Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

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Novec Sarili Gojim

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#11

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 21:54

Novec der gerade ganz in Gedanken war, schaute sich den Wolf genau an. Solch ein großes Raubtier hatte er noch nie zu vor gesehen. Beachtlich näherte er sich dem Wolf und die Stimmen der anderen waren nur noch ein Rauschen im Wind, so beeindruckt war er von dieser Kreatur.

Als er langsam wieder aus seinen Gedanken gerissen wurde erzählte der erste Fremde gerade etwas über seine Krankheit.

"Was eine Hautkrankheit? Was habt ihr hier oben für merkwürdige Krankheiten?"

Für einen Moment völlig überrumpelt und erschrocken ging Novec ein paar Meter beiseite und schaute sehr irritiert.

"Ist das ansteckend, also für Zwerge? Nicht das ich Angst hätte, aber wissen würde ich es ja doch gern schon", sprach Novec mit etwas zitternder unruhiger Stimme, bis der erste Schrecken beiseite war. Novec kniff seine Augenbraun zusammen und schaute den Fremden misstrauisch an, als er seine Axt wieder an seinen Grürtel steckte. Wieder einmal schaute er den Fremden genau an und verschrenkte seine Arme vor sich. Die ganze Zeit war ihm schon aufgefallen, dass mit dem Fremden irgend etwas nicht stimmte, er sah zu merkwürdig aus und benahm sich auch von Anfang an viel zu freundlich.

>Mhhhh, dass soll eine Hautkrankheit sein? Irgendwie kann ich das nicht so recht glauben.<

"Da fällt mir ein, ja die Krankheit kenne ich. Sehr schlimme Sache, erst fängt sich an die Haut zu verfärben dann kommt übermässiger Haarwuchs. Aber dann kommt das schlimm, es wachsen einem Hörner und wenn das wachstum in eine Richtung abgeschlossen ist, wachsen sie in die andere Richtung, direkt in den Kopf. Der tot ist sehr langsam und schmerzvoll. Keiner überlebt das. Ich habe der Krankheit den passenden Namen ´Lügerites´ gegeben", scherzte der Zwerg und musste sich dabei sehr das Lachen verkneifen. Man sah es an seinen Augen an, die etwas anfingen zu tränen. Aber Novec bliebt stark und ihm war kein schmunzeln ab zu ringen.

"Aber Spaß bei Seite. Ich heiße Novec Sarili Gojim und bin ein Zwerg. Bevor ich auf die Oberwelt kam war ich bei der Zwergenarmee. Eine der besten Ausbildungen auf Lodranion habe ich durch laufen und musste auch das Fach Heilung absolvieren. Dort wird einem beigebracht wie man die einfachsten Verletzungen heilen kann und was uns in den verschiedenen Gebieten Lodranion erwarten kann. Nun ja in Lodranion ist Krieg und wir werden auf alles vorbereitet. Zudem wenn man eine überängstliche Oma hat - Odonolos habe Sie seelig -, die sich auf Heilung spezialisiert hat, wird man auch neben seiner Ausbildung von ihr unterrichtet. Einst fand ich das nervend, sie hat mir alles mögliche zu lesen gegeben, mich abgefragt und erzählt alles mögliche über Pflanzen, Kräuter und Krankheiten. Sie meinte es wäre wichtig und würde mir eines Tages helfen. Mit 78 sieht man das weniger so, hingegen jetzt bin ich stolz auf das Wissen was mir meine Oma vermittelt hat und eins sage ich dir Fremder. Deine Krankheit gibt es nicht!"

Mürrisch schaute Novec zu dem Fremden und dann zur Fremden. "Geh lieber etwas weg von ihm und komm zu mir rüber. Eine junge Frau so nahe bei einem merkwürdig aussehenden Lügenbold der eindeutig zu freundlich ist, dass ist gefährlich! Wer weiß was er dir antuhn will, komm lieber zu mir, ich habe auch Medizin in meinem Rucksack und kann deine Wunde versorgen! Wie heißt du eigentlich?" Novec griff wieder zu seiner Axt und hielt sie fest in beiden händen. Novec knirschte die Zähne zusammen und schaute dabei sehr verärgert.

"Los sag uns wer du wirklich bist", ich meine es ernst.

Novec`s Stimme verriet dem Fremden, dass er es dieses mal Ernst meinte und nicht zu Scherzen aufgelegt war.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#12

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 21:55

Wieder lauschte sie nur schweigend dem Geplauder der Beiden ohne sich selbst groß daran zu beteiligen. Lieber beobachtete sie Baxedas Handgriffe als jener den Wolf wortwörtlich das Fell über die Ohren zog.

Doch dann stutzte Sinthara und sah ihn genauer an. Seine dämonischen Merkmale waren nicht zu übersehen.
Glaubte er ernsthaft das ihm jeder diese Geschichte von einer Krankheit abnehmen würde?

"Was seit ihr? Ein Feigling oder ein Geschichtenerzähler. Entweder ihr verhüllt euch oder steht zu dem was ihr seit.
Aber hört auf das ganze als eine Krankheit abzutun."


Ihre Stimme hatte einen scharfen Klang angenommen.
Es gefiel ihr nicht wie er es als Krankheit versuchte zu verkaufen.
Sicher die Leute reagierten meist alles andere als freundlich darauf aber kein Grund irgendeine Krankheit zu erfinden um damit sein Aussehen zu rechtfertigen.

"Auf Dauer wird man euch diese Krankheitsgeschichte sowieso nicht abnehmen."

warf sie knapp noch hinterher, dann wande sie sich ihrer Tasche zu.
Nur leicht schob sie den Umhang zur Seite so das ihr zierlicher zartweißer Arm enthüllt wurde aber der Rest verborgen blieb.
Nachdem sie dann endlich auch einen Verband gefunden hatte versuchte sie sich selbigen anzulegen.
Das ganze war keine einfache Angelegenheit und irgendwie wollte es auch nicht gelingen.
Der Verband rutschte teilweise immer wieder den Arm etwas hinab.

Es dauerte schon etwas bevor es ihr endlich gelingen wollte. Leise brummelnd befestigte sie den Verband und zog dann den Umhang wieder über den Arm.

Zwar war ihr nicht entgangen das Novrec ihr Hilfe angeboten hatte aber sie tat einfach so als habe sie es nicht gehört um sich nicht rechtfertigen zu müßen warum sie seine Hilfe nicht annahm.

Gerade wollte sie sich wieder abwenden um diese merkwürdigen Leute hinter sich zu lassen, als ihr knurrender Magen sie wieder an ihren Hunger erinnerte.
Und wo bekam man besser Essen her als in Gesellschaft. Zudem war ihr so gar nicht nach einer Jagd zumute.
Also sah sie wortlos wieder zu den Beiden, bis ihr einfiel das sie sich höfflichkeitshalber vorstellen sollte.

"Ich bin Sinthara."

Sie hielt sich sehr knapp aber was sollte sie auch groß erzählen. Das sie schon wieder auf der Flucht war, das ihr Aussehen unnormal war oder gräßlich häßlich , total abscheulich, eine Missgeburt, als was auch immer man sie noch bezeichnet hat, wenn man sie mal gesehen hat und nicht gleich Angst oder Aggressionen bekommen hat.

Nun sah sie ebenso wie der Zwerg zu Baxeda wobei in ihrer Haltung nichts ablehnendes lag. Stattdessen legte sie eine ihrer behandschuhten, zierlichen Hände für einen kurzen Augenblick hauchzart auf Novrecs Arm als wolle sie das er die Axt wieder zur Seite legte oder zumindestens das er nicht Baxeda angriff.

"Ich weiß was er ist."

Sprach sie dann leise und ruhig. Zwar hatte sie etwas gebraucht aber dann war sie doch darauf gekommen was er war. das er ihr eben nicht unähnlich war und Sinthara wußte genau was sie war.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#13

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 21:55

Baxeda war etwas überrumpelt. So hatte er sich das nicht vorgestellt! Die Frau hatte ihn auf seine Lüge hin angefaucht und der Zwerg Novec stand mit drohend erhobener Axt vor ihm. Zwar wirkte dieser eher verteidigungsbereit als angriffslustig, dennoch trat Baxeda sicherheitshalber ein paar Schritte zurück. Bei so einer Axt konnte man nie wissen und der kleine Mann sah durchaus so aus, als wüsste er sie zu benutzen!

„Ahahaha“, lachte Baxeda verlegen und kratzte sich am Hinterkopf.
„Man kann`s ja mal versuchen. Manche kaufen einem dlie Geschichte ab. Schon gut, ich gebe es ja zu, mein Aussehen ist keine Hautkrankheit. Aber egal, wie es auf euch wirken mag – wie ein Monster, gar ein Dämon oder sonstwas – ich bin trotzdem ein Mensch. Und als solcher absolut friedfertig und vertrauensvoll!“

Er breitete seine leeren Handflächen aus, um seine Harmlosigkeit zu betonen.

Während er diese, wie er fand, absolut überzeugende Ansprache gehalten hatte, war die Frau damit beschäftigt, mehr schlecht als recht ihren verwundeten Oberarm zu versorgen. Baxeda fragte sich, warum sie nicht die Hilfe annahm, die Novec ihr soeben aneboten hatte. Es war offensichtlich, dass sie nur so tat, als hätte sie dessen Angebot nicht gehört, denn laut genug gesprochen waren die Worte sehr wohl gewesen. Fast schon gebrüllt, wie alles, was der Zwerg sagte. Das konnte man einfach nicht überhören!

Nachdem sie ihren Verband stümperhaft festgezurrt hatte, sah sie aus, als ob sie gehen wollte. Doch plötzlich schien sie es sich anders zu überlegen und stellte sich als Sinthara vor.

Sinthara also. Schöner Name, eigentlich, aber ob ich mir den merken kann?
Klingt ungewöhnlich. Vielleicht ist sie wirklich `ne Elfe.


Und dann tat sie auf einmal etwas völlig Unerwartetes. Novec stand noch immer mit drohend erhobener Axt vor Baxeda, bereit, ihm beim kleinsten Verdacht seinen grauen Schädel zu spalten, da legte Sinthara ganz zart ihre kleine Hand auf den kräftigen Arm des Zwerges.

Und behauptete zu wissen, was Baxeda sei.

Scheiße, den Pelz kann ich vergessen! Wenn sie verpetzt, dass ich ein halber Tashazzi bin, muss ich zusehen, dass ich verschwinde, oder ich hab die Klinge vom Zwerg im Kopf stecken!

Ganz langsam, um niemanden zu erschrecken, breitete er seine schwarzen Fledermausschwingen aus.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#14

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 21:56

Novec lauschte aufmerksam den Worten der Fremden. Er hätte nicht gedacht, dass so eine schüchterne Person der art wütend werden kann. Merkwürdig kam ihm das ganze schon vor. Auch wenn der Fremde gelogen hat, warum reagiert sie so? Weiß sie etwa mehr als sie sagt?

>Warum nimmt Sie meine Hilfe gar nicht an und bleibt da stehen? Hat sie gar keine Angst vor dem Fremden oder hat sie etwa Angst vor mir? Liegt es an meinem Bart? Das sind beides sehr merkwürdige Gestalten auf die ich hier getroffen bin. Ob alle Oberweltler so merkwürdig sind?<

Novec schnaufte laut und zog ein nachdenkliches Gesicht. Man konnte förmlich spühren wie er sehr angestrengt nachdachte. Einfach war es für ihn nicht. Solch eine Begegnung hatte er noch nie und langsam wusste er nicht mehr wie er reagieren sollte. Waren doch beide Fremden für sich merkwürdig, was ihm sehr zu denken gab. Novec schnaufte abermals, als er seinen Gedanken gerade zu ende dachte und der Fremde eine der Art dümmliche Rede hielt, dass man es nicht fassen konnte.

>Noch eie Lüge Freundchen? Was soll diese derart abgedroschene Rede?<

"Nimms mir nicht übel Fremder, aber wenn jemand mit deinem Aussehen da steht. Mit ausgebreiteten Händen, deren Finger messerscharfe Krallen sind und ein grinsendes Gesicht mit rießigen Reißzähnen... Also da zu glauben, dass die Person friedlich ist, ist für mich als Zwerg sehr schwer zu glauben!"

>Bahhhrr, was sind das für zwei Gestalten. Der eine Lügt, fängt Zwerge, zerstört Proviant und ist überfreundlich, die andere erlegt einfach so ein so rießiges Raubtier, redet kaum und ist extrem geheimnissvoll. Wer sind die beiden nur?<

Gerade als Novec einen Satz anfangen wollte, kam die Fremde, die sich als Sinthara vorgestellt hatte und eben noch weg gehen wollte zu ihm und besänftigte ihn.

"Was du weißt was er ist?" Novec der seine Axt immer noch umklammerte und fest vor sich hielt nahm diese sehr langsam etwas runter.

>Was soll das, warum schützt sie ihn nun wieder? Gerade eben hat sie ihn noch vorsch angegriffen! Und woher weiß sie was er ist?<

"Bahhhrr, mir reichts aber mal langsam", brummte Novec lautstark, knirschte dabei die Zähne und riss die Axt wieder vor sich. Bedrohlich ging er einen Schritt Richtung des Fremden und man konnte sehen, dass er jeden Moment auf ihn zu rennen könnte.

"Mir ist schon mein Frühstück entkommen und habe deshalb gewaltigen Hunger. Mein Morgen ist nicht gerade gut gestartet und nun habe ich zwei solche Gestalten vor mir! Ich will nun endlich Anworten haben, kein geheimnisvolles gerede und auch keine Lügen!"
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#15

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 21:56

Sie trat etwas zurück als sich die Stimmung offensichtlich anspannte.
Aber was sollte sie machen? Wieder mal beobachtete Sinthara nur schweigsam die Situation.
Genau genommen könnte es ihr ja egal sein, wenn die Beiden sich zerfleischen. Sie würde sich dann einfach still und heimlich davon machen.

Andererseits hatten beide etwas an sich...
Was genau wußte sie nicht aber nahm man zum Beispiel den Zwergen.
Er war so aufbrausend, brummelig und sicherlich nicht ungefährlich, andererseits war seine Art stückweit auch amüsant.
Und Sinthara hatte in ihrem Leben bisher nicht wirklich etwas zum Lachen gehabt.
Und Baxeda...nun ja sie hatte kein Verständnis dafür das er es als Krankheit abtat, andererseits besaß er soviele Merkmale das es fast schon wieder schwer war selbige zu verstecken.
Und das er mit ihr etwas gemeinsam hatte, machte ihn ihr stückweit sympatisch.

Als Novrac dann aber Anstalten machte, jeden Moment auf Baxeda los zu gehen wußte sie, das sie handeln sollte.
Zwar glaubte sie nicht das der Zwerg dem Tiefling groß gefährlich werden konnte. Eher könnten die zwei etwa gleichstarke Gegner sein.
Trotzdem, Sinthara verabscheute Gewalt.

Beherzt trat sie zwischen die Beiden und sah zu dem Zwerg.

"Nehm die Axt runter, du hast hier keine Feinde zu bekämpfen!"

Zwar sprach sie selbstsicher und war auch überzeugt davon das Novrec weder vor Bax noch vor ihr etwas zu befürchten hatte, aber dennoch wußte man ja nie.

"Manchmal lügt man, weil die Wahrheit genau so etwas herbei führen würde....Gewalt.
Also wenn du die Wahrheit wissen willst, erwarte ich das du ruhig bleibst!"


Sintharas Stimme war ruhig und hatte dennoch einen scharfen Unterton der keinen Widerspruch duldete.

"Und du bleibst hier" Meinte sie knapp über die Schulter gen Bax.

Erneut richtet sich ihr Blick gen Novrec.

"Er ist ein Mensch...zur Hälfte..."

Begann sie langsam.

"Bedenke das er nichts dafür kann, das er nicht gänzlich ein mensch ist."

Wieder hielt sie einen Moment inne, sie zögerte, andererseits müßte der Zwerg erst an ihr vorbei bevor er Baxeda angreifen konnte und solange er nicht wußte was sie wirklich war, würde er sie nicht angreifen.
Hoffte sie zumindestens.

"Er...er ist ein halber Dämon.."

brachte sie dann langsam hervor und behielt den Zwergen genau ihm Auge.
Wenn in Beiden ein Funken Verstand saß würde Baxeda nicht fliehen und Novrec begreifen, das egal was Baxeda war, er dem Zwergen die ganze Zeit nichts getan hatte obwohl er sicherlich genug Möglichkeiten gehabt hatte.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#16

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 21:57

Baxeda war sicher gewesen, die Situation entschärft zu haben, da wollte plötzlich Novec mit der Axt auf ihn losgehen! Noch ehe der Tiefling irgendwie reagieren konnte, trat Sinthara dazwischen. Egal, wie zierlich und verletzlich sie aussehen mochte, sie hatte es faustdick hinter den Ohren. Und jetzt verpetzte sie dem Zwergen, einem Wildfremden, einem Choleriker, auch noch Baxedas unrühmliche Abstammung! Wie mochte dieser darauf reagieren?

Zur Sicherheit machte Baxeda aus dem Stand einen gewaltigen Sprung steil nach oben, wobei er ein einziges Mal kräftig mit den Schwingen schlug und sich so mehrere Meter nach oben katapultierte. Mit seinen pfotenähnlichen Füßen landete er sicher auf einem dicken Ast.

"Ich hätte dich in der Falle verfauern laffen follen!", brüllte er zu dem Zwerg herunter.
"Jawohl, versauern!"

Doch dann fiel sein Blick wieder auf das schöne Fell da unten, was jetzt unerreichbar hinter dem Zwergen und seiner Axt lag. Baxeda rang mit sich selbst. Auf der einen Seite fühlte er sich zu Unrecht attackiert, auf der anderen Seite schien der Zwerg außerdem ja doch nicht so übel zu sein. Anfangs zumindest war er sehr nett gewesen. Baxeda konnte sich gut vorstellen, mit ihm bei einem Weinchen am Lagerfeuer zu sitzen. Hier in der Gegend hatte er kaum Bekannte, da konnte ein neuer Kumpel nur nützlich sein. Vielleicht hatte Novec ja etwas Schlimmes erlebt und war deshalb leicht reizbar, obwohl er von Grund auf nett war?

Nun, es gab nur eine Möglichkeit, das heraus zu finden und gleichzeitig an das Fell zu kommen.

Außerdem interessierte Baxeda sich für Sinthara. Wer verborg sich unter dem schwarzen Mantel? Und ihr süßlicher Duft... was war das bloß? Verfluchte unzuverlässige Nase!

"Wollen wir unf... uns nicht einfach alle wieder lieb haben?", fragte Baxeda etwas hilflos von seinem Ast hinunter. Dann fügte er kleinlaut hinzu:
"Sinthara hat recht, in meinen Adern fließt wirklich Dämonenblut. Tashazzi, um genau zu sein. Aber im Herzen bin ich ein Mensch. Wirklich, diesmal ganz ohne Flunkereien!"

Er setzte sich auf den Ast und ließ die pelzigen Füße herunterbaumeln, die aus seinen Hosenbeinen schauten.

"Ihr dürft mir meine kleine Schwindelei nicht übel nehmen. Ich bin es gewohnt, dass manche Leute rumstänkern, wenn da so einer wie ich vor ihnen steht, darum habe ich es mir angewöhnt, `ne Hautkrankheit draus zu machen. Manchmal funktioniert, es, manchmal nicht."

Er machte eine kurze Denkpause. Dann erhellte sich sein Gesicht.

"Wisst ihr was?", rief er nun schon fast wieder begeistert, "wir vergessen das Ganze! Anstatt uns hier weiter anzugiften, schleppe ich ein paar Baumstämme heran und mach uns ein hübsches Feuerchen. Der Novec kann sich derweil um Sintharas Arm kümmern, wenn sie möchte. Und dann - ja dann lassen wir uns alle gemeinsam diesen Wolf da schmecken! Und Sinthara gibt die Geschichte zum Besten, wie sie ihn überhaupt alleine erlegen konnte! Dabei kannst du uns auch gleich erzählen, wer du überhaupt bist, kleine Frau. Bisher kennen wir ja nur deinen Namen. Na, was sagt ihr dazu?"
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#17

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 21:57

Novec hörte den beiden Aufmerksam zu und verfolgte das Geschehen. Er bemerkte das beide genau so sehr angespannt waren wie er. Sinthara schien zwar zierlich und schüchtern zu sein, scheint aber auch einen starken Gerechtigkeitssinn zu haben, sonst würde sie den Grünschnabel nicht beschützen. Der andere, nun ja, eher ein Zwergenfangender, Brotbrechender Feigling. Beide schienen auf ihre Art relativ nett zu sein stellte Novec fest. Trotzdem blieb er bei seiner Ansicht, dass dies merkwürdige Leute sind und ihnen noch nicht ganz traute.

Der Zwerg beruhigte sich langsam wieder und steckte seine Doppelaxt wieder an die Befestigung an seinem Gürtel. Seine Körperhaltung entspannte sich sichtlich, seine Gesichtszüge nahmen wieder ruhigere Formen an, als er langsam tief ein athmete-

Mit einem mal platzte es aus ihm heraus und brüllte den Fremden an: "Sag mal bist du von Sinnen Pelzfuß, nur weil du nicht verraten willst, dass du ein halber Dämon bist verdirbst du mir das zweite Frühstück? Mann der Wolf könnte schon schön knusprig durch sein und jemand hätte schon einen Bienenstock suchen und ausräuchern können. Mann, gebrattenes Fleisch mit Honig, was für eine Delikatesse!" Novecs Augen rollten etwas nach oben, als ihm ein kleiner Sabberfaden den rechten Mundwinkel hinunter lief. Schnell kam er wieder zu sich und wischte sich mit dem rechten Armschoner den Mund trocken.

"Aber nein, Herr Dämon muss ja so einen Aufstand machen und mich um mein zweites Frühstück bringen. Hättest du doch gleich sagen können, dass du ein halber Dämon bist, warum die Geheimniskrämerei? Ist mir doch egal was du bist. Dämonen habe ich noch nicht kennen gelernt, nur darüber gelesen und alles glaube ich so wie so nicht. Vieles wird falsch und übertrieben nieder geschrieben. Ich bin ein Zwerg der sich selbst gern ein eigenes Urteil bildet. Und da ich keinen Dämon kenne, habe ich noch kein Urteil und fange somit bei dir an Grünschnabel! Obwohl, wenn ich so recht darüber nachdenke, meine Tante vierten Grades Arothe hatte Charakterlich etwas von einem Dämon, armer Onkel Myl... Ähmm nun ja, egal alte Familiengeschichte", laut lachend klopfte sich Novec auf den Bauch.

"Ich beurteile Leute nach ihrem Inneren, also nach ihrem Magen inneren! Wer gut Kocht kann nicht schlecht sein! Bahrr na gut Ausnahmen gibts da schon", grinst Novec zufrieden vor sich hin. "Nun aber mal im Ernst, ich kann Personen gut einschätzen und weiß, dass ihr beiden in Ordnung seit, auch wenn ich misstrauisch bin. Jedoch kann ich zwei Dinge nicht ausstehen: Geheimniskrämerei und Lügen! Bahhrr und nun komm runter du Feigling und mach den Wolf fertig fürs Feuer, sonst hol ich dich persönlich vom Baum! Der Zwerg hat Hunger und ihm wurde ein köstliches Frühstück versprochen! Zudem wenn der Zwerg Hunger hat, bekommt er mächtig schlechte Laune und schlägt dabei gern mal über die Stränge, enschuldigt bitte ihr zwei! So ich geh Holz holen, bis gleich..."

Gut gelaunt, pfeifend und singend verschwand Novec wenige Augenblicke später im Dickicht des Waldes.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#18

Beitrag von Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 21:57

Der eine noch Grün hinter den Ohren und der andere verfressen. Na war doch wahr. Andererseits war sie auch nicht besser.
Sie machte ein Theater weil Bax nicht zu dem stand was er war dabei tat sie es ja selbst nicht. Sie verhüllte sich um ihr Äußeres zu verbergen.
Aber moment sie hatte ja nichts dagegen das er nicht zu dem stand was er war. Wenn man es genau nahm ging es ihr nur darum das er es nicht als Krankheit abtat.
Und das der Zwerg nicht auf ihm los ging wegen der Wahrheit.

Und noch hielten die Beiden sie wohl für eine Elfe oder so.
Obwohl es eigentlich der passende Augenblick war sich zu offenbaren, zuzugeben was sie war, konnte sie es nicht. Sie stand zudem was sie war, naja zumindestens soweit das sie es nicht versuchte als Krankheit abzutun.

Sinthara sah blinzelnd auf. Irgendwie war die Hälfte des Gespräches an ihr vorbei gerauscht während sie etwas in Gedanken gewesen.

Kurz zog sie die Stirn in Falten, er wollte doch tatsächlich das sie von sich erzählte? Das war aber so garnicht ihre Art.
Sie war weder besonders gesprächig noch jemand der gern im Mittelpunkt stand.

Ein wenig aus dem Konzept gebracht sah sie kurz dem Zwerg nach der munter pfeifend davon stapfte.
Vieleicht sollte sie sich auch etwas nützlich machen

Nachdenklich wie das ganze aussehen sollte sah sie sich um und entdeckte nicht unweit von ihr ein Bienennest.
Hatte Novrec nicht vorhin etwas von Honig gesagt?

Sinthara kramte in ihrer Tasche und zog eine Pfeife und etwas kraut hervor. Sie hatte das doch mal gesehen.
Sie rieb ein Holzstück mit farbiger Kuppe an der rauen Oberfläche und tatsächlich. So wie sie es gesehen hatte entfachte das Holzstäbchen.
Die junge Tieflingsfrau kneifte kurz die Augen zusammen und zündete dann die Pfeife an, bevor das Holzstück abgebrannt war.

Die Reaktion auf ihren ersten Zug war ein kräftiges Husten.
Gefiel ihr gar nicht aber hey wenn das ein anderer konnte konnte sie das auch.
Mit der Pfeife im Mund kletterte sie auf den Baum hoch zu dem Bienennest.

Kurz hielt sie inne um ihren Umhang so zu befestigen das er nicht aufklaffte während sie kopfüber an dem Ast hing.

Interessiert starrte sie das Nest an und sah den Bienen zu , welche sich trotz ihrer Anwesenheit noch recht ruhig verhielten...noch.
Langsam fing die Tieflingsfrau an etwas Rauch Richtung Bienen zu blasen.
Irgendwie roch es nach Kräuter. Aber es schien zu wirken, zumindestens flogen die Bienen ruhig weiter, auch wenn es etwas wirkte als hätten sie zuviel getrunken.

Vorsichtig entnahm sie zwei Wabben voller triefendem Honig und wollte noch eine dritte nehmen.
Diese hing aber fest so zog Sinthara deutlicher, was für etwas Aufruhr im Bienenstock sorgte.
Eine Biene war darüber so erbost das sie Sinthara etwas in den Ärmel flog und sie stach.

"Au!"


Vor Schreck ließ die Halbdämonin den Stamm los und stürzte in die Tiefe.
Zwar landetet sie auf dichten Moos aber dennoch war es nicht Schmerzfrei.
So lag sie einen Moment lang nur da, bevor sie sich langsam aufrichtet und zufrieden auf die prallgefüllten Honigwabben in ihren Händen sah.

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Darragh
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#19

Beitrag von Darragh » Mo 16. Mär 2015, 21:58

Eine Meile vor der Kreuzung stießen sie auf die erste Leiche.
Sie baumelte von einem Ast eines alten Baumes herunter, dessen verdorrte Krone einen dürftigen Schatten spendeten. Die Aaskrähen hatten sich bereits mit dem Gesicht des Toten beschäftigt und Wölfe an den unteren Gliedmaßen gefressen, die nahe genug am Boden hingen. Nicht weit entfernt stand ein alter geplünderter Karren, dessen Achse gebrochen war.
„Wo der wohl hinwollte?“ grunzte Fredjok grimmig und zog seinen schweren Einanderthalbhänder aus der Scheide.
Darragh musste sich arg zusammenreißen, um hochzuschauen. Der abgemagerte Körper war grau und bleich. Seine dreckige Bauernkleidung hing in Fetzen herab.
„Ich w..w.weiß nicht. Passen wir auf.“, sagte Nelden ängstlich und nestelte an der Halterung seines Kurzbogens.

Es waren die Söldner gewesen die am wenigsten Sold haben wollten, die er für die Reise angeheuert hatte. Der eine grobschlächtig und wohl ein wenig zu unvorsichtig, der andere dürr, schmächtig und ängstlich. Sie müssten genügen. Denn schließlich war der Bauernjunge der ihm von diesem Weg erzählt hatte auch unbeschadet in Fomor angekommen und war einem 'guten Bekannten' des Händlers direkt in die Arme gelaufen. Wie sich herausstellte war der arme Wiesenländerbursche auf die alte Salzstraße gestoßen, die schon seit langem nicht mehr benutzt wurde.

Zwei Tage nach der Ankunft des Jungen war Darragh mit einem Lasttier und zwei ungewaschenen Halunken aufgebrochen, um den Weg über die einsamen Berge nach Bama zu finden. Dort hoffte er den wertvollen südländischen Wein, einige Bücher und Gewürze zu verkaufen. Falls sich der Pfad als sicher herausstellen würde, so könnte er schon bald mit mehreren Lasttieren Waren über die Front schmuggeln. Aber es schien alles andere als sicher zu sein....

Zschh. Plötzlich waren mehrere Gestalten aufgetaucht. Fredjok sank gurgelnd zu Boden und hielt sich mit den mächtigen Pranken den Hals in dem ein gefiederter Armbrustbolzen steckte. Ein großgewachsener, alter Thok'Por und ein etwas kleinerer, abgemagerter Mensch sprangen aus dem Dickicht und griffen an. Darragh sah schnell ein, dass die Situation aussichtslos war, zudem da der dritte Angreifer bereits am nachladen der Armbrust war. Während Nelden noch an seinem Waffengurt rumnästelte, machte der Händler einen Schritt auf die Gegner zu, nahm die Hände beschwichtigend vor sich und schrie: „Halt.* Stop.**“ Verwirrt blieben die Angreifer stehen, wohl weil sie fürchteten Opfer eines Zaubers zu werden. Doch Darragh bestätigte ihre Reaktion in seinem Handeln. Sie sahen aus wie arme Strauchdiebe, vielleicht konnte er den gefallenen Söldner doch noch durch fähigere … oder zumindestens durch irgendwelche Wachen ersetzten.

„Hört mich an. Ich reise ins einsame Gebirge, mit nichts als meinem alten sturen Esel und meinem Freund hier. Wir wissen von einer stillgelegten Goldmine...“ Hatte er ihre Aufmerksamkeit? Noch immer wirkten sie zögerlich. „Wir sind zwei arme Goldgräber.“ Goldgräber? Oh er würde sich etwas einfallen lassen. Sie würden ihm schon glauben. Ja und dann würde er sich klammheimlich aus dem Staub machen. Ha! „....Aber ich kann euch zahlen. Oder nein noch besser: Nelden hier kann euch auszahlen, wenn wir unser Ziel erreichen. Was haltet ihr …...“
Die letzten Worte blieben ihm im Mund stecken, als Nelden völlig unerwartet endlich seinen Bogen gespannt hatte und einen Pfeil auf die Angreifer abfeuerte. Er verfehlte sein Ziel zwar fürchterlich, doch der Angriff riss die verlumpten 'Raubritter' aus ihrer Starre. Die Zeit des Verhandelns war wohl verstrichen. Hastig zog Darragh seinen Langdolch aus dem Gürtel und hielt ihr schützend vor sich. Nelden, dem eine plötzliche Eingebung anscheinend mehr Mut eingeflößt hatte als gesund für ihn war, nahm den Einanderthalbhänder seines Kameraden und stürzte den Angreifern entgegen.

Er wich einigen Hieben des Thok'Por aus, musste jedoch immer weiter zurückweichen. Darragh wägte ab ob eine Flucht gelingen konnte oder ob er dem Söldner beistehen sollte. Vielleicht könnte er irgendwie die Last des Maultieres losschneiden und auf ihm davon reiten...

*Pohora
**Tjalabah

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Baxeda

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#20

Beitrag von Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 21:59

Die spinnen, die Zwerge.

Kopfschüttelnd blickte Baxeda seinem neuen Teilzeit-Reisegefährten nach. Erst war Novec wegen einer Kleinigkeit fast aus der Haut gefahren, dann war er von einem Moment auf den anderen plötzlich wieder quietschvergnügt, obwohl er einem Halbdämon gegenüber stand. Nun ja, besser so, als andersrum.

Während der Zwerg pfeifend im Wald verschwand, machte Sinthara sich nützlich und organisierte Honig.

Honig!

Mit einem Schlag hatte Baxeda eine zündende Idee. Da war doch dieses Rezept, was sein nichtsnutziger Cousin Urako ihm mal gezeigt hatte, als sie auf die Idee gekommen waren, die ausgeräucherten Wühlmäuse vom Hof zu braten. Alles was er dazu brauchte, war Honig und ein paar Käuter, die es hier sicher irgendwo im Wald gab.

„Bin gleich wieder da“, rief er Sinthara zu, „ich hol nur ein paar Zutaten. Pass mir derweile gut auf unser Frühstück auf!“

Er ließ sich vom Ast fallen und breitete die Schwingen aus. Mit wenigen Flügelschlägen beförderte er sich über die Baumkronen. Sie schrumpften auf die Größe von grünen Wattebällchen zusammen, als er höher und höher stieg. Bald war der Limawald nur mehr eine Anhäufung von Tupfen in allen nur erdenklichen Schattierungen von Grün, durchzogen von einem Netz brauner Adern. Das waren die Handelsstraßen und die Wege der Holzfäller und Jäger. Im Osten erstreckte sich dunkelblau der Fluss, im Norden waren am Horizont die Ausläufer der Einsamen Berge zu sehen. Dort begann der Norden – Hoheitsgebiet der sogenannten Feinde. Aber das ging den Tiefling nichts an, Politik war ihm schnurz. Ebenso wie das atemberaubenden Panorama, dem er nur flüchtige Blicke schenkte. Für jemanden mit Flugfertigkeiten war so was Alltag.

Baxeda kreiste, um eine Lichtung zu finden, auf der er nach Kräutern suchen konnte. Ah, da war die alte Salzsstraße! Gar nicht weit von ihrem Lager entfernt. Eine schöne breite Straße, zwar etwas zugewuchert, da sie kaum noch einer kannte, doch aufgrund ihrer Breite schön sonnig. Keine Lichtung, aber auch da könnte es vielleicht die passenden Pflänzchen geben.

Baxeda setzte mit dem Schlagen seiner Schwingen aus und ließ sich gleiten. So sank er nach und nach tiefer, dem Verlauf der Straße folgend. Dabei analysierte er gründlich die Beschaffenheit des Bodens und der Vegetation. Hier war es zu lehmig, an so einer Stelle wuchs mit Sicherheit kein Froschwurz. Aber da vorne, da stand Wäldchen von Sandkiefern. Dort könnte auch das Kräutlein sich wohl fühlen.

Baxeda ging noch etwas tiefer – da schlug ihm ein beißender Verwesungsgeruch in die Nase, so ekelerregend, dass er unwillkürlich würgen musste.

Was bei Kargons Bart ist das Widerliches? Irgendwo da unten muss ein verendetes Tier sein! Wobei, vielleicht ist das Fell ja noch zu gebrauchen. Wenn man es ordentlich in Eichenrinde einlegt, kann man den Gestank vielleicht wieder raus kriegen.

Baxeda folgte dem penetrant riechenden Wind und es dauerte nur wenige Minuten, da wurde er des Quells ansichtig – ein vermoderter Bauer, der erhängt von einem Baum baumelte. Von wegen Pelz! Doch was war das? Direkt vor dem Leichnam vollzog sich ein Kampf. Ein Thok`Por und ein Mensch lieferten sich ein Gefecht mit einem anderen Menschen. Ein Dritter lag bereits niedergestreckt im Laub. Ein Vierter schien unschlüssig, was er tun sollte und stand sinnlos in der Gegend herum. Und dahinter – Baxedas Augen leuchteten – ein vollbepacktes Maultier!

Sofort machte der Tiefling kehrt und eilte zu ihrem Lager zurück. Es dauerte nur wenige Minuten, da der Weg nicht weit war. Novec kehrte gerade mit einem Stapel Holz zurück.

„He, Leute!“, rief Baxeda schon im Anflug und landete unsanft auf dem Waldboden. Diesmal scherte er sich einen Dreck um seine schmutzigen Hände und Knie.
„Ich hab was Tolles entdeckt! Nur wenige hundert Meter entfernt liefern sich welche einen Kampf. Sie haben ein vollbepacktes Maultier dabei. Wer weiß, was in dem Gepäck alles drin ist? Wenn wir uns beeilen und die Sieger vertreiben, bevor sie die Beute in Sicherheit bringen können, sind wir vielleicht schon heute reich!“
"Die Menschen bauen zu viele Brücken und zu wenige Mauern."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/

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