Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Krake

  • Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons
    – Team Schwarze Krake -


    Prolog


    „Er soll eintreten.“ Herzog Leopold von Ghena hob den Kopf vom Okularmikrometer, mit dem er gerade einen vielversprechenden Rubin analysiert hatte und widmete seine Aufmerksamkeit dem schüchtern hereingeschobenen Kopf.
    „Was ist Sein Anliegen, Vivali?“
    „Eure Durchlauch, es geht um die Freiwilligen für die Expedition.“
    „Trete Er endlich ein. Und schließe Er die Tür hinter sich!“
    Während der Herzog es sich in dem dunkelrot gepolsteren Stuhl, der zum übrigen prunkvollen Inventar seiner privaten Werkstatt passte, bequem niederließ, musste der Bote stehen. Es handelte sich um einen naridischen Frostalb, der von oben bis unten mit schwarzen Edelsteinen behangen war, die es ihm ermöglichten, bei den Temperaturen seiner neuen Wahlheimat zu überleben. Der hauchdünne, graue Mantel mit der Kapuze umhüllte ihn wie Nebel und half ihm, die Sonne auf Abstand zu seiner empfindlichen Haut zu halten.
    „Es … sieht weniger optimistisch aus, als ich euch gern mitteilen würde Herr“, begann er. Die hinter den Schatten der schweren roten Kapuze unsichtbare Gestalt blieb regungslos. Vivali schluckte. „Wie es aussieht, fühlen sich die meisten Abenteuerlustigen eher von den falschen Versprechungen des Kaisho-Abschaums angezogen. Wir haben so gut wie überhaupt keine Freiwilligen zusammentrommeln können.“
    „Dann erhöhe Er doch einfach die angepriesene Belohnung! Als ob wir es uns nicht leisten könnten. Die Exporte über See laufen gut.“
    „Ich kann es versuchen, Herr. Doch ich fürchte, dazu ist es zu spät.“
    „Was meint Er damit?“ Die Stimme des Herzogs klang lauernd.
    „Ich … die, die Kaisho-Expedition sta-startet bald! Ihre Vorbereitungen sind schon fast vollendet! Unsere Späher melden, da-dass sie bereits mehr als dreißig Männer und Frauen engagiert haben. Teilweise von hohem Rang und Ansehen. Oberst Nassik persönlich soll die Expedition leiten. Er hat eine große Anzahl Soldaten und Söldnern in seinem Gefolge, dazu Ärzte, Köche, diverse Handwerker, Wissenschaftler und -“
    „Das reicht!“ Leopold hob die behandschuhte Hand. An jedem Finger glitzerte mindestens ein auffälliger Ring, an manchen auch mehrere. „Mit wievielen Freiwilligen können wir rechnen?“
    Die Stimme des Frostalben senkte sich, so dass sie kaum noch zu verstehen war. „Vielleicht mit einer handvoll … wir … es zeichnet sich ab, dass wir nicht sehr viel Auswahl haben werden. Offenbar müssen wir nehmen, was wir kriegen können – oder die Expedition womöglich abbrechen.“
    „Ist Er wankelmütig?“
    „Nein, Herr.“
    „Ist Er ein Feigling, der die Hose voll hat?“
    „Nein, Herr.“
    „Gehört er an den Galgen?“
    „Nein, Herr! Keineswegs!“
    Leopold nickte grimmig. „Dann beweise Er es. Beweise Er mir seine Tapferkeit und Treue. Er, Vivali, wird seine magischen Künste unserer Expedition zur Verfügung stellen.“ Die bläuliche Unterlippe des Frostalbs zitterte. Der Herzog fuhr ungerührt fort: „Er wird den Expeditionsleiter nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen, ohne Rücksicht auf sich selbst.“ Leopold ging zu seinem Arbeitstisch und ergänzte die Liste, die dort lag, um einen Namen. „Bereite Er sich vor, so lange Ihm noch die Zeit bleibt. Der Anführer der Expedition wird fortan Sein direkter Vorgesetzter sein. Er hat sich dessen Willen bedingungslos zu beugen, auch wenn er Ihm befehlen sollte, sich das eigene dreckige Herz herauszureißen. Seine Schuld ist noch nicht beglichen, Vivali, erinnere Er sich stets daran. Es zu vergessen, würde bös für Ihn enden.“
    Vivali verneigte sich. Seine zahllosen Steinkettchen klapperten, so sehr zitterte er. Verärgert schickte Leopold ihn hinaus. Er konnte Vivali nicht ausstehen. Er betrachtete die Liste, an der er gearbeitet hatte, bevor der neugelieferte Rubin ihn mit süßer Stimme zu sich gerufen hatte:



    [brief]

    Team Schwarze Krake


    Expeditionsleiter und Navigator:
    Seiner Durchlaucht bekannt.


    Kundschafter:
    Terc von den Brandeln, Düsterling.


    Koch:
    Nox Nebelkrähe, naridischer Harpyr


    Arzt:
    Donwolf Tatterwatter, naridischer Almane


    Geleitschutz:
    Firxas, Tiefling


    Mädchen für alles:
    Vivali Schattentänzer, naridischer Frostalb


    Freiwillige:[/brief]


    Der letzte leere Punkt stach ihm wie ein reibendes Sandkorn ins Auge. Der unglückliche Vivali verteilte derweil mit zitternden Fingern maschinell hergestellte Kopien an die verlotterten Deserteure der venthroischen Greifenreiter, die sie überall in Asamura verteilten.



    [brief]Erhöhung der Belohnung!


    Jeder, der an der Expedition zum Herzen Tasmerons teilnimmt und mit dem Anführer zusammen zurück zur Oberfläche kehrt, erhält eine eigene Burg auf naridischem Territorium und das Startkapital von zwölf Monatslöhnen! Wer allein zurückkehrt, erhält nichts.


    Meldet euch am Morgen nach dem nächsten Neumond beim ersten Hahnenschrei zum Eignungstest am Galgenberg der Festung Vellingrat.


    Im Namen seiner Durchlaucht, des Herzog Leopold von Ghena[/brief]


    Wer noch eintrudeln mochte oder nicht, würde sich zeigen. Doch Vivali machte sich wenig Hoffnung. Betrübt schlich er nach Hause in seine Wohnregentonne, um sich auf seinen bevorstehenden Tod vorzubereiten.

  • Die Sonne verbarg sich noch hinter dem Horizont. Ein schmutziger lila Streifen kündete davon, dass die Nacht bald weichen musste, die Sterne verblassten und von den drei großen Seen im Süden stieg dichter Nebel empor. Vivali hatte seinen dünnen grauen Mantel mit den Ärmeln um die dürre Hüfte geknotet und genoss die Kühle auf seinen nackten Armen. Er trug ein ärmelloses, schäbig aussehendes Oberteil und eine ausgeleierte Hose, die bis unter die Knie reichte. Seine Füße waren nackt, seine ausgetretenen Wildlederschuhe standen abseits auf einem Stein. Die winzigen Dunkelsteine, die er an dünnen Lederschnüren um Hals, Oberarmen, Handgelenken, Hüfte und Fußgelenken trug sorgten zwar dafür, dass er die Temperaturen fern des Nordens am Tage überstehen konnte, doch wirklich wohl fühlte er sich nur in der Kälte der Dunkelheit, die sich mit dem Verschwinden der Sonne auf das Land senkte. Der Galgenberg der Festung Vellingrat befand sich ein gutes Stück außerhalb der mächtigen Anlage. Der Galgen, ein im Viereck angeordnetes Gerüst für mehrere Schlingen, war Malgorion sei Dank nicht belegt, doch auf den auf Pfählen steckenden Wagenrädern an allen vier Ecken des Schafotts vermutete Vivali hingerichtete Kriegsgefangene aus Evalon. Er wagte nicht, zu ihnen hinaufzublicken, um sich zu vergewissern. Außer ihm war noch niemand hier. Rastlos umkreiste er den gemauerten Quader, auf dem sich das Blutgerüst befand, während er auf den Expeditionsleiter wartete und auf die Freiwilligen, die hoffentlich bald hier eintreffen würden, um das klägliche Trüppchen zu verstärken. Er beneidete die Expedition des Kaisho-Abkommens, die es sich mit einem riesigen Tross und gewaltigen Bergen an Vorräten unter der Oberfläche gut gehen lassen würde, während seine Reise vermutlich ein blanker Rakshorsritt werden würde. Er hatte seine Zweifel daran, dass auch nur ein einziger Teilnehmer des Teams Schwarze Krake je wieder zur Oberfläche zurückkehren würde, aber die Expedition laut in Frage zu stellen würde er kein zweites Mal wagen.


    Vivali hielt inne. Auf dem getrampelten Weg, der von der Festung zum Galgenberg führte, glaubte er, eine oder mehrere Gestalten zu erkennen. Ein dünner roter Streifen zeichnete sich im Osten ab. In Vellingrat krähte der erste Hahn. Der Frostalb schickte ein stummes Gebet zu Malgorion, während er auf die Ankunft der Neuankömmlinge wartete.

  • Ihr Blick huschte zu der Wolkenbank welche sich zwischen die Erde und die aufgehende Sonne drängte und Alles noch in ein dämmriges Licht hüllte.
    Wieso hatte sie nochmal sich entschieden mitzugehen? Es war mehr als nur eine verrückte Idee. Sie sollte eindeutig nach Jaro schicken, eine Kutsche würde das ganze erträglicher machen.
    Besser noch, sie hätte gleich mit Kutsche anreisen sollen.


    Sie seufzte genervt auf und wurde im nächsten Moment durch einen Stoß aus ihren Gedanken gerissen. Missbilligend warf sie dem Fremden welcher sie angerempelt hatte einen Blick zu, doch der Verhüllte blieb nicht mal einen Augenblick stehen. Die Lady rollte kurz mit den Augen und beließ es ausnahmsweise dabei während sie den Weg endlich hinter sich brachte.


    Vor ihr erhob sich ein steinernes Schafott mit einem Galgen. Irritiert blieb sie einen Moment stehen bevor sie sich wieder an den Namen des Berges erinnerte. Kopfschüttelnd zog sie ihre Kapuze wieder zurcht und ging weiter.
    Der steinerene Schafott bot einen guten großzügigen Schatten, das würde ihr definitv eine Hilfe sein falls die Wolkenbank sich verzog.


    Nun ruhte der Blick der Lady auf einer dürren Gestalt. Sie selbst war in einen langen dunklen Mantel von edel wirkendem Stoff gehüllt, darunter mochte man ein wenig des roten Stoffes ihres Kleides erkennen. Das Gesicht unter der Kapuze, zwar schattig gehalten aber für nahe Leute erkennbar musterte Vivali unverholen mit einem leicht überheblich wirkenden Blick. Wie konnte sie auch nicht, der Elf war schäbig gekleidet und Lacrima hatte viel erwartet aber das nicht.


    "Ich hoffe nicht das du der Expeditionsleiter bist, sonst wird das mit der Burg ein wenig kompliziert scheint mir. WObei die Burg ohnehin recht lächerlich ist."



    Lacrimas Stimme hatte zwar den Hauch von Arroganz welche sie sich in ihrer Position erlauben konnte aber sonst war sie eher ruhig und nur von dem typischen Klang welchen die meisten Lebenden als sehr anziehend empfanden.


    Noch immer lag ihr Blick musternd auf Vivali aber immerhin nicht mehr von oben herab sondern entspannter schon fast etwas gleichwertiger.

  • Vivali fielen fast die blauen Augen aus dem leichenblassen Gesicht. Vor ihm stand eine Dame von Welt und was für eine. Sofort fühlte er sich schäbig. Und hässlich. Ungefähr genauso schäbig und hässlich, wie wenn er den Botenjunge für den launischen Herzog spielen musste, der ihn nur zu gern als Blitzableiter benutzte. Nicht, dass es nicht gerechtfertigt war in Anbetracht von Vivalis Vergangenheit.


    "Mei-meine Dame", sprach er und verneigte sich. Man sah auch durch das Oberteil jeden einzelnen Wirbel seines knochigen Rückens. Am liebsten wäre er in dieser schutzverheißenden Position geblieben, mit der man eigentlich nichts falsch machen konnte, doch er zwang sich, wieder eine mehr oder weniger aufrechte Haltung einzunehmen. Sein Oberteil hing nun fürchterlich schief und warf unvorteilhafte Falten. "Ich, ich, mein Name ist Vivali Schattentänzer. Mitnichten bin, bin ich der Leiter der Expedition. Nur ein einfacher Gehilfe. Der Leiter is-ist ..." er rollte das Pergament auf und sein Gesicht wurde unglücklich "... dem Herzog bekannt. Aber nicht mir. Vielleicht kommt er - oder sie? schon da hinten?"


    Weitere Personen näherten sich in der Ferne.


    "Mit wem, wem habe ich die Ehre, Mylady?"

  • Lacrima rümpfte die Nase. Da hielt es der feine Herr nicht mal für nötig seinen Hintern selbst hier her zu bewegen und schickte offenbar seinen...schäbigsten Diener. Oder wie sonst sollte man erklären das dieser Elf nicht nur schäbig angekleidet sondern auch spindeldürr war.
    Und offenbar kaum etwas wußte, konnte er nichtmal den Expedition Leiter benennen.


    Sie seufzte genervt auf und wande sich um, um die sich nähernden Personen anzusehen. Nebenbei stellte sie sich kurz vor, nicht ohne gleich erneut eine Frage an Vivali zu richten. Während sie den Blick weiter auf den sich nährenden Gestalten ruhen ließ.


    "Lacrima Valerie, Landgräfin...mehr ist im Moment nicht von Belang.
    Mich würde mehr interessieren was Jemand eurer Art hier macht, und dann auch noch als Diener."

  • Beinahe schien es so, als könnte Schrulla riechen, wenn sich ihr eine gute Gelegenheit bot. Zufrieden trieb sie ihre alte Hyäne an, welche in einen holprigen Trott übersetzte.
    Auch wenn die Hexe immer mit gebeugtem Rücken herumlief; sobald sie auf ihrer treuen Gefährtin sass, wirkte sie stolz und erhaben wie eine Königin.


    Ihr Mausezähnchen war beinahe so gross wie ein Pferd, hatte ein zerzaustes braun-schwarz gepunktetes Fell und dunkle Augen, die jeden Fremden heimtückisch musterten. Die von Kämpfen eingerissenen Ohren und das gefährliche Gebiss rundeten den Anblick von dem rakshanischen Reittier ab. Doch das Vieh war ausdauernd, trittsicher, ein geduldiger Zuhörer und ein fabelhafter Beschützer. Und ausserdem hielt sie der Hexe die nervtötetenden Kinder vom Leib mit ihren dämlichen Fragen.
    Zufrieden tätschelte Schrulla der Hyäne den Hals, als der Galgenhügel in Sichtweite kam.


    „Bald gibt’s wieder was zu tun für uns! Siehste die Leut da obn? Die wolln irgend so ne Reis unternehmn...in den Mittelpunkt der Erde. Pah, dass ich nicht lach! Aber was solls, denen werdn wir jetzt n paar kräftigende Tränke und Amulette andrehn!“, erklärte die Rakshanerin dem Tier mit einem zufriedenen Grinsen, das ihre charmante Zahnlücke zum Vorschein brachte.
    Als sie den Hügel erreichten, steuerte sie direkt auf den mächtigen Quader zu.
    „Lass mich runter, du räudige Zwiebl!“, knurrte Schrulla ihrer Hyäne zu, welche sich unbeeindruckt von den harschen Worten der Hexe auf den Boden legte, damit die Alte von ihrem Rücken rutschen konnte, der mit einem extra angefertigten Sattel bestückt war, an dem unzählige Säcklein und Taschen baumelten, die mit Reagenzien, Kräutern, Amuletten, Phiolen und anderem Krimskrams gefüllt waren. Auch Reiseproviant war vorhanden, sowie eine wärmende Decke, eine Wasserflasche und alles, was man so brauchte, wenn man als Zigeunerin lebte.


    Auch die Zwiebelhex war mit Beuteln behängt, welche von getrocknetem Korgoxmist bis hin zu duftendem Lavendel alles Mögliche enthalten konnten.
    Schrulla zog sich die Kapuze ihres Reisemantels vom Kopf und enthüllte dunkelsilbrige strähnige Haare, welche sie zu einem losen Knoten hochgesteckt hatte. Zwei stumpfe Hörner hoben sich deutlich daraus hervor und ihre stechend grünen Augen suchten rasch die versammelten Wesen nach möglichen Käufern für ihre Waren ab. Auch die Zwiebelkette um ihren Hals schien plötzlich Augen zu haben, doch vielleicht mochte dieser Eindruck auch nur täuschen.


    Die elegante Lady, welche sich gerade zu einem lumpigen Kerl gesellte wirkte nicht so, als müsste sie ihre Dienste in Anspruch nehmen. Sie stand aufrecht und als ihre Stimme erklang, meinte Schrulla einen Hauch von Arroganz wahrzunehmen. Verächtlich verzog die Hex das Gesicht. Dieses Persönchen hielt sich wohl für etwas Besseres. Doch das alte Weiblein vermochte die stolze Gestalt nicht recht einzuordnen. Vielleicht ne Magierin…
    „Aber auch die mächtigstn Krieger kamn schon auf Knien angekrochn, wenn ihre Liebst sie für nen andren verlassn hatt!“, brummte die Alte. Sie hatte bereits zu viel gesehen, um an Perfektionismus zu glauben.
    Ihr Blick glitt zu dem Kerl hin, der irgendwie verloren wirkte.
    Vielleicht könnte sie dem ja einen ihrer Tränke anbieten? Etwas Frohsinn würde ihm vermutlich nicht schaden.
    Doch er wirkte nicht so, als wäre er im Stande, ihre Dienste zu begleichen.


    So raffte Schrulla ihre braunen und grünen Röcke, und begann ächzend und fluchend den Quader über eine in den Stein gehauene Treppe zu erklimmen.
    „Vermaledeite Rücknschmerzn!“, jammerte sie und hielt inne, um sich die Hände ins Kreuz zu stemmen.
    Dann jedoch wandte sie sich um und beorderte ihre Hyäne heran, um einige der Fläschchen und Amulette von deren Rücken zu packen und vor sich auszubreiten.
    Dass über ihrem Kopf die zerfledderten Leichen von kreischenden Raben umflogen wurden, scherte sie keineswegs.
    Die beiden Anwesenden beachtete sie nicht weiter. Bald würden die ersten richtigen Kunden eintreffen, und diese galt es mit der Vielfalt ihrer einzigartigen Waren zu beeindrucken!

  • Plötzlich stand er da, schien einfach aus dem Boden gewachsen zu sein. Niemand konnte sich erklären, woher er so unvermittelt gekommen war, doch jeder der Anwesenden hatte vermutlich sein eigenes Arsenal an Vermutungen.


    "Verehrte Damen", er nickte nacheinander zuerst der Älteren, dann der Jüngern zu, "mein Herr", er grüßte den Frostalben, "ich bin der Leiter unserer Expedition." Er ließ ihnen genügend Zeit, seine sicher gewöhnungsbedürftige Erscheinung zu betrachten. Seine Größe und Statur waren durchschnittlich, vielleicht ein wenig darunter. Sicher niemand, den man ein zweites Mal angesehen hätte, wäre er ohne seine ausdruckslose weiße Maske unterwegs gewesen, die aus hauchdünnem Marmor bestand. Dazu trug er eine schwarze, hüftlange Kapuzenjacke und eine dunkle Hose aus robustem Stoff und schwere Marschstiefel. Seine Finger waren ebenfalls dunkel behandschuht, so dass im Endeffekt kein Quadratzentimeter seiner Haut zu sehen war. "Aus Gründen der Diskretion - immerhin bin ich unmittelbarer Vertrauter des Herzogs - möchte ich mich Ihnen nicht unmaskiert zeigen. Sie dürfen mich hinter meinem Rücken Mummenschanz nennen, doch wenn ich es hören kann, wünsche ich, von Ihnen mit Herr Expeditionsleiter angesprochen zu werden. Nun denn, seien Sie bitte so gut und verraten mir, wie ich Sie jeweils nennen darf und welche Rolle Sie in der Expedition einzunehmen gedenken."


    Sein Kopf drehte sich zuerst in Richtung des verlotterten Frostalben. Der schien einen Moment in Überlegungen zu versinken, ehe er plötzlich enthusiastisch ausrief: "Ich bin Vivali Schattentänzer, herzoglicher Ingenieur! Lasst Euch nicht von meinem Erscheinungsbild täuschen. Ich wollte nicht meine besten Sachen opfern."
    "Und ich fürchtete schon, der Herzog ließe uns ohne fachkundigen Handwerker die Apparaturen erforschen." Mummenschanz nickte wohlwollend. "Und die anderen?"
    Er wartete, bis jeder der Anwesenden eine Gelegenheit gehabt hatte, sich vorzustellen.

    Ich war, ich bin und ich werde sein.

  • Sie wußte nicht was sie schlimmer finden sollte. Diese Alte welche ohne ihren Köter womöglich nach den ersten Metern zusammen brechen würde, der Elf, welcher auch aussah als würde er gleich zusammen brechen oder das diese unhöffliche Fremde einfach so erschien und sich dann noch als Expeditionsleiter ausgab.



    "Das ist ein schlechter Scherz"


    Entfuhr es ihr und sie lachte kurz spöttisch auf.


    "Wenn sie auch nur annährend etwas Höfflichkeit erwarten dann schulden sie mir noch eine Entschuldigung. Und versuchen sie gar nicht so zu tun als wüßten sie nicht wovon ich sprechen.
    AUßer sie sind nebenbei noch blind gewurden. Oder es rennen noch mehr mit Masken hier herum."


    Die Lady strich sich eine ihrer dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht und betrachtete Mummenschanz abschätzig.


    "Lacrima Valerie, Landgräfin...Mehr ist im Moment nciht von Belang. Aber solltet ihr wirklich erwarten das ich euch nicht mit Mummenschanz anspreche dann wäre es sinnvoll ihr würdet euch einen anderen Namen zulegen. Herr Expeditionsleiter ist ja wohl allenfalls ein schlechter Scherz."



    Lacrima murmelte noch etwas unverständliches und ließ ihren Blick flüchtig über die Anwesenden schweifen. Das sah mehr nach einem Spaziergang in die nächste Suppenküche aus, als nach einer Expedition.
    SIe hoffte nur das hinter den Personen mehr steckte als nach was sie aussahen. Ihr war bewußt das man seinen Gegenüber besser nicht unterschätzte, nur deshalb hat sie es sich verkniffen laut dazu zu äußern. Sollte die Anwesenden aber wirklich nur das sein nach was sie aussahen hoffte sie das wenigstens dieser Mummenschanz und der Köter des Tieflingsweib kämpfen konnte. Die Alte könnte vieleicht als Heilerin fungieren, und der Elf...nun er hatte ja bereits gesagt was er konnte.



    "Ich werde euch vermutlich im Kampf beistehen, mir scheint das wir dies nötig haben, allenfalls kann ich noch als Späher fungieren."


    Diesmal war kein Hauch von Arroganz in ihrer Stimme nur Ernst und ihre übliche Ruhe und wie üblich dieser Klang der die meisten Sterblichen ihrer Anziehungskraft verfallen ließ. mehr oder weniger.

  • Der hochgewachsene junge Mann beeilte sich so sehr er konnte. Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten ihn bereits an der Nase, doch der Galgenberg schien noch Meilenweit von ihm entfernt zu sein.
    Er verfluchte sich im Stillen selbst, denn eigentlich hätte sein Auftritt ein ganz anderer sein sollen. Mit stolz geschwellter Brust und einem milden Lächeln hätte er sich zum Expeditionsleiter begeben, und seine Dienste ehrenhaft zur Verfügung gestellt.
    Stattdessen würde er nun laut hechelnd und verschwitzt als Letzter eintrudeln – was für eine Schmach!


    Dabei war dies die Gelegenheit, endlich einmal zu beweisen, dass er nicht ganz so unfähig war. Der Greif Dargo hatte ihn in diesem Glauben bestärkt und ihm Mut gemacht. Dank ihm hatte Farrinur die Courage erlangt, seine Magie wieder zu benutzen. Auch wenn noch mit sehr viel Vorsicht und angekokelten Haaren.


    Als er am Vortag auf einen der Aushänge gestossen war, hatte er die Gelegenheit beim Schopf gepackt!
    Ruhm und Ehre wollte er erlangen, und wenn er tatsächlich eine Burg bekommen sollte, würde er sie mit Wissen und Leben füllen. Eine ganze Bibliothek wollte er sich anheimsen und dazu unterschiedlichste Lebewesen, welche er beobachten und erforschen konnte.
    Für den Anfang würde es auch ein einfaches Haustier tun… schliesslich war der Farisin ein richtiger Tiernarr.


    Seine bevorstehende Reise hatte er feiern wollen und hatte sich in die nahe Schenke begeben. Leider war er nicht gerade trinkfest und wurde beim Hütchenspiel über den Tisch gezogen.
    Als er morgens mit brummendem Schädel unter einem der Eichentische erwachte, hatte er nur noch seine Kleidung am Leib. Sein Geldbeutel und sein Schwert hatten sich in Luft aufgelöst.
    Glücklicherweise hatte er am Vortag für die Expedition neue Kleidung aufgetrieben, denn mit seinen russgeschwärzten Klamotten hätte er keinen guten Eindruck hinterlassen. Auch sein Bogen und sein Dolch hatten ihn in seinem Schlafgemach erwartet, das er sich überflüssigerweise gemietet hatte.
    Doch dies alles wäre nun hinfällig, wenn er den Anschluss verpasste!


    Im Laufschritt stolperte Farrinur endlich den Hügelkamm hinauf. Seine bordeauxfarbene Haut glänzte vor Schweiss und seine kurzen schwarzen Haare standen in alle Richtungen von seinem Haupt ab.
    Seine ausdrucksstarken Augen schienen vor Erregung zu glühen, was normalerweise auf einen seiner Gefühlsausbrüche hindeutete. Heute war es jedoch seinem Eifer geschuldet, der auch auf seinen markanten Gesichtszügen zu erkennen war. Auf dem Rücken schaukelte sein Bogen samt Köcher unruhig umher, während der Dolch in der ledernen Scheide an seiner Seite feststeckte.


    Schwer atmend schlitterte er Mitten in die Gruppe hinein und kam keuchend zum Stehen. Seine Brust hob und senkte sich schwer, während das leichte Hemd an seinem Körper klebte.
    "Mein Name ist Farrinur Hraunar und ich melde mich zum Dienst", stiess er bemüht locker hervor, was ihm jedoch redlich misslang.
    Bin ich zu spät? Schien sein unruhiger Blick zu fragen, während er verunsichert zwischen den Anwesenden umherhuschte.

  • Schrulla war verärgert. Sie hatte erwartet, dass diese sogenannte Expedition von der sie gelesen hatte, einen weitaus grösseren Andrang auslösen würde. Doch noch immer bestand das Duo aus dem lottrigen Frostalb, der sich nun als einfacher Gehilfe herausgestellt hatte und aus der kühlen Landgräfin.
    Vermutlich vergeudete sie hier nur ihre Zeit. Womöglich hätte sie doch dem Ruf der Kaishos folgen sollen, angeblich trudelten dort massenhaft Bewerber ein. Doch Ordnung war nicht so ihre Stärke.


    Erst als die Hyäne misstrauisch knurrte und der Maskierte plötzlich in Mitten der kleinen Gruppe auftauchte, war ihr Interesse aufs Neue geweckt.
    Seltsame Erscheinungen faszinierten sie und ungeniert liess sie den Blick über die vermummte Gestalt gleiten. Mummenschanz. Sie würde sich den Namen sowieso nicht einprägen können.
    Nachdem Lady Valerie sich vorgestellt hatte, ruhte der Blick aller Anwesenden auf Schrulla.


    „Nene, so weit kommt´s grad noch!“, winkte sie verächtlich ab.
    „Ich bin zu alt für son Schmarrn. Was soll ich unter der Erde, meine Käufer habn sich nunmal aufm Erdrückn angesiedelt!"
    Trotzdem fühlte sie sich bemüssigt, sich vorzustellen, denn sie hatte beschlossen, ihre Waren der Neuerscheinung anzupreisen.
    „Mein Name ist Schrulla. Oder auch Zwieblhex, wie Ihr wünscht. Ich würd Euch gern meine Sude und Amulette zum Kauf anbietn, werter Herr. Von Kräftigungstränkn, über Heil- und Gifttränke bis hin zu Flüssigkeitn, die Euern Orientierungssinn stärkn, ist alles vorhandn. Auch die Amulette sind net ohne! Damit könnt ihr im Dunkeln sehn, Gefahrn riechn, oder Wasserquelln aufspürn, je nach Wunsch.
    Einige einfachre Amulette hab ich immer im Sortiment, speziellere oder personenbezogne müsst ich Euch herstelln.“


    Schrulla entblösste ihr Zahnlücken Lächeln. Vieles hatte sie ihm verschwiegen, doch ihre kleinen Tricks müsste sie ihm ja nicht unter die Nase reiben. Die meisten Amulette mussten immer wieder erneuert werden, um die Magie darin zu erhalten. Nur aussergewöhnliche Artefakte vermochten den Zauber über viele Jahre in sich zu halten. Oder ein langwieriges Ritual, dafür war Schrulla jedoch nicht bereit, denn vermutlich würde sie diese Kunden sowieso niemals wiedersehen. Doch immerhin funktionierten ihre Artefakte tatsächlich und waren nicht blosse Einbildung. In jedem steckte ein Funke Magie – jedoch nie ohne gewisse Nebenwirkungen.
    Im Gegensatz zu ihren Tränken. Magie war darin keine vorhanden, doch die Zwiebelhex kannte sich mit Wirkungen von Pflanzen aus, weshalb manche Sude tatsächlich aphrodisierende oder schwächende Wirkungen besassen. Manchmal reichte aber auch schon eine Zwiebelsuppe aus, um die Leute in ihrem Aberglauben zu bestärken.


    Gerade als sie einige ihrer Amulette hervorkramen wollte, um sie dem Fremden anzupreisen, stolperte ein weiterer möglicher Interessent in die Gruppe. Prustend kam er zum Stehen und stellte sich auch gleich vor. Sein Aussehen deutete auf einen Farisin hin, doch die Hexe hielt die Klappe.
    Erstaunt bemerkte sie hingegen die Reaktion von ihrem Mausezähnchen auf den Neuankömmling. Interessiert hielt diese ihre sensible Nase in den Wind, um den Geruch des jungen Mannes aufzufangen. Das war neu. Ansonsten schnappte sie lieber nach allem, was ihr zu nahe kam.
    Auch die Zwiebelkette um ihren Hals schien in Bewegung zu geraten, wurde von Schrulla jedoch mit einem unhörbaren Befehl zur Ruhe gebracht.
    Viele Leute waren keine Liebhaber von Spinnen und die Anziehung der Hexe auf diese Wesen sollte ihr heute nicht die Kundschaft vergraulen.

  • Es war ein toller Abend, es wurde getrunken ja sogar gesungen Ragosh hatte heute sogar schon eine Nase zertrümmern dürfen hach das Leben war wirklich schön. "Noch einen! brüllte Ragosh durch die Taverne und die Menge gröllte und hoben, zur Annerkenung die Krüge. Es war eine Siedlung die Ragosh von einem Untier befreit hatte, deswegen feierten ihn die Menschen hier so. Es waren jedoch nicht nur Menschen es waren Goblins und Orks unter ihnen, die Handelsallianz war kein Volk im eigentlichen Sinne. Was vieles einfacher machte musste Ragosh feststellen jeder war hier willkommen, der eine mehr als der andere.


    Als er gerade den nächsten Krug, auf den er natürlich eingeladen wurde in einem Zuge hinunterkippte und laut rülpsend abstellte fühlte er, wie er hinaus musste um Wasser zu lassen. Er torkelte hinaus und stand gut drei Meter vor der Taverne als er sich entspannte und locker ließ. Gerade als er die Augen schloß flog ihm etwas ins Gesicht. Er fluchte und fuchtelte in seinem nicht mehr nüchternden Zustand herum gleich darauf verlor er das Gleichgewicht und ging zu Boden. Dazu kahm noch die Tatsache das er sich nun auf seine Hose erleichtert hatte, doch der Ork lachte nur und nahm den Zettel in die Hand.


    Expedition? Belohnung? Mittelpunkt der Erde? Das waren Dinge die ziemlich einladend klangen. Eine eigene Burg? Zum Henker was sollte er mit einer eigenen Burg? Die Augen des Orks weiteten sich da der Groschen nun gefallen war. Er stand auf und trat erneut in die Taverne ein nahm seine Sachen und verließ deiese wieder, ohne auch nur einen Ton von sich zu geben.


    Er rannte los bis zum Morgengrauen, als er an einer Feste ankahm wo alle Freiwilligen sich alle treffen sollten. Er ging an einem Galgen vorbei doch dort hing irgendwie niemand. Er hatte einen mords Schädel und der gestrige Abend steckte ihm noch, in den Knochen. Eine Gruppe von sonderlichen Leuten sammelte sich in der Mitte des Platzes. "Na wenn das kein ungewöhnlicher Haufen ist, dann bin ich eine Hure des Seemannvolkes". Taktgefühl und Manieren kannten Orks nicht, er bildete in der Hinsicht keine Ausnahme. Den Zettel hoch erhoben sagte er "ich bin Ragosh, ich kann alles töten was" er hielt inne sah die feine Dame und fügte blinzelnt hinzu "brüllt und total hässlich aussieht".


    Das zog vielleicht bei einer Orkdame doch versuchen konnte man es ja wohl. "Ich bin dabei, sofern ihr nicht schon genug Leute habt" den letzten Satz sagte er schmunzelnd da es nur, eine Hand voll Leute waren. Das konnte sich jedoch auch zu seinem Vorteil auswirken, je mehr von denen starben desto mehr war für ihn dabei drin.

  • "Wenn sie auch nur annährend etwas Höfflichkeit erwarten dann schulden sie mir noch eine Entschuldigung. Und versuchen sie gar nicht so zu tun als wüßten sie nicht wovon ich sprechen. Außer sie sind nebenbei noch blind gewurden. Oder es rennen noch mehr mit Masken hier herum."


    Er hatte ja nicht ahnen können, dass sich ausgerechnet diese feine Lady in ihrem edlen Gewand für die Expedition melden würde. Aber vermutlich würde sie ohnehin spätestens bei der Eignungsprüfung einen Rückzieher machen.


    "Meine Dame, Ihr Sinn für Formalitäten in allen Ehren, doch unter der Erde werden Sie nichts dergleichen zu erwarten haben. Keine Höflichkeit, keinen Anstand, keine Moral. Nur die Dunkelheit und alles, was in ihr lauern mag. Am besten, Sie beginnen gleich damit, sich an diesen Umstand zu gewöhnen, sofern Sie tatsächlich beabsichtigen, Teil des Expeditionsteams zu werden."


    Er musterte skeptisch ihre Gewandung.


    "Diese Robe steht ihnen gut zu Gesicht, Landgräfin Lacrima Valerie. Doch am Stützpunkt gibt es Kleidung, die besser zu den Anforderungen unter Tage passen mag. Natürlich werde ich niemanden zwingen, diese auch zu benutzen."


    Ihre Anmerkungen zu seinem Namen ignorierte er und ging nur auf das ein, was ihm für die Expedition tatsächlich relevant erschien.


    "Eine Kämpferin sagt ihr ... ich will es glauben. Man hat schon oft Wesen gesehen, deren äußerer Anschein trügen mag." Die Augenlöcher seiner Maske waren einen Moment starr in ihre Richtung ausgerichtet. Ob sie es ahnte oder nicht - er wusste, wer unter ihrer Oberfläche schlummerte. Die kurze Berührung bei dem unachtsamen Rempler hatte es ihm verraten, denn ihre Schulter war kalt gewesen. Doch er hatte nicht vor, diese Tatsache breitzutragen. Sollte sie ihr kleines Geheimnis für sich behalten.


    Da stolperte ein junger Farisin in die Runde, vollkommen abgehetzt und stellte sich unter lautem keuchen vor. "Mein Name ist Farrinur Hraunar und ich melde mich zum Dienst." Er sagte nicht, welche Rolle er auf ihrer Reise spielen wollte, aber Mummenschanz ging anhand des Bogens davon aus, dass er ein Jäger war. Vielleicht sogar ein ausgebildeter Krieger? Beides war gut, Letzteres wäre besser.


    "Willkomen, Herr Hraunar." Bei der Aussprache des Nachnamens des jungen Mannes musste Mummenschanz plötzlich husten. Das Hr- hatte ihm einige Probleme bereitet. Er hielt sich die Faust fest vor den Mund, um seine Maske gegen das Gesicht zu pressen. Glücklicher Weise verfügte sie über keine Mundöffnung. Als er sich wieder beruhigt hatte und die Hand senkte, war ihm nicht bewusst, dass sich unter seinem Kinn ein dünner, kaum sichtbarer dunkler Film auf dem Marmor abgesetzt hatte, der unter der Maske hervorgekommen war. Er räusperte sich noch einmal, um seine Stimme wieder in Ordnung zu bringen. "Farisin sind eine gute Gesellschaft. Ich erwarte Großes von Ihnen und ihren Feuerkünsten." Er nickte ihm zu. Diesen Namen würde er kein zweites Mal aussprechen.


    Das verhutzelte Weiblein mit seiner Hyäne hatte es sich derweil auf dem Schafott bequem gemacht. Vivali interessierte sich sehr für ihre Tränke und Amulette, deutlich mehr, als Mummenschanz von einem Ingenieur erwartet hatte. Hoffentlich war er kein Pfuscher. Der Kerl ließ sich von der Zwiebelhex bequatschen und seine blassblauen Augen leuchteten, als sie ihm die Vorzüge ihrer Waren anpries. Ja, er war sogar bereit, einen seiner wertvollen Dunkelsteine gegen einen ordinären Glücksbringer einzutauschen!


    "Frau Schrulla", sagte Mummenschanz streng, "ich muss Sie bitten, diesen Ort zu verlassen und Ihre sicher hochwertigen Waren woanders feilzubieten, sofern Sie keine Lust haben, uns zum Mittelpunkt Tasmerons zu begleiten. Hier werden Interna besprochen."


    Es grölte und trampelte hinter ihm. Mummenschanz traute seinen Augen nicht, als ein weiterer Neuankömmling in die Runde gestürmt kam. Ein Ork. Er roch nach Alkohol und Urin und brüllte sinnlos herum. Das war die Sorte, die man bei gefahrvollen Reisen brauchte!


    "Willkommen, Ragosh. Vielleicht können Sie der Dame dort Geleitschutz während der Eignungsprüfung geben oder sie wenn nötig zur Festung zurückbegleiten." Er machte keinen Hehl daraus, dass er glaubte, Lacrima würde einen Rückzieher machen. Eine Lady unter der Erde war für ihn unvorstellbar, und mochten noch so alte Kräfte in ihr schlummern.


    "Nun denn, ich glaube nicht, dass noch mehr Freiwillige eintreffen werden. Ich werde nun rasch etwas vorbereiten und dann jedem von ihnen einen Zettel übergeben. Der Inhalt ist absolut geheim. Darauf findet ihr den Weg zu unserem geheimen Stützpunkt - verschlüsselt. Jeder erhält eine andere Aufgabe. Ein jeder von euch, der innerhalb einer Woche im Stützpunkt eintrifft, ist von da an Mitglied des Teams Schwarze Krake und Teilnehmer der Expedition. Ihr habt also ein wenig Zeitdruck."


    Mummenschanz ging kurz hinter das Schafott und bereitete die Aufgabenzettel vor, die er alsdann einem jeden überreichte.


    "Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg."


    Damit ging er ein weiteres Mal um das Schafott herum. Die Umstehenden warteten eine Weile, bis er zur anderen Seite wieder herauskommen würde, doch als er nach einer Weile immer noch nicht zu sehen war, ging Vivali ihm nach - um nichts und niemanden dahinter vorzufinden. Er zuckte mit den dürren Schultern und widmete sich seinem Zettel.


    [Jeder erhält eine PN im Postfach seines Hauptaccounts]

    Ich war, ich bin und ich werde sein.

  • Das war ja einfach! Vivali verbrannte seinen Zettel, damit niemand anderes ihm den Ruhm stehlen konnte, holte das wenige Hab und Gut aus seinem Versteck unter der Brücke hervor, wo er die Nacht verbracht hatte und machte sich sogleich auf den Weg.


    Er eilte und freute sich. Und obgleich die Reise durch die Wildnis hart war und er den Goblins ausweichen musste, gelangte er überpünktlich an seinem vermeintlichen Zielort an. Der Mond stand noch am Himmel. Doch als er sich umsah, war da nichts. Gar nichts, nur die nächtliche Natur. Er runzelte die Stirn. Hatte er sich verlaufen? Oder lag es einfach daran, dass er zu zeitig dran war? Immerhin würde es noch ein paar Stunden dauern, bis die Woche komplett herum war, womöglich würde man ihn dann hier abholen.


    Also schlug er für jedermann gut sichtbar sein Lager auf, damit man ihn abholen konnte, rollte seine Decke zu einem Kopfkissen und war bald eingeschlafen.


    Auf die Idee, dass dies womöglich eine Falle gewesen war, kam er nicht.

  • "Oh überlasst es nur mir welche Kleidung ich als passend empfinde. "


    EIn flüchtiges Schmunzeln umspielte ihre blutroten vollen Lippen. Auf seine restlichen Worte ging sie gar nicht ein, sondern nahm sie mit gleichgültiger fast maskengleicher Miene lediglich zur Kenntnis.
    Zumal auch noch Gesellschaft kam. Der erste war ein junger Mann, sie konnte regelrecht das Blut in seinen Adern rauschen hören als er so außer Atem in die Gruppe stürzte und sie seufzte kurz auf. Gut das sie alles bedacht hatte. Es würde sich unschön machen wenn es ein Blutbad geben würde, andererseits was kümmerte sie das.


    Noch war das hier lediglich alles ein Vergnügen. Und die Gruppe ein schlechter Scherz. Nun gut fast. Der Bursche schien zumindestens fähig mit einer Waffe umzugehen, das Einzige was sie störte war sein Geruch.
    Der Ork der zuletzt dazu stolperte war auch nicht viel besser, aber man konnte sich seine Begleiter nicht immer aussuchen.


    Nur dieser Vermummte. Irgendwie nervte er sie, andererseits erinnerte er sie irgendwie an sich selbst...vor langer langer Zeit. Aber auch nur ein wenig.
    Lediglich als er den Ork was erzählte von wegen das er ihr Geleitschutz geben könnte wenn sie jämmerlich aufgibt, führte dazu das sie die Augenbrauen hob. Sicher hat er es so nicht gesagt, aber es war doch schon fast offensichtlich das er ihr nichts zutraute, wobei seine Andeutung dem ganzen etwas Anderes verlieh.
    Sonst hätte sie es lediglich auf ihre äußere Erscheinung geschoben.


    Genau genommen hatte sie sogar damit gerechnet das er spotten würde als sie sich als Kämpferin erwähnte.
    Aber ihre Gedanken wurden von zweierlei Dingen unterbrochen.


    Zum einen davon das Mummenschanz ihr irgendeinen Wisch unter die Nase hielt, welchen sie an sich nahm. Zum Anderen das rattern von Rädern.
    Ihr Blick wande sich dem Aufgang zu und von da kam eine Kutsche heran gefahren welche leicht im Schatten des Schafott hielt.
    Rein von der Form her und das vorn Pferde eingespannt waren, sah es wie eine Kutsche aus. Doch unter der äußerlichen Holzverkleidung, mochte man das blitzen von starken Metall erkennen. Ebenso waren die Räder damit ausgestattet um das Konstrukt selbst auf unebeneren Wegen zu stützen. Die Pferde waren eindeutig kräftige ihrer Art, was es wohl auch brauchte für dieses Gefährt.
    Doch das seltsamste war eine Steinfigur welche auf dem Dach hockte, die Krallen in die Seite der Kutsche geschlagen.
    Auf der einen Seite wirkte es wie gewollt, auf der andereren Seite fast etwas übertrieben.
    Wenn man genau hinsah konnte man aber erkennen das die Statur starke Ähnlichkeit mit einem ausgewachsenen Gargoyle hatte.


    Vorne auf dem Kutschbock saßen zwei Männer von muskulöser Gestalt. Beide waren blond und blauäugig, Ihre Kleidung mit Leder einfach aber elegant gehalten und die Schwerter an ihren Seiten , wirkten nicht wie Schmuck.
    Der scheinbar Ältere von Beiden rutschte herunter und neigte zu Lacrima sein Haupt, die anderen Anwesenden beachtete er gar nicht.


    "Nun dann sehen wir uns später."


    Äußerte Lacrima kurz und steckte den Zettel welchem sie scheinbar nur einen flüchtigen Blick gewährt hatte in die Innenseite ihres Umhangs, trat aus der Gruppe heraus und stieg in die Kutsche. Der Ältere hatte sich rasch daran gemacht die Tür aufzuhalten.
    Kaum war die Lady eingestiegen schlug die Tür zu und die Kutsche setze sich in Bewegung.


    Lacrima streifte ihre Kapuze zurück und sah zu der Gestalt welche ihr gegenüber saß und musterte sie forsch.


    "Du mußt etwas für mich erledigen"

    ....

  • Schrulla war noch mürrischer als zuvor. Dieser feige Maskenkerl wollte sie offensichtlich loswerden. Gerade, als sie mit dem Alb über ein Glücksamulett verhandelte, fuhr er dazwischen und forderte sie auf zu gehen, falls sie nicht Teil der Expedition sein wolle.
    Sie hatte ihm einen tödlichen Blick geschenkt und sich wieder ihrem Kunden widmen wollen, doch dieser hing wie ein Fisch an der Angel an dem Maskierten.
    Als dann alle ihre Zettel erhalten hatten, war er beinahe so unbemerkt verschwunden wie der Herr Expeditionsleiter.
    Verärgert wollte sie das Gekritzel bereits loswerden, ihre Neugier hinderte sie jedoch daran. Folge dem Feuer…
    Ihre giftgrünen Augen blieben an dem Farisin hängen, der stirnrunzelnd über seiner Anleitung brütete…

  • „He Kleiner! Ich kann dir n Faltnmittl verkaufn. Wenn du weiter so konzentriert auf den Fackel da starrt, wirst du´s dringend benötign!“
    Farrinur zuckte zusammen und wandte die Augen von dem Pergament ab, um die alte Frau zu betrachten.
    „Ein Amulett anderer Art wäre nicht schlecht, doch ich habe keine Münzen mehr, um es zu bezahlen. Ich wurde bestohlen“, antwortete er peinlich berührt.
    „Gold ist net alles“, krächzte da das Weiblein ungerührt.
    „Mein Mausezahn scheint dich zu mögn, weshalb auch immr. Ich wär bereit, dir n Artefakt herzustelln, wenn wir dafür zusammn zum Stützpunkt reisn. So n altes Weiblein wie ich könnt Geleitschutz benötign. Ich brauch auch keine Kutsche, wie die edle Lady“, gackerte sie weiter und tätschelte ihrem Raubtier die Flanke.


    Farrinurs Brust schwoll ihm sichtlich an vor Stolz.
    Offensichtlich hielten ihn wirklich alle für einen mächtigen Kämpfer. Die neue Gewandung lohnte sich bereits jetzt!
    Doch die Worte des Herrn Mummenschanz schwirrten ihm im Kopf herum. Ich erwarte Grosses von Ihnen und Ihren Feuerkünsten…
    Hoffentlich waren die Erwartungen nicht allzu gross, denn je grösser der Druck, desto schwerer fiel es dem jungen Mann noch immer, seine Emotionen und somit die Magie unter Kontrolle zu halten. Vielleicht war dies eine gute Übung für ihn und womöglich konnte Schrulla ihm ja ein Amulett herstellen, das ihm half seine Magie zu kontrollieren.


    So kam es schliesslich, dass sie zu zweit über seinen Zettel gebeugt das Rätsel zu entschlüsseln versuchten.
    Farrinur als Naturliebhaber und Schrulla mit ihrer Welterfahrung hatten bald entschieden, wohin ihr Weg sie führen würde.
    Sie scherten sich nicht weiter um die anderen, jeder war auf sich alleine gestellt, auch wenn der Farisin beobachtete, wie die Rakshanerin dem Ork interessierte Blicke zuwarf.


    Und so überquerten sie schliesslich den genannten Fluss und folgten seinen Ausläufern in Richtung der untergehenden Sonne.
    Schrulla aufrecht auf ihrer Hyäne, Farrinur neben ihr weit ausschreitend, sahen sie bald die Ausläufer eines nahen Waldes und den Gipfel des Berges vor sich aufragen.

  • Es war eine kalte Nacht und das war gut. Malgorion verdeckte mit seinem schwarzen Mantel, auf dem die Sterne glitzerten, gütig die brennende Geißel des Tages. Was wäre Asamura nur ohne den gütigen Gott der Dunkelheit? Vivali hatte hervorragend geschlafen, nur sein knurrender Magen störte etwas. Doch da er Hunger gewöhnt war, konnte er ihn gut ignorieren.


    Er stand auf und streckte sich mit einem herzhaften Gähnen. Dann blickte er nach Osten, wo der Gukuk in der Ferne plätscherte. Von der Sonne war noch nichts zu sehen, doch bald musste sie dort aufgehen. Sein Blick wanderte zu seiner anderen Seite nach Westen, wo der Berg ohne Namen sich im Dunkel der Nacht erhob, an jener Stelle wo sie am finstersten war. Dort waren bestimmt Malgorions Füße und den Mond trug er als Krone.


    Der tagträumende Vivali befand sich genau in der Mitte zwischen Berg und Gukuk, gut sichtbar auf der Ebene. Er hatte extra das feuchte Gras in einem großen Umkreis plattgetrampelt, damit man ihn schon von weitem sehen und abholen würde. Aber irgendwie war noch niemand hier. Vielleicht hätte er den Zettel doch nicht verbrennen sollen, dann hätte er nochmal nachschauen können. Hatte er sich vielleicht doch verirrt?


    Um sich die Zeit zu vertreiben, trampelte er einen zweiten, noch deutlich größeren Ring um seinen Kreis, damit man ihn aus noch größerer Entfernung sehen konnte. Er ließ den Tau des Ringes zu einer glitzernden Kruste von Raureif werden. Vivali seufzte selig, stemmte die Hände gegen die dürre Hüfte und betrachtete sein hübsches Kunstwerk.

  • Im Inneren des Kopfes von..... dem Elf! Die Augen des Orks weiteten sich und das Grinsen wurde immer breiter. Der Elf oder Alb oder wie auch immer man diese Spitzohren nannte, schien garnichts von seinem sicherem Ende zu ahnen. Er ging nachdem er seinen Zettel durchgestöbert hatte einfach drauf los, der Ork folgte ihm natürlich im sicherem Abstand.


    Das war zu einfach um wahr zu sein, das Spitzohr ging in ein abgelegendes Waldstück und schlug dort sein Lager auf. Ragosh überlegte ob er ihm einfach in der Nacht den gar aus machen sollte, doch er fand das ein bisschen zu einfach. So machte sich der Ork es im Unterholz gemütlich, mit dem Blick auf das Lager. Noch vor Sonnenaufgang wurde er vom Geräusch der Lerchen geweckt, er hasste dieses Geräusch doch den Geschmack dieser kleinen Viecher mochte er. Er grinste in sich hinein und schob den Gedanken bei Seite. Der Elf ging auf und ab und trat einen Kreis in das hohe Gras warscheinlich, wollte er auf sich aufmerksam machen. Ein Grunzen entfuhr Ragosh, er dachte sicherlich das diese Lichtung der Treffpunkt war, was ein Idiot.


    "Na das nenne ich mal praktisch" sagte Ragosh als er, aus dem Unterholz schritt. Der Elf fuhr zusammen. Als er erkannte wer er war, winkte er ihm zu "ich dachte schon ich sei hier falsch". Ragosh hob beschwichtigend die Hände "nein, Du bist hier Gold richtig" er kahm auf den Elf zu. Der Blutdurst stieg in Ragosh auf die Aufregung auf das bevostehende ließ sein Blut kochen und er konnte, es fast hören wie es in seinem Kopf rauschte.


    Er war ungefähr zwei Meter von dem Elf entfernt dieser jedoch sprach zu ihm, doch Ragosh Blutdurst war geweckt und er vernahm nichts mehr. Ein Meter der Elf wurde nervös da Ragosh ihm nicht antwortete und hob die Hände, um ihm zu verdeutlichen stehen zu bleiben. Weniger als einen Meter, der Elf hob die Hände und murmelte eine Formel. Ragoshs rechter Arm zuckte nach vorn und griff zu, er bekahm das Gesicht des Elfen zu fassen und hielt damit auch seinen Mund zu. Der Elf war körperlich unterlegen, er strammpelte und versuchte sich aus dem eisernen Griff zu befreien. Doch es nützte nichts, der Ork hob ihn hoch langsam aber stetig.


    Er zog sein Schwert und Panik machte sich in dem Elf breit. Um sich schlagend und in der gewissheit was nun kommen würde, kämpfte er um das überleben. Doch Ragosh bleckte nur die Zähne und brüllte laut auf, das Schwer zuckte einmal durch die Luft. Der Körper fiehl zu Boden, er zuckte gelegentlich noch doch der Kopf blieb in der rechten Hand. Ragosh leckte sein Schwert ab und spuckte aus, das Blut der Spitzohren hatte ihm nie wirklich geschmeckt.


    Danach knackte er den Kopf mit einem Stein auf und war gespannt, was er dort finden würde.

  • Von einem Ort aus, an dem niemand ihn sah, von dem aus er jedoch alles überblicken konnte, beobachtete Mummenschanz das Treiben. Alle Probanden näherten sich zielstrebig ihrem jeweiligen Bestimmungsort, wobei diese alle recht nah beieinander lagen. Wie erwartet traf zuallererst Vivali ein, denn diesem dümmlich erscheinenden Exemplar von einem Frostalben, dem er den Ingenieur nicht ganz abkaufte, hatte er das einfachste Rätsel gestellt, damit er die Stelle auch wirklich fand.


    Vivali selbst würde nun der Wegweiser sein, denn von den anderen Zielpositionen aus würde man ihn sehen können, da er ja auch brav auf sich aufmerksam machte und dann konnte er auch den zweiten Teil seiner Aufgabe lösen. Doch dann geschah etwas, womit Mummenschanz nicht gerechnet hatte. Ragosh, der soeben eintraf, nahm seine Aufgabe etwas zu wörtlich:


    [brief]Du findest die Wegbeschreibung zum Stützpunkt
    im Inneren von Vivalis Kopf.[/brief]


    Mummenschanz war davon ausgegangen, dass der Ork durch diese Formulierung dazu angehalten wurde, seinen Verstand zu gebrauchen, wie es der Sinn dieser Rätsel war, denn er wollte keine Dumpfbacken mitnehmen und jenen, die es zu sein schienen - Vivali und Ragosh - die Dummheit durch solche Aufgaben nach und nach austreiben. Der Ork hätte nach Mummenschanzs Plan darauf kommen sollen, entgegen seiner Natur Vivali nach dem Weg zu fragen, um an die Information, die er im Kopf hatte, heranzukommen, doch der Dämlack enthauptete den unglücklichen Frostalb und knackte tatsächlich dessen Schädel auf, um darin nachzusehen. Natürlich kam ihm nichts weiteres als blutige Gehirnmasse entgegen.


    Damit hatte er den Wegweiser der Truppe ausgeschaltet. Mummenschanz wartete gespannt, was Ragosh nun tun würde - und wie die anderen auf den Mord in ihrem Team reagierten.

    Ich war, ich bin und ich werde sein.

  • "Er Elf ist tot"


    Lacrima erstarrte und wande sich ganz langsam wieder zu der Gestalt um welche die Worte gesprochen hatte. Sie hatte ihn vor wenigen Minuten getroffen, nachdem er wie sie ihm aufgetragen hatte Vivali unauffällig gefolgt war. Das war immerhin seine Spezialität.


    "Und du hast nichts dagegen getan?"


    Ihre Stimme war scharf, warnend. Eindeutig nicht gut und auch der Vermummte wich etwas zurück.


    "Darüber sprechen wir noch"


    Zischte die Lady wütend und bedeute dann dem stämmigen Mann an ihrer Seite den vermumten in Fesseln zu legen. Und das waren nicht etwa einfache Fesseln sondern dicke Ketten. Der Vermummte ließ es widerstandslos mit sich geschehen während LAcrima sich abwand.


    "Kathar kümmer dich um diese verdammte Grünhaut."


    Murrte sie. Der angesprochene erhob sich und war im nächsten Moment auch verschwunden.
    Doch oben auf dem Platz an welchem sich Ragosh gerade über den Schädel des Elfen hermachte und darin herum wühlte als würde er etwas suchen passierte etwas.


    Der Ork bekam plötzlich einen heftigen Stoß in den Rücken der ihn der Länge nach mit dem Gesicht im Dreck landen ließ. Als er sich erhob stand vor ihm einen riesige Gestalt, sie umragte Ragosh bestimmt um einen ganzen Kopf. und war breit und muskulös gebaut. Dazu kamen Pranken mit Krallen und imposante Flügel.
    Es war ein Gargoyle der direkt sich vor dem Ork aufbaute und es schien nicht als würde er mit dem Ork ein Kaffeekränzchen halten wollten.


    Und obwohl Ragosh das sicher nicht gefallen ließ machte der Gargoyle keinen Hell aus einer Stärke. Er verpasste dem Ork eine Abreibung das selbigen wohl Hören und sehen vergehen würde, bevor er plötzlich inne hielt.
    Hinter der massigen Gestalt des Geflügelten trat eine schlanke anmutige Gestalt hervor und blickte kalt auf den Ork herab.


    "Du bist so dumm, eine Schande selbst für dein Volk. Du hast nicht nur einen Wehrlosen sinnlos zerfetzt sondern auch noch Jemand der von großem Nutzen war.
    Hat dir dieser Mummenschanz etwas keinen Zettel gegeben oder bist du zu dämlich um zu wissen was er bedeutete?"


    Oh ja Lacrima war wütend. Nicht nur weil dieser hirnlose Grünling alles zerstört hatte sondern weil sie selbst noch Pläne für Vivali hatte.


    "Meine Lady..."


    Erklang von oben die Stimme des Gargoyles. Die Vampirin sah zu ihm auf und nickt nur verstehend. Kathar erhob sich und verschwand.
    Die Vampirin hingegen sah zu dem lädierten Ork und funkelte ihn eiskalt an.


    "Würden wir dich nicht noch brauchen können, könntest du dein Grab gleich neben dem Alb schaufeln. Aber beim nächsten Fehler habe ich kein Erbarmen"


    Fauchte sie und zog sich ihre Kapuze über, im nächsten Moment schien sie plötzlich verschwunden, nur um im nächsten Augenblick im Schatten eines nahen Felsen aufzutauchen und sich an diesen zu lehnen. Sie wollte abwarten vieleicht tauchte der Rest noch auf, womit sie rechnete, und dann konnte man noch immer beraten wie es weiter gehen sollte.


    Von irgendwoher drang das rattern von Rädern, es war die Kutsche der Landgräfin welche sich näherte. die beiden Männer wie üblich vorne auf dem Kutschbock.