Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#11

Beitrag von Nepomuk » So 27. Sep 2015, 18:33

Wie im Traum zogen Gedankenfetzen und Bilder an Nepomuks innerem Auge vorbei. Die Ereignisse schienen sich ĂŒberschlagen zu haben und kaum hatten sie ein Abenteuer hinter sich, wurden sie bereits ins nĂ€chste hineingeschleudert.
Der KleindĂ€mon kuschelte sich eng an den Körper der Sonnenalbin und seine grĂŒnen Schuppen fĂ€rbten sich leicht rosa, als er sich der WĂ€rme bewusst wurde, welche sie im Schlaf ausstrahlte. Gleichzeitig kitzelte ihn jedoch das Heu an den NĂŒstern und egal, wie er sich einzukugeln versuchte, im Gegensatz zu seiner Begleiterin vermochte er einfach keinen Schlaf zu finden. Ausserdem holperte der blöde Ochsenkarren auch noch unbequem und bei jeder unebenen Stelle der sehr bedĂŒrftigen Strasse hob der kleine Körper einige Zentimeter ab.
Um sich abzulenken, liess sich der KleindÀmon noch einmal die Erlebnisse der letzten Tage, oder waren es bereits Wochen, durch den Kopf gehen.


Immer wieder dachte er dabei mit Stolz an seine GefĂ€hrtin. Sie hatte sie beide gerettet mit ihrem Mut und ihrer Intelligenz – nicht nur einmal, als sie den grobschlĂ€chtigen Piraten ĂŒberwĂ€ltigt hatte, sondern auch, als sie geschickt einen Weg gefunden hatte, das Schiff zu verlassen und mit einem Beiboot an Land zu fliehen. Nicht zu Reden von all den Gefahren und Problemen, welchen sie auf ihrer Reise bis anhin begegnet waren, und aus denen sie immer einen Ausweg gefunden hatte.

Eher ungern dachte Nepomuk dabei an seine eigene Rolle.
Er konnte zwar Cheona verzeihen, dass sie ihn wie ein Wurfgeschoss durch die Luft geschleudert hatte, um den Piraten abzulenken, doch trotzdem nagte eine gewisse Unzufriedenheit an ihm.
Mit allen KrÀften hatte er sich gegen den Kerl zu wehren gewusst und sowohl seine Krallen als auch seine ZÀhne zum Einsatz gebracht. Doch das war auch schon das Ende seiner Heldentaten gewesen. Den Rest hatte die tapfere Frau alleine zustande gebracht und Nepomuk war gleichzeitig schockiert und fasziniert, dass eine so zierliche Person zu solch gnadenlosen Taten fÀhig war.

Auch bei der Flucht vom Schiff hatte er sich eher als AnhĂ€ngsel gefĂŒhlt. Er war Cheona hinterhergewuselt, froh, endlich aus dem dunklen Bauch des Schiffes rauszukommen. Geblendet vom Licht hatte er einen Augenblick lang verharrt, so dass die Albin bereits einen Abstand zwischen sie gebracht hatte, als sie geschickt ĂŒber ein Tau auf das Piratenschiff ĂŒbersetzte. So hatte sie zu Nepomuks GlĂŒck seine Schande nicht mitbekommen, als er versucht hatte, auf das Schiff zu gelangen. Durch das lange Eingesperrt Sein verweigerten seine FlĂŒgel nĂ€mlich im ersten Moment ihren Dienst. Als er sich also guten Mutes in die LĂŒfte erheben wollte, spĂŒrte er, wie sich seine FlĂŒgel schmerzhaft verkrampften und es schien ihm, als wĂŒrde eine schwere Last ihn nach unten ziehen. Anstatt also elegant wie ein Adler auf der anderen Seite aufsetzen zu können, kĂ€mpfte er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht und grösster Anstrengung auf die andere Seite und landete mit einem unsanften Plumps auf den hölzernen Dielen. Ein Wimmern entrang sich seiner Kehle und gleich schalt er sich einen Narren: „Untersteh dich zu flennen, Nepo! Diese Peinlichkeit wollen wir uns um Himmels Willen ersparen!“ Er hatte sich also zusammengerissen und war Cheona nachgehuscht, welche hinter einer Luke verschwand.

Auch hier war er aus dem Staunen fast nicht herausgekommen und im Nachhinein schalt er sich einen Deppen. Er war vermutlich so ĂŒberwĂ€ltigt von all den PiratenschĂ€tzen gewesen, dass er noch vergessen hĂ€tte, dass sie sich auf der Flucht befanden. Doch Cheonas klarem Verstand war es zu verdanken gewesen, dass sie sich sich unbeschadet mit dem Beiboot aus dem Staub machen konnten. Trotzdem bedauerte der KleindĂ€mon nicht immer, nicht wenigstens einige der schönen Glitzersteine behalten zu können.

Als sie schliesslich auf dem Meer dahintrieben, und den Gezeiten hilflos ausgeliefert waren, fĂŒhlte sich Nepomuk wieder mehr als Ballast denn als Bereicherung. Die WasservorrĂ€te waren auch so schon knapp genug und durch seine kleine Grösse war er nicht einmal im Stande, das Boot fortzubewegen. Nur einmal gelang es ihm, einen unachtsamen Fisch zu fangen, als er auf der Jagd um das Boot herumtauchte. Obwohl seine GefĂ€hrtin ihn dafĂŒr lobte, wurde die Stimmung auf der winzigen FlĂ€che immer trĂŒbseliger.

Und dann war es plötzlich vorbei. Nepomuk erinnerte sich nur schwach, wie sie am Land gestrandet waren. Beide waren sie schwach gewesen, erschöpft von den Strapazen, die sie erlebt hatten. WÀhrend Cheona direkt am Strand in einen DÀmmerschlaf, oder war es eine Ohnmacht, gefallen war, kÀmpfte sich Nepomuk noch etwas weiter, in den Schatten einer seltsamen Pflanze, welche einem riesenhaften Farn glich. Dann umfing auch ihn erholsame Dunkelheit.

Er war von Stimmen geweckt worden, welche in einem seltsamen Kauderwelsch aufeinander einzureden schienen. Noch etwas beduselt, hob Nepomuk den Kopf. Wo war er hier? Doch die viel wichtigere Frage, wo war Cheona?
Als er den Sand unter seinen FĂŒssen spĂŒrte, erinnerte er sich an die Geschehnisse.
Sofort sprang er auf die kurzen Beine, taumelte einige Schritte und landete wieder im weichen Sand. Er hatte wenig getrunken und sein Körper rebellierte. Verschwommen erkannte er in einiger Entfernung zwei Gestalten, welche sich ĂŒber ein HĂ€ufchen am Boden beugten. Gleich schalt er sich ab seiner Dummheit, Cheona alleine gelassen zu haben.
Er war jedoch viel zu schwach einzugreifen, als die beiden Fremden seine Freundin hochhoben und einen Pfad einschlugen, den der KleindÀmon bis anhin nicht wahrgenommen hatte.
Fluchend und schimpfend tapste Nepomuk den dreien hinterher


Im Nachhinein stellte es sich als ein Segen heraus, dass die beiden MĂ€nner Jorin und Turam die Albin gefunden hatten. Sie stellten sich als Fischer und Sammler heraus, welche in der NĂ€he mit ihren Familien wohnten. Da sie relativ abgeschieden lebten, hatte sie noch nie eine Albin gesehen, geschweige denn eine Sonnenalbin, wie es denn Cheona war. Deshalb hatten sie sich zuerst gestritten und waren sich nicht einig gewesen, ob die Albin womöglich eine der Sirenen war, ĂŒber die man sich Geschichten erzĂ€hlte, und ob sie vielleicht eine Gefahr darstellen mochte.
Schliesslich hatten sie sich jedoch dem völlig geschwÀchten Geschöpf angenommen und ihre Frauen waren ihnen behilflich gewesen, die junge Frau wieder aufzupÀppeln. Nepomuk hatte sich im Verborgenen gehalten, denn er konnte die Sprache der hier lebenden Menschen nicht verstehen. Stattdessen hatte er schnell herausgefunden, wo die Bewohner ihre VorrÀte aufbewahrten und hatte sich mit einer Wildkatze angefreundet, welche ihn wohl gerne adoptiert hÀtte.

Stattdessen brachen sie nach einiger Zeit wieder auf. Cheona hatte manche Worte der Bewohner lernen können und konnte dem staunenden Nepomuk erzĂ€hlen, dass sie auf Asamura gestrandet seien. FĂŒr den DĂ€mon war das alles zu viel fĂŒr seinen kleinen Kopf und er entschied schliesslich, dass es ihm egal wĂ€re, wo er sei, Hauptsache, er könne mit der Sonnenalbin gemeinsam weiterreisen.

So erkundeten sie denn gemeinsam die neue Welt, wie die Albin sie manchmal nannte. Beide kamen aus dem Staunen oft nicht heraus, wenn sie neue Pflanzenarten und Tieren sahen, welchen sie noch nie in ihrem Leben begegnet waren.
Mit der Zeit verÀnderte sich die Landschaft und sie kamen immer wieder an Dörfern vorbei. Die Siedlungen wurden immer hÀufiger und manchmal beobachteten sie aus einiger Entfernung Menschen, Goblins und auch Trolle oder Tieflinge, die ihrer Wege gingen.
Viele von ihnen schienen dasselbe Ziel anzustreben, welches sich nur wenige Tagesreisen entfernt befinden musste.
Es war auffallend, dass viele mit Karren reisten, die mit Lasten beladen waren, Handelswaren so schÀtzte Cheona.

Die lange Reise ermĂŒdete die beiden GefĂ€hrten. Nachdem sie einen mit Heu und Stroh beladenen Ochsenkarren ĂŒber lĂ€ngere Zeit beobachtet und verfolgt hatten und sich einig waren, dass von dem Ă€lteren Mann wohl kaum eine Gefahr ausging, auch wenn er sie denn entdecken wĂŒrde, schlichen sie sich eines Nachts auf den Karren und versteckten sich zwischen den Strohballen und Heuhaufen. Von nun an war die Reise ein Genuss und dank seiner UnsichtbarkeitsfĂ€higkeit und der kleinen Grösse konnte Nepomuk sich zwischendurch wegschleichen, um ihnen Nahrung zu besorgen. Endlich fĂŒhlte der KleindĂ€mon sich wieder zu etwas NĂŒtze und seine Laune besserte sich merklich.


Nepomuk wurde plötzlich unruhig. Er meinte, dass das Treiben um sie herum lauter zu werden schien, mehr Schritte und Stimmen schienen an sein feines Gehör zu dringen und auch das Gerumpel der Strasse wurde weniger. Ohne Cheona wecken zu wollen, suchte er sich den Weg am Stroh vorbei und spĂ€hte nach draussen. Erschrocken schnappte er nach Luft. Durch das Heu waren sie von GerĂ€uschen abgeschirmt worden und die MĂŒdigkeit hatte ihr Übriges getan. So hatten sie gar nicht bemerkt, dass das Fuhrwerk auf eine bessere Strasse abgebogen war, welche direkt auf ein grosses Stadttor zuhielt.

Auf der Strasse herrschte ein Gewimmel, und wie ein WĂŒhlwurm bahnte sich der Zug aus unterschiedlichsten Gestalten mit allen möglichen Handelswaren den Weg nach Daijan, wo bald ein grosses Marktfest stattfinden sollte.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#12

Beitrag von Meister Dozzy » Sa 3. Okt 2015, 13:12

Zum großen Marktfest hatte Meisteringenieur Dozzy vom OberbĂŒrgermeister der Stadt einen verantwortungsvollen Auftrag bekommen. Zur Eröffnung des neuen Rathausplatzes wurde die neue Rathausturmuhr eingeweiht. Schon seit einigen Wochen war Dozzy im Planungs- und Fertigungsprozess beschĂ€ftigt. Wobei er die Schmiede, FĂŒge- und Montagearbeiten nicht komplett selbst tĂ€tigte, sondern sich von Tagelöhnern und niedrig bezahlten Schlössern Hilfe bei der Errichtung des Uhrwerks suchte.

Ingenieurtechnisch war es nicht leicht, denn der begrenzte Raum im Rathausturm bot nicht viel Spielraum zur Montage der vollmechanischen RĂ€deruhr. Die Uhr wurde ĂŒber ein Seil mit Gewichten behĂ€ngt. Durch das Absinken der Gewichte aufgrund der Schwerkraft, wickelte sich das Seil wieder zusammen, woraufhin ein Kolben in Bewegung gesetzt wurde, der wiederum das RĂ€derwerk und die Uhrzeiger antrieb. Insbesondere die Verzahnungen im RĂ€derwerk benötigten einiges Ingenieurgeschnick. Im Moment war die Ingenieurstruppe um Dozzy mit der Montage der Uhrzeiger beschĂ€ftigt, die ĂŒber ein Schraubstock in der Mitte befestigt wurden.

"Wir vernieten es direkt vor Ort. Ein direktes FĂŒgen wird nicht halten. DafĂŒr sind die auftretenden KrĂ€fte zu stark", hatte der Goblinmeister der Gruppe befohlen.

GegenwĂ€rtig beobachtete Dozzy die Baustelle von der Straße aus. Geschlafen hatte er schon seit 2 Tagen nicht und an seine letzt vernĂŒnftige Mahlzeit konnte sich Dozzy nicht mehr erinnern. Das Stadtfest fand nĂ€mlich heute Abend statt und die Abschlussarbeiten waren noch im vollen Gange. Der Ehrgeiz eines Goblins war nicht aufzuhalten.
Viel zu spĂ€t hatte der BĂŒrgermeister ihm nĂ€mlich den Auftrag erteilt, sodass Dozzy in Zeitdruck gekommen war.

"StĂŒtzt die Gangregulierung ab, sonst bricht noch der Sekundenzeiger ĂŒber! Seid ihr bescheuert?!," schrie der Goblin von unten.
"Ich gehe rĂŒber zum GemĂŒsestand. Ich brauche was zu Essen! Fasst nichts an, ihr elenden Nichtsnutze...," befahl er. "Legt eine kurze Pause ein, ich bin gleich wieder da.".

"Alles muss man hier selbst machen..," murmelte der kleine GrĂŒnling aufgebracht. Er erreichte zunĂ€chst den GemĂŒsestand völlig aufgebracht und drĂ€ngelte sich vor. "Heh, da," maulte Dozzy in gewohnter Frechheit. "Nen Kilo Weißkohl. Dazu was Haferbrei!"

Die Menge raunte. "Was erlaubt er sich...", "Hinten anstellen...", "Gehts noch...?", ertönten einzelne Stimmen.

In der Menge standen zudem auch zwei Gestalten, die Dozzy bereits schon mal kennengelernt hatte. Der Erfinder aber war so fokussiert, dass er die Sonnenalbin und ihren Begleiter zunĂ€chst nicht bemerkte. Erst als er sich mit dem bezahlten GemĂŒse wieder aus der Menge drĂ€ngelte, stoß er mit ihnen zusammen.
Nach kurzer Orientierungslosigkeit hob Dozzy seine heruntergefallenen Sachen auf und sah dann die beiden vertrauten Gesichter.

Der Ingenieur war gewohnt schnell zu denken und so reagierte er sofort: "DU!!!!", schrie er aufgebracht. "DIEB! WO IST MEIN GELD?", er zeigte auf den kleinen Xarrxe und steigerte sich wieder vollkommen in die Sache hinein. "ENTSCHÄDIGUNG NENNE ICH ES. WO IST ES KARGONS UNGEZÜCHT? BIST WOHL ZU DÄMLICH WAS?" Dozzy ließ seine mechanischen Armprothesen ausfahren und hopste wild herum. Das GemĂŒse warf er auf den Boden, wo der Kohl in zwei StĂŒcke zerbrach. Aber das war dem Goblin erstmal egal. Hier ging es um was Wichtigeres. Hier ging es um eine alte Rechnung.
"Lauf nicht weg. Dir werde ich es zeigen!", brĂŒllte er.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#13

Beitrag von Cheona » Sa 3. Okt 2015, 19:44

Die letzten Tage waren mehr an ihr vorbei getrieben, sie hatte zwar in gewohnt aufmerksamer Art agiert aber mehr als das sie auf einer offenbar fremden Insel waren, hatte sie sich nicht gemerkt. Alles Andere wĂŒrde sich schon fĂŒgen, irgendwie.
Und so kam es das sie irgendwann inmitten einer Stadt standen, und dann auch noch auf dem Marktplatz.
Wie ĂŒblich war auch an diesem viel los. Man rief seine Ware aus, bot sie feil, verhandelte, schaute sich um kaufte , oder kaufte eben nicht.
Eigentlich die beste Zeit fĂŒr Diebe. in dem Gewusel und GedrĂ€nge viel es kaum auf wenn man irgendwas aus Taschen Beuteln oder von GĂŒrteln verschwand. Dieser hier machte dabei keinen Unterschied.

Mit geschickten Fingern erleichterte die Sonnenalbin, den einen oder Anderen um MĂŒnzen und Schmuck. Alles was sich leicht verbergen ließ. Und Nepomuk hatte sich, wie auch schon damals als guter Komplize angestellt.
Nun aber war sie hungrig und ihrem kleinen Freund schien es ebenso zu gehen, also sah sie sich um, wo es den etwas schmackhaftes zu holen gÀbe.
Doch dazu sollte es gar nicht erst kommen. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie eine kleine grĂŒnliche Gestalt sich nĂ€herte und beinah mit ihnen zusammen stieß. Schon darauf gefasst es hier mit einem Kollegen aus der Diebesbranche zu tun zu haben, fiel ihr erst auf, das sie ihn kannte als der Goblin bereits los schimpfte und tobte und den Xarrxe zur Schnecke machte.

Seufzend verdrehte sie die Augen und sah den Goblin einen Moment lang genervt an ehe sie sich entschieden zwischen die StreithÀhne schob, bevor es noch so ausartete wie damals im Wald.
Nicht das sie vorhatte Nepomuk in Schutz zu nehmen, als ob das was gegen einen aufgebrachten Goblin bringen wĂŒrde. Nein hier mußten Fakten auf den Tisch.

"Ruhe!"

Herschte sie Dozzy in ungewohnt scharfen Tonfall an ehe sie weniger scharf aber mit Nachdruck der keine WIderrede dulden wĂŒrde, weiter sprach.

"Bevor du Anspruch auf irgendwelche EntschÀdigung erhebst, begleiche erstmal deine Schuld."

"Du schuldest mir dein Leben. Falls du es vergessen hast, ich habe deinen kleinen grĂŒnen Hintern gerettet, sonst wĂŒrdest du jetzt die Blumen von unten ansehen.""



Einige der Leute hatten dem kaum zu ĂŒberhörendem Theater neugierig zugehört sich dann aber wieder ihren TagegeschĂ€ften zugewand. Was interessierte schon ein Streit von irgendwelchen Leuten.
Vor allem wenn es dabei um unverschÀmte Goblins ging.

Nur Cheona zog den dunklen Umhang enger, die vielen Blicke waren ihr unangenehm, um so froher war sie als man sich wieder seinen eigenen Dingen zuwand.

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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#14

Beitrag von Nepomuk » Mi 14. Okt 2015, 10:13

Nepomuk fĂŒhlte sich wohl in dem ganzen GetĂŒmmel. Hier beachtete ihn niemand; konnte man den vorbeihuschenden Schatten doch fĂŒr eine scheue Katze halten.

Der kleine Xarrxe war beeindruckt von der Stadt und den Gestalten. Alle schienen beschĂ€ftigt und einem wichtigen Geschehen entgegenzufiebern. EinkĂ€ufe mussten noch erledigt, HauseingĂ€nge gefegt werden und fĂŒr ein gemĂŒtliches PlĂ€uschchen mit einem Bekannten blieb nicht mehr viel Zeit ĂŒbrig.
Einmal meinte Nepomuk eine bekannte und ziemlich aufgebrachte Stimme ĂŒber die GerĂ€usche des Marktes hinweg zu vernehmen, doch er schob den unangenehmen Gedanken gleich wieder beiseite.
Ausserdem knurrte sein Bauch.

Vor lauter Überraschung bemerkte er so zuerst gar nicht, mit wem sie da zusammengestossen waren, bis der GrĂŒnling plötzlich wie ein Wilder sein Kampfgeheul ausstiess.
"DU!!!!", schrie er aufgebracht."DIEB! WO IST MEIN GELD?", er zeigte auf den kleinen Xarrxe und steigerte sich wieder vollkommen in die Sache hinein. "ENTSCHÄDIGUNG NENNE ICH ES. WO IST ES KARGONS UNGEZÜCHT? BIST WOHL ZU DÄMLICH WAS?" Dozzy ließ seine mechanischen Armprothesen ausfahren und hopste wild herum.

Vor Schreck starrte der Xarrxe Dozzy einen Moment lang unglĂ€ubig an. „Der? Hier?!“, also hatte sein feines Gehör ihn doch nicht getĂ€uscht. Im ersten Augenblick wollte er den Goblin hĂ€misch angrinsen, als dessen GemĂŒse munter ĂŒber den Boden davonhopste und unter den Stiefeln der BĂŒrger zerstampft wurde.
Doch sogleich verging ihm seine Schadenfreude, als sich des GrĂŒnlings Arme urplötzlich verlĂ€ngerten und er wie ein Berserker zu wĂŒten begann.

Obwohl Nepomuk nicht als Feigling dastehen wollte, verunsicherte ihn diese seltsame Technik, denn solchen GerĂ€tschaften war er noch nie zuvor begegnet. Der Goblin wurde ihm noch suspekter als er es eh schon war. Nachdem das Fliegen in einer Bruchlandung geendet hatte, musste er wohl nun wie ein Frosch oder ein Affe in der Gegend herumhĂŒpfen, um seine Grösse und UnfĂ€higkeit wettzumachen.

Als der Goblin jedoch plötzlich mit wildem Gesichtsausdruck auf ihn zugestĂŒrmt kam, wich der Xarrxe zurĂŒck und prallte an Cheonas Beine.
Sie hatte die Situation schnell erfasst und bemĂŒhte sich um Ruhe, denn der plötzliche Aufruhr und die Aufmerksamkeit der braven BĂŒrger konnten den Dieben sehr ungemĂŒtlich werden.
"Bevor du Anspruch auf irgendwelche EntschÀdigung erhebst, begleiche erstmal deine Schuld."
"Du schuldest mir dein Leben. Falls du es vergessen hast, ich habe deinen kleinen grĂŒnen Hintern gerettet, sonst wĂŒrdest du jetzt die Blumen von unten ansehen.""


Als Nepomuk begriff, dass Cheona ihn nicht rĂŒgen wĂŒrde, sondern den Zwergling schmipfte, erfasste ihn eine neue Welle des Mutes:
„Da hast du’s, GrĂŒnling! Nicht Ich schulde Dir etwas, nein, Du bist derjenige, der seine Schulden abzubezahlen hat!“, er verdrĂ€ngte dabei die Tatsache, dass er an Dozzys Absturz nicht ganz unbeteiligt gewesen war und sogar die Absicht gehabt hatte, den kopfĂŒberhĂ€ngenden Goblin auszurauben, anstatt ihn zu retten. Trotzdem war er der Meinung, zur rechten Zeit zur Hilfe geeilt zu sein, nĂ€mlich als Cheona darauf bestanden hatte, dem Goblin zu helfen.

Der Xarrxe hatte sich zu voller Grösse aufgebauscht wie ein drohender Kater und seine Augen funkelten selbstzufrieden. „Was willst Du ĂŒberhaupt hier? Und wie bist du hierhergekommen? Geflogen wirst du wohl kaum sein
 Sei’s drum. Hauptsache du verschwindest alsbald von hier, damit wir wieder unsere Ruhe haben!“
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#15

Beitrag von Meister Dozzy » Do 10. Dez 2015, 21:45

Dozzy war in seinem paranoiden Wahn gefangen und stellte sich allmögliche Szenarien vor, die passieren könnten. Anstatt drĂŒber zu reden und sich vom Gegenteil ĂŒberzeugen zu lassen, lief in seinem Verstand ein Prozess ab, wodurch er sĂ€mtliche Ă€ußere Reize verzerrt wahrnahm und sich daher vollkommen in die Sache hineinsteigerte. Er hörte den Worten der Albin und des KleindĂ€mons nicht mehr wirklich zu, und war nur noch auf seine Gedanken konzentriert.
Das war keine gewollte Reaktion, sondern eine unterbewusste Reaktion, die sich bei Dozzy stets einstellte, wenn er sich in Gefahr befand.

Dozzys Verstand ĂŒberschĂ€tzte und ĂŒberinterpretierte nĂ€mlich die zufĂ€llige Begegnung mit den Beiden.
Sein Verstand sagte ihm, dass dies als Teil eines "gemeinen großen Planes" sei. Schon vor langem von den Beiden bis in kleinste Detail sorgsam ausgeklĂŒgelt. Vielleicht hatte gar Tazgosh Gremlogg, der elende StĂŒmper, seine Finger im Spiel?!

Oder...NEIN!
Dozzy fasste sich an den Kopf und fing an laut zu lachen.
Es war so offensichtlich! Wie hatte ich das nur nicht erkennen können!

Wie immer reagierte Dozzy schnell und hatte eine Lösung parat.
In seiner Jacke hatte er zwei mechanische Apparaturen dabei, zwei Prototypen von Springfallen, die Dozzy momentan baute und etwa so groß, wie eine menschliche Faust waren.
Dozzy machte im Geiste ein paar einfache Winkelberechnungen und warf die beiden Springfallen auf den Boden. Als sie auf dem Boden ankamen, hörte man nur das mechanische Klicken einer Feder, die sich spannte und nach zwei Sekunden soviel Spannungsenergie besaß, dass die Falle nach oben sprang.
Die eine Falle ging voll daneben, die andere aber traf das Bein des kleinen Xarrxe. Als die Falle auf dem Bein des Xarrxe landete, verkeilte sie sich in dessen Haut und verursachte unmittelbar einen sehr unangenehmen Schmerz.

Dozzy war sein Geld und sein Anspruch auf Schadenseratz mittlerweile egal. Er hatte nur noch den Gedanken so schnell wie möglich von den Beiden zu fliehen. Denn nur auf diese Art und Weise konnte er dem Plan des Dunklen entwischen.
"Diesmal nicht!", lachte Dozzy und lief mit diesen Worten davon.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#16

Beitrag von Cheona » Mo 4. Jan 2016, 07:37

"Ruhe"

Schimpfte die junge Albin auch ihren kleinen GefĂ€hrten. Nepomuk fĂŒhlte sich offenbar durch ihren Schutz bestĂ€rkt und plapperte frech und vorlaut dazwischen. Das er damit den Goblin auch noch provozieren könnte vergaß er offenbar. Oder er verließ sich darauf, das sie ihm half.

Seufzend sah sie wieder zu Dozzy, doch der schien ihr nicht mal wirklich zugehört zu haben. Was ging nur im Kopf dieses Goblins vor. Warum war er so...verwirrt?...normal war das jedenfalls nicht. Er benahm sich ja wi ein Irrer. Oder war er vieleicht auf den Kopf gefallen bei seinem Absturz?
Kurz musterte sie ihn besorgt, doch plötzlich griff er in seine jacke und warf etwas nach ihnen.

Noch ehe sie sehen konnte was es war, fand sie Nepomuk in einer dieser wieder und er schien schmerzen zu haben. Das ging nun wirklich zu weit.
Ihre Hand glitt schon zu einem Dolch, doch sie ließ die Hand wieder los und verengte die Augen als sie dem fliehenden Goblin nach sah.

"Wir sehen uns wieder..."

Sprach sie leise in einem Ton der nichts Gutes verhieß. Aber sie wollte kein Aufsehen verursachen und ließ ihn laufen.
Ihre roten Augen funkelten erbost wĂ€hrend sie sich zu Nepomuk hinunter beugte um ihn aus seiner Falle zu befreien. Dozzy war offenbar wirklich irre gewurden, verrĂŒckt, wahnsinnig.
Vorsichtig befreite sie den kleinen Drachen von seinem schmerzhaften GefÀngnis.

"Vergiss ihn...vorerst. Wir treffen ihn bestimmt nochmal, aber jetzt sollten wir etwas zu essen suchen."

"Geht es mit deinem Bein?"


Ihr wĂŒtenden Blick wisch kurz einem besorgten mit dem sie ihren kleinen Freund musterte.

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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#17

Beitrag von Nepomuk » So 24. Jan 2016, 17:41

Nepomuk verspĂŒrte den Schmerz und kreischte auf, so dass eine Dampfwolke aus seinen NĂŒstern stob. „Auuu“, jaulte der Xarrxe und schnappte nach dem Ding, das sich an seinem Körper verkeilt hatte. Doch es war kein Lebewesen, das sich in ihn verbissen hatte, sondern ein Teufelswerk des GrĂŒnlings, der nun wie ein VerrĂŒckter mit einem gemeinen Grinsen davonrannte. Bald verschwand er in dem GewĂŒhl.

Zum GlĂŒck war Cheona geisesanwesend genug und befreite Nepomuk aus der schmerzhaften Umklammerung. WĂŒtend fauchte er das Metalldings an und zum Dank sprang er Cheona in die Arme und leckte ihr mit der rauen Zunge ĂŒbers Gesicht. Dann zappelte er sich jedoch bereits wieder frei und begann in DĂ€monensprache ĂŒber den Wicht zu schimpfen und fluchen.
„Wir mĂŒssen ihn aufhalten Muk!“, begann er voller Aufregung mit sich selber zu reden. „Dieser kleine Wicht kann doch nicht glauben, ungeschoren davonzukommen!“, wĂŒtend stampfte er mit seinen kleinen Stampferchen auf.
„Ich kann ihn riechen“, meinte Nepomuk zu Cheona, wĂ€hrend er schnĂŒffelnd mit der Nase ĂŒber den Boden fuhr wie ein SpĂŒrhund. Er hinkte dabei ein wenig, denn die Stelle am Bein schmerzte noch immer sehr, was seinen Zorn nicht gerade zu lindern vermochte.

Da die Leute sich bereits nach ihnen umschauten, gab Cheona schliesslich nach, und folgte dem Xarrxe, der sich einen Weg durch die Leute bahnte. Hauptsache, sie konnten der Aufmerksamkeit entkommen. Und so folgten die beiden unaufhaltsam der Spur des Goblins. Nepomuk im Drang, dem Fiesling seine Untaten heimzahlen zu können, Cheona wohl eher in der Hoffnung, die Stadt und das GetĂŒmmel bald hinter sich zu haben.
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