Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

Archiv der Siedler
Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Urako
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#11

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:34

Urako stand da wie zu Gramnovenholz erstarrt.
Der arrogante Alb, der das wĂŒrdevolle Ende der schiefgelaufenen Exekution vereitelt hatte, verfiel in eine regelrechte Hasstirade, in welcher er Urakos KleinwĂŒchsigkeit und seinen niederen gesellschaftlichen Stand ansprach. Zwei Dinge, die ihm ziemlich zu schaffen machten.

Der Henker presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen und seine zu FĂ€usten geballten HĂ€nde zitterten vor Wut. Mordgedanken kamen in ihm auf, er wollte dem Alben die Haut vom Gesicht ziehen und ihm dann Sumpfegel in die offenen Wunden legen, damit er langsam bei lebendigem Leibe von innen zerfressen wurde. Als der Alb dann auch noch anfing, mit seinem lĂ€cherlichen Gott Kargon zu drohen, hinter dem er sich offensichtlich verstecken musste, platzte Urako endgĂŒltig der Kragen.

Ein zweites Mal riss er sein Beil vom RĂŒcken, um es dem Alben in die Stirn zu schleudern. Ordentliche Hinrichtung hin oder her, aber das ging zu weit! Er holte kraftvoll aus, doch mitten im Schwung nahm er eine schnelle Bewegung aus seinen Augenwinkeln war. Aprubt unterbrach er den tödlichen Wurf. Die Wucht des schweren Beiles, das er eigentlich hatte loslassen wollen, riss ihn ein paar Schritte vorwĂ€rts. Stolpernd kĂ€mpfte Urako um sein Gleichgewicht, ehe er zum stehen kam.

Ein Teil der Wachen wandte sich mit erhobenen Waffen der Gestalt zu, die da soeben auf der Plattform erschienen war, die ĂŒbrigen Wachen behielten weiterhin den Alben im Auge. Grimmig musterte der Scharfrichter den Neuankömmling – es war ein hoch gewachsener Tieflingsmann – ĂŒber einen Kopf grĂ¶ĂŸer als er selbst! - der schwarze Kleidung mit braunen Verzierungen trug. Auf seinem RĂŒcken prangten prĂ€chtige schwarze Schwingen.

Urako blickte unwillkĂŒrlich auf seine eigenen fleischfarbenen, narbigen FlĂŒgel. Fleischfarben! So dass man jeden Pickel und jede Hautunreinheit sah, genau wie auf dem Rest seines Körpers! War er nicht schon genug mit seiner KleinwĂŒchsigkeit gestraft? Musste er auch noch obendrein diese unvorteilhafte und krĂ€nkliche Hautfarbe haben? Urako konnte regelrecht spĂŒren, wie die Wachen respektvoll zu dem Fremden hinaufschauten – auf ihn selbst schauten sie notgedrungen immer herab. Urakos FĂ€uste schlossen sich fester um den Griff seines Beils. An diesem verfluchten Tage ging doch alles schief! Womit hatte er das verdient? Wenigstens waren die Leute alle evakuiert worden, so dass niemand diesen mittlerweile dritten Zwischenfall in der heutigen Exekution mitbekam.

Urako spannte jeden einzelnen Muskel an, als der stattliche Fremde sich vor ihm aufbaute. Die Wachen hoben die Waffen. Doch anstatt den Henker anzugreifen, wie er es erwartet hatte, hob der Neuankömmling beschwichtigend die HĂ€nde. Eine Geste, die Urako in seinem ganzen Leben noch nie ausgefĂŒhrt hatte.


"Nun, also ihr beiden, ich habe keine Ahnung wer ihr seid“, sprach er ohne Angst zu zeigen, „aber langsam wird es lĂ€cherlich. Ihr habt ja schon sĂ€mtliche Leute hier verjagt. Ihr macht ihnen Angst mit eurere Streiterei. Beide seit ihr Narren, euch wegen so etwas fast um zu bringen. Ihr seit wie zwei Goblins im Sandkasten, die sich gegenseitig beweißen wollen, wer die grĂ¶ĂŸte Klexelburg gebaut hat! Normalerweise hĂ€tte die Albin eine anstĂ€ndige Verhandlung verdient gehabt und nicht so ein Schauspiel, dass ist widerwĂ€rtig.“

Dem Henker blieb vor VerblĂŒffung der Mund offen stehen. Sollte das ein schlechter Scherz sein? Lauerte irgendwo einer, der ihn nicht leiden konnte, um sich ins FĂ€ustchen zu lachen, wenn er auf diesen albernen Trick hereinfiel? Suchend blickte Urako sich um, konnte aber abgesehen von dem Alben und dem Tiefling nichts VerdĂ€chtiges entdecken.

„Hör mal, GrĂŒner“, knurrte er und wippte mit der Axt, „schreib mir nicht vor, wie ich meine Arbeit zu verrichten habe. Die Deliquentin brach sich beim Sturz in das Seil darum nicht das Genick, weil ich es so wollte. Das war Absicht! VerschĂ€rfung des Strafmaßes nennt man das. Und wenn der da“, er wies mit dem Beil in Richtung des Alben, „meine Hinrichtung stört, dann stopfe ich ihm das Maul, ganz gleich, ob es dir passt – ĂŒbrigens genauso wie deins, wenn du dich nicht gleich von meiner Richtgramnove verpisst!“

Urako richtete das Beil wie einen ĂŒberdimensionierten Zeigefinger in die Ferne, um seine Worte zu unterstreichen. Der neu hinzu gekommene Tiefling mit der makellosen olivgrĂŒnen Haut tat daraufhin etwas, das Urako nicht fĂŒr möglich gehalten hatte, ja, etwas geradezu Unerhörtes.

Er lud ihn auf eine Trinkrunde ein!

Urakos Verwirrung steigerte sich ins Unermessliche, sein gesamtes Weltbild stand Kopf. Nicht nur, dass der gesamte Tag heute wie verhext verlief, nein, jetzt lud ihn auch noch jemand, mit dem er sich eigentlich nur zu gern kloppen wĂŒrde, in die Kneipe ein!

Hinter dem RĂŒcken des Henkers zischte einer der Kampfmagier, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Urako drehte sich um und konnte gerade noch sehen, wie der leidige Alb davon spazierte, als ob nichts gewesen wĂ€re.
„Sollen wir ihn gehen lassen?“, fragte der Magier.
„NatĂŒrlich nicht!“, rief Urako aufgebracht. „Jagt ihn, fangt ihn, pfĂ€hlt, rĂ€dert und vierteilt ihn! Am besten gleich in dieser Reihenfolge! Worauf wartet ihr noch? Hinterher!“
Die Kampfmagier sahen sich kurz an, nickten und stĂŒrmten dem FlĂŒchtigen hinterher.

Urako grinste triumphierend und wandte sich wieder dem Neuankömmling zu. Das Richtbeil hatte er lÀssig auf die Schulter gelegt.
„Du hast zwar komische Ansichten von Recht und Gerechtigkeit, Froschgesicht, aber wenn du mich auf ein starkes GetrĂ€nk einlĂ€dst, da sag ich doch nicht nein! Vielleicht kannst du mir ja nebenbei verraten, was das fĂŒr zwei seltsame Gestalten waren, die mir in meine fachgerechte Exekution reingepfuscht haben. Aber es sollte wirklich ein sehr starkes GebrĂ€u sein, denn ich habe einen Ă€ußerst beschissenen Tag hinter mir.“
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warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#12

Beitrag von Kor » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:34

Die Naturgeister waren milde gestimmt. Die UmstĂ€nde die die Natur vorfand Ă€nderten sich zwar, mal zum Guten und mal auch nicht, doch hielten sich die Bewohner der Siedlung meist in ihrem Terretorium auf, welches die Natur, vergebend und gutmĂŒtig wie sie es meistens war, ihnen ĂŒberlassen hatte. Ja sogar der Pflanzenwuchs drĂ€ngte nur noch wenig in das Siedlungsgebiet.

Auch wenn Kor manchmal immer noch nicht verstand warum die Völker StĂ€dte und Siedlungen bauen mussten, so musste er sich eingestehen, dass er frĂŒher nicht anders gewesen war. Sein Leben hatte sich verĂ€ndert. Auch sein Art hatte sich verĂ€ndert, doch war er glĂŒcklich mit der Änderung.

Erst jetzt merkte Kor, dass sich die Wogen in der Siedlung scheinbar ganz geglĂ€ttet hatten. Nur vereinzelt konnte er noch negative GefĂŒhle aufschnappen und die kamen zumeist von dem kleinen Henker, der, in seiner Ehre gekrĂ€nkt, vor Wut schĂ€umte, sich jedoch langsam wieder beruhigte.

In der Gestalt des Wolfes betrat er mit seiner GefĂ€hrtin,die er zuvor gerufen hatte, die Siedlung, die nun ruhig da lag und begutachtete wie es den Wesen hier erging. Die Ă€ngstlichen Blicke ignorierte er. Was kĂŒmmerte es ihn? Er war nunmal lieber in Tiergestalt unterwegs. Sein GĂŒrtel hing an seiner HĂŒfte und der Dolch warf Regenbogenfarben auf den Boden, die durch das sich in der facettierten Klinge brechende Licht entstanden. Hoch erhobenen Hauptes liefen Kor durch die Straßen ohne aufgehalten oder behelligt zu werden. Wer wollte schon zwei Reitwölfe behelligen, die groß und stark genug waren um selbst den schwersten Poraha zu tragen. Seine GefĂ€hrtin war sehr unruhig, durch die vielen ungewohnten Zweibeiner, das spĂŒhrte Kor, doch sand er ihr beruhigende GefĂŒhle und sie vertraute ihm. LĂ€ngst hatte sie sich an seine GefĂŒhle gewohnt und es gab niemanden der Kor nĂ€her stand als diese Wölfin.

Zwei Kinder hatten die beiden Wölfe nicht bemerkt und rannten spielend und lachend durch die Straßen. Als sie den beiden Wölfen jedoch genau vor die FĂŒĂŸe liefen blieben sie wie angewurzelt stehen. Angst spiegelte sich in ihren Augen, als die wölfin sich ihnen nĂ€herte und den Kopf nach ihnen ausstreckte. Interessiert beschnupperte sie die kleinen, die vor Angst wimmerten und die Hose des einen fĂ€rbte sich langsam dunkel, als dieser vor Angst in die Hose machte. Vom Geruch des Urins angewiedert zog sie die Nase kraus und wand ihren Kopf ab. Die beiden Kinder ignorierend ging sie ĂŒber sie hinweg als wĂ€hren sie nicht existent und Kor folgte ihr belustigt.

Kor jedoch interessierte hauptsĂ€chlich die gesundheitliche Verfassung der Leute, denn auch wenn er kein all zu großese Interessa an ihnen hegte so hatte er jedoch nie an den Auffassungen seines Meisters gezweifelt fĂŒr den Jedes leben kostbar war und wenn möglich erhalten wurde. Über die Möglichkeit der Erhaltung urteilte Kor jedoch selbst.
In den meisten Bereichen der Stadt roch die Bevölkerung gesund, doch stank es in einigen förmlich nach Krankheit und Verderben. Dort legte er Beutel von seinem GĂŒrtel ab in denen die, seiner Meinung nach, richtige Salbe enthalten war und ging weiter.

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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#13

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:35

VerblĂŒfft und etwas ĂŒberrascht sah Selan der auf einmal verschwindenden schwarz angezogenen Person hinter her.

"Mhhh, eigenartig. Warum verschwindet er auf einmal? Habe ich ihn etwa verschreckt? Hoffe ihm geht es gut! Oder freut er sich so sehr mit mir einen trinken zu gehen, dass er schon vor raus rennt? Das wĂ€re ja echt schön, vielleicht ist er ein genau so großer Genießer wie ich?", schwĂ€rmte Selan noch etwas. Wurde aber in seiner Hoffnung bald gebremst, als er sah, wie der Fremde in Richtung Stadtrand verschwand, verflogt von einigen Kampfmagiern.

"Tja mein Freund Henker, wie geht es dir so?", sprach er freundlichst und lĂ€chelte dabei, "ein GetrĂ€nk hatte ich dir ja versprochen. Dann floge mir einmal! Ich kenne da einen Laden sage ich dir, oh Himmel! Das GebrĂ€u wird deinem Hals schmeicheln, ein Genuss pur, einfach nur ein Rausch fĂŒr die Sinne sag ich dir! Aber verrate ich dir mal lieber nicht zu viel, ich will dir den Geschmack nicht zu sehr verraten, lass dich ĂŒberraschen.", schwĂ€rmte der Tiefling dem Herrn des Beiles vor, wĂ€hrend er die FlĂŒgel ausbreitete und vom Gramnovenprodest in Richtung des Marktplatzes Flog.

"Sag mal, wie heißt du eigentlich? Zudem, was sollte die ganze Aktion hier, muss das sein? Kann man das nicht vielleicht auch einmal nett klĂ€ren?"

Mit einem letzten Schlag seiner schwarzen Fledermaus FlĂŒgel landete der grĂŒne Tiefling auf dem Holzboden des Marktes. Langsam kamen die davon gerannten Markt Besucher zurĂŒck und schauten was passiert ist. Viel getuschelt und gemunkelt wurde sofort unter den Tieflingen. Hatte doch eigentlich keiner etwas gesehen, wollte doch aber jeder die neueste Neuigkeit verbreiten, so ĂŒbertrieb man schnell etwas, was schnell zu wildem Geschrei ausartete.
Böse blicke flogen schnell ĂŒber den Marktplatz und aus der Höhe der HĂ€ngebrĂŒcken hinĂŒber zum Henker und verfolgten ihn.

"Siehst du Henkerchen, hĂ€ttest du nicht gehĂ€nkert, dann wĂŒrden die Leute jetzt nicht böse auf dich sein. Das ist es, was ich vorhin schon sagte und keinen hier in den Kopf will. Muss man umbedingt jeden Köpfen, was lernt die Person den von einer Henkung?", mahnte Selan, als er den Mark entlang schlenderte und mit erhobenen Zeigefinger den Henker ermahnte.

"Klappe halten grĂŒner, sonst zieh ich dir gleich noch ne Flunder ĂŒber!"

Selan hingegen beachtete den verbalen Angriff des bös daher blickenden Tieflings nicht. Erregte doch etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Überall verstreut am Rande des Marktes in der NĂ€he der HĂŒtten, lagen kleine brauen Beutel herum. Schnell hob er einen der merkwĂŒrdigen Beutel zwischen Daumen und Zeigefinger nach oben, hielt ihn etwas vor seine Nase und roch an ihm.

"Mhhh, riecht aber komisch. Sag mal Henker, lasst ihr neuerdings nicht nur die Hinrichtungen auf dem Marktplatz durch fĂŒhren, sondern hinterlasst auch noch euren HaushaltsmĂŒll mitten auf der Straße? Also hinein sehen tuhe ich da sicher nicht noch. Ich möchte gar nicht wissen, was darin so stinkt.", murmelte Selan angewidert mit gerĂŒmpfter Nase.

"Hilf mir mal und sammel den Dreck hier mit auf.", sprach Selan und hielt dem Henker einen Stoffbeutel hin, den er aus seinem Mantel gezogen hatte.

"Wenn das ein kleines Tieflingskind in die Finger bekommt, ist ja wiederlich. Man Tieflinge wollt ihr noch tiefer sinken? Wenn das so weiter geht, kandidiere ich fĂŒr den nĂ€chsten FĂŒrstenposten, hier ist einiges ins Arge geraten. Selan muss hier wohl mal Hand anlegen!", sagte er vor sich hin als zwei weitere Ekel Beutel in seinen MĂŒllsack wanderten. Einige Minuten lang rannte Selan quer durch den Markt, vorbei an genervten BĂŒrgern und schimpfenden Ă€lteren Tieflingen. Stolperte er doch etliche male bald ĂŒber die maroden Holzbretter aus dem der Markt bestand, auch ein kleines Kind, dass gerade einen Sumpfsaft trank, wurde beinahe umgerannt. Doch war seine gute Tat schnell beendet und Freude strahlend kam der Tiefling zum Henker zurĂŒck.

"Los komm Faulpelz, jetzt gehen wir mal einen Bechern!"

Einige StĂ€nde weiter standen beide vor einem Laden mit einem großen Schild mit gar Eindrucksvollen Worten. Lesen konnte man sie nicht, hatte doch der Ladenbesitzer eine sogar fĂŒr einen Tiefling grauenvolle Krallenschrift.

"Hey Puschelohr, wir sind wieder da und schau mal wen ich mit gebracht habe. Zwei mal deinen besten, den du auf lager hast!", sagte Selan lachend, wÀhrend er Urako dabei auf dessen rechte Schulter klopfte.

Mit leicht Ă€ngstlichen und verwirrt blickenden Augen zauberte Tarac schnell zwei TonkrĂŒge auf den Tisch, dazu eine voll gefĂŒllte Karaffe. Flink fĂŒllte Tarac das leckere Tröpfchen ohne zu kleckern in die bereit gestellten KrĂŒge. Kaum konnte Selan es noch erwarten und griff sogleich zu seinem Krug.

"So mein Freund, auf dein Wohl und nun erzÀhl mal was, alter Schweigerling!"
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#14

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:36

„Du, hoffst, dass es dem Typen mit der Schilfhalmfigur gut geht? Hah! Wenn dem so sein sollte, dann wird sich das gleich Ă€ndern. Meinen Jungs ist bisher noch niemand entkommen.“
Urako folgte dem Fremden durch das Dorf, zurĂŒck zum Marktplatz. Zwei große Hunde spazierten frei herum und schnĂŒffelten alles an.

„Hier ist Leinenpflicht“, brĂŒllte er und sah sich nach dem Halter um, konnte ihn jedoch nirgends entdecken. „Wie ich diese Viecher hasse“, knurrte er, „stinken, scheißen alles voll und belĂ€stigen die Leute. Ganz zu schweigen von dem Dreck, den sie machen und den Krankheiteiten, die sie ĂŒbertragen.“

Der Aufruhr im Dorf hatte sich weitestgehend wieder gelegt. Die Leute waren nach Hause gegangen oder besuchten den Markt. Dennoch war die Hinrichtung natĂŒrlich das GesprĂ€chsthema Nummer eins. Wo Urako vorbei ging, erntete er finstere blicke und hörte gemeines Getuschel, gerade leise genug, dass er es nicht verstand. Er spitze die Ohren, um vielleicht doch ein paar Worte aufzuschnappen, damit er einen Grund hatte, sich mit jemandem zu kloppen. Irgendwie musste er den Frust des heutgen Tages loswerden. Doch niemand tat ihm den Gefallen.
DafĂŒr quatschte ihn der Fremde unablĂ€ssig in unangemessen fröhlichem Tonfall zu. Urako ging seine gute Laune auf die Nerven, aber er fĂŒhlte sich genötigt zu antworten. Schließlich sollte der Mann ihn auf ein, zwei oder drei GetrĂ€nke einladen.

„Wie es mir geht, fragst du? Willst du mich verarschen?“ Urako lachte gequĂ€lt.
„Nun ja – ich habe eine zornige Bevölkerung im Genick, von welcher mich sowieso schon kaum einer leiden konnte. Was glaubst du, wie das jetzt erst ist? Und nun kann ich nicht einmal mehr in die Kneipe gehen, mich an einen Einzeltisch setzen und dort mein Elend ertrĂ€nken. Und da fragst du allen Ernstes, wie es mir geht?“

Er rempelte einen Tiefling, der ihm entgegen kam, mit der Schulter an, aber dieser ging leider nicht auf seine Provokation ein und ging weiter, als wĂ€re nichts geschehen. Der Fremde fuhr derweile unbeschwert fort, ihn zuzutexten und ĂŒber die Schlechtigkeit der Todesstrafe aufzuklĂ€ren. Urako spuckte verĂ€chtlich aus.
„Ich sag dir das gleiche, wie auch dem Albenmagier: Ich bin bloß der Vollstrecker. Ich habe das Urteil nicht gefĂ€llt und auch nicht die entsprechenden Gesetze erlassen. Aber alle hacken auf mir rum! Der Richter hingegen genießt sogar noch hohes Ansehen, vom FĂŒrsten und den Ratsmitgliedern ganz zu schweigen. Dabei sind sie es doch, die dafĂŒr verantwortlich sind. Aber so ist das immer – der Henker ist der SĂŒndenbock. Ich muss den Kopf herhalten fĂŒr alles, obwohl ich gar nichts dafĂŒr kann. Die eigentlichen Schuldigen, die bleiben unbeachtet und genießen auch noch gesellschaftliches Ansehen.“

Er ballte seine FĂ€uste.
„DarĂŒber hinaus finde ich die Todesstrafe gut“, sagte er leise, „hast du eine Ahnung, was es kostet, einen fĂŒr mehrere Jahre einzusperren? Phintias ist arm, wir können uns das nicht leisten. Also geht alles ganz fix: Anklage, Folter, GestĂ€ndnis, Urteilssprechung, Exekution. So einfach ist das. Schnell und preiswert.“

WĂ€hrend er sprach hatte sein Begleiter angefangen, kleine SĂ€ckchen aufzulesen, die ĂŒberall herum lagen.
„Was bei allen Sumpfdrachen ist das?“, murmelte Urako. Er hob eines der SĂ€ckchen auf, sah hinein und schleuderte es schreiend von sich. „Fass das nicht an!“, rief er. „Das ist ist irgendein Zauber, der die Bewohner der HĂ€user, vor denen die SĂ€ckchen liegen, schaden soll! Das bringt bestimmt Unheil, macht krank oder impotent! Vielleicht sogar alles zusammen!“
Doch der Fremde, der das alles fĂŒr herumliegenden MĂŒll hielt, fuhr fort, alles einzusammeln und in einen großen Sack zu stecken. Urako hielt vorsichtshalber Abstand.

Der Fremde fĂŒhrte ihn zu dem Stand von Tarac, einem Tiefling mit Puschelohren, den Urako nur zu gut kannte. Er und der Fremde begrĂŒĂŸten sich ĂŒberschwĂ€nglich wie zwei alte Kumpels. Der Henker beobachtete es argwöhnisch.
„Hallo, mein Freund“, grĂŒĂŸte Urako schließlich mit honigsĂŒĂŸer Stimme. Wenn ich mich recht entsinne, schulde ich dir noch einen Unterkieferbruch als kleines Dankeschön fĂŒr eine aufgeplatzte Augenbraue.“

„Du hast gar keine Augenbrauen, Henker“, erwiderte Tarac unbeeindruckt. „Außerdem bin ich geschĂ€ftlich hier. Kaufe etwas oder verschwinde, sobald du ausgetrunken hast.“ Er goss zwei KrĂŒge voll eines dampfenden GebrĂ€us – offensichtlich GlĂŒhwein - und schob Urako und dem Fremden jeweils einen hin. Sie stießen an.

"So mein Freund, auf dein Wohl und nun erzĂ€hl mal was, alter Schweigerling!", sprach der Fremde ĂŒberschwĂ€nglich. „Auf mein Wohl. Ich heiße ĂŒbrigens nicht der Henker, auch wenn mich leider fast alle nur auf meine Arbeit reduzieren, sondern habe - man mag es nicht glauben - sogar einen Namen. Du kannst Urako zu mir sagen“, erwiderte er und nahm einen großen Schluck. Kaum hatte er das GetrĂ€nk im Mund, stiegen ihm die TrĂ€nen in die Augen, er hustete, die HĂ€lfte lief ihm aus dem Mund und die andere landete reflexartig in seinem Magen. Er wĂŒrgte, hielt sich die Hand an den Hals und rĂŒlpste mehrmals hintereinande, als wĂŒrde er sich gleich ĂŒbergeben.
„Was ist das fĂŒr eine PlĂ€rre?“, röchelte er. „Willst du mich vergiften?“

Im nÀchsten Moment kam ein Kind angerannt, offensichtlich der Sohn von Puschelohr und zupfte an der Kleidung seines Vaters. "Da sind zwei Wölfe!", sagte er immer wieder, doch Tarac lachte nur.
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#15

Beitrag von Kor » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:36

Kor war zufrieden mit sich. Die Leute hier wĂŒrden genesen. Nun wo seine Pflicht in dieser Siedlung getan war konnte er sich wieder ruhigen Gewissens der Natur widmen. Also machte er kehrt und begab sich auf den Weg zurĂŒck in die SĂŒmpfe, als er jemanden rufen hörte.

"Fass das nicht an! Das ist ist irgendein Zauber, der die Bewohner der HĂ€user, vor denen die SĂ€ckchen liegen, schaden soll! Das bringt bestimmt Unheil, macht krank oder impotent! Vielleicht sogar alles zusammen!", meinte die Stimme. Und Kor, der schon schlimmes befĂŒhrchtete, hetzte um die HĂ€userecke, nur um zu sehen, dass jemand alle seine Arzneien entwendet hatte. Wutentbrand folgte er dem Geruch und fand die SĂ€ckchen jedoch nicht.

Außer sich vor Wut versuchte er den Schuldigen aufzuspĂŒhren, doch der Geruch der Medizin ĂŒberdeckte den ohnehin schon schwachen Geruch der Person die er suchte. Knurrend schritt Kor durch die Straßen, seine GefĂ€hrtin im Schlepptau und wer ihm begegnete suchte, einer bösen Vorahnung folgend, das Weite, denn in seiner Wut schnappte Kor nach jedem der ihm zu nahe kam, ohne jedoch jemanden zu erwischen.

"Da sind zwei Wölfe!", hörte Kor gedĂ€mpft aus einiger Entfernung. Ein kleines Kind zupfte an der Kleidung seines Vaters. Dort stand auch der Henker und eine weitere Person, die Kor bis jetzt noch nicht gesehen hatte, doch roch sie nach seiner Medizin. Kor brannte vor Wut und er sand dieses GefĂŒhl zur kleinen Gruppe auf die er knurrend zuging. Der Wind pfiff scharf, als reagiere die Natur auf seine Wut und stimme in seine Wut ein. Das Kind begann zu weinen und klammerte sich kniend an das Bein des Vaters, der, gepackt von der plötzlichen fremden Wut die er nun empfand, fast einen halben Krug der FlĂŒssigkeit verschĂŒttete, die er seinen GĂ€sten servierte. Sie landete direkt auf dem Tisch und lief von dort in Richtung der Hose des einen der seine Medizin weggeworfen hatte.

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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#16

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:37

"Na na na ihr beiden, nicht streiten! Seit lieb zu einander, in Ordnung? Nun gebt euch die Hand und vertragt euch wieder, vergeben und vergessen!", ermahnte Selan mit eindringlichen Worten und erhobenen rechten Zeigefinger, als der Henker gerade zum Glas griff und einen großen Schluck nahm. Schnell war der halbe Becher, den der Henker gierig getrunken hatte auch schon wieder aus ihm heraus gekommen und landete auf dem Holzboden. Etwas ungehalten reagierte Urako mit bösen Worten auf dieses gar köstlich mundende GetrĂ€nk, dachte Selan.

„PlĂ€re? Vergiften? Mein liebster Henker, dass ist Elbisch GrĂŒn! Einen der besten grĂŒnen Tees, die man in ganz Lordranion bekommen kann. Manche Tieflinge wĂŒrden gar ihre ganze Schrumpfkopfsammlung verkaufen, nur um diesen Tee einmal riechen zu können. Halte also deine Zunge im Zaum und genieße einfach das vollendete Aroma, dieses so edlen Tropfens.", erwiederte Selan und nahm die Tasse am Henkel in Zeigefinger und Daumen. Mit geschlossenen Augen trank er einen kleinen Schluck und verharrte einen Moment in dieser Position.

Gerade in diesem Moment kam eine kleine Gruppe Kinder am Stand vorbei und schaute Urako kurz an. Wie im Chor begannen sie plötzlich zu singen und mit dem Finger auf Urako zu zeigen.

"Henkerlein du altes Schwein, machst dir in dir Hosen rein!", sangen sie und rannten danach eben so schnell lachend wieder weiter, wie sie her gekommen waren.

Mit einem hauchen aus dem Mund schaute Selan zu Urako herĂŒber und erklĂ€rte ihm noch einmal Eindringlich, "Ein echter Teekenner genießt den Augenblick musst du verstehen. Wenn der Tee die Zunge und den Gaumen umschmeichelt, zudem den Rachen herunter fließt. Ich sage dir dieses GefĂŒhl musst du erleben. Nimm doch noch einmal einen Schluck, schließe die Augen und versinke beinahe im Land der TrĂ€ume wenn du ihn trinkst. Ich garantiere dir, dass ist ein Erlebnis fĂŒr die Sinne. Öffne dich dem Tee Urako, öffne dich!"

Eindringlich waren die Worte Selans, beinahe ein Teegebet an den Teegott, der des öfteren auch einfach nur Teewirt genannt wird.

"Du musst noch viel lernen Henker, dann wirst du das auch alles zu schĂ€tzen wissen und nicht ausspucken. Ich gebe dir den Tip, reise in die Ferne und probiere Teesorten aus. Überall musst du sie kosten, nur so wirst du ein wahrer Teemeister Henker! Aber nun einmal zu etwas anderem, weil wir gerade bei Henker sind. Wie ich aus deinen Worten hörte, magst du deinen Beruf nicht sonderlich oder irre ich mich da? Wenn ja wĂŒrde ich das schon merkwĂŒrdig finden, die meißten Kenker haben doch ein sehr merkwĂŒrdiges VerknĂŒgen an ihrem Beruf, nicht wahr? Weiß gerade nicht wie ich dich einschĂ€tzen soll, bist du eher ein einfaches Rad der Justiz oder doch der klein gaunrige Halsabschneider?", gab Seland grinsend von sich.

"Verstehst du? Halsabschneider und du bist Henker als Beruf!"

Lachend beugte sich Selan mit dem Oberkörper nach vorn, klopfte mit der rechten Hand auf Urakos Schulter und mit der linken hielt er sich sein Gesicht.

"Schuldige, der musste sein. Ach im ĂŒbrigen, entschuldige, bin manchmal eine Quasselstrippe und habe ganz vergessen mich vor zu stellen. Ich bin ĂŒbrigends Selan Todaric, freut mich sehr deine Bekanntschaft zu machen Henkerlein", sagte er und reichte Urako mit einem sehr freundlichen LĂ€cheln die rechte Hand. Gerade wollte Selan weiter reden, als der Sohn Taracs winzelnd in sein GeschĂ€ft gerannt kam und schrie: "Da sind zwei Wölfe!" Sofort war sein Vater in heller Aufregung und verschĂŒttete etwas von dem Tee der Kanne, die noch auf seinem Markttisch stand.

"Tarac, was tuhst du da nur, der Tee!", entsetzen stand auf Selans Gesicht. Ergoss sich doch der Tee auf den Fußboden und durch diesen hindurch mitten in die SĂŒmpfe Phintias. Trauer machte sich in Selan bereit und eine TrĂ€ne rann ihm bei diesem Anblick ĂŒber das Gesicht. Einige Augenblicke dauerte es bis Selan wieder zu sich kam. Saß doch der Schock des vergossenen edlen Tees zu tief. Erst wenige Augenblicke spĂ€ter bemerkte er, dass der Sohn immer noch wie panisch ĂŒber irgend welche Wölfe redete. Langsam ging der zwei Meter und neunzehn Zentimeter große Selan zu dem kleinen Jungen hinter den Tresen und legte seine Hand auf dessen Kopf.

"He Kleiner, keine Angst. Du hast bestimmt nur getrÀumt. In dieser Gegend gibt es keine Wölfe, die Leben viel weiter weg und kommen auch nicht hier her. Wölfte haben viel zu viel Angst vor uns, als das sie sich hier blicken lassen."

Mit Angst verzerrtem Gesicht stand der kleine Junge da, hob die rechte Hand und zeigte zu einer Stelle hinter Selan, so sich dieser darauf hin um drehte. So Standen in einem Abstand von weniger als fĂŒnt Meter zwei große Tiere vor dem Stand.

Vollkommen perplex und ĂŒberglĂŒcklich sah er die beiden an und klatschte dabei in die HĂ€nde.
"Also nein, das gibts ja nicht, mei sind die niedlich!"

Schnell drehte er sich wieder zu Taracs Sohn um. "Nun mal ernsthaft kleiner, das sind keine Wölfe, das sind nur große Hunde. Das kommt schon mal vor, dass die so groß werden. Eindeutig ĂŒberfuttert, dass ist alles! Ich hatte frĂŒher mal genau so einen. Nun ja... fast, hatte nur Puschelohren wie dein Vater, helleres Fell, Ringelrute und ein wenig kleiner. Aber ansonsten sah er fast genau so aus!", erzĂ€hlte der Tiefling mit Stolz geschwellter Brust.

Schnellen schrittes ging Selan aus dem Stand heraus zu der nur wenige Meter entfernten Gramnove und fing dabei vor Freude leise an zu singen und zu summen. "Henkerlein du mhhh mhhh mhhhh, machst dir in die Hosen rein. Mhhh Mhhhhh Mmmmhhhhh, machst dir Hoden rein."

An der Gramnove angekommen brach er zwei niedrig hĂ€ngende morsche Äste ab und schaute noch einmal zu dem kleinen Jungen herĂŒber.

"Vor den Zwei Wau-Waus brauchst du gar keine Angst haben, selbst wenn sie ihre ZĂ€hne zeigen sollten. Die LĂ€cheln doch nur und können das nicht anders.", schnell war Selan wieder am Stand und erklĂ€rte, "Kurzer, die wollen alle nur das selbe – spielen. Wirf ihn einen Stock hin und schon sind sie deine besten Freunde und wollen nur noch mit dir spielen. Ich zeig dir das mal."

Mit den zwie Stöcken in der linken und rechten Hand ging Selan unter den immer mehr werdenden Blicken der Marktbesucher einige Schritte nach vorn und witmete sich nun ganz den Hunden.

"Na komm Pfiffi Pfiffi. *Pfeif* Na komm her! *Pfeif* Nicht so faul ihr beiden, kommt her ihr paar lieben. Ja seit ihr niedlich? Ja seit ihr das?", versuchte Selan die beiden an zu locken.

"So, der Onkel Selan spielt mit euch jetzt Stöckchen Werfen, in Ordnung? Ich werfe die Stöcke und wer mir als erstes den Stock zurĂŒck bringt, bekommt von mir ein ganz leckeres WĂŒrstchen, habt ihr das verstanden? Achso, meine damit nicht Urako, dachte da an ein richtiges WĂŒrstchen vom Metzger.", versuchte Selan den Hunden zu erklĂ€ren, wĂ€hrend er kurz zu Urako grinsend herĂŒber schaute.

Schon einen Augenblick spĂ€ter schnellten beide StĂŒcke, die von Selan gewurfen wurden, hinĂŒber zu den beiden großen Hunden. Gerade als die Stöcke flogen, sah er die beiden Hunde noch einmal sehr intensiv an. Hatter er doch schon die gesamte Zeit, seit sie da waren ein eigenartiges GefĂŒhl. Aus irgendeinem Grund bauten sich in seinem innersten, nur ganz schwach fremdartige GefĂŒhle auf. Konnte er doch die GefĂŒhle nicht zu ordnen, waren sie doch zu schwach, aber sicher schien er sich zu sein, dass es nicht seine waren. Selan gab dies sehr zu denken und wurde den Gedanken nicht los, dass diese fremdartigen GefĂŒhle die er leicht spĂŒhrte und eindeutig nicht seine waren, etwas mit den beiden Hunden zu tun hatten.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#17

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:37

„Tee“, wiederholte Urako ausdruckslos. „Du sprichst von einem starken GetrĂ€nk und lĂ€dst mich auf einen ordinĂ€ren BlĂ€ttersud ein? Na ja, was habe ich erwartet - der Tag hat beschissen angefangen, warum sollte er gut enden?“
Resigniert hielt der Henker seinen Krug zu Tarac hin. „Einmal nachschenken. Wenn ich meinen Frust schon nicht ertrĂ€nken kann, so will ich mir wenigstens die HĂ€nde wĂ€rmen. Die sind ganz kalt geworden von all dem Stress. Und ja, ich hasse meine Arbeit... wobei, die Arbeit selber ist eigentlich ganz angenehm, aber das ganze Drumherum belastet mich ziemlich. Als Henker ist man der SĂŒndenbock fĂŒr alles. Dabei habe ich mir weder die Folterinstrumente noch die Todesstrafe ĂŒberlegt - und fĂŒr die Gesetzeslage kann ich auch nichts. Ich erledige bloß die Drecksarbeit, fĂŒr welche die eigentlichen Verantwortlichen sich zu fein sind. Als Dankeschön behandelt die Bevölkerung mich wie den letzten Dreck und ich muss sogar in der Kneipe an einem Einzeltisch sitzen.“

Urako atmete tief durch, um wieder ruhig zu werden. Sich ĂŒber all das aufzuregen hatte doch keinen Sinn, es gab ihm ohnehin heute niemand einen Vorwand, sich mit ihm zu kloppen, wozu also Energie verschwenden. Außerdem musste er einen kĂŒhlen Kopf erlangen, um darĂŒber nachzudenken, wie er seinen jetzt noch miserablen Ruf wieder hinbiegen könnte. Die nĂ€chste Hinrichtung musste extra spektakulĂ€r ausfallen, so viel stand fest, vielleicht könnte er den Rat davon ĂŒberzeugen, das vor einer Verurteilung stattfindende grausame Verhör öffentlich zu machen. Der Gedanke an brutale Gewalttaten beruhigte ihn zunehmend. Gab es etwas Schöneres, als Leute, die es verdient hatten, der Gerechtigkeit zu ĂŒbergeben? Hart, aber gerecht, so war das Gesetz und es war gut. Gesegnet sei der neue FĂŒrst! Er seufzte zufrieden. Tarac machte sich daran, einen neuen Tee fĂŒr Urako aufzubrĂŒhen.

In dem Moment rannte eine Bande Lausbuben an ihnen vorbei und sang:
„Henkerlein, du altes Schwein, machst dir in die Hosen rein!“
Der leere Krug zersplitterte in Urakos Hand. Ein tiefes Grollen entrang sich seiner Kehle. War eigentlich öffentliche ZĂŒchtigung unerzogener Drecksblagen gestattet? Wahrscheinlich nicht. Hatte er sich gerade noch ĂŒber die gegenwĂ€rtige harte Justiz gefreut?

„Ihr widerlichen Kinderlein, ich schlage euch den SchĂ€del ein!“, Ă€ffte Urako den Singsang der Kinder nach, die lachend in die Luft flatterten und davon flogen. Der Henker kochte vor Wut. Der Fremde hielt ihm derweile selig lĂ€chelnd einen Vortrag ĂŒber die beruhigende Wirkung des KrĂ€utersuds. Urako spĂŒrte, wie sein Kopf rot wurde. Im gleichen Moment verschĂŒttete Tarac auch noch den Tee, den er fĂŒr ihn aufgebrĂŒht hatte. Das war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eine Wut ĂŒberkam ihn, wie er sie lange nicht gespĂŒrt hatte.
Der, der sich als Selan vorgestellt hatte, summte die Melodie des Spottliedes leise vor sich hin. Dann sang er es falsch nach: "Henkerlein du mhhh mhhh mhhhhmhhh, machst dir Hoden rein.“

Urakos geballte FĂ€uste zitterten. Er hatte den unbĂ€ndigen Drang irgendetwas oder irgendjemanden zu zerstören. Am besten Selan. „Was gehen dich meine Eier an?“, fauchte er. Diese Frechheit war endgĂŒltig zu viel! Das war eindeutig ein Angriff auf seine MĂ€nnlichkeit! Er wĂŒrde diesem GrĂŒnspan zeigen, wo das Henkersbeil hĂ€ngt! Er holte mit der Faust aus, um dem Fremden das Nasenbein in StĂŒcke zu sprengen, hielt aber plötzlich mitten im Schlag inne, als wĂ€re er zu Stein erstarrt.

Unvermittelt tauchten in seinem Blickfeld die beiden freilaufenden großen Hunde wieder auf. Sie starrten die beiden Tieflinge an und knurrten. Dieses Verhalten war ungewöhnlich, zumal die Tieflinge die Tiere nicht provoziert hatten. Außerdem hatte Urako das GefĂŒhl, als wĂŒrde dieser extreme Zorn, der ihn gepackt hatte, nicht nur von ihm selber kommen, sondern irgendwie... von außen.

Eines stand fest, dies waren keine gewöhnlichen Hunde. Sie benahmen sich zu unnormal und schienen eine seltsame Aura zu verströmen. War das... Telepathie? Kam der Zorn etwa von ihnen? Wenn ja, was wollten sie von ihnen? Sicherheitshalber nahm Urako sein Beil zur Hand, ging in in die Knie und spreizte die FlĂŒgel, um sich mit einem großen Sprung in die LĂŒfte erheben zu können.

Selan hingegen geriet beim Anblick der Hunde völlig aus dem HĂ€uschen, schwĂ€rmte von ihnen, begann sie in Babysprache anzureden und warf ein Stöckchen. Der Typ musste ein entlaufener Irrer sein! So unverwĂŒstlich gute Laune konnte kein normaler Tiefling haben! Irre oder nicht, jetzt wĂŒrde er vielleicht seine Hilfe benötigen.
„Vorsicht, Magie“, zischte Urako und stieß ihn mit dem Ellebogen an, „halt dich bereit!“
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warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#18

Beitrag von Kor » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:38

Kor war wĂŒtend. Er war stocksauer, doch sein GegenĂŒber schien garnicht zu verstehen was hier eigendlich los war.
Kor lies seine Schultern sacken, doch sein vor Wut gestreubtes Nackenfall beruhigte sich noch nicht. Dieser arme Kerl verstand scheinbar noch nicht einmal mit wen er da verÀrgert hatte, geschweigedenn wie er ihn verÀrgert hatte.
Zwei mal tief durchatmend nahm er seine normale Form an und hielt seinem GegenĂŒber die offene Hand hin wĂ€hrend er mit der Anderen auf die Medizinbeutel wies. Seine GefĂ€hrtin knurrte immer noch, doch Kor sand ihr beschwichtigende GefĂŒhle.

Er versuchte sich angestrengt zu erinnern wie man normal sprach. So lange hatter das nicht mehr getan und er wusste nicht einmal warum er sich die MĂŒhe machte doch irgendwie tat ihm dieses Wesen leid.

"Gib....Beutel!", sagte er und verstĂ€rkte seine Aussage mit einem drĂ€ngenden GefĂŒhl, dass er seinem GegenĂŒber sand.

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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#19

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:38

"Siehst du mein Kleiner, die Hunde sind ganz lieb. Gleich kannst du erleben was geschieht, wenn sich jemand mit Hunden gut auskennt, so wie ich, das in die Hand nimmt. Schau nur hin, gleich rennen sie den Stöcken hinterher und kommen wedelnd wieder. Komm nur her, du darfst sie gern streicheln und auf ihnen reiten, wenn sie ihre Stöckchen geholt haben.", sprach Selan in seiner immer ruhigen Art zu Taracs Sohn.

"Ach ja Urako", sprach er wĂ€hrend die Stöcke gerade ĂŒber die beiden Hunde flogen, "zufrieden bist du ja nicht bei deiner Arbeit wie du ja schon selbst eingesehen hast. Auch wenn der Beruf dir spaß macht, wenn er dich belastet muss ich dir mitteilen, ist er eindeutig der falsche fĂŒr dich. Wenn du weiter arbeitest wirst du nicht GlĂŒcklich, sondern er Beruf wird dich zerstören, schau dich nur an, was ist mit dir in 20 Jahren? Willst du dann immer noch einen Beruf ausĂŒben, der dir nicht bekommt? Am Ende landest du noch bei einen verrĂŒckten Goblin Zauberer, der dir bei deinen Depressionen weiter helfen soll und dir zu einem ĂŒbertriebenen Preis Wundermittelchen andreht. Ist dies die Zukunft die du dir wĂŒnscht? Urako, es gibt so viele andere schöne Berufe die zu dir passen wĂŒrden.", erzĂ€hlte Selan mit eindringlichen Worten und beruhigend ernster Mine.

"WĂ€re GĂ€rtner nicht was fĂŒr dich? So dermaßen beruhigend, dass wĂŒrde deinen unruhigen Charakter immens beruhigen und dein Leben um gut 10 Jahre verlĂ€ngern. Oder was ist mit Tee- Bauer? Stell es dir nur einmal vor." schwĂ€rmte Selan ausgelassen wĂ€hrend er dabei selber etwas anfing zu trĂ€umen, "du lebst an einen wundervoll sonnigen Berghang in eine großen gerĂ€umigen HĂ€uschen. Kilometer weit keine Seele die dein GemĂŒt trĂŒben könnte. Ruhe so weit der Geist schweifen kann. Und dazu die Luft voll schwebender Aromen der Teepflanzen. Urako mein Freund! Ich glaube das muss ein Beruf fĂŒr dich sein, nutze die Chance und ich helfe dir bei allem!", himmelte Selan Urako an, wĂ€hrend ihm fast eine TrĂ€ne ĂŒber das Gesicht lief und er aus Freude und Entschlossenheit die Faust vor seinem Gesicht ballte.

Gerade fertig mit seiner Ansprache drehte Selan sich um, "hĂ€tten die Hunde nicht schon lĂ€ngst zurĂŒck sein mĂŒssen?"

Doch standen die beiden Hunde noch genau so da wie vor Selans Ansprache. Ein kurzes knuffen in den Rippen bemerkte er plötzlich. Urako war dies, war er doch hervor geschnellt und brĂŒllte etwas von Magie. Gerade wollte Selan ihn noch ĂŒberzeugen, das hier keine Magie am Werk seih, wurde er eines bessern belehrt. Verwandelte sich doch vor seinen verwunderten Augen einer der Hunde plötzlich in einen Poraha. Selan war fassungslos und sprachlos zugleich. UnglĂ€ubig blickte er die Gestalt an, hatte er doch so etwas vorher noch nie in seinem Leben gesehen.

Selan stand einfach da, perplex, was gerade geschehen war. Gerade wollte Selen etwas sagen, als der Fremde langsam seinen Arm hob und mit dem Finger auf ihn zeigte. Zuerst dachte der Tiefling noch er meinte ihn, doch bemerkte Selan recht schnell, dass er auf den MĂŒllbeutel zeigte, den Selan immer noch bei sich trug.

Der Fremde bewegte gar merkwĂŒrdig seinen Mund, als wĂŒrde er etwas heraus wĂŒrgen wollen. Doch kamen nur undeutliche Laute heraus, die sich schnell in verstĂ€ndliche Sprache verwandelten.

"Gib....Beutel!", sprach der Fremde, als hÀtte er Probleme beim Sprechen oder dies nie gelernt.

Selan wusste nicht recht wie er sich verhalten sollte. Doch wollte der Fremde unmissverstÀndlich den Beutel haben.

"Meinst du den MĂŒllsack hier? Aber darin ist nur stinkendes Zeug was hier herum lag und ich dann noch weg bringen wollte. Aber wenn du willst, kannst du ihn haben, was auch immer du damit vor hast."

Mit einem kurzen Schwung schmiss Selan den Beutel kurz vor die FĂŒĂŸe des Fremden.

"Mhhh, ach im ĂŒbrigen, wer oder was bist du eigentlich und wie kannst du dich verwandeln, mal ehrlich, wie geht das? Ich bin ja nun viel herum gekommen, kenne unheimlich viele Rassen und Leute. Bin ein Freund des geschriebenen Wortes, aber von so einer Zauberei wie bei dir habe ich noch nie etwas gelesen oder gehört. VerrĂ€tst du mir, wie das geht?", gab Selan mit herzlichsten Worten von sich, wĂ€hrend darin unmissverstĂ€ndlich Begeisterung mitschwang.
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#20

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 13:39

„GĂ€rtner? Teebauer? Du hast wohl nicht mehr alle Schilfhalme in der HĂŒtte! Ein echter Mann beschĂ€ftigt sich nicht mit solchem Weiberkram. Auch wenn mein Job scheiße ist – also nicht der Job, aber wie die Leute auf einen Henker reagieren und so – aber solche Weichflötenarbeit mit BlĂŒmchen ist auch nicht besser. Dann halten sie mich am Ende nicht nur fĂŒr den SĂŒndenbock, sondern auch noch fĂŒr schwul! Da fĂ€llt mir ein, was arbeitest du eigentlich so, hm? Lass mich raten: Du bist ein Töpfer und fertigst diese winzigen TeetĂ€sschen, die kein normaler Tiefling benutzen kann, weil sie so winzig sind, dass sie schon vom Angucken zerbrechen. Stimmts?“

Urako hatte das letzte Wort gerade ausgesprochen, da geschah etwas höchst Ungewöhnliches: Einer der Hunde verformte sich, als wĂŒrde er aus Tonmasse bestehen und jemand wĂŒrde ihn krĂ€ftig durchwalken, seine Hinterbeine langziehen, den Schweif eindrĂŒcken und die Schnauze mit der flachen Hand ins Gesicht pressen. Und plötzlich stand da kein Hund mehr, sondern ein ausgewachsener Poraha. Wenn Urako nicht bereits das Höchstmaß an BlĂ€sse aufweisen wĂŒrde, er wĂŒrde nun erbleichen. Stattdessen stand er da mit offenem Mund und glotzte.

Der Poraha wies auf den MĂŒllsack, den Selan vorhin befĂŒllt hatte und sagte etwas undeutlich, aber verstĂ€ndlich, dass er ihn haben wolle. Der geschwĂ€tzige Tiefling warf ihm den gewĂŒnschten Gegenstand kurzerhand vor die FĂŒĂŸe. Auch er schien ĂŒberrascht zu sein, doch erlangte seine Fassung relativ schnell wieder und fragte, wie der Poraha das gemacht hĂ€tte.

„Das wĂŒrde mich auch mal interessieren“, murmelte Urako. „He, Tarac, gib mir noch `nen Tee. Geht auf Selans Rechnung. Irgendwas beruhigendes, bitte. Mit Schuss. Ach was, mix mir gleich `nen Doppelten.“

Ohne hinzusehen nahm er einen großen Krug frischen Baldriantee entgegen, der ein wenig nach Schilfrohrschnapps roch.

„Ich hab`s gewusst“, sprach er leise vor sich hin, „da ist Magie im Spiel. Zum GlĂŒck hab ich die komischen Sachen nicht angefasst, die er ĂŒberall im Dorf breitgeschmissen hat.“

Dann sagte er lauter:

„Was bist du ĂŒberhaupt fĂŒr einer – und warum verhext du unser schönes Dorf? Dir ist schon klar, dass so was hier nicht ungestraft bleibt?“
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