


    "Sagst Du ihn mir bitte trotzdem?", bat Ciel und kramte einen Keks aus seiner Tasche.

    "Evan Thierry Sauradou war einst mein Name Ciel. Es ist lange her, dass ich den Namen ausgesprochen habe, sehr lange", sagte Ignatio mit nicht zu deutender Stimme und setzte sich auf.


    "Wie Bastien Sauradou? Der Kampfhexer der Yves Hugo geärgert hat?", kicherte Ciel leise, "der ist ganz schön frech, kennst Du den?"

    "Richtig, genau wie Bastien Sauradou. Ja ich kenne Bastien, er ist mein Sohn", erklärte Ignatio und schenkte Ciel ein freundliches Blinzeln.




    ****




    Tassen und Töpfe


    Ciel hockte sich an das sterbende Feuer, brach den Keks in der Mitte durch und reichte die größere Hälfte Ignatio.


    "Nein Danke, ich esse keine...", setzte der Vorbeter an, aber Ciel fiel ihm ins Wort.

    "Sie sind inlim, völlig geschmacksfrei und mit viel Kohle-Irgendwas. Wir teilen brüderlich", bot Ciel herzlich an.


    "Kohlehydrate, wenn das so ist, nun wieso nicht", schmunzelte Ignatio, nahm die Kekshälfte entgegen und setzte sich neben den kleinen Jungen, der zur Zeit sein Schüler war.

    "Iggi magst Du erzählen wer Du warst? Warst Du verheiratet? Und wieso bist Du ein Bruder der Reinheit geworden? Oder darfst Du nicht darüber sprechen?", fragte Ciel mit seiner kindlichen Neugier.


    "Man darf über die eigene Vergangenheit sprechen, für das eigene Wohl ist es manchmal jedoch besser man ließe sie ruhen. Nun denn...

    Geboren wurde ich unter dem Namen Evan Thierry Aimbeu. Mit vierzehn Jahren ging ich in die Lehre, wie viele junge Männer Ciel. Meine Lehre absolvierte ich bei Bruder Lucas Lababonneau um Observator zu werden, genau wie mein Meister. Die Aufgabe von Observatoren ist mannigfaltig, sie überwachen Personen zu deren Schutz oder aus anderen Gründen, sie kontrollieren die Einhaltung der Nahrungsdogmen in den ordenseigenen Firmen und vielem mehr.


    Drei Tage nach meinem sechzehnten Geburtstag kontrollierten Bruder Lucas und ich die Firma Tassen und Töpfe, bezüglich des korrekten Herstellungsprozesses. Oscar Mael Sauradou begrüßte uns wie stets höflich und mit einer Nervosität, die ich der Überprüfung zuschrieb. Die Belustigung meines Meisters schrieb ich dem gleichen Umstand zu.


    "Der Firma Tassen und Töpfe ist es gelungen, Kunststoff zu produzieren, der vollständig auf Proteine basiert und demzufolge biologisch abbaubar ist. Unser neuartiges Verfahren verwendet als Basismaterial Proteine also Eiweißstoffe aus dem Pilz...", und so weiter und so fort führte Oscar mit einer Leidenschaft aus, dass wir seinem Monolog bis zum Ende lauschten. Es wäre ungebührlich gewesen, ihn zu unterbrechen. Ebenso wäre es wider den Dogmen gewesen, Wissensaufnahme zu verweigern.


    Als sein Vortrag endete reichte er mir eine Coupe aus Kunststoff und ich war der festen Überzeugung dass er dabei minimal lächelte.

    Ich nahm sie entgegen und betrachtete sie eingehend. Die Coupe war braun mit einem dunkelbraunen Schraubdeckel und Henkel.


    "Protein Pilz Plastik. Durch das Material und den Schraubdeckel auch für unterwegs geeignet. Bei Verlust in der Natur, wird diese nicht gefährdet. Die Coupe ähnelte einer Frucht, oder ist das ein Pilz? Ihre Optik ist ansprechend", kommentierte ich freundlich.

    "Sie gehört Dir", unterbrach Oscar meine Betrachtung.


    Mein Meister gab ein undefinierbares Geräusch von sich. Da stand ich in der Werkshalle, hielt die Coupe in beiden Händen, schaute zu meinem Meister auf und fühlte mich wie der letzte Trottel. Die beiden schienen zu begreifen, worum es ging, nur ich stand auf der Leitung.


    `Lucas, darf ich die Coupe überhaupt annehmen? Was sagt die Korruptionsprävention dazu?´, fragte ich völlig aus dem Konzept gebracht meinen Meister mental.

    `Cleverer Schachzug, er lässt Dich das Geschenk annehmen und sagt erst danach, dass es eines ist. Ein Schlitzohr. Die Korruptionsprävention Thierry? Die Korruptionsprävention? Das meinst Du nicht ernst oder?

    Ist Dir nie aufgefallen, dass uns stets Bruder Sauradou alles erläutert, sobald Du dabei bist? Sollte der Korruptionsschutz Deine Sorge sein mein Schüler, dann betrachte die Coupe als Muster. Sie ist mit nichts gefüllt Thierry und antworte bitte dem Bruder, sonst platzt er vor Nervosität´, antwortete mir mein Meister belustigt.


    "Danke für das Geschenk", gab ich etwas unbeholfen zurück und hätte am liebsten meinen Meister auf den Fuß getreten.


    Oscar pflückte mir die Coupe aus den Händen und eilte davon. Einige Minuten später kam er zurück und drückte sie mir wieder in die Hände.

    "Sie hatte noch kein Logo-Aufkleber von T&T. Das ist ein ganz besonderer Logoaufkleber. Er ist aus dem gleichen Material und es ist ein Doppeltkleber. Du kannst ihn an einer Seite öffnen, dort stehen weitere Infos. So spart man Platz auf dem Produkt. Du solltest es lesen", sagte er gewichtig und tippte zur Untermalung auf den Aufkleber.


    "Mache ich", antwortete ich und fragte mich, was an dem Aufkleber so besonders war, außer dass er wohl zig Seiten hatte.

    "Falls Ihr das nächste Mal herkommt, könnten wir zur Mittagspause in die Kantine gehen. Dort werden ausschließlich unsere Produkte verwendet", bot Oscar zappelig an.


    In dem Moment fiel bei mir der Taler und ich schaute sofort nach, was innerhalb dieses Aufklebers stand. Er hatte seine Com-Nummer hineingeschrieben und mit einem Herzchen versehen. Ich schaute von dem Aufkleber in Oscars Gesicht und blinzelte freundlich.


    "Ich weiß nicht wann wir wieder herkommen werden", antwortete ich ehrlich.

    "Oh, naja dann", sagte er enttäuscht.

    "Du könntest mir die Kantine jetzt zeigen", bot ich an.


    Oscar zeigte mir die Kantine und spendierte mir einen Apfel-Kaffee.


    Zum Lichtfest im Jahr 1036 haben Oscar und ich geheiratet Ciel", erzählte Ignatio.


    "Zum Lichtfest heiraten ist schön, da ist alles geschmückt und es gibt viele leckere Dinge zu kaufen", freute sich Ciel.

    "Ja das stimmt, alles ist geschmückt und man fühlt sich, als feiert das ganze Land mit einem", pflichtete Ignatio dem kleinen Jungen bei.


    "Wie alt war Dein Mann als Ihr geheiratet habt Iggi?", fragte Ciel neugierig und hielt seinen Keks in die Flammen, um ihn zu rösten.

    "Oscar war 23 Jahre alt und ich wie erwähnt 16 Jahre", sagte Ignatio und folgte Ciels Beispiel.


    "War Dein Mann lieb? Beschreib ihn mal", bat Ciel und grinste, als Ignatio auch seinen Keks röstete.

    "Oscar, wie war Oscar? Oh ja lieb war er. Er war ein gemütlicher Mann der seine Familie und sein Zuhause von ganzem Herzen liebte. Er wusste sehr viel über die Natur, über Chemie und sein Beruf machte ihm viel Freude. Oscar war optisch das Gegenteil von mir, groß - ungefähr so groß wie Dein Vater Oliver also über 190 cm und stabil gebaut. Allerdings nicht trainiert, sondern wie ich sagte, er war ein gemütlicher Typ. Andere würden sagen, er war dick", schmunzelte Ignatio und biss von dem gerösteten Keks ab.


    "Was ist danach passiert Iggi? Was ist geschehen, dass Du ein Bruder der Reinheit wurdest?", fragte Ciel und rutschte näher zu seinem Vorbeter auf.

    "Oscar starb als Bastien 12 Jahre alt war Ciel. Ab dem Tag war alles anders, mein Mann war meine Welt. Ich habe meinen Mann über alles geliebt und unseren Sohn ebenso. Aber meine Welt geriet aus ihren Fugen. Bastien war der einzige Grund, weshalb ich täglich aufgestanden bin. Es war meine Aufgabe und meine Pflicht ihn zu versorgen, er war unser Kind. Das musste ich mir immer wieder sagen, denn er trauerte schließlich genauso.


    Und so schrumpfte meine Lebensaufgabe darauf zusammen, aufzustehen und meinem Kind Essen zuzubereiten. Ich hörte ihm zu und ich versuchte ihm Trost zu spenden, aber wenn Du selbst im Sumpf steckst, kannst Du jemand neben Dir nicht aus den Sumpf ziehen.


    Tag und Nacht verschwammen, es gab kein hell oder dunkel mehr. Alles ging seltsam ineinander über, wurde zu einem kränklichen undefinierbarem Grau. Meine Gefühle passten sich dem an, ich spürte und fühlte nichts mehr. Einzig und allein Bastien war der Lichtstrahl in meiner Welt. Einer Welt voller grauer Asche. Er gehörte dort nicht hin, er sollte nicht in der Asche versinken.


    Es kostete mich alles an Kraft, den Topf auf den Herd zu stellen und zu kochen. Wir hatten diese kleine Küchenzeile mit der einen großen Kochplatte. Dann kam der Tag, wo mich bereits die Planung den Topf auf den Herd zu stellen, alle Kraft kostete.


    Der Gedanke daran, den Topf auf den Herd wuchten zu müssen, ließ meinen ganzen Körper schmerzen, so als wären all meine Knochen zerschmettert worden und schabten ständig aneinander. Alles tat mir weh, alles schmerzte zeitgleich und es war kein Schmerz, den ich ertragen oder akzeptieren konnte.


    Eines Abends stand Bastien mit einem fremden Bruder vor meinem Bett. Er stellte ihn mir als Bruder Jarian Lacand vor. Ich hörte wie mein Sohn ihm erklärte, dass ich krank sei, aber er nicht wisse wie er mir helfen sollte.


    Und dann spürte ich Jarians Gegenwart in meinem Geist. Seit fast zwei Jahren hatte ich meinen Geist verschlossen und er brach die Tür mit sanfter Gewalt auf.


    Und ich sah, was er sah Ciel...

    ...mich, oder das was davon übrig geblieben war.


    Er nahm mich mit und es dauerte weitere zwei Jahre bis ich halbwegs genesen war. Mein Sohn war zwar mit 14 Jahren alt genug, um auf eigenen Beinen zu stehen, dennoch kümmerte er sich auch um ihn. Als Bastien 16 Jahre alt wurde, also weitere zwei Jahre später trat ich der Bruderschaft der Reinheit bei.


    Bastien bedrängte Yves nicht, er warb um ihn. Keine Person symbolisiert mehr Nähe und Geborgenheit als ein Mannie oder ein Behüter. Yves ist einer der wenigen Behüter, der erreichbar ist. Es ist meine Schuld... es war meine Schwäche, nicht die von Bastien", erzählte Ignatio leise, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.


    Ciel drückte sich an den Vorbeter und legte einen Arm um ihn.


    "Was hattest Du für eine Krankheit Iggi?", fragte er ebenso leise Retour.

    "Ein gebrochenes Herz", antwortete Ignatio schlicht.


    "Tassen und Töpfe", wisperte Ciel traurig.

    "Tassen und Töpfe", bestätigte Ignatio und legte ebenfalls einen Arm um Ciel.



    ****

  • 24.05.1080 - Charbogen-Ergänzung:

    - Ignatio berichtet Ciel von seinem Aufnahmeritus in die Bruderschaft der Reinheit


    Drei Tage und drei Nächte, Tag 2, Das Ritual

    RE: Drei Tage und drei Nächte



    Das Ritual


    Ciel schwang sich auf das Turbinen-Motorrad und tat so, als würde er fahren. Dabei musste er allerdings weit vorne sitzen, damit er mit den Händen an den Lenker kam.


    "Iggi wir sind im Wald von Duvallot, ganz in der Nähe ist die Grenze. Früher haben hinter der Grenze die Zwerge gewohnt. Wusstest Du das?", fragte Ciel und beobachtete den Vorbeter, wie er ihre Sachen zusammenräumte.

    "Ja das habe ich gewusst, es ist schon sehr lange her, dass es Zwerge gegeben hat. Über 800 Jahre, Du musst keine Sorge haben, diese Unwürdigen wurden vor langer Zeit ausgerottet", gab Ignatio zurück und reichte Ciel die Tasche mit ihren Habseligkeiten, während er den Rest des Feuers erstickte.


    "Heute leben in ihren Höhlen die Vampire. Das ist auch nicht besser. Müssen wir schon los? Haben wir einen neuen Auftrag?", fragte Ciel neugierig und ließ sich vom Motorrad rutschen.

    "Es sind stets Aufträge zu erledigen Bruder Ciel, Du kannst im Com nachschauen. Dort ist eine Prio-Liste vermerkt und sobald Du eine Aufgabe erledigt hast, steht die nächste an. Jeder Bruder hat darauf Zugriff. Also such Dir einen Auftrag aus und er ist Deiner. Normalerweise wählen wir die Aufträge schlicht so aus, wer am nächsten am Einsatzort ist", sagte Ignatio und reichte Ciel sein Com.


    "Bruder Ignatio die suchen einen Abnormen, was ist das? Und wo bekommen wir den her?", fragte Ciel und kratzte sich am Kopf.

    "Ein Abnormer ist ein Abweichler, also ein Unwürdiger der völlig aus der Art schlägt. Zum Beispiel jemand wie Cyborgs, Ghule, all so etwas bezeichnet man als Abnorm. Der normale Unwürdige ist schon eine Plage, Abnorme machen meist sehr viel Ärger. Man sollte sie nicht allein erledigen. Falls Du den Auftrag annehmen möchtest, rufen wir einen Kampfhexer dazu. Die führen auch eine ganz andere Bewaffnung mit sich und sind anders im Umgang mit Waffen geschult", erklärte Ignatio und schwang sich auf die Maschine. Dabei schlang er die Stoffbahnen seiner Robe nach vorne, damit sie sich nicht in der Maschine verfangen konnte.


    "Darf ich Bastien anrufen?", grinste Ciel von einem Ohr zum anderen.

    "Darfst Du", stimmte Ignatio zu und klopfte auf das Motorrad, "rauf mit Dir".


    Ciel kletterte hinten auf die Maschine und hielt sich an Ignatio fest.


    "Magst Du mir von dem Aufnahmeritual erzählen, während wir fahren?", bat Ciel, während die Maschine mit Grollen zum Leben erwachte und sie losfuhren.


    "Der Aufnahmeritus? Gerne.


    So wie jede Geburt Ciel erlebt man auch diese Geburt nackt. Du stehst vor der Bruderschaft, zwischen Dir und ihnen steht der Weihetisch. Dein Vorbeter hat ihn für Dich gedeckt, in meinem Fall war das Bruder Jarian Lacand. Weiß ist das Tuch, dass auf dem Tisch liegt, der Ritualraum selbst liegt im Dunklen. Nun nicht ganz, erhellt wird er ausschließlich von dem warmen Licht der Öllampen.


    Der Tisch ist gedeckt mit Deinem neuen Ritualdolch und einem Kelch. In diesem Kelch befindet sich reines Quellwasser gemischt mit Ihoxud. Ihoxud ist eine extrem bewusstseinserweiternde Substanz. Beides stand vor mir auf dem Tisch und wie es das Ritual verlangte, legte ich die Fingerspitzen meiner Hände auf das Tuch und senkte den Blick.


    Dreimal fragte mich mein Vorbeter ob ich bereit wäre der Bruderschaft der Reinheit beizutreten.

    Dreimal beantwortete ich seine Frage mit Ja.


    "Dreimal wurdest Du gefragt, ob Du bereit bist der Bruderschaft der Reinheit beizutreten.

    Dreimal lautete Deine Antwort ja.

    Drei Schlucke wirst Du aus dem Kelch trinken.

    Drei Schnitte wirst Du setzen und das ewige Band mit Blut besiegeln".


    Nachdem die Worte verklungen waren, nahm ich die Fingerspitzen vom Tisch und ergriff mit beiden Händen den Kelch und nahm drei Schlucke. Behutsam stellte ich ihn wieder ab, schloss die Augen und lauschte den Gebeten, die meine Brüder rezitierten. Der Klang ihrer Stimmen veränderte sich und ich wusste die Zeit des Blutes war gekommen.


    Meine Ohren hörten scheinbar alles, das was die Brüder beteten... aber auch wie sie, wie ich, wie jedes Lebewesen in diesem Raum funktionierte. Jedes Einatmen nahm ich wahr, jedes Klacken der Zähne aufeinander, die Geräusche die die Zungen verursachten beim Sprechen und weit hinter dem Ritualraum tausende und abertausende Geräusche die mein Bewusstsein über meine Ohren bedrängten.


    Und die anderen Sinne? Sie waren nicht minder messerscharf, mehr noch von einer Schärfe wie man sie sich kaum vorstellen kann. Der bittere, beißende Geruch der Asche die meine Brüder auf ihrer Haut trugen. Der minimale Brandgeruch toter Vampire, der der Asche noch anhaftete. Ich glaube sogar die Vampire selbst dahinter riechen zu können. Der Geruch des Weihetisches, sein harziges Holz, geschlagen vor Äonen von Jahren und jedes davon konnte ich riechen. Der Duft des gestärkten Tuchs auf dem Tisch, ein Hauch von Sommerblüten, längst vergangener Sommer, nicht mehr als eine blasse Erinnerung und dennoch da.


    Die Wände, verputzt mit einem Gemisch aus Asche und Kalk, Reinheit und gefallene Feinde verewigt auf den Wänden. Es war als könnte ich ihre Gesichter wahrnehmen, dazwischen ein Geflecht aus...


    Zu viel... es war zu viel, die einzige Möglichkeit war seine Sinne zu kanalisieren.


    Meine Finger schlossen sich um den Dolch. Greifen... ist Begreifen. Wie leicht man das Wort doch verwendet, ohne sich der wahren Bedeutung bewusst zu sein. In diesem Moment aber explodierte mein Bewusstsein und der Griff um den Dolch löste völliges Begreifen aus. Ich spürte jede noch so kleine Erhabenheit auf diesem Dolch, fühlte die feine Maserung in der das Metall gefaltet worden war und spürte die Hitze, die Glut, dass Blut des Metalls aus dem er geboren wurde... so wie ich neu geboren werden würde...


    Seine Schärfe schnitt in mein Fleisch, spaltete, klappte Fleisch auseinander und formte es um. So wie meine Seele in dem Moment umgeformt wurde. Mein Körper schrie nach Erlösung, genau wie meine Gebete. Der Schmerz war unbeschreiblich und tropfte mit meinem Blut zu Boden, benetzte die Klinge und knüpfte das Band, zu meiner Bruderschaft.


    Als es vollbracht war legte ich den blutigen Dolch auf das weiße Tuch des Tisches.


    "Wen heißen wir in unserer Mitte willkommen?", die Worte meines Vorbeters führten meine zu neuen Höhen gepeischten Sinne in den Ritusraum zurück.


    "Ignatio Lacand", antwortete ich.

    "Willkommen Bruder Ignatio".


    Willkommen Bruder Ignatio... die Worte die Sinn schufen und den Schmerz der Welt löschten".


    Ciel drückte sich an Ignatio und dachte über das Gehörte nach.

    "Wo hast Du Dich geschnitten und... wie?", fragte er leise.


    "Zuerst habe ich die Vorhaut meines Schafts abgeschnitten. Den Schaft von der Glanz der Länge nach gespalten und zum Schluss einen Teil des Scrotums gespalten. Also den Schaft von unten aufgeschnitten. Ich wählte damit den mittleren Weg, keine vollständige Entfernung. Mein Vorbeter ging selbst den mittleren Weg, keine Extreme sagte er, weder zu lasch noch zu hart. Wobei die meisten uns persönlich und unsere Opferbereitschaft schon allein als extrem bezeichnen würden. Vom Bauchnabel ab bis hinunter zum Schambereich bin ich scarifiziert. Die Bruderschaft der Reinheit ist nicht Dein Weg Ciel", antwortete Ignatio wohlwollend.




    ****

  • Charbogen-Ergänzung:

    - Thierry/Ignatio wuchs ohne seinen Vater auf, sein Vater war bereits vor seiner Geburt verstorben

    - Thierry wünschte sich den Namen seines Verlobten zur Hochzeit anzunehmen


    Süßblatt

    Süßblatt - 1036 n.d.A.




    Süßblatt - 1036 n.d.A.


    Thierry ging am Morgen in die Küche und fand auf der Arbeitsfläche eine kleine leere Flasche in der ein Süßblatt steckte. Gerührt stellte er sie zur Seite. In dem Moment wurde er von Oscar von hinten umarmt.


    „Morgen Schätzchen“, flüsterte er Thierry ins Ohr.

    „Morgen Oscar. Wie kommst Du auf sowas?“, fragte Thierry grinsend und nickte Richtung Süßblatt.


    „Mir war danach. Du hattest mir die Flasche mit der Bitterlimo als Absacker gegeben. Ich fand die Form schön, darum habe ich sie behalten. Ich bin ja so nicht der Deko-Typ, aber sie sah aus wie eine kleine Vase und in eine Vase gehören Pflanzen. Und ein Süßblatt ist nicht nur schön und bunt, sondern auch lecker. Also hab ich das Label von der Mini-Flasche abgemacht und glaub mir das hat ganz schön lange gedauert. Für Dich als Dankeschön einfach so“, antwortete Oscar und küsste Thierry.

    „Na einfach so ist das nicht, dass ist süß. Du darfst mir jeden Tag ein Süßblatt für meine Vase schenken“, lachte Thierry und küsste Oscar zurück.


    „Das bekomme ich hin“, sagte Oscar gut gelaunt.

    „Hast Du Dir mal Gedanken um einen Nachnamen gemacht?“, fragte Thierry und setzte Kaffee auf.


    „Nein bis jetzt noch nicht. Du?“, hakte Oscar nach und setzte sich auf einen der Küchenhocker, so dass er Thierry beim Kaffeekochen zugucken konnte.

    „Ja, ich nehme Deinen Namen an. Ich hatte keine Familie Oscar, jedenfalls habe ich meinen Vater nie kennenlernen dürfen. Er war vorher fort. Du bist meine Familie und Du bedeutest mir alles, ich möchte Deinen Namen tragen“, antwortete Thierry und stellte Oscar einen Becher Kaffee vor die Nase.


    „Du machst mich verlegen. Von Herzen gerne Thierry. Danke für den Kaffee“, stimmte Oscar glücklich zu und trank einen Schluck.

    „Schön, dass freut mich. Möchtest Du etwas essen?“, fragte Thierry.


    „Jetzt stecke ich in der Klemme, Blattbrot oder Müsli?“, lachte Oscar.

    „Blattbrot ist glaube ich leckerer zum Kaffee. Außerdem isst Du jeden Abend Müsli. Du bekommst Blattbrote“, grinste Thierry.

    „Gut dann gib mir Blattbrote und vorher so einige Blätter“, antwortete Oscar.


    Thierry schmierte seinem Schatz mehrere Blattbrote und stellte ihm den Teller mit einigen zusätzlichen Blättern hin.


    Schokosüßblätter:

    https://www.minpic.de/i/btr9/1lad48


    „Lass es Dir schmecken“, sagte er liebevoll und hockte sich dann neben Oscar.

    „Isst Du nichts?“, fragte Oscar schmatzend.


    „Später, im Moment habe ich keinen Hunger. Der Kaffee reicht mir“, gab Thierry zurück und kraulte Oscar den Rücken.

    „Ist alles in Ordnung mit Dir? Du bist doch nicht krank oder so hm?“, fragte Oscar besorgt nach.


    „Nein bin ich nicht, ich habe nur keinen Hunger Oscar. Du musst mich auch nicht jeden Morgen fragen“, grinste Thierry breit.

    „Klar, keinen Hunger“, antwortete Oscar skeptisch.


    „Deine Sorge ist unbegründet Oscar“, schmunzelte Thierry liebevoll.

    „Ich muss in einer Stunde los. Lust habe ich keine, wenn ich weiß Du liegst hier Zuhause im Bett und kannst Dir einen gemütlichen Tag machen“, schmollte Oscar gespielt.


    Thierry musterte Oscar mit zusammengekniffenen Augen.


    "Ich habe einen ganz verwegenen Plan Schatz, ziehst Du mit?", flüsterte Evan verschwörerisch und nahm noch einen Schluck Kaffee.

    "Jederzeit, was hast Du vor?", wisperte Oscar und beugte sich zu seinem Verlobten.


    "Du könntest heute Urlaub nehmen, dann machen wir uns gemeinsam einen gemütlichen Tag im Bett. Wir kuscheln uns eng aneinander und ich kraule Dich. Du darfst mich auch kraulen", tuschelte Thierry und musste darum kämpfen ernst zu bleiben.

    "Ein wagemutiger Plan, abgemacht. Wir könnten so tun, als wären wir bereits verheiratet. Wir proben die Hochzeitsnacht am Tag", grinste Oscar gut gelaunt und küsste seinen Liebsten.


    "Schon wieder?", lachte Thierry.

    "Immer noch", prustete Oscar.



    ****