Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Urako
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Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#1

Beitrag von Urako » Mo 4. Apr 2016, 21:41

╔══════════════════════════════════════════════════╗
Hier spielte der dritte Teil der Reise:
Link
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Urako war schon lange da, denn auf FlĂŒgeln war er schneller als die anderen in ihrem FluggefĂ€hrt. Der Heißluftballon landete fauchend. Töli stĂŒrzte als erste heraus und begann sich wie bekloppt zu drehen und nach ihrem Schwanz zu jagen. Urako zielte mit einem beherzten Tritt in ihre Richtung. Das letzte, was er gebrauchen konnte, war sich gleich bei ihrer Ankunft in Rantamar bei den Bewohnern lĂ€cherlich zu machen! "Reiß dich zusammen", schnauzte er.

Dann ging er zu dem Ballon, um Firxas galant das TĂŒrchen aufzuhalten. Der ging an ihm vorbei, ohne ihn auch nur mit seinem dicken Arsch anzusehen. Er trug kein Oberteil, so dass Urako nicht nur seinen ĂŒberquellenden HĂŒftspeck und den Beginn seiner Arschrille sah, sondern auch die schlimmen Narben bei seinen SchulterblĂ€ttern. Urako biss sich auf die Lippe und wandte den Kopf ab.

Er wartete nicht ab, ob man Firxas nach einer Bezahlung fragen wĂŒrde, denn Geld hatte dieser natĂŒrlich keines, genau so wenig wie Urako. Die einzigen, die Geld besaßen, waren die Goblins, welche ihr stĂŒmperhaft zusammengeschustertes Schiff verkauft hatten und die den Flug ruhig bezahlen konnten. Er wollte Firxas am Arm greifen, um ihn ein StĂŒck abseits zu fĂŒhren, doch der stieß ihm grob gegen die Brust, so dass Urako rĂŒckwĂ€rts gegen eine Laterne stolperte. "Fass mich bloß nicht an", grollte er.

"Mach ich nicht, keine Sorge", schnauzte Urako. "Niemals wieder. Du bist mir eh zu fett. Richtig widerlich bist du geworden!" Das war gelogen, er liebte Firxas` Speckröllchen und wenn es nach ihm ginge, könnte Firxas gut und gerne noch einen Zentner mehr wiegen, doch Urako wollte ihn mit allem verletzen, von dem er wusste, dass es tief treffen wĂŒrde, also ergĂ€nzte er auch noch: "Du KrĂŒppel!" Firxas verpasste ihm einen Schlag in die Fresse, ein Lichtblitz explodierte in seinem SchĂ€del. Urakos Kopf wurde zu Seite geschleudert und er stĂŒrzte auf das Kopfsteinpflaster. Dabei schĂŒrfte er sich die HandflĂ€che und den Ellebogen auf und verrenkte sich die Schulter. Er zog blitzschnell die Beine an, um seine Unterseite zu schĂŒtzen und Firxas treten zu können, sollte dieser auf ihn losgehen, doch der trottete einfach davon, ohne Urako auch nur einmal anzusehen. Wohin, wusste der Geier. Urako war stinksauer und unglĂŒcklich zugleich. Man hatte ihn verschmĂ€ht, niedergeschlagen und öffentlich gedemĂŒtigt. Und er hatte nicht einmal Geld, um sein Elend zu ertrĂ€nken oder im Freudenhaus seine Seele und andere Dinge streicheln zu lassen.

Er rappelte sich auf, stand da, mitten in einer fremden Stadt in einem fremden Land und plötzlich fĂŒhlte er sich allein. Die Goblins gingen vorbei, einige starrten ihn neugierig, andere voll Abscheu an. Was sollte er tun? Und wie konnte er an Geld gelangen? Keinesfalls wollte er die Nacht unter freiem Himmel verbringen. Er sehnte sich nach zwei Jahren Wildnis nach einem Bett und einem guten Essen, nach einem heißen Bad. Als erstes musste er herausfinden, wie er an Arbeit kommen konnte. Vielleicht brauchte die Stadt ja einen Henker - oder einen Koch.

Sein erster Weg fĂŒhrte ihn also zu einem Offizier, denn ganz offensichtlich hatten in einer Festung die MilitĂ€rs das Sagen. Es handelte sich um Felik Garsnik, wie man ihm gesagt hatte, Sohn des Generals Tonik Garnsik. Eine kleine Eskorte brachte ihn dorthin.

"Ich suche Arbeit!" posante Urako sofort heraus, ohne ihn zu begrĂŒĂŸen.
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warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#2

Beitrag von Arafis » Mi 6. Apr 2016, 12:30

Der krĂ€ftige Tritt des Tieflings brachte Arafis erst wieder zur Vernunft. Die Goblins grinsten sie hĂ€misch an, offensichtlich waren sie glĂŒcklich darĂŒber, dass die gefĂ€hrliche Bestie zurechtgewiesen wurde. Urako verschwand bald in der Menge und die Wölfin verspĂŒrte nicht das geringste BedĂŒrfnis, ihm zu folgen. Sie blickte sich um. Den armen Selan, der auf der Ballonfahrt in Ohnmacht gefallen war, schleppten gerade ein Duzend Goblins auf einer hastig herbeorderten Trage davon. Firxas, der anscheinend nicht recht wusste, wohin er sich wenden sollte, zottelte schliesslich in eine andere Richtung davon, aus der es krĂ€ftig nach Speis und Trank roch.

Arafis beschloss, die Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie wĂŒrde ihre GefĂ€hrten schon wieder auffinden, wenn sie dies beabsichtigte. Schliesslich waren der Teeduft von Selan und das GebrĂŒll von Urako schwerlich zu verkennen und sie mĂŒsste bloss die Goblins belauschen, um herauszuhören, wo sich die seltsamsten Gestalten der Stadt so tummelten.
So machte sie sich alleine auf den Weg, immer misstrauisch beĂ€ugt von den grĂŒnen Winzlingen.

Die Strassen waren verwinkelt und oft lief Arafis in eine Sackgasse hinein, wenn sie meinte eine Abzweigung in eine neue Gasse gefunden zu haben. Sie versuchte den Blicken der Goblins auszuweichen, doch erst als einige jĂŒngere Kerle sie mit Steinen bewarfen, um sie zu verscheuchen, entschied sie, dass Rantamar und sie eine gegenseitige Abneigung fĂŒreinander empfanden. Eine Stadt auf einem Berg, das war nichts fĂŒr sie. Seit langer Zeit vermisste sie einmal wieder ihre Heimat, wo sie in einem Walddorf aufgewachsen war.

Da Arafis zwischen den Goblins hin und wieder grossgebaute Menschen erblicke, ĂŒberlegte sie sich schliesslich, ob sie nicht besser fahren wĂŒrde, wenn sie als Albin durch die Stadt ging. VerstĂ€ndlicherweise fĂŒrchteten sich die kleinen Bewohner vor einem scharfzĂ€hnigen Wolf, doch einer Waldalbin wĂŒrden sie bestimmt freundlichere Blicke schenken.
So begab sie sich nun stattdessen in den abgelegenen Gassen auf die Suche nach einer WĂ€scheleine, denn ohne jegliche Kleidung wĂ€re sie noch absonderlicher als jetzt schon. TatsĂ€chlich wurde sie fĂŒndig. GlĂŒcklicherweise lebten auch Almanen in Rantamar und diese hatten eine stattlichere Figur als die kurzbeinigen Goblins.

Arafis duckte sich hinter einen Stapel Kisten wĂ€hrend ihrer Wandlung. Es fĂŒhlte sich an, als wĂŒrden tausend Ameisen unter ihrem Fell herumkrabbeln, dann spannte sich ihre Haut und ihr Körper begann sich zu verĂ€ndern. Sie unterdrĂŒckte ein schmerzliches Aufjaulen, doch dann war es bereits wieder vorbei.
Schwer atmend kniete die nackte Frau auf dem rauen Boden. Inzwischen konnte man gut erkennen, dass sie keine gewöhnliche Albin war, denn der Fellstreifen auf ihrer WirbelsÀule, Armen und Beinen hat sich bereits etwas weiter ausgedehnt. Auch ihre Ohren, Stirn und Nase waren mit weichem hellbraunem Fell bedeckt. Arafis fuhr mit ihrer Zunge ihrem Maul entlang und bemerkte die leicht zugespitzten BackenzÀhne.

Sie wollte sich gerade aufrappeln, als sie eine Bewegung hinter sich vernahm. Arafis fuhr reflexartig herum. Doch sie konnte nichts erkennen. Dann hörte sie ein KrĂ€chzen ĂŒber sich: „Spioooon, Spioooon!“
Einige Meter ĂŒber ihr sass auf der WĂ€scheleine ein grĂŒnlicher Papagei. Er beobachtete sie aus giftig gelben Augen heraus aufmerksam und flatterte ungehalten mit den FlĂŒgeln. „Gschhht, sei ruhig!“, fauchte die Albin ihn wĂŒtend an, denn sie wollte in ihrer Situation keine Bewohner auf sich aufmerksam machen. „Spioooon!“, kreischte der Vogel jedoch unbeeindruckt weiter.

Arafis hatte es nun plötzlich eilig. Sie schob die Kisten zu einer Treppe zusammen und kletterte behĂ€nde hoch, um an die WĂ€scheleine zu gelangen. Als sie an einem Gewand zerrte, flatterte der Papagei schimpfend davon. Erleichtert schnappte sich die Albin einige KleidungsstĂŒcke, um dann auf den Boden zu springen.
Gerade als sie ein rosafarbenes StĂŒck aufgehoben hatte, hörte sie Fussgetrappel. Erschrocken wandte sich die noch immer nackte Frau um, als auch schon eine ganze Horde Goblinwachen um die Ecke geschossen kam. Über ihnen flog der Papagei seine Runden und kreischte wild: „Spioooon! Spioooooon!“

Einen Moment starrten die kleinen MĂ€nner die Frauen perplex an. Bevor sie reagieren konnten, warf sich Arafis das Gewand ĂŒber. Es war ein langes Nachtgewand, das offensichtlich einer Almanenfrau gehörte, denn es schlabberte an dem Körper der Albin und die weiten Stösse bedeckten ihre gesamten FĂŒsse. „HĂ€nde in die Höhe! Keine Bewegung!“, endlich kam Bewegung in die Goblins. Wie eine Schar Ameisen umringten sie die Albin, um die vermeintliche Spionen in ihre Mitte zu nehmen. „Sie sind festgenommen!“, piepste ein Goblin mit ernster Miene. „Sie wurden beim Diebstahl erwischt. Ausserdem besteht der Verdacht auf unbefugtes Eindringen in die Stadt fĂŒr Spionagezwecke! Sie werden einem Verhör unterstellt, bis dahin kommen sie zur Verwahrung in den Kerker.“

Arafis war zu perplex, um sich zu wehren. Ausserdem belustigte sie die Situation auch ein wenig. Erst als einer der Goblins eine seltsam anmutende Waffe auf sie richtete, setzte sich die Albin folgsam in Bewegung. Dem Papageien, der sich wieder auf der WĂ€scheleine niedergelassen hatte und sich dabei zufrieden aufplusterte, warf sie einen letzten giftigen Blick zu.
Sie hĂ€tte wohl doch besser in Wolfsgestalt verbleiben sollen
 Immerhin hĂ€tte sie dann die Goblins als HĂ€ppchen verspeisen können, anstatt von diesem Rudel in ein GefĂ€ngnis geworfen zu werden!

Obwohl die Albin versuchte, Klarheit zu schaffen und zu erklÀren, dass sie zusammen mit den Tieflingen und dem fliegenden Ballon in die Festung gelangt war, schenkte man ihr kein Gehör. Arafis musste das rosa Nachthemd hochraffen, um nicht zu stolpern. So bahnte sich die seltsame Prozession einen Weg durch die Stadt, um die frisch ertappte Spionin ihrem Urteil zu unterwerfen.
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#3

Beitrag von Selan Todaric » Di 12. Apr 2016, 14:05

"Beeindruckend, sehr beeindrucken, diese GebĂ€ude, diese Technik!", murmelte Selan vor sich hin, als er die Straßen der Stadt entlang ging. Architektur und Technik waren eine kleine, jedoch gut gepflegte Leidenschaften von Selan und was ihm hier geboten wurde, spottete jeglicher Beschreibung. War Selan viel herumgekommen und hatte viel gesehen, doch die Baukunst der kleinen Goblins war enorm. Vom Estetischen Standpunkt her, konnte man sich gut und gern ĂŒber die Stadt streiten, denn Goblins bauen eher nach pragmatisch Gesichtspunkten, weniger nach Estetischen.

Jedoch was die kleinen grĂŒnen Kerle leisteten, war enorm. Da gab es Wasserspringbrunnen vor ihm, weniger Meter dahinter gab es so eine Art Hebesystem fĂŒr schwere Steine, wenn Selan die Goblins richtig verstand, nannten sie es Kran. Hier und da, zwischen den Engen Gassen, konnte er Teile der Verteidigungsanlage sehen. Riesige GeschĂŒtze, die in alle Richtungen zeigten, Luftschiffe die hier und da am Himmel zu sehen waren. Ja es stimmte, was die Goblins nicht in den Muskeln hatten, hatten sie im Kopf.

Einzig was Selan an der Stadt nicht gefiel, es gab keine Teestuben. Alle rannten wild hin und her, waren hektische am Arbeiten. Das Treiben musste einen als Nichtgoblin sehr verwirren. Keiner hatte Zeit fĂŒr ihn, wollte er hier und da ein kleines GesprĂ€ch anfangen oder Goblins auf einen Tee einladen, bekam er nur Ablehnungen. Gern hĂ€tte er mehr von der Stadt erfahren, doch FremdenfĂŒhrer gab es hier nicht udn zu allem Überfluss war das Angebot an Speis und Trank nicht sehr Appetit Anregend.

Zu gern probierte Selan die einheimischen Speisen anderer Völker, doch so glaubte er, konnte er es zulassen bei den Goblins eine Ausnahme zu machen. Egal welches Wirtshaus, so fern man es so nennen konnte, er besuchte, ĂŒberall gab es MerkwĂŒrdiges essen.

Schweinesteak in Schokoladensoße auf Brokkoli graniert. Zitronen-Kartoffel-Pudding und ... weiter lesen wollte Selan nicht. Die ersten zwei bis drei Gerichte reichten ihm schon aus, um den Appetit zu verderben. Einen Kamillentee, was gĂ€b Selan fĂŒr einfachen Kamillentee, doch daraus wurde nichts.

So machte er sich fest entschlossen auf das MilitĂ€r aufzusuchen. Selan hatte es nicht vergessen. Irgendwo da draußen ist Rakshor und bereitet einen Krieg vor, der alles verschlingen könnte. Fest entschlossen war er, die Leute zu warnen. Was vor so langer Zeit einmal war, durfte sich nie wiederholen.

Felik Garsnik, Sohn des Generals Tonik Garnsik, wurde ihm als erster Ansprechpartner empfohlen, er sollte hier in der Festung das Sagen haben. Kurzerhand machte Selan sich auf. Dutzende male musste der Tiefling einen der herum wuselndenen Goblins nach dem Weg fragen, denn eines konnte man in der Stadt sicher, sich verlaufen.

Nach einer gefĂŒhlten Ewegkeit kam er in ein grĂ¶ĂŸeres Hölzernes Tor und unterbreitete der Wache sein anliegen, die ihm sofort zu Felik Garsnik bringen wollte. Doch seine Verwunderung war groß, als er in den Raum gefĂŒhrt wurde, der das BĂŒro von Felik Garsnik sein sollte.

"Ich suche Arbeit!"

"Urako, du hier?", staunte Selan.

"Ich bin beeindruckt, ich habe also doch bei deiner Ausbildung alles richtig gemacht!", strahlte Selan und rannte mit breit ausgrestreckten Armen Urako entgegen.

"Immer noch hegte ich Zweifel, ich Narr. Dabei war alles nur eine Finte! Gut gemacht, unseren Feind werden wir damit ĂŒberraschen und nun können wir beide, du und ich endlich gemeinsam Rakshor das Handwerk legen. Ja ich sehe es vor mir. Du und ich, Seite an Seite gegen die drohende Finsternis. Ich bin ja so Stolz, dass du mein Lehrling bist, wenn auch nicht der talentierteste. Aber keine Sorge, Papa Selan wird dir alles bei bringen was er weiß und wird dich zu einem guten Nekromanten machen. Wir werden der Welt Frieden bringen, nieder mit Rakshor!", lamentierte Selan und keuchte einige AthemzĂŒge danach.

"Im ĂŒbrigenss, dein Lohn der letzten Monate, ich hatte ihn die vergessen zu geben, verzeih und ... ohhh ... Verzeihung, sie mĂŒssen Felik Garsnik sein?"
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


Kleine Legende:
"Text" -> Gesprochener Text /\ >Text< -> Gedachter Text

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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#4

Beitrag von Urako » Fr 27. Mai 2016, 16:55

"Papa Selan?!", zischte Urako und warf dem anderen Tiefling einen feindseligen Blick zu. "Brauchst dich gar nicht versuchen einzukratzen! Zwei Jahre lang hast du dich vor deinen Pflichten als Ausbilder gedrĂŒckt und so meine Lebenszeit vergeudet! Und du hast vergessen, mich zu bezahlen! Das kannst du in deinem Leben nicht wieder gut machen!" Dass sie auf einer einsamen Insel festgesteckt hatten und noch dazu an entgegengesetzten Enden, ließ er außen vor.

"Und darum steht ihr zwei Knallköppe jetzt hier und bettelt um Arbeit, ja?" Trotz seiner geringen KörpergrĂ¶ĂŸe wirkte der Goblinoffizier durchaus ehrfurchgebietend. Der kleine Mann war stĂ€mmig gebaut und unter seinem spitzen Zinken war ein Mund mit schmalen, zusammengepressten Lippen. Sein schwarzes Haar hatte er streng mit einer lackĂ€hnlichen Substanz nach hinten gegelt. Obwohl es windig war, wehte nicht ein einziges Haar, die Frisur saß, als bestĂŒnde sie aus Gusseisen. "Durch den Krieg haben wir immer Bedarf an FachkrĂ€ften: an Ingenieuren, Ärzten, Alchimisten. Was könnt ihr?"

"Ich bin Henker", sagte Urako und wurde sich gleichzeitig bewusst, wie plump das klang. "Ehemaliger fĂŒrstlicher Scharfrichter zu Phintias. Ich habe mehr als zweitausend Exekutionen sauber und fachgerecht durchgefĂŒhrt. UmstĂ€ndehalber ... eh ... bin ich arbeitslos geworden. Braucht ihr nicht einen hier, der euch um die Last von ein paar Schwerverbrechern erleichtert? Die machen eh nur Dreck und kosten Geld. Geld, was ihr besser im Krieg verwenden könntet."

Felik Garsnik sah ernsthaft aus, als wĂŒrde er ĂŒberlegen. Er strich dabei zĂ€rtlich ĂŒber seine Frisur. "Ein Tiefling, der Goblins hinrichtet ... die Wirkung wĂ€re natĂŒrlich eine ganz andere, als wenn das einer von uns ausfĂŒhrt. Hm. Ich werde das mit meinem Vorgesetzten besprechen mĂŒssen. Einstweilen kannst du aber im Verlies arbeiten. Der Kerkermeister ist nicht mehr der JĂŒngste, der kann UnterstĂŒtzung gebrauchen. Melde dich in der Stadtverwaltung und richte ihnen schöne GrĂŒĂŸe von Hauptmann Felik Garsnik aus. Das sollte genĂŒgen. Und der andere?"

WĂ€hrend der Goblin sich Selan zuwandte, begab sich Urako zum Rathaus, von wo aus man ihn zum Verlies brachte. Es handelte sich um eine feuchte, finstere Kelleranlage, die scheinbar in direkter Verbindung mit der Kanalisation stand. Möglicher Weise war sie sogar Teil von dieser. Der Kerkermeister war ein Kerl, der selbst fĂŒr einen Goblin winzig und dĂŒrr war, mit Haaren, die in alle Richtungen abstanden. Und wie es sich fĂŒr einen Kerkermeister gehörte, ging er gebeugt und mit schlurfenden und humpelnden Schritten.

"Daff da ift unfere neue Deliquentin", verkĂŒndete er. "Eine AuflĂ€nderin! Fpinoafe!"
"HĂ€?", fragte Urako.
"Bift du taub? Eine auflĂ€ndiffe Fpionin! Du follft fie fĂŒrf Erfte verhören und in Erfahrung bringen, waf fie hier will! Faffffffffff...tft du daf gut, erhĂ€lft du vieleiiiiift eine Anftellung. FĂŒrf Erfte bift du hier nur auf Probe!"
Damit verschwand das verhutzelte MĂ€nnlein in den Tiefen des Verlieses, wobei er im Gehen ein Bein hinter sich her zog.

Urako wandte sich der Deliquentin zu. Es handelte sich um eine ansehnliche junge Frau in einem rosa RĂŒschennachthemd. Seine Mundwinkel zogen sich auseinander, so dass man sein zahnloses Zahnfleisch sah. Er nahm den SchlĂŒssel zur Hand, den der Goblin ihm gegeben hatte, öffnete die schwere GittertĂŒr, um sie hinter sich wieder zu verschließen und baute sich dann vor der Albin auf.

"Redest du freiwillig oder muss ich nachhelfen?" Er knackte mit den FĂ€usten. "Wenn du keinen Ärger machst, mache ich es bei deiner Hinrichtung kurz und schmerzlos. Vielleicht. Also! Wer schickt dich und was sollst du in Erfahrung bringen?"
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#5

Beitrag von Arafis » Sa 4. Jun 2016, 12:38

Arafis hatte sich in eine Ecke ihres Verlieses geduckt und zitterte vor KĂ€lte. Das RĂŒschenkleid schĂŒtzte sie nicht einmal ansatzweise vor der Feuchtigkeit des dĂŒsteren Ortes. Die Dunkelheit machte ihr jedoch wenig zu schaffen, denn ihre Augen hatten sich schnell daran gewöhnt. Anders verhielt es sich mit dem Gestank. Das Odeur der Kanalisation fuhr in jede Ritze des unterirdischen Kerkers und selbst durch den Mund zu atmen, brachte der Gestaltwandlerin nur eine geringe Linderung ein.
Anfangs hatte sie in einem unbeobachteten Augenblick die GitterstĂ€be untersucht, doch auch als Wölfin hĂ€tte sie kaum hindurchgepasst. Dann hatte sie wie ein eingesperrtes Raubtier Runden durch die Zelle gezogen. Doch als sie sich dadurch nur noch eingeengter fĂŒhlte, beendete sie ihr Tun.
Nun verharrte sie von einem nackten Fuss auf den anderen tretend an einer Stelle, der kommenden Dinge harrend.

In ihrem Innern tobten die GefĂŒhle. Wut, Beunruhigung und Ekel rangen um die Wette.
Ekel vor dem Ort, an dem die Goblins sie eingesperrt hatten, wobei die Ratten sie noch am wenigsten störten. Doch das Stöhnen und schleimige Husten der anderen Gefangen zerrten an ihrem GemĂŒt und die Enge machte ihr zu schaffen. Ihre Beine wurden langsam mĂŒde von dem anstrengenden Tag, doch sich in eine der miefenden brĂ€unlich grĂŒnen PfĂŒtzen zu setzen, kam sogar fĂŒr die unkomplizierte Naturfreundin nicht in Frage. Stattdessen rĂŒmpfte sie bloss angewidert ihr angegriffenes NĂ€schen.

Beunruhigung ab ihrer misslichen Lage, in welche sie dank einem dĂ€mlichen Vogel geraten war. Obwohl sie keine Angst verspĂŒrte, denn Arafis war sich sicher, dass sie den Goblins in Wolfsgestalt bald wieder entkommen wĂŒrde, sobald man ihr die Pforte öffnete, sorgte sie sich.
Es wĂŒrde einen Trubel auslösen, wenn eine Frau sich in eine Wölfin verwandelte. Womöglich wĂŒrde die ganze Stadt in Aufruhr sein. Wie sollte sie da von dem Berg entkommen? Und wie sollte sie in dem Durcheinander bloss Selan und Urako finden? Oder
 wollte sie ĂŒberhaupt noch mit den beiden Tieflingen reisen?

Und schlussendlich Wut. HĂ€tte Urako sich nicht aus dem Staub gemacht, wĂ€re sie wohl kaum den Goblins zum Opfer gefallen. Mit einem Tritt hatte er sich gar von ihr verabschiedet. Nicht einmal um Selan hatte er sich gesorgt, der Flug mehr schlecht als recht ĂŒberstanden hatte mit seiner Ohnmacht.
UnwillkĂŒrlich zog sie die Lippen auseinander und ein animalisches Knurren entrang sich ihrer Kehle. Und diese dĂ€mlichen Goblins!
Misstrauische, eifrige Kerlchen waren das. Sie hatten sich nicht einmal die Zeit genommen, ihr zuzuhören, geschweige denn, ihr etwas anderes zum Ankleiden zu geben.
Bei den Waldalben wurden sogar Schwerverbrecher besser behandelt
 und dabei war sie doch bloss eine Besucherin in dieser schrecklichen Stadt.

Arafis hĂ€tte sich gerne verwandelt, doch ihre Vernunft hielt sie davon ab. Der Goblin wĂŒrde wohl kaum das Törchen öffnen, bei dem sie nebenbei sogar den Kopf einziehen musste um nicht eine Beule davonzutragen, wenn dahinter eine wĂŒtende Wölfin stand, die ihn beinahe ĂŒberragte.
WĂ€hrend sie sich also andere Fluchtmöglichkeiten ĂŒberlegte, nĂ€herten sich plötzlich Schritte.

Die Albin spitzte ihre langen Ohren und erkannte die schlurfenden Schritte des GefĂ€ngniswĂ€rters, der ihr zuvor einmal eine SchĂŒssel mit einer undefinierbaren BrĂŒhe hingestellt hatte, welche Arafis mit den Zehenspitzen in die hintere Ecke ihres GefĂ€ngnisses verbannt hatte. Wegwerfen wollte sie das vermeintliche Essen nicht, denn sie konnte ja nicht wissen, wie lange sie noch hier ausharren sollte.Anscheinend war er in Gesellschaft, denn weitere GerĂ€usche hallten in dem Gang wieder.

Als die beiden MÀnner vor der Zelle zum Stehen kamen, verschlug es Arafis die Sprache. UnglÀubig starrte sie Urako an und konnte sich gerade noch verkneifen seinen Namen herauszuposaunen.
"Bift du taub? Eine auflĂ€ndiffe Fpionin! Du follft fie fĂŒrf Erfte verhören und in Erfahrung bringen, waf fie hier will! Faffffffffff...tft du daf gut, erhĂ€lft du vieleiiiiift eine Anftellung. FĂŒrf Erfte bift du hier nur auf Probe!"
Nachdem das HunzelmĂ€nnchen seinem Nachfolger die Aufgabe erklĂ€rt hatte, humpelte er mit einem zufriedenen Grinsen davon. Wenn dieser GrĂŒnschnabel die Spionin ĂŒbernahm, konnte er in aller Ruhe ein Nickerchen geniessen. Er wĂŒrde erst spĂ€ter wieder gebraucht werden, wenn die Bande ihr Abendessen bekam. Bis dahin


Als der Tiefling sich ihr zuwandte und hĂ€misch grinste, zuckte Arafis zusammen. Vermutlich legte ihr GegenĂŒber es als Angst aus, doch tatsĂ€chlich war die Albin noch viel zu perplex, um Furcht zu empfinden. Gerne hĂ€tte sie ihm ihre VorwĂŒrfe ins Gesicht geschleudert, doch er hĂ€tte sie wohl fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt.
Im nĂ€chsten Moment bewegte sich Urako schneller, als sie es ihm zugetraut hĂ€tte und stand plötzlich nur eine ArmlĂ€nge von ihr entfernt in der Zelle. Die TĂŒr fiel mit einem Ächzen ins Schloss, noch bevor die ĂŒberrumpelte Albin reagieren konnte.
"Redest du freiwillig oder muss ich nachhelfen?" Urako knackte mit den FĂ€usten.

Was sollte sie ihm antworten?
Offensichtlich hatte er ihre Gestalt nicht erkannt, was vermutlich ein GlĂŒcksfall war. Nun gut, in den zwei bis drei Jahren hatte sie sich stark verĂ€ndert und der Tiefling wĂŒrde sich kaum an eine Waldalbin erinnern mögen, auch wenn sie es gewesen war, die ihm einst seinen pinken Wutstein geschenkt hatte.
Einen Moment ĂŒberlegte sie, ob sie sich vor seinen Augen in seine von ihm akzeptierte Töli verwandeln sollte. Doch als sie das Szenario abspielte, entschied sie sich mit einem schwachen KopfschĂŒtteln dagegen. Er wĂ€re womöglich so ĂŒberrascht und in Rage geraten, dass er sie mit blossen FĂ€usten erschlagen wĂŒrde.
Sollte sie ihn mit Worten von ihrem Wesen ĂŒberzeugen? Sollte sie womöglich Selan erwĂ€hnen? Doch auch davor schreckte sie ab seinem Desinteresse fĂŒr den GefĂ€hrten zurĂŒck.

"Wenn du keinen Ärger machst, mache ich es bei deiner Hinrichtung kurz und schmerzlos. Vielleicht. Also! Wer schickt dich und was sollst du in Erfahrung bringen?"
Seine Worte brachten sie in die Gegenwart zurĂŒck. Sie blickte in seine Augen und stellte mit Schrecken fest, dass ihm die prekĂ€re Situation gefiel. Er hatte Macht ĂŒber sein Opfer und war ganz in seinem Metier. Ein sĂŒsslicher Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus und sie realisierte, dass sie sich vor Aufregung auf die Zunge gebissen hatte und ihr eigenes Blut schmeckte.

„Ich..“, setzte sie zu einer ErklĂ€rung an, verstummte dann aber mitten im Satz.
Sie wollten sie hinrichten!
Nun breitete sich doch ein GefĂŒhl der Angst in Arafis aus.
Und was ist mit der Möglichkeit, sich zu verteidigen? Kennen Goblins keine Gerechtigkeit? Oder ist das blosse Zeitverschwendung

Blitzschnell ĂŒberlegte sie, wĂ€hrend Urako mit seinen FĂ€usten knackte und sein breites gehĂ€ssiges Grinsen einem ungeduldigen Zucken seiner Mundwinkel Platz machte.
Aus den Augenwinkeln bemerkte sie zu ihrer Überraschung beinahe liebevoll, wie sein Pinkpuschel in vertrauter Bewegung hin und her schwang, ohne dabei der stinkenden BrĂŒhe zu nahe zu kommen. Beinahe hĂ€tte sie ab seiner Eitelkeit gelĂ€chelt.
Stattdessen sprach sie mit wie sie hoffte fester, einschmeichelnder Stimme:
"Nun gut, ihr habt mich gestellt. Ich sehe natĂŒrlich ein, dass ich verloren habe, denn gegen ein solches Kraftpaket wĂŒrde ich niemals ankommen
“
Sie liess ihre Worte wirken, dann fuhr sie fort:
„TatsĂ€chlich bin ich eine Spionin. Und natĂŒrlich wurde ich darin geschult, jegliche Foltermöglichkeiten auszuhalten oder mich selbst mit einem mĂ€chtigen Zauber ins Jenseits zu befördern, sollte mein Wille zu brechen drohen.“

Arafis versuchte ihre Worte ĂŒberzeugt klingen zu lassen, obwohl sie bloss in einem rosa Nachthemd vor dem Tiefling stand, und zwang sich, einen Schritt auf Urako zuzutun und ihn mit ihren Augen aufzuspiessen.
„Doch dies wĂŒrde euch bestimmt nicht das Wohlwollen eures Arbeitgebers eintragen, wenn dieser erfĂŒhre, welch fetter Fang an Informationen ihm durch die Lappen gegangen ist.“
Arafis hoffte, dass sie Urako inzwischen gut genug kannte, um seine Reaktionen abschÀtzen zu können, doch sicher war sie sich nicht.
Weder wollte sie gefoltert, noch hingerichtet werden. Doch eine Hinrichtung bot immerhin einen Aufschub und die Chance zu entkommen, wÀhrend eine Folter ihr bloss schaden konnte.
Und womöglich vermochte sie ihn mit einem guten Angebot zu ĂŒberzeugen.
„Vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg, der uns beiden zu unserem GlĂŒck verhilft“, schnurrte die Albin nun plötzlich sanft und musste sich gleichzeitig zusammenreissen, ihm nicht ihre ZĂ€hne zu zeigen.
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#6

Beitrag von Urako » Sa 16. Jul 2016, 12:57

"Nun gut, ihr habt mich gestellt. Ich sehe natĂŒrlich ein, dass ich verloren habe, denn gegen ein solches Kraftpaket wĂŒrde ich niemals ankommen
“

Bei diesen Worten wuchs Urako unwillkĂŒrlich um einige Zentimeter.

„TatsĂ€chlich bin ich eine Spionin. Und natĂŒrlich wurde ich darin geschult, jegliche Foltermöglichkeiten auszuhalten oder mich selbst mit einem mĂ€chtigen Zauber ins Jenseits zu befördern, sollte mein Wille zu brechen drohen.“

Und er schrumpfte sogleich wieder. Schöne Scheiße. Was jetzt? Den Deliquenten noch vor der Hinrichtung zu verlieren, wĂ€re das DĂŒmmste, was ihm passieren konnte. Nicht nur, dass er seine neue Arbeit sogleich wieder los wĂ€re, man wĂŒrde ihn auch keinesfalls ungestraft davonkommen lassen. Er war nur der Vollstrecker des Gesetzes, nicht derjenige, der zu entscheiden befugt war, ob ein Leben verwirkt war, oder nicht.

„Doch dies wĂŒrde euch bestimmt nicht das Wohlwollen eures Arbeitgebers eintragen, wenn dieser erfĂŒhre, welch fetter Fang an Informationen ihm durch die Lappen gegangen ist.“

Sie erhob sich - er prĂŒfte routiniert die Details ihrer Anatomie, die sich eventuell unter dem leichten Nachthemd abheben mochten und wurde nicht enttĂ€uscht - und ihr Gesichtsausdruck Ă€nderte sich, als sie senen Blick bemerkte. „Vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg, der uns beiden zu unserem GlĂŒck verhilft“, schnurrte sie.

Urako grinste leicht gequÀlt.
"Du meinst also, du hast du mich jetzt am Sack mit deinem Suizidzauber, HĂŒbsche. Aber was ist, wenn ich dir versichere, einige Jahre in der Lehre des namhaften Nekromanten Selan Todaric gewesen zu sein? Ich kenne alle schmutzigen Tricks dieser Kunst. Du stirbst - und ich hole dich zurĂŒck und nehme mir alle Informationen, die ich haben will. Und fortan bist du meine willenlose Marionette, anstatt nach der Hinrichtung selig in Ainuwars zeitlosem Reich zu schlummern, in einem ewigen Traum vom GlĂŒck. Einfacher fĂŒr dich wĂ€re es, gleich zu plaudern. Und wer weiß? Vielleicht kommst du ja mit einem Verweis des Landes davon, wenn du kooperierst."

Er stĂŒlpte einen Holzeimer um, der fĂŒr die Notdurft gedacht, aber noch leer war, und setzte sich darauf. Mit verschrĂ€nkten Fingern harrte er ihrer Antwort. Nebenbei vertrieb er sich die Zeit damit, ungeniert ihre Gestalt zu mustern. Sie war etwas haarig. Eine so haarige Frau hatte er noch nie gehabt, nicht einmal die brutale Zwergin im Freudenhaus zum SĂŒndenpfuhl hatte solch einen Pelz gehabt. Eine Erweiterung seines Erfahrungsschatzes war nie verkehrt. Er fragte sich, wie die Dame wohl unter ihrem Nachthemd aussehen mochte. Ihr Gesicht kam ihm irgendwie bekannt vor, doch das hielt er fĂŒr Einbildung. An eine solch auffĂ€llige Frau wĂŒrde er sich garantiert erinnern.

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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#7

Beitrag von Ilvara » Mo 29. Aug 2016, 16:27

Das Gefieder schimmerte in der aufgehenden Sonne wie hunderte Kristalle und war weithin ĂŒber die Ebene zu sehen. Die junge Harpyie, welche es so unbesonnen zur Schau stellte, war Ilvara.
WÀhrend sie ihren Körper in den Strahlen wÀrmte, fuhren ihre klauenartigen Finger sanft durch die Federn, um Ordnung hineinzubringen.
Sie trug noch immer keine Kleidung am Körper, obwohl sie inzwischen nicht mehr bloss auf Schlachtfeldern danach hĂ€tte suchen können. Sie war viel zu eitel, um ihr beinahe schneeweisses Gefieder zu verbergen. Und weshalb unbequeme Lumpen ĂŒberstĂŒlpen, wenn sie doch bereits wie eine Prinzessin gekleidet war?

So in ihre Pflege vertieft bemerkte sie nicht den riesigen dunklen Wolf, der sich ihr von hinten annĂ€herte. Normalerweise war es Fleygur, ihr Greif, der wachsam die Umgebung im Auge behielt. Er hatte ihr aufgetragen, sich unauffĂ€llig zu verhalten, wĂ€hrend er sich auf die Jagd begeben hatte. Ilvara hatte in ihrer NaivitĂ€t keine dezentere ZeitĂŒberbrĂŒckung bis zur RĂŒckkehr ihres Freundes gefunden, als ihr Gefieder in der aufgehenden Sonne zu pflegen. Schliesslich war das gut fĂŒr die weisse Farbe und LĂ€rm machte sie damit auch keinen!

Der Werwolf, der er eigentlich war, pirschte sich bereits in geduckter Haltung an die Harpyie heran. Er lebte schon lange in den WĂ€ldern rund um Rantamar herum, und hatte bereits manchen unvorsichtigen Goblin verspeist. Vor sehr langer Zeit hatte er einmal ein zivilisiertes Leben gefĂŒhrt, doch seit man sein Geheimnis gelĂŒftet und ihn vertrieben hatte, suchte er keinen Kontakt mehr zu den anderen Völkern. Er war langsam verwildert und nur noch ein kleiner Funke seiner Menschlichkeit war ihm geblieben.

Er konnte bereits den Geruch des GeflĂŒgels wahrnehmen, fĂŒr das er die Harpyie hielt. Oh ja, sie wĂŒrde eine ausgiebige Mahlzeit abgeben!
Diese kleinen Goblins, die meist dazu noch ziemlich zĂ€h waren, stillten seinen Hunger nur fĂŒr kurze Zeit.
Der Werwolf war nur noch drei SprĂŒnge von ihr entfernt. Das dĂ€mliche Geschöpf achtete in keinster Weise auf seine Umgebung, was das Raubtier doch etwas irritierte. Nun gut, so hatte er eben leichteres Spiel.

Er konnte bereits die einzelnen weissen Federn erkennen, welche in ihren Spitzen in ein dunkles Braun ĂŒbergingen. Ein menschlicher Funke flĂŒsterte ihm zu, dass sie schön war. Und lecker.
Gerade als er nah genug war, um zum tödlichen Sprung anzusetzen, nahm sein scharfes Gehör Schritte war. Er spitzte die Ohren und sein Blick zog in die Ferne. TatsÀchlich. Da nÀherte sich eine Gestalt.
Der Werwolf gab ein wĂŒtendes Knurren von sich, was die Harpyie doch noch aus ihrer Traumwelt riss. Ihr Blick traf auf die goldgelben Augen des Raubtiers und ihr Schreck war die einzige Genugtuung, die dem Tier noch blieb. Im nĂ€chsten Moment machte er kehrt, stĂŒrmte in den Wald davon und liess eine völlig aufgelöste Ilvara zurĂŒck. Zwei Gegnern wĂŒrde er sich nicht stellen, davor warnte ihn noch immer seine menschliche Vernunft.

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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#8

Beitrag von Arafis » Do 1. Sep 2016, 15:43

Empört ab der dreisten LĂŒge schoss es wie aus der Pistole aus ihr heraus: „GlĂŒcklicherweise weiss ich, dass dem nicht so ist! Ausserdem hast du Selan schmĂ€hlich sitzen gelassen. Ihn, der dich wie einen eigenen Sohn angenommen und all deine miesen Launen stets mit Ruhe ertragen hat“, wĂ€hrend sie sprach, begann sie sich in Rage zu reden.
„Stattdessen hast du dich lieber mit diesem Widerling Firxas abgegeben. Aber sogar diesen armseligen Tropf hast du schlussendlich vergrault. Und nun willst du dich damit aufplustern, dass du als ach so gelehriger SchĂŒler von dem namhaften Nekromanten gelernt hast?“

In ihrer humanoiden Gestalt schienen die GefĂŒhle der LoyalitĂ€t und eigenwilligen Zuneigung zu dem Tiefling plötzlich rasant zu schwinden. Stattdessen spĂŒrte sie einen lang gehegten Groll in sich aufsteigen. Zweitrangig wurden die unbeholfenen Streicheleinheiten, die gemeinsamen JagdausflĂŒge oder die langen ZwiegesprĂ€che, welche er in unbeobachteten Momenten mit ihr gefĂŒhrt hatte.
Alte Erinnerungen stiegen in ihr auf, zurĂŒck bis zu dem Augenblick, wo sie mit angesehen hatte, wie er ihre Freundin hinrichtete.
Und offensichtlich hatte er sich nicht geĂ€ndert. Sie konnte seine Erregung förmlich spĂŒren, wenn er davon sprach, sie zum Reden zu bringen. Dass er gleich wieder zum Henkersknecht wurde, war doch der beste Beweis, dass er noch immer der Alte war!

In ihrer Wut war sie nĂ€her getreten, so dass er nun zu ihr aufsehen musste. Seine selbstsichere und ĂŒberhebliche Miene Ă€rgerte sie.
Was glaubte dieser Kerl eigentlich? Dass er alle herumschikanieren konnte, sich dann aber selbst bemitleidete, wenn die Leute sich von ihm abwandten?
Schade, dass Selan so gutmĂŒtig war. Er hĂ€tte sich schon viel frĂŒher von diesem miesepetrigen Schmarotzer trennen sollen!
Ihre HÀnde ballten sich zu FÀusten, wÀhrend sie ihn gehÀssig anfunkelte. Als er sie dann auch noch ungeniert mit den Augen auszuziehen schien, platzte Arafis der Kragen.
Sie konnte sich gerade noch zusammen reissen, um sich nicht zu wandeln und ihm an die Gurgel zu springen, stattdessen gab sie ein tiefes wolfsÀhnliches Knurren von sich und entblösste dabei scharfe ReisszÀhne.
„Sicher, dass Du mich um einen Kopf kĂŒrzen willst? Immerhin hĂ€ttest Du dann erfolgreich auch noch die Letzte deiner GefĂ€hrten vom Spielbrett gewischt. Das wĂŒrde ja ganz gut zu Dir passen."
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#9

Beitrag von Urako » So 25. Sep 2016, 20:05

Unter 1000 anderen hĂ€tte er dieses Knurren erkannt. Über Jahre hinweg war diese Stimme das einzige gewesen, dass eine Konstante gebildet hatte, ein Quell der Entspannung, der Zuversicht und von so etwas wie Zuneigung. Ja, er hatte seine HĂŒndin gemocht. Und jetzt, da sie ihr wahres Gesicht offenbarte, da offenbarte sie auch, dass selbst sie ihn verraten hatte. Die Welt war ein Sumpf des Leidens, ein Ort der Feindseligkeit und alle Hoffnung nicht mehr als ein einzelner Sonnenstrahl, den dunkle Wolken zugleich wieder verdeckten, ein Vogel, der mit verkrĂŒppelten FlĂŒgeln aus dem Ei schlĂŒpfte, um bei seinem ersten Flug in den Tod zu stĂŒrzen, ein guter Wein, der zu Essig wurde, bevor er den Gaumen des Verdurstenenden benetzen konnte, eine Fata Morgana und weiter nichts.

„Und du, Töli“, sprach Urako finster. „Und du hast dich eingereiht in die Armee meiner Peiniger wie alle anderen vor dir. Möge die Tollwut dich holen!“

Er zog seinen Wutstein aus der Hosentasche, betrachtete ihn noch einen Moment und warf ihn ihr dann vor die nackten FĂŒĂŸe. Dann machte er einen Schritt nach vorn, ergriff den AnhĂ€nger an der ledernen Kette um ihren Hals, den er unter ihrem verfilzten Haar erst jetzt entdeckt hatte und riss ihn ab. Er umschloss die kleine Axt mit seiner Faust. Keiner seiner Blicke ging noch in ihre Richtung, sie irrten nur ĂŒber nacktes Gestein und eiserne GitterstĂ€be. Er kramte den SchlĂŒsselbund hervor und öffnete quietschend die GittertĂŒr. Er ging hinaus in den Gang ohne sie hinter sich zu schließen, ignorierte das Rufen der Gefangenen und trat auf die schmutzige kleine Straße, die am Eingang des GefĂ€ngnises vorbei fĂŒhrte.

Direkt hinter dem Eingangsbereich befand sich die haushohe Stadtmauer, denn das GefĂ€ngnis war in ihren Sockel hineingebaut worden. Es roch nach Feuchtigkeit und nach Urin, aufgeweichtes Papier klebte auf dem Pflaster. Es war nicht gerade die nobelste Gegend. Der Eingangsbereich war bewacht, die Wachstube war von außen durch ein Gitterfenster einsehbar, doch von außen nicht ohne Weiteres zu betreten. Die TĂŒr hatte auf dieser Seite keine Klinke, nicht mal ein Schloss. Wahrscheinlich gab es noch einen anderen geheimen Eingang. Abweisende Blicke trafen Urako von der im Inneren an einem langen Tisch sitzenden Wachmannschaft. Urako hatte keine Ahnung, wie er den Weg freirĂ€umen sollte, damit auch Töli hinausgelangen konnte. Die kleinen grĂŒnen MĂ€nner waren alles andere als dumm und wĂŒrden sich nicht so einfach ablenken lassen und er kam auch nicht an sie heran, um mit ihnen zu kĂ€mpfen. Obendrein waren sie bis unter die ZĂ€hne bewaffnet und er nur ein einfacher Henker.

Über ihnen erhob sich fauchend ein Heißluftballon ĂŒber die Mauer. Wenn es tatsĂ€chlich ein Schicksal gab, dann hatte es soeben Urako es innerste Gedanken gehört. Doch war ihm trotz dieser FĂŒgung nicht zum LĂ€cheln zumute. Er hob die Hand und ließ eine Flamme zwischen seinen gekrĂŒmmten Fingern entstehen. Sie nahm die Gestalt eines kleinen Vogels an, der eigentlich ein Feuerfalke sein sollte, doch nur die GrĂ¶ĂŸe eines Spatzen besaß. Als das magische Tier sich erhob, zog es ein Band aus Rauch hinter sich her. Der Vogel stieg in den Himmel und nĂ€herte sich dem Ballon. Die Insassen erkannten zu spĂ€t, was passieren wĂŒrde und selbst wenn sie es rechtzeitig erkannt hĂ€tten, wĂ€re da keine Möglichkeit gewesen, dem unheilvollen Schicksal zu entrinnen, was auf sie wartete. Der Feuerspatz zischte hinein in die Öffnung des Ballons und im gleichen Moment gab es einen riesigen Knall und einen Feuerball vom Ausmaß eines Marktplatzes. Urako hatte die GrĂ¶ĂŸe unterschĂ€tzt, die er einnehmen wĂŒrde und keine Deckung aufgesucht. Zu spĂ€t riss er Unterarme und FlĂŒgel vor das Gesicht. Die Stichflamme traf ihn wie der Hieb eines göttlichen Streitkolbens und warf ihn um. Die brennende HĂŒlle und der Korb mit den sterbenden Insassen stĂŒrzten vor der Wachstube auf die Straße. Heulend und schreiend wĂ€lzt Urako sich ĂŒber das Pflaster, um seine brennenden Haare und seine Kleidung zu löschen.
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Selan Todaric
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Re: Teebeutel Kapitel IV - Zwischen den Fronten

#10

Beitrag von Selan Todaric » Do 6. Okt 2016, 22:22

Allein schlenderte Selan durch die Straßen. Traurig waren seine Augen und leer blickende sie durch die gerade am Mittag belebten Straßen. Eigentlich waren die Straßen immer belebt, es war eine Goblin Stadt. Keiner hatte Zeit zu verlieren, es war ihre Art. Jede Sekunde war kostbar, doch wer konnte es ihnen verdenken, sie hatten nur ein kurzes Leben und das sollte ausgefĂŒllt sein.

Ja das Leben... Selan kam ins GrĂŒbeln. Was war nur alles geschehen, warum war Urako so sauer auf ihn? Was hatte er ihn getan? Hatte er ihn zu selten zum Tee eingeladen? War das Teewasser zu warm? HĂ€tte er ihn doch einmal in Bars und Kneipen begleiten sollen, wie er sich es doch oft wĂŒnschte. Doch hĂ€tten diese eine gute Teeauswahl? Mit Nichten...

Ohne es zu merken lief Selan immer weiter. Vorbei an GeschĂ€ften und LĂ€den. Vorbei an schreienden Erfindern, vorbei an den kulinarischen Köstlichkeiten die die Goblins zu bieten hatten. Lachs mit Schokosoße und Zitrone, Pudding mit Krebsfleisch flambiert, ungerupftes Huhn in Pfeffer-Paprika Panade, dazu wird Orangensaft gereicht. Selan hob die Nase, eindeutig nichts fĂŒr seine sonst so erlese Nase.

Es dauerte eine weile, wie lange konnte Selan nicht sagen. 30 Minuten oder doch eine Stunde? Es war Selan sowieso egal, melancholisch war das eheste Wort was den traurigen Tiefling beschreiben konnte. Schwer war sein Gang, tief hing sein Gesicht und ab und an lief eine TrĂ€ne ĂŒber das sonst so fröhlich gelbe Gesicht.

Was sollte er nur machen? Arafis war schon vor Monaten verschwunden, sein einstiger SchĂŒler vor ĂŒber einem Jahr gestorben, Urako der nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte und ein Waagen voller Tee der... Ja, was war eigentlich mit seinem Teewaagen? Wo waren seine Pferde? Hatte er sie vergessen?

Selan war verwirrt und schĂŒttelt den Kopf. Schon zum zweiten mal in seinem Leben wusste er nicht was er machen sollte.

Der Tiefling setzte sich inmitten des Waldes auf einen Stein, um nachzudenken. Ruhig war es. Die Luft roch nach frischen Blumen und kein Mensch war weit und breit, ein Ort der Einsamkeit.

Stille schwelgte in der Luft, bis Selan ein Knacken vernahm. Es war kein gewöhnliches Knacken. Es war ein Knacken des Holzes welches leicht war, beinahe als wĂŒrde sich jemand anschleichen. Doch wer sollte sich an Selan hier heran schleichen? Selan erhob sich und blickte sich um. Niemand war zu sehen und Selan beschloss sich etwas umzusehen.

Es dauerte nicht lange dann erspĂ€hte er etwas. Ein Werwolf und ein Greif. Eindeutig was hier vor sich ging. Rasches Handeln war gefordert sonst wĂŒrde bald ein Greif weniger auf Asamura wandeln, aber auch den Werwolf wollte er nichts tun. Warum sollte jemand Schaden nehmen, nur weil er Hunger hatte?

Selan hatte also keine Wahl und konzentrierte sich. Eiligst murmelte er seinen Zauber und nur Sekunden spĂ€ter entfaltete er seine Wirkung. Faulige Gase breiteten sich rasch in der nĂ€heren Umgebung aus. Unendliche Nuancen an braunem Nebel waberten durch die BĂ€ume. Ein Gestank breite sich aus, den selbst Tote als widerlich empfinden wĂŒrde. Der Zauber des Leichengestanks war Selan wieder einmal geglĂŒckt. Konnte er nur hoffen, dass der Geruch den Werwolf nicht sehr angenehm sein wĂŒrde.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


Kleine Legende:
"Text" -> Gesprochener Text /\ >Text< -> Gedachter Text

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