Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Magische Mobilmachung

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Linhard von Hohenfelde
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Magische Mobilmachung

#1

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 22. Jul 2018, 12:40

Magische Mobilmachung


<< Der Schwarze Skorpion

Ciel Felicien de Souvagne
Naridien zog unter ihnen hinweg. Es war noch fr├╝h am morgen, denn sie waren zeitig vom verborgenen Tal aus aufgebrochen. Ciel und Linhard flogen auf dem Cockatrice zur├╝ck nach Souvagne. Beide sahen so aus, wie man als Prince nicht aussehen sollte. Mangels Leibdiener waren sie unrasiert, ihre Haare durcheinander und hatten sich lediglich im Fluss gebadet, ohne anschlie├čend das erforderliche Parfum aufzutragen oder frische Unterw├Ąsche und Socken anzuziehen. Die Z├Ąhne waren auch nicht geputzt. Ihre Leibdiener w├╝rden zu Hause vermutlich vor Entsetzen aus den Latschen fallen. Die kleinen Leichname trugen sie ebenso bei sich, gut verwahrt. Der Cockatrice landete im Hof und wurde in seine Box gef├╝hrt und versorgt. Ciel und Linhard stiegen ab. ┬╗Wir ben├Âtigen eine au├čerordentliche Magierversammlung┬ź, sinnierte Ciel. ┬╗Und ein Fr├╝hst├╝ck.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard rieb sich ├╝ber sein stoppeliges Kinn und vermied es sich den Schritt zu kratzen. "Ja, zudem eine Rasur und einen starken Kaffee", stimmte Lin zu. Dass er noch was anderes am Morgen dringend n├Âtig hatte, verschwieg er. "Wen ben├Âtigst Du bei dieser Versammlung? Was hat das Siegel Dir eigentlich offenbart? Ich wollte Dich nicht im Haus ausfragen. Ich habe dort zwar gelebt, aber man merkt ob man erw├╝nscht ist und wir waren dass gestern nicht", sagte Lin. Er musterte Ciel eine Zeitlang ehe er leicht schmunzelte. "Das im Tal... also dass Du Dich daf├╝r interessiert hast und mit ins Tal gekommen bist Ciel... das hat mir viel bedeutet", fl├╝sterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte ihm den Arm um die Schultern - was in Anbetracht ihres Unterschieds in Gr├Â├če und Statur gar nicht so leicht war - und dr├╝ckte ihn kurz an sich. ┬╗Und mir hat es viel bedeutet, dass du mir diesen pers├Ânlichen Ort gezeigt hast. Beide, das Innere des Herrenhauses und das verborgene Tal. Wir sollten, bevor wir irgendetwas anderes tun, die Babys versorgen lassen. Offenbart hat mir das Siegel ├╝berhaupt nichts, au├čer die Information, dass ich doch bitte drau├čen zu bleiben habe. Es h├Ąlt nichts da unten fest, es ist kein Deckel, wie ich zun├Ąchst annahm - sondern eine verschlossene T├╝r. Ein Magier allein kommt nicht durch, das Siegel ist extrem machtvoll. Darum finde ich, sollten wir eine ganze Truppe dort hinschicken, eine Expedition!┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin umarmte Ciel fest und dr├╝ckte ihn an sich. "Es ist eine T├╝r? Es h├Ąlt nichts da unten gefangen, sondern uns drau├čen? Das hei├čt doch, dass dieses Siegel uns gar nicht besch├╝tzt, da es was uns vom Leib h├Ąlt. Wie m├Ąchtig ist dieses Ding? Und wie willst Du es aufstemmen? Mit Gewalt, Magie oder anders? Und willst Du hinab steigen zu dem was dort wartet? Und was ist, wenn dort gar nichts wartet, sondern die T├╝r uralt und vergessen ist? Sprich das Haus versehentlich drauf gebaut wurde, wie auf einem alten Gulli? Wobei... nein... dass kann nicht sein. T├╝r, Siegel, Tor, Portal... Wovon tr├Ąumt Verrill manchmal? Erinnerst Du Dich? Sie hat es Dir einmal gesagt, dass hat sie mir gesagt. Wen aus meiner Familie soll ich ansprechen, damit sie Dir beistehen? Dave wird Dir beistehen, dass wei├č ich und Wolfram ganz sicher auch. Was ist mit den Lich? Und mit meinem Vater? Wer Ciel? Die Babys, glaub mir, f├╝r einen winzigen Moment unten im Haus dachte ich gesehen zu haben wie das Baby blinzelt. Wie sich sein Gesicht bewegte, wie... ich dachte es... ich... und als sie auf einmal auf den gefrorenen F├╝├čchen standen wurde mir echt anders. Was Dave und Vater sagten stimmte...", murmelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Magie ist der Schl├╝ssel. Auf die Hilfe von Nekromanten w├╝rde ich allerdings gern verzichten┬ź, murrte Ciel. ┬╗Wir nehmen Bluthexer und Geistmagier mit. Und zwar die ganz gro├čen Kaliber: Parcival und Alexandre. Ebenso deinen Onkel Davard und deinen Vater Brandur, Letzteren aber nur aus dem einen Grunde, weil wir f├╝r den Notfall einen Fachmann der morbiden Kunst brauchen, der uns nekrotische Belange analysieren und erkl├Ąren kann, wie die Sache mit dem vermeintlich blinzelnden Baby. Das sind dann vier sehr machtvolle Magier und Hexer. Das m├╝sste doch gen├╝gen. Oder?┬ź Er ├╝berlegte. ┬╗Schl├Ągst du noch jemanden vor?┬ź Er blickte Linhard an. "Was stimmte? Was sagten sie?"

Linhard von Hohenfelde
"Dass das Haus lebt. Ich hielt es f├╝r eine Sage oder Einbildung, da man sie so sehr qu├Ąlte, dass sie es auf das Gem├Ąuer schoben, wo ihnen da widerfahren ist. Wie Verrill die Heilstube hasst, weil sie dort immer von Benito befummelt und untersucht wurde wie ein Freak oder Ausstellungsst├╝ck. Darum hasst sie ihn abgrundtief und sie hat Angst vor ihm. Ich habe gefragt. Paps sagte das auch, mehr wei├č ich nicht. Ich wei├č aber, dass in dem Haus sehr seltsame Dinge vor sich gehen und ich hielt es immer f├╝r einen gelungenen perversen und morbiden Streich der D├╝sterlinge. Onkel Fridulin, ging los um sich ein Getr├Ąnk aus der K├╝che zu holen, statt einen Diener zu schicken. Er kam niemals an, war aber auch nie wieder gesehen. Keinen scherte es. Es hei├čt - das Haus verliert nichts - alles was es behalten m├Âchte bleibt da. Man kehrt immer wieder dahin zur├╝ck, es holt einen ein. Jedenfalls war einmal Gasmi ein D├╝sterling bei uns zu besuch. Wen fand der kleine Kerl vertrocknet in einem Vorhang? Onkel Fridulin! Er sagte es voller Panik meinem Erzeuger Ansgar und der lachte sich nur kaputt, weil Fridulin war selbst schuld. Wer geht sich auch selbst ein Getr├Ąnk holen? Als Gasmi nochmal nachfragte, meinte mein Erzeuger nur wer? Gas na dieser Onkel Fridulin. Ach der meinte mein Erzeuger. Du verstehst wie meine Familie ist? Du bist tot, Du bist vergessen. Was willst Du noch ├╝ber den reden? Der war eben d├Ąmlich, hat den Arsch zugekniffen und jetzt verdirb uns nicht mit den Annekdoten von so einem Vollpfosten den Abend, der nicht mal bis zur K├╝che einen Leibdiener schicken kann, sondern selbst latscht. Also selbst Schuld", erl├Ąuterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel runzelte die Stirn. ┬╗Ansgar mag heut anders denken. Oder denkt er noch in alten Bahnen? Sollten wir deiner Meinung nach weitere Magier au├čer den genannten mitnehmen? Ich habe nur reine Magier genannt, keine Kampfmagier, da ich denke, dass die Gefahr sich weniger in der Physis manifestiert als im Nexus - vielleicht sogar bis in die Trias reicht oder in den Abgrund selbst, auf den kein noch so f├Ąhiger Magier Zugriff hat.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ich wei├č es nicht Ciel, aber Du vergisst die D├╝sterlinge. Ich wei├č nicht was sie noch besch├╝tzen, normalerweise immer nur unsere Familie und vor allem den Hausherrn, das Oberhaupt. Sprich wenn mich jemand im Haus angreifen w├╝rde, m├╝ssten sie mir beistehen und die Person t├Âten. Ihr Rudel geh├Ârt zur Familie. Aber wo waren sie, als ich Arch gegen├╝berstand? Sie haben nie und ich wiederhole mich niemals Archibald angegriffen. Sogar dann nicht, wenn er Dunwin seinen Wahlbruder im Kampf attackierte. Und damals war Dunwin Familienoberhaupt. Er... Moment er ist in Wahrheit der Halbbruder von Dunwin, das Wunschkind von Alastair von Hohenfelde. Vielleicht hat es damit zu tun. Er ist kein tats├Ąchlicher Feind, er geh├Ârt ja zur Familie und kein D├╝sterling greift einen von Hohenfelde an. Fremde machen sie gnadenlos nieder und t├Âten jeden Eindringling. Aber sobald sich die Zeit n├Ąhert wo eine Bereinigung ansteht, sprich die n├Ąchste w├Ąren ich gegen mein Bruder gewesen schauen sie nur zu. Sie warten ab, wer von allen Br├╝dern gewinnt und wer das neue Rudeloberhaupt wird. Und das erkl├Ąrt auch warum sie Archibald in Ruhe lassen und er einfach ins Haus kann. Anwolf kann es doch auch, bin ich d├Ąmlich", st├Âhnte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber wenn sie zuschauen ... warum dann W├Ąchter mitnehmen? Du wirst dabei sein und Brandur auch. Und von Archibald hoffe ich, dass er inzwischen mit dem verr├╝ckten Gardisten das Gem├Ąuer verlassen hat und dass sie sich nicht auch noch an den anderen Leichen dort zu schaffen gemacht haben┬ź, st├Âhnte Ciel.

Linhard von Hohenfelde
"Du bist kein Hohenfelde Ciel und manch anderer ist es auch nicht. Wenn wir zum Beispiel Wolfram mitnehmen, k├Ânnte er uns verteidigen oder Bellamy auch. Aber die D├╝sterlinge werden die beiden nicht im Haus dulden. Das meine ich. Ich hoffe auch, dass sie die anderen Toten in Ruhe gelassen haben, ich meine was bewegt einen dazu den Kopf des eigenen Vaters auszukochen? Wei├čt Du wie ich gelitten habe, als ich Brandur verlor? Den einzigen Menschen, der mich dem Gef├╝hl nach jemals geliebt hatte bis dato? Der mich gewollt hat, gleichg├╝ltig wie gut oder schlecht ich meine Aufgabe erf├╝llte oder ob ich sie ├╝berhaupt erf├╝llte? Der mich einfach geliebt hat, weil es mich gab und weil ich, eben nur ich war? Der mir keine Vorschriften machte, der nicht den Makel des Puries sah? Dabei ist es kein Makel. Es ist ein seitenverkehrter Blick. Durch Inzucht ist unsere Familie so hochgez├╝chtet, dass es so viele Magier gibt. Darum ist ein Magier f├╝r sie normal und eine gl├╝ckliche Geburt. Ich war f├╝r sie eine Missgeburt. Sicher liebte mich Ansgar, aber so wie man eben wen auf Entfernung liebt. Das glaube ich ihm. Ja der Linhard, mein Sohn. Aber leider total missgebildet und mental leider geisteskrank. Aber Anwolf, der kleine gute Anwolf, brilliant, klug, gebildet und sch├Ân und Magier! Ja er hat die Gabe. Jetzt geh mir nicht mit Linhard auf den Sack er ist leider geistig behindert und wird nichts erben. SO dachte mein Erzeuger. Das ist nicht nur widerlich, sondern eigentlich total armseelig f├╝r ihn. Er wurde gehasst weil er ein Magier war und zwar von einem Purie, seinem Vater. Er tat nichts anders, er drehte den Spie├č nur um!", knurrte Lin und beruhigte sich danach wieder. "Verzeih, ich schaukel mich immer noch hoch wenn ich an Ansgar denke, dabei hat er es wohl eingesehen. Oder eigentlich nicht. Er ├╝bertreibt bei allem was er macht. Ganz oder gar nicht. Gehen oder bleiben. Schwarz oder Wei├č. Grau? Was ist das? F├╝r sich hat er n├Ąmlich nun beschlossen, dass die Magie allen ├╝bels in unserer Familie ist. Und anstatt der Schei├čnekromantie abzuschw├Âren und sich der Geistmagie zu widmen, was er k├Ânnte, sagt Dave, was macht er? Er schw├Ârt komplett der Magie ab. Und irgendwie macht ihn das auch noch total krank, da er wohl ohne Magie nicht leben kann. Ich stelle mir das so vor, als w├╝rde ich sagen - ich habe im Herrenhaus so grausame Dinge gesehen, das ├ťbel sind meine Augen. Ich verbinde die jetzt f├╝r immer und gucke nicht mehr. Dass man dann weich in der R├╝be wird, ist doch klar! Man der Kerl macht immer nur ├ärger, selbst wenn er keinen machen will. Ich ├Ąrgere mich gerade schon wieder ├╝ber ihn", grinste Lin. "Sag mal, w├╝rdest Du mal mit ihm reden? Er war einst sehr m├Ąchtig und vielleicht bekommst Du ihn auf Deine Seite. Denn zum Schluss, als Paps gegen ihn k├Ąmpfte und beide im Sterben lagen, bat ich ihn Paps zu retten. Und er tat es, er hat es wirklich versucht und war bereit daf├╝r zu sterben...", sagte Lin traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Linhard mit seinem kahlgeschorenen, narbigen Kopf. Er fand, dass Linhard ├Ąlter wirkte als die 19, die er war. Er war nicht nur zu kr├Ąftig f├╝r einen Neunzehnj├Ąhrigen, sondern auch im Gesicht und im Geiste sehr viel ├Ąlter. Ciel h├Ątte ihn auf Ende zwanzig gesch├Ątzt. Ciel wusste nicht, wie Linhard war, ob er im Zorn eher N├Ąhe ben├Âtigte, um wieder runterzufahren, so wie er selbst, oder ob ihn dass nur aggressiv machen w├╝rde. Aber er wusste, was ihm ansonsten gut tat. ┬╗Bitte tu mir einen Gefallen. Brandur und Alexandre, hol die beiden. Ich werde die anderen Magier heranschaffen. Ansgar w├Ąre vielleicht ein guter Bluthexer. Wir nehmen ihn mit. Dann lerne ich ihn einmal pers├Ânlich kennen. Also du holst Brandur und Alex und ich Dave, Ansgar und Parcival. Wir treffen uns im Besprechungsraum.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Alles klar, Ansgar wird im Moment keiner von Euch werden k├Ânnen, er ist schwer Herzkrank. Fr├╝her war er ein echter Choleriker, nun Jahre sp├Ąter wei├č ich warum. Lieber br├╝llen und so seinen Peiniger vertreiben, als die Schmerzen kassieren. Dass er aber f├╝r den anderen br├╝llen sollte und er nur abgerichtet wurde, wusste er nicht. Das sagte mir Dave. Also im Moment nimmt er Medikamente, wo er ruhig bleibt. Du wirst keine Schwierigkeiten mit ihm haben. Er konnte sogar ganz nett und umg├Ąnglich sein, leider nur nie zu mir. Du bist ein Magier, folglich misst er Dir gleich einen anderen Wert bei. Ich hole Paps und Alex und Danke f├╝rs Zuh├Âren Ciel", sagte Lin und dr├╝ckte seinen Schwager, ehe er sich sofort auf den Weg machte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard machte sich auf zu den Gem├Ąchern seines Vaters. Er beeilte sich und rannte so schnell er konnte. Das hei├čt, so schnell dies ohne Kaffee in der Blutbahn m├Âglich war, f├╝r einen normalen Menschen war das immer noch schnell genug, denn Lin war trotz seiner Raucherei sehr gut in Form und das Rauchen hatte er auch aufgegeben. So klopfte es bald an der T├╝r von Brandur und Lin war nicht am Japsen.

Brandur von Hohenfelde
"Ja, ja, tretet nur ein", rief Brandur, da er ├╝ber keinen Leibdiener verf├╝gte. Er sa├č gerade mit Alexandre bei Tee und rohen Leberst├╝ckchen und unterhielt sich vortrefflich. Er hoffte, dass der Neuank├Âmmling einen guten Grund hatte, die Fachdiskussion zu st├Âren.

Linhard von Hohenfelde
Lin ├Âffnete die T├╝r, trat ein und schmiss sie hinter sich zu. Er st├╝rmte auf Brandur zu und umarmte ihn felsenfest. "Wir haben die Babys geholt Paps. Es war grauenvoll. Wir haben das Siegel entdeckt, Ciel ben├Âtigt Dich und Alex, er ben├Âtigt Eure Hilfe. Wir m├╝ssen uns mit ihm im Besprechungsraum treffen. Kommt mit", bat er inst├Ąndig.

Brandur von Hohenfelde
Erstaunt umarmte Brandur seinen Jungen zur├╝ck, griff nach einem der h├╝bsch angerichteten Leberspie├če und steckte ihm einen davon in den Mund. "Gut kauen." Er tupfte ihm das Blut von den Lippen. "Es ist schlachtfrisch. Die Babys? Ragnvald und Sonnwin? Das ist gut, dann k├Ânnen sie im Boden der neuen Heimat ruhen. Nat├╝rlich folgen wir dem Ruf des Prince. Marquis, darf ich bitten." Brandur bot Alexandre seinen Arm an, der kurz komisch guckte, diesen dann aber annahm. "Ich denke nicht, dass Zerbinos Anwesenheit gew├╝nscht ist bei einer Besprechung unter hochdotierten Hexern. Gib den Weg vor, Junge."

Linhard von Hohenfelde
"Ja das werden sie, ich werde sie nach Hause bringen lassen, sie sollen bei uns auf der Scholle ruhen Paps, so wie ich es Euch versprochen habe", antwortete Lin, wischte sich den Mund ab und warf sich Alexandre ├╝ber die Schulter. "Wir haben echt keine Zeit f├╝r Rumgeier, entschuldigt", sagte Linhard und rannte mit Alexandre auf der Schulter zum Besprechungsraum, felsenfest davon ├╝berzeugt, dass sein Vater mithalten konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte die anderen Magier inzwischen mittels Cockatrice einfliegen lassen, sofern sie nicht vor Ort gewesen waren. F├╝r Ansgar hielt sich Dantoine in der Heilstube bereit, falls er gesundheitliche Probleme bekommen sollte. Die Magier sa├čen auf gepolsterten St├╝hlen mit hohen Lehnen um einen kreisrunden Tisch. Es gab Getr├Ąnke nach Wahl, Ciel trank vorbildlich ein Glas noch k├Ârperwarmes Blut anstelle von Kaffee, nach dem er sich insgeheim sehnte. Die T├╝r wurde ge├Âffnet und ein wohlbekannter Hintern in Robe schob sich in Kopfh├Âhe hinein, gefolgt von Linhard, der den armen Erzhexer trug. Entsetzt eilte Ciel zur T├╝r und half Linhard, Alexandre abzusetzen. Besorgt strich er ihm ├╝ber den Bauch, bis Alexandre ├Ąchzte: ┬╗Mir fehlt nichts, ich will mich setzen.┬ź Ciel geleitete ihn am Arm zu dem Platz zu seiner Rechten. Zu seiner Linken sa├č Parcival. Auch Brandur trat nun mit einigen Sekunden Versp├Ątung ein. ┬╗Setzt euch┬ź, befahl Ciel und wies auf die freien St├╝hle.

Linhard von Hohenfelde
Linhard setzte Alexandre vorsichtig ab und strich ihm die Robe glatt. "So ist es doch besser und dauerte nicht so lang. Ich hoffe es geht Dir gut, jedenfalls siehst Du schon besser aus, als beim letzten Mal. Einen Hauch ges├╝nder", sagte Linhard freundlich und setzte sich direkt neben seinen Vater, damit ihm keiner den Platz wegnahm.

Linhard von Hohenfelde
Parcival tat wie ihm gehei├čen und musterte neugierig die Runde. Er war gespannt darauf was der Prince zu erz├Ąhlen hatte, da einige sehr m├Ąchtige Magier nun zugegen waren. Er musterte den Mann neben sich, der sich bewusst komplett von seiner Magie abgeschirmt hatte und dies zus├Ątzlich ├╝ber eine Kette sicherte. Weshalb konnte Parci nur spekulieren, aber so krank wie er aussah, lag sicher genau darin der Grund. Magie konnte ein wunderbares Hilfsmittel sein, aber sie konnte auch derma├čen an den Kr├Ąften zehren, dass sie einem alles nahm. Und wer wusste, was der Mann durchgemacht hatte? Er als Himmelsauge kannte die Magie als st├Ąndigen Begleiter, ja als Lebenssinnn und -form, sie lebten mit und durch die Magie. Waren st├Ąndig verbunden, hielten Kontakt zu ihren menschlichen und gefiederten Br├╝dern und sie k├Ąmpften damit. Ein Leben ohne Magie war gleichbedeuten mit dem Tod f├╝r Parcival. Da dies hier aber eine vertrauliche Besprechung war schirmte er sich f├╝r seine Ordensbr├╝der als h├Âchstes Oberhaupt ab.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar gr├╝├čte zuerst Prince Ciel, dann Linhard und Brandur mit einem knappen Nicken, ehe er den Rest gr├╝├čte. Er setzte sich ebenfalls und musterte den Mann neben sich der ihn aufmerksam beobachtete. Warum dieser so schaute, wusste er nicht, aber der Blick war freundlich. Er beschloss nachher einmal mit ihm einige Worte zu wechseln. Er vermisste die Magie und wenigstens etwas dar├╝ber reden w├╝rde ihn aufmuntern. Ans machte es sich im Sessel gem├╝tlich und nahm sich etwas zu trinken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Werte Anwesende┬ź, begann Ciel. ┬╗Zun├Ąchst darf ich Sie alle daran erinnern, dass die Inhalte dieser Besprechung vertraulich sind, insbesondere was die reale Existenz der sagenumwobenen Bluthexerei betrifft. Sie ist kein Mythos, aber uns ist daran gelegen, dass sie einer bleibt. Da nicht alle hier einander kennen, werde ich die Versammelten kurz vorstellen. Zu meiner Rechten sitzt Marquis Alexandre de la Grange, Erzhexer der Bluthexerei und Ordensoberhaupt der Bruderschaft des Blutes. Zu meiner Linken sitzt Magistral Parcival de Coubertin, seines Zeichens Erzmagier der Geistmagie und Ordensoberhaupt der Himmelsaugen. Dort sitzen der Reihe nach Marquis Brandur von Hohenfelde, Hexenmeister der Nekromantie, sein Sohn Marquis Linhard von Hohenfelde, der zum nichtmagischen Teil der Bev├Âlkerung geh├Ârt und Chevalier Ansgar de Chouinard, ebenso Hexenmeister der Nekromantie. Ich selbst bin Hexer der Bluthexerei und mein Name ist allen bekannt.┬ź Er lie├č eine Pause, damit die Anwesenden die erhaltenen Informationen setzen lassen konnten.

Ansgar von Hohenfelde
"Eure Hoheit, Ihr werdet die Ansprache nicht umsonst gehalten haben. Ebenso nicht die Warnung bez├╝glich Eurer besonderen Magieform. Bei den geladenen Anwesenden gehe ich davon aus, dass es sich um eine magische Angelegenheit handelt. Bevor Ihr also vertraulich werdet oder ins Detail geht, ich habe der Magie abgeschworen. Ich kann Euch nur noch beratend zur Seite stehen. Falls das nicht gew├╝nscht ist, sollte ich die Verhandlung verlassen, da mir diese Informationen nicht zustehen w├╝rden. Statt meiner Person h├Ąttet Ihr meinen Bruder einladen sollen. Er verf├╝gt ├╝ber den gleichen Rang wie ich, allerdings ist er ein Geistmagier und er dient Euch. Er dient der Krone. Falls Ihr w├╝nscht, dass ich bleibe, bleibe ich. Ich wollte Euch nur darauf hinweisen", sagte Ansgar leise und h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte ihn einen Moment an. ┬╗Davard war doch ebenso geladen!┬ź Sein Blick wanderte hin├╝ber zu Linhard. Damit schob er diesem die Schuld in die Schuhe, obwohl er selbst erst gerade eben gemerkt hatte, dass noch einer fehlte. Dann blickte er Parcival an. ┬╗Bitte rufen Sie ihn mental her. Der Transport mittels Cockatrice steht ihm zur Verf├╝gung, sollte er sich gerade in gr├Â├čerer Entfernung aufhalten.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Er ist hier, mein Bruder ist im Palast Hoheit, ich habe ihn vorhin kurz gesehen als ich ankam", erkl├Ąrte Ansgar und musterte kurz seinen Sohn. Parical nickte best├Ątigend. "Macht Euch keine Sorge", sagte er freundlich und suchte mental nach Dave. Er ├╝bermittelte ihm die Einladung von Ciel und erhielt umgehend eine best├Ątigende Antwort. "Der Marquis wird gleich bei uns sein Eure Hoheit, er war soeben noch bei Eurem Bruder Dreux Gifford. Er ist auf dem Weg hierher", sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank einen Schluck Blut, um die Wartezeit zu ├╝berbr├╝cken. Brandur trank einen Schluck Wei├čweinschorle und Alexandre nahm ebenfalls Blut zu sich, nach dessen Genuss er sich verz├╝ckt die blassen Lippen leckte.

Davard von Hohenfelde
Keine 10 Minuten sp├Ąter betrat Dave den Raum und verneigte sich respektvoll vor Prince Ciel und Linhard, ehe er sich auf die andere Seite neben Ansgar setzte und ihn kurz freundlich knuffte. Ans erwiderte leicht schmunzelnd den Gru├č und reichte Dave ein Getr├Ąnk. "Ich habe mich beeilt Hoheit", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte ihm zur Begr├╝├čung kaum merklich zu. ┬╗Also noch einmal.┬ź Er wiederholte die ausf├╝hrliche Vorstellung aller Anwesenheiten f├╝r Davard. ┬╗Nun zu Ihrem Einwand, Marquis de Chouinard. Man informierte mich bereits dar├╝ber, dass Sie gegenw├Ąrtig keine Magie aus├╝ben. Dennoch w├╝nsche ich Ihre Anwesenheit und Ihren Rat. Es geht um ein magisches Siegel, das ich zu l├Âsen beabsichtige. Ein sehr altes und sehr machtvolles Siegel. Jenes in den Kellergew├Âlben des Herrenhauses von Hohenfelde in Naridien, welches Linhard mir zeigte.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave und Ansgar zogen zeitgleich scharf die Luft ein, so als h├Ątten sie dies genau f├╝r diesen Moment monatelang einstudiert. Aber das war nicht der Fall, sondern beide wussten welche Gefahren in dem Haus lauern konnten. "Eure Hoheit, ich kann nur davon abraten. Was immer dieses Siegel dort unten einschlie├čt, es w├Ąre besser es bliebe dort. Unsere Familie tr├Ągt nicht nur optisch schwarz, unser Leben war erf├╝llt von Schw├Ąrze und ich m├Âchte hier nicht ins Detail gehen. Aber seid versichert, wenn einer der unseren, ein Vorfahre von uns die Notwendigkeit sah etwas wegzusperren, dann ist es gef├Ąhrlich. Kein Hohenfelde w├╝rde sich eine t├Âdliche Waffe entgehen lassen. Keiner unserer Vorfahren hat dies getan. Jene Person, die also das Siegel schuf, hat dort etwas verwahrt, dass besser nicht in andere H├Ąnde gelangen sollte. Vielmehr muss die Person sogar zu der ├ťberzeugung gekommen sein, dass dieses "Etwas" in niemandes H├Ąnde geh├Ârt, nicht mal in seine eigenen. Darum das Siegel", warnte Dave und Ansgar nickte zustimmend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich war dort, ich habe mir das Siegel angeschaut und es untersucht. Ich kann Ihnen versichern, dass es nicht dazu dient, etwas dort unten gefangenzuhalten, sondern im Gegenteil: Der Zweck des Siegels ist es, die Bewohner des Hauses oder sonstige G├Ąste drau├čen zu halten. Es gibt eine Wesenheit, die dieses Haus bewohnt und vielleicht beseelt und ihre Essenz besteht aus Blut. Im Namen der Forschung und der Bluthexerei m├╝ssen wir sie untersuchen. Es ist ein Dienst an der Menschheit und an Souvagne. Und vielleicht auch an Ihrer Familie. Die Frage ist nicht, ob wir es zu l├Âsen versuchen, sondern wann und wie wir dabei vorgehen.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave und Ansgar musterten Ciel mit einem Blick, der nicht zu deuten war. Ihre Gesichter waren schlagartig tote, ausdruckslose Masken. Als s├Ą├čen zwei atmende Puppen vor ihm. Ansgar blinzelte in Zeitlupe und schaute dann Dave hilfesuchend an. Den hilflosen Blick konnten nur Brandur und Linhard deuten. Dave schaute Ansgar direkt in die Augen. F├╝r einen Moment v├Âllig irritiert, griff er seinem Bruder an den Hals und riss ihm die Kette ab, ehe er ihn erneut beschw├Ârend anstarrte. `H├Âr auf dieses Ding zu tragen. Das ist so, als h├Ątte Dir die Drecksau ein Sklavenjoch hinterlassen und Du tr├Ągst es freiwillig. Ich habe Dir schonmal was dazu gesagt. Gleichg├╝ltig, darum geht es jetzt nicht. Glaubst Du ihm? Etwas m├Âchte dass wir nicht hineinkommen? Wir sollen drau├čen bleiben? Hey ein Schild h├Ątte gen├╝gt - bitte nicht st├Âren. Daf├╝r ben├Âtigt es kein Siegel! Wir wollten ├╝berhaupt nicht in dem Kasten leben. Dass kann nicht sein. Ich sp├╝re keine L├╝ge im Prince, aber ich denke er ist einer Falle aufgesessen. Das halte ich f├╝r eine Falle. Bitte nicht reinkommen... was erreicht man damit bei einem Magier? Er kommt herein. Iss heute noch vom verbotenen Reis, morgen k├Ânnte er schon erlaubt sein. Nichts was einen Hohenfelde mehr anzieht, als ein Verbot. Also was ist da, was einen bei Eintritt t├Âtet? Wie bringen wir ihn von dem Wahnsinn ab? Wir sind doch nicht hergekommen, damit ein Kind unseres Gastgebers in unser Haus latscht und genau dort umkommt. Stell Dir vor er bricht das Siegel, tritt ein und was immer da ist, t├Âtet ihn. Wir haben den Tod nach Souvagne gebracht, wir haben das verdammte Haus nach Souvagne gebracht, obwohl es noch in Naridien steht. Sein Geist ist hier, seine Seuche ist hier und Linhard hat sie mitgeschleppt, ohne es zu wissen. Es hat ihn benutzt. Wir m├╝ssen mitspielen, eine L├Âsung vorschlagen und wir m├╝ssen das Haus vernichten, bevor es ein anderer kann. Wir m├╝ssen das beenden, was Lin beenden wollte aber nicht schaffte. Wir fackeln es ab, noch heute Nacht! Wir fliegen mit Kariakin hin und brennen die H├╝tte nieder!┬┤, entschied Dave und wandte sich dann mit einem L├Ącheln an Ciel. "Das sind hochinteressante Neuigkeiten Hoheit. Also verstehe ich richtig, es ist eine gesicherte T├╝r, anstatt eine Versiegelung? Wozu sollte jemand dort eine T├╝r sichern?", fragte Dave freundlich und hoffte seine Tarnung hielt, nicht bedenkend wer neben ihm sa├č.


Parcival:
Hoheit, Euer Gast l├╝gt. Er bel├╝gt Euch, da er Angst um Euer Leben hat. Er m├Âchte Euch sch├╝tzen, darum l├╝gt er. Weiter kann ich nicht in seine Gedanken eindringen, ohne bemerkt zu werden. Er ist m├Ąchtig, seine Abschirmung gro├č. Ich bin m├Ąchtiger, aber um mehr zu sehen, k├Ąme ich nur mit Gewalt an seinem Mental-Schutz vorbei, oder er lie├če mich ein. Beides w├╝rde er bemerken. Er hat Angst Herr┬┤, ├╝bermittelte Parcival Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Danke, ParcivalÔÇ╣, dachte Ciel. Der Prince schaute Davard nicht minder freundlich an, trotz der L├╝ge. In seinem Blick lag vielmehr Mitgef├╝hl, auch wenn er nichts davon aussprach. ┬╗Wozu die T├╝r gesichert ist, m├Âchte ich ja eben herausfinden. Allein schaffe ich es jedoch nicht, das Siegel zu ├Âffnen, ich habe es versucht. Es bedarf mehrerer machtvoller Magier, die gemeinsam daran arbeiten. Das werden wir sein. M├Âchte noch jemand etwas anmerken? Ansonsten schlage ich vor, dass Sie alle sich reisefertig machen. Wir brechen in einer halben Stunde gemeinsam mit dem Cockatrice auf.┬ź

Davard von Hohenfelde
Als Dave h├Ârte, wann Ciel abreisen wollte, wurde ihm flau im Magen. Der Prince rannte sehenden Auges in sein Ungl├╝ck und sie sollten ihn dabei noch tatkr├Ąftig unterst├╝tzen. Zwar war die erste Pflicht Ruhe zu bewahren, aber wie sollte er unter den Umst├Ąnden ruhig bleiben? Er musste sich ganz schnell etwas einfallen lassen. Notfalls musste er das tun, was Veyd tat, er musste l├╝gen und feilschen wie ein tamjidischer Teppichh├Ąndler. "Eure Majest├Ąt, so einfach ist das mit Siegeln nicht. Schaut wir sollten vorher besprechen, was Ihr auf dem Siegel entdeckt habt. Jeder von uns sollte in seine B├╝cher schauen, ob er vielleicht von so einem Siegel schon mal h├Ârte, ob er Informationen dazu findet und ob vielleicht dabei schon die L├Âsung ans Tageslicht tritt. Ohne Vorkenntnisse k├Ânnte es sehr gef├Ąhrlich sein das Siegel zu ├Âffnen", warf Dave freundlich ein und Ansgar nickte zustimmend. Um sich jeden unn├Âtigen Ton zu verkneifen, der sie beide auffliegen lassen w├╝rde trank Ansgar in aller Seelenruhe sein Getr├Ąnk aus um hinter dem Becher sein Gesicht zu verstecken.

Parcival:
`Das er immer noch l├╝gt muss ich Euch nicht verraten und seinem Bruder geht mit Verlaub Hoheit gerade der Arsch gewaltig auf Grundeis. Ich denke er ist die Abschirmung nicht mehr so gewohnt. Sie wollten das Haus anz├╝nden, entnehme ich den Gedanken von Ansgar und er hat Todesangst um Euch┬┤.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berlegte. Seinem Gesicht war nicht anzumerken, dass Parcival gedanklich mit ihm kommunizierte. Er zog sein Notizbuch mit der Zeichnung hervor und schob es in die Mitte des Tisches. Da der Tisch nicht allzu gro├č war, konnten alle die Kopie des Siegels sehen und wer wollte, konnte sich das Notizbuch heranziehen. ┬╗Schauen Sie, wenn sie wollen. Das ist das Siegel, die T├╝r. Wovor f├╝rchten Sie sich, Marquis?┬ź, fragte Ciel freundlich. ┬╗Die lebende Blutessenz floh, als ich sie ansprach. Sie floh in die Tiefe. Sie wirkte zutiefst verst├Ârt, dass ich sie als Wesenheit mit einem Bewusstsein identifizieren konnte. Sie f├╝rchtet uns. Allein das Siegel hinderte mich daran, sie unter meine Kontrolle zu bringen.┬ź Ciel ├╝bertrieb ma├člos. Gar nichts hatte er unter Kontrolle gehabt. Doch er war sicher, dass mit Alexandre an seiner Seite, zwei Nekromanten und zwei Geistmagiern nichts schief gehen konnte.

Davard von Hohenfelde
Dave nahm das Notizbuch zur Hand und schaute sich das Siegel lange an. Noch l├Ąnger musterte er Ciel, ganz so als wollte er in seinen Gedanken lesen. Das Bed├╝rfnis versp├╝rte Dave auch, aber er wusste dass er dies nicht durfte, jedenfalls nicht ungefragt. Vorsichtig, fast so als w├Ąre die Zeichnung ein giftiges Tier legte er sie auf den Tisch zur├╝ck. "Ich musste dort leben", antwortete Dave tonlos. "Der Abgrund ist gegen dieses Haus ein wahres Sanatorium. Ich werde nicht zusehen wie Ihr Euch in diesem Gem├Ąuer in den Tod st├╝rzt Hoheit. Das d├╝rft Ihr nicht, Ihr wisst nicht, was Ihr entfesselt. H├Ârt mir bitte zu, nichts ist doch einfacher als einem Magier mit Neugier zu k├Âdern. Jeder wissbegierige Magier ist neugierig. Aber die Neugier kostet einen manchmal Kopf und Kragen. Ich halte das Siegel f├╝r eine Falle. Einen Lockruf der Neugier um ein Opfer einzufangen, oder gleich mehrere. Ich diene der Krone, also Euch. Ich spreche offen, ich habe Euch angelogen... zu Eurem Schutz. Ich m├Âchte nicht, dass Ihr dieses Siegel brecht. Ich m├Âchte nicht, dass Ihr erneut dieses Haus betretet. Ich g├Ânne Euch jede Forschung, jede Entdeckung und jedes Abenteuer von ganzem Herzen Herr, aber das g├Ânne ich Euch nicht. Denn ich wei├č was in diesen Gem├Ąuern geschah, ich musste es ertragen. Wenn dort etwas wohnt Herr, wenn etwas in den Mauern lebt, dann ist das perverser Wahnsinn. Dieses Haus Herr lebt. Es verliert nichts. Wer es einmal betritt, wird immer wieder dahin zur├╝ckkehren. Es holt einen ein, so sagt man. Aber das ist falsch. Einmal in diesem Haus gewesen, verbindet es sich mit einem wie eine Nabelschnur. Es nistet sich in Eure Gedanken ein, setzt sich dort fest. K├Âdert Euch mit Macht oder Entdeckung, wenn das nicht funktioniert droht es Euch mit Leid und Tod. Gleich wie, Ihr werdet dem Ruf folgen und zur├╝ckkehren, wenn ihr dieses verfluchte Band nicht durchschneidet. Ich selbst hatte nicht die Kraft dazu. Ich musste erst fast sterben um zu leben. Pavo mein bester Freund und Heiler, rettete mich nach einem fast t├Âdlichen Reitunfall. Er lie├č mich nicht nach Hause zur├╝ckkehren. Ich lag monatelang im Koma. Ich war weder hier noch dort, ich trieb dahin im Nexus, losgel├Âst von allem und so verlor ich das Band zu dem Haus. Pavo nabelte mich davon ab, wie er ein Neugeborenes abnabeln w├╝rde. Ein guter Mann, dem ich viel zu oft in meiner Wut und Verletztheit Unrecht tat. Nun wir greifen stets die uns Liebenden an, da k├Ânnen wir es. Wie dem auch sei Herr, dass Haus hat Euch an der Leine, werdet sie los, oder ihr werdet das Haus nie wieder los. Ich beschw├Âre Euch zu Eurem eigenen Wohl, bitte bleibt fern", bat Dave inst├Ąndig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, dass Sie doch noch ehrlich waren. Dann unterliege ich wom├Âglich bereits dem Bann dieses Gem├Ąuers. Denn nichts k├Ânnte mich davon abhalten, zur├╝ckzukehren und einen erneuten Versuch zu wagen. Wenn dem so ist, dann bin ich verloren. Es ist die Natur der Blutnekromantie, sich selbst f├╝r andere aufzugeben und zu leiden, damit andere es nicht m├╝ssen. Vielleicht gibt es von diesen Ph├Ąnomenen noch weitere, nichts garantiert uns, dass es sich um eine Singularit├Ąt handelt. Wenn so etwas in Souvagne auftritt, m├╝ssen wir wissen, was uns erwartet. Ich respektiere Ihre Vergangenheit, Marquis, und werde weder Sie noch sonst jemanden zwingen, mich zu begleiten. Notfalls gehe ich erneut allein und wenn es wirklich das Blut ist, welches diese Kreatur anlockt, so werde ich bluten.┬ź Ciel erhob sich und steckte sein Notizbuch ein. ┬╗Wer es denn w├╝nscht, ist eingeladen, mich zu begleiten. Wir treffen uns im Hof bei Linhards Cockatrice.┬ź Ciel verlie├č den Besprechungsraum und schloss hinter sich die T├╝r.

Davard von Hohenfelde
Dave wusste nicht, was er auf den Einwand des Princen sagen sollte. Als dieser sie vor vollendete Tatsachen stellte lie├č er sich nach hinten in den Sessel sinken. "Wir ben├Âtigen Hilfe, gewaltige Hilfe. Wir m├╝ssen die Sippe zusammenrufen, wir m├╝ssen alle Magier vereinen um was immer dort unten ist zu t├Âten. Er wird sich nicht davon abbringen lassen. Da ich ihn nicht ├╝berzeugen kann, ist das einzige was wir tun k├Ânnen ihn vor Ort besch├╝tzen. Bist Du dabei?", fragte Dave Ansgar.

Ansgar von Hohenfelde
"Er hat Recht Dave... genau wie Du. Aber wie es schon hei├čt, dass Haus ist kein Monster dass man einfach erschlagen kann. Wir haben versucht es zu erschlagen, wir haben get├Ąuscht, gelogen und alles getan, was getan werden musste. Wir haben das Spiel gespielt. Nach den Hausregeln. Vielleicht wird es an der Zeit, dass Haus mit unseren Regeln zu konfrontieren. Und letztendlich wissen wir beide, entweder wir t├Âten es, oder es t├Âtet uns. Dich vielleicht nicht mehr, aber mich schon. Fehlt nicht mehr viel dazu. Aber wenn es meinen verlausten Pelz haben will, dann soll ich verdammt sein, wenn es daf├╝r nicht den gr├Â├čten Preis bezahlt. Und warum sollten wir die H├╝tte nicht abfackeln? Vielleicht sollten wir abfackeln was sich in diesem Panikraum eingeschlossen hat... wir ben├Âtigen Melville!", grinste Ansgar diabolisch.

Linhard von Hohenfelde
"Panikraum?... Damit k├Ânntest Du Recht haben Papa. Du hast versucht Paps zu retten und ihr habt Euch vers├Âhnt. Wir wollten Dich besuchen um Dir zu sagen, dass Du in der Familie willkommen bist, wenn Du es w├╝nscht Ansgar. Zu unseren Bedingungen, auf unserem Pfad. Aber was Du gesagt hast, zeigt dass Du den gleichen Weg w├Ąhlst wie wir. Komm zur├╝ck. Ich wollte Dich mit Wolfi, Dave und Co besuchen, damit Du Dich nicht ├╝berrumpelt f├╝hlst. Und ich wollte Dir das Angebot machen. Unsere T├╝r steht Dir offen, ob Du es annimmst ist Deine Entscheidung. Aber ich werde Dir nie vergessen, was Du f├╝r Paps Brandur getan hast. Was Du damals im Hof der Cantillions versucht hast. Die beste Art sich die Zukunft zu versauen ist in der Vergangenheit zu leben. Neuanfang Ansgar? Wir beide? Lasst uns das Haus zusammen erschlagen und mit ihm den Weg komplett beerdigen den es diktierte. Und falls Du einen Denkansto├č ben├Âtigst, wir haben Archibald hierher eingeladen... um ihn und seine Leute auszuschalten. Ich habe mich von ihm um den Finger wickeln lassen und ich wei├č nicht warum. Ich habe gesehen was er tat, aber war er in meiner N├Ąhe, war er anders. Ich glaubte das zumindest. Aber als ich mit Ciel im Haus gewesen bin, sah ich was er tats├Ąchlich war. Ich habe die Leichen gesehen, alle Papa. Einmal mit Paps Brandur, einmal mit Ciel. Es muss enden und wir m├╝ssen es schaffen uns zu vers├Âhnen, sonst hat es gewonnen", sagte Lin schlicht.

Brandur von Hohenfelde
Brandurs Blick und seine gesamte K├Ârpersprache dr├╝ckten den Stolz aus, den er f├╝r seinen Sohn empfand. ┬╗Du hast mir im Hof der de la Cantillions die Hand gereicht, als ich starb. Ich habe sie gern angenommen. Wir sind schon l├Ąngst keine Feinde mehr, Ansgar. Lass uns zusammen diesem Spuk ein Ende bereiten. Erst das Haus, dann Archibald. Und dann haben wir endg├╝ltig Ruhe und alle Altlasten beseitigt. Dann k├Ânnen wir endlich nach vorn schauen und m├╝ssen nicht mehr daran denken, was uns dereinst wieder fuhr. Wir l├Âsen nicht nur das Siegel, sondern l├Âsen auch den Bann, der uns in seinen Klauen h├Ąlt. Ich f├╝r meinen Teil bin bereit. Zwei mal bin ich gestorben. Ein drittes Mal wird das Haus mich nicht bekommen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Weise Worte Paps, ein drittes Mal wird es Dich auch nicht bekommen. Der Bunker bekommt keinen mehr von uns und diese widerlichen D├╝sterlinge auch nicht. Die rotten wir mit Stumpf und Stil aus. Sie dienen doch dem Ding! Paps sollen wir Dave und Ansgar die Wahrheit ├╝ber Archibald offenbaren? Es k├Ânnte im Haus wichtig sein", raunte Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Du willst es ihnen unbedingt sagen ... gut. Sie sollen es erfahren. Aber Dunwin aka Aimeric wird nichts davon erfahren, h├Ârt ihr? Er wird es nicht erfahren! Ich f├╝rchte, dieses Wissen k├Ânnte seine Treue uns gegen├╝ber auf eine harte Probe stellen. Davard, Ansgar - Archibald ist ein weiterer Spr├Âssling Alastairs. Er ist mein Halbbruder. Alastair zeugte den Abschaum mit seiner Geliebten, er ist sein Lieblingskind und er nannte ihn Erchan. Archibald wei├č davon ebenso wenig wie mein kleiner Bruder Dunwin. Sie wissen es doch noch immer nicht, hoffe ich?┬ź Fragend betrachtete Brandur seinen Jungen.

Linhard von Hohenfelde
Lin sch├╝ttelte in Zeitlupe den Kopf und beobachtete Dave der Brandur nur entgeistert anstarrte.

Davard von Hohenfelde
"Dunwin aka Aimeric? Aimeric ist DUNWIN???", bellte Dave au├čer sich vor Wut. "Ich habe doch gleich gewusst, dass an dieser Ratte was faul war! Wieso war dieser hinterfotzige Drecksarsch so schleimig freundlich zu mir? Um sich an mich heranzuwanzen! Ich h├Ątte ihn vom Greif treten sollen, ganz so wie es mir mein Gef├╝hl geraten hat! Aber nein, ich dachte es w├Ąre das alte Blut dass in mir sang. Es sang nicht nur, es br├╝llte mach die Glubscher auf, da ist die Drecksau in Kognikto die Dich jahrelang durchficken lie├č, tritt zu, nur ein einziger Tritt und das Schwein stirbt ein zweites Mal. Und diese verfilzte Sackratte, diese ausgeschissene Missgeburt aus dem Abgrund rennt hier seelenruhig rum und keiner unternimmt was? ICH unternehme was - JETZT!", fauchte Dave und st├╝rmte wie ein d├Ąmonischer Derwisch zur T├╝r heraus.

Ansgar von Hohenfelde
"Und weg ist er, da geht er hin und t├Âtet Aimeric, ich hoffe es wird lange, unsauber und sch├Ân qualvoll. Ich gehe mal gucken Ihr Lieben", lachte Ansgar und folgte Dave im Schneckentempo.

Linhard von Hohenfelde
Linhard drehte sich in Zeitlupe zu Brandur um und zog millimeterweise eine Augenbraue hoch. "Paps", st├Âhnte Lin und nickte Richtung T├╝r. "Aimeric wollte es doch wieder gut machen. Jedenfalls ein bisschen. Hast Du Dave je so erlebt? Wir sollten ihnen nach. Dave ist kein K├Ąmpfer, Dunwin wird ihm vielleicht etwas antun", keuchte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur bekam das Wutgebr├╝ll genau ins Gesicht und war froh, dass der Tisch zwischen ihnen war. Als Davard und Ansgar den Raum verlassen hatten, wandte er sein Gesicht Linhard zu. ┬╗Es war ein Versehen, tu nicht so, als w├╝rdest du nie Fehler machen.┬ź Das Gesicht von Alexandre wurde ziemlich grantig, als ihm d├Ąmmerte, was mit Aimeric de la Cantillion geschehen sein musste. Brandur sprach hastig: ┬╗Marquis und Magistral, entschuldigt mich bitte. Ich bringe die Sache wieder in Ordnung.┬ź Klopfenden Herzens ging er so seri├Âs er nur konnte vor die T├╝r und schloss sie hinter sich. Ansgar sah er den Flur entlang schleichen, Dave verschwand gerade um eine Ecke. Er konzentrierte sich und rief den Geist von Kunwolf herbei.

Kunwolfs Geist
Kunwolf materialisierte sich genau vor Brandur und musterte ihn freundlich. "Bruder...", kam der ├╝bliche Gru├č, so wie sich die Hohenfelde-Geschwister meist gr├╝├čen, solange sie noch freundschaftlich verbunden waren. Da Kunwolf seinen Bruder Brandur wieder als Bruder und nicht mehr als Verr├Ąter sah, gr├╝├čte er ihn dementsprechend.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dem Abgrund sei dank, Kunwolf┬ź, sprach Brandur erleichtert. ┬╗Du hast eine Aufgabe. Davard ist soeben in dieser Richtung unterwegs, um unseren lieben Bruder Dunwin zu t├Âten. Halt ihn auf. Fahre in seinen Leib und lass ihn hierher laufen und sich wieder setzen. Ich hoffe, das funktioniert auch bei einem potenten Geistmagier. Sicher bin ich mir da leider nicht, da Aimeric keine Geistmagie beherrschte und die Besetzung daher einfach war. Ansgar hole ich eigenh├Ąndig zur├╝ck, er d├╝rfte nicht das Problem sein.┬ź

Kunwolfs Geist
"Ob ich ihn aufhalten kann wei├č ich nicht, aber ich kann ihn sicher einen Moment irritieren oder festhalten. Vergiss Ansgar, den holst Du noch in 20 Jahren ein. Ich pack mir Dave und halt ihn einen Moment auf, dann pack ihn Dir. Beruhige ihn, Du bist jung, schau Dich an. Er hat zwanzig Jahre mehr auf dem Buckel. Lauf los", sagte Kunwolf und l├Âste sich auf. Vor Dave materialisierte er sich erneut, aber entgegen seiner Hoffnung blieb Dave nicht verdutzt stehen, sondern schlug im Laufen einfach einen Haken um Kun und rannte weiter. "Schei├če", fauchte Kun und nahm seinerseits die Verfolgung auf. Da er nicht laufen, sondern nur schweben musste, hatte er Dave bald eingeholt und fuhr in seinen K├Ârper. Kun sp├╝rte einen gewaltigen mentalen Schlag der seine gesamte Substanz ersch├╝tterte, als Dave ihn sofort mit aller Macht angriff. Ein Geistmagier konnte keine Toten Angreifen, aber die Seele selbst schon. Es war ein Angriff auf den Verstand und scheinbar war er das irgendwie noch. Er war k├Ârperlos doch er brannte vor abgrundartiger Qual, bis ihm auffiel, dass er die Schmerzen gar nicht sp├╝rte, sondern dass dies Daves Schmerzen waren. Kun riss sich so gut zusammen wie er konnte und versuchte Dave zu beruhigen. Gl├╝cklicherweise blieb dieser einen Moment stehen und die Schmerzen besserten sich. Kun d├Ąmmerte schlagartig, dass Dave ihn gar nicht angegriffen hatte, sondern dass er dessen Schmerzen... dessen Knochen und R├╝ckenschmerzen eins zu eins sp├╝rte, weil dieser so gerannt war. Und er begriff, was sein Bruder seinem Neffen vor Ewigkeiten angetan haben musste, wie auch der Unfall. Kunwolf verlie├č Dave wieder und schaute seinen Neffen an. Wortlos gab er den Weg frei.

Davard von Hohenfelde
Dave stand schwer atmend vor Kunwolf und r├╝hrte sich nicht vom Fleck. Nun war es an ihm seinen Onkel verwirrt anzugucken. Er hatte sich nicht mal gegen den Geist gewehrt, noch nicht, er hatte sich erst gesammelt, aber irgendwas schien ihn vertrieben zu haben. Und dem Gesicht nach zu urteilen, d├Ąmmerte Dave was es war - Erkenntnis und Verst├Ąndnis. Was immer der Mann f├╝r seinen Bruder einst empfunden hatte, trat hinter dem was er selbst empfand zur├╝ck. Unschl├╝ssig was er nun tats├Ąchlich tun sollte, wartete er freiwillig auf Brandur.

Brandur von Hohenfelde
Brandur rannte den Flur entlang, ├╝berholte den in aller Ruhe einherkriechenden Ansgar und hetzte Davard hinterher. Es stimmte, Brandur war j├╝nger und hatte kein gebrochenes R├╝ckgrat mehr, doch Dave wurde von der Wut des Verzweifelten getrieben. Es war Brandur erst nach langem Lauf m├Âglich, ihn einzuholen. Und da stand er bereits und rannte nicht mehr. Davard stand einfach nur da. ┬╗Dunwin wollte es wieder gut machen, darum war er so freundlich┬ź, erkl├Ąrte Brandur keuchend und hob etwas die H├Ąnde. ┬╗Um ihm die M├Âglichkeit zu geben, schenkte ich ihm diesen K├Ârper. Ich hielt das f├╝r fair und eine gute M├Âglichkeit, euch beiden etwas Gutes zu tun.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave drehte sich zu Brandur um und schaute ihm in die Augen. "Mir? An mir war nie irgendwer interessiert, bis auf die Bestie und auf das Interesse h├Ątte ich gerne verzichtet. Du hast ihn vermisst, die Person die ich nie kannte. Diesen anderen Dunwin, der freundlich sein konnte, der mit anderen gescherzt hat. Aber Du hast vergessen, wer Dir den R├╝cken brach und wer Kunwolf t├Âtete. Wer mit der Bestie im Bett. Wer Deine Kinder aufschlitzte und wer auch mein Kind t├Âten wird, wenn er dazu eine Gelegenheit bekommt. Was wollte er wieder gut machen? Er hasst uns und nicht nur mich. Ich habe seinen Hass nur ├╝berlebt. Kunwolf gab den Weg frei. Aber wo meine Wut etwas abgek├╝hlt ist, eine Frage - wo ist der Spender? Wo ist Aimeric? Ist Aimeric ein Ghul?", fragte Dave und lehnte sich mit dem R├╝cken gegen die Wand. Er verfluchte seine Knochen und w├╝nschte Varmikan und Puschel w├Ąren an seiner Seite.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war erleichtert, dass Davard mit ihm redete. Doch er wurde immer ernster, als es um seinen kleinen Bruder ging. Brandur bekam extreme Kopfschmerzen. Er lie├č davon nichts nach au├čen dringen und riss sich zusammen. ┬╗Dunwin ... ist nicht mehr derjenige, der meine Familie t├Âtete oder derjenige, der die Bestie entfesselte und dich ihr zum Fra├č vorwarf. Dieser Dunwin ist tot. Er starb mit seinem K├Ârper. Der Dunwin, den ich beschwor, das ist jener, den ich als Kind kannte und liebte. Gib ihm eine Chance, bitte. Sprich nur einmal mit ihm, ein einziges Mal und urteile selbst. Aimeric ist ... nun ja. Kennst du Tiefseeanglerfische? Das Weibchen ist so gro├č wie ein Ball und das M├Ąnnchen so klein wie ein Streichholz. Nach der Verpaarung verwachsen die beiden, das M├Ąnnchen schrumpft und verschrumpelt, es wird zu einem K├Ârperteil des Weibchens und ein Teil von dessen Blutkreislauf. Das ungef├Ąhr ... ist mit Aimerics Seele geschehen, vermute ich. Vielleicht ist er auch ganz verschwunden. F├╝r Genaueres m├╝sste ein Geistmagier die beiden untersuchen. Dunwin ist jedenfalls kein Ghul. Was wir in Aimerics Gestalt vor uns sehen ist echtes Leben, Dunwin in neuer Gestalt. Und ich muss gestehen, dass ich sehr stolz auf dieses Projekt bin.┬ź

Davard von Hohenfelde
"Du bittest mich um Gnade f├╝r Dunwin? Ich w├╝rde Dir v├Âllig anders antworten, w├╝sste ich nicht was Du selbst durchgemacht hast. Und in der Zeit wo ich hier rede, h├Ątte ich ihn schon t├Âten k├Ânnen. Aber gut, reden wir. Ob er heute stirbt oder morgen, was macht ein einziger Tag. Manchmal macht es eine Sekunde, aber mein Kind wird sicher verwahrt. Sicherer als Du Dir vorstellen kannst. Aber ich denke Du wei├čt, wer ihre Amme ist und sich liebevoll um sie k├╝mmert und wer bei uns Dauergast ist?", fragte Dave und wischte sich dann mit der Hand ├╝bers Gesicht. "Ich m├Âchte Dir nicht drohen... ich m├Âchte dass es ein Ende findet. Ich m├Âchte keine Angst mehr haben und so lange er und die Bestie existieren, werde ich immer Angst haben. Um mich selbst nicht mehr, dass ist vorbei... das h├Ârte irgendwann auf als ich es akzeptierte... aber sie werden meine Tochter nicht bekommen. Weder Dunwin noch die Bestie und wenn ich dabei drauf gehe, dann ist es so. Das ist meine Berufung, meine Daseinsberechtigung, meine Bestimmung und mein Zweck. Meine Aufgabe als Vater. Und Du sagst mir, ich soll diesem Mann verzeihen? Ich glaube er wei├č nicht einmal was er mir angetan hat. Jedenfalls hat er kein Begreifen daf├╝r, was er tat, was seine Handlungen bewirkten. Und falls er es hat, waren sie ihm egal. Und das bereut er? Wieso sollte er es jetzt bereuen? Er h├Ątte all die Jahre dazu Zeit gehabt. Ich erwarte keine Reue, keine Entschuldigung, ich erwarte gar nichts. Wenn er mir einen Gefallen tun wollte, dann h├Ątte er sich von mir abgewandt und mich einfach nur in Ruhe gelassen. Aber weder er noch die Bestie k├Ânnen oder wollen es. Wann sind sie zufrieden? Wenn ich freiwillig mitspiele? Das tat ich schon. Hat auch nichts gebracht. Wollen sie meinen Tod? Ich starb schon, keiner war lebendig jemals so tot wie ich. Nicht mal ein Ghul oder ein Vampir, da frage ruhig Pavo. Also was wollt Ihr wirklich hm?", fragte Dave ohne jede Anklage in der Stimme und musterte Brandur.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wir wollen den neuen Weg gehen┬ź, antwortete Brandur ruhig. ┬╗Ich bin keine Gefahr f├╝r dein Kind, falls du das f├╝rchtest. Dunwin wird mir helfen, Archibald umzubringen. Sp├Ątestens dann wirst du sehen, dass er aufrichtig bereut. Warum er zu Lebzeiten nichts unternahm, um dir zu helfen ... weil er nicht konnte. Auch ich habe weggesehen und wie sehr es mich schmerzt, das habe ich versucht, dir bei den Verhandlungen damals zum Ausdruck zu bringen. Auch ich habe viel wieder gutzumachen. Ich versuche Linhard zu geben, was ich meinen leiblichen Kindern nicht geben konnte. Und mein Wunsch war es ... dass auch Dunwin die Gelegenheit bekommt, einen Teil seiner enormen Schuld wieder abzutragen, bevor der Abgrund ihn zu sich nimmt.┬ź

Davard von Hohenfelde
"Ich f├╝rchte Dich nicht Brandur, im Gegenteil Du hast uns beigestanden gegen Archibald als er in unerem Haus sein Unwesen trieb. Aber alte Gewohnheiten lassen sich schwer ablegen, vor allem wenn man w├╝tend oder einfach nur noch grenzenlos m├╝de ist. Die Drohung galt nicht Dir, sie galt Dunwin. Der neue Weg, z├Ąhlt Ehrlichkeit nicht dazu? Nun Du warst wenigstens jetzt ehrlich. Du schuldest mir nichts, da Du nach unserer Verhandlung Dein Wort gehalten hast und ich hielt meines ebenso. Wenn Du meinst mir etwas zu schulden, dann gib das Irmina, was Du mir als Onkel h├Ąttest geben sollen. Gut, ich vertraue Dir auf Vorschusslorbeeren. Er bekommt seine Chance, weil ich sie Dir gew├Ąhre. Aber nicht weil er mir irgendetwas bedeutet. Ich lasse ihn leben, damit er die Bestie t├Âtet. Nicht mehr. Was immer Du mit Aimeric getan hast, ist zwar eine magische Glanzleistung, aber ich glaube Aimeric war mehr wert als Dunwin jemals sein k├Ânnte. Und mal ehrlich Brandur, hat er damit nicht eine weitere Familie ins Ungl├╝ck gerissen? Oder uns eventuell, wenn ich ihn jetzt angehe? Beharre ich auf meiner Rache, greife ich scheinbar grundlos einen de la Cantillion an. Sogar einen weit entfernten Verwandten. Sein Vater, seine Onkel, sein Gro├čvater sie werden ihn besch├╝tzen. Den Parasiten in Aimerics H├╝lle. Und sie werden uns den Krieg erkl├Ąren. Meine Handlung w├╝rde nicht nur auf mich, sondern auch auf Linhard zur├╝ckfallen, auf uns alle. Alles was wir erreicht h├Ątten, viele damit? Oder falle nur ich? Dunwin so zu verzahnen war taktisch sehr gut und klug. Aber f├╝r den Wennfall ihn aus dem Weg r├Ąumen zu m├╝ssen, eine Katastrophe. Gut, wenn er einfach entschwebt wohl nicht. Wenn ich ihm neue 50 L├Âcher bohre, dann schon. Ich kann Dir nicht sagen wo Aimeric geblieben ist, ich k├Ânnte es aber nachpr├╝fen. Also die Wut ist verraucht und ich Danke f├╝r die Einsicht. Es w├Ąre dumm unsere Familie f├╝r einen Verr├Ąter zu gef├Ąhrden. Seine Uhr tickt auch in diesem K├Ârper. Seine Existenz sei ihm geschenkt f├╝r unser aller Wohl. Wir sollten Prince Ciel folgen. Denn dort wartet vielleicht die Wurzel des ├ťbels und das war Dunwin nie. So sehr er sich das auch w├╝nschte, er war nur ein Lakai", sagte Dave traurig.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wir alle waren das, Davard. Nur du nicht. Du hast nie B├Âses getan, obgleich vom selben Blute und in dem selben Gem├Ąuer aufgewachsen. So wenig wie Ansgar. Ihr beiden wart die einzigen erwachsenen Hohenfeldes, die schon lange vor Linhard und mir planten, den alten Weg zu verlassen. Ja, es war Kalk├╝l, Dunwin ausgerechnet in Aimeric zu stecken. Er lebt jetzt wie die Made im Speck und vollkommen sorglos. Aber ich finde, das sei ihm geg├Ânnt. F├╝r Kunwolf findet sich ebenso noch eine sch├Âne H├╝lle.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave lachte leise und schaute auf den Boden, ehe er den Blick wieder hob und Brandur freundlich musterte. "Nein, da irrst Du Dich, so schmeichelthaft Dein Irrtum auch ist. Ich habe gar nichts geleistet, ich bin nur weggelaufen. Und nicht einmal das mit Erfolg, sondern Pavo hielt mich von vielen Dummheiten ab. Entweder war ich ohne Arbeit Stunden oder Tagelang im Nexus oder ich habe mich volllaufen lassen um nichts zu f├╝hlen. Feierabendbierchen - verbirgt sch├Ân die Mehrzahl, klingt nach einem hm? Ich habe alles gesoffen, sogar Brennspiritus, Hauptsache ich konnte vergessen. Aber ich habe nichts vergessen, denn irgendwann wir jeder wieder n├╝chtern. Zumindest teilweise. Und auch ich tat B├Âses. Ich verdiente mein Geld mit Mord, Erpressung und Buchhaltung. Ich habe es schlie├člich von der Pieke auf gelernt. Allerdings erf├╝llte ich meinst nur die Mordw├╝nsche anderer und kaum eigene. Aber ich f├╝hrte kein Leben jenseits des Hohenfelde-Idols. Den Weg verlassen wollte Ansgar und zwar ganz bewusst und er wollte mich mitnehmen. Und ich wollte gerne mit gehen. Er hat mich immer besch├╝tzt. Stets war er f├╝r mich da, er hat mich sogar dann als Bruder besch├╝tzt, wenn er die Strafe kassierte, wenn er daf├╝r blutete. Und konnte ich es ihm je sagen? Nein. Wie muss er sich gef├╝hlt haben, wo er alles gab und als Dank Misstrauen erntete? Ich wollte ihm vertrauen, dass wollte ich wirklich wei├čt Du? Aber ich habe mich immer nur gefragt, wann er anfangen w├╝rde. Wann er mir das erste mal ins Gesicht schl├Ągt oder mich nachts aus dem Bett rei├čt um mir irgendwelche Dinge unter die Haut zu schieben bis ich vor Schmerzen fast draufgehe. Er tat so etwas nie. Er hat mich sogar damals in Obenza besch├╝tzt als mich Fremde angefallen haben. Ich h├Ątte ihm nur einmal gerne im Leben gesagt, was er mir bedeutet und wie sehr ich ihn liebe. Aber ich kann es nicht. Ich bin so verdreht und kaputt, dass ich mich trotz allem sogar vor ihm f├╝rchtete. Ich bin ein Wrack Brandur, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht. Ich kann es nicht mal Pavo sagen, der mich wieder zusammenflickte, obwohl es sich nicht f├╝r ihn lohnte. Vermutlich hat mein Vater ihn nicht mal daf├╝r bezahlt. Und ich meine das nicht selbstmitleidig, sondern mir tun die anderen leid, die mich Stockfisch ertragen mussten. Aber so ehrlich bin ich, dass ich mich nicht mit fremden Federn schm├╝cke, Ansgar geb├╝hrt der Dank des ersten Schrittes auf dem neuen Weg. Auch wenn er zaghaft und holperig war. Aber keiner von uns ist diesen Weg jemals gegangen. Und zu einem neuen Weg geh├Ârt der erste Schritt nicht wahr? Drum schenke ich Dunwin sein Leben, denn im Grunde schenke ich es allen anderen Unschuldigen - auch Dir. Eine H├╝lle f├╝r Kunwolf? Dann sollte sie magisch sein, vermute ich. Alle Himmelsaugen sind Geistmagier...", schmunzelte Dave.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war k├Ârperlich dank der Magie zwanzig Jahre j├╝nger als sein Neffe, aber er f├╝hlte sich noch immer als Onkel, der einen Jungen h├Ątte sch├╝tzen m├╝ssen, es aber nicht getan hatte. Er konnte ihn nicht in den Arm nehmen, auch heute nicht. So wenig wie Davard seinem Bruder danke sagen konnte. ┬╗Ich werde es ihm f├╝r dich sagen┬ź, bot Brandur an. ┬╗Und Ansgar mag dich an meiner Stelle umarmen.┬ź Er schmunzelte, als Davard seinen Vorschlag unterbreitete. ┬╗Pst, denke nicht zu intensiv ├╝ber diese Idee nach. Auch so etwas lesen sie. Kunwolf soll f├╝r uns denken, ihn verm├Âgen sie nicht auszulesen, da er tot ist. Er soll sich umschauen. Remy de Remuer h├Ątte mir selbst als Spender gefallen, aber mein Sohn hatte etwas dagegen.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar blieb neben Brandur stehen, ehe er Dave einfach in den Arm nahm und an sich dr├╝ckte. "Ich wusste es auch so Davy, aber es zu h├Âren ist wundersch├Ân", sagte Ans total aus der Puste. "Das hast Du sch├Ân gesagt, sag es auch dem alten Gobo. Er hat es verdient. Wobei, wenn man es so h├Ârt, dass es f├╝r andere Ohren bestimmt ist, nicht mal f├╝r einen selbst, ist es sogar noch sch├Âner. Brandur hat Recht und vor allem Ciel hat Recht. Was wenn es nicht nur eines von diesen H├Ąusern gibt? Sollten wir das nicht kl├Ąren? Und sind wir dann nicht wie die anderen, die einfach weggeschaut haben? Was machen wir denn anderes, wenn wir den Deckel darauf lassen? Wenn es keine anderen gibt wunderbar. Und falls doch, warten vielleicht andere auf Hilfe. Auf Hilfe die niemals kommt, weil wir uns dr├╝cken? Was h├Ątten wir daf├╝r gegeben, wenn nur einmal irgendwer sich zwischen uns und sie gestellt h├Ątte. Das habe ich Massimo vorgehalten. Bin ich besser wenn ich den Deckel zulasse und gar nicht drunter gucken will? Wir sind trotz allem Hohenfelde Davy, wie die neuen davon aussehen bestimmen wir. Wir waren noch nie feige und Du bist es auch nicht. Manchmal ist Flucht die einzige M├Âglichkeit Dave", sagte Ansgar. Er musterte Brandur und h├Ârte seinem Onkel genau zu. "Maurice de la Cantillion oder Jules de Mirault sind hier am Hofe, allerdings sind beide m├Ąchtig. Vielleicht sollte er einen Novizen w├Ąhlen", erkl├Ąrte Ansgar und griff auf seine Gabe, ehe er sie wieder sanft loslie├č und breit grinste.

Brandur von Hohenfelde
Brandur mochte es nicht, wenn ihn jemand belauschte, aber in dem Falle war das vielleicht sogar gut gewesen. Er r├Ąusperte sich verlegen und blickte bierernst drein. ┬╗Wohl gesprochen. Der Prince wartet sicher bereits auf uns, wenn er nicht schon allein abgeflogen ist. Ist die halbe Stunde schon rum? Nun, wir werden es sehen.┬ź Brandur gab den Weg vor und begab sich zu der Stelle, wo der Cockatrice bereits gesattelt wartete samt einem sehr ungeduldig aussehenden Ciel, der gerade einen Dienstboten wegen irgendeiner Lappalie zusammenstauchte.

Davard von Hohenfelde
Dave, Kunwolf und Ansgar waren Brandur gefolgt. "Verzeiht Herr, wir mussten noch eine Kleinigkeit besprechen. Aber wir haben uns geeinigt Euch zu unterst├╝tzen. Ihr habt Recht. Wenn wir es heute nicht zuende bringen dann nie. Wir stehen Euch bei", sagte Dave freundlich.

Linhard von Hohenfelde
Linhard gesellte sich dazu und dr├╝ckte Ciel zur Begr├╝├čung. "Man war das turbolent. Wollen wir nicht noch Bellamy mitnehmen, ich hole schon mal Aqui....laaaaaaaaaa eieiei", st├Âhnte Lin und schnappte sich Ciel. "Ksss wir haben die Babys auf Aquilla vergessen", st├Âhnte Lin und er fand dass er in letzter Zeit ziemlich viel st├Âhnte. Er schnupperte kurz an Ciel, grinste und lie├č ihn wieder los.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, ich stinke heute. Wenn du es wissen willst, ich bin auch nicht rasiert, ungek├Ąmmt und habe weder z├Ąhnegeputzt noch frische Unterw├Ąsche angezogen. Die Babys ... die Babys!┬ź Ciel riss entsetzt die Augen auf. ┬╗Au wei.┬ź Er winkte einen Dienstboten heran, dr├╝ckte ihm die die Tasche mit den beiden eingewickelten Leichnamen in die Hand und befahl: ┬╗In die K├╝hlkammer. Eingewickelt belassen und nichts dazu legen. Der Inhalt ist pers├Ânliches Eigentum der Marquises von Hohenfelde.┬ź Der Dienstbote nickte und brachte das Gep├Ąck weg. ┬╗Ich wollte ├╝brigens gerade aufbrechen, ich habe nur noch auf Alexandre gewartet. Ah, da ist er.┬ź Der Erzhexer qu├Ąlte sich gerade, genau so langsam wie zuvor Ansgar, die Palasttreppe hinab. Da Zerbino ihm nicht half, eilte Brandur hinzu und hakte ihn unter. Ciel registrierte es wenig begeistert. ┬╗Parcival begleitet uns nicht, wie es aussieht. Dann mal alle auf das Huhn.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Parcival: Sein gewaltiges Drachenhahn landete neben dem Tier von Ciel und schaute zu ihm herab, genauso wie der Magistral der Himmelsaugen. "Ich bin an Eurer Seite Herr, dass ist doch selbstverst├Ąndlich. Aber ich reise auf meinem Tier, sollte etwas sein, ich stehe Euch stets bei. Sind wir vollz├Ąhlig oder kommt noch jemand mit?", hakte er nach.

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte dankbar. "Ich wei├č dass doch, ich bin nicht gepflegter. Es war nur Dein vertrauter Geruch seit gestern, Dir nah sein f├╝r den Kampf. Wir waren ein gutes Team, wir sind es noch. Und da drinnen Ciel geben wir die F├╝hrung, bis zu dem Siegel. Danach ist das ganze unter Deinem Kommando. Und sollten wir das wuppen, dann sollten wir uns ein Wochenende im Tal entspannen. Ich lade Dich ein. Danke f├╝r alles", fl├╝sterte Lin ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte ehrf├╝rchtig das gewaltige Tier hinauf. "Das freut mich", sagte er etwas kleinlaut und mit zu hoher Stimme. "Bellamy wollten wir noch mitnehmen. Die Himmelsaugen sollen ihn suchen und derjenige, der am n├Ąchsten bei ihm ist, soll nach ihm schicken. Wenn Bellamy es f├╝r erforderlich h├Ąlt, soll er ruhig ein oder mehrere weitere Gardisten seiner Wahl mitnehmen." Als Lin ihm ins Ohr fl├╝sterte, bekam Ciel eine G├Ąnsehaut. Ihm gefiel es etwas zu gut, was Linhard sagte. "Ja, das waren wir ... ein gutes Team. Dich m├Âchte ich nicht zum Feind haben. Ich freu mich auf das Wochenende im Tal."

Linhard von Hohenfelde
"Dito", wisperte Lin zur├╝ck und lie├č ihn los um auf Aquilla zu steigen. Von oben musterte er Ciel einen Moment und verkniff sich ein Grinsen. Es war schon gut gewesen, dass sie ziemlich m├╝de gewesen waren. Sie verstanden sich wirklich gut, sie w├╝rden gute Kampfgef├Ąhrten abgeben. Seite an Seite in der Schlacht oder auch zwischen den Laken. Nun grinste Lin doch und reichte seinem Vater die Hand.

Davard von Hohenfelde
Dave verharrte einen Moment und rief Kariakin mental zu sich. Der gro├če Greif gesellte sich ebenfalls zu der Gruppe dazu und war mit Abstand das gr├Â├čte Fluggesch├Âpf dass unter ihnen stand. "Bellamy und einige weitere k├Ânnen gerne mit mir reisen", bot Dave an und schaute von Lin zu Ciel, er grinste kurz und schaute dann einfach in den Garten. Die beiden teilten mehr als den drei-Tage-Bart, aber er g├Ânnte es ihnen.

Brandur von Hohenfelde
"Wo bleiben deine Manieren?", fragte Brandur mit einem Schmunzeln. Er half zuerst dem angeschlagenen Alexandre hinauf zu Parcival und war ihm auch beim Anlegen der Gurte um die H├╝fte behilflich. Dabei genoss er den biestigen Blick des Prince in seinem Nacken. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, setzte Brandur sich hinter Alexandre und gurtete sich dort fest. Als Ciel vor Wut rote Wangen bekam, zwinkerte der Hexenmeister Linhard zu. "Ich dachte, ihr zwei wolltet vielleicht ungest├Ârt reisen." So schnell wie Ciels Zorn gekommen war, verpuffte er auch wieder. Er kletterte hinter Linhard, schnallte sich an und w├╝rdigte Brandur keines Blickes mehr.

Linhard von Hohenfelde
Linhard setzte gerade zu einer Entschuldigung an, als er mit einmal verstand, was Brandur bezweckte. Er grinste ├╝ber beide Ohren und sicherte Ciel hinter sich. "Keks Paps", freute sich Lin. Gleichg├╝ltig was zwischen ihm und Ciel noch entstehen w├╝rde, sie waren Freunde und sogar eine Familie geworden und Brandur zurrte es gerade fest, so wie er die Gurte um Ciel festzurrte, damit ihm nichts geschehen konnte. "Sch├Ân dass Du mit mir reist", sagte Lin gut gelaunt.

Bellamy Bourgeois
Bellamy trat gemeinsam mit Boldi nach drau├čen. Er gr├╝├čte alle knapp und gesellte sich dann zu Dave um mit auf den gro├čen Greifen zu steigen. Nachdem er sa├č, zog er Boldi mit auf das Tier. "Na dann, ich bin gespannt was uns erwartet Hoheit", sagte er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
"An den Humor deiner Familie werde ich mich wohl nie gew├Âhnen", murrte Ciel, aber das Murren war nur noch pro forma. "Aber so k├Ânnen wir ungest├Ârt l├Ąstern", antwortete er grinsend. Er wartete, bis auch Belly und Boldy sich festgeschnallt hatten. Dabei stellte er fest, dass die zwei sich ziemlich ├Ąhnlich sahen. Wenn er sich recht entsann, waren sie auch beide Waisen. Er w├╝rde bei Gelegenheit eine entsprechende Untersuchung veranlassen. "Uns erwartet ein menschenfressendes Haus, Bellamy, blutende W├Ąnde und k├Âpfekochende Irre. So, alle bereit? K├Ânnen wir los?"

Jules de Mireault
Jules gesellte sich einige Augenblicke sp├Ąter ebenfalls dazu und Parcival zog seinen Kollegen mit auf den gewaltigen Drachenhahn. Jules sicherte sich und lie├č seinen Blick einmal kurz ├╝ber die Gruppe schweifen. Also wenn die Macht nicht ausreichte, dann mussten sie wirklich ganz andere Gesch├╝tze auffahren und zwar die geballte Macht des Ordens. Die hatte bis jetzt noch jeden Feind in die Knie gezwungen. "Hoheit ich begleite Euch ebenfalls. Boldi und ich haben etwas in Naridien zu kl├Ąren und wir stehen Euch selbstverst├Ąndlich bei. Das trifft sich gut", sagte Jules freundlich und streckte den Arm nach Gufo aus, der sich darauf niederlie├č.

Jules de Mireault
"Wie Bellamy erwartet uns? So schlimm ist der doch gar nicht", lachte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann willkommen im Team", sagte Ciel freundlich, der Jules sehr sch├Ątzte. Er warf noch einmal einen Blick auf die versammelte Mannschaft. Auf Jules` Scherz hin verzog er gequ├Ąlt das Gesicht. Heute machten die Leute offenbar gern Witze auf seine Kosten. "Sind schlechte Scherze nicht die Aufgabe von Khawa? Oder stellen Sie die Vertretung? Nun denn, wir sind vollz├Ąhlig. Auf nach Naridien. Es gilt ein Haus zu erschlagen."

Linhard von Hohenfelde
Linhard lachte leise. "Ja der Humor der Hohenfelde ist recht schwarz. Aber Du musst meinen Onkel Veyd kennenlernen, dagegen sind wir noch harmlos. Er ist Bankier. Du wirst ihn noch kennenlernen. Ja wir k├Ânnen uns alles erz├Ąhlen, Du wirst Dich dran gew├Âhnen. Eure Seite der Familie hat auch so einige Eigenarten die recht lustig sind. Und geil. Los gehts Schneckchen", gibbelte Lin und gab Aquilla das Zeichen zum Abflug. Das Drachenhuhn hob in den Himmel ab und die anderen Tiere folgten. Kariakin bildete das Schlusslicht, da er schnell genug war, die anderen zur Not einholen zu k├Ânnen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kniff Linhard in die Seite. Er fand jedoch keinen Speck, wie bei Ferrau, sondern nur Muskeln und Haut, also kniff er dort hinein. Er kniff ihn kr├Ąftig, so dass es auch weh tat, dann lehnte er sich schmunzelnd an ihn an. "Ich schlafe eine Runde. Ich muss dann fit sein. Du k├╝mmerst dich um den Flug, ja?"

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute ihn total perplex ├╝ber die Schulter an, f├╝r den Kniff. "Ja schlaf nur und halt Dich richtig fest. Umarm mich um den Bauch, falls was ist, kann ich Deine H├Ąnde packen und Dich so festhalten. Schlaf gut Ciel", sagte Lin liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich das nicht zwei Mal sagen. Er umarmte den neu gewonnenen Freund ganz fest und seine Arme wurden erst lockerer, als er einschlief. Er hatte den Kopf in Linhards Halsbeuge gebettet, war aber wegen seiner geringeren K├Ârpergr├Â├če im Schlaf wieder heruntergerurscht und schnarchte Linhard leise ins Genick.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Magische Mobilmachung

#2

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 23. Jul 2018, 18:54

Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde -- Das Haus

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schreckte aus dem Schlaf, als irgendjemand etwas rief. Er brauchte einen Moment, um sich zu orientieren, wo er gerade war. Er sa├č hinter Linhard auf dem Drachenhuhn und ein weiterer mit Passagieren beladener Cockatrice begleitete sie, ebenso wie ein Greif. Alle drei Flugtiere gingen in Senkflug ├╝ber, der warme Sommerwind rauschte, als sie in gro├čen Spiralen hinab rauschten. In der Mitte ihres Kreisens lag wie ein schwarzer Klotz das Herrenhaus von Hohenfelde, noch winzig, doch rasch gr├Â├čer werdend. Die in der Sommerhitze verwelkten Wiesen wurden sichtbar, ebenso die verwilderten und verdorrten G├Ąrten, die kein Diener mehr pflegte. Dornengestr├╝pp und Disteln waren das Einzige, was noch lebte. Die trockene Erde stob als braune Wolke unter den Fl├╝geln der landenden Flugwesen in alle Richtungen, ehe sie dumpf landeten. Ciel versteckte ein G├Ąhnen, indem er sein Gesicht an Linhards Nacken dr├╝ckte, ehe er sich abschnallte und vom R├╝cken des Drachenhuhns rutschte. ┬╗Da w├Ąren wir┬ź, verk├╝ndete er. ┬╗Dies ist das menschenverschlingende Haus.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard lie├č sich ebenfalls wie alle anderen Reisenden von seinem Tier gleiten und schaute das Haus an. "Also was genau hast Du vor? Wir sollten dass hier drau├čen besprechen und nicht in dem Gem├Ąuer. Hast Du mit Verrill wegen dem Siegel geredet?", fragte Linhard und suchte nach seinen Rauchstangen, bis ihm einfiel, dass er nicht mehr rauchte. Dave hatte vermutlich ebenso damit aufgeh├Ârt, wegen dem Baby.

Ciel Felicien de Souvagne
Als h├Ątte er bemerkt, was Linhard vorhatte, drehte Boldisz├ár f├╝r sich und Bellamy im Hintergrund eine dicke Rauchstange. Ciel sagte zu dieser ungenierten Fr├Ânung von leibessch├Ądigenden Lastern nichts. ┬╗Zun├Ąchst stelle ich gerade fest, dass nach wie vor ein Vampir im Inneren des Gem├Ąuers zu finden ist. Archibald scheint sich nicht an deine Anweisung gehalten zu haben. Immerhin ist er momentan nicht am Kochen, sondern befindet sich in sitzender Position, vielleicht in einem Sessel. Mit Verrill habe ich nicht geredet, was sollte ich mit ihm reden? Er beherrscht keine Magie. Wir m├╝ssen allein hier durch. Mein Plan ist simpel. Wir steigen hinab in das Gew├Âlbe. Die Magier l├Âsen gemeinsam das Siegel, w├Ąhrend die K├Ąmpfer uns sichern. Wir dokumentieren das Ergebnis, setzen Archibald vor die T├╝r und fliegen zur├╝ck nach Hause.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave schaute zum Haus und musterte dann Ciel. "Ich habe ein viele bessere Idee. Wir heben das Siegel, gucken was drunter ist, was immer es ist t├Âten wir. Stopfen Archibald in das was da unten ist und machen den Deckel wieder drauf. Er ist unsterblich oder? Da hat er doch eine lange Zeit nachzudenken. Und da er nicht stirbt, wird ihm da unten sehr bald f├╝r sehr lange Zeit sehr langweilig. Niemand kann sich vorstellen, was das f├╝r eine Unperson ist. Keiner der ihn nicht kennt. Und seine widerliche Brut ist keinen Deut besser. Warum sollte er mit Verrill reden?", fragte Dave.

Linhard von Hohenfelde
"Verrill gebietet nicht ├╝ber Magie, aber er liest sehr viel. Und er erz├Ąhlte einmal von Siegeln, die nur von einem Mann und einer Frau zeitgleich gehoben werden k├Ânnen. In irgendso einer Sage. Jedenfalls haben wir alles dabei, nur keine Frau. Es sei denn wir benutzen Archibald, der angeblich die Frau von Jesper ist. Dann k├Ânntest Du ihn nach dem ├ľffnen ja direkt in die Grube sto├čen", lachte Lin, was Dave grinsen lie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir haben keine Zeit f├╝r infantile Scherze┬ź, erkl├Ąrte Ciel streng. ┬╗Archibald wird nicht dort unten eingesperrt, da er bald bei uns zu Hofe zu Gast sein wird, samt seiner Tochter.┬ź Er warf Davard einen vielsagenden Blick zu. Diese Vorgehensweise w├╝rde dem Anf├╝hrer der Fantomes eine sehr langwierige und schwierige Jagd ersparen. ┬╗Hat noch jemand praktikablere Vorschl├Ąge oder sinnvolle Fragen?┬ź

Jules de Mireault
"Eine Frage Hoheit, falls wir tats├Ąchlich eine Frau ben├Âtigen sollten, ist die Frage sind keine Bediensteten dort anwesend? Parci, ich oder jeder andere Geistmagier k├Ânnte eine der Bediensteten dann dazu benutzen um das Siegel zu heben. Wir w├╝rden dann durch die Person wirken. Wenn reine Anwesenheit oder Ber├╝hren Pflicht ist, w├Ąre das Problem sogar noch leichter behoben. Und wer sagt dass die Person ein Mensch sein muss? Reicht rein die Anwesenheit eines "Weibchens"? Dann erg├Ąben sich noch andere M├Âglichkeiten", schlug Jules vor.

Ansgar von Hohenfelde
"Ich k├Ânnte eine Frau herrufen, dass m├╝sste theoretisch funktionieren. Wenn es keine lebende Frau sein muss", grinste Ansgar.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Herrje┬ź, rief Ciel. ┬╗Wie kommen Sie auf diesen Gedanken? Es gibt keine Hinweise in der Literatur, dass das Geschlecht eines Hexers irgendeinen nennenswerten Einfluss hat auf das Ergebnis seiner Bem├╝hungen, von den physiologischen Einschr├Ąnkungen der Frau in Sachen Bluthexerei einmal abgesehen. Bitte verschonen Sie mich mit naridischem Gleichheitswahn. Was wir hier brauchen, ist Magie der h├Âchsten G├╝teklasse, v├Âllig egal, von wem sie gewirkt wird. Ob Hexer oder Hexe, Magier oder Zauberin, d├╝rfte dabei vollkommen unerheblich sein. Und die einzigen Personen, die wir das letzte Mal hier antrafen, waren Archibald und einer unserer Leibgardisten. Die werden uns wohl kaum dabei helfen.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Ich kam doch gar nicht auf den Gedanken. Linhard sagte doch wir ben├Âtigen eine Frau. Woher er das hat wei├č ich nicht, oder wieso er das meint. Wollen wir hier noch l├Ąnger stehen? Ich bin nicht gerade in der Verfassung Leute", sagte Ansgar ehrlich.

Boldiszàr
┬╗Der Leibgardist wird Robby sein┬ź, nuschelte Boldisz├ár mit der qualmenden Rauchstange im Mundwinkel. ┬╗Wir k├Ânnen ihn und Archibald auf dem R├╝ckflug gleich mitnehmen. Darf man im Haus rauchen?┬ź

Davard von Hohenfelde
Parcival: "Wir sollten das Haus betreten. Richtig, wir sollten unseren Landsmann nicht hier auf feindlichem Boden zur├╝cklassen. Gehen wir", sagte Parcival und gab den Weg vor. Jedenfalls bis zum Haus.

Jules de Mireault
"Damit h├Ątten wir ihn gefunden, ohne lange suchen zu m├╝ssen. Ich hatte ihn woanders vermutet Boldi, aber gut, besser so als wenn wir ihn in einer unbekannten Umgebung h├Ątten aufsp├╝ren m├╝ssen", fl├╝sterte Jules und fragte sich wieso er fl├╝sterte.

Bellamy Bourgeois
"Ich denke dem Haus ist es gleich Boldi, lass uns abr├╝cken und Parcival folgen. Herr gebt die F├╝hrung mit Eurem Schwager. Parcival und Jules sichern Euch vorne, dann folgen die Magier und wir bilden die Nachhut", erkl├Ąrte Belly, wieder ganz in seinem alten Job.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berlie├č Bellamy ganz die Sicherung der Truppe. Er vertraute ihm dahingehend vollumf├Ąnglich. ┬╗Lin, kommst du?┬ź, fragte er. ┬╗Du kennst dich am besten aus, ich bin nicht sicher, ob ich den Weg wiederfinden w├╝rde. Es ist da drin stockfinster, wir ben├Âtigen Licht.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ich bin schon an Deiner Seite, keine Sorge", sagte Lin freundlich und folgte Ciel umgehend. Er schloss zu Parcival auf, der vor dem Haus wartete. F├╝r Linhard hatte der Mann durch die buschigen Augenbrauen und den Schnauzer immer ein murrisches Aussehen, obwohl er ganz freundlich war. Lin wartete bis alle aufgeschlossen hatten, dann ├Âffnete er das Haus. Der Flur war hell erleuchtet, es war angenehm temperiert und die Laterne stand immer noch auf der Anrichte. Dort wo Linhard sie hatte stehen lassen.

Davard von Hohenfelde
Dave und die anderen Hohenfelde schauten sich misstrauischer um, als Ciel wo er das stockfinstere Haus betreten hatte. Sie h├Ârten aus der Ferne eine Frauenstimme eine Melodie summen, die langsam in den hohen Hallen verklang. Dave wie auch die anderen Magier packten ihre St├Ąbe fester. "Ich kenne den Weg ebenfalls und falls die Laterne verlischt, der Totensch├Ądel meines Stabes wei├čt uns den Weg. Er verf├╝gt ├╝ber mehrere Verzauberungen und zwar Licht:
Die Totensch├Ądel an der Spitze des Stabes verbreitet ein magisches Licht auf Befehl hin.
Verst├Ąrkung: Verst├Ąrkung von Schl├Ągen mit dem Stab, Selbstschutz: Wird der Stab von jemand anderem als dem rechtm├Ą├čigen Besitzer (ohne dessen Erlaubnis) ber├╝hrt, versetzt er dieser Person einen Schock. Nun falls jemand an meiner Stelle den Stab f├╝hren muss", sagte Dave und Ansgar legte ihm kurz die Hand auf den Arm.

Brandur von Hohenfelde
Brandur ging es wie seinen Neffen gar nicht gut, als er durch die alten Hallen wandelte. Die Schritte der kleinen Truppe hallten wieder, warfen vielfache Echos wie ihre Stimmen, so dass es schwierig war, die Herkunft eines Ger├Ąuschs zu orten, wenn man dessen Quelle nicht sah. Das war einer der Gr├╝nde, warum viele, die das Herrenhaus betraten, lieber schwiegen oder nur fl├╝sterten. Die eigene Stimme zeitlich versetzt zu vernehmen, war sehr unangenehm. Doch wie jeder Hohenfelde wusste Brandur, dass noch mehr hinter der Sorge steckte, L├Ąrm zu machen - die Furcht, die Aufmerksamkeit des Hauses auf sich zu ziehen. Das kleine Licht des Stabes und der Laterne war nur ein schwacher Trost in der Finsternis, die zu leben schien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Parcival, wer singt hier?┬ź, verlangte Ciel zu wissen. ┬╗Analysieren Sie alle Lebenden , die au├čer uns in diesem Gem├Ąuer weilen, w├Ąhrend wir gehen und erstatten Sie mir Bericht.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard wartete kurz bis alle nah aufger├╝ckt waren, seine eigene Familie, wie nat├╝rlich auch ihre Besch├╝tzer. Er knuffte seinen Paps kurz, da sie zuletzt hier gewesen waren und es ihnen nicht besser erging. Vorsorglich musterte Linhard jeden Einzelnen von ihnen, schaute ihnen beschw├Ârend in die Augen um sie so auf den m├Âglicherweise bevorstehenden Kampf zu eichen. Sie mussten hier eine Einheit bilden, niemand durfte abfallen, oder sich abwenden. Lin knuffte ebenso Dave und seinen Vater Ansgar. "Kein anderer wird den Stab f├╝hren, wer es versucht bezahlt es mit dem Leben Dave", sagte Lin und zwar vehement, einer Herausforderung an das Haus gleich. Er schmunzelte seine Familie kurz stolz an, dann z├╝ckte er seine Waffe und schritt voran um sie in die Dunkelheit zu f├╝hren. Wer einen Blick zur├╝ck warf sah, wie das Licht ganz langsam scheinbar ohne Grund hinter ihnen verlosch. Nebelschwaden stiegen von den W├Ąnden auf und zogen nach unten.

Parcival:
Der Geistmagier hakte sich bei Jules ein und sp├╝rte durch das Haus. "Eine junge Frau... sie wandert durch die Zimmer... sie macht ├╝berall Licht um... nun sie w├╝hlt in den Schr├Ąnken herum. Nimmt nichts weg... schaut... gerade schaut sie sich eine goldene Halskette mit rotem Stein an... sehe es durch ihre Augen. Er glitzert, fast wie Blut. Der Stein ist ein Artefakt, seine Macht... von hier aus nicht l├Âsbar. Sie legt sich das Medaillion um und betrachtet sich im Spiegel. Ich sehe mich... sie... durch ihre Augen...", er w├╝rgte ehe er weitersprach, "es muss eine Verzerrung sein, eine Geisteskrankheit... falsches Selbstbild. Sie ist Gelb! Sie hat Muster auf der Haut und ihre Z├Ąhne... sie sieht aus wie ein D├Ąmon, sie hat scharfe Z├Ąhne wie diese Fische, diese... wie ein Hai. Sie singt und dreht sich um sich selbst... sie zieht sich nackt aus. Ihr K├Ârper ist genauso widerlich wie ihr gelbes Mondgesicht... ├╝berall beschmiert mit T├Ątowierungen von abgrundartiger Perversit├Ąt... sie leuchten... es scheint so... nein... auf ihrer gelben Haut spiegelt sich nur der Kerzenschein... Sie halt einen Arm in der Hand, er schein gefroren zu sein... ein menschlicher Arm... ihre Z├Ąhne.... Ihr glaubt nicht Herr was dieser Unhold gerade macht... sie lutscht an dem Arm wie an einem Eis! Diese Ausgeburt hat gesungen...", erkl├Ąrte Parcival und ├Âffnete wieder die Augen als er sich von Nori trennte.

Alexandre de la Grange
┬╗Mit der Totenruhe scheint man es in Naridien nicht sehr genau zu nehmen┬ź, sprach Alexandre, der bislang geschwiegen hatte, da er den Vampir untersuchte, den auch Ciel entdeckt hatte. ┬╗Andererseits ist dies das Haus einer Nekromantenfamilie. Von daher ist der Akt des Leichenfra├čes vielleicht gar nicht so ungew├Âhnlich, wie es einem Nichtnekromanten erscheinen mag. Der Mann in der oberen Etage ist ├╝brigens der einzige Vampir im Haus. Die ├╝brigen Anwesenden sind lebendig oder gegebenenfalls geisterhafter Natur, das m├╝ssten unsere Nekromantenkollegen uns sagen. Ich sp├╝re einige vergangenen Ghule, die jedoch verhungerten und nunmehr Leichen sind, sowie einen ehemaligen Fleischgolem im fortgeschrittenen Verwesungsstadium.┬ź

Brandur von Hohenfelde
"Also ich kenne keinen Nekromanten, der ein kulinarisches Interesse an seinen Gesch├Âpfen hegt!", ereiferte sich Brandur.

Ansgar von Hohenfelde
"Wir erschaffen aus totem Fleisch, Leben. Nun erschufen, ich habe der Kunst entsagt, da sie uns fast das Leben kostete. Aber Brandur hat Recht, wir verspeisen unsere Sch├Âpfungen nicht. Der Golem dass war Berta, eine wundervolle Sch├Âpfung. Sie hat mir stets treu gedient, sie war von gewaltigem Ausma├č, noch gr├Â├čer als Timi mein Lieblingsghul. Auch Flecki wird es dahin gerafft haben. Einst residierten hier 149 Ghule, jeder auf seine Art wundervoll und einzigartig. Nun sind sie das geworden, aus dem sie einst geschaffen wurden - Leichen", sinnierte Ansgar betr├╝bt.

Brandur von Hohenfelde
"Ein Jammer", best├Ątigte Brandur. "Skelette w├Ąren haltbarer gewesen."

Linhard von Hohenfelde
"Danke f├╝r die Information Alexandre. Zur Not musst Du uns Archibald vom Hals halten. Es gibt noch andere Formen der Magie Ansgar, der Du Dich zuwenden k├Ânntest. Dave wollte es Dir schon mehrfach sagen und ich auch. Ohne Magie kannst Du nicht leben, aber es muss nicht Nekromantie sein. Du solltest mit Alex und mit Ciel reden. Nachdem wir dass hier ├╝berstanden haben. Ja Paps, den nur an den Knochendrachen. Aber wir m├╝ssen uns an unser Wort halten. In Naridien ist Nekromantie verboten. Wir m├╝ssen alle gemeinsam Maghilia und Osmund ├╝berzeugen dem abzuschw├Âren oder umzuziehen", sagte Lin und f├╝hrte sie tiefer in das Geb├Ąude hinein. Ciel und Alex sp├╝rten, wie sie beobachtet wurden. Den anderen erging es nicht besser, aber sie f├╝hlten regelrecht eine Pr├Ąsenz in den Gem├Ąuern.

Ciel Felicien de Souvagne
Unruhig zuckten Ciels Augen hin und her. "H├Âren Sie beide auf ├╝ber Ihre Leichensch├Ąndung zu sprechen als sei sie eine Kunst, da wird einem ja ├╝bel. Verwenden Sie Ihre F├Ąhigkeiten lieber f├╝r etwas N├╝tzliches und ├╝berpr├╝fen Sie diese Hallen nach weiteren Untoten, die wir Bluthexer nicht aufsp├╝ren k├Ânnen, namentlich Geister und Knochenwesen. Alex, sp├╝rst du das? Die Pr├Ąsenz hat uns bemerkt. Sie folgt uns."

Davard von Hohenfelde
"Ich habe keine Ahnung inwieweit ein Umlernen m├Âglich ist. Aber ich lernte f├╝r Pavo einst Rang 4
der Magie und zwar - Astrale Energie entziehen. Dem Geistmagier ist es m├Âglich die astrale Energie eines anderen Lebewesens zu entziehen und sie sich selbst oder anderen Leuten hinzuzuf├╝gen. Dabei wird aber vorausgesetzt, dass der Zaubernde zuvor erfolgreich in den Geist des Anderen eingedrungen ist. Dieser Zauber kostet sehr viel magische Energie. Es kommt h├Ąufiger vor, dass sich Geistmagier ├╝bersch├Ątzen und bei diesem Zauber ein zu gro├čes Risiko eingehen und dabei sterben. Demzufolge d├╝rften sie damit keine Schwierigkeiten haben. Aber wieviel die beiden tats├Ąchlich abzapfen kann ich nicht sagen. Es sind Lich, ich glaube die haben einen gewaltigen Dauerverbrauch an Leben", warf Dave ein.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar verkniff sich eine Erkl├Ąrung bezogen auf die Nekromantie. Denn er wollte nichts verteidigen was seine Familie derma├čen in den Abgrund gest├╝rzt hatte. Er empfand die Schelte des Prinzen zwar als unangebracht, aber er war sein Herr und er hatte in Souvagne ein neues Zuhause gefunden. Und die Idee sich einer anderen Magieart zu widmen gefiel ihm. Er dachte ernsthaft dar├╝ber nach, bezweifelte aber ob das so leicht werden w├╝rde. Und insgeheim bezweifelte er auch, ob er es schaffen w├╝rde. Ansgar streckte seine Mentalen F├╝hler in dem Haus aus und sch├╝ttelte den Kopf. "Es sind keine Untoten anwesend, eine Pr├Ąsenz sp├╝re ich, aber sie ist f├╝r mich nicht greifbar. Und ein altes Skelett weit unten, es ist vergessen und hockt in einem Schrank. Das wird nichts mit uns zu tun haben Hoheit", sagte Ansgar freundlich.

Linhard von Hohenfelde
Durch das Laufen, reden und diskutieren, hatten sich gar nicht bemerkt wie es immer dunkler und klammer wurde. Urpl├Âtzlich standen sie in dem kreisrunden Raum, in der Mitte im Boden war das Siegel eingelassen. Nebelschwaden umh├╝llten es f├╝r den Bruchteil einer Sekunde, dann war es einfach nur kalt und still in dem Raum. Bis auf das Gef├╝hl. Jeder und wirklich ein jeder sp├╝rte nun unmissverst├Ąndlich, dass sie beobachtet wurden. Unsichtbare Blicke ruhten auf ihnen und keiner der Blicke war wohlwollen.

Alexandre de la Grange
"Die Tore der Bluthexerei stehen jedem f├Ąhigen und opferbereiten Manne mit geistmagischem Potenzial offen", gab Alexandre im Tonfall eines Lehrers von sich. "Lichs in Souvagne sind absolut inakzeptabel, ebenso wie der parasit├Ąre Energietransfer der Geistmagier, es sei denn, er wird im Kampf eingesetzt im Namen der Krone. Dazu gibt es zwar noch keine gesetzliche Regelung, doch der gesunde Menschenverstand sollte beim zivilisierten Magier entsprechende Moralvorstellungen selbstredend bedingen." W├Ąhrend er vor sich hin leierte, untersuchte er die Wesenheit, die tats├Ąchlich betr├Ąchtliche Mengen an Blut in ihrer Essenz zu vereinen schien.

Linhard von Hohenfelde
Alex sp├╝rte dass die Pr├Ąsenz ihn wahrgenommen hatte. Allen voran sah sie ihn als Bedrohung. Hier in dem Raum f├╝hlte er sich nicht nur beobachtet, nein er sp├╝rte wie ihn abgrundtiefer Hass entgegen gebracht wurde. `Du solltest nicht hier sein┬┤... wisperte es in seinen Gedanken.

Alexandre de la Grange
"Wir sind hier unerw├╝nscht", erkl├Ąrte Alexandre und seine Stimme zitterte etwas. "Mehr noch, wir werden gehasst. Die Wesenheit ... die hier zweifelsohne pr├Ąsent ist ... ist nicht damit einverstanden, dass wir uns dem Siegel widmen."

Linhard von Hohenfelde
"Ja aber wir wollten das Ding auch nicht fragen. Wenn es uns nicht in seiner N├Ąhe will, kann es gerne ausziehen. Sag ihm das Alex, los!", beharrte Linhard grimmig.

Ciel Felicien de Souvagne
Alexandres Augen drehten sich langsam in Richtung von Linhard. Ciel fuhr ihm dazwischen, bevor er etwas erwidern konnte. "Die K├Ąmpfer nach au├čen. Wir Magier bilden einen Kreis im Siegel. Wir f├╝rchten dieser Wesenheit nicht. H├Ârst du?", rief Ciel in die Dunkelheit. "Wir haben keine Angst! Vor dir steht die magische Elite Souvagnes, die Krone h├Âchstselbst und du wirst dich uns beugen! Wenn du klug bist, verl├Ąsst du dieses Gem├Ąuer, bevor wir das Siegel gel├Âst haben und unsere Aufmerksamkeit dir zuwenden." Ciel trat mutig einen Schritt in das Innere des Siegels.

Linhard von Hohenfelde
Als Ciel auf das Siegel trat, flammte es auf. Der Rand blieb stehen, aber das Innere drehte sich einmal wie eine M├╝nze zwischen den Fingern eines Taschenspielers um sich selbst und Ciel st├╝rzte in die Tiefe. Mit einem dumpfen Grollen rastete das Siegel wieder ein und schnitt Ciel vom Rest der Gruppe ab. Er befand sich in so tiefer, schwarzer Finsternis, dass er nicht einmal die eigene Hand vor Augen sah und er roch Blut.

Linhard von Hohenfelde
Linhard br├╝llte erschrocken auf und beugte sich sofort zu dem Rand des Siegels um es zu untersuchen und aufzustemmen. Ansgar packte seinen Sohn am Oberarm und zog ihn vorsichtig weg. "Wir m├╝ssen ihn da rausholen, lass mich los!", bellte Linhard. "Ruhig, damit hilfst Du ihm nicht. Wir m├╝ssen versuchen das Siegel richtig zu ├Âffnen. Er hat irgendeine Falle ausgel├Âst, rei├č Dich zusammen", sagte Ansgar ruhig, auch wenn er sich nicht so f├╝hlte. Die Magier stellten sich um das Siegel und schauten zeitgleich alle Alex abwartend an.

Ciel Felicien de Souvagne
Mit ausgestreckten Fingern fiel Ciel in die Dunkelheit, Augen und Mund weit aufgerissen, die H├Ąnde nach dem Rand greifend, den er nicht zu fassen bekam. Linhards Stimme riss j├Ąh ab, als das Siegel sich ├╝ber ihm schloss. Die Stimmen seiner Gef├Ąhrten waren so pl├Âtzlich fort wie jedes Licht. Einen Augenblick sp├Ąter schlug Ciel auf hartem Boden auf. Er rappelte sich auf und tastete panisch in alle Richtungen. Der penetrante Blutgeruch raubte ihm fast die Sinne. Instinktiv nutzte er seine Gabe, um Richtung und Form des Blutes zu sch├Ątzen. Mit zitternden Fingern ging er Schritt f├╝r Schritt ein wenig vorw├Ąrts, um zu schauen, ob er auf eine Wand sto├čen w├╝rde, um zu sehen, ob er sich in einer Kammer, in einem Gang oder in einem Hohlraum befand.

Alexandre de la Grange
Alexandre schloss einen Moment die Augen. Als er sie wieder ├Âffnete, sch├╝ttelte er leicht den Kopf. ┬╗Ich kann ihn nicht mehr sp├╝ren. Ich hoffe, dass es nur das Siegel ist, welches meine Wahrnehmung abschirmt und das nichts ... Schlimmeres geschehen ist.┬ź Er sammelte seine Konzentration. Er war ein hervorragender Hexer, aber er war kein Kampfmagier. Er wirkte seine Zauber normalerweise zu Hause in seinem Tempel und nicht in einer feindlichen Umgebung, die ihn und seine Begleiter umzubringen gedachte. ┬╗Wir sollten das Siegel nicht mehr betreten. Lasst uns alle gemeinsam um das Siegel herum einen Kreis bilden und einander die H├Ąnde halten, falls wieder jemand abst├╝rzt.┬ź Er trat vorsichtig an das Siegel heran und breitete die H├Ąnde aus. Er betrachtete ganz genau die Form des Musters auf der Suche nach einem visuellen Hinweis, worum es sich hierbei handelte.

Linhard von Hohenfelde
Ciels Finger die tastend und zitternd in der Dunkelheit ausgestreckt waren, stie├čen an eine feuchte Wand. Klebrige N├Ąsse ├╝berzog seine Fingerspitzen, aber es war der erste Hinweis darauf, dass es hier unten mehr geben musste, als ein einfaches schwarzes Loch. Nicht nur der Geruch, auch der kalte Lufthauch kehrten zur├╝ck. Die Luft f├╝hlte sich nicht einfach nur kalt, sondern komprimiert an. Der Druck stieg hier unten und Ciel sp├╝rte wie seine Ohren dr├Âhnten. Wie hatte es Linhard genannt? Das nahende Unwetter. Er war hier nicht willkommen, dass schrie jede Faser seines K├Ârpers. Aber zum Umkehren war es zu sp├Ąt. Oder nicht? Es war eine T├╝r, die alles drau├čen hielt.

Linhard von Hohenfelde
Die Magier bildeten einen Kreis um Alex, Parcival hingegen hielt Alex zus├Ątzlich am Oberarm fest. Die Zeichen sagten nur eines in D├Ąmonai:

Linhard von Hohenfelde
H├ťTET EUCH VOR DEM DER SICH TEILEN UND SEINE KR├äFTE VERDREIFACHEN KANN

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schob seine Panik beiseite und konzentrierte sich auf seinen Verstand. Hier waren Feldherrenqualit├Ąten gefragt und nicht die eines ver├Ąngstigten kleinen Jungen. Er strengte seinen Kopf an. Das Siegel sollte nur in eine Richtung sch├╝tzen - n├Ąmlich Leute drau├čen halten. Dennoch hatte es ihn nun sogar freiwillig eingelassen! Vielleicht w├Ąre es m├Âglich, das Siegel von innen zu l├Âsen? Aber wie? Ciel streckte die H├Ąnde so weit nach oben, wie er konnte, um nach der Decke zu tasten. Dann lie├č er sie wieder sinken und blickte in das Dunkel. Nein, wenn der Mechanismus ihn hineingelassen hatte, dann nur, weil der R├╝ckweg sicher versperrt war. Der Hauch aus der Tiefe fuhr in sein Gesicht. Ein derartiger Wind konnte nicht aus dem Inneren des Planeten kommen, ein H├Âhlenwind verwies immer auf eine ├ľffnung. Hier musste eine Gesteinsspalte sein oder eine k├╝nstliche Pforte, die nach drau├čen f├╝hrte! Er legte die H├Ąnde an die Wand und begann, in Richtung der dr├╝ckenden Luft zu gehen. Dabei z├Ąhlte er seine Schritte, um die Stelle wieder zu finden, wo das Siegel war. ┬╗Eins, zwei, drei ...┬ź

Parcival:
Wer kann einen Bannzauber oder einen Siegel heben? Wir sollten einen Angriff auf das Siegel versuchen. Oder Ihr stellt Euch gleich wie Euer Sch├╝ler hin und wir blockieren dann das Tor, wenn Ihr in die Tiefe st├╝rzt Marquis", schlug der Magistral vor.

Alexandre de la Grange
┬╗Diese Aufschrift besagt: H├ťTET EUCH VOR DEM DER SICH TEILEN UND SEINE KR├äFTE VERDREIFACHEN KANN. Sie wurde in Demonai verfasst. Nun wei├č jeder, dass D├╝sterlinge, die einzigen bekannten echten D├Ąmonen, nicht schreiben k├Ânnen. Dieses Siegel wurde entweder von einem Oberweltler erstellt ... oder von etwas ganz anderem. Lasst uns gemeinsam versuchen, es zu ├Âffnen, indem wir unsere Macht darauf richten.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Der Wind wurde w├Ąrmer, der Blutgeruch lie├č nach und fast war es so als strich er freundlich ├╝ber Ciels schwei├čnasse Haut.

Linhard von Hohenfelde
Die Gruppe fokussierte ihre Macht gemeinsam auf das Siegel. Aber je mehr sie sich konzentrierten, je fester schien es sich zu verschlie├čen. Und einer Druckwelle gleich wurden sie auf einmal von dem Siegel davon geschleudert. Ein jeder in eine andere Ecke des Raumes.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hundertdreiundvierzig, hundertvierundivierzig ...┬ź Ciel tastete sich weiter die Wand entlang und sp├╝rte mit seinem magischen Sinn nach dem Blutwesen.

Linhard von Hohenfelde
Ciel stand schlagartig vor einer gro├čen gewaltigen T├╝r. Noch gewaltiger, als die T├╝re im Keller, hinter der die Leichen der Hohenfeldes verborgen lagen. Sie war massiv und ebenfalls aus Messing.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das gibt es doch nicht", murmelte Ciel. Er w├╝nschte sich, Davard h├Ątte vor Schreck seinen Lichtstab mit in das Siegel hinabfallen lassen, damit er etwas erkennen konnte. So musste er sich auf den Tastsinn verlassen und lie├č die Finger ├╝ber das Muster gleiten, um Hinweise auf eventuelle Inschriften zu finden. Seine Finger zitterten dabei stark. Und wo war der Wind geblieben?

Linhard von Hohenfelde
in der T├╝r war eine Art Sonne eingraviert, die in der Mitte aus nicht zu deutenden Runen bestand. Die Strahlen waren gro├če Buchstaben, es waren E. Aber nein, stellte Ciel fest, sie waren seitenverkehrt. Es handelte sich gar nicht um Buchstaben sondern um eine Ziffer. Die Strahlen der Sonne waren Zahlen und zwar lauter Dreien!

Alexandre de la Grange
Alexandre rappelte sich in der Zwischenzeit wieder auf. Da er keinerlei Muskeln hatte, tat ihm nach dem Sturz alles weh, er hatte etliche Bluterg├╝sse und Prellungen. ┬╗ Hat jemand eine Idee, was die Inschrift bedeuten k├Ânnte? N├Ąchster Versuch. Wir folgen Parcivals Vorschlag. Ich werde jedoch nicht den Freiwilligen spielen, der erneut auf das Siegel tritt, da ich zu wertvoll bin, wozu haben wir Gardisten dabei.┬ź Er machte Bellamy ein Handzeichen, sich auf das Siegel zu begeben. ┬╗Halten sie sich an Jules und Boldisz├ár fest, Bellamy. Die beiden sehen aus, als w├╝rden sie Sie halten k├Ânnen. Wir werden versuchen, das Siegel festzuklemmen, sobald es umschl├Ągt.┬ź

Jules de Mireault
"Ich gehe, Bellamy beherrscht keine Magie und wir haben es hier mit Magie zu tun", sagte Jules und stellte sich bereitwillig auf die Mitte des Siegels. "Legt los oder soll ich tun was Ciel getan hat? Ich versuche es mal. Wir f├╝rchten Dich nicht! Wir sind hier um das Geheimnis dieses Hauses zu l├╝ften!", br├╝llte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berlegte derweile unten in der Tiefe, was die ganzen Dreien bedeuten k├Ânnten. Er fragte sich, ob Linhard Recht gehabt hatte ... dass sie eine Frau dabei haben mussten. Dann w├Ąre der dritte Part ein Zwitterwesen, Verrills Part. Verrill war nicht hier und in ihrem Zustand w├Ąre es auch undenkbar, sie an solch einen Ort zu bringen. Aber vielleicht w├╝rde es auch ein Neutrum tun. Aller m├Ąnnlichen Attribute beraubt, z├Ąhlte vielleicht auch Alexandre? Ciel tastete herum, ob er weitere Hinweise finden w├╝rde und vor allem versuchte er, herauszufinden, wo die Quelle des Windhauchs war, wenn er hier doch auf eine T├╝r gesto├čen war.

Boldiszàr
Boldisz├ár grunzte erschrocken auf und packte Jules mit beiden H├Ąnden fest an der Kleidung, in der ├ťberzeugung, dass das Siegel jeden Moment erneut umschlagen w├╝rde.

Davard von Hohenfelde
Dave und die anderen rappelten sich ebenfalls wieder auf. Lin untersuchte kurz Alex und strich ihm dann ├╝ber den R├╝cken. Ihm war nichts passiert, aber die Prellungen waren schmerzhaft. "Er hat glaube ich noch aufgestampft oder so etwas", sagte Dave.

Jules de Mireault
Jules nickte Boldi dankbar zu, die anderen taten es ihm gleich und krallten sich in Jules Kleidung fest. Jules stampfte auf und konzentrierte seine Macht auf das Siegel. "Wir f├╝rchten Euch nicht!", br├╝llte er und das Siegel schlug um.

Boldiszàr
Boldisz├ár riss an Jules`Kleidung und warf sich nach hinten. Gleichzeitig sprang Brandur nach vorn und schob die Laterne ins Siegel, damit es sich nicht mehr vollst├Ąndig schlie├čen konnte.

Davard von Hohenfelde
Ciel sp├╝rte als der die T├╝r komplett abtastete, dass sie nur angelehnt war. Aber der Lufthauch ging auch nicht von der T├╝r aus, denn er befand sich nun schlagartig in seinem Nacken. Eisige Finger griffen danach und waren so schnell verschwunden wie sie gekommen waren.

Alexandre de la Grange
Alexandre hatte nichts bei sich und schaute sich hektisch nach einem geeigneten Gegenstand um, der einer hohen Druckbelastung standhalten konnte. Er packte Boldiszàr, der gestürzt war, am Bein und rammte seinen Kampfstiefel ins Siegel, in der Hoffnung, dass der Stiefel das aushielt.

Davard von Hohenfelde
"Geile Aktion Brandur, ich kann es nicht anders sagen", grinste Dave und schaute in die Tiefe hinab. Ansgar und die anderen nickten auch anerkennend. Brandur hatte gut gehandelt. Obwohl die Laterne langsam wieder eingedr├╝ckt wurde. Das Bein von Boldi schien dem Siegel mehr entgegenzusetzen. Dave dr├╝ckte sich an Boldi vorbei und sprang in die Tiefe. Mit einem Wusch war er verschwunden. Lin stie├č einen heiseren Schrei aus, da verschwand auch Ansgar und Bellamy sowie Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schrie auf, als ihn eisige Finger im Genick griffen. Er fuhr herum und schlug ins Nichts. Schlagend und tretend ging er ein paar Schritte nach vorn und fl├╝chtete dann nach hinten. Hatte er sich das nur eingebildet? Ciels Unterlippe zitterte. Er schob die T├╝r auf und trat schnell hindurch, um sich vor der Wesenheit in Sicherheit zu bringen.

Boldiszàr
Entsetzt sah Boldisz├ár, wie nacheinander alle in die Tiefe sprangen, am Ende, nach kurzem z├Âgern, sogar der kauzige Erzhexer. Bolsisz├ár war allein. Sein Fu├č hing unrettbar fest. Er legte sich hin, bettete den Kopf auf die Unterarme und wartete, w├Ąhrend er ins Dunkel lauschte. Das Licht der Laterne erlosch.

Davard von Hohenfelde
Die T├╝r donnerte hinter Ciel ins Schloss und er h├Ârte wie sie mehrfach einrastete. Der R├╝ckweg war versperrt, jedenfalls von dieser Seite. Ciel starrte die T├╝r an, aber er sp├╝rte mit absoluter Gewissheit, dass jemand hinter ihm stand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war beileibe kein Feigling, aber jetzt zitterten nicht nur seine Finger. Sehr langsam drehte er sich um. ┬╗Wer bist du und warum hast du mich eingesperrt┬ź, fl├╝sterte er sehr viel weniger mutig, als er zuvor noch herumgebr├╝llt hatte. Er bereute sein loses Mundwerk.

Davard von Hohenfelde
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Davard von Hohenfelde
Was ihm gegen├╝berstand lie├č ihm das Blut in den Adern gefrieren. Eine geisterhafte Pr├Ąsenz, die sich st├Ąndig abwechselte. Mal waren es drei, dann wieder zwei, dann nur einer. Sie vereinten sich, stoben auseinander und f├╝gten sich zusammen. Geisterhafte F├Ąden, wie Spinnweben gleich verbanden es mit dem Haus. Manchmal leuchtete einer dieser F├Ąden wei├č oder sogar rot auf. Ciel roch Blut, Angst, Verzweiflung, der Geruch des Todes hing in der Luft wie ein schweres unsagbar altes Parf├╝m.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kreischte und wich zur├╝ck, nur um erneut gegen die T├╝r zu sto├čen. ┬╗Ich ... ich habe gelogen┬ź, wimmerte er. ┬╗Ich bin nur ein kleiner Bluthexer. Ich tu dir nichts. Bitte lass mich raus! Mein Vater hat viel Geld und viel Einfluss ... er zahlt einen hohen Preis daf├╝r, wenn du mich gehen l├Ąsst! Ich bin Prince Ciel ... Ciel Felicien de Souvagne. Wer bist du? Bist du hier gefangen? Wir haben m├Ąchtige Magier bei Hofe, die dir helfen k├Ânnen┬ź, flehte er.

Davard von Hohenfelde
Das Wesen lachte, ein Lachen nicht von dieser Welt, kalt wie polterndes Gestein. `Du zahlst jeden Preis Prinze?┬┤, echote es in seinem Kopf und die Wesenheit schwebte n├Ąher. Ciel f├╝hlte sich auf einmal schwach, so als ob sein K├Ârper irgendwo ein Loch hatte. Seine Angst verst├Ąrkte sich und seine Lebensenergie schien aus ihm abzuflie├čen. `Was bist Du bereit zu geben? Nenne meinen Namen... du bist in unserem Bereich... das ist unser K├Ânigreich...┬┤, verlangte das Wesen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dein K├Ânigreich?┬ź, wiederholte Ciel und tastete verzweifelt an der T├╝r hinter sich herum. ┬╗Du ... ihr ... habt viele Namen, nehme ich an. Oder einen sehr langen.┬ź Er ├╝berlegte fieberhaft und ging gedanklich alle magischen B├╝cher durch, die er je gelesen hatte. ┬╗Lass mich leben, sag mir, was du willst!┬ź, keuchte er, als er sp├╝rte, wie er immer schw├Ącher wurde. ┬╗Bist du ein Lich? Ich hatte nie etwas gegen Nekromanten, ich habe sogar welche in meiner Familie.┬ź

Davard von Hohenfelde
Das Gesicht das gerade das Hauptgesicht bildete teilte sich zu einem megabreiten Grinsen, dass die leeren Augenh├Âhlen aufleuchteten. "Was wir wollen?", echote das Wesen und schwebte n├Ąher. Es schien die N├Ąhe von Ciel zu genie├čen. "Ein Nekromant? Ein Lich? Einer?", wieder lachte das Wesen. "Wir wollen... Unterhaltung... Intrigen... Mord... Zweiflung... Schmerz... Angst... oh s├╝├če Angst... k├Âstlich nicht wahr? Und Nahrung...", s├Ąuselte es w├Ąhrend zig F├Ąden aus seinem K├Ârper stoben und in den W├Ąnden verschwanden. Es drehte sich um und schwebte den Gang hinab. "Die T├╝r ist zu...", lachte es.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Haus┬ź, kreischte Ciel, ┬╗dein Name ist Hohenfelde! Du bist das ├ťbel diese Familie!┬ź, riet Ciel aufs Geratewohl. Als das Wesen sich entfernte, drehte er sich um und r├╝ttelte wie besessen an der T├╝r. Als sie sich nicht ├Âffnete, rannte er dem Wesen hinterher.

Davard von Hohenfelde
Das Wesen blieb vor der n├Ąchsten T├╝r schwebend stehen. "Einer davon kleiner Sterblicher... aber wir sind drei", lachte es und verschwand hinter der n├Ąchsten T├╝r. Eine T├╝r die ebenfalls nur angelehnt war.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grub in seinem Ged├Ąchtnis. Linhard hatte ihm ihre Familienverh├Ąltnisse ausf├╝hrlich dargelegt, aber Ciel hatte dem wenig Beachtung beigemessen. Er hatte Linhards Familiengeschichten f├╝r absto├čend, aber bedeutungslos befunden, was er nun bereute. ┬╗Eibenberg┬ź, fiel ihm ein, als er sich an den Kredithai der Familie erinnerte. ┬╗Und Wigberg!┬ź Das war der Name der beiden Lichs der Familie - oder sollte er besser sagen: Von zweien der Lichs? ┬╗Das sind eure Namen!┬ź Er folgte der Entit├Ąt durch die T├╝r.

Davard von Hohenfelde
Ciel stand schlagartig in einem Domartigen Raum. Hunderte von seltsamen Flaschen waren ordentlich in Reih und Glied an den W├Ąnden aufgestellt worden. Nebel wirbelte in den Flaschen umher, aber als Ciel genauer hinschaute sah er, wie dieser ab und an Konturen, ja Gesichter bildete die in einem unertr├Ąglichen, grenzenlosen Grauen zu schreien schienen. Seelen! Eingesperrt in Flaschen, er befand sich in der morbiden Vorratskammer eines der m├Ąchtigsten Lich, der wohl je auf Asamura gehaust und sein Unwesen getrieben hatte. Der es soweit geschafft hatte, dass sogar aus drei Personen eine wurde, eine Erscheinung, doch war waren die Personen selbst. Rasiermesserscharfe Krallen, griffen nach eine der Flaschen, w├Ąhrend zeitgleich der Hauptkopf wechselte. Tintenscharze, dichte, lange, gl├Ąnzende Haare vielen fast in einer geradezu pervers grazi├Âsen L├Ąssigkeit die entstellten Schulter dieses Jahrhunderte alten Lichs herab, dann setzte er die Flasche an und eine Seele verschwand f├╝r immer in der Vernichtung seiner Masse.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sind das die Seelen eurer Familie?┬ź, rief Ciel fassungslos und stampfte mit dem Fu├č auf, um sich Geh├Âr zu verschaffen. ┬╗Trink nicht! Sprich mit mir! Was ist das hier f├╝r ein Irrsinn? Ich komme hier sowieso nicht lebend raus, wenn du das nicht willst.┬ź Er stolperte ├╝ber etwas in der Dunkelheit, fiel gegen das Regal und mehrere Flaschen fielen zu Boden. Sie zersprangen und die Seelen entwichen.

Davard von Hohenfelde
Als die Flaschen zu Boden fielen und zersprangen drehte sich das Gesch├Âpf zu ihm wie ein Wahnsinniger herum. Nur milimeter Entfernt von Ciels Gesicht die Todesfratze des ersten Hohenfelde auf Naridischem Boden. Messerscharfe Z├Ąhne in einem Maul wie der Abgrund, vertrocknte, verdorrte Lippen im Hass verzehrt und die leeren Augenh├Âhlen bohrten sich in seine lebendigen Augen. "Dasss", zischte der Lich so bedrohlich dass Ciel M├╝he hatte sein Wasser zu halten, "sind Besucher.... wie Du... unsere Familie hat andere Gef├Ą├če n├Âtig, als diese... H├Ąppchen.... Wenn auch nur noch eine Flasche zu Boden f├Ąllt... rei├čen wir Dir Deine Seele aus dem Leib... Unsere Familie ern├Ąhrt uns lebendig besser als tod... eine Familie soll doch zusammenhalten nicht wahr?", lachte die Wesenheit und obwohl es scheinbar K├Ârperlos war, schlug Ciel ein widerw├Ąrtiger Geruch entgegen, als h├Ątte sich der Schlund des Abgrund ge├Âffnet. "Das Du stirbst ist wahr... Du stirbst bereits die ganze Zeit Prinze... da wir von Dir zehren... wie von jeder lebenden Person in diesem Haus... f├╝hle Dich geehrt. Du speist uns... wie ein Hohenfelde... danach sei ihnen die Freiheit geg├Ânnt.... wir sind ja keine Unmenschen", lachte der Lich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt sich vor Angst die H├Ąnde auf die Ohren wie ein kleiner Junge. Er schlotterte am ganzen Leib. Heute war der Tag, an dem er sterben w├╝rde. Er war ein Bluthexer, er konnte nichts gegen das Lichwesen ausrichten. Die Seelen der Verstorbenen konnte er sich ebenso nicht nutzbar machen. Aber eines konnte er tun. Eine tiefe Ruhe ├╝berkam ihn. Sein Zittern h├Ârte auf, als er sein Schicksal akzeptierte. Er dachte an seine Geschwister, an den ungest├╝men Dreaux, der nun so viel erwachsener war als er. An ihre gemeinsame Kutschfahrt nach Ehveros, als sie sich vor den Verhandlungen heimlich mit verboteten Substanzen berauscht hatten. An Olivie, die kurzzeitig seine Frau gewesen war und deren s├╝├če weiche Lippen er noch immer vermisste, aber sie nicht die seinen. An Verrill, der ihm sein Geheimnis offenbart hatte und das Kind in seinem Leib, das fast das von Ciel gewesen w├Ąre. An seinen g├╝tigen Vater, der so unmenschlich Geduld mit seinen schwierigen Kindern bewiesen hatte und an das L├Ącheln seiner Mutter. An Linhard, der ihm h├Ątte ein guter Freund sein k├Ânnen, wenn sie nur eher ihren Zwist begraben h├Ątten. An Alexandre, der ihn so vieles gelehrt und ihm Halt gegeben hatte in einer Zeit, da sein Leben auseinanderbrach. An Nathan, seine erste gro├če Liebe und die vielen gemeinsamen Jahre. Seine letzten Gedanken aber galten Ferrau. Ciel l├Ąchelte. Er war froh, dass Ferrau in Sicherheit war, zu Hause. Dann breitete Ciel die Arme aus und begann sich zu drehen. Er riss die Flaschen aus den Regalen, die Gl├Ąser zersprangen und die Seelen entwichen. ┬╗In diesem Haus wohnt niemand mehr┬ź, rief Ciel. ┬╗Wenn diese Seelen frei sind, werdet ihr verhungern und dann ist Schluss! Ich werde die letzte Seele sein, die ihr zu fassen bekommt!┬ź Er drehte sich wie im Tanz, als er durch den Saal wirbelte und ein Regal nach dem anderen in atemberaubender Geschwindigkeit leerte.

Davard von Hohenfelde
"Was tust Du da Du Wahnsinniger?", br├╝llte die Wesenheit, so dass der Putz auch hier von der Decke reiselte. Im gleichen Moment knallte die T├╝r vor Ciels Nase auf und krachte in die gegen├╝berliegende Mauer. Linhard stand mit der Truppe wie ein Racheengel in der T├╝r und musterte das Wesen. "Dun Haru Mar - ist Geschichte. Der Gru├č lautet Bran - Dun - Lin", knurrte er keinen Ton weniger bedrohlich wie die Etiniti├Ąt und riss Ciel sch├╝tzend hinter sich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Flaschen┬ź, rief Ciel. ┬╗Das sind Seelen! Der Lich ern├Ąhrt sich davon, wir m├╝ssen sie zerschlagen!┬ź Ein Teil der Flaschen st├╝rzte aufgrund der Ersch├╝tterungen schon von allein aus den klimpernden Regalen. Seelen, ├╝berall stiegen befreite Seelen aus den Scherben, wie verdampfende Wassertropfen auf einem hei├čen W├╝stenboden, wenn endlich der Regen fiel.

Linhard von Hohenfelde
Fast alle anderen schoben sich neben Linhard in den Raum und die Magier schirmten die beiden mental ab. Gleichg├╝ltig wie grauenvoll das Wesen vor ihnen aussah, die K├Ârperhaltung, die Gesten, selbst das Neigen des Kopfes spiegelte sich in der Gestik seiner Verwandten wieder. Ciel erkannte wie fremd und ├Ąhnlich sich Lin, Dave, Ansgar und dieser Hohenfelde trotzdem waren. "Du hast hier nichts verloren", grollte Linhard und richtete sein Schwert auf das Wesen. Die Kreatur lachte und wie sie lachte, bis sie auf einmal so etwas wie eine Ersch├╝tterung durchlief. "Nein!", kreischte sie ohrenbet├Ąubend auf und schien sich panisch verfl├╝chtigen zu wollen. Dave trat als Letzter in den Raum und schmiss der Kreatur die eigenen K├Âpfe vor die F├╝├če. "Gute Reise... Arschloch", grinste er so diabolisch wie seine Verwandten.

Brandur von Hohenfelde
"Bran-Dun-Lin", rief auch Brandur, der hinter Linhard hervor in den Saal trat. Vor seinen F├╝├čen lagen die drei abgeschlagenen K├Âpfe. Mit seiner geballten magischen Macht griff er auf die befreiten Seelen zu. Die Seelen, die als Nahrung hatten dienen sollen, begannen nun, wie Kometen auf den sterbenden Lich einzuschlagen.

Linhard von Hohenfelde
Ihre K├Ârper die sie so sicher verwahrt hatten, waren genauso zerst├Ârt worden wie ihr Plan. Ein Plan der Jahrhunderte lang in perfekter perfider Harmonie funktioniert hatte und ihnen die m├Ąchtigsten Opfer geradezu in den Rachen trieb. Ihres K├Ârpers beraubt, ihrer Macht und ihrer Nahrung beraubt l├Âste sich zuerst ein kleiner Teil wie ein Aschefl├Âckchen von dem Dreier-Lich, ehe die Vernichtung auf seinem K├Ârper immer weiter voran schritt. Vor ihren Augen zerfiel die Jahrhunderte alte Kreatur zu Staub. Ein Wesen, geschaffen durch Magie, starb als es diese verlor. Drei einzelne K├Ârper, die es in ihrer Macht geschafft hatten, ihre Seelen zu einer Wesenheit zu verschmelzen und sich mit dem Haus als zus├Ątzlichen K├Ârper zu verbinden. Mit der Kreatur verschwand auch die unnat├╝rliche Dunkelheit. Wer noch an der Existenz des Abgrunds zweifelte, wurde damit eines Besseren belehrt. Ganz oben in den oberen Etagen hielt ein Vampir in seinem Tun pl├Âtzlich inne.

Alexandre de la Grange
Alexandre fing Ciel auf, als dieser entkr├Ąftet zusammenbrach. Der Lich hatte viel von seiner Lebenskraft abgesaugt. Ciel sah faltig aus und die Haare rieselten ihm in B├╝scheln vom Kopf. Blaue Adern schimmerten durch seine Kopfhaut. Er schien pl├Âtzlich d├╝rr und abgemagert zu sein. Alexandre, der nicht viel Kraft hatte, konnte ihn m├╝helos mit beiden Armen hochheben, indem er ihn unter den Schultern und in den Kniekehlen anfasste. ┬╗Lasst uns nach Hause gehen┬ź, meinte er nur.

Davard von Hohenfelde
Dave kniete sich zu Ciel herab und gab ihm einen Teil seiner Lebensessenz ab. Dass war er ihm schuldig. Er war wirklich Ihr Herr. Treue und Loyalit├Ąt gegen Schutz und Schirm. So lautete der Schwur und er hatte ihn erf├╝llt. Der Prince war hierher gekommen um sie zu retten. Letztendlich hatte er genau das getan, er hatte sie hinab in ihren eigenen Abgrund gef├╝hrt, das Untier erschlagen und nun stiegen sie gemeinsam wieder hinauf. Nicht zur├╝ck in die Dunkelheit, sondern gemeinsam ins Licht. Als sie das Haus verlie├čen, d├Ąmmerte drau├čen ein neuer Morgen, aber nicht nur f├╝r Naridien, sondern auch f├╝r eine Familie die bis dato nur in Finsternis gelebt hatte.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Magische Mobilmachung

#3

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Di 24. Jul 2018, 12:59

Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde -- Nach dem Haus

Ciel Felicien de Souvagne
Sie hatten das Haus besiegt. In vorderster Front hatte Ciel am meisten von dem Wesen abbekommen, welches das Gem├Ąuer beseelt hatte. Schlaff hing er zwischen Linhard und Alexandre, als sie nach Hause flogen. Die Hohenfeldes lachten, machten ihre schlimmen Witze und waren sichtlich erleichtert, dass es nun vorbei war. Sie flogen nach Osten, in die aufgehende Sonne hinein und der anbrechende Tag w├Ąrmte sie nach der kalten Dunkelheit des Gew├Âlbes. Ciel war nicht zum Lachen zumute. Er war noch nicht in der Lage, sich ├╝ber den Sieg zu freuen und die Eindr├╝cke des Grauens sa├čen sehr tief. Noch immer glaubte er, die saugenden Seelenf├Ąden an seiner Lebensessenz nuckeln zu f├╝hlen. Als sie den Hof erreichten, mussten sie ihm beim Absteigen helfen. Er schien Gewicht verloren zu haben, seine Kleider hingen lose um seine d├╝rren Glieder, seine H├Ąnde waren knorrig und fleckig wie die eines alten Mannes. ┬╗Ferrau┬ź, kr├Ąchzte er.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute besorgt zu Ciel, als er seinen Paps, seinen Vater und seinen Onkel felsenfest an sich dr├╝ckte, nachdem sie wieder Souvagnischen Boden unter den F├╝├čen hatten. Dem alten Weg entsagen, das Haus erschlagen, alles angeblich eine Metapher und seine innere Einstellung neu zu justieren, um sich neu auszurichten. Dass sie alle tats├Ąchlich an F├Ąden getanzt hatten im Haus wie Marionetten, dass sie nichts weiter waren als eine Schweinefarm die permanent Futter f├╝r einen Lich lieferte, auf den Gedanken war keiner von ihnen gekommen. Und nicht nur das, die Kreatur bestand aus einem Nekro und zwei Geistmagiern, welchen unheiligen Bund sie auch eingegangen waren um sich so zu verschmelzen, sie hatten es geschafft mehr als zwei Jahrhunderte die Familie auf Intrigen, Mord und Magie hochzuz├╝chten. Einerseits um sie m├Âglichst wehrhaft zu halten - sie wollten schlie├člich nicht auf ihr Futter verzichten, aber der Hauptgrund war so perfide wie genial, so kamen sie dauerhaft an das m├Ąchtigste, beste und reinste Futter. Warum sollten sie also ihre K├╝he t├Âten, die sie jeden Tag aufs neue molken? Warum sollten sie sich den Bonus von Schmerz und Leid entgehen lassen, das sie wie ein Bonbon lutschten? Und wieviel von dem Grauen dass ein Hohenfelde produzierte war selbstgew├Ąhlt? Wieviel war Beeinflussung? Linhard wollte ihre Taten und Untaten nicht schm├Ąlern. Ein Hohenfelde war was er war, er hatte immer etwas Raubs├╝chtiges und Brutales in seinen Gedanken. Es sang tats├Ąchlich in ihrem Blut. Generationen waren darauf hin selektiert worden. Aber eines stand auch fest, sobald man das Haus hinter sich gelassen hatte, war man ein anderer. Freier in seinen Entscheidungen, nicht jede Antwort hie├č nunmehr Mord. Lin schaute zu Ciel, der schlimmer aussah als jemals zuvor und dass obwohl Dave ihm magisch beigestanden hatte. Er l├Âste sich von seiner Familie und ging zu seinem Schwager hin├╝ber. Unsinn so zu denken. Auch Ciel war seine Familie! Er hatte sein Leben riskiert und dem Dreier-Lich die Stirn geboten. Liebevoll nahm er Ciel in die Arme. "Du warst tapfer, Du hast mehr Mut als ich Dir je zugetraut habe. Danke f├╝r alles Ciel", sagte Linhard und jede Silbe war nichts als die reine Wahrheit.

Ferrau Du Trieux
Ferrau kam aus dem Palast gerannt und w├Ąre beinahe der L├Ąnge nach hingeschlagen, so sehr beeilte er sich. Er rannte Ciel fast um, als er ihm in die Arme st├╝rzte. Ferrau traute seinen Augen kaum. So verh├Ąrmt, abgemagert und zerschunden war sein Mann doch nicht losgezogen. Was war nur geschehen? Weinend dr├╝ckte er Ciel fest an sich und wiegte ihn in den Armen hin und her. "Was ist passiert Ciel? Was hast Du getan?", fragte er v├Âllig aufgel├Âst.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir haben das Haus erschlagen┬ź, sagte er und grinste mit gelben Z├Ąhnen. In seinen Mundwinkeln bildeten sich tiefe Falten. Er versuchte, sich von Linhard zu l├Âsen, da zog Ferrau ihn schon an sich heran. Liebevoll streichelte Ciel ihn, w├Ąhrend er sich auf ihn st├╝tzte, da er kaum stehen konnte. ┬╗Aber der Lich, der darin wohnte, hat meine Lebensessenz aufgezehrt. Ohne Davards Spende w├Ąre ich tot. Ich f├╝hle mich wie achtzig. Ich hab dich vermisst, mein Schatz. Ich wollte dich an Max vererben, ich hoffe, das w├Ąre in Ordnung gewesen f├╝r dich.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau kreischte auf wie ein weidwundes Tier, als Ciel davon sprach, dass er gestorben w├Ąre. So etwas wollte er nicht h├Âren. "Wir m├╝ssen Dich zu Benito bringen und seinem Bruder Dandingsbums. Sie werden Dir helfen, es sind Heilmagier. Ich will nicht vererbt werden! Ich will dass Du lebst. Ich spende Dir auch leben, jeder kann doch spenden, geht das? Frag den Magier, ich gebe Dir was ab. Ich lasse nicht zu, dass Du stirbst Ciel. Ich wei├č nicht wie das geht, aber kannst Du... nein Du kannst Dich gar nicht selbst heilen. Du hast ja nicht mal mehr Kraft zum Stehen", keuchte Ferrau und versuchte Ciel hochzunehmen um ihn zu tragen. Linhard dr├╝ckte ihn sanft zur Seite.

Linhard von Hohenfelde
"Ich mache dass schon, geh vor und k├╝ndige uns an. Ich meine dass Dave dass kann. Wer spenden m├Âchte kann es also tun. Er hat ja auch schon f├╝r Pavo etwas gespendet. Also wenn jemand zum Tode verurteilt war, hat er dessen Energie genommen und Pavo gegeben. Leider ist Pavo nicht vor Ort", erkl├Ąrte Linhard und eilte Ferrau hinterher, der heute erstaunlich flink war. Sogar Lin hatte M├╝he dem Leibdiener Ciels zu folgen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte von Linhard m├╝helos transportiert werden. Er schien fast nichts mehr zu wiegen. ┬╗Du spendest nichts, Ferrau, du bist eh schon zehn Jahre ├Ąlter als ich. Wie alt willst du noch werden?┬ź, motzte Ciel und muste danach husten. Er konnte sich nicht mal mehr standesgem├Ą├č echauffieren. ┬╗Du warst auch mutig, Lin ... du hast dich nicht nur dem Haus gestellt. Sondern deiner Vergangenheit. Du hast den Zerrspiegel zerschlagen, der dich als ein Wesen abgebildet hat, das du eigentlich nicht bist. Jetzt sei ein lieber Schwager.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave und die anderen folgten Ciel, Linhard und Ferrau zu Benito. Die Heilstube des Heilers war gl├╝cklicherweise leer. Bei dem Gepolter dass hereinbrach kam Benito sofort aus seinen Behandlungsr├Ąumen, er setzte gerade zu einer Schimpftriade an, als er kannte was los war. "Er ben├Âtigt sofort Deine Hilfe, er wurde von einem Lich ausgesaugt, der Kerl, also die Kerle haben ihm die Lebensenergie abgezapft. Ich habe ihm etwas von meiner eigenen gespendet, aber das reicht bei weitem nicht aus", erkl├Ąrte Dave. Linhard legte Ciel auf eine Bahre und Benito machte sich sofort daran Ciel ausgiebig zu untersuchen. Er schaute ihm ernst in die Augen und Ciel sah, dass dies diesmal kein Spa├č von Benito war. "Was genau haben Eure Angreifer getan?", fragte der Heiler.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mich beschimpft und ein Loch in meine Seele gerissen ... ich glaube, da sickert immer noch Energie raus. Es f├╝hlt sich an, als ob man mir den St├Âpsel gezogen hat. Ich kann es selbst nicht aufhalten. Es waren drei Lichs ... uralt. Ich hab dagegen keine Chance. Ohne Davard w├Ąre ich schon tot. Und ohne Lin, der die K├Âpfe des Hauses abgeschlagen hat. Drei waren es, das Haus hatte drei K├Âpfe!┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard hielt Ciels Hand fest, die andere hielt Ferrau. "Ich werde mich bem├╝hen, ein lieber Schwager zu sein, oder schlichtweg einfach mal zur Abwechslung ich", grinste Linhard schief. "Aber eines haben wir doch noch herausgefunden oder? Paps ich glaube die ├ältesten, dass was Arch immer wie ein Hirngespinst von sich gibt, haben wir ihm Keller umgebracht. Hast Du gesehen wie der Hohenfelde aussah? Er sah aus wie eine fr├╝here Version von Archibald selbst nur irgendwie d├╝sterer, wer wei├č wie er an diesen Unsinn gekommen ist? Und dieses eingravierte Zeug in die Haut, dass tr├Ągt er auch. Vermutlich tr├Ągt das jeder dem er seinen Schwachsinn weitergibt. Nur woher hatte er den Schwachsinn? Ich meine es gibt viele Geisteskranke, aber was ist, wenn er gar nicht geisteskrank ist, sondern dieses Vieh ihm das eingefl├╝stert hat? Oder Opa Dunwin? Was wenn Dun wirklich bereut Dave? Wenn er ohne den K├Ârper frei war von der Einfl├╝sterung? Wenn nicht er es war der das befahl sondern Dunwolf statt Dunwin durch ihn? Du solltest wenigstens einmal mit ihm reden, bevor Du ihn weiter hasst, Du hast ihm doch schon das Leben geschenkt und ihn einmal als Geist angeh├Ârt. Schlimmstensfalls bleibt alles wie es ist. Bestenfalls ist Dein wahrer Feind tot. Und Dunwin war nur die Waffe nie der Kopf dahinter. Aber wie Archibald da hineinpasst habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Vielleicht war er nur zu gerne Waffe, wie wir alle von Zeit zu Zeit", ├╝berlegte Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Vielleicht haben sie sich Archibald offenbart. Es wirkt so, als h├Ątte er sich ihren Unfug abgeschaut, wie die T├Ątowierungen und die spitzen Z├Ąhne. Ich hoffe, nur das und dass nicht noch mehr dahintersteckt. Und ich hoffe, dass der Nekromant der drei, Dunwolf, vor seinem endg├╝ltigen Ableben nicht noch etwas eingef├Ądelt hat. Als Lich hat er alle nekrotischen F├Ąhigkeiten auf der h├Âchsten Stufe inne, besonders bei solch einem Alter. Er k├Ânnte die anderen beiden noch irgendwo hin gebannt haben. Aber das kann ich ja ├╝berpr├╝fen, indem ich eine Testbeschw├Ârung durchf├╝hre. Ich hoffe, Ansgar ist mir dabei behilflich.┬ź Besorgt betrachtete er den geschw├Ąchten Ciel. Er sah aus wie ein uralter Greis. ┬╗Davard, h├Âr auf Linhard. Sprich ein einziges Mal nur mit deinem Vater.┬ź

Benito:
Der Magier tastete Ciel magisch ab, ehe er auf seine Macht zugriff und Ciel einer gro├čen magischen Heilung unterzog. Er sp├╝rte, wie sich eine Wunde schloss die er nicht sehen, geschweige denn benennen konnte. Er sah die Konzentration auf Benitos Gesicht, eine Ernsthaftigkeit und Anstrengung die er noch nie bei dem Mann gesehen hatte. Allein daran konnte er schon ermessen, wie schwer verletzt er gewesen sein musste. Er f├╝hlte sie es ihm von Minute zu Minute besser ging, w├Ąhrend Benito aussah, als h├Ątte er einen Dauerlauf hinter sich und musste immer noch auf voller Leistung rennen, obwohl ihm langsam aber sicher die Puste ausging. Dave schloss die Augen, griff auf seine eigene Gabe zu und versorgte Benito mit Lebensessenz die dieser in seine Heilung einflie├čen lassen konnte. Einen Moment sp├Ąter sah Benito etwas besser aus, aber Dave konnte die Spende nicht ewig aufrecht erhalten, ohne sich selbst dauerhaft zu schaden. Er gab was er geben konnte, dann brach er die Essenz├╝bertragung ab, w├Ąhrend Lin und Ansgar ihn festhalten mussten, damit er sich setzen konnte. Benito heilte Ciels Seelenwunde vollst├Ąndig, sah danach aber auch aus wie das Laken auf dem Ciel lag. Ersch├Âpft und am Rande des Zusammenbruchs schlug er die Augen auf und nickte Ciel knapp zu. "Eure Diagnose war korrekt. Die Lich haben Euch eine Wunde geschlagen... sie haben Eure Seele verletzt und Euch Essenzartig ausbluten zu lassen. Grauenvoller kann ein Tod nicht sein, als das Leben selbst zu verlieren. Ihr w├Ąrt magisch verblutet. Ruft meinen Bruder her, ich kann nicht weiter behandeln", bat Benito die Magier. Dave nickte knapp und rief mental nach Dantoine.

Davard von Hohenfelde
"Dan ist gerufen, er m├╝sste gleich hier sein. Zum Gl├╝ck wurde er zum Hof beordert. Nun vielleicht habt Ihr Recht, ich vergebe mir nichts dabei dem Mann ein weiteres Mal zuzuh├Âren. Im schlimmsten Fall bleibt alles wie es ist. Und ├Ąndern wird sich an der Vergangenheit eh nichts mehr. M├Âglicherweise nur der Blickwinkel darauf. Was vielleicht doch etwas bewirkt, ich wei├č es nicht. Ich rede mit ihm", gestand Dave Brandur und Linhard zu.

Ansgar von Hohenfelde
"Ich helfe Dir Brandur, was genau hast Du vor? Und was genau vermutest Du?", fragte Ansgar mehr neugierig als schockiert, was f├╝r ihn eine typische Reaktion war. So verhielten sich die meisten Nekromanten aus der Sippe. Es gab kaum etwas, was sie anwiderte oder ekelte. Und falls doch, war es f├╝r manch andere unbegreiflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging es immer besser. Es f├╝hlte sich an wie der erste Sonnentag nach einem regnerischen Winter. Er dr├╝ckte Ferraus und Linhards Hand und l├Ąchelte. ┬╗Ich glaube, das gen├╝gt schon.┬ź Als er sich aufsetzte, hinterlie├č er auf seinem Kissen einen Berg Haare, als h├Ątte er ein Toupet verloren. ┬╗Sehe ich wieder besser aus?┬ź, wollte er von Ferrau wissen.

Ferrau Du Trieux
Ferraus Augen wurden riesengro├č, dann fing er an zu Heulen, wie er noch nie zuvor im Leben geheult hatte und umarmte Ciel felsenfest. Wie ein Baby dr├╝ckte er ihn an sich und strich ihm ├╝ber den kahlen Kopf. "Ja, Du siehst besser aus", log er total ungekonnt und Ciels Hemd Hals wurde ganz nass von seinen Tr├Ąnen. "Nein Du siehst schlimm aus, aber dass ist egal... ganz egal... Hauptsache Du lebst", flehte er Ciel an und bekam sich ├╝berhaupt nicht mehr ein vor Angst, w├Ąhrend Benito ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter legte.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Vermuten, Ansgar? Nichts vermute ich, ich stelle Hypothesen auf. Auf dem Siegel stand: H├ťTET EUCH VOR DEM DER SICH TEILEN UND SEINE KR├äFTE VERDREIFACHEN KANN. Wenn wir Pech haben, hat er sich nicht nur gespalten, sondern ist st├Ąrker als je zuvor. Drum m├╝ssen wir schauen, ob wir die drei Unholde beschw├Ârt bekommen. Wenn ja - alles gut, dann sind sie in den Nexus eingegangen. Wenn nicht, haben wir eine Aufgabe vor uns.┬ź

Davard von Hohenfelde
"Es sind nur Haare", sagte Dave aufmunternd und zog sich selbst die Kapuze vom Kopf, was Linhard breit grinsen lie├č. "Die wachsen wieder nach Ferrau, aber der Rest w├Ąre nicht wieder nachgewachsen. Und zerdr├╝ck Deinen Mann nicht", bat Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
Es war schon seltsam, dass die Sterbenden und Kranken immer die Gesunden tr├Âsten mussten. Die Gesunden litten meist mehr darunter als jener, dessen Schicksal besiegelt war. Ciel hatte sein Sterben akzeptiert gehabt. ┬╗Wir werden ein Testament schreiben┬ź, tr├Âstete er Ferrau. ┬╗Dort steht alles haarklein drin, damit du wei├čt, du musst nicht mehr zur├╝ck zu Dreaux oder Verrill. Du darfst mir f├╝r die Zeit davor eine sch├Âne Per├╝cke raussuchen, aber bitte eine ohne Locken und m├Âglichst in meiner Naturhaarfarbe. Eine Echthaarper├╝cke selbstredend. Sind die Falten weg? Es ist schon gut, Davard ... ich mag es, wenn er mich zerdr├╝ckt.┬ź

Dantoine:
Dan kam genau in dem Moment herein, als Ciels Haare vom Kopf rutschten. Der Heiler gr├╝├čte einmal knapp in die Runde und starrte dann Ciel an. Sein Bruder Benito deutete auf Ciel und Dan widmete sich sofort seinem Patienten. "Er wurde von drei Lich ausgesaugt und bewusst seelisch verletzt. Ich habe die Wunde geflickt, mit der Hilfe von Davard. Wer immer das getan hat, war ein m├Ąchtig und gewaltig grausam, jemanden so hinrichten zu wollen", sagte Benito. Dan nickte knapp und untersuchte Ciel erneut, da er sich selbst ein Bild machen musste, wenn er eingreifen wollte. Er schaute Ciel auch in die Augen, in den Mund und horchte ihn ab. "Wir bekommen Euch wieder hin Hoheit", sagte Dan aufmunternd. Auch er griff wie zuvor sein Bruder auf seine Magie zu. Nur heilte er Ciel nicht wirklich, sondern st├Ąrkte dessen Kr├Ąfte und Abwehrkr├Ąfte, damit die Selbstheilung Ciel ├╝ber die n├Ąchsten Tage hinwegtragen w├╝rde. Ciel f├╝hlte sich schlagartig ges├╝nder und kr├Ąftiger als noch vor einigen Minuten. Dan lie├č ihn los und blinzelte ihn freundlich an. "Ich war gerade bei Eurem Bruder. Ihr m├╝sstet Euch besser f├╝hlen, die n├Ąchsten Tage solltet Ihr Euch schonen und essen worauf immer Ihr Lust habt, der K├Ârper irrt sich da selten. H├Ârt auf Euch selbst", sagte Dan und schmunzelte kurz Lin an, als Zeichen dass mit Verrill alles in Ordnung war.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar, Linhard und Dave schauten Brandur wie vom Donner ger├╝hrt an. Genau dass hatte auf dem Siegel gestanden und die Kreatur die sie bek├Ąmpft hatten war eine. "Jenem der sich spalten kann, Schei├če, daran haben wir ├╝berhaupt nicht gedacht. Du meinst die Drei flitzen jetzt einzeln herum? Keine besonders sch├Âne Vorstellung, was schl├Ągst Du vor? Beschw├Âren wir jeden einzeln? Ich w├╝rde sagen ja", erkl├Ąrte Ansgar und kaute kurz auf den Fingerkn├Âcheln.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war zufrieden. ┬╗Danke, Benito und Dantoine. Benito, Sie sehen grauenhaft aus, schicken Sie jemanden, der Ihre Vertretung organisiert und nehmen Sie sich frei. Davard das Gleiche. Mir geht es wieder gut, wir k├Ânnen die drei Lich beschw├Âren.┬ź Er strich sich die letzten losen Haare vom Kopf. Nicht nur die Haare auf der Kopfhaut, alle Haare waren ihm ausgefallen, sogar die Bartstoppeln vom Vortag, die Augenbrauen und Wimpern.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schaute Ciel lange und traurig an. "Ich ben├Âtige kein Testament, sondern Dich. Ich will sowas nicht. Das schreibt man nur, wenn man sich schlecht f├╝hlt. Du kannst Deinem Vater das einfach sagen, dass reicht. Aber schreib sowas doch nicht. Hast Du nicht geh├Ârt, was die Heiler gesagt haben? Du wirst wieder gesund. Ganz gesund und Haare wachsen nach, da hat Davard Recht. Das wei├č jeder Ciel, Du musst nur fest dran glauben. Du musst mitmachen", tr├Âstete Ferrau ihn.

Dantoine:
"Geh nur, ich vertrete Dich hier so lange. Ich vermute dass Linhard nichts dagegen hat. Am besten ruht Ihr Euch aus, aber was muss ich Dir gro├č sagen Ben", grinste Dan freundlich. Benito nickte knapp und forderte Dave mit einem Wink auf ihn zu begleiten. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg, nicht ohne sich vorher noch einmal bei Ciel zu verabschieden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, der trotz der Genesung noch immer klapperd├╝rr war, lehnte sich an Ferrau. Er verabschiedete sich mit einem freundlichen Gesichtsausdruck und einem eiskalten und klammen H├Ąndedruck von Benito und Davard. Beiden sagte er noch einmal: ┬╗Danke.┬ź Er war ger├╝rt, wie aufopferungsvoll sich um ihn gek├╝mmert wurde. Sonst war er stets jener, der sich f├╝r andere opferte. Ferrau war hinter ihm sch├Ân warm und weich und Ciel f├╝hlte sich geborgen, auch wenn Ferrau v├Âllig aufgel├Âst und hilflos wirkte. Ciel genoss einfach, dass er da war. ┬╗Ich meinte ja nur, vorsichtshalber. Nat├╝rlich gebe ich mir M├╝he, nicht zu sterben, darauf habe ich auch wenig Lust. Reden wir von den Lich. Brandur?┬ź

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar schaute Benito und seinem Bruder nach, ehe er abwartend Brandur anschaute. "Die Sache war zu einfach oder?", fl├╝sterte er.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das werden wir gleich sehen. Sie sind alt und b├Âsartig wie das Haus und unsere Familie. Wir beschw├Âren sie einzeln. Und mit Dunwolf fangen wir an. Er ist der Nekromant und wenn es schon an seiner Beschw├Ârung scheitert, ist nahezu klar, was mit den anderen beiden geschehen ist. Dantoine, bitte habt ein Auge auf meinen Neffen und Ihr auch, Alexandre, sofern Euer Zustand das erlaubt.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Langsam, sag mir was dann klar ist, wir haben ihn dann hier in der Bude", sagte Ansgar dem b├Âses schwante.

Alexandre de la Grange
Alexandre lie├č seine langen, weichen Finger unvermittelt ├╝ber Ansgars R├╝cken wandern. Pl├Âtzlich hielten sie inne. "Da."

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar starrte den Bluthexer an und wich einen Schritt zur├╝ck. "Was da? Befummel mich nicht. Und h├Âr auf so kryptisch zu reden, das ist unheimlich", sagte Ansgar verst├Ârt.

Alexandre de la Grange
Alexandre lie├č sich nicht aus dem Konzept bringen. Er streckte einen Zeigefinger aus und dr├╝ckte ihn auf Ansgars Brust. "Ich bin Erzhexer der Krone und mit 'Euch' anzusprechen. Hier, an dieser Stelle, liegt Ihr Problem." Er tippte mit dem Finger auf Ansgars Herz.

Ansgar von Hohenfelde
"Ja wirklich witzig, das Ihr da von allein drauf gekommen seid bei einem Herzkranken. Brandur sag ihm er soll aufh├Âren mich zu rei├čen, ich nehme nicht umsonst Beruhigungsmittel", flehte Ansgar.

Alexandre de la Grange
┬╗Sie haben ein Loch im Herzbeutel. Eines, das dort nicht hingeh├Ârt, eine Verletzung. Sie wird sie f├╝r immer beeintr├Ąchtigen, wom├Âglich eines Tages das Leben kosten. Es sollte geflickt werden.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar musterte Alex, aber diesmal weder hilflos noch grimmig. "Ich wei├č, aber das kann nicht geflickt werden, dass muss irgendwie von selbst heilen. Und es ben├Âtigt Zeit, Zeit die ich vielleicht nicht habe. Ich warte einfach, mehr kann ich nicht tun. Mehr ist auch nicht n├Âtig", sagte Ansgar ruhig.

Brandur von Hohenfelde
Brandur beobachtete das Schauspiel am├╝siert. ┬╗Alexandre ist ein Freund, Ansgar, auch wenn er vom anderen Ufer kommt, das hei├čt, von der Bluthexerei und unsere Kunst wenig zu w├╝rdigen wei├č. Wenn wir Dunwolf hier beschw├Âren k├Ânnen, ist er tot und unter unserer Kontrolle. Sollte er weiterhin ein Lich sein - dann wird es uns nicht m├Âglich sein, ihn zu rufen. So weit die Theorie.┬ź

Alexandre de la Grange
Alexandre stocherte ungeduldig mit dem Finger auf Ansgars Brust herum. "Unfug, niemand bei Hofe muss heutzutage mit einem Loch im Herzen herumlaufen. Das zu flicken geht ganz schnell."

Ansgar von Hohenfelde
"Die Theorie ist richtig, er lebt oder f├╝hrt ein Halbleben als Lich, ├Ąhnlich wie Maghilia und Osmund. Sie k├Ânnen ohne die Lebensessenz von Lebenden nicht mehr leben. Sie w├╝rden sterben. Sie sind auf den Raub von Lebensenergie angewiesen, da sie ihr Leben derma├čen weit in die L├Ąnge gezogen haben. W├╝rden sie damit aufh├Âren, beginnen sie zu sterben. Maghilia scheint sagen wir mal sp├Ąter damit angefangen zu haben, jedenfalls ist sie k├Ârperlich ├Ąlter als Osmund. Wie alt sie tats├Ąchlich ist, wei├č ich nicht. Osmund ist 126 Jahre alt und k├Ârperlich? Optisch? Keine Ahnung, ich kann ihn nicht einsch├Ątzen, aber niemand w├╝rde ihn doch ├Ąlter als 60 Jahre sch├Ątzen oder? Oder maximal 70 Jahre", warf Ansgar ein, ehe er sich Alex zuwande. "Und wie funktioniert das Flicken? Per Magie? Ich h├Ątte einst Dantoine gefragt, aber als es entstand war er nicht mehr f├╝r mich zust├Ąndig", sagte Ansgar. Dan musterte Ansgar, als h├Ątte der ihn gerade geschlagen. "Als ob das eine Rolle gespielt h├Ątte! Ehrlich!", schnaubte er entr├╝stet.

Alexandre de la Grange
"Machen Sie Ihre Brust frei", befahl Alexandre.

Brandur von Hohenfelde
"Ja, sie sterben und das recht schnell. Aber k├Ânnten wir die beiden beschw├Âren, so lange sie nicht tot sind? Einen Lich kann man nicht beschw├Âren. Zumindest ist mir nichts dahingehendes bekannt. Liegen dir entsprechende Informationen vor?"

Ansgar von Hohenfelde
"Ja Moment", bat Ansgar und befreite sich vorsichtig aus dem Oberteil seiner Robe. Er ben├Âtigte dazu etwas l├Ąnger, da er sich wie eingerostet f├╝hlte. Als er fertig war, blieb er einfach so vor Alex stehen. "Bitte", sagte er freundlich.

Ansgar von Hohenfelde
"Nein einen Lich kann man nicht beschw├Âren, versuch es doch mal Ossi zu beschw├Âren, er w├╝rde vermutlich nur einen Ruf oder ein Zupfen an der Seele empfinden, aber die ist sicher verwahrt in seinem K├Ârper, den er h├╝tet wie ein Tempel und genauso mit Gold beh├Ąngt", grinste Ansgar.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich mach schon", mischte Ciel sich ein und winkte Ansgar zu sich heran. Er f├╝hlte kurz, biss sich kr├Ąftig in den Zeigefinger, dr├╝ckte das Blut auf die selbe Stelle, auf der Alexandre seinen Finger gehabt hatte und ein warmes Gef├╝hl breitete sich in Ansgar aus. Es dauerte nicht lange und Ciel nahm den Finger wieder weg. "Das war einfach", fand er. "Du h├Ąttest ruhig etwas sagen k├Ânnen."

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar schaute verwundert an sich herunter. "Was h├Ątte ich sagen sollen? Au├čer jetzt - Danke. Ist es... weg?", fragte er ger├╝hrt.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, das Loch hat sich geschlossen. Es ist noch eine erh├Âhte Fl├╝ssigkeitsansammlung nachzuweisen, doch diese sollte sich von selbst verteilen. Du bist wieder gesund. Gern geschehen. Wenn du mit diesen Lichs oder Geistern hantierst, solltest du dabei nicht herzkrank sein."

Ansgar von Hohenfelde
"Ich wei├č nicht was ich sagen soll au├čer Danke. Euer Land und Ihr habt mir damit zweimal das Leben gerettet. Und ich werde meine Tochter sehen, garantiert. So war es immer mein gr├Â├čter Wunsch wenigstens sie noch sehen zu d├╝rfen, wenn sie geboren wird. Sie garantiert aufwachsen zu sehen, ist das sch├Ânste Geschenk war Ihr mir machen konntet. Neben dem uns von dem Fluch unseres eigenen Vorfahren zu befreien. Wie passend das seine Abk├╝rzung genauso Dun w├Ąre wie die von unserem Vater. Rufen wir ihn", sagte Ansgar zu Brandur.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hatte sich derweil ein wenig umgeschaut und die Flaschen betrachtet. Nun gesellte er sich wieder zu ihnen und krempelte die ├ärmel hoch. Er warf Ansgar einen ernsten Blick zu. "Los geht es", best├Ątigte er und griff nach dem Nexus, wo er nach der gro├čen Dunkelheit tastete wie in tr├╝bem Wasser nach dem Gew├Ąssergrund.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog Ferraus Arme um sich. Er h├Ątte seinen Leibdiener gern herausgeschickt, doch die Nekromanten fingen bereits mit der Beschw├Ârung an und er wollte sie jetzt nicht in ihrer Konzentration st├Âren. "Die beiden sind Profis, ich habe sie gesehen, sie haben alles im Griff", versicherte er seinem Leibdiener.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar schloss sich seinem Onkel an. Er griff ebenfalls auf seine Gabe zu und stellte dabei fest, wie sehr er es vermisst hatte Magie wirken zu d├╝rfen. Es war leicht andere zu bel├╝gen, schwierig war es sich selbst etwas vorzumachen. Genau dass hatte er getan. Er suchte im Nexus nach Dunwolf von Hohenfelde, jenem den sie vor einigen Stunden im Haus die Stirn geboten hatten. Jener der Ciel angegriffen und ein Loch in die Seele gerissen hatte. Mehr Kreatur als Mann, ein ├ťbel dass seines gleichen suchte. Sie suchten ihn, damit er daf├╝r bezahlte was er seiner Familie angetan hatte, seit dem Tage, seit er den Fu├č auf Asamurischen Boden als Siedler gesetzt hatte. Aber das Grauen hatte nicht im Jahre NULL begonnen. Das Grauen an sich hatte davor begonnen, als dieser Mann beschloss seiner Familie einen Weg aufzuzwingen der schw├Ąrzer nicht sein konnte. Denn laut Familienchronik hatte auch er einst zwei ├Ąltere Br├╝der und beide starben durch seine Hand. Er war es gewesen der die Sippe gr├╝ndete und zu noch gr├Â├čerer Macht zu f├╝hren, um das ├ťberleben von ihnen allen zu sichern. Welch ein Hohn, die drei hatten sich zusammengeschlossen um ihr eigenes ├ťberleben in Stein zu mei├čeln und zwar in schwarzes Gestein. Ansgar suchte aufmerksam, aber er fand ihn nicht, es gab keine Spur von Dunwolf in den Weiten des Nexus. Und er h├Ątte ihn erkannt, denn er war einer von ihnen. Genau wie die Leichen die unten im eisigen Keller ruhten. Aufbewahrt f├╝r was eigentlich? Um sich daran zu erfreuen, wer so brav als Futterspender gedient hatte? Ansgar zog sich langsam aus dem Nexus zur├╝ck und schaute Brandur ernst an. "Ich finde ihn nicht", sagte er mit mulmigem Gef├╝hl.

Ferrau Du Trieux
Ferrau hatte sich etwas beruhigt, nur ab und an rannen ihm noch Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen, wenn ihn sein Gef├╝hl ├╝bermannte. Liebevoll hielt er Ciel fest und nickte. Er vertraute ihm blind, dass hatte er schon immer getan. Sein Schatz w├╝rde doch nicht f├╝r ihn k├Ąmpfen und ihn sogar vor seinen Br├╝dern besch├╝tzen, wenn er ihn hier der Gefahr aussetzte. Was dachte Ciel eigentlich, was er von ihm dachte? "Ich wei├č, ich habe keine Angst Ciel ich habe Angst um Dich. Wirst Du wieder richtig gesund? Vielleicht hilft Dir der Ausflug zum Koster, die Luft dort ist gut und ich werde mich besonders gut um Dich k├╝mmern", versprach Ferrau und k├╝sste ihn z├Ąrtlich.

Brandur von Hohenfelde
"Bin noch dabei", murmelte Brandur und tastete sich bis zum Rande der Trias vor. Er versuchte, zu ergr├╝nden, ob er wenigstens eine astrale Spur fand, dass Dunwolf hier gewesen war.

Ansgar von Hohenfelde
Brandur fand ein Echo, dass Dunwolf vor einigen Stunden weltlicher Zeit hier gewesen war. Er hatte Kraft aus dem Nexus bezogen, war aber wieder verschwunden. Wohin, dass war Brandur klar, es gab nur einen Ort wohin er wieder zur├╝ckgekehrt sein konnte - die Physis.

Brandur von Hohenfelde
Brandur zischte ver├Ąrgert. "Er war vor einigen Stunden hier und ist wieder verschwunden. Hier ist noch seine Spur, aber ich kann sie nicht verfolgen. Meine Herren - Dunwolf weilt noch unter den Lebenden. Also dann, der N├Ąchste. Testen wir Harubold, obgleich das Ergebnis zu erahnen ist." Erneut griff er nach der astralen Tiefe.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar tat es erneut seinem Onkel gleich. Von Harubold fehlte ebenso jede Spur, aber er war nicht vorher im Nexus gewesen, auch jetzt war er nicht hier. Da Ansgar weder Harubold pers├Ânlich, noch dessen Spur fand suchte er Marthis. Auch wer war spurlos verschwunden und nicht im Nexus zu finden. Ansgar wartete kurz ab um sich erneut zu sammeln. "Brand? Ich habe Harubold nicht gefunden und ebensowenig Marthis. Allerdings habe ich auch keine Spur im Nexus von beiden entdeckt, ich sage es mal lapidar, die beiden sind spurlos verschwunden", erl├Ąuterte Ansgar tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel k├╝sste Ferrau zur├╝ck. "Du darfst dich dort leider nicht um mich k├╝mmern, ich bin dort nicht auf Kur, sondern um eine Strafe zu verb├╝├čen. Aber du darfst mir die Freizeit vers├╝├čen. Nat├╝rlich werde ich wieder gesund." Als die Nekromanten die Lichs nicht fanden, zog er die Brauen zusammen. "Sie k├Ânnen nicht in der Physis sein, ohne dass sie jemand irgendwo hin gebannt hat. Das ergibt keinen Sinn! Ihre K├Ârper wurden vernichtet."

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar musterte Ciel und nickte knapp, ehe er Brandur anschaute und abwartete. Sein Onkel sollte seine Theorie erl├Ąutern, bevor er seinen Senf dazu gab, denn vielleicht viel ihm so noch etwas ein und Brandur war einige Jahre erfahrener als er.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Es gibt unterschiedliche M├Âglichkeiten f├╝r das Szenario, was sich zugetragen haben k├Ânnte. Variante eins: Dun-Haru-Mar steht unter der Kontrolle eines anderen Nekromanten. Eines, der ohne es zu wissen sein Werkzeug ist. Variante 2: Dun-Haru-Mar hat eine solche Macht entwickelt, dass er in einen oder mehrere lebende K├Ârper floh.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar sch├╝ttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, dass sich Dunwolf irgendwem beugte, glaubst Du dies? Ich bin fest davon ├╝berzeugt dass er der Puppenspieler ist, er war keine Puppe die sich benutzen lie├č, leider wohlgemerkt. Die zweite M├Âglichkeit erscheint mir logischer", stimmte Ansgar zu, "aber sie erscheint mir nicht ausreichend. Dir etwa?"

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nein, der Nekromant w├Ąre in dem Falle nur das Werkzeug von Dun-Haru-Mar. Zu schwach, um ihn zu b├Ąndigen, aber stark genug, um ihm zu dienen. Ein gew├Âhnlicher K├Ârper w├Ąre vielleicht nicht nach Dunwolfs Geschmack. Aber w├╝rde er in einem Gegenstand stecken, wie dem Haus selbst, w├╝rden wir ihn sp├╝ren, selbst wenn er sich darin einschlie├čt.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Das sehe ich ebenfalls so, das Haus w├╝rde er auch nicht mehr w├Ąhlen. Das w├Ąre zu einfach ihn dort zu finden. Du meinst aus dem Drei-Gespann wurde ein Quartett?", fragte Ansgar und der Gedanke daran begeisterte ihn ├╝berhaupt nicht. Die Aussicht war schlimmer als zuvor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Es w├Ąre doch denkbar┬ź, warf Brandur ein. ┬╗Es sei denn...┬ź Seine Augen wanderten zu Linhard. ┬╗Die drei K├Âpfe. Bist du sicher, dass es Dun-Haru-Mar waren?┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau massierte Ciel die Schl├Ąfen, damit dieser sich etwas entspannen konnte. "Dein Vater kommt ja ├╝berhaupt nicht mit. Woher soll er wissen, was ich mache und was nicht? Ich darf Dich doch als meinen Mann verw├Âhnen. Er verw├Âhnt seine Frauen doch auch und hat Spa├č dabei. Also kann er da nichts sagen, wenn ich auf Dich aufpasse. Auf die anderen wird auch aufgepasst. Das vermute ich jedenfalls und wenn Du arbeitest bringe ich Dir Erfrischungen oder was anderes", grinste Ferrau aufmunternd.

Linhard von Hohenfelde
"Ja ich war mir sicher, weil es auch darauf reagiert hat. Und Ciel hatte doch vorher mit ihm gesprochen, Ciel was hat das Wesen zu Dir gesagt? Paps die trugen kein Namenskettchen als Armband, ich glaube einfach dass sie es waren, wer soll es denn sonst gewesen sein? Und sah der Hauptkopf nicht aus wie Dunwolf auf den Gem├Ąlden nur naja schrumpliger?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss gen├╝sslich die Augen und kuschelte sich noch enger an seinen Leibdiener. ┬╗Ich bin froh, dass du da bist ... als ich dachte, dass ich starb, habe ich meine allerletzten Gedanken f├╝r dich aufgehoben. Ich hab mir dein L├Ącheln vorgestellt und damit in Gedanken war es gar nicht so schlimm.┬ź Er redete schon wieder vom Sterben. Dann ├Âffnete er erbost ein Auge, als Linhard wieder unqualifizierte Kommentare von sich gab. ┬╗Habe ich nicht ausdr├╝cklich gesagt, dass wir alles da unten sorgf├Ąltig dokumentieren?┬ź, ereiferte er sich. ┬╗Dazu h├Ątte eine Zeichnung der K├Âpfe geh├Ârt, der T├╝ren und des Siegels! Das Wesen sagte, dass ich mich in seinem K├Ânigreich befinde. Es sagte ... Eure Familie h├Ątte andere Gef├Ą├če n├Âtig, als die H├Ąppchen in den Flaschen. Und es sagte, ich w├╝rde sie speisen wie ein Hohenfelde, danach sei ihnen die Freiheit geg├Ânnt. Und: Wir sind ja keine Unmenschen. Das war das Beste.┬ź

Brandur von Hohenfelde
"Mein lieber Xavier, ich habe mir die K├Âpfe nicht angeschaut. Sie waren nekromantisch wertlos und wir in Eile. Das Haus drohte jeden Moment ├╝ber uns zusammenzust├╝rzen, zumindest klang es so und der herabrieselnde Putz trug sein ├ťbriges zu diesem Eindruck bei."

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute ziemlich betreten in die Runde. Bei der Aussage ich bin doch kein Unmensch, wurde er hellh├Ârig. "Den Satz, ich bin doch kein Unmensch, sagt Archibald oft. Er sagte ihn sogar, als wir die Kinder aus seiner Vorratskammer befreiten und er sie auf der Wache abgeben sollte. Aber er sagte wir bringen sie zum Tempel und er bezahlte sogar aus eigener Tasche daf├╝r - Begr├╝ndung, er w├Ąre ja kein Unmensch und lachte. Die K├Âpfe habe ich nicht abgezeichnet nein, aber ich k├Ânnte zur├╝ckfliegen und sie holen. Das Siegel blieb offen und Dave hat sie in den Raum hinein geworfen. Also m├╝ssen das ihre K├Âpfe gewesen sein, denn sonst w├Ąren sie nicht verbannt worden, oder wie das hei├čt. Ich habe keine Ahnung von Magie, ich habe einfach nur das getan, was ich f├╝r n├Âtig hielt. Andere Gef├Ą├če? Ich verstehe das nicht. Ich kann die K├Âpfe holen wenn Ihr wollt", schlug Linhard vor.

Ferrau Du Trieux
Ferrau dr├╝ckte Ciel immer noch felsenfest an sich. "H├Âr auf ├╝ber Dein Ableben zu sprechen, Dein Leben wurde gerettet. Aber es r├╝hrt mich so tief, dass ich schon wieder weinen muss, dass ich Dein letzter Gedanke war, ich liebe Dich Ciel", fl├╝sterte Ferrau und musste erneut weinen.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Allein zur├╝ck? Keinesfalls!┬ź, schnauzte Brandur. ┬╗Junge! Auf was f├╝r Ideen du kommst! Wo ist Jules, er war doch vorhin noch hier. Er soll deine Erinnerung auslesen und sie mir und Ansgar ├╝bermitteln. Dann sehen wir die K├Âpfe durch deine Augen und k├Ânnen sagen, ob sie es waren. Dass sie entfleuchten, muss nicht zwangsl├Ąufig mit der Dekapitation zusammenh├Ąngen. Sie k├Ânnen auch einfach zeitgleich aus unserer Sicht entschwunden sein, um uns das Glauben zu machen. Archibald ... das gef├Ąllt mir nicht.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich liebe dich auch, Ferrau┬ź, sprach Ciel gl├╝cklich. Er war weit davon entfernt, sich gut zu f├╝hlen, aber dennoch war er guter Dinge. Alexandre versuchte, nicht in ihre Richtung zu schauen. Ciel fragte sich, ob Brandur ihn wirklich dar├╝ber informiert hatte, wor├╝ber er ihn hatte informieren sollen. Er streichelte tr├Âstend Ferraus Bein, ├╝ber dem die Hose spannte.

Ferrau Du Trieux
"Ich habe es nur angeboten, sei mir doch nicht b├Âse. Ja ich sagte doch, er muss dieses Ding irgendwann einmal gesehen haben, er hat viel von ihm. Dass Ding wohl kaum von ihm. Die Himmelsaugen haben drau├čen gewartet, ich gehe sie holen", sagte Linhard und ging kurz nach drau├čen. Er kam gemeinsam mit Jules zur├╝ck. "Sie ben├Âtigen die Erinnerung an die K├Âpfe, also wie sie ausgesehen haben", bat Linhard. "Kein Problem, ich lese Dich aus und gebe es an die beiden weiter", erkl├Ąrte Jules und tat genau dass. Linhard konzentrierte sich auf die abgeschlagenen K├Âpfe. Einer hatte rote, einer braune und einer schwarze Haare. Und und zudem die derma├čen hellblaue Augen, dass sein Blick extrem starrend wirkte.

Linhard von Hohenfelde
"Ich habe es nur angeboten, sei mir doch nicht b├Âse. Ja ich sagte doch, er muss dieses Ding irgendwann einmal gesehen haben, er hat viel von ihm. Dass Ding wohl kaum von ihm. Die Himmelsaugen haben drau├čen gewartet, ich gehe sie holen", sagte Linhard und ging kurz nach drau├čen. Er kam gemeinsam mit Jules zur├╝ck. "Sie ben├Âtigen die Erinnerung an die K├Âpfe, also wie sie ausgesehen haben", bat Linhard. "Kein Problem, ich lese Dich aus und gebe es an die beiden weiter", erkl├Ąrte Jules und tat genau dass. Linhard konzentrierte sich auf die abgeschlagenen K├Âpfe. Einer hatte rote, einer braune und einer schwarze Haare. Und und zudem die derma├čen hellblaue Augen, dass sein Blick extrem starrend wirkte.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar schaute von Ciel und Ferrau zu Alex, der ziemlich neutral guckte. So neutral, dass es einer Maske glich. Ansgar stellte sich neben den Mann und legte ihm kurz einen Arm um die Schulter. Er wusste wie es sich anf├╝hlte, so etwas um die Ohren geschlagen zu bekommen. Zwar hatte Fin ihn nicht verk├╝ndet wen anders zu lieben, aber sie hatte verk├╝ndet, dass sie nicht mehr zu ihm hielt. Und das Gef├╝hl war genauso grauenvoll.

Alexandre de la Grange
Alexandre zuckte kurz zusammen. Er war es nicht gewohnt, dass ihn jemand anfassen wollte. Ihn, den kauzigen, narbigen Stinker. Wobei er dank Zerbino nicht mehr stank. Alexandre hatte ihn im Verdacht, dass er heimlich seine Roben waschen lie├č. Alexandre zuckte, nur f├╝r Ansgar zu sp├╝ren, resigniert die Schultern. Es war nicht so, dass es ihn ├╝berraschte. Er kannte seinen Sch├╝ler. Und er war professionell genug, jetzt keine Diskussion vom Zaun zu brechen. Es ging um wahrhaft wichtigere Dinge als sein gebrochenes Herz.

Brandur von Hohenfelde
"Das sind sie, das sind Dun-Haru-Mar", erkl├Ąrte Brandur. "Sie m├╝ssen sich anderer K├Ârper bem├Ąchtigt haben. Aber au├čer uns und den G├Ąsten gab es keine Lebenden im Haus. Den Gardisten und die Frau werden sie wohl nicht gerade als Spender verwendet haben. Jetzt bin ich mit meinem Demonai am Ende. Hast du noch eine Theorie, Ansgar? Sonst m├╝ssen wir dar├╝ber schlafen und morgen die Fachliteratur bem├╝hen."

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar rutschte ein St├╝ck n├Ąher als Zeichen, dass er verstand, denn dass tat er tats├Ąchlich. Sich verraten und verlassen zu f├╝hlen, war immer ein schwerer Schlag. Ob man nun tats├Ąchlich verlassen worden war oder nicht, stand auf einem anderen Blatt. Er selbst war letztendlich gegangen und nicht verlassen worden. Aber er konnte mit der Situation nicht umgehen. Seine Frau war alles f├╝r ihn gewesen, beste Freundin, Geliebte, Frau, seine Kleine. Und mit ihrem Verrat hatte sie ihm alles genommen. Sicher war Lin ihr Sohn, aber das h├Ątte ihr fr├╝her einfallen d├╝rfen und es ging nicht darum, dass sie ihm beistehen wollte. Sondern dass sie es ungefragt hinter seinem R├╝cken getan hatte. Vielleicht w├Ąre die Sache gar nicht so eskaliert, h├Ątte sie ihn gefragt. Denn dann h├Ątte er selbst ├╝ber seine Handlungen noch einmal in Ruhe nachgedacht. Aber nun waren die W├╝rfel gefallen und jeder lebte sein neues Leben. Und er war sogar sehr gl├╝cklich damit. Ansgar schaute sich ebenfalls die Erinnerung an. Ja es waren Dun-Haru-Mar. Dunwolf hatte helle Augen, einer der wenigen Hohenfelde, so wie Dave oder er selbst. Die G├Ąste, wer waren die G├Ąste? Und wo waren die beiden anderen? Wo waren Dun, Haru und Mar? Zwei Geistmagier ein Nekro. "Warte, wenn sie nicht im Nexus sind, dann sind sie hier. Folglich k├Ânnte ein Geistmagier sie doch rufen oder?", schlug Ansgar vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das stimmt┬ź, rief Brandur erfreut. ┬╗Jules, bitte versuchen Sie es. Die drei Herren, deren K├Âpfe Sie gerade gesehen haben. Oder schlagen Sie Parcival vor?┬ź

Jules de Mireault
"Ich versuche es, ich werde zuerst versuchen die Geistmagier zu rufen, dann den Nekromanten", erkl├Ąrte Jules und lie├č sich im Schneidersitz auf dem Boden nieder. Jules glitt in Trance um sich besser konzentrieren zu k├Ânnen und suchte nach Harubold. Er gab alles was er hatte, fand den Mann aber nicht. Ebenso verfuhr er mit Marthis, aber auch die Suche blieb ergebnislos. Jules war ziemlich erstaunt dar├╝ber, konnte sich den Umstand aber bis dato nicht erkl├Ąren. Dann suchte er nach Dunwolf. Als er nach dem Geist des Nekromanten griff um ihm eine Botschaft zukommen zu lassen, wurde er regelrecht aus der Trance geschleudert, so sehr wehrte sie der Empf├Ąnger. Jules ben├Âtigte einige Minuten um sich wieder zu sammeln und ihm war kotzschlecht. Dantoine hielt ihm eine Brechschale unter den Mund und als Jules sich nicht mehr ├╝bergeben musste und sich etwas erholt hatte, schaute er ziemlich geschafft auf. "Die beiden Geistmagier sind nicht in der Physis, Ihr m├╝sst sie im Nexus suchen. Der Nekromant, bei allem was heilig ist, dass Schwein hat mir derma├čen eine verpasst. Er griff direkt zu und wollte meine Substanz packen. Aber anstatt mich zu sich zu rei├čen schleuderte er mich von sich. Sonst w├Ąre ich jetzt wer wei├č wo", st├Âhnte Jules, schnappte sich schnell die Brechschale und ├╝bergab sich erneut.

Brandur von Hohenfelde
Brandur beobachtete Jules erstaunt beim ├ťbergeben. ┬╗Im Nexus waren sie nicht. Auf die Trias haben wir keinen Zugriff! Sie werden doch nicht in der Trias sein? Um das herauszufinden, br├Ąuchten wir einen Alben. Ihre Reaktion ist sehr stark, Jules, wenn ich das Anmerken darf. Wir haben einige Geistmagier in der Familie, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen. K├Ânnte Dunwolf die anderen beiden absorbiert haben?┬ź

Jules de Mireault
"Mit Verlaub Marquis, aber normalerweise drischt man auch w├Ąhrend eines Gespr├Ąchs nicht auf jemanden ein und rei├čt an seiner Seele wie ein Verr├╝ckter. Das mir dabei schlecht wird ist wohl noch das kleinste ├ťbel. H├Ątte mich der Drecksack gepackt und ausgesaugt, dann w├Ąre mein K├Ârper nur noch eine lebende leere H├╝lle. Ein sabberndes Ding ohne Seele", st├Âhnte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
"Brandur und seine unsensbiblen Bemerkungen", schrie Ciel und dr├Ąngelte sich zu Jules durch. Er betrachtete aufmerksam das Gesicht des Geistmagiers, auch wenn es nicht sehr h├Âflich war, jemanden beim Brechen zuzusehen. Gleichzeitig sp├╝rte er nach Jules`Kreislauf. "Geht es wieder?" Er sah seinen alten Berater besorgt an.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute bek├╝mmert und dachte sich zeitgleich, dass er schon einen neuen Mieter f├╝r den K├Ârper zur Hand gehabt h├Ątte - Kunwolf. Also lange h├Ątte der K├Ârper nicht leergestanden. Aber davon sagte er kein Wort, sondern schaute so bedauernd wie man es von ihm erwartete

Jules de Mireault
"Ja es geht wieder, aber dieser Kerl hat ungeheuerliche Macht. Er ist nicht mal in meiner N├Ąhe. Aber sich in die N├Ąhe seiner Seele zu begeben scheint auszureichen dass er einen anzapfen kann. Keine Ahnung, ich habe so etwas noch nicht erlebt. Ich meine nat├╝rlich kenne ich als Geistmagier mentale K├Ąmpfe, jeder Kampfmagier kennt sie zudem. Oder auch mal ein Gepl├Ąnkel unter Kameraden, wer dr├╝ckt nun wen zuerst aus den Gedanken. Aber der Kerl hat mich nicht gedr├╝ckt, er hat mich erst zu sich herangerissen, wo ich dachte dass war es jetzt f├╝r mich und dann hat er mich von sich gesto├čen. Geworfen, als w├Ąre ich ein Nichts. H├Ątte er das vor Wut nicht getan, w├Ąre ich wohl Geschichte. Danke der Nachfrage Eure Hoheit. Also noch eine Botschaft schicke ich dem nicht", sagte Jules.

Brandur von Hohenfelde
"Ihm ist schlie├člich nichts passiert", verteidigte Brandur sich. "Ein Himmelsauge steckt so etwas weg, man muss einen Kampfmagier nicht in Watte packen. Konnten Sie den Lich orten, Jules?"

Jules de Mireault
"Ich glaube er war noch in dem Haus, ich bin mir nicht sicher. Sicher stecken wir einiges weg aber seelisch absorbiert zu werden, oder zerrissen zu werden geh├Ârt nicht zu meinen allt├Ąglichen Erfahrungen, ich bitte Sie! Ich bin der Meinung das er noch im Haus ist, oder vielleicht in der n├Ąheren Umgebung. So genau kann ich es nicht sagen, denn da geschah es schon, dass ich eine verpasst bekam. Ich meine aber, wenn ich ganz genau dar├╝ber nachdenke, es war in der N├Ąhe des Hauses, nicht im Haus selbst", sagte Jules nachdenklich.

Brandur von Hohenfelde
┬╗In der N├Ąhe des Hauses┬ź, gr├╝belte Brandur. ┬╗Ansgar, wir m├╝ssen da noch mal hin. Wir m├╝ssen dem ein Ende bereiten. Aber diesmal mit einer anderen Strategie, als einfach mit der geballten Macht einzumarschieren.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, der sich wieder zu Ferrau gekuschelt hatte, funkelte den Nekromanten an.

Ansgar von Hohenfelde
"Du hast v├Âllig Recht, aber wir ben├Âtigen einen Plan. Wir k├Ânnen uns nicht einfach so Dunwolf stellen. Es sei denn, wir erwischen ihn auf dem falschen Fu├č. Er kennt das Haus wie seine Westentasche, aber er ist nicht mehr das Haus. Und wir kennen das Haus ebenso, die Macht dar├╝ber hat er verloren. Meinst Du tats├Ąchlich er hat die beiden anderen verschlungen?", fragte Ansgar. "Also ganz ehrlich, ich muss sagen, dass gef├Ąllt mir. Mitgefangen, mitgehangen. Sie haben all die Jahre gut davon gelebt und wurden ern├Ąhrt. Dass sie die letzte Speise werden, damit er sich retten kann, na was haben die beiden denn von einem Hohenfelde erwartet? Das er mit ihnen stirbt? Sie wussten doch, was sie taten. Es sind betrogene Betr├╝ger, ich bedauere sie nicht. Ich w├╝rde sogar Dunwolf so einen Tod w├╝nschen. Wir sollten ihn absorbieren", lachte Ansgar.

Brandur von Hohenfelde
"Das ist eindeutig hohenfeldscher Humor. Wir haben zwei Lichs in der Familie, die ihn vielleicht absorbieren k├Ânnten", schmunzelte Brandur. "Aber nicht im Alleingang, denn so machtvoll sind vermutlich nicht einmal diese beiden. Ich hatte eigentlich drei Flaschen f├╝r sie vorbereitet." Nun selbst zweifelnd betrachtete er die drei fragilen leeren Glasgef├Ą├če auf der Anrichte. "Schade, sie w├Ąren h├╝bsche Troph├Ąen gewesen. Vielleicht k├Ânnen wir wenigstens Dunwolf einfangen. Ich wollte eine Silberkugel hineingeben, die Flasche auf meinen Arbeitstisch stellen und regelm├Ą├čig sch├╝tteln."

Ansgar von Hohenfelde
"Soweit, so gut, aber falls Dir die Falsche runterf├Ąllt haben wir ein Problem. Wir wollten das Problem aber f├╝r immer beseitigen um frei zu sein Brandur. Nicht um es erneut auf die Welt loszulassen. All unserem Gefrotzel zum Trotze Prince Ciel, wir wissen, welche Gefahr sich dahinter verbirgt. Es ist unsere Art unsere Nerven zu beruhigen. Aber wir wissen eines genau, Dunwolf muss sterben, damit wir alle in Frieden leben k├Ânnen. Damit dieses Kapitel endlich und endg├╝ltig geschlossen werden kann. Nur dann k├Ânnen wir hier ein neues aufschlagen. Schaut Dave hat ein Kind, ich selbst erwarte eines mit meiner Frau. Ich m├Âchte nicht, dass sie dort anschlie├čen m├╝ssen, was wir gestern beendet haben. Und dass wir dies konnten, jedenfalls teilweise verdanken wir Euch und Eurem Einsatz. Also seht uns beiden alten Nekro unseren Humor nach. Anders war manches nicht in diesem Haus zu ertragen. Man lacht, wenn es zum weinen nicht mehr reicht Hohheit. Den manchmal ist man zu weit entfernt um noch Tr├Ąnen vergie├čen zu k├Ânnen und jenseits des Lachens, lauert die Stille. Dahin wo einige von uns getrieben wurden, von wo es fast kein zur├╝ck mehr gibt. Manchmal muss man also etwas h├Âren, selbst wenn es nur die eigene, vermeintlich dumme Lache ist. Tr├Ąnentarnung", erkl├Ąrte Ansgar leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das verstehe ich. Andere Menschen fangen dann an, zu den ungeeignetsten Anl├Ąssen halbe Dissertationen von sich zu geben oder ├╝ber sich ├╝ber kontr├Ąre K├╝nste zu echauffieren. Trotzdem hat auch das Gegen├╝ber Gef├╝hle. Verstehen Sie das ebenso wie ich Sie? Ich finde es nicht lustig, wenn jemand flapsig dar├╝ber redet, dass mein Berater fast gestorben w├Ąre oder meinen Lehrer auf eine Weise behandelt, von der er genau wei├č, dass sie mich erbost. Nicht jeder teilt Nekromantenhumor oder hat daf├╝r Verst├Ąndnis. Drum bitte ich Sie beide um M├Ą├čigung, insbesondere Brandur. Linhard schafft es ja auch, sich zu benehmen. Und ich bin wahrlich nicht in der Verfassung f├╝r Scherze. Also, wie verbleiben Sie? Was ist Ihr Plan zum Umgang mit dem gefr├Ą├čigen Lich?┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Das verstehe ich durchaus Hoheit. Und selbst wenn ich es nicht verstehen w├╝rde, es ist Ihr Wunsch und somit halten wir uns zur├╝ck. Das Euer Berater fast gestorben w├Ąre, dass ist nicht lustig, im Gegenteil, es zeigt uns, dass wir Dunwolf aufhalten m├╝ssen. Nun wenn sich Linhard zusammenrei├čen kann, dann sollte ich dies auch tun. Gerade da Ihr mich geheilt habt. Es tut mir leid, verzeiht mir meine Wortwahl. Und da Ihr mich geheilt habt, werden das meine letzten Amtshandlungen als Nekromant sein. Ich werde mich in einer anderen Magiesparte versuchen. Wir m├╝ssen sein neues Gef├Ą├č finden, den K├Ârper in dem er sich eingenistet hat. Wir m├╝ssen ihn aus diesem K├Ârper rei├čen Herr, dann ist er ein Geist. Und diesen Geist gilt es niederzuringen und zu verbannen. Damit w├Ąre er tot, es sei denn wir vernichten ihn v├Âllig. Sprich er folgt seinen beiden Mitt├Ątern in die v├Âllige Vernichtung. Wie entscheidet Ihr?", fragte Ansgar.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ansgar, ich wei├č, dass Sie mir zu gehorchen haben. Aber wir sind ├╝ber einige Ecken nun auch miteinander verwandt und ich w├╝nsche mir eigentlich, dass ich nicht immer den Prince darstellen muss, wenn wir unter uns sind. Es geht mir gerade hundeelend. Ich habe keine Haare mehr, ich sehe scheu├člich aus. Ich wei├č nicht, ob ich wirklich wieder gesund werde und will mich eigentlich nur mit Ferrau einkuscheln und schlafen. Stattdessen k├╝mmere ich mich um Ihren Familienlich in Naridien. Die Kreatur geh├Ârt vernichtet, auch wenn ich verstehe, dass einige hier ihn lieber untersuchen wollen. Ich stimme einer kurzen Untersuchung zu, sofern diese gefahrlos m├Âglich ist, aber nur dann. Sie, mein lieber Ansgar, sollten mal mit Alexandre reden. Sie scheinen sich ja zu verstehen. Vielleicht gef├Ąllt ihnen die Bluthexerei, ansonsten bleibt ihnen ja noch die M├Âglichkeit, ein Geistmagier zu werden.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
"Das werte ich als Kompliment, dass Sie mich als Familienmitglied sehen. Danke. Ja ich werde mich mit Alexandre unterhalten, sehr gerne sogar. Sie k├Ânnen auch einfach Sie selbst sein, ganz wie Sie w├╝nschen. Nur kann ich Sie nicht einfach so behandeln. Wenn Sie es w├╝nschen, tue ich es. Nur ohne Erlaubnis w├Ąre das eine Beleidigung der Krone. Und ich m├Âchte es mir nicht mit Euch oder Eurem Vater verscherzen. Ich werde gemeinsam mit Brandur dar├╝ber beraten, wie wir weiter vorgehen werden. Ich bin daf├╝r, dass wir ihn vernichten. Er hat zu lange zuviel Unheil angerichtet. Und nebenbei, ich w├╝nsche Euch dass Ihr vollst├Ąndig genesen werdet. Ich hoffe es f├╝r Euch. Ich werde mich mit meinem Bruder in Verbindung setzten. Ihr habt bereits erstklassige Heiler vor Ort, dennoch sollte ruhig auch einmal Pavo und sein Gehilfe nach Euch schauen. Ich h├Ârte dieser Alb hat schon ganz erstaunliches bei Urako vollbracht. Auch er verlor sein Haar Herr. Und Pavo, nun er steht f├╝r sich, er rettete meinem Bruder das Leben. Wir verabschieden uns, damit Ihr mit Eurem Mann allein sein k├Ânnt und besprechen uns woanders weiter", sagte Ansgar freundlich.

Linhard von Hohenfelde
"Du wirst wieder gesund, daran besteht kein Zweifel. Komm mit Ferrau mit zu uns Ciel. Macht es Euch gem├╝tlich, dann seid Ihr nicht allein. Falls etwas ist, ist jemand da. Was meinst Du? Sobald es Dir besser geht, machen wir den versprochenen Ausflug, der wird Dir ebenfalls gut tun", schmunzelte Lin.

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte zustimmend. "Linhard hat Recht, Du wirst wieder gesund. Ich werde mich um Dich k├╝mmern und auch noch einmal mit Nathan reden. Er kennt sich mit so etwas auch aus. Und ich werde sogar Fabien um Hilfe bitten. Es ist gleich, wie wir gestritten haben, jetzt ben├Âtige ich seine Hilfe und er wird sie mir gew├Ąhren, sonst Gnade ihm Ainuwar. Du wirst wieder Haare haben und genesen Schatz, dass wirst Du. Die Idee von Lin ist gut, lass uns zu ihnen gehen. Dort kannst Du Dich erholen. Verrill beruhigt Dich doch immer und ich hoffentlich auch. Gaston kann Dich mit umsorgen und Dan wird auch in der N├Ąhe bleiben, ja Dan?", bat Ferrau. "Nat├╝rlich ich bleibe bei Euch, keine Angst", versprach der Heiler. "Siehst Du, so wie Du f├╝r alle da bist, sind heute alle f├╝r Dich da Ciel", sagte Ferrau erleichtert.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. Man merkte ihm an, wie geschafft er war. Er wusste, wie Jules sich gef├╝hlt hatte in diesem kurzen schrecklichen Moment, denn er hatte dem selben ├ťbel von Angesicht zu Angesicht allein gegen├╝bergestanden - nur um zu erfahren, dass alles umsonst gewesen war. "Nein, Ansgar, das k├Ânnen Sie nat├╝rlich nicht. Genau so wenig wie ich aus meiner Rolle heraus kann. Wir werden diesen Dunwolf zur Strecke bringen. Der Abgrund soll mich holen, wenn ich eine rakshanische Armee aufhalte, aber ein einzelner Ghul mich an der Nase herumf├╝hrt!" Er fasste an Ferraus Schulter und lie├č sich auf die F├╝├če helfen. Sogar Alexandre half, ungeachtet dessen, was unausgesprochen zwischen ihnen lag. "Ein gute Vorschlag. Bringt mich bitte zu Verrill. Jules, lassen Sie sich bitte von Parcival untersuchen, damit nicht noch jemand ein unbemerktes Loch in der Seele mit sich herumtr├Ągt." Zu Ferrau sagte er leise: "Danke f├╝r alles."

Ferrau Du Trieux
Ferrau k├╝sste Ciel auf den Mund und auf die Stirn. "Ich habe doch gar nichts gemacht, trotzdem gerne", grinste er aufmunternd, auch wenn ihm nicht danach war.

Ciel Felicien de Souvagne
"Doch, sehr viel. Du bist da und du bist du, Ferrau." Ciel dr├╝ckte sich an ihn.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nahm Ciel einfach hoch und schulterte ihn vorsichtig. "So geht es einfacher. Halt Dich etwas fest, ich trag Dich zu uns. Gaston k├╝mmert sich wirklich r├╝hrend, dass muss ich sagen. Du wirst bei uns schnell wieder gesund und Ferrau leistet Dir einfach nur Gesellschaft", erkl├Ąrte Lin.

Ferrau Du Trieux
"Das mache ich, ich bin ein guter Gesellschafter. Und ich werde Gaston unterst├╝tzen und Dir Suppe kochen Ciel, Suppe hilft gegen jede Krankheit, dass wusste schon meine Mutter", erkl├Ąrte Ferrau.

Jules de Mireault
"Das mache ich Herr, ich gehe umgehend zu Parcival, aber ich denke bis auf den Schreck ist nichts geschehen. Wir haben die Rakshaner besiegt, wir werden auch den Kerl besiegen. Er wei├č nicht, mit wem er sich angelegt hat Herr. Notfalls lernt er die geballte Macht unseres Ordens kennen. Und die ist bekanntlich t├Âdlich. Auch oder gerade f├╝r Kreaturen wie ihn. Ihr seid in guten H├Ąnden, ich schaue bald nach Euch. Und sobald Ihr wieder wohlauf seid, erschlagt Ihr das naridische Schwein", sagte Jules freundlich und verlie├č das Krankenzimmer.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wollte kurz dagegen protestieren, dass er herumgeschleppt wurde, aber er musste sich eingestehen, dass Linhard recht hatte. Zu Fu├č w├╝rde es sehr lange dauern, ehe sie bei Verrill waren. Also lie├č er sich tragen. Linhard trug ihn m├╝helos. "Leg dich dann auf meine andere Seite", sprach er leise zu ihm. "Verrill muss heute au├čen liegen."

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar knuffte Ciel kurz. "Wir verabschieden uns ebenso, gehabt Euch wohl. Und ich schlie├če mich der Meinung des Himmelsauges Jules an. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dunwolf ist tot, er wei├č es nur noch nicht". Mit den Worten gingen auch Brandur und Ansgar.

Linhard von Hohenfelde
Linhard trug Ciel in die gemeinsamen Gem├Ącher von Verrill und sich. Gaston ├Âffnete die T├╝r und war mehr als schockiert. Sofort bereitete er das Bett vor, so dass Lin Ciel darin ablegen konnte. Linhard wartete ab bis Ciel und Ferrau lagen und legte sich dann daneben. Verrill gesellte sich dazu, schaute die Gruppe entgeistert an und quetschte sich mit ins Bett. Greg sagte keine Ton sondern umarmte Ciel und Lin feste, als wollte sie beide vor der Welt au├čerhalb Souvagnes besch├╝tzen. Die Geste war klar, was immer sie bedrohte, musste an Verrill vorbei. Und wer Greg kannte, wusste wie schwierig das werden konnte. Dan tauschte mit Gaston einen Blick, ehe er sich einen gro├čen Sessels ins Schlafzimmer stellte und dort Platz nahm. W├Ąhrend die drei endlich in einen unruhigen Schlaf fielen, hielt er mit Verrill gemeinsam Wache.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Magische Mobilmachung

#4

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Fr 3. Aug 2018, 14:19

<< Linhards Duponts
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Davard von Hohenfelde
Es klopfte erneut und als Gaston die T├╝r ├Âffnete trat Dave ein. Er nickte allen zum Gru├č knapp zu.
┬╗Keine lange Begr├╝├čung. Anwolf wurde entf├╝hrt und zwar von Archibald! Ich kann Deinen Bruder auch nicht mehr mental erreichen und das obwohl er ihn scheinbar auf eigenen Beinen begleitet hat. Monty unserem Gargoyle ist dies aufgefallen. Er sah ihn in Begleitung von drei M├Ąnnern und einer Frau verschwinden. Nach dem Auslesen der Erinnerung wei├č ich, dass es Archibald war. Dass ich Wolfi nicht mehr erreiche k├Ânnte bedeuten, dass er nicht mehr lebt. Sprich dass Archibald ihn gebissen hat. Ich habe keine Ahnung wie schnell man zum Vampir wird, aber er k├Ânnte ihn auch Tage vorher gebissen haben. Denn er sa├č die letzten Tage immer Abends drau├čen vor der T├╝r. Allerdings mit einem Bier. Nun dass kann Tarnung sein. Wir m├╝ssen handeln. Wo ist Archibald?┬ź, fragte Dave ernst.

Davard von Hohenfelde
Dave musterte Chirag. ┬╗Tja so kann es gehen, ich w├╝rde ein Deckel auf den Brunnenschacht legen. Leichen vergiften das Grundwasser. Aber sieh es von der positiven Seite, sie hat nicht lange gelitten und w├Ąhrend des Sturzes tat ihr nichts weh. Und sie war wohl nicht an Dir interessiert, sonst h├Ątte sie was anderes gewollt als rumrennen Chirag. Such Dir eine gute Frau, die weniger l├Ąuft und ein bisschen mehr Zuneigung verspr├╝ht┬ź, tr├Âstete Dave.

Chirag de Dupont
Vianney tat, als m├╝sse er husten. Chirag, der die Ablenkung durchschaute, warf ihm einen giftigen Blick zu. ┬╗Nur zu, lache, so lange du noch kannst. Du `ast noch nie geliebt und wei├čt nicht, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren. Mit deinem `umor bist du bei der Familie von `o`enfelde jedenfalls in bester Gesellschaft.┬ź Chirag starrte Davard an. ┬╗Wer waren die Begleiter des jungen `errn Anwolf? Ergab das Auslesen `inweise?┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich erkannte nur Archibald, aber dieses... Vieh w├╝rde ich noch in finsterster Nacht erkennen. Ich wei├č nicht was er mit Wolfi gemacht hat, aber ich bef├╝rchte er hat ihm schlimmstes angetan. Und ich kann ihn nicht aufsp├╝ren. Mein Plan w├Ąre ├╝blicheweise, finde ich nicht die gesuchte Person, finde ich die Begleiter. Aber einen Vampir kann ich ebenfalls nicht aufsp├╝ren und die anderen waren mir unbekannt. Niemand kannte sie. Eine Frau die seltsam aussah, ein durchtrainierter gut aussehender Typ, ein Typ der genau das Gegenteil war, heruntergekommen und unsauber. Die Gruppe war irgendwie total paradox und doch agierten sie zusammen wie ein Team, es bleibt also nur eine Schlussfolgerung - dass sind die Kinder der Bestie. Wie viele er hat, wirklich hat, habe ich nie herausgefunden. Aber ich wei├č dass es mehrere sind┬ź, sagte Dave nerv├Âs.

Linhard von Hohenfelde
Linhard binzelte in Zeitlupe und lie├č sich das Gesagte durch den Kopf gehen. Warum hatte er sich nur so oft mit Wolfi gestritten, und wo r├╝ber eigentlich? Er f├╝hlte wie sich ein Klo├č in seinem Hals bildete, der sich wie ein Pflasterstein anf├╝hlte. Seine Augen brannten und er fragte sich was nun los war. ┬╗Wir m├╝ssen Ciel herholen sofort. Er kann einen Vampir aufsp├╝ren. Wir m├╝ssen die Bestie finden, sofort. Ich gehe und hole Ciel. Davy, dass ist keine Unh├Âflichkeit, aber die beiden Duponts werden Dir erkl├Ąren, was es mit Verrill auf sich hat und dem Baby, ich bin gleich wieder da. Vertrau ihnen, sie sind mein neuer Stab. Und es tut mir leid wegen Wolfi, ich... es tut mir leid... wir retten den kurzen... ich habe ihn noch vor Archibald gewarnt... ich habe ihm gesagt...┬ź, Lin verstummte und zuckte die Schultern.

Chirag de Dupont
┬╗Ich werde Ciel `olen gehen┬ź, verk├╝ndete Vianney seine erste Aufgabe. Er rannte los und kurz darauf wurde die T├╝r aufgerissen und ein aufgel├Âst aussehender Ciel st├╝rzte in Schlafkleidung herein.

Davard von Hohenfelde
┬╗Gewarnt... Linhard ich habe versucht es Dir zu erkl├Ąren. Eine Warnung ist ein Fliegenschiss im Wind. Du hast das Untier am Leben gelassen, Du hast gedacht das Vieh ist Dein Scho├čtier. Er w├╝rde Dir gehorchen, Du hast ihn behalten wollen, weil er Dir vorheuchelte nett zu sein. Du hast nie in sein Maul gesehen, wenn er es benutzt. Bete zu wem auch immer, dass er es nicht an Anwolf austestet. Und bete dass er keinen Bock auf Sex hat, sonst bekommen wir Anwolf nie wieder. Nicht so wie wir ihn kannten. Das ist vorbei. Er wird ihn zwar nicht umbringen, aber er wird seine Seele fressen. Wenn nicht ganz, dann teilweise und das ist noch eine schlimmere Perversion. Was ist mit dem Baby? Meinem Baby? Welchem Baby? Rede!┬ź, befahl Dave schneidend.

Davard von Hohenfelde
Dave drehte sich erleichert zu Ciel um. ┬╗Eure Hoheit, wir haben ein gewaltiges Problem┬ź, sagte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vianney hat es mir bereits in Kurzform erkl├Ąrt. Wissen Sie die ungef├Ąhre Richtung, in welche die Gruppe sich bewegte?┬ź Ciel setzte sich neben Linhard und dr├╝ckte ihn einen Moment an sich, Stirn an Stirn, ehe er ihn wieder loslie├č, damit sie reden konnten.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Archibald hat sich meinen Bruder geschnappt und ihn aller Wahrscheinlichkeit nach gebissen. Dave findet ihn nicht mehr. Sein Gargoyle hat eine Gruppe von drei M├Ąnnern und einer Frau mit Wolfi weggehen sehen. Er hat seinen Gargoyle ausgelesen und Archibald erkannt. Mein Baby Dave, ich werde Vater, es geht um mein Baby. Und Deines ebenso. Ich wei├č, ich habe es zu sp├Ąt kapiert. Ciel hat das Gleiche gesagt wie Du, er muss weg. Paps sagte es auch┬ź, st├Âhnte Lin.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Danke Ciel┬ź, sagte Lin und dr├╝ckte ihn ebenfalls. Seine Warnung kam ihm auf einmal so l├Ącherlich vor. Ciel war immer da wenn er ihn brauchte. Allerdings auch dann, wenn er ihn f├╝rchtete. ┬╗Ich wei├č es nicht, wir k├Ânnten die Himmelsaugen suchen lassen, dass sind doch auch Magier┬ź, schlug Lin vor.

Davard von Hohenfelde
Dave dr├╝ckte Lin die Schulter. ┬╗Es sind Geistmagier wie ich Linny, sie haben keine Chance. Aber ihre V├Âgel vielleicht. Scharfe Augen sind oft hilfreich. Und Arch wird sich nachts fortbewegen, dass ist klar. Freut mich f├╝r Dich Kleiner, alles Gute f├╝r Euer Baby. Und ein Grund mehr der Bestie den Kopf abzuschlagen. Aber jetzt ben├Âtigt uns Anwolf┬ź, mahnte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wo ist Ferrau?┬ź, kreischte Ciel und rannte zur T├╝r, wo er in den Gang hinaus sp├Ąhte.

Davard von Hohenfelde
┬╗Gut das wir dr├╝ber gesprochen haben┬ź, st├Âhnte Dave.

Gregoire Verrill de Souvagne
Die T├╝r flog zum Wohnzimmer auf und Greg stapfte nur in Unterhose herein. Er hatte kein Gramm Fett am Leib und auch kein einziges Haar. Lin musterte seinen Schatz baff, was er hier trieb. ┬╗Was beim Abgrund ist hier los? Ich habe gesagt, dass ich mich nur eine Stunde hinlegen und was machst Du f├╝r einen Radau? Du l├Ądst Hans und Franz hierher ein und schreist rum wie ein Verr├╝ckter obwohl ich schlafen muss? Danke Linhard, echt. Demn├Ąchst wenn Du schlafen willst, tanze ich im Schlafzimmer Badzuddingsda!┬ź, fauchte Verrill.

Davard von Hohenfelde
┬╗Anwolf wurde entf├╝hrt und vampirisiert, dass ist los┬ź, sagte Dave tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
W├╝tend fuhr Ciel wieder herum. ┬╗Da Ferrau nicht zugegen ist - Vianney, du bist flink zu Fu├č. Hol mir Parcival her! Sofort!┬ź Vianney eilte davon, wie von der Tarantel gestochen. Im Rennen fiel ihm ein, dass Ciel ihm gegen├╝ber nicht weisungsbefugt war, aber das war jetzt vermutlich egal.

Linhard von Hohenfelde
Lin musste mit den Tr├Ąnen k├Ąmpfen als Dave es so hart und trocken auf den Punkt brachte und ihn Verrill noch rund und zur Sau machte. Er r├Ąusperte sich und stellte fest, dass es sich verdammt anders anf├╝hlte von wem angefaucht zu werden, den man liebte als von ┬╗Hans und Franz┬ź wie Verrill es nannte. ┬╗Verrill bitte h├Âr auf zu schreien, ich habe hier die beiden Duponts eingestellt. Und Dave brachte gerade die Nachricht. Bitte┬ź, bat Lin beschwichtigend.

Ferrau Du Trieux
Ferrau gesellte sich dazu und wunderte sich wohin dieser Mann so eilig rannte, der aus Gregoires Zimmer st├╝rmte. Vermutlich wurde er gerade bedroht und war auf der Flucht. Ferrau g├Ąhnte und sp├Ąhte vorsichtig in das Gemach. Alles sah friedlich aus, bis auf Greg - was klar war. Vorsichtig n├Ąherte er sich und umfasste schlagartig Ciel von hinten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├Ąngte Ferrau mit dem Hintern zum Sofa, schubste, so dass Ferrau auf das Polster fiel und lie├č sich anschlie├čend r├╝cklings auf ihn drauf fallen. Nun sa├č er erh├Âht, hatte alles im Blick und niemand konnte Ferrau behelligen, der sich offenbar gerade erschrocken hatte. Ungeduldig wartete Ciel auf Parcival. ┬╗Ich hab`s dir gesagt, Lin, ich HABS dir gesagt┬ź, murmelte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire schaute betreten und strich Lin liebevoll ├╝ber den Sch├Ądel. ┬╗Das konnte ich nicht wissen, ich war wirklich m├╝de und ausgelaugt. Entschuldige Lin, wir finden Deinen Bruder, mach Dir keine Sorgen hm? Zur Not lassen wir ihn ├╝ber die Himmelsaugen und ├╝ber die B├╝ttel suchen. Oder wir schalten das Milit├Ąr ein. Das geht auch. Wenn sich Arch nur Nachts vorbewegt, k├Ânnen wir die Steinere Wacht nach ihm suchen lassen. Sie werden ihn niederringen k├Ânnen┬ź, sagte Greg beruhigend wie liebevoll und setzte sich neben Lin. Er legte ihm einen Arm um die Schulter und dr├╝ckte ihn an sich. ┬╗Siehst Du, ich habe Dir gesagt, geht nicht im Streit auseinander. Zum Gl├╝ck habt Ihr Euch vertragen. Mach sowas nie Linny, gehe niemals im Streit fort. Ich entschuldige mich bei Dir, ich war nur grantig und ├╝berm├╝det. Es macht mich irgendwie m├╝de und mir ist kodderig. Ist keine Ausrede Schatz┬ź, fl├╝sterte Verrill.

Linhard von Hohenfelde
Linhard umarmte Greg und klammerte sich einen Moment fest. ┬╗Ihr habt Recht, ich wei├č dass Leute. Seit ich die Babys sah, wusste ich es. Ich habe das Haus gesehen, ich habe die Kinder gesehen, ich habe seine Opfer gesehen und ich habe es verdr├Ąngt. Und ich wei├č nicht mal warum! Seine N├╝tzlichkeit kann es doch nicht alleine sein. Er kann irgendwie Gedanken vergiften. Und als ich mit Paps im Haus war, da habe ich es auf einmal begriffen in der eisigen K├Ąlte. Und als ich sie mit Ciel holte, war klar dass er gehen muss. Mir tut es leid! Mir verdammt! Dass das Vieh noch ruml├Ąuft und Dich bedrohen kann Greg. Dass ich nicht gesehen hab, was er Dir antat Dave. Und dass ich nicht auf Dich geh├Ârt habe Ciel, obwohl Du gleich losschlagen wolltest. Aber bitte, so bl├Âde ich war, helft Wolfi!┬ź, flehte Lin die Anwesenden an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff her├╝ber und strich ├╝ber Linhards Nacken. ┬╗Nat├╝rlich helfen wir dir. Aber wir brauchen dazu erst einmal die Beratung von Parcival! Wo bleibt der nur! Er wird alt.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich Danke Dir, Dankesch├Ân. Dir auch Greg. Tue mir einen Gefallen und geh zu Max. Ich m├Âchte nicht dass Du hierbleibst. Ist das in Ordnung Ciel?┬ź, fragte Lin nerv├Âs.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich bin genau aus dem Grund hier Lin. Mir bedeutet Wolfi genauso viel wie Dir. Einer einen Plan?┬ź, fragte Dave und setzte sich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir k├╝mmern uns um alles, Lin, und Verrill braucht jetzt keinen Stress. Gaston! Bring deinen Herrn zu unserem Vater. Er braucht Ruhe und muss sich das hier nicht antun.┬ź

Parcival
Das Oberhaupt der Himmelsaugen eilte in die Gem├Ącher von Prince Gregoire und schaute sich um. ┬╗Ihr habt nach mir geschickt Hoheit┬ź, sagte er ernst.

Gaston
┬╗Da haben Euer Bruder und Euer Mann Recht, bitte folgt mir Herr. Ihr m├╝sst Euch schonen und schlafen. Hier k├Ânnt Ihr im Moment nicht helfen┬ź, sagte Gaston und hakte Greg unter.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, setzen sie sich, Parcival! Wie weit sind ihre Himmelsaugen vernetzt? Wie weit reicht ihre magische Macht? Wir suchen den kleinen Bruder von Prince Linhard, er wurde von einem Vampir entf├╝hrt, begleitet von einem gutaussehenden trainierten Mann, einem, der das Gegenteil darstellt und einer Frau, die seltsam aussieht. Reicht ihnen das, um die Gruppe aufzusp├╝ren?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Hier bin ich so sicher wie jeder im Palast. Und hier bin ich gerade n├╝tzlich. Keiner ist so belesen wie ich, wenn jemand etwas an Wissen ben├Âtigt, vielleicht habe ich es. Danach gehe ich sofort zu Vater. Versprochen. Also lasst den Plan h├Âren und ich helfe, wenn ich kann┬ź, sagte Greg freundlich.

Parcival
┬╗Herr wir leben gewisserma├čen in einem magischen Kollektiv. Jedes Himmelsauge ist st├Ąndig offen mit allen verbunden. Es sei denn er klinkt sich einmal privat aus und ist so f├╝r sich. Aber die meisten Himmelsaugen tun selbst dies nicht mehr nach einiger Zeit, da sie die Stille im Kopf nicht ertragen. Manche schirmen sich mal kurz ab und teilen nur noch das Gesp├╝r der anderen, f├╝hlen dass sie da sind. Aber man kann sie jederzeit rufen. Wie eine Gruppe die ├╝ber Entfernungen Kontakt hat, als w├Ąre sie beeinander. Hat man seinen Vogel im Einsatz konzentriert man sich auf sein Tier als Hauptbewusstsein. Ist eine Info zu teilen, l├Ąsst man sofort alle Br├╝der und Schwestern daran teilhaben Herr. Sie sehen was ich sah, sp├╝ren was ich sp├╝rte. Also ich kann sofort jedes Himmelsauge an diesen Verhandlungen teilhaben lassen, sie m├╝ssen nicht vor Ort sein. F├╝r geheime Dinge schirme ich mich komplett ab. Ich gehe also nicht bewusst in die Verbindung, sondern sie ist immer da. Ich muss sie bewusst verlassen. Ich hoffe das hilft Euch┬ź, sagte Parcival.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war aufgebracht und daher ungeduldig. ┬╗Nein, das hilft mir nicht! Antworten Sie mit Ja oder Nein! K├Ânnen Sie die Gruppe aufsp├╝ren?┬ź

Parcival
┬╗Nur optisch, magisch nicht. Ich muss die Erinnerung sehen┬ź, sagte Parci.

Davard von Hohenfelde
Dave nickte zustimmend und verband sich mit dem alten Himmelsauge. Er zeigte ihm die Erinnerung, die er selbst von Monty ausgelesen hatte. Die Bilder waren so, wie sie der Gargoyle gesehen hatte. Und im Gegensatz zu Dave erkannte Parcival eine weitere Person, Robere!

Parcival
┬╗Danke Marquis. Ich kann helfen, in der Gruppe befindet sich eine weitere bekannte Person - Robere Moreau. Einer der Leibgardisten┬ź, sagte Parcival und lie├č sich danach sofort in Trance fallen, er informierte alle Himmelsaugen dass Robere gesucht wurde und ├╝bermittelte das Bild von ihm gedanklich. Danach versuchte er selbst Robere zu finden.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Robere┬ź, kreischte Ciel. Dann wurde er schlagartig ruhig und wartete ab, ob Parcival den ├ťbelt├Ąter finden w├╝rde.

Parcival
Das alte Himmelsauge schlug schlagartig die Augen wieder auf. ┬╗Etwas M├Ąchtiges ist in seiner N├Ąhe und schirmt ihn ab. Ich hatte ihn f├╝r eine Sekunde, dann hat es nach mir gegriffen, es war ein starker Sog, ich vermute nekromantischen Ursprungs, es f├╝hlte sich an wie dreckige Wasser oder ├ľl auf meiner Seele, ich kam nicht an dieser Macht vorbei┬ź, gestand Parcival.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro drehte sich im Schlaf auf die andere Seite.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss die Augen und lehnte sich nach hinten an Ferrau. ┬╗Das ├ťbel aus dem Herrenhaus┬ź, sagte er betreten. ┬╗Es ist gemeinsam mit ihnen unterwegs.┬ź

Parcival
┬╗Ich habe nur gesehen wie sich Robere im Schlaf auf die andere Seite w├Ąlzte. Wo er war, war es dunkel und kalt. Mehr kann ich leider nicht sagen. Dieses Ding wacht ├╝ber ihn. Ihr meint die Wesenheit die Euch so schwer verletzte? Und nach Jules schlug und ihn mental paralisierte? Dass ergibt Sinn. Aber Nekromantie ist Geistmagie. Verformte, deformierte, pervertierte Geistmagie. Die geballte Macht des Ordens, in mir vereint und zur Sicherheit einige Geistmagier als Anker und ich kann seinen Schutz mit der Kraft unserer aller Seelen sicher durchbrechen┬ź, schlug Parcival vor.

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Ciel lange und durchdringend an. ┬╗Wie kam es hierher? Arch zu erpressen um eine Schw├Ąchen herauszufinden ist vorbei. Er ist bei ihm richtig? Er ist auf seiner Seite, das Ding ist sein Gott. Sag was Ciel, bitte sag was. Sag dass Du eine Idee hast┬ź, bat Lin aufgel├Âst.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wenn dieses Ding einen K├Ârper besetzen kann, was geschieht, wenn man ihm den K├Ârper wegnimmt? Schwebt es dann frei herum? Also wenn Ihr es aus ihm herauszieht? Daf├╝r ben├Âtigt Ihr einen Nekromanten. Ihr braucht Nekromanten und Geistmagier. Parcival muss seinen Schild durchbrechen und die Nekros m├╝ssen es beschw├Âren oder so┬ź, schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich meine ich eben jenes Ding, Parcival┬ź, sprach Ciel. ┬╗Lin, ich denke ja schon fieberhaft nach! Aber wie sollte ein magischer Schlag gegen dieses Wesen aussehen? Wir wissen nichts, nicht einmal den groben Ort! Bitte, Parcival, machen sie eine Schnellumfrage unter allen Himmelsaugen. Mit dieser Wesenheit ist nicht zu spa├čen. Wie es hier hergekommen ist? Durch uns! Wir haben es mitgeschliffen! Das Unheil aus dem Herrenhaus haben wir nach Souvagne gebracht.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Nein Eure Hoheit, es ist Euch gefolgt, aber hergeschliffen habt Ihr es nicht. Es ist nicht Eure Schuld, weder Eure noch die von Linhard. Das Ding konnte nicht ertragen, dass Ihr ihm die Stirn geboten habt und es fast zerfetzt h├Ąttet. Also ist es zu besiegen. Es ben├Âtigt Seelen, wie habt Ihr ihm wiederstanden?┬ź, fragte Dave freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Indem ich seine Flaschen ... die mit Seelen gef├╝llt waren ... zerschlug. Da rastete es aus und wurde unkontrolliert. Das verschaffte euch die M├Âglichkeit, den menschlichen Gef├Ą├čen die K├Âpfe abzuschlagen. Es braucht ... Gef├Ą├če. Es muss wieder in einem Gef├Ą├č sein!┬ź
Parcival
Das Himmelsauge sank wieder in Trance und mobilisierte alle Himmelsaugen. Einen Augenblick sp├Ąter schlug er nicht nur die Augen auf, sondern sprang auch auf. ┬╗Dieser t├Ątowierte Widerling den ich in der Erinnerung gesehen habe! Constanze de Pirouet hat ihn ├╝ber ihre Schleiereule in Irminabourg entdeckt. Er ist in der N├Ąhe der Brauerei Apolline und treibt sich unter den B├Ąumen herum! Constanzes Eule beobachtet den Mann!┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave sank regelrecht in sich zusammen und presste den Kopf zwischen die Knie, w├Ąhrend Lin ihm ├╝ber den R├╝cken strich. ┬╗Dann ist er nicht tot, er wird nur als Gef├Ą├č missbraucht. Ich hoffe er ist nicht tot, seine Seele ist noch irgendwo vorhanden und er ├╝berlagert sie nur. Wieso er... fange ich schon wieder damit an. Dunwolf ├╝berlagert die Seele von Wolfi nur, hoffen wir das. Ich wei├č wo die Brauerei ist, sie liegt Richtung Meer also wenn man nach L┬┤Heurex reisen m├Âchte. Westlich am Ende von Irminabourg┬ź, sagte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Parcival! Ist das der h├Ąssliche Mann aus Davards Erinnerung? Dann mobilisieren sie die dort stationierten B├╝ttel! Sie sollen ihn ergreifen! Er kann uns sagen, wo seine Begleiter sind! Wir werden ebenfalls sofort dorthin reisen. Wir ziehen uns an! In einer halben Stunde treffen wir uns bei Aquila! Noch irgendwelche Anmerkungen oder Vorschl├Ąge?┬ź Ciel blickte in die Runde.

Davard von Hohenfelde
┬╗Wir nehmen Aquilla und meinen Greif, dann k├Ânnen wir sie zur Not getrennt verfolgen Hoheit!┬ź, schlug Dave vor und stand auf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einverstanden. Sonst noch jemand?┬ź Er stand ebenfalls auf.

Parcival
┬╗Richtig Herr, ich komme ebenfalls mit, mit meinem Drachenhahn. Wir werden sie stellen. Die Himmelsaugen sind informiert... Wartet...┬ź, sagte Parcival und seine Augen nahmen einen entr├╝ckten Glanz an. Es dauerte eine Weile, bis er wieder zu sich kam. ┬╗Constanze hat ├╝ber Heloise sofort zugegriffen. Heloise hat den Tatverd├Ąchtigen niedergestreckt indem sie ihm die F├Ąnge ins Gesicht schlug. Er ist gesichert und wird gerade in Haft verbracht!┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave grinste hochzufrieden. ┬╗Das nenne ich effektiv, Danke┬ź, freute er sich f├╝r Wolfi.

Parcival
┬╗Daf├╝r sind wir da und Himmelsauge Constanze ist Ihr Ansprechpartner, bedanken sie sich bei ihr und ihrer Eule Heloise. Lassen Sie uns sofort aufbrechen┬ź, sagte Parcival und gab den Weg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hervorragend┬ź, freute sich auch Ciel. ┬╗Ferrau, sitz da nicht rum, bitte beeil dich doch ausnahmsweise einmal┬ź, bat er. ┬╗Ich muss in zwanzig Minuten kampffertig gekleidet sein.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Du hast sowas von einen gut bei mir Ciel und Deine Leute, Du kannst Dir nicht vorstellen wie sehr. Ich kann es nicht beschreiben, aber Du rettest nicht nur Wolfi, Du rettest uns alle und Deinen Neffen. Das erste eigene K├╝ken von besonderer Farbe ist f├╝r Dich┬ź, sagte Lin ergriffen. ┬╗Niemals stand uns wer so bei wie Ihr┬ź.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schob Ciel von seinem Scho├č und stand auf. ┬╗Beeilen wir uns, damit Ihr den Kurzen zur├╝ckholen k├Ânnt. Komm schnell Schatz, ich r├╝ste Dich. Und nimm Bellamy mit! Wenn Robere dabei ist!┬ź, bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte Linhard. ┬╗Ehrensache. Sehen wir zu, dass wir den Kleinen heil nach Hause bringen. Oh, Ansgar, Brandur, Jules, Alexandre, Bellamy und Boldisz├ár will ich auch dabei haben! Fehlt noch wer?┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Wie w├Ąre es mit Osmund und Maghilia? Paps muss auf alle F├Ąlle mit, er kennt die Bande, er wei├č wie man mit Archibald umgehen muss. Was f├╝r Magier haben wir noch da? Geistmagier, Nekros, was haben wir noch? Wer kann uns noch helfen? Danke Ciel, trotzdem geht das erste auf Dich┬ź, sagte Lin und knuffte ihn dankbar.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die andere Sorte haben wir noch, ich sagte doch, Alexandre muss mit! Osmund und Maghilia? Ein ├ťbel mit dem anderen austreiben? Damit sie einen Grund vorweisen k├Ânnen, weiter ihr Unwesen hier zu treiben? Souvagne ist durchaus in der Lage, sich auch ohne die Hilfe dieser Parasiten gegen andere Parasiten zu wehren.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Alles gut, ich meinte ja blo├č. Alexandre muss mit ja. Ich hatte nur gedacht, dass wissen wie man ihn aufh├Ąlt. Aber dann h├Ątten sie es auch vorher tun k├Ânnen┬ź, gr├╝belte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zwei Hexenmeister der Nekromantie d├╝rften doch wohl reichen! Notfalls m├Âge einer der Geistmagier eure zwei anderen Familienlichs mental um Rat bitten.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich hoffe es doch auch, ich m├Âchte nur nicht dass Paps etwas geschieht. Dave ruf bitte die Familie zusammen┬ź, bat Linhard.

Davard von Hohenfelde
Nun war es Dave der kurz verharrte und einen Magier nach dem anderen der aufgez├Ąhlt worden war Telepatisch um Beistand bat. Er erkl├Ąrte knapp war geschehen war und ├╝bermittelte den Hilferuf. Es dauerte seine Zeit, aber dann war es geschafft. ┬╗Ich habe alle informiert. Es wird reichen, sei unbesorgt, denn es muss reichen┬ź, sagte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel packte Linhard an den Schultern und dr├╝ckte ihn fest. ┬╗Dein Onkel hat Recht. Wir haben vermutlich nur noch diesen einen Versuch! Wir sehen uns in f├╝nfundzwanzig Minuten im Hof. Komm, Ferrau.┬ź Ciel eilte los, um sich umkleiden zu lassen.

Davard von Hohenfelde
Dave und Lin schauten ihm nach und eilten dann hinaus selbst in den Hof. Linhard um Aquilla abreise bereit zu machen, Dave wartete auf Kariakin um die zu├Ątzlichen Begleiter mitnehmen zu k├Ânnen auf dem gewaltigen Gesch├Âpf.

Ferrau Du Trieux
Ferrau folgte Ciel so schnell er konnte und riss ihn dann in die Gem├Ącher. Er zog ihn schnell ins Schlafzimmer, k├╝sste und streichelte ihn hemmungslos, ehe er ihn zur├╝ck zur R├╝stkammer schleifte und sich sofort an die Arbeit machte. ┬╗Ich habe Angst um Dich, ich komme mit. Ich wei├č, es ist gef├Ąhrlich, aber ich muss mit┬ź, beharrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt in seiner Hektik inne und nahm sich einen Moment Zeit. Er legte die Hand mit dem Lederhandschuh, auf deren R├╝ckseite sich die Eisenpanzerung befand, an Ferraus Wange und k├╝sste ihn lange. ┬╗Du siehst, wie ich aussehe. Nein, Ferrau. Ich bin dazu da, um euch zu sch├╝tzen und nicht, um euch in den sicheren Tod zu f├╝hren. Wenn ich wiederkomme, habe ich ein Geschenk f├╝r dich.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein, ich komme mit. Wer wei├č was er Dir sonst noch herausrei├čt, das Herz? Ich kann mich schon verteidigen, ich bin aus der Kutsche entkommen und ich liebe Dich. Wir sollten Verrill ├Ąrgern und behaupten dieser Dunwald war dass. Dann erschl├Ągt er ihn mit dem Sch├╝rhaken und es ist vorbei und danach backt er f├╝r uns alle Kekse┬ź, sagte Ferrau und fing hemmungslos an zu schluchzen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah ihn lange an. Er wusste, wie viele Leibdiener zu ihrem Herrn standen und dass nicht wenige von ihnen ihrem Herrn auch in den Tod folgen wollten. ┬╗Also sch├Ân. Aber du h├Ąltst dich im Hintergrund. Zieh dir robuste Kleidung, die weit genug ist, und eine leichte R├╝stung an, die du auch ohne Probleme tragen kannst, und diesmal beeilst du dich bitte. Ich helf dir beim Umkleiden.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau wischte sich das Gesicht mit dem ├ärmel sauber und nickte eifrig. Schneller als es ihm Ciel zugetraut hatte, war er selbst eingekleidet und Ferrau presste sich in seine beste Kleidung, es war eine lederne Hose und ein festes Leinenhemd. ┬╗Hier schau, dass m├╝sste gehen. Ich verspreche ich bin im Hintergrund, aber wenn Du mich brauchst, bin ich da┬ź, sagte Ferrau und dr├╝ckte Ciel an sich.


Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist keine weite Kleidung┬ź, st├Âhnte Ciel. ┬╗Egal. Wir ziehen dir eine leichte Lederr├╝stung ├╝ber, die kannst auch du problemlos tragen.┬ź Er half ihm, diese ├╝berzuziehen, st├╝lpte ihm einen Helm ├╝ber und gab ihm sicherheitshalber ein Kampfmesser an den G├╝rtel. ┬╗F├╝r den Notfall. Aber versuch, zu vermeiden, dass du es einsetzen musst. Komm.┬ź Er nahm ihn an der Hand und rannte mit ihm in den Hof.

Ferrau Du Trieux
Ferrau versuchte erneut mit Ciel Schritt zu halten, aber in einer R├╝stung war das gar nicht so einfach und der Helm machte es auch nicht besser. Er fragte sich wie die Chevalier damit k├Ąmpfen konnten, er sah nichts und h├Ârte nur seinen Atmen. ┬╗Ciel?┬ź, quiekte er verzweifelt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb stehen, v├Âllig ├╝berfordert, mit jemandem wie Ferrau in den Kampf zu ziehen. Am liebsten w├╝rde er Ferrau einpacken wie eine Schildkr├Âte, aber der arme Mann war schon mit einem Helm ├╝berfordert. Ciel nahm ihm den Rasch wieder ab, band ihn Ferrau an den G├╝rtel und trabte etwas langsamer, w├Ąhrend er nerv├Âs auf seine Taschenuhr starrte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau nahm ihm die Uhr ab und schaute drauf. ┬╗Wir sind gut in der Zeit Schatz, da sind sie schon schau┬ź, sagte Ferrau und deutete auf Dave und den Greifen. ┬╗Oder m├Âchtest Du mit Lin reisen?┬ź, fragte er liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hm?┬ź Ciel warf ihm einen misstrauischen Blick zu. Dann ├╝berlegte er es sich anders. ┬╗Ja, ich m├Âchte zwischen euch sitzen.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte gl├╝cklich. ┬╗Dann warten wir auf Linhard┬ź, sagte er und hakte sich bei Ciel ein.

Linhard von Hohenfelde
Linhard f├╝hrte einige Minuten sp├Ąter Aquilla in den Hof und auch Parcival lie├č nicht mehr lange auf sich warten. ┬╗Hier sind wir, wer mit mir fliegen m├Âchte steigt auf┬ź, grinste Lin. Aber nicht weil ihm nach Grinsen zumute war, sondern um sich selbst Mut zu machen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel half dem unsportlichen Ferrau beim Aufsteigen, kletterte selbst hinauf und platzierte sich vor ihm. Er rutschte nach vorn, bis sein K├Ârper Linhard ber├╝hrte und zog Ferrau so nah es nur ging an sich heran. ┬╗Auf ein weiteres, Schwager┬ź, sagte er und legte die Arme um Linhard. Er merkte, dass es ihm ziemlich gut gefiel zwischen den beiden. Wenn das sein letzter Flug war, dann war er dessen w├╝rdig. Er umfasste Linhards Kopf, drehte ihn ein St├╝ck zu sich und k├╝sste ihn auf den Mundwinkel. ┬╗Diesmal bringen wir es zu Ende. So oder so.┬ź Die beiden neuen Duponts standen unn├╝tz herum. ┬╗Ich glaube, deinen neuen Dienern w├╝rde eine klare Ansage guttun.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin k├╝sste ihn zur├╝ck und wandte sich an seine beiden neuen Mitstreiter. ┬╗K├╝mmert Euch bitte um meinen Mann und bringt ihn zu seinem Vater. Bleibt bei ihm und unterst├╝tzt Gaston. Verrill wird sich vermutlich ausruhen. Wenn er was braucht, helft ihm, er ist im Moment etwas matt und geschw├Ącht. Danke┬ź, sagte Linhard freundlich.

Chirag de Dupont
Vianney und Maxime verneigten sich und kehrten in den Palast zur├╝ck, um den Auftrag auszuf├╝hren.

Arbogast
Arbogast war immer noch w├╝tend. Zuerst die Sache mit Robby, dann die mit seinem Vater. Er hatte sich nach oben verdr├╝ckt und hatte es sich unter einem Baum bequem gemacht. Ein komisches Gef├╝hl auf einmal im Nacken. Arbo drehte sich um. Ein brutaler Schlag traf ihn mitten ins Gesicht. Gewaltige, lautlose Schwingen umh├╝llten es f├╝r einen Wimpernschlag. Vier Dolche bohrten sich in seine Wangen und rissen ihn brutal von den F├╝├čen. Geblendet und geschockt fiel Arbo gef├Ąllt zu Boden. Das letzte was er sp├╝rte war ein Nietenbew├Ąhrter Kampfstiefel im Nacken und Frauenh├Ąnde die ihn fesselten. Dann war es Nacht.

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Bei├čer in Bedr├Ąngnis

#5

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 6. Aug 2018, 01:16

Bei├čer in Bedr├Ąngnis

Linhard von Hohenfelde
Arbogast wusste nicht, was ihn getroffen hatte. Ein f├╝rchterlich Schlag hatte sein Gesicht getroffen und ein grauenvoller Zug an seinen Wangen hatte ihn zu Boden gerissen. Die ganze Zeit ├╝ber konnte er nichts sehen. Allerdings hatte er auch vor Panik die Augen fest verschlossen, ehe er geblendet wurde. Eine Frau hatte ihn herumgeworfen, einen harten Stiefel in den Nacken gesetzt und ihn gefesselt. Er sp├╝rte noch wie das warme Blut seine Wangen hinab lief, bevor alles um ihn herum schwarz wurde. Langsam wachte Arbogast auf und stellte fest, dass er nicht nur in einer Zelle, sondern auch in einem Fixierstuhl sa├č. Grenzenlose Panik stieg in ihm auf und er n├Ąsste sich ein, weil er wusste, wozu so ein Stuhl im Zirkel verwand wurde. Die L├Âffler sa├čen erh├Âht, w├Ąhrend man ihm gleich die Sch├Ądeldecke entfernen w├╝rde. Und dann, nun begannen L├Âffler dass mit einem scharfen L├Âffel zu tun, wof├╝r sie ihren Namen trugen - sie w├╝rden ihm das Hirn aus dem Sch├Ądel l├Âffeln, wie man es sonst mit einem armen Affen tat. Dazu lie├čen sie ihre Opfer bei vollem Bewusstsein, denn das Adrenalin verlieh der grauen, weichen Substanz einen ganz besonderen Geschmack. Arbogast zerrte wie besessen an seinen Fesseln und keuchte wie unter Schnappatmung.

Ciel Felicien de Souvagne
Die T├╝r ├Âffnete sich und drei M├Ąnner traten ein. Der kleinste und zierlichste von ihnen marschierte in der Mitte, w├Ąhrend die anderen beiden ihn ein paar Schritte lang flankierten, ehe sie stehen blieben und er noch weiter hin zu Arbogast Schritt. Er blieb vor ihm stehen und betrachtete ihn aus blauen Augen in einem blassen, v├Âllig haarlosen Gesicht. Er trug, wie der andere Glatzkopf auch, eine leichte und sehr hochwertige R├╝stung. Der dritte im Bunde, ein alter Mann mit zu beiden seiten des Mundes herabh├Ąngenden Schnurrbart, trug einen Wappenrock ├╝ber der Kettenr├╝stung. Der Blau├Ąugige musterte ihn etwas abf├Ąllig, aber mit unverholener Neugier und schritt einmal um ihn herum, ehe er wieder vor ihm stehen blieb. "Guten Abend", gr├╝├čte er. "Wie f├╝hlen Sie sich?"

Arbogast:
Arbo starrte den Mann panisch an. "Grauenvoll, ich habe nichts gemacht und wurde verschleppt. Und was werdet Ihr mit mir jetzt machen? Ich wei├č es, Ihr werdet mein Gehirn ausl├Âffeln. Daf├╝r habt Ihr mich gefangen, wegen der Runen auf meinem Schwanz oder? Das ist ein bl├Âder Witz von meinem Vater, mich jetzt so draufgehen zu lassen. Vermutlich hat er gesagt, dass Ihr nicht mal alle satt werdet, bei meinem Erbsenhirn", keifte Arbo in Panik.
werdet, bei meinem Erbsenhirn", keifte Arbo in Panik.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete den ungepflegten Mann interessiert. Entweder er litt unter einer faszinierenden Geisteskrankheit oder stand unter Drogen. Das konnte es einfacher machen oder das Verh├Âr bis zum Unm├Âglichen erschweren. "In der Tat hat Ihr Vater uns um einen entsprechenden Gefallen gebeten", log Ciel. "Er betrachtet das Ganze jedoch als eine Art Spiel, bei dem Sie durchaus die Chance haben, mit heiler Haut davonzukommen. Alles, was Sie daf├╝r tun m├╝ssten, w├Ąre, uns ein paar einfache Fragen zu beantworten. Sind Sie einverstanden?"

Linhard von Hohenfelde
Linhard zog Ciel beiseite und fl├╝sterte ihm ins Ohr. "Wenn Archibald sein Vater ist, ist das kein Spa├č oder kein Spiel. Der stinkt zwar als h├Ątte er in Bier gebadet, aber ich denke dass was er da redet ist Tatsache. Er meint dass ernst und Archibald sonst auch. Wir haben gesehen was sonst mit seinen Opfern passiert Ciel", fl├╝sterte Linhard. Ciel sp├╝rte dabei den hei├čen Atmen von Lin auf der Haut und roch sein Rasierwasser, so nahe standen sie sich. Lin hielt ihn einige Sekunden l├Ąnger fest als n├Âtig, ehe er Ciel freigab.

Arbogast:
"Ihr lasst mich gehen ohne meinem Alten was zu sagen, wenn ich Euch was beantworte? Echt?", fragte er misstrauisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel runzelte die Stirn. Die Information musste er erst einmal verdauen, aber Linhard hatte absolut Recht. Bei Archibald war mit derlei zu rechnen. W├Ąhrend er ├╝berlegte, fiel ihm auf, dass Linhards Rasierwasser so ├Ąhnlich roch wie sein eigenes, dezent aufgetragen, nicht zu herb und mit einer s├╝├člichen Beinote, die an frisch ges├Ągtes Holz erinnerte. Das Gegenteil sa├č vor ihm und stank zum Himmel. "Das kommt auf die Antworten an", sprach Ciel. "Beginnen wir ganz einfach. Wie ist Ihr Name?"

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Ciel kurz und musste schmunzeln. Erst konnten sie sich nicht riechen, nun schnupperten sie aneinander herum. Die Sache war schon seltsam genug, ohne dass Verrill in der Mitte stand, empfand er.

Arbogast:
Arbo nickte. "Also gut, mehr als meinen Kopf kann ich ja nicht verlieren. Ich hei├če Arbogast und ich bin der Sohn von Archibald, aber dass wisst Ihr ja alles", st├Âhnte Arbo und lie├č einen fahren.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat einen Schritt zur├╝ck. Arbogast konnte seine D├╝nste gern selbst einatmen. "Wie hei├čen Ihre Begleiter und wer sind sie?" Ein weiterer Schritt in Richtung Linhard neutralisierte die olfaktorische Kakophonie.

Arbogast:
"Ich bin alleine hier oder meinten sie meine Gruppe? Mein Vater, meine Schwester, ein junger besessener Bengel und... das wars. Ich habe Euch alles gesagt, kann ich jetzt gehen? Ich m├Âchte aber nicht wieder dahin zur├╝ck, wo ich eingesackt wurde. Mein Vater hasst mich. Ich habe koopiert", bat Arbo verzweifelt und hoffte dass sie ihm glaubten.

Ciel Felicien de Souvagne
Da die D├╝nste sich inzwischen verfl├╝chtigt hatten, trat Ciel wieder n├Ąher. "Sie irren sich. Sie k├Ânnen sehr viel mehr als Ihren Kopf verlieren, wenn wir diesen als Letztes ausl├Âffeln." Da der Mann sich sehr um sein Genital zu sorgen schien, warf Ciel einen gezielten Blick in diese Region, ehe er ihm wieder ernst in die Augen blickte. "Die Namen."

Linhard von Hohenfelde
Linhard fragte sich was f├╝r Runen man auf dem Schwanz haben konnte. Und wie die dahin gekommen waren. Aber sehen wollte er sie lieber nicht. So wie der Kerl stank, sollte er seinen versifften Aal lieber lassen wo er war. Dennoch schaute er genauso grimmig wie Ciel und z├╝ckte einen Dolch um sich die Finger zu reinigen.

Arbogast:
"Mein Vater Archibald hei├čt... richtig Archibald, meine Schwester hei├čt Nori, der ├älteste hei├čt... ja wie hie├č der Bengel? Irgendwas mit Wolf. Das sind die Namen. Warum guckt Ihr so komisch auf meinen Schwanz? Oh Ihr werdet doch wohl nicht... h├Ârt mal, also dass k├Ânnt Ihr nicht mit mir machen", flehte Arbogast aufgel├Âst.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nori, Arbogast und Archibald von Dornburg", wiederholte Ciel um sich alle Namen einzupr├Ągen. "Der junge Mann hei├čt Anwolf und der Lich hat ihn also zu seinem neuen Gef├Ą├č auserkoren." Damit hatten sie traurige Gewissheit. "Eine weitere Person ist also nicht mit ihnen zusammen gereist?", fragte Ciel unschuldig. "Sind Sie sicher?" Da ihm gerade danach war, sich die Finger eigenh├Ąndig schmutzig zu machen, ├Âffnete er Arbogasts Hose. Dann trat er einen Schritt zur├╝ck und blinzelte Linhard freundlich zu.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute hin, er konnte nicht wegschauen. Aber das was er sah machte die Sache nicht besser. Nicht das Arbo zu klein oder zu gro├č best├╝ckt war, er war eigentlich ganz normal ausgestattet. Aber sein bestes St├╝ck war mit seltsamen Zeichen ├╝bers├Ąht. Sein ganzer Schwanz war t├Ątowiert und Linhard fragte sich, was das sollte. Wobei der Kerl ja sogar im Gesicht t├Ątowiert war. Wie der Rest aussah konnte er sich denken. Er hatte Arch schon halb nackt gesehen. "├ťberlege Dir Deine Antwort sehr genau", warnte Linhard.

Arbogast:
"Kazrar war auch noch dabei, so es ist raus. K├Ânntet Ihr meine Nudel bitte wieder einpacken? Ich habe doch nichts verbrochen. Ich habe doch nur oben warten wollen, weil die anderen mich wieder fertig gemacht haben. Ihr versteht das alles nicht, Ihr versteht seine Macht nicht", st├Âhnte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
Arbogast log noch immer. Von Parcival wusste Ciel, dass der Leibgardist Robere sich bei der Gruppe befand. Der Name Kazrar war ihm noch nie untergekommen. "Wer ist Kazrar?", fragte Ciel weiter, ohne auf Arbogasts Bitte einzugehen. "Und seien Sie doch so gut, uns die Macht zu erkl├Ąren, vor der Sie sich so f├╝rchten." Er betrachtete die Runen und ├╝berlegte, ob er sie aus einem seiner magischen Lehrb├╝cher kannte, aber im Moment wollte ihm nichts einfallen.

Arbogast:
"Er ist ein Gott in einem menschlichen Gef├Ą├č und er m├Âchte wieder ein richtiges Zuhause und er ben├Âtigt Nahrung. Also welche Macht meine ich? Die g├Âttliche Macht. Mein Vater wird ihm dazu verhelfen. So wie er ihm immer geholfen hat. Er wird ihn anbeten, f├╝ttern, verwahren und notfalls wieder in sich einlassen und ihn weitertragen. Niemand kann ihn aufhalten. Weder meinen Vater noch den ├ältesten. Beide sind schlau. Er kann Tote wiederbeleben, Kazrar war tot und ohne Kopf nun lebt er wieder. Und er wird auch f├╝r ihn ein neues Gef├Ą├č finden mit Ro..Nori. Kaz ist der Lehrling von meinem Vater", sagte Arbo w├╝tend.

Ciel Felicien de Souvagne
"Sie h├Âren sich nicht so an, als w├╝rden Sie das alles guthei├čen", meinte Ciel.

Arbogast:
Arbo nickte zuerst vehement, hielt aber dann mitten in der Bewegung inne un fing Rotz und Wasser an zu Heulen. So dass selbst Linhard Ciel verst├Ârt anblickte. "Nein... ich hasse ihn, ihn und seine Art, seine Brut, seinen Zirkel, die ganzen gest├Ârten widerlichen Drecks├Ącke dort. Wie sie die Leute ranschaffen, wie ich sie zerlegen muss. Wie ich dort aufwachsen musste. In einem Leben wo das Verbotene Nudeln sind. NUDELN! Ihr haltet ihn f├╝r gef├Ąhrlich und pervers? Lernt die Baronin kennen! Und l├Âffelt mal mit ihr eine Runde! Dann wisst Ihr was pervers ist, was Grauen ist und da wuchs ich auf. Und er nennt mich was? Schwach? Junkie? S├Ąufer? Wie ist so eine Schei├če sonst zu ertragen? Wie? Ihr wisst nichts, ich wei├č alles. Ich bin im Abgrund aufgezogen worden. Ob ich den Abgrund guthei├če? Nein! Aber ich lebe in dem Drecksloch und nicht woanders. Und wenn ich woanders leben wollte, dann holt er mich. Er findet mich ├╝berall. Das tat er immer, weil dieser Gott ihm alles verr├Ąt. Ihn besch├╝tzt und liebt. Und auf mich die billige S├Ąuferkopie spuckt er. Ich hei├če gar nichts gut, nicht mal mich", heulte Arbo.
Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, von Natur aus ein empfindsamer Mensch, sah den heruntergekommenen Mann nun mit anderen Augen als noch vor wenigen Augenblicken. Anstelle von Abscheu und einer Faszination an seiner Geisteskrankheit erf├╝llte ihn nun, da er deren Ursache kannte, Mitleid. Aber er musste analytisch vorgehen und nicht emotional. Er nahm Linhard kurz beiseite. "Ich frage dich, ob wir versuchen sollten, ihn f├╝r unsere Sache zu gewinnen. Daf├╝r m├╝ssten wir ihm allerdings offenbaren, dass wir Feinde von Archibald sind und keine Freunde. Damit w├╝rde die Information, dass du deinen eigenen Schwertmeister jagst, den innersten Kreis verlassen. Darum sag du, ob wir das versuchen wollen."

Linhard von Hohenfelde
Linhard h├Ârte Ciel zu und musterte die Trauergestalt auf dem Stuhl. Sein Blick wanderte zu Parcival und das Himmelsauge nickte knapp. Der Mann sprach die Wahrheit. Er verabscheute seinen Vater und diesen Ort wo er gelebt hatte. Linhard trat n├Ąher zu Ciel und fl├╝sterte ihm ins Ohr. "Er geh├Ârt zu uns, wir retten ihn, wenn er uns hilft Anwolf zu retten. Sonst legen wir ihn um", wisperte Linhard und biss Ciel ganz kurz ins Ohrl├Ąppchen und grinste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Mundwinkel zuckten kurz zu einem L├Ącheln auseinander, ehe er wieder ernst dreinblickte. Er trat zu dem weinenden Mann auf dem Stuhl. Vorsichtig verschloss er dessen Hose wieder. Anschlie├čend putzte er ihm das Gesicht mit seinem eigenen Taschentuch sauber, was er ihm hernach in die Tasche steckte. "M├Âchten Sie uns dabei helfen, Ihrem Vater und dem ├ältesten ein Ende zu bereiten?", fragte er ohne Umschweife. "Wir sehen die Sache wie Sie. Er hat lange genug gemordet."

Arbogast:
Arbo dachte lange nach. Man sah ihm an, welche Emotionen gerade in ihm k├Ąmpfen. Angst vor seinem Vater, Angst vor dem ├ältesten, Angst vor dem Verrat und der Bestrafung. Und die vage Hoffnung doch irgendwann frei zu sein vom Zirkel und dem Leben dort drin dass keines f├╝r ihn war. Aber wenn er sie jetzt verraten w├╝rde, dann h├Ątte er auch Robere verraten. Oder er musste ihn mitverraten und um seine Gnade bitten. Das war der einzige Weg. Arbogast leckte sich ├╝ber die Lippen wie ein alter Frosch. "Bei uns in der Gruppe ist ein Robere, er ist der einzige Freund den ich habe. Der einzige Mann der je gut zu mir war und mich besch├╝tzt hat. Woher Archibald ihn hat, wei├č ich nicht. Ich sollte ihn abholen und nach Obenza bringen. Dort bekam er die Erbschaft seines Vaters. B├╝cher und so weiter. Und sie holten seinen Kopf aus dem Herrenhaus. Archibald brachte von dort den schlafenden Gott mit, er lebte nun in ihm. Und als Belohnung f├╝r seine M├╝he, f├╝r seine Anbetung erweckte der ├älteste Kazrar wieder zum Leben. Den leiblichen Vater von Robere. Bitte verschont ihn", flehte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wie h├Ąngen der ├älteste und dieser Zirkel in Obenza miteinander zusammen? Und welche Rolle in diesem Spiel spielt Robere? Dass ausgerechnet er der Einzige gewesen sein soll, der jemals gut zu Ihnen war, ist sehr erstaunlich. Sollte die Ma├čnahme auf dem Richtplatz tats├Ąchlich zu seiner Besserung gef├╝hrt haben? Das w├Ąre erfreulich und dann hat er nichts zu bef├╝rchten." Eher ungern erinnerte Ciel sich an den Moment zur├╝ck, als er und Linhard Robere dabei ├╝berrascht hatten, wie er den Kopf gerade auskochte.

Arbogast:
"Also eigentlich gar nicht und dann wieder doch. Mein Vater betet Ainuwar an, aber er meint, Ainuwar w├Ąre einer der ├ältesten. Einer von vielen. Die ├ältesten die er pers├Ânlich kennengelernt hat, dass waren drei. Die Trinit├Ąt, sie waren drei in einem, so hat er es erkl├Ąrt. Deshalb ben├Âtigten die auch drei Menschliche K├Ârper im Tempel als Anker, damit sie ein Gef├Ą├č haben um auf der Welt bleiben zu k├Ânnen. Ein Gott kann ja durch eine Person sprechen, oder wie ein Geist selbst erscheinen. So eine Erscheinung hei├čt Avatar und er kann jede Form annehmen. Ainuwar erscheint als alter Mann oder als Mann in Robe. Nimmt er nun ein K├Ârper als Gef├Ą├č, sagen wir meinen, wohnt er in mir und handelt durch mich. Er w├╝rde erz├Ąhlen, missionieren. Aber w├Ąre ich ein Magier, kann er aus der g├Âttlichen Sph├Ąre Magier hierher├╝berbringen, mehr als der Magier k├Ânnte. Und das tut er. Zwei der ├ältesten sind weg, es ist nur einer geblieben, der den schwarzen Haaren. Also so ist sein Avatar. Gro├č, schwarze Haare und leere Augen. Mein Vater betet ihn an, und er meint er geh├Ârt zu den Wesen wie Ainuwar und Co. Oder die zu denen. Und so brachte er den Glauben auch anderen Menschenfressern nahe, sie beten diesen Gott an und opfern ihm. Daher kommen sie zusammen", erkl├Ąrte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
"Diese sogenannten ├ältesten sind keine G├Âtter, sondern Lichs. M├Ąchtige Nekromanten, welche die Grenze des K├Ârperlichen teilweise hinter sich lassen k├Ânnen. Die Einschr├Ąnkungen haben Sie ja soeben benannt. Einen Lich mit Ainuwar zu vergleichen, entspricht dem Vergleich einer Kerzenflamme mit der Sonne. Wir sind uns also einig - Sie helfen uns, Archibald und den ├ältesten zu beseitigen und erhalten daf├╝r zum Dank ein Leben in Freiheit?"

Arbogast:
"Nur wenn Robere auch am Leben bleibt, er ist alles was ich habe obwohl ich ihn verraten habe. Was ist ein Lich? Ein Engel? Man kann ihn nicht t├Âten, er wird sich einfach ein neues Gef├Ą├č suchen, ich habe es doch erkl├Ąrt. Sowas st├Ârt ihn nicht. Oder er schwebt rum und ├Ąndert seine Gestalt. Meinen Vater kann man nicht t├Âten, er ist ein Vampir geworden. Und er ist nicht so wie man sich einen Vater vorstellt. Aber wenn Ihr wisst, wie man sie besiegt, dann bin ich dabei. Robere hat er um seinen Finger gewickelt, als er auf der Plattform lag. Er hat ihm Honig ins Ohr getr├Ąufelt, hat mit der Stimme zu ihm gesprochen, hat ihn umgarnt wie die Spinne den Schmetterling. Er wei├č was er Leuten sagen muss, er wei├č wie man Honig in Gift verwandelt und die Leute trinken es gerne. M├Âchten in seiner N├Ąhe sein, sonnen sich in seiner Gunst und fragen sich was sie ihm angetan haben, was sie falsch gemacht haben, wenn er ihnen die Kehle herausrei├čt. Was sie getan haben ist einfach, sie sind ihm auf dem Leim gegangen. Es ist eine uralte Masche, ein Trick und er benutzt ihn seit er 14 Jahre alt ist. Er hat dazu gelernt und er ist vorsichtig. Aber wenn dann m├╝ssen wir auch den Zirkel stoppen. Denn wenn man einen angreift, stehen sie einem bei. Und Ihr wollt keine Horde Menschenfresser an der Hacke oder?", fragte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
"Einverstanden. Nach vollbrachtem Werk werde ich Robere Absolution erteilen. Ein Lich ist ein ordin├Ąrer, langweiliger Mensch, einer von der schmutzigen Sorte, ein Nekromant. Nicht mehr und nicht weniger. Und Nekromanten neigen bekanntlich zur Selbstinszenierung. Dieser hat es einfach ein wenig ├╝bertrieben. Dass er v├Âllig unabh├Ąngig von K├Ârpern herumschweben kann, bereitet mir allerdings Kopfzerbrechen. Das muss ich weiter untersuchen. Der Zirkel liegt in Obenza, normalerweise geht uns die Fremde nichts an. Ich werde dazu mit meinem Vater R├╝cksprache halten." Ciel l├Âste Arbogast die Fesseln.

Linhard von Hohenfelde
Linhard beugte sich zu Ciel. "Ich w├╝rde sagen, ein Au├čeneinsatz k├Ânnte als Angriff gewertet werden. Aber wenn wir eine klein Truppe schicken, ist es eine Sachen zwischen zwei Banden, die f├╝r den Zirkel gewaltig schief lief", schmunzelte Linhard. "Wenn wir wissen wo sie leben und wie, sage ich Dir wie wir sie umbringen", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne Heute, 00:52
"F├╝r so was bist du schlie├člich Spezialist, lieber Schwager", antwortete Ciel schmunzelnd. "Wie w├Ąre es mit den Fantomen?"

Linhard von Hohenfelde
Linhard grinste. "Oh mein Onkel wei├č sowas sogar noch wesentlich besser als ich, oder mein Vater also Paps. Aber Dave macht es Berufsm├Ą├čig. Schick ihn mit seinen Leuten. Er wird sie t├Âten. Und zwar so, wie es diese Brut verdient, wie Arbogast schon sagte. Stell Dir ein Haus voller Archibalds vor. Du hast sein Haus nicht gesehen, frag mal meinen Paps. Und erinnere Dich an unseren Leichenkeller. Seiner sah ├Ąhnlich aus. Die ├Ąltesten 14 oder 16 Jahre. Die j├╝ngsten, nun Babys. Davon ein ganzes Haus voll? Voller solcher Personen? Ich meine wir tun das nicht gegen Naridien, wir tun es f├╝r jede lebende Person!", sagte Lin besorgt.
sagte Lin besorgt.

Arbogast:
Arbo schaute Ciel und Linhard total entgeistert an. "Der ├älteste ist ein Mensch? Ein einfacher Magier, also ein Totenbeschw├Ârer? Ich, ich kann das nicht glauben. Wie hat er sowas geschafft? Er hat Macht, ich habe seine Macht gesehen. Ich bin nicht besoffen oder so. Ich habe gesehen, wie er aus dem K├Ârper meines Vater kam und in Anwolf eindrang. Und nun wohnt er dort, ist ganz anders, der Bengel ist anders. Er hat andere Augen, er verh├Ąlt sich fremd. Er ist der ├älteste. Aber wenn Ihr ihn beseitigt, wird alles gut werden. Vielleicht wird mein Vater auch normal und der Zirkel? Sie wohnen in der Himmelsr├Âhre in Obenza. Aber nicht oben, sondern unten drunter, versteckt im Keller unter dem Keller. Weit hinab wo man sie nicht vermutet. Und obendr├╝ber wohnt ihre leichte Beute. Die Reserve sozusagen", fl├╝sterte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ein Mensch", best├Ątigte Ciel. "Ein Magier des h├Âchsten Grades. Von diesen gibt es nur sehr wenige, h├Âchstens eine Hand voll je magischer Disziplin. Der K├Ârper des ├ältesten darf nicht sterben, wir w├╝nschen Anwolf zu retten, nicht zu vernichten. Sie wissen sehr viel, Arbogast ... wom├Âglich w├Ąren Sie als Kontaktmann direkt im Umfeld der Bestie am besten aufgehoben. Sie begleiten weiterhin Ihre Gruppe und beliefern uns mit den notwendigen Informationen."
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Der weniger bedr├Ąngte Bei├čer

#6

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Di 7. Aug 2018, 15:29

Der weniger bedr├Ąngte Bei├čer


Linhard von Hohenfelde
Arbogast konnte seinen Ohren kaum trauen. Zuerst hatte alles ganz schrecklich angefangen, dann wurde aus der Gefangenschaft doch noch etwas richtig Gutes. Er sollte seinen Vater und den Zirkel ausliefern. Im Grunde passierte genau dass, was sie sonst mit anderen taten, sie wurden gefressen. Nicht w├Ârtlich, aber sie gingen dabei hops. Arbo konnte sich keine Person vorstellen, die denen eine Tr├Ąne nachweinte. Au├čer vielleicht die Zirkelmitglieder untereinander, da gab es wie ├╝berall Seilschaften, Freundschaften und sogar Liebschaften. Aber ihm war das gleich. Er hasste und f├╝rchtete sie alle, den einen mehr, den anderen weniger. Es gab niemanden dort, dem er wirklich vertraute. Oder dem er ├╝berhaupt vertraute. Er f├╝hlte sich wie ein Wegwerfartikel und nichts anderes war er in ihren Augen. Ein n├╝tzlicher, kostenloser Idiot, den sein Vater zur Verf├╝gung gestellt hatte. Sogar f├╝r ihn war er nichts weiter als Dreck. Aber seine Rache und Freiheit waren nun zum Greifen nahe. Er wollte allerdings Robere nicht verlieren. Auch wenn ihn dieser genauso nur benutzt hatte. Wie nannte sein Vater solche Dienste? Bumslappen. Vermutlich war er nichts anderes f├╝r Robere. Aber er war einige Tage nett zu ihm gewesen und hatte ihm die Illusion von Freundschaft geschenkt. Das er f├╝r diese Leute hier nichts anderes als ein Mittel zum Zweck war, war Arbo bewusst. Aber irgendwo gab es vielleicht jemanden, der ihn anders sah und den konnte er nur finden, wenn er frei war. "Ich bin einverstanden", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gut┬ź, antwortete Ciel, doch das war ma├člos untertrieben. Innerlich feierte er vor Freude. ┬╗Wir haben bereits die ersten Schritte in die Wege geleitet und ein Treffen zwischen Archibalds Tochter Derya und Prince Linhard arrangiert. Allerdings war Archibald nicht dazu zu bewegen, einen festen Termin zu veranschlagen. Es dauert schon viel zu lange und wirkt nicht so, als w├╝rde sich das in n├Ąchster Zeit ergeben. Wie sehen seine aktuellen Pl├Ąne aus, wohin seid ihr gerade unterwegs?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard beobachtete das Geschehen. Arbogast schien mehr als gl├╝cklich zu sein, seine alten Bande kappen zu k├Ânnen. Aber wer ihn ansah, sah auch warum. Der Mann war nicht einfach nur am Ende seiner Kr├Ąfte, der war fix und fertig, der Mann war ein Wrack. Er war der Sohn von Archibald und sah ├Ąlter aus als sein eigener Vater. Sein ganzer K├Ârper war beschmiert voller T├Ątowierungen und vermutlich hatten diese Bilder f├╝r ihn keine Bedeutung, bis auf die Spielkarten. Sie waren sicher etwas anderes. Lin war kein Mensch der leicht Mitleid bekam, aber Arbo einen neuen Weg zu schenken aus seinem pers├Ânlichen Abgrund war genauso wichtig, wie sie den eigenen dunklen Pfad verlassen hatten. Er wollte nicht mehr dazu gezwungen werden, jemanden t├Âten zu m├╝ssen. Wie es sein musste, dazu gezwungen zu werden, andere zu schlachten und zu verspeisen, dass wollte sich Lin nicht ausmalen. Es musste ein Grauen sein, dass t├Ąglich den eigenen Wahnsinn neu definierte. Ein Kampf den man nur verlieren konnte. Und Arbo hatte den Kampf vor langer Zeit verloren. Seine Flucht fand er im Alkohol und in noch h├Ąrteren Dingen, vermutete Lin. "Wir ben├Âtigen alle Informationen die Du uns geben kannst", sagte Linhard umg├Ąnglich.

Arbogast
Arbogast nickte langsam. "Also Archibald pflegt seine Unzuverl├Ąssigkeiten, so nennt er dass. Nicht weil er unzuverl├Ąssig ist, sondern damit ihn niemand einsch├Ątzen kann. Man wei├č nicht ob er zu einem Treffen tats├Ąchlich p├╝nktlich kommt, zu fr├╝h oder zu sp├Ąt oder gar nicht. So kann man ihm schlecht eine Falle stellen. Er hat vor den ├ältesten an einen Ort zu bringen, wo dieser wieder leben kann. Ich denke sie ziehen zu dem Todfeind von Kazrar, Ansgar hei├čt der Kerl. Sie werden ihn t├Âten. Archibald hatte vor, das Angebot anzunehmen, er plante schon mal so etwas. Aber Derya ist gar nicht bei ihm. Er hat sie nicht dabei. Also kann ich nicht sagen, was er wirklich plant. Darauf einzugehen bestimmt nicht. Es kann auch sein, dass er die Lage checken m├Âchte. Oder dass er hier irgendwen vermisst. Er besch├╝tzt einen Nathan. Niemand darf Nathan fressen oder zu nahe kommen, da Nathan sein Eigentum ist und er ihn liebt. Nathan habe ich schon gesehen, er ist klein und sehr bunt. Ein Geck aber ein witziger scheint es mir. Nur Robere hatte nach Nathan wohl einige rektale Probleme. Archibald versteht dabei keinen Spa├č. Und sie werden Kazrar einen neuen K├Ârper besorgen. Und ich glaube dass ist es so an Pl├Ąnen. Vielleicht geht er auch zu Mernas Haus, dass ist das Haus seiner Frau. Dort liegt sie seit Ewigkeiten aufgebahrt und er besucht sie dort", sagte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf einen erschrockenen Blick auf Linhard, als Ansgars Name fiel. Aber dann beruhigte er sich wieder. Sie w├╝rden Ansgar dort nicht finden, er befand sich noch im Palast, aber das w├╝rde er Arbogast nicht auf die Nase binden. Als es um Nathan ging, weiteten sich seine Augen vor Zorn. ┬╗Er liebt Nathan? Hat Nathan sich an ihn herangemiezt oder wie kam das?┬ź Der Barde schien auf den Geschmack gekommen zu sein. Kaum blickte Fabien nicht hin, suchte er sich den n├Ąchsten und griff dabei zielsicher in ein Vipernnest. Erst Robere und nun Archibald. Ciel atmete einmal lang aus, um sich zu beruhigen. ┬╗Deine erste Aufgabe ist es, herauszufinden, was Archibald vorhat und wohin sie unterwegs sind.┬ź

Arbogast
Arbogast nickte. "Das hat er gesagt und er hat klargestellt, dass niemand Nathan anzugehen hat, sonst ist klar was passiert. Damit meint er, er t├Âtet die Person. Nathan steht unter Archibalds Schutz. So wie ich das verstanden habe, haben sie irgendeine Form von Beziehung. Sie sind unterwegs zu diesem Ansgar, was er vorhat, finde ich heraus. Wie erreiche ich Euch?", fragte Arbo.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf einen fragenden Blick in Richtung Parcival.

Parcival:
"Du musst uns nicht erreichen, wir erreichen Dich. Wir werden Dir mitteilen, wann Du wo zu erscheinen hast. Oder wo Du Dich hinbegeben sollst, damit wir Dich ohne Probleme auslesen k├Ânnen", erkl├Ąrte das Himmelsauge.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf Parcival einen intensiveren Blick zu und gab diesem somit das Signal, mit ihm mental Verbindung aufzunehmen. ÔÇ║Ein Vogel sollte ihn unbemerkt begleiten.ÔÇ╣

Linhard von Hohenfelde
Linhard tippte Ciel an. "Wir sollten ihn jetzt freilassen. Je l├Ąnger er weg ist, je auff├Ąlliger wird es. Und ich hoffe Du l├Ąsst Dir eine gute Ausrede einfallen Arbo, der ├älteste ist einer von uns. Und unsere Sippe ist misstrauisch bis auf die Knochen. Wobei...", st├Âhnte Lin und rieb sich die Stirn. "Geh und sieh zu, dass Du nicht zu sehr auff├Ąllst, geh und mach hin", sagte Linhard. Ihm war gerade eingefallen, dass er mit Arbogast verwandt war. Archibald war der Bruder von seinem Opa. Ergo sein Gro├čonkel. Dann war Derya seine Tante. Und Arbo sein Onkel! Das er ihm Familientipps geben musste, erschien ihm geradezu absurd. Zumal ein Hohenfelde eigentlich nie ├ťberlebenstipps gab, sondern Sterbehilfe.

Parcival:
Das alte Himmelsauge verband sich mit Prince Ciel. `Ihr habt Recht. Ich werde einen kleinen Falken schicken. Einen Zwergfalken. Ein Ziervogel k├Ânnte einem Raubtier zum Opfer fallen. Wir werden ihn auch so weiterhin im Auge behalten. Ihr habt gesehen wozu wir in der Lage sind Herr┬┤, ├╝bermittelte er stolz auf seine Kollegin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte kaum merklich und sah wieder weg, was bedeutete, dass Parcival sich wieder ausklinken sollte. Er wandte sich an Arbogast. ┬╗Ich stimme zu, gehen Sie und erf├╝llen Sie Ihre Pflicht. Durch die vielen verhinderten Gr├Ąuel k├Ânnen Sie die unverschuldet aufgeladene Schuld vor den G├Âttern wieder gut machen und sich selbst befreien. Sollte alles gut laufen, haben Sie mein Wort, dass wir ihnen beim Aufbau eines ehrlichen Lebens behilflich sein werden.┬ź Er betrachtete Linhard von der Seite, der pl├Âtzlich etwas durcheinander zu sein schien. Wie zuf├Ąllig strich er mit den Fingern ├╝ber die Finger seines Schwagers.

Arbogast
Parcival beendete die Verbindung zu Ciel w├Ąhrend Arbogast scheinbar gl├╝cklich nachdachte. Er war auch gl├╝cklich. Ein neues Leben klang so unerwartet und vielversprechend. Er f├╝hlte wenn er diese Aufgabe bew├Ąltigen w├╝rde, wenn er nur einmal durchhalten w├╝rde, dann w├╝rde er auch von dem anderen Dreck wie Alkohol und Drogen loskommen. Denn der Zirkel hatte ihn dort hineingesto├čen, vielleicht konnte er sich so an seinen schmierigen Haaren selbst wieder hinauszerren. Arbo nickte zustimmend. "Kann ich jetzt gehen?", bat er.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gehen Sie┬ź, antwortete Ciel freundlich und da Arbogast aussah, als w├╝rde es ihn motivieren, wenn man gut zu ihm war, l├Ąchelte er ihm zu.

Linhard von Hohenfelde
Arbo machte dass er schleunigst davon kam. Linhard wartete einen Moment, bis Arbo tats├Ąchlich verschwunden war, dann drehte er sich zu Ciel herum und musterte ihn mit gequ├Ąltem Gesichtsausdruck. "Archibald ist der Halbbruder von meinem Opa. Ergo mein Gro├čonkel. Derya ist meine Tante. Folglich ist Arbogast als sein Sohn, mein Onkel. Der kaputte Kerl ist mein Onkel Ciel. Hat er nicht auch einen neuen Weg verdient? Ich meine ich bin sonst alles andere als zart beseitet, aber irgendwie tat er mir leid. Was einige von uns tun mussten, ist manchmal unertr├Ąglich. Ich erkl├Ąrte es einst Greg. Wei├čt Du ich hatte alles, au├čer Freunde, oder eine wirklich Bezugsperson. Meine Aufgabe war es andere auszuschalten. Und mit jedem Mord t├Âtest Du auch ein St├╝ck von Dir selbst. Du wirst immer flacher, immer weniger, irgendwie als bist Du nur noch ein Schatten von Dir selbst. Du wirst stumpf und das obwohl ich kein Magier bin. Du stumpfst ab und das ist ein grausiges Gef├╝hl, ich schw├Âre es Dir. Und er? Er musste Leute fressen. Wenn man drauf steht, klar macht man es gerne. Aber stell Dir vor uns serviert gleich jemand eine Person. Und das sollst Du t├Ąglich essen? Da soll man nicht wahnsinnig werden? Also entweder ertr├Ągt man es im Suff oder im Wahn. Was sollen wir mit ihm machen, wenn er Wort h├Ąlt?", fragte Lin und streichelte Ciels Finger liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff Linhards Finger. ┬╗Wir werden ebenso unser Wort halten und ihm helfen. Er wird, wenn er m├Âchte, die souvagnische Staatsb├╝rgerschaft verliehen bekommen, ein Dach ├╝ber dem Kopf und eine Arbeit oder eine Lehre, die zu ihm passt. Wir helfen ihm, Lin. Mir tat der Mann nicht weniger leid als dir. Aber solche Menschen k├Ânnen auch pl├Âtzlich umschlagen. Drum werden wir Acht auf ihn geben. Er hat seine Chance verdient, aber er muss sie auch nutzen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte zustimmend. "Weise Worte Ciel, er soll seine Chance haben und ich hoffe er nutzt sie. Er sah ├Ąlter aus als sein eigener Vater", gr├╝belte Lin und schaute dann Ciel betr├╝bt an, ehe er ihn einfach in den Arm nahm und kurz dr├╝ckte. "Wir m├╝ssen Wolfi zur├╝ckholen. Ich schw├Âre Dir, ich werde mich nie wieder mit dem Kurzen streiten. Gleich ob er mich mitten in der Nacht nervt, weil er vor etwas Angst hat oder weil er meine Hilfe ben├Âtigt. Ich m├Âchte ihn nur zur├╝ck. Und ich m├Âchte dass Dunwolf endlich dahin geschickt wird, wo er hingeh├Ârt und zwar in den Abgrund. Sag mir ist jeder Lich so? Antworte ehrlich, bitte", fl├╝sterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja┬ź, sagte Ciel und umarmte Linhard fest. ┬╗Sie alle sind so. Die einen mehr die anderen weniger offensichtlich. Das ist ihr Wesen, ihre Natur.┬ź Er streichelte ihm den R├╝cken. ┬╗Wir holen deinen kleinen Bruder zur├╝ck und retten deinen Onkel. Robere scheint sich tats├Ąchlich gebessert zu haben. Arbogast hat ihn versucht zu decken, sie werden miteinander befreundet sein. Wom├Âglich kann Robere ihm Sch├╝tzenhilfe dabei geben, in Souvagne Fu├č zu fassen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Danke, dass hast Du lieb gesagt. Ob Robere sich noch retten lassen m├Âchte? Archibald kann sehr ├╝berzeugend sein, ich habe es selbst am eigenen Leib erfahren. Ich habe ihm viel zu viel durchgehen lassen, eigentlich alles. Wof├╝r? Ich habe ihn um Rat gefragt, bei zig Themen. Ich habe sogar mit ihm ├╝ber Sex geredet, da er doch mit Jesper zusammen ist. Ganz zu Anfang, wo ich mit Greg frisch zusammen war. Ciel ich wei├č nicht warum ich ihm so auf dem Leim gegangen bin. Aber irgendwie glaube ich, wollte ich das sogar. Ich wollte mit ihm befreundet sein. Jetzt w├Ąre ich froh, ich h├Ątte sofort auf Paps geh├Ârt, dann w├Ąre weder Wolfi noch Ansgar in Gefahr. Danke f├╝r Deinen Beistand", sagte Lin erleichtert.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir sind doch eine Familie, nat├╝rlich halten wir zusammen. Der Mann hat eine immense Ausstrahlungskraft. Manch Staatsmann w├╝rde daf├╝r dankbar sein. Ich vermute, dass Menschen, die sich verloren f├╝hlen, ihm besonders leicht auf den Leim gehen. Er gibt ihnen die Illusion, dass sie bei ihm sicher sind. Dass er ihr Freund ist. Ich hoffe, dass Robere eine gefestigte Pers├Ânlichkeit besitzt und der Skorpion nicht darauf hereinf├Ąllt, wenn die Viper ihm zul├Ąchelt.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Das hast Du poetisch beschrieben, ja er war nicht grundlos von Dunwin der erste Mann im Stab. Er kann Schei├če als Gold verkaufen, wenn er m├Âchte. Und sein Mann Jesper h├Ąngt auch an ihm, obwohl er es besser wei├č. Er versucht ihn st├Ąndig von seinen Untaten loszubekommen. Als w├Ąre das eine Sucht. Ich h├Âre rauchen auf, Arch h├Ârt doch nicht auf Leute zu fressen. Robere muss sonst zwangsgeheilt werden, dass geht", erkl├Ąrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zwangsgeheilt - du meinst, um die Last seines Hauptes erleichtert?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard musste lachen. "Nein, ich meine in einen Tempel stecken und die Heiler k├╝mmern sich um einen. K├Ârperlich aber vor allem seelisch. Auf Entzug von der Viper wird er wieder zu sich selbst finden, das habe ich schlie├člich auch. Und dann ben├Âtigt er jemanden, der ihn auff├Ąngt, ich hatte Paps, Greg, Dich und viele andere. Wen hat er?", sagte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte nach. ┬╗Ich kenne ihn nicht gut, aber man sieht ihn eigentlich nur in Begleitung der anderen Gardisten. Selbst wenn er Urlaub hat, dr├╝ckt er sich bei seiner Einheit herum. Du sprichst von einem Sanatorium. Das w├Ąre eine M├Âglichkeit, sollte das Dunkel noch immer in ihm schlummern und sich seinen Weg bahnen wollen. Aber ich glaube, dass die Ma├čnahme meines Vaters gefruchtet hat. Arbogast spricht nur gut von ihm.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin knuffte Ciel. "Vielleicht sind die beiden auch gegenseitig Ihr Sanatorium, Robere und Arbogast, wenn alles ├╝berstanden ist. Warten wir ab, wie es sich entwickelt. Nur eines darf nicht geschehen, der ├älteste darf nicht noch ├Ąlter werden. Hier in Souvagne wird er sterben. Hier hat der Spuk seiner Schreckensherrschaft ein Ende. Er darf nicht siegen Ciel", sagte Lin und dr├╝ckte seinen Schwager. "Wir t├Âten ihn, gemeinsam - Magie und Schwert".

Arbogasts weiterer Weg: Der schwarze Skorpion - Spitzel bei den Bei├čern >>
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Jesper van Verling
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Ende der Schonfrist

#7

Beitrag von Jesper van Verling » Di 7. Aug 2018, 15:35

Ende der Schonfrist - 07.08.203 n.d.A.

Jesper van Verling war Ciel und Linhard nachgereist, er musst mit den beiden dringend reden. Und das was er zu sagen hatte, war keine leichte Kost. Er geh├Ârte zum Stab von Linhard und dort f├╝hlte er sich auch wohl. Gleichg├╝ltig was geschah, er w├╝rde treu an Linhards Seite bleiben. Brandur hatte ihn rekrutiert und ganz gewiss h├Ątte kein anderer einen derma├čen alten und aus der Form gekommenen Schwertmeister eingestellt. Den einen oder anderen Trick hatte er noch drauf, aber das war auch schon alles. Er konnte sich im Schwertkampf nicht mehr mit den J├╝ngeren messen und ebenfalls nicht mit Leuten wie Archibald, die nichts anderes taten als trainieren.

Sein St├Ąrke war sein Wissen, dies konnte er weitergeben und hoffte, dass Linhard es zu etwas Positivem verwandte. Bis jetzt hatten Brandur und er Wort gehalten. Wer wieder einmal nicht sein Wort gehalten hatte, war Archibald. Der Mann war wie vom Erdboden verschluckt und dies bedeutete niemals etwas Gutes. Archibald kochte wieder sein eigenes S├╝ppchen und meist hatte dies einige Opfer zur Folge. Jesper hatte kontrolliert ob Aimeric noch anwesend war, oder ob die beiden gemeinsam losgezogen waren. Aimeric de la Cantillion weilte noch am Hof. Er wusste ebenfalls nicht, wo sich Archibald herumtrieb. Das war schon erstaunlich, denn Arch war seinem Wahlbruder gegen├╝ber sonst offen. Jedenfalls dass, was f├╝r Archibald Offenheit bedeutete.

Als Dave am Hof erschien und urpl├Âtzlich Aufbruchstimmung herrschte, konnte sich Jesper denken, was Arch getan hatte. Vermutlich hatte er erneut die Geister angegriffen um rein vorsorglich jede Gefahr zu beseitigen. Jesper war es leid. Wo andere im Alter ruhiger wurden, sich sesshaft niederlie├čen fing Archibald erst an aufzudrehen. Und dass er zu allen ├ťberfluss auch noch ein Vampir geworden war, machte die Sache nicht einfacher. Im Gegenteil, sie verkomplizierte alles. Ein Geistmagier kam ihm nicht mehr bei, er lebte ewig, wenn er genug Blut trank und er w├╝rde Tag f├╝r Tag, Jahr f├╝r Jahr seine abnormen F├Ąhigkeiten steigern bis zum Endpunkt. Falls es ├╝berhaupt ein Limit gab, dass Archibald erreichen konnte.

Vermutlich waren auch einem Vampir k├Ârperliche Grenzen gesetzt, aber geistige kannte Archibald keine. Jesper stellte sich mit einem Schaudern einen Jahrhunderte alten Archibald vor. Es hatten bereits 62 Lebensjahre ausgereicht um ihn zu einer gewaltigen Bedrohung heranreifen zu lassen. Wobei er bereits als Jugendlicher eine t├Âdliche Bedrohung war. Die Gefahr lag nicht allein in Archibalds Kampff├Ąhigkeiten, die tats├Ąchliche Gefahr lag in seinem Erfahrungsschatz im Verborgenen zu agieren und unsichtbar Beute zu schlagen. Und die Erfahrung w├╝rde wachsen. Weiter, unaufh├Ârlich und es w├╝rde niemals enden. Er verspeiste seine Beute nicht mehr, er trank sie aus. Was machte das f├╝r einen Unterschied?

H├Ątte es f├╝r ihn einen Unterschied gemacht, ob er Arch damals im Keller voller geiler, woll├╝stiger Gier fressen oder trinken sah?

Es h├Ątte nicht den geringsten Unterschied gemacht.

Als Archibald fast ertrunken war und Damir M├Ąusehirn ihn zur├╝ck ins Leben holen konnte, hatte Brandur ihm Ansgars Boten ausgeh├Ąndigt. Nein, Fressen oder Trinken war kein Unterschied bei Arch. Er verleibte sich die Person lediglich in fl├╝ssiger Form ein, aber der Akt, die Handlung, die Gier ÔÇô das alles blieb gleich.

Das war die eine Seite von Archibald. Die andere kannten nur sehr wenige. Er konnte liebevoll, besorgt und feinf├╝hlig sein, aber meist tarnte er diese Emotionen hinter b├Âsartigem Gefrotzele oder stichelnden Beleidigungen. Die Bestie hatte verdient, dass man ihr den Kopf abschlug, aber jener Archibald der einfach nur eine verlorene Seele war, hatte Rettung verdient. Rigmor ÔÇô Archibalds Mutter h├Ątte den Tod verdient, w├Ąre sie nicht schon l├Ąngst durch die Hand ihres eigenen Sohnes gefallen. Sie war das wahre Monstrum hinter all dem Grauen. Sie hatte die Bestie erschaffen. Sie brachte ein unschuldiges Baby auf die Welt und verdrehte es zu einer abnormen Kreatur. Einer Bestie die N├Ąhe f├╝r Schw├Ąche hielt, aber sich nach nichts sehnlicher sehnte als nach dieser Schw├Ąche.

Aber die Bestie sprach nicht. Die Bestie fasste so gut wie nie in Worte, was sie sich wirklich w├╝nschte. Nein sie frass es in sich hinein. Mit jedem Opfer, mit jedem Bissen stahl sie sich etwas N├Ąhe die sie sonst niemals h├Ątte erhalten k├Ânnen.

Nur war dem nicht wirklich so, sie bildete es sich lediglich in ihrem Wahn ein. Sie sah nicht, dass sie N├Ąhe angeboten bekam, Zuneigung ja sogar Liebe. All das sah sie nicht, verstand sie nicht, konnte sie nicht begreifen da ihr Verstand derma├čen deformiert war. N├Ąhe bedeutete die Z├Ąhne einsetzen und Herunterschlingen von Fleisch. Warmen Fleisch, einer warmen, inneren Umarmung gleich. F├╝r jede andere N├Ąhe war die Bestie blind.

Jesper w├╝nschte sich, dass die Bestie nur ein einziges Mal sehen konnte, was er ihr angeboten hatte. Vielleicht h├Ątte schon eine einzige sehende Minute ausgereicht um Archibald zu kurieren, um ihm aufzuzeigen wie falsch seine Wahl des Vampirismus war.

Und nun war er wieder unterwegs, mit unbekanntem Ziel und undeutbarer Aufgabe.

Jesper f├╝rchtete sich, er hatte Angst um Brandur, Linhard und deren Familie, er hatte Angst um Dave und den Stab. Und er hatte auch Angst um sich. Die Zeit war gekommen, das alles zu beenden. Er hatte viel zu lange gewartet. Er wollte das die Bestie fiel, aber er wollte nicht das Archibald starb. So blieb nur eine M├Âglichkeit, sie mussten ihm eine Falle stellen und ihn f├╝r den Rest seines Lebens einsperren. Eigentlich geh├Ârte er seit seiner ersten Erbeutung in die Hochsicherheitsabteilung eines Sanatoriums. Sicher verwahrt an einem Ort, wo er niemandem schaden konnte, wo ihm aber auch nicht mehr als n├Âtig geschadet wurde. Arch hatte sich sein Schicksal nicht ausgesucht, seine Mutter hatte es ihm aufgezwungen.

Die Schonfrist f├╝r Archibald war vorbei, beschloss Jesper.

Er wollte Brandur und Linhard um diesen einen Gefallen bitten. Er wollte mit ihnen gemeinsam die Bestie aus dem Weg schaffen, aber so, dass Archibald ├╝berleben w├╝rde. Die Zukunft von Archibald sah Jesper in einer gesicherten Einrichtung, wo man sich gut um ihn k├╝mmerte und wo er ihn besuchen konnte. Er wusste, dass Arch ihn daf├╝r hassen w├╝rde. Aber Jesper wusste ebenso, dass er sich selbst wesentlich mehr hassen w├╝rde, sollte er jetzt keinen Schlussstrich unter dieses Grauen ziehen. Er hatte lange genug zugeschaut und auf eigener Faust versucht, Archibald zu retten. Er hatte versagt. Diesmal w├╝rde er nicht versagen, diesmal w├╝rde er es schaffen. F├╝r die Hohenfeldes, f├╝r den Stab, f├╝r sich, f├╝r alle anderen Unschuldigen da drau├čen und letztendlich sogar f├╝r Archibald.

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Patrice Vertcuis
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Re: Magische Mobilmachung

#8

Beitrag von Patrice Vertcuis » Fr 10. Aug 2018, 16:28

Der St├Ąhlerne Lotus

Patrice Vertcuis
Patrice de Vertcuis hatte eine Weile mit seinem Coutilier verhandeln m├╝ssen, bis dieser ihm die Gelegenheit einr├Ąumte, beim Duc vorzusprechen. W├Ąhrend der Dienstzeit verbot es sich von selbst und f├╝r die einzige Stunde Freizeit am Tag musste man schon arges Gl├╝ck haben, um genau dann ohne Wartezeit vorgelassen zu werden. Patrice hatte ihn mit Engelszungen bezirzen m├╝ssen, denn Boldisz├ár nahm die Aufgabe seiner Einheit sehr Ernst und sah keinen Grund, warum einer seiner Gardisten beim Duc pers├Ânlich aufkreuzen sollte, ohne vorgeladen worden zu sein. Nun war es geschafft. Boldisz├ár hatte sich schlussendlich dazu ├╝berreden lassen, dass Patrice zu Beginn seiner freien Stunde aufbrechen durfte und er es ihm nachsehen w├╝rde, falls er zu sp├Ąt zur├╝ck zur Einheit kehrte. Nach dem anstrengenden Arbeitstag erfrischte Patrice sich, kleidete sich um und eilte zum Thronsaal, wo er klopfte und dann wartete.

Hofmarschall
Adrien Meunier ├Âffnete den Thronsaal und musterte Patrice. Er nickte knapp. ┬╗Womit kann ich Euch behilflich sein? Wen darf ich ank├╝ndigen?┬ź, fragte der feiste Mann freundlich. W├Ąhrend Patrice ein Hauch von H├Ąhnchenduft umwehte.

Patrice Vertcuis
Patrice verzog reflexartig das Gesicht und wich mit dem Oberk├Ârper etwas zur├╝ck. ┬╗Patrice Vertcuis, ich erbitte eine Privataudienz mit dem Duc und dem Archi-Duc.┬ź

Hofmarschall
Der Hofmarschall nickte freundlich und verschwand wieder im Thronsaal. Einen Augenblick sp├Ąter kehrte er zur├╝ck. ┬╗Seine Majest├Ąt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne hei├čt Euch zu einer Privataudienz willkommen. Bitte tretet ein┬ź, sagte der Hofmarschall und verlie├č den Thronsaal. Ihm folgten die Wachen, so dass Patrice allein in den fast leeren Saal schritt. Anwesend waren nur noch der Duc und sein Sohn Dreux. Beide musterten ihn wohlwollend, auch wenn Dreux etwas verwirrt und neugierig zugleich schaute.

Patrice Vertcuis
Patrice kam n├Ąher. Dabei legte er die ihm eigene, etwas ungelenk und weibisch wirkende Gangart an den Tag. Von allen Leibgardisten war er der am wenigsten beeindruckende und darum, wie er ├╝berhaupt an den Posten gekommen war, rankten sich einige geh├Ąssige Ger├╝chte. ┬╗Majest├Ąt, Hoheit┬ź, gr├╝├čte er und kniete vor den beiden Thronen nieder. ┬╗Ich dachte, es ist vielleicht an der Zeit, mich Eurem Sohn vorzustellen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien neigte den Kopf leicht wohlwollend, als Zeichen dass er sich ├╝ber den Besuch von Patrice freute. ┬╗Erhebt Euch Patrice Vertcuis. F├╝rwahr eine ausgezeichnete Idee. Stellt Euch unserem Sohn selbst vor, mit der Euch ├╝bertragenen und obliegenden Aufgabe. Und vergesst nicht auf Euren Sonderstatus hinzuweisen, wir geben jene Aufkl├Ąrung gerne in Eure Hand. Ebenso wie unseren Schutz. Dreux dies ist Euer Gespr├Ąch┬ź, sagte Maximilien freundlich.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux neigte ebenso gr├╝├čend wie wohlwollend das Haupt und musterte Patrice mit offenkundigem Interesse. Immerhin hatte der Gardist nicht umsonst um eine Privataudienz gebeten. ┬╗Nun da wie unser werter Vater sagt, dies ein Gespr├Ąch zwischen Euch und unserer Person wird, tretet n├Ąher. Wor├╝ber m├Âchtet Ihr mit uns sprechen und was m├Âchtet Ihr uns offenbaren?┬ź, fragte Dreux neugierig.

Patrice Vertcuis
┬╗Sehr gern, Majest├Ąt und Hoheit also, ├Ąh...┬ź, begann Patrice. Er ├╝berlegte einen Moment, wie er anfangen sollte, tippte sich mit dem Zeigefinger gegen die Lippen und zog dann im Angesicht der Herrschaften sein Oberteil aus. Darunter trug er jedoch weitere Kleidung, ein lang├Ąrmliges Oberteil und dar├╝ber einen wei├čen Wappenrock mit einem stilisierten silbernen Lotus. Wappen waren eigentlich dem Adel vorbehalten und gem├Ą├č seines Namens war Patrice ganz und gar nicht adlig. ┬╗Ihr wisst sicher davon, wie die abtr├╝nnigen Agenten der Autarkie zu Fall gebracht wurden. Durch die Himmelsaugen, aber sie hatten Unterst├╝tzung. In den Reihen der Agenten hatte es einen Spitzel gegeben - meinen Onkel. Dank seiner Hilfe kam der geplante Putsch rechtzeitig ans Licht, so dass die Himmelsaugen handeln konnten. Die Agenten fielen bis zum letzten Mann und auch mein Onkel starb. Ich bin hier, um in seinen Fu├čstapfen zu wandeln. Auch ich bin nur dem Schein nach ein gew├Âhnlicher Leibgardist. Tats├Ąchlich ist Patrice Vertcuis gar nicht mein wahrer Name, sondern eine falsche Identit├Ąt┬ź, erkl├Ąrte er stolz.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux h├Ârte aufmerksam zu. ┬╗Was oder besser gefragt welchen Orden oder welche Zusammenkunft symbolisiert Euer Wappen? Ja der Fall der Agenten der Autarkie ist uns bekannt. Jedem Mitglied der Krone ist dieser sch├Ąndliche Verrat bekannt und die Rolle die die Himmelsaugen dabei gespielt haben. Von der Rolle eines Spitzels ist meiner Person nichts bekannt, aber w├Ąre dem so, dann h├Ątte Euer Onkel seinen Beruf falsch ausge├╝bt und w├Ąre vermutlich auch von anderen enttarnt worden. Aber bitte fahrt fort, wir m├Âchten alles h├Âren was Ihr uns zu sagen habt... Patrice┬ź, sagte Dreux in Ermangelung dessen, da Patrice keinen weiteren Namen genannt hatte. Aber eines nach dem anderen, dachte Dreux. Ihn freute es, einen der vielen t├╝chtigen M├Ąnner kennenzulernen, die tagt├Ąglich im Hintergrund ungesehen, m├╝hevoll arbeiteten, damit sie in Sicherheit leben und ruhen konnten. Das einer von ihnen einmal aus dem Schatten trat und sich vorstellte, gefiel dem jungen Archi-Duc.

Patrice Vertcuis
┬╗Ich habe eine Besonderheit, im Volksmund nennt man Leute wie mich ÔÇ║StumpfeÔÇ╣. Ich bin vollst├Ąndig magieresistent. Das hier ist das Wappen vom Orden des St├Ąhlernen Lotus. Lotus darum, da jede Magie von uns abperlt. Kein Geistmagier kann uns orten oder auslesen, kein Vampir uns zu einem seiner Brut machen und nach dem Tode kann kein Nekromant uns beschw├Âren. Wir sind jene, die ├╝ber die W├Ąchter wachen. Der Preis daf├╝r ist, dass auch kein Heilmagier uns helfen kann. Wir kommen dort zum Einsatz, wo die Macht der Magie ausgehebelt werden soll. Der ganze Palast kann von den Himmelsaugen mental kontrolliert werden, sie kennen jeden Gedanken und wissen, wo sich wer aufh├Ąlt - aber sie wissen nicht, was in meinem Kopf vorgeht oder wo ich bin. So kann ich mich meiner Aufgabe unbemerkt im Kreise der Leibgardisten widmen. Es darf nie wieder geschehen, dass eine einzelne Einheit so viel unkontrollierte Macht besitzt, damit die Geschichte sich nicht wiederholt. Insbesondere, weil auch Nachfahren der Agenten in der Leibgarde ihren Dienst verrichten.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux lie├č sich das Geh├Ârte langsam durch den Kopf gehen. Der Lotus war wirklich eine weise gew├Ąhltes Zeichen f├╝r diesen Orden. ┬╗Ihr seid der blinde Fleck f├╝r die Himmelsaugen. Ihr seid f├╝r ihre mentale Abtastung unsichtbar. Aber noch wichtiger ist es, dass Ihr gegen magische Angriffe, gleichg├╝ltig wie geartet, absolut immun seid. Nun leider hat dies scheinbar auch zu Folge, dass Ihr auch gegen jede magische Hilfe immun seid. Verratet mir Patrice, wie f├╝hlt es sich an, gegen solche Zugriffe v├Âllig immun zu sein? Unsere Immunit├Ąt wird k├╝nstlich von den Himmelsaugen hergestellt. Sollte ein Geistmagier einen mentalen Angriff auf meine Person aus├╝ben wollen, w├╝rden ihn die Himmelsaugen daran hindern. Ihr ben├Âtigt so eine Hilfe erst gar nicht. Zumal Euch die Himmelsaugen selbst nicht einmal wahrnehmen w├╝rden. Ist das richtig? Ihr lebt quasi so, als g├Ąbe es f├╝r Euch keine Magie, denn in Eurer Welt existiert sie nicht. Sie ist f├╝r Euch bedeutungslos, im Guten wie im Schlechten. Verratet mir, wer alles ein Nachfahre der Agenten ist. Jeden Nachfahren den Ihr kennt┬ź, bat Dreux.

Patrice Vertcuis
Patrice freute sich ├╝ber das Interesse des Archi-Ducs, das ├╝ber reine Organisation hinausging. Er schien regelrecht fasziniert davon zu sein, dass jemand v├Âllig abgeschottet von jeder Magie leben konnte. ┬╗Ihr liegt richtig, die Himmelsaugen bemerken meine Anwesenheit nicht einmal. Der korrekte Terminus f├╝r einen Stumpfen ist ÔÇ║AntimagierÔÇ╣. Mir sfehlt jeder Sinn f├╝r die Wahrnehmung von Magie, w├╝rde ein Geistmagier mich angreifen oder auslesen wollen, w├╝rde ich davon keine Notiz nehmen. Ich lebe zwar in einer Welt ohne Magie, doch ist sie auch f├╝r mich nicht ohne Zauber. All meine Wahrnehmung ist auf die Physis gerichtet, hier lebe ich und nirgends sonst. Es gibt Gelehrte, die davon ausgehen, dass ein Stumpfer keine Seele h├Ątte. Dass unsere Existenz mit dem Tod vollst├Ąndig erlischt, was erkl├Ąren w├╝rde, warum man uns nicht beschw├Âren kann. Vielleicht bin ich wirklich seelenlos. Aber f├╝r mich und meine Familie, wie auch f├╝r meine Ordensgeschwister ist es v├Âllig normal, keine Seele zu haben. Wir genie├čen das eine Leben, das wir haben und setzen all unsere Energie hinein, die bemessene Zeit, die uns bleibt, zu nutzen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte. ┬╗Nun wer sich selbst in Frage stellen kann, der lebt. Ob dieses Leben nun organisch, synthetisch, magisch oder was auch immer ist. Das Ihr keine Seele habt halten wir gelinde gesagt f├╝r Unsinn Patrice. Denn wer behauptet, dass die Seele magischer Natur ist? Demnach h├Ątten nur Magier eine Seele und nicht einmal meine Person h├Ątte eine. Nein nach unserem Erkenntnisstand besteht die Seele nicht aus Magie, sondern aus einer Art Ur-Energie. Und dorthin Patrice kehrt sie auch wieder zur├╝ck. Folglich sind wir alle auf gewisse Art unsterblich, da unsere Energie zum Ursprung zur├╝ckkehren wird. Unser kleines bisschen Seele, autark und dennoch ein Teil vom einem gro├čen Ganzen, so wie wir auch lebten, nicht wahr? Wir sind wir und dennoch ein Teil von wesentlich mehr. Dass Ihr nicht beworen werden k├Ânnt, bedeutet nur eines - auf Eure Energie haben Magier keinen Zugriff. Eure Seele ist sozusagen beschichtet und kann nicht ergriffen werden. Selbst nach dem Tode nicht, denn sie bleibt vermutlich dass, wof├╝r auch der Lotus steht - rein, ohne jede M├Âglichkeit der Manipulation durch Fremde. Wenn etwas derart reines existiert, dass niemand korrumpieren kann, wie k├Ânnte es dann keine Seele haben? Und wenn alles Leben an sich beseelt ist, wie k├Ânntet Ihr keine Seele haben? Man darf hier nicht den Fehler machen Bewusstsein und Beseelt zu verwechseln. Ein Baum hat eine Seele, aber hat er ein Bewusstsein? Das ist der Unterschied, aber jedes Leben tr├Ągt einen g├Âttlichen Funken in sich - die Urenergie. Ohne diese w├Ąre Leben schlichtweg unm├Âglich. Jeder sollte das eine Leben genie├čen, dass ihm gerade zu Teil wird, es ist Hohn an Ainwuar es zu verschwenden und auf das n├Ąchste zu hoffen. Auf bessere Zeiten f├╝r ein Nachleben zu hoffen. Es mag Situationen geben, in denen alles Hoffnungslos erscheint, aber dann bitten wir darum - m├Âge diese Person am Hofe erscheinen. Nichts ist so hoffnungslos wie es im ersten Moment aussieht. Also gew├Âhnt Euch daran Patrice, dass auch Ihr beseelt seid, aber Ihr eben den normalen Kreislauf des Lebens nicht durchbrechen k├Ânnt┬ź, antwortete Dreux.

Patrice Vertcuis
Patrice guckte einen Moment lang verst├Ârt und traute sich nicht zu l├Ącheln, obgleich ihm gefiel, was der Archi-Duc gesagt hatte und in welch sch├Âne Worte er seine Meinung zu h├╝llen vermochte. Aber er kannte diesen zu wenig, um zu wissen, ob ein Schmunzeln auf den scherzhaften letzten Satz von ihm als Anma├čung empfunden wurde. Patrices gr├╝nen Augen mit den langen Wimpern sahen riesig aus, wie er da von unten etwas ├Ąngstlich guckte. ┬╗Habt Ihr noch weitere Fragen?┬ź, erkundigte er sich h├Âflich.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun so einige Patrice, ich m├Âchte gerne alle Kinder der Agenten kennen, die Ihr kennt. Wie ich Euch bat, verratet mir ihre Namen und wer sie jetzt sind. Sie werden weiterhin ein sorgloses Leben f├╝hren, solange sie sich ordentlich verhalten. Nur m├Âchte unsere Person ebenfalls ein Fehlverhalten sofort richtig einsch├Ątzen k├Ânnen. Zudem w├╝sste ich gerne Euren Namen. Nicht Euren vollst├Ąndigen, aber ich w├╝sste gerne Euren wahren Vornamen┬ź, sagte Dreux freundlich.

Patrice Vertcuis
┬╗Oh, ├Ąh, ich bitte um Verzeihung┬ź, stammelte Patrice erschrocken. ┬╗In der Leibgarde dienen zwei S├Âhne. Oder in einem Fall muss man nun von der Vergangenheit sprechen. Man kennt die beiden unter den Namen Bellamy Bourgeois und Boldisz├ár Boucher. Es sind Vollgeschwister, aber sie wissen nichts davon. Sie sind die S├Âhne des Mannes, der meinen Onkel mit sich in den Tod riss, von Berzan Bovier. Ein weiterer mir bekannter Agentennachkomme dient unter den de Chevrettes adoptiert und hei├čt heute Silvano Giovanni de Mancini. Geboren wurde er jedoch als Delacy Desnoyer. Mein wahrer Vorname lautet Pascal. Meine Mutter benannte mich nach ihrem Bruder, meinem toten Onkel - obwohl dies sein Tarnname war.┬ź Nun schmunzelte er doch etwas.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte zur├╝ck. ┬╗Nun Pascale, Danke f├╝r die offenen Worte und die Erl├Ąuterung, wir gehen davon aus, dass es der absoluten Geheimhaltung unterliegt, sonst h├Ąttet Ihr keine Privataudienz erhalten. Tja die Bef├Ąhigung liegt den M├Ąnnern wohl im Blut, aber sie k├Ânnen nichts f├╝r die Fehlentscheidungen ihrer Vorfahren. Wir hoffen sie gehen ihren Lebensweg besser. Denn letztendlich haben die Agenten nicht nur uns und ihr Land verraten, sondern auch ihre Kinder. Sie retteten ihnen zwar das Leben und die Himmelsaugen lie├čen Gnade walten, aber zu welchem Preis? Welches Kind sollte ohne Eltern aufwachsen? Diesen Preis haben die Agenten ihren Kindern aufgeb├╝rdet. Sie selbst sind einfach tot, gelitten haben f├╝r ihre Frevel andere┬ź.

Patrice Vertcuis
Patrice nickte. ┬╗Aber sie sollten trotzdem im Auge behalten werden, denn nicht nur ihre Bef├Ąhigung k├Ânnte ihnen im Blut liegen, sondern auch das Dunkel, was in ihren V├Ątern schlummerte und sie schlie├člich zerst├Ârte, zusammen mit hunderten unschuldigen Himmelsaugen und Gardisten. Ja, alle Informationen unterliegen der Geheimhaltung, nur der Duc und sein Nachfolger d├╝rfen davon erfahren. Und f├╝r den gr├Â├čten Notfall gibt es noch einen Geheimniswahrer, der in schriftlicher Form dieses Wissen in einer abgeschlossenen Kiste verwahrt.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun manches ist nicht nur reine Willensentscheidung dass stimmt. Das haben wir bei unserem neuen Familienzweig gesehen. Unser Schwager bem├╝ht sich wirklich die dunklen Pfade zu verlassen, aber ein manches mal ist es schwieriger als er es sich w├╝nscht. Obwohl er eine gute Person ist, er versucht es aufrichtig - verf├Ąllt er doch ab und an in alte Muster. Aber will man es ihm verdenken, wenn er sein Leben lang nichts anderes kannte? Er ist auf einem guten Weg. Vielleicht ist es f├╝r die Kinder der Agenten ganz gut, dass sie nicht wissen, von wem sie abstammen. Dies kann auch eine B├╝rde sein, an der ein Geist zerbricht, oder bewusst die falsche Entscheidung trifft um sich selbst seine Unzul├Ąnglichkeiten zu erkl├Ąren┬ź, sagte Dreux.

Patrice Vertcuis
┬╗Ihr k├Ânntet ihm auch einen St├Ąhlernen Lotus an die Seite stellen┬ź, schlug Patrice vor. ┬╗Wir beherrschen es, vielerlei Rollen zu spielen und wir haben f├╝r jeden Berufszweig und jeden Stand Spezialisten, vom Bauern bis zum Hochadligen. Die Kinder der Agenten wurden mit einem gel├Âschten Ged├Ąchtnis auf die Waisenh├Ąuser und Kinderheime verteilt. Ich denke, es ist besser, wenn sie auf ewig in Unwissen belassen werden, damit keine Gedanken an Rache ihre Herzen vergiften.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Absolut richtig, dass sehen wir auch so. Es mag einige geben, die es besser machen wollen w├╝rden. Die eine alte Schuld s├╝hnen wollen w├╝rden. Aber es gibt auch sicher genug, die ihre verr├Ąterischen Verwandten r├Ąchen wollten. Nun dass w├Ąre eine sehr gute Idee. Er baut sich gerade einen eigenen Stab aus f├Ąhigen Leuten auf. Ein Lotus k├Ânnte diesen Stab bereichern┬ź, schlug Dreux gut gelaunt vor.

Patrice Vertcuis
┬╗Wenn Ihr das w├╝nscht, wird es geschehen┬ź, sprach Patrice. ┬╗Habt Ihr einen, ├Ąh, bestimmten Typus Mensch im Auge?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux dachte gut ├╝ber die Frage nach, denn nicht ihm, sondern Linhard musste der Mann zusagen. ┬╗Er m├╝sste ungef├Ąhr in Linhards Alter sein. Er ist 18 Jahre alt, so dass er ihn nicht nur als Stabler, sondern auch als Freund akzeptiert. Und er sollte gut mit Stichwaffen umgehen k├Ânnen, denn darauf legt unser Schwager Wert und auf Reitf├Ąhigkeit. Er hat Spa├č daran mit Pferden und Drachenh├╝hnern umzugehen. Eine Gemeinsamkeit kann nicht schaden. Ansonsten ist er ein offener Typ, was die normale Kommunikation angeht. Was den Kampf angeht, bevorzugt er zwar den offenen Kampf, wei├č aber sehr genau wie er hinterr├╝cks agieren kann. Allerdings darf ihm nichts geschehen, er ist der Ehemann meines Bruders. Was wisst Ihr ├╝ber meinen Bruder?┬ź, fragte Dreux.

Patrice Vertcuis
Patrice neigte ergeben das Haupt. Eine Haarestr├Ąhne fiel ihm unvorteilhaft ins Gesicht. ┬╗Was den Lotus f├╝r Prince Linhard anbelangt, werde ich mit meinem Ordensoberhaupt sprechen. Sehr bald schon wird sich ein geeigneter Kandidat bei dem Prince f├╝r den Stab bewerben und sollte er diesen ablehnen, wird seine Majest├Ąt ihm einen anderen zuweisen, den er, gebunden an die Gesetze der H├Âflichkeit, nicht ablehnen kann. Was Euren Bruder anbelangt, wei├č ich alles, was ich wissen muss, um ihn und das ungeborene Kind sch├╝tzen zu k├Ânnen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte erleichtert. ┬╗Aus diesem Grund m├╝sst Ihr auch Linhard besch├╝tzen, notfalls sogar vor sich selbst. Er soll niemandem schaden, au├čer unseren Feinden. Aber er soll sich selbst nicht schaden. Er geh├Ârt zu unserer Familie, Gregoire liebt ihn sehr, auch wenn er im Moment ein klein wenig unleidlich ist durch die Schwangerschaft. Aber ich wei├č was ihm Linhard bedeutet und wie sehr er ihn liebt. Aus diesem Grunde wurde er schon oft unleidlich genug, aber beide bem├╝hen sich und Gregoire hat mit seiner Natur ein besonders Schicksal zu tragen. Und sind wir ehrlich, Linhard hat es sehr liebevoll und positiv angenommen. H├Ątte dies jeder? Das verm├Âgen wir nicht zu sagen, aber er tat es und er macht unsere Verrill gl├╝cklich, also soll ihm kein Leid geschehen, schon gar nicht aus eigener Dummheit heraus. Lasst Euren Lotus unserem Schwager ausrichten, dass wir uns umgeh├Ârt h├Ątten. Dann wird er ihn nicht abweisen, sondern dies als Freundlichkeit werten┬ź, schlug Dreux vor.

Patrice Vertcuis
Patrice nickte. ┬╗Das werde ich. Er wird sich ├╝ber die Geste freuen, denn der Lotus wird seine Rolle so spielen, dass Prince Linhard sich mit ihm an seiner Seite rundum wohl und sicher f├╝hlt. Er wird auf sich anbahnendes Dunkel achten, denn daf├╝r sind wir da und Euren Vater und Euch stets informieren. Ihr k├Ânnt mich auch jederzeit zu Euch beordern, nur wenn ich zu oft hier aufschlage, wird man sich in der Leibgarde und anderswo wundern und das erschwert meine Tarnung. Kann ich Euch sonst noch behilflich sein oder habt Ihr weitere Fragen?┬ź Patrice guckte aufmerksam.

Fabien Lacomb
Fabien Lacomb klopfte und betrat den Thronsaal. Er schloss sorgf├Ąltig hinter sich die T├╝r und schritt kurz bis vor den Duc, ehe er niederkniete. ┬╗Eure Majest├Ąt ich wei├č, dass Ihr gerade eine Privataudienz abhaltet, aber ich habe folgende wichtige Kunde f├╝r Euch, sie stammt von den Himmelsaugen. Die Anwesenheit des Gardisten st├Ârt die Botschaft nicht. Herr Euer Sohn Ciel und Euer Schwiegersohn Linhard sind gemeinsam aufgebrochen, da von Prince Linhard der Bruder entf├╝hrt worden ist. Ferner scheint er besessen zu sein, ein Geist oder dergleichen hat sich seiner bem├Ąchtigt. Genaueres steht in der Nachricht, die Parcival Euch zukommen lie├č. Er erbittet weitere Instruktionen und Anweisungen. Prince Linhard m├Âchte nicht, dass sein Bruder get├Âtet wird, aber das Oberhaupt der Himmelsaugen wei├č nicht, ob der junge Anwolf von Hohenfelde ohne weiters zu retten ist. Herr bei diesem Geist handelt es sich wohl um das ├ťbel, dass sich in dem Herrenhaus der Hohenfelde eingenistet hatte. Hier bitte der Bericht, ich entschuldige mich f├╝r die Unterbrechung, aber dies war von ├Ąu├čerster Dringlichkeit. Parcival bittet Euch, sobald Ihr Zeit findet Kontakt aufzunehmen┬ź, erstattete Fabien Bericht. Er h├Ąndigte dem Duc den Bericht aus, verbeugte sich tief und verlie├č r├╝ckw├Ąrts den Thronsaal den er sofort wieder verschloss.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien las sich den Bericht durch und wandte sich an Patrice. ┬╗Ihr habt geh├Ârt was mein Leibdiener sagte. Habt Ihr einen L├Âsungsvorschlag um dieser magischen Bedrohung Herr zu werden? Bei dem Geist handelt es sich wohl nicht tats├Ąchlich um einen Geist, sondern um einen Lich. Einem uralten Nekromanten wie in Erfahrung gebracht werden konnte. Laut Bericht reisen unsere Verwandten einer Gruppe nach, die den jungen Anwolf von Hohenfelde entf├╝hrt haben. Wir k├Ânnen eine Einheit Gardisten hinterher schicken, aber das w├╝rde den Lich warnen. Wir sollten solch eine Kreatur nicht vorwarnen. K├Ânnt Ihr der Bedrohung die Stirn bieten?┬ź, fragte Maximilien.

Patrice Vertcuis
┬╗Daf├╝r bin ich da┬ź, antwortete Patrice. ┬╗Mir kann kein Lich etwas anhaben oder mich auch nur bemerken, wenn er sich nur auf seinen magischen Sinn verl├Ąsst. Ich kann mir die Situation vor Ort anschauen und dann einsch├Ątzen, ob ich allein an ihn herankomme oder ob ich Hilfe ben├Âtige. Das w├╝rde ich Euch dann schnellstm├Âglich mitteilen. Soll ich die Prinzen offen begleiten, also als Leibgardist auftreten oder mich unter die Bev├Âlkerung mischen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Begleitet sie als Leibgardist um so nah wie m├Âglich bei ihnen zu sein, sollte es zu einer Gefahrensituation kommen. Und habt Ihr die M├Âglichkeit, dann befreit den jungen Mann von dieser Kreatur. Er wurde nicht nur entf├╝hrt, er wurde von diesem Lich missbraucht. Solltet Ihr ihn aus dem K├Ârper von Anwolf bekommen, t├Âtet diese Kreatur ohne zu z├Âgern. Ihr habt vollumf├Ąngliche Vollstreckungsgewalt. Urteilt und richtet ihn hin┬ź, befahl der Duc.

Patrice Vertcuis
┬╗Ich wei├č Euer Vertrauen zu sch├Ątzen und bedanke mich daf├╝r, aber ich vermag leider keine nicht-physischen Wesen zu t├Âten┬ź, sprach Patrice. ┬╗Ich k├Ânnte dies nur samt den Wirt, der ja aber gerettet werden soll. Werden die Princen begleitet oder sind sie tats├Ąchlich nur zu zweit abgereist? Es br├Ąuchte einen guten Grund, warum ausgerechnet ich ihnen hinterhergeschickt werde und nicht, ├Ąh, jemand F├Ąhigeres.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Sie werden begleitet von Parcival begleitet. Und Ihr werdet den beiden nicht allein folgen, sondern nehmt einige f├Ąhige M├Ąnner mit. Laut dem uns vorliegenden Bericht, war einer der Entf├╝hrer Linhard ehemaliger Schwertmeister... und um die Sache zu verkomplizieren befindet sich Robere - ebenfalls ein Gardist - unter den Entf├╝hrern. Inwieweit er ├╝berhaupt mit der Gruppe zusammenh├Ąngt m├╝sst Ihr herausfinden. Aber scheinbar geh├Ârt er nicht ganz der Gruppe an, wie nach einem Verh├Âr eines der Beteiligten herausgefunden werden konnte. Die Gruppe der Entf├╝hrer ist also bereits unterwandert durch ein wankelm├╝tiges Mitgleid. Was uns zum Vorteil gereicht┬ź, sagte Maximilien.

Patrice Vertcuis
┬╗Robere?┬ź Patrice rieb sich das Kinn und in seinem Hirn ratterten alle R├Ądchen. ┬╗Er ist mein Ausbilder und wir kommen gut miteinander aus. Das w├╝rde einen guten Vorwand geben - wenn Ihr dies w├╝nscht - warum ich mich zu der Gruppe geselle, in der sich der Lich befindet. So k├Ânnte ich nah genug an den Lich herankommen. ├ťber meine Einheit habe ich keine Befehlsgewalt, dies m├╝sste ├╝ber Boldisz├ár, den Palaisin oder eben Euch laufen. Was hat Priorit├Ąt - die Vernichtung des Lichs oder die Rettung von Anwolf?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Vorerst beides, wir haben nicht vor, einen so jungen Mann den Tod zu ├╝berlassen. Ferner geh├Ârt dieser unserer Familie an. Es ist jede M├Âglichkeit in Betracht zu ziehen um ihn zu retten. Sollte aber keine Rettung m├Âglich sein, muss er mit dem Lich sterben. Eine derartige Gefahr k├Ânnen wir nicht in unserem Land dulden. Die Kreatur muss aufgehalten werden, wir w├╝nschen dass Anwolf ├╝berlebt. Aber sollte es keine andere M├Âglichkeit geben, schenkt ihm einen schnellen Tod┬ź, befahl der Duc.

Patrice Vertcuis
┬╗Ja┬ź, best├Ątigte Patrice knapp. ┬╗Er wird nicht leiden. Also w├╝nscht Ihr, dass ich mich in die Gruppe des Lichs einbringe, w├Ąhrend andere an der Seite von Prince Linhard wachen? Wer soll die zus├Ątzlichen Gardisten ausw├Ąhlen und ihm nachschicken?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir w├Ąhlen die Gardisten aus und schicken sie unseren S├Âhnen zur Verst├Ąrkung nach, w├Ąhrend Ihr Euch bei Robere einklinkt. Lotet die Schwachstellen des Lichs aus, horcht Euch um, achtet auf jedes Wort, achtet auf die Worte die nicht gesprochen werden - diese sind oft noch wichtiger. Habt Ihr die M├Âglichkeit zuzuschlagen, oder verl├Ąsst diese Kreatur vielleicht sogar einmal den K├Ârper des Jungen, handelt. Flieht mit ihm. Findet heraus wie man diese Kreatur herauslocken kann, f├╝r was sie sich h├Ąlt, was sie tats├Ąchlich ist - nur ein Lich? Oder weshalb sie ├╝berhaupt den Jungen entf├╝hrte. Wir vermuten, dass sie genau das vorhat, was sie einst tat, sich einen Haus auszusuchen indem sie ihre unwissenden Opfer melkt und das Leben aussaugt┬ź.

Patrice Vertcuis
┬╗Also soll ich sofort handeln bis zur letzten Konsequenz, wenn sich die M├Âglichkeit bietet? Gegebenenfalls auch ohne einen Versuch zur Rettung unternommen zu haben?┬ź, r├╝ckversicherte Patrice sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nein, denn solange diese Kreatur noch auf Wanderschaft ist, haben wir immer noch die Chance den jungen Mann zu retten. Geht sie aber zur Sesshaftigkeit ├╝ber, ist die Zeit der Rettungsversuche vorbei. Sie darf sich nicht erneut irgendwo einnisten. Und eines vorneweg, diese Kreatur darf unter keinen Umst├Ąnden aus den Augen verloren werden! Wir verlagen, dass zu jeder Stunde, sogar zu jeder Minuten genau gewusst wird, wo sich diese Kreatur befindet. Gleicher Befehl geht unverz├╝glich an die Himmelsaugen heraus. Diese Kreatur wird bereits durch einen Mitstreiter ├╝berwacht und durch Himmelsaugen ├╝berwacht, dennoch darf sie nicht verloren gehen. Ob wir sie sonst wiederfinden ist ungewiss. Bedenkt diese Kreatur hat ├╝ber zwei Jahrhunderte im Verborgenen agiert ohne dass man sie entdeckte oder ihrer habhaft wurde. Was w├╝rde geschehen, w├╝rden wir sie verlieren? K├Ânnt Ihr Euch das Ausma├č des Schreckens f├╝r die Opfer vorstellen? Nein, wir d├╝rfen sie auf keinen Fall verlieren. Solange sie in Anwolf von Hohenfelde verweilt ist sie noch zu finden. Verl├Ąsst sie ihn, ist sofort zu handeln. Wir wissen nicht, ob sie von anderen Personen problemlos Besitz ergreifen kann. Diese Person muss gebannt werden. Aber dar├╝ber wird unser Sohn Ciel vor Ort gemeinsam mit den Himmelsaugen entscheiden. Eure Aufgabe ist klar, besteht Rettungsm├Âglichkeit - rettet Ihr Anwolf. Besteht keine Rettungsm├Âglichkeit und geht diese Kreatur zum ernten ├╝ber, t├Âtet sie┬ź.

Patrice Vertcuis
┬╗Ich habe verstanden. Ich habe noch eine Frage. Sollte Robere die Seiten gewechselt haben, soll ich dies ebenfalls tun?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr werdet dies vorgeben und Ihr werdet schauen, ob und inwieweit er beeinflusst wurde. Sollte er zu dieser Bande geh├Âren, wisst Ihr was zu tun ist. Er hat Verrat begangen und muss ebenfalls hingerichtet werden. Wir k├Ânnen kein Sicherheitsrisiko in der Garde dulden. Zumal er einmal geschenkt bekam, er sollte den Bogen nicht ├╝berspannen, auch unsere Geduld kennt Grenzen. Und dies ist kein Geduldsspiel mehr, sondern ein Fall f├╝r die Nationale Sicherheit, wenn sich einer der Gardisten einem geisteskranken Magier anschlie├čt und beschlie├čt Souvagner auf den Speisezettel zu setzen┬ź.

Patrice Vertcuis
Das war eine andere Nummer, seinen Kameraden und Ausbilder zu t├Âten, mit dem er zusammen in einem Quartier lebte, trainierte und scherzte, als einen Adligen, den er nur vom Sehen her kannte. Er machte sich bewusst, dass Robere in Wahrheit nie sein Kamerad gewesen war. Im Notfall w├╝rde Patrice das selbe tun wie sein Onkel und alles und jeden Verraten, um den Duc zu sch├╝tzen. ┬╗Ja┬ź, best├Ątigte Patrice.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr wie wir - wir tun dies f├╝r ein h├Âheres Wohl Patrice, wir verlassen uns auf Euch. Gebt auf unsere S├Âhne acht, und ebenso auf Euch, wenn Ihr in Euch in die F├Ąnge dieser Leute begebt┬ź, sagte der Duc ernst.

Patrice Vertcuis
┬╗Ich werde ein Auge auf Eure S├Âhne haben und sie mit meinem Leben verteidigen. Ich hoffe, wir werden es schaffen, Anwolf zu befreien, den Lich in den Abgrund zu schicken und Robere die Flausen auszutreiben, sollten sich dort welche festgesetzt haben. Und wenn alles gut kommt, kehre auch ich lebend zur├╝ck.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr vor dem Lich und Robere Patrice, merkt Euch das gut┬ź, befahl der Duc freundlich.

Patrice Vertcuis
Patrice verneigte sich dankbar. Die psychische Belastung w├╝rde enorm werden, sollte es hart auf hart kommen. Aber genau das war, wof├╝r er ausgebildet worden war - ein Spitzel zu sein und niemandem wirklich nahe zu stehen, da niemand sein wahres Selbst kannte, den Pascal hinter dem Patrice. Den kannte nur die Familie, zu der er f├╝r die Zeit seines Dienstes f├╝r den St├Ąhlernen Lotus keinen Kontakt haben durfte, die Krone und die Geschwister des Ordens, die sich jedoch privat voneinander fern hielten, um sich voll auf ihre Rolle konzentrieren zu k├Ânnen.
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