Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde 02 -- Die Macht hinter den Mauern

Die einstige naridische Adelsfamilie von Hohenfelde beschloss, die blutige Vergangenheit hinter sich zu lassen und in Souvagne einen Neuanfang zu wagen. Mit von der Partie sind die verb├╝ndeten und verwandten Familien von Wigberg und von Eibenberg.
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Linhard von Hohenfelde
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Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde 02 -- Die Macht hinter den Mauern

#1

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 21. Jul 2018, 13:24

Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde
-Die Macht hinter den Mauern-

Linhard von Hohenfelde
Linhard traf sich drau├čen vor den Stallungen mit Ciel. Er hatte bereits Aquilla sein Drachenhuhn gesattelt und streichelte das gro├če, treue Tier. Als Ciel sich zu ihm gesellte grinste Lin ihn gut gelaunt an und schwang sich in den Sattel. Er reicht Ciel die Hand und zog ihn auf den R├╝cken von Auqilla hoch. "Es ist eine Ecke bis Naridien, sichere Dich mit den Gurten", bat Lin. Er wartete ab, bis Ciel die Vorgabe umgesetzt hatte, dann gab er Aquilla das Zeichen zum Aufbruch. Das gewaltige Drachenhuhn sprang in die Luft und wie immer hopste einem dabei der Magen in die Kniekehlen. Sie schlug hart mit den Fl├╝geln und gewann schnell an H├Âhe, ehe sie Richtung Naridien davon flog. "Ist das geil oder ist das geil? Ich kenne keinen besseren Zustand, als auf Aquillas R├╝cken durch die Gegend zu fliegen", br├╝llte Lin nach hinten um das Tosen des Windes zu ├╝bert├Ânen. Heute herrschte ein rauer Wind, aber das st├Ârte Linhard nicht weiter. Die Brise wehte frisch und kalt. Je h├Âher sie kamen um so eisiger wurde die Luft. Die Landschaft unter ihnen zog dahin, wechselte sich ab mit W├Ąldern und Feldern, man sah die gro├če Zerst├Ârung die der Krieg angerichtet hatte. Wie eine Narbe hatte sich die Flu├čumleitung ins Land gefressen. Solange sie noch auf ihrem Gebiet waren, sah Ciel, dass die Wiederaufbauarbeiten in Neu-Souvagne im vollen Gange waren. Souvagner waren stur und flei├čig. Das konnte man ihnen nicht absprechen. Sie scheute eigene H├Ąnde Arbeit nicht. Aquilla ├╝berquerte die Heimat der Wychtel und sie konnten einen Blick auf das grandiose Gebirge werfen. Dann folgte das Meer. Schier unendlich erschien es und es verdeutlichte einem, wie wichtig das Tier unter ihnen war. Es wurde schlagartig zu einer Reise ohne Wiederkehr, sollte Aquilla mitten auf der Hohen See in die kalten Fluten st├╝rzen. Sie w├╝rden niemals das rettende Ufer erreichen k├Ânnen. Aber die Fl├╝gelschl├Ąge von Aquilla waren ruhig, kr├Ąftig und gleichm├Ą├čig. Sie mussten sich nicht f├╝rchten. Von Heymst├Ątt hielt das Drachenhuhn genau auf Shohiro zu. Linhard wusste nicht, ob Ciel schon einmal in Naridien oder Shohiro gewesen war. "Dort schau", sagte er gut gelaunt und deutete nach unten. Aquilla ging langsam herunter und flog nun nicht mehr so hoch, so dass die Temperaturen auf ihrem R├╝cken angenehmer wurden. Sie flog noch eine Weile und passierte eine grau-schwarze Grundst├╝cksmauer unter sich. Einen Augenblick sp├Ąter kam das Herrenhaus in Sicht. Schwarz, m├Ąchtig, monumental und eiskalt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte sich w├Ąhrend des Fluges an Linhard festgehalten, wie man es auch beim gemeinsamen Reiten auf einem Pferd tat. Als sie abgestiegen waren, betrachtete Ciel jedoch nicht das Herrenhaus, sondern sah hinauf in den grauen Himmel. ┬╗Wo sind die anderen?┬ź Seine F├╝├če standen erstmalig auf naridischem Boden. Hier war er kein Prince, sondern bestenfalls ein Staatsgast, vielmehr jedoch ein illegal Eingereister, der ohne Genehmigung die Grenze passiert hatte.

Linhard von Hohenfelde
Lin glotzte Ciel f├╝r einen Moment an, ehe er ├╝ber beide Ohren grinste. "Ich habe die anderen vergessen. Ich wusste da war doch was. Warte einfach drau├čen bei Aquilla, dann passiert Dir nichts. Sie ist eine gute und treue Seele, keine Angst", sagte Lin und klopfte Ciel aufmunternd auf die Schulter.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast die Leibgarde vergessen, die uns zu unserem Schutz begleiten sollte?┬ź Ciels Stimme wurde gegen Ende immer schriller. ┬╗Prima! Wunderbar! Man stelle sich vor, dies w├Ąre mir beim Marsch gegen die Rakshaner passiert. Im Norden angekommen, stelle ich fest, dass ich die Streitmacht zu Hause gelassen habe.┬ź W├╝tend marschierte er beim Sprechen im Kreis. ┬╗Von Ferrau habe ich mich auch nicht vern├╝nftig verabschieden k├Ânnen! Ich hoffe, es geht schnell. Gut, dann warte ich hier drau├čen und stehe mir die Beine in den Bauch und du gehst ins Innere dieses ... dieses sogenannten Hauses.┬ź Missbilligend betrachtete er den schwarzen, d├╝steren Kasten.

Linhard von Hohenfelde
"Herje dass kann doch mal passieren. Dir ist es im Hof auch nicht aufgefallen oder? Na also! Du musst keine Angst haben, Du stehst nur bei uns im Hof. Du kannst Dich aber auch auf Aquilla setzen und zur├╝ckfliegen. Ich komme dann so nach. Das ist kein Problem, naja vielleicht doch mit zwei Babyleichen im Rucksack. Such es Dir aus. Komm mit, warte hier, reise ab, keine Ahnung", erkl├Ąrte Linhard und ging auf das Herrenhaus zu. Ciel wusste nicht ob es an einer optischen T├Ąuschung lag oder daran dass es schon sp├Ąt war, aber irgendwie schien Linhard in der D├Ąmmerung zu verschwinden. Und die K├Ąlte die von dem Geb├Ąude abgestrahlt wurde, kam ihm auch nicht nat├╝rlichen Ursprungs vor. Selbst das Drachenhuhn bemerkte es, sie starrte das Haus misstrauisch an.

Ciel Felicien de Souvagne
Einen Moment lang starrte Ciel Linhard hinterher, dann nahm er die Beine in die Hand und folgte ihm ins Innere. ┬╗So warte doch! Schwager! Blo├č weil ... blo├č weil du hier eingeboren bist, hei├čt das nicht, dass du mich einfach stehen lassen kannst wie den letzten Bauern. Ich bin Staatsgast, Prince de Souvagne, und w├╝nsche entsprechend behandelt zu werden, auch auf naridischem Boden.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard legte ihm einen Arm um die Schulter. "Das tue ich nicht, ich wollte Dich bei Aquilla lassen und sie bedeutet mir sehr viel. Sie hat mir mein Leben gerettet. Folge mir einfach und verhalte Dich ruhig, unauff├Ąllig, gemessen. Diesem Haus ist es gleich wo es steht, Naridien interessiert es nicht. Drum sp├╝re und erkenne, versuch etwas herauszufinden. Oder halte Dich zur├╝ck und bleibe bei mir, ich selbst kenne nicht alle R├Ąume. Wir ben├Âtigen eine Laterne", sagte Lin freundlich zu Ciel. Er wollte seinen Schwager nicht stehen lassen, sondern er wollte ihn sicher im Garten wissen. Das war etwas anderes. Lin schnappte sich die Laterne im Eingang die er letztens mit Brandur zur├╝ckgelassen hatte und entz├╝ndete sie. Genau wie Brandur und Lin vorher, sah nun Ciel, dass dieses Haus jedes einfallende Licht zu absorbieren schien. Ganz so, als geh├Âre hier kein Licht hin. Au├čerhalb des Lichtkegels tanzten Schatten und im Hintergrund h├Ârte man das seltsames steinernes ├ächzen, so als ob das Haus aufgest├Âhnt h├Ątte. Es hielt einen Moment lang an, dann donnerte es und durch das gesamte Haus zog sich eine Vibration, ehe es wieder so totenstill dalag, wie sie es betreten hatten. Je weiter sie voranschritten je k├Ąlter wurde es. Ciel sah seinen Atmen als W├Âlkchen aufsteigen, Linhard erging es ebenso. Die Haut von Ciel f├╝hlte sich nach einem Moment des Laufens kalt und klamm an, so als w├Ąre er durch unsichtbaren Nebel gelaufen. Und die Luft hatte einen heimlichen S├╝├čen Beigeschmack, den man nur erkannte, wenn man ein M├Ârder war oder auf dem Schlachtfeld gedient hatte. Lin f├╝hrte Ciel hinab zur den eisigen Leichenhallen, reichte Ciel vor der gewaltigen eisernen T├╝r die Laterne und fummelte nach dem Schl├╝ssel. W├Ąhrend Ciel die Laterne hielt, sp├╝rte er wie etwas eiskaltes seinen Nacken streifte und ├╝ber seine Haare hinwegzog. Dann war es verschwunden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog seinen S├Ąbel aus der Scheide. Keuchend blickte er sich um, in der anderen Hand die Laterne erhoben. ┬╗Und hier hast du gewohnt? Deine Kindheit verbracht?┬ź Ciel konnte es kaum glauben. ┬╗Dies scheint erdbebengef├Ąhrdetes Gebiet zu sein. Und es riecht ... vielleicht t├Ąusche ich mich auch.┬ź Die Dunkelheit und der Geruch machten Ciel Sorge. Er setzte seinen magischen Sinn ein, um den Blutfluss in der Umgebung zu ersp├╝ren, ganz ├Ąhnlich dem Infrarotsinn. Falls sich hier Vampire eingenistet hatten, w├╝rde er sie sp├╝ren, ebenso wie anderes Leben oder auch den Tod, sofern er nicht durch Verwesung oder Verbrennung das Blut aufgezehrt hatte.

Linhard von Hohenfelde
Woher der Geruch kam, dass konnte Ciel nicht erschlie├čen, aber er sp├╝rte dass oben in den oberen Etagen, weit ├╝ber ihnen ein Vampir anwesend war. Und er sp├╝rte etwas in dem Gem├Ąuer, dass er nicht benennen konnte. Alt, m├Ąchtig, schw├Ąrzer als jede Nacht. Seine magischen Sinne rieten ihm, es nicht zu lange zu betrachten, ehe es auf ihn aufmerksam wurde. Dabei befand er sich schon im inneren - im Haus. "Ja hier bin ich geboren, aufgewachsen und hier werde ich hoffentlich nicht sterben. Leider taten es viele vor mir", sagte Lin, schloss die T├╝r auf und stemmte sich mehrfach dagegen. "Das macht das Schei├čding immer", knurrte er und die T├╝r gab so pl├Âtzlich und leichtfedrig nach, das Linhard in die Leichenhalle st├╝rzte. Er konnte sich mit einigen Ausfallschritten abfangen und musterte w├╝tend die T├╝r. Ciel hingegen musterte wahrscheinlich die Toten, die wie auf einem eisigen Friedhof hier aufgebahrt lagen. Ein jeder Hohenfelde, der die Zeit nicht ├╝berdauert, sondern das Zeitliche gesegnet hatte. Nicht nur einer unter ihnen hatte eine klaffende weit aufgeschnittene Kehle. Anderen fehlten Gliedma├čen, wiederum andere waren derma├čen entstellt, dass man sich fragen musste, auf welche qualvolle Art und Weise die Person den Tod gefunden hatte. "Wir m├╝ssen nach unten Ciel", sagte Linhard freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einige Stockwerke ├╝ber uns befindet sich ein Vampir. Aber er hat uns noch nicht bemerkt, er ist besch├Ąftigt. Sie werden oft angelockt von solchen ... solchen Gem├Ąuern. Das hier als Haus zu bezeichnen, erscheint mir falsch. Hier ist etwas. Etwas Machtvolles. Was ist das? Wir h├Ątten Alexandre mitnehmen sollen oder wenigstens einen Magier aus deiner Familie.┬ź Ciel sah von oben in den Raum hinab, in dem die Toten aufgebahrt waren. Er riss sich zusammen und stieg die Eisentreppe hinab. Jeder Schritt hallte viel zu laut in dem Gew├Âlbe wieder. Das Gel├Ąnder war von Raureif ├╝berzogen. Fassungslos betrachtete Ciel die verst├╝mmelten Leichname. ┬╗Nekromantie┬ź, sagte er d├╝ster. ┬╗Das ist der Preis. Jeder Bef├╝rworter nekrotischer Machenschaften sollte sich das hier ansehen, bevor ihm gestattet ist, seine Meinung kundzutun.┬ź Er warf einen Blick auf Linhard, dann senkte er die Stimme. ┬╗Es tut mir leid, ich st├Âre die Ruhe der Toten. Das alles ist schwer zu begreifen. Es ist deine Familie. Verzeih meinen Ausbruch.┬ź Er trat an die Toten heran und gr├╝├čte sie mit dem Handzeichen der Ainuwarpriester. ┬╗Ruht weiter┬ź, sagte er sanft. ┬╗Wir sind nur G├Ąste und niemand beabsichtigt, euch zur├╝ckzuzerren in die Welt, die ihr hinter euch gelassen habt. Ruht.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte ihn ├╝ber die Schulter un im Licht sah auch sein Gesicht kaum lebendiger aus, als das der gefrorenen Leichen. Lins Augen wirkten wie zwei schwarze Kohlen die in mitten von einem wei├čen Gesicht brannten. Ciel erkannte trotz aller Unterschiede, wie ├Ąhnlich Linhard den Toten sah. Eine Verwandtschaft h├Ątte er niemals leugnen k├Ânnen. "Darum haben wir den dunklen Pfad verlassen und uns in ein neues Leben aufgemacht. Weil wir dies hier...", sagte Lin und machte eine allumfassende Geste, "...nicht mehr gewollt haben. Einen Magier meiner Familie? Da oben liegen hunderte such Dir einen aus. Ciel gleichg├╝ltig wie m├Ąchtig sie sind, nicht einmal Maghilia oder Osmund k├Ânnen hier etwas ausrichten. Das Haus ist... anders", erkl├Ąrte Linhard leise, als h├Ątte er Angst geh├Ârt zu werden und so war es auch. "Dave sagte einst, ich rezitiere - Das Haus ist kein Monster, dass man einfach erschlagen kann. An diesem Ort ist die Heuchelei Dein Schwert und die Raffinessen Dein Schild. Wir m├╝ssen das Spiel spielen... und das taten wir alle. Und die Verlierer in dem Spiel hast Du da oben gesehen. Die Sieger, sie liegen in anderen R├Ąumen, aber auch sie liegen hier. Denn ob Du gewinnst oder verlierst, entscheidet nur wo Du liegst. Denn jeder von uns wird hier liegen. Das Haus verliert nichts und niemanden, hei├čt es. Ich hoffe sie irren sich...", sagte Lin und nickte wie zur eigenen Bekr├Ąftigung, "ja das hoffe ich. Falls nicht f├╝r mich, dann f├╝r...", setzte er an und stockte. Er sch├╝ttelte den Kopf, er w├╝rde den Namen seines Gef├Ąhrten oder sein Kind hier nicht erw├Ąhnen. Das Haus sollte nicht von ihm wissen. "Wir m├╝ssen noch eine Etage tiefer. Kannst Du herausfinden wer der Vampir ist oder wo er genau ist?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schwieg eine Zeitlang ersch├╝ttert. ┬╗Lin, es tut mir leid. Ich habe falsch ├╝ber dich gedacht. Bitte verzeih mir. Es ist ein grausamer Ort und ich verstehe nun, warum ihr ihn verlassen wolltet. Nur bitte, bringt keinen Ableger davon nach Souvagne. Die beiden Lichs ... Nekromantie ist kein Spa├č. Und diese Kunst war in deiner Familie sehr stark und ist es immer noch. Davon m├╝sst ihr wegkommen.┬ź Ciel blickte nach oben. ┬╗Der Vampir hat sich nicht vom Fleck bewegt, aber er ist munter, er tut irgendetwas. Es sieht seinen Bewegungen nach zu urteilen aus ... als w├╝rde er kochen. Ich kann ihn nicht identifizieren, daf├╝r bin ich nicht gut genug. Alexandre k├Ânnte das vielleicht. Wo geht es lang?┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Schon gut, woher sollst Du so etwas kennen? Nur Eingeweihte und Gleichgesinnte kennen so etwas. Und davon gibt es wenige. Unsere Familie verehrt die Nekromantie als eine Art Religion, eine Religion die sie liebt und f├╝rchtet. Man kann sich damit Macht aneignen, eine Macht die allein schon durch die Offenbarung andere in die Knie zwingt. Niemand w├Ąre so dumm einen Lich anzugreifen. Man sagt, sie k├Ânnen jemanden das Leben aussaugen. Wobei das k├Ânnen Geistmagier auch. Das wei├č ich, dass sagt man so. Und ich wei├č was sie noch k├Ânnen. Die meisten von uns haben die F├Ąhigkeit der Geistmagie und werden Nekros. Dave und mein Bruder sind eine Ausnahme und so ehrlich muss ich sein, die meisten von Eibenbergs. Ich habe nicht vorgehabt Euch zu schaden und ich beherrsche keine Magie Ciel. Ich muss mit meinem Vater reden, damit wir mit den Lich reden. Vielleicht k├Ânnen sie der Nekromantie entsagen? Das klingt f├╝r Dich vielleicht verr├╝ckt, aber wenn Du sie pers├Ânlich kennenlernst sind sie ganz nett. Ein Vampir der... kocht?!? Was kocht der? Blutwurst?", grinste Lin und deutete auf die Stufen. "Noch eine Etage, dann sind wir da", sagte Lin und f├╝hrte Ciel weiter hinab. Die Leichenhalle hier war ein wenig anders eingerichtet, trotzdem war es eine morbide zur Schau Stellung von Macht und Machtverlust. Zwei kleine Bahren standen im Raum. Auf einem lag ein winziges Baby, dem man ansah was ihm angetan worden war. Ciel sp├╝rte wie sich sein Herz und Magen verkrampfte. Zerbissen schoss es ihn in den Kopf, fast so, als w├Ąren es nicht seine Gedanken. Der s├╝├čliche Geruch wurde st├Ąrker, umwehte ihn wie das Parf├╝m einer verf├╝hrerischen Frau...

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe mit Dave bereits geredet bez├╝glich eurer Lich und auch mit dir, aber niemand scheint es f├╝r n├Âtig zu halten, dem Dekret Folge zu leisten. Wenn nichts geschieht, werden wir handeln. Wenn die beiden dir am Herzen liegen, sollten sie ihrer Kunst entsagen oder das Land schleunigst verlassen, denn unser Gesetz verbietet die parasit├Ąre Manipulation von Lebensenergie.┬ź Ciel hielt inne, als er die beiden Babys sah und seine Tirade brach ab. Er senkte den Kopf. Dann hob er ihn wieder. ┬╗Archibalds Werk┬ź, sagte er bitter. ┬╗Vielleicht ist es ganz gut, dass Alexandre das nicht sehen muss. Er wirkt nicht so, aber er ist ein sensibler Mensch. Ich ...┬ź Ciel verstummte erneut. ┬╗Was riecht hier so?┬ź Der Geruch erinnerte ihn an Verrill und das an einem solchen Ort! Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Er umklammerte S├Ąbel und Laterne und leuchtete herum.

Linhard von Hohenfelde
"Ciel ich wei├č dass alles und wir wissen das. Aber ich sage Dir ganz ehrlich, auch wenn ich das Familienoberhaupt bin, muss ich da diplomatisch vorgehen. Klingt nicht besonders mutig, ist es auch nicht. Aber es ist klug. Schau, wenn ich einem der beiden dumm komme, bin ich schneller tot als ich husten kann. Wenn ich die Familie als Nicht-Magier, also als Purie leite, dann muss ich es gut, diplomatisch und weise tun. Sie m├╝ssen meine Order als logisch und annehmbar empfinden. Hat Dich mal ein Geistmagier angegriffen? Dave hat mich einmal angegriffen auf Befehl von meinem Erzeuger hin. Es war der Abgrund an Schmerzen und soweit ich wei├č, hat er mich nicht mal vernichtend angegriffen, sondern nur mir eine geballert um mich Schach-Matt zu setzen. Hat funktioniert, dass kann ich Dir versichern. Wenn ich also so eine Familie anf├╝hre, dann weil sie mir folgen wollen. Weil sie selbst einsehen m├╝ssen, was gut f├╝r sie ist. Ich kann im Grunde immer nur Angebote unterbreiten. Je mehr Familienmitglieder fest auf meiner Seite sind, je sicherer ist mein Posten. Verstehst Du das? Kein Familienoberhaupt muss alles k├Ânnen, dass kann nicht mal ein Magier. Einer gegen den Rest? Die einen w├╝rden Dir die Hirngr├╝tze kochen, der Rest beschw├Ârt irgendwas, die n├Ąchsten saugen Dich aus und die Puries stechen Dich ab. So l├Ąuft da bei uns. Du bist tot, dass steht fest. Nur wie, dass eben nicht. Also muss Du als Oberhaupt die F├╝hrung wert sein. Dass war ich bis jetzt und ich hatte Brandur immer an meiner Seite. Sie f├╝rchten ihn, da er m├Ąchtig ist. Aber sie haben auch gesehen wof├╝r wir einstanden und folgten uns in die neue Welt, auf dem neuen Weg. Zaghaft zuerst, aber sie folgten. Weil sie selbst so nicht leben wollen Ciel. Da kann ich den beiden nicht mit Drohungen kommen, sondern nur mit neuen, besseren Zielen. Etwas wof├╝r es sich lohnt dieses alte Grauen aufzugeben. Geruch? Ich rieche nichts Ciel. Hier riecht nie etwas, keiner, sie sind gefroren h├Âr", sagte Lin und klopfte auf eine der Leiche. Es klang dumpf und tonlos, gefroren. Lin blieb vor den Babys stehen, streckte die Hand danach aus und hielt mitten in der Bewegung inne. Langsam zog er die Hand wieder zur├╝ck. "Hat es sich bewegt? Sag dass es sich nicht bewegt hat...", fl├╝stere Lin panisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte das gefrorene Baby an. Etwas so Trauriges hatte er lange nicht sehen m├╝ssen. ┬╗Es kann sich nicht bewegen, Lin┬ź, sagte er sanft. ┬╗Es ist tot und obendrein steinhart. Nicht einmal ein Nekromant k├Ânnte es dazu bringen, sich zu bewegen. Es w├╝rde einfach zerbrechen. Linhard, in Souvagne gibt es Gesetzesh├╝ter. Es ist kein gesetzloses Land wie Naridien. Wenn jemand gegen Recht und Ordnung verst├Â├čt, dann musst nicht du dagegen vorgehen, sondern du wendest dich an den n├Ąchsth├Âheren Lehnherren - also meinen Vater. Wir haben die Himmelsaugen, wir haben die Armee, wir haben die Bluthexer und wir haben noch ganz andere Mittel, von denen du nicht einmal tr├Ąumst. Zwei Lich sind machtvoll - aber niemand ist unbezwingbar. Du riechst wirklich nichts? Es riecht hier nach ... ich kann es kaum aussprechen ... vaginaler Lubrikation.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Vagi-Was? Du hast Recht, es... es kann gar nicht... es ist tot...", stammelte Lin und wich ein Schritt vor dem Baby zur├╝ck und musterte es misstrauisch. "Ja man vergisst das leicht, aber ich wei├č aus alten Erz├Ąhlungen wie Euer System funktioniert. Nur wenn Du hier aufgewachsen bist, vergisst Du es leicht. Als Marquis habe ich ebenso Lehnsherren unter mir mit B├╝tteln und ich habe eigene Sicherheitsleute, Gardisten und so weiter. Und Du hast v├Âllig Recht, Deinen Vater als meinen h├Âchsten Herrn und als Schwiegervater. Er w├╝rde nicht zulassen, dass sie uns etwas antun nicht wahr? Das w├╝rde er nicht?", fl├╝sterte Lin und schnupperte. "Es riecht nach Puder... Babypuder?", fragte Linhard und schaute sich in der Halle um. Au├čerhalb des Lichtscheins der Laterne war es dunkler geworden, viel dunkler...

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es riecht nach Frau┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Die Laterne scheint zu verl├Âschen oder t├Ąuscht das? Bleib bei mir.┬ź Er ging mit erhobener Laterne in die Dunkelheit, um zu schauen, was hier so penetrant roch, ja, duftete. An einem Ort wie diesen sollte nichts duften.

Linhard von Hohenfelde
Ciel entdeckte nichts... scheinbar. Dann sah er einen leichten r├Âtlichen Schimmer, der in der Wand verschwand als w├╝rde er absorbiert werden und damit verschwand auch schlagartig der Duft. Linhard stand ganz dicht neben ihm, so dass er den kalten Atem seines Schwagers im Nacken sp├╝rte. Als sie sich umdrehten hatte sich jemand den Scherz erlaubt die gefrorenen Babyleichen auf die F├╝├če zu stellen. "Bei Ainuwars Eiern!", keuchte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte Linhard die Laterne in die Hand. ┬╗Halt das.┬ź Kalter Schwei├č lief seinen Nacken herunter. Er bem├╝hte sein Ged├Ąchtnis, doch er erinnerte sich an keinen Bestandteil seiner magischen Ausbildung, die ein solches Ph├Ąnomen beschrieben h├Ątte. Er sp├╝rte erneut nach dem Blutfluss, aber er bezweifelte, dass er etwas finden w├╝rde. Blut konnte nicht durch W├Ąnde gehen. Oder doch? Er trat an die Babyleichen heran und starrte sie an, um herauszufinden, ob sie nicht doch einer nekromantischen Behandlung unterzogen worden waren, bevor er eines Linhard in die Hand dr├╝ckte und das andere selbst unter seinen Arm klemmte. ┬╗Lass uns zusehen, dass wir hier herauskommen!┬ź

Linhard von Hohenfelde
Entgegen aller Vernunft sp├╝rte er Blut und zwar direkt hinter der Mauer, einen Fingerbreit einen Herzschlag weit entfernt. Es schien die gesamte Wand zu durchziehen, jedenfalls das was dem Blut sonst innewohnte und Ciel sp├╝rte dass dieses Etwas ihm absolut feindlich gesinnt war. Als er Linhard das Baby reichte, h├Ątte dieser es fast versehentlich fallen lassen. Er konnte es gerade noch auffangen. "Das war Archibald, ich schw├Âre es, er steht auf solche Scherze...", sagte Lin um seine aufgew├╝hlten Nerven zu beruhigen. Er steckte das Baby in die mitgef├╝hrte Tasche und trug sie lieber in der Hand als auf dem R├╝cken. Er wusste nicht warum, aber er hatte das Gef├╝hl, dass sich das Baby durch seinen R├╝cken fressen w├╝rde, sobald er es aus den Augen lie├č. So hielt er den Beutel auch. "Komm wir gehen, Du hast Recht. Aber Du sp├╝rst es auch nicht wahr? Mein Onkel sagte immer das Haus lebt. Ich dachte immer dass sagt er, weil er hier Jahrelang von einer Gruppe von Dunwins Leuten missbraucht wurde. Sie haben ihn gefoltert, gequ├Ąlt und missbraucht und er konnte nur fliehen indem er in den Nexus ging. So nannte er es. Was sie genau taten wei├č ich nicht, aber dass sie das taten, wei├č ich. Und sp├Ąter als er frei war, tat er es oft auch so. Einfach die Zeit im Nexus verbringen, da f├╝hlte er sich gut. Pavo der Goblin hatte Dave nach einem Reitunfall gerettet und behalten. Der alte Gobo sagte einst, ich habe Dich nicht gerettet, damit sie Dich ganz t├Âten. Wie Recht er hatte. Aber das mit dem Sch├Ąnden erfuhr ich erst viel sp├Ąter, ich habe mich immer nur gewundert, was am Nexus so toll ist, dass er da kleben bleibt. Ich rede zuviel... ich bin nerv├Âs, entschuldige", sagte Lin und f├╝hrte Ciel wieder nach oben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel jedoch blieb auf halbem Wege stehen. ┬╗Das Blut scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben. Was mag das nur sein? Ein Blutgolem? Lin, ich muss das untersuchen! So eine Gelegenheit ergibt sich nie wieder. Wenn ich jetzt gehe, erschl├Ągt Alexandre mich mit einem Lehrbuch.┬ź Er dr├╝ckte Linhard die andere Tasche auch noch in den Arm und ging mit gez├╝cktem S├Ąbel zur├╝ck an die Stelle, wo er das lebende Blut entdeckt hatte. ┬╗Ich sp├╝re dich┬ź, verk├╝ndete er. ┬╗Du bist hinter der Wand. Wer bist du? Ich sage dir, wer ich bin: Ich bin ein Bluthexer. Du bist aus Blut und unterliegst meiner Macht. Offenbare dich freiwillig.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Ciel sp├╝rte das dieses etwas hinter der Wand verdutzt war. Scheinbar war es nicht gewohnt, dass es jemand ansprach. Aber dann sp├╝rte Ciel wie sich das Blut scheinbar zu nichts zu verfl├╝chtigen begann. Sie auslaufende Farbe zog es sich weiter durch die Wand, verbreiterte sich, sickerte tiefer bis er es nur noch ganz schwach wahrnahm, fast wie den Hauch einer Erinnerung, dann war es verschwunden. Zur├╝ck blieb das Gef├╝hl einer gewaltigen Bedrohung. "F├╝hlst Du das? Es f├╝hlt sich an wie Gewitter, dass ist hier nie ein gutes Zeichen. Lass uns gehen Ciel, JETZT!", befahl Lin, aber er h├Ârte an dem Ton wie besorgt sein Schwager war.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir haben nichts zu bef├╝rchten┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Es f├╝rchtet mich, es hat sich zur├╝ckgezogen. Es hat ein Bewusstsein! Wesen, erscheine┬ź, rief er. ┬╗Ich will mit dir reden. Jetzt hast du die Gelegenheit, der Welt au├čerhalb des Hauses etwas mitzuteilen. Eine solche M├Âglichkeit ergibt sich so schnell nicht wieder, vielleicht nie. Es lag nicht in meiner Absicht, dich zu bedrohen. Ich wollte dich nur ├╝ber meine Macht informieren. Nun bist du an der Reihe, mir etwas ├╝ber dich zu verraten.┬ź Er legte den S├Ąbel auf die Bahre, auf der zuvor die beiden Kinder gelegen hatten. Diese Waffe n├╝tzte ihm hier nichts. Er streckte die Arme mit gespreizten Fingern aus und verdichtete seine Macht in den Fingerspitzen, um diese wie Antennen zu verwenden.

Linhard von Hohenfelde
Ciel sp├╝rte dass die Wesenheit eine Spur hinterlassen hatte. Sie entfernte sich von ihm, tief hinab in die Gew├Âlbe dieses Hauses, so tief wie Ciel kaum f├╝r m├Âglich gehalten hatte. Die Wesenheit kehrte nicht um, sondern verschwand in etwas dass Ciel kaum deuten konnten. Seine Macht war nicht stark genug, diesem Ding Befehle zu erteilen. Warum dass konnte er nicht deuten. Der Zustand der Wesenheit ver├Ąnderte sich und er verlor dessen Spur. Der Luftdruck ver├Ąnderte sich erneut und man sp├╝rte dass gleich ein Gewitter bevorstand. "Ciel h├Âr auf mit dem Mist, es ist das Haus, es lebt, ich habe es Dir gesagt! Es wird uns t├Âten!", bellte Lin verzweifelt seinen Schwager an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Faszinierend┬ź, murmelte Ciel. Er ging auf alle viere und legte die H├Ąnde auf den Boden. ┬╗Es ist nach unten hin verschwunden. Es scheint aus Blut zu bestehen, aber ich kann es nicht aufhalten. Aber es war ihm unangenehm, dass ich es entdeckt habe. Es ist jetzt au├čerhalb meiner Reichweite. Linhard, es ist nur ein Haus und das Wesen, was hier vermutlich f├╝r Unruhe gesorgt hat, ist weg.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Nur ein Haus? Naja dann haben die da oben sicher beim Strippoker ├╝bertrieben und sich die Haut von den Knochen gesch├Ąlt. Was immer das ist was Du gesp├╝rt hast, es ist irgendwo hier und lauert, ich wei├č es", sagte Lin und erneut ging eine Ersch├╝tterung durch das gesamte Haus. Lin musterte misstrauisch die Decke als Putz verabrieselte. "Wir gehen jetzt. Oder willst Du in den untersten Keller? Dann ohne mich!", murrte Lin und steckte die Babys in eine Tasche. "Oh mann, wenn mich... Du wei├čt schon wer so sehen k├Ânnte... ich bek├Ąme einen Tritt in die Eier und das zu Recht", sagte Lin und stellte sich dicht neben Ciel. "Was hat es zu Dir gesagt? Hat es was gesagt? Arch sprach immer von einem gro├čen Siegel. Und Brandur hatte in der Nachtburg auch ein gro├čes Siegel. Das habe ich gesehen. Ob es ein toter Vampir ist?", gr├╝belte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Augen blitzten vor Neugier. ┬╗Es geht noch weiter hinab? Lin, zeig mir den Weg! Das Haus bebt doch heute nicht zum ersten Mal, warum sollte es ausgerechnet jetzt einst├╝rzen? Je eher wir nachgesehen haben, umso eher k├Ânnen wir wieder hinaus. Zeig mir den Weg.┬ź Putzkr├╝mel rieselten neben Ciel auf den Boden, gefolgt von einem gr├Â├čeren Brocken. Er beachtete es nicht.

Linhard von Hohenfelde
"H├Ârst Du mir nicht zu? Es wird uns umbringen. Ja es geht noch wesentlich weiter hinab. Da unten ist das Labor von meinem Erzeuger, Labore die versiegelt sind, Labore von Alastair, dass war mein Uropa und anderes, ich wei├č nicht was in den R├Ąumen ist Ciel. Ehrlich nicht. Ich war nicht in allen drin. Und in einigen Laboren in denen ich war, standen Dinge mit denen ich nichts anfangen konnte. So seltsame Gl├Ąser und Kolben. Keine Ahnung, es sah aus als wollte da jemand Schnaps brennen. Und ganz unten im letzten Keller, ganz weit hinab, ist das Siegel. Der letzte eingerichtete Keller. Und es gibt noch einen Weg, der noch tiefer f├╝hrt hinab bis zum Abgrund denn dort leben die D├╝sterlinge die hier unter dem Haus leben, es ist irgendwie so verbunden. Ich wei├č es nicht genau, bitte lass uns gehen. Wenn es uns t├Âtet, ich habe Dich doch nicht hergebracht, damit Dich das verdammte Dreckshaus umbringt! Ciel!", fehlte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Siegel, ich muss es sehen┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Dann kann ich es aus dem Ged├Ąchtnis abzeichnen. Wie soll ein Haus uns bittesch├Ân umbringen? Sich zu dezimieren hat deine Familie auch sehr gut allein hinbekommen. Zeig mir den Weg hinab, bitte!┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Verdammte Hacke, ja, aber danach gehen wir sofort. Versprich es", murrte Linhard. Lin schnappte sich die Laterne und gab Ciel die Babys in die Hand. "Es ist wie ein Gullideckel im Boden eingelassen und so komisches Zeug steht drumherum. Aber bitte mach es nicht auf, wer wei├č was darunter lautert? Ja das wir uns gegenseitig umgebracht haben, dass stimmt. Daf├╝r hat es das Haus nicht gebraucht... nur uns...", sinnierte Lin und gab die F├╝hrung. Sie verlie├čen die Leichenhalle auf dem gleichen Weg wie sie gekommen waren und Lin schlug einen anderen Weg ein. Es kam Ciel so vor, als umrundeten sie einmal das Haus innerlich, ehe er einen neuen Gang in die Tiefe w├Ąhlte, dieser ├Ąhnelte einer Wendeltreppe. Hier roch es muffig, die Luft war alt, uralt und abgestanden. Die Tapete an den W├Ąnden hing an manchen Stellen in Fetzen herab. Sie kamen auf einem Gang heraus, an dem viele T├╝ren abzweigten. Es hatte den Anschein, als befanden sie sich auf dem Gang in einer Irrenanstalt. Gepanzerte dicke T├╝ren, mit Sehschlitzen, alles fest verschlossen, mit gewaltigen Vorh├Ąngeschl├Âssern und Runen gesichert.

Ciel Felicien de Souvagne
Je unheimlicher es wurde, umso gr├Â├čer wurde Ciels Neugier. Da Linhard extrem angespannt war, plauderte Ciel ein wenig. ┬╗Alexandre gilt als der j├╝ngste und gr├Â├čte Bluthexer aller Zeiten. Ich habe erst sehr sp├Ąt begonnen, mich der Kunst zu verschreiben und es immer wieder schleifen lassen. Weltliche Dinge haben mir oft dazwischengefunkt. Aber nun stell dir vor, wie ich die Bluthexerei voranbringen w├╝rde, wenn ich dieses Geheimnis ergr├╝nde und sei es nur ansatzweise! Ich k├Ânnte es Alexandre gleich tun, auch ohne die Verst├╝mmlung ... vielleicht ... vielleicht k├Ânnte ich ihn ├╝bertreffen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"├ťbertreffen worin denn Ciel? Willst Du dieses Ding mit nach Souvagne nehmen? Was ist, wenn es das Blut des Hauses ist, falls es sowas gibt. Oder irgend etwas magisches, dass noch keiner kennt? Dann kann es auch keiner bek├Ąmpfen. Ich habe ein ungutes Gef├╝hl dabei, aber ich vertraue Dir, da Du mein Leben gerettet hast. Ich hoffe Du wei├čt was Du tust. Schau Dir das Siegel bitte erst einfach einmal an!", bat Linhard der Verzweifelung nahe. Sie passierten den Gang, liefen weiter und irgendwann h├Ârte Ciel so etwas wie Wasserrauschen. Auch dies lie├čen sie hinter sich. Es folgte ein Gang, der einst sehr sch├Ân gewesen sein musste, er wirkte wie eines der Gem├Ącher am Hofe, nur war hier alles verstaubt und verrottet. Erneut ging es hinab, die Wendeltreppe f├╝hrte durch einen Flur von dicken Steinen, so dass man das Gef├╝hl hatte einen Brunnen hinab zu steigen. Sie kamen in einem Kreisrunden Raum heraus und mitten im Boden war aus ein gewaltiges Siegel aus massivem Metall eingelassen, in der Farbe von Messing. Schriftzeichen standen darauf und seltsame Bilder waren zu sehen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Messing┬ź, urteilte Ciel. ┬╗Messing ist ein machtvolles Antimagicum, vielleicht das Machtvollste ├╝berhaupt. Ihr soll etwas sehr Gro├čes, sehr Altes und sehr M├Ąchtiges festgehalten werden. Aber es sickert hinaus.┬ź Er kniete erneut nieder und fuhr mit den Fingern das Siegel entlang. ┬╗Ich kann hier nicht hindurchsp├╝ren. Auch meine F├Ąhigkeiten werden dadurch geblockt. Warte.┬ź Ciel zog einen Notizblock hervor und zeichnete sich alles genau ab. Seine Augen leuchteten vor Begeisterung. ┬╗Du wei├čt, was Bluthexerei vermag. Und auch, wo ihre Grenzen liegen. Ich k├Ânnte die Grenzen erweitern. Nie da gewesene Zauber w├Ąren m├Âglich!┬ź Ciel konzentrierte sich auf das Siegel und versuchte, den Bann zu ergr├╝nden, der darin lag.

Linhard von Hohenfelde
Der Bann war m├Ąchtig und entgegen Ciels Vermutung offenbarte sich eine ├ťberraschung, nichts sollte dort unten gehalten werden. Sondern was auch immer vor den Siegeln stand, sollte fern gehalten werden. Es blockte nicht dass was dort unten war, sondern die Magier, die das Siegel heben wollten. Linhard schaute sich das Siegel an. Es war sch├Ân, aber er hatte vor solchen Dingen immer eine geh├Ârige Angst und gewaltigen Respekt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zischte ├Ąrgerlich. ┬╗Hier ist vermutlich nichts zu machen, nicht im Alleingang.┬ź Ciel konzentrierte sich und versuchte, das Siegel zu l├Âsen, um die wahre Macht, die dahintersteckte, einsch├Ątzen zu k├Ânnen. Sein Ziel war es, herauszufinden, ob er wom├Âglich mit mehreren Magiern gemeinsam etwas ausrichten konnte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard hielt hinter Ciel Wache mit gezogener Waffe, da man hier mit allem rechnen musste. Zudem hatte Ciel gesagt, dass ein Vampir im Haus war. Vermutlich Archibald, aber sicher konnten sie nicht sein. Arch wusste nicht, dass sie sich ab heute feindlich gegen├╝ber standen. Aber war Arch nicht immer ein Feind? Lin wusste nicht, wie er denken sollte, aber gleichg├╝ltig wer die Treppe hinabstieg, er w├╝rde ihn mit der Waffe begr├╝├čen. Das Siegel war alt, sehr alt, ├Ąlter als es Ciel f├╝r m├Âglich hielt und es barg geh├Ârige Macht. Allein w├╝rde er nichts ausrichten k├Ânnen und er ben├Âtigte mehr als nur einen Magier. Dieses Siegel lie├č sich nur durch Zusammenarbeit heben. Und dies war genau dass, was man in dieser Familie nicht fand.

Ciel Felicien de Souvagne
Keuchend entspannte Ciel seine Muskeln wieder und vor allem seinen Geist. ┬╗Nichts zu machen. Wir brauchen weitere Magier. Wie viele? So viele, wie wir heranbekommen k├Ânnen.┬ź Er erhob sich. ┬╗Ein Jammer, aber wenigstens konnte ich einige Informationen sammeln. Das Siegel ist derma├čen alt, dass ich sein Alter nicht eingrenzen kann.┬ź Er erhob sich und wischte sich den eiskalten Schwei├č ab. ┬╗Der Vampir kocht noch immer. Willst du nach ihm sehen? Ich kann ihn aus eurem Haus schmei├čen, wenn du das m├Âchtest.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ciel... wenn das Archibald ist in unserem Haus, dann ist das der Vater von Derya. Der Mann, dessen Tochter Alexandre verst├╝mmelte. Er wei├č wo sie ist. Er ist direkt hier. Willst Du ihn sehen? Ich warne Dich, er ist ein Schwertmeister und er ist ein t├Âdlicher Gegner. Wenn Du ihn aufhalten kannst, gehen wir hin. Ansonsten macht er uns kalt. Alles was ich Dir verschaffen kann, sind ein paar Minuten zur Flucht. Mehr nicht, ich bin nicht ansatzweise so weit wie er", gestand Lin offen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe die Zauber des dritten Grades eben erst gelernt ... sie werden nicht so wirksam sein, wie wenn Alexandre sie anwenden w├╝rde. Aber sie funktionieren! Und Archibald ist ein Jungvampir. Lass uns hingehen.┬ź Ciel sp├╝rte nach dem scheinbar kochenden Vampir und stieg mit Linhard die Treppe hinauf.

Linhard von Hohenfelde
"In Ordnung, dann lass uns hingehen, aber bitte sein vorsichtig. Wobei dass muss ich Dir sicher nicht sagen, Archibald war zu Lebzeiten ein Menschenfresser, so wie seine Tochter. Nur weil er Leute nur noch aussaugt, hei├čt das nicht, dass er nicht mehr gef├Ąhrlich w├Ąre. Er wei├č sehr genau wie man Leute binnen k├╝rzester Zeit t├Âtet. Das ist sein Kampfstil. Er ist nicht sehr stark, jedenfalls nicht im Vergleich zu anderen Kriegern. Aber er ist schneller als Du Dir vorstellen kannst. Er macht den Tag sonst auch nichts anderes als trainieren. Das habe ich fr├╝her auch getan Ciel. Und Du hast ebenfalls gek├Ąmpft. Zu zweit k├Ânnten wir ihn aufhalten, aber wir ben├Âtigen Deine Magie. Ohne sie geht nichts. Und falls er Dich angreift, ich wei├č das von Opa, er weicht nicht nach hinten aus, er weicht zu Dir aus. Das hei├čt, Du kannst Dein Schwert nicht mehr nutzen, er sein Jian schon, wobei er nutzt dann einen Dolch und sticht Dich ab. Also halt ihn auf Abstand, daran musst Du denken. Und falls was passiert, ich mag Dich Ciel. Ich war nur w├╝tend wegen dem Betrug, nicht wegen der Nummer, Du bist ein Guter. Auch wenn Du selbst oft was anderes denkst", sagte Lin und knuffte ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm sich den Augenblick Zeit, zog Linhard an sich heran, dr├╝ckte ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. ┬╗Ich mag dich auch, Lin. Und ich war kurz davor, dem Dreier mit dir und Verrill zuzustimmen, aber Ferrau hat sich charmant und frech wie er ist dazwischen gedr├Ąngelt. Bitte verzeih mir meine Fehltritte und Fehleinsch├Ątzungen. Falls nur du hier lebend herauskommst, pass gut auf euch alle auf. Ferrau vererbe ich meinem Vater. Dann bleibt er in seinem vertrauten Umfeld. Ich hab dich lieb, Lin.┬ź Ciel wurde sehr ernst und konzentrierte sich. ┬╗Der Vampir ist dort vorn. Im zweiten Zimmer rechts. Wir gehen nebeneinander hinein, dann hat er zwei Ziele. Ich versuche, nicht sofort meine Blutmagie einzusetzen und ihn in Sicherheit zu wiegen.┬ź Ciel gab den Weg vor und wechselte an der T├╝r mit Linhard einen Blick.

Linhard von Hohenfelde
"Dito, sei vorsichtig. Falls was ist, ich habe hinten noch einen Dolch im G├╝rtel. Schneide Dich nicht damit, er ist vergiftet", fl├╝sterte Lin, ehe er kurz grinste. "Naja zu viert geht sowas auch", lachte er leise und knuffte Ciel. Dann wurde er schlagartig ernst und sein Gesicht sah aus, wie das einer anderen Person, grimmig und auf ein Ziel fokussiert, auf ein Opfer, dass er erledigen musste. Ciel sah zum ersten Mal die Seite, die Lin sonst unterdr├╝ckte. Und was er sah, war nicht gerade angenehm. Aber die dunkle Seite galt nicht ihm, sondern ihrem gemeinsamen Feind. Lin atmete einmal tief durch, dann tat er mit volle Wucht die T├╝r ein.

Archibald von Dornburg
Archibald drehte sich wie eine Furie zur T├╝r hin um und hatte zeitgleich seine Waffe gezogen. "Du? Was hast Du hier zu suchen Larve?", fragte Arch schneidend.

Robere
Robere war ebenfalls sofort auf den F├╝├čen, riss die Repetierarmbrust vom R├╝cken, spannte sie kraftvoll und brachte sie in Position. Das alles hatte nur zwei Sekunden gedauert. Als er sein Ziel anvisierte, senkte er rasch erschrocken die Waffe. "Hoheit?", fragte er verwirrt.

Archibald von Dornburg
"Hier ist das keine Hoheit, hier ist er nichts weiter als ein ganz normaler, stinkender B├╝rger der unbefugt in ein fremdes Haus eingedrungen ist!", zischte Archibald und legte den Kopf schief w├Ąhrend er Linhard musterte. "Leg die Waffe weg oder ich nehme sie Dir ab, z├╝gig", befahl Archibald.

Robere
Robere starrte Archibald kurz an, als dieser so ├╝ber den Prince herzog. Es w├╝rde eskalieren. Aber was w├╝rde er tun?

Ciel Felicien de Souvagne
"Ganz ruhig", verk├╝ndete Ciel. "Wir haben lediglich ein paar Fragen bez├╝glich deiner Tochter Derya, Archibald."

Linhard von Hohenfelde
Linhard richtete seine Waffe auf Archibald. "Lass den Schei├č Archibald. Du bist hier der Gast. DASS ist mein Haus und wer hier willkommen ist oder nicht bestimme ich. Was machst Du ohne meine Erlaubnis hier? Du hast hier nichts verloren Arch, senk die Waffe, Du bist mein Schwertmeister. Nicht ich Dein Hampelmann", befahl Lin.

Archibald von Dornburg
Arch senkte minimal die Waffe, ehe er sie tats├Ąchlich wegsteckte und die Arme vor der Brust verschr├Ąnkte. "Nur zu... aber wieso fragt Ihr sie das nicht selbst? Derya die beiden haben eine Frage an Dich", sagte Archibald freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wo ist sie?", fragte Ciel ohne den Blick von Archibald und dem anderen abzuwenden. Er war sich nicht ganz sicher, aber wenn ihn nicht alles t├Ąuschte, war das Robere, allerdings in fremder R├╝stung. Was machte der hier?

Archibald von Dornburg
Arch nickte knapp. "Touche┬┤ Prinz... gute Selbstbeherrschung. Da wo ein braves M├Ądchen um diese zeit sein sollte... auf Jagd", grinste Arch.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wann trifft sie ein?", wollte Ciel wissen. "Was macht Robere bei dir? Und was stinkt hier so erb├Ąrmlich?"

Archibald von Dornburg
"Nie, er steht hier nur, wir haben gefurzt", lachte Arch.

Linhard von Hohenfelde
"Ich an Deiner Stelle w├Ąre etwas vorsichtiger mit Deiner Wortwahl einem der Princen gegen├╝ber. Er hat Dich etwas gefragt, also antworte ihm auch. Ist Derya hier? Ja oder nein?", fragte Lin und stellte sich etwas seitlicher hin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Kopf wurde rot. Er hatte gerade etwas fauchen wollen, wartete nun aber, wie Archibald auf Linhards Aufforderung reagieren w├╝rde.

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Linhard und seine Lippen kr├Ąuselten sich zu einem so freundlichen L├Ącheln, dass es einem unheimlich wurde. Aber das L├Ącheln erreichte seine Augen nicht, sie blieben kalt und ausdruckslos. "Verzeiht mir meinen ungeb├╝hrlichen Ton Hoheit. Meine Tochter ist nicht hier. Und was hier so stinkt ist der Kopf von Roberes Vater, den kochen wir gerade aus", antwortete Archibald h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ihr macht was?┬ź, rief Ciel nun fassungslos. ┬╗Ihr seid wahnsinnig! Wir wollten dich eigentlich fragen, ob dein Angebot noch steht, bez├╝glich deiner Tochter und Linhard und du bedrohst uns!┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Eben und dass in meinem eigenen Haus. Und wieso kocht Ihr den Vater von Robere? Seid Ihr verr├╝ckt geworden?", fragte Lin fassungslos.

Robere
"Nur den Kopf", wandte Robere ein. "Er war schon tot."

Linhard von Hohenfelde
"Was meinst Du damit, woher hast Du denn Mann? Hast Du ihn ausgebuddelt und dann gek├Âpft? Erkl├Ąrt dass mal in ganzen S├Ątzen. Und von Dir m├Âchte ich wissen, ob das Angebot mit Derya noch steht. Du hattest mir versprochen, dass wir ein Kind zeugen und zwar einen Stammhalter. Unser Blut vereint und nun stehst Du hier und bist bereit meines zu vergie├čen? Du hast Dunwin etwas anderes versprochen. Was ist Dein Wort wert Archibald? Aber das wissen wir ja. Wo warst Du als er fiel? Und nun wirfst Du mir sowas an den Kopf", sagte Linhard tonlos.

Robere
"Sein K├Ârper ruht unten. Kazrar", erkl├Ąrte Robere. "Archibald hat mich erkannt als seinen Sohn, weil ich aussehe wie er. Und das stimmt auch, ich habe das Gem├Ąlde gesehen. Aber Ansgar, das kranke Schwein, hat Kazrars Kopf abgeschnitten und verbrannt. Er ist nur noch ein schwarzer Klumpen, so kann das nicht bleiben. Ich will den Sch├Ądel haben."

Linhard von Hohenfelde
"Wenn Du das sagst", sagte Linhard und tippte mit einem Finger Ciel an. Die beiden mussten nicht wissen, was er wusste. Zudem w├Ąre es unklug die Tarnung aufzugeben. Lin hoffte dass Ciel alles im Griff hatte. Er vermied es zu seinem Schwager her├╝berzuschauen.

Archibald von Dornburg
"Es ist so, Du solltest Deinen Erzeuger besser kennen Linhard. Er hat Dich von klein auf nur benutzt, Dich zu einer Waffe geformt und die Waffe angewandt. Ob Du lebst oder stirbst interessiert Ansgar nicht. Wichtig war nur, dass Du Deinen Zweck erf├╝llt hast. Das Versprechen gilt noch, nat├╝rlich gilt es noch. Ich h├Ątte nur nicht gedacht, dass Du daran noch Interesse hast", warf Arch ein.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel steckte seinen S├Ąbel weg. "Dazu, den Kopf auszukochen, sage ich jetzt mal nichts. Ich kenne mich mit naridischen Gepflogenheiten zu wenig aus. Lasst uns das Treffen arrangieren. Ich schlage den Hof von Souvagne vor, um deine Tochter mit allen geb├╝hrenden Ehren zu empfangen und ihr alle Annehmlichkeiten zu bereiten."

Archibald von Dornburg
"Am Hof? Nein Ihr d├╝rft uns besuchen, in Obenza. Eine herrliche Stadt, idyllisch direkt am Hafen gelegen. Eine weltoffene Kultur, die jeden willkommen hei├čt und aufs herzlichste begr├╝├čt. ├ťberall finden sich kleine Gesch├Ąfte in denen Ihr st├Âbern k├Ânnt, es gibt Kneipen, Bars und Restaurants, die jeden Herzenswunsch erf├╝llen und auch f├╝r Unterhaltung ist reichlich gesorgt. Hinzu kommt die Herzlichkeit der Einheimischen, die mit kaum einem anderen V├Âlkchen zu vergleichen ist. Obenza eine Stadt voller unglaublichem Charm, jederzeit eine Reise wert", fl├Âtete Archibald.

Ciel Felicien de Souvagne
"Bedauerlich", meinte Ciel. "Dann ist die Vereinbarung wohl leider hinf├Ąllig." Er versuchte, den Gestank des kochenden Kopfes zu ignorieren. Er h├Ątte gern gewusst, was Linhard mit seiner kurzen Ber├╝hrung hatte mitteilen wollen.

Archibald von Dornburg
"Bedauerlich in der Tat und was st├Ârt Euch so an Obenza Hoheit? Ich pers├Ânlich w├╝rde Euren Schutz garantieren. Dunwin, die G├Âtter seien seiner schwachsinnigen Seele gn├Ądig, hat sich leider von seinen eigenen Kindern t├Âten lassen. Ich habe versucht ihm beizustehen, aber und das ist wirklich ein gro├čes ABER auch ich habe irgendwann Feierabend. Tja", grinste Arch.

Linhard von Hohenfelde
"Feierabend, ja sehr wichtig. Mitten in der Schlacht, verzeiht Duc - Ihr wisst ja - Feierabend", st├Âhnte Lin.

Linhard von Hohenfelde
Linhard fragte sich, wann Ciel angreifen w├╝rde, oder ob sie gar nicht mehr angreifen sollten. "Sekunde mal eben", sagte Lin, schnappte sich Ciel und zog ihn mit hinaus auf den Flur. "Was m├Âchtest Du nun tun?", wisperte er nur f├╝r Ciel h├Ârbar.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was mich an Obenza st├Ârt?", fragte Ciel langsam. "Das spielt doch ├╝berhaupt keine Rolle, seit wann kommt der Knochen zum Hund? Tut mir leid f├╝r dich, Linhard. Aber wir finden eine andere Mutter f├╝r dein Kind." Auf Linhards Bemerkung her runzelte er kurz die Stirn. Denn Linhard hatte die gesamte Leibgarde gleich mal zu Hause vergessen.

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Ciel, der Knirps war cleverer als sein sch├╝tteres Haar vermuten lie├č. Er versuchte ihn festzunageln und das machte er wirklich gut. Lin hatte damals Recht gehabt. "Gut wo in Souvagne, der Hof gef├Ąllt mir nicht. Ich werde meine Tochter begleiten", schlug Arch vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Ąugte ├╝ber Linhards Schulter in den Raum. Er dr├╝ckte Linhards Arm kurz mit den Fingern. "Nat├╝rlich, du bist unser Gast, Archibald", erwiderte Ciel freundlich. "Vampire sind bei Hofe nicht gestattet, aber wir finden ein Quartier in unmittelbarer N├Ąhe f├╝r dich."

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp und schmunzelte Ciel an. "Wir sollten wieder nach Hause reisen, findest Du nicht auch?", bat er seinen Schwager. Den Kochkopf konnten sie eh nicht mehr retten, aber selbst wollte er nicht im Kessel landen. Zudem wollte er auch Ciel das Schicksal ersparen. Aber sein Schwager hatte mehr Eier in der Hose, als er vemutet hatte, das gefiel Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, das sollten wir. Und DU Robere", fauchte Ciel, "solltest ebenso schnellstm├Âglich wieder im Palast aufschlagen! Keiner der Leibgardisten hat die Genehmigung, das Land zu verlassen!"

Archibald von Dornburg
"Prince beruhigt Euch, der Mann macht erstens Urlaub und zweitens bat er darum seinen Vater kennenlernen zu d├╝rfen. Kann man ihn das verwehren? Er wollte nichts Unrechtes, er wollte nur... seinen Vater sehen", erkl├Ąrte Arch und stellte sich grinsend vor den Topf in dem der abgeschlagenen, schwarze Kopf brodelte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Erinner mich nicht daran, was ihr hier gerade tut. Jedenfalls w├╝nsche ich, dass Robere schnellstm├Âglich seinen Urlaub nach Souvagne verlegt. Komm jetzt, Linhard, mir wird ├╝bel."

Archibald von Dornburg
Archibald verneigte sich galant. "Selbstverst├Ąndlich Hoheit, ich k├╝mmere mich darum", sagte er freundlich.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp. "Mache das und sieh zu, dass Du aus meinem Haus verschwindest. Und zuk├╝nftig fragst Du vorher, ob Du hier herumspazieren darfst Arch", sagte er kurz angebunden und hakte Ciel unter. Gemeinsam mit Ciel am Arm lief Linhard so schnell es m├Âglich war zur├╝ck zum Eingang, ohne dabei wirklich rennen zu m├╝ssen. Er hoffte inst├Ąndig dass sie die T├╝r ohne weitere Zwischenf├Ąlle erreichten. Dieser Wunsch wurde erh├Ârt. Kaum dass sie drau├čen waren lie├č Linhard den Sack fallen und atmete erst einmal kr├Ąftig durch. "Das kann man niemandem erz├Ąhlen. Wir waren in einem Haus voller Leichen und haben zwei Leichen geholt, dann haben wir seltsame Ger├╝che gerochen, von Vagina bis Babypuder, dann haben wir blutende W├Ąnde untersucht und ein Siegel dass keine Ahnung aus Messing war, w├Ąhrend mein Schwertmeister mit seinem Freund oben einen Kopf kochte. Also wenn das ein Fremder h├Ârt, dann kommt man in den Tempel f├╝r Geisteskranke oder?", sagte Lin und grinste Ciel schr├Ąg an. "Du hast Eier in der Hose Ciel, ganz gewaltig dicke Eier".

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke, Lin, du hast dich ebenso hervorragend geschlagen. Aber warum mussten wir so hetzen? Jetzt haben wir es jedenfalls geschafft und die Kinder k├Ânnen in Souvagne ruhen."

Linhard von Hohenfelde
"Weil er freundlich wurde, wenn er einen so s├╝ffisant behandelt, ist das seine echte Freundlichkeit. Wird er freundlich, also "lieb" dann steht er kurz davor zu explodieren. Und er war kurz davor. Dass m├╝ssen wir nicht haben. Wir wollen ihn und seine Brut in Hof um sie zu richten. Sich hier mit ihm zu duellieren bringt und Derya nicht her. Du h├Ąttest uns besch├╝tzen k├Ânnen, aber f├╝r Alex w├Ąre es aus gewesen. Komm aufs Huhn Ciel, schnell. Nach Hause oder m├Âchtst Du noch woanders hin? Hey heute bist Du einmal frei. Und Danke f├╝r das Kompliment", grinste Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum sollte er explodieren? Er bekommt seine Verpaarung, zumindest glaubt er das, und ich bekomme meinen Leibgardisten zur├╝ck. So ein Spinner. Kocht der seinen Vater. Und der Vater war bei euch im Dienst?┬ź Ciel platzierte sich bequem hinter Linhard. ┬╗Wenn wir schon einmal hier sind ... gibt es einen Ort in Naridien, den du einem hinterw├Ąldlerischen Almanen unbedingt zeigen w├Âlltest? Ein wenig den Horizont zu erweitern, kann ja nicht schaden.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard lie├č Aquilla aufsteigen und flog mit ihr eine Runde ├╝ber das Haus, ehe er beidrehte. "Ich zeige Dir etwas, dass Dir bestimmt gefallen wird. Ich hoffe da wohnt nun kein Vampir mehr. Das Haus von Wolfram von Wigberg. Es liegt eingeschmiegt in einem kleinen Tal, in einem Gebirge. Wundersch├Ân dort und da wollte ich mich etwas auskurrieren. Leider hatte Archibald seinen Sklaven dort vergessen, den er zum Vampir gemacht hatte. Und dieser griff mich an. Ich schlief im Haus, hatte Schmerzen und da saugte er an meiner Schulter. Das verborgene Tal war immer ein friedlicher Ort. Wir alle waren gl├╝cklich dort, es war unser winziges Hauptquartier in die Freiheit. Dass m├Âchte ich Dir gerne zeigen, wo unser neuer Weg den Anfang nahm. Aquilla hat Sklave get├Âtet", erkl├Ąrte Linhard. Er dachte einen Moment lang nach und grinste dann Ciel an. "Bei Arch versteht man nicht immer seine Logik. Was haben wir sonst Sch├Ânes? Tja eigentlich ist alles hier etwas bunt und w├╝st", erkl├Ąrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann m├Âchte ich das verborgene Tal gern kennenlernen", sprach Ciel und betrachtete die Landschaft im Flug. "Von hier oben aus wirkt Naridien sehr viel sch├Âner, als ich es mir vorgestellt habe."

Linhard von Hohenfelde
"Es ist auch kein schlechtes Land Ciel. Das Gute oder Schlechte machen die Leute aus. Du kannst an einen Archibald geraten oder an einen Wolfram. Es ist ein gewaltiger Unterschied und ich hoffe Du konntest Wolfram schon kennenlernen. Er ist einer mit der nettesten Burschen aus unserer Familie. Ich hatte mir Souvagne auch anders vorgestellt. Keine Ahnung wie, aber nicht so und ich hatte ziemliche Angst vor Deinem Vater und vor Dreux", gestand Lin w├Ąhrend Aquilla das verborgene Tal anflog. Es dauerte eine geraume Weile, aber dann waren sie da. Aufmerksam ging das Drachenhuhn herunter und landete. Misstrauisch schaute sie sich um, sie erkannte den Ort wieder. "Das verborgene Tal Ciel", sagte Lin und stieg von Aquilla. Er deutete auf das Haus und machte eine einladende Geste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stieg ab und betrachtete den verwilderten Garten. Alles hier war von einer nat├╝rlichen Sch├Ânheit. Der bemooste Holzweg, das Haus, das bl├╝hende Unkraut. Er sog den Duft der Natur ein, der so viel angenehmer war als der Todesgestank des Herrenhauses. "Ein Ort zum Wohlf├╝hlen. Das ist also auch Naridien. Gehen wir hinein."

Linhard von Hohenfelde
"Ja dass ist das Naridien in dem mein verr├╝ckter Onkel lebt. Und das Herrenhaus, ist die Normalit├Ąt, in der unsere Familie lebte. Du erkennst sicher warum er verr├╝ckt ist? Er sammelt Pflanzen, isst kein Fleisch und liebt alles Lebendige. Er t├Âtet nicht, nur wenn man ihn zwingt. Er ist ein Kampfmagier, aber er k├Ąmpft f├╝r Leute nicht gegen. Er hat eine andere Sicht auf die Dinge und in seiner Gegenwart habe ich mich immer gef├╝hlt, als k├Ânnte ich einfach mal ausruhen. Ich vermisse ihn, das Haus, wie wir hier alle eingeengt aber gl├╝cklich gelebt haben. Mein Paps, mein Opa und auch der Stab. Und sogar Archibald, aber auf den k├Ânnen wir verzichten. Es ist einfach eine kleine Oase im Chaos. Sch├Ân oder?", sagte Lin und f├╝hrte Ciel hinein.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wundersch├Ân", best├Ątigte Ciel. "Ich verstehe euch nun besser. Ich freue mich, Wolfram im Kreise der Bluthexer willkommen zu hei├čen. Wenn er denn mal die Zeit findet. Er ist nicht mehr jung, er ist vermutlich der ├Ąlteste Bluthexernovize aller Zeiten. Er sollte nicht mehr zu lange tr├Âdeln. Wir brauchen jeden Bluthexer, den wir bekommen k├Ânnen und er hat einen guten Eindruck gemacht, ich mochte ihn und, wichtiger, Alex mochte ihn auch."

Linhard von Hohenfelde
"Danke in seinem Namen Ciel. Aber soweit ich wei├č, hat er sich doch bei Euch beworben. Ich frage ihn sonst einfach nochmal. Wollen wir es uns vor dem Kamin gem├╝tlich machen? Dann z├╝nde ich ein Feuer an. Ich wei├č nicht wo Aquilla Sklave hingeworfen hat, aber in der Vorratskammer war alles voller ausgesaugter Leute. Das sind so Erbrelikte die Archibald hinterl├Ąsst Ciel. Sklave war ein kleiner Junge den er mit vier Jahren wegfing und sich als Spielzeug hielt. Und dann t├Âtete er ihn nicht, sondern behielt ihn als Sklaven, wie der Name schon sagt. Das er sterben musste tut mir leid, er hatte nie ein Leben. Aber er war ein Vampir und er griff mich an. Er hatte schon so, als er normal war kaum noch eine Chance. Er war durch und durch krank und gelb. Und dann das. Und durch Sklave wurden zig Leute ermordet und wem haben wir das zu verdanken? Archibald. Warum der Kerl mich immer um den Finger wickeln konnte ist mir ein R├Ątsel", sagte Lin und schob zwei St├╝hle vor den Kamin. Er nahm sich Reisig und Z├╝ndh├Âlzer und z├╝ndete den Kamin an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schob das Sofa an den Kamin heran, zog es aus und kuschelte sich in die vielen Kissen und Decken. Es war ein Abenteuer, allein ohne Diener und W├Ąchter in einem fremden Land unterwegs zu sein, wo sein Rang nichts galt. Es gefiel ihm. Er f├╝hlte sich frei. Er legte den Kopf zur├╝ck und atmete durch. "Ich w├Ąre gern mit euch hier gewesen zu der Zeit, als ihr es so sch├Ân hattet."

Linhard von Hohenfelde
Lin legte sich neben Ciel und schlang ihm einen Arm um die Schulter. "Was spricht dagegen, dass wir es uns hier einmal am Wochenende alle gem├╝tlich machen? Oder irgendwo in einem kleinen Sommerhaus in Souvagne mit der ganzen Familie? Es w├╝rde uns allen gut tun, auch Deinem Vater. Und uns ebenso", freute sich Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich an Linhard an. "Eine sch├Âne Idee ... aber dort werden wieder die verborgenen W├Ąchter sein, die uns stets begleiten. Ich bin gerade ganz froh, dass wir sie nicht dabei haben. Da f├Ąllt mir ein ..." Er biss sich auf die Unterlippe. "In den Taschen ... habt ihr eine K├╝hlkammer?"

Linhard von Hohenfelde
"Ja unten wo Wolfram seine Pflanzen trocknet, Du hast Recht, die Babys. Ich bringe sie hin", sagte Lin. Er lie├č Ciel los, schnappte sich die Tasche wie sie war und brachte sie unten in die K├╝hlkammer. Danach kehrte er zur├╝ck und machte es sich erneut neben Ciel gem├╝tlich. "Gut dass Du dran gedacht hast. Die unsichtbaren W├Ąchter, sind kein Mythos nicht wahr? Ich meine nat├╝rlich habt Ihr W├Ąchter die Euch rund um die Uhr bewachen. Was sage ich, ich habe doch sicher auch welche oder? Ich meine das nicht aushorchend, sondern ich m├Âchte es f├╝r mich gerne wissen zur Beruhigung", sagte Lin und lehnte sich entspannt an Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nein, sie sind kein Mythos. Und ich bin mir selbst jetzt nicht sicher, ob sie es nicht geschafft haben, uns irgendwie zu folgen. Nat├╝rlich wachen sie auch ├╝ber dich. Du bist nun ein Teil der Familie." Er k├╝sste ihn auf die Schl├Ąfe. "Lass uns hier ├╝bernachten, es ist gef├Ąllt mir hier."

Linhard von Hohenfelde
"Das ist eine gute Idee, dass machen wir. Nun ein W├Ąchter haben wir ja drau├čen stehen, gleichg├╝ltig ob wir andere irgendwie dabei haben. Ich kann Dir sagen Aquilla hat mehr Herz und Verstand als mancher Mensch. Und als ich hier gebissen lag hat sie mich mit den Fl├╝geln so umarmt zum W├Ąrmen, als w├Ąre ich ein K├╝ken. Ich war so fertig und musste so kotzen, aber ich habe mich von ihr wie umarmt gef├╝hlt. Wei├čt Du wann mich meine Mutter oder mein Erzeuger das letzte Mal umarmt haben? Ich wei├č es nicht", sagte Lin tonlos und dr├╝ckte sich an Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Soll ich dich ein wenig streicheln?", fragte Ciel, dem es leid tat, was Linhard sagte. Er selbst hatte das Privileg zweier sehr warmherziger, liebender Eltern genossen. "Brandur umarmt dich auch selten, er wirkt sehr distanziert. Ein Kind braucht das, auch ein erwachsenes Kind manchmal."

Linhard von Hohenfelde
"Mach ruhig, dass freut mich. Ja da hast Du Recht, egal wie alt man ist, eine Umarmung sagt mehr als tausend Worte k├Ânnten. Komisch dass sowas ein Pferd oder Drachenhuhn wei├č. Mein Pferd hat gerne sein Kopf ├╝ber meine Schulter gehangen. Ja Brandur kann das nicht so Ciel, er ist es doch selbst nur so eisig gew├Âhnt. Er hat es nie anders gelernt. Er zeigt liebe durch Kekse, drum sagen wir auch Keks und das hei├čt ich liebe Dich. Deine Mutter ist eine total liebe Person, ich habe schon mit ihr geredet und Dein Vater ist auch total knorcke. Keine Ahnung warum ich Angst vor ihm hatte, aber der Titel und die Macht dahinter sch├╝chtern ein. Aber letztendlich ist er bei uns nur Maximilien, die Privatperson, der Papa und der Schwiegervater. Du kannst Dich gl├╝cklich sch├Ątzen, Deine Eltern sind topp", sagte Lin und streichelte seinerseits Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Die letzte Distanz zwischen den beiden schmolz dahin, als Ciel gestreichelt wurde und sich entspannt gegen Linhard sinken lie├č. Er umarmte ihn, zog ihn noch etwas n├Ąher und streichelte ihn liebevoll, so wie er auch seine Geschwister streicheln w├╝rde, wenn sie gemeinsam im selben Bett lagen, was gar nicht so selten vorkam. Ja, Linhard war ein Teil der Familie geworden. Es hatte seine Zeit gedauert, doch nun hatte auch Ciel ihn endg├╝ltig angenommen. "Ja, das sind sie", best├Ątigte Ciel. "Wenn du Sorgen hast und etwas mehr W├Ąrme als von Brandur brauchst, sind beide f├╝r dich da. Meine Mama mag dich, ebenso wie Vater. Und ich werde ebenso f├╝r dich da sein."

Linhard von Hohenfelde
"Danke Ciel, dito. Falls Du je eine Schulter zum ausweinen ben├Âtigst, eine Rauchstange oder ein kaltes Bier, oder einfach mal wen um aus dem Trott herauszukommen, Du wei├čt ja wo ich wohne. Einfach auch mal das Korsett abstreifen kann gewaltig gut tun. Ich meine Euer Leben ist das noch wesentlich mehr als meins, aber trotzdem etwas Freiheit schadet nicht. Was w├╝rdest Du denn gerne mal sehen, wenn Du Dir alles anschauen k├Ânntest? Verrill mag Reiseberichte, was B├╝cher angeht, ich habe schon einiges gelesen und war echt erstaunt", sagte Lin gut gelaunt und dr├╝ckte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Eispal├Ąste des Frostk├Ânigreichs", antwortete Ciel, "und die Koralleng├Ąrten von Coralys. Nicht zuletzt die Weltenbibliothek am Grunde des Ozeans. Die h├Ąngenden G├Ąrten vom Skyron. Die Glasw├╝ste. Es gibt so viele wunderbare Orte. Und du?"

Linhard von Hohenfelde
"Oh dass klingt gut. Die Bibliothek auf dem Meeresgrund, dass w├Ąre was f├╝r Verrill. Das Land der Tamjid m├Âchte ich sehen, die Bergwychtl, ich bin ├╝ber ihr Land schon mehrfach hinweggeflogen, aber wie sehen die Burschen wohl aus und wie leben sie? Das Land der Lichtalben und ihre Gl├Ąser. Sie sollen ganz besondere Technik herstellen. Ob man so ein Glas mal anfassen d├╝rfte? Die Insel der Farisin wo alles aus Feuer bestehen soll, die Insel Skille, fast bei den Frostalben und so vieles andere. Vielleicht sollten wir das mal tun, als Forschungsreise. Uns k├Ânnen ja einige Leute begleiten. Forscher, Magier, Leute die alles aufzeichnen, W├Ąchter und und und. Das w├Ąre doch was. Ein Abenteuer mit Bildung", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Eine Weltreise ... ja, eine Weltreise m├╝sste man machen. Sobald Neu-Souvagne aufgebaut ist und die Akademie und die Mauer stehen. Bist du dabei?"

Linhard von Hohenfelde
"Ich bin dabei, lass uns die Welt entdecken, per Schiff und Drachenhuhn. Und Verrill muss mit, sie soll das alles real sehen, riechen, sp├╝ren und nicht nur lesen. Wir nehmen unsere Lieben mit und bringen neue Entdeckungen, Wissen, Magie und was wei├č ich noch alles heim. Vielleicht ist dass ein neuer Anfang auf eine neue Sicht? Dein Vater liebt Forschung, er wird es uns g├Ânnen", schmunzelte Lin. "Schlaf gut Schwager und denk dran, dass was Du zuletzt in Gedanken hast, davon tr├Ąumst Du. So sagt man jedenfalls", sagte Lin und deckte Ciel mit sich zu.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich ein und f├╝hlte sich wohl. Arm in Arm mit dem ehemaligen Rivalen, der nun sein Freund war, schlief er bald ein und tr├Ąumte das erste Mal seit langem einen langen, freundlichen und angenehmen Traum.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schlief einige Augenblicke sp├Ąter ebenfalls ein. Das warme kleine Haus von Wolfram war der komplette Gegensatz zu dem eiskalten Koloss des Hohenfelde Herrenhauses. Und es verschlang auch keine Leute, es f├╝hrte sie am warmen Kaminfeuer als Freunde zusammen. Lin gefiel der Gedanke, gl├╝cklich, zufrieden und v├Âllig entspannt schlief er ein.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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