Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Crize
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Das Chaos

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#201

Beitragvon Crize » Mo 17. Jul 2017, 11:45

Der bedauernswerte Waldalb redete sich alles von der Seele. Crize versuchte, nach bestem Wissen und Gewissen seinen AusfĂŒhrungen zu folgen, doch der Mann war noch ziemlich durch den Wind von allem, was er hatte erleben mĂŒssen und redete manchmal zusammenhangslos. Er konnte vor EntkrĂ€ftung nicht einmal alleine aufrecht sitzen und so ließ Crize zu, dass er sich an ihn anlehnte. Es war nur fĂŒr den Waldalben vermutlich ziemlich unbequem wegen Crizes knochiger Statur.

Crize verstand so viel, dass Morasa in einen Mann verliebt war, dessen Gilde ihn allerdings nicht akzeptieren wollte. Morasa war wie Dreck behandelt und fĂŒr die nichtigsten Kleinigkeiten mit dem Tode bedroht worden. Man hatte ihm ein nasses, schimmliges Kellerloch als Schlafgemach zugewiesen, wĂ€hrend alle anderen in warmen, trockenen Stuben Hausen durften, gemeinsam selbstredend, wĂ€hrend Mo allein in seinem Keller saß und vor Einsamkeit fast verging. Dann hatte man, als er wagte, Kritik an diesen ZustĂ€nden zu Ă€ußern, ihn kollektiv fertig gemacht und als Krönung auch noch verlangt, dass er sich fĂŒr seine Kritik bei ihnen entschuldigte. Das war die Höhe! Dave schien der Einzige gewesen zu sein, der ihn zumindest anstĂ€ndig behandelt hatte - bis er Morasa dafĂŒr geschlagen hatte, dass dieser ihn liebte. Man sah noch immer deutlich die Platzwunde an den Lippen. Damit hatte auch er sich als falsch erwiesen und Morasa war gĂ€nzlich allein. Was waren das nur fĂŒr Leute! Mo hatte sich nach KrĂ€ften bemĂŒht, es allen Recht zu machen und war doch immer nur gemobbt und abgewiesen worden. Das musste furchtbar sein. Zu guter Letzt hatten sie sogar versucht, ihn umzubringen - weil ihnen sein Reittier missfiel.

"Vermutlich hĂ€ttest du demĂŒtig auf allen Vieren nach Hause kommen und um Einlass betteln sollen, damit sie dich empfangen, ohne dich gleich wieder fertig zu machen." Crize schĂŒttelte bedauernd den Kopf, er konnte nicht fassen, wie viel Grausamkeit und Bosheit in diesen Leuten stecken musste. "WĂ€ren sie deine Freunde, hĂ€tten sie dich anders behandelt. Man sperrt seine Freunde nicht in ein Kellerloch, man schlĂ€gt sie nicht und man behandelt sie nicht wie Dreck. Und vor allem schießt man sie nicht nieder." Crize musste sich die TrĂ€nen aus den Augen wischen. Er hatte noch nie eine derart einsame und verlorene Gestalt getroffen, wie Morasa. Was hatte der arme Mann nur getan, dass das Leben ihn derart strafte? Zum GlĂŒck war er nun fort von dieser entsetzlichen Gilde.

Mauli, der inzwischen schon wieder was gegessen hatte, hatte Morasa eigentlich nicht mit seinen persönlichen Wehwehchen behelligen wollen, sein Freund hatte bereits genĂŒgend mit sich selbst zu tun, also sagte er es nur ganz kurz, weil Mo danach fragte: "Urako wollte mich wahrscheinlich dazu nutzen, um dich fĂŒr irgendwas zu erpressen. Es ging ihm gar nicht um mich, es ging um dich. Er hat mich in einer einsamen Scheune in ein Joch gesperrt und mich zu Klump geschlagen. Ich hatte gar kein Gesicht mehr, alles war flachgebeult und meine AugĂ€pfel waren kaputt. Aber das macht nichts, weil ich keine Schmerzen spĂŒre und mit genĂŒgend Essen alles wieder spurlos verheilt. Schau!" Er lĂ€chelte und zwinkerte. Seine AugĂ€pfel und sein Gesicht waren wieder vollstĂ€ndig hergestellt, allerdings war er noch immer im Stadium der Verwesung.

"NatĂŒrlich können wir dich nach Kalthorst bringen, nach Hause", erklĂ€rte Crize. "Und das machen wir auch, wenn das dein Wunsch ist. Zu Hause genest man immer am besten. Wenn diese Typen, diese angelblichen Freunde, dich wirklich jagen sollten, dann komm nach Zentralrakshanistan. Wir sind in Cara'Cor stationiert. Frag dich bis zu den Zebras durch, das ist meine Einheit und dann frag nach Crize. Das bin ich! Bei uns ist jeder Willkommen. Rakshor war selbst einst Vogelfreier, Außgestoßener, Heimatloser und er hat befohlen, dass unter seiner Herrschaft jeder ein zu Hause finden soll, egal, woher er stammt, wie er aussieht, welcher Religion er angehört oder fĂŒr wen er vorher kĂ€mpfte. Mit dem Eintritt in das Heer des Chaos ist alles vergeben und vergessen. Es ist in Rakshanistan etwas gewöhnungsbedĂŒrftig, wenn man es nicht gewohnt ist, aber es gibt dort immer Kaffee und dort bist du niemals allein und vor allem sicher. Es sei denn, diese grĂ€ssliche Gilde kann es mit einer ganzen Streitmacht aufnehmen!" Crize klopfte sich wenig imposant mit der Faust auf die schmale Brust.

Dann stand er auf.

"Also, wenn diese Typen Mo jagen, mĂŒssen wir schnellstmöglich Entfernung zwischen sie und ihn bringen. Aksoy, Mauli, helft mir bitte, Morasa zur nĂ€chsten Fuhrwerksstation zu bringen."

Sie brachten den Verletzten notgedrungen noch einmal nach Shohiro. Crize klopfte das Herz bis zum Halse, zum einen wegen der Angst, zum anderen, wegen der enormen Anstrengung. Unterwegs kaufte er von einer KrĂ€uterfrau noch einige Tinkturen fĂŒr Morasa und eine sehr große, leere Phiole. Sie betteten ihn mit zahllosen Decken gut gepolstert auf ein Fuhrwerk, dass von Hunden gezogen wurde. Hunde kamen deutlich schneller voran als Pferde, sie schafften locker die dreifache Wegstrecke am Tag.

"Sie haben dein Blut, sagst du?" Crize grinste unter seinem Gesichtsschleier. "Dann werden sie auch nach dem Blut in deinem Körper spĂŒren mit ihren Geistmagiern. Pass auf." Crize machte einen großzĂŒgigen Aderlass bei dem unglĂŒcklichen Mo. Er zapfte so viel Blut ab, dass der Waldalb blass wie eine Kalkwand wurde. Er ließ gerade genug in ihm, dass Morasa nicht bewusstlos wurde, aber er wĂŒrde sehr schwach sein. Danach versorgte er die Wunde und die der Schulter mit den KrĂ€utertinkturen, nach Anweisung der KrĂ€uterfrau und legte ihm das FlĂ€schlein in die Hand. Auch seinen Wasserschlauch und sogar die Messingkanne, das Kaffeepulver und Feuersteine und Zunder gaben sie ihm, sowie ein einfaches Messer. Nur zu Essen hatten sie leider nichts und das wenige Geld reichte nicht mehr dafĂŒr, um welches zu kaufen, da das Fuhrwerk sehr teuer war. Das abgelassene Blut fĂŒllte Crize in die große Phiole.

"Aksoy, trag das bitte. Da mĂŒsste jetzt mehr Blut drin sein, als in Mo. Das nehmen wir mit. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dann wird der Geistmagier, der nach ihm spĂŒren soll, bald sehr verwirrt sein. Er wird uns folgen, statt ihm, da ein Teil der Seelenenergie im Blut lebt. Sagt man zumindest und ich hoffe, das stimmt. Ich bin kein Theoriefutzi, ich kann nur anwenden. Mo, bitte mach tĂ€glich einen Aderlass bei dir. So viel, wie es geht und zwar so lange, bis das Blut in unserer Flasche hier zu verwesen beginnt, also ein paar Tage. Dann verliert Blut außerhalb des Körpers seine Seelenenergie und die Ablenkung ist dahin. Vielleicht verschafft es dir bis dahin Zeit. Du darfst auf keinen Fall lange am selben Ort bleiben. Das macht es ihnen schwer, dich zu fassen. Wir werden dich nicht begleiten, damit das Fuhrwerk schneller ist und damit wir dein Blut in eine andere Richtung tragen können."

"Und ich?"
"Bist du so schnell wie die Hunde?"
"Nein."
"Dann kannst du nicht mit. Morasa muss schnell sein, also darf niemand sonst auf den Wagen! Du kannst ihm höchstens versuchen, hinterherzulaufen und ihn vielleicht irgendwann in der Zukunft einzuholen."
"Das werde ich tun. Er ist doch mein Freund."

Sie verabschiedeten sich von dem Verletzten, drĂŒckten und tĂ€tschelten ihn und Crize musste schon wieder weinen. Dann stellte sich der HundefĂŒhrer hinten auf die Stellbretter des flachen Wagens und das Gespann raste los. Sie ĂŒberholten mehrere Pferdekutschen und Ochsenkarren und verschwanden aus der Sicht. Mauli rannte sehr viel langsamer auf allen Vieren hinterher, quer im Mund einen Arm fĂŒr unterwegs.

Was sie alle nicht wussten - Crize hatte in seiner Aufregung auf der Suche nach dem schnellsten Fuhrwerk versĂ€umt zu fragen, ob dieses denn tatsĂ€chlich so wie die anderen nach Kalthorst unterwegs war und nur auf die Zugtiere geachtet. Denn es bewegte sich stattdessen in Richtung SĂŒden und sein Ziel war Alessa.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#202

Beitragvon Morasa » Mo 17. Jul 2017, 17:05

Morasa
 
zuckte mit den Schultern auf Crizes Fragen und knurrte vor Schmerz erschrocken auf. Mo schĂŒttelte den Kopf. Die Bewegung war nicht so schmerzvoll.
 
"Menschen eben, hÀtte ich sonst gesagt. Aber es waren nicht nur Menschen. Urako und Seddik waren es am meisten. Der Ork und der Tiefling. Ich weiss nicht was die Gruppe von mir erwartet hat. Ich hab von sowas keine Ahnung. Sie hÀtten es mir einfach sagen sollen. Jeder denkt stÀndig, du musst dich so und so verhalten. Nur sagt dir das keiner. Sie sagen es dir erst, wenn du es falsch gemacht hast. Aber nicht nur die Gilde, meine Familie ist nicht besser und das sind Alben. Damals musste ich genauso weggehen.
Ich habe der Gilde genauso gedroht, einen zu erschiessen, aber damit die Schiss bekommen und mich gehen lassen. Wenn sie mich versucht hĂ€tten mich umzubringen, dann hĂ€tte ich einen erschossen. Ich hĂ€tte Dave erschossen, den Mann den ich liebe. Dann hĂ€tte ich ihn behalten, drĂŒben wĂ€re er meiner gewesen.
Es war wirklich ein Kellerloch. Es war im zweiten Keller, also ein Keller im Keller. Dort war es stockdunkel und ich konnte nicht nach draussen gucken. Das macht mich ganz unruhig.
Bei mir Zuhause hatte meine HĂŒtte keine Fenster. Sie waren einfach offen ohne Scheiben. Der Wind konnte in meine HĂŒtte und die Tiere. Das war schön. Wenn ich meine Fenster schliessen wollte bei Sturm, dann habe ich sie mit passenden Brettern verschossen. Also in die Fensterrahmen gedrĂŒckt. Aber sie waren fast immer auf, egal wie kalt oder windig es war. Das hat mich nicht gestört, ich hab das geliebt. Ich war Zuhause und in der Natur."
 
So wie Crize und Aksoy zu ihm waren, hatte Dave Recht gehalbt. Nicht alle Rakshaner waren gleich. Mo hatte sich geirrt. Die Rakshaner waren ganz anders, als er gedacht hatte. Mauli, Crize und Aksoy waren die ersten die sich um ihn sorgten. Das war ein seltsames GefĂŒhl, aber Mo mochte es sehr. Morasa schwieg als Mauli erzĂ€hlte. Als der Gul erzĂ€hlte, was Urako ihm angetan hatte, musste Mo erneut kotzen. Der Waldalb konnte es sich nicht verkneifen, es kam ihm einfach hoch vor hilflose Wut.
 
"Das hat er nicht umsonst getan. Das Gesicht demoliert und die Augen zerstört. Doch, das macht was. Ich will nicht, dass dir wer was antut. Zum GlĂŒck ist wieder alles verheilt."
 
Morasa spĂŒrte wie er wieder wĂŒrgen musste.
 
"Wenn es ihm um mich ging, hÀtte er mich in die Scheune bringen sollen nicht dich Mauli. Mich erpressen will der? Was will der denn von mir, ich besitze nichts! Er hat doch meinen Dolch. Das einzige was wertvoll war. Dieser raffgierige Gierschlund von einen Drecksack. Er wollte Dich als Geisel. Was hÀtte ich den zahlen sollen? Ich hab keinen einzigen Taler mehr. Urako ist wahnsinnig, dass er mich erpressen will."
 
Morasa klemmte seine HaarstrĂ€hnen hinter seine Ohren. Als Crize davon erzĂ€hlte, dass Morasa nach Zentralrakshanistan umziehen könnte, war der Waldalb verwundert. Was der Rakshaner erzĂ€hlte hörte sich sehr gut an. Ein Ausgestossener war er. Seine Familie und die Geister hatten ihn fortgejagt. Die anderen Gilden hatten ihn meist nicht aufgenommen, sondern nur fĂŒr einen Job bezahlt. Er gehörte zu niemand. Vielleicht konnte er da spĂ€ter ein Zuhause finden.
Mo war durcheinander. Feinde von gestern, Freunde von heute fiel ihm dazu ein. Als Crize von Kalthorst sprach und das er Morasa hinbringen wollte, war der Waldalb so erleichtert dass er erneut heulen musste.
 
"Es tut mir leid, meine Nerven sind fertig. Ja ich will nur nach Hause. Alles andere ist mir egal."
 
Crize, Mauli und Aksoy schafften ihn weg. Morasa konnte nicht ausdrĂŒcken, wie dankbar er ihnen fĂŒr ihre Hilfe war. Als sie alle zurĂŒck nach Shohiro gingen, hatten sie Angst. Mo genau wie alle anderen. Er vielleicht noch mehr. Egal wie gross er das Maul vorhin aufgerissen hatte, sterben wollte er nicht. Crize kaufte Heilzutaten ein und Mo fragte sich, was der Mann alles fĂŒr ihn bezahlt hatte. Einfach so, ohne stĂ€ndig zu sagen was es wert war wie die kleine Pest Wolfi.
Wolfi hatte ihn sofort abgezockt bei dem Fleischpreis und jetzt wusste Mo auch, dass Dave fĂŒr seinen Neffen gelogen hatte. Dave hatte es selber zugegeben oft zu lĂŒgen. Die Zinsen konnten niemals stimmen. Mo konnte zwar nicht rechnen, aber ganz so doof war er nicht wie alle dachten. Morasa war sich sicher, dass der Preis irgendwann weniger werden mĂŒsste, wenn man Schulden abzahlte. Bei dem Blutsauger Wolfi wurden die immer mehr.
Crize brachte Mo zu einen Hundewagen. Sowas hatte Morasa noch nie gesehen, aber es gefiel ihm. Seine Freunde steckten in hinein und legten ihn so hin, dass er die Fahrt gut ĂŒberstehen wĂŒrde.
 
"Pavo der Heiler hat mir Blut abgenommen. Dave hat mir gesagt, dass sie das Blut als Faustpfand behalten. Wenn sie einen suchen, entweder weil er getĂŒrmt ist oder vermisst wird. Er sagte, er sucht Personen ĂŒber das Blut. Aber wie er das macht, weiss ich nicht.
Dave war der Mann, den ich liebe. Alleine in der Stadt habe ich ihn gefragt, was er ĂŒber uns denkt. Er hat gesagt ich sei zu spĂ€t angekommen. Vor einen halben Jahr hĂ€tte er mein flirten erhört. Vielleicht sogar mehr. Warum hat er das gesagt? Vielleicht hat er wieder gelogen."
 
Morasa bekam Panik als Crize ihm soviel Blut abzapfte. Aber seine Überlegung klang gut, auch wenn Mo keine Ahnung davon hatte wie Magie funktionierte. Crize war der Fachmann, er wĂŒrde schon wissen, wie er Dave tĂ€uschen könnte.
 
"Danke Crize, du weisst was du tust. Ich habe keine Ahnung. Ich werde gehorchen und den Adlerlass tĂ€glich machen, damit Dave mich nicht findet. Also mein Blut nicht aufspĂŒren kann. Ich kann es vielleicht auch in ein GefĂ€ss fĂŒllen und es wo verstecken. Nach einigen Tagen, dann ist er verwirrt.
Ich werde versuchen immer in Bewegung zu bleiben und ich hoffte Kalthorst ist weit genug weg.
Ich schwöre dass ich in Bewegung bleib, aber in Kreise um auf dich zu warten Mauli. Wir werden uns wieder treffen, ich warte auf dich mein Freund."
 
Als sich alle von Morasa verabschiedeten und Crize sogar weinte, kamen auch den Waldalb die TrĂ€nen. Er knuffte sie alle, dann ging die Fahrt fĂŒr Mo schon los.
Die Hunde waren viel schneller als Mo gedacht hatte. Trotzdem dass es ihm so elendig ging, machte ihm die Fahrt viel Freude. Sie ĂŒberholten die anderen Gespannte mit Pferde und Ochsen. Mo versuchte einen Blick nach hinten zu werfen, wo Mauli war. Er schaffte es nicht, er konnte sich nicht so richtig drehen und bewegen. Also blieb der Waldalb liegen wie er war. Er hoffte er wĂŒrde Mauli, Crize und Aksoy wiedersehen. Das Ruckeln von Gespann war angenehm. Die MĂŒdigkeit holte ihn ein. Mo schlief wieder ein.

Ankunft in Alessa >>
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#203

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Di 18. Jul 2017, 07:54

Dave hockte sich am Abend auf die Treppe des Hinterausgangs ihres Geisterhauses und setzte sich neben Pavo. Der Naridier zĂŒndete eine Rauchstange an, reichte sie an Pavo weiter und gönnte sich selbst auch eine. Geschafft lehnte sich Dave seitlich an das GelĂ€nder an. Der alte Goblin rutschte zu Dave auf.

"Schön dass Du hier bist. Was ist los Davy?", fragte Pavo und hielt Dave seine Bierflasche hin.

"Nein Danke, ich versuche davon loszukommen. Was los ist? Wo soll ich anfangen Pavo? Ich bin geschafft, ich hatte einiges zu klĂ€ren aber nach einigen Verhandlungen, etwas Überzeugungsarbeit und ausreichend Geld konnte ich zwei HĂ€user kaufen. Das ist etwas erfreuliches, dazu gleich mehr.

Kaum hat man fĂŒnf Minuten Zeit zum Nachdenken, denkt man auch nach!

Urako hatte Recht.

Ich bin unfĂ€hig eine Truppe zu leiten. Ich habe meine NeutralitĂ€t verloren. Es war einfacher eine neutrale Entscheidung zu treffen, als ich noch alleine und unglĂŒcklich war. Nicht das ich mir den Zustand zurĂŒck wĂŒnsche, Ainuwar bewahre mich davor, aber es hat manches wirklich einfacher gemacht.

Vor allem war ich gedanklich neutral und unabhĂ€ngig. Jetzt denke ich permanent an meinen Mann, ich meine so soll es ja auch sein, aber trotzdem sollte ich mich konzentrieren können“,
erklÀrte Dave und nahm einen Zug aus der Rauchstange.

„Das ist richtig, aber was hat Varmikan denn getan? Oder wo liegt das Problem mit ihm? Du kannst mir alles sagen, Du weißt, dass ich Dich nicht anschwĂ€rze und bei Varmi sicher gar nicht“, sagte Pavo aufmunternd.

„So ist das nicht gemeint, Varmikan hat im Grunde nichts damit zu tun und zeitgleich doch wieder alles! Es ist etwas verzwickt. Zudem geht es nicht darum was Varmikan getan oder gelassen hat.

Es geht darum was ich unterlassen habe!
Einem Freund beistehen.
Zumindest hÀtte ich ihm als Bruder beistehen sollen.
Als ein Teil des Tribunals hĂ€tte ich ihm beistehen mĂŒssen.
Zumal ich ihn angeworben habe, oder gerade deshalb.
Ich habe Morasa hÀngen lassen.

Überleg doch mal, zuerst raste ich aus, weil ich dachte Urako greift Varmikan an.
Dann ĂŒberlasse ich schutzlos Morasa Urako und Seddik. Mo und seine große Klappe, er war nur ein Angstbeisser.

Er hat Mist erzĂ€hlt, ja klar – Fakt! Aber nur damit ihm keiner ans Leder geht. Im Grunde ist er genau wie Puschel, Aino, Du oder ich.

Damit möchte ich sagen, Mo ist einfach eine arme Sau die gewaltig einsam ist.
Der Bursche kannte nur Ablehnung und suchte bei uns Anschluss unter Gleichgesinnten.

Wer hÀtte ihn denn besser verstehen können als ich?

Und ich habe ihn der Meute zum Frass vorgeworfen.

NatĂŒrlich kann ich mich nicht gegen meine Familie wenden, aber ich hĂ€tte zwischen Mo und der Familie vermitteln mĂŒssen. Gerade weil ich weiß, wie er sich fĂŒhlt. Er wollte ein Mitglied dieser Familie werden.

Er konnte es aber nicht ausdrĂŒcken oder sich verstĂ€ndlich machen.
Da gibt es noch so einen, der das nicht sonderlich gut kann.
Er hat sich auf mich verlassen und ich?
Ich tat nichts.

Und weißt Du auch warum?
Aus Eigennutz Varmi und Puschel gegenĂŒber. Ich wollte beiden keine Ansage machen, weil ich sie nicht vor den Kopf stoßen wollte“,
erklÀrte Dave.

`Wie könnte ich Varmi vor den Kopf stoßen oder Puschel? Ich werde es mir sicher nicht mit meinen MĂ€nnern verscherzen. Und habe keine Lust darauf, mir von beiden eine Sperre einzufangen.

Von Varmi auf keinen Fall, das wĂ€re
 bloß nicht drĂŒber nachdenken.
Ich kann nicht auf verzichten, keine Minute, das geht nicht.

Du hast keine Ahnung was uns drei tatsĂ€chlich verbindet Pavo. So wird es auch bleiben, aber deshalb hĂ€tte ich Mo nicht ĂŒber die Klinge springen lassen mĂŒssen. Das hĂ€tte ich anders regeln mĂŒssenÂŽ,
dachte Dave.

„Dave Du weißt genauso gut wie ich, manchmal muss man unbequeme Entscheidungen treffen. Aber wenn Du Deine Entscheidung nicht als unbequem, sondern als ungerecht empfindest, dann musst Du auch die Eier in der Hose haben, dass wieder gerade zu biegen“, sagte Pavo freundlich.

„Genau darum geht es Pavo, Du verstehst mich, wo ich mich manchmal selbst nicht verstehe“, schmunzelte Dave.
„Ich kenne Dich schon eine Weile, um die zwanzig Jahre“, grinste der Pavo.

„Überleg mal, zwanzig Jahre. Hey wir waren jung als wir uns kennenlernten“, grinste Dave zurĂŒck.
„Kehren wir doch lieber zum Thema zurĂŒck, ehe Du mir noch aufs Brot schmierst, wie alt ich aussehe“, antwortete Pavo und nahm einen großen Schluck Bier.

„Ach hör auf. Dein Problem ist so gut wie gelöst, wir mĂŒssen nur Spender sammeln Pavo. Du und Varmi, Ihr beide werdet von mir mit Spenden versorgt.

Aber gut, kehren wir zum Thema Morasa zurĂŒck.
Ich war nicht neutral, ich hab es verpatzt und genau das schmerzt mich.

Vermutlich ist es besser, dass ich keine Kinder habe oder keinen Lehrling. Man ist fĂŒr das verantwortlich, was man sich vertraut gemacht hat und das habe ich mit Mo getan.
Ich Ă€rgere mich ĂŒber mich selbst, dass ich die Familie und Mo nicht zusammenfĂŒhren konnte. Dass ich keinen Frieden schaffen konnte.

Ich hĂ€tte Mo seinen geplapperten Unfug einfach fĂŒr alle anderen ĂŒbersetzen sollen.
Sein Mund sagte das eine, aber sein Körper sagte was völlig anderes. Und ich hĂ€tte es ĂŒbersetzen können. Aber ich war zu bequem, zu eigensĂŒchtig und mit den Gedanken völlig woanders. Entweder war ich gedanklich mit Varmi im Bett oder bei der Hochzeit und deren Vorbereitungen.

In Ruhe und einer stillen Stunde nachgedacht, schmerzt es mich, dass er so gehen musste. Dass er keinen anderen Ausweg sah, als Flucht. Er hat viel Unfug erzĂ€hlt, aber den grĂ¶ĂŸten Teil wohl weil er verletzt war. Manche schlagen dann wild um sich, andere erstarren, der nĂ€chste flieht. Schau Dir Urako an. HĂ€tte ich ihn hĂ€ngen lassen? Nein.

Mo hÀtte die gleiche Chance von mir verdient.
Er mochte mich wirklich Pavo und ich vergelte es ihm so",
erklÀrte Dave leise.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#204

Beitragvon Pavo » Di 18. Jul 2017, 07:57

Der alte Goblin drĂŒckte Dave an sich.

"Nun Davy, zuerst ist auch Mo ein erwachsener Mann und muss sich der Konsequenzen seiner Worte bewusst sein.

Auf der anderen Seite, schien er mir wirklich verloren und wusste scheinbar nicht wie er mit Leuten und Worten nicht richtig umzugehen.

Wer stĂ€ndig alleine lebt, hat nun mal keine Übung darin.
Du hast ihn gemocht und er Dich auch. Er hat sich an Dich geklammert und sind wir ehrlich, es hat Dir gefallen. Er konnte auch wirklich nett sein, nur war er sehr leicht in Rage zu bringen.

Mein Vorschlag wÀre wir wagen einen zweiten Versuch.
Ich werde nachher mit Aino sprechen.

Und Du bist garantiert nicht unfĂ€hig, Du warst nur unwillig. Ein Lehrling oder ein Kind wĂŒrdest Du sehr gut behĂŒten, dass weiß ich. Fall nicht von einem Extrem ins andere.

Ich bin der Letzte der einen Verletzten abweist und Mo war verletzt. Nur Davy auch Heiler können nur jene Patienten helfen, die sich helfen lassen wollen.

Irgendwann gibt man auch den bestgemeintesten Heilversuch auf, zum Eigenschutz. Eine zweite Chance hat jeder verdient, wenn er die nicht nutzt verdient er keine dritte.

Das was hier permanent zwischen Euch stattgefunden hat, wĂŒrde ich als kindisches GeplĂ€nkel bezeichnen. Wer droht wem am meisten, am schnellsten und am miesesten. So einen Wettbewerb braucht niemand und wie ich die Sache sehe, habe ich Euch in der KĂŒche gesagt.

KĂŒhlt alle etwas runter. Alle Seiten mĂŒssen sich beruhigen, wenn es funktionieren soll. Ich vermittele auch gerne zwischen Euch. Denn ob Du es glaubst oder nicht, es kann sogar ein sehr großes Hindernis fĂŒr Mo sein, dass er Dich mag.

Er möchte Dir gegenĂŒber nichts Falsches sagen und reagierst Du dann nicht seinem Wunsch entsprechend, fĂŒhlt er sich persönlich angegriffen, weil er sich mehr erhofft.

Davy, Du musst dann eine klare Linie ziehen und eindeutig Farbe bekennen!
Das war Dein Fehler.
Zeig ihm, dass er Dein Kumpel und Freund ist.
Und zeig ihm eindeutig, dass er nicht Dein Partner oder Dein Mann ist.

Geh nicht drauf ein, wenn Du Dich geschmeichelt fĂŒhlst. Sicher fĂŒhlt sich das gut an, aber damit schadest Du ihm und Dir. Du kannst ihn Dir nicht hinten rum warm halten, falls Du Ersatz brauchst. Auch wenn Du nicht so denkst, so kommt es fĂŒr Morasa rĂŒber!

Finde Mo und biete ihm ein GesprĂ€ch auf neutralem Boden an. Du warst einmal mit ihm verbunden, er weiß, dass Du gedanklich nicht lĂŒgen kannst, drum ĂŒbermittele es ihm Davy.

Trefft Euch und sprecht Euch aus. Ich glaube auch nicht, das Mo Dir wirklich schaden wollte. Er wollte Dich erpressen. Lieb mich zurĂŒck oder ich tue Dir so weh, wie Du mir gerade wehtust. Und ja, davon haben wir mehrere in der Gilde.
Seltsamerweise gehört Varmikan nicht dazu. Dass muss ich dem Frostalben anrechnen.

Morasas Worte waren harsch, aber sein Blick bettelte nach einer Möglichkeit aus der Nummer wieder heraus zu kommen.

Er erkannte die Chance nicht, die Aino, Jeel und Du ihm geboten haben Davy.
Er ist ein geprĂŒgelter Hund, eine gereichte Hand ist fĂŒr ihn eine Bedrohung.

Eins muss Dir klar sein, wenn Du ihn zurĂŒckholst, ist das harte Arbeit.
Und es ist Deine Aufgabe!

Aber wie Du denkst, freut mich. Fehler macht jeder Davy. Du genau wie ich. Mir haben meine Worte gegen Dich auch wehgetan. „Mein Haus“, war ganz anders gemeint. Ich wĂŒnschte ich hĂ€tte sie nicht gesagt. Ich wollte Dich nicht verletzten, sondern Urako beschĂŒtzen.

HĂ€tte ich nicht beides hinbekommen können? Urako beschĂŒtzen und Dich beruhigen? WĂ€re schön gewesen, ich hasse Streit mit Dir",
sagte Pavo und drĂŒckte Dave.

"Dito und ich war stur, ich war auch nicht besser. Ich bin froh dass wir wieder gut miteinander sind", antwortete Dave und legte Pavo einen Arm um die Schulter.

"Das mit Mo bekommen wir wieder hin. Such ihn und sag ihm, dass er eine zweite Chance bekommt. Einzige Bedingung, er muss friedlich bleiben und offen mit Dir reden. Du ebenso Davy, ich verstehe warum Dir das nah geht. Er hat Dich geÀrgert, aber er tat Dir als Kumpel auch gut. Bieg es gerade Grosser", erklÀrte Pavo.

"Danke Paps", schmunzelte Dave.
"Bitte Kleiner", gibbelte Pavo.

„Hör zu Pavo ich werde gemeinsam mit Varmikan, Urako und Gasmi ausziehen. Aber keine Sorge, wir ziehen ins Nachbarhaus. Das habe ich vorhin gekauft und das gegenĂŒber unseres Nebenausgangs. Also es bleibt fast alles beim Alten“, grinste Dave verlegen.

„Irgendwann werden Kinder flĂŒgge, ob es den Alten passt oder nicht. Ich werde Dich trotzdem abends vermissen. Unser Feierabendbier oder Feierabendkaffee trinken wir aber trotzdem noch oder?“, fragte Pavo.

„Daran wird sich nichts Ă€ndern. Außer vielleicht die Treppe auf der wir sitzen“, antwortete Dave.
„Gut, damit kann ich leben“, lachte Pavo.
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Das Chaos

Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#205

Beitragvon Aksoy » Di 18. Jul 2017, 17:44

Aksoy war stolz auf die clevere Idee von Crize, so wĂŒrden sie dem Geistmagier ein Schnippchen schlagen. Nur ob es fĂŒr sie so gut war, einen wĂŒtenden Geistmagier auf den Fersen zu haben, wusste Aksoy nicht.

Der Tiefling vermutete aber, dass Crize aber auch mit dem Problem fertig werden wĂŒrde, sollte sie der Mann einholen.

Immerhin hatten sie wesentlich mehr Möglichkeiten sich zu verteidigen als Mo. Nach Crizes Behandlung war Morasa blass wie eine frische Wasserleiche. Vermutlich fĂŒhlte er sich auch nicht besser.

Aksoy nahm wie befohlen das Blut entgegen. Es war eine ganz schöne Menge. Er hoffte dass Mo trotz allem irgendwie ĂŒber die Runden kam, körperlich gesehen. Er war sehr blass fĂŒr einen Waldalben nach dem Aderlass.

In gemeinsamer Zusammenarbeit schafften die Drei unter FĂŒhrung von Crize Mo zu einem Hundekarren. Sie betteten Mo hinein und klĂ€rten mit Mauli alles weitere. Der Ghul konnte seinen Freund nicht auf dem Wagen begleiten, so musste er ihm zu Fuß folgen.

Der Abschied war genau so, wie sie Mo aufgefunden hatten - sehr traurig.
Crize wie auch dem Waldalben standen die TrĂ€nen in den Augen und sie verabschiedeten sich herzlich. Aksoy fĂŒhlte sich ebenso ergriffen, aber er war nicht so nah am Wasser gebaut, wie die beiden. Zudem waren Crize und Mo wie der Waldalb schon Folge richtig gesagt hatte, mit den Nerven am Ende.

Crize musste miterleben, was Mauli angetan worden war. Und Mo hatte sein eigenes PĂ€ckchen zu tragen. Aksoy hielt die Phiole mit dem Blut des Waldalben fest.

Zum Abschied drĂŒckten sie sich, dass es selbst Aksoy fĂŒr ein paar Augenblicke in den Augen brannte, dann schoss auch schon der Hundewagen mit seinem Passagier davon. Mauli flitzte seinem Freund hinterher, hatte aber keine Chance mit den flinken Hunden mitzuhalten.

Aksoy schirmte seine Augen mit der Hand ab und schaute dem Wagen noch einen Moment hinterher. Der große Tiefling nahm Crize huckpack, ging in die Hocke und schlug hart mit den FlĂŒgeln um an Höhe zu gewinnen.

"Wohin sollen wir fliegen Crize? Mo wird es in seiner Heimat besser gehen. Warst Du selbst jemals in Kalthorst? Der Name macht mir schon GÀnsehaut. Ist es dort so kalt, wie der Name vermuten lÀsst?

Ehe ich es noch vergesse, eines sollst Du wissen Crize, Du bist ein sehr gĂŒtiger und weiser Mann. Ich bin stolz Dein Freund zu sein",
sagte Aksoy.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#206

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mo 24. Jul 2017, 14:23

Wie ĂŒblich und wie von Aino erbeten, entnahm Dave zwölf Stunden spĂ€ter Morasas Blut dem Tresor und setzte sich damit in seinem Quartier hin. Varmikan hockte sich seinem Mann gegenĂŒber, falls etwas sein sollte oder Dave Hilfe benötigen wĂŒrde.

Dave ließ sich in Trance fallen und suchte im Nexus nach dem GegenstĂŒck des Blutes, kurzum er suchte den Blutspender anhand der Farben die das Blut ihm vorgab. Der Nexus war nicht mit der Physis zu vergleichen, Orte, Zeiten und Geschwindigkeiten hatten keine Bedeutung beim Vorankommen. Man reiste in astraler Form, so weit es das persönliche Band zum eigenen Körper zuließ.

Dave musste keinen Millimeter reisen, denn die Farben des Ortes wohin der TrÀger reiste kannte Dave nur zu gut. Seine Mutter verbrachte dort gerne ihre Zeit, wenn sie im Nexus weilte oder hatte versucht den Ort mental den Ort zu erreichen um dort mit anderen in Kontakt zu treten - Rakshanistan.

Der Magier kehrte in die Physis zurĂŒck und musterte Varmikan.

"Du wirst nicht glauben wohin Morasa unterwegs ist", sagte Dave tonlos.
"Wohin Sternchen?", hakte Varmikan nach.
"Er reist nach Rakshanistan...", antwortete Dave.
"Clever, da wĂŒrde man ihn am wenigsten vermuten", gab Varmi zu bedenken.
"Wohl wahr", pflichtete Dave seinem Schatz bei.

Der Naridier stand auf und ging ohne Umwege zu Aino.

"Morasa ist in Richtung Rakshanistan unterwegs", kam Dave sofort zum Punkt.

"Rakshanistan? Ausgerechnet dahin? Ein wohl ĂŒberlegter Schachzug des Waldalben, aber so wie wir Mo kennen, wird er es dort keine zwei Minuten aushalten ohne einen Streit oder einen Großkrieg anzuzetteln.

Möchtest Du ihm immer noch seine zweite Chance geben? Dann ist es Deine Pflicht, Dich hier seiner anzunehmen Dave. Überlege Dir das gut, er wollte Dich töten. Zwar aus verzweifelter Liebe, aber bei Mo weiß man nicht ob es eine leere Drohung war oder ob er tatsĂ€chlich so weit gegangen wĂ€re. Er bedeutet Dir etwas, kann das sein?",
fragte Aino leise.

"Ja und Ja. Ja ich möchte ihm die zweite Chance geben und ja er bedeutet mir etwas. Kommt nicht oft vor, dass mich jemand auf diese Weise mag. Er war einfach nur zu spĂ€t hier. WĂ€re er vor Varmi bei uns in der Gilde gewesen, wĂ€re ich wohl mit Mo zusammen, anstatt mit Varmi. Zudem war ich unfair zu ihm und das tut mir leid. Sobald er hier ist, kĂŒmmere ich mich drum. Sollte er widererwartend versagen, kĂŒmme ich mich auch darum", antwortete Dave freundlich.

"Schick ihm Jeelen hinterher. Am besten gibst Du ihm Tsounai oder einen der Centauren mit, die kennen sich in Rakshanistan aus Davy. Jeel ist neben Gasmi unser bester Scout. Falls jemand den Waldalben auf den Weg nach Rakshanistan aufspĂŒrt, dann er. Und halte den GrĂŒnen auf dem Laufenden ĂŒber das Bewegungsmuster von Morasa. Halte RĂŒcksprache mit Jeel, falls sich etwas neues ergibt oder Mo an Rakshanistan vorbei wandert.

Sobald Morasa wieder hier ist, sei vorsichtig. Aus verschÀhter Liebe kann gewaltiger Hass oder auch Verzweiflung erwachsen. Und wenn Du ihm dass auch noch gesagt hast, dass er einfach nur zu spÀt hier war, dann wundere Dich doch nicht, dass er versucht um Dich zu kÀmpfen Davy.

Ich möchte nicht dass Dir was geschieht, also bitte gehe vorsichtig mit Morasa um. ErklĂ€re ihm in Ruhe und vernĂŒnftig, dass Du mit Varmikan verheiratet bist und dies auch so bleibt. Und erklĂ€re ihm wie Du zu Varmi stehst und bitte tue Dir selbst den Gefallen, erzĂ€hle Mo nicht wieder, dass er Dein Kerl geworden wĂ€re, wĂ€re er frĂŒher hier aufgeschlagen",
sagte Aino.

"Hast Recht Aino, ich passe auf. Danke... fĂŒr die Chance fĂŒr Mo und so", schmunzelte Dave.
"Hau ab Davy", grinste Aino.
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