Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ein neuer Zauberlehrling

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Ein neuer Zauberlehrling

#1

Beitrag von Morasa » Mi 19. Jul 2017, 08:54

Marcella
 
war aufgeregt. Die ganze Zeit war sie schon unterwegs von Kalthorst nach Shohiro. Sie war noch sehr jung und sie war das erstemal von Zuhause weg. Allein das erstemal unterwegs zu sein, war fĂŒr sie wie ein Abenteuer fĂŒr sie. Aber sie war auch nervös. Ihre Familie hatte nicht viel Geld. Marcella reiste entweder mit einen Wagen mit fĂŒr ein paar Taler oder sie ging an belebten Strassen zu Fuss um etwas Geld zu sparen. Ein eigenes Pferd hatte sie nicht. Keiner in ihre Familie hatte das. Marcella hatte ĂŒberlegt ob sie ein Pferd mieten sollte. Aber sie hatte Angst gehabt dass es gestohlen wurde oder weglaufen wĂŒrde. Dann mĂŒsste sie es ersetzen. Darum hatte sie verzichtet und nahm lieber den Karren. In Kalthorst hatten die Karren und ihre FĂŒsse ausgereicht. In Shohiro wĂŒrde es genauso sein, dachte das MĂ€dchen.
Marcella schaute auf das Ausschreiben, dass sie die ganze Zeit bei sich hatte. Sie war unterwegs zu einem Meistermagier in Shohiro um sich zu bewerben. Er bot an, auch SchĂŒler aufzunehmen die sich keine Ausbildung leisten konnten. Wichtig war ihm nur, Fleiss und FĂ€higkeit. Marcella hoffte dass sie fleissig und fĂ€hig genug war um die Ausbildungsstelle zu erhalten. Ihre Eltern konnten ihr keine Lehre bezahlen. DafĂŒr fehlte ihnen das Geld. Marcella wollte sehr gerne Magierin werden und das war ihre Chance. Wenn der Meister sie nicht als Lehrling annahm, dann musste sie auf ihre Gabe verzichten. Dann wĂŒrde sie nie die Möglichkeit bekommen, ihre FĂ€higkeit völlig auszubauen. Eine Freundin von ihr konnte sehr gut singen, aber sie hatte keinen Meister gefunden um ihr Talent zu einen Beruf zu machen.  Zum GlĂŒck hatte Marcella den Aushang entdeckt. Sie hatte ihn heimlich abgerissen und einsteckt, damit sich kein weiterer meldete. Die mit Geld brauchten den Aushang nicht, dachte sich Marcella. FĂŒr sie war der Aushang ihre einzige Chance eine Magierin zu werden.
Wenn das nicht klappte, dann musste sie nach Kalthorst zurĂŒckkehren. Marcella hatte immer einen Plan B und sie hatte schon in der nahen BĂ€ckerei nachgefragt, ob sie dort als Hilfe arbeiten durfte. Sie war nicht faul und packte immer mit an. Das wusste auch der BĂ€cker und er hatte zugestimmt, sie als Hilfe einzustellen, wenn sie keine Ausbildungsstelle bekam. Marcella ĂŒberprĂŒfte ihre Kleidung.
Sie trug ein schlichtes, grĂŒnes Leinenkleid und Ledersandalen. Es war nichts besonderes, aber alles war ordentlich und sauber. Marcella zog ihre fingerlosen Handschuhe an, damit man nicht die Schwielen an ihre HĂ€nde vom arbeiten sah. Sie wusste nicht, was der Meister ĂŒber solche HĂ€nde dachte.
Marcella ging bis zu dem Anwesen, dass auf dem Aushang vermerkt war. Eine Heilstube war angegeben von einen alten Goblin. Die Stube hiess Pavos Heilstube. Das war ein Goblinname und als sie nach der Stube rumgefragt hatte, sagten ihr die Leute, dass es ein alter Goblin war der die Heilstube fĂŒhrte.
Marcella hoffte der Meister war nett und nicht allzu streng. Goblins waren sehr fleissig genau wie Almanen. Sie arbeiteten hart fĂŒr ihr Geld. Aber sie waren sehr hektisch und schnell. Marcella war das egal, sie hatte keine Vorurteile gegen Goblins, es machte sie nur etwas nervös.
Auf dem Ausschreiben stand nicht der Vorname des Meisters nur sein adliger Nachname. Vielleicht war Pavo nicht der Meister, oder er hatte eine adlige Almanin geheiratet. Marcella wĂŒrde es gleich wissen. Vorsichtig betrat sie den Innenhof von den Answesen. Mit ihren Fingern kĂ€mmte sie sich schnell die Haare durch und strich ihr Kleid glatt.
Dann klopfte sie an die TĂŒr.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#2

Beitrag von Anwolf » Mi 19. Jul 2017, 13:58

Wie immer verkĂŒndete Fedor mit infernalischem, tiefem Gebell, wenn es an der TĂŒr klopfte. Das tat der große Wolfshund schon seit dem ersten Tag in diesem Haus. Heute war es nicht anders als sonst, es klopfte und Fedor bellte donnernd.

Eine Klingel brauchten sie sich nicht anschaffen und jedem der vor der TĂŒr stand war klar, er brauchte weder betteln, noch hausieren oder sich irgendwie daneben benehmen.

"Ich gehe schon!", rief Anwolf.

Da ihm keiner antwortete ging der junge Magier zur TĂŒr, an der Fedor schon wartete um als Erster die Nase nach draußen zu stecken und zu schnĂŒffeln, wer dort stand.

Anwolf öffnete die TĂŒr. Vor ihm stand ein junges MĂ€dchen, ungefĂ€hr in seinem Alter. Wolfi packte Fedor sofort im Halsband, damit sich die Kleine nicht bedroht fĂŒhlte.

Die Kleine war niedlich und es kam nicht gerade hĂ€ufig vor, dass ein junges MĂ€dchen bei ihnen klopfte. Meist waren es alte, runzlige Frauen deren schlimmsten Probleme HĂŒhneraugen waren. NotfĂ€lle klopften nicht an ihre TĂŒr, sondern wurden in die Heilstube geschleppt oder gekarrt. Meist rief man Pavo direkt an den Ort des Unfalls oder UnglĂŒcks. Umso erstaunter war Wolfi ĂŒber die Kleine, aber auch umso erfreuter.

Das MĂ€dchen hielt ein zusammengerolltes Schreiben in der Hand. Vielleicht war es eine Bestell-Liste fĂŒr gewisse Zutaten. Wolfi beschloss keinen Aufschlag zu nehmen, wenn die Kleine was kaufen wollte. Sie hatte ihm schon so den Tag versĂŒĂŸt.

"Ja bitte? Wie kann ich Dir helfen?", fragte Wolfi freundlich und setzte sein charmantestes LĂ€cheln auf.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#3

Beitrag von Morasa » Mi 19. Jul 2017, 18:14

Marcella
 
zuckte zusammen als sie den Hund bellen hörte. Das klang nach einen sehr grossen Tier. Als die TĂŒr geöffnet wurde, stand dort ein junger Mann und neben ihm ein grosser Hund. Der junge Mann hielt den Hund zum GlĂŒck direkt fest. Er fragte freundlich was, sie wollte. Marcella hoffte dass es nicht zu spĂ€t war. Sie hoffte der junge Mann hatte ihr nicht die Stelle vor der Nase weggeschnappt. Aber eigentlich benahm er sich nicht wie ein Lehrling und er war freundlich. Marcella hielt ihm das Ausschreiben hin.
 
„Hallo, mein Name ist Marcella Schwarzstein und ich komme wegen der Ausschreibung. Ich möchte mich auf die Stelle eines Zauberlehrlings bewerben. Ich hĂ€tte gerne Meister von Hohenfelde gesprochen.“
 
Sie wartete höflich.
 

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#4

Beitrag von Anwolf » Mi 19. Jul 2017, 21:38

Anwolf nahm das Ausschreiben entgegen und grinste Marcella an.

"Du möchtest zu meinem Onkel Davard von Hohenfelde, er sucht einen Lehrling. Schön Dich kennenzulernen Marcella, komm rein. Das Ausschreiben musst Du nicht einreichen. Was Du vorweisen musst, ist Dein Geburtsbrief.

Du kannst Dich direkt bei meinem Onkel vorstellen. Keine Angst, Dave ist echt umgĂ€nglich, also entspanne Dich was. Wenn Dave, also mein Onkel, Dich als Lehrling annimmt, musst Du nach ÜberprĂŒfung Deines Geburtsbriefs und des Lehrlingsgelöbnisses das Aufdinggeld entrichten. Also das Lehrgeld bezahlen.

Keine Sorge, das Lehrgeld ist in Form eines obligatorischen Talers zu bezahlen. Sollte Dich mein Dave annehmen, gehörst Du als seine Schutzbefohlene zu unserer Familie.

Du erhÀltst einen Vertrag, in dem alles Wichtige geregelt ist. Mir nach Marcella",
sagte Anwolf und zog das MĂ€dchen ins Haus.

Anwolf fĂŒhrte Marcella in die Schreibstube. Wolfi ging vor, klopfte kurz und ging hinein.

"Wolfi warum klopfst Du?", grinste Varmi.
"Weil Dave Besuch hat", erklĂ€rte Anwolf und gab die TĂŒr frei.
"Dann schick den Besuch bitte herein", bat Dave schmunzelnd und schrieb weiter.

"Dave, das ist Marcella Schwarzstein. Marcella, das ist mein Onkel Freiherr Davard von Hohenfelde, er sucht einen Lehrling. Ich hole Euch fĂŒr das BewerbungsgesprĂ€ch Kaffee und GebĂ€ck aus der KĂŒche. Bis gleich", grinste Wolfi.

"Toi toi toi Marcella", flĂŒsterte Anwolf ihr gut gelaunt beim Vorbeigehen zu.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#5

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 19. Jul 2017, 21:41

Varmikan und Dave musterten die junge Frau wohlwollend.

"Komm bitte herein und mach es Dir gemĂŒtlich Marcella", bat Dave und legte seine Buchhaltungsunterlagen zur Seite.

Varmikan nahm die Unterlagen an sich und schrieb weiter.
"Ich erledige das fĂŒr Dich, kĂŒmmere Du Dich um Deinen Besuch Davy", sagte Varmi.

"Dank Dir. Was ich genau suche ist Dir klar Marcella? Falls nicht, wiederhole ich es gerne, obwohl ich unter Wolfis Arm das Ausschreiben sah, dass Dich hergefĂŒhrt hat.

Ich suche einen Magus-Lehrling, Fachgebiet Geistmagie. Solltest Du eine passende GrundfĂ€higkeit mitbringen und Dein Geburtsbrief Dich als BĂŒrgerliche ausweisen, werde ich Dich kostenlos ausbilden.

Ferner werde ich all Deine Kosten tragen, fĂŒr Kost und Logis sorgen, Dich nach besten Wissen und Gewissen ausbilden und beschĂŒtzen.

Im Gegenzug verlange ich Fleiß, Interesse und Gehorsam.

Was bietest Du, was erhoffst Du Dir?
Über welche FĂ€higkeiten verfĂŒgst Du bereits?
Welche WĂŒnsche hast Du Deine Ausbildung betreffend?

Sprich völlig offen, denn wir beide mĂŒssen schauen, ob wir zusammenpassen. Du genau wie ich. Nehme ich Dich als Lehrling an, wirst Du mein MĂŒndel fĂŒr diese Zeit, ergo meine Schutzbefohlene. Falls Du es schon kannst, antworte mir bitte mental",
sagte Dave freundlich.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#6

Beitrag von Morasa » Do 20. Jul 2017, 09:14

Marcella
 
war froh zu hören, dass von dem jungen Mann der Onkel einen Lehrling suchte. Also war die Stelle noch nicht vergeben. Sie folgte ihm ins Haus. Dabei erklĂ€rte er, dass sie ihren Geburtsbrief und einen Taler brauchte. Ihren Geburtsbrief hatte sie dabei. Und sie hatte noch einige Taler. Der Taler war bestimmt als Symbol gedacht, dachte Marcella. Viel zu schnell standen sie vor der TĂŒr und jetzt war Marcella wieder aufgeregt. Zum GlĂŒck trug sie ihre Handschuhe, ihre HĂ€nde schwitzten so. Der junge Mann klopfte und öffnete die TĂŒr. Sie wusste nicht was sie gedacht hatte. Aber sie hĂ€tte nicht mit einen Frostalb gerechnet. Sie hatte noch nie einen Frostalb gesehen, aber sie erkannte es sofort. Warum wusste Marcella nicht. Der Frostalb war schneeweiss wie ein Geist. Sogar seine Haare waren schneeweiss. Aber war Marcella als erstes auffiel waren die Augen. So blaue Augen hatte sie noch nie gesehen.  Er sah einen Menschen ganz schön Ă€hnlich und zeitgleich wieder nicht. Er hatte andere GesichtszĂŒge und seine Ohren waren gar nicht so, wie sich Marcella Albenohren vorgestellt hatte. Alles an ihm sah kantig aus, sogar seine Ohren. Der Frostalb trug eine weisse Robe. Er musste wie der Meister ein Magier sein. Marcella ĂŒberlegte was sie ĂŒber Frostalben so wusste. Viel war es nicht, nur dass viele Menschen Angst vor ihnen hatten und sie gefĂ€hrlich sein konnten. Warum, dass wusste sie auch nicht. Marcella lĂ€chelte höflich und hoffte sie hatte nicht unverschĂ€mt und dumm gestarrt. Aber der Alb schaute freundlich und der Meister neben ihm genauso.
Der junge Mann stellte sie freundlich vor und er stellte seinen Onkel vor.
Er war ein Freiherr und Marcella fĂŒhlte sich auf einmal sehr unwohl in ihren schlichten Kleid. Der junge Mann sagte er ging Kaffee und Kekse holen und wĂŒnschte ihr viel GlĂŒck. Das fand Marcella sehr nett von ihm. Kaffee hatte Marcella noch nie getrunken. Er war selten und sehr teuer. FĂŒr sowas hatte ihre Familie kein Geld. Darum freute sie sich sehr auf den Kaffee.
Marcella sah sofort, dass der junge Mann und der Meister verwandt waren. Sie sahen sich sehr Ă€hnlich, vom Gesicht und den Haaren. Bis auf die Augenfarbe. Die Augenfarbe von dem jungen Mann war dunkelbraun. Die Augen des Meisters waren hell. Wo er sie genau anschaute, wurde Marcella wieder nervös. Der Meister war gross und schlank. Er trag eine schwarze Roben. Er bat sie herein und bot ihr einen Platz an. Marcella gehorchte und setzte sich gegenĂŒber von dem Meister hin.
Er erzĂ€hlte ihr freundlich was er sich von einem Lehrling wĂŒnschte. Sie sollte fleissig sein, begabt sein und ihren Geburtsbrief dabei haben um zu beweisen, dass sie eine BĂŒrgerliche war. Ganz nebenbei erfuhr sie, dass der junge Mann Wolfi hiess. Wolfi von welchen Namen wusste sie nicht. Wolfram oder Wolfgang vielleicht, vermutete sie. Marcella nahm ihre Unterlagen aus ihrer kleinen Mappe und reichte dem Meister ihren Geburtsbrief. Ihre HĂ€nde zitterten, da sie so aufgeregt war.
Der Meister erklĂ€rte, dass er alle Kosten fĂŒr sie bezahlen wĂŒrde und sie gut ausbilden wĂŒrde. Dass er sie beschĂŒtzen wĂŒrde und sie sein MĂŒndel wĂ€re. So sollte es zwischen einen Meister und einem Lehrling sein, fand Marcella. So hatte sie es sich immer gewĂŒnscht und jetzt war ihre Chance ganz nah.
 
„Entschuldigung Meister Hohenfelde ich antworte Ihnen mĂŒndlich. Also ich stelle mich noch einmal selber vor. Mein Name ist Marcella Schwarzstein, ich bin 16 Jahre alt und ich komme aus Kalthorst. Meine Eltern haben einen kleinen Hof und wir halten Federvieh. Wir verkaufen Eier und Fleisch von HĂŒhnern und GĂ€nsen. Wir sind BĂŒrgerliche, dass steht genauso in meinen Geburtsbrief. Meine Gabe kommt und geht wie sie möchte. Darum kann ich Ihnen nicht gedanklich antworten. Manchmal kann ich die Gedanken von Leuten hören, so als hĂ€tten sie es laut ausgesprochen. Dann weiss ich etwas vorher und sie denken ich kann hellsehen. Dann kann es passieren, dass ich Dinge sehe die passieren werden und kurze Zeit spĂ€ter passieren sie. Ein anderes mal kann ich mit jemanden gedanklich sprechen. Das passiert einfach, ich kann das nicht Ă€ndern.
Das klingt fĂŒr Sie bestimmt komisch, darum sage ich Ihnen ein Beispiel. Meine Freundin Lisa und ich waren auf der Bullenwiese unterwegs. Wir dachten die Tiere wĂ€ren schon im Stall. Lisa ging ein StĂŒck vor mir und ich sah, wie in Bulle von der Seite auf sie zugerannt kam. Ich wusste nicht, ob sie ihn gehört oder gesehen hatte, aber sie lief einfach weiter. Ich wollte eine Warnung schreien, aber mein Mund blieb stumm. Lisa ist trotzdem weggerannt und der Bulle hat sie nicht erwischt. Sie hat mir dann hinter dem Zaun gesagt, dass sie losgerannt ist, als sie meinen Warnschrei in ihrem Kopf gehört hatte. Meine Gabe meldet sich, wenn ich Angst habe oder glĂŒcklich bin. Wenn ich jemanden gut kenne, dann klappt es manchmal, dass ich ihm eine Botschaft schicken kann. DafĂŒr muss ich ganz fest an ihn denken. Meist stelle ich mir sein Bild vor, denke fest an ihn und wenn ich GlĂŒck habe dann kommt die Botschaft an. Ich hoffe die ErklĂ€rung reicht Ihnen.
Da eine Lehre sonst sehr teuer ist und meine Eltern sich das nicht leisten können, habe ich mich bei Ihnen beworben. Ich habe mir ein VorstellungsgesprÀch erhofft. Auf dem Hof meiner Eltern war ich immer fleissig und ich bin zuverlÀssig. Da können Sie gerne bei unseren Nachbarn fragen. Ich trödele nicht herum, ich schwatze nicht und ich mache meine Arbeit immer ordentlich. Keiner hat sich beschwert. Ich helfe beim BÀcker aus, wenn dort viel Arbeit anfÀllt. Als Aushilfe war der BÀcker mit meiner Arbeit immer zufrieden und hat mich oft gelobt. Ich habe meinen Arbeitsplatz immer sauber und ordentlich gehalten. Ich darf dort sogar als Hilfe anfangen.
Aber wenn ich es mir aussuchen kann, dann möchte ich nicht ewig die Hilfe bei einem BĂ€cker bleiben. Ich habe eine magische Gabe die mich oft glĂŒcklich macht. Und ich möchte sie gerne zu meinen Beruf machen. Ich möchte Magierin werden und lernen meine Gabe zu rufen, wenn ich sie brauche. Meine Gabe ist ein Teil von mir und ich möchte sehr gerne lernen, mit ihr umzugehen. Ich finde keine passende ErklĂ€rung dafĂŒr, entschuldigen Sie bitte. Als Lehrling wĂŒnsche ich mir, dass Sie mir das beibringen. Und alles andere was meine Gabe sonst noch kann, von dem ich noch nichts weiss.  Das möchte ich genauso lernen.“
 
Marcella hoffte das der Kaffee bald kam, vor Aufregung war ihr Mund ganz trocken geworden.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#7

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Do 20. Jul 2017, 11:45

Dave musterte Marcella und hörte sich dabei aufmerksam an, was die junge Frau zu sagen hatte.

Kaum dass sie geendet hatte kam Anwolf mit einem Tablett herein, stellte jedem einen Becher Kaffee vor die Nase und plazierte das Tablett auf dem Tisch. Milch, Zucker und Kekse lagen bereit und jeder konnte und sollte sich nach eigenem Gusto selbst bedienen.

Anwolf setzte sich wieder auf seinen Platz auf der anderen Seite neben Varmikan und gönnte sich seinen eigenen Kaffee mit einigen PlÀtzchen. Er war neugierig und wollte dem BewerbungsgesprÀch von Marcella beiwohnen.

Notfalls wollte er ihr etwas unter die Arme greifen. Wolfi gefiel die Vorstellung, dass Marcella als Lehrling bei ihnen anfangen wĂŒrde.

Dave musste sich bei Wolfis Fleiß ein Schmunzeln verkneifen. So freundlich und dienstbeflissen war Wolfi sonst nur, wenn es darum ging den Taler klimpern zu hören.

Scheinbar mochte er die Kleine. Dave konnte ihm da nur zustimmen. Sie war aufgeweckt, freundlich, offen, ehrlich und sympathisch.

Das Wolfi sie mit anderen Augen sah als er, davon ging der Magier aus, spielte fĂŒr Daves Entscheidung aber keine Rolle. Er musste mit Marcella als Duo harmonieren, SchĂŒler und Meister mussten eine Einheit bilden.

Wenn Wolfi interessiert war, war das allerdings auch etwas von Vorteil, er wĂŒrde Marcella unterstĂŒtzen können. Ging seine „UnterstĂŒtzung“ zu weit, wĂŒrde Dave ihm auf die Finger klopfen.

`Die ErklĂ€rung ist völlig ausreichend Marcella. Du musst Dich nicht dafĂŒr entschuldigen verbal geantwortet zu haben, immerhin habe ich Dich um Offenheit und Ehrlichkeit gebeten. Beides warst Du, somit ist alles in OrdnungÂŽ, antwortete Dave mental und las sich einen Moment Marcellas Geburtsbrief durch.

Er reichte ihn mit knappen Nicken an Anwolf weiter.

`Deine Einstellung und auch Deine WĂŒnsche bezĂŒglich Deiner Lehre gefallen mir. Ferner bist Du mir sympathisch und ich denke wir beide wĂŒrden gut zusammenpassen als Meister-SchĂŒler-Duo. Deine WĂŒnsche sind zwar noch nicht konkret, aber dies wĂ€re auch ein bisschen zu viel verlangt. Du kannst Dir schließlich nichts von den Dingen wĂŒnschen, die Dir noch unbekannt sind. Deinen Fleiß und Deine Ordnung betreffend muss ich keine RĂŒcksprache mit Deinen Nachbarn oder Deinem ehemaligen Arbeitgeber halten. Die kannst Du hier vor Ort unter Beweis stellen. Stellst Du mich zufrieden, werde ich Dir dies genauso mitteilen, wie wenn ich einen Grund zur Beschwerde habe.

Sollte Dir etwas widerstreben, persönlich wichtig sein oder solltest Du Probleme haben, kannst Du Dich jederzeit an mich wenden. Ich bin fĂŒr Dich da.

Mit Unterschreibung des Lehrvertrages bist Du mir persönlich als MĂŒndel und Schutzbefohlene unterstellt, wie Anfang bereits erwĂ€hnt. Das heißt, Du bist ab dato ein Teil meiner Familie.

Kurzum – fĂŒhl Dich wie Zuhause, nur benimm Dich nicht so.
Kleiner Spaß.

Pflicht eines Lehrlings ist es im Haus seines Meisters zu leben und sich gebĂŒhrlich zu verhalten. Nun bevor ich Dir den Vertrag haargenau erlĂ€utere, lass ich ihn lieber von Wolfi aufsetzen. Du kannst ihn Dir in Ruhe durchlesen und unterschreiben.

Die Kontaktaufnahme erfolgte durch mich, die Verbindung wird durch mich gehalten. Antworte mir nun mental. Du musst Deine Antwort nur denken.

Ich habe Deine Gedanken vorhin nicht ausgelesen Marcella, dass hÀttest Du in einer anderen Form wahrgenommen.

Allerdings habe ich Deine mentale PrĂ€senz abgetastet, kurzum Deine Seele untersucht wenn Du so möchtest um Deine BefĂ€higung zu ergrĂŒnden.

Wir sagen dazu ich habe mir Deine Farben angeschaut, gemeint sind damit die Farben Deiner Seele, Dein ureigenes Selbst. Jene Seelen die mit der Gabe gesegnet sind, haben eine völlig andere Strahlkraft und einen anderen Glanz als die Seelen der Puries.

So werden Personen ohne magische Gabe bezeichneten. Nicht abwerten, sondern von pur oder Puriest. Du hast die Gabe zur Geistmagie.

Ich wĂŒrde Dich als meinen Lehrling annehmen.
Wie lautet Deine Antwort?ÂŽ,
ĂŒbermittelte Dave.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#8

Beitrag von Morasa » Do 20. Jul 2017, 21:34

Marcella

freute sich sehr, als sie hörte was ihr der Meister sagte. Das der Meister sie zum Lehrling wollte, machte Marcella sehr stolz.

`Vielen Dank Meister Hohenfelde, ich nehme die Lehrstelle sehr gerne an. Danke fĂŒr das Angebot und Ihr Vertrauen.ÂŽ

Marcella antwortete so, wie es ihr Meister verlangt hatte. Sie dachte die Antwort und hoffte, sie wĂŒrde ihren Meister erreichen. Sie lĂ€chelte ihren Meister glĂŒcklich an und kramte in ihrer Tasche und legte schnell einen Taler auf den Tisch fĂŒr den Lehrvertrag.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#9

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Do 20. Jul 2017, 21:51

Dave nickte zufrieden.

"Wunderbar, dann sind wir ab heute ein offiziell verbundenes Meister-Lehrling-Duo Marcella.

Anwolf setz den Lehrlingsvertrag fĂŒr Marcella auf. Den obligatorischen Taler hat Marcella gezahlt, ihren Geburtsbrief vorgezeigt und das Gelöbnis bestĂ€tigt sie mit ihrer eigenhĂ€ndigen Unterschrift",
erklÀrte Dave und nahm sich ebenfalls ein PlÀtzchen.

"In Ordnung, kommt sofort", antwortete Anwolf und machte sich umgehend daran, den Lehrlingsvertrag aufzusetzen.

Der junge Magier schrieb eine ganze Weile, so dass sich Varmikan schon fragte, was Anwolf alles in den Lehrlingsvertrag schrieb. Nach dem zweiten Becher Kaffee und einigen Keksen spÀter, bekam Dave den Vertrag von Anwolf gereicht.

Dave las den Vertrag in Ruhe durch, ließ Marcella unterschreiben und unterzeichnete das SchriftstĂŒck zum Schluss.

"Der Vertrag kommt in Deine Lehrlingsschatulle, wo er sicher und verschlossen aufbewahrt wird. Deine Schatulle steht bei mir im Tresor. Deinen Verdienst und andere Wertsachen ĂŒber die Du spĂ€ter verfĂŒgst, kannst Du dort ebenfalls sicher verwahren Marcella. Herzlich willkommen in der Familie", sagte Dave freundlich.

****

Lehrlingsvertrag:



http://fs5.directupload.net/images/170720/eo7h7qam.jpg

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#10

Beitrag von Anwolf » Fr 21. Jul 2017, 22:01

Anwolf freute sich fĂŒr Marcella, dass sie den Ausbildungsvertrag erhalten hatte. Das MĂ€dchen machte einen glĂŒcklichen Eindruck. Ferner freute sich Wolfi darĂŒber, dass er nicht mehr der einzige "Backfisch" bei den Geistern war.

Und zu zweit konnte man besser lernen, als wenn man alleine Wissen pauken musste. Es ging alles leichter, was man mit Spaß machte. Und jede Abwechslung sorgte fĂŒr Spaß. Diese Meinung vertrat jedenfalls Wolfi.

"Wir haben uns einander auch noch nicht richtig vorgestellt. Wie Du heißt, habe ich ja bereits mitbekommen, ich bin Anwolf, oder kurz Wolfi wie Du schon gehört hast. Freut mich, dass Du den Lehrvertrag bekommen hast Marcella", sagte Wolfi und wandte sich dann an Dave.

"Die Frage ist, wo wird Marcella wohnen? Sie könnte in Morasas altem Quartier wohnen, aber dann mĂŒsste sie sich das Quartier mit Tsounai teilen. Theoretisch ginge das zwar, aber ich bin der Meinung sie sollte ein eigenes Quartier beziehen.

Mein Vorschlag wÀre, da Du ja zu Varmikan gezogen bist und Pavo jetzt meist in seinem eigenen Quartier schlÀft, könntet Ihr beiden doch Marcella Euer Gemeinschaftsquartier abtreten. Dass braucht Ihr doch nicht mehr. Was meinst Du dazu Dave?",
fragte Anwolf.

"Die Überlegung ist gut, dass machen wir so. Und nebenbei, Varmikan, Urako, Gasmi und ich werden komplett ausziehen. Um genau zu sein, ein Haus weiter ins Nachbarhaus. Ich habe das Nachbarhaus, wie auch das Haus gegenĂŒber des Seiteneingangs gekauft.

Solange ich nicht vor Ort bin, ĂŒbernimmst Du meine Pflichten. Falls was sein sollte, sagst Du mir sofort Bescheid. Das gilt ebenso fĂŒr Dich Marcella, wende Dich sofort an mich, wenn etwas ist. GleichgĂŒltig was es ist, ruf mich oder sprich Wolfi an.

Zeige Marcella am besten direkt ihr neues Zimmer. Was fehlt geht Ihr beiden einkaufen, dabei kannst Du ihr zeitgleich Shohiro zeigen, jedenfalls die wichtigsten Ecken der Stadt.

Deinen ersten Tag verbringst Du frei, lernst die Stadt kennen und gehst etwas bummeln Marcella. Wolfi ist Dein StadtfĂŒhrer, viel Spaß Ihr beiden",
sagte Dave und drĂŒckte Wolfi eine Geldkatze in die Hand.

"Du hast Deinen Meister gehört Marcella, folge mir!", grinste Anwolf breit und gab die FĂŒhrung.

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