Zum Henker und zum Heiler


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
Benutzeravatar
Gasmi
Zweitcharakter
BeitrÀge: 90
x 1
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#51

Beitragvon Gasmi » Mo 13. MĂ€r 2017, 19:56

Gasmi kĂŒsste Urako liebevoll mit und schaute, was ihm sein Schatz Leckeres mitgebracht hatte. Gas zog die Nase kraus und blinzelte gerĂŒhrt. Essen hatte ihm noch niemand ans Bett geliefert. Breit grinsend setzte er sich auf und versuchte krampfhaft nicht aufgeregt mit dem Greifschwanz zu peitschen, was er eigentlich immer tat wenn er nervös war oder sich freute.

Sogar an Kaffee hatte Urako gedacht!

Als Puschel dann einen Löffel Honig in den Kaffee gab, guckte Gasmi etwas verdattert. Wieso tat Puschel sowas? Nun vielleicht war das seine Art Kaffee zu trinken. Wobei nein, hatte er nicht gerade noch gesagt, dass wĂ€re der erste Kaffee gewesen, den er gebrĂŒht hatte? GleichgĂŒltig, er wĂŒrde den Kaffee trinken, egal wie er schmecken wĂŒrde. Immerhin war er mit Liebe gekocht, er konnte nur gut schmecken.

Gasmi umarmte Urako und drĂŒckte ihm fest einen Kuss auf den Mund.

"Mir hat noch niemand FrĂŒhstĂŒck ans Bett serviert, noch nie!", rief er verzĂŒckt und nahm einen Schluck vom Kaffee.

Der Kaffee hatte ein ganz besonderes Aroma.
Er schmeckte wie sĂŒĂŸer Torf mit Kleister.

Gasmi stĂŒrzte den Becher in einem Zug auf Ex herunter um Urako nicht zu enttĂ€uschen. Einen Augenblick spĂ€ter sah Urako nur noch Augen von Gasmi, ehe sich der DĂŒsterling wieder gefangen hatte. Gas bereute seine Aktion den Kaffee auf Ex zu trinken direkt als er ihn heruntergestĂŒrzt hatte, da der Kaffee frisch gebrĂŒht und folglich sehr heiß war.

Um seine verbrĂŒhte Zunge zu kĂŒhlen bis er herzhaft ins Brot und mampfte vor sich hin mit trĂ€nenden Augen.

"Total lecker", lÀchelte er tapfer.

"Die Klamotten werde ich gleich anziehen, aber die MĂŒtze setze ich erst draußen auf. Du warst ja schon richtig fleißig Puschel. Wenn ich fertig gegessen habe, können wir sofort starten", grinste Gasmi.

Dabei dachte der DĂŒsterling darĂŒber nach, ob er wĂ€hrend des Fluges seine Zunge zur KĂŒhlung heraushĂ€ngen lassen konnte, bei der Vorstellung musste er loslachen. Urako konnte ja nicht wissen warum er lachte, drum streichelte er ihm liebevoll ĂŒber die Haare und kĂŒsste ihn.

"Ich liebe Dich Puschel", flĂŒsterte Gasmi ihm ins Ohr.

Gas schlang sein FrĂŒhstĂŒck herunter und machte sich abreisebereit in dem er die von Urako herausgelegten Klamotten anzog. Was ein Luxus. FrĂŒhstĂŒck ans Bett, Tasche gepackt und dann noch die Kleidung herausgelegt bekommen. Gas musterte Urako erneut, grabschte die Planrolle die sie ausliefern mussten und wartete erwartungsvoll ab.

"Ich bin soweit Schatz. Das war der schönste Morgen den ich je hatte", freute er sich ein Bein aus.
0 x
Bild

"Done with ePic Character Generator"

Benutzeravatar
Davard von Hohenfelde
Marquis
BeitrÀge: 385
x 18
x 10
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Volk: Souvagner
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Weltenbastler in Gold Chronist in Silber Die fleißige Feder in Bronze

Re: Zum Henker und zum Heiler

#52

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Fr 17. MĂ€r 2017, 22:20

Dave ging nachdem er seine Sachen fĂŒr die Abreise gepackt hatte zu Seddik. Der große Ork musterte seinen Kumpel grinsend.

"Wo warst Du? Sag jetzt nicht weg, das war offensichtlich", grinste der HĂŒne.
"Hast Du mich vermisst?", hakte Dave gut gelaunt nach.

"Unser Morgenbier? Sicher. Und dann schleppst Du auch noch Pavo mit. Also entweder nimmst Du Pavo und mich mit, oder Du lĂ€sst mir Pavo hier! Du kannst Dir nicht mein Leid vorstellen, als ich mit Aino und Lydia frĂŒhstĂŒcken musste. Die zwei SĂŒĂŸen verstehen unser Morgenritual nicht. Wo warste? Sag", forderte Seddik den Naridier auf.
"Bei meinen Verwandten", schmunzelte Dave.

"Du meinst Zuhause? Dave so sprich doch!", lachte Seddik.
"Ja doch! Hetz mich nicht. Ich brauche immer paar Minuten um mich wieder dran zu gewöhnen frei und offen reden zu können. Nicht Zuhause Sed! Hier ist mein Zuhause. GleichgĂŒltig - Wortklauberei.
Pavo und ich haben Vater und Großvater beim Umzug geholfen, die waren schon lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig die beiden SĂ€cke. Jedenfalls brauche ich jetzt Deine Hilfe", grinste Dave.

"Beim Buddeln?", lachte Seddik.
"Eher weniger", prustete Dave.

"Kaum bist Du wieder da, gibt es AuftrÀge. Das ist ein gutes Omen, Du kommst Heim und wir bekommen Geld", freute sich der Ork.
"Ich möchte dass Du nach Tunik reist. Dein Kontaktperson ist Sancillo der Goblin. Dein Ziel mit ihm Cara-Cor. Hole den Goblin ab und bring ihn sicher zu den Rakshanern.

Der Auftrag sollte zuerst an Urako gehen, aber er transportiert einen anderen Part des Auftrags per Luftweg nach Cara-Cor. Da die beiden scheinbar immer noch nicht aufgebrochen sind, warte ein paar Tage mit Aufbruch nach deren Abreise.

Wie Du reist ist mir gleich. Wenn Du möchtest, kannst Du Nachtmahr nehmen. Du hast völlig freie Hand. Einzig wichtig ist, dass der Gobo sicher bei Tarkan ankommt.

Die 500 Taler bekommst Du sofort ausgezahlt, da ich heute zur Akademie abreise", erklÀrte Dave und hÀndigte dem Ork die versprochenen 500 Taler aus.

"Alles klar. Sobald Urako und Gas abgerĂŒckt sind, warte ich einige Tage und mache mich auf dem Weg nach Tunik. Ob ich Nachtmahr nutze, weiß ich noch nicht. Vielleicht ergibt sich ja bis dahin noch etwas anderes. Oder Pavo hat eine Idee. Mach Dir keine Gedanken. Was willst Du auf der Akademie Dave?", fragte Sed.

"Pavo wirst Du bitte nichts von der Aktion erzÀhlen. Meinen Meisterabschluss machen, dass steht schon seit einer Ewigkeit aus", antwortete Dave.

"Ich soll Pavo nichts sagen? Ärger im Paradies bei Euch beiden?", grinste der Ork.
"Nein. Pavo ist schon alt und Du weißt wie er gegenĂŒber Rakshanern eingestellt ist und wie er aufs Chaos reagiert. Ich möchte nicht, dass er sich grundlos aufregt. FĂŒr solche SpĂ€ĂŸe ist er zu alt und mir eindeutig zu wichtig. Auftrag ist Auftrag Seddik, egal von wem er kommt. Kann ich mich auf Dich verlassen?", fragte Dave freundlich.

"Sicher wie immer Dave, Du kannst Dich auf mich verlassen. Deine Sorge ist ja rĂŒhrend. Pavo soll sich nicht aufregen. Soso. Damit er Dir nicht in den Arsch tritt, oder warum?", flĂŒsterte Sed mit arglistigem Grinsen.

Dave schaute sich kurz sichernd um, dass nicht Pavo irgendwo in der NĂ€he stand und nickte dann knapp. Der Magier trat ganz nah an den Ork heran und flĂŒsterte ihm ins Ohr.

"Ja. Er denkt das ist schon gelaufen. Wenn er erfĂ€hrt, dass die Sache erst anlĂ€uft, kann ich mich warm anziehen. Oder schlimmer noch, er verhindert sie! Aber die Sache muss erledigt werden. Damit sichere ich meiner Mutter ihre Freiheit in Rakshanistan. Schweig, abgemacht?", bat Dave flĂŒsternd.
"Seine Mutter muss man achten. Ich schweige fĂŒr Dich", flĂŒsterte Sed ernst zurĂŒck.

"Damit hast Du absolut Recht. Pass auf Dich auf", sagte Dave und drĂŒckte Seddik kurz.
"Du auch. Bleib nicht zu lange weg, sonst falle ich noch vom Fleisch, wenn ich nur SĂŒĂŸkram und Obst frĂŒhstĂŒcken muss", grinste der Ork.

"Das wird schon nicht passieren. Pavo bleibt hier und Anwolf gibt meine Vertretung. Du hast also zwei mit denen Du frĂŒhstĂŒcken kannst Sed. Pass mir auf die beiden auf. Was sag ich, pass auf alle auf, einschließlich Dich. Gedanklich bin ich bei Euch", gab Dave gut gelaunt zurĂŒck.

"Gedanklich bist Du besser dort Dave, sonst wird das nichts mit der PrĂŒfung", prustete der Seddik, was auch Dave loslachen ließ.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Gasmi
Zweitcharakter
BeitrÀge: 90
x 1
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#53

Beitragvon Gasmi » Di 21. MĂ€r 2017, 17:16

Gasmi drĂŒckte Puschel kurz und musterte ihn dann ernst.

„Ich glaube ich kann nicht einfach abreisen, ohne jemanden Bescheid gesagt zu haben. Ich habe schon viel zu lange geschwiegen. Und wenn ich nicht hier bin und Seddik vielleicht mit Dave mal das Haus verlĂ€sst, dann sind die beiden Frauen alleine hier, falls er jemals zurĂŒckkommen sollte um sich zu rĂ€chen.

Weißt Du Puschel, Lydia und Aino sind alles andere als wehrlos. Aber er ist sehr gefĂ€hrlich. Ich habe Dich nicht angelogen, als ich Dir sagte wie gefĂ€hrlich er ist. Ich habe ihn ausgebildet, er ist schnell, extrem schnell. Seine Reflexe sind wie die von einer Giftschlange und er benutzt solche Pflaster um sie noch schneller werden zu lassen. Dann kann man ihn kaum aufhalten. Ich weiß, dass er so nur ungefĂ€hr fĂŒnf Minuten auf voller Leistung kĂ€mpfen kann. Aber normalerweise braucht er nicht mal eine Minute um jemanden so zu schaden, dass jede Hilfe zu spĂ€t kommt.

Ich habe ihm nicht alles beigebracht, einfach auch aus Eigenschutz und weil ich irgendwie immer wusste, dass ich ihn vielleicht mal aufhalten muss.

Schau ich habe Dir die Wahrheit gesagt – ich muss den anderen jetzt auch die Wahrheit sagen. Ich kann sie nicht unwissend und damit schutzlos zurĂŒck lassen. Und wenn ich es endlich ausgesprochen habe, dann ist die letzte LĂŒge fĂŒr ihn aus meiner Welt. Dann hat er mich nicht mehr in seiner Gewalt.

Er kann mich nicht mehr erpressen, dass ich fĂŒr ihn geschwiegen habe. Der einzige der ihn nie gefĂŒrchtet hat, war Pavo. Er hat ihn irgendwie klein bekommen.

Sed empfand ihn als unheimlich, aber er konnte ihn immer aufhalten und einnorden. Jeelen war einst sein SchĂŒler, er hat Respekt vor ihm – vielleicht sogar Angst, aber er ist gut und könnte ihm auch die Stirn bieten.
Nur leider ist Jeelen nicht hier.

Drum muss ich das jetzt sagen. Lydia vielleicht nun nicht gerade, aber vielleicht Dave. Er könnte es dann den anderen sagen wenn wir unterwegs sind. Ihnen sozusagen schonend beibringen.

Dave könnte nach Jo spĂŒren, vielleicht könnten wir einfach nur getrennter Wege gehen. Er wĂŒrde es verstehen, die anderen wĂ€ren vermutlich sehr böse auf mich. WĂ€re ich ja auch. Allen voran Lydia“, sagte Gasmi.

Der DĂŒsterling drĂŒckte Puschel kurz, damit dieser auf ihn wartete und begab sich dann zur Schreibstube des Magiers. Dave war nicht da. Das kam in letzter Zeit wohl hĂ€ufiger vor, grummelte Gasmi gedanklich. Allerdings fand er den Naridier bei Seddik.

Gasmi grabschte Dave am Arm und zog ihn mit sich.

„Ich muss Dich dringend sprechen“, bat der DĂŒsterling und zog Dave hinter sich her.
„Scheint so. Wenn es mit der Abreise zu tun hat, legt los! Ich bin gleich selbst unterwegs und fĂŒr einige Zeit weg. Also pass auf Dich auf Gas. Was ist los? Falls Du mich persönlich nicht brauchst, frag Anwolf“, sagte Dave freundlich und knuffte Gasmi.

Gas schaute zu Dave auf und drĂŒckte den Magier auf einmal felsenfest.

„Ehm
 Gas?“, fragte Dave verdattert.
„Nur Du kannst dabei helfen! Ließ meine Gedanken!“, bat Gasmi flehentlich.
„In Ordnung“, gab Dave freundlich zurĂŒck und schaute Gas ohne zu blinzeln an.

`Was ist Dein Problem Gas? Was immer es ist, so schlimm kann es nicht sein. Notfalls bleibe ich noch eine Nacht hierÂŽ, ĂŒbermittelte Dave dem DĂŒsterling.

`ER IST NICHT TOT. ER LEBTÂŽ, dachte Gasmi verzweifelt.

„Wer er? ER? Butterkeks?“, fragte Dave aus Überraschung heraus verbal.
Gasmi nickte tonlos.

„Ich habe ihn vor zwei Jahren in Obenza wieder getroffen. Er saß in einer Taverne. Ich wollte nicht dass ihm was geschieht, oder einem von Euch. Er war einst mein GefĂ€hrte


Aber Du hattest es ja eilig Davy, ich halte Dich nicht lÀnger auf!
Ich muss auch los!
Bin schon so gut wie weg!“, flötete Gasmi und wollte sich verdrĂŒcken.

„Langsam!“, gab Dave zurĂŒck und hielt Gasmi fest.

„Was erwartest Du denn jetzt? Das können wir nicht so stehen lassen! Ich versuche das fĂŒr Dich gerade zu biegen Gas, ich weiß ja warum Du damals geschwiegen hast. Liebe macht blind, an dem Spruch ist was dran", antwortete Dave leise.

"Ich wollte niemandem schaden. Ich wollte nur, dass er in Frieden leben kann, da wo er jetzt ist. Er ist alt Dave. Er ist fertig. Er ist drogenabhĂ€ngig und er lebt auf der Straße. Und Du weißt was ich fĂŒr ihn empfunden habe.

Ich wollte ihm sogar ein Haus kaufen, damit er wenigstens nicht auf der Straße leben muss. Ich habe beschlossen ihm nicht mehr hinterher zu laufen. Er hat sich nicht mehr gemeldet. Zum GlĂŒck, sonst hĂ€tte ich jetzt nicht Puschel.
Aber ich kann ihm trotzdem nichts Böses wĂŒnschen.

Ich wollte Euch, mein Rudel und ihn einfach auseinander halten. Ich wollte beide Seiten voreinander beschĂŒtzen! Jeder geht seiner Wege, er hat mir einmal viel bedeutet.

Aber jetzt ist es anders. Und wenn ich Puschel die Wahrheit sage, dann wird es Zeit, dass ich allen die Wahrheit sage. Hilf mir Davy, ich wollte Euch nicht gefĂ€hrden. Ich wollte niemanden gefĂ€hrden", flĂŒsterte Gasmi.

"Das weiß ich doch. Du hĂ€ttest dem Gelben noch Deine sauer verdienten Ersparnisse in den Allerwertesten gestopft Gas. Man nennt Dich DĂ€mon, obwohl Du Dir solche Gedanken um einen Kerl machst, der Deine Sorge wirklich nicht verdient hat. Was bin ich dann? Oder jeder andere?

Deshalb wolltest Du auch sein Blut, nicht um ihn ĂŒber einen Nekro zu befragen, sondern damit ich ihn nicht finde. Du wolltest die letzte Bindung zu ihm kappen.
Clever. Aber auch töricht von Dir Gas und gefĂ€hrlich fĂŒr uns und Urako.

Wie gesagt, ich kĂŒmmere mich drum. Wenn der Gelbe seit zwei Jahren einen Bogen um uns macht aus gutem Grund, wird er es jetzt auch tun. Ich regele dass mit den anderen, aber ich kann Dir nichts versprechen. Deine Sorge sollte ausschließlich Urako gelten. Neues Wissen bedeutet, neue Handlungsweise.

Ich werde den Gelben auslesen, was in der Zwischenzeit so geschah, sprich von Eurem Wiedersehen bis jetzt. Der Gelbe schlĂ€ft tagsĂŒber richtig?", fragte Dave.
"Ja er pennt tags, Du könntest ihn jetzt auslesen. Du hast was bei mir gut Davy", grinste Gas.

"Quatsch, geschenkt, solange Du Dich an Urako hÀltst und von dem Gelben fernhÀltst sind wir beide quitt. Du hast mir auch immer beigestanden.

Gut dann lese ich den Kerl jetzt aus. Dann schaue ich weiter. Ich bin aber gezwungen einen Sitzung einzuberufen. Es wÀre besser, Du wÀrst dann schon weg - es sei denn Du möchtest mit Lydia persönlich reden", grinste Dave.
"Nicht nötig. Ruf Jeelen zurĂŒck nach Hause. Das wĂ€re sicherer und Lydia freut es. Dann ist sie nicht ganz so sauer auf mich", kicherte Gas verlegen.

"Gute Idee. Ich werde Jeelen kontaktieren und ihn bitten zurĂŒckzukommen. Nur fĂŒr den Notfall. Und ich werde Sed bitten, erst dann fĂŒr seinen Auftrag loszuziehen, wenn Jeelen hier eingetroffen ist. Abgemacht Gas?“, fragte Dave.
„Abgemacht Davy“, freute sich der DĂŒsterling erleichtert.

Gas drĂŒckte Dave noch einmal kurz, ehe er verschwand und zu Urako in ihr gemeinsames Quartier zurĂŒckkehrte.

"Wir sollten so langsam los Puschel. Egal was auch immer passiert, unterwegs oder ĂŒberhaupt - Du sollst wissen, dass ich Dich liebe. Merk Dir dass gut Puschel, merk es Dir", sagte Gasmi eindringlich.

Der kleine DĂŒsterling schnappte sich die Tasche, klemmte sich die Rolle unter den Arm und marschierte nach vorsichtshalber schon mal nach draußen. Vor der TĂŒr musterte er den Zen-Stein. Er grabschte das "Ding" und stopfte es in ihre Tasche.

`Ich schicke Dich in die WĂŒste! Ha! Und hier hab ich Dich heute in die WĂŒste geschickt. Es ist aus, ein fĂŒr alle MaleÂŽ, freute sich Gasmi und wartete auf Urako.
0 x
Bild

"Done with ePic Character Generator"

Benutzeravatar
Davard von Hohenfelde
Marquis
BeitrÀge: 385
x 18
x 10
Auszeichnungen: 6
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Volk: Souvagner
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz Weltenbastler in Gold Chronist in Silber Die fleißige Feder in Bronze

Re: Zum Henker und zum Heiler

#54

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Di 21. MĂ€r 2017, 20:19

Dave schaute Gasmi hinterher und verharrte einen Moment nachdenklich.

`Erste Pflicht - Ruhe bewahren. Laut Gasmi lebte Jozo vor zwei Jahren noch. Dies ist nicht gleichbedeutend damit, dass Jozo heute noch lebt. ÜberprĂŒfen. Sollte er verstorben sein, Stillschweigen fĂŒr Gas bewahren. Die Sache als erledigt abhaken. Jeelens RĂŒckruf erĂŒbrigt sich.

Sollte Jo noch existieren, ĂŒberprĂŒfen wo und in welchem Radius er sich die letzten zwei Jahre bewegt und aufgehalten hat. Jeel vorsichtshalber zurĂŒckrufen. Danach weitere Vorgehensweise ausrichtenÂŽ, ĂŒberlegte Dave analytisch.

Der Naridier ging zurĂŒck zu Seddik.

"Folge mir Sed, ich muss vor meiner Abreise noch etwas ĂŒberprĂŒfen. Du gewĂ€hrst meine und Anwolfs Sicherheit", wies der Magier den Ork freundlich an und begab sich unverzĂŒglich in sein Quartier.

Anwolf musterte seinen Onkel und den Ork, als sie eintraten. Er war gerade dabei seine Sachen auszurÀumen.

Dave öffnete einen der SchrĂ€nke und zum Vorschein kam ein Tresor. Der Almane legte seine Hand darauf und auf der TĂŒr glĂŒhten kurz einige Runen auf, ehe sich der Tresor öffnete.

Anwolf versuchte am Kreuz seines Onkels vorbei in den Tresor zu spÀhen. Dave entnahm eine der Blutphiolen und verschloss den Tresor wieder.

"Setz Dich mir gegenĂŒber und verbinde Dich mit mir Wolfi", schmunzelte Dave und hockte sich im Schneidersitz auf den Boden. Anwolf tat wie ihm geheißen.

`Hier bin ichÂŽ, teilte Anwolf Dave mental mit.
`Verbund. Wir suchen eine Person. Jozo Yamanlar. Vermuteter Aufenthaltsort - Obenza. Seine Farben sind mir bekannt, wir suchen ihn ĂŒber sein Blut, ich teile mit Dir meine Erinnerung. Danach folg mir einfachÂŽ, ĂŒbermittelte Dave seinem Neffen und teilte wie angekĂŒndigt seine Erinnerung mit Anwolf.

Zeitgleich umschlang er Anwolfs Seele mit seinen SeelenfĂ€den und ließ sich in Trance fallen. Im Nexus drĂŒckte sich Anwolf an seinen Onkel.

`Wie findet man jemanden ĂŒber Gedankenauslesen hier? Kannst Du erspĂŒren wo er ist?ÂŽ, fragte der junge Magier.

`So einfach geht das leider nicht. Wenn ich etwas Persönliches von der Person besitze, dann finde ich sie ruck-zuck im Nexus, das ist kein Problem. Ich suche einfach ihre Farben anhand des körpereigenen StĂŒcks, was auch immer - Blut, Haare und so weiter. Wir haben Blut von ihm und mir sind seine Farben bekannt. Dir jetzt ebenso.

Hab ich die Person im Nexus gefunden, muss ich ihren Körper finden.
Kurzum es ist die Frage zu klÀren, wo hÀlt sich die Person auf dieser Welt körperlich auf?

Wenn die Person schlĂ€ft, verbindest Du Dich mit ihr – ĂŒbermittelst aber keine Gedanken, sondern bist einfach völlig still.

Ein lautloser Beobachter in den Gedanken der Person. Du schaust Dir dann ihre Wahrnehmungen an. Was hat die Person zuletzt gesehen? Was sind die letzten Erinnerungen an die Umwelt, die die Person hatte bevor sie einschlief?

Dann gehst Du zwei, drei Erinnerungen zurĂŒck oder schaust auch in die unterbewussten Erinnerungen und siehst was am hĂ€ufigsten vorkam.

Sagen wir die Person sah einige StraßenzĂŒge aus Shohiro, erinnert sich daran. Dann schaust Du rĂŒckversichernd auch ins Unterbewusstsein – Du siehst auch einige StraßenzĂŒge aus Shohiro, dann weißt Du anhand der letzten Erinnerungen ungefĂ€hr wo die Person sich aufhalten muss.

Wenn Du GlĂŒck hast, siehst Du einen Straßenzug, einen markanten Punkt und Du weißt sehr genau wo die Person ist. Vielleicht war richtete sich der Blick auf ein Tavernenschild?

Das wĂ€re perfekt. Folgt eine Erinnerung von einem Gemeinschaftsschlafraum oder Ă€hnliches, weißt Du genau wo die Person ist. Sie selbst wird solchen Erinnerungen keinen Wert beimessen, meist werden diese Erinnerungen von Leuten nicht mal bewusst wahrgenommen. Aber fĂŒr Dich sind die Informationen Gold wert, wenn Du wen aufspĂŒren musst.

Es ist also nicht einfach – spĂŒren und aha da ist er ja. Sondern verbinden und lesen, herausfinden und filtern
 alla zeig mir wo treibst Du Dich rum. So funktioniert das. Und so machen wir das jetztÂŽ, antwortete Dave.

`Alles klar. Was soll ich genau tun?ÂŽ, fragte Anwolf aufgeregt.
`Nichts Wolfi. Einfach zugucken und lernen, ich nehme Dich mit. Locker bleibenÂŽ, ĂŒbermittelte Dave liebenswĂŒrdig.

Der Magier suchte Jozos Farben im Nexus und hatte sie nach einiger Zeit auch gefunden. Lautlos schlich er sich in die Gedanken des gelben Goblins ein.

TrĂ€ume waren ein Mix aus tatsĂ€chlichen Erinnerungen und deren Verarbeitung. Mehr Information bot dort schon das Unterbewusstsein. Dave ließ sich Zeit und las einiges von Jozos Erinnerungen aus.

Er sah, dass Jozo die zwei Jahre ĂŒber in Obenza und Umgebung unterwegs gewesen war. Er sah den Tod von Jozos Schwester, den Tod eines Söldners und den Tod eines BĂŒttels.

Zwar war vieles verworren und ein Großteil zu deuten, aber da mit den Erinnerungen auch GefĂŒhle mit auszulesen waren, da sie besonders bei dem Tod von Personen geradezu ĂŒberwĂ€ltigend an die OberflĂ€che schwappten, waren die Infos Fakt - auch wenn sie seltsam ausgeschmĂŒckt waren mit Bild- und GerĂ€uschkulissen mit denen Dave nichts anfangen konnte.

Es war Jozo Wahrnehmung der Welt, nicht seine.

Und eines war 100%ig sicher - Jozo lebte.
Denn nur lebende Personen trÀumten.

Dave zog sich aus Jozos Gedanken zurĂŒck und stubste mental Anwolf an. Sein Neffe hatte sich gut geschlagen. Da er ihn quasi huckepack im Nexus dabei hatte, suchte Dave gemeinsam mit Anwolf nach Jeelen.

`Er schlĂ€ft auch noch. Praktisch. Jeelen kennst Du noch. Der grĂŒne Goblin mit dem Du öfter rumgehangen hast. Der mit der Narbe. Ihm schicken wir jetzt eine Botschaft. Er soll zurĂŒck nach Hause kommenÂŽ, erklĂ€rte der Magier seinem Neffen und wandte - "Hörst Du mich?" - bei Jeelen an.

`JEELEN KOMM ZURÜCK NACH HAUSE!
WIR BRAUCHEN DICH BRUDER!
WO IMMER DU BIST - MEIDE OBENZA!
JOZO LEBT!
UND JO LEBT DORT!
PADA!ÂŽ,
ĂŒbermittelte Dave als Traumbotschaft.

Dave verließ auch Jeelens Gedanken, kehrte aus dem Nexus gemeinsam mit Anwolf zurĂŒck und löste die Verbindung zu ihm. Der Magier musterte seinen Neffen, der ihn mĂŒde aber gut gelaunt angrinste.

"Alles gut?", fragte Dave ebenfalls grinsend.
"Muss ich dass wenn Du weg bist alleine machen?", fragte Anwolf.
"Botschaften versenden - ja. Jemanden suchen, nein. Du schickst mir eine Botschaft. Ich suche und sollte ich die Person finden, schicke ich Dir die Antwort", gab Dave zurĂŒck.
"Das ist praktisch", lachte der junge Naridier.
"Nicht wahr?", schmunzelte Dave.

"Seddik, ruf den Kriegsrat zusammen. Ich muss mit Aino und Pavo sprechen. Am besten trommele alle zusammen. Urako und Gasmi nicht, sie reisen ab.
Zudem habe ich Jeelen zu uns zurĂŒck beordert. Du wirst erst zu Deinem Auftrag aufbrechen, wenn Jeelen hier eingetroffen ist", entschied Dave.

Der große Ork nickte knapp, als Zeichen dass er verstanden hatte und verließ umgehend dass Quartier des Magiers.

`Dave?ÂŽ, ĂŒbermittelte Anwolf.
`Hm?ÂŽ, kam die Antwort.
`Ich mag den Job®, grinste der junge Magier, was auch Dave grinsen ließ.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Aino
Zweitcharakter
BeitrÀge: 21
x 1
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Die Handelsallianz

Re: Zum Henker und zum Heiler

#55

Beitragvon Aino » Mo 3. Apr 2017, 09:09

Die Geister fanden sich in ihrem zweiten Keller ein, dem eigentlichen Geisterhaus unter dem Geisterhaus. Zwar war das ganze Geisterhaus sicher vor fremden Ohren, aber hier unten war es absoluter Fakt – es gab nichts und niemanden der sie hier belauschen konnte.

Im zweiten Keller wurden AuftrÀge erörtert, VorschlÀge unterbreitet, Abstimmungen abgehalten oder auch im schlimmsten Fall, der Kriegsrat einberufen.

Dies war nun geschehen durch Dave. Er hatte Seddik zu Aino und Pavo geschickt um den Kriegsrat anzuberaumen.

Die Gruppe saß in ihrem unterirdischen Besprechungsraum. Der Raum war gemĂŒtlich eingerichtet, einem Wohnzimmer mit Sesseln gleich. Überwacht wie auch ĂŒberschattet wurde er vor einer großen Statue in Robe die auf einem Podest etwas ĂŒber dem Raum emporragte.

Die Statue spiegelte einen sitzenden Mann wieder, von dem man weder die HĂ€nde, die FĂŒĂŸe noch das Gesicht sehen konnte. Im Schoß der Statue lagen mehrere TotenschĂ€del. GeschmĂŒckt war die Statue mit Kerzen, abgeschnittenen Blumen und anderem Zierrat, so dass es fast den Anschein eines Schreins hatte.

Genau auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Raumes hockte auf einem steinernen Sockel eine vermummte Assassinen-Statue in EinsatzrĂŒstung, die der Statue in Robe kniend zu huldigen schien.

Dieser Raum war der sicherste im ganzen Geisterhaus, zudem verbarg er den Fluchttunnel nach draußen in die Stadt.

Als sich die schwere TĂŒr mit einem dumpfen Grollen schloss und alle Platz genommen hatten, erhob sich Aino.

„Dave Du hast den Kriegsrat zusammenrufen, damit hast Du sofort das Wort“, sagte die Nardierin ernst.
„Danke. Um es kurz zu machen, Jozo lebt“, erklĂ€rte Dave. Ein kurzes Raunen ging durch die Gruppe, ehe Aino die Hand hob und um Ruhe bat.

„Woher weißt Du dass und seit wann? Ist die Info gesichert Dave?“, fragte Aino.

„Das wollte ich gerade erlĂ€utern. Die Info ist gesichert, ich habe sie ĂŒberprĂŒft. Jozo lebt. Der Gelbe hĂ€lt sich seit zwei Jahren in Obenza auf.

Gasmi berichtete mir vor wenigen Minuten davon, als er zu einem Auftrag aufbrach. Gas erklĂ€rte mir, dass er vor zwei Jahren Jozo bei einem Auftrag in Obenza getroffen hatte. Warum er geschwiegen hat wissen wir alle. Nicht um uns zu schaden, dass wĂŒrde Gas niemals tun. Sondern um Jo und uns zu schĂŒtzen – voreinander. Weder wollte er das uns, noch dass Jozo etwas zustĂ¶ĂŸt.

Nachdem ich die Info erhalten habe, habe ich ĂŒberprĂŒft, ob Jo ĂŒberhaupt noch lebt. In zwei Jahren kann viel geschehen und so wie Jo gelebt hat, hĂ€tte es durchaus sein können, dass sich die Sache von selbst bereinigt hat. Hat es leider nicht, aus diesem Grund habe ich den Kriegsrat einberufen.
Zuerst spreche ich mich dafĂŒr aus, dass wir Gasmi sein Verschweigen verzeihen. Er tat es aus alter, wenn auch missverstandener LoyalitĂ€t seinem Ex-Partner gegenĂŒber heraus. Er hat ihn geliebt und dafĂŒr sollte er nicht bestraft werden. Zumindest nicht so, als hĂ€tte er einen Hochverrat begangen. Wenn Sanktion, dann pekuniĂ€r – meiner Meinung nach.

Dabei vergesse ich selbstverstĂ€ndlich nicht Lydia, was Jozo mit Dir vorhatte und was er Dir angetan hat. Aber das war Jozo und nicht Gasmi, dass dĂŒrfen wir hier nicht vergessen.

Was mich zum nĂ€chsten Punkt bringt. Gasmi und Urako haben einen Auftrag und sind somit nicht verfĂŒgbar fĂŒr den Schutz des Hauses. Seddik hat ebenfalls einen Auftrag, somit ist er auch nicht verfĂŒgbar fĂŒr den Schutz des Hauses.
Ich selbst breche heute Abend zur Akademie auf, das heißt ich falle ebenfalls aus.

Die UmstĂ€nde zuzĂŒglich der neuen Info berĂŒcksichtigt, habe ich Jeelen nach Hause zurĂŒckbeordert. Seddik wird erst dann zu seinem Auftrag aufbrechen, wenn Jeelen eingetroffen ist.

Wie lange dass in etwa dauert, kann ich nicht genau sagen. Nur soweit, Jeelen befindet sich glĂŒcklicherweise bereits in Shohiro. Er mĂŒsste folglich innerhalb eines Tages hier sein.

Sobald wir in voller MannstĂ€rke wieder vereint sind, sollten wir unser weiteres Vorgehen bezĂŒglich Jozo planen“, erklĂ€rte Dave.

„Jozo lebt. Ich hĂ€tte ja viel geglaubt und ich weiß von Jeelen und Lydia, dass der Kerl erschossen wurde. Wie kann er das ĂŒberlebt haben? Lebt er wirklich, oder hat ihn ein Nekro wiederbelebt? Also falls Jo wiederbelebt wurde, sollten wir mal ein ernstes Wort mit diesem Nekromanten sprechen“, sagte Aino.

„Jozo lebt, er ist quietsch-fidel. Der Gelbe ist weder ein Zombie, noch ein Ghul“, antwortete Dave.

„Wie kann dieses MiststĂŒck das nur ĂŒberlebt haben? Dass geht doch nicht mit rechten Dingen zu! Danke erstmal dass Du Jeel zurĂŒckgerufen hast Davy. Aber Gas kann was erleben, dass schwöre ich! Wenigstens meine Meinung muss er sich anhören! Wie konnte er das nur verschweigen? Jozo hĂ€tte hier jederzeit aufschlagen können. Er hĂ€tte Gas oder jetzt auch Urako angehen können. Gasmi scheint die Gefahr nicht zu begreifen die von dem Irren ausgeht!“, ereiferte sich Lydia.

„Nun mal langsam, da muss ich eine Lanze fĂŒr Gas brechen! Zuerst einmal bleibt das Gefahrenpotential das von Jozo ausgeht das gleiche wie die letzten zwei Jahre ĂŒber. Der einzige Unterschied ist unser Wissen Lydia. Bis gestern dachten wir er wĂ€re tot. GefĂŒrchtet hast Du ihn nicht mehr und gedacht hast Du vermutlich auch nicht mehr an den Bastard.

Heute wissen wir dass er noch lebt. Dass wir das wissen, weiß aber Jozo nicht.
Folglich geht von uns mehr Gefahr fĂŒr Jozo aus, als von Jozo fĂŒr uns.

Bevor Du jetzt fragst, warum ich dann Jeelen zurĂŒckgerufen habe, aus dem einfachen Grund Vorsicht. Vorsicht ist keine Feigheit und Dummheit kein Mut. Besser Jeelen ist hier und er wird nicht gebraucht, als umgekehrt“, sagte Dave freundlich.

„Davy mich freut einfach erstmal dass Jeel zurĂŒckkommt. Dass der Grund ihn zu rufen, so ein mieser Grund war, ehr weniger. Keine Ahnung, irgendwie kann ich Gas auch verstehen. HĂ€tte Jeel das gebracht, was sich Jo erlaubt hĂ€tte, ich glaube ich hĂ€tte ihn auch nicht verpfiffen. Aber Jeel hĂ€tte so etwas niemals getan. Und Jo hat doch nicht nur mich verraten. Er hat Euch alle verraten, einschließlich Gasmi. Warum sieht der DĂŒsterling das nicht?“, fragte Lydia.

„Liebe macht bekanntlich blind Lydia. Egal was ich ihm ĂŒber Jozo versucht habe zu erklĂ€ren, er wollte es nicht hören. Und hat er mir zugehört, dann hat er es nicht geglaubt. Seine Ausrede war stets – so ist Jozo nicht. Du kennst ihn nicht. Nur ich kenne ihn wirklich. Glaubt mir, nicht einmal Gasmi kannte auch nur einen Bruchteil dessen, was in Jozos krankem Gehirn vor sich ging.

Nunja immer noch vor sich geht. Zur Frage ob man einen Kopfschuss ĂŒberleben kann – eindeutig ja. Das geschieht sogar öfter als man glaubt. Gesund ist so ein Kopfschuss natĂŒrlich nicht. Die meisten bleiben zurĂŒck als sabbernde Lappen die nur noch vor sich dahin vegetieren.

Andere ĂŒberleben so eine Verletzung ohne scheinbar grĂ¶ĂŸere Probleme. Inwieweit Jozo wirklich verletzt ist, oder noch mehr den Verstand durch diese Verletzung verloren hat weiß ich nicht.

Aber ich stimme mit Dave ĂŒberein. Der Kerl war zwei Jahre nicht hier. Zwei Jahre hat er einen großen Bogen um das Geisterhaus gemacht und sich von uns ferngehalten. Warum sollte er ausgerechnet jetzt hier aufschlagen?

Gut man könnte meinen, vielleicht beobachtet er uns, wartet auf eine passende Möglichkeit um zuzuschlagen. Das ist aber nicht Jozos Verhaltensweise. NatĂŒrlich lauerte er auch seinen Opfern auf. Aber das war bei ihm ehr eine Art Reflex. Er sah jemanden, verfolgte ihn, belauerte ihn und legte ihn dann um.

Jozo hat nicht die Aufmerksamkeitsspanne um sich Tage-, Wochen- oder sogar Monate lang auf die Lauer zu legen. Denkt einmal ganz in Ruhe darĂŒber nach, wie er sich verhalten hat, als er hier noch lebte.

Er konnte sich auf keine Aufgabe lÀnger konzentrieren die ihn langweilte. Er hat die Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege. Wenn es langweilig wird, bricht er ab. Wie sollte sich Jozo da zwei Jahre auf die Lauer legen? Dass schafft der Kerl geistig nicht.

Etwas anderes wĂ€re es natĂŒrlich, Du wĂ€rst ihm versehentlich in Obenza ĂŒber den Weg gelaufen Lydia. Dann hĂ€tte er Deine Spur aufgenommen wie ein Jagdhund. Und er hĂ€tte garantiert versucht Dir etwas anzutun.

Aber bewusst hierher zu kommen, sich auf die Lauer zu legen und Dich dann zu jagen, dass macht er nicht. So hat er noch nie gehandelt. Dann wĂ€re er auch schon lĂ€ngst hier gewesen“, erklĂ€rte Pavo Lydia beruhigend.
„Damit hast Du Recht Pavo. Im schlimmsten Fall haben wir immer noch eine unbedarfte Seele zum Schutz, die Jozo nicht um den Finger wickeln kann. Weder mit Schmeichelei, noch mit Drohungen“, warf Aino ein.

„Ich glaube kaum dass Anwolf Euch beschĂŒtzen kann. Jedenfalls Mann gegen Mann hat er keine Chance gegen den gelben Goblin. Er mĂŒsste ihn per Magie ausschalten. Nichts fĂŒr ungut Wolfi“, sagte Seddik grinsend.

„Ich meinte auch nicht Wolfi, sondern Fedor“, lachte Aino.

Als der große Wolfshund seinen Namen hörte, hob er kurz den Kopf und schaute seinen Herrn mit seinen treuen, braunen Augen an.

„Ja nee, dass machst Du. Wenn der Gelbe kommt und die Frauen bedroht, kaust Du ihn auf Notwehr durch“, sagte Dave und kraulte Fedor den SchĂ€del.
„Auf Notwehr durchgekaut – dass klingt widerwĂ€rtig. Aber lustig“, lachte Lydia.

„Er wird ihn vermutlich nicht nur kauen, sondern in StĂŒcke reißen. Zumal wenn er mit Hirschen und solchen Tieren fertig wird, wenn er erwachsene Menschen reißen kann, dann möchte ich nicht wissen, was Fedor mit einem Goblin anstellen kann“, grĂŒbelte Aino.

„Er verbuddelt sie bestimmt, wie seine gefangenen MĂ€uschen“, warf Anwolf ein, was die Gruppe losprusten ließ.

„Danke fĂŒr den Hinweis. Dave bist Du sicher, dass ich Fedor in Deiner Abwesenheit hĂŒten soll? Ich möchte nicht verbuddelt werden“, flĂŒsterte Pavo.
„Er kennt und liebt Dich. Zudem greift der Struppige nur an, wenn einer von uns angegriffen wird“, flĂŒsterte Dave zurĂŒck.

„Pavo falls Jozo hier anrĂŒckt, kannst Du ja auf Fedor in die Schlacht reiten“, schlug Aino grinsend vor.
„Das wĂ€re vermutlich sicherer als auf Rulrot“, hielt Pavo grinsend dagegen.

„Klar, ehe Du auf Rulrot oben bist, ist Jozo tatsĂ€chlich tot. Der ist dann an AltersschwĂ€che gestorben“, lachte Seddik.
„Pah“, antwortete der alte Goblin.

„Spaß bei Seite und zurĂŒck zum ernst der Lage. Jozo lebt. Du hast Jeelen zurĂŒckbeordert zu uns. Gasmi, Urako sind bereits aufgebrochen. Du brichst selbst heute Abend auf und Sed wird aufbrechen sobald Jeel hier ist.
Im Haus sind dann Lydia, Jeel, Wolfi, Pavo und ich. Sollte Jo wirklich herkommen wĂŒrden wohl schon Jeel und Wolfi zur Abschreckung ausreichen. Jeel fĂŒr den Nahkampf und Wolfi muss sich eigentlich nur als Magier zu erkennen geben. Da hĂ€lt der Gelbe Abstand, genau wie bei Dir Pavo.

Und ob Ihr es glaubt oder nicht, aber Lydia und ich können uns auch selbst verteidigen. Ganz so wehrlos sind wir nicht“, warf Aino ein.

„Das hat auch niemand behauptet. Und ob Ihr Euch verteidigen könnt oder nicht, spielt keine Rolle. Selbst wenn ich wĂŒsste, dass ihr Jozo kalt macht, wĂŒrde ich nicht wollen, dass Ihr gegen ihn antreten mĂŒsst. Ohne Blessuren wird so ein Kampf nicht ausgehen – bestenfalls. Den Gelben sollte man niemals bis zum Nahkampfbereich aufrĂŒcken lassen, wenn man selbst kein NahkĂ€mpfer ist.

Du, Lydia, Dave, Pavo oder Wolfi ihr solltet den Sicherheitsabstand zu dem Kerl einhalten. Von da aus, könnt Ihr gerne versuchen ihn kalt zu stellen, falls er hier aufschlÀgt.

Gasmi, Jeelen und ich sind die einzigen die ihm im Nahkampf wirklich die Stirn bieten können, machen wir uns nichts vor“, sagte Seddik.
„Das sehe ich auch so“, pflichtete Pavo dem Ork bei.

„Gut dann verbleiben wir so. Wir sind in Alarmbereitschaft, aber wir handeln noch nicht. Wir warten ab, bis wir wieder alle vollzĂ€hlig sind.

Wo wir schon einmal alle bei einander sitzen. Von Haley bekam ich die Info, dass sich auf unseren Straßen ein Aasfresser herumtreibt. Haley berichtete von einem Magier ohne jede Zugehörigkeit, der sich hier um kleinere GeschĂ€fte kĂŒmmert um sich ĂŒber Wasser zu halten. Also haben wir uns um ihn zu kĂŒmmern.

Er könnte durchaus ein lohnendes Objekt zur Rekrutierung sein. Gerade auch im Hinblick auf unsere MannstĂ€rke. Laut Haley handelt es sich bei ihm um einen Alben. Sie vermutet einen Frostalben, da man den Burschen nur nachts antrifft und meist dann nur, wenn es draußen kalt ist. Haley sagte sie hĂ€tte mit Dir bereits ĂŒber den Kerl gesprochen, aber hĂ€tte noch keine RĂŒckmeldung erhalten Dave“, sagte Aino.

„Ja korrekt. Ich wollte mich drum kĂŒmmern, sobald ich von der Akademie zurĂŒck bin. Den Alben einzufangen und zu rekrutieren wĂ€re doch eine gute Einstandsaufgabe fĂŒr unseren Welpen Urako“, schlug Dave vor.

„Teilweise. Vorher möchte ich mit Urako darĂŒber sprechen, ob er sich diese Aufgabe zutraut. Mein Gedanke war, dass Du gemeinsam mit Gasmi die Aufgabe erledigst. Ihr könnt gerne Eure Welpen mitnehmen.

Aber Urako alleine einen Frostalben jagen zu lassen, gefĂ€llt mir nicht. Mit einem Frostalb ist nicht zu spaßen, gerade wenn es sich um einen Magier handelt. Frostalben sind allen anderen Völker gegenĂŒber feindlich gesinnt, soweit ich weiß. Und Alben sind sehr mĂ€chtige Magier“, antwortete Aino.

„Das stimmt, wenn er ein ĂŒblicher Vertreter seines Volkes ist, steht er allen anderen Völkern negativ gegenĂŒber. Wenn der Mann wirklich ein Frostalb ist, mĂŒssen wir einiges bedenken. Er wird nicht kooperativ sein. Mit ihm wird sehr schwer zu verhandeln sein. Und mit ihm wird sehr schwer auszukommen sein.

Man kann fragen wen man möchte, wer schon mal das „VergnĂŒgen“ hatte mit einem Frostalb Kontakt haben zu mĂŒssen, berichtet nichts Gutes.

Sie gelten als arrogant, kalt, berechnend und unzuverlĂ€ssig. Ob er wirklich in unsere Familie passt, wage ich zu bezweifeln. Allerdings mĂŒssen wir ihn so oder so von der Straße holen, ehe er zu viel Aufmerksamkeit auf sich lenkt und damit vielleicht sogar auf uns.
Sobald wir ihn haben, können wir schauen ob eine Rekrutierung möglich ist. Der Mann lebt weit ab seines Volkes, wenn er tatsÀchlich ein Frostalb ist. Er lebt in Shohiro, was ungewöhnlich genug ist. Vielleicht verhÀlt er sich tatsÀchlich anders.

Aber bevor wir nicht mit ihm gesprochen haben, wĂŒrde ich vom Negativsten ausgehen. Frostalben sind wahre Rassisten. Und das ist keine Übertreibung. Alles was kein Frostalb ist, ist fĂŒr sie minderwertig.

Ich wĂ€re auch dafĂŒr, dass sich ein Team um ihn kĂŒmmert. Zumindest sollte Urako ihn nicht völlig alleine jagen“, sagte Pavo.

„Gut. Also verbleiben wir so, ĂŒber Jozo wird bei RĂŒckkehr aller entschieden und der Alb wird nicht allein von Urako gejagt. Wenn es zwischenzeitlich unumgĂ€nglich wird den Alb aus dem Verkehr zu ziehen, dann mĂŒssen wir vier dass erledigen. Also Lydia, Du Pavo, Wolfi und ich. Hoffen wir, dass der Bursche bis zur RĂŒckkehr von Urako, Gasmi und Dave die FĂŒĂŸe stillhĂ€lt. Wenn sonst keiner mehr etwas vorzubringen hat, erklĂ€re ich die Sitzung fĂŒr beendet. Und Du mach uns keine Schande in der Akademie Davy“, sagte Aino freundlich und knuffte den Magier.
„Ich versuch es“, grinste Dave.

„Dann ist die Sitzung hiermit beendet“, sagte Aino.

Der Kriegsrat der Geister löste sich auf und jeder ging wieder seiner TÀtigkeit nach.
Dave packte seine Sachen, verabschiedete sich von seinen Leuten und reiste ab zur Akademie.

Diesmal waren es Pavo, Aino und Lydia die auf der Treppe des Hauses saßen und dem Magier noch einen Moment hinterher starrten, obwohl er bereits nicht mehr zu sehen war.

„Jozo“, flĂŒsterte Lydia unglĂ€ubig und schĂŒttelte den Kopf.
0 x
Bild

Benutzeravatar
JEELEN
Zweitcharakter
BeitrÀge: 532
x 1
Auszeichnungen: 5
Guthaben: Gesperrt
Volk: Goblin
Steckbrief: Bild

Das Kaisho Abkommen Die fleißige Feder in Bronze Die fleißige Feder in Silber Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#56

Beitragvon JEELEN » Mo 3. Apr 2017, 12:40

Jeelen trÀumte tief und fest, als sich plötzlich seine Traumwahrnehmung verÀnderte. Er stand in einem dunklen Raum der so dunkel war, dass er nicht einmal mehr die Hand vor Augen sehen konnte.

Dass dies kein Traum mehr war, spĂŒrte der Goblin sofort. Jeder hĂ€tte diesen Umstand sofort wahrgenommen. Etwas Seltsames, DĂŒsteres wie auch Erhabenes haftete dem Ort an.

Normalerweise sollte er hier nicht sein. Aber er war auch nur fĂŒr einige Minuten ein Besucher.

Aus der Dunkelheit schĂ€lte sich eine Gestalt, die er so gerade erkennen konnte. Eine schwarze Robe, deren Umrisse in einem geisterhaften Blau leuchteten. Weder das Gesicht in der Kapuze noch etwas anderes ließen optisch darauf schließen wer diese Person war.


http://fs5.directupload.net/images/170403/2s2ihxyk.jpg


Allerdings spĂŒrte der GrĂŒne durch die geistige BerĂŒhrung und dass ĂŒbermittelte absolute Wohlwollen um wen es sich handelte.

Dave.

Vermutlich konnte er einem auch in einer anderen, weitaus freundlicheren Gestalt erscheinen, denn seine Form war nur ein Abbild seiner Gedanken. Auf der anderen Seite kannte Jeelen den Grund, warum Dave diese Tarnung bei jeder Kommunikation aufrecht erhielt – er war ein Gewohnheitstier.

Er behielt die Tarnung lieber auch bei Freunden bei, als sie nur einmal bei einem Feind zu vergessen.


JEELEN KOMM ZURÜCK NACH HAUSE!
WIR BRAUCHEN DICH BRUDER!
WO IMMER DU BIST - MEIDE OBENZA!
JOZO LEBT!
UND JO LEBT DORT!
PADA!


ĂŒbermittelte der Magier. Die Gestalt wie auch der Raum lösten sich in Rauch auf und ließen Jeelen in seiner Traumwelt zurĂŒck.

****

Nach dem Aufwachen brauchte der Goblin einen Moment um sich zu Recht zu finden. MĂŒde strich er sich ĂŒbers Gesicht, schnappte Pulga vom Kopfkissen und streichelte die kleine Ratte.

`Jozo lebt. Na wunderbar. Der Kerl ist hĂ€rter im Nehmen als jede Kakerlake. Die ĂŒberleben auch alles. Verwundert mich irgendwie nicht. Irgendwer von den Göttern scheint unser Sonnenscheinchen echt ins Herz geschlossen zu haben. Oder wie sagte mal Pavo? Er hat seine Daseinsberechtigung im göttlichen Plan, sonst gĂ€be es Wesen wie ihn nicht – wir allerdings auchÂŽ, stöhnte Jeelen gedanklich.

****

Nachdem sie gemeinsam zum Haus der Geister gewandert waren wurde der Goblin stĂŒrmisch von einer rothaarigen Zwergin empfangen.

Jeel stellte Rosa, Lysa und Sew seine Familie vor. Die Gruppe ließ es sich noch einige Zeit gut gehen, lernten Jeelens Freundin und Familie ein bisschen kennen, jedenfalls jene die zur Zeit vor Ort waren und genossen einige Stunden die Gastfreundschaft der bunten Wohngemeinschaft.

Anwolf schrieb der Noraka direkt auf, wo Lysa welche Ausbildung erhalten konnte.

Mit etwas Wehmut verabschiedete sich der Goblin am Abend von seinen Reisebegleitern, da er sie auf ihrer gemeinsamen Reise ins Herz geschlossen hatte. Allen voran Lysa die seine Sucht nach SĂŒĂŸigkeiten teilte.

Er wĂŒrde den Schabernack des kleinen MĂ€dchens schmerzlich vermissen. Zeitgleich musterte Jeel aus dem Augenwinkel Anwolf – kurz Wolfi.

Neuer Schabernack war somit gesichert, verzichten musste er nicht.
Wolfi wĂŒrde wĂŒrdig die Nachfolge von Lysa antreten, was das Scheiße bauen anging.

Dass wusste Jeelen aus eigener Erfahrung.
0 x
Bild

Benutzeravatar
Urako
Zweitcharakter
BeitrÀge: 214
x 2
x 3
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Die Freien Völker Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#57

Beitragvon Urako » Fr 7. Apr 2017, 18:42

Bis ĂŒber beide Ohren verknallt betrachtetet Urako seinen Schatz in den Flugklamotten.
„Du siehst umwerfend aus, Hase!“
Leider musste Gasmi noch einmal entschwinden, um sich von den ganzen SaftsÀcken im Geisterhaus zu verabschieden. Urako zog einen kaum wahnehmbaren Flunsch, aber verkniff sich irgendwelche Kommentare. Er wartete auf dem Bett und spielte mit seinen Klauen. Dann stand er auf und schlurfte zu Pavo in die Heilstube.

>>

Endlich kehrte Gasmi zurĂŒck.
"Wir sollten so langsam los Puschel. Egal was auch immer passiert, unterwegs oder ĂŒberhaupt - Du sollst wissen, dass ich Dich liebe. Merk Dir dass gut Puschel, merk es Dir."
Urako blieb der Mund offen stehen. Er zog Gasmi fest an sich und umarmte ihn mit dem ganzen Körper. „Ich liebe dich auch, Gasmi“, sagte er leise und gleich darauf schĂ€mte er sich fĂŒr seine Worte. Er nahm Gasmi bei der Hand und hĂ€ndchenhaltend spazierten sie nach draußen. Draußen löste Urako den Griff, damit niemand sie dumm vollmotzte, doch nachdem sie die Stadt verlassen hatten, fasste er erneut die Hand seines Schatzes.


Durch Naridien – von Shohiro zu den Roten Bergen

Das erste StĂŒck ihrer Reise wanderten sie zu Fuß von Shohiro aus nach Norden. Ihr Ziel waren die ersten AuslĂ€ufer der Roten Berge. Urako fĂŒhlte sich noch nicht krĂ€ftig genug, um mit dem DĂŒsterling auf dem RĂŒcken zu starten. Die Reise dauerte ein paar Tage und sie hatten unterwegs das GlĂŒck, fĂŒr ein paar Handelstaler von einem HĂ€ndler auf dessen Karren mitgenommen zu werden. Sie lagen auf dem RĂŒcken, unter sich weiche Stoffballen und genossen das gleichmĂ€ĂŸige Schaukeln, wĂ€hrend sie die Wolken betrachten. Urako nutzte die Zeit, um viel mit Gasmi zu kuscheln und einfach dessen NĂ€he zu genießen. Die NĂ€chte verbrachten sie mit dem HĂ€ndler im Freien unter einer Plane, die sie ĂŒber den bepackten Wagen spannten, so dass sich ein Zelt ergab. Am nĂ€chsten Morgen wurde sie wieder abgebaut. Da sie mitten in Naridien waren, brauchten sie weder RĂ€uber noch sonstiges Gesindel zu befĂŒrchten und die Reise verlief angenehm.


Die Wanderung hinauf zum Windberg

Als sie die ersten AuslĂ€ufer des Roten Gebirges bestiegen, war das Land auch landschaftlich eindeutig noch Naridien. Vom HĂ€ndler hatten sie sich verabschiedet und waren zu Fuß weitergezogen. Die zahlreichen Wiesen, die vor allem von Hirten bewirtschaftet wurden, wurden hin und wieder unterbrochen von dichten MischwĂ€ldern, die mit zunehmender Höhe jedoch von Tannen verdrĂ€ngt wurden. Der Blick hinab war eine Wohltat fĂŒr das Auge.

https://cdn.pixabay.com/photo/2016/09/04/22/01/mountains-1645368_960_720.jpg

Der Windberg war der höchste Gipfel Naridiens und heißt so, weil er das Zentrum einer Wetterscheide bildete. Er trennte das subtropische Zentrum vom kĂŒhlgemĂ€ĂŸigten SĂŒden des Herzlandes. Der Wind riss an Gasmi und Urako, sie hatten MĂŒhe, sich auf den Beinen zu halten. SchĂŒtzende BĂ€ume gab es in dieser Höhe nicht mehr. Vom Aufstieg war ihnen warm geworden und sie schwitzten, dennoch spĂŒrten sie deutlich, wie eisig es hier pfiff. Urako hatte sich einen Schal wie einen Turban zwischen seinen Hörnern entlanggefĂ€delt, um seine Ohren vor der KĂ€lte zu schĂŒtzen und zerrte ihn nun von unten auch ĂŒber Mund und Nase.

„So, Gasmi. Jetzt erfĂ€hrst du, warum wir diesen Aufstieg auf uns genommen haben. Siehst du, wie schnell die Wolken hier ĂŒber den Himmel jagen? Und dass es hier wegen dem Wind keine BĂ€ume mehr gibt? Im SĂŒden, also in Naridien, ist es kĂŒhler als in dem Gebiet, was vor uns liegt. Nördlich vom Gebirge wehen die warmen Winde aus der Sundhi, die ungehindert ĂŒber den Azursee nach Zentralrakshanistan gekommen sind. Darum ist die Steppe warm, genau wie der Matschesumpf Alkena. Alles im Norden ist warm. Außer ganz im Norden, da wirds wieder eisig, aber egal. Hier, wo wir stehen, treffen sich die Winde, darum gibt es hier dauernd StĂŒrme und im Sommer auch viele Gewitter. Heute sieht der Himmel aber gut aus! Fast keine Wolken! Auf so was muss man achten, wenn man in großen Höhen fliegt. Merk dir das. Die starken Luftwirbel der Wetterscheide werden wir fĂŒr den Flug zu nutzen. Wir haben zwar zu Fuß ein wenig lĂ€nger gebraucht, aber das werden wir nun wieder wettmachen!“


Er zog noch einmal Gasmis MĂŒtze und Schal zurecht, damit dieser sich auch ja nicht verkĂŒhlte, denn der wĂŒrde nun vor allem eine Aufgabe haben – stillzuhalten.
„Steig auf!“
Dann ging er in die Hocke, damit sein Freund ihm auf den RĂŒcken klettern konnte. Er wartete, bis dieser sich gut positioniert hatte.
„Bereit? Dann Abflug!“
Urako stapfte mit Gasmi auf dem RĂŒcken ganz vor zur Kante. Er konnte noch nicht einmal vorsorglich die FlĂŒgel ausbreiten, da der extreme Wind sie beide sonst vom Berg gefegt hĂ€tte. Er trat mit den Zehenspitzen ganz nach vorn, brĂŒllte „Festhalten!“ und stĂŒrzte sich im freien Fall in die Tiefe. Erst jetzt breitete er die FlĂŒgel aus, der Wind griff unter seine Membranen und schob sie wieder hinauf in die Höhe. Mit krĂ€ftigen SchlĂ€gen half Urako nach, bis sie die Berge weit unter sich gelassen hatten. Seine FlĂŒgelspitzen berĂŒhrten sich bei jedem Schwingenschlag unter dem Bauch. Er keuchte schwer und suchte nach einer geeigneten Stelle, um in den Gleitflug ĂŒber zu gehen.

https://cdn.pixabay.com/photo/2017/03/05/11/06/forest-2118320_960_720.jpg

Was jetzt folgte, war ein herrlicher Flug ĂŒber das Panorama der Roten Berge hinweg. Nur selten schlug Urako mit den FlĂŒgeln, um das Gleichgewicht zu halten, wenn Gasmi sich bewegte oder um plötzliche Böen auszugleichen. Die Landschaft sauste nur so unter ihnen dahin, der Wind ließ ihre Kleidung wehen. „Ist das nicht herrlich?“, brĂŒllte Urako, „Ist das geil? Und dafĂŒr werden wir auch noch bezahlt!“

https://cdn.pixabay.com/photo/2015/11/07/11/05/mountains-1030812_960_720.jpg
0 x
Bild

"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

Benutzeravatar
Gasmi
Zweitcharakter
BeitrÀge: 90
x 1
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#58

Beitragvon Gasmi » Sa 8. Apr 2017, 12:45

Auf den Kommentar, dass er in den Flugklamotten umwerfend aussah, musste Gasmi verlegen grinsen. Normalerweise achtete er nicht darauf, welche Kleidung er trug. Gut diese Kleidung war auch ein sehr schrÀger Mix, aber Puschel fand sie scheinbar gut, folglich gefielen sie auch Gasmi.

"Danke fĂŒr das Kompliment", grinste der DĂŒsterling breit.

Gas flitzte schnell los um sich von allen zu verabschieden und erklĂ€rte Urako dann bei seiner RĂŒckkehr, dass er ihn liebte. Es musste einfach sein. Man wusste nie was in einem Einsatz geschah und er hatte schon seinen Schatz schon so viele miese Sachen sagen mĂŒssen, da wollte er ihm das einzig Gute was er ihm zu sagen hatte, nicht vorenthalten. Er sollte es nicht nur spĂŒren, er sollte es hören - er sollte es felsenfest wissen.

Urako glotzte ihn daraufhin mit offenen Mund an, was Gas grinsen ließ. Der DĂŒsterling legte Puschel einen Finger unters Kinn und schloss dessen Mund und kĂŒsste drauf. Urako packte ihn und umarmte ihn felsenfest. Gas schmiegte sich an ihn und genoss die NĂ€he von seinem Schatz.

Statt ein Danke, dass er seit Jahrzehnten auf eine LiebeserklĂ€rung gewöhnt war, kam ein "Ich liebe Dich auch, Gasmi", was den kleinen DĂŒsterling von Herzen freute.

Dann zogen sie los. Entgegen Gasmis Vermutung ging die Reise nicht direkt per Luftpost los, sondern sie wanderten. Ihr Ziel waren die AuslĂ€ufer der Roten Berge. Zum GlĂŒck mussten sie nicht den ganzen Weg laufen, sondern sie konnten auf einen Handelskarren mitreisen.

Gasmi kam es gar nicht wie ein Auftrag vor, als er so mit Puschel reiste. Sie gingen zu Fuß, genossen jeweils die Gegenwart des anderen und dann fuhren sie gemĂ€chlich durch die Gegend und konnten auch diese noch genießen.

Die NĂ€chte verbrachten sie gemĂŒtlich beieinander und lagen sogar noch bequem. Das war eindeutig der beste Auftrag, den er je erhalten hatte. Egal wie viele Taler dabei rausspringen wĂŒrden. Er war mit Puschel unterwegs, allein dass zĂ€hlte.

Gasmi musterte seinen Kerl und fragte sich, ob dass sowas wie ihre Hochzeitsreise war. Ein Auftrag, der im Grunde keiner war. Niemand war umzulegen, sondern sie mussten nur in ein Gebiet reisen und eine Rolle abgeben. Sie beide gemeinsam. Kurzum sie wurden dafĂŒr bezahlt unendlich viel Zeit miteinander verbringen zu dĂŒrfen.

Die Behaglichkeit Ă€nderte sich schlagartig, als sie den Windberg erreicht hatten. Zwar war ihnen durch die Anstrengungen des Aufstiegs warm, aber das war bedeutungslos. Die Umgebungstemperatur war lausig und der Wind pfiff eisig ĂŒber das Land, ganz so als wollte er seine Besucher verscheuchen.

Dass es oben in den Bergen so kalt werden wĂŒrde, damit hatte der DĂŒsterling nicht gerechnet. Jetzt war er froh drum, dass Urako auf warmer Kleidung bestanden hatte. In seinem Lendenschurz hĂ€tte er sich die Klöten abgefroren.

„So, Gasmi. Jetzt erfĂ€hrst du, warum wir diesen Aufstieg auf uns genommen haben. Siehst du, wie schnell die Wolken hier ĂŒber den Himmel jagen? Und dass es hier wegen dem Wind keine BĂ€ume mehr gibt? Im SĂŒden, also in Naridien, ist es kĂŒhler als in dem Gebiet, was vor uns liegt. Nördlich vom Gebirge wehen die warmen Winde aus der Sundhi, die ungehindert ĂŒber den Azursee nach Zentralrakshanistan gekommen sind. Darum ist die Steppe warm, genau wie der Matschesumpf Alkena. Alles im Norden ist warm. Außer ganz im Norden, da wirds wieder eisig, aber egal. Hier, wo wir stehen, treffen sich die Winde, darum gibt es hier dauernd StĂŒrme und im Sommer auch viele Gewitter. Heute sieht der Himmel aber gut aus! Fast keine Wolken! Auf so was muss man achten, wenn man in großen Höhen fliegt. Merk dir das. Die starken Luftwirbel der Wetterscheide werden wir fĂŒr den Flug zu nutzen. Wir haben zwar zu Fuß ein wenig lĂ€nger gebraucht, aber das werden wir nun wieder wettmachen!“, erklĂ€rte ihm Urako.

Gasmi starrte den Tiefling staunend an.
Wie klug Puschel war!

Solche Dinge wusste Gas nicht, er verstand auch nur die HÀlfte von dem was sein Puschel ihm versuchte zu erklÀren, aber er fragte nicht nach da er sich schÀmte.

Jo hatte ihm oft genug aufs Brot geschmiert wie dumm er war, da er weder lesen noch schreiben konnte. Davon dass er selber weder lesen noch schreiben konnte, als er bei den Geistern aufgenommen wurde - davon sprach Jozo natĂŒrlich nicht.

Aber Urako war nicht Jo und wĂŒrde ihn vielleicht nicht fĂŒr dumm verkaufen.
Gas kratzte sich nervös am Kopf.

Nein, dass er das nicht kapierte, wĂŒrde er Urako nicht gestehen. Die Sache war Puschel wichtig, wenn er sich jetzt dumm anstellte, wĂŒrde ihn der Tiefling vielleicht zur Schnecke machen oder schlimmer noch sich von ihm trennen, weil er ein Idiot war.

Wer wollte schon einen Idioten als Partner oder als Ausbilder!
Niemand!

Gasmi lÀchelte und versuchte das schlauste Gesicht aufzusetzen zu dem er fÀhig war.

Er beschloss irgendwo in Erfahrung zu bringen, was es mit den Luftwirbeln und Wetterscheiden auf sich hatte. Bei dem Wort musste er sich ein Kichern verkneifen.

Er durfte jetzt nicht kichern!
Er musste seriös und wissend aussehen.

Also beschrĂ€nkte er sich darauf so weise er konnte zu nicken und Puschel zu kĂŒssen. Dabei brach ihm der Schweiß aus jeder Hautpore aus.

Es wirkte!
Puschel war zufrieden!
Das war das einzige was zÀhlte.

Schon befahl ihm sein Schatz aufzusteigen, nachdem er ihm sogar fĂŒrsorglich den Schal und die MĂŒtze zurecht gezogen hatte. Gasmi blinzelte gerĂŒhrt eine TrĂ€ne weg. Puschel war einfach sĂŒĂŸ.

Wie befohlen kletterte Gasmi auf Puschels RĂŒcken und klammerte sich an Urako fest. Aber anstatt seine FlĂŒgel auszubreiten und loszufliegen, wanderte Puschel an den Rand des Abgrunds. Je nĂ€her er an die Kante lief, je fester gruben sich Gasmis Krallen in Puschels Fleisch. Gasmis Herz hĂ€mmerte gegen seinen Brustkorb bei dem Anblick der gĂ€hnenden Tiefe.

"Festhalten", befahl Puschel noch und ehe Gas eine Chance auf eine Erwiderung hatte, stĂŒrzte sich Urako mit ihm in die Tiefe!

Vor Panik schlang Gasmi Urako seinen Greifschwanz felsenfest um den Bauch, presste sich auf dessen RĂŒcken und grub ihm die Krallen in die Schultern. Wie ein Stein stĂŒrzten sie in die Tiefe, Gas befĂŒrchtete fĂŒr einen Moment dass sie sterben wĂŒrden, weil Puschel vergessen hatte die FlĂŒgel zu öffnen. Wimmernd hielt er sich an seinem Schatz fest. Die ZĂ€hne bekam er fĂŒr den Hinweis nicht mal mehr auseinander.

Aber just in dem Moment breitete Puschel seine Schwingen aus. Der Wind fing sie irgendwie auf, was Gas nicht erklÀren konnte und seine Angst verflog. Er richtete sich ein klein wenig auf Puschel auf und schaute nach unten.

Was ein Ausblick! Warum sein Schatz so eine Angst gehabt hatte, anstatt das Gesicht die FlĂŒgel zu verlieren, verstand Gasmi schlagartig. Vorsichtig ließ er mit einer Hand los und streichelte Urako ĂŒber den RĂŒcken, als Zeichen, dass alles gut war.

„Ist das nicht herrlich?“, brĂŒllte Urako, „Ist das geil? Und dafĂŒr werden wir auch noch bezahlt!“

Gasmi konnte nur zustimmend nicken. Da Puschel dass natĂŒrlich nicht sah, da er am Hinterkopf keine Augen hatte, brĂŒllte Gasmi eine Antwort zurĂŒck.

"Das Schönste und Außergewöhnlichste was ich je gesehen habe!", rief Gasmi verzĂŒckt.

Gasmi hatte gedacht dass es oben am Himmel totenstill wĂ€re. Aber das stimmte nicht. Der Wind peitschte. Er dröhnte in seinen Ohren. Das GerĂ€usch von Puschels schlagenden FlĂŒgeln war verwunderlich.

Mal glitt er ein StĂŒck durch die Luft, dann schlug er wieder mit den FlĂŒgeln. WĂ€hrend Gasmi die FlĂŒgel von Puschel beobachtet hatte, ging der Tiefling in einen Gleitflug ĂŒber.

Ob sich so auch die Reiter von Greifen fĂŒhlten?
Ob sie auch das erste Mal so eine Angst hatten wie er?
Oder wie sich Greife wohl selbst fĂŒhlten?

Ob Puschel selber auch Angst gehabt hatte, bevor er das erste Mal losgeflogen war? Alles Fragen die Gasmi durch den Kopf schossen und die er Puschel nach der Landung stellen wollte.

Gasmi hielt nach der Flugroute Ausschau, aber der Fahrtwind machte ihn fast blind. Ihm war lausig kalt, aber die KĂ€lte war nichts im Vergleich zu dem HochgefĂŒhl, dass der Flug auf seinem Schatz bei ihm auslöste.

Puschel schien weder zu frieren noch Probleme damit zu haben gut zu sehen. Was fĂŒr einen Flieger scheinbar normal war, dachte Gasmi.

Gas drĂŒckt sich fester an Urako um sich an ihm zu wĂ€rmen, wĂ€hrend die Landschaft unter ihnen vorbeiraste.

"Das ist so... ich weiß kein Wort!
Flieg schneller",
feuerte Gasmi Puschel an.
0 x
Bild

"Done with ePic Character Generator"

Benutzeravatar
Urako
Zweitcharakter
BeitrÀge: 214
x 2
x 3
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Die Freien Völker Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#59

Beitragvon Urako » Mi 24. Mai 2017, 09:12

Der gemeinsame Flug war ein Erlebnis, das Urako bis an sein Lebensende nicht vergessen sollte.

Viel zu schnell machte sich Gasmis Gewicht auf seinem RĂŒcken bemerkbar und das Jahr seines Siechtums, dass seine Kraft aufgezehrt hatte. Er ĂŒberlegte, ob sie auf einem Gipfel rasten sollten, wo es sicher war, aber schweinekalt, oder ob sie lieber im Tal nach einem Unterschlupf ausschau halten sollten, wo sie weniger der Witterung ausgesetzt waren, es aber andererseits möglicher Weise auch Gesindel gab. Andererseits - wer sollte sie so tief im Herzen der Roten Berge belĂ€stigen? Das hier war Hochgebirge. Nicht so brutal wie Rakshors ZĂ€hne, das höchste Gebirge Tasmerons ĂŒberhaupt, aber aureichend, um mit allen Unbillen aufzuwarten, die ein Hochgebirge zu bieten hatte, inklusive gletschervereister Gipfel und völlig unvorhersehbaren WetterumschwĂŒngen, die innerhalb kĂŒrzester Zeit stattfanden und denen man daher nicht entkommen konnte. Aber wie sollten sie hier auf die Schnelle eine Höhle finden?

Da hatte Urako einen Geistesblitz. Er suchte sich einen schön zerklĂŒfteten Gletscher aus. Wie eine riesige weiße Zunge lag er da zwischen zwei Falsformationen und wurde von seinem Eigengewicht ins Tal gezogen. Gasmi konnte hervorragend klettern und seine scharfen Klauen wie Eispickel einsetzen und er selbst konnte fliegen. Warum also nicht in einer Spalte rasten? Er suchte sich eine der blauen Schluchten aus, die breit genug war, als dass er mit seinen FlĂŒgeln genĂŒgend Raum hatte und tauchte ein. Schlagartig wurde es blau und kalt. Die GerĂ€usche der Natur waren mit einem Mal wie abgeschnitten. Er landete auf einem Vorsprung. Als er nach oben blickte sah er weit ĂŒber ihnen einen dĂŒnnen hellen Spalt. Der Gletscher war dicker, als er gedacht hatte und die Spalten bildeten ein Labyrinth. FĂŒr einen Frostalb wĂ€re das hier ein luxuriöser Eispalast.

"Wollen wir hier bleiben, Hase?", fragte Urako. "Sieht doch eigentlich ganz gemĂŒtlich aus und vielleicht gefallen dir ja hier die ganzen Höhlen und GĂ€nge."

Ihm lief der Schweiß in Strömen vom Hals und sein Herz schlug heftig. Es war jedoch nicht nur die Anstrengung, sondern auch die NervositĂ€t. Er hatte ein Jahr lang fast nur in einem einzigen Zimmer verbracht und jetzt war er gleich in so ein großes Abenteuer hineingestolpert. Irgendwo in den GĂ€ngen grollte und hallte es. Entweder bewegte sich der Gletscher oder jemand oder etwas hatte ihre Anwesenheit bemerkt. MĂŒde setzte er sich auf den Rucksack.
0 x
Bild

"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

Benutzeravatar
Gasmi
Zweitcharakter
BeitrÀge: 90
x 1
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Tempel: Gesperrt
Steckbrief: Bild

Rote Laterne

Re: Zum Henker und zum Heiler

#60

Beitragvon Gasmi » Mi 24. Mai 2017, 20:13

Puschel flog mit ihm in eine der eisigen, blauen Schluchten hinein. Die GerĂ€usche der Welt blieben hinter ihnen zurĂŒck und urplötzlich, waren sie in ihrer eigenen saphirfarbenen Welt.

Puschel landete und Gasmi musterte staunend die Umgebung. FĂŒr den DĂŒsterling sah es so aus, als wĂ€ren sie in einem Edelstein gelandet.

"Wollen wir hier bleiben, Hase? Sieht doch eigentlich ganz gemĂŒtlich aus und vielleicht gefallen dir ja hier die ganzen Höhlen und GĂ€nge", sagte Puschel.

Gasmi starrte ihn begeistert an.

"Sowas habe ich noch nie gesehen. Es ist traumhaft in dieser Eishöhle. Du bist der Beste Puschel. Du bist nicht nur klug, gebildet und schön, Du bist auch romantisch. Also ich wĂŒrde sagen wir ĂŒbernachten und lieben uns hier. Noch niemals hat sich jemand in einem Edelstein geliebt. Wir sind die Ersten", grinste Gasmi ĂŒber beide Ohren.

Als der das seltsame GerĂ€usch aus dem Gletscher vernahm, spitzte er die Ohren. Puschel sah mĂŒde und abgekĂ€mpft aus. So hockte er nun auf seinem Rucksack und versuchte wieder zu KrĂ€ften zu kommen.

"Bleib hier Puschel, ich schaue nach, was da so seltsame GerÀusche macht. Ruhe Dich aus und tanke neue Kraft. Wenn es gefÀhrlich ist, werde ich Dich warnen, oder es töten. Dann haben wir was zum Essen", lachte Gasmi leise.

Der DĂŒsterling kĂŒsste Puschel fest auf den Mund, dann schlich er langsam tiefer in den Gletscher hinein.
0 x
Bild

"Done with ePic Character Generator"