Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt. Die ĂŒberlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der SchlĂŒssel zur Herrschaft ĂŒber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. WĂ€hrend die Almanen auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die GeheimbĂŒnde der Schatten sehen in der Magie die mĂ€chtigste Waffe und fĂŒr die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Sinthara
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#41

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:08

Sinthara hatte unterdessen ihr Mahl beendet und sah hinaus in die anbrechende Nacht. Die Welt um sie herum wurde langsam stiller, aber wie sie bald erkennen mußte waren die dunklen Wolken am Horizont nicht etwa der einbrechenden Nacht zu verdanken sondern einem Unwetter welches sich nĂ€herte. Fasziniert beobachtete sie das nĂ€her kommende Unwetter.

Von den GesprÀchen am Feuer bekam sie kaum etwas mit. Sie hörte ihre Stimmen aber das war es soweit auch, nur als der Zwerg laut wurde konnte sie fast jedes einzelne Wort verstehen.
Dennoch rĂŒhrte sie sich nicht und blieb weiter auf ihrem Ast hocken.
Plötzlich raschelte es und aus reiner Gewohnheit schnellte die Hand der Tieflingsfrau zu ihrem Dolch wĂ€hrend sie leicht ihre spitzen ZĂ€hne entblĂ¶ĂŸte und die Haltung etwas geducktes bekam.
Etwa wie eine Katze die sich bedroht fĂŒhlte.
Als sie aber erkannte das es Baxeda war der neben ihr landetet, entspannte Sinthara wieder und hockte sich normal wieder auf den Ast.

Auf seine Frage hin runzelte sie kurz die Stirn bevor sie den Kopf schĂŒttelte.
Dann wande sich ihr Blick wieder dem Horizont zu mittlerweile war es deutlich dunkler geworden, das grollen des Herrannahenden Gewitters gut vernehmbar, ebenso die Blitze.
Ein Schauspiel an dem sich Sinthara gerne noch etwas ergötzt hÀtte aber die krÀftige Stimme von Novec die zu ihnen hinauf schallte machte dem ein Ende.
Ausgerechnet der mit den kĂŒrzesten Beinen hatte die grĂ¶ĂŸte Klappe.
Gerade wollte sich die HalbdÀmonin abwenden als sie nicht unweit von ihnen, an einer Stelle wo die BÀume etwas lichter waren, etwas entdeckte.
Flackernde Lichter und bewegende Gestalten in, soweit es die helligkeit der Blitze offenbarten, guter RĂŒstung.
Sie kannte sowas nur von den Wachen der StÀdte und den Soldaten.
Sollte da wirklich gerade eine gruppe Soldaten in ihre richtung marschieren?

Sinthara sah zu Baxeda und deutete in die Richtung. Überzeugt davon das sie sich das nicht einbildete, stieß sie einen Warnpfif aus damit auch die Beiden unten am Boden merkten das wohl möglicher Weise etwas nicht stimmte.
Die junge Tieflingsfrau hielt nicht viel von Soldaten und ging ihnen auch möglichst aus dem Weg.
So schwang sie sich leicht und geschickt den Baum hinunter zu Novec und Darragh.

"Wir bekommen Besuch, wenn wir nicht verschwinden."

Meinte sie knapp und fĂŒgte ebenso knapp hinzu. "Soldaten"

Sicher konnte es sein das sie sich irrte aber ihr Blick war gut so war zumindestens sicher das eine Gruppe von in RĂŒstung gesteckten und sicherlich auch bewaffneten Leuten in ihre Richtung marschierten.
Ob es nun wirklich Soldaten waren oder was Anderes war nicht ganz sicher, aber eben der erste Gedanke den sie bekam bei solchem Anblick.

Und egal was es war, sie war nicht erpicht darauf es genauer herraus zu finden. Sie wollte weg. Klar sie hĂ€tte im Baum hocken bleiben können, aber in gewisser Weise fĂŒhlte sie eine Art GemeinschaftsgefĂŒhl auch wenn ein Mensch in ihrer Gruppe war, und Sinthara sich zumeist von Anderen ferngehalten hatte.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#42

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:08

Seine neuen GefĂ€hrten willigten ein. Der DĂ€mon bot sogar an seinen lĂ€cherlichen Morgenmantel auszuziehen und Darragh war ĂŒberrascht, wie deutlich die dĂ€monischen Merkmale bei ihm durchdrangen, als Baxeda seine FangzĂ€hne und seinen behaarten Oberkörper prĂ€sentierte. Etwas gedankenverloren antwortete er, dass einer seiner Kameraden eigentlich einen recht netten Ledermantel getragen hatte, wĂ€hrend er schon mit etwas anderem beschĂ€ftigt war. Der HĂ€ndler hatte die erbeutete Karte aufgeschlagen und versuchte abzuschĂ€tzen wieviel Genauigkeit in ihr lag.

Auch der Zwerg zeigte sofort einen ĂŒbertriebenen Tatendrang und Darragh machte sich etwas missmutuig daran das köstliche Mahl bereits abzubrechen und seine Sachen zusammen zupacken. Am Himmel hielt die Nacht einzug oder ein Unwetter wie der Zwerg bemerkte, Darragh konnte diese WetterphĂ€nomene schlecht einschĂ€tzen. Er hatte sich nie mit derlei Dingen beschĂ€ftigt und er verließ sich auf das Urteil des Zwerges. Auch wenn es ihm seltsam vorkam, dass ein Höhlenbewohner diese Dinge anscheinend besser deuten konnte als er.
Als Novec losstapfte und nach nur wenigen Schritten bemerkte, dass er sich nicht auskannte, erklĂ€rte Darragh die Situation: “Wenn wir den Limawald durchqueren oder die Handelsstraße nehmen, die nach SĂŒden an ihm vorbeizieht erreichen wir Fomor. Ich habe jedoch noch einiges an Proviant bei mir, da ich geplant hatte mit meinen Begleitern bis an den Rand der Berge zu ziehen. Dort liegt ein kleines Dorf, die Bewohner nennen es Einsam. Von dort fĂŒhrt ein Pass in die Berge. Wenn ihr nichts spezielles benötigt wĂŒrde ich vorschlagen diesen Weg einzuschlagen. Jedoch fĂŒhrt uns der Weg ab hier in Frontgebiete und wir sollten auf der Hut vor SpĂ€htrupps sein
..“ fast zeitgleich mit Darraghs Worten erklang ein Warnpfiff und das Maultier fing an unruhig zu werden. Manchmal war es doch gar nicht so dumm und Darragh wusste, dass er sich auf seine Aufmerksamkeit verlassen konnte. Plötzlich tauchte auch Sinthara neben ihnen auf. Sie hatte nicht weit von hier Soldaten entdeckt.

Darragh stopfte sich schnell die Karte in die Tasche und las einige GegenstĂ€nde vom Boden auf. “Dann sollten wir schleunigst von hier verschwinden.“

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Baxeda
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#43

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:09

Baxeda ĂŒberlegte, ob die Bemerkung Darraghs, einer der Toten wĂŒrde einen schicken Ledermanten tragen, ein Wink mit dem Zaunspfahl sein sollte. Sah er wirklich so unmöglich aus in seinem kuscheligen schwarzen Morgenmantel? Aber der Mann hatte sicher mehr Ahnung, was man als Mann von Welt so trĂ€gt, also begab sich Baxeda ein weiteres Mal zu den Leichen.

Es hatten sogar zwei von den Gefallenen MĂ€ntel an – halblange MĂ€ntel aus dickem Leder, welches mit der Fellseite nach innen gedreht war und die bis zu den Knien reichten, so dass sie weder beim Gehen noch beim KĂ€mpfen störten. Der eine Mantel war aus dunklem, fast schwarzen Leder, fast edel sah er aus. Der andere hingegen war offenbar aus einer Kuhhaut gefertigt und sowohl Pelz als auch Leder schwarz-weiß gescheckt.

„Ich nehm den hier, der steht mir bestimmt gut“, verkĂŒndete der Tiefling seine Wahl und befreite den wild gemusterten Kuhmantel von seinem Inhalt. Dann schlitze er die RĂŒckseite des KleidungsstĂŒckes auf, um seine FlĂŒgel hindurchschieben zu können. Anschließend probierte er den Mantel an.
„Passt wie angegossen! Und schön weich und warm ist er auch noch. Jetzt muss ich nur noch die blöden Knöpfe abreißen und statttdessen den GĂŒrtel von meinem Morgenmantel drum binden, dann ist alles perfekt.“

Gesagt, getan. Zufrieden rollte Baxeda seinen Morgenmantel ein und stopfte ihn in den Rucksack. Dann fiel ihm ein, dass er den schwarzen Mantel vielleicht auch noch gebrauchen könnte, holte ihn und stopfte ihn dazu. Sein Rucksack platzte fast aus allen NÀhten. Als er dies erledigt hatte, flog der Tiefling zu Sinthara auf den Baum, die ihm zeigte, dass sich ein Trupp Soldaten nÀherte.

Es fuhr wie ein Blitz durch Baxedas Eingeweide.
„Soldaten? Das wĂ€re schlecht! Die plĂŒndern doch, was sie nur kriegen können. Die machen Kleinholz aus uns!“
Baxeda kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Der Trupp marschierte zĂŒgig und kam rasch nĂ€her. Schon konnte er die Einzelheiten erkennen. „Das mĂŒssen Allianzler sein! Schöne Scheiße! Da werden wir nicht nur geplĂŒndert, sondern auch noch gepfĂ€hlt, gevierteilt oder sonst was! Und schaut mal, wen sie eskortieren – HĂ€ndler, aber was fĂŒr welche! Ein ganzer Trupp Zwerge nĂ€hert sich uns mit ihnen. Einige mit Karren, andere ebenfalls bewaffnet!“

Angst stieg in Baxeda auf, als er den schwer bewaffneten Trupp stramm in ihre Richtung marschieren sah und der Impuls, einfach fort zu fliegen kam in ihm auf. Schon konnte er das Geschepper ihrer RĂŒstungen hören und raue Stimmen. Die FlĂŒgel des Tieflings zuckten und wollten sich entfalten. Wegfliegen, einfach wegfliegen!

Baxeda unterdrĂŒckte mĂŒhsam seinen Fluchtreflex. Etwas war wichtiger, als jetzt zu kneifen. Denn da war ja Darragh, der ihn bezahlen wollte, wĂŒrde er ihm helfen. Baxedas Familie brauchte das Geld! Und so wohlhabend, wie der HĂ€ndler aussah, wĂŒrde die Bezahlung sicher großzĂŒgig sein, wenn Baxeda sich ordentlich anstrengte.

Fliegen war im Moment ohnehin keine gute Idee. Die schwarzn Wolken hatten sich mittlerweile zu himmlischen Gebirgen aufgetĂŒrmt, Donner grollte und das erste Wetterleuchten erhellte den finsteren Himmel.

Und dann war da ja auch noch Sinthara, die schweigsam neben ihm auf dem Ast hockte. Wie konnte er nur daran denken, sie einfach ihrem Schicksal zu ĂŒberlassen? Sie schien zwar recht wehrhaft zu sein, wenn er an die Sache mit dem Überfall dachte, aber trotzdem! Wer konnte schon wissen, wie der nĂ€chste Kampf verlaufen wĂŒrde? Vielleicht brauchte sie seine Hilfe.

WĂ€hrend er fieberhaft nachdachte, huschten Baxedas Blicke hierhin und dorthin. Novec war schon ein StĂŒck vorran marschiert und nur noch wenige hundert Meter trennten ihn von den Allianzlern. Nichts als eine Kurve und ein paar BĂ€ume schĂŒtzten sie vor den feindlichen Blicken.

„Sag mal Novec“, fragte Baxeda gedehnt, „willst du nicht zufĂ€llig mit den Soldaten und ihren Zwergen reden und sie ablenken, wĂ€hrend wir anderen uns verkrĂŒmeln? Als Zwerg unter Zwergen genießt du bestimmt so was wie Sonderrechte. Die Allianzler sind schon ziemlich nah, es ist fraglich, ob wir es noch rechtzeitig schaffen, ihnen auszuweichen mit unserem neuen Arbeitgeber im Schlepptau.“

Baxeda warf einen besorgten Blick auf den Karren und das nicht sehr flink aussehende Maultier.
Das Geklirr der RĂŒstungen und die Stimmen wurden immer lauter.
"Die Menschen bauen zu viele BrĂŒcken und zu wenige Mauern."
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#44

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:09

Dunkel war der Himmel in den letzten Minuten geworden. Bedrohlich baute sich die Wolkenfront mehr und mehr am Himmel auf. Wie ein schwarzer unheimlicher Gigant sah es aus, der nach und nach das Licht schluckte, bis alles dunkel war. Furchteinflösender Wind durchstreifte den Wald, verriet er doch, dass dies ein extrem starkes Unwetter sein wĂŒrde.

>Meine Oma hatte mir also doch keine MĂ€rchen erzĂ€hlt. Wenn ich daran denke, dass ich ihr gar nicht glauben wollte, als sie mir in der Kindheit von solchen Wetterbedingungen auf der OberflĂ€che erzĂ€hlte... Hingegen muss ich schon zu geben, hatte sie es weniger Schlimm beschrieben, als es in Wirklichkeit ist. Dies ist absolut kein Wetter fĂŒr einen Zwerg. Zwerge sollten in einer Höhle leben, dort wo es trocken ist, vielleicht noch an einem Kaminfeuer mit etwas leckerem Hausgemachtem und dazu leckers Bier...<, dachte sich der Hauptmann, als plötzlich alles um ihn herum hell erleuchtet war. Nur wenige Meter entfernt war ein Blitz in einen Baum eingeschlagen. Feuer war sofort aus der gespaltenen Buche zu sehen, die wie mit einer riesigen Axt in der Mitte gespalten worden war.

Kurz brauchte Novec um sich wieder zu sammeln, war es doch der erste Blitzeinschlag, den er in seinem langen Leben bisher gesehen hatte und dann auch noch so nahe. Einige Regentropfen die ihn auf die Nase tropften rissen ihn wieder aus seiner Starre. Langsam sammelte sich Novec wieder und aus den wenigen Regentropfen war schnell ein Wolkenbruch geworden, der seines gleichen sucht.

>Bahh, was fĂŒr ein Wetter. Das die Oberweltler nicht freiwillig in Höhlen leben ist mir ein RĂ€tsel. Und wenn ich mir die drei da hinten so ansehe, scheint ihnen das Wetter wohl gar nichts aus zu machen und freuen sich vielleicht noch drĂŒber.<

"HEEE! Warum kommt ihr nicht?", brummelte Novec, als seine Kleidung StĂŒck fĂŒr StĂŒck durchnĂ€sst wurde.

"He, hört ihr mich nicht, wo bleibt ihr, wollt ihr Wurzeln schlagen? Das ist kein Wetter fĂŒr einen Zwerg! Ich bin schon klein, was denkt ihr passiert wenn ich so gewĂ€ssert werde?", brĂŒllte der durchnĂ€sste spaßig zu seinen Mitreisenden, dabei hoffend, dass sie den Spaß verstehen und sich beeilen.

>Bei Odonolos, bevor die kommen, stell ich mich dort hinten lieber unter die BĂ€ume!<

Schnellen schrittes stapfte der Zwerg durch die durchnĂ€sste Wiese. Überall spritzte das Wasser, nur so umher. War doch der Regen so stark geworden war, dass der Boden den anfallenden Regen so schnell gar nicht aufnehmen konnte.

"Bahhrrr ich hasse Regen, hörst du Regen ich hasse das, ich will nicht Nass werden....", plötzlich verstummten die Worte. Schuld war eine SchlammpfĂŒtze, die der speckernde Zwerg ĂŒbersehen hatte. Mit großen Schritten war er beherzt hinein getreten und der Nase nach in die ca. 20 cm tiefe SchlammpfĂŒtze gefallen. Da lag er nun, der kleine Kerl und versuchte sich schimpfend wieder aus seiner misslichen Lage zu retten, "verdammt noch mal was ist das fĂŒr ein Tag, bin ich denn heute vom Pech verfolgt? Erst rennt mir mein FrĂŒhstĂŒck davon, dann fĂ€ngt mich der GrĂŒnschnabel mit seiner blöden Schlinge, dann wieder ewig kein FrĂŒhstĂŒck durch den HĂ€ndler. Gibts mal was zu essen, werd ich nicht satt und nun land ich auch noch einer stinkenden PfĂŒtze. WAHHHH das ist zu viel fĂŒr den Zwerg, ich mag heut nicht mehr!"

Schimpfend und mit komplett durchnÀsster Kleidung kroch der Zwerg langsam wieder aus seinem Nassen Elend heraus.

"Wahh wie seh ich den aus, dass soll der Hauptmann der Zwerge sein. Ich sehe ja schon fast so aus, wie der Tiefling stinkt. Sauerei, und den Schlamm bekommt man auch nicht ab.", murmelte Novec vor sich hin als er mit dem Kopf nach unten und seiner Kleidung versuchend zu putzen, Richtung der BĂ€umen ging, die er sich aus erkoren hatte.

Brummelnd und ĂŒber das Wetter schimpfend stapfte Novec in die Baumgruppe hinein, als der Baxede plötzlich brĂŒllen hörte.

„Sag mal Novec, willst du nicht zufĂ€llig mit den Soldaten und ihren Zwergen reden und sie ablenken, wĂ€hrend wir anderen uns verkrĂŒmeln? Als Zwerg unter Zwergen genießt du bestimmt so was wie Sonderrechte. Die Allianzler sind schon ziemlich nah, es ist fraglich, ob wir es noch rechtzeitig schaffen, ihnen auszuweichen mit unserem neuen Arbeitgeber im Schlepptau.“

Novec wurde mit einem male Kalkweiß. Im Bruchteil einer Sekunde hing sein Kinn etwas nach unten und seine Augen weiteten sich Angst erfĂŒllt. Hatte er da richtig gehört? Novec blieb stehen und bemerkte erst jetzt, dass hinter der kleinen Baumgruppe eine Straße verlief.

"Halt stehen bleiben, im Namen des Königs!", donnerte plötzlich eine krÀftige mÀnnliche nordlÀndische Stimme von rechts.

Total ĂŒberrumpelt schaute Novec langsam nach rechts und nur wenige Meter entfernt auf der von RegenpfĂŒtzen ĂŒbersĂ€hten erdigen Straße stand eine Gruppe von Menschen und Zwergen.

"He das ist er!", brĂŒllte auf einmal ein Zwerg mit rotem langen Bart, der hinter einem Pferdekaaren hervor kam.

"Ja genau, dass ist er, bleibt stehen die Elender Halunke.", brĂŒllte ein weißbĂ€rtiger alter Zwerg mit kratziger Stimme, der auf dem Karren saß.

Schon trat ein weiter Zwerg in das Blickfeld Novecs. Waren die anderen beiden nur normale Krieger mit einer zu großen Klappe gewesen, sah Novec sofort an seinen Abzeichen, dass dies ein GrenzgĂ€nger war.

"Novec Sarili Gojim, du bist es wirklich. Im Namen des Königs von Nidawellir, bist du hiermit fest genommen. Die Anklage lautet Mord. Wir sind autorisiert dich mit Hilfe der Allianzler zu suchen, gefangen zu nehmen und nach Dhvaras zurĂŒck zu bringen. Solltest du dich nicht fĂŒgen, so sind wir berechtigt dich zu töten", sprach der dunkel braun bĂ€rtige Zwerg mittleren Alters.

>Na toll, jetzt wirds bremslig Novec. Wenn ich mir seine fein verzierte RĂŒstung ansehe und die Abzeichen, dann hab ich es hier gerade mit einem der höchsten GrenzgĂ€nger von ganz Dhvaras zu tun. Mit denen ist echt nicht zu spaßen, aber eigentlich schmeichelhaft, dass sie so jemanden schicken um mich zu suchen.<, grinste Novec schon wieder leicht innerlich.
>Aber jetzt ist keine Zeit fĂŒr dumme Witze. Der allein wĂ€re schon schwer zu besiegen. Aber noch zwei andere Zwerge, drei Mensch und ein Pferdefuhrwerk mit Gefangenengitter. Oh Novec, jetzt sitzt du aber in der Patsche.<

"Ach ja? Was wisst ihr schon was damals passiert ist, ihr wisst gar nichts und das war kein Mord! Lasst mich mit euch reden, dann können wir alles klĂ€ren, seit ihr einverstanden?", sprach der kleine Zwerg zum GrenzgĂ€nger und versuchte mit mĂ€ĂŸig ruhiger Stimme den Konflikt zu entschĂ€rfen.

"Das Urteil wurde gefĂ€llt, lass dich gefangen nehmen und komm mit zurĂŒck nach Dhvaras, es ist dein Schicksal.", bekam Novec als Antwort, wĂ€hrend sein GesprĂ€chspartner seine silbernd glĂ€nzende Axt aus dem Halfter nahm.

"Wenn das so ist, bleibt mir wohl keine andere Wahl mein Freund.", brĂŒllte er seinem Gegner kampfes lustig entgegen. In windes Eile schwangen sich seine durchnĂ€ssten HĂ€nde um den Stiel seiner Axt und nur einen Wimpernschlag spĂ€ter stand er Kampfbereit da.

"Diesen Zwerg mĂŒsst ihr erst einmal bekommen, so leicht bekommt ihr ihn nicht, Haha!"

Blitzschnell rannte der kleine Zwerg nach vorne und stĂŒrmte auf seinen Gener zu. Überrascht waren sie, hĂ€tten sie doch nicht gedacht, dass er der maßen schnell rennen kann. Mit festem blick und starrer Miene rannte er auf den GrenzgĂ€nger zu, der ebenfalls auf Novec zu stĂŒrmte und den anderen abwinkte, sich keinesfalls ein zu mischen. Ein Blitz zuckte im Hintergrund durch die Dunkelheit als der GrenzgĂ€nger seine Axt nach vorn schlug, Novecs Kopf als Ziel auserkoren. Verfehlte ihn jedoch, da Novec im letzten Moment einen harken machte und Richtung des Pferdekarrens rannte. Wenige Meter vor ihm sprang er nach oben und holte mit der Axt weit hinter seien Kopf aus und schlug zu. Es hatte geklappt, dachte sich Nove!

Mit aller kraft schulg Novec seine Axt in einen kleinen Baum vor dem Pferdefuhrwerk und durchtrennte ihn. Erschrocken durch den nur wenige Zentimeter vor sich herabfallenden Baum, ging das Pferdefuhrwerk durch und rannte quer durch die ĂŒberraschte schar der Zwergen und Menschen. Schon viel der alte weiß haarige Zwerg vom Karren herunter und wurde nur schlecht als recht vom rotbĂ€rtigen Zwerg aufgefangen. Das Ă€chzen beider veriert, dass sie wohl die nĂ€chsten Minten außer Gefecht sind. Nicht besser erging es den Menschen, die sich in wilder Panik selbst ĂŒber den Haufen rannten und vom Pferdefuhrwerk erwischt wurden. Ein lautes Knacken lies vermuten, dass sich mindestens einer etwas gebrochen hatte. Auch wenn es seine Feinde waren, hoffte doch Novec, dass keiner zu sehr zu schaden gekommen war. Wollte er doch nur ein wenig Zeit haben. um zu verschwinden.

"So Herr GrenzgÀnger, willst du immer noch kÀmpfen? Nun steht es Zwerg gegen Zwerg, Axt gegen Axt, was willst du tun?", gab Novec grinsend von sich, als er seine Axt langsam vor sein Gesicht hob.

Mit kĂŒhlem Gesichtsausdruck stand der GrenzgĂ€nger da, war er doch der einzige, der dem Pferdefuhrwerk ohne Probleme ausweichen konnte. Etwas mĂŒrrisch war er, hatte er sich doch so einfach austricksen lassen.

"Ich gebe zu, diese Aktion war nicht schlecht. Schnell und einfach eine ganze Gruppe fĂŒr ein paar Minuten außer Gefecht gesetzt. Aber du wirst mich trotzdem begleiten."

"Ach ja und wer soll mich dazu zwingen?"

"Er...", sagte der GrenzgÀnger und gab ein winkendes Zeichen mit der rechten Hand.

Ein Pfeil schoss mit atem beraubender Geschwindigkeit hinter einem Baum hervor mitten durch den Regen. Die Axt des kleinen tapferen Zwerges glitt ihm aus der Hand. Schwach wurden die Beine Novecs, binnen eines Augenblicks sank er auf seien Knie und lag im matschigem Straßenschlamm. Ein vierter Zwerg, der hinter seiner Gruppe zurĂŒck geblieben war, hatte das treiben aus der Ferne beobachtet und sich hinter einem Baum in Position gebracht. Im richtigen Augenblick verfehlte der Armbrustpfeil sein Ziel nicht. Weniger als zehn Minuten spĂ€ter war Novec in den Pferdekarren eingeladen worden. Weit gekommen war das Tier mit dem Karren nicht, hatte es sich doch vom Schreck schnell wieder erholt. Abmarschbereit war die Truppe.
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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Sinthara
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#45

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:09

Sinthara sah wie alle sich zum Aufbruch bereit machten, nur der Zwerg war natĂŒrlich wieder allein vorran spaziert.
Der Kleinste mit der grĂ¶ĂŸten Klappe. Wie konnte es auch anders sein.

Sinthara machte sich auf den Weg um zu sehen wo es den Zwergen hinverschlagen hatte und sah noch wie er verschmutzt sich aus einer PfĂŒtze befreite und missmutig ĂŒber sein jetziges Äußere.
Dann hatte auch er die Soldaten bemerkt, die schneller waren als die Tieflingsfrau gedacht hatte.
Zu allem ĂŒbel hatten diese auch noch Novec entdeckt, das konnte ja heiter werden.

Sinthara blieb wie erstarrt hinter dem Buschwerk stehen, und betrachtete die Soldaten...Menschen, ausgerechnet Menschen.
Ihr wurde heiß und kalt zugleich, Angst kroch ihr in die Glieder.
Sie hasste Menschen und die Angst vor ihnen war auch recht stark.
Kannte man ihre Geschichte so konnte man es ihr auch nicht verdenken.

So beobachtete sie wie Novec nach einer Hitzigen Debatte mit den Zwergen zum Kampf ĂŒberging. Wieso mußte er das auch tun, sie hĂ€tten sicher einen Fluchtweg gefunden.
Baxeda und sie hÀtten fliegen können, bei dem Unwetter nicht die beste idee und da Sinthara es noch nie ausprobiert hatte auch nicht besonders klug aber jedenfalls ein Versuch.

Aber langsam kam wieder Bewegung in ihre Knochen und sie schlich zurĂŒck zu den anderen Beiden.

"Du sieh zu das du irgendwie abhaun kannst.."

Meinte sie knapp zu dem HĂ€ndler. Denn nachdem sie gesehen hatte wie Novec ĂŒberwĂ€ltig wurden war, war der Hass in ihr stĂ€rker gewurden als die Angst. Aber dem HĂ€ndler traute sie einen wirklichen Kampf nicht zu, zudem wollte sie selbst nicht kĂ€mpfen. Aber da sie Novec nicht im Stich lassen wollte, war klar das sie zurĂŒck mußte was sie dann auch tat.

Kaum hatte sie die Worte gesagt verschwand sie auch schon wieder.

"Schnapp dir den SchĂŒtzen schnell!"

Zischte sie in holprigen niederdĂ€monisch noch gen Baxeda. SpĂ€testens jetzt war klar das sie keine Elfe war. niederdĂ€monisch beherschte sie zwar nur bruchstĂŒckhaft, aber baxeda sollte dennoch verstehen was sie wollte.
Den eins war klar, jetzt war schneller Handlungsbedarf angesagt.

Und Sintharas Flinkheit machte sich nun bewÀhrt. noch ehe die Soldaten so recht begriffen, war sie zur Stelle und zog noch im Lauf ihre Dolche durch welche der erste Soldat seinen Tod fand.

Plötzlich aber wurde sie am Mantel gepackt und in einer schnellen Drehung wande sie sich ihrem Angreifer zu, sie war nicht stark aber flink und geschickt genug um sich auch dieses Angreifers zu entledigen.
Das ganze hatte nur einen Nachtteil, ihre Mantel war verrutscht und entblĂ¶ĂŸte nun ihr wahres Äußere. Das lange schwarze haar fiel ĂŒber die Schultern und gab zusammen mit der zart weisen Haut etwas edles.
Selbst jetzt hĂ€tte man sie noch fĂŒr eine Elfe halten können, wĂ€ren nicht die blutroten Augen gewesen welche hasserfĂŒllt die Soldaten musterten.
Rasch entledigte sie sich gĂ€nzlich ihres Mantels und sprang auf den Karren auf welchem Novrec lag. SchĂŒtzend stellte sie sich ĂŒber ihn, breitete ihre FlĂŒgel zur vollen GrĂ¶ĂŸe aus und entblĂ¶ĂŸte ihre rasiermesser scharfen, spitzen ZĂ€hne.
Einige wischen bei dem Anblick etwas vom Karren zurĂŒck und Sinthara fauchte sie bedrohlich an. So zierlich ihre Statur auch sein mochte, war ihr Auftreten gepaart mit dem Aussehen doch recht furchteinflĂ¶ĂŸend.
Obwohl man weder Hörner noch Schwanz sah, begriffen die Soldaten rasch was da vor ihnen stand.

"Der Zwerg kommt mit mir, klar?"

Zischte sie ihnen in einem Ton zu der keinen Widerspruch duldete. Ihr Aussehen gepaart mit dem bedrohlichen Klang der Stimme die aber wieder einen leicht elfischen Akzent hatte, verwirrte ihren GegenĂŒber. den Elfen und DĂ€mon zusammen wollte irgendwie nicht in den Kopf der Menschen und Zwerge,

Nur ein Problem gab es nun. Sie war noch nie geflogen, ob sie es schaffen wĂŒrde mit Novec im Arm weit genug weg zu fliegen? Eine Frage die sie rasch klĂ€ren sollte, den hier war Handlungsbedarf angesagt, aber vieleicht war Baxeda schnell genug mit dem SchĂŒtzen fertig geworden um ihr dabei zu helfen.
Mit den ganzen Soldaten anlegen wollte sie sich dann doch nicht. Nur Novec mitnehmen.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#46

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:10

Es sah ĂŒbel aus. Das, was von dem Trupp Allianzler noch ĂŒbrig war, hatte sich Novec geschnappt und ihn in den Gefangenenverschlag auf der RĂŒckseite des Fuhrwerks gesperrt. Verdammt! Warum mussten diese verfluchten Soldaten ausgerechnet jetzt hier langmarschieren? Baxedas Blick huschte zwischen dem Gitterverschlag, in den man den Zwerg geworfen hatte, zwischen Sinthara und den Allianzlern hin und her. Der Regen war so stark geworden, dass sich seine Kleidung und sein Pelz vollsogen. Das Wasser lief ihm von der Stirn in die Augen, Donner krachte, als wĂŒrde sich die Erde spalten. Ein Blitz teilte den Himmel und tauchte die ganze Szenerie kurzzeitig in ein helles Licht. Baxeda glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Sinthara machte Anstalten, mit dem Zwerg davon zu fliegen. Bei diesem Wetter!

„Bleib unten!“, versuchte der Tiefling den Donner zu ĂŒbertönen, „sonst wirst du gegrillt!“

Ein weiterer Blitz zuckte ĂŒber das Fimament und noch einer. Sinthara blickte in seine Richtung und rief:

"Schnapp dir den SchĂŒtzen schnell!"

Sie hockte noch immer auf dem Fuhrwerk, todesmutig und versuchte, die Soldaten auf Abstand zu halten. Noch hatte sie den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, als sie ihre Schwingen ausgebreitet und sich als dĂ€monisch offenbart hatte - doch ewig wĂŒrde dies die Bewaffneten nicht abschrecken. Schon begannen die ersten, ihre Waffen zu erheben, Kommandos wurden gebrĂŒllt.

Was tat eigentlich derweil der verflixte HĂ€ndler? Baxeda blickte suchend hierhin und dorthin. Dann ließ er resigniert die Schultern sinken. Von Darragh war keine Hilfe zu erwarten, denn er war nirgends zu sehen. Wahrscheinlich war er damit beschĂ€ftigt, seine ReichtĂŒmer in Sicherheit zu bringen.

Die Soldaten rĂŒckten nĂ€her an Sinthara heran, man zĂŒckte Lanzen. Offenbar war man darauf aus, sie damit zu erstechen oder diese auf sie zu schleudern. Baxeda musste sich entscheiden! Sein Kopf platzte fast, so sehr rasten seine Gedanken.

Auf der einen Seite waren da die Allianzler. Sie waren in der Überzahl und auch noch besser bewaffnet als er. Zudem waren das keine einfachen Söldner, sondern richtige, gut ausgebildete Soldaten, wie man an ihren guten RĂŒstungen und der Disziplin sah, die sie an den Tag legten. Ein offener Kampf war aussichtslos. Dem Tiefling begannen die Finger zu zittern. Erst nur ganz leicht, dann immer stĂ€rker, bis sich das Zittern auf seine Arme ausweitete. Sinthara verlangte allen Ernstes, dass er, ein einfacher Bauer und Fallensteller, sich mit dieser Übermacht anlegte? Niemals!

Auf der anden Seite waren da seine neu gewonnenen Freunde. Was mochten die grimmig dreinschauenden Zwerge mit dem armen Novec anstellen? Diesem drolligen kleinen Kerl, den er eigentlich in der nÀchsten Taverne auf eine Flasche Dornhammer Schwarzwein einladen wollte um ihm zu zeigen, welche Freuden die OberflÀche zu bieten hatte?

Und was war mit Sinthara, in die er sich, wie er jetzt merkte, Hals ĂŒber Kopf verliebt hatte? WĂŒrde er fliehen, so wĂŒrde sie ĂŒber kurz oder lang entweder selber flĂŒchten mĂŒssen, gefangen genommen werden oder Schlimmeres... im Moment waren zahllose Lanzen wurfbereit auf sie gerichtet. Noch zögerten die Soldaten, sie anzugreifen, möglicher Weise wollten sie die Tieflingsfrau unversehrt, um sie bei einem SklavenhĂ€ndler verkaufen zu können. Dann wĂŒrde sie den Rest ihres Lebens fĂŒr irgendeinen widerlichen Hausherren die WĂ€sche machen und ihm fĂŒr seine GelĂŒste zu diensten sein mĂŒssen.

Baxedas Nackenfell strĂ€ubte sich reflexartig und seine klauenartigen NĂ€gel gruben sich in die Rinde des Astes, auf dem er saß. Er hatte seine Entscheidung getroffen.

Er stieß sich kraftvoll ab und glitt lautlos wie ein Schatten ĂŒber die Soldaten. Schnell, leise. Ihre Helme, Lanzen und Schwerter rauschten unter ihm hinweg. Erstauntes Rufen erklang und bleiche, regennasse Gesichter wandten sich nach oben, doch zu spĂ€t. Baxeda ĂŒberquerte sie schneller, als sie ihre Lanzen werfen konnten. Er zischte an Sinthara vorbei, die tapfer die Stellung hielt. Dann riss er seine Beine nach vorn, klappte die FlĂŒgel zusammen und rannte das letzte StĂŒck ĂŒber die Ladung des Fuhrwerks. Er sprang auf den Kutschbock, warf den verdutzen Fuhrmann kurzerhand hinunter, setzte sich auf dessen Platz und ergriff die ZĂŒgel.

„Hejaaa!“, brĂŒllte er und ließ die ZĂŒgel knallen. Die beiden Grauschimmel bĂ€umten sich auf und warfen sich dann ins Geschirr. Mit einem Ruck setzte sich der Wagen in Bewegung. Mit aufgerissenen Augen hielt Baxeda die ZĂŒgel umklammert. Es funktionierte! Zum GlĂŒck hatte er zu Hause immer die Ochsenkarren mit dem Heu zur Scheune fahren dĂŒrfen!

Das FĂŒhrwerk wendete polternd, der Tiefling wurde auf dem Kutschbock hin und her geschleudert. Nur mit MĂŒhe konnte er das Gleichgewicht halten, vergaß dabei aber, auf die ZĂŒgel zu achten, an denen er versehentlich wild herumzerrte. Die Pferde quittierten dies mit einem lauten Wiehern, buckelten und schleuderten die Köpfe. Ihre dunklen MĂ€hnen flogen ihnen um die HĂ€lse. Sie schienen reichlich Temperament zu haben, wahrscheinlich junge Tiere, die den ganzen Tag nur eingespannt im Schneckentempo gehen durften, anstatt auf der Weide herumzutoben. Baxeda konnte es nur Recht sein.

„Hejaaa!“, rief er ein weiteres Mal und gab die ZĂŒgel. Von einem Moment auf den anderen beschleunigten die Pferde in einen gestreckten Galopp. Baxeda wurde unsanft gegen die RĂŒckwand geschleudert.

„BogenschĂŒtzen!“, rief irgendjemand und im Nu prasselte ein Regen von Pfeilen auf das Holz. Der Tiefling schrie erschrocken auf. Hoffentlich hatte niemand Sinthara oder Novec getroffen! Die Pferde machte Baxedas Angstgeschrei nur noch wilder, sie preschten vorwĂ€rts, mitten durch die Soldaten. Im letzten Moment konnten diese sich mit einem Hechtsprung ins GebĂŒsch retten. Ein weiterer Pfeilhagel schlug ratternd in das Holz. Dann waren sie außer Reichweite.

Das Fuhrwerk raste den völlig verdutzten Allianzlern davon, genau den Weg entlang, den die Armee gekommen war. Der Tiefling biss die ZĂ€hne zusammen und konzentrierte sich. Das hier war noch nicht ĂŒberstanden! Das Fuhrwerk schwankte hin und her und als die RĂ€der krachend ĂŒber herumliegende Steine fuhren. Hoffentlich brach die Achse nicht! Baxeda verlor entgĂŒltig die Kontrolle ĂŒber die Pferde, sie gingen ihm durch und galoppierten unkontrolliert die alte Salzstraße entlang nach Norden. Die BĂ€ume rauschten an ihm vorbei, die Geschwindigkeit wurde so hoch, dass die großen Steinplatten unter den RĂ€dern nur als ein leichtes Vibrieren unter seinem GesĂ€ĂŸ zu spĂŒren waren. Baxeda konnte sich nicht erninnern, schon jemals einer so hohen Geschwindigkeit ausgesetzt gewesen zu sein. Selbst im Fluge wurde er nicht so schnell!

Zu Baxedas Schrecken bahnte sich vor ihm auch noch eine Kurve an. Und zwar eine ziemlich enge. Er riss an den ZĂŒgeln, um die rasante Fahrt zu bremsen, doch die Grauschimmel bretterten vorwĂ€rts, ohne auch nur im Geringsten an Tempo zu verlieren. Das Fuhrwerk neigte sich bedrohlich zur Seite und fuhr nur noch auf zwei RĂ€dern, als sie die Kuve nahmen. Baxeda stand der Schweiß auf der Stirn, sein Herz raste. Er ĂŒberlegte, einfach abzuspringen und das GefĂ€hrt seinem Schicksal zu ĂŒberlassen, als die Kurve vorrĂŒber war und die Salzstraße wieder geradeaus verlief. Der Wagen gelangte rumpelnd wieder auf alle vier RĂ€der, doch wenn Baxeda glaubte, dass die Gefahr nun vorrĂŒber war, hatte er sich getĂ€uscht.

FĂŒr einen Moment blieb ihm das Herz stehen. Sie rasten genau auf einen Trupp schwer bewaffneter Allianzler zu, doppelt so stark wie der Erste. Sie hatten nur die Vorhut abgehĂ€ngt, jetzt hielten sie genau auf die Hauptstreitmacht zu!
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#47

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:10

In strömen regnete es im im Wald von Fomor. Blitze schlugen ein fern und nah, unzĂ€hlig war ihre Zahl. Nur wenige duzend Meter entfernt vom Pferdekarren, war eine kleine Herde Rehe zu erblicken. Schnell huschten sie durch das Dickicht, getrieben von der Angst und eine Zuflucht suchend. Auch andere Tiere des Waldes taten es ihnen gleich. SpĂŒrten sie es doch alle, dass dies noch nicht einmal der Anfang des Unwetters war. WĂŒrde die Natur noch viel mehr zeigen, zu was sie fĂ€hig ist.

Novec jedoch bemerkte davon nichts. Bewusstlos lag der kleine Zwerg, mit einem Pfeil in der linken Schulter im Gefangenen Verschlag einfach nur da.

Um ihn herum tobte der Kampf zwischen Sinthara & Baxeda auf der einen Seite und den Allianzlern & den Zwergen auf der anderen Seite.

Erst der immer stĂ€rker werdende Regen und das geholper des Pferdekarrens holten Novec fĂŒr einen kurzen Augenblick aus seiner Bewusstlosigkeit zurĂŒck.

Wie aus weiter Ferne konnte der Verletzte hören wie die Pferde wiehrten und der Wagen immer mehr holperte. Kurz konnte Novec wieder einen klaren Gedanken fassen. >Auuu verdammt, welcher Trottel fĂ€hrt denn den den Wagen? Da wĂŒrde ja sogar ein Goblin grĂŒn anlaufen, bei solchen FahrkĂŒnsten.<

Ein besonders tiefes Schlagloch holte den kleinen Brummkopf in die RealitĂ€t zurĂŒck. Merkte er doch erst jetzt den beisenden und stechenden Schmerz in seiner Schulter. Schlecht ging es dem kleinen Kerl, Übelkeit plagte ihn, so stark waren die Schmerzen. Mit MĂŒhe und Schmerz verzerrtem Gesicht gelang es dem ehemaligen Hauptmann den Kopf etwas an zu heben und nach links zu drehen. ZĂ€hne knirschend mit TrĂ€nen im Gesicht legte er seinen Kopf Sekunden spĂ€ter leicht unsanft wieder auf dem durchnĂ€ssten Holzboden ab und bemerkte den Pfeil, der in seiner Schulter steckte. Sehr schwer konnte er den Pfeil sehen. Er schob es auf den Blutverlust. Ein kurzes Gebet an Odonolos konnte der Zwerg in Gedanken mit aller MĂŒhe sprechen, hoffte der doch, dass ihm bald jemand helfen wĂŒrde.

Schwer wurden seine Augenlieder wieder und vielen langsam zu. Kurz bevor sie geschlossen waren, sah er noch eine dunkle Gestalt mit FlĂŒgeln ĂŒber sich. "Ob dies wohl der böse DĂ€mon ist, der mir jetzt die Seele stehlen will, genau wie es Oma bei den Gruselgeschichten frĂŒher immer erzĂ€hlte?", sprach Novec leise, kurz bevor er wieder das Bewusstsein verlor.


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FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#48

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:11

Alles ging sehr schnell und Darragh blieb nur wenig Zeit zu reagieren. Als der Zwerg ergriffen wurde, hatten sich die beiden DĂ€monen ins KampfgetĂŒmmel gestĂŒrzt und nur wenige Sekunden spĂ€ter rasten sie mit dem GefĂ€ngniswagen davon. Dann nĂ€herten sich die Soldaten der Lichtung. "jetzt mĂŒssen wir vorsichtig sein, mein Freund, aber ich hab schon einen Plan. Pass nur auf. und dass du mir keine Schwierigkeiten machst" Der HĂ€ndler hielt sein Maultier eng am Halfter und mimte den Ahnungslosen. Der Regen hatte fast alle Spuren des Lagers verwischt und die wenigen Überreste ließen keinen Schluss mehr auf die vorherigen Geschehnisse zu. Einige Rufe drangen durch das GebĂŒsch. Man wĂŒrde ihn bald entdecken.

"Hallo? Hilfe!", einige Soldaten traten auf die Lichtung, "Habt dank, habt ihr die Untiere erwischt? GrĂ€ssliche Viecher, haben mir richtig Angst eingejagt. Ihr kamt gerade im rechten Moment! wirklich. nur ein klein bisschen spĂ€ter und sie hĂ€tten alles mitgenommen. Der Zwerg und diese beiden ... Ungeheuer wollten mich ausrauben. Ist es denn zu glauben. Ich bin ein friedlicher HĂ€ndler, friedlich wie ein Oger, gebĂŒrtig aus Goldsee. Ein HĂ€ndler. Ein BĂŒrger der Allianz. seht ihr, oh ein GlĂŒck, dass eure Patrouille bis hier in den SĂŒden vorgedrungen ist! oder seid ihr etwa gar keine regulĂ€re Patrouille? ach was weiß ich schon." Die Soldaten blickten den HĂ€ndler fassungslos an. " Ich bin Darragh Edlaien, Abgesandter der freien Kaufmannsgilde Goldsees, Kaufmann und Diplomat.*“
Selbstbewusst streckte Darragh dem Hauptmann der Truppe seine Hand entgegen, um ihn zu grĂŒĂŸen, aber auch damit dieser seinen Siegelring bemerkte. Der schwerbewaffnete Mann ignorierte die Einladung und stieß ihn nur unsanft zur Seite. Mit einigen festen Handgriffen öffnete er die Packtaschen des Maultiers warf einen abschĂ€tzigen Blick auf deren Inhalt und betrachtete die Lichtung.
„Ja wir werden sie erwischen. Ausgeraubt sagt ihr?.. mhh es ist nicht gerade ungefĂ€hrlich in dieser Gegend. Wohin seid ihr unterwegs?“

„Ich komme aus dem SĂŒden um GewĂŒrze und alte Schriften zu kaufen. Leider muss ich die Ebenen der Wiesenlande ĂŒberqueren, auch ich wĂŒrde es vermeidet wenn es ginge, aber es ist mein GeschĂ€ft und ich muss irgendwie zurĂŒck nach Goldsee. Wisst ihr ich habe meine Familie lange nicht mehr gesehen und ein armer Kaufmann bringt nicht viel nach Hause, wer weiß ob es ihnen gut geht. Ach wie gern wĂ€re ich schon dort. Im Norden. In meiner Heimat....“

„Schweigt!“, knurrte es plötzlich aus HĂŒfthöhe. Die Zwerge, die Novec gefangen nehmen sollten traten auf die Lichtung. „Jedes einzelne Wort das aus eurem Mund kommt, Darragh Edlaien, ist eine LĂŒge, alles was ihr sagt, zielt immer nur darauf ab den fĂŒr euch grĂ¶ĂŸtmöglichen Vorteil zu erzielen. Glaubt ihm kein Wort, Enan, ich kenne diesen Mann. Ich kenne ihn aus ErzĂ€hlungen, er hat unser Volk vor langer Zeit betrogen...“ Verdutzt blickten die Soldaten Darragh an und dieser war nicht weniger geschockt. Der Zwergenhauptmann sprach triumphierend weiter. „Sie sind uns entwischt, aber ihre Flucht fĂŒhrt sie genau in die Arme eurer Armee. Wir werden den Zwerg und seine Begleiter in Gewahrsam nehmen und nach Dvaras bringen.“ Er wendete sich wieder an den HĂ€ndler. „Es ist bedauerlich, dass ihr durch unser Vorgehen dem Überfall entgangen seid. Ich hĂ€tte es euch von Herzen gegönnt. Doch ist es meine Pflicht als oberster GrenzgĂ€nger, Halunken wie dir Schutz zu gewĂ€hren. Wenn du also den Weg in die einsamen Berge einschlĂ€gst, kannst du uns begleiten.“ Fassungslos vernahm Darragh die Worte des Zwerges. Wie konnte er ihm glauben, selbst nachdem er ihn anscheinend so durchschaut hatte. Ein wenig Stolz auf seine TĂ€uschung und durchaus erleichtert antwortete er dem Zwerg in dessen Sprache: „Ich begleite euch gerne. Wie es der Zufall so will komme ich im Auftrag der freien StĂ€dte mit einem Angebot an eure HĂ€ndlerkaste. FĂŒhrt mich also nach Dvaras und ich versuche wieder gutzumachen, was damals passiert ist. Doch zeigt mir zuerst die dreckigen Halunken, falls ihr sie geschnappt habt.“

Gemeinsam folgte die kleine ungleiche Gruppe den Spurrinnen die der Wagen hinterlassen hat. Der starke Regen hatte den Boden aufgeweicht und sie kamen nur langsam voran. Darragh versuchte gegen das Heulen des Windes anzureden und mimte den geschwÀtzigen HÀndler.

Einige Zeit spĂ€ter erreichten sie die Hauptarmee und Darragh konnte den GefĂ€ngniskarren sehen. Das Unwetter wĂŒtete ĂŒber ihnen und der Abschied fiel den Soldaten nicht schwer, da ihre Kameraden schon das Nachtlager ausgehoben hatten. WĂ€hrend die Gefangenen an die Zwergendelegation ĂŒbergeben wurde wartete Darragh und ĂŒberließ sich seinen Gedanken.
Was wĂŒrde er machen, wenn er einmal in Dvaras war? Man wĂŒrde ihm viel vorwerfen und doch konnte man ihm nichts nachweisen. Er hatte vor einigen Jahren einen Großteil der SalzbestĂ€nde der Zwerge zum SchnĂ€ppchenpreis aufgekauft und sie dann durch seine Monopolstellung und die daraus resultierende Preissteigerung fĂŒr ein Vermögen regelmĂ€ĂŸig mit Salz beliefert. Trotzdem war es eine Chance, die sich ihm bot, denn es war HĂ€ndlern fast unmöglich in das Zwergenreich zu gelangen, wenn sie nicht gerade als Botschafter oder VerbĂŒndete kommen. Vielleicht konnte er wirklich einen Handel rausschlagen, der die sturen ZwergenhĂ€ndler die Vergangenheit vergessen lĂ€sst. Nein, das ist undenkbar. Zwerge waren schon immer dickköpfige Narren und sie wĂŒrden es auch immer bleiben. Doch er musste irgendwie versuchen seinen GefĂ€hrten zu helfen und das konnte er nur, wenn er in ihrer NĂ€he blieb.

Es dauerte nicht lange und die Zwerge brachen auf. Zusammen mit Darragh, dem GefÀngniskarren und dem alten Maultier reisten sie in die tiefen des Zwergenreichs...

---------> Im Herzen des Zwergenreiches Nidawellir

*einwandfreies NordlÀndisch

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#49

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:11

Wild ging die Fahrt vorran und Sinthara hatte MĂŒhe sich auf dem Wagen zu halten. Ihre gerade noch furchteinflĂ¶ĂŸende Haltung war flöten gegangen und sie Ă€hnelte mehr einem Betrunkenen.
Der Pfeilhagel machte das ganze nicht besser und war schmerzhaft, wie die Tieflingsfrau zu ihrem Leidwesen feststellen mußte, als sich welche in ihre Haut bohrten.

Warum bei Kargon war sie auf diese bescheuerte Idee gekommen, den Zwergen retten zu wollen? Vieleicht sollte sie egoistischer sein damit sie von solchen Situationen verschont blieb.

Schwankend erkannte sie noch Baxeda auf dem Wagen und die Soldatengruppe auf welche sie geradewegs zurasten.

~Na hoffentlich nehmen wir gleich ein paar mit ~

War einer ihrer letzten Gedanken bevor die Welt Kopf stand und kurz danach alles schwarz wurde.

Als sie wieder zu sich kam lag sie mit schmerzendem Körper irgendwo in einem Graben am Wegesrand. In der rasanten Fahrt war sie vom Wagen geflogen und unsanft in der Böschung gelandet.
MĂŒhselig kĂ€mpfte sie sich auf die Beine und taumelt noch leicht benommen in den Wald.
Erst nach einer Weile wurde ihr Verstand wieder klar und sie begriff das sie nicht nur verletzt war sondern auch die Anderen verloren hatte.
Nach reichlichem Umschauen aber mußte sie erkennen das weit und breit niemand zu sehen war.
Seufzend ließ sie sich ins Gras fallen und machte sich daran die Pfeile aus ihrem Körper zu entfernen und die Wunden zu versorgen.
WĂ€hrenddessen kreisten ihre Gedanken darum was sie nun tun sollte. Wieder raus in den Welt?
Das war sehr einsam und irgendwie hatte sie die verrĂŒckte Gruppe gemocht. den kleinen impulsiven, das große Plappermaul...nun ja nur dem Menschen konnte sie nichts abgewinnen.

Nachdem sie ihre Wunden versorgt hatte und noch eine Weile vor sich hin siniert hat, stand ihr Entschluß fest.
Sie wĂŒrde unter die Erde gehen wenn es sein muß, um den Kleine irgendwie wieder raus zu holen.
Entschloßen machte sie sich auf den Weg, an einem Hof in der NĂ€he hielt sie nochmal an um sich einen Mantel von der leine zu stibitzen und ihr Äußeres so wieder zu verbergen.
So verborgen schaffte sie es einer Gruppe reisender HĂ€ndler zu folgen welche Richtung Zwergenreich unterwegs waren.
War auch gut so hÀtte sie den Weg doch anders nicht gefunden....

>>>> irgendwo im Zwergenreich

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#50

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:12

Baxeda stolperte ĂŒber das nasse Kopfsteinpflaster. Die fingerdicke Kette, die sein eisernes Halsband mit dem Fuhrwerk verband, ließ ihm kaum einen Arm lang Bewegungsspielraum. Immer wieder gab es einen plötzlichen Ruck, der ihn nach vorn riss oder das GefĂ€hrt blieb kurz an einem herausragenden Stein stecken, so dass er gegen die RĂŒckwand lief. Die Zwerge auf dem Wagen hinter ihm quittierten es mit einem hĂ€mischen Lachen und spöttischen Bemerkungen. Hin und wieder spuckten sie nach ihm. Baxeda reagierte darauf mit Schweigen wie auf alles, das ihm heute wiederfuhr.

Unmittelbar nach dem Unfall mit dem Fuhrwerk, von dem er sich dank seiner FlĂŒgel mit einem gewagten Sprung retten konnte, hatte er ohne jegliche Gegenwehr kapituliert. Was sollte er auch ausrichten gegen eine waffenstarrende Gruppe von Zwergen und Menschen? Er hatte sich klaglos und fĂŒgsam in die HĂ€nde des Feindes gegeben. Ein Tiefling, den man herumschubsen und beschimpfen durfte, wie man wollte. Vielleicht war das der Grund, warum man ihm nicht auch noch die HĂ€nde gefesselt hatte. Man hatte sich von seiner Harmlosigkeit ĂŒberzeugt und das Halsband reichte aus, um ihn an Flucht oder Angriff zu hindern. Baxeda wĂŒrde sie auf sich herumtrampeln lassen und in dem Glauben wiegen, sie hĂ€tten ihn völlig gebrochen, bis sie unaufmerksam wurden. Dann wĂ€re er weg, auf nimmerwiedersehen!

Man machte eine kurze Rast. Die Karawane aus HĂ€ndlern und Bewaffneten zĂŒndeten sich Fackeln an. Und das, obwohl gerade erst die DĂ€mmerung begann. Baxeda hingegen sah in der Zeit zwischen Tag und Nacht noch besser, als sonst. Davon machte er auch sogleich Gebrauch und blickte sich noch intensiver um als zuvor. Er versuchte so zu gehen, dass er seitlich am Wagen vorbeischauen konnte, denn da gab es etwas, das ihn besonders interessierte.

Seit geraumer Zeit fixierte er Darragh, den sogenannten HĂ€ndler, der in aller Seelenruhe Seite an Seite mit den Feinden spazierte und sich ab und zu mit ihnen gepflegt unterhielt. Baxeda ballte die FĂ€uste so fest, dass seine Klauen ihm ins Fleisch stachen. Dieser elende VerrĂ€ter hatte sie absichtlich in die Falle gelockt! Diese schmuckbehangene Sumpfschlange! Am liebsten wĂŒrder er ihm...

Baxedas Gedanken wurden jĂ€h unterbrochen, als der Weg unerwartet steil abfiel und sich eine Felswand ĂŒber ihn wölbte wie das Maul eines Untiers. Kalte Luft, die nach Feuchtigkeit und Schimmel roch, schlug ihm entgegen. Baxeda bekam eine GĂ€nsehaut und sein Pelz stand ihm am ganzen Leib zu Berge. Instinktiv spannte er jeden Muskel an. Die vermaledeite Karawane verschleppte ihn in das unterirdische Zwergenreich Nidwallhir! Es wurde mit einem Male finster, als sie den Höhlengang betraten. Nur die Fackeln spendeten ein dĂŒrftiges Licht. Dem Tiefling jedoch reichte es aus.

Baxeda betrachtete im gehen die glitschigen WĂ€nde, von denen lange AlgenfĂ€den hinab hingen. Der Gang war roh in den Fels gehauen, ohne irgendwelche Verzierungen. In gleichmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden wurde der Stollen von massiven Holzpfeilern abgestĂŒtzt. Die ersten Abzweigungen kamen. Baxeda versuchte, sich den RĂŒckweg einzuprĂ€gen, scheiterte jedoch bereits nach wenigen Kilometern. Dies hier war ein einziges Labyrinth fĂŒr jemanden, der es gewohnt war, sich aus mehreren Kilometern Höhe an Landmarken zu orientieren oder an den Sternen. Da nĂŒtzten ihm auch seine guten Augen nichts. Immer weitere Abzweigungen kamen, ohne Wegweiser oder Markierungen, fĂŒr den Tiefling sah alles gleich aus.

Es hatte keinen Sinn, Baxeda gab den Versuch auf und konzentrierte sich wieder auf die Karawane. Vor ihm ging noch immer Darragh und wechselte ab und zu ein Wort mit den Zwergen. Darragh, der Falsche, Darragh, der VerrÀter... das man sich so in jemandem tÀuschen konnte! Er hatte doch eigentlich ganz in Ordnung gewirkt und ihm sogar Arbeit angeboten.

Da kam Baxeda plötzlich ein Gedanke. Was, wenn Darragh nur so tat, als wĂ€re er auf der Seite der Allianzler? Was, wenn er die ganze Zeit versuchte, mit dem Trupp auf dem geheimen Weg in das Zwergenreich zu gelangen, um Novec zu befreien? Und was war ĂŒberhaupt mit Sinthara geschehen, der zurĂŒckhaltenden Tieflingsfrau, fĂŒr die sein Herz schlug - hatte wenigstens sie sich retten können? Oder war sie zusammen mit dem Zwerg verschleppt worden?

Baxeda wurde von einer tiefen Traurigkeit erfĂŒllt, als er an seine beiden neuen Freunde dachte.
Er schĂ€mte sich dafĂŒr, bisher nur sein eigenes Schicksal bejammert zu haben. Er musste sich selbst befreien – doch nicht nur um seiner selbst Willen, sondern auch fĂŒr Sinthara und Novec, jawohl! Sie brauchten seine Hilfe, dessen war er sich sicher!

Und wenn sie erst hier raus waren, wĂŒrde er Novec mit nach Phintias schleppen in sein Stammlokal und ihm zeigen, was man bei den Tieflingen so trinkt – Schilfschnaps und Gramnovenwein, von der besten Sorte, am besten gleich gemischt und serviert in den SchĂ€deln hingerichteter StraftĂ€ter. Eine Delikatesse!

Und Sinthara wĂŒrde er ... ja, was wĂŒrde er mit Sinthara machen? Vielleicht einen schönen Ausflug zu den Wiesenlanden, in den sĂŒdlichen Teil, wo der Krieg noch nicht seine blutige Spur hinterlassen hatte. Dort, wo die Weiden in saftigem GrĂŒn standen und die Felder im Winde wogten wie Meere aus Gold. Da, wo es nach Heimat roch und das Land aussah wie das Paradies. Ja, das wĂŒrde er tun, das wĂŒrde ihr gefallen!

Doch dafĂŒr musste er hier herauskommen. Als erstes am besten diese verdammte Kette loswerden. Aber wie?
Baxeda bekam Kopfschmerzen. Er war es nicht gewohnt, so viel nachzudenken. Dennoch reifte ein Plan in seinem Kopf heran. Ein guter Plan, wie er fand. Um herauszufinden, ob Darragh auf seiner Seite stand oder nicht, gab es eine sichere Möglichkeit... und vielleicht wurde er dabei sogar seine Kette los.

„Meister!“, rief er so laut und so begeistert, wie es ihm in der GegenwĂ€rtigen Situation möglich war. „Meister Darragh! Ich bin hier hinten! Bin ich froh, dass ihr auch hier seid!“
Er sprang im Gehen auf und ab und schlug mit den FlĂŒgeln, um die Aufmerksamkeit des HĂ€ndlers auf sich zu ziehen.
„Ich dachte schon, nachdem ihr mich gerade erst auf dem Sklavenmarkt von Fomor gekauft habt, mĂŒsste ich schon wieder den Herrn wechseln. Bitte seid so gut und sagt diesen Leuten hier, sie mögen euren leibeigenen Lieblings-Tiefling losketten, damit er euch zu Diensten sein kann. Schließlich habt ihr gut fĂŒr mich bezahlt“, fĂŒgte er noch hinzu. Er ĂŒberlegte fieberhaft, was ein Sklave ĂŒberhaupt so machte.

„Seht nur, was man euch zumutet“, improvisierte er mit gespielter Empörung und hoffte, halbwegs den richtigen Ton zu treffen. „Ihr mĂŒsst selber eure feinen HĂ€nde schmutzig machen und das stinkende Maultier fĂŒhren, dabei ist dies doch meine Aufgabe! Und wer soll fĂŒr euer ĂŒber alle Maßen leckeres Abendbrot sorgen? Euch die Fackel tragen, damit ihr nicht stolpert auf diesen holprigen Wegen, die eurer edlen FĂŒĂŸe gar nicht wĂŒrdig sind? Wer die unterirdischen Spinnen verscheuchen, die hier ĂŒberall rumkrabbeln und euren gesegneten Schlaf stören?“

Klang das autenthisch? War es auch kriecherisch genug? Oder musste er noch mehr schleimen? Ängstlich blickte Baxeda sich um. Die Zwerge raunten und blickten schließlich abwechselnd zwischen Darragh und dem Hauptmann der Zwerge hin und her in der Erwartung, diese mögen eine Entscheidung treffen. Das Fuhrwerk hielt an.

Baxedas Finger zitterten vor NervositĂ€t. Schon bereute er seine großspurigen Worte. Ach, hĂ€tte er doch die Klappe gehalten! Oder wĂ€re er lieber gleich auf dem Baum geblieben, auf dem er die Nacht verbracht hatte! Mit zittrigen Fingern wischte er den Angstschweiß von seinen Augenbrauen, der ihm von der Stirn und in die Augen lief. Er konnte kaum etwas sehen. Schritte nahten. Jemand blieb direkt vor ihm stehen.

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