Umzug nach Souvagne

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.

Gro├čherzogtum Souvagnen
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ansgar von Hohenfelde
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Umzug nach Souvagne

#1

Beitragvon Ansgar von Hohenfelde » So 31. Dez 2017, 00:41

Ansgar hatte ebenso die Aush├Ąnge in Shohiro studiert. Er hatte die Stadt nicht oft besucht, aber die seltenen Besuche hatten ausgereicht, um ihn auf den neusten Stand der Dinge zu bringen. Nun war es amtlich, Freiherr Brandur von Hohenfelde war Familienoberhaupt der von Hohenfelde und vermutlich damit der gesamten Sippe, denn weder Veyd von Eibenberg von Wolfgang von Wigberg w├╝rden sich dem in den Weg stellen. Beide Familien hatten stets eine schlagkr├Ąftige F├╝hrung zu sch├Ątzen gewusst und dass Brandur wusste was er tat, stand au├čer Zweifel.

Ansgar hatte sich in der Magie verborgen gehalten. Er hatte sie nicht f├╝r das kleinste bisschen Zauberei genutzt. Er verhielt sich mittlerweile so, als w├Ąre er ein Purie. Vermutlich w├╝rde er so den Rest seines Lebens leben. Seine Verwandten spukten vermutlich auf ihn, allen voran Dave, dem er seinen Sohn durch seine Flucht aufs Auge gedr├╝ckt hatte. Dabei ging es seinem Bruder sicher nicht darum, Anwolf versorgen zu m├╝ssen. Das ganz gewiss nicht, aber Dave hasste Verantwortung. Er spielte lieber die zweite Geige und setzte Befehle vom Obersten um, anstatt sich selbst Gedanken machen zu m├╝ssen. Oder besser gesagt, er dachte lieber anderer Leute Gedanken zuende. Weder Herr noch Gescher, sondern erster oder zweiter Mann. Bei der Bezeichnung kamen unliebsame Kindheitserinnerungen bei Ansgar auf, die er doch lieber dort lie├č, wo sie hingeh├Ârten - weggesperrt im Dunklen.

Dave wie auch Fingard hatte er seit seiner Flucht nicht mehr gesehen, im Moment legte er auch keinen Wert darauf, denn er war auf beide noch gewaltig w├╝tend. Wobei er eigentlich Dave nur ├╝bel nahm, dass er sich hatte breitschlagen lassen. Irgendwie vermisste er schon seinen kleinen Bruder. In seiner Kindheit war Dave alles was er gehabt hatte. Damals nach dem Reitunfall hatte er ihm sogar das Leben gerettet. Nun nicht ganz uneigenn├╝tzig. Sicher Ansgar hatte nicht gewollt, dass Dave starb. Im Gegenteil er hatte ihn stets besch├╝tzt, wenn ihm dies m├Âglich war.

Aber Ansgar hatte ihn auch gerettet um den Abgrund den sie Zuhause schimpften, nicht allein ertragen zu m├╝ssen. Vielleicht war dies egoistisch, aber Ansgar hatte gewusst, sollte Dave sterben, dann w├╝rde er ihm folgen. Allein h├Ątte er dort nicht zur├╝ckbleiben wollen, aber letztendlich war er es irgendwie doch.

Auch diese Erinnerungen schob er zur Seite.

Ganz ohne Hintergedanken, Gram, Wut oder Entt├Ąuschung dachte er nur an eine einzige Person - Anwolf.
Er vermisste sein K├╝ken schmerzlich und es zerriss ihm das Herz, nicht mit Wolfi Kontakt aufnehmen zu k├Ânnen. Was die anderen dachten war klar, sie hielten ihn f├╝r einen Feigling. Aber dem war nicht so, er wusste dass Brandur in t├Âten wollte und w├╝rde, sollte er die Gelegenheit dazu bekommen. W├Ąre Wolfi dann in seiner N├Ąhe, dann w├╝rde er ihn mit in den Tod rei├čen. Schlichtweg, da Wolfi sich ihm gegen├╝ber loyal verhalten w├╝rde. Er w├╝rde seinen Vater nicht kampflos sterben lassen und genau dieser Umstand w├Ąre sein Todesurteil.

So musste sich Ansgar von seinem K├╝ken fernhalten. Er wusste dass sich Anwolf an Dave klemmen w├╝rde. Beide verstanden sich gut, beide waren ein eingespieltes Team von Sch├╝ler und Meister. Zudem waren sie befreundet. Und sollte Brandur bei Dave aufschlagen, bestand immerhin die M├Âglichkeit, dass sie miteinander verhandelten. Brandur hatte schlie├člich Anwolf auch schriftlich aufgefordert sein Verm├Âgen herauszugeben, anstatt ihn daf├╝r anzugreifen. W├╝rde Dave einlenken, dann w├╝rde er sein Leben, seinen Titel und sein Geld behalten. Das hoffte jedenfalls Ansgar und er hoffte, dass dies ebenfalls f├╝r Anwolf gelten w├╝rde. Wolfi w├╝rde sich nach Dave richten und dieser war wesentlich friedfertiger gestrickt als er selbst.

Er selbst musste nur an Brandur denken um binnen Sekunden einen Blutdruck von 180 zu haben. Irgendwann w├╝rde sich die M├Âglichkeit ergeben sich zu r├Ąchen. Vorerst war nur wichtig, dass Wolfi in Sicherheit war, dass Dave samt seiner Familie ├╝berlebte und dass er Naridien verlie├č. Hier hielt ihn nichts mehr.

Weshalb Brandur ihn tot sehen wollte, verstand Ansgar bis zum heutigen Tag nicht. Das h├Ątte der Mann eher haben k├Ânnen. Eine einzige Bitte an Dunwin oder einer seiner speichelleckenden, monstr├Âsen Lakaien und er w├Ąre Geschichte gewesen, Dave ebenso. Weshalb also jetzt der Aufwand? Wieso hatte er damit gewartet, bis er aus seinem vemeintlichen Tod zur├╝ckgekehrt war?

Nun vielleicht lag genau dort die Antwort. Sein eigener Tod war Brandur Anlass genug, den tats├Ąchlichen Tod seiner Familie zu w├╝nschen. Sie waren Dunwins Kinder, die Kinder jenes Mannes der Brandur scheinbar ermordet hatte. Das genau der gleiche Mann sie ebenfalls Scheibchen f├╝r Scheibchen hatte ermorden lassen, schien Brandur v├Âllig gleichg├╝ltig zu sein.

Hass machte bekanntlich blind. Wie hie├č es so sch├Ân, Auge um Auge - und irgendwann wird die ganze Welt blind sein. Brandur war auf gutem Wege dahin, er hatte sich den nutzlosen Linhard geschnappt und vermutlich bereits nach seinem Gutd├╝nken umgeformt. Und als w├Ąre das nicht alles schlimm genug, hatte er seinen einstigen Feind, seinen kleinen Bruder Dunwin, wieder an seiner Seite. Beide hatten im Kampf so gehandelt, als h├Ątte auch nie nur ein Hauch ihre Beziehung getr├╝bt.

Vielleicht war dem sogar wirklich so, wer wusste das schon?
Dem senilen Alastair hatten sie jahrelange Feindschaft vorgespielt und sich abends bei einem Glas Rotwein k├Âstlich ├╝ber den Bl├Âdmann am├╝siert. Vermutlich hatten sie sogar gemeinsam sein Ableben geplant, wie auch die Folterungen von Melisande, Dave und ihm. Das war dann sicher auch eine pausenf├╝llende Annekdote ├╝ber die die beiden Br├╝der herzhaft lachten, wenn einer von ihnen vor Schmerzen fast umkam. Dave hatte sich nicht grundlos gew├╝nscht nach dem Reitunfall sterben zu d├╝rfen.

Ja vermutlich war es so gewesen, wer wusste schon was dort oben auf dem Dach geschah? Er war nicht dabei gewesen, ebensowenig Dave oder Melisande. Dunwin konnte sich gut mit einem Mord br├╝sten, den er gar nicht begangen hatte. Brandur war vielleicht einfach nur ├╝ber seinen Morgenmantel gestolpert und vom Dach geplumpst. Dunwin die alte Natter hatte dann vor Alastair gro├čspurig get├Ânt, er h├Ątte ihn hinabgesto├čen.
Allein bei der Vorstellung, stahl sich ein Grinsen auf Ansgars Gesicht.

Der Einzige neben ihm, der es die ganze Zeit wohl ehrlich gemeint hatte, war Massimo de la Cantillion.
Er hatte Ansgar sogar seine Hilfe angeboten und genau jene Hilfe wollte Ans nun in Anspruch nehmen. Da er seine Magie nicht nutzen durfte, trug er eine Halskette aus Messing. F├╝r den Fall des Falles unterdr├╝ckte diese seine F├Ąhigkeiten, aber zur Not konnte er sie auch noch schnell genug abrei├čen. Dennoch hatte er zu dieser Vorsichtsma├čnahme gegriffen, da er nicht versehentlich auf seine Gabe zugreifen wollte. Seine Magie zu nutzen war ansonsten f├╝r ihn so allt├Ąglich, wie seine H├Ąnde zu benutzen.

Und genau dass w├╝rde er tun, er schrieb Massimo einen Brief.


Hallo Massimo,

als es auf der Hochzeit von Dave zu der Auseinandersetzung zwischen Brandur, Dunwin und uns kam, hast Du Dich letztendlich f├╝r unsere Seite entschieden. Trotz unserer vorherigen Differenzen, hast Du mir Deine Hilfe angeboten. Falls Du immer noch bereit bist, mir zu helfen, so w├╝rde ich Deine Hilfe gerne schnellstm├Âglich in Anspruch nehmen.

Meinen Stand habe ich an meinen j├╝ngsten Sohn Anwolf abgetreten. Um ihn zu sch├╝tzen halte ich mich von ihm fern. Dies ist ein bedauerlicher Umstand, aber andernfalls k├Ânnte ich den Jungen mit in den Tod rei├čen. Er ist jung, er ist mir gegen├╝ber loyal und er ist stur wie ein Stein, wie man zu sagen pflegt. Folglich habe ich ihn in Daves Obhut ├╝bergeben.

Brandur hat die Herausgabe seines Erbes gefordert und Anwolf kam der Forderung nach.
Der Junge hatte keine andere Wahl, Brandur ist mit seiner Forderung leider im Recht.
Noch haben Dave und Anwolf die Chance, Ihre Leben samt ihrem Stand zu behalten. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ich mich von ihnen fernhalte. Da gebe ich mich keiner Illusion hin.

Aus diesem Grund m├Âchte ich Dich bitten, mir ein kleines St├╝ck Land auf Eurer Scholle zu ├╝berlassen. Ich erbitte nicht viel, ausreichend w├Ąre eine Gr├Â├če zur Selbstversorgung. Meine Bitte w├Ąre nur, Ihr gew├Ąhrt mir Schutz und Schirm, gegen Loyalit├Ąt, aber ich m├Âchte ein freier Mann bleiben.

Du wirst Dich vermutlich fragen, warum ich um ein St├╝ck Land und um meine Freiheit bitte, aber ich vermute, dass es nur noch eine Frage von Tagen, vielleicht auch nur von Stunden ist, bis ich meine Versto├čung erhalte. Demzufolge werde ich nicht mehr von Stand sein, sobald ich Eure Scholle erreiche. Bestenfalls k├Ânntest Du mich als B├╝rgerlichen betrachten. Da Ihr im Feudalsystem lebt, w├Ąre ich auf Eurer Scholle Euer Eigentum, falls Ihr mich nicht als Gast erachtet.

Ferner w├╝rde ich nicht alleine anreisen, sondern mit meiner Lebensgef├Ąhrtin Annabelle Lemaitre. Wie Dir der Name schon zeigen d├╝rfte, handelt es sich bei ihr um eine Almanin aus Souvagne, oder wie Ihr nun sagen w├╝rdet, um eine Souvagnerin.

Falls Du meiner Bitte entsprechen solltest, w├╝rde ich gerne Eure Staatsb├╝rgerschaft annehmen und Anna heiraten. Aber diesen Schritt kann ich erst offiziell machen, sobald wir in Sicherheit leben. Mir ist durchaus bewusst, dass eine Bitte auch ein Nein zur Folge haben kann. Falls Du meine Bitte ablehnen solltest, antworte bitte trotzdem, damit ich wei├č, woran ich bin.
Danke.

Gru├č
Ansgar
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Re: Umzug nach Souvagne

#2

Beitragvon Comte Massimo de la Cantillion » Mo 1. Jan 2018, 03:11

Massimo

war gerade f├╝r ein paar Tage Zuhause bei seinen Bruder. Er sollte sich mit um den Aufbau der Akademie k├╝mmern. Das hatte Ciel angeordnet. Sein ├Ąltester Bruder Melville k├╝mmerte sich um alles. Massimo war froh und stolz, dass er es geschafft hatte die Schiffe wiederzuholen. Er hatte den Namen von seine Familie vor den Duc wieder hergestellt. Und ganz sicher waren seine ├Ąlteren Br├╝der mit ihm zufrieden.
Massimo stand auf und genoss dass er von einen Leibdiener fertig gemacht wurde. Das Leben in einer Burg war ganz sch├Ân bequem fand er. Sein ├Ąltester Bruder Melville hatte eine grosse Familie, er selber hatte keine Frau und Kinder. Und die Frau die er n├Ąher kennenlernen wollte, hatte den Kopf verloren. Davon ├╝berhaupt wem zu erz├Ąhlen, verkniff er sich lieber.
Massimo ging runter in den Speisesaal um sich ein Fr├╝hst├╝ck servieren zu lassen. Seine beiden Br├╝der und die Familie waren anwesend und er gr├╝sste sie freundlich. Es war sch├Ân so im Kreis von allen zu fr├╝hst├╝cken. Er wollte sp├Ąter am Tag mit Melville ├╝ber seine Zukunftspl├Ąne sprechen. Aber jetzt wollte er es sich erstmal schmecken lassen.
Gerade als er anfing zu essen, brachte ihm ein Diener einen Brief. Massimo ├Âffnete ihn und las ihn sich in Ruhe durch. Dann schickte er den Diener nach Papier, Feder und Tinte um gleich antworten zu k├Ânnen.

Lieber Ansgar,
ich stehe zu meinen gegebenen Wort, ja ich helfe dir.
Vor einiger Zeit haben mein Bruder und ich bereits ├╝ber dich und deine Verwandten gesprochen.
Er ist genauso bereit dir zu helfen wie ich.
Das Gespr├Ąch fand kurz vor meinen Einsatz statt, als ich f├╝r unseren Duc die entwendeten Schiffe zur├╝ck nach Souvagne bringen musste. Ich kann dir sagen, dass ich sehr froh war, dass ich den Name unserer Familie wieder reinwaschen konnte.
Die Einzelheiten besprichst du am besten mit Melville selber. Er war direkt bereit euch beizustehen, da er euer Schicksal ebenso grausam fand wie ich. Wir wissen schliesslich alle, durch wen unsere Schwester gestorben ist. Durch euren widerlichen Vater.
Also mach dir keine Sorgen, reise an und bring deine Freundin mit. Die Staatsb├╝rgerschaft m├╝sstest du beantragen, vermutlich beim Duc. Ich werde mich bei Melville erkunden, wie so etwas funktioniert. Wir alle haben die passenden Staatsb├╝rgerschaften, drum mussten wir uns nie um so etwas Gedanken machen. Es k├Ânnte schon ausreichen, dass du deine Freundin heiratest und dabei automatisch die Staatsb├╝rgerschaft annimmst. Dass sie eine Souvagnerin ist, wird dir die Sache erleichtern.
Noch etwas, hier wird gerade eine neue magische Akademie aufgebaut. Die Akademie der Flamme des Wissens steht auf unserem Land und mein Bruder ist Schirmherr der Akademie. Er k├Ânnte dir dort sicher einen Posten besorgen.
Sieh zu dass du so schnell wie m├Âglich herkommst Ansgar. Mit Brandur ist nicht zu spassen. Denk dran wen er nun an seiner Seite hat. Sein geisterhafter Berater, wird nicht f├╝r euch sprechen.
Wir erwarten dich, beeil dich.

Gruss Massimo
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Re: Umzug nach Souvagne

#3

Beitragvon Ansgar von Hohenfelde » Mo 1. Jan 2018, 15:13

Als Ansgar eine Woche sp├Ąter erneut zur Post ging, hatte er eine Antwort von Massimo erhalten. Der Brief war so wie es f├╝r einen Adligen geh├Ârte, er bestand aus teurem, handgesch├Âpften Papier und war mit einem Siegel versiegelt. Solange man ├╝ber solche Dinge verf├╝gte, ma├č man ihnen selten besonderen Wert bei, nun jedoch sah Ansgar die Dinge mit anderen Augen. Er strich kurz ├╝ber das Papier, ehe er das Siegel brach und hoffte das die darin enthaltene Antwort positiv war.

Noch in der Poststube las er den Brief durch. Brandur w├╝rde ihm hier sicher nicht ├╝ber den Weg laufen. Der Mann hatte es nicht n├Âtig eine Poststube aufzusuchen. Die Welten die sie nun trennten, hatten auch ihre gewissen Vorz├╝ge, auch wenn eindeutig zu Brandurs Gunsten.

Aber nun spielte das keine Rolle mehr. Es war geschehen was geschehen war und letztendlich war es seinem pers├Ânlichen Versagen zuzuschreiben, dass es soweit gekommen war. Also musste er auch selbst das Beste aus der gegebenen Situation machen.

Er erbat sich von dem Postbeamten Schreibzeug, bezahlte f├╝r Papier, Tinte und Porto und antwortete Massimo umgehend.


Hallo Massimo,

ich Danke Dir zu tiefst, dass Du mir hilfst und Dich noch an Dein Wort gebunden f├╝hlst.
Danke Deinem Bruder bitte ebenfalls in meinem Namen.
Noch heute werde ich unverz├╝glich mit Anna aufbrechen.
Folglich reise ich mit leichtem Gep├Ąck und drei Hunden an, sowie meinem Pferd.
Vielleicht h├Ątte Dein Bruder Interesse an dem Tier?
Es ist von bester Abstammung, bester Gesundheit und ausgebildet.
Sein Wert m├╝sste im Zweifelsfall eine gute Tauschbasis abgeben.
Danke f├╝r alles im Voraus.

Gru├č
Ansgar



Nachdem Ansgar den Brief abgeschickt hatte und nach Hause zur├╝ckgekehrt war, ├╝berschrieb er das Haus in Gr├╝nbachtal Anwolf. Es war nicht viel, aber es war alles was er seinen Sohn noch vermachen und man diesem nicht nehmen konnte. Die Bank erhielt entsprechende Weisung, Anwolf ├╝ber die Schenkung erst innerhalb einer Woche zu informieren, dann wenn Ansgar schon l├Ąngst abgereist war.

Mit diesem Gedanken, seinem Sohn doch noch etwas Gutes hinterzulassen zu haben, machte sich Ansgar auf den Weg in die Souvagne, genauer gesagt nach Cantillion.
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Re: Umzug nach Souvagne

#4

Beitragvon Comte Massimo de la Cantillion » Mi 10. Jan 2018, 03:11

Massimo

ging in die Amtsstube zu seinem Bruder Melville. Sein Bruder sass hinter seinem grossen Schreibtisch ├╝ber irgendwelche Papiere. Massimo setzte sich Melville gegen├╝ber hin.

"Was auf der Hochzeit passiert ist, hab ich dir erz├Ąhlt Melville. Ich hab dir gesagt, dass ich Ansgar und Dave meine Hilfe angeboten hab. Und du warst einverstanden, dass wir ihnen helfen sollten. Ansgar hat mir einen Brief geschrieben. Brandur hat die Familie ├╝bernommen und er hat keine Ahnung wie das f├╝r ihn ausgehen wird. Er schreibt, dass er sich von seinem Sohn Anwolf fernh├Ąlt, damit ihm nichts passiert. Er schreibt, dass wenn Brandur ihn angreifen w├╝rde, Anwolf versuchen w├╝rde ihn zu besch├╝tzen. Das w├╝rde jeder normale Sohn tun. Darum h├Ąlt er sich fern.
Ich hab ihm meine Hilfe zugesagt und du warst einverstanden zu helfen. Ansgar bittet dich um ein kleines St├╝ck Land. Nur soviel, dass er sich selber versorgen kann. Er w├╝nscht sich von dir, dass er frei bleiben darf und kein unfreier Mann wird. Sein Grund f├╝r die Bitte schreibt er auch Melville. Er schreibt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Brandur ihn aus der Familie vest├Âsst. Wenn er herkommt, wird er also keinen Stand mehr haben. Er bietet Dir ansonsten zum Tausch sein Pferd an. Laut seinen Schreiben ein sehr gutes Tier.
Wenn du mir einen Gefallen tun willst Melville, stell ihm ein St├╝ck Land zur Verf├╝gung mit dem er sich versorgen kann ohne ihm sein Pferd abzunehmen. Wenn er hier ankommt hat er nichts mehr, ausser sein Pferd, seine Hund und seine Freundin. Er schreibt weiter, dass seine Freundin aus der Souvane stammt und er sie gerne heiraten m├Âchte. Ansgar m├Âchte seine Freundin nicht nur heiraten, er m├Âchte auch unsere Staatsb├╝rgerschaft annehmen. Wie genau das funktioniert, habe ich nicht beantworten k├Ânnen. Du weisst das sicher Melville. Vielleicht reicht es aus, wenn er seine souvagnische Freundin heiratet. Oder er muss es beim Duc beantragen. Er hat sich auf den Weg hierher gemacht, da ich ihm gesagt habe, dass ich zu meinem Wort stehe.
Da ich ihm ohne R├╝cksprache zugesagt habe, kannst du seine Unterbringung gerne von meinen Geld bezahlen. Ich m├Âchte aber dass er hier aufgenommen wird. Und ich habe ihn von der neuen Akademie erz├Ąhlt. Ansgar ist ein Nekromant, also wir k├Ânnten ihn f├╝r die Akademie gebrauchen. Wie entscheidest du?."
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Re: Umzug nach Souvagne

#5

Beitragvon Melville de la Cantillion » Mi 10. Jan 2018, 23:51

Melville de la Cantillion

Melville sa├č in seiner Amtsstube hinter einem gro├čen, schweren, h├Âlzernen Schreibtisch. Das Licht in dem Raum war ged├Ąmpft, denn er wurde nur durch einige Kerzen in schweren Haltern beleuchtet. Einer dieser Kerzenleuchter stand auf dem Schreibtisch von Melville und beleuchtete die zu bearbeitenden Papiere.

Auf dem Schreibtisch lagen neben einigen losen Schriftrollen auch einige schwere B├╝cher, eines davon war das Kassenbuch der Familie. Ein Stundenglas zierte ebenso den Schreibtisch, wie Papier, Tinte und Feder. Das Stundenglas hatte nicht nur symbolische Bedeutung f├╝r den Glauben Ainuwars, sondern diente auch als tats├Ąchlicher Zeitmesser.

In Melvilles R├╝cken befand sich ein gro├čes Buntglasfenster, dass ged├Ąmpft Lichtes in den Raum lie├č. Mehrere B├╝cherregale befanden sich in dem Raum, wie auch eine weitere St├╝hle und ein kleiner Tisch vor dem Fenster.

Die schweren, urigen Mauersteine aus denen die Festung erbaut worden war, rundeten das Gesamtbild ab und gaben dem Zimmer einen eigenen Charme.

Als sich Massimo Melv gegen├╝ber setzte schaute dieser auf und musterte seinen Bruder freundlich. Wie ├╝blich kam Massimo direkt ohne Umschweife zum Thema. Melville st├Ârte sich nicht daran, daf├╝r kannte er seinen Bruder lange genug. Und in dieser Angelegenheit war es auch unangebracht, lange um den hei├čen Brei herumzureden.

Melville streute Sand ├╝ber einen Bogen, wartete kurz ab und rollte diesen dann zusammen, ehe er ihn versiegelte.

"Das Du direkt zugesagt hast, ist absolut in Ordnung Massimo. Ich habe Dir meine Unterst├╝tzung zugesichert und genau wie Du stehe ich zu meinem Wort. Du hast im Namen unserer Familie gesprochen.

Freiherr Ansgar von Hohenfelde, eventuell nur noch B├╝rgerlicher sobald er unsere Scholle erreicht. Nun, dass es bei dieser Familie einmal so kommen kann, wird er gewusst, aber nicht erwartet haben. Wir werden ihm das St├╝ck Land zur Verf├╝gung stellen. Allerdings werden wir Ansgar auch im Namen unserer Schwester finanziell unter die Arme greifen. Und nicht nur dass, wie s├Ąhe es aus, wenn wir einen Verwandten lediglich ein St├╝ck Land zur Verf├╝gung stellen?

Frei nach dem Motto, nun sieh zu wie Du zu Recht kommst. Das w├Ąre doch die nonverbale Botschaft, die wir damit ├╝bermitteln w├╝rden. Daf├╝r haben wir schlie├člich nicht unsere Hilfe zugesagt Massimo. Ich stimme mit Dir v├Âllig ├╝berein, dass er sein Pferd wie auch seinen restlichen Besitz behalten darf. Wir wollen uns schlie├člich nicht an ihm bereichern, sondern wir haben vor ihn in unserer Mitte willkommen zu hei├čen.

Ferner w├╝rde ich vorschlagen, bleibt er vorerst hier bei uns wohnen. Ob er tats├Ąchlich versto├čen wurde, wissen wir nicht. Sollte es so sein, hat er hier einen sicheren Zufluchtsort. So oder so, mit oder ohne Titel bleibt er f├╝r uns unser Verwandter.

Du hattest doch vorab noch vor geraumer Zeit Davard Deine Hilfe angeboten. Vielleicht sollten wir ihn nach Ansgars Ankunft kontaktieren, damit dieser wenigstens Bescheid wei├č, dass sein Bruder in Sicherheit ist. Diese Information k├Ânnte er auch an Ansgars Sohn weitergeben. Aber das besprechen wir mit Ansgar selbst.

Also kurzum ja, Du hast v├Âllig richtig gehandelt und wir werden Ansgar unterst├╝tzen. Das St├╝ck Land bekommt er zur Verf├╝gung gestellt, wenn er dies m├Âchte. Ansonsten kann er auch hier bei uns leben. Platz haben wir genug in unserer Festung. Weder am Platz noch an den Finanzen wird es scheitern. Sollte er ein zus├Ątzliches Auskommen w├╝nschen, w├Ąre eine Anstellung in der Akademie wirklich eine gute Wahl. Und es w├╝rde mich freuen, wenn er als Nekromant bei uns unterrichten w├╝rde.

Sieh zu, dass Du ihm diesen Posten schmackhaft machst Massimo.

Sobald er hier wohnt, spricht nichts gegen eine Heirat. Im Gegensatz zu den seltsamen Sitten und Gewohnheiten der Handelsallianz, kann er sich hier so viele Frauen zur Braut nehmen, wie er unterhalten kann.

Das bedeutet, er muss sich nicht mal von seiner alten Ehefrau scheiden lassen, sondern er heiratet seine Lebensgef├Ąhrtin einfach dazu. Wobei ich mich sehr wohl von so einer Person lossagen w├╝rde, nach all dem was Du nach der Hochzeit berichtet hast.

Die Staatsb├╝rgerschaft kurzum die Einb├╝rgerung muss vom Hofe erfolgen Massi. Eine einfache Hochzeit reicht hierf├╝r nicht aus. Letztendlich schulden wir alle unseren Lehnsherren Treue. Unsere Domestiken uns. Wir unseren Marquis und letztendlich wir alle unserer Majest├Ąt dem Duc. Da er in und als Person den Staat repr├Ąsentiert, entscheidet auch er dar├╝ber wer zum Staatsk├Ârper geh├Ârt.

├ähnlich unserer eigenen Amtsgesch├Ąfte, wird er diese Gesuche vorgelegt bekommen und abzeichnen. Eine genauere ├ťberpr├╝fung werden seine zust├Ąndigen Untertanen vornehmen. Allerdings k├Ânnte Ansgar dort selbst bei einer Audienz vorsprechen und Du sprichst f├╝r ihn in unserem Namen. Dass er eine Frau aus hiesigen Landen heiraten m├Âchte, w├╝rde dem Duc die Sache sicher vers├╝├čen.

Und ganz nebenbei ist Ansgar sicher nicht auf den Kopf gefallen. Wieso sollte der Duc also ablehnen, eine f├Ąhige Person als seinen Vasallen willkommen zu hei├čen? Der Einb├╝rgerung d├╝rfte nichts im Wege stehen. Wer ├╝ber ausreichend F├Ąhigkeiten verf├╝gt und sich als Souvagner sieht oder gerne Souvagner werden m├Âchte, wurde bis jetzt noch nicht abgewiesen. Die Kriegswirren k├Ânnten da vielleicht mit hineinspielen, aber Ansgar ist ein Almane und mit uns verwandt.

Und seine Majest├Ąt war unserem Hause stets freundschaftlich verbunden Massimo.
Das siehst Du doch schon allein daran, dass wir die Ehre erhalten haben die Akademie auf unserer Scholle zu errichten, dass wir Schirmherr der Akademie sind und dass Du die Aufgabe erhalten hast, die Flotte Souvagnes zur├╝ckzuerobern.

Dein mangelnder Informationsfluss mal bei Seite geschoben, nicht jedem h├Ątte der Duc diese Aufgabe anvertraut. Almanen die sich um Souvagne verdient gemacht haben, wurden auch eingeb├╝rgert auf Wunsch. Das mit Ansgar bekommen wir schon hin, mache Dir da mal keine Sorgen. Deine Zusage war richtig. Wir tun das auch f├╝r unsere Schwester, wir helfen Ansgar ebenso in Magdalenas Namen Massi",
erkl├Ąrte Melville und lehnte sich im Stuhl zur├╝ck.

"Ansonsten gut Zuhause angekommen? Du siehst besser aus, als bei Deiner Ankunft. Wesentlich besser, erholter f├╝r meinen Geschmack. Das Familienleben scheint Dir gut zu tun. Hast Du selbst mal dar├╝ber nachgedacht eine Familie zu gr├╝nden?

Ich frage Dich das nicht, weil ich Dich st├Ąndig mit der Nase auf das Thema sto├čen m├Âchte, diesmal jedenfalls nicht. Wobei, eventuell doch ein kleines bisschen. Deine Aufgabe in allen Ehren Massimo, aber auch Du wirst nicht j├╝nger. Such Dir eine gute Frau, oder zwei und schaffe Dir Kinder an.

Wo ich Ansgar unterbringen kann, werde ich doch wohl erst Recht Platz f├╝r die Familie meines Bruder haben.

Und Du hast auf mich den Eindruck gemacht, als w├╝rdest Du es durchaus genie├čen, abends mit uns gemeinsam im Kaminzimmer zu sitzen. Gleichg├╝ltig wie wichtig manche Aufgabe da drau├čen ist Massi, jeder ben├Âtigt ein Zuhause in das er zur├╝ckkehren kann.

Und gleichg├╝ltig wie viele Kriminelle Du l├Ąuterst oder wie viele Verbrecher Du erschl├Ągst, dass bringt uns Magdalena nicht wieder zur├╝ck. Leider. Also was sagst Du? M├Âchtest Du mal auf Brautschau gehen?",
hakte Melville gut gelaunt nach.
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Re: Umzug nach Souvagne

#6

Beitragvon Comte Massimo de la Cantillion » Do 11. Jan 2018, 17:10

Massimo
 
h├Ârte sich an, was sein ├Ąltester Bruder sagte. Melville war seine Meinung, dass freute ihn sehr. Er erkl├Ąrte ihm alles ganz genau, so war Melvilles Art. Das sie Ansgar helfen w├╝rden freute Massimo und dass sie es f├╝r ihre verstorbene Schwester machten war ein sch├Âner Anlass.
Was Melville zum Schluss sagte, traf Massimo.
 
"Melville du hast Recht. Niemand wird davon wieder lebendig, wenn ein anderer daf├╝r stirbt. Nicht mal die Nekromanten schaffen so was. Sie holen die Person nur als lebende Kadaver zur├╝ck. Danke f├╝r die Unterst├╝tzung Melville. Das ist anst├Ąndig von dir. Ansgar wird das hoffentlich zu sch├Ątzen wissen.
F├╝r die Einb├╝rgerung werde ich vorsprechen, sobald er sich hier was eingelebt hat. Der soll erstmal ankommen. Dann schauen wir mal.
Wegen einer Familie wollte ich selber mit dir sprechen. Ich hab keine Lust mehr st├Ąndig in der Welt herumzuziehen f├╝r nichts. Wie du schon sagst, es bringt niemand zur├╝ck. Und es ├Ąndert nichts. Du kannst einen Verbrecher erschlagen. Morgen stehen an derselben Stelle zwei neue, die den Job ├╝bernommen haben.
Ich mag nicht mehr Melville. Ich m├Âchte Zuhause bleiben und wenn ich einen Auftrag habe, dann hier in der Heimat. Ich f├╝hl mich wohl bei dir und deine Familie. Und ich h├Ątte gerne eine eigene Familie. Eine gute Frau und Kinder. Bevor ich ├╝ber eine zweite Frau nachdenke, brauche ich erstmal eine erste Frau. Was sich danach ergibt, warte ich ab. Aber eine Familie zu der ich nach Hause kommen kann oder bei der ich selber Zuhause bin, w├╝rde mir sehr gefallen. Und ich wohne gerne mit ihnen hier. Ich hatte nicht vor wieder auszuziehen.
Ich vertrau dir was an, aber du darfst es keinen sagen. Und du darfst nicht w├╝tend werden. Ich dachte Nal w├Ąre passend. Die Lichtalbin die den Kopf verloren hat. Wir haben uns gut verstanden. Wir haben gleich gedacht. Oder ich hab das angenommen. Ich h├Ątte nicht gedacht sie eine Verr├Ąterin ist Melville. Ich zweifele nicht am Wort des Duc, aber an mir. Sag das keinem.
Lass uns auf Brautschau gehen. F├Ąllt dir irgendeine Frau ein, die zu mir passen k├Ânnte?."
 
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Re: Umzug nach Souvagne

#7

Beitragvon Melville de la Cantillion » Fr 12. Jan 2018, 13:25

Melville de la Cantillion

Melville lehnte sich im Stuhl nach vorne und musterte seinen kleinen Bruder ernst wie bedeutungsschwanger. Ganz langsam sch├╝ttelte er den Kopf, ohne Massimo dabei aus den Augen zu lassen.

"Nat├╝rlich sage ich das keinem! Solche Details vertraue mir bitte mental an Massimo. Diese Aussage wirst Du niemals wieder wiederholen. Kannst Du Dir vorstellen, was geschehen k├Ânnte, w├╝rde das an weniger vertrauensw├╝rdige Ohren gelangen? Du selbst sprichst Dir nicht allein Deine Urteilskraft ab. Bist Du denn verr├╝ckt, so eine Frau in Erw├Ągung zu ziehen?

Diese Frau war eine Verr├Ąterin - Punkt. Was Du pers├Ânlich dar├╝ber denkst, oder wie ich im Zweifelsfall entschieden h├Ątte, spielt keine Rolle kleiner Bruder. Unsere Majesst├Ąt hat ihr Urteil gef├Ąllt und damit ist es Fakt. Zudem war diese Frau doch eine Albin. Was h├Ątte aus Euren Kindern werden sollen? In dem Land der Alben w├Ąren sie als Menschen und Rundohren verachtet worden. Hier bei uns w├Ąren die Kinder als Alben und Spitzohren verachtet worden. Ein Zuhause h├Ątte es f├╝r sie nirgendwo gegeben. Und weshalb? Weil zwei Personen nicht in der Lage sind, sich zu beherrschen?

Mal ehrlich unter uns beiden, findest Du nicht dass es hier ausreichend wundersch├Âne Frauen gibt, als dass man nach solchen spitzohrigen Gerippen Ausschau halten m├╝sste? Lass uns nur einmal durch die Stadt laufen und ich kann Dir zig Frauen zeigen, die richtig nach etwas Aussehen. Und mit ein bisschen Geduld siehst Du wahre Sch├Ânheiten. Nat├╝rlich ist dann der passende Stand nicht gegeben, aber dies tut ihrer Sch├Ânheit keinen Abbruch Massimo.

Dabei warst Du dann noch nicht einmal in Boufort am Hofe, wo sich so einige Augenweiden herumtreiben, dass einem ganz anders wird. Aber dazu musst Du eben mit offenen Augen durch die Welt laufen und nicht noch das Visier herunterklappen. So findet sich nat├╝rlich keine Frau.

Mir gefallen Albenfrauen schon rein optisch nicht. Gut das mag meinem pers├Ânlichen Geschmack geschuldet sein, eine Frau ben├Âtigt in meinen Augen frauliche Rundungen. An Alben ist irgendwie alles spitz und eckig, nicht nur ihre Ohren. Sie sind d├╝rre, haben spitze Wangenknochen, spitze Finger und vermutlich auch spitze Rippen. Einerlei, es gibt keine Albin f├╝r Dich. Vergiss diese Frau bitte einfach Massi, tue uns beiden den Gefallen und sprich nie wieder ├╝ber sie. Denke nicht mal mehr an sie. Du kannst wirklich von Gl├╝ck sagen, dass Du so einen klugen und umsichtigen Gargoyle hast. Ich verbiete es Dir aus reiner Sorge. Du bist mein kleiner Bruder, ich m├Âchte Dich nicht verlieren, weil man Dir am Ende noch einen Pakt mit dieser Unperson ankreidet. Sei bitte vern├╝nft Massi",
bat Melville seinen Bruder.

"Lass uns ├╝ber etwas Sch├Ânes reden. Es freut mich sehr, dass Du beschlossen hast bei uns zu bleiben und nicht erneut in die Fremde zu ziehen. Und es macht mich gl├╝cklich, dass Du endlich sesshaft werden m├Âchtest. Eine passende Frau werden wir gemeinsam f├╝r Dich finden. Mach Dir dar├╝ber keine Gedanken. Gut Du bist nicht mehr der J├╝ngste, aber Deine Frau muss etwas j├╝nger sein. Sonst klappt es nicht mit dem Nachwuchs, kurzum Du kannst keine Gleichaltrige ehelichen. Wozu auch, alt sind wir selbst", grinste Melv.

Der Comte st├╝tzte seinen Kopf auf eine Hand ab und tippte sich dabei nachdenklich gegen die Schl├Ąfe.

"Ah ich wei├č wen Du kennenlernen k├Ânntest Massi! Dass ich da nicht gleich drauf gekommen bin. Von meinem langj├Ąhrigen Freund Comte Alain de Neufville ist eine der T├Âchter nicht verheiratet.

Monique de Neufville w├╝rde genau Deinen Geschmack treffen. Die Gute war einst versprochen, aber das Versprechen wurde gebrochen. Kurzum die Vereinbarung ist geplatzt und die damit f├Ąllige Ausl├Âsesumme wurde seitens des Br├Ąutigams bezahlt. Frage mich nicht warum, danach zu fragen w├Ąre zudem unschicklich.

Lass mich mal ├╝berlegen, was mir so zu Monique einf├Ąllt.

Die Gute ist 32 Jahre alt, hat ungef├Ąhr Deine Gr├Â├če, ist schlank mit den Kurven an den richtigen Stellen und sie hat Grips. Ich wei├č ja dass Du Dich gerne unterh├Ąltst. Das geht mir genauso. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Ehefrau mit der man sich nicht vern├╝nftig unterhalten kann.

Soweit ich mitbekommen habe, redet sie sehr gerne. Ihr Bildungsstand ist unserem Stand entsprechend, also sehr gut. Und sie interessiert sich f├╝r Sternenkunde und Meereskunde. Darauf war Alain immer sehr stolz. Sie hat also auch Hobbys und h├Ąngt Dir nicht den ganzen Tag am Robenzipfel. Sie w├╝rde tats├Ąchlich sehr gut zu Dir passen Massi. Vielleicht bekommen wir ja eine Doppelhochzeit hin. Du und Monique und Ansgar und seine Partnerin. Soll ich ein entsprechendes Treffen f├╝r Dich arrangieren?",
hakte Melville gut gelaunt nach.
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Re: Umzug nach Souvagne

#8

Beitragvon Comte Massimo de la Cantillion » Sa 13. Jan 2018, 19:27

Massimo
 
f├╝hlte sich wie der letzte Idiot als ihn sein Bruder zusammenfaltete wegen der Albin. Melville hatte Recht. ┬áEr h├Ątte das seinen Bruder als Gedanken schicken sollen. Aber Massimo wollte es einmal ausgesprochen haben. Er wollte es nur einmal wem gesagt haben. Wobei das ├╝ber Gedanken genauso gut ging. Sogar besser und geheimer. Sein Bruder war genauso ein Magier wie er. Wozu sollte er noch an Nal denken, sie war tot. Die Albin hatte vielleicht gar nichts anderes in ihm gesehen als ein Kamerad. Trotzdem f├╝hlte er sich beschissen und wie ein Verr├Ąter. Er hatte sie nach Souvagne mitgeschleift. Die Meinung ├╝ber Alben von seinen Bruder sagte alles. Die anderen hatten keine bessere Meinung. Er h├Ątte sie nicht mitbringen sollen, dann w├Ąre sie noch am leben. Aber dar├╝ber hielt Massimo den Mund. Die Albin war tot und Massimo wollte nicht mit seinen Bruder streiten. Melville warnte ihn aus Sorge nicht um sich mit ihm zu zanken.
 
"Melville du hast Recht mit deiner Warnung, ich werde nie wieder dr├╝ber sprechen. Ich hab nicht nachgedacht. Ich will uns nicht in Schwierigkeiten bringen, ich wollte nur einmal meine Gedanken aussprechen. Was ein Unfug ist, sie ist tot und wird tot bleiben. Egal was ich ├╝ber die Frau gedacht hab. Ich hab ja nicht mal eine Ahnung, was sie ├╝ber mich dachte. Vergiss was ich sagte, ich vergess es genauso."
 
Massimo h├Ârte sich die Beschreibung von Monique de Neufville an. Er wusste mit wem sein Bruder so befreundet war.┬á F├╝r die weitere Familie von den Freunden hatte er sich nie interessiert. Er war nur selten Zuhause gewesen. Monique h├Ârte sich gut an, fand Massimo. Lange rumkennenlernen musste er die Frau als Adliger nicht. ┬áUnd wenn sie schon mal sitzengelassen wurde, konnte sie sie das als Misstrauen werten. Vielleicht dachte sie dann, dass er sie genau pr├╝fen wollte was mit ihr nicht stimmte.
Massimo vertraute seinen Bruder. Er hatte zwar einen anderen Frauengeschmack als er selber. Aber Melville war gut drin, Frauen kennenzulernen und rumzukriegen. Melville hatte zwei Frauen aber er guckte trotzdem nach anderen. Dabei schien ihn der Stand dann nicht zu interessieren. Gut die wollte er nicht heiraten sondern flachlegen. Irgendwie f├╝hlte sich Massimo neben Melville wie ein Stockfisch.┬á W├Ąhrend er es als seine Pflicht sah den Umnachteten Kultur und Wahrheit zu bringen, hatte sein Bruder gelebt. Er musste genauso damit anfangen.
 
"Nein vereinbar kein Treffen Melville, sondern die Hochzeit zwischen mir und Monique. Der Comte ist dein Freund, regele bitte alles f├╝r mich als ├Ąlterer Bruder. Kennenlernen kann sie als Misstrauen werten. Und ist nicht n├Âtig. Ob ich ihr vorher einmal Hallo gesagt hab oder nicht, spielt keine Rolle Melville. Kennenlernen werden wir uns nach der Hochzeit. Mir gef├Ąllt was du von ihr erz├Ąhlt hast. Meine Frau werde ich gut behandeln, sie wird sich bei mir wohlf├╝hlen. Ich vertraue dir und deinen Geschmack. Mach unsere Hochzeit klar."


Hochzeit von Massimo und Monique:
Link
viewtopic.php?f=60&t=1275


Hochzeit von Massimo und Monique, RPG - ├ť18:
Link:
viewtopic.php?f=41&t=1274

 
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Re: Umzug nach Souvagne

#9

Beitragvon Comte Massimo de la Cantillion » Di 16. Jan 2018, 01:41

Massimo

wachte am morgen auf. In seinen Arm lag seine Frau Monique. Er war ein verheirateter Mann und das gefiel ihm. Massimo schaute seine Frau genau an. Sie war jung und h├╝bsch. Er hatte nicht so viel Erfahrung mit Frauen. Er war meist ein ungehobelter Klotz. Obwohl er sich wie ein Adliger benehmen konnte. Er war oft f├╝r die gerechte Sache unterwegs. Da konnte er nicht zimperlich sein. Aber zu seine Frau wollte er gut sein. Und im Namen der L├Ąuterung wollte er nicht mehr losziehen. St├Ąndig unterwegs und ohne ein echtes Zuhause. So kam er sich in den letzten Jahren vor. Wenn er eine Frau hatte, dann eine Zufallsbekanntschaft oder eine f├╝r gewisse Stunden. Aber das war nicht das was er wollte. Bei seinen Bruder f├╝hlte er sich wohl. Er hatte sich eine eigene Frau gew├╝nscht. Und jetzt schlief sie neben ihn. Massimo streichelte Monique ├╝ber den Arm. Sie hatte mehr verdient als die Pflicht Erf├╝llung. Sie war seine Frau und┬á seine Aufgabe. Massimo ├╝berlegte was er tun sollte, damit sie sich wohl f├╝hlte. Er musste seinen Bruder nach Tipps fragen. Melville wusste sowas, der musste helfen. Und er musste sich um ihre Freundchaft bem├╝hen. Er w├╝nschte sich sehr, dass sie auch Freunde wurden. Massimo k├╝sste Monique sanft.

"Guten Morgen Moni. Wach auf und lass uns ein bisschen schwatzen. Wir wissen so nichts von uns. Ich m├Âchte alles ├╝ber dich wissen, was du mir erz├Ąhlen magst. Heute Nachmittag hast du Ruhe vor mir ich muss mit meinen Bruder reden."

Massimo wollte Monique wachr├╝tteln, aber er tat es nicht. Das konnte er mit einen Kameraden machen. Nicht mit seine Frau. Er musste sich anpassen und umdenken. Er setzte sich im Bett hin und streichelte sie. Irgendwann w├╝rde sie schon aufwachen.
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Re: Umzug nach Souvagne

#10

Beitragvon Monique de la Cantillion » Di 16. Jan 2018, 21:03

Monique de la Cantillion

Monique wachte am Morgen auf und ben├Âtigte einen Moment der Orientierung. Jemand streichelte sie z├Ąrtlich und sprach zu ihr. Sie bekam am Rande des Bewusstseins nur die H├Ąlfte mit, aber die Stimme erkannte sie sofort. Ihr Mann sa├č neben ihr im Bett, streichelte und musterte sie. Was hatte er gesagt oder gefragt? Sie versuchte sich zu erinnern, aber das war schlecht m├Âglich, wenn er sich mit ihr unterhielt so lange sie noch schlief. Sie setzte sich neben ihm auf und lehnte sich an ihn an.

"Guten Morgen", g├Ąhnte sie hinter vorgehaltener Hand und zupfte ihm kurz am Bart.

Sie fragte sich kurz ob sie ihn einfach k├╝ssen durfte, aber schlie├člich war er ihr Mann und so gab sie ihm einen Gutenmorgenkuss. Auch wenn sie sich noch nicht gut kannten, durch Zur├╝ckhaltung lernten sie sich noch weniger kennen. Und eine Nacht zuvor hatten sie bereits viel geteilt. Im Grunde alles, auch wenn sie es sich anders vorgestellt hatte.

Monique nahm Massimos Hand und verschr├Ąnkte ihre Finger in seinen. Er hatte es sich sicher auch v├Âllig anders vorgestellt, denn er war zwar vorsichtig, behutsam aber auch irgendwie taktisch vorgegangen. Und dem Blick mit dem er sie gerade bedachte entnahm sie, dass er eigentlich was v├Âllig anderes vorgehabt hatte.

Nun was noch nicht geschehen war, konnte und w├╝rde noch werden, da war sich Monique sicher. Sie waren erst einen Tag verheiratet und er hatte sich ihr gegen├╝ber anst├Ąndig verhalten. Dass Massimo an mehr Gemeinsamkeit interessiert war, zeigte auch der Wunsch sich zu duzen wie nach dem gemeinsamen Schlafzimmer. Vielleicht wusste er einfach nicht wie, aber da war er nicht der Einzige.

"Du musst bitte wiederholen was Du gesagt hast, ich war noch im Halbschlaf Massimo. Du hast irgendwas von Deinem Bruder erz├Ąhlt, falls ich das richtig verstanden habe. Du hattest zugesagt mir mein neues Zuhause zu zeigen, also wenn Du vorher zu Deinem Bruder musst, warte ich so lange auf Dich. Wie m├Âchtest Du das Schlafzimmer umger├Ąumt haben? So dass jeder eine Seite f├╝r seine Sachen hat, oder sollen wir unsere Sachen zusammenhinstellen?

Dein Bruder hatte meinem Vater gesagt, dass Du sesshaft werden m├Âchtest und nicht mehr in die Schlacht ziehst. Viele Chevalier wie auch andere Edelm├Ąnner ziehen durch die Lande oder in die Schlacht um f├╝r Recht und Ordnung innerhalb unseres Landes zu sorgen. Ihre Frauen bleiben dann alleine Zuhause zur├╝ck und warten auf ihre R├╝ckkehr. Dass Du sesshaft werden m├Âchtest war ein Teil der Vereinbarung, also ebenfalls ein Grund, warum mein Vater unserer Hochzeit zugestimmt hat.

Naja vielleicht war er auch einfach nur froh, mich noch an den Mann zu bekommen, wer wei├č dass schon. Leider war ich sonst nicht mit gro├čem Gl├╝ck gesegnet was die M├Ąnner anging. Um mich hat vor Dir nur ein Mann geworben. Das ist kein Geheimnis und mein Vater hat es Deinem Bruder sicher gesagt",
erkl├Ąrte sie freundlich.

"Was sind Deine Hobbys? Au├čer Leute l├Ąutern wie ich von Vater h├Ârte. Wie viele Leute hast Du schon gel├Ąutert und wer davon war ein Schwerverbrecher und wer nur ein kleiner Verbrecher? Hast Du mal einen bekannten Verbrecher erschlagen Massimo?", fragte Monique neugierig.

"Ich hoffe mein Vater oder Dein Bruder hat Dir auch von meinen Hobbys erz├Ąhlt Massimo. Meine Hobbys sind Meereskunde und Sternenkunde. Ich sammele alles Wissenswerte ├╝ber diese Themen. Vor allem B├╝cher und Messinstrumente. Manchmal auch sch├Âne Plastiken oder alles was mit den beiden Themen zu tun hat. Keine Sorge also, ich schleppe Dir keine stinkenden, selbstgetrockneten Seesterne an", lachte Monique und knuffte ihn gut gelaunt.
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