Frostalbische Division in Khilar

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen St√§dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenst√§dten, die aus den W√§ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz f√ľr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der S√ľdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen St√§dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenst√§dten, die aus den W√§ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz f√ľr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Tarnev Aerion
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Die Kalten Fluten

Frostalbische Division in Khilar

#1

Beitragvon Tarnev Aerion » Di 28. M√§r 2017, 18:44

Tarnev war nun schon seit gut 2 Monate am Bord des Schiffes von Kapit√§n Steingerd Sohn des Arnstar, welcher nicht nur Kapit√§n, sondern zugleich auch der Jarl des M√§useclans war. Er hatte das Oberkommando auch √ľber die frostalbische Division auf seinem Schiff. Das Schiff sollte nach Meinung des Navigators Herdis Sohn des Alding in etwa einer Woche in Sichtweite von der Raben-Norkara Stadt Khilar sein. Hier wollten die Clan der W√∂lfe, M√§use, Robben, Seel√∂wen und Seeb√§ren einen Offensivschlag gegen den Flottenst√ľtzpunkt der Raben-Norkara f√ľhren. Die ganze Fahrt stellte f√ľr die frostalbische Division eine ungeheuere Anstrengung dar. Zum Einen der Temperaturwechsel, da sie immer mehr in s√ľdlichere Gefilde kamen. Aber auch der fehlende Kontakt zum Festland machte den Frostalben zu schaffen. Sie waren kein Volk der Seefahrt. Nie zuvor hatte ein Frostalb ein Schiff betreten. Zumindenst nicht f√ľr so eine lange Reise.
Doch auch die erh√∂hte Sonnenaktivit√§t machte den Frostalben zu schaffen. Viel h√§ufiger, als in ihrer frostigen Heimat, mussten sich die Frostalben in ihr Zimmer zur√ľckziehen und die √ľbersch√ľssige Sonnenergie aus ihrem K√∂rper mittels den Dunkelsteinen entziehen. F√ľr den Krieg gegen die Raben-Norkara hatte jeder der Frostalben einen Dunkelstein bekommen, womit sie genau so leistungsf√§hig waren, wie die Norkara. Ohne einen Dunkelstein w√ľrden die Frostalben permanent √ľberm√ľdet sein und sie w√§ren so keinerlei Hilfe f√ľr ihre Verb√ľndeten.

Dabei war es anfangs gut gelaufen. Als sie noch auf der Sturmsee unterwegs waren, hatten nachts immer die Frostalben das Schiffsruder √ľbernommen, die sich bei den n√§chtlichen Temperaturen erst begannen wohlzuf√ľhlen. Ab und zu hatte man dann geh√∂rt, wie nachts ein Frostalb ins eiskalte Wasser sprang, da Wassertemperatur bekanntlich k√§lter, als die Lufttemperatur ist. Bei einer Temperatur, wo Norkara innerhalb von wenigen Minuten erfrieren w√ľrden. Die Dunkelsteine hatten sie w√§hrend jener Zeit kaum gebraucht.

Je s√ľdlicher sie kamen, desto w√§rmer wurden aber die Tage und N√§chte. Der warme Ozean des Dhunik bot mittlerweile auch keine Erfrischung mehr. Und deswegen waren die Frostalben mittlerweile voll auf ihre Dunkelsteine angewiesen. Andernfalls m√ľssten sie nach einer 2-3 Stundenschicht schon wieder in ihr Zimmer gehen, was kein Frostalb freiwillig getan h√§tte. Eher w√ľrden sie arbeiten, bis sie bewusstlos aufgrund der Sonneneinstrahlung zusammensacken w√ľrden. "Aufgeben ist etwas f√ľr die Schwachen."
Keinesfalls wollten die Frostalben gegen√ľber ihren Verb√ľndeten Schw√§che zeigen.

Tarnev stand derzeit am Ausguck und beobachtete die Umgebung. Genau genommen war es der Job, f√ľr den er sich in den ersten Tagen am besten qualifiziert hatte und er diesen deswegen immer noch aus√ľbte. Ab und zu wurde er zum Schrubben oder zum Leerpumpen der Bilge abbestellt. In der K√ľche hatte er sich in der ersten Woche sehr schlecht angestellt. Was f√ľr Tarnevs Geschmack ein "nahrhaftes Essen" war, war f√ľr die Norkara ungenie√übar und nicht schmackhaft. Mit Takelage und Segeln kannte er sich nicht aus. Die erfahrenen Bootsm√§nner hatten die Frostalben aber innerhalb der letzten Wochen gut angelernt, sodass sie die wichtigsten seem√§nnnische Befehle kannten, und die Befehle des Kapit√§ns zur Steuerung des Schiffes mit den Segeln umsetzen konnten. Komplizierte Schiffsreperaturen durchzuf√ľhren, oder sich um die Instandhaltung der Zimmer zu k√ľmmern, √ľberstieg Tarnevs Sachverstand.

Tarnev stand kerzengerade in seinem Ausguck und √ľberblickte die Umgebung. Durch seinen Sehfehler war er nicht auf ein Fernglas angewiesen, sondern konnte weit in die Ferne gucken und noch kleine Details erkennen. Was den Frostalb aber am meisten st√∂rte war, dass man soviel kommunizieren musste auf dem Schiff. St√§ndig quasselten einen die anderen Norkara M√§nner mit ihren Lebensgeschichten voll. Tarnev hatte schon soviele unn√∂tigen Details geh√∂rt, dass er manchmal schon daran gedacht hatte die Person einfach umzubringen, damit sie endlich ihr Maul hielt. "Ein Rudel Sandj√§ger auf 2 Uhr," meldete Tarnev routinem√§√üig. Er ging nicht davon aus, dass sie eine Bedrohung darstellten, sonst h√§tte er das anders gemeldet. Doch bei diesem Volk konnte man nie wissen. Obwohl sie eigentlich Verb√ľndete waren, hielten sich die wenigsten Sandj√§ger an das Abkommen, sondern griffen auch freundlich gestimmte Schiffe an. Der j√ľngste Kampf vor ein paar Tagen hatte dies offenbart.

Doch die Sandj√§ger drifteten seitlich ab und schwammen in eine andere Richtung. Nach wie vor √ľbernahmen die 30 Frostalben die Nachtschicht, und die Norkara die Tagesschicht. An Bord des Schiffes waren neben den 55 Norkara, auch noch 15 Arashi, 10 Sandj√§ger, die abwechselnd Tag und Nacht arbeiteten. Das F√ľhrungspersonal, also die Schiffsoffiziere, wurde aber nicht von den Frostalben besetzt, sondern von den Sandj√§gern und Norkara. Auch bei Nachtschicht der Frostalben musste daher immer eine Nachtschicht des F√ľhrungspersonals zugegen sein. Vorallem der Steuermann, der Ruderg√§nger und der Kapit√§n . Bei Tag √ľbernahm der 1. Maat die F√ľhrung √ľber das Personal. Den frostalbischen Anf√ľhrer hatte man ehrenhalber zum 2. Maat ernannt, obwohl er keine Erfahrung hatte, und eigentlich nur seine Soldaten befehligte. Es handelte sich dabei, um den Magier Damukan Schattenbruder - Einer der m√§chtigsten Magier aus dem Frostk√∂nigreich.

Tarnevs Schicht neigte sich dem Ende zu. Die Sonne hinterlie√ü ihre ersten Strahlen auf der Wasseroberfl√§che. Die Himmelswand f√§rbte sich leicht rot und im Wechselspiel mit den dichten Wolken ergab sich ein sch√∂ner Anblick. Tarnev blickte nach vorne und beobachtete die Wasserv√∂gel. Er atmete tief ein. F√ľr eine ganz kurze Zeit regte sich ein L√§cheln in seinem Gesicht. Ein Gef√ľhl innerer Zufriedenheit. Kurz hatte es den Anschein, als w√ľrde der Frostalb verstehen, warum die Norkara die Seefahrt so liebten. Doch dieser Augenblick verflog schnell, als Tarnev darauf wieder streng seiner T√§tigkeit nachkam und sich nicht mehr ablenken lie√ü. Sein Blick verfinsterte sich. Seine Miene wurde kalt und strahlte wieder die Lieblosigkeit aus, wie sonst auch.

Tod allen Schwachen!, war sein Gedanke. Ein Wasservogel hatte gerade einen Fisch aus dem Ozean gefischt und flog nun mit diesem davon.
Die Natur war daf√ľr der beste Lehrer.
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Re: Frostalbische Division in Khilar

#2

Beitragvon Varmikan Eisseher » Mi 29. M√§r 2017, 00:35

Varmikan betrat das Deck des Schiffes und schaute sich argw√∂hnisch um. Bei einer derma√üen gro√üen Anzahl an Fremdlingen, musste man besonders vorsichtig sein. Vertrauensw√ľrdig war keiner von ihnen.

Nicht nur das √ľberall diese Menschen herum hingen, jetzt ging sogar noch die Sonne auf. Das erste widerw√§rtige Morgenrot kroch wie eine sich ausbreitende Seuche √ľber den Himmel und verhie√ü wieder einen grauenvoll hei√üen Tag.

Nun fast - noch war es nicht soweit.

Varmikan diente dem Magier Damukan Schattenbruder als Unterst√ľtzung. Egal was der Mann verlangte, er w√ľrde dessen Weisungen nachkommen. Varmikan hoffte zudem von dem √§u√üerst m√§chtigen Magier lernen zu k√∂nnen.

Der Magier schaute sich um und gr√ľ√üte mit knappen Blickkontakt und Nicken seinen Kameraden oben auf dem Ausguck.

Tarnev Aerion hatte ein Rudel Sandj√§ger auf 2 Uhr gemeldet. Varmikan ging an die Reling und schaute aufs Wasser. Die Wasserwesen drehten wieder ab. Auch denen war nicht zu trauen. Man konnte diese Biester √ľberhaupt nicht einsch√§tzen. Gut, wozu auch - war kein Frostalb, ergo war es ein Feind. Nicht im Moment - dann sp√§ter.

Varmikan warf erneut einen Blick gen Himmel und unterdr√ľckte ein genervtes St√∂hnen. Er sah nicht nur extrem scharf, er h√∂rte auch extrem scharf, wie die meisten Alben.

Das bedeutete zeitgleich, das Geschnatter der Menschen ging ihm unheimlich auf die Nerven. Permanente Ger√§uschkulisse. Sein Blick schweifte √ľber die menschliche Mannschaft hinweg und f√ľr einen Sekundenbruchteil stellte er sich ihre ausgeweideten Leichen auf der Wasseroberfl√§che treibend vor. Ein kaum merkliches Schmunzeln kr√§usselte seine Mundwinkel, ehe er wieder aufs Wasser schaute.

Man konnte nicht erwarten, dass die ganze Welt aus Frostalben und Magiern bestand mit denen man sich nonverbal auf mentaler Art verständigen konnte. Dies war ihm immer noch die liebste Art zu kommunizieren. Der direkteste und ehrlichste Weg um jemanden etwas mitzuteilen.

Was es ständig unter Menschen zu bereden gab, fragte sich der Magier.

Gut, sie waren nicht von seinem Volk, wenn sie ihn etwas fragten was sie nicht verstanden, antwortete er ihnen. Im Grunde waren sie nichts weiter als ein Haufen unreifer Kinder, die von nichts einen blassen Schimmer hatten und alles hinterfragen mussten. Jedenfalls bei den Dingen, die f√ľr ihn von Belang waren.

Dieser ganze technische Mist interessierte ihn nicht. Damit belastete sich der Frostalb auch nicht. Das Schiff schwamm oben auf den Wellen und solange das so blieb, war alles in Ordnung.

√Ąnderte sich daran was, musste man zusehen, dass man ein Rettungsboot abbekam. Dies ging nur indem man die Herde opferte. Wie hie√ü ein altes Sprichwort? Wenn die W√∂lfe heulen, sto√ü den Letzten vom Schlitten.

Bei so unterschiedlichen V√∂lkern kam es nat√ľrlich oft zu Missverst√§ndnissen, weil sich Menschen kaum anpassten. Menschen gingen davon aus, dass jeder Interesse an ihrer Kultur hatte und seine eigene breittreten wollte.

Das Frostalben offensichtliche Dinge nicht aussprachen, begriffen die meisten anderen Völker nicht.

Welcher Frostalb w√ľrde seinem Kameraden zurufen "gib mir Deckung!" in einem Kampf? Dass man sich gegenseitig Deckung gab, war selbstverst√§ndlich. Wozu also erw√§hnen?

In ihrer Welt gab es kein Platz f√ľr unn√ľtzes Gequatsche. Es kostete wertvollen Atem und mit dem Atem verschwendete man zeitgleich K√∂rperw√§rme. K√∂rperw√§rme erzeugte man durch Futter. Ergo verschwendete man durch unn√ľtzes Gerede Nahrung die andere schwer erarbeitet hatten.

Andere V√∂lker quatschen den ganzen Tag zum Spa√ü, Frostalben redeten wenn es n√∂tig war. Dinge die jedem Frostalben bekannt waren, mussten nicht erw√§hnt werden. Erw√§hnte man Dinge bewusst, musste sich etwas an der bekannten Information ge√§ndert haben ‚Äď die Info musste etwas Neues beinhalten.

Ansonsten hatte unn√ľtzes Gequatsche meist nur den Hintergrund einen anderen zu hintergehen. Man besch√∂nigte etwas, man verbarg etwas hinter zig Worten, oder man versuchte wen zu beschei√üen.

Im schlimmsten Fall hatte man Schiss und traute seiner eigenen Entscheidung nicht. Das waren die Quatscher. Sie wollten eine Bestätigung von einem anderen Alben hören. Oder hier in diesem Fall von einem Menschen. Menschen suchten seltsamerweise immer die Bestätigung ihrer Gruppe.

Sowas sollte man sich als Frostalb auf jedem Fall verkneifen, gerade wenn man der Kaste der Magier angehörte, dachte sich Varmikan.

Egal was man f√ľr einen Stuss man erz√§hlte und v√∂llig gleichg√ľltig wie unsicher man sich war, man musste es aus dem Herzen der √úberzeugung sagen. Man musste seine Argumente so felsenfest r√ľberbringen, dass jeder andere Alb einem glaubte, dass was man sagte, war unumst√∂√üliche Wahrheit.

Zweifelten die normalen B√ľrger das Wort von einem an, zweifelten sie ebenso das K√∂nnen an. Somit zweifelten sie die Familie und damit die Kaste von einem an. Folglich damit den ganzen Stand der Magier.

Wenn man vor seinen Untergebenen stand, stand man dort schließlich nicht als Privatperson. Dort stand nicht Varmikan Eisseher, der mit seinen Untergebenen sprach.

Dort stand die Kaste der Magier ‚Äď repr√§sentiert durch die Person Varmikan Eisseher. Man erschien nicht auf dem Posten aus Privatvergn√ľgen, sondern man hatte eine Aufgabe zu erledigen.

Das war kein menschliches Kaffeekr√§nzchen um angenehm zu plaudern und die Zeit totzuschlagen. F√ľr solchen Unfug fehlten ihnen die Ressourcen. Nahrungstechnisch, denn Nahrung war gleichbedeutend mit Kraft.

Und Kraft sammeln musste man f√ľr geistige Arbeit. Also konzentrierte man sich auf seine Aufgabe und verschwendete nichts, was man nicht selbst erwirtschaftet hatte.

Vielleicht sollte sich jemand wirklich mal die M√ľhe machen und diesen Menschen ihre albischen Gedanken n√§her bringen, √ľberlegte Varmikan.

Kinder mussten schlie√ülich auch lernen. Gut nicht an einem St√ľck, aber diese Menschen w√ľrden es an einem St√ľck lernen m√ľssen, damit sie endlich etwas weniger anstrengend waren.

Nur wer w√ľrde sich f√ľr diese vermaledeite Aufgabe opfern?

Varmikan musterte einen der vorbei gehenden Menschen. Der Bursche ging so nah vorbei, dass er dessen K√∂rperw√§rme sp√ľrte. Scheinbar hatten Menschen auch eine andere Toleranzgrenze was k√∂rperlichen Abstand anging, neben dem Problem dass sie Hitze abstrahlten wie ein Hochofen. Varmikan unterdr√ľckte das Bed√ľrfnis sich zu sch√ľtteln und zu kratzen.

Erneut lie√ü er seinen Blick √ľber das Deck schweifen.

Ein weiterer Punkt, den andere V√∂lker nicht begriffen war ihre Hartherzigkeit und ihren Geiz. Nat√ľrlich waren sie kalt, berechnend und geizig - aber das aus gutem Grund!

Sie waren dass, was ihre Umwelt aus ihnen geformt hatte. Sie konnten nicht gro√üz√ľgig mit Essen um sich schmei√üen und unn√ľtze Fress-S√§cke durchf√ľttern, wenn sie selbst gerade so viel hatten, dass ich √ľber die Runden kamen.

Wer der Gesellschaft nicht n√ľtzte, war unn√ľtz und wurde nicht mehr versorgt. Punktum. Egal wodurch er unn√ľtz geworden war, Krankheit, Dummheit, Faulheit ‚Äď irrelevant. Das Recht weiter zu leben hatte die Person verwirkt.

Standesdenken war der nächste Punkt.
Einer seiner wichtigsten Punkte.
Davon hatten diese Menschen auch keine Ahnung.

Kein frostalbischer Magier w√ľrde grundlos irgendeiner anderen Spezies helfen. Wenn, musste es einen triftigen Grund geben oder ihm einen gewaltigen Vorteil einbringen. Es wurde behauptet, sie seien Spezisten, jene die nur ihre Spezies achten. Das war Fakt.

Damit ein Magier von ihnen zu dem werden konnte, was er war, verzichteten viele andere Alben. Damit er seiner Berufung des Magiers nachgehen und lernen konnte, daf√ľr mussten einige Versorger auf etwas von ihrem Futter verzichten.

Nicht pers√∂nlich, das war klar. Keiner musste von seinem St√ľck Fleisch etwas abschneiden mit dem freundlichen Gru√ü - dass ist f√ľr Varmikan. Es ging um die generelle Sicht.

Seine Mitalben verzichten, damit die Magier lernen konnten, damit sie studieren konnten. Damit sie sich mit nichts anderem besch√§ftigen brauchten. Daf√ľr dass die anderen Alben die Magier versorgten, mussten diese so schnell wie m√∂glich lernen, um den anderen so wenig wie m√∂glich auf der Tasche zu liegen.

Hatten sie als Magier ihre Grundausbildung abgeschlossen, waren sie verpflichtet ihr Volk zu f√ľhren, sie zu leiten, sie mit ihrem erworbenen Wissen zu verteidigen und ihnen beizustehen. Und ihr Wissen nat√ľrlich ein Leben lang zu erweitern.
Das war ihr Recht als höchste Kaste und ihre Pflicht.

Wenn ein Zwerg seiner Hilfe bedurfte und nur er ihn retten konnte, warum sollte er dieser Kreatur nicht eine Rechnung ausstellen die sich gewaschen hatte?
Er hatte zu zahlen, oder zu sterben.
Es war nur ein Zwerg.

Ihm persönlich war es vollkommen gleich, was aus dem Zwerg wurde.
Mehr noch, es wurde von ihm erwartet und verlangt, dass er anderen V√∂lkern v√∂llig gleichg√ľltig gegen√ľber stand. Denn auf was hat dieser Zwerg verzichtet, um die Ausbildung eines Magiers von ihnen zu gew√§hrleisten?

Hatte er auf eigene Nahrung verzichtet?
Hatte er auf Gold verzichtet?
Ging er f√ľr die Frostalben auf Jagd?

Nein! Er war ein völlig Fremder, der Leistungen in Anspruch nehmen wollte, zu denen er selbst nicht das Geringste beigetragen hatte. Das hatte nichts mit Hartherzigkeit zu tun, sondern einfach mit dem Umstand, dass Überleben einen Preis hat.

Genauso verhielt es sich mit jeder Form von unnötiger Zuneigungsbekundung.
Kein anderes Volk f√ľhrte sich vor Augen, was eine k√∂rperliche Handlung kostete - wie ein Gespr√§ch. Kostet sie einen Kraft, dann kostet sie Nahrung, also lie√ü man die Konversation sein, wenn der andere eh Bescheid wusste.

Aber hier wusste scheinbar niemand Bescheid, denn sie redeten und redeten und redeten. Ohne Punkt und ohne Komma.

Varmikan warf einen letzten verhassten Blick auf die aufgehende Sonne und schaute zu seinem Kameraden auf. Da er Quartiermeister war, hatte er auch in seinen Augen daf√ľr zu sorgen, dass sein Alben-Bruder rechtzeitig seinen Arbeitsplatz r√§umte, damit ihn die Sonne nicht verbrannte.

"Dienstende. Abr√ľcken", rief Varmikan Tarnev Aerion oben auf dem Ausguck zu.

Ihn persönlich mit Namen ansprechen musste der Magier nicht. Denn auch das war etwas, wovon jeder Frostalb ausging - um eine andere Person sorgte man sich nicht, wenn sie kein Frostalb war.

Varmikan begab sich ins Innere des Schiffes und wartete dort auf seinen Kameraden.
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Re: Frostalbische Division in Khilar

#3

Beitragvon Tarnev Aerion » Sa 1. Apr 2017, 12:55

Die Zeit zum Schichtwechsel war gekommen. Der Reihe nach verlie√üen die Frostalben, ein paar Arashi und die Norkara Offiziere das Deck. Stoisch blickte Tarnev einen Moment auf eine Stelle. Er brauchte einen Moment, um wieder Antrieb zu finden. Denn das viele Rumgestehe machte m√ľde. Obwohl er geistig noch voll da war, schien sein K√∂rper sozusagen eingerostet zu sein. Tarnev sprang pl√∂tzlich mit einem Satz auf die Kante des Ausgucks. Von dort sch√§tze er ruhig die Distanz ein und kam zum Schluss, dass ein Sprung zum n√§chsten Segel unproblematisch war. Er h√§tte auch die Leiter benutzen k√∂nnen, aber das war langweilig und sein K√∂rper wollte etwas mehr k√∂rperliche Anstrengung, bevor er ihn schlafen schicken wollte.

Also sprang Tarnev ein St√ľck, aber deutlich knapper als erwartet, und griff an die Au√üenseite des Segels, welches zurzeit ausgespannt war. Durch einen pl√∂tzlichen Windsto√ü musste er aber sein Gewicht ausbalancieren und h√§tte beinahe den Halt verloren. Erfreulicherweise war er ein guter Kletterer und hatte dementsprechend gute Reaktionen entwickelt. Er lie√ü die Segel erneut los, um etwas durch die Luft zu fliegen, gerade so schnell, dass er seine Geschwindigkeit mit dem Segel noch auffangen konnte. Seine Muskeln spannten sich bei dem Kraftakt an. Ohne die Unterst√ľtzung der Beine war eine solche Kletterpartie besonders anstrengend. Aber das Ende war ja auch schon in Sicht. Athletisch sprang er ein letztes Mal unten auf, und rollte sich ab, um den Sto√ü abzufangen.

V√∂llig au√üer Atem brauchte er einen Moment, um sich wieder bewegen zu k√∂nnen. Dem seltsamen Schauspiel hatte die frische Tagesschicht zugeguckt. Erstaunen, Kopfsch√ľtteln und ein allgemeines Raunen ging durch die Mannschaft. Sowas hatte noch niemand gewagt. Unabh√§ngig von der eigenen Gefahr stand hier viel wichtiger zur Debatte, dass Tarnev ein Segel h√§tte besch√§digen k√∂nnen. Dieser Tatsache war sich auch der Kapit√§n bewusst, der ihm w√§hrend seiner Kletterpartie dreimal zugerufen hatte, er solle unverz√ľglich den Unsinn lassen. Doch Tarnev hatte nicht auf ihn geh√∂rt. Wenn schon, h√§tte er ihm vorher warnen k√∂nnen. Als er dabei war gab es nur noch den einen Weg nach unten, und den hatte Tarnev sicher und souver√§n gefunden.

"Sofort in mein Quartier!", befahl der Kapit√§n. Er hatte die Schnauze voll nicht ernst genommen zu werden. Es war eigentlich viel zu l√§cherlich, wie er sich √ľber diese Kleinigkeit aufregte. Aber der Kapit√§n f√ľhlte sich nun mal in seiner Befehlsgewalt verletzt und um keinen dauerhaften Schaden seiner Autorit√§t zu bekommen, sah er es als seine Pflicht an Tarnev zur Rede zu stellen, und ihn wom√∂glich zu bestrafen. Tarnevs Blick durchstreifte die Mannschaft. Sein Blick verriet Gleichg√ľltigkeit und Uninteressiertheit an der ganzen Sache. Weniger w√ľrde es sich um eine Bestrafung dr√ľcken. Seine Gleichg√ľltigkeit bezog sich darauf, dass nichts auf diesem Schiff passierte. In der Natur musste Tarnev jeden Tag an die Grenzen seines K√∂rpers sto√üen. Die st√§ndige Gefahr gefressen zu werden, schulte den K√∂rper und Geist. Es hatte Tarnev zu einem wachsamen Frostalben gemacht. Hier bei den Norkara war die Arbeit allerh√∂chstens erm√ľdend, weil sie langweilig war.

Erhobenen Hauptes und immer noch schweigend, ging er an Varmikan und den restlichen Frostalben vorbei. Zum Quartier des Kapit√§ns musste man ganz nach hinten durch. Es befand sich am Heck des Schiffes. Der Kapit√§n stand fuchsteufelwild, pausierte immer kurz, um zu gucken, ob Tarnev ihm folgte und fuchtelte dann immer hektisch mit seinen Armen umher. Einige Frostalben folgten Tarnev. Sie sprachen sich nicht ab. Mehr war es als allgemeines Verst√§ndnis zu sehen: Einer ihrer Br√ľder hatte Probleme. M√∂glicherweise k√∂nnten Handgreiflichkeiten auftreten und deswegen mussten sie ihn begleiten.

Das bemerkte auch der Kapitän und er maulte:
"Allein sagte ich!"
Die Frostalben waren aber von den Worten unbeeindruckt. Jetzt trat auch teilweise die Tagesschicht wieder in den Flur, wo man zu den Schiffsquartieren gelangt und gerieten in Sichtweite zu den Frostalben. Eine angespannte Situation machte sich breit. Die Frostalben immer noch schweigsam wie ein Grab wussten sofort was zu tun war. Abwarten und angriffsbereit sein. Die Norkara und Shezem plapperten aufgeregt, bis einer der Sandjäger das Wort ergriff.
"Frostalben Pack. Ihr denkt ihr seid was Besseres?"
Seine nasale Stimme war nervt√∂tend f√ľr die Ohren. Ein anderer Shezem fuhr fort mit der Provokation:
"Die Seeluft kommt ihnen nicht gut. Ist wohl zu viel f√ľr eine K√∂rperchen, hmm? Seid wohl doch nicht so stark."
"Maul halten, Fischk√∂pfe!", schrie der 1. Maat w√ľtend. Doch die Situation war weiterhin angespannt. Immer mehr Schaulustige kamen hinzu.

W√§hrenddessen h√∂rte man, wie die T√ľr der Kapit√§nskaj√ľte zugeknallt wurde. Tarnev war drinnen. Die T√ľr bewacht von 5 frostalbischen Br√ľdern. Beim kleinsten Kampflaut w√ľrden sie ihm zur Hilf eilen. Soviel war sicher.
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Re: Frostalbische Division in Khilar

#4

Beitragvon Varmikan Eisseher » Sa 1. Apr 2017, 15:27

Der Kapit√§n des Schiffes rief drei Mal jemanden zur R√§son. Die Person sollte irgendeinen Unsinn unterlassen. Kaum merklich kr√§uselten sich erneut die Lippen von Varmikan. Was f√ľr ein St√ľmper! Aber was hatte er auch erwartet?

Ein Vorgesetzter, der ernst genommen werden wollte, erhob niemals seine Stimme. Entweder besaß man Stand und Autorität, oder man besaß sie nicht. Zudem wiederholte man einen Befehl nicht.

Ging der Mensch tatsächlich davon aus, dass sein Befehl befolgt wurde, weil er ihn wie ein Mantra im Endlosgebet wiederholte? Humor schien der Kapitän jedenfalls zu haben, wobei - schoss es Varmikan bissig durch den Kopf der Mann selbst war der Witz. Er besaß keinen Humor.

Das "Sofort in mein Quartier!", des Kapit√§ns h√∂rte Varmikan so, als h√§tte der Mensch neben ihm gestanden. Scheinbar war er zu √Ąu√üerungen in normaler Lautst√§rke nicht f√§hig.

Stolz und schweigend schritt Tarnev an ihm vorbei und folgte dem Kapit√§n. Varmikan lie√ü ihn und seine Br√ľder passieren, ehe er sich dem Tross seiner Leute anschloss.

Der menschliche Kapit√§n, der eindeutig noch nie etwas von dem Wort W√ľrde geh√∂rt hatte, ging nun dazu √ľber mit √ľberschw√§nglichen Gesten wie ein Hampelmann vor Tarnev herumzufuchteln.

Varmikan verwirrte die K√∂rpersprache des Mannes. Da er dieses seltsame Gefuchtele nicht einordnen konnte, ging er logischerweise von einer Drohung gegen√ľber Tarnev aus.

Die Shezem und Noraka begannen untereinander nerv√∂s zu schwatzen, so dass man einzelnen Gespr√§chen kaum noch folgen konnte. Die Ger√§uschkulisse war f√ľr Frostalbenohren hart an der Grenze des Ertr√§glichen.

Der 1. Maat bem√ľhte sich auf die gleiche, unsinnige Art wie der Kapit√§n um das Geh√∂r seiner Leute, w√§hrend immer mehr Mitglieder der Mannschaft anr√ľckten.

"Zweifellos", antwortete Varmikan eisig auf den Vorwurf des Sandj√§gers, ob sie sich f√ľr etwas Besseres hielten.

Dabei musterte der das Wesen, als handele es sich dabei um ein h√∂chst widerw√§rtiges Insekt, ehe er beschloss, dass diese Kreatur seine Aufmerksamkeit √ľberhaupt nicht wert war.

Tarnev folgte dem Kapti√§n in dessen Kaj√ľte und die T√ľr wurde zugeknallt. F√ľnf von seinem Volk bewachten die T√ľr, falls der Mensch ihren Bruder angreifen sollte. Keinem Frostalb musste man um Hilfe rufen, wenn ein Bruder oder eine Schwester in Gefahr war. Zusammenhalt war f√ľr sie eine Selbstverst√§ndlichkeit.

Als einziger Magier der im Moment zugegen war, vertrat Varmikan nach au√üen hin sein Volk. Also folgte er Tarnev in die Kaj√ľte. F√ľr ihn war dies das Selbstverst√§ndlichste auf der Welt.

Demonstrativ stellte er sich Schulter an Schulter neben Tarnev und musterte den Kapitän.

"Sprecht!", forderte er den Menschen in unmissverständlichem Ton auf. Dabei starrte er den Kapitän an und ließ ihn keine Sekunde aus den Augen.
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Re: Frostalbische Division in Khilar

#5

Beitragvon Tarnev Aerion » Mo 25. Sep 2017, 20:04

Kapit√§n Steingerd war kein geduldiger Mann. Sobald er nicht das bekam, was er wollte...sobald seine Vorstellungen nicht erf√ľllt wurden, wurder er h√∂chst ungem√ľtlich. Seinen Zorn projezierte er dann gerade auf Andere und machte die Situation unn√∂tig dramatisch, ohne dass die Beteiligten in der Situation etwas f√ľr seine emotionale Verschlechterung konnten.

Er war als Kapit√§n in seiner Position zwar durchsetzungsstark und eine Person, die man grunds√§tzlich respekierte. Aber eben jener war unausstehlich, falls er mal Kompromisse eingehen musste. Seine Wut war besonders leicht zu entfachen , wenn Steingerd das Gef√ľhl hatte in seiner Position nicht ernst genommen zu werden. Jeder Kompromiss f√ľhlte sich f√ľr ihn wie ein R√ľckschlag an.

‚ÄěDiese Angelehenheit geht dich nichts an!‚Äú, schrie er Varmikan aufgebracht ins Gesicht. Einige Spucktropfen landeten in seinem Geschrei auf Varmikans Gesicht. Des Kapit√§ns K√∂rpersprache war bedrohlich und schien auf Konfrontation aus.
‚ÄěDas eine Sache die nur MICH, und TARNEV, was angeht!‚Äú
Er wurde mit seiner Körpersprache noch deutlicher und unterstrich sein Gerede mit einer geballten Faust.
‚ÄěWas gibt‚Äôs da zu glotzen?‚Äú, schrie er Varmikan an, der nur einen Meter vor ihm stand.
‚ÄěSofort raus!‚Äú

Tarnev hingegen hatte bisher geschwiegen und mit einer missbilligenden und gleichg√ľltigen Miene das Gespr√§ch verfolgt. Der Frostalb hob seine Brust leicht an, streckte den Hals und lie√ü seine H√§nde locker herunterh√§ngen. Er hatte nichts Bedrohliches in seiner K√∂rpersprache. Mehr noch schien er ohne Worte signalisieren zu wollen, dass er den Kapit√§n nicht hatte beleidigen wollen.

Das alles verstand der Kapit√§n aber ganz anders. Anders als die Frostalben vermochte er es nicht die K√∂rpersprache zu deuten, und sah sich nun in einer misslichen Lage. Denn schon seit Beginn des Gespr√§chs hatte nur er geredet. Aus lauter Unruhe begann er noch mehr zu reden, da er sich immer unwohler f√ľhlte.
‚ÄěIch habe hier das Kommando! Sieh es endlich ein Frostalb!‚Äú, schrie er Tarnev ins Gesicht.
Dieser reagierte erst gar nicht, denn dies wusste er schon längst. Wieso solle Tarnev also darauf etwas antworten? Worte waren unnötig.

‚ÄěDein respektloses Gehabe wird dir vergehen, wenn ich dich erst an dem Schiffsrumpf hinten anketten lasse. Den Rest der Reise kannst du dort verbringen‚Ķ‚Äú sagte Steingerd. Er lie√ü aber etwas locker, da er auf Tarnevs Dienste angewiesen war. ‚ÄěGut sagen wir, 2 Tage, weil ich so gerecht bin!‚Äú, lachte Steingerd.

Er dreht Tarnev demonstrativ den R√ľcken zu und schrien dann nach den Wachen.
‚ÄěSchafft ihn hier raus!‚Äú, maulte er.
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