Zum Henker und zum Heiler


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#61

Beitragvon Mummenschanz » Do 13. Jul 2017, 07:28

Sein Rumoren hatte offenbar erfolg gehabt. Ein D├╝sterling n├Ąherte sich ihm, der im Eis eingeschlossen war. In aufrecht schwebender Position, eingeschlossen im Wasserkristall wie ein Insekt in Bernstein, in einer K├Ârperhaltung, die seine ├ťberraschung noch sehr deutlich widerspiegelte, befand er sich genau gegen├╝ber des heranspazierenden Neuank├Âmmlings. Er hoffte, dass das Eis noch nicht so verwittert war, dass man ihn nicht mehr sah.

"Entschuldigt bitte, k├Ânntet Ihr eine Minute Eurer kostbaren Zeit er├╝brigen?" Er hoffte, dass man seine Stimme auch durch das Eis hinweg vernahm. Da er einen D├╝sterling vor sich hatte, sprach er nicht das ├╝bliche Rakshanisch, sondern Asameisch. Er beherrschte es absolut akzentfrei. "Ich k├Ânnte ein wenig Hilfe gebrauchen."
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#62

Beitragvon Gasmi » Fr 14. Jul 2017, 19:13

Gasmi musterte erstaunt einen Mann der im Eis feststeckte. Wie er da hineingekommen war, konnte sich der D├╝sterling nicht erkl├Ąren. Also musste es sich um Magie handeln. Genauso musste es Magie sein, die sein ├ťberleben in dem Eisblock sicherte.

Vorsichtig, misstrauisch und wachsam schlich Gasmi n├Ąher. Er klickte mit einigen Schnalzlauten nach dem Eis, aber es war Eis, was immer er auch vermutet hatte. Gas kratzte sich mit seinem Greifschwanz irritiert am Kopf und puhlte in einem Ohr.

"Hilfe? Oh ja, die brauchst Du wirklich. Du bist in einer sehr schweren Lage. Wie bist Du denn in den Eisblock hineingekommen? Und vor allem, wie bekommt man Dich da wieder raus?", fragte Gasmi und tastete die Oberfl├Ąche mit seinen Krallenh├Ąnden ab.

Der D├╝sterling ├╝berlegte ob sein Gegen├╝ber vielleicht absichtlich im Eis eingeschlossen wurde und ob es richtig war ihn zu befreien.

Auf der anderen Seite war er selbst ein D├Ąmon und wenn er keinem anderen D├Ąmon half, dann w├╝rden die Langweiler noch die Oberhand gewinnen. Gasmi musste innerlich lachen.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#63

Beitragvon Mummenschanz » Sa 15. Jul 2017, 10:32

"Wenn ich Euch sage, wie ich hier hineingelangte, glaubt Ihr mir vermutlich nicht. Es war Nyel. Wenn Ihr das nicht wahrhaben k├Ânnt, sagen wir einfach, es war ein sehr m├Ąchtiger Wassermagier, der mir das angetan hat. Ihr seid seit langem der Erste, der hier vorbeikommt und es mag sein, dass Ihr f├╝r noch sehr viel l├Ąngere Zeit der Letzte wart. Vielleicht k├Ânnt Ihr ein Werkzeug besorgen, eine Spitzhacke, oder ein Feuer anz├╝nden, welches das Eis schmilzt, damit ich wieder hier herauskomme."
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#64

Beitragvon Gasmi » Sa 15. Jul 2017, 13:51

Gasmi musterte den Gefangenen im Eis. Ein Magier, dass klang gar nicht verr├╝ckt, es klang sehr logisch.

"Mein Mann kann Dir vielleicht helfen. Versprechen kann ich aber nichts", sagte Gasmi.

Der D├╝sterling ging zur├╝ck zu Urako und tippte seinen Schatz an.

"Da hinten ist ein Typ im Eis gefangen. Ein Magier hat ihn dort eingesperrt. Kannst Du ihn irgendwie befreien Puschel? Sonst h├Ąngt er da vermutlich bis zu seinem Tod fest. Oder er ist bald tot. Er wird verhungern und verdursten", sagte Gas und deutete in die Richtung aus der er gekommen war.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#65

Beitragvon Urako » Sa 15. Jul 2017, 19:57

Urako war nach dem Flug ziemlich geschafft. Und nun nervte ihn Gasmi offenbar wegen einer im Eis festgefrorenen Leiche. Einer widerlichen Eismumie.

"Der wacht nicht wieder auf, Gasmi, und wenn wir ihn zehnmal auftauen. Ich kann keine Nekromantie. Meine Aufgabe ist es, Leute ins Jenseits zu schicken und nicht, sie wieder daraus hervorzuzerren."

Dennoch lie├č er sich von ihm den Weg zeigen. Gasmi hatte vielleicht noch nie eine Eismumie gesehen und war v├Âllig verst├Ârt. Es konnte ja nicht jeder so abgebr├╝ht sein wie er als Henker.

Die Mumie steckte in aufrechter Position fest und zu allen Seiten befand sich mindestens ein halber Meter glasklares Gletschereis. Es sah aus wie eine pl├Âtzlich hochgeschossene Font├Ąne, die sogleich gefroren war und wirkte, als w├╝rde von unten noch weiteres Eis hochkriechen wollen, um die Gestalt komplett im Gletscher einzuschlie├čen. Ja, der ganze Gletscher schien zu ihr hinzustreben, um sie wie ein Maul zu verschlingen und f├╝r immer einzusperren. Es hatte etwas von einem Kunstwerk, vielleicht hatte ja ein Frostalb nachgeholfen. Der darin feststeckende K├Ârper war relativ klein, wie ein schwanzloser D├╝sterling, und in schwarze, milit├Ąrisch erscheinende Kleidung geh├╝llt. Die Fraktion konnte Urako allerdings nicht herleiten, er erahnte es nur anhand der schweren Stiefel und des Funktionsg├╝rtels, an dem allerdings nichts dran hing. Alle ├ľsen waren leer. ├ťber den Kopf war eine Kapuze gezogen und das Gesicht von einer Art wei├čer Jademaske verdeckt.

"Und, ├Ąh, warum genau soll ich den Kerl auftauen?"

"Da ich hier feststecke und nicht aus eigener Kraft herauskomme", antwortete eine Stimme. Urako traf fast der Schlag. Der Kerl lebte tats├Ąchlich noch! War das ein tiefgefrorener Ghul? Konnten die reden? Vielleicht war er ja wohlhabend und lie├č zum Dank ein ordentliches S├╝mmlein springen.

Urako lie├č an seinen Handfl├Ąchen Feuer erscheinen und taute den Gefangenen systematisch auf. Es dauerte eine Ewigkeit. Als sie nah an ihn herankamen, ging es noch langsamer voran, da Urako ihn nicht verbrennen oder seine Kleidung versengen wollte und die H├Ąnde weiter weg hielt.

Endlich war es geschafft. Urako war fix und alle und geistig vollkommen ausgelaugt. Der dunkel gekleidete Kerl aber war quietschfidel und wrang angewidert das Schmelzwasser aus seiner Kleidung.

"├ähm, ist dir nicht kalt?" Urako beobachtete ihn verst├Ąndnislos.
"Nein. Danke der Nachfrage."

Ein kleingeratener Frostalb? Hilflos blickte Urako zu Gasmi her├╝ber. Er hatte keine Ahnung, was sie mit dem Kerl jetzt anfangen sollten. Gleich auf die Belohnung ansprechen? Ihn stehenlassen? Ihn vielleicht als Gei├čel nehmen oder als Geschenk an Tarkan ausliefern?
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#66

Beitragvon Gasmi » Mo 17. Jul 2017, 11:19

Gasmi musterte Puschel verdutzt.

ÔÇ×Darum solltest Du ihn auftauen, er lebt noch. Keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber vermutlich ist Magie im SpielÔÇť, grinste Gas seinen Schatz an.

Dass der Eingefrorene selbst zu Urako sprach, erleichterte die Sache ungemein. Puschel zeigte was er drauf hatte und beschwor kleine Flammen herauf mit denen er ganz vorsichtig und behutsam p├ a p├ den Eingefrorenen aus seinem eisigen Gef├Ąngnis befreite.

Nach der Befreiungsaktion war Urako v├Âllig ersch├Âpft und Gasmi war sehr stolz auf ihn. Liebevoll strich er ihm ├╝ber den R├╝cken.

ÔÇ×Das hast Du super hinbekommen PuschelÔÇť, freute sich der kleine D├╝sterling und k├╝sste Urako fest auf den Mund zur Belohnung.

Als Puschel den Befreiten fragte ob ihm kalt sei, verneinte dieser. Gasmi kratzte sich mit seinem Greifschwanz am Kopf.

ÔÇ×Wer bist Du ├╝berhaupt und aus welchem Grund wurdest Du eingesperrt?
Ich finde mein Mann hat wenigstens etwas Dank verdient, wo er sich so f├╝r Dich angestrengt hatÔÇť,
warf Gasmi ein und st├╝tzte Puschel der v├Âllig fertig aussah.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#67

Beitragvon Mummenschanz » Mo 17. Jul 2017, 13:08

Unger├╝hrt beobachtete Mummenschanz die Zuneigungsbekundungen des D├╝sterlings seinem Gef├Ąhrten gegen├╝ber. Er selbst war gegen derlei vollkommen immun und konnte nicht nachempfinden, warum die Wesen andauernd K├Ârperkontakt suchten und sich aneinander rieben und sich gegenseitig mit H├Ąnden und M├╝ndern abtasteten. Vielleicht, weil ihm selbst die Haut fehlte, die das Wahrnehmen derartiger Emfpindungen erm├Âglichte.

"Mein Name wird euch vermutlich nichts sagen. Selbst die Zwerge haben ihn vergessen. Man nannte mich einst Garaxymo zu der Zeit, als man sich noch die M├╝he machte, meinen Namen zu gebrauchen. Ich wurde eingesperrt von Nyel, da dieser unter dem Einfluss des Rakshor steht. Und Rakshor w├╝nscht sich meinen Gehorsam."

Er betrachtete durch seine leeren Augen├Âffnungen den D├╝sterling.

"Einen Dank wollt ihr also. Nun, was h├Ąttet ihr den gern? Es gibt nicht vieles, dass ich euch zu geben vermag. Meine Gaben sind beschr├Ąnkt."

Er zog ein paar faustgro├če Diamanten aus dem Herzen Tasmerons nach oben. Sie kamen auf dem Berggipfel zum Vorschein und kollerten ├╝ber den Gletscher hinab genau vor ihre F├╝├če.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#68

Beitragvon Gasmi » Di 18. Jul 2017, 08:17

Gasmi h├Ârte dem vermummten Fremden aufmerksam zu. Der Name sagte dem D├╝sterling nichts, er klang auch sehr kompliziert in Gasmis Ohren. Langsam sch├╝ttelte Gas den Kopf.

ÔÇ×Tut mir leid, ich habe noch nie von Dir geh├Ârt. Wie lange warst Du denn im Eis eingeschlossen?

Wei├čt Du ob Du dort lange festgesteckt hast? Bei Magie ist alles m├Âglich, es kann Jahrhunderte her sein, seit dem Du da drin steckst. Dann wird die Welt nicht mehr die gleiche sein, die Du fr├╝her gekannt hastÔÇť,
sagte Gas.

Als der Vermummte faustgro├če Diamanten zu Tage f├Ârderte, klaubte Gasmi sie so schnell auf, dass man seinen Bewegungen mit den Augen kaum folgen konnte. Der D├╝sterling verstaute sie sofort in seiner Flugm├╝tze, die er wie eine ├╝berdimensionale Geldkatze nutze.

ÔÇ×Die Belohnung ist klasseÔÇť, grinste Gas so breit, dass man all seine scharfen Z├Ąhne sah.

Gasmi wusste nicht, ob Puschel Ahnung von Steinen hatte, aber er als Schlossknacker und Langfinger wusste sehr wohl um was es sich f├╝r Steine dabei handelte. Sie waren sehr viel wert.

Diamanten!

Menschen und Alben liebten diese Steine, vermutlich weil sie geschliffen so aussahen, als w├Ąre strahlendes Licht in ihnen gefangen.

Der kleine D├╝sterling schwelgte in der Vorstellung, was er alles Wundervolles von den Diamanten f├╝r sich und Puschel kaufen konnte.

Eine neue Einrichtung mit einem richtig sch├Ânen weichen Bett, dessen Matratze gef├╝llt war mit Rosshaar, dass w├Ąre das erste was Gasmi f├╝r sich und Puschel anschaffen wollte.

Sie w├╝rden sich immer weich gebettet und bequem lieben k├Ânnen. Es sei denn Puschel musste erneut bestraft werden.

Das neue Bett brauchte also einen passenden Rahmen, woran er Puschel zur Not oder zum Spa├č festbinden konnte.

Direkt danach wollte Gasmi davon etwas f├╝r ihre Hochzeit kaufen. Irgendetwas Sch├Ânes, was sie sich sonst nicht h├Ątten leisten k├Ânnen. Vielleicht eine Hochzeitstorte aus Fleischschichten oder Zuckerschlangen?

Gasmi leckte sich allein bei der Vorstellung schon ├╝ber die Lippen. Nicht nur wegen der Schlangen sondern auch, wie Urako auf so eine Torte wohl reagieren w├╝rde. Der D├╝sterling warf seinem Mann einen schelmischen Blick zu.

Im Grunde k├Ânnten sie sich mit dem Geld der Stein v├Âllig neu einrichten!
Ein neues Regal f├╝r Puschels Deko und f├╝r seine Waffen, eine neue Truhe f├╝r die Decken und neue Decken gleich dazu, die er in die Truhe legen konnte.

Und Kissen, Kissen waren immer was Herrliches in denen man versinken konnte um den anderen nicht im Weg zu stehen, w├Ąhrend sie im Haus rumwirbelten.

Und K├Ârperfarbe wollte Gasmi kaufen. Er hatte geh├Ârt, dass besondere Alchemiel├Ąden K├Ârperfarben herstellten, die man essen also ablecken konnte. Manche dieser Farben schmeckten einfach nur sagenhaft gut, andere waren wohl berauschend die Alkohol. So etwas wolle Gas auf alle F├Ąlle f├╝r die Hochzeitsnacht organisieren.

Gasmi lie├č die haarlosen Augenbrauen h├╝pfen und grinste Puschel breit an.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#69

Beitragvon Urako » Mi 19. Jul 2017, 13:26

"Sind das ... echte?" Urako fielen fast die Augen aus. "Die k├Ânnen wir keinesfalls bis zu unserem Ziel mitnehmen, Gas! Wir m├╝ssen sie im Gebige verstecken, sobald wir wieder allein sind und holen sie auf dem R├╝ckweg ab. Sonst werden wir unterwegs noch beklaut. Mann, Gas, wir sind reich!"

Urako fand, dass sie schnellstm├Âglich weiterfliegen sollten, bevor der Kerl es sich anders ├╝berlegte. Sein Name sagte auch Urako nichts. Aber er beschloss, ihn sich zu merken. F├╝r den Fall, dass sie mal wieder Diamanten brauchten. Er trat unruhig auf der Stelle und warf Gas immer wieder Seitenblicke zu, doch der schien gerade in Gedanken zu schwelgen, was sie damit alles kaufen konnten. Wahrscheinlich war es irgendwas unanst├Ąndiges, denn er wackelte anr├╝chig mit den Augenbrauen, woraufhin Urako grinsen musste. Bei Gas sah das lustig aus.

Der maskierte Mann antwortete Gasmi auf seine Frage.

"Lange war es nicht, nur einige Monate. Die ich indess doch gern anders verbracht h├Ątte. Dass sich viel ge├Ąndert hat, wage ich zu bezweifeln. Am Ende ist es doch immer das gleiche Lied. Die einen haben Macht, die anderen streben nach Macht und wieder andere zerbrechen unter ihr, w├Ąhrend einige sehr wenige gl├╝cklich sind und das m├╝ssen noch nicht einmal die Machthaber sein. Es war ein Fehler, Tasmeron mit wandelnden Proteinverbindungen und Cellulosekreaturen zu besiedeln, wo doch anorganische Reaktionen vollkommen ausgereicht h├Ątten. In jedem Fall w├Ąren diese weitaus weniger fehleranf├Ąlliger und pr├Ąziser zu lenken. Ihr Hang zu Buntmetallen, insbesondere Gold sowie zu Diamant gepresstem Kohlenstoff zeigt doch, dass sie sich tief im Herzen nach dem Anorganischen sehnen."

"Also ich h├Ątte auch gern ein Herz aus Stein", sinnierte Urako und grinste ├╝ber seinen Witz.
"Das ist kein Problem. Dem kann ich Abhilfe schaffen." Garaxymo machte eine Handbewegung und ein anatomisch korrektes Herz aus r├Âtlichem Stein wuchs aus dem Boden.
Verbl├╝fft hob Urako es auf. "So war das nicht gemeint, aber es gef├Ąllt mir! Ist das magisch? Ist das ein Artefakt?"
"Es ist ein porphyrisches Gef├╝ge in Herzform, genauer gesagt Granitporphyr mit Einsprenglingen aus Alkalifeldspat." Der Magier machte eine S-f├Ârmige Fingerbewegung und das Herz zerfiel in zwei perfekt geschnittene H├Ąlften, deren Schnittkante S-f├Ârmig geschwungen war. "Eine H├Ąlfte f├╝r jeden von Euch. Ihr werdet schon noch herausfinden, welche Gabe ihm innewohnt."

Urako war begeistert, aber ihm wurde die Sache auch langsam unheimlich.

"Danke. Es ist sp├Ąt und wir haben eine weite Reise vor uns", verk├╝ndete er und hoffte, dass Gas endlich auf seinen R├╝cken sprang. Dass jemand ihnen Diamanten und ein magisches Artefakt unbekannter Bedeutung schenkte, war ihm immer noch nicht geheuer und er traute dem Braten nicht und wollte das alles schnellstm├Âglich irgendwo im Gebirge verstecken, um es sp├Ąter zu untersuchen.

Da es ihm nicht schnell genug ging, umklammerte er Gas von hinten, w├Ąhrend dieser die zum Bersten gef├╝llte M├╝tze festhielt und lie├č sich mit ihm in eine gro├če Gletscherspalte fallen. Dort breitete er die Fl├╝gel aus und rauschte durch blaue Schluchten, an manchen Stellen musste er sich seitlich drehen, damit die Fl├╝gel hinein passten. Nach einem irren Flug war der Gletscher pl├Âtzlich zu Ende und sie rauschten wieder durch den freien Himmel, ein winziger Punkt ├╝ber einem riesigen Tal. Unterwegs lie├č er Gasmi absitzen, damit er noch ihre Beute verstecken konnte, ehe sie weiterflogen. Und endlich wurden die Berge zu H├╝geln, die H├╝gel zu einer Steppe. Jetzt mussten sie nur noch Cara'Cor finden.

Urako stieg sehr hoch, es wurde eisig. Er flog einen sehr gro├čen Bogen und nach mehreren Stunden des Fluges, die kalt und sehr langweilig waren, entdeckte er eine langgezogene Formation.

"Perfekt, die k├Ânnen wir fragen!"

Urako ging in Sinkflug ├╝ber und landete in kniehohem verdorrtem Gras, das an vielen Stellen niedergetrampelt war. Und ihm fielen fast die Augen aus, als ein Trupp bewaffneter und vermummter Hy├Ąnenreiter sie umzingelte. Sie trugen R├╝stungen aus Leder und Knochen, viele gar Schulterpanzer aus dem Gesichtssch├Ądeln von erschlagenen Feinden. Er hoffte, dass Gasmi eine Idee hatte, wie sie diese Krieger angemessen nach dem Weg fragen sollten, ohne von den Speeren aufgespie├čt zu werden, denn er selbst war k├Ârperlich und zu ersch├Âpft, um aus dem Stand zu starten.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#70

Beitragvon Gasmi » Mi 19. Jul 2017, 13:48

Gasmi musterte Puschel und grinste.

"Alle Steine sind "echt", nur ob sie was wert sind, dass ist doch die Frage", lachte der kleine D├╝sterling.

Was der Vermummte ├╝ber Steine und irgendwelche Stoffe erz├Ąhlte, war f├╝r Gasmi v├Âllig unbegreiflich. Vermutlich hatte das was der Vermummte erz├Ąhlte mit Magie zu tun.

Dave h├Ątte sicher verstanden was der Mann sagte, Gasmi verstand es nicht, aber er nickte weise und wissend, mit einer Hand an seinem Kinn so wie er es immer bei Jozo gesehen hatte. Er wollte schlie├člich nicht vor Puschel als Idiot da stehen. Vor dem Fremden ebenso wenig, wenn dieser nachher noch dachte, Puschel h├Ątte einen Idioten zum Mann.

"Du warst einige Monate in dem Eis gefangen? Oh man", st├Âhnte Gasmi.

"Dann kannst Du von Gl├╝ck sagen, dass Du uns getroffen hast. Sonst w├Ąrst Du im Eis vermutlich noch umgekommen", sagte der D├╝sterling.

Als sich Puschel ein Herz aus Stein w├╝nschte, blieb das von Gasmi fast f├╝r einige Sekunden stehen. Der fremde Magier reagierte aber gl├╝cklicherweise ganz anders als Gasmi bef├╝rchtet hatte.

Er beschenkte sie mit einem Herzstein, den er in der Mitte spaltete, und jedem eine H├Ąlfte gab.

"Dankesch├Ân! Das ist so romantisch! Wir haben einen pornografischen Herzstein Puschel, den hat nicht jeder. Ich kann mir schon denken was er kann und welche Kr├Ąfte er hat. Jeder hat eine Herzh├Ąlfte, zusammen sind sie eins, wie wir Puschel", sagte Gasmi ergriffen.

Urako steckte geschwind den Herzstein ein und hatte es pl├Âtzlich sehr eilig. ├äu├čerst eilig, geradezu extrem eilig. Gasmi freute sich schon darauf, aber entgegen Gas Vermutung, wollte er nicht die Kr├Ąfte des Herzsteins nutzen und ihn lieben, sondern er wollte aufbrechen.

Und wie schnell Puschel aufbrach!

Das war nun Gasmi unheimlich. Allerdings verga├č er dieses Gef├╝hl ganz schnell wieder, als er auf dem R├╝cken von seinem Schatz erneut durch die L├╝fte getragen wurde. Es wurde lausig kalt und seine M├╝tze konnte er auch nicht aufsetzen ohne sich den Sch├Ądel mit Brillanten einzuschlagen.

Gut andere Personen hatten schwerwiegender Probleme als ein Verm├Âgen in Form von Brillanten im Hut, lachte Gasmi gedanklich. Sie versteckten die Steine und Gasmi merkte sich die Stelle sehr genau, damit sie die Steine auch wiederfinden w├╝rden. Puschel wirkte ihm etwas fahrig, er musste sich ganz genau auf seine Wahrnehmung verlassen k├Ânnen, falls Puschel nicht mehr wusste wo die Steine waren.

Das w├Ąre eine Katastrophe!

Erneut flogen sie los. Die Zeit folg f├╝r Gasmi dahin, da er vom Fliegen einfach nicht genug bekommen konnte. Puschel wirkte etwas gelangweilt, aber gut, er besa├č Fl├╝gel und er konnte jeden Tag jederzeit, wann immer er Lust hatte starten und davon fliegen. F├╝r Gasmi blieb es immer etwas Au├čergew├Âhnliches.

Puschel entdeckte eine Gruppe und wollte diese nach dem Weg fragen. Kaum waren sie gelandet, erkannten sie wer diese Leute waren. Gasmi musterte die Truppe genau.

Innerlich wappnete sich der D├╝sterling zum Kampf, aber wie immer w├╝rde er nur den Erstschlag f├╝hren, wenn man ihn angriff.

So gut es ging schob er sich vor Puschel, ganz abschirmen konnte er seinen Schatz nicht, da sie eingekreist waren. Aber das bedeutete Gasmi nichts. Wenn es drauf ankam w├╝rde er sein gesamtes K├Ânnen entfesseln und notfalls sogar sein Leben geben um Puschel zu sch├╝tzen. Aber so weit war es noch nicht.

Gasmi schaute einem der Krieger fest in die Augen.

"Wir sind unterwegs zu Tarkan, auf Befehl seines pers├Ânlichen Freundes. Wir sollen ihm eine Botschaft ├╝berbringen. Diese kann nur pers├Ânlich ausgeh├Ąndigt werden. Wo finden wir ihn?", fragte Gasmi ernst.
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