Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. Während die Urvölker auf Altbewährtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimbünde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Monsterjagd

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Davard von Hohenfelde
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Monsterjagd

#1

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Do 2. Nov 2017, 14:27

Monsterjagd

... Es hatte an der Tür geklopft und Dave hatte diese geöffnet. Varmikan starrte auf Daves Kreuz. Der Frostalb wusste sofort das etwas nicht stimmte, denn sein Mann stand absolut aufrecht und jeder Muskel in Daves Körper war angespannt.

Varmikan trat sofort an die Seite von Dave und als er sah, wer vor der TĂĽr stand, zog er sofort seinen Mann schĂĽtzend hinter sich.

„Geh ins Haus Schatz, sofort“, bat Varmikan unmissverständlich.

Dave musterte seinen Mann und schien einen Moment mit sich zu kämpfen, ob er Varmikan dem Feind allein überlassen sollte. Varmi nahm ihm die Entscheidung ab, indem er ihn küsste und liebevoll einen Schubs verpasste.

„Ins Haus Sternchen, geh bitte, ich kläre das“, wies Varmi seinen Mann an.

Dave nickte knapp, strich Varmi übers Kreuz und ging ins Haus. Allerdings nur soweit, dass er seinen Mann noch im Blick hatte. Varmikan stupste seinen Mann mental an. Er wusste die Geste zu schätzen, denn er wusste das Dave trotz aller Angst wegen ihm blieb.

Der Frostalb musterte frostig die Geisterhafte Präsenz vor der Tür.

„Höflichkeitsfloskeln sind unnötig Dunwin. Du hast meinem Mann schon genug zu Deinen Lebzeiten angetan. Weshalb quälst Du ihn mit Deiner geisterhaften Anwesenheit?

Reicht Dir das Maß an Zerstörung nicht aus, dass Du angerichtet hast?

Falls Du nie Kinder haben wolltest, hättest Du das auf andere Art verhindern können. Es ist nicht nur widerwärtig, sondern auch erbärmlich sich als Mann dermaßen an seinen Kindern zu vergehen.

Sie hätten es leichter gehabt, hättest Du sie tatsächlich umgebracht oder nie gezeugt. Aber Du hast sie gezeugt und Du hättest sie einfach in Frieden leben lassen können.

Du hättest Dein eigenes Leben leben können, ohne das von Dave Stück für Stück zu zerstören.

Also weshalb bist Du hier?
Du hast hier nichts verloren und Du bist nicht willkommen!
Was immer Du auch geplant hast, mir ist klar dass Du körperlich keine Gefahr bist.

Du kannst niemanden körperlichen Schaden zufügen, da Du keinen Körper besitzt. Deine Macht ist einzig und allein Daves Angst.

Und ich werde dafĂĽr sorgen, dass er sie verliert, einzig und allein die Verachtung und den Hass den er fĂĽr Dich empfindet wird ĂĽbrig bleiben.

Niemand wird sich an Dich in Angst erinnern, sondern als einen erbärmlichen, feigen, dreckigen, Kinder misshandelnden Versager der Du warst.

Du bist ein Stück Scheiße, dass solche Kinder niemals verdient hatte, fahr zum Abgrund Dunwin. Da gehörst Du hin und verschone die Welt endlich mit Deiner Anwesenheit“,
zischte Varmikan drohend.

„Mit dem was Du über mich sagst, hast Du Recht Frostalb…
Aber entgegen Deiner Vermutung möchte ich Dave nicht schaden… ich möchte mit ihm sprechen…
Ich möchte mich erklären… damit er versteht…
Und ich möchte ihn um etwas bitten…
Euer Haus werde ich nicht ohne Euer Einverständnis betreten…
Bitte gewähre mir eine Aussprache mit Deinem Mann… es wird ihm nicht schaden… vielleicht wird es ihm sogar helfen…
Und ich möchte eine Bitte an ihn herantragen… nicht mich betreffend… ich erwarte weder Verständnis noch Absolution von ihm…
Aber ich muss mit Dave sprechen… bitte…“,
erklärte Dunwin höflich.

Varmikan musterte den Geist dermaĂźen eisig, wie Dunwin zuvor noch nie eine Person starren sah. Der Frostalb dachte eine ganze Weile nach, bevor er knapp nickte.

„Gut, aber nur in meinem Beisein. Ein Ton, ein einziger Ton der meinen Mann bedroht oder beleidigt und Du wirst leiden, ich schwöre es Dir. Nicht Du persönlich, dass dürfte Dir ja klar sein. Ich handhabe es dann wie Du, ich lasse jemanden an Deiner Stelle leiden, jemanden der Dir was bedeutet, jemanden den Du magst.

Viele Personen stehen da ja nicht zu Auswahl, aber zwei sind besser als keiner. Aus dem Grund rate ich Dir, Dich an Dein Wort zu halten, dann halte ich mich an meines. Du bekommst Dein Gespräch und wir bleiben friedlich. Und hattest Du Dein Gespräch, wirst Du Dave für immer in Ruhe lassen. Sonst kannst Du die Abmachung sofort streichen. Verstanden?“,
hakte Varmikan nach.

„Verstanden Varmikan und abgemacht, ich werde Dave nach dem Gespräch nicht mehr behelligen….
Deine Drohung gegen meinen Bruder und Linhard ist unnötig…
Sie haben nicht vor Dir zu schaden… sie haben nichts mit meinem Gesprächswunsch zu tun…
Vielmehr hat Brandur mir dies ermöglich und mir gestattet…“,
erläuterte Dunwin.

„Sicher nicht aus Nächstenliebe meinem Mann gegenüber. Falls Du wirklich glaubst, was Du da von Dir gibst Dunwin, bist Du dämlicher als ich dachte. Er hat Dir das nicht aus Selbstlosigkeit erlaubt, denn sollte Dir das Gespräch tatsächlich wichtig sein, hat Brandur zwei Gletscherwürmer mit einem Hieb erschlagen.

Du hast was Du Dir gewünscht hast und bist Deinem Bruder was schuldig und Dave hat er nebenbei seine Macht demonstriert, ihn selbst Zuhause noch seinen ärgsten Feind auf den Hals hetzen zu können. Und dies sogar nach dessen Tod. Also sprich nicht davon, dass Brandur Dave nicht schaden möchte.

Wäre dem so, wärst Du gar nicht beschworen worden. Das nur zur Info. Ich rede mit meinem Mann, Du wartest hier draußen. Du wirst unser Haus überhaupt nicht betreten oder mit Deiner Präsenz verseuchen. Das Gespräch findet vor der Tür statt. Bis gleich“,
antwortete Varmikan und knallte die TĂĽr zu.

Der Frostalb lehnte sich innen kurz mit dem RĂĽcken gegen die TĂĽr und atmete durch, dann wandte er sich an seinen Mann. Dave musterte Varmikan fragend.

„Soll ich wirklich mit ihm reden?“, fragte Dave sichtlich nervös.
„Ja Sternchen. Nicht für ihn, sondern für Dich. Das könnte Dir einiges erleichtern und Fragen beantworten, die Deine Gedanken heute noch quälen. Zudem ist Dein Vater ein getriebener Geist vermute ich.

Er muss Dir etwas sagen, sonst kann er nicht ruhen. Das heißt, er wird solange versuchen mit Dir Kontakt aufzunehmen, bis er loswerden konnte was er Dir sagen möchte.

Das machen Deine Nerven nicht mit Sternchen. Darum rede bitte mit ihm für Dich und für mich. Wir beide machen das gemeinsam Davy, ich bin die ganze Zeit an Deiner Seite und stehe Dir bei. Das werde ich immer Davy, das schwöre ich Dir“,
sagte Varmikan liebevoll.

Dave ging auf seinen Mann zu, nahm ihn fest in die Arme und drĂĽckte ihn an sich.

„Keine Ahnung warum ich solche Angst hatte mich Dir anzuvertrauen“, flüsterte Dave.
„Nana, dass weißt Du sehr wohl Schätzchen. Das kommt davon, da Du mir nicht zuhörst, mein Mann hat keine Angst vor mir. Gleichgültig wie schwach Du bist oder was Du angestellt hast, ich helfe Dir und beschütz Dich.

Dass ist meine Aufgabe. Du bist doch auch für mich da, oder hast Du mir je gesagt, naja das bisschen Wärme, reiß Dich mal zusammen? Nein Du hast sogar dran gedacht, was ich benötige bei unseren Eheringen, die sind nicht ohne Grund aus Dunkelstein. Komm wir reden mit Deinem Vater“,
flĂĽsterte Varmikan zurĂĽck.
„Machen wir“, stimmte Dave zu.

Dave trat an der Seite seines Mannes aus dem Haus. Dunwin musterte die beiden sich nähernden Gestalten.

„Es freut mich, dass Du meinem Ruf gefolgt bist Dave...“, eröffnete Dunwin das Gespräch, während sein Sohn und sein Ehemann im ausreichenden Sicherheitsabstand zu Dunwin stehen blieben.
„Diese „Freude“ verdankt Ihr meinem Mann. Sprecht Vater!“, forderte Dave unmissverständlich.

„Nun ich möchte mich erklären, entschuldigen und um etwas bitten…“, setzte Dunwin an, wurde aber sofort von Dave unterbrochen.
„Bitte abgelehnt. Eure Erklärungen waren seit jeher fragwürdig, Eure Entschuldigungen sind nichts weiter Hohn. War es das?“, fragte Dave eisig.

„Dave… ich bat Dich nicht um eine Aussprache um mit Dir zu streiten...
Höre Dir doch wenigstens an, was ich zu sagen habe....
Dafür bist Du doch hergekommen oder nicht?“,
fragte Dunwin etwas verzweifelt.

„Nicht so vertraulich, Ihr habt zu Lebzeiten doch auch stets auf das liebevolle IHR bestanden, da möchte ich mich nicht minder verhalten. Euch wurde weder das SIE noch das DU angeboten!

Wahrt den Stand Toter! Dave gebührt Euch nicht, mein Name lautet Freiherr von Hohenfelde-Eisseher. Euch sei erlaubt meine Person rein mit Titel anzusprechen, zwecks Würdigung…“,
erklärte Dave und machte eine wegwerfende Handbewegung.

„Nun, ich kann Dich selbstverständlich mit Deinem vollen Namen samt Titel ansprechen…
Aber dies wäre der Sache abträglich Sohn...
Ich schlage vor, wir treffen uns erneut sobald Du selbst bereit bist mir zuzuhören... Deinen Groll auf meine Person verstehe ich nur zu gut...
Aber ich bat Dich nicht grundlos her...
Das wird Dein Mann verstanden haben...
Wünscht Du überhaupt zuzuhören?“,
fragte Dunwin.
„Nein wünsche ich nicht…“, zischte Dave.

„Sekunde mal bitte“, mischte sich Varmikan ein.

`Dave, Sternchen ich verstehe Deine Reaktion. Aber das hier machst Du nicht für ihn, sondern für Dich. Höre ihm zu und stelle ihm Deine Fragen. Wird Dir seine Erklärung zu dumm, dann können wir immer noch gehen.

Aber so wirst Du Dir die ganze Zeit weiterhin die gleichen Fragen stellen. Warum hat er mich dermaßen gehasst? Was hat er damit gemeint er hasst nicht mich, sondern das was ich bin? Das ist vielleicht die letzte Chance auf eine Antwort – nutze sie. Und falls sie Dir nicht passen, lass ihn zum Abgrund fahren´,
ĂĽbermittelte Varmikan.

Dave nickte knapp und musterte Dunwin, er starrte seinem Vater in die Augen ohne mit der Wimper zu zucken.

„Gut… sprecht, ich bin bereit zuzuhören. Aber vorher werdet Ihr etwas beantworten. Was meintet Ihr mit der Aussage, Ihr hasst nicht mich, sondern dass was ich bin? Was sollte ich anderes sein als ich? Und weshalb der Hass? Euer Leben war wohlmöglich der Abgrund, aber das gab Euch verdammt noch mal nicht das Recht unseres in einen zu verwandeln.

Und nebenbei bemerkt, Ihr wart nie ein Vater!
Wisst Ihr wer mein Vater war, so krank sich das für andere anhören mag?
Hä?
Mein HUND!

Er mochte mich, er schĂĽtzte mich, er freute sich und litt mit mir!
Es grenzte ja schon an ein Wunder, dass Ihr nicht in Erwägung gezogen habt ihn mir ausgeweidet ins Bett zu legen, als „Überraschung!“

Den Rest von Eurem kläglichen Dasein als Vater ersetzte Ansgar, sobald sich die Gelegenheit bot. Er ließ mir väterliche Fürsorge zuteilwerden, aber Ihr?

Ich finde keine Worte für das was Ihr seid! Ihr seid nichts weiter als niederträchtige, geistig missgebildete Missgeburt“,
schnauzte Dave so wutentbrannt, dass sich seine Stimme ĂĽberschlug.

„Dave reg Dich bitte ab“, flüsterte Varmikan und hielt seinen Mann vorsorglich am Arm fest, da er befürchtete, er würde gleich auf Dunwin losgehen, was überhaupt nichts bringen würde.

„Damit hast Du wohlmöglich Recht, mit dem was ich bin...
Zu Deiner Frage – ich habe nicht Dich persönlich gehasst Dave...
Ich habe Deine Gabe gehasst und den Umstand, dass Du von Alastair gewĂĽnscht warst...

Ich habe versucht ihn damit zu bestrafen, dass ich Dich bestrafte...
Ich dachte, wenn ich Dir und Ansgar die Gabe nehmen kann, dann wĂĽrde er auf Euch verzichten...

Dann wĂĽrde er mich vielleicht wahrnehmen, anstatt mich zu ignorieren...
Und irgendwo in meiner verqueren Logik dachte ich vielleicht sogar, dass wir anders zueinander stehen würden, gäbe es die Gabe nicht in unserer Familie...

Was ich Dir angetan habe war äußerst grausam und es ist nicht wieder gut zu machen...

Ich erbitte keine Absolution...
Ich erhoffe sie mir nicht einmal...
Ich habe Deinen Hass verdient, ebenso die Art wie Du mich gerichtet hast...

Kein Kind hat das verdient was ich Dir antat...
Ich war nicht nur als Vater abwesend...

Ich habe weitaus schlimmeres getan...
Ich war als Dein Foltermeister anwesend und manchmal nicht einmal das...
Ich war als Dein Verräter abwesend, wenn ich Dich ihnen schutzlos zum Spielen überließ...

Die Tortur hätte Alastair verdient und nicht Du Dave...
Aber ich habe es weder begriffen, noch begreifen wollen und ja…
Irgendwann empfand ich dabei sogar Freude...

Es mag krank und widerwärtig sein, aber es war Macht – und die ist nicht immer sauber zu erwerben...

Nach dem Verlust alles Weltlichem habe ich einen anderen Blick auf die Dinge erhalten und vieles wurde klarer was mir vorher verborgen blieb...

Ich möchte Dir nur sagen, heute würde ich anders handeln...
Vielleicht würde ich Dich genauso wenig in meiner Nähe ertragen können...
Aber die Wahl meiner Mittel wäre keine Gewalt mehr gegen meine Kinder...
Zur Not wĂĽrde ich einfach gehen...

Vor meiner Bitte, eine Erläuterung...
Und ich knüpfte sogar eine Bitte an meine Bitte…
Bitte höre mir zu und gewähre sie mir…
Die Bitte ist selbstlos und bezieht sich auf Deine Kinder…

Du und Ansgar Ihr wolltet es besser machen…
Nur zu… das ist ebenfalls mein Wunsch...
Verlasst den Weg der Finsternis Dave...

Nur war Ansgar leider Linhards Alastair...
Er hat ihn genauso wenig gesehen, wie Alastair mich...

Folge Ansgar nicht weiter Dave...
Gehe Deinen eigenen Weg...

Meine Bitte Dave, wähle weise....
Solltest Du Dir Kinder wĂĽnschen, dann schenk ihnen alle Aufmerksamkeit die Du geben kannst und liebe sie von ganzem Herzen...

GleichgĂĽltig ob sie die Gabe in sich tragen oder nicht...
Ob es ein Junge wird oder ein Mädchen...
Hinterfrage Dich selbstkritisch ob Du das tatsächlich kannst und dazu bereit bist, selbst wenn es schwierig wird.
Und dann entscheide...

Falls Du merkst, Du schaffst das nicht Dave, verzichte auf Kinder...
FĂĽr die Kinder und Dich selbst...

Kannst Du Deinem Kind all die Liebe und Zuneigung geben, dann schaff es Dir an und behandele es so, wie Du es Dir selbst gewünscht hättest für Dich.
Das ist meine Bitte...“,
erklärte Dunwin.

Dave schaute seinen Vater mit nicht zu deutendem Blick an, ehe er knapp nickte, sich wortlos umdrehte und zurĂĽck ins Haus ging.

Varmikan starrte Dunwin ohne zu blinzeln an und deutete auf den Ausgang.
"Du hast was Du wolltest. Geh!", befahl der Frostalb Dunwin knapp...

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Re: Monsterjagd

#2

Beitrag von Varmikan Eisseher » Do 2. Nov 2017, 14:43

Varmikan stampfte wĂĽtend ins Haus und folgte seinem Mann. Dave war nicht im Flur und in die Schreibstube hatte er sich auch nicht zurĂĽckgezogen. Also suchte Varmikan ihr gemeinsames Quartier auf.

Der Naridier saß nervös auf dem Bett und kaute auf der Unterlippe. Als er Varmikan eintreten sah, sprang er auf, grabschte Varmikan an der Robe und umarmte ihn dermaßen fest, dass Varmi kaum noch Luft bekam.

Gerade als Varmikan keuchend seinen Mann bitten wollte, ihn etwas sanfter zu zerquetschen, presste ihm Dave die Lippen auf den Mund und küsste ihn als gäbe es keinen Morgen. Dabei umarmte er den Frostalben noch fester.

Keuchend und stöhnend befreite sich Varmi etwas, nahm Daves Gesicht in beide Hände und hielt ihn für einen Moment kurz auf Abstand.

"Langsam Sternchen, langsam. Es ist alles gut. Ich habe es Dir doch versprochen", schmunzelte Varmikan und kĂĽsste nun seinen Mann ebenfalls.

"Du hast mich vor ihm beschĂĽtzt, Du hast ihn in seine Schranken verwiesen. Das zweite Mal...", flĂĽsterte Dave gerĂĽhrt und kĂĽsste Varmikan erneut, bevor er seinen Kopf in Varmikans Halsbeuge drĂĽckte.
"NatĂĽrlich, dafĂĽr bin ich da", flĂĽsterte Varmikan zurĂĽck.

"Niemand hat sowas jemals fĂĽr mich getan... niemand hat sich ihm je in den Weg gestellt... fĂĽr mich...", flĂĽsterte Dave.
"Ich weiß, aber damals gab es mich noch nicht - sonst hätte ich es. An mir kommt er nicht vorbei, gleichgültig was es mich kostet. Du bist mein Mann Davy", antwortete Varmikan.

`Du bist mein Retter, mein Held. Ich liebe Dich Klingenohr´, übermittelte Dave aus tiefstem Herzen.
`Ich Dich auch´, antwortete Varmikan auf gleichem Weg.

Dave behielt die Position bei und lieĂź seinen Kopf weiterhin gegen Varmikans Hals gedrĂĽckt.

`Lies, sieh, spüre... eine Offenbarung.... für Dich... die ungefilterte Wahrheit´, übermittelte Dave.

Und dann kam die Gedankenflut. Die kompletten Kindheitserinnerungen von Dave. Wichtig, dicht und so grauenvoll, dass es Varmikan fast in den Wahnsinn trieb.
Das letzte was der Frostalb mitbekam war wie er fast zu Boden gestürzt wäre, hätte Dave ihn nicht festgehalten.

„Nun… nun weißt Du alles… Falls Du jemals etwas davon gegen mich verwendest…“, versuchte Dave zu erklären, aber Varmikan hielt ihm den Mund zu.

„Glaubst Du das würde ich?“, hakte Varmi ganz leise nach.
Dave schĂĽttelte in kaum merklich den Kopf.

Varmikan umarmte seinen Mann so fest er konnte und presste ihn an sich.

„Das was Du mir gezeigt hast, ist das Widerwärtigste was man jemanden antun kann. Ich verstehe nicht, warum sie das mit Dir gemacht haben. Du warst doch nur ein kleines Kind und Du warst sein Kind.

Ich weiß nicht warum er so zu Dir war, aber eines weiß ich Sternchen – keine Person wird Dir sowas jemals wieder antun. Ich schwöre es Dir bei meinem Leben. Sei mir nicht böse, aber ich brauche gleich mal ein paar Minuten für mich um das zu verdauen“,
bat Varmikan. Dem Frostalb war zum Schreien und zum Heulen zu Mute.

„Geh nicht weg Varmi, bleib bei mir“, flüsterte Dave zurück.

„Sternchen ich gehe nicht weg, ich brauche nur… vergiss es. Ich bleibe. Ich brauche einen Schnaps und jemanden zum kaputtschlagen, jemanden an dem ich meinen Frust auslassen kann. Jemanden wie ihn, wie seine Freunde, jemanden der es verdient hat, so elendig zu verrecken, dass der Tod eine Gnade ist“, flüstere Varmikan Dave ins Ohr und küsste dann drauf.

„Archibald“, antwortete Dave und küsste Varmikan liebevoll zurück.

„Wer ist das?“, hakte Varmi nach.

„Der Name des Monsters - Archibald...
Dunwins bester Freund, mein Lehrer… mein Foltermeister neben Narbenfresse und seinem Hiwi“,
erklärte Dave.

„Er? Der schwarzhaarige neben Deinem Vater? Der lebt noch?“, fragte Varmikan völlig entgeistert.

„Ja, der lebt noch. Er und Dunwin waren ziemlich vertraut, wie Brüder nur nicht blutsverwandt. Gleiche Einstellung was ihren Sadismus anging, nur hatte Archibald ein anderes Beuteschema als mein Vater, was seine Spielgefährten anging.

Ansgar konnte ihn nicht holen, ich ebensowenig er stand unter Dunwins Schutz. Und hätte er nicht darunter gestanden, hätte ich mich auch mit Dunwin duellieren können, der Kerl ist ein Schwertmeister. Wir benötigen einen Plan um ihn ausser Gefecht zu setzen, sonst sind wir tot, bevor wir es merken“,
erklärte Dave.

„Du wirst ihm mental eins verpassen und dann nehmen wir ihn mit. Puschel erledigt das“, grinste Varmi.
„Ja! Ja genau! Puschel. Puschel muss ihn töten...“, grinste Dave diabolisch zurück.

"Und das wird er, glaube mir dass", antwortete Varmikan vehement.

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Re: Monsterjagd

#3

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Do 2. Nov 2017, 19:56

Archibald

Er stand im Keller seines Hauses. Seine langen, starken mit klauenartigen Nägeln versehenen Finger strichen über die Wände. Worte in die Wände eingekratzt, in verschiedener Sprachen, die üblichen Zeichen von Unfähigkeit... Bitten um Hilfe, Rettung, Freilassung, Erlösung und einen raschen Tod.

Von seiner ureigenen Finsternis umgeben, bewegte er sich stets mit einer nicht durch die Schwäche menschlicher Gefühlen eingeschränkten Geschwindigkeit wie auch Zielstrebigkeit. Jede seiner Gesten und Handgriffe hatte er bereits tausende Male im Leben vorgenommen. Sie waren keine bewusste Handlung mehr, sondern zu einem Automatismus verkommen.

Das Ding hatte geschrien, permanent und dauerhaft. So laut das Geschrei auch gewesen sein mochte, niemand hörte das Geschrei der Gäste. Die Welt draußen bekam keinen einzigen Ton des Dings mit. Ob es wimmerte, bettelte, flehte oder schrie... die Welt interessierte sich nicht für es. Die Welt hatte es zuvor nicht wahrgenommen und die Welt würde es nicht vermissen.

Der Schrei des Dings war nur ein Gefühl, ein Ausdruck seiner Schwäche, für ihn absolut irrelevant. Selbst der Schmerz den er zuvor von dem Ding genossen hatte, konnte nicht länger seine Missachtung unterdrückt halten.

Für solche Banalitäten hatte er jetzt genauso wenig Verwendung wie zu jedem anderen Zeitpunkt. Seine Krallen fuhren gerade über seine Nasenwurzel, als das Ding erneut die Stimme erhob.

Zu viel.

Binnen eines Sekundenbruchteils warf er sich auf das Ding und legte den Meter zwischen ihnen beiden innerhalb eines Wimpernschlags zurück. Im gleichen Moment zückte sein Schwert vor. Er rammte es dem Ding mit aller Macht in die Brust. Und das mit solcher Wucht, dass die Spitze in einem Sprühregen aus Blut und zertrümmerter Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern des Dings aus seinem Rücken brach.

Glotzen.
Gurgeln.
Keuchen.
Stille.

Nun lag das Ding ordentlich in gewachste Leinentücher verschnürt auf dem Kellerboden in seinem Verschlag. Für einen kurzen Moment schimmerte der Funken von etwas in den Tiefen seiner Augen auf, was ein Fremder versehentlich für Reue hätte halten können.

Er empfand keine Reue, sondern er vermisste in diesem speziellen Augenblick seinen Bruder... seinen besten Freund...

Das Wesen das seine geistige Gesundheit wiederspiegelte war vor 48 Jahren gestorben, als er es mit seiner ersten Tat beerdigte. Aber er konnte den Mann heucheln, der er hätte laut seinen Eltern werden sollen. Und dies so formgewandt, dass niemand einen Blick hinter die integere Fassade warf. Er musterte die 140cm große in Tuch eingeschlagene Gestalt.

Das Wesen dass dort auf sein Opfer schaute war kein Mensch, auch wenn es einen menschlichen Namen trug. Der Kerl war ein Monster in Menschengestalt.

Das Monster leckte sich das Blut von den Zähnen, spuckte aus und verließ den Verschlag sowie den Keller. Es würde sich mit einem herrlichen Glas Rotwein und einem neuen Spielzeug für seine Sammlung belohnen.

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Re: Monsterjagd

#4

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 14. Nov 2017, 18:30


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Re: Monsterjagd

#5

Beitrag von Varmikan Eisseher » Sa 18. Nov 2017, 19:25

Varmikan hatte Urako zu sich ins Wohnzimmer gebeten. In ihrem neuen gemeinsamen Haus war es für den Frostalben angenehmer, da er die Vorhänge von allen Fenstern geschlossen halten konnte. Zudem war es meist schön kühl in ihrem Haus. Varmikan ging vor und führte Urako ins Wohnzimmer.

"Puschel, Du kennst ungefähr Daves Geschichte. Es gibt einen Erzfeind von Dave der immer noch lebt. Fast so schrecklich wie dessen Vater. Vielleicht sogar noch schrecklicher, denn Dunwin war zwar der Befehlsgeber, aber diese Bestie... so nennt Dave diese Unperson, war jener der die Befehle ausführte.

Nicht auf Geheiß hin, sondern weil er selbst drum bat. Und Dunwin tat nichts lieber, als ihm Dave zum Spielen zu überlassen. Dave wünscht sich seinen Tod. Und er wünscht sich, dass Du es bist, der das Schwein tötet. So grausam und qualvoll wie möglich",
erklärte Varmikan.

Varmikan machte eine einladende Geste als sie im Wohnzimmer angekommen waren. Er quetschte sich neben Dave, der bereits gemĂĽtlich vor dem Kamin saĂź. Pavo hatte es sich ebenfalls in ihrem Wohnzimmer gemĂĽtlich gemacht.

Der Frostalb hoffte, dass sie bald die Bestie gefangen nehmen konnte, damit sein Mann mit diesem Kapitel in seinem Leben etwas mehr abschlieĂźen konnte.

Varmi war bewusst, dass Dave es nie vergessen oder ganz überwinden konnte, aber etwas Heilung würde das Erschlagen der Bestie bewirken. Der Frostalb rutschte ganz nah zu Dave auf, legte ihm einen Arm um die Hüfte und schmiegte sich an. Dave schaute von seinem Buch auf, musterte ihn gut gelaunt und biss Varmikan zärtlich ins Ohr.

„Was ist los Speckröllchen?“, schnurrte er leise.
„Speckröllchen? Pavo ist dicker als ich“, grinste Varmi.
„Ich bin nicht dick! Die Robe trägt auf und ich bin nur in der Mitte etwas rundlich. Verfluchter Frostalb“, knurrte Pavo, musste dann aber doch lachen.

„Das war nur Spaß und nein Pavo Du bist nicht dick“, schmunzelte Dave und las weiter.
„Die Bestie, beschreib sie etwas Sternchen“, bat Varmikan.

Dave neben ihn versteifte sich für einen Moment zur Eissäule, ehe er Varmikan ernst musterte.

„Pavo ist hier“, gab Dave zu bedenken.
„Pavo sollte es wissen und ehe Du den Mund aufmachst, nein er wird Dir nicht die Freundschaft kündigen oder Dich für einen Waschlappen halten. Also rede Dave“, bat Varmikan leise.

„Worum geht es denn? Er hat Recht Davy, wir sind Freunde, ich würde Dich doch nie hängen lassen. Du bist mein Kurzer“, munterte Pavo ihn auf.

„Es geht… es geht darum was mein Vater mir gemeinsam mit seinen Freunden angetan hat. Sie haben mich gequält und ihren Spaß dabei gehabt.

Gut eine Info über die Bestie. Man kann ihn nicht einschätzen. Er kann äußerst charmant sein, sogar freundlich. Er kann Dich grundlos attackieren oder Dir genauso grundlos beistehen.

Falls seine Handlungen einem Muster folgen, habe ich es nie begriffen.
Es war ein verregneter Nachmittag und ER hatte die schlechteste Laune die man sich vorstellen kann. Er befahl mich zu sich und meine Aufgabe war, Nahkampf zu lernen.

Meine tatsächliche Aufgabe war, seinen Sandsack zu geben. Das wusste ER und das wusste auch ich.

Jedenfalls kämpften wir wie so oft und genauso verlor ich an dem Tag. Er mischte mich auf und schliff mich danach zu der Bestie. Die Bestie sollte mir die Lektion nochmals erteilen und jene besondere… die an erster Stelle nur der Bestie zustand.

Das was sich Narbenfresse und sein Gehilfe ab und an einfach nahmen…

Nun er schmiss mich der Bestie vor die Füße und sagte, er habe die Schnauze für heute gestrichen voll. Die Bestie sollte sich um mich „kümmern“.

Damit verschwand ER und lieĂź mich mit der Bestie allein. Die Bestie sagte nichts weiter, sondern wartete ab bis Dunwin verschwunden war. In dem Moment hockte er sich neben mich und griff nach mir.

Ich kenne bis auf Osmund keinen weiteren Menschen, der solche scharfen und harten Krallen hat wie die Bestie. Ich lieĂź es ĂĽber mich ergehen, denn in dem Moment, wo er nach einem greift und man weg zuckt, hat man genau jene Krallen im Gesicht, oder an einer weitaus empfindlicheren Stelle. Aber er tat nicht worum mein Erzeuger hinter der Blume gebeten hatte.

Er kümmerte sich tatsächlich um mich. Er tatschte mich nicht an, er tastete meine Verletzungen ab und stellte mich wieder auf die Beine. Seine krallenbewehrten Hände vorsichtig im Gesicht zu haben, war irgendwie beängstigender als wenn er zuschlug.

Er befühlte meinen Kiefer und erklärte mir in einem nicht zu deutenden Ton, dass Dunwin mir den Kiefer angebrochen hätte. Er warf sich seinen Mantel über, hakte mich unter und brachte mich zu einem Heiler. Nicht irgendeinen Heiler, sondern einen Magier. Ich weiß nicht was er dafür bezahlt hat, aber der Heiler heilte meinen Kiefer damals per Magie.

Die Bestie hat anstandslos dort mit mir gewartet, er war bei der Behandlung dabei, er hat sie bezahlt und ich glaube er hatte sich… gesorgt.

Warum er sich einerseits um jemanden sorgen konnte, den er fünf Minuten später selbst grün und blau schlug oder benutzte, habe ich nie verstanden.

An einem anderen Tag hatte er vor mich zu benutzen. Ich weiĂź nicht was ich hatte, aber ich fĂĽhlte mich krank und habe ihn um Gnade gebeten. Ich habe ihn gebeten, dass ich heute nicht bei ihm lernen muss.

Er schaute mich von oben bis unten an und stimmte zu.
Einfach so.

Ich war glücklich und erleichtert. Wie erleichtert kannst Du Dir nicht vorstellen. Aber die Erleichterung hielt nur einen Augenblick an. Denn ein paar Minuten später lag ich bäuchlings gefesselt in seinem Bett, während sich Narbenfresse und sein Hiwi bedienen durften. Sie und wer weiß ich noch alles.

Und die Bestie lachte. Laut seiner Aussage hatte ich es so gewollt. Ich wollte nicht von ihm unterrichtet werden und er ist damit meinem "Wunsch" nachgekommen.

Wie sagte Archibald?
Man sollte vorsichtig mit dem sein was man sich wünscht, es könnte sein es geht in Erfüllung.

Irgendwann habe ich nichts mehr gefühlt, nicht mal mehr die Schmerzen, mein Körper war taub und ich war weit weg von ihm.

Und dann hörte ich ihn…
ER war dort.

Dunwin… mein Vater redete, lachte, scherzte während ich da lag und…

Das war einer der Momente, wo ich mich einsamer gefühlt habe, als man sich vorstellen kann. Wenn zig Leute mit Dir machen was sie wollen, Du keine Kontrolle darüber hast… was schon schlimm genug ist, aber Dein Vater ist anwesend… und Du weißt genau, von ihm hast Du keine Hilfe zu erwarten.

Irgendwann in den Morgenstunden hat die Bestie ihren Mantel ĂĽber mich geworfen, weil sie mich nicht mehr sehen konnte... ich widerte sie an.

Was immer dieses menschliche Schwein namens Dunwin auch war, ein Vater war er nie.

Ich würde mich für mein Küken in Stücke reißen lassen, aber er… auf ihn geschissen. Da war seine dressierte Bestie noch humaner“,
antwortete Dave.

Varmikan nahm seinen Mann in die Arme und drĂĽckte ihn fest an sich.

"Wir werden die Bestie finden und töten. Er wird tausend Tode sterben Sternchen, mindestens", flüsterte Varmikan liebevoll.
"Oder einige mehr. Lass Dir von niemandem einreden, dass Du es bist der sich zu schämen hat Davy! Sie sind es und sie werden dafür büßen! Goblins sind listig und erfindungsreich und ich bin einer!", antwortete Pavo vehement.

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Re: Monsterjagd

#6

Beitrag von Urako » So 19. Nov 2017, 09:24

Urako blieb erstaunlich gefasst. Das lag zum einen daran, dass es ihm seit der Hochzeit blendend ging, was zur Stabilisierung seiner maroden Psyche beitrug, und zum anderen daran, dass er schon einige Zeit wusste, was Dave angetan worden war. Die Offenbarung der Details war für ihn schmerzhaft, aber er konnte sie gut blocken. Seinen Beitrag zum Gespräch eröffnete er mit dem für ihn typischen Gemecker.

"Varmi, du hättest Dave vorher fragen sollen, ob er überhaupt vor versammelter Mannschaft über so was Persönliches reden will. Ihn hier vor vollendete Tatsachen zu stellen, ihn mit der Nase in seine Erinnerungen zu drücken und ihn dazu zu zwingen, sich hier bloßzustellen, geht ja mal gar nicht. Wir reden hier nicht von ein paar Ohrfeigen! Das war kacke von dir, Flocke! Kacke, hörst du? Richtig kacke!

Jetzt zum Thema Archibald, oder wie die Drecksau heiĂźt.

Für ihn werde ich die Kunst der Folter neu definieren. Ich werde den Wichser seine eigenen Eier fressen lassen. Er wird seine Eingeweide bei der Arbeit beobachten können. Seine Bestrafung wird eine Kakophonie der Qual sein, eine Ode an die Pein. Wer das beobachtet, wird Tieflinge fortan hassen und fürchten. Wie Gasmi dereinst so schön sagte: Er wird erfahren, warum man uns Dämonen nennt. Ich bedaure, dass Narbenfresse und Hiwi nicht mehr unter uns weilen. Sie hätten eine wunderbare Ergänzung des Programmes abgegeben."
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Re: Monsterjagd

#7

Beitrag von Davard von Hohenfelde » So 19. Nov 2017, 15:21

Dave stimmt Urako mit einem knappen Nicken zu. Puschel verstand was es hieĂź, solche Dinge zu offenbaren. Sie hatten sich vor einiger Zeit etwas sehr Geheimes wie Privates gestanden, daher konnte er Varmis Fauxpas nachvollziehen.

"Urako hat völlig Recht, Du hättest Fragen müssen Klingenohr. Gut es ist niemand anwesend dem ich nicht vertraue. Aber darum geht es nicht. Meiner Erinnerungen zwingen sich mir ab und an auf, da benötige ich nicht noch Deine "Fürsorge" die für den gleichen Umstand verantwortlich ist.

Ich weiß dass Du es gut gemeint hast, drum bin ich auch nicht wütend. Nur zukünftig denke bitte daran. Das wäre so, als würde ich jedem brühwarm erzählen, warum Du von Zuhause fliehen musstest und wie dusslig Du Dich angestellt hast.

Das wäre Dir ebenfalls peinlich, nur hat das nicht annähernd die gleiche Dimension. Und wem ich das anvertraue, musst Du immer noch mir überlassen. Ich habe es Dir vorher nicht anvertraut aus Angst, dass Du mich für einen Feigling, einen Waschlappen hältst der zu dämlich ist sich zu verteidigen.

Mittlerweile weiĂź ich dass Du so nicht denkst Klingenohr.
Du kehrst immer nur den Macker raus um mich zu beschützen, um Stärke nach außen zu zeigen. Aber manchmal ist das abschreckend. Und genauso abschreckend ist, wenn Du bei jeder Gelegenheit für mich sprichst. Wir sind ein Ehepaar Varmi - aber trotzdem bist Du nicht ich. Eine Rückfrage Schatz kostet Dich einen Gedanken",
erklärte Dave und küsste Varmikan auf die Schläfe.

Varmikan schaute Dave und Urako an wie ein geprĂĽgelter Hund.

"Verzeih mir. Ich habe gedacht, sobald die beiden es wissen, verstehen sie Dich besser. Mir erging es so. Und ich hatte nicht vor Dich bloĂźzustellen, sondern Dir beizustehen um dieses Monster zu erledigen Davy", flĂĽstere der Frostalb.
"Habe ich bereits und das weiĂź ich alles. Drum halt Dich bitte einfach zukĂĽnftig dran", gab Dave zurĂĽck und drĂĽckte Varmi an sich.

Dave musterte Urako und Pavo sehr ernst.

"Die Bestie heiĂźt mit vollem Namen Archibald von Dornburg.
Ihr mĂĽsst dies wissen fĂĽr die Jagd. Das Du die Form der Folter neu erfinden wirst, erfĂĽllt mich mit... wie soll ich es beschreiben... nie versiegender Freude.

Sobald Du ihn den Fingern hast und das Spiel beginnt, möchte ich dabei sein.
Ich muss dabei sein. Gleichgültig was Du mit ihm machst, ich möchte - nein ich muss es sehen. Ich möchte dass er um Gnade winselt, dass er Schmerzen hat von denen er nicht wusste das es sie gibt. Und er soll Angst haben...

Die ganze Zeit soll er hier in Angst leben und sich fragen was als nächstes mit ihm geschieht oder was ihm blüht. Er soll sich nicht einfach nur den Tod wünschen. Die Bestie soll sich wünschen nie geboren worden zu sein!

Zum Finale wĂĽnsche ich mir, dass nichts von ihm ĂĽbrig bleibt, auĂźer das was ich mir als Andenken wĂĽnsche. Nichts darf von ihm bleiben. Keine Leiche - nichts!
Er soll von der Erde getilgt werden, als hätte es ihn tatsächlich nie gegeben.

Das verdrehte Monstrum hat den ersten Schritt vor langer Zeit selbst dafĂĽr getan.
Es hieĂź unter der Hand, dass sein Vater erfahren hat was Archibald fĂĽr Vorlieben hat. Er mag es jung... sehr jung...

Sein Vater war wohl ein rechtschaffener Mann, ebenso wie der Rest seiner Familie. Er hatte vor, seinen Sohn für seine Taten hinzurichten. Nichts anderes hätte er verdient. Bevor ein echter Vater so eine Entscheidung trifft, muss schon einiges vorgefallen sein. Und das ist es, ich war Teil dessen...

Aber er, die Bestie, er tötete seinen Vater. Er tötete seine Geschwister, er tötete seine Mutter, er schlachtete einen Großteil der Dienerschaft ab und er tötete alle Wachen im Haus...

Angeblich sah er danach aus, als hätte er in Blut gebadet.
Mein Vater erzählte ab und an einigen seiner Spießgesellen diese Anekdote, da er aus unerfindlichen Gründen darüber besonders stolz auf die Bestie war.
Soweit ich weiĂź, war mein Vater damals sogar bei dieser Raserei anwesend.

Er prahlte gerne damit, dass der Bruder der Bestie ihn um Beistand und Rettung bat. Das dieser junge Mann ihn anflehte Archibald zu töten und ihn zu retten. Die Antwort meines Vater ist klar...

Er beschĂĽtzte Archibald, so wie immer.
Die Familie Dornburg ĂĽberlieĂź er ihrem Schicksal und dies war das Schwert der Bestie.

Du hast gesagt, Du wirst die Folter für ihn auf eine neue Ebene erheben, auf eine Ebene die neue Maßstäbe setzt. Mir würde es schon ausreichen, wenn Du mit der Bestie gleichziehst oder seine Leistung übertrumpfst. Er ist ein Meister der Folterkunst und er folterte und verhörte für meinen Vater dessen Opfer.

Etwas das Dir in die Hände spielen könnte ist, dass die Bestie alles Okkulte liebt.
Die Bestie betet Ainuwar an. Zeitgleich betet er irgendwelche Ă„ltesten an. Wer oder was die sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber diese Ă„ltesten sind Teil dessen, warum er manche seiner Opfer auf makabere und bestialische Weise foltert und opfert.

Deren Schmerz durch seine Tortour ist sein Gebet - seine Opfergabe an sie.
Ich habe diesem Irrsinn einige Male beigewohnt und ich wünschte ich hätte es nicht gesehen.

So sieht er aus wie ein normaler Mensch, dass die Bestie auch. Allerdings ist sein Körper, vor allem sein Rücken mit so seltsamen Zeichen versehen. Diese Tätowierungen haben besondere Bedeutungen für ihn.

Das heißt, wenn Du ihn folterst, nimm sie ihm - zerstöre sie, zerschneide sie.

Und noch etwas, seine Zähne sind Waffen. Das klingt vielleicht lustig oder paradox, aber es ist eine Tatsache. Von der Bestie sind nur die oberen vier Schneidezähne samt den Eckzähnen noch normale Zähne. Der Rest, die komplette restliche Kauleiste besteht aus messerscharfen Reißzähnen! Frag nicht wie er das hinbekommen hat, es ist einfach so.

Das heißt, solltest Du mit ihm kämpfen, nimm ihn nicht in den Schwitzkasten, denn er wird zubeißen um sich zu befreien. Und mit einem sehr starken Biss würde er Dir ein Fleischstück aus dem Arm beißen. Ich weiß wie sein Biss sich anfühlt und ich habe gesehen, was er anrichtet falls er mit voller Wucht zubeißt.

Drum sobald Du ihn in Deiner Gewalt hast, zieh im die Zähne, schlag sie ihm ein, was auch immer... nur sieh zu dass er dieses Gebiss loswird. Zu Deinem Eigenschutz Puschel.

Wie ich gerade bereits erklärte, hat er zudem messerscharfe Nägel. Die Nägel von ihm gleichen keinen normalen menschlichen Fingernägeln. Sie sind scharf gefeilt, spitz und hart.

Noch etwas, ich weiß die Liste scheint endlos, er ist ein exellenter Nah- und Schwertkämpfer. Er ist ungeheuer schnell, agil und er ist äußerst brutal.
Muss er im Kampf ausweichen, dann weicht er nicht zurück, wie es jeder normale Kämpfer tun würde um zwischen sich und den Gegner Abstand zu bringen.

Die Bestie weicht mit einer Drehung dem Hieb aus und rückt auf Körpernähe zu Dir auf. Das heißt er dreht sich und steht dann vor Dir, quasi Nase an Nase und sticht mit seinem Dolch zu!

Das musst Du im Hinterkopf behalten, sonst tötet er Dich Puschel.
Und das könnte ich mir nie verzeihen.

Wir müssen einen Weg finden ihn einfangen zu können und zwar so, dass er für einige Zeit kampfunfähig ist.

Ich weiß es hört sich nicht so an, als wäre er ein Mensch, wenn man von ihm spricht.

Ich persönlich glaube dieses Ding ist auch kein Mensch.
Es ist... also es ist... wahrhaftig ein Monstrum, eine Bestie das nur ein schlechtsitzendes Menschenkostüm trägt.

Dieses verdrehte, kranke und abartige Schwein ist der Letzte von Dornburg.
Das was er der Welt zu hinterlassen hätte, ist es nicht wert erhalten zu werden.
Es gehört vernichtet, einschließlich ihm.
Gerade ihm.

Wenn Du ihn tötest, stehe ich für immer in Deiner Schuld Puschel.
Und eine weitere Bitte, töte ihn bevor unser Kind geboren wird",
erzählte Dave leise.

"Eine Repetierarmbrust mit Betäubungsprojektilen. Wenn wir der Bestie damit einen Betäubungspfeil in den Arsch jagen, schlummert der Drecksack noch bevor er auf dem Boden aufschlägt. Der fällt um wie vom Blitz getroffen", grinste Pavo und drückte Dave an sich.

"Das hättest Du mir sagen können Davy, ich hab Dich nicht umsonst vor Deiner Familie gerettet. Das sie Dir etwas angetan haben, wusste ich. Aber das... ich weiß nicht was ich sagen soll", erklärte Pavo leise und tätschelte Dave die Wange.
"Du musst nichts sagen Paps", schmunzelte Dave und drĂĽckte Pavo.

Varmi knuffte Pavo und Puschel.
"Danke Ihr beiden. Das mit den Betäubungspfeilen klingt perfekt. Stellt Euch das vor. Zack, Pfeil im Arsch und dann liegt er da im Staub", grinste Varmi.

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Re: Monsterjagd

#8

Beitrag von Urako » Mo 20. Nov 2017, 09:04

"Dein Wunsch ist mein Befehl, Davy", erwiderte Urako mit einem diabolischen Grinsen. "Ich freue mich darauf, ihm seine Zähne und alles andere rauszureißen und ihn vollständig von dieser Welt zu tilgen! Pavo und ich kümmern uns um ihn. Nicht war, Pavo? Ich mach ihn kaputt, er flickt ihn wieder zusammen, damit er nicht abkratzt, ich mach ihn wieder kaputt. Das ziehen wir in die Länge, bis wir seiner überdrüssig werden. Tage, Wochen, Monate, Jahre ... wie wir lustig sind. Danach geht es dir besser Davy, glaub mir. Rache ist etwas sehr Erfüllendes und Wohltuendes."
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Re: Monsterjagd

#9

Beitrag von Pavo » Mo 20. Nov 2017, 12:12

"Er wird verfluchen sich jemals an Dir vergangen zu haben. Wir könnten sogar den Heiler-Magier von Ansgar bitten sich unserer Sache anzuschließen. Damit könnten wir das Spiel sogar wesentlich länger in die Länge ziehen. Zumal er dafür sorgen könnte, dass Archibald bei Bewusstsein bleibt, gezwungenermaßen, während Du Dich seiner annimmst Urako.

Natürlich kann man das auch mit entsprechender Medikation, aber irgendwann schützt sich der Geist selbst und flieht in die Ohnmacht. Und irgendwann wirkt dabei dann auch nicht mehr das stärkste Riechsalz oder sonstige Medikation die den Kreislauf in die Höhe jagt um jemanden medizinisch wach zu halten. Du könntest ihn auch zurück ins Bewusstsein reißen oder Davy?",
fragte Pavo.

"Dantoine Brassac heißt der persönliche Heil-Magus von Ansgar, kurzum sein Leibarzt. Das ist eigentlich nicht sein Aufgabengebiet. Er könnte Dich unterstützen, aber so wie ich Dan kenne, würde er ablehnen an einer Folter teilzunehmen. Er würde dem Kerl vermutlich ohne zu zögern die Kehle durchschneiden, wüsste um dessen Irrsinn. Aber foltern würde Dan niemanden.

Eine Person kann ich ohne Probleme zurĂĽck ins Bewusstsein ziehen, das ist kein Problem. Dans Ausrichtung ist Heilung und nicht der Geist",
antwortete Dave.

"Das kann ich nachvollziehen, nur Mut zum scharfen Schnitt. Ein Furunkel oder ein Geschwür schneidet ein Heiler auch ohne zu zögern großflächig heraus. Nichts anderes ist dieser Archibald, als ein Furunkel der Gesellschaft.

Solche verdrehten wie Archibald oder Jozo kann man nur entfernen. Man kann sie nicht heilen. Das haben wir am eigenen Leib erfahren. Jozo hat nicht einmal ein Unrechtsbewusstsein, wo sollte man dort ansetzen?

Während man mit Jozo diskutiert überlegt der Gelbe schon, ob er einen demnächst als Nachthemd trägt oder sich eine lustige Handtasche aus einem schnitzt. Und ganz ähnlich wird Archibald ticken. Solche Kreaturen fühlen sich stets im Recht und von der ganzen Welt unverstanden.

Sicher, wir brauchen es nicht abstreiten, für andere Personen sind wir nicht minder gefährlich. Aber wir haben unsere Tätigkeit gewählt. Wir könnten auch morgen beschließen sie ruhen zu lassen, oder sie aufzugeben.

Aber Jozo kann dies nicht, es ist seine Natur.
Und es wird ebenso die Natur von diesem Archibald sein.

Das perfide an solchen Kreaturen ist, gleichgültig ob es sich um Jozo oder Archibald handelt, dass diese Raubtiere stets hochgradig intelligent sind, extrem vorsichtig sind und scheinbar einen sechsten Sinn für Gefahr haben. Sie verhalten sich tatsächlich wie Raubtiere.

Aber auch das cleverste Raubtier kann man ködern.
Ebenso kann man sie hetzen und einfangen.

Wobei ich glaube wir sollten Archibald mit seinen eigenen Waffen schlagen. Wir ködern ihn. Oder wir locken ihn mit dem Okkulten an. Er liebt Dämonen? Warum sollte er vor ihnen dann Angst haben? Wir müssen nur heraus finden, wo sich die Bestie herum treibt. Puschel könnte sich ihm vorher schon zeigen und ihm sonst was erzählen. Warum er ausgerechnet ihn aufgesucht hat",
erklärte Pavo.

"Das stimmt, Archibald ist genauso paranoid wie Jozo. Aber da hört schon die Gemeinsamkeit auf. Bei Jozo weiß man sobald er einen in den Fingern hat, man hat verschissen. Es ist vorbei. Er wird nicht umsonst gefürchtet.

Archibalds Primär-Ziel ist es nicht zu töten. Er verwahrt seine Opfer so lange wie möglich, er verlangt Zuwendung. Das ist der Unterschied",
antwortete Dave.

"Und er wird ganz viel Zuwendung von uns bekommen, mehr als ihm lieb ist und wesentlich mehr als er verkraften kann!", grinste Pavo.

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Re: Monsterjagd

#10

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 22. Nov 2017, 20:33

Archibald

Im Auflodern des Mündungsblitzes der Repetierarmbrust sah Tulzar, wie sein rechtes Bein in einem Sprühregen aus Blut und Knorpel explodierte, um direkt unterhalb des Knies einen zerfetzten Stumpf freiliegender, glänzender Knochen zurückzulassen.

Tulzar kreischte gepeinigt auf.

Er stürzte nach hinten und versuchte verzweifelt davonzukriechen. Sein Jäger war schneller und binnen eines Augenblicks nagelte ihn ein schwerer Stiefel am Boden fest. Gleichzeitig hing sich der Jäger die Armbrust über den Rücken und zückte seine Klinge.

Ein Geräusch hinter ihm alarmierte den Jäger. Er vollführte eine blitzartige Drehung um sich selbst, riss seine Klinge herum, dorthin wo er den Feind vermutete. Der Naridier irrte sich nicht.

Als sein Verfolger ihn anschaute, hatte er die Schwertspitze von Archibalds Waffe genau vor dem Auge. Ein kurzes Zustoßen und die Sache wäre beendet.

"Die Bande der Liebe und der Freundschaft werden mit dem Tod nicht durchschnitten.
Senk die Klinge Archi",
bat Jesper.

Der alte Mann hatte vor die Klinge behutsam mit einem Finger beiseite zu schieben. Aber bevor sein Finger sie berĂĽhrte, hatte Archibald sie weggesteckt.

"Du?!?", war das einzige Wort was Archibald sagte, bevor er sich ungläubig ans Kinn griff.

Es war eine seltsame Geste, die durch die Krallen verstärkt wurde. Archibald war schnell, er war wesentlich schneller als Jesper ihn in Erinnerung hatte und das obwohl er ebenso älter geworden war. Wie schnell war er zu seinen besten Zeiten gewesen?

DarĂĽber grĂĽbelte Jesper nach.

Jesper zwang sich Archibald in die Augen zu sehen. Er hatte den jungen Kerl verstümmelt, hatte vermutlich vor ihn zu ermorden. Aber selbst in diesem Moment wo er hier vor ihm stand, blieb er ruhig. Er wirkte völlig gelassen. Vermutlich sah er in Jesper keinerlei Bedrohung. Jesper selbst wusste dass seine Glanzzeiten vorüber waren.

Der verstümmelte Kerl auf dem Boden hatte Todesangst im Gesicht stehen. Jesper fühlte sich plötzlich ganz ähnlich. Er hatte das unterschwellige Bedürfnis seine eigene Klinge zu ziehen um sich jederzeit verteidigen zu können.

Jesper wusste nicht warum, aber er hatte das Gefühl, Archibald könne sich jederzeit auf ihn stürzen und würde danach nie wieder einen Gedanken an ihn vergeuden.

Vor so einer Person wie Arch oder Dunwin Angst zu zeigen, war das Letzte was man durfte. Er wĂĽrde einen nur schneller umbringen.

Arch war wie Dunwin, beide hatten keine Verwendung Schwache. Der Blick von Dornburg wandelte sich und er schenkte Jesper ein freundliches Lächeln. Jesper kannte es noch aus seiner Jugend, eine schwarze Witwe würde nicht anders lächeln. Dennoch entspannte sich Jesper etwas, obwohl er das nicht beabsichtigte.

"Ich habe Deine Spuren in meinem Stadtbezirk erkannt Arch, die Vereinbarung war Du jagst nicht wo einer von uns wohnt. Aus diesem Grund habe ich Dich aufgesucht. Wir mĂĽssen reden", sagte Jesper.

"Aha", war die Antwort von Archi.

Wieder schenkte der Naridier ihm sein freundliches Lächeln. Das Wissen, dass Archis Lächeln nicht für ihn bestimmt war und der Mann es sonst als Köder - sogar als Waffe einsetzte, machte es kein bisschen weniger einnehmend.

Jesper nickte nur knapp, wandte sich schwerfällig um und gab dem Weg vor.

Ein kurzes Zischen, Metall das sich durch die Knochen der Halswirbelsäule fraß wie ein heißes Messer durch Butter und es war still. So still wie es die Bestie liebte.

Sie folgte dem alten Weggefährten, ohne Tulzar eines letzten Blickes zu würdigen.

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