Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

Archiv der Siedler
Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Arafis
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#51

Beitrag von Arafis » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:01

Arafis beobachtete gerade den missgelaunten Urako, wie er auf den Kutschbock kletterte, und nach einigem Hin und Her mit seiner Pelzjacke, endlich ein annehmbares PlÀtzchen geschaffen hatte.
Im selben Moment starrte der Tiefling zu ihr hinĂŒber und ihre Blicke trafen sich. Er schien unzufrieden zu sein und der Ausdruck seiner Augen war nicht gerade freundlich.

Was fĂŒr ein verschrobener Kerl. Da meint man es noch gut und gibt ihm etwas von dem leckeren Hasen ab, und was bekommt man dafĂŒr? Man wird mit giftigen Blicken beworfen!
VerstĂ€ndnislos schĂŒttelt die Albin den Kopf. Solch undankbaren Wesen war sie nicht oft begegnet.

„Wir wĂ€ren bereit zum Aufbruch!“, verkĂŒndete sie nun lautstark, damit es endlich losgehen, und sie den bösen Blicken des kleinen DĂ€monen aus dem Weg gehen könnte.
"Was, es geht schon los?", Selan blickte sich um, er schien geschlafen zu haben.
"Na dann hab ichs ja wohl voll verschlafen. Guten Morgen!", lÀchelte er, "Dabei hatte ich ja noch etwas vor. Wartet bitte kurz."
Arafis beobachtete wortlos den gutfriedigen Mann. Was hat er denn nun vor? Vielleicht will er noch einen Tee aufsetzen, bevor es losgeht

Doch nichts dergleichen. Stattdessen kramte er etwas aus einer Truhe hervor. Arafis musste zweimal hinschauen, um zu glauben, was sie da sah. Knochen?

TatsÀchlich legte Selan nach und nach ein kleines Skelett in der Wiese aus, und zeichnete Symbole in die Erde drumherum. Neugierig liess Arafis Vilya etwas nÀher treten, denn sie wollte sich das seltsame Schauspiel nicht entgehen lassen.
"Urako, schau nun genau zu, kein Blödsinn jetzt und bitte keinesfalls stören!" Selan klang ernst und es musste ihm wirklich wichtig sein, dass alle Ruhe gaben.
Nun begann er unbekannte Worte zu sprechen und die Zeichnungen zu seinen FĂŒssen begannen zu leuchten.

Plötzlich, und völlig unerwartet, gab es einen krachenden Laut und ein greller Blitz schlug mit voller Wucht in den Boden ein. Eine Staubwolke umhĂŒllte Selan und das Skelett. Urako war entsetzt auf die Beine gesprungen, Vilya scheute und warf ihren weissen Kopf erschrocken zurĂŒck, Fricai wusste nicht ob er knurren oder Ă€ngstlich winseln sollte und Arafis stiess einen erschrockenen Schrei aus.

„Scheiße, Selan! Siehst du, ich hab dir doch gesagt, dass es UnglĂŒck bringt, mich anzufassen und du, was machst du? Du musstest mich gleich umarmen! Das kommt davon!“
Was schwafelt der schon wieder von UnglĂŒck?! Jeder ist seines eigenen GlĂŒckes Schmied

Doch auch Arafis war besorgt um den neuen ReisegefĂ€hrten. „Selan?“, fragte sie vorsichtig, liess sich von dem Pferd heruntergleiten und nĂ€herte sich langsam und angespannt dem sich lichtenden Nebel.
Doch die Sorge war umsonst, Selan stand zufrieden da und betrachtete fröhlich das Skelett vor ihm, welches munter drauflosquatschte – ja genau, es quatschte!

Mit offenem Mund starrte die junge Frau das seltsam kurze Wesen an. Entfernt erinnerte es sie an eine andere Gestalt aus ihrer Erinnerung, doch sie konnte es nicht so genau zuordnen. Ein etwas ungutes GefĂŒhl machte sich in breit, doch sie wollte sich nicht als Angsthase geben und schĂŒttelte es deshalb ab.
“Neue ReisegefĂ€hrten, darf ich vorstellen, die Albin Arafis und der HalbdĂ€mon Urako, dies ist das Goblinskelett Ralogg.”
Goblinskelett? UnwillkĂŒrlich verdĂŒsterte sich der Blick der Albin, und als Ralogg zu ihr trat, um ihr die Hand zu schĂŒtteln, blieb sie zögerlich.
“Ralogg“, rief Selan, „bitte, auf den Wagen, das Fuhrwerk muss gelenkt werden, wir wollen los.“
Dieses Ding soll mit uns reisen? Doch ausser ihr schien diesen Gedanken niemand abwegig zu finden und Urako schien sich sogar schon mit den neuen GefÀhrten anzufreunden.

Die nĂ€chsten Tage wurden fĂŒr die Albin zur Tortur. Selan war die meiste Zeit in seinem Wagen verschwunden, um seine Bibliothek zu durchforsten, und so musste Arafis mit Urako und diesem Knochenhaufen Vorlieb nehmen. Obwohl sie normalerweise zwar vorsichtig doch trotzdem recht offen fĂŒr neue Begegnungen war, schreckte sie dieser Möchtegern-Goblin ab.
So versuchte sie meistens mit Vilya etwas hinter oder vor dem Wagen zu reiten, um Abstand zu halten.

Auch musste sie immer ein Auge auf Fricai haben. Bei einer Rast, die sie eingelegt hatten, beobachtete sie den Wolf dabei, wie er sich schnĂŒffelnd an das Skelett herangeschlichen hatte. Schon hatte er sich ĂŒber die Lefzen geleckt, als Arafis ihn mit einem gedanklichen Befehl zu sich herbeordert hatte. Obwohl es ihr nicht viel ausgemacht hĂ€tte, den Knochenhaufen loszuwerden, wollte sie doch nicht Selans Werk zerstören und ihn somit erzĂŒrnen.

Doch das waren nicht die grössten Probleme fĂŒr die Albin. Ihre neuen ReisegefĂ€hrten brachten auch eine neue Sehnsucht und Herausforderung mit sich. Die Druidin vermisste ihre Wolfsgestalt. Sie fĂŒhlte sich eingesperrt in ihrem natĂŒrlichen Körper. Sie wollte rennen, jagen, Beute machen. Sie wollte die menschlichen Probleme hinter sich lassen, die abgestumpfte Welt verlassen und mit den Sinnen eines Raubtiers die Welt erkunden.
Doch auf keinen Fall wollte sie ihr wölfisches Wesen vor den DĂ€monen preisgeben. Urako schaute schon Fricai als einen rĂ€udigen Köter an, dem man am besten das Fell ĂŒber den Kopf ziehen mochte, was wĂŒrde er erst von einer Albin halten, die gleichzeitig eine Wolfsgestalt besass? Ohne Zweifel wĂ€re das ein doppelter Grund, sie zu köpfen!
Auch Selan traute sie seit der Heraufbeschwörung des Skeletts nicht mehr so ganz ĂŒber den Weg. FĂŒr ihn wĂ€re es bestimmt ein tolles Experiment, eine untote Druidin in seinem Sortiment zu haben. Nachdenklich streichelte sie ĂŒber das weisse Fell des Pferdes. Ob ich mich als Untote auch noch in ein Tier verwandeln könnte?

So unterdrĂŒckte sie die Wölfin in ihrem Inneren, wurde zunehmend unruhiger, angespannter und redete nur noch, wenn sie etwas gefragt wurde. Oft ritt sie mit Fricai an ihrer Seite zwanzig Meter hinter dem Wagen her.

Als sie gerade nÀher an den Wagen heranritt, um zu fragen, wie weit es noch bis Shizu sei, bekam sie zufÀllig ein GesprÀch der beiden Fieslinge auf dem Kutschbock mit.
„Ich habe den Angriff zwar nicht ĂŒberlebt, aber hey, was soll`s! Das Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht. Und da Selan mich wieder erweckt hat, will ich mich ĂŒber mein Ableben nicht beklagen.“
„Ja, ein Albendorf weniger ist diesen Einsatz wert“, bekrĂ€ftigte Urako. „Du hĂ€ttest bei meiner letzten Hinrichtung dabei sein sollen. Die Albin hatte die große Klappe, also hab ich sie baumeln lassen, anstatt den Kopf abzuschlagen. War lang und qualvoll!“

Arafis blieb der Mund offen stehen. Und sie starrte die beiden fröhlich vor sich hin lÀsternden Winzlinge sprachlos an. Hatte sie gerade richtig gehört?

Bei den Worten des Knochenhaufens schossen ihr augenblicklich Bilder von einem brennenden Albendorf durch den Kopf. „Mutter, Vater!“, hatte sie gerufen, doch keine Antwort erhalten. Stattdessen war sie geflohen und getraute sich aus Scham seitdem nicht mehr nach Hause. Die traurigen Gedanken wurden von noch grausigeren abgelöst, in welchen sie ihre tote Freundin an einem Strick baumeln sah, mit blau angelaufenem Gesicht und qualvollem Ausdruck. Sie schĂŒttelte sich und ein Schauer lief durch ihren Körper. Sie bemerkte gar nicht, dass Vilya stehen geblieben war und nervös auf der Stelle tĂ€nzelte. Vermutlich hatte sie durch ihr Entsetzen Signale ausgesendet, welche das Pferd unruhig werden liessen.
Fricai stand neben der Stute und blickte zu seiner Begleiterin hoch. Doch Arafis starrte nur vor sich hin, schien wie in Trance zu sein.

Erst als sie plötzlich die Rufe der Reisetruppe vernahm, welche verkĂŒndeten, dass sie Shizu gleich erreicht hĂ€tten, erwachte sie wie aus einem Traum.
Wut stieg in ihrem Körper hoch und instinktiv drang ein leises Knurren hervor. Warum war ich nur so dumm und habe versucht, nett zu diesem Monster zu sein? Was habe ich nun davon? Er macht sich ĂŒber den Tod meiner Freundin lustig und lĂ€stert mit diesem stinkenden Haufen Knochen, der nur durch eine fĂŒr ihn glĂŒckliche Wendung noch lebt, ĂŒber ein zerstörtes Albendorf!
Immer mehr versetzte sie das eben Gehörte in Rage. Am liebsten wÀre sie trotz ihrer ruhigen und vorsichtigen Natur auf die beiden Gestalten losgegangen und hÀtte ihre ZÀhne zum Einsatz gebracht.

Noch in Gedanken versunken, bemerkte sie plötzlich, dass sie bereits den Stadtrand erreicht hatten. Ralogg manövrierte die Pferde und den Wagen gerade in eine Gasse am Rande des Marktes.
Arafis atmete tief durch. Sie beschloss sich nicht anmerken zu lassen, dass sie alles mitgehört hatte, wusste jedoch nicht, ob sie ihre Emotionen gut verbergen könnte.

Sie hatte nun sowieso ein anderes Problem. Und das nannte sich Shizu.
Die Albin hasste StĂ€dte, und hielt sich lieber davon fern. Enge Gassen und hohe HĂ€user behagten ihr nicht. So war sie auch ziemlich unruhig, als sie Vilya neben dem Wagen zum Stehen brachte und sich von dem RĂŒcken des Pferdes gleiten liess. Fricai presste sich an ihr Bein, auch ihm schien die Stadt nicht zu behagen. Arafis hoffte insgeheim, dass sie hier so schnell wie möglich wieder verschwinden könnte. Doch vielleicht konnte sie die Gelegenheit auch nutzen, um nachts einmal davonzuschleichen, um ihre Wolfsgestalt ausleben zu können.
Und vielleicht wĂŒrde sich eine Gelegenheit ergeben, diesem dĂ€mlichen Henkerlein seine Taten und das ekelhafte Getue zurĂŒckzahlen zu können.
Mit diesen Gedanken trat sie zu Selan heran: „Wie lange werden wir voraussichtlich hier verweilen?“
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#52

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:01

Es war frĂŒh am Morgen, als die neu zusammengewĂŒrfelte Truppe endlich in Shizu eintraf. Die letzten Tage vergingen wie im Flug, Selan war dabei mehr im Waagen, als irgendwo anders. Schon lange hatte er sich vorgenommen wieder einmal etwas in seinen BĂŒchern zu schmöckern, denn lĂ€ngere Zeit war schon vergangen als er dazu Zeit hatte, drum genoss er es um so mehr. Die anderen waren eh mehr mit sich beschĂ€ftigt gewesen, so das es auch nicht weiter schlimm war, dass er sich etwas zurĂŒck zog und zum reden blieb ja eh immer noch genug Zeit.

Wie es den Anschein hatte mochten sich sogar die beiden Sonderlinge Urako und Ralogg, sehr zur Selan Verwunderung. Dachte er doch erst im Nachhienein darĂŒber nach, dass das Skelett Ralogg vielleicht etwas Angsteinflösend sein könnte, vor allem fĂŒr Urako da er sonst eher etwas eigen ist in seinen Absichten, aber zum GlĂŒck war dem nicht so.

Als Selan aus dem Waagen trat blendete ihn die Morgensonne, lĂ€cheld hielt er sich die Hand vor die Augen, um sie etwas vor den morgendlichen Strahlen zu schĂŒtzen. Ralogg hatte den Waagen etwas in eine Hinterhofgasse gelenkt, die als Sackgasse endete. Noch scheinte Sonne in die kleine Gasse, in ein paar Stunden wird der Stand der Sonne etwas ungĂŒnstiger stehen und die Gasse in Schatten hĂŒllen. Nicht gerade sehr toll fĂŒr die Kundschaft dachte sich Seelan, aber besser als nichts, war es nun einmal der einzige Platz, den die Stadtwachen ihnen angeboten hatten.

“Guten Morgen Freunde!”, sprach Selan und machte von dem kleinen TrĂ€ppchen am Ende des Waagens einen kleinen Sprung nach vorn. “Morgenstund hat Freunde auf den Lippen, oder so Ă€hnlich... Ähmm ja...”, reusperte sich Selan und musste etwas schmunzeln. “Damit fĂ€ngt heute der erste Arbeitstag fĂŒr dic han Urako. Ich erwarte von dir großes und Einsatz. Zu dem einen schönen Tag und viel Freude bei der Arbeit.”

Schnell verschwand Selan wieder im Waagenund nur Augenblicke spĂ€ter an der selben Stelle mit einem großen fein gearbeiteten und verziertem hölzernem Aufstellschild in der Hand aud dem in großen goldenen Buchstaben Stand:

Selan Todaric
Professionelle, gutartige Nekromatie
fĂŒr den kleinen Geldbeutel!

Verwandte verloren?
Eine geliebte Person zu frĂŒh gestorben?
Noch ein letztes liebes Wort?
Den SchlĂŒssel verloren?

Reden mit den Toten kann so einfach sein!
Sprechen sie mich doch einfach an, vollkommen
seriös natĂŒrlich.

Die Erstberatung ist selbstverstÀndlich kostenlos!


"Hier Urako, stell das bitte vorn an der Gasse auf, so das es die Leute gut sehen können. Wenn sie dich etwas Fragen, seih höflich und schick sie hier hinter und bitte seih freundlich und lĂ€chle.", sprach Selan zu rako und drĂŒckte ihm das Schild in die Hand.

"Ralogg, du kennst die Prozedur, hilf mir mal bitte."

Keine 30 min spĂ€ter war seitlich am Waagen ein großes lila Vorzelt aufgebaut worden, was feine goldene Umrandung hatte. Vor dem Waagen stellte Selan gerade noch ein weiteres Schild auf, mit etwas Werbung gemacht werden wollten, zudem einer Liste von Schreiben mit guten Rezessionen fĂŒr deen Tieflingsnekromanten.

"Ich wĂ€re dann so weit Selan, der Tisch ist im Zelt, die 4 StĂŒhle auch, die AusrĂŒstungstruhe auch. Ansonsten hĂ€tten wir alles so weit fertig, nur noch ein bisschen KleingerĂŒmpel, das du ja sowie so immer selber anbringen willst und wĂŒrde mich dann erst einmal zuĂŒck ziehen."

"Ralogg, erst mal danke fĂŒr deine MĂŒhen, aber das ist kein KleingerĂŒmpel sondern Deko. Liebevoll gestaltete Deko wie ich dazu bemerken möchte!", erwiederte Selan etwas empört.

"Sag ich doch KleingerĂŒmpel, ich bin mal auf dem Markt mich etwas umschauen, bis dann!"

"Auf dem Markt?", schaute Selan etwas verdutzt, als das Skelett ziel Richtung Markt lief.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


Kleine Legende:
"Text" -> Gesprochener Text /\ >Text< -> Gedachter Text

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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#53

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:02

Noch ehe die Stadt in seinem Blickfeld auftauchte, konnte Urako sie schon riechen.
Der Qualm von zahllosen Herdfeuern schlug ihm entgegen wie eine Wand. Der beißende Rauch stach in seinen Lungen. In Phintias wurden nur selten Feuer in speziellen Brandschalen entfacht, da es dort immer warm war und viele Tieflinge ihre Mahlzeiten ohnehin roh zu sich nahmen. Aber so, wie es hier miefte, hatte jeder menschliche Haushalt mindestens ein Feuer, was die ganze Zeit brannte.

Als sie die Außenbezirke vor der Stadtmauer durchquerten, wurde Urako schlecht von dem Schweißgeruch hunderter hart arbeitender Menschen, die selten dazu kamen sich zu waschen. Hinzu kam der ĂŒble Gestank von abgezogenen TierhĂ€uten, die im Schatten aufgespannter Stoffbahnen trockneten. Fliegen schwirrten darum herum. Der faule Dunst von Verwesung hing in der Luft.

Am widerwÀrtigsten war jedoch der Fluss, der neben dem Weg entlang verlief.
Der schmale Strom hatte die Stadt noch nicht einmal erreicht, da war er schon verfĂ€rbt von zahllosen entleerten Nachttöpfen, benutztem Waschwasser und abgeschnittenen Haaren und FingernĂ€geln. Als Urako den aufgedunsenen Leib eines verendeten Fisches darin treiben sah und sich daran erinnerte, dass er flussaufwĂ€rts in dem selben Wasser gebadet hatte, spĂŒrte er, wie ihm das FrĂŒhstĂŒck wieder hoch kam. Er sprang vom Kutschbock des fahrenden Wagens und erbrach sich in den widerlichen Fluss hinein. Da war ohnehin nichts mehr zu verderben. Als er bemerkte, dass weiter hinten eine Frau daraus Wasser schöpfte und in einen Kochtopf fĂŒllte, erbrach er sich gleich ein zweites Mal. Die ĂŒbrige Fahrt saß er stumm und mit verquollenen Augen neben Ralogg.

Sie wurden problemlos durch das Holztor gelassen, welches den einzigen Durchgang im Palisadenzaun bildete. Das nun folgende Geholper ĂŒber das schmutzige und schlecht gelegte Kopfsteinpflaster war Urakos Zustand nicht gerade förderlich. Endlich erreichten sie den Marktplatz, wo sie von der Stadtwache einen Stellplatz fĂŒr den Karren zugewiesen bekamen, der gleichzeitig als Marktstand dienen sollte.

Arafis beobachtete, wie Selan und Ralogg den Stand aufbauten. Sie schien sich Ă€ußerst unwohl in der Stadt zu fĂŒhlen und blickte stĂ€ndig in Richtung des Ausganges. Es war das erste Mal, dass Urako mit ihr einer Meinung war. „Wie lange werden wir voraussichtlich hier verweilen?“, fragte sie den Nekromanten, doch der war offenbar so beschĂ€ftigt, dass er Arafis` Frage einfach ĂŒberhörte.

“Morgenstund hat Freunde auf den Lippen, oder so Ă€hnlich... Ähmm ja...”, posaunte Selan und strahlte ĂŒber das ganze Gesicht. “Damit fĂ€ngt heute der erste Arbeitstag fĂŒr dich an, Urako. Ich erwarte von dir großes und Einsatz. Zudem einen schönen Tag und viel Freude bei der Arbeit.”

„Einspruch“, krĂ€chzte Urako mit zittriger Stimme. „Ich bin krank!“ Doch Selan drĂŒckte ihm ohne viel Federlesen ein Schild in die HĂ€nde.

"Hier Urako, stell das bitte vorn an der Gasse auf, so dass es die Leute gut sehen können. Wenn sie dich etwas fragen, sei höflich und schick sie hier hinter. Und bitte sei freundlich und lÀchle."

Notgedrungen fĂŒgte der Henker sich und stapfte mit dem Schild davon. Er platzierte es dort, wo die Gasse in den großen Marktplatz mĂŒndete. Die Menschen starrten ihn an wie ein Ungeheuer.
Muss wohl an dem ĂŒbertrieben freundlich formulierten Schild liegen, dachte Urako. Kostenlose Erstberatung, pft... der Mann geht noch Pleite, bevor er seinen Stand ĂŒberhaupt aufgebaut hat! Es wird Zeit, dass ich ihm ein wenig unter die Arme greife.

WĂ€hrend Urako dastand, die HĂ€nde in die HĂŒften gestemmt und sich darĂŒber freute, wie professionell er doch das Schild platziert hatte, stĂŒrmte Ralogg klappernd an ihm vorbei in Richtung des Marktes. Der Henker beschloss, dass auch er eine Pause verdient hatte und eilte ihm hinterher, ohne sich bei Selan abzumelden. Er wĂŒrde ja gleich wieder zurĂŒck sein. Außerdem, wer war Selan, dass er ihm Rechenschaft schuldete?

„He, so warte doch!“, rief Urako, doch der Knochen-Goblin war schneller. Sein dĂŒrrer RĂŒcken war ihm immer eine NasenlĂ€nge voraus. Plötzlich gab es einen Knall, wie wenn man einen Haufen trockener Holzscheite mit einem Mal fallen lĂ€sst und Ralogg implodierte. Ein Knochenregen ergoss sich auf den Henker. Er schirmte sein Gesicht mit dem Unterarm ab, bis der Hagel verebbte. Ein Meer von Knochen lag auf dem Markt ausgebreitet. Zu Urakos VerblĂŒffung lagen da zwei SchĂ€del. Und zwei HĂŒften. Überhaupt war alles doppelt. Offenbar war Ralogg mit einem anderen Skelett kollidiert. Wo kam das nur her?

Gedankenverloren machte er sich daran, die Gerippen wieder zusammen zu setzen, wĂ€hrend die Leute um ihn herum standen. Einige applaudierten und warfen ihm MĂŒnzen zu. Als Henker wusste er glĂŒcklicher Weise, wo welcher Knochen hin gehörte. Jedoch fand er, dass die lĂ€ngeren Beine des anderen Skeletts Ralogg besser standen und verpasste dem anderen die Stumpeln des Goblins.

Fertig.

Ralogg stolzierte elegant auf viel zu langen Stelzen herum, wĂ€hrend sein skelettierter Kollege plump den Weg zurĂŒck zuckelte, den er gekommen war.

Urako raffte die herumliegenden MĂŒnzen zusammen, sopfte sie in seine Hosentasche und nahm die Verfolgung von Stumpelchen auf. Er musste heraus finden, woher das andere Gerippe kam. Bestimmt hatte ein Konkurrent seinen Marktstand hier irgendwo zwischen den anderen Buden. Ralogg begleitete ihn.

Und Urako sollte Recht behalten.

Als er den anderen Nekromant in seinem schwarzen Zelt sitzen sah, stockte ihm der Atem. Der Mann war groß, hager und hatte schwarze Haut und weißes Haar. Ihm zur Seite standen die beiden Kampfmagier, die er ihm auf den Hals gehetzt hatte. Auf einem beinernen Schild, das wohl mal das Schulterblatt eines sehr großen Wesens war, stand:

Ibn Altsalat.
Totenbeschwörung auf niedrigstem Niveau.
Ich bin mir fĂŒr nichts zu schmutzig, wenn nur der Preis stimmt. Keine Fragen.
Bringen sie mir die Leiche und das Geld - und wir sind im GeschÀft.


Urako schluckte. Mit diesem unmoralischen Angebot konnte der gute Selan sicher nicht mithalten.
Der Henker versuchte, unauffĂ€llig in der Menge abzutauchen, bevor Ibn Altsalat und seine Mitarbeiter ihn bemerkten. „Ralogg. Lauf schnell vor und informiere Selan und Arafis. Wir haben einen Konkurrenten auszuschalten. Ich halte hier derweile die Stellung.“
Das Goblinskelett stakste in Windeseile davon.
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#54

Beitrag von Arafis » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:02

Arafis beobachtete nervös, wie Selan, Urako und Ralogg sich daran machten, den Stand aufzustellen. Auf ihre Frage hatte sie keine Antwort erhalten, offensichtlich waren ihre ReisegefĂ€hrten schon zu sehr abgelenkt. Und augenscheinlich machte ihnen der Aufenthalt nicht so viel aus wie ihr. Obwohl sie das GefĂŒhl hatte, dass auch der kleine Tiefling immer wieder etwas unbehaglich umherschaute.
Als sie mit ihrer Arbeit fertig waren, drĂŒckte Selan seinem neuen Lehrling ein Schild mit Werbung in die HĂ€nde und schickte ihn Richtung Marktplatz, damit er Interessenten den Weg weisen könnte.
Auch das Skelett wollte sich eine Auszeit gönnen, und bevor der Meister widersprechen konnte, dĂŒste es auf seinen Stummelbeinchen Urako hinterher. Arafis blickte ihnen nur KopfschĂŒttelnd hinterher.

UnschlĂŒssig blieb die Albe stehen, denn sie wusste nicht so recht, was sie nun anfangen sollte. Sie hĂ€tte zwar gerne die MarktstĂ€nde etwas genauer angeschaut, doch das GetĂŒmmel der vielen Leute und das GedrĂ€nge, liess sie davor zurĂŒckschrecken.
SehnsĂŒchtig dachte sie an die Tage im Wald zurĂŒck und streichelte nachdenklich ĂŒber Frica’s Fell.
Etwas melancholisch geworden ĂŒberlegte sie, dass sie ja sowieso kein Geld gehabt hĂ€tte, um sich nur schon eine kleine Leckerei zu kaufen.
Sie beobachtete Selan, der umherwuselte, und dort einen Stuhl zurechtrĂŒckte und da die Deko umherschob. Seine Arbeit musste ihm viel bedeuten, das konnte man sehen.
Ich habe nicht Mal einen Beruf erlernt. Von einem Augenblick auf den anderen fĂŒhlte sich Arafis nutzlos und leer. Klar, ich kann jagen, kenne mich mit Pflanzen aus, kann mit etwas Magie die Gestalt von Steinen verĂ€ndern
 Doch was ist das alles schon?! Nichts im Vergleich zu einem richtigen Beruf. Sogar der Henker hatte eine Arbeit, auch wenn die nicht so angesehen sein mochte.
Der Wolf schien ihre Trauer zu spĂŒren, und drĂŒckte ihr seine warme Schnauze in die HandflĂ€che. „Ja, zum GlĂŒck habe ich wenigstens noch dich“, murmelte sie und ein kleines LĂ€cheln erhellte ihr Gesicht.
Plötzlich schĂŒttelte sie energisch den Kopf. Das passt gar nicht zu mir, so schwarz zu malen! Das muss an dieser beengenden Stadt liegen.
Schliesslich fasste sie einen Entschluss und verabschiedete sich von Selan: „Ich werde auch die Stadt erkunden gehen. Fricai lasse ich bei dir, er wird brav sein.“
Dann drehte sie sich auf dem Absatz um, und ging den Weg, den zuvor Urako und Ralogg gegangen waren.

Gerade als sie ĂŒberlegte, wo die beiden wohl sein mochten, hörte sie ein Klappern und im nĂ€chsten Moment sah sie eine Gestalt auf sich zusausen. „Ralogg...?“, nein das konnte nicht sein. Dieses Skelett hatte lange Steckenbeine, wohingegen Selan’s Schöpfung kurze Stummelchen besass.
„Achtung, aus dem Weeeg, ich kann nicht bremseeeen!“, kreischte da der Knochenhaufen und Arafis identifizierte die bekannte Stimme.
Im nĂ€chsten Moment, realisierte sie die Bedeutung seiner Worte, als sie ihn pfeilgerade auf sich zusprinten sah. „Ooooh“, Im letzten Augenblick sprang sie zur Seite, als Ralogg mit den Stelzenbeinen auch schon haarscharf an ihr vorbeiflitzte. „Excusi, Baumkuschlerin!“, und schon war er um die nĂ€chste Ecke verschwunden, die er schlitternd gerade so erwischt hatte.
Mit offenem Mund blickte Arafis ihm verwundert nach. Was war das denn?!
Aber sie wĂŒrde es bestimmt noch frĂŒh genug erfahren. Vielleicht kannte auch Urako die Antwort fĂŒr diese kuriose Frage. Sie hatte irgendwie das GefĂŒhl, dass er etwas damit zu tun hatte. WĂŒrde zumindest zu ihm passen!

Langsam wurde die Gasse breiter und fĂŒhrte sie schliesslich auf eine Strasse, die zum Marktplatz fĂŒhrte. Schon bevor sie dort angelangte, konnte sie das laute Rufen der HĂ€ndler hören und die aufgeregten Stimmen der BĂŒrger. „SchweinefĂŒsse zu verkaufen, frisch gehackt!“, „Kommen sie zu Lydia Sombra, ich kann ihnen die Zukunft aus den HĂ€nden, Hufen, FlĂŒgeln, Flossen, Pfoten oder Krallen lesen!“, „FledermĂ€use und KrĂ€hen zu verkaufen! Die besten und schnellsten Boten in ganz Shizu. Wollen sie einen geheimen Liebesbrief verschicken? Oder sich ĂŒber ein geplantes Attentat mit ihrem Bekannten austauschen? Dann kommen sie und wĂ€hlen einen dieser indiskreten NachrichtenĂŒberbringer aus!“

Arafis blieb stehen und betrachtete mit grossen Augen das Treiben auf dem Markt. Überall wuselten die seltsamsten Kreaturen umher. Tieflinge in allen Grössen und Formen, mit oder ohne FlĂŒgel, mit Pelz oder Schuppen bedeckt, mit SchwĂ€nzen, mit Hörnern, Krallen, ReisszĂ€hnen, Stacheln, es gab nichts, was es nicht gab. Zwischendurch waren grosse, bedrohlich wirkende MĂ€nner unterwegs, die die Albin an das Volk der Poraha erinnerten. Die Frauen trugen meistens lange Röcke, welche sich Arafis nicht sehr praktisch vorstellte.

Plötzlich wurde sie von hinten angerempelt. Überrascht ruderte sie mit den Armen und konnte sich gerade noch auffangen. "Geh aus dem Weg, Spitzohr!“, murrte eine Stimme, und ein grosser, schwarzhaariger Tiefling drĂ€ngte sie ungeduldig zur Seite. Arafis gab ein unwilliges Knurren von sich und funkelte den Mann, der sie um einiges ĂŒberragte, böse an. Er hatte ihren Blick aufgefangen und ein fieses Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. "Na PĂŒppchen, bist ja ganz ne Wilde, was? Dir muss man wohl noch Manieren beibringen!“,bevor die Albin reagieren konnte, grapschte der Tiefling mit seinen Krallen nach ihrem Arm und zog sie zu sich heran. Sie konnte seinen ĂŒbelriechenden Atem in ihrem Gesicht spĂŒren, als er sich zu ihr herabbeugte und unter dem Johlen eines zweiten Kupanen versuchte, ihr einen feuchten Kuss aufzudrĂŒcken und mit der anderen Pranke gleichzeitig nach ihrem Hintern griff. Arafis strĂ€ubte sich, und versuchte sich dem Ekel zu entwinden, doch gegen die KrĂ€fte dieses Scheusals hatte sich nichts entgegen zu wirken. Als ihr der DĂ€mon nun versuchte, seine Zunge in den Hals zu stecken, biss sie kurzerhand und voller Panik zu. Sie hörte einen Schrei und gleich fluchte der Tiefling los: "Du MiststĂŒck! Na warte, dir werd ich’s zeigen! Halt sie fest!", schrie er seinem Kumpanen zu, denn vor Schmerz hatte er Arafis unwillkĂŒrlich losgelassen.

Arafis nutzte diesen kurzen Augenblick, machte kehrt und rannte los. Geschickt konnte sie sich zwischen den Leuten hindurch schlĂ€ngeln. Doch im nĂ€chsten Moment hörte sie FlĂŒgelschlagen ĂŒber sich, und mit einem entsetzten Blick nach oben erkannte sie den Kumpanen, der suchend ĂŒber der Menge umherflatterte. Die Albin zitterte vor Angst und Anstrengung. Suchend blickte sie sich nach einem Fluchtweg um, als sie in einiger Entfernung eine bekannte Gestalt ausmachen konnte. Voller Erleichterung rannte sie auf Urako zu, der sie gar nicht bemerkte, sondern einen der MarktstĂ€nde zu beobachten schien. „Urako!“, keuchte Arafis, als sie fast bei ihm angelangte, im nĂ€chsten Moment, wurde sie jedoch grob herumgerissen und blickte in das wutverzerrte Gesicht ihres Peinigers. „Ich werd dir schon zeigen, was es heisst, sich Orobas zu widersetzten!“
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Re: Teebeutel - Kap. I – Der Marktplatz von Phintias

#55

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:03

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Hier spielt der zweite Teil der Reise:
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Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


Kleine Legende:
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