Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Die Beschwörung von Alastair

Die einstige naridische Adelsfamilie von Hohenfelde beschloss, die blutige Vergangenheit hinter sich zu lassen und in Souvagne einen Neuanfang zu wagen. Mit von der Partie sind die verbündeten und verwandten Familien von Wigberg und von Eibenberg.
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Brandur von Hohenfelde

Die Handelsallianz
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Die Beschwörung von Alastair

#1

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mi 18. Apr 2018, 01:42

<< Der neue Weg führt nach Souvagne - BranDunLin

Die Beschwörung von Alastair

Linhard von Hohenfelde
Linhard hatte es sich gemeinsam mit Greg in dessen Leseecke bequem gemacht, während Brandur im wahrsten Sinne des Wortes durch die Bibliothek geisterte. Linhard beschloss in seinem Herrenhaus ebenfalls eine Bibliothek einzurichten für die beiden. Glücklicher hatte er Brandur selten gesehen und Gregoire hatte es trefflich formuliert, dies war sein Zuhause des Herzens. Wenn beide dafür Bücher benötigten, sollten sie sie haben. Er selbst hatte einige Bücher, aber dabei handelte es sich um Fachbücher des Schwertfechtens und einiges an Unterhaltung. Lin schaute sich nach seinem Vater um.

Brandur von Hohenfelde
Der Diener hatte es nicht leicht und würde wohl Muskelkater davon haben, Brandur all die Bücher hinabzureichen, kurz das Inhaltsverzeichnis aufzuschlagen und sie dann wieder einzuräumen, sowie eine Liste der Bücher anzulegen, die Brandur durchzuarbeiten gedachte. Brandur bemerkte, dass sein Sohn ihn suchte und schwebte würdevoll zu ihm herüber. »Diese Bibliothek ist eine wahre Wunderkammer. Doch über besagte Kunst ist nichts zu finden. Nicht einmal in Randnotizen oder den Appendizes.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard grinste seinen Vater glücklich an. »Welche Kunst? Die der Wiederbelebung? Ich vermute solches Wissen werden wir hier nicht finden oder?«, hakte Lin nach.

Gregoire
Greg schüttelte den Kopf, während er weiterlas. »Über Blutnekromantie an sich - schon. Aber über Zauber nicht. Ich besitze kein Zauberbuch über Blutnekromantie und mir sind die Lehren der Magie nicht bekannt. Dazu muss ich sagen, dass mir keine Lehren der Magie bekannt sind, obwohl ich einige Zauberbücher habe. Allerdings nur, da ich die Schrift mag und die Zeichnungen darin. Aber lesen kann ich sie nicht«, erläuterte Greg freundlich.

Linhard von Hohenfelde
»Paps könnte sie übersetzen, falls es Dich interessiert, nicht wahr Paps? Nun wo findet man denn ansonsten solches Wissen? Ich meine wer bildet bei Euch Magier aus?«, hakte Lin nach.

Gregoire
»Früher war es die Akademie in Drakestein - größtenteils. Ansonsten Privatlehrer und die neue Akademie - Flamme des Wissens. Dort würdest Du gut hinpassen Brandur«, antwortete Greg schmunzelnd.

Linhard von Hohenfelde
»Nun dazu müsste er leben, nur lebend erhält man einen Lohn«, wandte Lin grinsend ein.

Brandur von Hohenfelde
»Eine Akademie! Ja, man hat bereits früher versucht, mich als Dozent anzuwerben, jedoch haben die Umstände damals nicht gut gepasst. An sich hätte ich diesen Beruf gern ausgeübt. Was ich hier an Werken über die Blutnekromantie fand, ist alles nur Sekundärliteratur, es sind keine Originale dabei. Ich vermute, es gibt eine Art Verbotene Abteilung, aber wenn sie verboten ist, werden wir darüber natürlich nichts hören, was ich allerdings bedaure. - Linhard, du siehst sehr zufrieden aus. Es freut mich, dich so zu sehen, nachdem unser letztes Zusammentreffen ausgerechnet meine Beisetzung war. Wo ruhen die Leichname von mir, meinem Vater und meinem Bruder momentan? Wurden sie bereits überführt?«

Linhard von Hohenfelde
»Sie ruhen in der Nachtburg, Ossi hat Dich beschworen. Warum Paps? Wozu benötigst Du Deinen Körper? Dave wird Dich also Deinen Körper nachholen. Wir müssen das vorher gut und umsichtig planen, damit Du nicht... ehm... nun verwest. Dunwin und Alastair wollte ich ebenfalls nachholen lassen. Ich möchte nicht das Dave Dunwin vernichtet. Ich verstehe seinen Gedanken, aber er muss da auch meinen Wunsch respektieren, zumal es mein Herrenhaus ist. Ich werde beide auf unserer Scholle beisetzen lassen. Ihre Körper sollen dort finden was sie in Naridien niemals gefunden haben... Frieden. Ich möchte sie nicht entsorgt wissen. Gleichgültig was Alastair war, er war dennoch einer von uns. Also was möchtest Du denn mit ihnen?«, fragte Lin neugierig.

Gregoire
Greg musterte seinen Verlobten bei für ihn im Kontext sehr seltsamen Ton. Er blinzelte kurz, schüttelte minimal den Kopf und las weiter.

Brandur von Hohenfelde
»Es wäre auch mein Wunsch, dass die Familie vereint ruhen kann. Davard hat kein Anrecht darauf, den Körper meines Bruders oder unseres Vaters zu vernichten! Was ich von Alastair noch will? Ja, was will ich von ihm ... ich möchte ihm am liebsten den Mittelfinger zeigen. Ihm zeigen, was du geschafft hast, du, ein Purie - nach deinem Weg und nicht nach seinem. Das wäre etwas ganz nach meinem Geschmack.«

Linhard von Hohenfelde
»Dann soll Ossi ihn beschwören. Dann kannst Du ihm sagen was Du ihm schon immer sagen wolltest und er könnte Dir vielleicht ein paar Fragen beantworten. Oder mir. Ich kenne ihn nur aus Erzählungen, ich habe keine direkte Erinnerung an ihn. Von der Optik kenne ich ihn nur von den Gemälden. Er war groß, schlank, ähnelte von der Art und Figur her Dunwin und Dave. Aber er hatte extrem dunkle Haare und dunkle Augen so wie Kunwolf nicht wahr? Oder wie Wolfram. Gut bei Wolfram ist das was anderes, wenn er einen anschaut fühlt man sich dabei gut, seine Augen strahlen Wärme aus, so wie Deine Paps. Aber die Augen von Alastair sehen auf den Bildern nicht gerade warm aus, er wie schwarze Murmeln die einen in den Abgrund schicken. Darf Greg mitkommen?«, fragte Lin.

Gregoire
»Kann uns diese Person gefährlich werden? Ansonsten muss ich eines der Himmelsaugen mitnehmen. Ich kann nicht zulassen dass dieser Alastair Dich oder mich verletzt Linhard«, warf Greg vorsorglich ein. Ihm war die Sache zwar nicht geheuer, aber neugierig war er trotzdem.

Brandur von Hohenfelde
»Ein Geistmagier würde nichts nützen gegen einen Totengeist«, erklärte Brandur milde. »Dafür bedarf es eines Nekromanten. Ein Geist selbst ist nahezu machtlos - seine Macht richtet sich nach dem, was sein Beschwörer mit ihm anstellt. Nun, Gregoire gehört nun zu unserer Familie, nicht wahr? Warum sollten wir ihn also ausschließen von den Interna? Von meiner Seite aus spricht nichts gegen seine Anwesenheit.«

Linhard von Hohenfelde
»Von meiner Seite auch nicht, zumal ich mich ihm schon anvertraut habe. Und vielleicht sieht er dann, dass nicht alle Nekros zum Fürchten sind. Begleite uns Greg, Osmund wird Alastair nichts erlauben, was Dir schaden könnte. Alastair war mein Uropa - der Vater von meinem Opa Dunwin. Er ist sozusagen die Graue Eminenz im Hintergrund wie er immer genannt wurde. Das Namenlose Grauen, dabei hatte er einen - komisch. Osmund ist eines unserer ältesten Familienmitglieder, vielleicht sogar das älteste. Nicht wahr Paps? Er ist alt, mächtig und für unsere Verhältnisse ausgesprochen freundlich. Wobei ich glaube fast jeden Magier aus unserer Sippe bekommst Du rum, wenn Du ihn einmal in die Bibliothek einlädst«, grinste Linhard.

Gregoire
»Das lässt sich einrichten, es ist ja meine Privatbiblio - hier treibt sich niemand ohne meine Erlaubnis herum. Nun gut, gehen wir. Ich verlasse mich auf Euer Wort und gewähre Euch meines. Gleichgültig was ich höre, ich schweige«, versprach Greg freundlich.

Brandur von Hohenfelde
»Man nannte ihn das Namenlose Grauen, weil jenes Grauen sich durch die Generationen zog. Es war nicht nur Alastair zu eigen, sondern auch Dunwin, Kunwolf und mir selbst. Das Erbe, das Böse, das in jedem von uns schlummert, mit Ausnahme von Wolfram vielleicht, aber der ist generell etwas verdreht. Manche sprechen von einem Familienfluch, doch das ist lächerlich in anbetracht der geballten magischen Macht unserer Sippe. Wem sollte es gelingen, uns zu verfluchen?«

Linhard von Hohenfelde
»Einem anderen von uns, sonst niemanden. Nur ein Hohenfelde kann einen Hohenfelde töten, so sagt man. Aber wir sind hier, damit genau das nie wieder passiert. Und ich zog gemeinsam mit Dave und den anderen aus, verbündet um Dich zu retten. Wie sagte er? Premiere, zwei schließen sich zusammen um ein Familienmitglied zurück ins Leben zu holen, anstatt es zu beenden. Damit hat er Recht. Das Schlimme ist doch, dass viele Opfer und Täter sind. Ich liebe Dave, aber ich liebe auch Dunwin. Das eine schließt das andere doch nicht aus oder? Dave war immer gut zu mir, auch wenn ich ihn einige male angezickt habe in meiner Wut. Er hat versucht, was Ansgar nur ein zwei mal versuchte. Er hat sich immer bemüht, auf seine Art. Du kennst ihn, er ist ziemlich still, aber er kann auch ganz anders, wenn man ihm dumm kommt. Aber so ist er zu mir immer lieb und umgänglich gewesen, wie Wolfram. Nun Wolfram ist ein Fall für sich nicht wahr? Er hat schon genug als Päckchen zu tragen, als das er sich noch den Mist seiner Familie anhören muss. Und Dunwin, so schrecklich wie er zu anderen war, so lieb war er zu mir. Selbst zu Lebzeiten, wo ich ihn nur aus der Entfernung sehen durfte, es ging nie was aggressives von ihm gegen mich aus. Er war eher interressiert und neugierig so wie ich. Keine Ahnung, ich habe immer zu ihm eine Verbindung gespürt. Vielleicht erging es Ansgar ebenso und er hat mich deshalb auf Abstand gehalten. Ja das Grauen wurde weitergereicht wie eine Krone - man könnte es so bezeichnen. Kommt wir gehen«, sagte Linhard und ging vor.

Brandur von Hohenfelde
»Wahre Worte«, sprach Brandur düster. »Wir selbst sind jene, die uns verfluchten und den Fluch am Leben hielten. Das hat nun ein Ende, wie so vieles. Davard war schon immer ein anständiger Mann, von seinem kleinen Nebenerwerb abgesehen. Er kann zicken, wie du es nennst, aber böse? Nein, böse ist er nicht. Er tut, was er tun muss. Nicht mehr. Womit er sich von seinem Bruder unterschied wie von vielen von uns. Ich wüsste nicht, was Wolfram schlimmes auszustehen hätte. Er schien mir sehr glücklich zu sein in seinem verborgenen Tal - bis wir kamen und ihn heimsuchten.«

Linhard von Hohenfelde
»Keine Ahnung wie es sich üblicherweise mit Flüchen verhält, aber ich vermute Ursache und Wirkung. Wer verflucht, kann den Fluch den er losließ auch brechen. Es ist ja kein Furz, den man nicht zurückholen kann weil der stinkend im Raum schwebt. Also wenn wir uns selbst verfluchen, müssen wir uns selbst davon befreien. Es war nicht nur die einzige Chance, es war auch unsere Pflicht. Denk nur an Irmina Brenda. Sie wird bald geboren werden und sie sollte in Souvagne geboren werden. Ich habe vielleicht niemals viel mit meiner Cousine zu tun, aber ich dachte sie soll ihr Leben völlig ohne Altlasten beginnen, wenn sie schon Dir zu ehren Deinen Namen trägt. Allerdings soll sie das auch so, sie ist ein unbeschriebenes Blatt und ich möchte nicht, dass nur eine Seite ihres Buches so etwas enthält wie das von Dave, Ansgar, Dir oder Dunwin... oder auch von mir. Die meisten verstehen nicht, dass Einsamkeit schmerzt. Du hast es verstanden und Greg ebenso. Du aus der Warte der gleichen Erfahrung, er einfach weil... ja keine Ahnung warum, er tat es. Diese Heimsuchung hat Wolfram außerordentlich gut gefallen, ich sprach von seinem Leben davor. Er wohnte nicht umsonst in dem Tal und hier wird er mit Marlo leben. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass er mal jemanden findet, aber ich hätte auch nie gedacht dass ich jemanden per Zufall finde«, lachte Lin gut gelaunt. Er führte sie in sein eigenes Gastquartier, wo es sich Osmund so lange gemütlich gemacht hatte. »Wir sind wieder da«, verkündete Linhard unnötiger Weise.

Osmund
»Schön, willkommen zurück«, grüßte er gut gelaunt und stellte seinen Kaffee beiseite.

Linhard von Hohenfelde
»Osmund das ist mein Verlobter von dem ich Dir erzählte - Greg, dass ist Osmund von Wigberg«, grinste Linhard.

Osmund
Osmund deutete trotz seines Alters eine Verbeugung an. »Eure Hoheit, es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen«, grüßte er freundlich.

Gregoire
»Mich freut es ebenso Eure Bekanntschaft zu machen, zudem bin ich gespannt auf Euer Können«, schmunzelte Greg.

Osmund
»Nun wozu immer Ihr einen Nekromanten benötigt - ich bin einer«, schmunzelte Osmund zurück.

Linhard von Hohenfelde
»Brandur möchte mit Alastair sprechen. Könntest Du ihn bitte beschwören?«, hakte Linhard nach.

Osmund
Osmund musterte Brandur. »Möchtest Du das?«, fragte Osmund nach.

Brandur von Hohenfelde
»Irmina Brenda?« Brandur ließ es eine Weile auf sich wirken. »Ein schöner Name! Woher wisst ihr, dass es ein Mädchen wird? Oder ist sie inzwischen gar schon geboren?« Er wandte seine Aufmerksamkeit Osmund zu. »Ja, das möchte ich. Ich möchte ihm gern den Mittelfinger zeigen. Verbal selbstredend, obszöne Gesten sind meiner unwürdig.«

Linhard von Hohenfelde
»Weil es Dir Dave auf Deiner Bestattung sagte Paps, daher«, grinste Linhard.

Osmund
Osmund nickte zustimmend. Er setzte sich gemütlich auf das Sofa und ließ sich in den Nexus fallen. Es dauerte eine Weile, als Greg schon befürchtete es würde ganz nichts geschehen, außer das Osmund gleich schnarchte - materialisierte sich eine Art schwarzes Leuchten in mitten des Raumes. Es war vergleichbar mit einer dunklen Sonne, die das Licht des Raumes zu absorbieren schien. Einen Augenblick später formte sie sich zu einem schwarzen Schatten der die Gestalt von Alastair von Hohenfelde annahm. Die Augen des Geistes glühten in einem unheilvolleren, wesentlich dunkleren Ton und der Blick mit dem er sie bedachte sprach Bände. Greg trat unbewusst einen Schritt vor Linhard und griff nach einer Waffe, die er privat gar nicht trug. »Schick es wieder weg«, flüsterte Greg Linhard zu. Linhard zog Greg zurück und schüttelte kaum merklich den Kopf. »Er kann nichts tun, außer giften und bösartig gucken. Und Kälte verbreiten«, flüsterte Linhard zurück.

Alastair
»Schau an... welch missrate Brut wagt es hier mich zu rufen? Der Nichtsnutz eines Nekromanten, der zweimal starb? Die Nachgeburt eines Puries samt seinem Spielzeug und ... Osmund ... Du widerwärtiger Verräter ...«, zischte Alastair grollend.

Osmund
»Ich grüße Dich auch Alastair...«, gab der Nekromant ungerührt zurück.

Brandur von Hohenfelde
Brandur spürte die altbekannte Angst zurückehren. Alastair war eine Macht, die alle von Hohenfeldes, die sie hatten erleben müssen, fürchteten. Seine Söhne machten da keine Ausnahme - diese besonders nicht. Er war froh, dass die Erscheiung Linhard vorerst ignorierte, von der unfreundlcihen Begrüßung abgesehen. »Wie schön, dass du dich zu diesem Anlass von deiner besten Seite zeigst, Vater«, sprach Brandur. Würde er noch leben, hätte er es nicht gewagt - und auch nicht im Tode, wäre das letzte Jahr nicht geschehen. Es hatte ihn verändert, so wie sie alle. Brandur sah nun einen Grund, dem Manne, der ihn gezeugt hatte, gegenüber zu stehen ohne zu weichen. »Ich habe dich aus zweierlei Gründen rufen lassen. Erstens, um dich zu demütigen. Du bist nun hier, Osmunds Spielzeug und hast keine Macht mehr, über keinen von uns. Zweitens, um dir etwas mitzuteilen, was dich noch mehr demütigen wird.« Brandur hatte das Gefühl, dass die Bosheit in der Erscheinung mit jedem seiner Worte größer wurde. Er würde lügen, würde er behaupten, nur, weil er gestorben war, diesen Mann nicht mehr zu fürchten. Er versuchte seine Substanz so gut es ging unter Kontrolle zu halten doch er konnte nicht verhindern, dass sein blaues Leuchten zu einem hässlichen Dunkelgrün verwelkte.

Alastair
Der Geist des alten Nekromanten nahm eine fast lässige Körperhaltung ein. »Mein lieber Sohn... ich kann vielleicht einem Lebenden nichts anhaben, aber wir beide... Du und ich... wir teilen die selbe Sphäre. Du möchtest mich demütigen? Nun da bin ich doch tatsächlich gespannt... was hast Du getan um mich demütigen zu können? Und bitte verschone mich mit Deinen Pseudeograusamkeiten... nun ich bin... ganz Ohr wie man so schön sagt«, erklärte Alastair. Sein Gestalte verwehte und nahm genau vor Brandur wieder Form an. »SPRICH WURM!« befahl der Geist und Linhard wie auch Greg zuckten synchron zusammen.

Osmund
Osmund schüttelte kaum merklich den Kopf. »Ganz ruhig Ihr beiden, er ist sowas wie ein Gewitter - nur ohne Blitz - reines Donnern. Das ist ebenfalls harmlos. Und Du Alastair, reiß Dich zusammen oder ich reiße Dich auseinander«, knurrte Osmund. Die Aussage schien Greg nicht sonderlich zu beruhigen, denn er bildete optisch nun den genauen Kontrast zu Alastair, er war schneeweiß

Brandur von Hohenfelde
Brandur musste sich extrem zusammenreißen, ruhig zu bleiben. Er rief sich ins Gedächtnis, dass Osmund ein äußerst fähiger Nekromant war und selbst einen machtvollen Geist wie diesen würde bändigen können. »Es ist nicht meine Absicht, grausam zu sein. Ich habe dir lediglich die Fakten dargelegt und werde damit nun fortfahren. Ich habe nichts getan, außer zu sterben. Linhard war es, der dir durch seine Taten auf das Grab spucken würde, wenn du eins hättest. Ich habe dich rufen lassen, um dir mitzuteilen, dass du gescheitert bist. Dunwin und ich haben uns ausgesöhnt. Wir sind wieder Brüder. Meine ausgelöschte Familie, sie lebt fort - in Linhard, der mein Sohn geworden ist. Die Familie, sie hat sich unter ihm als Oberhaupt vereint. Ihm, dem Nichtmagischen - und sie sind ihm freiwillig gefolgt. Die Familie hat dem Alten Weg, dem Dunklen Pfad kollektiv abgeschworen. Kein Tropfen unseres Blutes wird mehr vergossen werden durch eigene Hand.« Brandur zwang sich, etwas zu lächeln. Seine Substanz flackerte leicht.

Alastair
»Die Familie... woher willst Du wissen, was meine Beweggründe waren? Kannten wir uns...? Du sprichst als wäre etwas Schlechtes daran gewesen Euch zum Sieg, zur Härte, zur Entschlossenheit zu führen. Nur weil Du gescheiert bist Träumer, heißt das nicht dass wir alle gescheitert sind. Der Same der Hoffnung lebt in all meinen Söhnen weiter... es sei denn sie sind tot. Sind sie alle tot? Alle einschließlich Dir?«, fragte Alastair auf einmal etwas umgänglicher.

Brandur von Hohenfelde
»Wir alle sind gefallen und jeder Einzelne durch die Hand eines der unseren. Vielleicht erfüllt dich das mit Genugtuung, mich erfüllt es mit Schmerz. Das ist nicht das, was ich mir für meinen letzten verbliebenen Sohn wünsche. Wir kannten uns nicht. Doch was ich von dir habe kennenlernen müssen, lernte ich nicht zu lieben. Von daher hielt sich mein Interesse daran, dich näher als nötig kennenzulernen, in Grenzen.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard strich Greg einmal über den Arm als Zeichen, dass er bleiben sollte wo er war und um ihm etwas die Angst zu nehmen. Dann bezog er neben Brandur Stellung und musterte Alastair. Bis auf die Farbe sah er genauso aus wie die Gestalt auf den Gemälden. Die Gestik und Mimik hatte enorme Ähnlichkeit mit der von Dunwin - so als wollte er sie parodieren. Oder wollte Dunwin einst Alastair kopieren und hatte die Gesten förmlich einstudiert? Bewusst oder unbewusst? In Gleichheit sah man oft einen Verbündeten. Aber Dunwin hätte eines wissen müssen, ein Hohenfelde betrachtete sein eigenes Blut selten als Verbündeten, viel mehr ging er stets von einem Hinterhalt aus. Und je ähnlicher er selbst Alastair wurde, je gefährlicher würde Alastair ihn einstufen und auf Abstand halten. Aber die Körperhaltung fand Linhard erinnerte an Dave. Irgendwie stolz, gerade aufgerichtet und dennoch lauernd. Lin stand nahe neben Brandur, da er ihm anders keinen Beistand leisten konnte.

Alastair
Alastair schwieg für seine Verhältnisse ungewöhnlich betreten. »Ihr Vier seid alle tot? Ich hatte gehofft dass wenigstens mein Purie überleben wird... aber auch er starb... durch wessen Hand? Ich habe niemals gewollt dass Ihr alle sterbt, nur drei von Euch - nur war dieses unheilige Bündnis zwischen manchen von Euch unerträglich«, zischte Alastair und musterte Linhard stechend.

Linhard von Hohenfelde
Lins Augen wanderten für einige Sekunden zu Brandur und seine Augenbraue zuckte minimal nach oben. `Vier?´, zeigte er kurz mit den Finger und legte minimal den Kopf schief.

Brandur von Hohenfelde
Auch Brandurs Augenbrauen zuckten nach oben, nicht nur eine, wie bei Linhard, sondern alle beide. »Vier? Gibt es noch einen Bastard, von dem ich nichts weiß? Mein Bruder Dunwin fiel durch die Hand Ansgars, durch den auch ich den Tod fand. Wir standen kurz davor uns gegenseitig auszulöschen. Das war es, was der Alte Weg uns brachte - den eigenen Untergang.«

Alastair
»Blind und beschränkt wie eh und je... wo versteckt man am besten etwas vor Euch drei Pappnasen? Vor Eurer Nase... wo würde jeder gute Nekromant das kostbarste bewahren was er hat? Ein Kind der Liebe? Bei sich in der Gruft... Du hattest doch ebenso eine Liebste nicht wahr?... Nun ich verwehrte es Dir nicht, da Du kein Tier wähltest wie der unsägliche Dunwin... eine Albe... widerwärtig.... abstoßend.... ekelerregend... Er lebte unter Euch, geduldet, gewünscht, mit besten Veranlagungen ganz nach meinen Vorgaben großgezogen. So wie er hättet Ihr ebenso werden sollen... aber Du mein lieber Brandur... Du wolltest keinerlei Härte annehmen.... wobei in Deinem angenommenen Sohn sehe ich seine Veranlagung... durch mein Blut weitergegeben an Dunwin und er gab es weiter an ihn... Nun dann höre zu, da Du so tot bist wie ich und er ebenfalls gefallen ist, werde ich Dir etwas von mir erzählen, was Du vermutlich nicht glaubst. Einst habe ich mich verliebt... tja... kaum vorstellbar nicht wahr? Es war einer dieser belanglosen Bälle mit belanglosen Menschen die bestenfalls als Bastelmaterial gedient hätten... und dann sah ich sie. Eine steinerne Miene, pure Verachtung im Gesicht, blass wie eines meiner Geschöpfe, kohlrabenschwarze Haare und ebensolche Augen. Sie war atemberaubend schön und eiskalt. Wir lernten uns kennen und wir lernten uns lieben. Sie hatte ihre kleine Schwäche, sie hatte mein Arbeitsmaterial zum Fressen gerne... nun jede Frau hat so ihr kleines äußerst intimes Geheimnis nicht wahr? Sie schenkte mir einen Sohn Brandur - der vierte von Euch im Bunde. Ihr Ehemann war nicht sehr amüsiert über diesen Zustand. Nun was scherte es mich, wir hatten einander... Als er geboren wurde, war ich anwesend. Es war ein äußerst erhabenes Gefühl ihn im Arm zu halten. So winzig, so blass mit den gleichen schwarzen Haaren wie seine Mutter, winziger Flaum bedeckte seinen Kopf. Und ich wusste was ich zu tun hatte, sie wusste es ebenso - wir gaben ihn am selben Tag fort zu seiner Amme. Erchan - echt, rein - so wie meine Liebe zu ihr. Übersetzt Archibald. Mit vollem Namen nach seiner Mutter benannt - Archibald von Dornburg. Und genau jener Sohn, dieser Sohn den wir in Liebe zeugten, tötete die Frau die ich liebte! Unverständnis, Rache, krankes Schicksal? Oh nein! Diese widerwärtige Brut von Dunwin hatte ihn angestiftet, meine Rigmor zu töten. Und als wäre dies nicht schon ein Schlag ins Gesicht, wagte es diese lächerliche Kreatur, genau jene Kette zu tragen, die ich meiner Liebsten schenkte zur Geburt unseres Sohnes! Du kannst Dir nicht vorstellen, wie ich dafür verabscheute und hasste... und wie ich ihn immer noch verabscheue... aber nungut... Mein lieber Brandur... Seelen die zusammengehören finden auch danach wieder zueinander.... ich war immer noch auf der Suche nach Rigmor.... nun werde ich Erchan suchen... Trotz allem hätte ich auch Dir oder jedem anderen den Sieg gegönnt, aber nicht Dunwin, ihm niemals, nicht für seinen Frevel«, erzählte Alastair.

Brandur von Hohenfelde
»Erchan ist tot«, sagte Brandur. »Mein Leibdiener hat ihn getötet, dein Kind der Liebe, deinen Archibald. Mein Leibdiener Kasimir ist ein Vampir, der den Menschenfresser zum, nun ja, zum Fressen gern hatte!« Brandur lachte ein trockenes, kurzes Lachen. »Er hat ihn ausgesaugt bis auf den letzten Tropfen und ich habe mir anschließend eine Puppe aus seinen Knochen gebaut, die ich mit seinem Geist befüllte um mich damit zu vergnügen!« In seinem Inneren ging es völlig anders zu, als er nach außen zur Schau trug. Archibald sollte mit ihm verwandt sein? Sein Halbbruder sein? Das konnte nur ein widerlicher schlechter Scherz sein, so wie der, den er sich gerade erlaubte! Andererseits ... je länger er darüber nachdachte, umso wahrscheinlicher erschien ihm diese Möglichkeit. Und die Erkenntnis erfüllte ihn mit Ekel und tiefem Hass.

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Alastair an. Wie Dunwin und Archibald miteinander umgingen, hatte auf einmal eine ganz andere Bedeutung. Wie hatten sie sich genannt? Wahlgeschwister! Sie wussten es selbst nicht. Jedenfalls wussten sie es nicht bewusst, sie hatten es gespürt und hatten sich verbündet. Schlagartig sah das Verhalten zwischen seinem Paps und Arch auch anders aus. Wenn Lin so drüber nachdachte, hätte Arch Brandur vermutlich töten können. Aber er tat es nicht. Was hielt ihn eigentlich davon ab? Die Zuneigung zu Dunwin? Diesem war er ja scheinbar böse und die Zuneigung zu ihm, war sicher nicht dermaßen groß, dass er Brandur einfach akzeptierte. Auf Dunwins Geheiß hin hatte er damals versucht Brandur zu töten. Aber blendete man das aus, dann hatten sich die beiden bei Wolfram gezofft - ja wie er und Wolfi, wenn sie sich mal wieder nicht grün waren! Linhard rieb sich die Stirn. Das war kein dämlicher Witz von diesem Geist, es war eine Tatsache. Alles was seltsam erschienen war, alles was man nicht erklären konnte war auf einmal erklärt - und auch dass Arch Dave anging. Er war sein Onkel und er war sein Großonkel. Dann wäre Derya seine Tante! »Derya ist meine Tante... »,flüsterte Linhard seinem Paps zu und versuchte ihn zu greifen um ihm trotz allem körperlichen Halt zu geben.

Alastair
Alastair musterte mit einem Gesicht, dass Brandur zu Lebzeiten niemals gesehen hatte, purer Schmerz. Seine Gestalt verblich und verging wie Nebel in der Sonne. Es dauerte eine Weile, bis Osmund ihn zurückgezwungen hatte. Alastair starrte sie nicht länger feindseelig an, sondern wie einer Person die rein aus Zwang vor ihnen stand und jede Sekunde zählte gehen zu dürfen.

Brandur von Hohenfelde
»Bei der Nachricht vom Tod von uns Dreien sah deine Reaktion etwas anders aus.« Brandur sagte dies ohne Vorwurf. Es war eine Feststellung, die ihm sehr weh tat. Sein Blick wurde anders. »Sei dankbar, dass nicht ich dein Beschwörer bin«, zischte er. »Sonst hätte ich dich nun in die Gebeine deines eigenen Sohnes gebannt, deines einzigen wahren Sohnes, wie es scheint! Darin hättest du dich in alle Ewigkeit mit dem Zustand seines Ablebens auseinandersetzen dürfen! Er starb und seine Brut wird ebenfalls sterben! Ich bin nicht gefallen, damit es weitergeht, damit DU weitergehst!«

Alastair
»Es gab nur einen der sich abwandte, aber was spielt das für eine Rolle, wenn alle fielen. Du warst schon immer ein Träumer Brandur. Würdest Du noch leben, dann hättest Du dazu so wenig Mumm wie früher. Und hättest Du den Mumm... nun dann hätte ich alles richtig gemacht. Du hattest so großes Potential und dennoch war alles verschenkt. Du hättest genau wie Kunwolf meine Nachfolge antreten können. Erchan außen vor, er war was er war. Er war mit anderen Maßstäben gemessen und dennoch zeigte er unser Blut und den Biss seiner Mutter. Es mag sein dass alles zu Grunde ging, aber nicht alle Hohenfelde sind tot oder verweichlicht. Einer von uns wird sich erinnern. Vielleicht nicht heute Brandur, möglicherweise auch nicht diese Generation... aber eines Tages wird Dein Unrecht gesühnt werden. Es wird ein Kind geboren mit der Macht die stets in uns wohnte und der passenden Seele. Ich war diese Seele nicht, ich habe ebenso versagt. Getötet von einem Mann, der seine Kinder vor uns abschirmte. Ein Mann der eine Purie heiratete - nun vielleicht ist genau ihr Blut frisches Blut. Wer weiß... vielleicht macht es Dein Purie besser als ich es je konnte... mich hat nie gestört das Dunwin ein Purie war. Mich hat gestört, dass er mir meine Liebste raubte. Und wo wir schon bei ehrlichen Geständnissen sind, seine Hure scherte mich nicht. Ich hätte sie ihm gelassen, wie Dir oder Kunwolf. Aber er tötete meine Liebe und so nahm ich ihm seine samt Kind. Hat er wirklich gedacht, ich ließe ihn damit durchkommen? Hielt er mich für so weich, nachgiebig und schwach? Nun ich habe ihn eines besseren belehrt. Man mag mir Versagen und Schwäche vorwerfen, aber eines nicht - ich ließ keine Rechnung offen. Nun bis auf die letzte vielleicht. Was denkst Du wie ich an den Familienthron kam Brandur? Du eine Tasse Matetee und eine Diskussion? Ich musste mir den Weg dahin freimorden. Meinst Du nicht ich wäre nie einsam gewesen oder hätte meine Brüder nicht vermisst? Ich weiß was Brudermord bedeutet - und er... er wird es auch bald wissen. Jeder von uns weiß es. Es ist nicht so, dass ich Euch nicht liebte... ich liebte Euch und wollte Euch das Beste mitgeben. Jeder von Euch hatte die gleiche faire Chance Brandur... ich habe nicht eingegriffen oder die Waffen für Euch gewählt. Ich war ein guter Vater...«.

Brandur von Hohenfelde
»Du warst überhaupt kein Vater«, sagte Brandur und es klang nicht ganz so eisig, wie er es sich gewünscht hatte. Er spürte, dass es ihn alle Kraft kostete, nicht vor ihm erneut zu dem verängstigten jungen Mann zu werden, der er einst gewesen war. »Und ich schwöre dir, dass du in allem, was du je von uns wolltest, scheitern wirst. Ich werde erneut unter den Lebenden wandeln. Dunwin und Kunwolf werden es auch. Wir alle Drei. Und wir werden gemeinsam stärker sein, als wir es allein je hätten sein können! Mein Sohn wird nicht dein Werkzeug. Niemand wird es mehr sein. Kein einziger. Was du von mir hälst ist irrelevant. Du wütest, weil du leidest. Wäre ich der Mann von vor einem Jahr, hätte ich das genossen. Jetzt widert es mich nur noch an.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard schüttelte langsam und bedächtigt den Kopf. »Labere keinen Stuss Ala, Deine Zeit war schon um bevor sie begann und gefällt hast Du Dich ganz alleine. Durch Deine pure Ignoranz und Arroganz. Du warst nicht mal ein Monster Alastair. Du warst ein Trottel, dass einem falschen Bild nacheiferte wie Dunwin. Er erkannte im Tode die Wahrheit. Und ich werde meinen Bruder nicht zu Leide tun, finde Dich damit ab. Was in zig Generationen sein wird? Zig Hohenfelde werden geboren, geliebt und werden lieben und der alte Weg der vermeintlichen Stärke wird vergessen sein. Wie sagte einmal wer? Schwäche zugeben ist eine Stärke. Wer sagt denn, dass eine Einzelperson permanent stark sein muss. Vor allem gegen selbsterschaffene Feinde. Unser neues Motto lautet - man wendet sich nicht gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich. Denn genau das werden wir hier - eine Familie. Wir wachsen zusammen. Und Erchan - Du sprichst von Liebe? Hast Du Dir den Mann jemals zu Lebzeiten angeguckt? Wir haben ihn gesehen, beide Seiten. Eine bis auf den Grund seiner Seele gestörte und pervertierte Person. Eine Person die dermaßen einsam ist, dass sie verrückt wurde. Anders kann man es nicht erklären. Denn er erklärte mir einst, was mit jenen passiert die so einsam sind, dass sie sich innen hohl und leer fühlen. Sie füllen die Einsamkeit mit anderen Dingen. Die meisten Menschen mit Essen - er füllte sie damit, was er vermisste. Andere Personen. Das er sie anders in seiner Nähe haben kann, begreift er nicht. Begriff er nie und er hatte tausendfach die Chance. Du hast das Beinhaus geschaffen das wir geräumt haben und nicht dieses Ding, dass ihr am ersten Tag seiner Geburt dermaßen deformiert habt, dass es selbst nicht weiß was es ist. Wenn dieses Ding je geliebt wurde, dann von Jesper und Kasimir. Er selbst hat sich nie geliebt. Wenn das Dein Sieg ist - bitte. Du hast es geschafft, dass vier Deiner eigenen Kinder bereits einen Tag nach ihrer Geburt zu Grunde gingen. Und weshalb? Weil Du zu Grunde gegangen bist. Du bist kein Vater, Du bist ein verblendeter Idiot. Er hier - er ist ein Vater! Er hat mich beschützt, angeleitet und geliebt. Was hast Du je getan, woran sich einer in Liebe erinnert? Wer? Kunwolf? Was hätte er zu sagen? Brandur oder Dunwin? Sogar Dein Erchan, an was könnte er sich erinnern, wo er sagt - schön dass es Papa gab und wenn es nur eine Situation ist! Nichts! Du hast gar nichts. Sie kannten Dich nicht, keines Deiner Kinder. Wie kann man sein eigenes Kind abgeben. Und Du wagst es von Liebe zu sprechen? Hättest Du geliebt, dann hättest Du mit Deiner Macht den Weg beendet. Und nebenbei, Erchan fand seine Familie und die werte Mama dermaßen ekelerregend dass er ihr aus freien Stücken den Schädel spaltete wie Kantholz und die Rübe abschlug. Dunwin hatte damit gar nichts zu tun. Er ist ihm nur die ganze Zeit atemlos hinterher geflitzt und als Dankeschön bekam er den Scheiß Klunker. Nur so nebenbei«, grollte Linhard und bezog mit Brandur Schulterschluss.

Brandur von Hohenfelde
Brandur wehte einen Substanzfaden durch Linhard, damit er spürte, dass sie beisammen waren, auch wenn eine ganze Dimension zwischen ihnen lag. Die magischen Ebenen überlagerten sich und doch waren sie in zwei Welten. Noch. ›Danke, Linhard‹ übermittelte Brandur ihm mit dem Substanzfaden. ›Lass dich nicht von ihm zu einem Werkzeug des Hasses machen. Es ist leicht, ihn zu hassen und sich von ihm provozieren zu lassen. Aber man ärgert ihn viel mehr, wenn man Güte zeigt, sogenannte Weichheit. Eigentlich sollte man ihn nicht einmal damit noch ärgern wollen, sondern ihm zeigen, dass er und sein Erbe vergessen sind.‹ Brandur wandte sich an den schwarzen Geist. »Wie war eigentlich deine Kindheit, Alastair? Genau so glücklich wie die unsere?«

Gregoire
Greg gesellte sich zu Brandur und Lin, dabei hakte er sich bei Linhard ein. Die Gruppe auf diese Art zu erleben, war verstörend, beängstigend aber auch extrem selbsterklärend. Warum Linhard sich einsam fühlte war Gregoire nun mehr als begreiflich und warum Brandur wieder leben musste auch. Er drückte seinem Verlobten einen Kuss auf die Wange. »Wir holen sie zurück - alle vier. Wir packen dass, macht Euch keine Sorgen«, sagte Greg vehement und starrte den Geist an. »Ich kenne Dich nicht und ich lege auch keinen Wert drauf. Ich habe Brüder und ich kann Dir nur eines sagen - Du weißt nicht, was Du verpasst hast. Du hast keine Vorstellung davon wieviel Macht in brüderlicher Liebe und eisernem Zusammenhalt steckt. Deine Macht war völlig wertlos«.

Brandur von Hohenfelde
Ein weiterer Substanzfaden löste sich und stupste Gregoire an. ›Hättest du nicht schon meinen Segen gehabt - nun hättest du ihn. Du bist ein guter Junge. So wie mein Sohn.‹

Alastair
Alastair hörte ihnen kommentarlos zu. »Meine Kindheit war wie Eure, dank meines Vaters Kylion. Und ihm erging es nicht anders, jeder wahrte die Tradition... Ihr könnt nicht begreifen was Verantwortung für die Blutlinie bedeutet«, warf der Geist ein.

Linhard von Hohenfelde
Linhard versuchte sich so gut es ging darauf zu konzentrieren wie sehr er seinen Paps liebte und hoffte die Botschaft kam durch den Faden an. Greg schmunzelte Brandur dankbar an und nickte knapp. »Nein mir völlig unbekannt, wir haben mit Blutlinien und so auch nichts am Hut, wir regieren nur ein ganzes Land und keine so wundervolle Holzhütte wie Du im holden Naridien«, warf Greg ein.

Brandur von Hohenfelde
»Dein Gerede bereitet mir Kopfschmerzen«, behauptete Brandur, obwohl er keinen Kopf mehr besaß. »Verantwortung - für was? Für den Erhalt der Linie? Indem neun von zehn durch eigene Hand sterben? Macht das irgendeien Sinn? Von welcher Verantwortung sprichst du, Mann, der sich mein Vater schimpft?«

Alastair
»Von der die man mich lehrte und die Du scheinbar vergessen hast!«, zischte Alastair wütend, da er spürte wie ein seltsam komisches Gefühl sich in ihm breit machte, als er über seine eigenen Brüder nachdachte.

Brandur von Hohenfelde
»Ein sehr inhaltsarmer Satz für einen so intelligenten Mann. Für was übernahmst du Verantwortung, Alastair? Denke nach und antworte mir.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Alastair. »Pocken zum Beispiel? Wolltest Du sicher gehen, dass auch jeder den Spaß mal mitmachen darf? Dann hast Du Dich vergessen, oder hast Du Dich auch infiziert, um Kollektiv-Spaß zu erleben? Ich meine Dave hat nichts davon erzählt, dass ihr alle lustig vor Euch hin gestunken hättet. Hättest Du Verantwortung übernommen, dann hätte die Familie wahre Macht. Denk mal an die Wigbergs - jeder ihrer Magier ist noch da. Und nun stell Dir vor, Du würdest mit Deinen Brüdern und Söhnen kämpfen - anstatt allein. Das wäre schon eine andere Hausnummer oder. Wie hießen die überhaupt?«, fragte Linhard wie nebenbei.

Alastair
»Bin ich hier bei der Inqisition? Für Euch übernahm ich als Vater die Verantwortung, für Eure Ausbildung und Erziehung. Ich habe Euch aufs Leben vorbereitet. Die Namen meiner Brüder sind unwichtig, genauso wie die meiner Söhne - sie sind tot«, sagte Alastair mit einem Sträuben in der Stimme.

Gregoire
»Du hast sie aufs Sterben vorbereitet und nicht aufs Leben. Rede Dir ein was Du willst, den Göttern sei Dank, dass Du nicht mehr Kinder versaut hast«, stöhnte Greg.

Linhard von Hohenfelde
»Er hat hunderte Kinder versaut, dank Erchan. Kinder die Eltern hatten, die sie wirklich liebten. Die sich gefragt haben warum die nicht heim kommen. Oder Kinder die gar nichts mehr hatten, nur das nackte Leben. All jene hat er geholt, um ihnen Deine »Reinheit« zu schenken, um ihnen die Einsamkeit zu nehmen und sich. Er hat sie sich einverleibt. Man kann wen umarmen, aber das ist nicht genug. Er muss eins werden, sie missbrauchen und fressen und dann ist alles gut. Wundervolle Liebe nicht wahr? Schade das Du ohne Körper bist - er hätte Dich mal lieben sollen, so wie Dave oder Ansgar. Ich hätte sehen wollen, ob er dann immer noch so hieß... oder ob Du vielleicht begriffen hättest, WAS Du da geschaffen hast. Wie abgrundtief verbohrt muss man sein um einen Menschen so zu zerstören? Wie pervers muss man selbst sein oder verletzt um sein Kind dafür zu misshandelt, weil es wagt Träume zu haben. Und was für Träume der Träumer hatte - verbotene Träume. Familie, Freude, Glück, Gemeinsamkeit - ja das musste ihm Keim erstickt werden. Und warum? Warum?«, zischte Lin.

Gregoire
»Weil er es selbst niemals haben durfte - der Neid des Besitzlosen«, antwortete Greg. Alastair antwortete nicht, aber seine Gestalt flackerte für einen winzigen Augenblick auf.

Brandur von Hohenfelde
Brandur waren die Worte genommen worden. Er starrte den Geist an. Das Grün, zu dem er geworden war, nahm einen giftigen Farbton an, wie alchemistischer Dampf. Die Worte hatten ihn so tief getroffen, wie Worte nur treffen konnten. »Er kann es dir nicht beantworten, Linhard. Denn er weiß es nicht. Er plappert nach wie ein Papagei. Ich kann ihn nicht mehr hören ... ich oder er, einer von uns muss gehen. Wenn ihr noch reden wollt, bitte. Ich kann in der Bibliothek warten.«

Linhard von Hohenfelde
»Das ist keine Frage - er geht«, antwortete Linhard.

Brandur von Hohenfelde
»Nicht in den Nexus! Er soll in einen Gegenstand gebannt werden. Einen, der seiner würdig ist.«

Alastair
Alastair schüttelte den Kopf. »Ihr werdet es nie verstehen... », sagte der Geist während er sich auflöste und verschwandt.

Brandur von Hohenfelde
»Zu spät«, seufzte Brandur. »Nun gut. Es wäre eine nette Spielerei gewesen, ihn in einem Nachttopf zu sehen.«

Osmund
Osmund schaute Brandur an. »Soll ich ihn zurückholen? Ich hatte den Kerl gerade losgelassen«, erklärte der alte Nekromant. Was er von dem Gespräch und Alastair hielt, sah man ihm deutlich an. Er verbarg keines seiner Gefühle, die Maske war nicht notwendig.

Gregoire
»Am Ende hätte es ihm noch gefallen«, lachte Greg, was auch Linhard losprusten ließ.

Osmund
»Man steckt nicht drin«, grinste Osmund.

Gregoire
»Er in dem Falle schon, aber ich glaube wo immer dieser Geist hingegangen ist, er hat viel nachzudenken so wie er aussah. Die Ausreden galten ihm selbst, nicht Euch. Sonst hätte er Euch zusammengestaucht, er hat sich gerechtfertigt auch wenn er das abstreitet. Und die Namen seiner Brüder konnte er nicht nennen - es tat ihm weh. Glaubt mir das«, sagte Greg.

Brandur von Hohenfelde
Brandur winkte ab. »Es wäre nur eine weiterer Schritt auf dem Weg gewesen, von dem er sich wünscht, dass wir ihn gehen. Es ist besser, dass er fort ist. Mag er dort nach dem Sohn suchen, den er nicht finden wird.« Sehr langsam und gebeugt schwebte Brandur ein wenig umher.

Osmund
»Seine Brüder hießen Heilwig, Bodwolf und Dansard - sie waren zu viert. Dans war der jüngste und sein Lieblingsbruder, bis nunja Ihr kennt die Geschichten. Kurzum Heilwig, Alastair, Bodwolf und Dansard - Kylions Söhne«, antwortete Osmund.

Brandur von Hohenfelde
»Meine Onkel«, ergänzte Brandur.

Osmund
»Deine Onkel, nicht minder harmlos aber als Jungs genauso zueinander wie Ihr drei einst. Bis Kylion die Bande löste und sie sich auslöschten«, bestätigte Osmund.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute Brandur ernst an. »Wirst Du es Dunwin sagen Paps? Wirst Du ihn über Archibald aufklären? Was machen wir mit ihm jetzt? Er ist mein Großonkel«, warf Linhard ein.

Gregoire
»Und Ihr wollt sie alle wiederholen? Oder nur Kunwolf, Dunwin und Erchan?«, hakte Greg nach.

Brandur von Hohenfelde
»Dunwin und Kunwolf werden wieder leben. Ich will es nicht nur besser machen, ich will umkehren, was geschehen ist. Es muss einen Weg geben! Es muss einfach!« Brandur war am Ende nach dieser Begegnung. »Und vielleicht ... vielleicht ...« Linhard unterbrach seine Gedanken. »Damit er ihn noch mehr mag, den Widerling? Ich werde es ihm nicht sagen, keinem von ihnen! Und du wirst nicht mit der Brut Alastairs ein Kind zeugen! Soll das Grauen sich potenzieren? Junge! Denk doch mal nach!« Er wandte sich Gregoire zu. »Alle? Wir können sie nicht alle ... wir haben Magier in der Familie. Unwahrscheinlich mächtige Magier wie Oswald, aber er ist nicht der Einzige. Diese Blutnekromantie ... warum haltet ihr sie dermaßen unter Verschluss! Solche Taten könnten ungeschehen gemacht werden! Nicht nur in unserer Familie. Jeder Mord ist ein Mord zu viel. Man könnte all die Taten, man könnte die Zeit umkehren! Es muss doch eine Möglichkeit geben, Euch dazu zu bewegen, uns zu helfen!«

Gregoire
»Weil alles aus einem bestimmten Grund geschieht, deshalb Brandur. Aber es geschah auch aus einem bestimmten Grund warum ich Linhard traf und wir uns. Und warum ich dies erfuhr oder wir von einander. Ich werde mein möglichstes tun um Euch zu helfen. In wie weit Euch geholfen wird, weiß ich nicht. Ob Dreux da sehr zugänglich wäre, weiß ich nicht. Er würde eine Erläuterung verlangen und in solchen Dingen wäre Vater weitsichtiger als Dreux. Wobei ich das nicht mit Bestimmtheit sagen kann. Vielleicht wäre auch Vater konservativ und Dreux offen Euch zu helfen. Ich rede mit beiden. Ich versuche es, ich verspreche es Dir«, antwortete Greg freundlich.

Linhard von Hohenfelde
»Wenn sie es nicht sofort erlauben, kann einer von unseren Magier die Magie erlernen? Das wäre auch eine Lösung«, bot Lin an.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte steif. Mehr konnte er nicht tun. Jetzt weiter zu drängen, würde nur das Gegenteil bewirken. »Die Bücher ... ihr solltet nicht alles unter Verschluss halten. Es ist gegenwärtig unmöglich, sich die Blutnekromantie autodidaktisch anzueignen, selbst die einfachsten Anfängerverfahren. Bedenkt, wie viel Elend und Leid gemindert werden könnte. Ich rede nicht von Menschen, die durch Altersschwäche gingen. Sondern jenen, die um ihr Leben betrogen wurden. Kinder, die durch Krankheiten starben oder weil ihre eigenen Eltern sie verhungern ließen. Ermordete Töchter, im Krieg gefallene Söhne. Diese Magieform ist ein Geschenk Ainuwars und hätte ich eher davon gewusst ...« Der Geist musste sich abwenden.

Gregoire
»Ich verstehe es Brandur... es ist wohl die freundlichste Form der Magie neben der Heilmagie. Die erhabenste Art. Du hast mich auf Deiner Seite. Für die Anwendung muss ich mit meinem Bruder sprechen, er ist der Magier in der Familie. Habe ein paar Tage Geduld«, bat Greg.

Brandur von Hohenfelde
Brandur gab sich fügsam. Er nickte ein weiteres mal mit betretenem Gesicht. Doch innerlich horchte er auf. Nach Linhards Schilderungen hatte er schon geahnt, dass der dritte Bruder ein Magier sein musste. Ob er nun selbst Blutnekromantie beherrschte oder nicht - er war derjenige, über den man an die Blutnekromanten herankam. Vielleicht ließ sich durch geschickte Gesprächsführung herausfinden, welche Magierichtung er beherrschte, um zu schauen, inwieweit man auf ihn Einfluss nehmen konnte. Oder vielleicht konnte Davard es mit seiner Geistmagie erspüren? So oder so hatten sie nun eine unverfehlbare Fährte. »Danke, Gregoire«, sagte Brandur und lächelte. Das Lächeln war ehrlich.

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