Dekompositoren - Zersetzungsanlagen für Meeresmüll

  • Dekompositoren - Zersetzungsanlagen für Meeresmüll

    Jenseits der Mülldeponien, die in fast jeder Stadt auf dem Kontinent vor sich hin gammeln, hat der Müll in unvorstellbarem Ausmaß seinen Weg in die Natur gefunden. Während die Probleme an Land die Seenation Ledwick nur mäßig interessieren, waren die riesigen Teppiche von Plastikmüll, der über die Meere treibt, insbesondere während des kybernetischen Zeitalters zu einem ernsten Problem angewachsen.


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    Grundlagen


    Der Plastikmüll, der im Meer schwimmt, ist nicht ortsfest. Vielmehr bewegt er sich mit den Meeresströmungen weiter. Diese erinnern in ihrer Form an große, langsam fließende Strudel. Da die schwimmenden Städte von Ledwick in den Zentren der Meeresströmungen errichtet wurden, um ein Abreiben zu verhindern, treibt der Müll der ganzen Welt auf sie zu und schädigt die Umwelt und die Wirtschaft. Schiffe können nicht vernünftig fahren, Mikroplastik schädigt die Gesundheit der Bewohner und der Fische, von denen sie sich ernähren und nimmt den Tangplantagen das Licht. Nachdem man einige Jahrzehnte vergeblich versuchte, ein internationales Einsehen zu erwirken, lernte Ledwick durch kluge Ingenieurskunst, aus dem Unglück einen Nutzen zu ziehen.



    Konzept


    In der Umgangssprache werden die in den Meeresströmungen schwimmenden Anlagen auch Zersetzer genannt. Optisch erinnern sie, wie alle Schwimmgebäude Ledwicks, an im Meer treibende Stalaktiten. Ein Halbmond mit einem Radius von zweihundert Metern um jeden Dekompositor fängt treibend Abfälle mit einem Sieb ein, die in der Anlage zerkleinert, transportiert und in Kunststoffrohstoffe sortiert werden. So ist heutzutage der treibende Plastikmüll eine kontinuierliche Rohstoffquelle. Ledwick genießt seither das Privileg, nahezu kostenlos über riesige Mengen Kunststoff zu verfügen und dieses als wasserbeständiges Baumaterial verwenden zu können.



    Funktionsweise


    Die Kunststoffrohstoffe werden für die Energieversorgung und die industrielle Produktion verwendet. Dieses Gebäude verfügt über einen vollständigen Recyclingkreislauf, einen Energieversorgungskreislauf und einen industriellen Produktionskreislauf, so dass der gesamte Prozess des Recyclings von Meeresmüll aus Kunststoffen abgeschlossen werden kann.



    Wirtschaft


    Die Etablierung der Dekompositoren hat nicht nur das Umweltproblem gelöst, sondern auch einen neuen Industriezweig begründet und zu neuen Arbeitsplätzen vor allem im Niedriglohnsektor geführt. Der recycelte Kunststoff dient nicht nur als Rohstoff für die verarbeitende Industrie, sondern kann bei Bedarf auch als Energielieferant verwendet werden.



    Internationale und nationale Reaktion


    Dass Ledwick mit dem Bau der Dekompositoren das Problem der Meeresverschmutzung nicht nur in den eigenen Hoheitsgewässern löste, sondern damit im ganzen Industriegürtel zwischen den beiden Wendekreisen für saubere Ozeane sorgte, wurde international keineswegs mit Dankbarkeit aufgenommen. Vielmehr bestätigte es Naridien darin, dass Umweltverschmutzung kein wirkliches Problem sei, sondern einfach zu lösen sei. Wenn sich Naridien in den Folgejahren dennoch mühte, seinen Plastikmüll zu reduzieren, dann nicht zum Wohle der Meere, sondern um den Rohstoffgewinn Ledwicks zu drosseln. Es gab sogar Stimmen, die von einem dreisten Plastikdiebstahl sprachen und Ledwicks angepasste Wirtschaft als Schmarotzerindustrie bezeichneten.


    Zudem muss sich die Krone Ledwicks aus den eigenen Reihen nicht zum ersten Mal den Vorwurf der Passivität gefallen lassen, stets nur auf Probleme zu reagieren, anstatt mit Eigeninitiative vorwegzugreifen. Auch der fehlende politische Druck, den die Ledwicker Regierung auf Naridien als Hauptverursacher der Plastikmüllkrise auszuüben imstande war, wurde kritisiert. Die Frage, wann dereinst ein Problem auf Ledwick zukommen würde, dass nicht mehr nachträglich gelöst werden könne, wenn Ledwick nicht rechtzeitig und nachdrücklich seine Interessen durchsetzen würde, schwebt wie ein Fallbeil über dem Land.