Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

Taverne Zum Schluckspecht
Die Taverne ist politisch neutrales Territorium und jeder ist hier willkommen, unabh√§ngig von Fraktion oder Abstammung. Der Schluckspecht ist daher ein belieter Treffpunkt f√ľr Abenteurer aus aller Herren L√§nder, um in rustikaler Atmosph√§re einen heben zu gehen, Mitrstreiter zu finden oder von hier aus die gemeinsame Reise zu planen.
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Arafis
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Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#1

Beitrag von Arafis » Fr 8. Dez 2017, 22:19

In der Villa Zitronengelb war der lecker-s√ľssliche Geruch bis in die kleinste Ecke zu erschnuppern. Wollte der Ursprung dessen aufgesp√ľrt werden, brauchte der neugierige Besucher bloss den Zinken in die Luft zu strecken und der lockenden Duftnote durch die G√§nge zu folgen.
Auf seinem Weg w√ľrde er viele T√ľren passieren, hinter denen sich ein bunter Haufen an Gestalten tummelte.
Ein Blick ins Studierzimmer offenbarte eine hitzige Debatte alleine dar√ľber, ob das centaurische Amulett, welches vor ihnen auf dem massiven Eichentisch lag, denn nun eine F√§lschung sei oder einer alten Tradition entsprang und das Volk der Centauren unter seinem Tr√§ger einigen k√∂nnte. Schwere Buchb√§nde und mehrere Pferdel√§ngen Pergament unterst√ľtzten die drei v√∂llig unterschiedlichen Personen in ihren Nachforschungen.
Während Nicolai sich sicher war, dass seine Freundin auf dem Schiff eine wahrhaftige Entdeckung seines Volkes gemacht hatte, behauptete der Dekan steif und fest, es mit einer plumpen Fälschung zu tun zu haben.
‚ÄěEs hahandelt sich dabei eindeutig um archaische Symbole!‚Äú, stotterte der Raktaure emp√∂rt, als er die herablassende Aussage des Farisins vernommen hatte. Dabei schwang sein Schweif fahrig umher und wischte versehentlich einige lose Papiere zu Boden. Schnell b√ľckte er sich, um die wertvollen Schriften aufzuheben, wobei ihm seine Brille von der Nase rutschte. Gerade noch konnte er das zerbrechliche Glas vor dem Aufprall am Boden erretten.
‚ÄěMeine Herren‚Äú, mischte sich da die √Ąlteste ein und versuchte die beiden Hitzk√∂pfe zu beruhigen, denn vor allem einem Wutausbruch von Danilos wollte sie in einem Zimmer voller B√ľcherregale vorbeugen, ‚Äěich bin mir noch unsicher, wie es sich mit dem Amulett verh√§lt. Doch wenn sogar uns dieser Talisman √ľber eine wom√∂gliche F√§lschung hinwegt√§uscht, sollten wir uns √ľberlegen, was mit diesem Fundst√ľck alles bewerkstelligt werden k√∂nnte. Ein Zusammenschluss aller Centaurenst√§mme! Ich w√ľnschte, ein solches Relikt w√ľrde auch das Volk der Tamjid einen.‚Äú
‚ÄěEs sollte besser √ľberdacht werden, wem daran gelegen ist, eine offensichtliche F√§lschung zu platzieren und was er damit verfolgt!‚Äú, meinte der Farisin und seine Zunge zischelte dabei zwischen dem Echsenmaul hervor. Sogleich nahm die Diskussion zwischen den beiden M√§nnern √ľber den Wert des Gegenstands wieder seinen Lauf. Der beobachtende Besucher konnte im Vorbeigehen gerade noch einen Blick auf die √Ąlteste Khaoula erhaschen, die genervt die Augen verdrehte und sich wieder dem Studium der Texte widmete.

Doch weiter lockte der s√ľsse Geruch, zu welchem sich nun auch noch unterschiedliche Gew√ľrznoten hinzugesellten. Zimt, Anis, Nelken, Kardamom und auch Vanille.
‚ÄěIiihh, raus mit dir‚Äú, war da ein w√ľtendes Kreischen zu h√∂ren und im n√§chsten Moment fl√ľchtete aus einem weiteren Zimmer eine skeletterne Katze, die einige schneeweisse Federn zwischen ihrem kn√∂chernen Gebiss trug.
‚ÄěWas sollte denn das bittesch√∂n? Meine wundersch√∂nen Federn! Ihr habt gesagt, das Vieh sei harmlos. Doch das nenne ich eher tollw√ľtig!‚Äú, die Harpyie zeigte entsetzt auf ihren linken Fl√ľgel, wo, f√ľr ein fremdes Auge kaum wahrnehmbar, einige Federchen fehlten.
‚ÄěIhr solltet euch besser verarzten lassen. Es sieht nicht gut um Euch aus‚Äú, kommentierte die ruhige, k√ľhle Stimme aus einem Sessel in der N√§he des flackernden Kaminfeuers.
‚ÄěIch entschuldige mich f√ľr das Verhalten meines Haustiers. Normalerweise verh√§lt es sich ruhig. Doch Euer bezauberndes Federkleid scheint seine Jagdinstinkte wiedererweckt zu haben‚Äú, Yeriels Gesichtsausdruck strafte die Worte jedoch L√ľgen. Ein schelmisches L√§cheln umspielte ihre Mundwinkel, das die Harpyie in ihrer Aufregung jedoch nicht bemerkte. Hingegen der junge Mann Farrinur, der bereits den ganzen Abend um die Frau im Federkleid herumscharwenzelte und Madame Iolanthe nun emp√∂rt anfunkelte. In seinen Augen war Ilvara n√§mlich das atemberaubendste Lebewesen, das ihm jemals untergekommen war.
‚ÄěIch werde Euch zur √Ąltesten begleiten, ich habe geh√∂rt, dass sie sich mit der Heilkunde auskennt. Ihr solltet Euch besser von ihr untersuchen lassen‚Äú, meinte er besorgt und geleitete die Harpyie galant aus dem Zimmer ohne die Nekromantin im Sessel noch eines Blickes zu w√ľrdigen. Diese hingegen liess sich gen√ľsslich in den weichen Stoff zur√ľcksinken und schloss zufrieden die Augen. Endlich war sie das Geschnulze dieses Kerls und seiner Angebeteten los. Das konnte ja niemand aushalten!

‚ÄěAchtuuung, aus dem Weg!‚Äú, das helle Kinderlachen t√∂nte durch den Flur und liess die Bewohner schmunzeln. ‚ÄěSchneller Emilia, sie holt uns gleich ein!‚Äú
Gerade noch konnte der verdutzte Besucher zur Seite weichen, als der sandfarbene L√∂wenk√∂rper durch den Flur geprescht kam. Die gr√ľnen Katzenaugen funkelten vor Freude genauso wie die blauen Kinderaugen des M√§dchens, das sich am Nackenfell der L√∂win festklammerte.
Wie in Zeitlupe konnte der Gast nun beobachten, wie die Raubkatze an ihm vorbeirauschte, direkt auf die Wand zu. Im letzten Moment bremste die Gestaltwandlerin, um die scharfe Rechtskurve noch zu kriegen. Dabei streifte sie jedoch die Blumenvase auf dem Stehtischchen, welche in hohem Bogen zu Boden ging und den Inhalt mit einem lauten Klirren auf dem Flur verteilte. Im selben Augenblick huschte ein obsidianfarbener Schatten an dem Besucher vorbei. Auch Lysa hatte die Verfolgerin bemerkt. ‚ÄěAtri holt auf‚Äú, kreischte sie ihrem Reittier zu und beobachtete, wie das D√ľsterlingsweibchen auf allen Vieren laufend mit einem Grinsen im Gesicht n√§herkam. Doch das Kind war nicht auf den Kopf gefallen; eine kurze Handbewegung reichte aus, um dem zuvor ausgeleerten Wasser einen magischen Schubser zu verpassen, so dass es mit einem Klatschen mitten im Gesicht des Staubteufels landete. Ein Fauchen war zu h√∂ren, gefolgt vom Glockenklang der Kinderstimme, dann war das rasante Trio auch schon um die Ecke verschwunden. Verwundert sch√ľttelte der Besucher sein Haupt und setzte die Wanderung durch die Villa Zitronengelb fort, darauf bedacht, nicht den Weg f√ľr turbulente Verfolgungsjagden zu blockieren.

Merklich nahm der Duft zu. Inzwischen roch es nicht mehr nur nach s√ľssen Keksen und Schokolade, sondern auch nach Pastete, Sauerkraut, Fisch, diversen Gem√ľsesorten und ger√∂steten Insekten.
Was der Gast nicht wissen konnte war, dass noch zwei fette K√ľhe und extrafrischer K√§se aus dem Wychtelgebirge erwartet wurden. Erstaunt blieb der Besucher vor einem m√§chtigen Durchgang stehen, der in einen Raum f√ľhrte, der gr√∂sser war, als die vorigen. Neugierig wurde der Kopf hineingestreckt. Runde Tische in allen Gr√∂ssen und H√∂hen standen darin herum, umgeben von genauso diversen St√ľhlen. Manche aus Holz, andere aus Stein, solche mit weichen Sitzpolstern, andere mit Leiterstufen an der Seite, damit auch kleinere G√§ste die Sitzgelegenheiten erklimmen konnten. Zwischendrin wuselten drei Gestalten herum und bem√ľhten sich, die ganzen Teller, Bestecke und Dekorationen zu verteilen.
‚ÄěAlso ich finde, hier m√ľssen unbedingt mehr bunte Kugeln aufgeh√§ngt werden‚Äú, befand Astroides und betrachtete kritisch den Raum, in welchem sie bereits unterschiedlichsten Krimskrams verteilt hatte, der wom√∂glich nicht von jedem als dekorativ betrachtet werden w√ľrde. Mit einem f√§higen Lehrer hatte es sich f√ľr die Shezem als einfach erwiesen, ihre Landg√§ngergestalt zu nutzen, weshalb sie auf ihren rot-weiss-gestreiften F√ľssen barfuss durch den Raum t√§nzelte, so dass ihre Ketten und Armb√§nder fr√∂hlich klimperten.
‚ÄěKolbakur, schieb bitte den Tisch noch etwas mehr in die Mitte, sonst wird es schwierig, dich und Nicolai daran unterzubringen‚Äú, kommandierte Kosima unterdessen den riesigen Raktauren selbstbewusst herum. Sie hoffte, dass der S√ľssfisch Lahiko und das Haimaul Shocai bald eintrudelten, um f√ľr Unterhaltung und Betreuung der G√§ste zu sorgen. Der ehemalige Sklave liess dies nur allzu gern mit sich geschehen, beruhigten ihn doch gewohnte Strukturen. ‚ÄěKolbakur, bitte bring mir doch einen Eimer Wasser! Dann kann ich Seifenblasen und Wasserblasen im Raum verteilen! Sie werden √ľber uns unter der Decke schweben, das wird einfach traumhaft aussehen!‚Äú
Der Raktaure stapfte gehorsam davon, um die W√ľnsche der beiden Ladys zu erf√ľllen. Zwei Stunden sp√§ter sollte der Raum von warmem Kerzenschein erf√ľllt sein, der sich in den schwebenden Seifenblasen spiegelte und die verspieltesten der Hausbewohner dazu einlud, lustige Luftspr√ľnge zu unternehmen, um die Blasen mit einem sanften ‚ÄěPlop‚Äú zum Platzen zu bringen.

Langsam konnte der Besucher erahnen, dass hier Vorbereitungen getroffen wurden f√ľr einen gr√∂sseren Anlass. Unverkennbar herrschte eine aufgeregte Stimmung vor, die sich bei den einen durch Tatendrang, bei anderen durch pure Freude und bei wieder anderen‚Ķ durch Gereiztheit verdeutlichte.
Lautes Schimpfen und f√ľrchterliches Fluchen waren aus einem weiteren Raum zu vernehmen. Es musste einfach die K√ľche sein, denn die diversen Duftnoten ballten sich an diesem einen Ort zusammen und verschmolzen zu einem Feuerwerk aus Ger√ľchen. Der neugierige Besucher wollte sich gerade der T√ľre n√§hern, als diese mit einem lauten Knall aufgestossen wurde und ein grosser Tiefling mit w√ľtender Miene herausst√ľrmte. Er trug eine Kochsch√ľrze, was so gar nicht zu seinem sonstigen Erscheinungsbild passen wollte.
‚ÄěUnd pass auf, dass die Holzscheite auch ja trockn sind! Sonst m√ľssn wir wieder den Dekan rufn, um das Feuer zu entfachn! Und mach dir gef√§lligst diesmal die Schuhe sauber, bevor du wieder die K√ľche betrittst, Orobas!‚Äú, die kr√§chzige Stimme geh√∂rte der Zwiebelhex, welche mit einem h√∂lzernen Kochl√∂ffel neben einem riesigen Kochtopf stand.
‚ÄěDie Jugend heutzutage!‚Äú, brummte sie zu R√≥sa hin√ľber, welche gerade mit kr√§ftigen, ruhigen Bewegungen einen Brotteig durchknetete. Diese verzog bloss in einer stummen Geste das Gesicht, denn sie empfand Schrulla nicht gerade als angenehmere Gesellschaft. Vor allem nachdem sie dar√ľber diskutiert hatten, dass nicht jedes Gericht mit Zwiebeln zubereitet werden musste. Zwiebelsalat, Zwiebelsuppe, Zwiebelkuchen, Zwiebelsosse, Zwiebelpudding, Zwiebelkekse, ger√∂stete Zwiebeln, gebratene Zwiebeln, ged√ľnstete Zwiebeln,‚Ķ es gab nichts, was es nicht gab!
‚ÄěHach, mein R√ľcken schmerzt langsam von R√ľhren‚Ķ Wenn Orobas zur√ľck ist, soll er gef√§lligst Zwiebeln schneiden. Die Suppe k√∂nnte noch einige davon vertragen!‚Äú
Im selben Moment schaute die Norkara auf und bemerkte den Besucher an der T√ľr. Ein Blick in ihre Miene verdeutlichte dem Gast, dass er hier keinen Zutritt hatte und er wandte sich augenblicklich ab, bevor er eine gr√∂ssere Schelte von den Frauen erhalten w√ľrde.

Bei seinem R√ľckzug bemerkte er die offene Haust√ľr, bzw. eher das Tor, das Orobas in seinem Zorn wohl nicht geschlossen hatte. Die frische Luft lockte den Gast nach Draussen, denn in der K√ľche war es hitzig zu und her gegangen.
Die Villa Zitronengelb machte ihrem Namen alle Ehre, was sie wohl Floh zu verdanken hatte. Mit grosser Begeisterung hatte die Goblin jede einzelne Zinne bemalt und es sich nicht nehmen lassen, zwischendurch bunte Blumenranken einzuf√ľgen. Der Greif Fleygur hatte sie dabei unterst√ľtzt, indem er sie und ihre Farben aufs Dach geflogen und Acht gegeben hatte, dass die tollpatschige Goblin nicht in die Tiefe stolperte.
Es war bereits sp√§ter Nachmittag und dicke Schneeflocken h√ľllten die Landschaft friedlich ein. Ein einziger Pfad f√ľhrte zur Villa Zitronengelb, doch er war bereits zugeschneit und auch der Tannenwald, der hinter dem Haus aus dem Boden schoss, war wie von Puderzucker √ľberzogen.

Floh stand leicht besorgt auf der Veranda, von der aus eine Treppe mitten ins Schneegest√∂ber hineinf√ľhrte. Hoffentlich verlaufen sich die G√§ste nicht! Vielleicht w√§re es gut, ihnen den Weg zu weisen‚Ķ Und dann war da ja auch noch Arafis irgendwo da draussen‚Ķ
Seit dem Vorfall in Rantamar war sie unberechenbar geworden und hielt sich von anderen Lebewesen fern. Dies hielt die liebevolle Goblin jedoch nicht davon ab, regelm√§ssig in einigem Abstand zum Haus Mahlzeiten f√ľr die Wolfswandlerin bereitzustellen und zu hoffen, dass sie irgendwann wieder zu ihrem fr√ľheren Ich zur√ľckfinden w√ľrde. Aus diesem Grund hatte Floh auch heimlich Urako und Selan eingeladen, so hoffte sie doch, dass die Beiden gute Erinnerungen hervorrufen k√∂nnten.
In ihre Gedanken vertieft bemerkte sie nicht den seltsamen H√ľgel im Schnee, der sich langsam auf sie zu bahnte. Als sie pl√∂tzlich √ľberrascht die Augen aufriss, war es schon zu sp√§t. Das gr√ľne Wesen hatte sich aus dem Schnee katapultiert und Floh von den F√ľssen gerissen.
‚ÄěAah, nein Nepomuk, lass das bitte sein!‚Äú, die Goblin wand sich kichernd unter dem Xarrxe, der sie fr√∂hlich abschlabberte wie ein Hund und sich an ihre Hand schmiegte, als sie ihm schliesslich lachend den Kopf kraulte. Seit die Goblin ihn mit K√§se gef√ľttert und ihm f√ľr den Winter ein w√§rmendes √úbergewand gestrickt hatte, liebte er sie √ľber Alles. ‚ÄěLass uns reingehen, Nepo! Du wirst dir noch die Klauen abfrieren!‚Äú
Der Kleindrache zuckelte artig hinter Floh her, welche ihm zuzwinkerte und dann heimlich, still und leise auf die K√ľche zusteuerte, wo es immer etwas zu naschen gab, wenn man sich nur geschickt genug anstellte.

Stille senkte sich √ľber die Landschaft, nur durchdrungen von einem langgezogenen Wolfsheulen. Doch lange sollte sie nicht w√§hren‚Ķ

Die Idee f√ľr das Fest hatte sich mit der Zeit in den K√∂pfen der Bewohner der Villa Zitronengelb gebildet, wenn sie abends gem√ľtlich zusammen sassen und von ihren Abenteuern erz√§hlten.
‚ÄěIhr m√ľsst unbedingt den grossen Ginimo kennenlernen! Es kann doch nicht sein, dass ihr noch nie von Ghul‚Äôn‚ÄôGoblins geh√∂rt habt! Ich werde ihn einmal zum Abendessen einladen. Ihr m√ľsst ihn einfach kennenlernen‚Äú, verk√ľndete Floh, wobei ganz offensichtlich war, dass sie bis √ľber beide Schlappohren in den Goblin verliebt war.
‚ÄěMamma, Mamma! K√∂nnen wir Seweryn und Jeelen dann bitte auch einmal einladen? Du hast versprochen, dass wir sie einmal besuchen gehen!‚Äú, stimmte Lysa direkt in den Kanon mit ein, woraufhin sich pl√∂tzlich auch weitere Stimmen meldeten, welche gerne einmal ihre Mitabenteurer den Villa-Bewohnern vorgestellt h√§tten.
So verliessen einige Tage darauf verschiedene Einladungen das Haus und die Vorbereitungen f√ľr das Fest kamen ins Rollen.
Aus dem fernen Osten erwarteten Kosima und Khaoula den Tamjid Sal‚Äôjil und hofften darauf, ihn f√ľr die Unterredungen mit dem Sultan gewinnen zu k√∂nnen. Unterdessen sandte Emilia mit zwiesp√§ltigen Gef√ľhlen eine Einladung an Dimicus, denn lange Zeit hatte sie sich wegen des Fluches von ihm ferngehalten. Yeriel erinnerte sich indessen an die interessanten Gespr√§che mit Davard von Hohenfelde, weshalb ebenfalls eine Einladung ins Geisterhaus flatterte, √ľberbracht nat√ľrlich von einer untoten Elster.
Nicolai freute sich bereits auf das Wiedersehen mit Finja, denn unbedingt wollte er ihr von den neuesten Erkenntnissen hinsichtlich des Amuletts berichten.

Die Gäste wurden dazu eingeladen, Freunde und Verwandte mitzubringen und die Nachricht des bevorstehenden Festes verbreitete sich wie ein Lauffeuer und lockte sogar Bewohner Asamuras an, welche nicht auf der Besucherliste standen. Doch alle sollten sie herzlich Willkommen sein!
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Re: Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#2

Beitrag von Bjorg√§ » Sa 9. Dez 2017, 13:05

Der Berggipfler Bjorg√§ hatte inzwischen alle Sachen gepackt und war gerade im Stall, wo seine beiden K√ľhe auf ihn warteten. ‚ÄěKalin√§ und Lor√§tta‚Äú, rief der dicke Zwerg als er in den Stall tapste. Er stampfte mehrmals auf den Boden, um den Schnee von seinen Stiefeln wegzutreten. Danach wischte er sich √ľber den Mantel und entfernte den Schnee von seiner Kleidung.
Die K√ľhe lagen faul und m√ľde auf dem Heuboden. Bjorg√§ nahm das Zaumzeug von einem Nagel herunter, wo sie hingen und legte es den beiden K√ľhen an. Kalin√§ und Lor√§tta waren alte K√ľhe. Es war gut, dass der Berggipfler einen K√§ufer auf dem Markt gefunden hatte, der an ihnen Interesse gefunden hatte. Der Name der alten Lady lautete Rosa, so hatte sie sich vorgestellt. Bjorg√§ konnte sich mit dem Verkauf das Futter f√ľr die Tiere leisten, worauf sie angewiesen waren. Auch Milch und K√§se hatte man von ihm angefordert, welches er in Satteltaschen bei den K√ľhen befestigte. Insgesamt w√ľrden die Eink√ľnfte aus diesem Gesch√§ft f√ľr die Ausgaben des gesamten Winters ausreichen. Und so freute sich Bjorg√§ √ľber diese kleine Reise.

Zur Unterst√ľtzung begleitete ihn sein Sohn Kj√§til. Gemeinsam sollten sie den steilen Pfad in das Tal gehen. Von dort aus, war es nicht mehr weit zur Villa Zitrogelb. Aber wer wei√ü, was unterwegs alles passieren konnte.
Bjorg√§ schnaufte kurz durch und japste nach Luft. ‚ÄěSjo eyn√§ anstrengend√§ Sach√§‚Äú, sagte er blo√ü. Als er die Tiere endlich gesattelt hatte, war er bereits schwei√ügebadet, ohne dass er √ľberhaupt einen Meter losgegangen war.
‚ÄěErstmal eyn√§ Paus√§‚Äú, sagte er sich. Nahm einen Schluck Milch und stopfte sich mit K√§se voll. Kj√§til kam wenige Augenblicke sp√§ter hinein und schloss sich der kleinen Mahlzeit an. ‚ÄěEyn√§ gute By√§r w√§re jetzt das Richtige‚Äú, sagte er, als er sich auf den Heuboden pflanzen. Ungl√ľcklicherweise war ihnen diese Woche das Bier ausgegangen. Man erwartete zwar p√ľnktlich ihre Lieferung. Doch ein Berggipfler lie√ü sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Irgendwann sollten sie dann auch mal losgehen, dachte sich Bjorg√§. Aber zuerst sollten sie die Pause genie√üen.
"Wänn du keynä Buttä vorwändä möchtä, nymm Sahnä!"

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Re: Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#3

Beitrag von Seweryn » So 10. Dez 2017, 00:07

Seweryn hatte sich sehr √ľber den Brief mit der sch√∂nen Schrift und den Verziehrungen gefreut. Schon viel zu lange hatte er keine Einladung mehr zu einem richtigen Fest bekommen. Er las noch einmal die Worte und langsam aber sicher keimte Vorfreude in ihm auf. Dann pr√ľfte der Almane noch einmal den korrekten Sitz seiner Kleidung. Seine festen Stiefel w√ľrden ihn gut durch das winterliche Wetter tragen, so viel war sicher. Auch sein neuer Wams sa√ü wie angegossen und tats√§chlich hatte er sich an diesem Tag etwas mehr M√ľhe mit seiner Frisur gegeben als sonst. "K√∂nnte glatt n hohes Tier sein.", murmelte Seweryn leise vor sich hin, w√§hrend er sein Spiegelbild betrachtete. Er ertappte sich sogar dabei, wie er vor dem Spiegel die ein oder andere Haltung einnahm. Kurz darauf musste er sogar etwas √ľber sich selber lachen. "Albern.", grinste er. Erneut wanderte sein Blick nach drau√üen. Der Schneefall hatte wieder zugelegt und so w√ľrde er nun doch den dickeren Reisemantel anziehen. Seweryn nickte, ging zu der kleinen Garderobe und schwang sich elegant den geflickten und gewaschenen Reisemantel mit Innenfutter um. Das w√ľrde wohl als Schutz gegen das Winterwetter da drau√üen gen√ľgen. Vielleicht noch die Handschuhe, ja, die k√∂nnte man noch zur Sicherheit einpacken. Ein letztes Mal pr√ľfte der Almane die vorbereiteten Gastgeschenke. Es war alles komplett, nichts konnte vergessen werden. Seweryn war zufrieden. Dann schlie√ülich drehte er sich von der Haust√ľr weg in Richtung Flur. "Brauchst du eigentlich noch lange?!", rief er und wartete auf eine Antwort. "Weisst du...wir sollten n√§mlich bald mal los!", f√ľgte er an, als die Antwort ausblieb. Irgendwo in einem anderen Raum rumpelte es kurz, dann schlie√ülich waren Schritte zu h√∂ren. "Ach, haben wir es dann doch einrichten k√∂nnen?", scherzte Seweryn und sein schelmisches Grinsen wich einem Ausdruck des Erstaunens als seine Begleitung in den Flur trat. "Ehm...bitte sag mir, dass du irgendwo da drunter bist?", fragte Seweryn unsicher und deutete auf den Haufen Kleidung, der ihm gerade entgegengetreten war. Der Klumpen aus Stoff wuselte heran. "Waf demm?", erklang es leise und dumpf Seweryn entgegen. "Wir m√ľssen nur durch den Schnee, Finja, wir machen keine Expedition in den tiefsten Winter?". Seine Schwester zog ihre Strickm√ľtze mit Bommel etwas nach hinten, stopfte den Wollschal tiefer in den Kragen. "Du kannst ja frieren, ich habe es da lieber muckelig warm.", brummelte die kleine Almanin und r√ľckte ihren ebenfalls gef√ľtterten Mantel zurecht. "Wenn ich auch nur einen Mucks von dir wegen der K√§lte h√∂re, dann schuldest du mir was!", meinte sie schlie√ülich und hob mahnend den Finger. "Schon klar, abgemacht.". Schlie√ülich hatte auch Finja ihre Stiefel angezogen und die Geschenke waren verstaut. Endlich konnte es losgehen. Die beiden wanderten durch die zauberhaft winterliche Landschaft, der Schnee knarrte herrlich unter ihren Schritten. "Du sch√ľttest dich aber heute nicht wieder so zu, oder?", fragte Seweryn seine Schwester w√§hrend des Laufens. Er bekam keine Antwort. "Finja?". Sie war gerade noch neben ihm gewesen? "Wo bist...?". Seweryn drehte sich suchend nach seiner Schwester um, als ihn etwas Nasskaltes im Gesicht traf. "HA! Volltreffer!", jubelte Finja und klopfte sich den Schnee von den Handschuhen. "Mach dir mal keine Sorgen, ich werde nat√ľrlich wie immer ganz brav sein.", gab sie lachend zur√ľck w√§hrend Seweryn versuchte mit seinem √Ąrmel das Gesicht abzutrocknen. "Na warte du....". Dann marschierte Seweryn schnellen Schrittes auf die quietschende und sich rasch entfernende Finja zu. Ein paar geworfene Schneeb√§lle sp√§ter wurde ein zumindest vor√ľbergehender Frieden ausgehandelt und die Reise konnte weitergehen. Bald w√ľrden die Geschwister ihr Ziel erreichen. Es w√ľrde sicherlich eine sch√∂ne Zeit werden.

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Re: Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#4

Beitrag von Arafis » So 17. Dez 2017, 23:18

W√§hrend die meisten Villabewohner in der W√§rme verweilten und alles f√ľr das Fest vorbereiteten, streunte die W√∂lfin durch den Wald. Der ganze Trubel machte sie nerv√∂s. Sie mochte keine grossen Ansammlungen und oft war ihr schon das fr√∂hliche Gel√§chter und Gewusel der √ľbrigen Bewohner zu viel. Die fleissigen Vorbereitungen und die zu erwartenden G√§ste behagten der Gestaltwandlerin umso weniger.
Trotzdem hatte sie aus der Ferne beobachtet, wie Lysa zusammen mit Emilia und Kolbakur vor dem Haus Schneefiguren baute. W√§hrend der m√§chtige Raktaure die schweren Brocken aufeinander stapelte und Lysa mit Hilfe ihrer Magie den Figuren den Feinschliff verpasste, stand Emilia dick eingem√ľmmelt daneben und bibberte vor K√§lte. Sie ist halt doch nichts andres, als n verw√∂hnter Stubentiger, dachte sich die Beobachterin absch√§tzig und gab ein unwilliges Knurren von sich.
Als ein kniehoher Schneehase, wortw√∂rtlich, pl√∂tzlich fr√∂hlich herumhoppelte, konnte sich jedoch auch die W√∂lfin ein belustigtes Prusten nicht verkneifen. Kurz kratzte die W√∂lfin an der Oberfl√§che und wollte Jagd auf die vermeintliche Beute machen, doch Arafis unterdr√ľckte sie unwillig. Als ob die kleine Magierin es bemerkt h√§tte, blickte sie im selben Augenblick direkt in ihre Richtung und Arafis zog sich rasch wieder in den Schutz der alten Tannen zur√ľck. Obwohl sie das M√§dchen nicht ungern hatte, das so gerne spielte und Schabernack trieb, hielt sie doch lieber Distanz. Ihre Neugier und Offenheit √ľberforderte und verunsicherte die Einzelg√§ngerin zu sehr.

Es war noch mitten im Nachmittag, doch trotzdem schien sich der Himmel zu verd√ľstern. Wolken t√ľrmten sich langsam aufeinander und dicke Schneeflocken begannen vom Himmel zu fallen.
Die Wandlerin genoss die Stille, welche diese Jahreszeit mit sich brachte. Sie hatte ein dickes Fell bekommen, das auch in ihrer humanoiden Gestalt nicht mehr vollkommen verschwand. Das Wölfische nahm langsam Überhand, doch es war ihr egal.
Die meiste Zeit lebte sie alleine irgendwo Draussen und wenn sie sich doch einmal zum Haus begab, wurde sie von den meisten Bewohnern freundlich aufgenommen.
Vermutlich haben sie bloss Mitleid mit der gebrochenen Jammergestalt, die ich seit Rantamar abgebe... , dachte Arafis verbittert.
Ihre Pfoten trugen sie durch den weichen, frischen Schnee. Inzwischen hatte das Schneegestöber weiter zugenommen. Ein fieser Wind liess die Tannen wanken und zerzauste ihren struppigen Pelz.
Die Villa Zitronengelb war trotz ihrer auffälligen Farbe nicht mehr zu erkennen.
Plötzlich blieb Arafis stehen und horchte. Hatte sie gerade Stimmen vernommen oder war es bloss das Pfeifen des Windes?
Ihr Misstrauen hegte sie inzwischen gegen so ziemlich jedes Lebewesen, weswegen Orobas die Wölfin manchmal abfällig als Wachköter bezeichnete. Tatsächlich kam fast Niemand ohne Kenntnis der Gestaltwandlerin ans Haus heran. Und so reckte sie auch jetzt die Nase in den Wind, um mögliche Eindringlinge zu erschnuppern...
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Re: Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#5

Beitrag von Seweryn » Mo 18. Dez 2017, 17:49

"Es d√ľrfte eigentlich nicht mehr weit sein, oder?", fragte Seweryn seine Schwester, die sich jedes Mal mit dem gesamten Oberk√∂rper zu ihm umdrehen musste um ihn anzuschauen wenn er mit ihr redete. Sie war einfach zu dick eingepackt, fand Seweryn. "Ich glaube, wir m√ľssen da hinten links, irgendwie so stand das in der Einladung.". Seweryn nickte stumm. Anschlie√üend r√ľckte er den Ruchsack auf seinem R√ľcken zurecht. Finja hatte ihm die ganzen schweren Gep√§ckst√ľcke aufgedr√ľckt, zum Beispiel Flaschen mit seltsamer Fl√ľssigkeit drin. Diese klimperten nun leise. "Was auch immer du an Geschenken mitbringst, wehe der Empf√§nger freut sich nicht und ich schleppe hier das ganze Gelumpe quasi umsonst mit mir rum.", grummelte Seweryn und verzog das Gesicht. "Was? Hab ich da etwa gerade ein Mimimi von meinem gro√üen, starken Bruder geh√∂rt?", grinste Finja frech, woraufhin Seweryn ihr die M√ľtze √ľber die Augen zog. "Heeeeee!", beschwerte sich die kleine Almanin und r√ľckte ungeschickt mit ihren dicken Handschuhen die M√ľtze wieder zurecht. Sie tappte weiter durch den Schnee voran, als Seweryn pl√∂tzlich stehen blieb. "Finja, warte mal kurz.", sagte er und hielt einen Moment lang inne. Hatte er da gerade etwas geh√∂rt? "Schon gut, war wohl doch nichts.", sagte er schlie√ülich und stapfte weiter voran. "Wenn mich nicht alles t√§uscht ist das Ziel hinter der Kurve da hinten.", stellte Seweryn fest, doch wurde er das Gef√ľhl nicht los als w√ľrde irgendjemand ihn und seine Schwester beobachten. Finja bekam von all dem anscheinend nicht wirklich etwas mit und bahnte sich frohen Mutes ihren Weg durch den Schnee. "Sieh nur, da hinten brennt Licht!", rief Finja pl√∂tzlich vergn√ľgt und deutete mit ihrem F√§ustling auf einen schwachen Lichtschein nicht ganz so weit entfernt. Seweryn meinte schon Ger√ľche von Essen wahrnehmen zu k√∂nnen...auf jeden Fall arbeitete da jemand mit Zwiebeln.

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Re: Die Villa Zitronengelb lädt zum Feste

#6

Beitrag von Arafis » Sa 30. Dez 2017, 08:46

Orobas

Orobas hatte inzwischen seinen Frust an einem jungen Baum ausgelassen und diesen kurz und klein gehackt. Diese Weiber!
Kommandierten ihn herum wie einen K√ľchenjungen und das nur, weil er einmal einen Fehler begangen hatte. Schrulla bezeichnete er damals als eine alte Fettel und ihre Zwiebelspinnen als stinkendes Ungeziefer. Nun, die Hex hatte sich an ihm ger√§cht. Jedes Mal, wenn er den Viechern zu nahekam, und es gestaltete sich als ungemein schwierig ihnen auszuweichen, verspr√ľhten sie ihre unangenehmen Ausd√ľnstungen. Offensichtlich hatte das Weib sie gegen ihn aufgehetzt. Doch dessen nicht genug, entwickelte der Tiefling mit der Zeit eine regelrechte Allergie gegen das Getier. Die Zwiebeld√§mpfe liessen auf seiner Haut rote, juckende Pusteln wachsen.
Als er schliesslich mit eingezogenem Kopf bei Schrulla angekrochen kam, versprach sie ihm ein Heilmittel, was er sich aber verdienen musste.
Seitdem war nun eine Woche verstrichen und es verging kein Tag, an dem die Hex ihn nicht schikanierte. Ihr Wort hatte sie jedoch gehalten und ihm eine Salbe zubereitet, welche die Pusteln verschwinden liess. Auch die Zwiebelspinnen liessen ihn wieder seiner Wege gehen und griffen ihn nur noch gelegentlich aus dem Hinterhalt an.

Die Arbeit in der K√ľche war f√ľr Orobas der Tiefpunkt seiner Karriere und im Grunde war er froh, dem Zwiebelgestank und den Weibern entkommen zu sein, als sie ihn zum Holz holen geschickt hatten. Die k√ľhle Luft belebte seine vernebelten Sinne, als er schliesslich den voll beladenen Schlitten Richtung Villa zur√ľckzog. Die Schneeflocken wirbelten wild herum und nahmen ihm die Sicht. Fliegen war ausgeschlossen. Verfluchtes Wetter!
Andererseits k√∂nnte er so rechtfertigen, warum er dem Haus schon so lange fernblieb. R√≥sa w√ľrde ihm bestimmt glauben, dass er sich verlaufen hatte. F√ľr besonders schlau hielt ihn das Weib offensichtlich nicht, w√§hrend Schrulla schon etwas misstrauischer war.

Plötzlich hielt der dunkelhäutige Tiefling inne. Hatte er Stimmen gehört? Und zeichneten sich dort die Konturen von zwei Gestalten im Schneegestöber ab?
Orobas war gross gebaut und hatte keine Schwierigkeiten, zu den beiden Menschen aufzuholen. Mit seinen gebogenen H√∂rnern, dem str√§hnig schwarzen Haar, den violetten Augen und seiner Statur wirkte er wie ein D√§mon aus den Untiefen Asamuras. Die Schwingen waren eng an seinem R√ľcken gefaltet und unter einem Mantel verborgen, wie auch der k√§lteempfindliche Schweif. Bloss die Kochsch√ľrze, die er in seinem Zorn v√∂llig vergessen hatte, strafte diese Vorstellung L√ľgen.
‚ÄěHey, ihr betretet unbefugtes Gel√§nde. Ihr solltet hier rasch verschwinden, bevor euch die W√∂lfe aufsp√ľren. Sie sind immer hungrig!‚Äú, begr√ľsste er die beiden Menschen unfreundlich. Erst aus der N√§he erkannte er, dass es sich dabei um Mann und Frau handelte, wobei von zweiterer freilich wenig zu erkennen war unter der ganzen Gewandung. Ob sie damit magere Br√ľste oder einen wabbelnden Bauch kaschieren wollte, blieb dem Tiefling unersichtlich.
‚ÄěNun Sch√§tzchen, bei dir w√ľrd ich noch ne Ausnahme machen. W√§re schade drum, wenn dich die Biester in die Klauen kriegen w√ľrden‚Äú, er grinste sie anz√ľglich an, wobei die weissen Z√§hne aus seinem dunkel grau-blauen Gesicht hervorstachen. Wenn er das Weib erst mal zum Haus gebracht hatte, w√ľrde sich schnell herausstellen, was sich unter dem ganzen Stoff verbarg. Der Miene nach, die sie gerade zog, war sie eine der kratzb√ľrstigen Sorge. Sogleich vertiefte sich Orobas‚Äė Grinsen. Damit w√§re nat√ľrlich auch die magere Brust entschuldigt.
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