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Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Mo 19. Feb 2018, 12:58
von Davard von Hohenfelde
Dave schmunzelte Minaddar an.

"Also ich denke da sagt keiner von uns nein Minaddar. Ich helfe auch, indem ich keinen Salat und keine Soße zubereite. Damit habe ich Euch am meisten geholfen. Und falls das einer anzweifeln sollte, kann die Person gerne Varmikan fragen. Er hat schon mal etwas gegessen, dass ich gekocht habe", grinste Dave gut gelaunt.
"Naja so schlecht war es nicht, man konnte es mit ausreichend Liebe herunterwürgen", lächelte Varmi, was die anderen loswiehern ließ.

"Genau das meint er. Vielleicht solltest Du Deine Kochkünste bei den Verhören anwenden und keine Magie. Ich meine, wenn sie wirklich so schrecklich sind, wie alle behaupten, wäre das doch eine effektive Folter", schlug Lydia lachend vor.
"Den Vorschlag macht die Richtige", flötete Jeelen.

"Bitte?", knurrte die Zwergin.
"Er sagte - das ist ein richtig guter Vorschlag!", prustete Seddik.
"Pah", schnaubte Lydia, "bin gleich wieder da!"

Die Zwergin verließ kurz den Verhandlungsraum.

"Richtig lecker Gegrilltes? Das wird super, ich habe schon ewig nichts gegrilltes mehr gegessen!", lachte Wolfi.
"Was ist bei Dir ewig? Drei oder vier Tage?", gibbelte Dave.
"Das kommt hin", prustete Anwolf.

"Ich werde den Kaffee zu unserem Grillfest beisteuern, keine Feier ohne Kaffee", grinste Tsounai.
"Kaffee? Kaffee ist immer gut", stimmte Baran zu.
"Ohne Kaffee geht gar nichts", pflichtete Ekangar bei.

Lydia kam nach einigen Minuten zurück und blieb blass in der Tür stehen.

"Rinelda! Es hat Rinelda erwischt! Sie liegt zerfetzt und mit herausgerissener Kehle hinter unserem Haus!",keuchte die Zwergin.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Mi 21. Feb 2018, 09:40
von Urako
"Was?!", brüllte Urako und stürzte los. Vielleicht war noch irgendwas zu machen! Er rannte hinter das Haus, wo er Rinelda fand. Sie war kreideweiß, der Hals regelrecht zerfleischt. Urako sah auf den ersten Blick, dass hier nichts mehr zu machen war. Eine unbändige Wut überkam ihn, als er sie untersuchte. "Zu wenig Blut für diese Wunde", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. "Hier müsste eine riesen Lache sein. Das ist ein jämmerliches Pfützchen. Sie ist regelrecht blutleer." Er stand auf und spürte eine Mischung aus unbändigem Zorn und Verzweiflung. Irgendjemand machte sich an seiner Familie zu schaffen! An den einzigen Leuten, die ihm je wirklich wichtig gewesen waren! Das musste mit den Verhandlungen zum Familienfrieden zusammenhängen! Da war er sich sicher, es passte zeitlich genau zusammen und es wussten nicht viele, wer hier in den unscheinabren Häuslein wohnte.

Er musste sich umdrehen, er konnte nicht anders, er musste Gasmi packen und an sich drücken, spüren, dass er noch lebte. Gasmi spürte Urakos rasenden Puls, während der versuchte, nicht die Beherrschung zu verlieren. "Du bleibst ganz dicht bei mir", bestimmte er. "Und damit meine ich dicht! Ich will dich spüren! Es sei denn, es geht nicht anders, aber dann bleibst du in Sicht- und Hörweite! Du gehst nicht allein irgendwohin! Nie wieder! Nicht mal aufs Klo!" Dann rief er zu allen: "Wir müssen zusammenbleiben! Wir wissen nicht, ob das Schwein noch in der Nähe ist!"

Fast flehend blickte er in Richtung Aino. Sie hatte letztendlich das letzte Wort in dieser Sache. Er hoffte, sie würde nicht empfehlen, sich zum Suchen aufzuteilen. Er presste Gasmi noch fester an sich. Er blickte hinüber zu Davy und Flocke. Er begann zu zittern. Wer immer der Mörder war, er würde sie nicht bekommen. Eher würde er sich selbst in Stücke reißen lassen.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Mi 21. Feb 2018, 14:31
von Pavo
Pavo schob sich an den anderen Geistern vorbei, kniete neben Rinelda nieder und schloss ihr die gebrochenen Augen. Ihr Tod musste unvorstellbar grausam gewesen sein, schon allein wenn man ihr Gesicht betrachtete. Es spiegelte das Entsetzen wieder, das sie vor ihrem Dahinscheiden empfunden hatte.

Pavo untersuchte die Überreste der Frau sehr genau. Der alte Goblin ließ sich Zeit, um keine falschen Rückschlüsse zu ziehen oder etwas zu übersehen. Dann stand er auf und wandte sich an die Geister. Seddik trat nach vorne, umhüllte Rineldas Überreste mit einer Decke und trug sie ins Haus.

"Urako hat Recht, unserer dahingeschiedenen Schwester fehlt jede Menge Blut. Die zerfetzte Kehle zieht sofort jeden Blick auf sich, so dass man vermuten könnte, ein Tier habe sie angefallen. Es muss auch ein Tier im Spiel gewesen sein, denn es sind tatsächlich Bisswunden. Die Wunden wurden durch sehr scharfe Zähne verursacht.

Aber das war nicht die Hauptursache, sprich das war nicht allein Rineldas Todesurteil.
Unsere Schwester scheint sich mit dem Angreifer oder den Angreifern einen Kampf geliefert zu haben.

Rinelda wurde hinterrücks niedergestochen. Ein Stich zwischen die Schulterblätter hindurch, der vorne ihren Brustkorb sprengte und sie regelrecht durchbohrte. Die Klinge wurde mit sehr viel Gewalt geführt. Die Knochensplitter zeugen davon.

Dann wurde sie in der Mitte durchgeschlagen, sonst läge die Arme hier nicht in zwei Hälften.
Angesetzt knapp unterhalb des rechten Rippenbogens, schräg runtergezogen oberhalb des Hüftknochens. So verläuft der Schnitt, der Rinelda getötet hätte. Der Feind hat vermutlich extrem gute Anatomiekenntnisse, denn die Klinge schnitt somit nur durch viel Gewebe, als Knochen hatte sie ausschließlich die Wirbelsäule als Widerstand.

Ich vermute der Angreifer erstach Rinelda hinterrücks und schlug sie dann entzwei und als sie auf den Boden viel, stürzte sich sein Tier auf sie und zerfleischte ihre Kehle. Was immer für ein Tier dabei gewesen sein mag. Vielleicht hat das Tier auch vorher Rinelda abgelenkt, so dass der Feind sich an sie anschleichen konnte",
erklärte Pavo und schaute ernst in die Gesichter der Umstehenden.

Gasmi umarmte Urako felsenfest und schlang seinen Greifschwanz um ihn.

"Danke für Deinen Bericht Pavo", sagte Aino, legte Urako beruhigend die Hand auf die Schulter und wandte sich an Jeelen und Gasmi.
"Sucht und finde die Spur von dem Angreifer und seinem Tier", befahl die Anführerin der Geister.

"Sofort", bestätigte Jeel.

"Nein. Bleibt wo Ihr seid Gas und Jeel", befahl Dave und schüttelte unmerklich den Kopf.
Aino musterte Dave und zog fragend eine Augenbraue hoch.

"Pavo hat Recht. Ich erkenne den Angreifer, diese Schnittführung ist wie eine Unterschrift. Zwei Personen kenne ich die einen Degen oder ein Schwert so führen können, so exakt und körpernah. Einer davon war mein Vater Dunwin, der andere sein bester Freund - die Bestie Archibald. Mein Vater ist tot. Die Bestie hat Rinelda getötet. Der Angreifer hatte kein wildes Tier bei sich, er hat selbst solche Zähne in seinem Schandmaul. Das erklärt auch das fehlende Blut. Laut meinem Onkel Brandur, ist Archibald ein Vampir geworden. Dank der edlen Spende seines Leibdieners Kasimir. Die Bestie hinterlässt normalerweise keine Spuren, dass heißt er hat Rinelda bewusst hier liegen gelassen. Wofür?", fragte Dave leise.

Er ging ein Stück in die Gasse hinein und schaute sich um, während ihn Varmikan dabei fast panisch beobachtete.

"Hast Du die Traute Dich zu zeigen? Hast Du das Rückgrat uns Deine Botschaft ins Gesicht zu sagen? Nur zu, ich bin hier, sag mir was Du mir zu sagen hast Bestie. Lass es uns hier regeln. Ich weiß, dass Du noch hier bist Archibald...", rief Dave in die Straße.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Fr 23. Feb 2018, 20:15
von Davard von Hohenfelde
Der darauffolgende Morgen brachte keine Entwarnung, sondern einen neuen Schrecken mit großer Ernüchterung mit sich. Über Nacht wurde Tsounai geholt. Der Mann wurde tot, blutleer und kreideweiß in seinem Bett aufgefunden. Sein Mörder musste sich in seinem Zimmer versteckt gehalten haben, denn Tsounais Tür war von innen verschlossen gewesen, als er ermordet wurde.

Aino ordnete an, das als Notfallmaßnahme keiner der Geister mehr allein unterwegs sein durfte oder sich von der Gruppe entfernen durfte. Selbst Toilettengänge waren gemeinsam zu erledigen, lieber sollte man sich für einen Augenblick der Scham hingeben als dem Tod. Das Haus bot keinen Schutz mehr, nur der Gruppenzusammenhalt war etwas, dass jeden Einzelnen von ihnen das Leben retten würde.

Aino blieb an der Seite von Dave und Wolfi, um mit ihnen zu entscheiden wie weiter vorzugehen war. Die Atmosphäre in der sie einen Tag der permanenten Angst verbringen mussten, war eine Kostprobe dessen, wie Dave vermutlich sein ganzes junges Leben verbracht haben musste. Aino selbst hatte einen eigenen Abgrund an Grausamkeiten in ihrer Jugend hinter sich gebracht, aber dieser permanente Psychoterror der Todesangst war etwas, dass sie nicht länger als nötig erdulden wollte und konnte.

Wie musste Daves Vater gestrickt sein um sich mit solchen Personen zu umgeben?
Und wie musste es um seine geistige Gesundheit bestellt sein, dass er von diesen Kreaturen als Rudelführer akzeptiert, geliebt und sicher auch gefürchtet wurde?
Und dieser Mann seinerseits hatte seinen Vater gefürchtet.

Was es bedeutete die Familie Hohenfelde als geballte Macht als Feind gegen sich zu haben, bekam eine greifbare Dimension. Das manche Personen in dem Fall lieber freiwillig das Anlitz Asamuras verließen, war selbstverständlich. Wobei selbst dies bedeutete keinen Schutz, soviele Nekromanten wie in dieser Familie waren.

Sie mussten diesen verdammten Schwertmeister finden!
Wie konnte sich ein Mensch dermaßen gut verstecken?
Selbst Dave konnte den Kerl nicht aufspüren, da er ein Untoter war.
Es war zum Haare raufen, hätte sie welche gehabt.

Dave und Wolfi standen neben ihr und lasen im Akkord in irgendwelchen magischen Büchern über untote Wesenheiten und versuchten etwas über Vampire in Erfahrung zu bringen, was ihnen dabei helfen würde diesen Mann aufzuspüren. Aino und die Geister behielten die Gegend mit entsicherten Repetierarmbrüsten im Auge.

"Einiges was man im Volksmund als Sage weitergibt scheint den Tatsachen zu entsprechen", erklärte Wolfi und hielt Dave sein Buch unter die Nase.
"Lies es laut vor", bat Dave.

"Hier steht...
Vampire gleichen im Aussehen ihren sterblichen Artgenossen, so lange ihr Hunger gestillt ist, mit dem Unterschied, dass sie blasser sind und auffallend lange Eckzähne haben. Wird der Hunger größer, verliert ihre Seele immer mehr der wertvollen Lebenskraft, Vampire altern dadurch extrem schnell. Innerhalb weniger Wochen kann ein Vampir somit um viele Jahre altern. Schafft er es nicht neues Blut zu saugen, stirbt der Vampir, verrottet innerhalb weniger Tage und zerfällt zu Staub.

Aushungern werden wir ihn wohl nicht können.
Aber jetzt etwas, dass uns weiterhelfen könnte, oder auch nicht. Jedenfalls würde es erklären warum sich der Kerl so gut verstecken kann. Hört zu. Hier steht weiter...

Viele Vampire sind zudem in der Lage, sich in Fledermäuse zu verwandeln. Dies lernt ein Vampir meist von anderen Vampiren in seiner ersten Lebenszeit. Danach beherrschen sie die Verwandlung intuitiv, sprich binnen eines Wimpernschlages können sie die Gestalt annehmen und nutzen, wobei sie die normale Größe einer Fledermaus haben. Die Fellfarbe entspricht der Haarfarbe, so dass es unter Albenvampiren recht viele weiße Fledermäuse gibt, was sie in dieser Gestalt deutlich von echten Fledermäusen unterscheidet.

Das bedeutet wir suchen gar keinen Kerl! Scheiße wir suchen eine kleine, schwarze Fledermaus. In der Gestalt kann sich der Kerl doch überall reinquetschen. Selbst in die kleinste Ritze vom Klohäuschen. Man sitzt da nichts ahnend und wird in die Futt gebissen und leergesaugt. Gibt sicher schönere Arten zu sterben.

Hier steht noch...
Vampire brauchen Blut um zu überleben, Menschen- und Albenblut lieben sie am meisten.
Blut anderer Völker wird ebenfalls getrunken, ist jedoch für viele Vampire eher schwer zu trinken, da es geschmacklich für Vampire sehr bitter ist. Das Blut von Tieren wird nur im größten Notfall getrunken. Tiere, die von einem Vampir gebissen wurden, werden weder zu einem Untoten, noch zu einem Vampir.


Das heißt keiner von uns ist sicher. Wie auch, er kann jeden töten, er möchte uns garantiert nicht in Vampire verwandeln.

Über den Biss steht hier folgendes....
Will der Vampir seinen Durst stillen, beißt er sein Opfer, dabei ist es egal, in welche Körperstelle. Die Oberen Eckzähne sind sehr spitz und dringen in die Haut des Opfers ein. Ist der Biss vollendet, bleiben nur zwei winzig kleine Löcher. Ab und an kommt es vor, dass der Vampir eine Abneigung gegen das Beißen entwickelt, beispielsweise, wenn er durch Freunde und Familienmitglieder am Leben gehalten wird, die ihm das Blut spenden. In diesem Falle verletzt der Vampir sein Opfer oftmals lieber mit einer Klinge oder das Opfer verletzt sich selbst und füllt das Blut anschließend in ein Trinkgefäß.

Wird eine Person gebissen, können zwei Dinge passieren:
Wird eine Person gebissen und bleibt ein kleiner Teil des Blutes im Opfer zurück, lebt dieses weiter. Jedoch wirkt die Person sehr schwach, die Haut wird blass. Die Person reagiert hochempfindlich auf Sonnenlicht.
Innerhalb von 24 Stunden wird die Person sterben und als Vampir wieder auferstehen.
Sofort nach der Auferstehung hat der Vampir einen unsagbaren Durst nach Blut, der ihn dazu treibt, über das nächstbeste lebende Wesen herzufallen. Bevor der neue Vampir sein erstes Blut trinkt, ist eine Heilung durch einen Priester/Druiden der Ardemia noch möglich. Je nach Höhe des durch den Biss verursachten Blutverlusts kann die Befreiung vom Vampirismus für den Betroffenen allerdings mit dem Tode enden.


Also eines steht fest, Beißhemmung hat die Bestie nicht. Aber vielleicht irre ich mich und er fände es ganz witzig eine solche Gefahr in unsere Gruppe einzuschleusen. Falls also wer gebissen wird, wird er eine Gefahr für die Gruppe, aber solange er noch nicht getrunken hat, könnte er geheilt werden - Frist 24 Stunden.

Ah Moment hier steht etwas über das Töten von Vampiren, hört zu:
Vampire sind, so lange sie genügend Blut trinken, ewig jung und unsterblich.
Jedoch kann man sie auch töten.
Für Vampirjäger das einfachste und effektivste Mittel ist einem Vampir einen Pflock durch das Herz zu jagen.
Auch die Enthauptung ist eine sichere und beliebte Methode.
Sonnenlicht ist tödlich für Vampire, wenige Strahlen genügen, um einen Vampir in Flammen aufgehen zu lassen.


Na der Mann hat aber auch ein Pech ewig jung und unsterblich! Einen Pflock durchs Herz, wie soll man das bei so einem hinbekommen? Enthaupten? Er hat Rinelda zerstückelt!

Aber Sonnenlicht! SONNENLICHT LEUTE!
Wir müssen so lange es Tag ist alle Fenster und Vorhänge aufreißen, dass es überall so hell wie möglich ist bis auf die Kellerräume. Wenn nur wenige Strahlen ausreichen, dann könnte er sich zwar noch versteckt halten, aber er könnte nicht mehr von Versteck zu Versteck wechseln. So clever wird er schon sein. Die Möglichkeit hätten wir ihm damit genommen.

Nun noch etwas, dass uns weiter die Laune verderben wird. Hier steht noch folgendes...
Jeder Jungvampir erwacht mit der Fähigkeit, sich in eine Fledermaus zu verwandeln und mit zwei weiteren Spezialfähigkeiten. Nach einem Jahr gilt er nicht mehr als Jungvampir und erlernt eine weitere Fähigkeit.
Dann ist mit diesen drei Fähigkeiten erstmal Schluss.

Folgende Fähigkeiten wurden bei Vampiren festgestellt:

Regeneration:
Bei ausreichendem Nahrungsangebot heilen Wunden sehr schnell und gut. Nach wenigen Tagen sind auch schwere Verletzungen auskuriert.

Fledermausmonster:
Der Vampir verwandelt sich nur zur Hälfte in eine Fledermaus, was ihm ein grässliches und furchterregendes Aussehen verleiht. Er kann in dieser Gestalt nicht fliegen, aber hervorragend hören, auch Ultraschall und extrem gut riechen. Er kann sie beliebig lange aufrechterhalten.

Nachtsicht:
Der Vampir sieht bei Dunkelheit so gut wie andere bei Tage und kann zudem im infrarotbereich sehen, also wird Körperwärme für ihn sichtbar.

Sprinter:
Der Vampir kann sehr schnell und ausdauernd rennen und so auch große Distanzen in recht kurzer Zeit überbrücken, vergleichbar mit jemandem, der ein Pferd im Galopp reitet.

Springer:
Der Vampir kann jeweils 5 m hoch und weit springen.

Nahkämpfer:
Der Vampir ist einem durchschnittlichen Menschen kräftemäßig überlegen. Seine Kraft entspricht einer sehr trainierten Person des gleichen Geschlechts. Zudem hat der Vampir sehr gute Reflexe. Ein geüber Kämpfer, wie ein Ork oder ein Söldner, ist ihm dennoch überlegen, durchschnittliche Opfer hingegen sind leichter zu überwältigen.

Spuken:
Der Vampir kann kleiner Spukerscheinungen verursachen, die an Poltergeister erinnern, zB klimperndes Geschirr, knarzendes Dachgebälk, wehende Vorhänge. Er kann jedoch keine Gegenstände von ihrem Ort bewegen.

Natursprache:
Der Vampir beherrscht die Natursprache. Er kann damit Tieren der Nacht anlocken oder aufscheuchen, ohne ihnen jedoch konkrete Befehle erteilen zu können. Ein angelockter Wolf fällt zB nicht zwangsläufig jemanden an, sorgt vielmehr für Panik und Ablenkung.

Geistmagier:
Der Vampir beherrscht Geistmagie des ersten Grades.


Wir haben es also mit einem sehr mächtigen und gerissenen Gegner zu tun. Die Verhandlungen sind noch nicht so lange her, dass heißt wenn Brandur selbst noch so wütend war, kann Archibald noch nicht so lange ein Vampir sein. Leider wissen wir nicht über welche Fähigkeiten er verfügt.

Brandur hat doch versprochen uns als Familienoberhaupt zu beschützen, falls er es nicht wahr, der die Bestie auf uns angesetzt hat, dann müsste er uns doch helfen. Er ist ein Nekromant, er muss wissen was man sonst noch tun kann. Ob er den Kerl auf uns angesetzt hat, erfahren wir, wenn er unsere Bitte um Hilfe ablehnt",
sagte Wolfi und klappte das Buch zu.

"Du weißt nicht welchen Rachefeldzug dieser Mann auf eigene Faust durchführt, er ist ein unkalkulierbares Risiko. Gleichgültig ob uns Brandur gleich beisteht, wir müssen das Fledermausvieh finden. Und wenn er eine Fledermaus ist, muss er irgendwo in der Nähe von unserem Haus seine Klamotten und seine Waffen versteckt haben!", warf Varmikan sein. Der Frostalb gab sich alle Mühe, sich seine Angst und Nervösität nicht anmerken zu lassen, aber so ganz gelang ihm dies nicht. Er musterte Dave und suchte dann den Blick von Puschel.

"Damit hast Du völlig Recht Wolfi, ich werde Brandur um Hilfe bitten. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, warum er uns über Archibald angreifen sollte. Aber gut, welcher Angriff innerhalb unserer Familie hatte eine andere Logik außer Mordlust und Machtgier? Er könnte uns sicherheitshalber trotzdem aus dem Weg räumen wollen. Schlägt es fehl, war es die fehlgeleitete Bestie, gelingt ihm der Schlag hat er Linhards Erbe in Stein gemeißelt. Wobei er war bei der Besprechung ehrlich. Es sei denn er stand unter Drogen.

Du hast ebenfalls Recht Varmi, wir werden gleich gemeinsam nach seinem Zeug suchen, aber nicht jetzt. Ich muss mit Brandur sprechen. Schirmt mich ab",
bat Dave und hielt sich an Varmikan fest. Varmi legte einen Arm um ihn und hielt seinen Mann fest.

Dave griff auf seine Fähigkeit der Telepathie zurück und rief seinen Onkel Brandur mental.

`Brandur, ich bin es Dave! Ich benötige dringend Deine Hilfe.
Wir schweben in Todesgefahr. Zwei aus meiner Gildenfamilie sind ermordet worden!
Rinelda wurde in der Mitte durchgeschlagen, ihre Kehle wurde mit messerscharfen Zähnen zerfetzt und sie war fast blutleer.
Das mag paranoid klingen, aber ich kenne nur zwei Personen die so das Schwert auf Kurzdistanz geführt haben, mein Vater und Archibald. Vater ist tot - bleibt nur noch ein Verdächtiger.

Der zweite Tote war Tsounai. Tsounai wurde komplett ausgesaugt, er hatte keinen Tropfen Blut mehr in sich und war weiß wie eine Wand und das Brandur obwohl er zu Lebzeiten ein Raskhaner war.

Rin wurde auf offener Straße ermordet. Es muss extrem schnell gegangen sein. Tsounai wurde in seinem verschlossenen Quartier ermordet. Zwei sehr eindeutige Warnung, wo man uns überall erwischen kann. Ich vermute dass es Archibald ist, aufgrund seiner Handschrift der Schwertführung, aber ich weiß es nicht!
Hilf uns bitte´,
bat Dave seinen Onkel und wartete auf Antwort.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Sa 24. Feb 2018, 12:10
von Brandur von Hohenfelde
Brandur saß zu dieser Zeit gerade mit Chirag in der Stube beisammen und ließ sich mit ihm eine Platte erlesener Käsespezialitäten schmecken, die sie mit kleinen Spießen aufpickten. Es waren keine grantigen Käsesorten, sondern eine Auswahl von mild schmeckenden Weichkäsen. Dazu gab es einen lieblichen Weißwein aus Souvagne, den Chirag empfohlen hatte und der in der Tat ausgezeichnet zu den Käsestückchen passte. Walnüsse und Birnenschnitze rundeten die hübsch arrangierte Platte ab. Brandur und Chirag schwelgten gerade in den Vorzügen einer feudalistischen Gesellschaftsordnung und bedauerten - angeheitert vom Wein - wortreich den naridischen Werteverfall, als Brandur jäh aus seiner angenehm nostalgisch-melancholischen Stimmung gerissen wurde.
Verärgert senkte er die Hand mit dem Spieß, auf dem der nächste Leckerbissen steckte, den er sich gerade hatte in den Mund schieben wollen. Jemand klopfte in seinem Geist an und das sehr nachhaltig. Ohne auf die Freigabe zu warten, drang dieser Jemand einfach ein und plauderte los. Höflich war das nicht, aber Brandur verstand auch rasch, warum der Gast sich nicht mit Höflichkeiten aufhielt. Davard war in Todesgefahr und bat um Hilfe. Brandur nahm sich eine Minute Bedenkzeit, ehe er antwortete.

"Als erstes entfernt dem blutleeren Rakshaner den Kopf. Ihr seid keine Experten, ihr könnt nicht einschätzen, ob er tatsächlich tot bleiben oder als Vampir wieder auferstehen wird. Am besten ist in so einem Fall eine Feuerbestattung. Gebete helfen hier nicht, lasst euch nicht von einem Priester bequatschen, hier müssen physische Schritte erfolgen. Der Leichnam muss umgehend enthauptet und dann vernichtet werden!

Versucht, Ruhe zu bewahren, damit ihr klar denken könnt. Überstürzt nichts, aber handelt zeitnah. Ihr wisst nicht, ob es wirklich Archibald war. Bloß, weil du lediglich diese zwei Personen kennst, die das Schwert so führen, heißt dies nicht, dass es nicht auch andere Leute gibt, die auf diese Weise vorgehen. Ehrlich gesagt habe ich dahingehend Zweifel. Die Techniken erlernt man von Meistern und Lehrbüchern und die Grundlagen sind immer die Gleichen, auch wenn es hier und da Variationen gibt und der eine dies und der andere jenes bevorzugt. Archibald hätte zudem nur einen sehr engen Zeitraum zur Verfügung gehabt, da er hier im Tal nicht für längere Zeit verschwunden war. Zumindest hat er sich nicht abgemeldet und mir wäre es nicht aufgefallen. Dazu weiß jedoch am ehesten noch Jesper Bescheid.

Folgendes. Ihr Geister ergreift alle bekannten Maßnahmen zur Abwehr von Vampiren. Wenn ihr könnt, umgebt euch mit Ghulen. Ghule reagieren sehr hungrig auf die Anwesenheit von Vampiren. Sie sind ein absolut zuverlässiger Indikator für deren Anwesenheit. Mit einem Ghul an der Seite werdet ihr von keinem Vampir getäuscht werden können, der sich als Lebender ausgibt. Ghule wittern und jagen Vampire, da diese Leichen sind. Sie fallen also ins Beuteschema des Ghuls. Wenn Osmund und Maghilia noch anwesend sind, können sie aus Tsounai gegebenenfalls noch einen Ghul machen. Auf jeden Fall wittert ein Ghul auch, wenn ein Vampir unsichtbar in der Nähe ist. Sie sind, was Leichen anbelangt, wie ein guter Spürhund.

Des Weiteren sorgt für ausreichend Tageslicht. Es gibt alchemistische Tageslichtlampen, das sind fluoreszierende Kristalle, die ultraviolette Strahlung abgeben, die dem des Sonnelichtes ähnelt. Sie bringen Vampire nicht um und verletzen sie nicht einmal, aber sie haben eine abschreckende Wirkung. Sie können einen Vampir nicht tatsächlich aufhalten, aber ein Vampir, der diese Lampen nicht kennt, wird davor Angst haben und sie meiden. Erfahrene Vampire schreckt man damit nicht ab, Jungvampire ohne Mentor schon. Ich weiß nicht, ob Kasimir Archibald in diese Lampen instruiert hat, ich vermute jedoch nicht, da er nicht will, dass aus Archibald ein Jäger wird. Es ist jedoch meiner Meinung nach wie gesagt fraglich, dass wirklich Archibald dahinter steckt."


Brandur musste sich einen Moment sammeln und überlegen.

"Gut. Deine Aufgaben sind also so weit bekannt. Meine werden sein, mit Jesper und Kasimir zu reden, denn diese beiden sind der Schlüssel, sollte es sich tatsächlich Archibald sein, der euch das Leben schwer macht. Archibald hängt sehr an den Mitgliedern von Dunwins Stab. Womöglich kann man ihm über die Gruppe Druck machen. Ich werde mich darum kümmern, aber ich kann keine Ergebnisse versprechen.

Kopf hoch, Davard. Zähne zusammenbeißen. Wenn alle Stränge reißen und der Kerl sich als unkontrollierbare Gefahr erweisen sollte, werde ich Archibald beseitigen lassen. Ich habe ein wenig mit meinem Freund Chirag geplaudert. Ich bin mir sicher, er würde uns in dieser Sache helfen. Archibald vertraut ihm. Das kann man nutzen. WENN er es überhaupt gewesen ist."

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Sa 24. Feb 2018, 19:52
von Davard von Hohenfelde
Dave dachte über die Informationen nach. Er war alles andere als zartbesaitet, aber Tsounai zu enthaupten tat ihm weh.

`Danke für Deine Ratschläge, wir werden sie befolgen. Ich weiß, was Du meinst Brandur. So meinte ich das nicht. Jeder Meister gibt doch seine Art des Kampfes weiter. Genauso in Sachen Magie. Die Grundzüge sind stets die gleichen, also die ersten Schritte in jeder Kunst. Aber jede Person hat doch eine Lieblingsart Magie zu wirken oder mit dem Schwert zu kämpfen.

Und wie ich sagte, ich kenne nur zwei die so kämpfen. Wobei Vater nicht permanent so kämpfte. Ich meine damit, er nutzte seine Waffen als Distanzwaffen, konnte sie aber auch anders einsetzen. Archibald ging auf direkte Konfrontation.

Falls es nicht Archibald ist, kann ich mir nicht erklären wer es sein kann.
Gut wahrscheinlich haben wir tausende Feinde, ohne dass man uns kennt. Freunde, Verwandte und so weiter von unseren "zufriedenen Kunden" könnten sich ebenso rächen wollen. Aber das darunter ausgerechnet ein Schwertmeister ist, der die gleiche Technik bevorzugt?

Andererseits ist das so verrückt, dass es wieder passen könnte. Und wo haben Vater und die Bestie gelernt? Ihr Meister muss letztendlich auch aus Shohiro stammen.

In dem Fall wäre es mir tatsächlich lieber, wir hätten die Bestie auf dem Hals. Er ist zwar eine immense Gefahr und ich habe ehrlichen Herzen vor dem Kerl mehr Schiss als Du Dir vorstellen kannst, aber er ist eine abschätzbare Katastrophe und keine unbekannte Größe. Wir kommen Deinen Tipps nach. Es wäre lieb, wenn Du Jesper und Chirag herschicken könntest. Vielleicht finden sie ihn, oder könnten sagen ob er überhaupt dahinter steckt. Oder Kasimir, auf den Mann scheint er ja zu gehorchen.

Wir melden uns wieder, Danke nochmals´,
antwortete Dave mental und benötigte einen Moment, um zurück in die Physis zu finden.

"Brandur steht uns bei. Also als erstes was wir tun müssen. Wolfi hatte Recht, wir müssen überall für Tageslicht sorgen. Entsprechende Lampen die Tageslicht abgeben müssen wir uns ebenfalls besorgen. Zur weiteren Funktion der Lampen schweige ich mich aus, wir wissen nicht ob wir belauscht werden.

Wir müssen Tsounai köpfen. Dies ist die einzige Möglichkeit zu verhindern, dass er nicht doch noch ein Vampir wird. Brandur sagte, dass weder ein Priester noch sonst etwas tatsächlich hilft. Die einzige Möglichkeit auf Nummer sicher zu gehen ist Tsounai zu enthaupten und zu verbrennen.

Um einen Vampir aufzuspüren benötigen wir einen Ghul. Ghule fressen Leichen, Vampire sind Leichen. Folglich könnte man einen Ghul wie ein Spürhund einsetzen. Wir benötigen also einen Ghul. Mindestens einen.

Brandur warf ein, dass es nicht die Bestie sein muss, die uns hier schadet. Zwar ist meine Befürchtung ja nicht von der Hand zu weisen, aber Archibald ist kein Autodidakt der sich einen völlig eigenen Schwertstil angeeignet hat. Das heißt, wenn schon zwei Männer diesen Stil beherrschen, vielleicht leider auch ein unbekannter Dritter. Was wir lieber nicht hoffen wollen, denn so gefährlich die Bestie auch ist, ihn können wir etwas einschätzen. Einen völlig fremden Feind nicht.

Also machen wir uns an die Arbeit. Zuerst Tsounai köpfen und verbrennen, dann Tageslicht ins Haus lassen, die nähere Umgebung nach versteckten Ausrüstungsgegenständen und Waffen absuchen und dann einen Ghul und Lampen besorgen. Denkt dran, dass wir zusammenbleiben müssen",
ermahnte Dave die Geister.

"Zuhause lebten genau 149 Ghule, wir sollten sie alle herholen! Und wir benötigen Knoblauch. Es heißt doch im Volksglauben dass Knoblauch Vampire vertreibt. Wenn sich jeder davon so einen Kranz umhängt, wäre das auch schon mal eine Erleichterung", warf Wolfi ein.

"Richtig, die 149 Ghule, da 150 Ghule zu viele sind. Wer meldet sich freiwillig um Tsounai zu köpfen? Ich weiß es wäre meine Aufgabe, sollte Archibald tatsächlich der Feind sein, aber ich glaube ich bringe es nicht übers Herz. Er wurde mir einst von Tarkan in Freundschaft verliehen. Ich weiß ich sollte nicht so weichherzig denken, aber es geht mir nahe. Ich befürchte dass ich der Grund dafür bin, warum die Bestie meine Familie angeht", erklärte Dave leise.

"Schuld bist nicht Du Dave, sondern der Angreifer. Sobald Du Dir das nämlich einredest, hat er Dich genau wieder dort, wo er Dich haben möchte. Also gut, gehen wir es an. Punkt eins - Tsounai", sagte Aino traurig.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: So 25. Feb 2018, 12:43
von Urako
"Ich erledige das", sagte Urako. "Wozu hat man einen Scharfrichter vor Ort. Irgendeinen Zweck muss ich ja in der Gilde erfüllen, und wenn es nur die fachgerechte Entsorgung infizierter Leichname ist. Aber ich gehe nicht allein. Gasmi kommt mit, aber ich will noch einen dabeihaben. Wir sollten mindestens zu dritt sein, wenn dieser Archibald wirklich so gefährlich ist, wie Davy sagt. Wer meldet sich freiwillig? Ihr müsst nicht hinsehen, nur die Umgebung im Auge behalten."

Urako holte sein Richtbeil und ging anschließend in Tsounais Zimmer, wo der Tote rücklings in seinem Bett lag, um den Leichnam abzuholen. Der Rakshaner war tatsächlich weiß geworden. Sein Gesicht sah friedlich aus, mehr noch, glücklich. Seine Augen waren geschlossen, er wirkte, als lächelte er im Schlaf. Sein Hals wies eine große Bisswunde auf. Wie ein normaler Vampirbiss wirkte das nicht. Vermutlich war das doch dieser Archibald gewesen. Das Zimmer war mit allerlei rakshanischen Neckereien eingerichtet, allem voran natürlich verschiedenen Mokkatöpfen, Kaffeekannen und Gewürzdosen, die auf den halbhohen Schränken standen. Mehrere benutzte Kaffeetassen standen noch herum, die meisten nicht ganz ausgetrunken. Das ganze Zimmer zeigte, wer hier gewohnt hatte und das dieser Jemand mitten aus seinem Leben gerissen worden war. So etwas gehörte zu ihrem gefährlichen Leben als Auftragsmörder dazu. Er verdrängte das Gefühl vollständig und funktionierte, wie er es jahrelang getan hatte. Er buckelte sich den Toten auf den Rücken und brachte ihn in den Keller. Dort legte er ihn in eingerollter Position, mit der Vorderseite nach unten, nieder. Er bettete Tsounais Kopf bis zu den Schultern auf einen großen Holzklotz. Das war die einzige Unterlage, bei der er sich nicht die Schneide seines Richtbeils verderben würde und den Fußboden wollte er schließlich auch nicht zerhacken. Er hätte den Kopf zwar auch auf dem Seziertisch Stück für Stück mit dem Messer abtrennen können, doch da er Tsounai kannte, wollte er es nicht so genau sehen müssen, was er da tat und es schnell hinter sich bringen.

Urako legte Tsounai mit gestrecktem Hals hin. "Tut mir leid, Kumpel", sagte er laut. "Aber das muss jetzt sein. Kann vielleicht ein bisschen zwicken."

Urako holte aus, das Beil raste hinab, es gab einen dumpfen Schlag und Tsounais Kopf rollte ein Stück zur Seite, während der Körper zurückrutschte. Zwischen den beiden Halsenden klaffte ein Spalt, aus dem kein Blut floss. Urako bettete, ohne richtig hinzusehen, beide Teile von Tsounai in einen der für die Aufbewahrung von Körpern vorgesehenen Schieber. Auch Rineldas Leichenteile holte er, räumte sie in einem eigenen Schieber dazu und reinigte den Fleck, auf dem sie draußen gelegen hatte, von Blut und Organfetzen. Dann musste er sich sofort waschen gehen.

Er warf seine komplette Kleidung in den brennenden Ofen und wusch sich anschließend in mehreren Stufen. Erst draußen im Fluss, um das Gröbste wegzuspülen. Dann unter der Dusche, lange und mit Unmengen von Seife. Er holte sich als drittes von Pavo Desinfektionsmittel und alchemistisches Reinigungsfluid für hartnäckige Verkrustungen. Er rubbelte und rieb sich damit sauber, erst mit den Händen, dann mit einem Schwamm, den er ebenfalls in den Ofen warf und schlussendlich sogar mit Sandpapier. Zuletzt legte er sich, krebsrot und wundgescheuert, in eine hochprozentige Salzlauge. Es brannte so sehr dass er fast heulte, doch er wusch sich alles, auch die wunden Stellen, die Stressekzeme und die Augen. Dann ging er sich noch einmal unter klarem fließenden Wasser abspülen. Blut verfärbte das von ihm abfließende Wasser.

"Alles erledigt. Tsounai und Rinelda warten im Keller auf ihre Bestattung. Ich brauch neue Klamotten", erklärte er. "Möglichst dunkle. Oh und Gasmi, hol mal bitte den Anhänger, den du mir gebastelt hast."

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Di 27. Feb 2018, 08:31
von Davard von Hohenfelde
Dave hatte die Nachricht von einem Himmelsauge erhalten, dass sein Onkel Brandur verstorben war. Der Magier schluckte. Dave beendete die Verbindung zu dem fremdem Magier, der so freundlich war und ihn über den Notfall seiner Familie informiert hatte.

Als hätten sie nicht schon genug Probleme, schlug der Schicksalsschlag nun dem Fass den Boden aus. Dave wusste nicht was er denken, geschweige denn fühlen sollte.

Zuerst war er wütend auf Brandur gewesen, wütend darüber dass er die Hochzeit auf diese Art und Weise gesprengt hatte. Dann hatte er ihn gefürchtet, allein schon aufgrund Dunwins Beschwörung. Einige Zeit später, als es irgendwie zu einem unausgesprochenen Waffenstillstand gekommen war, hatte er ihm misstraut. Und nach den Friedensverhandlungen sah er ihn mit anderen Augen, oder Brandur ihn - jedenfalls hatte Dave mit ihm gehofft.

Für sie beide, für die ganze Familie, sogar für die ganze Sippe und nun war ausgerecht der Mann tot.

Dave fühlte irgendwie als wäre ein Teil ihm ebenfalls gestorben. Hätte man ihm dies vor einem halben Jahr gesagt, oder am 15.09.202 hätte er höhnisch gelacht, wenn er dazu in der Lage gewesen wäre, was er nicht wahr.

Jetzt fühlte er sich wie vor den Kopf geschlagen. Gleichgültig wie sehr man sich in seiner Familie manchmal auch verabscheute, es versetzte einem dennoch einen Stich wenn einer ging. Und er hatte Brandur schon längst nicht mehr verabscheut, er hatte in ihm die Chance gesehen, die Ansgar und er gemeinsam nicht hinbekommen hatten. Dave überlegte, wann er mit Brandur gesprochen hatte.

So lange war das gar nicht her, als er ihn um Hilfe bat und Brandur hatte zugesagt. Er hatte sein Wort gehalten, nun er würde seines ebenso halten und ihn nach Hause holen. Diesmal nicht in einen steinernen Sarg der zeitgleich Geburts-, Lebens- und Todesstätte war, sondern nach Hause.

Dave betrat das Wohnzimmer, wo alle Geister versammelt waren und ihren Namensvettern gleich vor sich hin starrten. Der Magier breitete die Hände aus und atmete durch.

"Leute ich habe eine sehr schlechte Nachricht, Brandur ist tot. Er ist gemeinsam mit Lin, Chirag und noch einer Person in die Souvagne gereist und dort ist er verstorben. Ich wurde von einem fremden Magier kontaktiert, dieser bat mich, Brandur nach Hause zu holen und das werde ich auch. Seine letzten Worte uns, mich... unsere Familie betreffend waren ehrlich und friedlich. Folglich werde ich ihn nicht zurücklassen.

Es mag zwar nur wenig gute Traditionen in unserer Familie gegeben haben, aber eine besagte, dass es nur einem Hohenfelde zusteht - einen anderen Hohenfelde zu töten. Und wir lassen niemanden zurück, nicht einmal im Tode. Ich werte das nicht als den alten Weg, sondern einen neuen Anfang. Er soll nicht in fremder Erde ruhen, sondern dort wo er sich wohl gefühlt hat.

Das war vermutlich bei Wolfram im Tal, wo er wohnte. Näheres wird Lin wissen. Da ich vier Leute zu transportieren habe, kann ich niemanden von Euch mitnehmen. Wolfi führe unsere Familie ins Herrenhaus, Du kennst die Mechanismen, Du kennst die Fallen, die Auslöser zur Scharfmachung - die Bestie kennt sie nicht. Passt auf Euch auf. Ich reise umgehend ab, es geht nicht anders, ich muss unsere Leute nach Hause holen",
erklärte Dave.

Bevor der Magier aufbrach, blieb er erneut stehen und musterte seine Wahlfamilie.

"Danke für die schnelle Erledigung Puschel, die Sachen spendiere ich Dir. Sobald ich zurück bin, kannst Du Dir frei nach Herzenslust aussuchen, was Du möchtest - ich bezahle. Varmi und Puschel, seid so lieb und nehmt Eloise mit auf den Ausflug zum Herrenhaus ja? Varmi weiß wo sie sich gerade aufhält und passt Du auf sie auf. Klingenohr erkläre Puschel nachher warum.

Ich beeile mich Leute und ich versuche mit Hilfe zurückzukommen. Sobald Ihr Euch auf den Weg macht, geht bei Maghilia und Osmund vorbei. Die beiden wohnen in der Nähe, vielleicht gewähren sie Euch auch zum Schutz Unterschlupf, fragt sie einfach. Wolfi Du kümmerst Dich in dem Fall darum. Tut was immer Ihr tun müsst um dem Blutsauger aus dem Weg zu gehen. Passt auf Euch auf",
sagte Dave.

Er küsste zuerst Varmikan fest auf den Mund und dann Puschel, ehe er Wolfi und Pavo auf die Stirn küsste. Dave holte aus der Schreibstube seine Papiere, ging nach draußen in den Hof und machte sich einige Minuten später mit Kariakin auf nach Souvagne.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Di 27. Feb 2018, 08:45
von Gasmi
Gasmi nickte und flitzte davon. Der kleine Düsterling lief ins benachbarte Haus und holte dort aus dem Schlafzimmer das kleine, pinke, gehäkelte Herz, dass er extra für seinen Puschel gebastelt hatte. Gasmi hockte sich kurz aufs Bett und überlegt, was Puschel noch benötigte.

Im Moment erst einmal Kleidung und eine gute Hautcreme. Gas kramte einen einfachen Lendenschurz aus seinem Fundus heraus und klemmte ihn sich unter den Arm. Puschel musste ihn dann eben weiter wickeln, oder etwas den Bauch einziehen, aber mit etwas gutem Willen würde er hineinpassen. Und falls nicht, bekam er einen netten Anblick geboten, was auch nicht schlecht war.

Während Gasmi seine Kleidertruhe durchstöberte, kratzte er sich mit der Spitze seines Greifschwanzes am Kopf. Was wusste er über Vampire? Leider nichts, außer dass sie Blut saugten und nur Nachts anzutreffen waren, da sie kein Sonnenlicht vertrugen. Aber da endete auch schon sein Wissen. Das Vampire tatsächlich Blut tranken, hatte das Exemplar ja bewiesen, dass sie gerade heimsuchte und auf Trab hielt.

Gasmi hörte auf in der Truhe zu kramen und drückte das kleine pinke Herz in seinen Krallenhänden. Zwei aus dem Rudel waren wegen diesem Vampir gestorben. Rin und Tsounai und wenn sie nicht aufpassten, holte er sich wer weiß wen noch.

Und nun die Botschaft, dass von Dave der Onkel gestorben war.
Gasmi hatte den Mann nicht gekannt, aber er bedauerte den Verlust für Dave und Wolfi, wo ihr Heimatrudel gerade zusammenzuwachsen begann. Nein dies waren wahrlich keine guten Zeiten. Das Rudel musste zusammenhalten, sonst würde das Rudel untergehen.

Gas überlegte, ob Fledermäuse einen eigenen Geruch hatten, aber er konnte sich nicht an den Geruch von Fledermäusen erinnern. Mit Beklemmung schnappte sich Gas einen Lendenschurz für Puschel und einen großen Tiegel Hautcreme.

Kaum wieder bei den Geistern angekommen, verknotete Gas seinen Greifschwanz mit dem von Puschel und drückte ihm die zwei Sachen in die Hand und zwar das Herz und den Lendenschurz. Den Cremetiegel behielt Gasmi.

"Mein Herz, ein Lendenschurz und Creme. So kannst Du nicht rumlaufen Puschel. In den Lendenschurz passt Du bestimmt", lächelte Gasmi aufmunternd und strich liebevoll durch Puschels Haare.

Gasmi wartete ab was Aino oder Wolfi nun anordnen würden.

Vorsichtig untersuchte er Puschels Haut, er hatte sich überall wund und blutig gescheuert. Kein Wunder bei der Aufgabe die sein Schatz erledigen musste. Gas schraubte den Tiegel auf und fing ganz behutsam und liebevoll an, die Wunden von seinen Mann mit Creme abzutupfen. Er hoffte, dass sie so viel schneller heilen würden.

Re: Einen Gehilfen für den Heiler

Verfasst: Fr 2. Mär 2018, 08:55
von Kasimir
Was in der Zwischenzeit geschah: http://asamura.de/viewtopic.php?f=64&t= ... 630#p13621

Nachdem die ersten Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor dem Mörder ergriffen worden waren, machte Davard sich auf den Weg nach Souvagne, um seinen verstorbenen Onkel Brandur abzuholen und jene, die ihn begleitet hatten. Er reiste auf dem riesigen Greif Kariakin und half ihnen, den Toten ins Verborgene Tal zu überführen, wo man sich von ihm verabschiedete und Totenwache hielt. Noch vor der Beisetzung musste Davard jedoch wieder abreisen, um sich um die Geister zu kümmern, die noch immer von dem Mörder bedroht wurden.

Drei Tage später traf Dave erneut in Shohiro ein. Doch er war nicht allein. Bei sich hatte er eine winzige weiße Fledermaus, die nun an seinem Hals vorbei ihr Köpfchen aus seiner Kapuze streckte. Mit zerknitterten Ohren schaute sie sich um. Sie hatte bis gerade eben kopfüber mit den Füßen an seine langen Haare geklemmt geruht. Kasimir war erleichtert, dass sie es noch in der Nacht geschafft hatten, das Geisterhaus zu erreichen. Er strich sich die Ohren mit dem Flügel glatt und machte sich sofort auf die Suche nach seinem Schüler. Er flog durch alle Räume.

"Archibald?", rief die Fledermaus immer wieder, während sie durch das Geisterhaus flatterte. "Archibald!"