Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Neuer Wind in Avinar

Das gemĂ€ĂŸigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkĂ€mpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, wĂ€hrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
Das Herzland
Das gemĂ€ĂŸigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkĂ€mpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, wĂ€hrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
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Baldur Ferin BallivĂČr
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Die Ordnung

Neuer Wind in Avinar

#1

Beitrag von Baldur Ferin BallivĂČr » Mi 7. MĂ€r 2018, 22:46

Der Heimweg war merkwĂŒrdig. Obwohl es nach Hause ging, wollte sich kein freudiges GefĂŒhl einstellen. Der Weg war lang und anstrengend und die Stimmung unter den Alben geteilt. Sie hatten das schrecklich verwĂŒstete Schlachtfeld vor Dunkelbruch gesehen, sie hatten sich vorbereitet, körperlich wie mental und dann waren sie unverrichteter Dinge wieder abgezogen. So fĂŒhlte es sich zumindest fĂŒr viele der Krieger an, wie Baldur aus ihren GesprĂ€chen deutete. Einmal, als er unmittelbar neben zwei jungen Alben gegangen war, hatte er sich schließlich in deren Unterhaltung eingemischt. „Entschuldigt“, hatte er höflich begonnen, „doch findet ihr nicht, dass es viel Gutes an unserem Einsatz gibt? Wir haben dazu beigetragen, dass es Frieden gibt. Und wir sind alle noch am Leben, das allein ist doch das grĂ¶ĂŸte Geschenk.“ Als Antwort hatte er abschĂ€tzige Blicke geerntet. „Solange nur ein einziger Rakshaner lebt, kann es keinen Frieden geben!“, knurrte der grĂ¶ĂŸere der beiden. „Wir hĂ€tten sie vernichten sollen, als wir die Chance dazu hatten.“ Die Knöchel des Mannes traten weiß hervor, als er seinen Speer fester packte. „Doch sind es auch nur Lebewesen aus Fleisch und Blut, die der Schlacht ĂŒberdrĂŒssig waren. Ihr habt doch mit ihnen gespeist
“, versuchte Baldur es erneut, woraufhin der zweite Soldat ausspuckte. „Nein. Das habe ich ganz sicher nicht und jeder, der es tat, sollte sich was schĂ€men.“ Baldur gab auf. Er hoffte nur, dass nicht allzu viele die Meinung dieser beiden teilten. In einem ruhigen Moment sprach er Blitzsohn darauf an, ohne die Namen der MĂ€nner preiszugeben. „NatĂŒrlich weiß ich, dass viele so denken“, entgegnete der Oberst. „Denkt Ihr, ich habe das alles nicht grĂŒndlich abgewogen? Trotzdem bin ich froh, so gehandelt zu haben. Lieber habe ich ein paar mĂŒrrische Krieger in meinen Reihen als ein verwĂŒstetes Land, Tod und Leid zum Empfang. Die einzige Meinung die zĂ€hlt, ist die des Regenten. Wenn er mich ebenfalls gestraft sehen will, so werde ich abdanken. Alles andere interessiert mich nicht und wer sich beschweren will, der soll kommen und es mir ins Gesicht sagen.“ Dass sich dies keiner traute, wussten sie beide.

Tage wurden zu Wochen und es wurde zusehends kĂ€lter. Bald schneite es und ein zugiger Wind blies durch die Ebenen. ZermĂŒrbung machte sich langsam aber sicher breit und Baldur hoffte, sie wĂŒrden bald ankommen. An einem klaren Morgen durchbrach schließlich das Eintreffen eines Lichtreiters die Monotonie. Eine ganze Weile sprach er mit Oberst Blitzsohn, wĂ€hrend unter den Kriegern die wildesten Spekulationen die Runde machten. NervositĂ€t nahm Baldur in Beschlag. Was war an Avinars Grenze geschehen? Hatte der Bote des Chaos‘ seine Leute noch frĂŒh genug erreicht? Am liebsten wĂ€re er sofort zu Blitzsohn geeilt, nachdem der Lichtreiter wieder abgehoben hatte, doch er wagte es nicht. So musste er sich mit den anderen gedulden, bis der Oberst seine Kommandanten und Gefreiten losschickte, die Neuigkeiten zu verbreiten. Erleichterung rollte durch die Reihen der sonst so gesetzten Alben. Baldur sah, wie sich einige in den Armen lagen, wie gejubelt wurde und an mancher Stelle gar geweint. Oril sei Dank. Der Tarrik hatte Wort gehalten. Avinar war vorerst sicher
 Nach Ankunft dieser Neuigkeit war auch die Stimmung insgesamt besser. Mittlerweile waren die Kandoren am Horizont erkennbar und ein jeder sehnte sich danach, Familie und Freunde zu sehen und endlich heimzukehren. Sie nahmen wieder den Weg ĂŒber die NordkĂŒste und Baldur wagte zu hoffen, gleich in Calorod bleiben zu können. Er sah das kleine Haus vor dem inneren Auge, den GemĂŒsegarten und das warme Gesicht seiner geliebten Frau. Diese Hoffnung wurde ihm jedoch schon am nĂ€chsten Tag zerstört.

„Sobald wir innerhalb Avinars Grenzen sind, werden wir nach Nord-Westen ziehen“, sagte Blitzsohn in einer Sitzung mit den Kommandanten, zu der auch Baldur geladen war. „Ich werde Euch und Eure Leute auf die Grenzwachten aufteilen und mit meiner Truppe nach Noldor gehen. Der große Rat muss einberufen werden. Ich muss mit General Sonnensturm und den Priestern sprechen.“ Nachdem alle AuftrĂ€ge verteilt waren, glitt sein ernster Blick zu Baldur. „Ihr kommt mit mir Baldur. Ich biete Euch eine neue Anstellung.“ Es klang nicht so, als hĂ€tte Baldur eine Wahl.
Die Reise war also noch lange nicht zu Ende. Immerhin konnte Baldur einen Besuch zu Hause heraushandeln, wĂ€hrend das Heer am Fuße der Kandoren ein Nachtlager aufschlug. Am Gartentor zögerte er kurz. Er sah Alienor in der erleuchteten KĂŒche stehen, Teig knetend, ganz so, als wĂ€re er nie weg gewesen. Sie hatte ihm den RĂŒcken zugekehrt, doch er brauchte ihr Gesicht nicht zu sehen, um zu wissen, dass sie traurig und voll Sorge war. Wochenlang war sie nun schon alleine, ohne den blassesten Schimmer, ob er noch am Leben war. Hoffentlich hatte wenigstens Jaro gelegentlich ein kleines Zeichen von sich nach Hause geschickt oder vielleicht hatte sie den Jungen gar in Falathri besuchen können. Langsam und leise ging Baldur weiter. Er wollte sie nicht erschrecken. Sachte öffnete er die HaustĂŒre. „Alienor? Liebling, ich bin es, Baldur“, rief er und hörte augenblicklich schnelles Fußgetrappel. Rutschend kam seine Frau am Ende des Ganges zum Stehen und einen Moment lang starrte sie ihn einfach an. Ihre Brust hob und senkte sich heftig, der TeigstĂ¶ĂŸel fiel ihr klappernd aus der Hand. Mit ausgebreiteten Armen machte Baldur ein paar Schritte auf sie zu, dann schien sie wieder Herrin ihrer Sinne zu werden und stĂŒrmte ihm in die Arme. „Oh Oril sei Dank!“, schluchzte sie. „Ich dachte, ich wĂŒrde dich nie wieder sehen.“ Baldur strich ihr sanft ĂŒber den Kopf. „Sch
“, tröstete er sie. „Mir geht es gut, meine Sonne.“
„Oh Baldur
 ich habe dich so vermisst; euch beide. Das Haus kam mir so riesig vor ohne euch. Niemand, der mich nach dem Abendessen fragt, niemand, der seine Schuhe an der TĂŒre nicht abklopft, niemand der sein Bett ungemacht zurĂŒck lĂ€sst
“ Baldur presste ihr in ihrem Redeschwall einen Kuss auf die Stirn. „Ich habe dich auch vermisst. Hast du etwas von Jaro gehört? Wie geht es ihm?“
„Er schickt mir dann und wann eine Karte oder einen Brief. Mittlerweile kann er schon recht gut schreiben, ist das nicht schön? Die Lehre bei Goldanil scheint ihm sehr zu gefallen und wie es aussieht, ist er bei unserem alten Freund sicher.“
„Das freut mich. Jaro ist ein kluger Junge, das wussten wir schon immer, nicht wahr?“ Sie lĂ€chelten sich an und Baldur folgte seiner Frau in die KĂŒche. Das Wissen um die Neuigkeiten seinerseits trĂŒbte seine Freude zusehends. Er musste Alienor sagen, dass er nicht lange bleiben wĂŒrde, doch noch brachte er es nicht ĂŒber das Herz. Freudig plaudernd machte die hĂŒbsche Albe sich wieder an die Arbeit. Sie berichtete Baldur von den ĂŒberschaubaren Geschehnissen in Calorod, von der Ernte, von den WintervorrĂ€ten und von Gestaltungsideen, die sie fĂŒr den FrĂŒhling hatte. Zuneigung flutete warm durch Baldurs Adern. Er trat nahe an sie heran und legte seine Arme von hinten um ihren schlanken Körper. „Ich liebe dich“, raunte er und ein paar AtemzĂŒge standen sie einfach so da und genossen die NĂ€he des anderen. „Du musst wieder gehen“, sagte Alienor dann unvermittelt. Baldur nickte und verstĂ€rkte seine Umarmung „Ich wusste es“, fuhr sie fort, ihre Stimme hart. „Ich wusste es und habe Vorkehrungen getroffen. Dieses Mal komme ich mit.“ Erstaunt ließ Baldur die Arme sinken. „Egal, was du sagst, meine Entscheidung steht! Du lĂ€sst mich nicht noch einmal alleine zurĂŒck, mit der BefĂŒrchtung, dass du vielleicht nie wieder kommst! Wohin geht es?“
„Nach Noldor“, sagte Baldur sanft und dreht sie zu sich herum. Er hĂ€tte auf sie einreden sollen, dass sie bleiben musste, dass seine Befehlshaber es nicht erlauben wĂŒrden, dass das kein Ort fĂŒr sie war. Aber er konnte nicht. Er kannte sie zu gut. WĂŒrde Blitzsohn sie abweisen, wĂŒrde sie alleine hinterher reisen. Sie hatte ihren Entschluss bereits gefasst und nichts wĂŒrde sie davon abbringen. Also sagte Baldur einfach nichts, sondern kĂŒsste sie voller Liebe auf den Mund, zog sie an sich und hob sie schließlich hoch, um sie ins Schlafzimmer zu tragen.

Noldor war atemberaubend. Baldur und Alienor, die Falathri fĂŒr groß und prĂ€chtig gehalten hatten, wussten gar nicht, so sie zuerst hinschauen sollten. Es gab GebĂ€ude, die grĂ¶ĂŸer als ganz Calorod waren, Glasfassaden die die Naturgesetze ad absurdum zu fĂŒhren schienen, Springbrunnen, so groß, dass sie zu dieser Jahreszeit zu glitzernden EisflĂ€chen umfunktioniert wurden und Parkanlagen, die durch den Schnee in den Baumgerippen wirkten wie eine MĂ€rchenlandschaft. Am liebsten mochten die beiden die breite Promenade an der hoch gelegenen SteilkĂŒste. Die Steinfliesen waren glatt gewetzt von Wind und Wetter und dem Getrappel unzĂ€hliger FĂŒĂŸe und ĂŒberall gab es BĂ€nke, auf denen man den Sonnenuntergang ĂŒber dem Eismeer betrachten konnte. Meer und Stadt fĂ€rbten sich rötlich ein und trotz der kalten Luft blieben Baldur und Alienor hĂ€ufig sitzen, bis der Feuerball ganz in den kalten Wogen versunken war. Es war, als wĂ€ren sie wieder siebzehn und frisch verliebt, sie den Kopf auf seiner Schulter und er den Arm um sie, kaum gewahr, welchen Schatz er in den HĂ€nden hielt.

TagsĂŒber hatte Baldur meist frei. Er hatte gedacht, Blitzsohn wĂŒrde ihn zu den meisten Sitzungen mitnehmen, ihn verschiedenen Leuten vorstellen oder auf sein Fachwissen im Bezug auf die Zwerge zurĂŒckgreifen, doch er hatte sich getĂ€uscht. Seit dem Ankunftstag hatte Baldur den Magier nicht mehr gesehen, zuletzt auf dem Platz vor dem RatsgebĂ€ude. Es lag in Noldors Zentrum und war das grĂ¶ĂŸte und prĂ€chtigste von allen. Das gesamte Erdgeschoß wurde von SĂ€ulengĂ€ngen getragen und die Meißelungen in der Decke erzĂ€hlten die Geschichte von Oril bis zur Gefangennahme Rakshors und der Zwangsvereinigung mit Malgorion. DarĂŒber folgten mehrere Stockwerke die allesamt von einer gewaltigen glĂ€sernen Kuppel in der Mitte ĂŒberragt wurden, unter der sich, wie Baldur wusste, der Tagungssaal befand. Wann immer er daran vorbei kam, fragte Baldur sich, wann er zu einem der Treffen einberufen wurde. Gerne hĂ€tte er den Komplex von innen begutachtet. Sein Wiedersehen mit Oberst Blitzsohn kam aber ganz anders und unerwartet. Eines Tages stand der Magier urplötzlich vor seine TĂŒre. Alienor lag noch im Bett und Baldur hatte gerade begonnen FrĂŒhstĂŒck zu machen. „Guten Morgen. Darf ich rein kommen?“, sagte der Oberst und trat im selben Moment in die kleine Wohnung, die er ihnen beschafft hatte. „NatĂŒrlich“, antwortete Baldur unnötigerweise. „Möchten Sie Tee?“ Blitzsohn winkte ab. „Ich bleibe nicht lange.“ Mit verschrĂ€nkten HĂ€nden war er vor einem der großen Fenster stehen geblieben und blickte hinaus. „Wir haben gestern Euren Auftrag diskutiert. Ihr werden weiterhin Kontakt zu den Zwergen pflegen und mir umgehend alles berichten.“ Baldur setzte zu einer Frage an, doch Blitzsohn kam ihm zuvor, als hĂ€tte er seine Gedanken gelesen. „Ein Lichtreiter wird Euch regelmĂ€ĂŸig Besuch abstatten und die Botschaften entgegen nehmen. DarĂŒber hinaus erhaltet Ihr aber noch eine viel wichtigere Aufgabe.“ Ohne seine Körperhaltung zu Ă€ndern, drehte Blitzsohn sich zu Baldur um und sah ihm ernst in die Augen. „Ihr wisst, dass unser Volk einst ĂŒber Wissen verfĂŒgte, dass unser aller Vorstellungskraft ĂŒberschreitet.“ Baldur nickte. „Nun. Viele Gelehrten forschen seit Jahren daran und es gab durchaus schon Erfolge. Doch nun haben ein paar Forscher aus Noldor eine neue Spur entdeckt, eine vielversprechende Spur.“ Mit gesenktem Blick begann er auf und ab zu gehen. „Die Erkenntnis traf sie, als sie gewissermaßen in einer Sackgasse feststeckten. Der einzige Grund, warum wir nicht weiter kommen, warum Oril uns nicht erleuchtet, ist, dass der Zugang zu all dem kostbaren Wissen, vor seinem Licht verborgen ist.“ Blitzsohn blieb stehen und sah Baldur direkt an. „Es liegt unterirdisch“, schloss er.

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Re: Neuer Wind in Avinar

#2

Beitrag von ErzĂ€hler » Mi 11. Apr 2018, 12:51

Baldur fand wĂ€hrend seiner Recherchen zunĂ€chst vor allem jĂŒngere Informationen, die ihn zu der Annahme gebracht hatten, dass in den Tiefen etwas zu finden sein könnte, welches die Vorstellung der Sterblichen ĂŒbersteigt.

Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Kaisho
Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Krake

Im Jahre 201 wurden zwei Expeditionen gestartet, um das Innere Asamuras zu erforschen. Sie sollten getrennt voneinander in Evalon starten, jeweils im Kellergewölbe einer anderen Ruine. Eine Expedition wurde von Naridien aus gesandt (Team Schwarze Krake), eine vom Kaisho-Abkommen (Team Kaisho). Die Reise hatte aufgrund der RivalitÀt von Naridien und Kaisho-Abkommen etwas sehr PrestigetrÀchtiges und erwuchs schon vor dem eigentlichen Start zu einem ehrgeizigen Wettrennen.

Team Kaisho verstrickte sich jedoch schon zu beginn in einem Übermaß an Organisation, in der Absicht, alles perfekt durchzuplanen und alle Fehler auszuschließen. Das fĂŒhrte dazu, dass sie nicht einmal ihren Zielort in Evalon erreichten und die Expedition noch vor dem Beginn abgebrochen wurde.

Team Schwarze Krake drang recht weit ins Innere des Planeten vor. Der Weg war jedoch weit und es gab einige SteinschlĂ€ge, so dass die meisten Teilnehmer entweder auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen verschwanden oder die Gruppe verließen und zurĂŒck an die OberflĂ€che kehrten.

WĂ€hrend von den Mitgliedern von Team Kaisho nichts weiter herauszufinden war, da sich die Teilnehmer verstreut hatten oder namentlich nicht erwĂ€hnt wurden, gab es von Team Schwarze Krake einige Überlebende, ĂŒber die NĂ€heres bekannt war:
  • Der DĂŒsterling Terc
    Der Tiefling Firxas
    Der Chaosharpyr Nox, der als Bote zwischen Ordnung und Chaos fungierte und allen ranghohen Lichtalben persönlich bekannt war.
Baldur hatte nun die Möglichkeit, diese Personen zu kontaktieren und zu befragen oder in den Folianten der Bibliothek zu forschen, ob es noch weitere Informationen ĂŒber die Versuche gab, das Innere der Welt zu erkunden.

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Die Ordnung

Re: Neuer Wind in Avinar

#3

Beitrag von Baldur Ferin BallivĂČr » Fr 13. Apr 2018, 22:08

Baldur streckte sich mit verzerrtem Gesicht. Wie lange saß er wohl schon an dem Lesetisch in Noldors Bibliothek? Das Tageslicht war lĂ€ngst entschwunden und selbst die Glimmsteine, die ĂŒberall drapiert waren, verloren bereits an Helligkeit. Die eingesogene Energie der Sonnenstrahlen war fast aufgebraucht. Nach und nach entzĂŒndeten die Bibliothekare Feuerschalen und gaben Pulver hinein, um die Flammen weiß einzufĂ€rben und ein angenehmeres Licht zum Lesen zu schaffen.
Zum wiederholten Male ĂŒberflog Baldur die Berichte ĂŒber die Forschergruppe der schwarzen Krake. Nicht er, sondern Alienor hatte sie gefunden. Überhaupt hatte sich die Anwesenheit seiner Frau in Noldor als Gold wert erwiesen. Zwar konnte Baldur lesen und schreiben, doch er kam langsam voran, denn richtig gelehrt hatte man es ihm nie. Dementsprechend empfand er auch keine große Freude dabei und war ĂŒberaus erstaunt gewesen, als Alienors Augen sich freudig erregt geweitet hatten, als er mit der Zugangserlaubnis zu Noldors Bibliothek nach Hause gekommen war.
„Du hast uneingeschrĂ€nkten Zugang, Baldur! UneingeschrĂ€nkt!“ Erwartungsvoll hatte sie ihn angestarrt, mit vor Begeisterung geröteten Wangen. „Weißt du denn nicht, was das fĂŒr ein Privileg ist? Nirgends in ganz Avinar gibt es einen reichen Schatz an Schriften wie hier, ja vielleicht auf der ganzen Welt nicht!“
Baldur hatte sie nur liebevoll angeblickt und geschmunzelt.
„Ach Schatz! Ich wĂŒrde alles dafĂŒr geben, mich dort umsehen zu können! Du könntest ruhig ein wenig mehr Begeisterung zeigen.“
„Du wirst diese Gelegenheit bekommen.“ Das Schmunzeln hatte sich in ein Grinsen verbreitert. „Ich wĂŒrde mich freuen, wenn du mich begleitest.“
Alienor, die sich zuvor in Rage geredet hatte, hatte ein wenig gebraucht, um das Gesagte zu verarbeiten und Baldur verwirrt angestarrt.
„Ohne dich brauche ich ja Monate, um ĂŒberhaupt etwas zu finden! Du liest viel besser als ich“, hatte er derweil angefĂŒgt und natĂŒrlich hatte Alienor es sich nicht zwei Mal sagen lassen und ihn am nĂ€chsten Morgen deutlich frĂŒher als gewöhnlich geweckt.

Baldur seufzte. Mittlerweile glaubte er, das Abenteuer des Expeditionsteams beinahe auswendig zu kennen und doch suchte er weiter nach verborgenen Hinweisen, wo er seine Suche am besten beginnen und wen er aufsuchen sollte. Er war Ă€ußerst ĂŒberrascht, wie detailreich die hiesigen Aufzeichnungen waren, wo doch kein Lichtalb Teil der Expedition gewesen war. Oder doch? Mehrfach stolperte er ĂŒber Passagen, die ungereimt wirkten, ganz so, als sei ein Teilnehmer der Expedition willentlich ausradiert worden. War alleine die Tatsache, dass es diese Aufzeichnungen in Noldor gab, Indiz genug, um auf lichtalbische Beteiligung zu schließen? Baldur wusste es nicht. Gleichzeitig war ihm klar, dass dies nur eines von vielen fehlenden PuzzlestĂŒcken war. Er rieb seine SchlĂ€fen. Im Leseraum wurde es zusehends leerer. Am liebsten wĂ€re auch Baldur nach Hause gegangen. Sein Magen knurrte, sein Mund war ausgetrocknet und RĂŒcken und Glieder schmerzten vom langen Sitzen in gebeugter Haltung. Alienor tummelte sich hingegen noch in den endlosen Regalreihen und suchte nach mehr. Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Recherche zu ĂŒbernehmen, wĂ€hrend Baldur ihre FundstĂŒcke durcharbeitete. Bevor sie das Tagespensum nicht fĂŒr voll erklĂ€rte, wĂŒrden sie nirgendwo hingehen.

Erneut senkte er den Blick auf die feinsĂ€uberlichen Zeilen. Mehrere Personen wurden namentlich erwĂ€hnt und Baldur war ĂŒberrascht, dass er einem davon schon begegnet war: Nox, der Chaosharpyier war Teil der Expedition gewesen. Ihn aufzusuchen war naheliegend. Doch war es auch erfolgsversprechend? Neben den anderen eindeutig benannten Teilnehmern sah Nox recht alt aus. Der DĂŒsterling kannte sich mit Sicherheit am besten aus. Die Unterwelt war sein Revier. Doch war er auch vertrauenswĂŒrdig? Und wĂŒrde er Baldur helfen? Überhaupt: ihn zu finden war an und fĂŒr sich schon reine GlĂŒckssache. Der dritte im Bunde war ein Tiefling. Ebenfalls kein Volk, mit dem die Lichtalben ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis pflegten. Immerhin war er ein Geistmagier, wenn die Aufzeichnungen richtig lagen. Konnte Blitzsohn bei vollkommen Fremden eine Verbindung herstellen? Wieder seufzte Baldur. Zu gerne hĂ€tte er mit dem Oberst darĂŒber debattiert, dessen Meinung erfahren, doch er wagte nicht, den Magier aufzusuchen. Mit Sicherheit hatte er genug um die Ohren und wollte nicht von kindischen Fragen belĂ€stigt werden. Wie jedes Mal vertagte Baldur die Entscheidung und widmete das letzte Bisschen seiner Konzentration der Expedition selbst. Recht schnell war ihm klar gewesen, dass diese Reise alles andere als eine harmlose Forschungsexpedition unter die Erde werden wĂŒrde. Seine Erfahrung unter Tage und im Umgang mit den Zwergen wĂŒrden ihm wohl weit weniger helfen als erhofft. Eine Truppe Krieger an seiner Seite weit mehr und darum wĂŒrde er Blitzsohn auf jeden Fall bitten mĂŒssen. Die Schwarze Krake war weiter hinab gedrungen, als Baldur sich auch nur vorstellen konnte und immer wieder blieb sein Blick an ihrem Expeditionsleiter hĂ€ngen. Mummenschanz
 Die Informationen ĂŒber den Mann ließen zu wĂŒnschen ĂŒbrig, aber ein GefĂŒhl sagte Baldur, dass das weniger an der QualitĂ€t des Berichts, sondern viel mehr an der Persönlichkeit des Mannes selber lag. Das Herz Tasmerons
 Der Begriff schwebte ĂŒber all den anderen Wörtern, doch Information, was sich dahinter verbarg, blieb der Text schuldig. Gedankenverloren strich Baldur seinen Notizzettel glatt. Viel stand dort noch nicht.

[brief]Viele Artefaktbeschreibungen, Vieles wahrscheinlich aus Sagen.
Expedition Schwarze Krake: Ruine in Evalon, Teilnehmer: Nox (Chaosharpyier), Firxas (Tiefling), Terc (DĂŒsterling), Mummenschanz (mysteriöser Expeditionsleiter), weitere Mitglieder nicht explizit genannt
Was wissen die Zwerge? -> Lurkin Linsenformer aufsuchen?
Blitzsohn: Truppe Krieger, Greifenreiter?, was erhofft er zu finden?
Gab es lichtalbische Expeditionen?
[/brief]

„Baldur?“
MĂŒde hob er den Kopf. „Hm?“
„Ich glaube ich habe etwas gefunden.“ Langsam kam Alienor auf ihn zu, den Blick auf einen Stapel BlĂ€tter gerichtet. Viele der alten Schriften waren in dieser Form vorhanden. Gebundene BĂŒcher waren nicht die Regel.
„Es ist heute schwer zu sagen, ob wir es frĂŒher wussten, ob es ĂŒberhaupt jemand tat“, las sie vor. „Doch alle Anzeichen, die ich finden kann, alle Schriften, die ich mĂŒhevoll entzifferte, alles deutet darauf hin, dass sie eins sind. Natur, Magie und Technologie sind eins, bedingen und kontrollieren einander in blindem SelbstverstĂ€ndnis. Kaum auszumalen, was der, der darĂŒber gebietet auszurichten vermag. Wobei ich glaube, dass es diesen Jemand nicht geben kann. Mir scheint, das Zentrum aller Dinge ist ein eigenstĂ€ndiges Wesen, dessen Existenz weit ĂŒber dem liegt, was unser albisches Gehirn sich vorstellen kann. Allerdings kann man es sich möglicherweise zu Nutze machen, auch wenn ich nicht weiß wie und bezweifle, dass wir es je wussten – oder wissen dĂŒrfen. Schon diese Worte nieder zu schreiben, könnte mir eine Verbannung einbringen, wenn Kenntnis davon in die falschen HĂ€nde gerĂ€t.“
Ernst sah sie auf und wartete auf Baldurs Reaktion. Sein Kopf rauschte. Der Tag war zu lang gewesen, er konnte nicht denken.
„Das passt doch zu dem, was in den Expeditionsberichten stand, oder nicht? Was, wenn das das Herz Tasmerons ist?“ Ihre Augen funkelten.
„Wo hast du das gefunden?“
Alienor lachte leise. „Das glaubst du mir nicht
 es fiel einfach aus einem Buch heraus, einer unbedeutenden EnzyklopĂ€die der Astronomie, die ich eigentlich nur heraus genommen habe, weil Goldanil der Autor ist.“
Baldur horchte auf. „Denkst du
?“
Alienor schĂŒttelte den Kopf. „Jeder kann es dort hinein gesteckt haben.“
„Hm
“ Es sĂ€he Goldanil Ă€hnlich, selbst schon Forschungen betrieben zu haben. Wenn er doch nur hier in Noldor wĂ€re! Wie viele Tage mochten wohl noch bleiben, bis Oberst Blitzsohn Baldur zum Aufbruch bewegte?
„Ich werde ihm schreiben“, sagte er bestimmt. „Wenn er etwas mit diesen Aufzeichnungen zu tun hat, kann er mir vielleicht bei der Entscheidung helfen. Steht dort noch mehr?“
„Ja. Die Aufzeichnungen ziehen sich ĂŒber ein paar Seiten, doch vieles davon erscheint mir wirr. Wir mĂŒssen es in Ruhe durchsehen.“
Baldur streckte ihr die Hand entgegen, doch anstelle das Papier auszuhĂ€ndigen, strich Alienor ihm ĂŒber den Kopf. „Das kann bis morgen warten. Du siehst furchtbar aus! Lass uns fĂŒr heute Schluss machen.“
Obwohl Baldur wusste, wie dringend er weiter kommen musste, hÀtte er schwören können, noch nie schönere Worte gehört zu haben.

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